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Die Statistik vom Quiz

The fantastic world of Hogwarts

32.31 % der User hatten die Auswertung: „Hale Betty.“ Ich atmete tief durch, dann stieg ich die Stufen zu dem alten, wackeligen Stuhl und dem schmutzigen Hut hinauf. Ich stand nicht gerne im Mittelpunkt und die Blicke in meinem Rücken waren mir unangenehm. Jedoch verschwand mein Kopf schon bald unter dem Sprechenden Hut. „Interessant, du hast sogar ein noch klügeres Köpfchen als deine Mutter. Viel Spaß in RAVENKLAW!“ Erleichtert stand ich auf und ging in Richtung des klatschenden Tisches. Ich setzte mich neben das Mädchen, das ich schon im Zug kennengelernt hatte - Penelope Clearwater – und grinste sie an. „Na dann“, sagte ich, „lass das Schuljahr beginnen.“ Und ebenso eine tiefe Freundschaft… ZEITSPRUNG 6.JAHR (Harrys 3.Jahr): „Mum! Komm schnell! Du wirst es nicht glauben!“ Ich hörte die schnellen Schritte die Treppe runter kommen und sah dann in das hektische Gesicht meiner Mum. „Was ist los? Ist etwas Schlimmes passiert?“, fragte sie leicht geschockt. Grinsend hielt ich ihr mein neues, hochpoliertes Quidditchkapitänsabzeichen hin. Fast in Zeitlupe wechselte ihre Mimik von hektisch zu euphorisch und sie ließ einen kleinen Jubelschrei aus. „Du hast es geschafft, Maus, du bist tatsächlich Quidditchkapitänin!“ Dann umarmte ich sie stürmisch und – noch immer in der Umarmung – hüpften wir lachend und uns drehend durch den Raum. Ich war so unendlich froh. Quidditch war meine große Leidenschaft und Dumbledore hatte nun mich – MICH – zu der neuen Ravenclaw-Kapitänin ernannt. Ich war sprachlos, mein großer Traum hatte sich endlich erfüllt … geschweige denn, dass ich nun auch endlich das Bad der Vertrauensschüler benutzen durfte, von dem mir Penelope immer so vorschwärmte. Nachdem wir uns dann wieder beruhigt hatten, ging ich hoch in mein Zimmer und schaute, welche Zaubertrankzutaten und anderes Schulzeug ich unbedingt etwas aufstocken musste, dann ging es auch schon los in die Winkelgasse. Neben meinen neuen Schulbüchern ergatterte ich auch noch einen neuen Umhang, ein Besenpflegeset und eine fette Kugel Eis aus Fortescues Eissalon. Als wir alles beisammen hatten, aßen wir noch eine Kleinigkeit im Tropfenden Kessel und apparierten wieder nach Hause. Ich liebte die Winkelgasse einfach, es gab dort so viel zu bestaunen, zu kaufen und man traf dort – im Gegensatz zum Muggel-London – auf viele bekannte Gesichter – ich bin heute sogar Cedric Diggory über den Weg gelaufen, diesem unglaublich hübschen Jungen aus Hufflepuff… . Nach einem so tollen Tag konnte ich natürlich nur super schlafen und auch in der restlichen Woche bis zu Ferienende war meine Laune auf dem Höhepunkt. So ging die Zeit auch sehr schnell um und ehe ich mich versah, stand ich schon am Gleis 9 Ÿ und umarmte meine Mum zum Abschied. Dann lief ich auch schon los und stieß sogleich auf die Person, die ich vorhatte zu suchen. „Penny! Wie waren deine Ferien? Komm, wir suchen uns ein Abteil, dann kannst du mir alles erzählen. Ich hab auch so viel zu berichten. Mailand war so wunderschön…“ Doch Penelope unterbrach lachend meinen Redeschwall. „Hey Betty, ich freu mich auch dich zu sehen. Schön, dass du mich auch mal zu Wort kommen lässt.“ Sie grinste, änderte ihren Gesichtsausdruck dann jedoch eher zu mitleidig. „Aber ich muss erstmal in das Vertrauensschülerabteil, tut mir leid, du wirst wohl noch ein bisschen ohne mich auskommen müssen.“ „Oh, stimmt, hab ich vergessen. Nun ja, dann such ich mir eben jemand anderes. Vielleicht die ANDEREN Quidditchkapitäne.“ Pennys Augen wurden groß. „Du meinst… du… Kapitänin!“ Eifrig nickte ich und sie schlang mich in eine feste Umarmung – die war sowieso überfällig, nachdem wir uns zwei Wochen nicht mehr gesehen hatten. Nachdem wir uns noch ein bisschen über meinen neuen Titel unterhalten hatten, trennten sich unsere Wege und ich suchte nach einem Abteil. Schnell fand ich eines, indem Angelina saß, eine Gryffindor ein Jahr unter mir, aber dennoch eine sehr gute Freundin von mir. Ich setzte mich zu ihr und kurz darauf kamen auch Katie und Alicia herein und wir unterhielten uns die ganze Zugfahrt über Gott und die Welt. Dann saß ich auch schon – diesmal wieder neben Penny – in der großen Halle, lauschte aufmerksam Dumbledores Rede und stopfte mir den Bauch voll Köstlichkeiten. Sogar die Zitronebrausebonbons ließ ich nicht unberührt. Als wir dann endlich erschöpft in unseren Betten lagen, fiel es mir nicht schwer, schnell einzuschlafen. Die ersten Wochen vergingen sehr schnell, ich hatte mich wieder sehr gut eingelebt. Der neue Lehrer für VgddK – Professor Lupin – war einfach klasse und auch unsere Quidditschmannschaft war ausgezeichnet. Meine Noten waren auch wie gewohnt und ich war einfach froh, wieder in Hogwarts zu sein. Und das Beste: Heute war Hogsmeade-Samstag. Ich machte mich gerade mit Penelope fertig, dann gingen wir zusammen in die Eingangshalle. Hier verabschiedete ich mich von meiner besten Freundin und machte mich auf die Suche nach Angelina und Katie. Penelope war mit Percy verabredet, weshalb sie uns nicht begleitete. Während ich meinen Blick durch die Menge schweifen ließ, rollte plötzlich etwas vor meine Füße. Verwundert hob ich es auf, es war ein Schnatz. Ich blickte mich um und sah Cedric direkt auf mich zugehen. Verlegen lächelte er und nickte in Richtung Schnatz. „Sorry, das ist meiner. Danke, dass du ihn aufgehoben hast.“ Ich lächelte freundlich und gab ihm den kleinen, goldenen Ball. „Kein Problem, ich frag mich nur, wie du es hinbekommen hast, dass er nicht davon fliegt.“ Er grinste mich verschmitzt an. „Das, meine Liebe, bleibt mein Geheimnis.“ Er zwinkerte mir noch kurz zu, drehte sich dann um und verschwand. „Du Glückspilz. Von allen Schnätzen dieser Welt ist dir ausgerechnet der von Cedric Diggory vor die Füße gerollt, “ hörte ich Angelina hinter mir. „Er sieht ja sooo gut aus, “ flötete Katie neben ihr. Ich grinste die beiden nur an. Es war nichts Neues mit Cedric zu reden. Wir waren eben im selben Jahrgang, da kann sowas schon mal vorkommen. Die beiden zogen mich noch ein bisschen auf, während wir uns schon in die Reihe der Hogsmeadegänger einreihten. Kurze Zeit später hatte Filch unsere Namen auf der Liste abgehakt und wir liefen fröhlich ins Dorf. Im Honigtopf kaufte ich mir einen Monatsvorrat Schokofrösche (ich war zwar in Ravenklaw, aber dennoch brauchte ich Massen an Motivationsmachern, wenn ich lernte), dann gingen wir auch schon in die Drei Besen. Da alle Tische schon besetzt waren, ließen wir uns an der Bar nieder, wo wir ein kurzes Pläuschchen mit Rosmerta hielten, bevor wir uns drei Butterbier bestellten. Nach ein paar Minuten gesellten sich Fred und George zu uns, ich kannte die beiden nicht besonders gut, aber ich merkte wie Angelina leicht rot wurde, als Fred sie zur Begrüßung kurz umarmte. Ich grinste sie mit einer hochgezogenen Augenbraue an und flüsterte ganz leise, sodass nur sie mich hören konnte: „Ich glaube, wir müssen uns später mal kurz unterhalten.“ Sie grummelte etwas unverständliches, was sich sehr stark nach „Musst du auch immer alles bemerken?“ anhörte, dann wandten wir uns beide dem Gespräch der Zwillinge und Katie zu. Es war ein lustiger Nachmittag, jedoch verabschiedete ich mich schon etwas früher von den anderen, da ich mich doch noch kurz mit Penny treffen wollte. Ich stand auf und ging Richtung Tür, die gerade in dem Moment, in dem ich sie aufmachen wollte, von außen geöffnet wurde. Vor mir standen Cedric und einer seiner Kumpel, er grinste mich an, ließ mir den Vortritt und hielt mir dabei gentlemanlike die Tür auf. Ich konnte nicht umhin, ohne einen Knicks anzudeuten und ein kokettes „Vielen Dank, der Herr“ an ihm vorbeizugehen. Ich spürte förmlich, wie sich Angelinas Blick in meinen Rücken bohrte und musste noch mehr grinsen. Jaa, ein bisschen hatte sie schon recht, Cedric war einfach ein heißer Typ und ich meine, welches Mädchen schwärmte nicht ein bisschen für ihn? Aber Cedric beiseite, ich ging zur Post, wo ich mich mit Penny verabredet hatte und sah sie schon von weitem an eine Straßenlaterne gelehnt. „Percy gar nicht bei dir?“, fragte ich verwundert. „Ach der“, sie klang leicht genervt. „Habt ihr euch gestritten?“, fragte ich mitleidig. Ich konnte zwar noch nie verstehen, was so ein nettes Mädchen an diesem Streber fand, aber das behielt ich lieber für mich, und natürlich war ich als beste Freundin besorgt und übernahm die Trösterrolle, wenn Penny Liebeskummer hatte. „Reden wir später drüber, die Geschichte wird einige Zeit in Anspruch nehmen und ich will jetzt grad nicht drüber reden.“ Mit einem freundlichen Nicken nahm ich ihre Antwort auf und wechselte sogleich das Thema. Beim Abendessen unterhielten Penny und ich uns gerade über das Quidditchspiel gegen Hufflepuff am Samstag, als plötzlich jemand auf meine Schulter tippte. Ich drehte mich um und sah einer grinsenden Angelina ins Gesicht. „Naaa, was war denn vorhin schon wieder mit dir und Cedric? Er konnte ja kaum die Augen von dir lassen.“ Penny schaute mich erstaunt an. „Davon hast du mir ja gar nichts erzählt, “ sagte sie, „hat er dich endlich nach einem Date gefragt?“ Sie als meine beste Freundin wusste natürlich, dass ich auf Cedric stand. Jetzt war es an Angelina verblüfft zu schauen. „Also läuft da wirklich was Ernstes.“ Und während die beiden sich angeregt darüber unterhielten, warum Penny davon wusste und Angelina nicht und dass Ced und ich ja sooo gut zusammenpassen würden, aß ich genüsslich, ohne wirklich dem Gespräch zu folgen, weiter. Ich schaute erst wieder auf, als ich die Blicke der beiden auf mir spürte. Bevor eine der beiden etwas sagen konnte, fragte ich Angelina: „Und wie lief‘s noch so mit Fred?“ Sie starrte mich bitterböse an. „Ich…. Es ist…“, stotterte sie, dann fingen wir alle drei zu lachen an. Die „Informationen“ mussten natürlich trotzdem ausgetauscht werden und so verzogen wir uns relative bald nach dem Essen an den See, wo wir noch plauderten, bis es zu dunkel und zu kalt wurde. Die Tage bis zum Quidditchspiel vergingen rasend und aufgeregt lief ich mit Cho, der Sucherin, zu den Umkleidekabinen. Dort hielt ich noch eine kurze aufmunternde Rede vor meiner Mannschaft, ehe wir unter tosendem Applaus auf das Spielfeld hinausliefen. „Kapitäne, begrüßt euch“, sagte Madame Hooch. Ich ging zur Spielfeldmitte, Cedric ebenso. Dann schüttelten wir uns kurz die Hände während wir uns beide anlächelten. „Viel Glück“, sagten wir fast gleichzeitig. Cedric die Hand zu schütteln war ein unglaublich gutes Gefühl. Als Madame Hooch rief: „Besteigt die Besen“ und ihr Pfiff über das Spielfeld gellte, stieß ich mich befreit lachend vom Boden ab – und das lag nicht nur daran, dass ich fliegen liebte… Schnell nahmen wir alle unsere Plätze ein und Madame Hooch ließ die Bälle los. „Hufflepuff im Ballbesitz“, kommentierte Lee Jordan. Doch das sollte sich ändern. Ich suchte Rogers Blick und deutete ihm an, eines unserer Manöver auszuführen. Schon raste ich mit dem Ball auf die Torstützen der Hufflepuffs zu und „Tor!“, schrie Lee, „ wow, das Mädchen hat’s echt drauf, so schnell hatten wir noch kein Tor. Übrigens, das ist Betty Hale, seit diesem Jahr Kapitänin der Ravenklaws und auffallend hübsch, finden sie nicht auch Professor? Soweit ich weiß ist sie auch Single…“ „JORDAN“ Ich lächelte grinsend in mich rein, Lee war schon ein Scherzkeks, dann widmete ich mich wieder voll und ganz dem Spiel. Das harte Training hatte sich eindeutig bewährt. Wir waren wirklich gut und schon bald hatten wir einen Vorsprung von 140 Punkten. Da sah ich, wie Cedric und Cho fast gleichzeitig in den Sturzflug gingen. Ich hatte auch recht gute Augen, weshalb ich schnell sah, dass der Schnatz näher an Cedric war und wenn nicht ein Wunder geschah, würden wir verlieren. Da bemerkte ich, dass Cedric genau zwischen Roger und mir durchfliegen musste, ich wartete also zwei Sekunden, um das perfekte Timing zu erwischen, dann warf ich den Quaffel zu Roger, ein Hufflepuffjäger wollte mir sowieso gerade den Ball abnehmen, weshalb niemand merkte, dass ich damit nur Cedric aufhalten wollte. Mein Wurf erzielte die erwünschte Wirkung, Cedric stockte kurz, als der Quaffel haarscharf an ihm vorbeiflog und schaute entsetzt in die Richtung, aus der er kam. Ich wusste nicht, ob ich mir das eingebildet hatte, aber er zögerte einen Augenblick bei meinem Anblick, bevor er weiter nach dem Schnatz jagte. Jedoch war jetzt schon dran und fing den Schnatz genau in dem Moment, als Roger den Quaffel in einem der Ringe versenkte. Ich – und mit mir die ganze Mannschaft und die Ravenklawzuschauer – jubelte laut auf. Auf dem Feld umarmten wir uns alle. Dann ging es erstmal in den Ravenklawturm, um den Sieg zu feiern. Nach einiger Zeit wurde es mir jedoch zu stickig und ich ging mir etwas die Beine vertreten. In einem verlassenen Korridor sah ich eine Gestalt am Fenster stehen und hinaus auf das Gelände sehen. Als ich näher dran war, bemerkte ich, dass es Cedric war. Er blickte auf, als er meine Schritte hörte, und lächelte mich freundlich an. „Gutes Spiel“, lobte er mich. „Danke“, antwortete ich, „du warst aber auch nicht schlecht.“ Er schaute mich belustigt an. „Ich hab’s total versaut, ich hätte den Schnatz fast gehabt, wie du sicherlich bemerkt hast.“ Ich wurde leicht rot und schaute verlegen auf den Boden. „Nun ja, ich, …. Tut mir leid, das war meine Schuld…“ Doch dann bemerkte ich, dass er mich angrinste. „Das ist nun mal Quidditch, jede Mannschaft will eben gewinnen.“ „Du bist mir nicht böse?“ „DAS habe ich nicht gesagt – Ne, ich mach nur Spaß, natürlich nicht. Ich fand es ehrlich gesagt beeindruckend, wie du es geschafft hast, den Quaffel genau im richtigen Moment direkt durch meine Flugbahn zu schmeißen, schafft nicht jeder.“ „Ich hab eben ein Auge für sowas“, grinste ich, erleichtert, dass er das alles so locker sah. Ein warmes Gefühl breitete sich in meinem Bauch aus. „Betty!“, hörte ich eine Stimme hinter mir rufen. Ich drehte mich um. Angelina kam auf mich zugestürzt, sie wollte wohl gerade zurück in ihren Gemeinschaftsraum – Penny hatte sie mit zu unserer Party genommen. „Duuu warst groooooßartig! Oh, hi, Ceddddi“, schrie sie glücklich und umarmte mich stürmisch. „Okay, was hast du alles getrunken?“, fragte ich sie tadelnd. Sie konnte nicht mal mehr wirklich gerade laufen. „Ach, ein, zwei Bierchen…“ Ich wusste, dass sie nicht ganz die Wahrheit sagte. „Ich bring dich wohl besser in deinen Gemeinschaftsraum“, grinste ich sie an und als sie loslief, fragte ich mich, wie sie es überhaupt bis hierher geschafft hatte. „Man sieht sich“, verabschiedete ich mich von Cedric. „Bis demnächst“, sagte er, drehte sich um und ging. Ich lächelte leicht. „Wasssss ist jetzt, du Turteltaube? Bringst du mich nun zurück in meinen Gemeinschaftsraum oder nicht?“ Ich lächelte Angelina an. „Komm.“ Als wir vor dem Porträtloch standen und ich sicher war, dass Angelina heil in ihrem Schlafsaal ankommen würde, zog ich noch eine Kopfschmerztablette aus meiner Jackentasche und gab sie ihr. Mit den Worten „Die wirst du morgen wohl brauchen“ verabschiedete ich mich von ihr. Meine Vermutung hatte sich bestätigt. Ich war schon fast mit dem Frühstück fertig, als eine völligst verkatert ausschauende Angelina an mir vorbeischlurfte. „Deine Tablette hat absolut gar nichts gebracht, was ist das nur für ein billiges Zeug?“, raunte sie mir zu. Ich musste kichern. „Ich würde nicht der Tablette die Schuld geben.“ Ich zwinkerte ihr noch einmal kurz zu, dann stand ich auf und verzog mich in den Gemeinschaftsraum. Es war Sonntag und da in der nächsten Woche keine besonderen Tests stattfanden, las ich fast den ganzen Tag. Erst am späten Nachmittag, als Roger mich fragte, ob wir nicht ein bisschen Quidditch spielen wollten, legte ich mein Buch beiseite. Wir spielten bis zum Abendessen, übten einige unserer klugen Taktiken und hatten eine Menge Spaß. Auch wenn Roger etwas älter als ich war und er von vielen arrogant und überheblich genannt wurde, verstand ich mich echt gut mit ihm. Ich setzte mich noch neben ihn an den Haustisch und wir blödelten noch ein bisschen rum, ehe ich mich auf die Suche nach Penny machte. Ich fand sie auch relativ schnell weinend in unserem Schlafsaal liegen, sie hatte mal wieder Streit mit Percy gehabt. Nachdem ich sie getröstet hatte und sie eingeschlafen war, legte auch ich mich ins Bett. Ich hatte Cedric heute gar nicht gesehen, weder beim Frühstück, noch beim Mittag- oder Abendessen. Und das hieß etwas, da ich mich in letzter Zeit öfters dabei ertappte, wie ich den Hufflepufftisch nach ihm absuchte. Ob er wohl doch sauer auf meinen Foul gestern war und mich deshalb mied? Während ich über diese Frage nachgrübelte, schlief auch langsam ich ein. Und am nächsten Morgen, erwiesen sich meine Grübeleien als falsch. In Zauberkunst grüßte mich Cedric freundlich wie immer. Ich war so erleichtert darüber, dass ich die ganze Stunde grinste wie ein Honigkuchenpferd und Penny mich schließlich fragte, ob ich etwas Falsches gegessen hatte. Ich schaute sie nur kurz glücklich an und widmete mich dann wieder dem Unterricht, was sie offenbar noch mehr verwirrte. Die nächsten Wochen vergingen und das Wetter verschlechterte sich zunehmend. Ich kam gerade völlig durchnässt und erschöpft vom Quidditchtraining, als ich beschloss, dass mir ein heißes Bad jetzt sehr gut tun würde. Also machte ich nur kurz einen Abstecher in den Schlafsaal, um mir frische Klamotten und Waschzeug zu holen und begab mich auf den Weg zum Vertrauensschülerbad. Ich liebte es einfach. Wie immer konnte ich mich nicht entscheiden, welchen Badezusatz ich nehmen sollte, also drehte ich nach Zufallsprinzip einfach ein paar verschiedene Hähne auf. Als ich dann endlich in dem warmen Wasser lag, mit gefühlten tausend Tonnen Schaum um mich herum, lehnte ich mich entspannt zurück und schloss die Augen. Die Musik, die ich mir mitgebracht hatte lief leise im Hintergrund. Ich war schon fast am Einschlafen, als mich plötzlich ein Geräusch aufrüttelte. Die Tür ging auf und ich stellte erschrocken fest, dass Cedric gerade das Bad betreten hatte. Er stockte kurz und sagte dann peinlich berührt „Tut mir leid, ich wusste nicht, dass jemand hier drin ist, das Porträt hat mich reingelassen…“ Er wollte sich gerade umdrehen und den Raum wieder verlassen, als ich rief: „Macht nichts, ich bin gleich fertig, warte einfach draußen.“ Die Tür schwang wieder zu und ich atmete erst einmal erleichtert aus. Was für ein Glück, dass ich vorhin so viele Schaumhähne gewählt hatte. In Windeseile stieg ich aus der Wanne, trocknete mich ab und zog mir die sauberen Klamotten an. Dann flocht ich meine dunkelbraunen Haare noch schnell zu einem französischen Zopf, packte mein Zeugs zusammen und verließ den Raum. Das Porträt der Meerjungfrau kicherte leise, als ich die Tür schloss. Der arme Cedric musste sich jetzt wahrscheinlich ihr Geschwätz anhören. „Also, du kannst rein“, sagte ich lachend, als ich neben ihm stand. Er grinste mich noch einmal verlegen an und wollte gerade ansetzten etwas zu sagen, als ich ihm zuvorkam: „Ist schon in Ordnung, du kannst ja nichts dafür. Dieses Porträt hätte ja sagen können, dass besetzt ist.“ Nachdem wir uns noch etwas über die – mittlerweile lustige – Situation ausgelassen hatten, ging jeder seinen Weg. Nach diesem Ereignis jedoch, ich wusste nicht genau wie es dazu kam, machten Ced und ich immer mehr miteinander, bis wir schon richtig gute Freunde wurden. Zu meinem Leidwesen – und Pennys, da sie sich meinen Kummer anhören musste - waren wir jedoch nicht mehr als sehr gute Freunde. Es war schon kurz vor den Ferien, als sich Cedric mit einem geheimnisvollen Lächeln auf den Platz neben mir am Ravenklawtisch fallen ließ. Ich schaute ihn interessiert an und fragte, nachdem er nicht von sich aus zu erzählen begonnen hatte: „Was gibt’s?“ „Das wüsstest du wohl gerne, was?“, kam die Antwort. Nun gut, er wollte mich ärgern, nun das konnte ich auch. „Also eigentlich ist mir das völligst egal. Der Hufflepufftisch ist übrigens da drüben.“ Fast gleichzeitig mussten wir auch schon zum Lachen anfangen und als wir uns endlich wieder beruhigt hatten, erklärte Cedric ohne eine weitere Aufforderung meinerseits.“ „Mein Dad hat Karten für die Quidditch-WM bekommen, und da Mum sich nicht dafür interessiert, haben wir eine Karte übrig. Das heißt, wenn du willst…“ Ich schaute ihn mit großen Augen an. „Ich darf mitkommen?“, fragte ich. Zur Antwort nickte er nur. „Oh, Ced, ja natürlich will ich mit.“ Stürmisch umarmte ich ihn (was mir ein paar böse Blicke der umstehenden Mädchen einbrachte ;) ) Jetzt, wo es etwas zum Organisieren für die Ferien gab, verging die Zeit wie im Flug. Kaum dass ich mich versah, packten wir schon Koffer, stiegen in den Hogwartsexpress ein und kamen in Kings Cross an. Und ebenso schnell stand ich auch schon vor den Diggorys ihrer Haustür und suchte verzweifelt nach etwas wie einer Klingel (Ich war ein Halbblut, also wohnten wir in einer ganz normalen Muggelgegend mit Elektrizität und somit Klingeln). Doch ehe ich vollkommen verzweifelte, wurde die Tür aufgerissen und ein freudestrahlender Cedric stand vor mir. „Ich hab mir doch gedacht, dass da irgendjemand vor unserer Haustür steht“, lächelte er mich an. Ich umarmte ihn zur Begrüßung und dann führte er mich ins Haus. Cedrics Eltern waren wirklich sehr nette Menschen und empfingen mich herzlich. Es waren ein paar schöne Tage bis zur WM. Der Wecker klingelte und ich zog das Kissen über meinen Kopf. Wieso mussten wir eigentlich so früh aufstehen? Wir könnten ja nicht apparieren oder so. Ich war gerade auf dem besten Weg, wieder einzuschlafen, als mir meine Decke weggezogen wurde. „Ced!“, rief ich erbost aus. „Tut mir leid, Betty, aber anders kriegt man dich ja nicht wach, du Morgenmuffel.“ Er lachte, während ich mich langsam aufrichtete. „Morgen kann man das ja noch gar nicht nennen.“ Nachdem ich kurz im Bad war, ging ich hinunter zum Frühstück. Aus mir unerklärlichen Gründen war Mrs Diggory auch schon wach. Ich grüßte sie freundlich und ließ mich auf den Platz neben Ced fallen. Nachdem wir in Rekordzeit unser Frühstück eingenommen hatten, holten wir nur noch schnell unsere Taschen ehe wir uns auf den Weg zum Wieselkopf machten. Sobald wir nach einem anstrengenden Aufstieg oben angekommen waren, machten wir uns daran, den Portschlüssel zu suchen. „Ah, da ist er ja“, sagte Amos schließlich. Kurz darauf sahen wir auch schon die Weasleys ausschwärmen, um ebenfalls danach zu suchen. „Hier Arthur! Hierher, alter Junge, wir haben ihn!“, rief Amos ihm zu. „Amos!“, rief Mr Weasley und schritt rasch zu uns hinüber, gefolgt von seinem Nachwuchs. „Darf ich vorstellen, Amos Diggory“, sagte Mr Weasley, „arbeitet in der Abteilung zur Führung und Aufsicht Magischer Geschöpfe. Und ich glaube, ihr kennt seinen Sohn Cedric?“ Cedric grüßte in die Runde, was von (fast) allen entgegnet wurde. „Und das ist eine Freundin von Cedric, Betty Hale“, stellte Amos mich vor. „Hi“, grüßte ich, obwohl es dank meiner Müdigkeit nicht gerade sehr freundlich klang. Aber mir entgegneten auch die Zwillinge mit einem kurzen Hi. Das Gespräch dauerte noch ein wenig an (siehe HP Band 4 ;) ) und als es den peinlichen Höhepunkt erreicht hatte – Cedric fühlte sich sichtlich unwohl nach der Angeberei seines Vaters – versammelten wir uns alle um den alten Stiefel. Mr Weasley murmelte „Drei… zwei … eins…“ und schon wurden wir nach vorne gerissen. In dem Moment der Landung war ich so froh, dass ich bereits das Vergnügen hatte, mit einem Portschlüssel zu reisen und deshalb ebenso wie Ced, Amos und Mr Weasley auf den Beinen aufgekommen war – die Weasleykinder, Harry und Hermine lagen allesamt auf der Erde. „Siben nach fünf vom Wieselkopf“, hörte ich eine missmutig brummende Stimme. Ich drehte mich zu Cedric um und brach sofort in schallendes Gelächter aus. Seine sonst so perfekt gestylten Haare, warn zerzaust wie nie und auch sein Gesichtsausdruck war zu Wegschmeißen. Ich konnte allerdings nicht besser aussehen, da Cedric sich ebenso ein Lachen nicht verkneifen konnte. Noch mehr lachen musste ich allerdings, als ich den Zauberer mit Kilt und Poncho sah – er schaute mich nur böse an, als er merkte, dass ich ihn auslachte. Ich machte Cedric auf meine Entdeckung aufmerksam, als der Zauberer das Wort an Amos richtete. „…Diggory … zweites Feld … fragen sie nach Mr Payne.“ Nachdem wir noch ein Stück mit den Weasleys gelaufen waren, verabschiedeten wir uns von ihnen und machten uns selber auf den Weg zu Mr Payne. Da ich wusste, dass Amos nicht sehr gut mit Muggelgeld klar kam, übernahm ich einfach das Bezahlen und wir gingen zu unserem Zeltplatz. Ich war noch nie in einem Zaubererzelt gewesen und so staunte ich nicht schlecht, als ich das geräumige Zimmer erblickte. „Cool, was?“, meinte Cedric und ich konnte nur begeistert nicken. Wir machten uns daran unsere Taschen etwsa auszupacken und dann gingen Cedric und ich los, um Wasser zu holen. Es war schon einiges los auf dem Zeltplatz und so begegneten wir einigen bekannten Gesichtern, unter anderem Katie Bell, Zacharias Smith und Roger Davis. Mit einigen führten wir ein paar kleine Gespräche und so dauerte es etwas länger als erwartet, bis wir wieder an unserem Zelt ankamen. Nachdem wir eine Tasse Tee getrunken hatten, machten Ced und ich noch eine weitere Erkundungstour über den Zeltplatz. Wir kamen an einigen seltsamen Zelten vorbei. Als wir gerade in der Bulgarenecke waren, liefen wir an einer Gruppe Männer vorbei, der laut rief: „Bulgarien gewinnt!“. „Das glaubt er doch selber nicht“, flüsterte ich Ced zu, „klar, Krumm ist ein hammer Spieler, aber von den Iren sind alle gut, nicht nur einer.“ Cedric stimmte mir voll und ganz zu. „Ich glaube trotzdem, dass er den Schnatz fängt.“ Ich schaute ihn skeptisch an. „Meinst du…?“ „Wir können ja wettten, wenn du willst“, sagte er neckend und hielt mir die Hand hin. Ich lachte leise auf. „Nein, danke, ich würde sowieso verlieren.“ „Also denkst du auch, dass Krum gewinnt“, zog er mich auf und rief in Richtung der Gruppe Männer laut: „Krum vor!“ Ein zustimmendes Grölen erhob sich in der Menge und ich zog Cedric kichernd hinter mir her. „Lass das bloß nicht deinen Vater hören“, ermahnte ich ihn grinsend. „Er würde dich enterben.“ Die Warnung verstärkte sich, als wir wieder vor unserem Zelt standen. Amos war in der Zwischenzeit fleißig gewesen und hatte das komplette Zelt mit Kleeblättern und irischen Fahnen bedeckt. Cedric schaute es leicht angewidert an. „Ich bin zwar auch für Irland, aber das ist dann doch ein bisschen übertrieben“, meinte er kritisch. Ich kicherte leise in mich hinein. Es sah wirklich schrecklich aus. In dem Moment kam Amos aus dem Zelt. Glücklich strahlte er uns an: „Na, wie findet ihrs?“ Wir lächelten gezwungen und streckten die Daumen in die Höhe. „Du hast dich mal wieder selbst übertroffen, Dad“, meinte Cedric – der ironische Unterton blieb unbemerkt. Das Spiel war einfach klasse, noch nie hatte ich jemanden mit so viel Anmut fliegen sehen wie die Spieler der bulgarischen und irischen Nationalmannschaften. Das Einzige, was mir nicht gefallen hatte, war der Moment, an dem Cedric fast den Veela verfallen ist. Mit Missmut hatte ich beobachtet, wie seine Augen bei ihrem Anblick immer größer geworden waren und hatte ihm schließlich, als meine Eifersucht es nicht mehr ausgehalten hatte, einen sachten Schlag auf den Hinterkopf verpasst, der ihn - Merlin sei Dank - aus seiner Starre erlöst hatte. Jetzt saßen wir auf jeden Fall glücklich in unserem Zelt und ließen mit einem Glas Elfenwein den Abend ausklingen. Wir lachten viel, bis ein alarmiert aussehender Ministeriumszauberer ins Zelt gestürzt kam. „Amos…. Schnell…. Todesser!“, brach er nur hervor. Ich sah Cedric erschrocken an, ehe wir synchron aufsprangen und unsere Zauberstäbe hervorzogen. Amos war bereits halb aus dem Zelt gestürzt, als er uns noch zurief: „Bringt euch in Sicherheit, versteckt euch im Wald, ich komme euch abholen, wenn wir die Situation wieder im Griff haben.“ Nachdem er das Zelt verlassen hatte, stürzten auch Ced und ich auf die Zeltöffnung zu. Ich war als erstes da und was ich sah, erschreckte mich zutiefst. Der Zeltplatz stand in Flammen. Eine Gruppe von Todessern schritt durch die Flammen und schoss mit Flüchen um sich. Der Zeltplatzaufseher Mr Payne lag bewusstlos – das hoffte ich zumindest – auf dem Boden. Ehe ich mich aus meiner Starre lösen konnte, hatte Cedric mich schon weiter gezogen. Auf unserem Weg zum Wald löschten wir hier und da ein brennendes Zelt, jedoch blieben wir nicht stehen und rannten wie um unser Leben. Bei der ersten Baum reihe angekommen, ließ ich mich erst einmal auf die Knie sinken und atmete tief ein und aus. Auch Cedric verschnaufte kurz, doch schon nach kurzer Zeit zog er mich wieder hoch und flüsterte leise „Komm, wir müssen weiter“. Wir gingen tiefer in den Wald und irgendwann waren wir so weit von dem Geschrei entfernt, dass wir es für ungefährlich hielten, uns hier niederzulassen. Ich ließ mich an einem Baum niedersinken und starrte geschockt vor mich hin. Dass ich weinte, merkte ich erst, als Cedric mir die Tränen aus dem Gesicht strich und mich beruhigend umarmte. „Schsch, alles wird gut“, flüsterte er in meine Haare und ich konnte nicht verhindern, dass sich eine Gänsehaut bildete, die rein gar nichts mit der Kälte oder der Angst zu tun hatte. Ich erwiderte die Umarmung und flüsterte leise „Danke“. So saßen wir einige Zeit lang da, uns umarmend ohne ein Wort zu sagen, doch es war keineswegs ein peinliches Schweigen. Jeder verarbeitete den Schock auf seine Weise. Als die Schreie vom Zeltplatz schon einige Zeit vergangen waren, drückte ich Cedric sanft von mir weg. „Wir sollten zurück gehen und nach deinem Vater sehen“, schlug ich vor und er nickte zustimmend. Er rappelte sich schnell auf und reichte mir die Hand, um mir ebenfalls hoch zu helfen. Als ich sie dankbar ergriff, spürte ich ein Kribbeln, das sich von meiner Hand ausgehend über den ganzen Körper verbreitete und zum zweiten Mal in so kurzer Zeit eine Gänsehaut auf mir hervorrief. Ich weiß nicht, ob ich mir es nur einbildete, jedoch stockte Cedric kurz, ehe er mich hochzog. Hatte er das Kribbeln auch bemerkt? Konnte es sein, dass er die gleichen Gefühle für mich hegte, wie ich für ihn? Ich schüttelte den Gedanken beiseite. Nein, er sah in mir bestimmt nur eine gute Freundin, mach dir keine Hoffnungen, Betty. Schweigend liefen wir in Richtung Zeltplatz. Als wir aus dem Wald draußen waren und ich mich noch einmal umblickte, knickten meine Beine weg. „Betty!“, rief Ced erschrocken, „was ist mit dir?“ Ich deutete auf den Himmel. „Da… da ist das Dunkle Mal“, mein Stimme brach ab und Cedric folgte meinem Blick. Er keuchte laut auf. „Cedric! Betty! Da seid ihr ja! Merlin sei Dank, euch ist nichts passiert!“ Amos kam auf uns zugerannt. Als er unseren geschockten Blicken folgte, sagte er beruhigend: „Keine Sorge, niemand wurde umgebracht, es muss ein Spaß gewesen sein.“ „Ein Spaß!“, Cedrics Stimme hörte sich seltsam belegt an, als er seinen Vater ungläubig anstarrte. „Ich erklär euch das später, jetzt bring ich euch erstmal nach Hause.“ Gesagt, getan. Wir apparierten zurück zu den Diggorys und Amos verschwand, nachdem er kurz mit seiner Frau geredet hatte wieder zum Ministerium. Wie paralysiert setzte ich mich neben Cedric auf das Sofa, bis ich an seine Schulter gelehn, einschlief. „Also, ich muss jetzt gehen“, sagte Penny und erhob sich von ihrem Sitz, „Wir sehen uns dann später.“ Sie drehte sich gerade zur Tür um, als diese aufgemacht wurde. Cedric stand darin und lächelte mich freundlich an. „Hi Cedric, wir können gleich zusammen ins Vertrauensschülerabteil gehen, oder?“, wandte sich Penny an ihn. „Geh ruhig schon mal vor, ich komm gleich nach“, erwiderte er. Mein Herz begann bei diesen Worten, schneller zu schlagen. Penny zuckte mit den Schultern und verließ das Abteil, nicht ohne mir vorher noch einen verschwörerischen Blick zugeworfen zu haben. Natürlich hatte ich ihr alles von den Ferien erzählt. Die Zeit bei Cedric, die Ereignisse bei der Quidditch-WM, der Tag danach, als meine Mutter mich abgeholt hatte und er mich zum Abschied lang umarmt hatte. Seitdem hatte ich nichts mehr von ihm gehört – waren ja auch nur ein paar Tage – und jetzt stand er hier vor mir. Ich stand auf und schmiss mich in seine Arme. „Schön dich zu sehen“, sagte ich in der Umarmung. „Finde ich auch“, erwiderte er lachend. Dann löste er sich sanft von mir und atmete einmal tief durch. Ich schaute ihn verwirrt an. „Nun, ich wollte noch etwas machen, bevor wir in Hogwarts sind… eigentlich hab ich mir ja geschworen, es in den Ferien zu machen, aber durch die Ereignisse bei der WM ist mein Plan irgendwie durcheinander gekommen…“ Ich schaute ihn immer noch verdutzt an. „Worauf willst du hinaus, Ced?“ Er schloss kurz die Augen und als er sie wieder öffnete, war der unsichere Blick einer Entschlossenheit gewichen, die ich sonst nur beim Quidditchspielen von ihm kannte. Dann, ehe ich realisieren konnte, was er vorhatte, nahm er mein Gesicht in seine Hände und küsste mich. Ein Feuerwerk explodierte in mir und ich erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Als wir uns voneinander lösten, grinsten wir uns an. „Ich bin schon so lange in dich verliebt, Betty, das glaubst du mir nicht.“ „Oh doch“, antwortete ich kokett, „mir geht es nämlich genauso.“ Und dann küsste ich ihn erneut.

30.87 % der User hatten die Auswertung: Die Landschaft raste nur so an mir vorbei. Ich starrte aus dem Fenster auf die verschwimmenden Farben und überlegte mir, wie man das malerisch umsetzen könnte. Acryl oder doch lieber Aquarell? Bevor ich eine Entscheidung treffen konnte, glitt die Abteiltür auf und ein fahles Gesicht erschien darin. „Oh, hi Remus, wie geht’s dir?“, fragte ich den Jungen freundlich. Er war in meinem Jahrgang und in meinem Haus und so unternahmen wir hin und wieder etwas miteinander. „Hi Marian, ganz gut… können wir uns zu dir setzten?“ Ich nickte freundlich. „Klar, kommt rein, hier ist noch genug Platz.“ Zuerst betrat Remus das Abteil, ihm folgten James, der mich mit einem Nicken und einem „Hi“ begrüßte, Peter, der so bedacht darauf war, James hinterherzusabbern, dass er mich gar nicht bemerkte und Sirius. Mein Herz setzte für einen Moment aus. Sein kohlrabenschwarzes Haar war über die Ferien etwas länger geworden und sein Gesicht etwas kantiger, was ihm einen reifen Ausdruck verlieh. In seinen Augen spiegelte sich der gewohnte Schalk und als er mir freundschaftlich zuzwinkerte, dachte ich tatsächlich, dass ich keine Luft mehr bekam. „Schönen Sommer gehabt, Marian?“, fragte er mit seiner rauen Stimme, die mich seltsamerweise immer an einen Hund erinnerte - keine Ahnung warum. Ich zuckte mit den Schultern. „Kann nicht klagen“, antwortete ich, „und selbst?“ Er ließ sein bellendes Lachen hören. „Oh ja, ich hatte einen Heidenspaß mit meiner tollen Familie.“ Ich sah ihn skeptisch an. „Na gut, du hast mich ertappt, ich war natürlich die ganze Zeit bei James, da war es gar nicht mal so übel.“ Er grinste James frech an und dieser schlug ihm spielerisch in die Seite. „Ach komm schon, Sirius, du weißt genau, dass es eigentlich richtig cool hätte sein können … ohne dich!“ Ich kicherte leise vor mich hin, während die zwei Jungs sich noch weiter „zofften“. Die Fahrt ging ja schon mal sehr gut los, wenn das so blieb, würde ich mich definitiv nicht langweilen. Ich unterhielt mich etwas mit Remus, der irgendwie sehr niedergeschlagen schien. Komischerweise hatte ich festgestellt, dass er nach den Ferien immer kranker (also blasser und so, nicht psychisch krank) als sonst, vielleicht lief es bei ihm daheim ja nicht so gut? Wie ich es vorausgesagt hatte, war die Fahrt extrem lustig (wow, ich frage mich echt, warum ich keinen ZAG in Wahrsagen erreicht hatte) und verging sehr schnell. Auf dem Bahnsteig traf ich dann Lily, die ich fröhlich begrüßte. Ich schloss mich ihr und Schniefelus (ups, ich meinte, Severus,… tja die Rumtreiber färbten etwas ab) an und wir erzählten uns während der Kutschfahrt über unsere Ferien. Wie immer, wenn er bei Lily nicht im Mittelpunkt stand, sagte Snape kein Wort, sondern schaute beleidigt aus dem Fenster. Wie Lily es mit ihm aushalten konnte, geschweige denn, was sie überhaupt an ihm fand, war mir rätselhaft. Aber ich musste ihn ja nicht heiraten, sondern nur akzeptieren, dass er ab und an in meiner Nähe war. SEINE SICHT „Kommst du, Tatze?“, fragte James ungeduldig, „Oder willst du ihr solange hinterherstarren, bis die Kutschen weg sind?“ Ertappt schaute ich ihn an. „Wem soll ich hinterherstarren?“, fragte ich unschuldig. „Ach tu doch nicht so“, antwortete James genervt, „glaubst du, ich hätte nicht bemerkt, was für Blicke du Marian zuwirfst? Das sieht ja ein Blinder mit Krückstock.“ Gekonnt ignorierte ich ihn und ging an ihm vorbei zu der Kutsche, in der bereits Peter und Remus saßen. „Er hat vollkommen recht, Tatze, das kann einem gar nicht entgehen“, sagte Letzterer beiläufig. Sauer starrte ich aus dem Fenster. Die beiden hatten –natürlich – vollkommen ins Schwarze getroffen. Schon eine Weile, musste ich immer wieder an Marian denken, ihr schönes Gesicht, ihr glockenhelles Lachen, die sanfte Stimme, aber auch ihre Intelligenz und Schlagfertigkeit faszinierten mich sehr. Je mehr ich mir einreden wollte, dass sie wie jedes andere Mädchen war, desto mehr protestierte mein Herz. „Also?“, riss Krone mich aus meinen Gedanken. „Also was?“, entgegnete ich wohl etwas zu schroff. „Nanana, nicht so unhöflich. Habe ich dich etwa aus verliebten Gedanken gerissen?“ Die einfache Antwort lautete ja, aber diesen Triumph wollte ich meinem besten Freund nicht gönnen. „Ehrlich gesagt…“ ich machte eine extra lange Pause und bemerkte erfreut, wie James sich triumphierend nach vorne beugte. „… hab ich mir grad überlegt, welcher Fluch dir besonders stehen würde.“ Remus rutschte ein Lachen raus, das er gekonnt als Hustenanfall tarnte, Peter schaute nur gespannt zwischen James und mir hin und her. James zog skeptisch eine Augenbraue hoch. „Und du bist dir sicher, dass dieser Fluch nicht blonde Locken hat?“ Remus konnte seinen jetzigen Lachanfall nicht mehr tarnen und brach in lautes Gelächter los. „Punkt für dich, Krone“, zwinkerte er nur und James lehnte sich feixend wieder zurück. Ich grummelte nur etwas und schaute wieder aus dem Fenster. DEINE SICHT Die ersten Tage vergingen schnell und ehe ich mich versah, hatte sich der gewohnte Schulalltag schon wieder eingependelt. Ich lief gerade mit Lily von Zaubertränke zurück, wobei wir beide jeweils eine mit Schleife verzierte Pergamentrolle – die Einladung zu Slughorns „Willkommen-zurück-in-Hogwarts-Party – in den Händen hielten. „Du bist ja wenigstens eingeladen, weil du gut in Zaubertränke bist, aber ich hasse es, dass er mich bevorzugt, nur weil meine Mutter eine berühmte Heilerin ist“, beschwerte ich mich gerade bei ihr. Sie zuckte nur mit den Schultern. „Wenn er nicht diese Vorliebe für Berühmtheiten hätte, wäre ich jedes Mal allein bei diesen langweiligen Slug-Treffen. Seh es also positiv.“ Ich schnaubte nur. „Für dich vielleicht, aber ich könnte gerne auf die Treffen verzichten.“ Wir lachten. Das war das schöne mit Lily, man konnte einfach immer mit ihr Lachen. „Ihr scheint heute ja sehr glücklich zu sein“, schmunzelte Sirius, der gerade um die Ecke kam. „Immer doch“, antwortete ich ihm immer noch lachend, „vor allem, wenn ich gerade die Einladung zum Mega-Event des Jahres in den Händen halte.“ Gespielt stolz reckte ich die Pergamentrolle in die Lüfte. „Sieht aus, als würde dies vom guten, alten Slughorn kommen, ich bin echt neidisch“, zog Sirius mich auf. Ehe ich einen schnippischen Kommentar von mir geben konnte, meinte Lily, die Sirius gekonnt ignorierte: „Komm, Marian, wir müssen noch in die Bibliothek“ und zog mich mit sich mit. Lily ging an diesem Abend schon vor mir ins Bett und so saß ich alleine in einem der großen, roten Sessel am Kamin, ein Skizzenbuch auf meinen Knien. Ich vollendete gerade mein Bild – eine Bleistiftzeichnung von Rowena Ravenklaw – als die Rumtreiber den Gemeinschaftsraum betraten und sich in die Sessel neben mir fallen ließen. „Hübsch“, sagte Sirius anerkennend, der als einziger noch stand und über meine Schulter gebeugt die Zeichnung betrachtete. Ich schlug das Skizzenbuch zu und stand auf. „Vielen Dank“, meinte ich an Sirius gewandt, dann ging ich mit einem „Nacht, Jungs“ in meinen Schlafsaal. SEINE SICHT „Sie ist ja echt ein Multitalent, fehlt nur noch, dass sie auch noch Quidditch spielt“, murmelte ich vor mich hin. „Das tut sie“, sagte James. Ich sah ihn erstaunt an. „Wenn mein Verstand mich nicht trügt, ist sie aber keine meiner Mannschaftskollegen“, sagte ich ironisch. „Nein, in der Mannschaft ist sie nicht. Aber ich habe sie schon öfter alleine fliegen sehen.“ Nachdenklich setzte ich mich in den Sessel, aus dem sie gerade aufgestanden war. Ich entdeckte immer mehr Eigenschaften an ihr, die mich faszinierten. Das Bild gerade war einfach perfekt gewesen, ich hatte noch nie jemanden so gut zeichnen sehen. „Dieses Wochenende ist Hogsmeadewochenende“, warf James beiläufig ein. Ich schaute skeptisch auf. „Und was möchtest du mir damit sagen?“, fragte ich misstrauisch, da mir der Unterton in seiner Stimme gar nicht gefallen hatte. „Lad sie ein“, war die knappe Antwort. Ich erstarrte. „Nein, ich, sie.. sie will bestimmt nicht mit mir gehen“, stotterte ich. „Probier‘s einfach, was Schlimmeres, als dass sie die einen Korb gibt, kann ja nicht passieren. Und eine Abfuhr bringt niemanden um, sieh mich an.“ Er redete zwar in einem sehr leichtfertigen Ton über seine schlechten Chancen bei Lily Evans und doch bemerkte ich als sein bester Freund die Trauer in seinen Augen. „Nun gut“, sagte ich, „ich frag sie, wenn du es noch einmal bei Evans versuchst.“ Sein Gesicht gefror zu Eis, doch bevor er etwas erwidern konnte hielt ich ihm entschlossen die Hand hin und er schlug sich ergebend ein. DEINE SICHT Ich saß gerade mit Lily beim Frühstück und studierte den Tagespropheten. „Am Wochenende steht Hogsmeade an“, sagte ich beiläufig, „wirst du jetzt endlich mal James zusagen?“ Lily verschluckte sich an ihrem Tee und lief puterrot an. „Du weißt genau, dass ich diesen aufgeblasenen Angeber verabscheue“, raunte sie mir zu. „Ich weiß genau“, sagte ich, „dass du ihn definitiv nicht verabscheust. Ich sehe doch die Blicke, die du ihm zuwirfst.“ Lily wollte protestieren, doch schnitt ihr das Wort ab. „Versuch gar nicht erst, es zu leugnen. Ich bin deine beste Freundin, du kannst ruhig ehrlich zu mir sein.“ Sie ließ ihre Schultern sinken. „Na gut, ich geb ja zu, dass er ganz süß ist.“ Laut lachte ich auf. „Ganz süß, im Ernst jetzt?“ Lily biss schmollend in ihr Brötchen rein. „Okay, ich schlag dir einen Deal vor: Wenn James mich fragt, sage ich dieses Mal nicht ab, aber…“ Sie machte eine theatralische Pause, „du suchst dir auch ein Date.“ „Okay, gut“, antwortete ich. Ich würde einfach Amos Diggory fragen, einen guten Freund von mir, Lily musste ja nicht wissen, dass wir dann nur als Freunde gehen würden. Doch sie durchschaute offenbar meine Gedanken und warf rasch ein: „Du nimmst den, der dich als erstes frägt, und sollte es keinen geben, dann bestimme ich jemanden.“ „Wenn’s sein muss“, murrte ich beleidigt, weil ich meinen Masterplan nicht umsetzten konnte. Lily schenkte mir ein selbstgefälliges Grinsen, dann wandte sie sich wieder ihrem Frühstück zu. Als wir die Halle verließen, kamen uns die Rumtreiber entgegen. Als James Lily um ein Gespräch bat, war es an mir, selbstgefällig zu grinsen. „Ich geh schon mal vor“, warf ich Lily zu und wollte meinen Weg fortsetzten, als mich jemand am Arm zurückhielt. „Wart mal kurz, bitte“, sagte Sirius. Ich schaute ihn nur fragend an. „Willst du am Wochenende mit mir nach Hogsmeade gehen?“ Die Schmetterlinge in meinem Bauch fingen an, Salsa zu tanzen. „Klar, warum nicht?“, meinte ich und sah Sirius Augen aufblitzen. „Klasse“, sagte er und ging in die Große Halle. Verdutzt stand ich nun hier vor der Treppe und starrte die Stufen an. Meine Lippen verzogen sich zu einem sanften Lächeln. „Versuch gar nicht erst, es zu leugnen, Marian. Ich bin deine beste Freundin, du kannst ruhig ehrlich zu mir sein“, raunte mir Lily auf einmal ins Ohr. Ich kam nicht umhin, zu bemerken, dass sie genau meinen Wortlaut verwendete. Ich grinste sie schief an. „Vor dir kann man auch nichts verheimlichen, oder?“ Lachend und über unsere Dates diskutierend gingen wir zur ersten Unterrichtsstunde. Ich betrachtete mich kritisch im Spiegel. Das rote Kleid, das ich trug ging mir etwas bis zur Mitte der Oberschenkel, meine blonden Haare hatte ich zu einem seitlichen Fischgrätenzopf geflochten. „Ballerinas oder Sandalen?“, fragte ich Lily, die hinter mir stand und sich gerade zum hundertsten Mal neue Klamotten raussuchte. „Ballerinas“, war die knappe Antwort, ehe ihr Kopf wieder im Kleiderschrank verschwand. Ich schlüpfte in die Schuhe ging zum Schrank und zog eine kurze Hose und eine elegante, aber dennoch lässige Tunika heraus. „Zieh das hier an – und keine Widerrede!“, forderte ich Lily auf. Sie warf mir einen dankbaren Blick und ihre Mascara zu und ich verschwand im Bad, um mich zu schminken. Neben Wimperntusche trug ich nur noch einen leicht glänzenden Labello auf, meine hellblauen Augen stachen meiner Meinung nach auch ohne Kajal und Lidschatten gut hervor. „Ich geh dann schon mal“, sagte ich und Lily kam hastig auf mich zugelaufen, um mich noch einmal feste zu umarmen. „Ganz viel Spaß“, grinste sie mich an und ich erwiderte es. Dann ging ich in den Gemeinschaftsraum, wo Sirius schon auf mich wartete. „Du siehst gut aus“, murmelte er mir leise ins Ohr und ich errötete leicht. „Danke“, meinte ich nur, „wollen wir dann?“ Er nickte und zog mich in die Eingangshalle. „Also, wo willst du hin?“, fragte mich Sirius, „ich für meinen Teil bin ja ein großer Fan von Mrs Puddifoot’s Café.“ Ich erstarrte und sah ihn geschockt an. Das meinte er doch nicht im Ernst oder? Dieses Café war wohl der schrecklichste Ort, an dem ich je gewesen war. Als er jedoch laut auflachte, bemerkte ich, dass er nur einen Witz gemacht hatte. „Mach das nie wieder“, warnte ich ihn mit erhobenem Zeigefinger – sein Lachen wurde nur noch stärker. „Gut“, sagte ich schnippisch und drehte mich mit Schwung um, um zurück zum Schloss zu stapfen. „Nein, warte Marian, es tut mir leid. Du sahst nur so … niedlich aus.“ Zum zweiten Mal in kurzer Zeit erstarrte ich, was es Sirius ermöglichte, mich einzuholen. „Niedlich?“, fragte ich mit unergründlicher Stimme. Verlegen biss er sich auf die Lippen. „Nun ja, ich…“, druckste er rum und ich stellte erfreut fest, dass sich ein rosa Schimmer auf seinen Wangen gebildet hatte. Auf einmal war der Gedanke, zu Mrs Puddifoot’s zu gehen, gar nicht mehr so abstoßend… „Na gut, ich verzeihe dir“, sagte ich fröhlich und hakte mich bei ihm ein, „also, auf zu Mrs Puddifoot’s?“ Er lachte und wir gingen zusammen weiter, jedoch führte er mich in die Drei Besen, worüber ich dann doch sehr froh war. Wir setzten uns an einen Fensterplatz und bestellten zwei Butterbier. Der Nachmittag verging schnell, wir redeten und lachten viel und als wir zu Ende getrunken hatten, machten wir noch einen Abstecher in den Honigtopf, wo Sirius mir Getrocknete Kakerlaken andrehen wollte. Ich zahlte es ihm mit Eismäusen heim und den ganzen Weg zurück zu Schloss quiekte er vor sich hin. Statt ins Schloss zu gehen, verzogen wir uns jedoch an den See, wo wir uns unter einer großen Weide niederließen. Nachdem wir unsere Einkäufe aufgegessen hatten, schaute mich Sirius grinsend an. „Lust auf baden?“, fragte er und ehe ich protestieren konnte war er aufgesprungen und entledigte sich seines Hemdes und seiner Hose. Ich staunte nicht schlecht, als ich den trainierten Körper sah, doch leider drehte er sich viel zu schnell um, um in den See zu springen. Ich zog schnell mein Kleid aus – Merlin sei Dank hatte ich heute meine schönste Unterwäsche an – und rannte hinterher. Mit einem eleganten Hechtsprung glitt ich ins Wasser. Als ich wieder auftauchte, traf mich sofort ein Schwall Wasser aus Sirius Richtung. „Na warte, das wirst du büßen“, drohte ich und schwamm mit schnellen Zügen zu ihm. Doch anders als geplant, verlor ich meine Rachegelüste, als sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. Auf einmal schien jemand einen Schalter umgelegt zu haben, alles war plötzlich still, es gab nur noch Sirius und mich, wie wir uns wie gebannt in die Augen starrten. Dann langsam bewegten sich unsere Köpfe aufeinander zu und wir küssten uns. Es war, als ob ein ganzer Schwarm Doxies auf einmal in meinem Bauch herumschwirrte. Der Kuss wurde leidenschaftlicher und irgendwann lösten wir uns schwer atmend voneinander. Wir lächelten uns an. „Wie lange habe ich schon darauf gewartet“, murmelte Sirius und ich gab nur ein „Wem sagst du das?“ von mir ehe ich ihn erneut küsste. SEINE SICHT „Viel Spaß beim Nachsitzen“, triezte mich Marian, „sehen wir uns später noch?“ „Natürlich, Süße“, sagte ich und gab ihr einen Kuss, bevor ich mich mit Krone auf den Weg zu McGonagall machte. Sie erwartete uns schon ungeduldig. „Schön, dass Sie heute auch noch hier erscheinen, Mr Potter, Mr Black“, tadelte sie uns streng. „Guten Abend, Professor“, grüßte ich sie freundlich. Sie schien mich vollkommen zu ignorieren und deutete uns stattdessen an, uns zu setzten. Vor uns auf dem Tisch lagen zwei große Stapel Papier. „Diese Blätter müssen in diese…“ - Sie ließ einen Kasten voll Ordnern herbeifliegen – „Akten einsortiert werden. Ihre Zauberstäbe geben sie bitte mir, ich werde in einer Stunde wieder hier sein, um zu sehen, wie weit Sie gekommen sind. Und wagen sie es ja nicht, sich anderweitig zu beschäftigen, glauben sie mir, ich würde es bemerken.“ Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer, welches sie magisch verschloss. James und ich machten uns an die Arbeit. Natürlich schwiegen wir uns nicht die ganze Zeit an, aber McGonagall betrat erst nach einer Stunde wieder den Raum. „Nun, wie ich sehe waren Sie sehr fleißig“, sagte sie, als sie die verschwundenen Stapel sah (oder eher nicht sah). „Gut, für heute können sie gehen“, meinte sie schließlich, gab uns unsere Zauberstäbe zurück und entließ uns. James schaute auf die Uhr. „Komm, gehen wir gleich runter, Remus wir schon drin sein“, sagte er. Oh, fast hätte ich vergessen, dass heute Vollmond war, Marian brachte mich tatsächlich extrem aus der Verfassung. Da fiel mir ein, ich hatte ihr versprochen, dass wir uns nach den Nachsitzen treffen. „Was ist, kommst du?“, rief Krone mir aus einigen Meter Entfernung zu. „Ja klar, ich komme schon“, meinte ich Achselzuckend. DEINE SICHT „Ist das nicht romantisch draußen? Sieh nur, es ist Vollmond heute“, schwärmte Lily den Blick in den Sternenhimmel. „Hm“, sagte ich und schaute nur kurz durchs Fenster ehe ich wieder das Porträtloch fixierte. „Er wird auch nicht kommen, wenn du die alte Dame mit deinen Blicken durchbohrst“, sagt Lily, die meinem Blick gefolgt war. „Er wollte doch nach dem Nachsitzen wieder herkommen“, warf ich ein. „Ach, Marian, vielleicht ist er ja noch nicht fertig, James ist schließlich auch noch weg.“ Ich schaute meine Freundin skeptisch an. „Es sind schon vier Stunden vergangen, Lily. So lang muss niemand Nachsitzen, nicht einmal Sirius und James.“ „Mach dir darüber keine Gedanken. Ich geh jetzt ins Bett und du solltest das vielleicht auch tun“, beruhigte Lily mich. Sie erhob sich und ich tat es ihr gleich. Zusammen gingen wir in unseren Schlafsaal und machten uns bettfertig. Da ich jedoch merkte, dass ich mein Armband unten vergessen haben musste, zog ich mir schnell einen Morgenmantel über und huschte noch einmal in den Gemeinschaftsraum. Am Eingang zum Jungenschlafsaal bemerkte ich gerade noch eine Person um die Ecke huschen. Ich räusperte mich und Sirius erstarrte. Langsam drehte er sich zu mir um. „Du bist ja noch wach“, sagte er unschuldig. Ich zog eine Augenbraue hoch. „Wo warst du?“, fragte ich ihn wütend. „Ich… ähm…weg“, stotterte er. Ich verengte meine Augen zu Schlitzen. „Ich hoffe, sie war jedenfalls gut“, zischte ich ihn an. „Sie? Was denkst du von mir?“ „Nun, wenn es kein Mädchen war, kannst du mir ja sagen, wo du herkommst.“ „Ähm, Remus … ging es nicht sonderlich gut, da haben wir eben nach ihm gesehen“, stotterte er. „Ach ja? Und wo ist Remus jetzt?“ „Er ist… im… äh, Krankenflügel natürlich.“ Das Zögern reichte mir, wütend drehte ich mich um und rannte mit brennenden Augen zurück in den Mädchenschlafsaal. Als Lily mein aufgelöstes Gesicht sah, erzählte ich ihr alles und sie redete beruhigend auf mich ein bis ich heulend einschlief. Lily und ich frühstückten bereits sehr früh am nächsten Tag. Als ich Sirius in die Große Halle kommen sah, sprang ich sofort auf und ging auf den anderen Ausgang zu. „Marian“, hörte ich Sirius rufen, doch ich drehte mich weder um, noch verlangsamte ich meine Schritte. Als ich gerade im zweiten Stock ankam, holte er mich ein. „Warte doch mal bitte, Marian“, flehte er mich an und ich blieb sofort stehen und drehte mich schnell zu ihm um. Fast wäre er in mich hineingerannt. „Was gibt’s da noch zu klären, Sirius?“, fragte ich ihn bissig. „Ich war bei keinem Mädchen, das schwöre ich dir.“ Ich zog eine Augenbraue hoch. „Hör zu“, fuhr er fort, „ich kann dir nicht sagen, wo ich war und warum, aber ich schwöre dir, dass ich mit James und den anderen zusammen war, du kannst sie fragen.“ Ich sagte immer noch nichts als Remus um die Ecke kam. Er sah tatsächlich nicht besonders gesund aus, aber das war ja öfter so. „Frag Moony“, forderte Sirius mich flehentlich auf. Frag Moony. Die Worte klangen in meinen Gedanken nach. Und dann machte es Klick. Ich hörte Lilys Stimme: Sieh nur, es ist Vollmond heute. Und meine eigenen Bedenken über Remus Gesundheit. Die Gestalt, die der Irrwicht vor ein paar Jahren für ihn eingenommen hatte, und die ich bis dato für eine Christbaumkugel gehalten hatte. Ich starrte entgeistert von Sirius zu Remus und wieder zurück. „Moon-y?“, flüsterte ich und mein Blick blieb an Remus hängen. „Du bist ein We-“ Bevor ich zu Ende sprechen konnte, hielt Sirius seine Hand auf meinen Mund. „Schscht, nicht so laut“, ermahnte er mich. Dann sah er mich liebevoll an. „Ich liebe wirklich nur dich und ich möchte dich auf keinen Fall verlieren, Marian. Glaubst du mir das jetzt endlich?“ Ich nickte benommen. „Ich liebe dich auch, Sirius. Aber ihr müsst mir trotzdem so einiges erklären. Dann hakte ich mich bei beiden unter und zog sie mit mir in die Große Halle. Remus schien erleichtert, dass ich nicht schreiend davongerannt war, als ich sein Geheimnis gelüftet hatte, Sirius schaute mich voller Glück an und ich küsste ihn. „Tut mir leid, dass ich dir so etwas Dummes unterstellt habe“, entschuldigte ich mich bei ihm. „Ach, macht doch nichts, dafür habe ich jetzt einen Wunsch frei.“ Er grinste mich frech an und ich schaute erschrocken zu ihm auf. „Der da wäre…?“, fragte ich zögerlich. „Du gehst morgen mit mir zu Mrs Puddifoot’s.“

36.82 % der User hatten die Auswertung: „Mach’s gut, Mum“, verabschiedete ich mich von meiner Mutter, umarmte sie noch einmal schnell und machte mich auf den Weg ins Slytherin-Abteil. Draco und Pansy waren bereits da und ich ließ mich auf den Fensterplatz fallen. Wir unterhielten uns kurz über unsere Ferien und nach kurzer Zeit kamen auch Crabbe, Goyle, Daphne und Blaise dazu. Blaise setzte sich neben mich und umarmte mich zur Begrüßung. Mein Herz machte einen Hüpfer – ja, ich war schon eine Zeit lang in meinen besten Freund verliebt, nur Daphne wusste davon, da ich mir hundertprozentig sicher war, dass er nicht das Gleiche wie ich fühlte, aber wo die Liebe hinfällt kann man eben leider nicht bestimmen. Ich erkundigte mich auch über die Ferien meiner beiden besten Freunde, aber bevor wir zu den wirklich wichtigen Ereignissen kamen, ging die Tür auf und ein Zweitklässler kam herein. Zitternd fragte er: „Blaise Zabini?“ Blaise hob eine Augenbraue hoch und der Junge streckte ihm eine Pergamentrolle hin. Sobald sie übergeben war, drehte er sich hastig um und verließ fluchtartig das Abteil, was Draco und die Gorillas dazu veranlasste, hämisch zu lachen. Blaise öffnete neugierig das Pergament und ich las über seine Schulter gebeugt mit. Mr Zabini, Ich würde mich freuen, wenn sie mir bei einem kleinen Mittagsimbiss in Abteil C Gesellschaft leisten würden. Mit freundlichem Gruß Professor H.E.F. Slughorn „Ich schätze, da musst du hin gehen. Das scheint ein neuer Lehrer zu sein“, sagte ich an Blaise gewandt. „Ich schätze, du hast recht“, antwortete er. Dann stand er auf. „Dann werde ich wohl mal gehen und schauen, was dieser Slughorn von mir will.“ Er ging aus dem Abteil und machte sich auf den Weg ins Abteil C. Wir Zurückbleibenden brachen nun in eine hitzige Diskussion über den neuen Lehrer aus, doch schon bald wurde das Thema langweilig und so erzählte ich Daphne von meinen neuen Schuhen. Als wir gerade die Vorzüge von hochhackigen Sandaletten erörterten, ging die Abteiltür auf und Blaise kam mit genervtem Blick herein. „Was ist los mit dem Ding?“, schimpfte er wütend, als die Schiebetür klemmte, plötzlich kippte er zur Seite, direkt in Goyles Schoß. Während die beiden sich wütend anschnauzten, zogen sie die ganze Aufmerksamkeit auf sich, nur Draco schien auf irgendetwas in der Luft zu starren, wie ich aus den Augenwinkeln bemerkte. Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, fragte Draco: „Also, Zabini, was wollte Slughorn?“ „Sich einfach nur bei Leuten mit guten Beziehungen einschleimen. Hat aber nicht viele gefunden“, antwortete dieser. „Wen hat er sonst noch eingeladen?“ „McLaggen aus Gryffindor“ Daphne und ich grinsten uns an, er war einfach nur ein Dummkopf. „Ach jaah, sein Onkel ist ein hohes Tier im Ministerium“, sagte Draco. „-noch einen namens Belby, aus Ravenklaw-“ „Nicht der, der ist ‘n Trottel!“, warf Pansy ein. „- und Longbottom, Potter und dieses Weasley-Mädchen“, schloss Blaise. „Er hat Longbottom eingeladen?“, fragte Draco scharf. „Tja, ich schätze schon, Longbottom war ja schließlich dabei.“ „Was hat Longbottom, dass Slughorn sich für ihn interessiert?“ Blaise zuckte nur mit den Achseln. Ich unterhielt mich weiter mit Daphne über Schuhe, bis – „sogar du findest, dass sie gut aussieht, stimmt’s, Blaise? Und wir wissen alle wie anspruchsvoll du bist.“ Mein Herz zog sich kurz zusammen und Daphne sah mich mitleidig an. „Ich würde eine dreckige kleine Blutsverräterin wie die nie anrühren, egal wie sie aussieht“, sagte Blaise kühl. Das Gespräch setzte sich noch etwas fort und Draco sagte uns schließlich durch die Blume, dass er ein Todesser war. Als wir ihm allerdings zu neugierig wurden sagte er nur knapp. „Ich kann Hogwarts erkennen. Wir sollten besser die Umhänge anziehen.“ Als der Zug zum Stehen gekommen war, drängte sich Goyle sofort hinaus auf den Gang und Crabbe folgte ihm. Auch Blaise, Daphne und ich verließen das Abteil und nach kurzer Zeit holte uns Pansy ein. „Wo ist Draco?“, fragte ich stirnrunzelnd. „Kommt gleich nach“, sagte Pansy und stieg in die Kutsche ein. Es dauerte ein paar Minuten und endlich erschien auch der werte Herr Malfoy. „Wird’s bald? Wir wollen fahren“, schnauzte Goyle ihn an. Wow, seit wann hatte der denn so wenig Respekt vor Malfoy? Ich musste in mich hineingrinsen, als ich sah, dass er seine schlechten Manieren offenbar bemerkt hatte und unterwürfig in sich zusammensank. „Was hast du gemacht?“, fragte Blaise, neugierig wie immer. „Später“, war die knappe Antwort. Er spannte uns noch auf die Folter bis wir in der Großen Halle saßen, dann schilderte er uns unter Mitverwendung von deutlichen Gestiken die Begegnung mit Potter. Alle im Umkreis lachten hämisch – alle, nur ich nicht. „Was ist dir denn heute über die Leber gelaufen, El? Freust du dich denn gar nicht, dass Malfoy Potter eins ausgewischt hat?“, fragte mich Blaise. „Das allerdings, aber ich finde es doch sehr feige, jemanden anzugreifen, auf dem eine Ganzkörperklammer liegt. Findest du nicht, dass das unter deiner Würde liegt, Draco?“ Natürlich war ich auch nicht besonders fair, ich war immerhin eine Slytherin, aber zu meiner Definition von Stolz, Würde und Tapferkeit gehörte auch der Mut – und hierfür natürlich die Möglichkeit – zum Fall, alles andere war nur feige. Nach einem peinlichen Schweigen wechselte ich das Thema. „Was meinst du Daphne, kann ich zu diesen Schuhen rot tragen?“ Ich saß gerade mit Daphne beim Frühstück und schälte mir eine Orange, als Professor Snape hinter uns vorbeirauschte und uns unsere Stundepläne aushändigte. „Guten Morgen, Professor. Glückwunsch zum neuen Posten“, lächelte ich ihn freundlich an. „Vielen Dank, Miss McAndrews. Ich nehme doch an, sie werden mein Fach weiter belegen? Außerdem Zaubertränke, schätze ich, und Verwandlung, Zauberkunst, Alte Runen?“ „Korrekt, Professor, und außerdem Arithmantik“, bestätigte ich ihm. „Ah, ja, richtig“, meinte Snape, tippte mit seinem Zauberstab auf meinen Stundenplan und reichte ihn mir. Dann wandte er sich Daphne zu, während ich den Zettel in meinen Händen betrachtete. „Ich hab jetzt Zaubertränke und du?“, stupste ich Daphne an, als Snape weg war. „Wahrsagen“, sagte sie. Ich verzog mein Gesicht. „Im Ernst, du nimmst das Fach dieser elendigen Schwindlerin weiter?“ Sie zuckte nur mit den Schultern und wir frühstückten weiter. Langsam trudelten auch die anderen ein und als es Zeit war, ging ich mit Blaise und Draco zu Zaubertränke. „Mal sehen, ob ich auch so schnell in die Gunst von Slughorn komme wie du und diese ganzen Verlierer im Zug“, meinte ich an Blaise gewandt. „Mach dir darüber mal keine Sorgen, El. Du bist ein Ass“, antwortete dieser. „Da kann ich ihm nur recht geben. Du bist sogar besser als dieses Schlammblut Granger, diese Streberin“, warf Draco ein. Ich grinste beide nur an und zog sie weiter. Tatsächlich konnte Slughorn die erste halbe Stunde die Augen gar nicht mehr von Potter lassen und ich raunte Blaise schon zu, wann denn der Heiratsantrag kam, was ihm einen Lachanfall und einen bösen Blick vom Professor einbrachte. Als wir dann endlich brauen durften, strengte ich mich noch mehr an als sonst und erntete tatsächlich ein anerkennendes Nicken des Braumeisters. „Sie werden mir doch sicherlich ihren Namen verraten, Miss?“, fragte er mich begeistert. „Eleanor McAndrews, Sir.“ „McAndrews… McAndrews, sind sie vielleicht verwandt mit Agatha McAndrews, der Autorin von Gifte für jedermann?“ “Meine Tante, Sir”, antwortete ich. „Ahh, dann liegt ihnen die Zaubertrankgabe im Blut. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie am Freitagabend zu einem kleinen Abendessen kommen würden, Mr Zabini ist selbstverständlich auch anwesend, was ich sehr hoffe.“ Blaise starrte nur verwirrt von seinem zugegebenermaßen nicht gerade tollen Zaubertrank auf. „Wir nehmen die Einladung sehr gerne an, Sir“, antwortete ich für uns beide. „Sehr schön, sehr schön – ach, und nehmen sie zehn wohlverdiente Punkte für Slytherin, Miss McAndrews“, murmelte Slughorn und ging weiter. Überlegen grinste ich Blaise an. „Und schon um den Finger gewickelt“, meinte ich nur und schüttete ein paar Stücke fein gehackte Baldrianwurzel in seinen Kessel, was dem Trank sofort eine schöne, hellblaue Farbe verlieh. Doch meine gute Stimmung hielt nicht lange an. Irgendwie hatte es Potter geschafft, seinen Trank besser hinzubekommen als ich und Slughorn küsste ihm buchstäblich wieder die Füße. „Wie hat er das bloß geschafft? Und wie wagt er es, mir einfach so den Platz als Beste in Zaubertränke zu stehlen?“, schimpfte ich wütend auf dem Weg zum Mittagessen. Meine Schimpftirade hielt noch etwas länger an, um genau zu sein, konnte man mich den ganzen Abend nicht auf Zaubertränke, Slughorn oder Potter ansprechen und auch am nächsten Tag reagierte ich noch allergisch auf diese Themen. Die erste Woche verging wie im Flug und schon stand das erste Slug-Treffen an. Blaise und ich gingen zusammen hin. Ein paar Leute waren schon da, die Slughorn uns stolz vorstellte. Ich gähnte Blaise theatralisch zu, als der Professor sich von uns abwandte, um die nächsten Ankömmlinge hereinzulassen. Es war stinklangweilig, doch immerhin war ich nicht allein und es war ja nur ein Abend. Am Schluss kam dann der große Schock. Slughorn klatschte in die Hände. „So, für heute ist es genug, ich hoffe, wir können das bei Gelegenheit wiederholen, vielleicht in zwei Wochen?“, grinste er in die Runde und ich unterdrückte ein Stöhnen. So viel zum Thema nur ein Abend. Die ersten beiden Monate vergingen und die Slug-Treffen wurden langsam zur Gewohnheit. Slughorn hatte beim letzten eine große Weihnachtsparty angekündigt, und nahm mir fest vor, definitiv nicht hinzugehen, da ich das wahrscheinlich nicht überleben würde. Leider wurde mein Plan durchkreuzt. Ich war mal wieder besonders schlecht gelaunt nach einer Doppelstunde Zaubertränke, in der Potter mal wieder der Heilige war und schmiss mich in einen der Sessel am Kamin. Die anderen setzten sich auch und unterhielten sich, doch ich hörte gar nicht zu. Bis ich Blaises Stimme vernahm. „Vielleicht lad ich sie zu Slughorns Weihnachtsfeier ein, sie sieht echt nicht schlecht aus“, sagte er gerade und ich spitzte die Ohren. „Dieses blonde Ravenklawmädchen?“, fragte Pansy. „Es geht das Gerücht um, dass sie ein Halbblut ist, stellt euch das mal vor.“ „Und wenn schon.“ Blaise zuckte die Schultern. „Wen kümmert das, sie ist ja schließlich nur für eine Nacht.“ Und dann explodierte ich. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass meine Laune ohnehin schon auf dem Tiefpunkt war, oder weil ich von meiner Eifersucht getrieben wurde. Ich schmiss Blaise alle möglichen Schimpfwörter an den Kopf und verurteilte ihn für sein aufreiserisches Macho-Gehabe, bis ich durch das aufgehende Porträtloch gestört wurde. Draco kam herein und ich starrte ihn an, er sah schlecht aus. Seine Haut war aschfahl – noch schlimmer als sonst – und unter seinen Augen zeichneten sich dunkle Ringe ab. Bevor ich weiter über ihn nachdenken konnte, raunte mir Blaise wütend zu. „Tu doch nicht so, als wärst du nicht genauso wie ich. Sieh dich doch an, kaum maulst du mich wegen meinem „Macho-Gehabe“ an, sabberst du auch schon Draco nach.“ Ich blickte zornig zurück. „Das hat damit absolut nichts zu tun“, keifte ich. „Ach ja?“ „Du hast doch keine Ahnung!“ Ich klappte geräuschvoll mein Buch zu und sprang auf. Dann lief ich eiligen Schrittes aus dem Gemeinschaftsraum, Blaise folgte mir und ich hörte nur noch wie Pansy flüsterte: „Wow, bei denen geht es ja ab, wie bei ‘nem alten Ehepaar.“ Schön wär’s. „El, jetzt warte doch. Eleanor!“, rief Blaise mir nach. Ich ignorierte ihn und stapfte einfach weiter bis ich an einem leeren Klassenzimmer angekommen war. Ich ging hinein und drehte mich um. Blaise war kaum einen Meter hinter mir und zog die Tür zu, als er hindurch gegangen war. „Es tut mir leid, okay?“, sagte er genervt. „Sag das nie wieder“, fuhr ich ihn an und er zuckte ein wenig zurück. „Ich weiß nicht, was du hast, aber OKAY!“ Dann veränderte sich mein Gesichtsausdruck schlagartig. „Sorry, dass ich dich eine männliche Schlampe genannt hab“, entschuldigte ich mich und umarmte ihn. So lief das bei uns: Wir hatten von Zeit zu Zeit einfach unsere Meinungsverschiedenheiten, dann zofften wir uns bis Fetzten flogen und Sekunden danach lagen wir uns wieder lachend in den Armen. Eine wirklich seltsame Freundschaft… . „Um weiteren Streits vorläufig mal vorzubeugen, gehst du mit mir zu Slughorns Party?“, fragte mich Blaise. „Ich habe nicht vor, auf Slughorns Party zu gehen“, antwortete ich nüchtern. „Ach gib’s doch zu, du willst mit Draco gehen“, fuhr Blaise mich aufgebracht an. „Ich will nicht mit Draco gehen, also lass das, wir hatten das gerade eben schon, falls du dich daran erinnerst“, zickte ich. Meine Augen waren zu Schlitzen verengt. „Ist ja gut“, wehrte Blaise ab, „geh trotzdem mit mir zu der Party.“ Ich verdrehte die Augen. Um keinen weiteren Streit heraufzubeschwören, sagte ich einfach zu. Was für ein großer Fehler, wie ich herausstellen sollte. Die Zeit bis zu Slughorns Weihnachtsfeier war wie im Flug vergangen. Schon stand ich mit Daphne im Schlafsaal und suchte mir ein schönes Kleid aus. „Nimm das kleine Schwarze“, riet mir Daphne. Ich schaute das Kleid abschätzend an, dann nickte ich langsam. „Okay“, meinte ich und zog mich um. Daphne steckte mir meine mokkabraunen Haare locker hoch, während ich mir einen eleganten Lidstrich zog und Lippenstift aufsetzte. Ich schlüpfte in meine Schuhe, überprüfte mein Aussehen noch einmal kurz im Spiegel und ging dann hinunter in den Gemeinschaftsraum. Blaise war noch nicht da (natürlich – von wegen Frauen sind eitel und brauchen lange im Bad), also setzte ich mich in einen der Sessel am Feuer und starrte in die Flammen. Auf einmal spürte ich, dass jemand hinter mir stand. „Guten Abend, schöne Frau“, hörte ich die vertraute Stimme von Blaise, „würde sie mir die Ehre erweisen und mich zu einer Weihnachtsfeier begleiten?“ Ich stand lächelnd auf und hakte mich bei ihm unter. Bei Slughorns Büro angekommen, klopften wir an der Tür, die sich sofort öffnete. „Mr Zabini, Miss McAndrews, wie schön, Sie zu sehen. Kommen Sie nur herein, meine Lieben, kommen Sie. Darf ich ihnen einige meiner Gäste vorstellen?“ Während der Professor so vor sich hin redete, warf ich Blaise nur einen hilfesuchenden Blick zu und flüsterte: „Kann er uns nicht erstmal zeigen, wo die Bar ist?“ Blaise musste sich ein Lachen unterdrücken, das er geschickt als Räusperer tarnte. „Ach, wie ich sehe, haben Sie schon einen ganz trockenen Hals, lassen Sie sich doch erst einmal etwas zu trinken geben“, bemerkte Slughorn, schnipste mit dem Finger und gab jedem von uns ein Sektglas von einem heranschwebenden Tablett. Wir bedankten uns und Blaise murmelte: „Gekonnt ist eben gekonnt, was gibt es besseres, als Getränke zu bekommen ohne vorher stundenlang die Bar suchen zu müssen?“ Ich kicherte leise. Nachdem Slughorn durch die Ankunft von Potter und Loony von uns abließ gingen wir tanzen. Der Abend war – trotz meiner Erwartungen – recht lustig, was möglicherweise aber auch an der Tatsache lag, dass reichlich Alkohol floss. Jedenfalls konnte ich mich ab einem bestimmten Zeitpunkt an nichts mehr erinnern. Beim Barte des Merlin, mein Kopf tat höllisch weh. Ich richtete mich auf und – KRACH. „Grundgütiger“, rief ich laut und rieb mir den Kopf, der jetzt, nachdem er gegen den Tisch gestoßen war, noch höllischer schmerzte als vorher. Moment mal, Tisch? Ich sah mich um. Die Einrichtung des Raums ließ mich darauf schließen, dass ich mich in einem schon länger nicht mehr benutzten Klassenzimmer befand. Was zur Hölle machte ich hier? „Was schreist du denn so rum?“, fragte Blaise neben mir und ich zuckte vor Schreck zusammen. Habe ich mich schon gefragt, was Blaise hier machte? Und warum wir beide nackt waren? Panik bildete sich in meinem Kopf und ich sah Blaise erschrocken an. „Blaise, haben wir miteinander geschlafen?“, fragte ich ihn mit zitternder Stimme. „Scheint so“, murmelte er. Ich schlug die Hände vors Gesicht und ließ ein schmerzhaftes Stöhnen von mir. Meine Güte, wie dumm war ich eigentlich? Er war nicht nur mein bester Freund, sondern auch mein heimlicher Schwarm. Wie konnte ich mich nur auf so etwas einlassen. Selbst im betrunkenen Zustand musste mir doch klar sein, dass der Schmerz, der mich jedes Mal durchzuckte, wenn ich ihn mit einer anderen sah, nach so einer Nacht nur noch größer werden würde. „So schlimm ist das jetzt auch nicht.“ Blaise tätschelte mir die Schulter. „Das wird unsere Freundschaft schon nicht zerstören und ehrlich gesagt, fand ich’s echt gut. Könnten wir eigentlich öfter machen.“ An seinem Tonfall merkte ich, dass er es todernst meinte. Ich schaute ihn, wenn das überhaupt möglich war, noch entsetzter an als davor. „Sag mal bist du jetzt total durchgeknallt?“, fragte ich ihn ungläubig. „Was denn? Ist doch ‘ne gute Idee. Ich hätte nichts dagegen.“ Sein neutraler Tonfall machte mich nur noch wütender. „ICH habe aber etwas dagegen, ich kann das nicht.“ Tränen sammelten sich in meinen Augen. „Ist ja gut“, beschwichtigte er mich, „war ja nur so ein Vorschlag. Ich meine, das wäre doch perfekt, wir mögen uns, wir wissen, was uns gefällt, es sind keine Gefühle im Spiel und es besteht auch nicht die Gefahr, dass sie ins Spiel kommen könnten, ein bisschen á la Freunde mit gewissen Vorzügen eben.“ Er zuckte die Schultern. Seine Worte drangen in mich ein wie ein Messerstich. „Schließ nicht von dir auf andere, Blaise“, meinte ich kalt und er sah mich nur verdutzt an. „Was meinst du?“ „Keine Gefühle, ja? Soll ich dir mal was sagen? Wo die Liebe hinfällt kann man nicht bestimmen, auch wenn ich es gern könnte, denn welches Mädchen würde sich schon in dich verlieben wollen? Weißt du, wie sehr es mir immer wieder das Herz brichst, wenn du andere, hintergaffst, sie küsst und was weiß ich mit ihnen machst? Weißt du wie viele Tränen ich schon wegen dir vergossen habe? Und da denkst du dir einfach: Hey, wie praktisch, eine beste Freundin zu haben, mit der man rumvögeln kann. Es ist ja nicht nötig, daran zu denken, wie es ihr dabei gehen würde. Vergiss es, sage ich dir!“, schrie ich ihn an. Während er wie paralysiert auf mich starrte, zog ich mich in Rekordzeit an und rannte aus dem Klassenzimmer. Daphne fand mich eine halbe Stunde später heulend in einem dunklen Korridor und brachte mich in unseren Schlafsaal, wo ich den ganzen restlichen Tag verbrachte. Am nächsten Tag reiste ich erst einmal mit Flohpulver nach Hause (ohne vorher noch einmal mit Blaise gesprochen zu haben) und ich hatte die ganzen Weihnachtsferien Zeit, über uns nachzudenken. Natürlich wollte ich ihn nicht auch noch als besten Freund verlieren, jetzt wo der feste Freund noch mehr aus meiner Sichtweite verschwunden war. Doch irgendwie war unsere Beziehung, als wir uns nach den Ferien wieder sahen, nicht mehr so wie früher. Unsere Gespräche wurden oberflächlicher, wir unternahmen kaum noch etwas miteinander und irgendwie entfernten wir uns voneinander, so dass wir bald nur noch Bekannte waren. Ich hatte unsere Freundschaft zerstört und das brach mir das Herz. Eines Tages – es war schon Februar – meinte Daphne: „Du musst ihn vergessen, Süße. Seine Reaktion zeigt doch, dass er nicht die gleichen Gefühle für dich hat, wie du für ihn. Du wirst über ihn hinwegkommen, schau, andere Mütter haben auch schöne Söhne, wende dich ihnen zu.“ Sie hatte ja recht, was ich ihr auch dankbar mitteilte. Zwar vermisste ich Blaise immer noch, jedoch war der Schmerz nicht mehr so groß, wenn ich an ihn dachte – ich war wohl tatsächlich über ihn hinweggekommen. „Wie wär’s denn mit Adrian? Der hat doch schon länger ein Auge auf dich geworfen“, meinte Daphne. Adrian war tatsächlich ein herzensguter Mensch und nachdem wir ein paarmal ausgegangen waren, versuchten wir es miteinander. Ich mochte ihn sehr und ich wusste, mit der Zeit würde ich mich auch in ihn verlieben können. SEINE SICHT Man merkt erst, wie viel dir ein Mensch bedeutet, wenn man ihn verloren hat. Früher habe ich diesen Spruch nie verstanden, doch heute, wo Eleanor schon mehr als drei Monate nicht mehr bei mir ist, wird mir langsam die große Bedeutung dieser Worte bewusst. Seit dem Tag nach Slughorns Weihnachtsfeier ging es mit uns bergab. Als sie mir da mit Tränen in den Augen quasi ihre Liebe gestanden hatte, war ich erst einmal nur geschockt. Später wandelte sich dieser Schock in Wut um – Wut über mich selbst, weil ich so ein Arsch war. Warum habe ich nur so einen Dreck von mir gegeben? Warum hab ich nichts auf ihr Geständnis erwidert sondern einfach nur Löcher in die Luft gestarrt? Warum bin ich ihr nicht hinterhergerannt, als sie weinend aus dem Zimmer rannte? Meine Aufgabe wäre es gewesen, sie zu trösten, zu beruhigen, mich zu entschuldigen. In den Ferien habe ich dann intensiv über uns nachgedacht. Ich habe mir geschworen, mit ihr darüber zu reden, so dass alles wieder so werden würde, wie es war. Doch irgendwie hat mich mein Scham über das, was ich getan hatte blockiert und unsere Gespräche wurden immer oberflächlicher. Seit sie nicht mehr da ist, fühle ich ständig diese Leere in meinem Bauch, ich kann kaum noch wirklich befreit lachen, ich bin nicht glücklich. Jetzt frage ich mich: Fehlt sie mir nur als beste Freundin oder habe ich tatsächlich auch geliebt, nur es nicht bemerkt? Die Antwort liegt auf der Hand. Beweis hierfür ist der Schmerz der Eifersucht, der sich immer in mir breitmacht, wenn ich sie mit diesem Pucey sehe. Ich werde mit ihr reden müssen. DEINE SICHT Ich kam gerade aus der Bibliothek. Mein Aufsatz für Arithmantik war endlich fertig und bald war Sperrstunde. Als ich gerade um eine Ecke bog, hörte ich jemanden meinen Namen rufen. „El, warte mal, bleib mal kurz stehen!“ El. Das Wort schwirrte in meinem Kopf herum. El nannte mich nur eine einzige Person. Ich blieb stehen und drehte mich um. „Was gibt’s Blaise?“, fragte ich, als er kurz vor mir zum Stehen kam. „Ich wollte mit dir reden.“ Er keuchte noch etwas, musste wohl gerannt sein. „Ich, du… du fehlst mir, El. Ich vermisse die Art wie du mich in der Früh für meine Morgenmuffeligkeit auslachst, wie du mich immer zum Lachen bringst, wie du mir meine Zaubertränke rettest.“ Ich fing an zu grinsen. „Und außerdem tut es mir leid, soo leid. Das, was ich zu dir gesagt habe, war einfach das Letzte und noch schlimmer war mein Benehmen danach. Ich kann mit der Schuld, den wichtigsten Menschen in meinem Leben so verletzt zu haben, einfach nicht leben. Und außerdem habe ich bemerkt…“ Er holte tief Luft. „El, ich liebe dich.“ Bei seinen letzten drei Worten gefror mir das Lächeln im Gesicht. „Wie stellst du dir das eigentlich vor?“, keifte ich ihn an. „Erst ignorierst du mich vollkommen und dann kommst du einfach so daher und sagst, du willst mich zurück? Es ist vorbei, Blaise, du hattest deine Chance, wie du bestimmt weißt, bin ich jetzt mit Adrian zusammen. Ich sah noch sein schmerzverzerrtes Gesicht vor mir, ehe ich mich schwungvoll umdrehte und zügig den Korridor entlang ging. Wie schon im Dezember blieb Blaise dort wo er war und folgte mir nicht nach. Nachdem ich eine Zeit lang orientierungslos durch die Gänge gegangen war, lehnte ich mich mit dem Rücken an eine Wand und ließ mich verzweifelt nach unten sinken. Was war das nur für ein Schmerz in mir? Ich dachte, ich hätte Blaise vergessen, doch jetzt wurde mir klar, dass dem eindeutig nicht so war. Doch was dachte er sich nur dabei? Glaubte er tatsächlich, dass er ankommen konnte und ich sofort aufspringen und ihm hinterherrennen würde? Das würde ich sicherlich nicht tun, mein Stolz widerstrebte diesem Bild. Doch mein Herz wünschte sich nichts sehnlicher als genau das. Eine Träne stahl sich über meine Wange und brachte mich zurück aus meinen Grübeleien. Ich würde mit Daphne sprechen, sie würde wissen, was zu tun ist. Also stand ich auf und nachdem ich in einer Mädchentoilette mein Make-up überprüft hatte, ging ich zurück zum Gemeinschaftsraum. Daphne war gerade in unserem Schlafsaal und lackierte sich die Nägel. Ich setzte mich mit zu ihr aufs Bett und erzählte ihr, was gerade geschehen war. Sie hörte mir aufmerksam zu und als ich geendet hatte, meinte sie nur: „Süße, du weißt genau, dass ich dir diese Entscheidung nicht abnehmen kann, das musst du ganz allein schaffen. Aber ich kann dir einen Tipp geben: Hör auf dein Herz.“ Ich umarmte sie. „Danke, dass du immer für mich da bist.“ In der Nacht dachte ich intensiv über die ganze Sache nach und als ich am Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, hatte ich eine Entscheidung gefällt. Nachdem ich mich fertiggemacht hatte ging ich erst einmal zu Adrian, um ihn darüber zu informieren. Er verstand meinen Entschluss und sagte, dass er ohnehin nicht gedacht hätte, dass das mit uns noch länger gehalten hätte, weil wir beide eher wie Geschwister empfanden. Ich umarmte ihn glücklich und wir gingen zusammen zum Frühstück, wo ich sofort den Slytherintisch nach Blaise absuchte. Er war nicht da und so machte ich mich, nachdem Adrian mir ein Brötchen aufgedrängt hatte, auf die Suche nach ihm. Ich startete auf den Ländereien und hatte Glück. Blaise saß mit dem Rücken an einem Baum und starrte aufs Meer hinaus. Er hob erst den Kopf, als ich mich neben ihn setzte. „Ich habe dich auch vermisst, Blaise“, flüsterte ich ihm zu und sah ihm dabei tief in die Augen. „Aber du empfindest nichts mehr für mich und bist glücklich mit Adrian“, stellte er betrübt fest. Wie falsch er doch lag. „Aber“, sagte ich, „war ich einfach zu dumm zu bemerken, dass sich meine Gefühle für dich in keinster Weise geändert haben und deshalb schmeiß ich meinen Stolz jetzt über Bord, der Riesenkraken kann damit machen, was er will.“ Und ehe er meine Worte vollständig begreifen konnte, küsste ich ihn leidenschaftlich auf den Mund. und es war das beste Gefühl auf der ganzen Welt.