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Die Statistik vom Quiz

Because maybe, you're gonna be the one that saves me

27.09 % der User hatten die Auswertung: Steckbrief Name: Allison „Ally“ Granger Alter: 19 (ein halbes Jahr jünger als die Zwillinge) Geschwister: Hermine Jean Granger, 17 Blutstatus: Muggel, nicht magisch Aussehen: dunkelblonde Locken, die bis zur Brust fallen; braune Augen; volle Lippen; 1,70 m groß und schlank Beruf: Design- Studentin Charakter: freiheitsliebend, offen, ironisch, lebensfroh Zeitpunkt der Geschichte: Vor Harrys Abholung im Ligusterweg (Harrys 7. Jahr) Nervös wippte ich mit meinem rechten Fuß, der auf dem Boden aufstand, den Linken hatte ich unter mein rechtes Bein geschoben. Zum dritten Mal las ich jetzt schon den ein und selben Satz und konnte ihn mir doch nicht behalten. Ich war viel zu aufgeregt. Ich schaute auf und ließ meinen Blick wieder über den Bahnhofsvorplatz gleiten, es war noch niemand zu sehen. Seufzend senkte ich den Blick wieder zu den Seiten meines Buches, das aufgeschlagen in meinem Schoss lag. Ein weiteres Mal wollte ich diesen Satz nicht lesen, meine Konzentration war nicht vorhanden. Genervt klappte ich das Buch zu und legte es neben mich auf die Bank. Ich war lange nicht mehr in England gewesen, nach dem Abschluss hatte ich einen Studienplatz an einer renommierten Universität für Mode- und Design in Paris angenommen. Nicht ganz der Weg den meine Eltern sich für mich gewünscht hätten und was würden sie jetzt erst über meinen Entschluss denken. Ich ließ den Kopf nach hinten auf die Lehne der Bank sinken und sah mich hinter meinen geschlossenen Lidern, meinen Eltern den Grund für meinen Heimataufenthalt mitteilen. Welch Szenario… „Ally!“, hörte ich jemanden aufgeregt quietschen und stand ruckartig von der Bank auf. „Hermine!“, schrie ich nicht weniger piepsig und fiel meiner kleinen Schwester in die Arme. Wir hüpften ohne einander loszulassen und immer noch quietschend auf der Stelle. Dann ging ich einen Schritt zurück und hielt sie an ihrem Oberarmen fest, so dass ich sie mir besser ansehen konnte. „Du bist so wunderschön und erwachsen geworden!“, schwärmte ich und strich ihr lächelnd über die Wange. Hermine errötete, erwiderte mein Lächeln und erwiderte: „Es wäre ja auch unfair gewesen, wenn du die ganze Schönheit alleine abbekommen hättest!“. Ich schüttelte grinsend den Kopf, jetzt da ich sie wieder sah merkte ich erst wie sehr ich sie vermisst hatte. Erneut drückte ich sie fest an mich: „Du hast mir gefehlt Schwesterchen!“, murmelte ich. „Du mir auch! Wissen Mum und Dad schon das du da bist?“, fragte Hermine und ließ mich los. Ich guckte sie mit einem Unschuldslächeln an. „Ally!“, sagte sie nun vorwurfsvoll, „Was ist los? In deinem letzten Brief sagtest du nur, dass ich dich heute hier abholen soll und warum ist Nicolas nicht dabei?“. Ich wandte den Blick zu Boden. „Ich… Nicolas und ich, wir… na ja… ich hab mich von ihm getrennt!“, sagte ich schließlich und schaute wieder auf. Hermine weitete die Augen, „Aber wieso?“. „Er wollte mich heiraten!“, druckste ich verlegen. Hermine nickte wissend, sie kannte mich eben zu gut. „Du willst noch nicht heiraten!“, schlussfolgerte sie richtig. „Nein, ich bin erst 19 Jahre alt, natürlich will ich noch nicht heiraten, ich weiß gar nicht ob ich das überhaupt je will! Und Nicolas hat mich mit seinem Gerede ziemlich unter Druck gesetzt, er sprach schon von Kindern und unserer Zukunft, ich meine, wir waren gerade erst zusammengezogen und das hatte mich schon einiges an Überwindung gekostet!“, sagte ich. „Und nun?“, wollte sie wissen. Ich wusste genau, was sie meinte. „Ich geh nicht mehr zurück nach Paris, ich hab mein Studium geschmissen!“, antwortete ich ihr ehrlich und gerade heraus. Hermine keuchte auf: „Mum und Dad werden dich umbringen!“. Ich nickte verzweifelt. „Ich weiß! Du wirst doch mit mir hingehen oder? “, flehte ich sie an. Hermine hatte es bei unseren Eltern immer etwas leichter gehabt, abgesehen von der Tatsache, dass sie eine Hexe war, wusste sie immer ganz genau was sie wollte und hatte ihr Leben schon als vierjährige durchgeplant gehabt. Ich dagegen ließ gerne alles auf mich zukommen, ich hasste die Vorstellung mein Dasein in einem langweiligen Bürojob, an der Seite eines Mannes, den meine Eltern selbst erzogen haben könnten, zu fristen. Das war der Punkt, an dem wir bis heute immer in riesigen Streit gerieten. Ich wusste, dass sie nur mein Bestes wollten, jedoch konnten sie nicht einsehen, dass mein Bestes fernab ihrer Ideologie lag. Meine Welt war das Chaos, der Spaß und nichts graute mich mehr als Langeweile. Aber damit war ich in unserer Familie ziemlich auf mich alleine gestellt. „Ja ich denke, dass wäre ganz gut, wenn ich mitkäme!“, meinte Hermine und legte einen Arm um meine Schulter. Das Taxi hielt vor der gepflasterten Auffahrt. Es war wahrscheinlich nur Einbildung, aber über unserem Haus schienen die Wolken um einiges schwärzer. Missmutig schnaubend drückte ich die hintere Beifahrertür auf und nahm mein Gepäck entgegen, das der Taxifahrer aus dem Kofferraum hievte. „Na dann auf in den Kampf!“, flüsterte ich leise zu mir selbst, als ich neben Hermine die Einfahrt überquerte. „Allison Schatz!“, rief meine Mutter überrascht und erfreut aus, als sie die Haustür öffnete. Überschwänglich schloss sie mich in ihre Arme, sie hatte ja auch noch keine Ahnung, mit welcher Nachricht ich aufwarten würde. „Du machst WAS?“, brüllte mein Vater außer sich, als wir uns nach dem Begrüßungsakt und dem üblichen Smalltalk, zum Tee ins Wohnzimmer begeben hatten und ich ihnen alles erzählte. „Ich werde mein Studium in Paris abrechen!“, sagte ich selbstsicher, auch wenn meine Stimme leicht zitterte. Meine Mutter hatte sich eine Hand auf den Mund gelegt und schaute mich geschockt an. Während mein Vater durchs Wohnzimmer tigerte, wandte auch sie endlich das Wort an mich: „Nicolas war doch so ein netter junger Mann, er hätte dir sicherlich noch etwas Zeit gegeben, wenn du ihn darum gebeten hättest!“. Genau mit diesen Reaktionen hatte ich gerechnet. Mein Dad beklagte den Abbruch meines Studiums und Mum weinte Nicolas hinter her. „Ich bin mir sicher, Ally wird das Richtige für sich hier finden!“, pflichtete Hermine mir endlich bei, „Es ist schließlich total schwer, so ganz ohne seine Familie in einem fremden Land zu sein und ihr wart doch auch traurig, dass sie so weit weg war. Jetzt ist sie wieder hier, in England, bei uns und mit ihrem Talent, bleibt sie auch nicht lange ohne Arbeit!“. Ich nickte eifrig. Ihre Worte hatten sie etwas besänftigt. „Ich werde mich sofort nach einer Arbeit umsehen, ich verspreche es euch!“, sagte ich pflichtbewusst. Ich wusste, dass sie enttäuscht waren, denn den Gedanken an ein Studium hatten sie bereits genauso verabschiedetet wie ich. Ich war nun seit einigen Tagen wieder zu Hause, das Verhältnis zu meinen Eltern war noch immer angespannt, aber mit Hermine verstand ich mich so gut wie eh und je. Sie hatte Sommerferien und wir verbrachten fast jeden Tag zusammen. Ich lag auf meinem Bett und schaute aus dem gegenüberliegenden Fenster. Es war ein schöner, warmer Sommertag, Hermine hatte ich den ganzen Tag noch nicht gesehen und langweilte mich furchtbar, ich überlegte bereits, mich mit meinen alten Freunden zu treffen, die nicht wussten, dass ich wieder da war. In diesem Augenblick wurde meine Tür aufgestoßen und Hermine kam strahlend herein. „Hast du Lust mich heute in die Winkelgasse zu begleiten?“, fragte sie aufgeregt. Ich setzte mich auf. Einmal hatte ich die Winkelgasse mit ihr und unseren Eltern besucht, das war in dem Jahr als sie eingeschult wurde. „Klar!“, entgegnete ich lächelnd, glücklich darüber, dass meine Langeweile bald ein Ende finden würde. „Super! Dann lernst du auch endlich mal Ron und Ginny kennen!“, sagte sie begeistert. Ich grinste breit. „Oh, Ron ja? Ich bin gespannt!“, kicherte ich, während ich mich umzog. Hermine errötete, ich wusste aus ihren Briefen von ihrer Schwäche für ihn. Als ich fertig war, gingen wir in den Garten, Mum und Dad waren arbeiten. Hermine griff nach meinen Händen. „Was tust du da?“, fragte ich skeptisch. „Wir apparieren, das darf ich seit diesem Jahr offiziell!“, sagte sie stolz. Noch ehe ich sie fragen konnte, was apparieren denn sei, wurde mir der Boden unter den Füßen weggezogen. Mir war als würde man mich schrumpfen. Bevor ich mich endlich mit diesem Gefühl bekannt machen konnte endete es bereits. Wir landeten auf den Pflastersteinen der Winkelgasse. Hermine ließ mich los: „Alles in Ordnung?“. Ich kniff ein Auge zusammen und versuchte zu nicken, doch alles drehte sich und ich geriet ins Taumeln. Sie stützte mich und lachte: „Du hast es ganz gut weggesteckt, die Meisten übergeben sich dabei!“. „Wie beruhigend!“, hörte ich mich sagen, als die Kraft in meine Gliedmaßen zurückkehrte. Sobald ich wieder Herrin meiner Sinne war, klopfte ich mir die kurzen Jeansshorts ab und zog mein dunkles Top richtig. „Da sind sie!“, flüsterte Hermine plötzlich leicht nervös. Hermine schloss erst den Jungen und dann das Mädchen erfreut in die Arme und stellte mich dann vor. „Das ist Ally, meine große Schwester, Ally das sind Ginny und Ron!“. Ich schüttelte den Beiden lächelnd die Hand: „Freut mich euch endlich mal kennen zu lernen!“. „Ebenfalls!“, lächelte Ginny und Ron nickte grinsend. Wir machten uns auf den Weg, Hermine ließ sich etwas zu mir zurückfallen und wisperte ganz leise: „Und? Wie findest du ihn?“. Ich grinste und flüsterte: „Er ist ganz niedlich, wird Zeit, dass du die Sache endlich klar machst!“. Sie stieß mich sachte mit dem Ellbogen in die Seite. *Seine Sicht* Heute war im Laden der Teufel los, wie eigentlich jeden Tag in den Sommerferien. Ich stand hinter der Kasse und bediente zwei Jungs. „Verity macht die Kasse weiter, ich bräuchte Hilfe im Verkauf!“, meinte George geschäftig, während Verity bereit stand mich zu vertreten. „Wenn ich mich nicht versehen hab sind unsere Geschwister gerade eben rein gekommen!“, meinte George noch im Vorbeigehen. „Welche?“, fragte ich scherzhaft, worauf er gluckste. Neben einer Gruppe von Jugendlichen, die bei den Nasch- und Schwänzleckereien waren, kam ich zum Stehen. Ich erklärte ihnen die verschiedenen Produkte, wurde aber abgelenkt. Einige Regale weiter bei den Süßigkeiten sah ich ein Mädchen, das meinen Blick fesselte. Sie streifte begeistert mit ihren Fingern über die Regale und ihre Augen leuchteten andächtig. Sie schnappte sich einen der Lollis und schob ihn sich in den Mund, während sie ihre Hände wieder in ihre Gesäßtaschen schob und sich vorbeugte um ein Etikett zu lesen, was sie zum Lächeln brachte, wie mich ihr Anblick. Ohne ein weiteres Wort ließ ich die Gruppe zurück und schlenderte betont lässig zu ihr hin, sie nahm jedoch keine Notiz von mir, bis ich sie ansprach. „Was sagst du zur Geschmacksrichtung?“, fragte ich und lehnte mich an das Regal. „Hm, schmeckt ganz gut, Butterbier nehme ich an?“, fragte sie lächelnd, ich nickte. „Fred oder George?“, wollte sie nun wissen und wandte sich dabei schelmisch grinsend wieder dem Regal zu, während ich mit meiner Coolness rang. Sie war mir völlig unbekannt und an ein solches Gesicht hätte ich mich sicher erinnert, also woher kannte sie mich? „Fred…“, antwortete ich nach einigen Sekunden, immer noch leicht verdattert. „Und wer bist du wenn ich fragen darf? Bist du auf Beauxbaton? Warst du beim trimagischen Turnier bei uns? Du musst auf Beauxbaton sein, so gut wie du aussiehst bist du sicher Französin… Oder?“, schoss es hervor. „Peut-être… ou pourtant non? (=Vielleicht… oder doch nicht?)“, fragte sie im perfekten französisch, wovon ich natürlich kein Wort verstand. Ich musste unbedingt bei Fleur Nachhilfe nehmen… Sie sah mich endlich wieder an und man konnte ihr förmlich ansehen, wie sehr sie diese Situation belustigte, ihr Grinsen schien bis in ihre Augen zu reichen. „Es macht dich wahnsinnig nicht zu wissen, woher ich dich kenne, hab ich recht?“, fragte sie süffisant und lutschte provokativ an ihrem Lolli. „Ehrlich gesagt, macht es mich wahnsinniger, dass ich dich nicht kenne… Denn an so eine wie dich könnte ich mich erinnern!“, sagte ich und grinste, eine Augenbraue hebend, ebenfalls herausfordernd. Sie legte ihren Kopf leicht schräg und schaute mich durchdringend an. Je länger wir dieses Spiel spielten, desto süßer fand ich sie. Sie stöhnte schließlich laut auf. „Wenn du einen so ansiehst, hat man ja gar keine andere Chance, als sich kampflos geschlagen zu geben!“, sagte sie und schüttelte gespielt enttäuscht den Kopf, ohne ein einziges Mal das Lächeln zu verlieren. Sie streckte mir ihre Hand entgegen, die ich ergriff um sie zu schütteln. „Ally!“, sagte sie. Ich nickte und wartete darauf, dass bei dem Namen irgendetwas klick machen würde- vergebens! Ich zog die Stirn kraus und ließ einen Zischlaut ertönen, der ihr klar machte, dass ich auch mit ihrem Namen nicht viel anfangen konnte. Sie lachte auf, es klang ehrlich und glücklich, kurz gesagt wunderschön. „Du kannst mich auch gar nicht kennen, ich kenne dich schließlich auch nicht… Ich wusste nur von Ron und Ginny, dass ihre Zwillingsbrüder Fred und George diesen Laden betreiben. Und dank der Haarfarbe war es dann nicht mehr ganz so schwer, auch wenn mein unglaublicher Spürsinn sicher auch geholfen hat!“, sagte sie ironisch, was ich mit einem Lachen belohnte, „Ich bin Hermines ältere Schwester Allison!“. Ich konnte nicht anders, mir klappte der Mund auf. „Du bist Grangers große Schwester?“, fragte ich ungläubig und trat einen Schritt zurück um sie skeptisch zu mustern. „Niemals!“, sagte ich schließlich, als ich mit meiner Analyse durch war. Dieses heiße, wunderschöne und witzige Mädchen konnte niemals Hermines Schwester sein, unmöglich. Sie nickte: „Wenn ich’s dir doch sage!“. „Aber Hermine ist so… Hermine eben und du, du bist so…“, fing ich an und ließ meinen Blick wieder über ihren Körper schweifen. „Ja?“, fragte sie und stemmte die Hände in die Hüften. „Anders!“, versuchte ich mich zu retten. Sie schien sich damit zufrieden zu geben. „Ich wusste nicht mal das Hermine ne Schwester hat!“, fügte ich hinzu. „Ich bin nicht magisch!“, erklärte sie. „Oh, ach so tut mir Leid, dass wusste ich nicht!“, sagte ich entschuldigend, scheinbar hatte ich heute morgen mein Feingefühl mit einem Teelöffel gegessen. Sie kicherte. „Nicht schlimm, ich hab deswegen keine Komplexe oder so!“. Sie war wirklich süß. „Und was machst du so in der Muggelwelt?“, fragte ich sie interessiert, ich rechnete schon mit der Antwort, dass sie ihren Doktor in irgendetwas machte. „Ich hab mein Studium in Paris geschmissen, sehr zum Missfallen meiner Eltern, und bin jetzt ziemlich planlos. Ich möchte irgendetwas machen, dass mich nicht gleich wieder langweilt, so was wie du vielleicht, euer Laden ist echt unglaublich toll… Ach keine Ahnung, mal sehen was das Leben so für mich bereithält!“, sagte sie und zuckte mit den Achseln. „Ich sagte doch, du kannst unmöglich Hermines Schwester sein!“, lachte ich, worauf sie einstieg. „Spaß bei Seite!“, sagte ich schließlich, „Wir brauchen noch eine Unterstützung hier im Laden, also wenn du möchtest…“. „Spiel nicht so mit meinen Gefühlen, Fred Weasley…“, plapperte sie aufgeregt und ihre Augen funkelten, „Ich sagte doch, ich bin nicht magisch, ich kann nicht bei euch arbeiten… Ich komm ja nicht mal alleine in die Winkelgasse!“. „Wenn ich dich einarbeiten würde und dir alles erklärt hätte, müsstest du das eigentlich schaffen und ich könnte dich morgens immer vor der Mauer abholen und wir würden zusammen herkommen!“, bot ich ihr an. Sie strahlte begeistert und fiel mir um den Hals. „Das wäre toll… Danke, danke, danke!“, rief sie freudig. Perplex erwiderte ich ihre Umarmung und stellte fest, dass sie nicht nur gut aussah, sondern auch gut roch. „Ally?“, hörte ich Hermines Stimme hinter uns. Sie ließ mich los und wir drehten uns zu ihr um. Hermine stand mit Ginny, Ron und einem anerkennend grinsenden George hinter uns. „Ich hab einen Job!“, strahlte Ally sie glücklich an, erntete jedoch einen skeptischen Blick von ihrer Schwester. „Wo?“, fragte Hermine irritiert. „In einem Wanderzirkus. Na wo schon? Hier!“, sagte sie genervt. Hermine starrte mich mit großen Augen an. „Sie ist nicht magisch, Fred!“, sagte sie aufgebracht. „Ich weiß, haben wir alles schon geklärt!“, sagte ich ruhig. George sah mich ebenfalls verblufft an. Ally erklärte Hermine alles, doch deren Skepsis blieb. Nachdem wir alles weitere geklärt hatten, verließen die vier uns wieder und ich sah Ally grinsend hinter her. George lehnte neben mir an einem Regal und sagte trocken: „Ich schätze dich wirklich sehr Bruderherz, wie du weißt, aber könntest du bitte beim nächsten Mal wenn du daran denkst jemanden einzustellen, ausschließlich mit deinem Gehirn denken und entscheiden?“. Ich sah ihn grinsend an. „Eifersüchtig Georgie?“, fragte ich stichelnd. „Etwas!“, gab er lachend zu, „Nein Ernsthaft Fred, es wird nicht einfach, weder für sie, noch für uns!“. „Kann sein… aber so wird’s auch sicher nicht langweilig!“, sagte ich Schulter zuckend und meinen Blick grinsend wieder zu der Stelle wendend, wo Ally eben den Laden verlassen hatte. *Deine Sicht* Ginny und Ron hatten uns noch nicht richtig den Rücken zu gekehrt, da ging es schon los. „Hast du vollkommen den Verstand verloren Allison?“, fragte Hermine und sah mich mit einer Mischung aus Wut und Verständnislosigkeit an. Ich zuckte nur mit den Schultern und drehte mich ohne ihr zu Antworten auf dem Absatz um. Schimpfend lief sie mir nach, ohne großen Erfolg, da ich ihrem Gemecker keine Aufmerksamkeit schenkte. Hermine packte mein Handgelenk und das unschöne Gefühl des Apperierens bereitete sich wieder in mir aus. Ich sank auf alle Viere, als wir in unserem Garten ankamen, wieder drehte sich alles, ich ließ den Kopf hängen und schloss ergeben die Augen. Hermine stand vor mir und machte mit ihrer Predigt weiter, anstatt mir aufzuhelfen. „Glaubst du, dass ist es was Mum und Dad wollen? Das du Aushilfe in nem magischen Scherzartikelladen wirst?“, schimpfte sie laut. Ich stand taumelnd auf. „Ehrlich gesagt, ist es mir egal, was Mum und Dad davon halten, es ist mein Leben!“, antwortete ich ihr teilnahmslos. „Bei deinem Talent… Bei solchen Chaoten!“, machte sie weiter und folgte mir durch die Hintertür ins Haus. „Ziemlich charmanten Chaoten!“, erwiderte ich und holte mir die Milchpackung aus dem Kühlschrank, die ich auch sogleich ansetzte. „Oh nein, Allison! Nein, nein, nein! Ich weiß worauf das hinausläuft, aber Fred ist nicht der Richtige für dich… Er ist ein ziemlicher Weiberheld und du wärst nichts weiter als eine von vielen!“, plapperte Hermine auf mich ein, ich verschluckte mich an meiner Milch. „Hermine…“, hustete ich, „Ich stehe nicht auf Fred und selbst wenn, ich bin ein großes Mädchen, ich binde sogar meine Schuhe selbst!“. „Aber…“, wollte sie weiter reden, doch ich fiel ihr ins Wort. „Hermine, wo ist dein Problem?“, maulte ich jetzt ebenfalls. „Das du nicht in diese Welt gehörst… Es ist gefährlich und… und du hast keine Chance, dir da weiter zu helfen…“, schrie sie nun aufgebracht. „Wir leben alle in der gleichen Welt und es ist überall gefährlich wenn du’s so willst, du könntest mich also selbst entscheiden lassen… oder liegt dein Problem eher darin, dass ich keine Probleme mit einem Weasley hab?“, fragte ich wütend und meine Augen sprühten Funken. Als ich ihren verletzten Gesichtsausdruck sah, tat es mir schon wieder Leid, aber sie hatte sich schnell wieder gefasst. „Ja das du kein Problem mit Männern im Allgemeinen hast, ist seit längerem klar!“, giftete sie zurück, nun war es an mir sie fassungslos anzusehen. „Autsch!“, sagte ich nur und wir schauten uns wutschnaubend an, bevor ich die Küche zur Hintertür wieder verließ. Der Streit war total ausgeartet, wie er es, wenn wir uns dann mal stritten, immer tat. Immer noch total wütend stapfte ich zu meiner ehemaligen besten Freundin Carrie, die noch nicht wusste, dass ich wieder daheim war. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag dort, schließlich hatten wir uns viel zu erzählen und wir verabredeten uns für den Abend, wo ich auch den Rest der Clique wieder sehen würde. Ich hatte es geschafft Hermine den restlichen Tag aus dem Weg zu gehen, da ich bei Carrie geschlafen hatte und von dort aus gleich los zur Winkelgasse ging am nächsten Morgen. Fred stand schon, wie versprochen, vorm „Tropfenden Kessel“. „Guten Morgen!“, grinste er breit, als er mein verschlafenes Gesicht betrachtete. Ich nickte nur, ich war nicht so der Morgenmensch. „Na freust du dich auf deinen ersten Arbeitstag?“, fragte er, als wir gemeinsam durch die Mauer gingen. Hermine hatte es mir ganz schön madig gemacht, weswegen ich auch noch immer wütend auf sie war. „Ja, schon…“, sagte ich und lächelte krampfhaft. „Aber?“, fragte Fred und sah zu mir herunter. „Hermine!“, stöhnte ich genervt und erzählte ihm die ganze Geschichte auf dem Weg zum Laden, ich ließ lediglich die Tatsache, dass meine Schwester mich durch die Blume als Schlampe bezeichnet hatte weg. „Du findest mich also charmant?“, wollte er schelmisch grinsend von mir wissen, als ich geendet hatte. „Ich erzähle dir die ganzen gemeinen Sachen, die sie über dich und George gesagt hat und alles was dich wirklich interessiert, ist ob ich dich charmant finde?“, fragte ich ungläubig lachend. „Wir wissen wohl, dass deine Schwester nicht besonders viel für uns übrig und eindeutig keinen Geschmack hat, siehe Ron. Und mit vielen Dingen die sie sagte, hatte sie ja gar nicht so unrecht, also interessiert mich tatsächlich nur, ob du mich charmant findest?“, lachte er und sah mich abwartend an. „Du bist also ein Weiberheld?“, beantwortete ich seine Frage mit einer Gegenfrage und grinste herausfordernd. Er schüttelte grinsend und ergeben den Kopf und öffnete die Eingangstür des Ladens, den wir gerade erreicht hatten. Fred und George arbeiteten mich ein und ich durfte direkt los legen, aufgrund der Ferien gab es also eine ganze Menge zu tun. Ich bemerkte, dass Fred mich beim Arbeiten ganz genau beobachtete, klar man wollte ja auch wissen, wen man sich da geholt hatte… Als wird den Laden am Abend schlossen, wollten die Jungs noch ein bisschen über mein Leben in Paris erfahren. „Was hast du in Paris studiert?“, fragte George, der am Kassentresen lehnte, interessiert. Fred war ein Regal am Umsortieren, lauschte uns aber belustigt. „Design“, war meine recht knappe Antwort, ich stand ihm gegenüber ans Regal gelehnt. „Du hast also Kleider entworfen?“, kam die Folgefrage. „Ich war jedenfalls auf dem Weg dahin“, kicherte ich. „Wie war das so ganz alleine in Frankreich?“, kam prompt die nächste Verhörfrage. „Ich war nur am Anfang alleine… Mir fällt es nicht sehr schwer Bekanntschaften zu schließen!“, gab ich zurück. „Fred hat recht, du hast so gar nichts mit Hermine gemein, außer dem Nachnamen!“, lachte George auf. Ich nickte grinsend. „Und wie sind die Franzosen so?“, wollte er nun spitzbübisch wissen. „Du willst doch jetzt nicht im Ernst meine Männergeschichten hören George!“, lachte ich, leicht hysterisch. „Doch wollen wir!“, mischte sich Fred plötzlich grinsend ein. „Sie wollen immer gleich was Festes, ne Zukunft… Wenn ihr mich fragt, ich bleib lieber bei Engländern!“, sagte ich und während George sich halb schlapp lachte, tauschten Fred und ich einen vielsagenden, herausfordernden Blick. Bei diesem Grinsen wurde ich fast schwach. „Also ist Mademoiselle nicht so fürs heiraten?“, fragte George nach dem er sich beruhigt hatte. Ohne meinen Blick von Fred abzuwenden antwortete ich: „Das kommt drauf an, ich denke, wenn der Richtige dich fragt, sagst du auch nicht nein!“. Fred senkte lächelnd den Kopf, den er leicht schüttelte. *Seine Sicht* Wenn sie sich bei diesem herausfordernden Grinsen so auf die Unterlippe biss, fiel es mir schwer auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. „Ich bring Ally noch nach Hause!“, sagte ich an meinen Bruder gewandt, als ich mich mit besagten Mädchen in Richtung Tür aufmachte. „Viel Spaß!“, flötete George und zog seine Brauen grinsend in die Höhe. Die Luft draußen war immer noch sehr warm, auch wenn es bereits dämmerte. Ich schob lässig die Hände in die Hosentaschen und wir liefen schweigend nebeneinander her. Als wir an der Mauer ankamen murmelte sie recht leise: „Du musst mich nicht bis nach Hause bringen, ich bin schon groß!“. Ich schaute auf sie herunter und meinte lachend: „Na ja, groß ist definitiv was Anderes!“. Sie boxte mir zart in die Seite und ließ sie mich ohne weitere Diskussionen begleiten. „Hier wohnt also die berühmte Hermine Granger!“, sagte ich, als wir die Auffahrt entlang gingen. „Japp, hier wohnt sie! Wenn du aber nur wegen ihr mitgekommen bist, muss ich dich leider enttäuschen, die ist zurzeit bei deiner Familie zu Besuch!“, meinte sie spöttisch, als sie den Schlüssel im Schloss umdrehte. „Und wo sind deine Eltern?“, fragte ich sie, auf der Schwelle stehen bleibend. „Auf einer Fachkonferenz in Greenwich!“, sagte sie und schaute mich fragend an. „Was?“, wollte ich verdutzt wissen. „Willst du nicht rein kommen?“, fragte sie. „Hast du Angst alleine?“, fragte ich grinsend. „Wenn du jetzt nur rein kommst, wenn ich ja sage, dann: Ja, ich hab Angst alleine!“, sagte sie und da war wieder dieses Lächeln. Ich trat ein und schloss die Tür hinter mir. Wir standen uns in dem kleinen Flur dicht gegenüber. Nur das spärliche Licht, des restlichen Tages erhellte den kleinen Vorraum. Sie kam zwei kleine Schritte auf mich zu und stellte sich auf die Zehenspitzen, eine Hand legte sie auf meine Brust. Ihr Gesicht näherte sich meinem, ein paar Millimeter lagen noch zwischen unseren Lippen. Ich hatte bereits eine Hand auf ihre Taille gelegt und meinen Kopf zu ihr geneigt, als sie leise flüsterte: „Na was ist Fred Weasley, bist du nun ein Weiberheld?“. Dann lagen unsere Lippen auch schon aufeinander. Ich zog sie enger zu mir heran, während sie sich in meinen Haaren und an meinem Shirt festkrallte. Der Kuss war wild und fordernd. Als sie sich kurz von mir löste, keuchten wir beide schwer und ohne ein Wort zu sagen, zog sie mich an meiner Hand die Treppen hoch, in ihr Zimmer. Wir waren noch nicht richtig im Raum angekommen, da drehte ich sie an ihrer schmalen Hand zu mir um und küsste sie wieder leidenschaftlich, was sie ebenso erwiderte. Mit meiner Verse trat ich die Tür zu, als wir auf ihr Bett zu taumelten, ohne voneinander abzulassen. Ihre Hände wanderten unter meinem Shirt meinen Rücken hinauf und wieder runter, wo sie sich am Bund festhielten, um es mir auszuziehen. Ich küsste ihren Hals, hörte sie zufrieden seufzen und gerade als ich ihr Shirt ausziehen wollte, stockte sie unter mir. „War ja klar, dass das nicht lange dauert!“, hörte ich Hermines Stimme. Ich stützte mich mit einem Arm auf dem Bett auf, um mich zu ihr umzudrehen. Sie stand genervt im Türrahmen und sah uns abfällig an, bevor sie uns den Rücken zu wand und an Ally gerichtet sagte: „Du wirst bei den Weasleys Zuhause gebraucht, Allison!“. „Was?“, fragte diese irritiert, ihre Hand ruhte immer noch auf meiner Seite und die andere in meinem Nacken. „Wegen eines Brautkleides, ich sagte, du könntest mal einen Blick darauf werfen!“, sagte sie genervt, „Fred würdest du dir jetzt bitte dein Shirt wieder anziehen und von meiner Schwester runterkommen, ich komm mir eh schon ziemlich blöd vor!“. Allison legte ihre Hände auf meine Brust und schob mich bestimmt von sich runter, ich stöhnte genervt auf. Sie grinste mich an und stand auf, wobei ich sie mir sehnsüchtig anschaute, was sie bemerkte. Sie hob mein T-Shirt auf, trat genau vor mich, nahm mein Gesicht in ihre zierlichen Hände und küsste mich sachte, ich schlang meine Arme um ihre Oberschenkel und zog sie mir fast auf den Schoss. Sie kicherte leise, gab mir einen zarten Schlag auf den Hinterkopf und warf mir das Shirt ins Gesicht, was ich widerwillig anzog. „Du kannst dich wieder umdrehen Hermine, alles wieder jugendfrei!“, sagte ich genervt, schließlich hatte sie mir die Tour vermiest, und stand vom Bett auf. Ohne ein weiteres Wort gingen wir nach draußen in den Garten, wo wir apperierten. Als wir in unserem Garten landeten, taumelte Allison bedrohlich, Hermine kümmerte es reichlich wenig, denn sie ging schon zum Haus vor, ich dagegen stützte sie. „Alles okay?“, wollte ich besorgt wissen. Sie lächelte schwach und nickte, dann gingen auch wir zum Haus. „Fred, was machst du denn hier?“, wollte meine Mum wissen. „Allison war noch bei uns im Laden, daher dachte ich, ich könnte ja gerade mal mit kommen!“, log ich und küsste meine Mutter auf die Wange. Hermine verdrehte bei meiner Lüge genervt die Augen, bevor sie Allison vorstellte. Mum sagte, Fleur sei oben und ging voraus, gefolgt von Hermine. Ally kam auf mich zu und flüsterte leise, mit einem Augenzwinkern: „Merk dir wo wir stehen geblieben sind…“. „Als könnte ich das vergessen!“, sagte ich und grinste ihr spitzbübisch nach. *Deine Sicht* Mrs. Weasley öffnete eine Tür im oberen Stockwerk und ließ mich eintreten. Auf einem der Betten saß Ginny und grinste breit als sie mich sah, was ich erwiderte, doch da war noch eine andere junge Frau. Sie war kaum älter als ich und wunderschön, auch wenn ihr Gesicht von Hysterie und Tränen gezeichnet war. Sie trug ein langes, altes, weißes Kleid, was sicher einmal ein Brautkleid gewesen sein sollte. „Fleur- Liebes, jetzt beruhig dich doch!“, meinte Mrs. Weasley und tätschelte der vermeintlichen, blonden Braut den Arm. „Fleur, das ist Allison, meine große Schwester. Vielleicht kann sie ja helfen!“, meinte Hermine in einem so beruhigendem Tonfall, der schließen ließ, dass Fleur wohl gleich ausrasten könnte. Ich blieb wie angewurzelt stehen, schließlich hatte ich keine Ahnung wie ich ihr helfen sollte. Abwartend sahen mich alle an. „Ich… hab keine Ahnung was ich überhaupt hier soll!“, stammelte ich. „Fleurs Kleid gehörte einst ihrer Großmutter und sie soll es zu ihrer Hochzeit tragen, aber wie du siehst… nun ja… es ist… äh…“, sagte meine Schwester neben mir unsicher und wir legten beide den Kopf schräg um uns das Kleid besser zu betrachten. „ässlisch!“, schrie Fleur heulend. „Ich hätte individuell gesagt!“, kicherte Ginny hinter ihr, was ihr böse Blicke ihrer Mutter einbrachte. „Kannst du mir bitte elfen?“, fragte die Blondine mit furchtbarem französischem Akzent nun direkt an mich gewandt. „Ich kann’s zumindest mal versuchen“, murmelte ich und trat einen Schritt auf sie zu, den Blick bereits aufs Kleid gerichtet. „Was genau stellst du dir vor?“, fragte ich sie. „Isch weiß es nischt, es ist mir eigentlisch auch gleisch, sofern es wenigstens aussieht wie ein Brautkleid!“, jammerte sie flehend. Ich kniete mich vor sie und berührte den Stoff, ja damit konnte ich arbeiten. „Mrs. Weasley haben Sie ein Maßband und einen Stift für mich?“, fragte ich. „Aber sicher Liebes!“, sagte diese und verschwand kurz, um mir einige Sekunden später zu geben was ich gewünscht hatte. Ich stellte mich auf und begann ihr Maß zu nehmen, was ich mir auf dem Unterarm notierte. „Was machst du da?“, wollte die Blondine skeptisch wissen, hielt jedoch still wie eine Schaufensterpuppe. „Wann ist die Hochzeit?“, wollte ich wissen, ohne ihre Frage zu beantworten. „In drei Tagen!“, seufzte sie und auch ich stöhnte auf. „Dann kommst du ja reichlich früh damit an!“, sagte ich gereizt. „Du kriegst das doch hin, oder Ally?“, wollte nun Hermine wissen. „Ich denke mit ein paar Nachtschichten dürfte das zu schaffen sein!“, gab ich als Antwort und trat zurück, ich war fürs Erste fertig. Fleur fiel mir um den Hals und küsste meine Wangen. „Merci!“. „Pas de problème (=Kein Problem)!“, antwortete ich ihr. Mit Fleurs Brautkleid über dem Arm stapfte ich hinter Mrs. Weasley wieder in die Küche, wo Fred am Tisch über einer Zeitung saß. Er war schon süß. Irgendwie. Er schaute auf und grinste mich an. „Und alle Klarheiten beseitigt?“, wollte er wissen. „So sieht’s wohl aus!“, erwiderte ich lächelnd. „Was ist das?“, er deutete auf das Kleid. „Das Brautkleid deiner baldigen Schwägerin, ich werde mal Hand dran anlegen!“, sagte ich und er antwortete frech grinsend: „Wenigstens an etwas hier im Raum!“. Ich kicherte und schaute nervös zu Mrs. Weasley die jedoch geschäftig das Geschirr abwusch. „Können wir?“, fragte Fred und hielt mir seinen Arm so hin, dass ich mich einhaken konnte. „Mit dem größten Vergnügen!“, sagte ich. „Halt wartet, ich komm mit!“, hörte ich Hermine rufen, die gerade die Treppen herunter geeilt kam. Fred stöhnte genervt auf und auch mir ging es ähnlich. „Ich brauche mit Sicherheit keine Anstandsdame, auch wenn du dich perfekt für diesen Posten eignen würdest, Hermine!“, zischte ich wütend. „Einer muss ja darauf acht geben, dass ihr nicht übereinander herfallt wie wilde Tiere, so lange du eine Aufgabe hast. Wenn du dieses Kleid fertig hast könnt ihr zwei treiben was ihr wollt!“, wisperte sie wütend. „Verlass dich drauf!“, knirschte nun auch Fred an Hermine gewandt, bevor er laut an seine Mutter gerichtet sagte: „Wiedersehen Mum!“. Auch wir verabschiedeten Mrs. Weasley und apperierten dann in unseren Garten. Dieses Mal ließ Fred nicht zu, dass ich taumelte, er hatte die Hand um meine Taille gelegt und stützte mich, bis mein Kreislauf wieder funktionierte. Hermine stand mit verschränkten Armen vor uns: „Wird das heute noch was?“. Um sie zu ärgern, zog ich Fred am Kragen seines T-Shirts zu mir herunter und küsste ihn fordernd. Erst war er etwas perplex, doch dann begann er in den Kuss hinein zu grinsen und schlang seine Arme um mich. Hermine stöhnte laut auf und auch ich begann an Freds Lippen zu grinsen. Als ich von ihm abließ, rieb er sich schmunzelnd über die Lippen, während ich verführerisch ein „Gute Nacht“ hauchte und lasziv ins Haus stolzierte. Ich ging gerade Wegs in mein Zimmer, wo ich meinen Skizzenblock heraus kramte, er lag noch ganz unten in meinem Koffer, und mich gleich ans Werk machte. Irgendwie hatte ich es vermisst, ich hatte kaum meinen Stift zur Hand, da war ich auch schon abgetaucht. Daher bemerkte ich Hermine auch erst, als sie mich ansprach. „Seid ihr jetzt ein Paar?“, fragte sie im Türrahmen lehnend. „Was?“, ich mimte die Begriffsstutzige und schaute nicht von meiner Zeichnung auf. „Du und Fred… Seid ihr nun zusammen?“, fragte sie erneut und ganz sachte. Ich schaute zu ihr auf. „Nein sind wir nicht…“, entgegnete ich wahrheitsgetreu. Sie nickte und kam rein, um sich auf mein Bett zu setzten. „Warum nicht?“, fragte sie. „Wir kennen uns doch kaum Hermine und außerdem glaube ich, dass du mit deiner ‚Eine- von- Vielen’- Theorie gar nicht so unrecht hast!“, sagte ich. „Und wenn es nicht so wäre? Würdest du ihn wollen?“, hakte sie nach. Ich konnte ihr auf diese Frage nicht direkt antworten, doch wie auf Kommando begannen meine Lippen zu kribbeln, auf denen erst wenige Minuten zuvor Freds Lippen lagen. Wollte ich Fred Weasley? „Ich weiß es nicht!“, gab ich zu, „Ich komme aus einer Beziehung in der alles kaputt ging, weil ich mit dem Druck nicht klar kam. Mich in die nächste feste Bindung zu stürzen steht eigentlich nicht auf meiner To do- Liste und Fred ist mir noch völlig fremd… Ich… ich… vielleicht…“. Hermine grinste wissend. „Jetzt hör schon auf Hermine… Was würde es schon für eine Rolle spielen? Er war wie ich hinter dem Abendteuer her!“, stöhnte ich und widmete mich wieder meiner Zeichnung. Ich wollte nicht, dass sie den Schmerz in meinem Gesicht sah, den ich zu spüren begann. Aber wieso? Hermine wusste, dass das Thema erledigt war und schnitt es daher nicht weiter an. Stattdessen stand sie auf, schaute über meine Schulter auf meine Zeichnung und meinte: „Das sieht super aus!“. Sie küsste meinen Haaransatz, tätschelte im Rausgehen meine Schulter und murmelte leise: „Tut mir Leid!“. Die Träne die eine Sekunde später auf das Papier tropfte, sah sie nicht mehr. Aufgrund meiner Dienstleistung für ihre zukünftige Schwiegertochter, bat Mrs. Weasley Fred und George um eine Freistellung von der Arbeit, bis ich mit dem Kleid fertig war. Ich war einerseits froh Fred nicht sehen zu müssen und andererseits fehlte er mir irgendwie. Am Samstag sollte die Hochzeit stattfinden und Fleur wollte heute zur Anprobe bei uns vorbei kommen. Hermine wollte heute Abend in den Fuchsbau aufbrechen, da sie in einer Nacht und Nebelaktion Harry von zu Hause holen wollten. Es klingelte und ich schlenderte zur Haustür. Fleur begrüßte mich überschwänglich, mit drei Küsschen auf die Wangen verteilt, wie in Frankreich üblich. Sie folgte mir nervös in mein Zimmer, wo ich ihr das Kleid überreichte. Sie zog sich ohne jegliches Schamgefühl vor mir um. Ich wandte den Blick ab, erst als sie erfreut quiekte schaute ich wieder auf. „Es ist wunderübsch!“. Sie drehte sich aufgeregt um ihre eigene Achse. Ja ich hatte mich wirklich selbst übertroffen, doch selbst in dem Kartoffelsack, der das Kleid vorher war, hätte sie unglaublich ausgesehen. Von dem Aufschrei kam Hermine angerannt, die ebenfalls noch einmal beteuerte wie schön Fleur darin aussah. Ich stand auf und zupfte noch an der ein oder anderen Stelle des Kleides, so dass es richtig saß. Als ich mich aufrichtete lag Fleur vor Glück schluchzend in meinen Armen. „Merci beaucoup! Du ast misch gerettet… Es wäre mir eine große Ehre, wenn du als Dank zur ochzeit kommen würdest!“. Ich war total überrascht und auch Hermine, die ich über Fleurs Schultern hinweg sah, klappte der Mund auf. „Ich… Äh… Danke… Ich… Okay, ich komme gerne!“, stammelte ich verlegen und sie ließ mich glücklich los. Ich begleitete Fleur und ging in die Küche um etwas zu trinken. Im Wohnzimmer saßen meine Eltern und schauten fern. Ich schlenderte, mit einem Glas Wasser, hinter dem Sofa vorbei und schaute auf den Bildschirm. „Was seht ihr euch da an?“, fragte ich. Doch ich bekam keine Antwort. „Mum? Dad?“. Ich trat schräg neben das Sofa und schaute in ihre emotionslosen Gesichter, sie saßen da als würden sie mit offenen Augen schlafen. Der Anblick erschreckte mich, doch bevor ich ein weiteres Wort an sie richten konnte, hörte ich Hermine: „Es geht ihnen gut!“. Sie war aus der Küche getreten, den Zauberstab in der Hand. „Was hast du gemacht?“, wollte ich geschockt wissen. „Ich habe dir bereits von der Bedrohung erzählt, die zurzeit vorherrscht. Es ist zu gefährlich für sie, wenn sie mich kennen… Ich hab sie mit einem Vergessenszauber belegt!“, antwortete sie ruhig und sah mich durchbohrend an. Ich nickte. „Wo soll ich untertauchen?“, fragte ich, im gleichen Augenblick richtete Hermine ihren Zauberstab auf mich und flüsterte nur: „Tut mir Leid, Ally!“. Ich ließ mein Glas fallen und wich ihrem Zauber aus, in dem ich in die Diele sprang. Hermine schoss den nächsten Zauber, als ich panisch zur Haustür raushüpfte. Ich rannte, ohne richtig zu wissen wohin. Ich wusste sie würde nicht aufgeben, bis sie mich auf die gleiche Weise in Sicherheit wusste wie unsere Eltern, aber wie sie mich kannte wusste sie auch, dass ich nicht im Begriff war kampflos aufzugeben. Ich stieg keuchend in den nächsten Bus, der in die Stadt fuhr. In der kurzen Zeit, die ich da saß musste ich einen Plan finden. In London huschte ich wie Verfolgt zum „Tropfenden Kessel“. Tom, der Wirt, kannte mich bereits, Fred hatte uns vorgestellt. Ich bat ihn mir den Weg in die Winkelgasse zu öffnen und wenige Minuten später rannte ich diese entlang. Der Laden war bereits geschlossen, doch ich hämmerte laut gegen die Tür. Sie waren sicherlich noch am Aufräumen. Fred kam nach vorne und öffnete mir grinsend die Tür. Völlig erschöpft schmiss ich mich in seine Arme, erst jetzt bemerkte er, dass ich total außer Atem war. *Seine Sicht* „Ally ist alles in Ordnung?“, fragte ich sie besorgt und zog sie herein um die Tür zu schließen. Sie schüttelte den Kopf und hielt sich die Seite. „Bist du verletzt?“, fragte ich und nahm die Hand von ihrer Seite, an der jedoch nichts zu sehen war. Wieder schüttelte sie den Kopf und im selben Augenblick kullerten dicke Tränen über ihre Wangen. Ich zog sie in meine Arme um sie zu beruhigen. „Was ist los Süße? Hast du Fleurs Kleid vermurkst?“, versuchte ich sie aufzuheitern, was mir nicht gelang. „Nein, Hermine…“, schniefte sie laut und begann zu erzählen. „Ich wusste nicht wo ich hin sollte!“, wimmerte sie leise, als sie mit ihrer Geschichte fertig war und sich etwas beruhigt hatte. „Schon okay!“, antwortete ich und strich ihr eine Locke hinter ihr Ohr, sie lächelte mich schwach an und murmelte leise: „Ich hab dich vermisst!“. Ich wollte ihr antworten, doch die Glocke über der Tür schellte. Gespannt schauten wir zu dem Regal, das die Sicht auf den Eingang verwehrte und warteten, wer da kam. „Allison, bitte!“, sagte Hermine flehend, als sie vor uns trat. „Nein!“, wisperte Ally leise. „Du lässt mir keine Wahl, es ist doch nur zu deiner Sicherheit!“, sagte Hermine und richtete ihren Zauberstab auf Allison. Ich zog sie automatisch hinter meinen Rücken und zückte ebenfalls meinen Zauberstab, den ich auf Hermine richtete. „Sie kann alleine entscheiden!“, knurrte ich wütend und fixierte sie, Hermine tat es mir gleich. „Halt dich daraus Fred, sie ist nicht deine Schwester!“, zischte sie. „Was nicht heißt, dass sie mir nicht wichtig ist und du wirst sie mir nicht wegnehmen!“, erwiderte ich. „Sie kann ja nicht mal zaubern, wie soll sie sich verteidigen?“, schrie Hermine nun, den Tränen nahe. „Sie wird sich nicht verteidigen müssen, ich werde auf sie aufpassen, es wird ihr nichts passieren!“, funkelte ich. „Zauberstab runter, Granger!“, sagte George, der hinter Hermine stand, ebenfalls seinen Zauberstab erhoben. Hermine schaute zwischen uns hin und her. „Du bist zwar schlau, Kleine, aber du schaffst uns nicht beide!“, sagte George drohend. Hermine zögerte und ließ ihren Zauberstab schließlich sinken. In diesem Moment stürmte Allison auf sie zu und die Beiden lagen sich weinend in den Armen. „Ich weiß, du meinst es nicht böse Hermine und willst mich nicht verlieren, aber du musst verstehen, dass ich dich verliere, wenn du mir die Erinnerungen nimmst. Und das könnte ich nicht ertragen. Ich will nicht das Einbüßen, was ich bin. Nicht dich. Nicht Mum und Dad. Nicht… Fred!“, sagte sie, das Gesicht ihrer Schwester in den Händen haltend. George und ich beobachteten die Szene schweigend. Hermine nickte und schloss ihre Schwester wieder fest in die Arme: „Ich hab dich lieb Ally!“. Dann wandte Hermine sich an mich. „Solltest du nicht für ihre Sicherheit sorgen oder ihr gar selbst wehtun, dann schwöre ich dir Fred Weasley, wirst du mir nicht davon kommen!“, sagte sie und hob ihren Zeigefinger, mit dem sie auf mich zeigte. Ich nickte grinsend. Dann ließ Hermine Allison los und diese kam auf mich zu. Sie legte ihre Arme um meinen Bauch, ich meine um ihre Taille, und sah zu mir auf. „Bist du nun ein Weiberheld oder nicht?“, fragte sie lächelnd und ihre immer noch tränennassen Augen strahlten. „Ich will lieber nur dein Held sein!“, antwortete ich ihr ehrlich und spitzbübisch grinsend. Sie schüttelte sachte ihren Kopf und lachte leise: „Gute Antwort!“. Dann neigte ich meinen Kopf und küsste sie zärtlich, was sie erwiderte.

27.55 % der User hatten die Auswertung: Steckbrief Name: Hailie Potter Alter: 15 Geschwister: Harry Potter, 15 Blutstatus: Halbblut Aussehen: glatte, rote Haare, die bis über die Schultern reichen, hellblaue Augen, Stupsnase, 1.65 m groß und zierlich Beruf: Schülerin (Gryffindor) Charakter: schlagfertig, klug, witzig, frech, temperamentvoll Zeitpunkt der Geschichte: Kurz vor Harrys Ankunft im Hauptquartier des Orden (5. Jahr) Alles hatte damit begonnen, dass ich nach den Sommerferien von Beauxbaton nach Hogwarts wechseln sollte, auf ausdrücklichen Wunsch des dortigen Schulleiters und meiner Tante. Gelangweilt saß ich auf dem Fenstersims und schaute den nur von Straßenlaternen beleuchteten Ligusterweg hinunter. Den ganzen Tag hatte ich noch nichts von meinem besten Freund Harry gehört. Normalerweise sahen wir uns jeden Tag in den Ferien, doch heute war er nicht gekommen. Um meine Beine schnurrte eine der vielen Katzen meiner Tante, die ich als Pinkie ausmachte. „Alles treulose Tomaten, nicht wahr? Hast du Hunger Süße?“, fragte ich und streichelte sie. Dann stand ich auf um die hungrige Meute zu füttern. Ich lehnte mich an die Küchenzeile und verlor mich wieder in Gedanken. Die ganze Sache war wirklich merkwürdig. Als ich eingeschult wurde, wollte meine Tante unbedingt, dass ich nach Beauxbaton gehe, obwohl wir in England wohnten und jetzt sollte ich mein 5. Jahr in Hogwarts beginnen? Und was hatte der Schulleiter damit zu tun? Nicht Mal zum trimagischen Turnier hatte ich mit gedurft, worüber ich im Nachhinein froh gewesen war. Ich war nicht wirklich traurig, nicht mehr nach Frankreich zu müssen. Ich war zwar beliebt unter den Mädchen gewesen, aber mit keiner von ihnen hatte ich mich wirklich angefreundet. Und in Hogwarts war Harry, mein bester Freund, seit ich denken konnte. Wir hatten viel gemeinsam, unter anderem waren wir beide Waisen. Ich hatte wirklich Glück, dass er im Haus gegenüber wohnte, bei seinen schrecklichen Verwandten. Trotzdem, die ganze Sache war suspekt. Meine Gedanken wurden je unterbrochen, als die Tür aufgerissen wurde und meine Tante darin auftauchte. „Tante Arabella, du siehst aus als hättest du ein Gespenst gesehen!“, sagte ich erschrocken. „Dementoren!“, sagte sie, „Hailie- Schatz, geh pack dein nötigstes Zeug… Noch heute Nacht wirst du den Ligusterweg verlassen!“. Verwirrt sah ich sie an. Sicher sie war etwas schrullig, manche hätten wohl auch gesagt Arabella Figg sei verrückt, doch sie war mir immer eine liebevolle Tante gewesen, auch wenn sie nun den Verstand völlig verloren zu haben schien. „Was? Wo soll ich denn hin? Es gibt doch nur dich und mich, Tante Arabella! Wir haben sonst niemanden…“, sagte ich ruhig und hoffte, sie würde wieder zu Vernunft kommen. „Hallie, Dementoren in unserer Nachbarschaft. Du bist hier nicht länger sicher Kind, ich kann dich nicht länger beschützen! Hab keine Angst, vertrau mir einfach!“, sagte sie, nahm meine Handgelenke in ihre Hände und zog mich näher zu sich um mich eindringlich anzusehen. Sie erzählte mir von dem Vorfall mit Harry. Jetzt verstand ich nur noch Bahnhof, doch ich gehorchte ihr. In meinem Zimmer stopfte ich alles in zwei große Tragetaschen und hörte wie meine Tante im Erdgeschoss mit jemandem sprach. Ich beschleunigte meinen Prozess und taumelte bepackt die Treppen herunter. In der Küche stand ein Mann mit langem weißen Bart, ich hatte ihn noch nie zuvor leibhaftig gesehen und doch war er mir nicht unbekannt. „Haille, ich bin…“, setzte er an und für mich total untypisch fiel ich ihm ins Wort, denn die Sache wurde mir immer suspekter: „Ich weiß wer Sie sind… Sie sind Albus Dumbledore, der Schulleiter von Hogwarts!“. Er lächelte und schaute über die Gläser seiner Halbmond- Brille auf mich herab. „Ein schlaues Kind, Arabella!“, sagte er an meine Tante gewandt, ohne mich aus den Augen zu lassen. „Was mich viel mehr interessiert ist, warum Sie überhaupt hier sind, Sir!“, sagte ich selbstbewusst. „Ich werde dich heute Nacht mitnehmen zum Hauptquartier des Phönix Ordens, der zum Schutz…“. Wieder fiel ich ihm ins Wort: „Ich weiß, was der Orden des Phönix ist!“. Jetzt sah er mich verblüfft an und ich schob gleich die Erklärung dafür nach: „Ich lese viel!“. Er nickte wieder grinsend. „Aber warum ich, Sir? Was sollten die Dementoren von mir wollen?“, fragte ich weiter. Meine Tante warf Dumbledore einen unsicheren Blick zu, der mir nicht unbemerkt blieb. „Die Dementoren haben kein direktes Interesse an dir, sind jedoch eine Gefahr für jeden der ihnen in die Quere kommt. Und nun bitte ich dich keine weiteren Fragen zu stellen, den die Antworten, die du so sehr ersehnst wirst du auch bekommen, nur nicht unbedingt heute Abend!“. Ich nickte, darauf konnte er sich verlassen, denn ich würde nicht eher Ruhe geben. „Sei unbesorgt, dein bester Freund wird auch noch heute Abend, an denselben Ort gebracht an den du kommst!“, sagte er beruhigend, als hätte er meine Gedanken gelesen. „Es ist Zeit!“, sagte er und bedeutete mir mich von meiner Tante zu verabschieden. Ich drückte sie fest an mich und versprach ihr zu schreiben, dann hielt ich mich an Dumbledores Arm fest, den er mir hinhielt und wir apparierten. Ich klammerte mich an einer Parkbank fest, als wir wieder erschienen und keuchte schwer. Dumbledore grinste mich abwartend an. Ich sammelte mich und fuhr mir zweimal mit den Händen durch die offenen Haare, dann nickte ich ihm zu um zu symbolisieren, dass ich soweit war. Wir verließen den Park und traten auf eine Straße, wo Dumledore etwas murmelte und ein Haus zwischen den Hausnummern 12 und 14 erschien. Mit hochgezogenen Augenbrauen beobachtete ich den Vorgang. In dem alten Haus sah es nicht besser aus, als seine Fassade bereits den Anschein machte. Alles war staubig und voller Spinnennetze, in einem alten Hollywood- Film wäre das sicher nicht das Geheimversteck der Guten gewesen. Ich folgte Dumbledore in eine kleine Wohnküche, in der ein lauter Tumult herrschte, der sofort verstummte, als wir eintraten. Alle Anwesenden starrten mich an, was mir Unbehagen bereitete. Eine kleine, rothaarige Frau stand auf und sagte endlich etwas. „Du musst sicher Hailie sein? Hast du Hunger Schätzchen?“, fragte sie mich mütterlich und besorgt. „Nein… Danke Ma’ am!“, antwortete ich. Und rang mir ein freundliches Lächeln ab. „Sie ist sicher müde, Molly!“, mischte sich ein dunkelhaariger Mann ein, der mich die ganze Zeit mit glänzenden Augen und einem Lächeln unentwegt anstarrte und den ich aus der Zeitung kannte. Es war kein geringerer als Sirius Black. Es rutschte mir einfach so heraus: „Warum starren Sie mich so an?“. Er grinste. „Du erinnerst mich nur an ein Mädchen das ich mal kannte…“, murmelte er. Ich nickte und wandte den Blick ab. „Deine Sachen sind schon in deinem Zimmer, du teilst es dir aber mit meiner Tochter Ginny und Hermine! Es ist wenn du die Treppe hochgehst, das zweite Zimmer auf der linken Seit im Flur!“, sagte die Frau, die eben mit dem Namen Molly angeredet wurde. „Sie entschuldigen mich!“, sagte ich in die Runde und machte mich auf den Weg durch das gespenstige, alte Haus. Ich klopfte an der zweiten Tür und wartete darauf, dass ich herein gebeten wurde. *Seine Sicht* Fred und ich fuhren auseinander, nur Mum klopfte an. Schnell schoben wir die Scherzartikel an denen wir gerade arbeiteten unter Freds Bett, dann riefen wir gleichzeitig: „Herein!“. Die Tür öffnete sich einen Spalt und ein hübsches Mädchen streckte ihren Kopf durch. „Oh… Ihr seid definitiv nicht Hermine und Ginny, tut mir Leid!“, sagte sich lächelnd und wollte die Tür bereits wieder schließen, als Fred rief: „Moment mal, Süße…!“. Sie schob ihren Kopf wieder durch den Spalt und fragte, mit einer gehobenen Augenbraue: „Wie hast du mich gerade genannt?“. „Süße!“, wiederholte Fred sein Wort grinsend. Sie atmete tief ein. „Ich hasse Kosenamen!“, gab sie leicht genervt zu verstehen. „Du wirst dich dran gewöhnen müssen!“, grinste mein Bruder frech. Wieder wollte sie die Tür schließen, doch jetzt war ich es der sie zurück rief. „Hey, warte!“. Sie schob die Tür dieses Mal richtig auf und stemmte eine Hand in die Hüfte. „Wollt ihr mich zum Narren halten Jungs? Davon würde ich euch nämlich schnellstens abraten!“, zischte sie. „Eigentlich wollte ich nur wissen, wer du bist!“, sagte ich, nun ebenfalls grinsend. Die Kleine hatte Temperament. „Ich bin Hailie und ich soll die restlichen Sommerferien hier verbringen, bevor ich ebenfalls nach Hogwarts gehen werde! Ich hoffe diese Informationen reichen euch, denn mehr wird es vorerst nicht geben!“, antwortete sie zuckersüß. Fred und ich nickten. „Ich würde euch raten, sie nicht zu sehr zu reizen, das könnte unschön für euch ausgehen… Fragt meinen Cousin Dudley!“, hörten wir Harrys Stimme, hinter Hailie. Sie drehte sich erschrocken um und sprang ihm in die Arme. „Harry, geht’s dir gut?“, plapperte sie aufgeregt, als sie einander losgelassen hatten. „Ja, mir geht’s gut danke… Es ist schön das du hier bist Hailie!“, antwortete er ihr. „Harry ich wusste gar nicht, dass du so ne süße Freundin hast!“, mischte sich Fred in die Zweisamkeit ein. Hailie streckte ihm die Zunge heraus, woraufhin wir lachten. „Ihr seid wirklich ein schönes Paar!“. „Was?“, fragte Hailie erschrocken und nun war sie es, die lachte. „Hailie und ich sind zusammen aufgewachsen, sie ist meine beste Freundin!“, entgegnete Harry schmunzelnd, während Hailie immer noch lachte. Irgendwie fand ich es gut, dass sie nicht zu Harry gehörte. „Hailie, das sind Fred und George Weasley, Rons große Brüder!“, stellte Harry uns vor und Hailie nickte uns grinsend zu. „Na komm, ich stell dir die Anderen vor!“, fügte er hinzu und zog sie an ihrer Hand weiter, im Gehen drehte sie sich noch zu uns um und winkte uns zu. „Es scheint als hätten wir doch noch schönere Aussichten, als das alte Gemäuer!“, meinte ich zu Fred, der grinsend erwiderte: „So sieht’s wohl aus, George!“. *Deine Sicht* Die Tage im Hauptquartier vergingen wie im Flug und nach Harrys Verhandlung konnte ich mich auch endlich entspannen. Ich fühlte mich mittlerweile richtig wohl unter ihnen, nur in Sirius Nähe erfasste mich Unbehagen, da er mich ständig unentwegt anstarrte. Erwiderte ich seinen Blick lächelte er mich stets an. An einem Nachmittag war ich in der Küche zu Gange, ebenso die Zwillinge, die Zauberschach spielten und mich aus der Reserve locken wollten. Das hatte sich zu einer Art Spiel zwischen uns entwickelt. „Also durftest du nicht mit zum trimagischen Turnier?“, fragte Fred, der seine Hände hinter dem Kopf verschränkt und die Füße lässig auf den Stuhl neben sich gelegt hatte. Ich nickte und trocknete weiter das Geschirr ab, da bald eine Ordens Versammlung stattfinden würde, ohne ihn anzusehen: „So sieht’s wohl aus!“. George hörte uns belustigt zu, hielt sich aber bedeckt, während er grübelnd das Schachbrett betrachtete. Fred hatte bereits vor einigen Minuten gezogen und würde George jetzt den falschen Zug machen, würde er verlieren. Dessen war er sich bewusst. Die Beiden spielten ziemlich gut Schach, weswegen sich George in dieser Runde schwer tat. „Du warst sicher ein böses Mädchen!“, lachte Fred spitzbübisch auf und hob die Brauen. Ich warf ihm einen überlegenen Blick zu und lächelte vielsagend. Ich wusste, dass es sie wahnsinnig machte, etwas nicht zu wissen. „Wie alle geschaut hätten, wenn du mit mir zum Ball gegangen wärst!“, grinste Fred selbstsicher. Ich ließ das Geschirrtuch auf die Anrichte fallen, erwiderte sein Grinsen und ging um den Tisch herum. Neben George blieb ich stehen, dieser schaute grinsend vom Schachbrett auf. Ich neigte mein Gesicht zu ihm herunter, so dass es nur wenige Zentimeter von seinem entfernt war, eine Hand legte ich hinter ihn auf seine Stuhllehne, die Andere vor ihn auf den Tisch und hauchte grinsend: „Ich wäre aber mit George gegangen!“. George schluckte und hielt inne, ich küsste sachte seine Wange, richtete mich lasziv und verführerisch grinsend auf, machte auf dem Absatz kehrt und rief im Rausgehen: „Springer nach A5, Schachmatt Fred!“. Fred schrie empört auf und ich spürte Georges Blick in meinem Rücken, wie er mir verdattert nachstarrte. Ich musste mir ein Lachen verkneifen, es machte mir höllischen Spaß unser Spiel. Im Flur traf ich auf Mrs. Weasley, die einen Mann bei sich hatte, den ich zuvor noch nicht hier gesehen hatte. Er hatte fettige schwarze Haare und eine große, spitze Nase, doch er lächelte mich undefinierbar an. Ich hörte wie die Zwillinge aus der Küche stürzten, jedoch bei seinem Anblick abrupt abbremsten und in der Tür stehen blieben. „Oh gut dass du da bist, Liebes! Hailie das ist dein Professor für Zaubertränke auf Hogwarts, Professor Snape. Severus, das ist Hailie… Figg!“, stockte Mrs. Weasley bei meinem Nachnamen, was ich aber gekonnt überging. „Es freut mich sehr sie endlich kennen zu lernen, Miss Figg! Sie werden sicher eine große Bereicherung für Hogwarts werden“, sagte der Professor. Ich nickte: „Danke, Professor! Sie entschuldigen mich…“. Ich kannte ihn bereits aus Harrys unzähligen Briefen und wusste, dass er ein ziemlicher Kotzbrocken war, nur wieso war er zu mir so freundlich? Ich ging die Treppen empor und grübelte bereits über die Bedeutung der gerade vorangegangenen Geschehnisse nach. Fred und George folgten mir auf dem Fuß. „Oh sieht so aus als hätte Hailie bereits den ersten Verehrer auf Hogwarts!“, säuselte Fred provozierend. „Der warst doch bereits du!“, murmelte ich als Gegenschlag, war jedoch total abwesend. George lachte auf. Ich ging geradewegs in mein Zimmer und wollte die Tür bereits hinter mir schließen, doch George hielt die Tür auf. Ich drehte mich zu ihm um. „Alles in Ordnung, Hailie?“, fragte er und musterte mich besorgt. „Äh… ja danke, alles okay… Ich… ich will meiner Tante nur einen Brief schreiben!“, log ich schlecht, er nickte, schien aber nicht überzeugt. „Falls du über irgendwas reden willst, weißt du ja wo du mich findest!“, bot er an und schloss die Tür hinter sich. „Hailie?“, das war Hermine, sie befand sich ebenfalls in unserem Zimmer und wurde misstrauisch, als ich nach einigen Sekunden immer noch die bereits geschlossene Tür anstarrte. Ich drehte mich zu ihr um. „Hier läuft irgendwas Krummes…“, murmelte ich und setzte mich auf mein Bett. „Wie meinst du das?“, wollte sie interessiert wissen und schlug ihr Buch zu, in dem sie zuvor gelesen hatte. „Ich weiß nicht recht… Einerseits hab ich das Gefühl ich wäre des Rätsels- Lösung auf der Spur und andererseits kann ich mir doch keinen Reim aus Alldem machen!“, grübelte ich in Gedanken und schaute an ihr vorbei durch das gegenüberliegende Fenster. „Ich hab keine Ahnung wovon du redest…“, gestand sie mir Kopfschüttelnd. „Ich bin aus einem bestimmten Grund hier, Hermine, auch wenn das alle leugnen. Das ist kein Zufall… Und ich glaube es hat irgendetwas mit meiner Herkunft zu tun!“, bekannte ich mich zu meinem Verdacht und sah sie zum ersten Mal an. „Deiner Herkunft?“, wiederholte sie stutzig. Ich nickte. „Ich habe keine Ahnung wer meine Eltern waren, denn Niemand hat es mir je gesagt und doch scheinen alle etwas zu wissen, alle außer mir…“, schloss ich mein Plädoyer. Hermine wurde unruhig und senkte schnell den Blick. „Ach was, das bildest du dir sicher nur ein, Hailie!“, beteuerte sie ohne mich anzusehen. „Hermine, weißt du auch etwas darüber?“, fragte ich sie unverblümt. Nervös hob sie ihren Blick wieder: „Nein, natürlich nicht! Was sollte ich wissen? Du warst mir bis vor einigen Tagen völlig unbekannt!“. Ich gab mich damit zufrieden, glaubte ihr jedoch kein Wort. *Seine Sicht* Hailies Reaktion am Nachmittag als ihr Snape begegnet war, hatte mir nicht gefallen. Irgendetwas beschäftigte sie. Denn ganzen Abend hatte ich bereits darüber nachgedacht. Ich war so abwesend mit meinen Gedanken gewesen, dass mir zwei Scherzartikel bei der Herstellung explodiert waren, sehr zu Freds Missfallen. „Die Kleine hat’s dir ganz schön angetan George!“, maulte er wütend und wischte den Ruß aus seinem Gesicht. „Erzähl keinen Stuss, Alter! Ich mach mir lediglich Sorgen um sie, sie wirkte so apathisch eben!“, erwiderte ich meinem Bruder. „Ja, ja George, Sorgen… So siehst du sie auch an!“, motzte Fred weiter. „Du bist doch nur sauer, weil sie dich eben im Schach geschlagen hat!“, sagte ich. „Dir kannst du weiß machen was du willst, mir machst du das nicht! Außerdem hätte ich dich geschlagen, du hättest diesen Zug nämlich nicht gesehen und jetzt halt die Klappe und konzentrier dich, bevor du noch mehr von unserem Geld in die Luft gehen lässt!“, beendete Fred die Konversation. Er würde eh nicht von seiner Meinung abweichen! Hailie hatte mir nichts angetan, ich mochte sie eben und klar, sie sah gut aus, ziemlich sogar. Fred schlief bereits wie ein Stein, es war auch schon recht spät. Doch der Durst hielt mich wach. Ich schlich mich durch das dunkel liegende Haus zur Küche, unter deren Türspalt Licht durch flimmerte, sicher war Sirius noch auf. Ich schob die Tür auf und trat ein. Im Kamin brannte das letzte bisschen Holz gerade herunter und da saß nicht Sirius. „Hey, was machst du noch auf?“, fragte ich sie. Hailie hockte auf der Küchenzeile und ließ ihre nackten Füße baumeln, wie ich trug sie schon ihre Schlafsachen, die aus einem dunklen T-Shirt und einer karierten, langen Hose bestanden. „Das Selbe könnte ich dich fragen!“, sagte sie müde lächelnd und musterte mich schmunzelnd. „Netter Pyjama!“, sagte sie frech. „Jetzt tu nicht so, als hättest du noch nie einen Typen in Unterwäsche gesehen!“, setzte ich grinsend zum Gegenschlag an. „Tu ich ja gar nicht, es ist nur lustig, dass ihr alle in Boxershorts und T-Shirt schlaft!“, kicherte sie, als ich mich neben sie an die Zeile lehnte. „Aha also schon so viele, dass du Vergleiche ziehen kannst…“, tat ich empört. „Nein… so ist es gar nicht… Ich…“, stammelte sie leicht hysterisch. „Schon gut, ich nehme dich nur hoch, Kleine!“, lachte ich. Sie zog den Mund und die Stirn kraus, boxte mir sachte auf den Oberarm und jammerte: „Nicht du auch noch mit diesen blöden, bedeutungslosen Kosenamen…Es reicht doch, wenn Fred es schon nicht lassen kann! “. „Wieso bedeutungslos? Du bist klein!“, lachte ich wieder. „Soll ich dich ab jetzt etwa Blödmann nennen, denn das passt ja dann auch!“, sagte sie finster blickend. „Ist ja schon gut, ich wollte mich nicht darüber lustig machen… Außerdem bist du ja ne ganz Große, jedenfalls für mich!“, säuselte ich verzeihend. „Gut gerettet, Schleimer!“, sagte sie grinsend, „Wenn du irgendwann mal einen passenden Spitznamen für mich gefunden hast, kann ich vielleicht eine Ausnahme bei dir machen!“. Ich lächelte: „Ich werde mir die größte Mühe geben!“. Sie erwiderte mein Lächeln. „Sagst du mir jetzt was du hier machst?“, fragte ich sie erneut. „Ich kann nicht schlafen und du?“, gab sie zurück. „Ich wollte eigentlich nur was trinken… Was beschäftigt dich?“, wollte ich weiter wissen. „Ach, Sachen die einen um kurz nach eins nicht mehr beschäftigen sollten!“, sagte sie schwach lächelnd und wandte den Blick der gegenüberliegenden Wand zu. *Deine Sicht* „Vielleicht kannst du besser schlafen, wenn du deine Sorgen teilst?“, fragte er mich süß lächelnd. Ich seufzte tief aus. „Ich glaube, dass fast Jeder hier im Haus etwas über mich weiß, das ich nicht weiß und ich vermute, es hat was mit meinen Eltern zu tun!“, sagte ich ehrlich. George nickte, keine Spur von Nervosität, keine Unsicherheit. Er schien also nichts zu wissen, denn so ein guter Schauspieler war er nicht. „Wie kommst du darauf?“, fragte er mich, was mich aufbaute, er sagte nicht gleich, ich würde mir was Einbilden, wie Hermine. „Alleine wie Sirius mich immer ansieht oder deine Mutter sich mit meinem Nachnamen so schwer tut... Oder die Tatsache, dass ich hier bin und ich plötzlich nach Hogwarts gehen soll… Ach ich weiß es doch auch nicht richtig George!“, jammerte ich. Er legte mir eine Hand aufs Knie und antwortete besänftigend: „Ich hab auch keine Ahnung warum das alles so ist Hailie, aber ich denke, du wirst die Antworten auf deine Fragen schon noch bekommen! Und um ehrlich zu sein… die Tatsache, dass du jetzt hier bist, nach Hogwarts kommst und ich dich kennen lernen durfte macht mich ziemlich froh!“. Er lächelte mich so süß an und ich hatte das Gefühl in seinen Augen zu versinken. Langsam kamen unsere Gesichter sich näher und ich hielt den Atem an, als seine Nase meine sachte stupste und ich seinen Atem bereits auf meinen Lippen spürte. Ich schloss die Augen und versuchte das Kribbeln in meinem Bauch zu ignorieren- vergebens! Doch bevor seine Lippen die meinen berühren konnten, fuhren wir, durch ein lautes Krachen aufgeschreckt, auseinander. Kreacher war aus einem der Schränke geplumpst und hatte einige Pfannen mit sich gerissen. Mit weit aufgerissenen Augen sah ich auf den alten Hauselfen, der keine weitere Notiz von uns nahm. Dann sah ich George an, der mich schief anlächelte, was ich erwiderte. „Ich geh dann mal ins Bett!“, meinte ich und hüpfte von der Zeile. „Ich auch!“, schloss er sich mir an und wir liefen schweigend durch den dunklen Flur. Vor seinem Zimmer stellte ich mich auf die Zehenspitzen, zog ihn an seinen Schultern etwas zu mir herunter, er war echt groß, und gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Danke fürs zuhören! Schlaf gut!“, wisperte ich leise. „Immer wieder gerne! Ja du auch!“, flüsterte er und wir verschwanden Beide in unsere Zimmer. Die restliche Zeit im Hauptquartier verging Ereignislos und wie im Flug. Ich fand in den Zwillingen gute Freunde, besonders in George. Den Abend in der Küche erwähnte keiner von uns je, wir taten Beide so als ob es nicht passiert wäre. Doch die Zeit schien die Spannung die sich seither zwischen uns aufgebaut hatte weiter zu verstärken. Wir saßen zum Frühstück am Gemeinschaftstisch der Gryffindors, zu denen ich mich auch zählen durfte. Wie immer saß ich zwischen Fred und George und gegenüber von Harry. Ich hatte mich in Hogwarts bereits ganz gut eingelebt, auch wenn es erst wenige Wochen meine neue Schule war. Ich griff nach der Butter, die auch George sich gerade greifen wollte. Unsere Hände berührten sich und er ließ seine Finger über meinen Handrücken streichen, als er seine Hand zurückzog. Wie immer bei diesen zufälligen Berührungen durchfuhr es mich wie ein Stromschlag. Ich hob meinen Blick und verlor mich in seinem süßen Lächeln. „Nach dir!“, lachte er, nachdem er mir die Butter überlassen hatte. „Durch und durch ein Gentleman!“, streckte ich ihm grinsend die Zunge raus und zwinkerte ihm ein Auge. Wir sahen uns noch einen Moment grinsend an, wobei ich darauf bedacht war, ihm nicht zu viel durch meinen Blick zu verraten. „Hailie, wir müssen, wir haben Umbridge!“, meinte Harry und schaute abwechselnd George und mich skeptisch an. „Ja du hast Recht, lasst uns gehen!“, sagte ich nervös und erhob mich gleich von der Bank, wobei ich Fred mit meinem Fuß traf. „Aua!“, rief dieser auf und rieb sich die Elle. „Tut mir Leid, Fredilein!“, entschuldigte ich mich und wuschelte im vorbei gehen seine Haare durch. Ein letzter Blick auf George, der mich immer noch so süß angrinste und dann flitzte ich aus der Halle. Harry ließ sich etwas zurückfallen und zischte leise: „Was läuft da zwischen dir und George?“. „Was?“, erwiderte ich geschockt hysterisch. „Ach bitte Hailie, verkauf mich nicht für blöd! Du bist meine beste Freundin, seid ich denken kann, ich sehe es dir doch an! Also?“, fragte Harry weiter. „Da ist echt nichts Harry!“, versuchte ich nun betont lässig zu klingen. „Wo ist nichts?“, mischte sich nun Ron ein, der sich zu uns umgedreht hatte. „Ach nichts Ron!“, meinte Harry und musterte mich noch einmal grinsend. Er hatte Recht, er war mein bester Freund, ich konnte ihm nichts vormachen, schließlich spürte ich sogar seine Narbenschmerzen. Die pinkfarbige Pest schlenderte durch die Reihen und schwatze mal wieder von Fudge. Ich hasste diese Frau und noch mehr hasste ich ihre Gespräche oder die Tatsache, dass Harrys Hand von feinen Narben geziert wurde. Aber wie alle anderen auch musste ich sie über mich ergehen lassen. Nach der Stunde machte ich einen Umweg, denn ich wollte noch meine Hausarbeit bei Professor McGonagall abgeben. Hinter der nächsten Ecke kam mir jemand entgegen gerannt, die Wucht des Zusammenpralls riss mich zu Boden. „Hailie!“, hörte ich Georges erschrockene Stimme und schon packte er mich an den Armen und zog mich wieder auf die Beine. „Was ist los? Warum rennst du so?“, wollte ich verwirrt von ihm wissen, wobei ich mir die Antwort hätte denken können. „Fred und ich haben Snape einen Streich gespielt und er folgt mir. Fred konnte sich irgendwo verstecken!“, haspelte er. „Spiel einfach mit!“, wisperte ich. Schon im nächsten Moment kam besagter Snape mit wutverzerrtem Gesicht um die Ecke. „Weasley, Sie Narr, was bilden Sie sich eigentlich ein?“, schrie er. „Was ist denn los Professor?“, wollte ich mit Unschuldmine wissen. „Finden Sie es etwa witzig, in jede Ampulle im Raum Shampoo einzufüllen?“, tobte er weiter und ich musste mit einem Lachen kämpfen, das war echt ein genialer Streich. „Aber wieso beschuldigen Sie George? Er kann es nicht gewesen sein, er war die ganze Zeit bei mir gewesen!“, säuselte ich zart. Snape sah mich einen Moment zweifelnd an und sein Zorn schien zu verpuffen. „Wenn das so ist…“, zischte er und warf George noch einen giftigen Blick zu, ehe er sich umdrehte und ging. George und ich hielten die Luft an bis er außer Reichweite war. Dann schlang George seine Arme um meine Hüften, hob mich hoch und wirbelte mich lachend im Kreis. Ich lachte ebenfalls und hatte meine Hände auf seinen Schultern liegen. „Du hast mir den Hintern gerettet! Du bist ein Engel, Hailie!“, sagte er als er stehen blieb und mich anstrahlte, er trug mich immer noch auf seinen Armen. „Ich kann dich doch nicht Nachsitzen lassen!“, kicherte ich und schaute ihm in die Augen. Immer noch lächelnd ließ er mich langsam runter, ohne seine Arme von mir zu lösen und unsere Gesichter kamen sich näher. Ich schloss die Augen und… Peng! Erschrocken schrie ich auf, George und ich standen plötzlich einen guten Meter auseinander und er schaute nicht minder überrascht darüber. Wir vernahmen ein Räuspern, zu dem wir uns umkehrten. „Jungen und Mädchen haben mindestens einen Meter Abstand voneinander einzuhalten!“, säuselte Umbridge zuckersüß, ihren Zauberstab erhoben. Es sollte einfach nicht sein… War es mir etwa nicht vergönnt den süßesten Typen auf Erden zu Küssen? Mir platzte der Kragen. „Ist das etwa der Abstand, den Sie auch zu Cornelius einhalten müssen?“, fragte ich ebenso zuckersüß, wie sie einige Sekunden zuvor. Ich hörte George unterdrückt prusten. Ihr Blick verfinsterte sich und sie keuchte empört auf. „Nachsitzen Miss Figg, heute Abend in meinem Büro!“, war ihre gepresste Stimme zuhören. George wollte protestieren, doch mit einem nicht zu sehenden Schwenker meines Zauberstabs ließ ich ihn verstummen. Umbridge verschwand hinter der nächsten Ecke. Bevor ich George seine Stimme zurückgab und er beginnen konnte zu protestieren wiederholte ich schwach lächelnd, als ich vor ihm stand: „Ich kann dich doch nicht Nachsitzen lassen! Wag dich nicht zu protestieren!“. Dann küsste ich sachte seine Wange und gab ihm die Stimme zurück. George schimpfte den ganzen Weg über mit mir, was ich irgendwie süß fand. Am Abend machte ich mich auf den Weg zu der alten Gewitterhexe. Der Satz ‚Ich soll mein freches Mundwerk hüten’ war bald blutig auf meiner Hand zu lesen, aber mich würde das Miststück nicht klein kriegen. *Seine Sicht* Verschlafen stand ich mit meinen Geschwistern im Büro des Direktors, alle trugen wir noch unsere Schlafanzüge, in denen McGonagall uns geholt hatte. „Was ist jetzt genau passiert?“, fragte Fred. „Harry hat von einem Angriff auf Dad geträumt!“, murmelte Ginny leise. „Und?“, wollte ich wissen, „Es war doch nur ein Traum, oder etwa nicht?“. „Das werden wir jetzt sehen, Mr. Weasley!“, antwortete Dumbledore mir beruhigend und es kehrte wieder schweigen ein. Ich betrachtete mir den nass geschwitzten Harry, der apathisch vor sich hinstarrte. Ein Klopfen war an der Tür war zu hören. „Herein!“, rief Dumbledore. Madame Pomfrey trat ein. „Minerva, eine Schülerin aus deinem Haus wurde eben zu mir gebracht. Sie hatte etwas wie einen Krampanfall und hatte kurz das Bewusstsein verloren. Jetzt ist sie wieder bei klarem Verstand, ich möchte sie eigentlich im Krankenflügel behalten, da sie über stake Kopfschmerzen klagte, ehe sie krampfte. Sie weigert sich jedoch!“, wandte sich Madame Pomfrey an Professor McGonagall. „Um welche Schülerin handelt es sich Poppey?“, griff Dumbleodre vor weg. „Miss Figg, Sir!“, antwortetet Madame Pomfrey und Dumbledore tauschte einen langen Blick mit Harry, eher er sagte: „Sie soll eintreten!“. Hinter der Schulkrankenschwester trat eine blasse Hailie ein, die von einer erschrocken schauenden Hermine gestützt wurde. „Mir geht’s gut Hermine, ehrlich!“, sagte Hailie zu ihr und schaute sich verwirrt um, was wir wohl alle hier machten. Doch sie sah schlecht aus. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt und auch sie war, wie Harry, nass geschwitzt und zittrig. „Nimm Platz, Hailie!“, deutete Dumbledore auf den freien Platz neben Harry. In diesem Moment kam das Porträt zurück und bestätigte Harrys Traum. „Minerva, gehen Sie mit den Weasleys packen, sie verlassen uns bereits ein paar Tage vor den Weihnachtsferien um bei ihrem Vater zu sein!“, delegierte Professor Dumbledore und Professor McGonagall wies uns an, ihr zu folgen. Ich warf Hailie noch einen besorgten Blick zu, den sie mit einem müden Lächeln quittierte. Als wir im Schlafsaal mit Packen beschäftigt waren, stellte Fred die Frage, die mir ebenfalls im Kopf herumgeisterte laut: „Was hat Hailie mit der ganzen Sache zu tun?“. Ich zuckte mit den Achseln: „Ich habe keine Ahnung!“. Wir hievten unsere Koffer in den Gemeinschaftsraum, wo eine total aufgelöste Ginny bereits wartete. Ich schloss sie in die Arme. „Dad wird schon wieder Ginny!“, sagte ich und küsste ihren Schopf. Wir setzten uns aufs Sofa, wo Ginny in meinen Armen weiter weinte, während ich ihren Rücken streichelte, und warteten. Keiner von uns sagte etwas, außer Ginnys schniefen und dem Knistern des Kaminfeuers war nichts zu hören. Professor McGonagall kam durch das Portalloch, gefolgt von Hailie, die ohne ein Wort zu sagen in ihren Schlafsaal huschte und einige Sekunden später wieder mit ihrer Tasche auftauchte. „Wie können dann los!“, meinte McGoagall sachte und wir erhoben uns. Hailie trat zwischen Fred und mich und wir apparierten, wie Dumbledore es arrangiert hatte. Vor dem Hauptquartier erwartetet Mum uns schon, sie sah erschöpft aus, schloss uns aber alle der Reihe nach in den Arm und meinte: „Euerem Dad geht es schon besser… Wir haben Glück, dass er so schnell gefunden wurde…“. Sie stockte und blinzelte die Tränen weg, ehe sie den Arm um Ginnys Schulter legte und sie ins Haus führte. „Ich werde die Nacht im Krankenhaus verbringen, ihr dürft euren Vater morgen besuchen. Geht schlafen, es war eine lange Nacht!“, sagte Mum, als wir in der Küche saßen. Als sie gegangen war, herrschte wieder schweigen. Fred saß mit Ginny auf einem Sofa in der Ecke und flüsterte ihr beruhigende Worte zu, Ron schaute ins Kaminfeuer und ich saß neben Hailie am Tisch. Ich war in Gedanken abgetaucht. Sie beobachtete mich mit Sorgenfalten aus den Augenwinkeln, dann legte sie ihre Hand auf meine, die auf dem Tisch lag, und drückte sie sachte. Nach und nach leerte sich das Zimmer, Ron war der Erste der ging. „Ich… will… ich will heute Nacht nicht alleine sein…“, wisperte Ginny mit Tränen erstickter Stimme. Hailie erhob sich und ließ meine Hand los. „Das musst du nicht… Ich bin ja da!“, sagte sie leise. Fred und ich sahen sie müde an, bevor sie zu Ginny ging, drückte sie mich noch einmal an sich und flüsterte: „Du solltest auch schlafen gehen… Es bringt niemandem was, wenn du wachst!“. Auch Fred drückte sie noch einmal, dann legte sie ihren Arm um Ginnys Schulter und führte sie aus der Küche. *Deine Sicht* Es hatte lange gedauert, bis sie endlich eingeschlafen war. Ich saß an ihrem Bett und strich beruhigend durch ihre Haare, bis ihr Atem gleichmäßiger und flacher wurde, dann krabbelte ich unter die Bettdecke meines eigenen Bettes. Auf dem Rücken liegend schaute ich an die weiße Decke und ließ den Abend noch einmal vor meinem Auge ablaufen. An Schlafen war nicht zu denken, nicht in einer solchen Nacht. Endlich wusste ich, wieso ich Harrys Narbenschmerzen mit Kopfschmerzen teilte. Wusste wer meine Eltern waren und warum ich jetzt hier war. Wusste was die ganzen Gemeinsamkeiten zwischen uns zu bedeuten hatten. Wusste endlich wer ich war und wieso Sirius mich immer so angesehen hat. Sirius. Ich schob die Decke zur Seite und schlich durch den dunklen Hausflur, einen Stockwerk höher. Ich klopfte an die Tür, ich wusste er war noch wach. Als ich ein herein hörte, trat ich ins Schlafzimmer. „Hailie!“, sagte er und erhob sich von seinem Schreibtisch, ich blieb mit dem Rücken an der geschlossenen Tür gelehnt. Eigentlich hatte ich nicht vor zu weinen, da das nicht meine Art war, doch die blöden Tränen fragten nicht um Erlaubnis, viel mehr wichen sie dem unglaublichen Druck der letzten Stunden. Auch in Sirius Augen sah ich Tränen glitzern, weshalb ich nicht länger zögerte, sondern auf ihn zueilte und ihm in die Arme fiel. „Du bist so groß geworden, talentiert, entschlossen und siehst deiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. Die Beiden wären so stolz auf dich! Ich hab dich so vermisst, Kleine!“, weinte er an meiner Seite und auch ich schniefte hemmungslos. Erst sehr früh verließ ich das Zimmer wieder und endlich wieder in meinem Bett fand ich den gewünschten Schlaf. Ich hörte Ginny nicht aufstehen, doch als ich aufwachte und in die Küche ging fand ich keinen der Weasleys mehr vor. Sirius bestätigte mir, dass sie bereits im Krankenhaus seien. Also wartete ich geduldig und lernte Sirius in der Zwischenzeit besser kennen. Am Nachmittag saß ich im gegenüberliegenden Park auf der Schaukel und ließ meine Füße über den Schnee baumeln. Das Knirschen von Schuhen ließ mich aufhorchen und ich drehte mich um. George kam auf mich zu. „Was machst du hier draußen? Es ist sau kalt, du nimmst dir noch den Tod!“, sagte er lächelnd und setzte sich neben mich auf die freie Schaukel. „Woher wusstest du wo ich bin?“, fragte ich. „Sirius!“, war seine knappe Antwort. Ich nickte. „Wie geht’s deinem Dad?“, wollte ich wissen und wandte mich ihm zu. „Es geht ihm ganz gut, an Weihnachten wird er wohl wieder zu Hause sein!“, sagte er. „Und wie geht’s dir?“, fragte ich ohne umschweife, während ich bekümmert sein Gesicht musterte. „Mir geht’s gut, ehrlich. Ich bin nur ziemlich müde. Darf ich dich was fragen?“, wollte er wissen. Ich nickte eifrig. „Wieso bist du gestern Nacht schon mitgekommen?“, fragte er und beobachtete mich aufmerksam. „Erstens wollte ich nicht, dass du da alleine durch musst und jemand neutralen zum Reden hast und zweitens… wollte ich nicht alleine sein!“, gab ich ehrlich zur Antwort. Er lächelte dieses süße Grinsen, bevor er weiter sprach: „Aber du hast doch Harry!“. „Ich wollte aber die Vorweihnachtszeit mit Menschen verbringen, die mich nicht belügen!“, sagte ich und wandte den Blick in den glitzernden Schnee. „Willst du darüber reden?“, fragte George mich sachte. „Harry ist mein Bruder! Mein Zwillingsbruder um genau zu sein… Und er weiß es, seit dem trimagischen Turnier, als Voldemort ihn nach mir fragte. Das ist jetzt ein halbes Jahr her und er empfand es nicht als wichtig genug mir das zu sagen, weil Dumbledore ihm verboten hatte es mir zu erzählen. Stattdessen erfuhr ich es gestern Nacht von Dumbledore, aber auch nur, weil bei dieser Art von Harrys Zusammenbrüchen, ich auch mit weiteren Krampfanfällen rechnen kann. Harry meinte, er habe es mir nicht gesagt, weil er mich nur beschützen wolle… Aber wie beschützt man jemanden, wenn man ihn mit Lügen nährt?“, seufzte ich gedankenverloren, „Ich bin so wütend auf Harry, ich konnte ihm nicht mehr in die Augen sehen… Ich empfand es als Verrat…“. „Vielleicht tat Harry es aber wirklich nur um dich zu schützen, denn ich glaube nicht, dass er dir absichtlich wehtun wollte!“, sagte George. Ich lachte bitter auf: „Das gleiche hat Sirius auch gesagt!“. George nahm meine Hand in seine, die schön warm war. Ich zuckte leicht vor Schmerz zurück, es war die Hand, auf der Umbridges Satz noch immer als Fleischwunde stand. George strich sanft mit seinen Fingerspitzen über die feinen Schnitte, führte meine Hand zu seinem Mund und küsste die Wunde sachte. Ich lächelte und spürte tausend Schmetterlinge in meinem Bauch herum wirbeln. „Lass uns rein gehen, es wird kalt!“, sagte ich leise und wir standen auf, ohne dass er meine Hand losließ, stattdessen verschränkten wir sie als wir wieder ins Haus gingen. Am Abend saß ich mit Ginny, der es, jetzt da sie ihren Vater gesehen hatte, sichtlich besser ging, zusammen und sie redete mir ein schlechtes Gewissen wegen Harry ein. „Ginny lass gut sein, du wirst an meiner Meinung nichts ändern!“, sagte ich genervt und etwas laut, wenn man bedachte, dass es schon fast zwei Uhr in der früh war. „Aber Harry kommt morgen zurück und außerdem ist doch in ein paar Tagen Weihnachten!“, quengelte sie. Ich stöhnte laut aus. „Ich schwöre dir, wenn du jetzt nicht die Klappe hältst, geh ich woanders hin schlafen!“, fluchte ich. „Aber...“, setzte sie an. „Ginny, es ist mein Ernst!“, schnitt ich ihr zischend das Wort ab. „Aber ich…“, in diesem Moment stand ich auf und stapfte wutschnaubend zur Tür. „Hailie? Bleib hier, wo willst du denn hin?“, hörte ich sie noch leise wispern, als ich in den Flur trat. Stimmt, wo wollte ich jetzt hin? Ich blieb vor der ersten Tür stehen. Das konnte ich eigentlich nicht machen… Ich öffnete leise die Tür, die ich hinter mir wieder schloss und schlich zu einem der beiden Betten. „George?“, flüsterte ich ganz leise, um Fred nicht zu wecken, der laut schnarchte. „George?“, wiederholte ich meinen Versuch und endlich regt sich die Gestalt. „Hailie?“, kam es ziemlich verschlafen, verwirrt und etwas lauter zurück. „Pscht. Ja, wen hast du sonst erwartet? Santa Claus?“, wisperte ich zynisch. „Den eher als dich… Was ist denn?“, antwortete George immer noch verschlafen, aber wenigstens leiser. „Deine Schwester nervt und lässt mich nicht schlafen…“, jammerte ich gespielt. „Und wie kann ich dir jetzt helfen?“, flüsterte er und trotz der Dunkelheit im Raum wusste ich, dass er bei diesem Satz provozierend grinste. „Georgiiie…“, quengelte ich. Er hob die Bettdecke an und rutschte etwas zu Seite, ohne zu zögern schlüpfte ich zu ihm und er ließ die Bettdecke hinter mir wieder sinken. „Du hast Eisfüße!“, fluchte er leise, als meine Füße seine nackten Unterschenkel berührten. „Tut mir Leid!“, sagte ich entschuldigend und kuschelte mich an ihn. Er hatte einen Arm um mich gelegt, mein Kopf lag auf seiner Brust und er strich mir durch die Haare. Wir redeten kein Wort und doch war es wundervoll. Ich genoss seine Nähe, seine Wärme und den schwachen Duft seines Parfums, ich fühlte mich geborgen. Kurz bevor ich einschlief flüsterte er: „Gute Nacht Engel!“ und küsste meinen Scheitel. Ich schmunzelte und fiel in einen ruhigen Schlaf. Doch was war das für ein Geräusch? Ein Husten? Nein… Es sollte wohl eher ein Räuspern sein… Ich öffnete verschlafen die Augen, mein Kopf lag immer noch auf Georges Brust, genau wie mein rechter Arm. Im Laufe der Nacht hatte ich auch noch mein rechtes Bein über ihn gelegt. Auch George wurde von dem sich wiederholenden und immer lauter werdendem Geräusch langsam wach. Dann konnte ich das Geräusch endlich ausmachen und drehte mich zu ihm um, George tat es mir gleich und wendete dem Geräusch den Kopf zu, ohne mich aus seinem Arm zu lassen. Das Räuspern fand seinen Ursprung in einem spitzbübisch schauenden Fred, der auf seinem Bett saß und uns betrachtete. „Ihr macht also Schweinereien, während ich friedlich und brav daneben liege und schlafe?“, fragte er gespielt empört. „Du schläfst nicht friedlich, du schnarchst wie ein Bär, also halt die Klappe Fred!“, knurrte ich leise und rieb mein Gesicht an Georges T-Shirt. Fred begann zu lachen, so dass ich mich dazu gezwungen sah ein Kissen nach ihm zu werfen und es mit den Worten: „Du bist echt ne Nervensäge!“ bedachte. Ich gab George einen Kuss auf die Wange. „Danke dass ich bei dir im Bett schlafen durfte!“, sagte ich lächelnd, was er erwiderte und stand auf, nicht ohne Fred, der immer noch lachte, einen Schlag auf den Hinterkopf zu geben. Ich schloss die Zimmertür der Zwillinge hinter mir, schloss die Augen und ließ mich grinsend mit dem Rücken gegen die Tür fallen. Ich war total verschossen in George musste ich mir endlich eingestehen, was meine Wangen zum Glühen brachte. Doch wie würde es weiter gehen? Ich musste es ihm sagen, die Frage war nur wann und vor allem wie? Ich tappte in mein Zimmer zurück, in dem Ginny bereits herum wirbelte. Harry würde in wenigen Stunden da sein, was ihre Unruhe erklärte. „Hailie! Wo warst du?“, fragte sie als sie mich sah. „Äh… Ich war… im Zimmer von Harry und Ron!“, log ich, um den bei der Wahrheit möglicherweise aufkommenden Fragen zu entgehen. Sie nickte nur und wuselte dann weiter geschäftig umher. Ich verbrachte den Tag in meinem Zimmer, ich wollte Harry nicht sehen, doch mir war klar, dass er mich finden würde. Als es an der Tür klopfte hoffte ich inständig es sei George. „Kann ich reinkommen?“, fragte Harry. „Es ist nicht mein Haus…“, sagte ich schnippisch und sah wieder demonstrativ aus dem Fenster. Er kam zu mir und setzte sich ans untere Ende des Fenstersimses, auf dem ich saß. „Hailie es tut mir so leid, ich weiß wie dir zu Mute ist…“, ich unterbrach ihn mitten im Satz. „Nein, weißt du nicht! Du hast keine Ahnung, wie mir zu Mute ist…“, sagte ich leise und ohne ihn anzusehen. „Doch, mich hätte es auch verärgert, wäre ich an deiner Stelle!“, sagte er. „Verärgert? Ich fühle mich nicht verärgert, ich fühle mich verraten! 15 Jahre ging ich durch mein Leben, ohne zu wissen wer ich bin und wo ich her komme. In dem Glauben ich hätte keine Familie mehr! Und du wusstest, dass ich mir nichts sehnlichster wünschte als Antworten… Und du, du hattest diese Antworten, schon ein halbes Jahr… du und fast jeder andere in diesem Haus, wusste wer ich bin, während ich im Dunklen tappte! Dann erfahre ich endlich alles, was ich immer wissen wollte und gleichzeitig, dass du, mein bester Freund, mich ein halbes Jahr lang hingehalten hast!“, schrie ich und merkte wie meine Stimme dünner wurde. „Hailie, ich wollte dich doch nur beschützen…“, setzte Harry an. „Harry, es ist mir ganz egal, ich habe keine Angst… Ich will doch einfach nur eine Familie!“, schluchzte ich jetzt und ließ es zu, dass Harry mich in den Arm nahm. „Die hast du ja jetzt!“, sagte er und küsste meine Stirn. Als ich mich endlich beruhigt hatte murmelte ich: „Es tut mir Leid, dass ich so überreagiert habe… Immerhin haben wir Weihnachten!“. Harry schmunzelte. Gemeinsam gingen wir in die Küche zu den Anderen, wo gerade die Bescherung stattfand. Alle schauten auf als wir die Küche betraten. Dann wandten sich alle wieder ihren Geschenken zu. Harry und ich gesellten uns kurz zu Sirius. Dann begannen auch wir unsere Geschenke auszupacken. Es herrschte ein buntes Treiben im Raum, daher bemerkte ich George nicht gleich, als ich mich über das Buch von Tante Arabella freute. „Frohe Weihnachten!“, sagte er mit dem Lächeln, in das ich mich so verliebt hatte. „Danke dir auch!“, sagte ich und drückte ihn kurz an mich, dann hielt er mir ein schmales, längliches Päckchen hin. „George!“, sagte ich empört. „Ich wusste nicht, dass wir uns auch was schenken, jetzt hab ich gar nichts für dich!“. Er lachte leise auf und beobachtete mich aufmerksam dabei, wie ich das Papier abwickelte und das Päckchen öffnete. Auf Watte gebettet lag eine filigrane Silberkette, an der ein ebenfalls silberner Anhänger in Form eines Engelflügels hing. Ich betrachtete die Kette und schluckte. „Es ist nur eine Kleinigkeit, doch ich dachte, sie passt ganz gut… Du warst in der letzten Zeit immer für mich da, du hast mich sogar vorm Nachsitzen bewahrt… Du bist ein Engel, jedenfalls für mich. Mein Engel! Mach dich also schon mal darauf gefasst, das ist dein neuer Kosename!“, lachte er leise. Verzweifelt überlegte ich, was ich darauf erwidern sollte und starrte immer noch ungläubig die Kette an. „Es ist nicht schlimm, dass du nichts für mich hast…“, setzte er an, doch weiter ließ ich ihn nicht kommen. Ich stellte die Schachtel auf den Tisch, schlang eine Hand um seinen Nacken, um ihn zu mir ran zu ziehen, krallte die Andere in seine Haare und küsste ihn. Endlich! Er war erst total perplex, doch dann schlang er seine Arme um meine Taille, zog mich eng zu sich und erwiderte den Kuss leidenschaftlich. Im Raum verstummten die Einzelgespräche. Als wir unsere Lippen voneinander lösten, lagen wir uns immer noch in den Armen. Ich sah ihn verliebt an und sagte: „Das ist das schönste Geschenk, das ich je bekommen hab, vielen Dank!“. Er lachte: „Nein, ich danke, denn das schönste Geschenk hab heut Abend definitiv ich bekommen…“. Verliebt strich er mir eine Strähne hinters Ohr und ich flüsterte kichernd: „Dieser Kuss war überfällig!“. „Ich bin verrückt nach dir, Engel!“, erwiderte er und küsste mich erneut. Wir vernahmen ein Räuspern und ließen voneinander ab, alle starrten uns an. Fred sagte lachend: „Ich hätte dir so was schenken sollen, dann dürfte ich heut Abend mein Geschenk auspacken!“, wofür er von Mrs. Weasley einen heftigen Stoß in die Rippen bekam. Alle begannen zu lachen, George und ich mit eingeschlossen. Dann wendeten sich alle wieder ihren Dingen zu, nur Harry kam auf uns zu. Er streckte George die Hand hin, die dieser ergriff. „Wenn du ihr wehtust…“, setzte Harry an, worauf George erwiderte: „Niemals!“. Wir schauten uns strahlend in die Augen und küssten uns erneut.

26.85 % der User hatten die Auswertung: Name: Stella Malfoy Alter: 17 Geschwister: Draco Malfoy, 15 Blutstatus: Reinblut Aussehen: hellblondes, glattes, glänzendes bis zur Taille reichendes Haar, dunkelblaue Augen, hohe Wangenknochen, volle Lippen, 1,72 m groß und schlank Beruf: Schülerin (Slytherin) Charakter: zickig, schlau, mitfühlend Zeitpunkt der Geschichte: Kurz vor dem Abgang der Zwillinge Panisch schreckte ich hoch, mein Schlafanzug klebte an mir wie eine zweite Haut. Ich war nass geschwitzt. Mit zittrigen Händen strich ich mir ein paar Strähnen hinters Ohr. Schon wieder hatte ich den gleichen Traum gehabt. Der Selbe, der mich den ganzen Sommer geplagt hatte. Einzelne Tränen rannen stumm meine Wangen herab. Ich atmete tief durch. Man soll sich keinen Kopf über unausgebrütete Eier machen, rief ich mich selbst zur Vernunft. Langsam ließ ich mich zurück in die Kissen sinken, doch an schlafen war nicht zu denken, viel zu viel Angst hatte ich davor wieder zu träumen. Ich lag wach und wartete auf den Morgenanbruch. Als es endlich dämmerte raffte der Schlaf mich doch wieder dahin, wie es immer war. Dementsprechend müde war ich auch, als meine Freundin Carol mich weckte. „Na los, komm schon aus den Federn Stella! Mein Gott wie siehst du denn aus?“, fragte sie leicht geschockt als ich ihr mein Gesicht zuwandte. Dunkle Schatten lagen unter meinen Augen und ließen diese damit noch blauer wirken, noch kälter. „Ich hab mies geschlafen, ich hatte einen Albtraum!“, murmelte ich gedankenverloren, als ich mich aufsetzte. Carol war schon perfekt gestylte und musterte sich gerade selbst im Spiegel. „Aha… Sag mal findest du nicht auch, dass mir dieses Kleid super steht?“, fragte sie und drehte sich einmal um ihre eigene Achse. Ich zog die Augenbrauen hoch und senkte den Kopf, den ich leicht schüttelte. Manchmal vergas ich, dass ich im Haus der Selbstsucht war und sich hier niemand um den Anderen scherte. Ich schob die Decke zurück, schlüpfte aus dem Bett und taumelte ins Bad. Andere Mädchen hätten wahrscheinlich einen Schlag gekriegt, bei diesem Anblick, aber mich kümmerte es nicht. Ich war eh die unangefochtene Prinzessin, ohne dass ich was dafür tun musste. Nachdem ich mich angezogen hatte gingen wir zum Frühstücken. Als ich an den Tisch trat, packte Adrian Pucey gleich mein Handgelenk und zog mich auf seinen Schoss um mich fordernd zu küssen. Wir waren seit dem Weihnachtsball im vergangenen Jahr ein Paar. „Morgen Baby!“, sagte er an meinem Ohr. „Du weißt ich hasse es, wenn du mich Baby nennst!“, zischte ich genervt. „Wieso bist du denn schon wieder so zickig?“, fragte er laut. „Ich hab kaum geschlafen!“, sagte ich und rieb mir die Augen, die wie auf Kommando juckten. „Aber ich war doch heute Nacht gar nicht bei dir!“, lachte Adrian blöd auf und klatschte mit Flint, der ihm gegenüber saß, ab. „Du bist echt so ein Idiot, Adrian!“, fauchte ich und wand mich aus seinen Armen, um aufzustehen. Das brachte die Beiden nur noch mehr zum Grölen. Wütend schnaubend ließ ich mich neben meinen Bruder fallen. „Was ist dir denn heute Morgen schon für ne Laus über die Leber gelaufen?“, wollte dieser wissen und beäugte mich skeptisch von der Seite. „Ich hatte wieder diesen Albtraum…“, begann ich und Draco sah mich aufmerksam an. „Ich war bei uns zu Hause und Dad…“, wollte ich fortfahren, aber in diesem Moment, begann Blaise, der auf der anderen Seite neben Draco saß ein Gespräch über Quidditch, dem Draco sich sogleich zuwandte. Ungläubig schnaubte ich auf. Dann schnappte ich mir einen Apfel und verließ zornig die Halle. Ich war noch nicht weit gekommen, da lief mir das nervtötende Doppel von Gryffindor über den Weg. Eigentlich hatte ich vor die Beiden zu ignorieren, aber sie machten mir einen Strich durch die Rechnung. „Ah sieh an, George! Die Eiskönigin höchstpersönlich…“, sagte der Eine und deutete eine tiefe Verbeugung an. Ich verdrehte lediglich die Augen und wollte an ihnen vorbei. Seit Draco auf der Schule war und tat als seien alle mindere Wesen, die nicht seine Meinung teilten, war ich eines der liebsten Opfer der Zwei, schließlich war ich eine Malfoy. Wir waren in einem Jahrgang, doch vorher war ich ihnen nicht so aufgefallen, da ich mich generell lieber aus allem raus hielt. Diese Angewohnheit ließ mich für viele unnahbar und kalt wirken. „Schon fertig mit dem Frühstücken kleiner Kinder?“, fragte er provozierend. Ich drehte mich wütend um und einige Strähnen rutschten mir ins Gesicht, die ich mit einer genervten Handbewegung wieder zurückschob. „Für diesen Spruch hast du sicher ewig gebraucht, stimmt’ s du Clown?“, giftete ich. „Nein eigentlich kommt mir so was bei deinem Anblick spontan!“, funkelte er zurück. „Bei deinem Anblick kommt mir spontan nur das Kotzen!“, fauchte ich. „Oh wie schlagfertig…“, entgegnete er betont gelangweilt. Ich schüttelte den Kopf und ließ die Beiden einfach stehen, jetzt musste ich auch noch die erste Stunde mit denen aushalten, das konnte ja heiter werden. Davor musste ich mich erstmal an der frischen Luft beruhigen, dazu ging ich an den See, wie immer. *Seine Sicht* Dieses Mädchen machte mich so wütend. Ihre ganze arrogante Art, nur weil sie hübsch war. Doch das gab ihr noch lange nicht das Recht, andere wie Dreck zu behandeln. „Sie ist wirklich das Hinterletzte!“, fluchte ich, als wir zum Unterricht gingen. „Von wem sprecht ihr?“, wollte Lee wissen, als er zu uns stieß. „Von wem schon?“, fragte ich ihn genervt. „Umbridge?“, riet Lee. Ich schüttelte den Kopf: „Nein, aber mindestens genauso schlimm!“. „Jetzt übertreib mal nicht, Alter!“, sagte George, was ihm einen bösen Blick von mir einbrachte. „Nimmst du sie etwa in Schutz?“, wollte ich von ihm wissen. „Nein, tu ich nicht, aber sie ist definitiv nicht so schlimm wie die alte Schrulle!“, sagte George, der sich von meinem Blick nicht im Geringsten beeindrucken ließ. „Von wem redet ihr, verdammt?“, fragte Lee jetzt aufgebracht. „Von Malfoy!“, antworteten George und ich ihm gleichzeitig. „Draco?“, fragte Lee. Ich schlug mir mit der flachen Hand vor den Kopf. „Ja genau, daher auch das Personalpronomen sie!“, entgegnete ich. „Ach so von Stella!“, schnallte er es endlich. „Ich weiß gar nicht was ihr mit Stella habt, so schlimm ist sie eigentlich gar nicht!“, meinte Lee. Ich schaute ihn fassungslos an, während George irritiert fragte: „Wer ist Stella?“. „Und dann sagt ihr was zu mir? Malfoys große Schwester heißt mit Vornamen Stella!“ erklärte Lee, was wir eigentlich schon geschnallt hatten. „Was hattest du denn bisher mit ihr zu tun?“, wollte ich schneidend wissen. „Wir haben uns ab und an schon in der Bibliothek getroffen. Und einmal hatte ich ein Buch gesucht, für ne Hausarbeit, doch das hatte sie schon und so kamen wir ins Gespräch. Sie ist echt nett und teilt unseren Humor!“, entgegnete Lee mir selbstsicher. „Reden wir noch von der Gleichen?“, fragte ich und schüttelte ungläubig den Kopf. „Ach glaub doch was du willst, Fred!“, sagte Lee genervt und ließ uns stehen. „Jetzt mal im Ernst, Alter! Ich kann mich echt nicht erinnern, dass sie uns mal irgendwas getan hat oder irgendjemandem den wir kennen!“, sagte George nun grübelnd. „Sie ist eine Malfoy, sie muss gar nichts machen um zu beweisen, dass sie fies ist, es liegt ihr im Blut. Sie ist total von sich selbst überzeugt und hält sich für was Besseres als wir anderen. Und dann die Tatsache, dass sie mit diesem Schwachmatten Pucey zusammen ist und nach Slytherin geht… Muss sie noch mehr beweisen?“, fragte ich schnaubend. George überlegte kurz. „Ich glaube, du hast Recht!“, gab er dann schließlich zu, was mich etwas besänftigte. Sie war ein herzloses Miststück, dessen war ich mir sicher und ich würde nicht so leicht von meiner Meinung abweichen. *Deine Sicht* Nachdem ich eine Weile am See verbracht hatte, war meine Wut fast verraucht und ich konnte zum Unterricht gehen. Ich schenkte den Zwillingen keine Beachtung, wie immer und überhörte sogar großzügig die Sticheleien des Einen. Als die Stunde zu Ende war verschwand ich in die Bibliothek, wie fast jeden Nachmittag. Beim Abendessen saß ich bei Adrian, der mich beschwichtigt hatte ihm nicht länger böse zu sein. Und obwohl ich wusste, dass der Frieden zwischen uns nicht lange wehren und er sich nie ändern würde, gab ich seinen Bitten nach. Es war besser als ganz alleine zu sein. „Schläfst du heute Nacht wieder bei mir?“, raunte er mir ins Ohr. Ich konnte wirklich mal wieder eine Nacht schlaf gebrauchen, da die Träume es mir seit Tagen unmöglich machten. Verführerisch Lächelnd nickte ich, bevor er seine Lippen fordernd auf meine drückte. Ich wusste, dass viele der Mädchen eifersüchtig auf mich waren. Adrian war ein beliebter und gutaussehender Typ, da sahen alle gerne mal darüber hinweg, dass er sich wie ein Troll benahm. Ich hätte ihn jederzeit gegen eines der unbeschwerten Leben der anderen Mädels eingetauscht, was leider schier unmöglich war. Wie versprochen schlief ich am Abend bei Adrian, der nachdem wir uns, beziehungsweise er sich vergnügt hatte, in einen tiefen Schlaf gefallen war, worum ich ihn beneidete. Die anderen Jungs, die in seinem Schlafsaal untergebracht waren und die den Auftrag bekamen, erst eine Stunde nach uns in den Schlafsaal zu kommen, schnarchten nun auch schon in ihren Betten. Adrian hatte mir den Rücken zugewandt, ich kuschelte mich an ihn, um auch endlich Schlaf zu finden. Wie lange ich geschlafen hatte konnte ich nicht sagen, doch der Traum hatte mich wie immer heimgesucht, weswegen ich aufwachte. Sachte rüttelte ich an Adrians Schulter. „Ich hatte einen Albtraum, kannst du mich in den Arm nehmen?“, flehte ich flüsternd. Mein Freund hingegen zog die Decke enger um sich, sodass ich kaum noch welche hatte, schüttelte meine Hand ab und schnarchte weiter. Ich stampfte rücksichtslos aus dem Raum und schlug die Tür hinter mir zu. Klar, für seinen Spaß war ich ideal und auch als Prestigeobjekt um Anzugeben war ich nicht schlecht, dabei interessierte er sich noch weniger für mich, als ich mich für ihn. Zögernd trat ich in das Zimmer neben dem von Adrian. „Draco?“, wisperte ich leise. Als Antwort bekam ich ein lautes, gurgelndes Schnarchen. Ich versuchte mein Glück erneut und schritt sogar zum Fußende seines Bettes. Endlich bewegte er sich und flüsterte verschlafen: „Stella? Alles in Ordnung?“. „Kann ich kurz mit dir reden?“, fragte ich schwach und doch laut genug gegen die restlichen Geräusche im Raum anzukommen. „Jetzt?“, fragte mein kleiner Bruder fassungslos. „Ja es ist wichtig, ich muss mit jemandem darüber reden!“, entgegnete ich. Draco schob genervt schnauben die Decke zurück und folgte mir leise in unseren Gemeinschaftsraum. Wo er sich müde auf eines der Sofas fallen ließ und mich abwartend anschaute. „Ich hatte schon wieder diesen Traum… Ich hab solche Angst!“, wimmerte ich und setzte mich bibbernd neben ihn. Er legte einen Arm um meine Schulter und zog mich zu sich. „Stella, es ist dir Vorbestimmt und du solltest dir nicht so viele Gedanken darüber machen, sondern dich geehrt fühlen!“, sagte Draco, weshalb ich mich abrupt wieder aufsetzte. „Ist das dein Ernst?“, fragte ich ihn ungläubig. Er nickte nur. „Ich soll mir keine Gedanken darüber machen? Was mit mir passieren soll ist keine Ehre, es ist eine Schande. Ich will es nicht… Nichts von alldem, da ich es anders sehe… Ich sollte selbst darüber entscheiden dürfen, stattdessen werde ich dazu gezwungen… Und du sagst ernsthaft, dass ich mir keine Gedanken machen soll? Was willst du denn nächstes Jahr erwidern?“, wollte ich erzürnt wissen. „Ich werde diese Bürde würdevoll antreten, wie es auch unsere Eltern schon taten!“, entgegnete er so gelassen, als sprächen wir über das Wetter. Ich schnaubte verächtlich und stand auf: „Dann bist du immer noch das dumme Kind, zu dem dich unsere Eltern erzogen haben!“. Mit diesen Worten ließ ich ihn fassungslos zurück. *Seine Sicht* Warum verlangte Professor Flitwick meine Arbeit eigentlich an einem Samstag? Verärgert stapfte ich durch die Gänge und bog nichtsahnend um eine Ecke, hinter die ich jedoch sogleich wieder verschwand. Ein kleines dunkelhaariges Mädchen, vermutlich eine Erstklässlerin, saß auf einem Fenstersims und weinte, vor ihr kniete Stella. Wahrscheinlich hatte sie die Kleine zum Weinen gebracht, dieses Biest. Und dennoch schien sie beruhigend auf das Mädchen einzureden, weshalb ich hinter der Wand gelehnt stehen blieb, um ihrem Gespräch zu lauschen. „Jetzt beruhig dich erst einmal!“, sagte Stella und tätschelte das Knie des Kindes. „Wie ist dein Name, Süße?“, wollte sie weiter wissen. „Ma… Mary…“, schniefte das Mädchen. „Das ist ein sehr hübscher Name, der sehr gut zu dir passt! Wie ich sehe gehst du nach Hufflepuff“, lächelte Stella sie aufmunternd an und ich befürchtete bereits schlimmes. Mary hob ihren Kopf, den sie vorher hängen gelassen hatte, an und erwiderte Stellas Blick, bevor sie nickte. „Das ist ein gutes Haus, dort findet man gute und ehrliche Freunde…“, setzte Stella an, die immer noch vor der schniefenden Mary kniete, die sie unterbrach: „Die großen Jungs aus Slytherin sagen immer, dass sei das Haus der Dummen!“. Stella schnaubte verächtlich und schüttelte bitter den Kopf, ehe sie sich wieder zusammenriss und der Kleinen antwortete: „Weißt du Mary, ich weiß mit ziemlicher Sicherheit, dass Slytherin das Haus der wirklich Dummen ist. Dort denkt jeder nur an sich und es macht ihnen Spaß andere zu ärgern, da sie sich für was Besseres halten. Was aber nicht einer von ihnen wirklich ist…“. Mary schaute Stella fragend aus verweinten Augen an. „Aber sie sagen immer, ich sei ein Schlammblut und hätte es nicht verdient hier zu sein!“, schluchzte Mary heftig und begann erneut zu weinen. Stella erhob sich und setzte sich neben sie auf den Sims, wo sie das Mädchen in die Arme nahm. „Wer sagt das immer zu dir, Süße?“, wollte sie sachte wissen und streichelte ihr über den Rücken. „Ein… Ein Junge mit… hässlichen Zähnen… und sein… Freund… Die spielen… Quidditch!“, schluchzte Mary. Ich hatte die zwei Idioten anhand von Marys Beschreibung direkt erkannt, ebenso wie Stella. Es waren Flint und ihr ach so toller Freund. „Das sind die größten Idioten von allen…“, murmelte Stella leise, ehe sie wieder etwas lauter fortfuhr, „Ich hab eine Frage an dich Mary. Deine Mum und dein Dad haben dich sicher schrecklich lieb, hab ich recht?“. Mary nickte an Stellas Schulter. „Und sie sind sicher furchtbar stolz auf dich?“, wollte sie weiter wissen, was Mary wieder mit einem Nicken erwiderte. „Wen interessiert es dann, ob deine Mummy und dein Daddy zaubern können oder nicht? Sie haben dich lieb und sind stolz auf dich, das ist alles was zählt… Und du hast ebenso ein Recht darauf hier zu sein, wie jeder andere in diesem Schloss auch, denn ob magisch oder nicht, in unser Aller Adern fließt das gleiche Blut!“. Bei diesen Sätzen hatte sie Mary an den Schultern von sich weggeschoben, um ihr eindringlich in die Augen sehen zu können. Mary lächelte wieder, was auch Stella ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Es war das erste Mal seit ich sie kannte, dass ich sie Lächeln sah. Es war seltsam und doch zog es mich in ihren Bann. „Und jetzt denkst du daran was ich dir gesagt habe und hörst auf zu weinen! Und wenn die zwei Jungs wieder gemein zu dir sind, denkst du einfach daran, dass der Eine von ihnen Angst davor hat, alleine im Dunklen zu sein und der Andere sich vor kleinen Motten fürchtet, sie also nicht annährend so cool sind, wie sie glauben!“. Jetzt kicherte Mary wieder und umarmte Stella dankbar. Stella stand auf, strich Mary über den Kopf und wollte bereits gehen, als diese sie mit einer Frage aufhielt: „In welches Haus gehst du eigentlich?“. Stella, die keine Schuluniform trug, senkte den Blick, lächelte bitter und meinte dann, als sie den Blick wieder hob: „In das Falsche…“. Sie winkte der Kleinen noch einmal zu und ging. Ich blieb an der Wand gelehnt stehen. Ich konnte kaum glauben, was ich da gerade gesehen und gehört hatte. Sollte ich mich etwa so in ihr getäuscht haben? Sie hatte ein Herz? *Deine Sicht* Ich hasste es, wenn Adrian die jüngeren Schüler ärgerte. Es hielt mir immer deutlich vor Augen, welche Grundsätze in Slytherin vorherrschten. Ich würde ihn zur Rede stellen, ganz sicher, auch wenn es die Sache nicht ändern würde. Es war ein Hogsmeade- Samstag, weshalb die älteren Schüler alle unterwegs waren. Ich genoss es, mal nicht unter ihnen sein zu müssen und beschloss im Schloss zu bleiben. Es zog mich an den See, der still und friedlich vor mir lag. Die Tage wurden langsam kürzer und es war auch nicht mehr so warm. Ich setzte mich unter einen der Bäume, an den ich mich anlehnte, und zog meine Knie heran. Diese Stille war wunderschön und trotzdem hatte sie immer den gleichen Nachteil… ich begann nachzudenken. Ich wusste was mir in den immer näher rückenden Winterferien bevorstand. Seit der dunkle Lord zurückgekehrt war, verhielt sich mein Vater abscheulicher als je zuvor. Er versuchte alles um Voldemort zu gefallen und zog dabei alle nötigen Register, auch die, die ihn nicht in erster Linie betrafen… Ein lautes Jammern ließ mich aufhorchen. Es kam von etwas unterhalb des Seeufers. Ich stand auf um nach zusehen, was dort los war und erkannte, dass ein kleiner, rundlicher Junge am Uferrand stand und weinte. Was war denn heute nur los? War etwa der Tag der in Not steckenden Kinder? Nach kurzem Zögern beschloss ich, dem Jungen zu helfen. Als ich auf ihn zukam, warf er mir einen Blick aus den Augenwinkeln zu, der mich kurzzeitig verwirrte. Auch die Tränen wirkten nicht sonderlich echt. „Warum weinst du?“, fragte ich trotzdem. „Meine Mütze ist ins Wasser gefallen und ich kann nicht schwimmen!“, jammerte der dicke Junge, was jedoch nicht sonderlich echt klang. Ich griff nach meinem Zauberstab und… verdammt, ich hatte das blöde Ding schon wieder in meinem Zimmer liegen lassen. „Tut mir Leid, ich kann dir nicht helfen, ich hab meinen Zauberstab nicht mit!“, sagte ich ehrlich. „Kannst du nicht schwimmen?“, fragte der Junge ohne zu zögern. „Ist das jetzt dein ernst? Das Wasser ist sicher schon eiskalt…“, sagte ich und sah ihn ungläubig an. Er zog eine Schnute und sah mich aus seinen wässrigblauen Augen flehend an, ehe er ein „Bitte!“, jammerte. Ich schaute auf den See, wo ich ein graues Wohlhäufchen ausmachte und blickte dann den Jungen wieder an. „Na gut…“, stöhnte ich genervt auf. Warum konnte ich nur nie Nein zu Kindern sagen? Ich zog mir die Stiefel, die Strümpfe und den Wollpullover aus, den ich trug. Es musste ja nicht alles nass werden, ich war sicher froh wenn ich aus dem See kam und in die warmen, trockenen Sachen schlüpfen konnte. Beim Ausziehen gaffte mich der Kleine mit großen Augen an, als ich nur noch ein Top und eine Jeans trug. „Wenn du nicht aufhörst zu gaffen, bring ich dir gleich persönlich das Schwimmen bei!“, knurrte ich und stapfte zum Wasser. Ich atmete tief durch und schloss die Augen. Wahrscheinlich würde die Kälte des Wassers mich elendig am Herzinfarkt verrecken lassen. Doch nur im Top am Ufer zu stehen war nicht wirklich wärmer. Ich entschloss mich für die direkte Variante und machte einen eleganten Kopfsprung in den See. Als ich auftauchte japste ich nach Luft und fluchte laut: „Ich hoffe diese blöde Mütze ist die Lungenentzündung wert, die ich mir hier holen werde!“. Nach wenigen Zügen hatte ich die vermeintliche Mütze erreicht, die letztlich nicht mehr war, als graue Wollreste. Wütend drehte ich mich zum Ufer, doch der Junge war weg, stattdessen lehnte da jemand anderes lässig am Baum, die Arme vor der Brust verschränkt und beobachtete mich. Ich kraulte zurück und stapfte geladen aus dem Wasser. „Du mieser Wicht!“, polterte ich los und versuchte das Zittern meines Körpers zu ignorieren. Doch der Zwilling ließ sich davon nicht beeindrucken und lachte laut weiter. „Das ist ein neuer Tiefschlag, selbst für dich, Weasley!“, schrie ich erzürnt, „Als hätte ich nicht geahnt, dass die ganze Sache zum Himmel stinkt! Wie hast du den kleinen Stinker dazu gebracht?“. „Er hatte noch eine offene Rechnung für Schwänzleckereien… die ist somit quittiert, das war’s wert!“, japste er außer Atem. „Ich versteh nur nicht ganz was daran so witzig ist!“, maulte ich weiter. „Du siehst ja auch nicht deinen Gesichtausdruck!“, lachte er und schaute mir in die Augen. Mir war nie aufgefallen, wie schön seine Augen waren und vor allem wie ehrlich. Ich schüttelte wutschnaubend den Kopf und trat mit erhobenem Zeigefinger bedrohlich auf ihn zu, bis ich nur wenige Zentimeter von ihm entfernt stehen blieb. „Ich verabscheue dich!“, knurrte ich leise und wild mit meinem Finger gestikulierend. Die ganze Situation hätte sicher cooler gewirkt, wenn ich wenigstens auf seiner Augenhöhe gewesen wäre. Doch bis zu seinen Augen fehlten mir noch gute 15 Zenitmeter. „Ich verabscheue dich mehr!“, schmunzelte er grinsend. Und dann passierte es. Wahrscheinlich erlitt ich gerade einen Schlaganfall, denn anders konnte ich mir mein Verhalten nicht erklären. Ich hatte meine Arme um seinen Nacken geschlungen und mich zu ihm rangezogen, während ich meine Augen geschlossen hatte und meine Lippen auf die seinen presste. Er war erst total überfordert, bis er seine Arme um meine Taille legte und mich leicht anhob. Der Kuss war leidenschaftlich und wild. So wurde ich noch nie geküsst. Meine Gefühle schienen mich zu überrennen. Es schien als würde etwas in mir explodieren, alles kribbelte und ein Gefühl endlosen Glücks machte sich breit. Das hatte ich bei Adrian noch nie gefühlt. Als mir endlich bewusst wurde was ich da tat, drückte ich ihn weg, er ließ von mir ab und mich zurück auf meine Füße sinken. Ich holte aus und gab ihm eine schallende Backpfeife. „Was fällt dir ein, küss mich ja nie wieder!“, sagte ich aufgeregt. Der Weasley rieb sich, ohne mich aus den Augen zu lassen, seine Wange, die sich bereits zu röten begann. Dann, wie durch ein Signal aufgeschreckt, fielen wir uns wieder in die Arme um uns noch fordernder zu küssen. Es war einfach unglaublich, konnte einfach nicht wahr sein… Er ließ von mir ab. „Du solltest dich anziehen, sonst wirst du noch krank…“, murmelte er, scheinbar ebenfalls leicht überfordert mit den vorliegenden Gegebenheiten. Ich nickte nur verlegen, bückte mich um meine Sachen aufzuheben und ging schnell und ohne mich umzusehen zum Schloss zurück. Nach einer heißen Dusche und dem Anziehen trockener Kleider, saß ich zusammengekauert auf einem der Sofa im Gemeinschaftsraum und wartete auf die Ankunft der Hogsmeade- Besucher. Mit jedem Mal, dass die Tür aufschwang wurde ich nervöser und als Adrian dann endlich eintrat, sprang ich von meinem Platz und ihm förmlich in die Arme, um ihn fordernd zu küssen und mein schlechtes Gewissen zu besänftigen. Doch ich fühlte nichts… *Seine Sicht* Ich starrte in den Kamin, wo ein fröhliches Feuer knisterte. Im Gemeinschaftsraum wurde es immer voller und lauter, alle kamen aus Hogsmeade zurück. Von dem ganzen Geschehen bekam ich reichlich wenig mit, viel zu sehr war ich mit meinen eigenen Gedanken beschäftigt. „Wo warst du? Ich dachte, du wolltest nachkommen, wenn du Flitwick deine Hausarbeit gebracht hast!“, sagte mein Bruder, der mit Lee plötzlich vor mir stand. Ich schaute ihn überrascht an. „Tut mir Leid! Mir kam was dazwischen...“, sagte ich und George musterte mich skeptisch. „Alles in Ordnung mir dir?“, wollte er nun wissend. Ich überlegte kurz. War mit mir alles in Ordnung? Ich hatte das Mädchen geküsst, von dem ich bisher am wenigsten hielt… und es hatte mir gefallen! Es konnte also nicht alles in Ordnung mit mir sein. „Ja, alles okay!“, sagte ich und ging in unseren Schlafsaal, dicht gefolgt von George. „Fred, jetzt hau schon raus…“, sagte dieser, als er die Tür hinter sich geschlossen hatte. „Ich hab Malfoy geküsst!“, schoss es aus mir heraus. „Okay, Draco ist zwar ein kleiner, reicher Arsch, aber gut, jedem das seine!“, meinte George und lies sich auf sein Bett fallen. „Stella!“, zischte ich genervt. „Das war mir schon klar, Bruderherz, ich habe gescherzt!“, meinte George lachend. „Um ehrlich zu sein find ich das ganz und gar nicht lustig!“, knirschte ich verärgert. „Wo ist dein Problem, Fred? Du hast gemerkt, dass sie doch nicht so schlimm ist, na und? Stella ist heiß, du kannst dich glücklich schätzen… Und du willst sie ja schließlich nicht heiraten, also kein Grund zur Panik!“, meinte George Schulter zuckend, als ich ihm jedoch auf das Letzte nicht antwortete und er meinen Blick sah, vergrößerten sich seine Augen. „Du hast dich in eine Malfoy verliebt…“, murmelte er ungläubig. „Ich weiß es nicht, es war so… so… ach keine Ahnung!“, sagte ich Haare raufend. „Und was willst du jetzt machen?“, fragte mein Bruder. „Wenn ich das wüsste…“, sagte ich und ließ mich auf mein Bett fallen. „Was meinte denn Stella dazu?“, quetschte George mich weiter aus. „Sie hat mir eine gescheuert! Ich glaub sie war eben so überfordert mit der Situation wie ich!“, grübelte ich und ließ die Szene vor meinem inneren Auge erneut ablaufen. „Ist sie immer noch mit Pucey zusammen?“, kam es von Georges Seite. „Heute morgen waren sie es mal noch…“, sagte ich und fügte nach einer kurzen Pause, in der ich mich ruckartig aufsetzte, hinzu, „Das ist auch besser so, sie soll mit ihm zusammen bleiben! Ich werd die ganze Sache einfach vergessen und so tun als sei nie etwas gewesen. Vorher konnte ich sie ja auch ignorieren!“. Jetzt prustete George los, was ihm einen bösen Blick einbrachte. „Oh bitte, Fred, du hast sie seit der zweiten Klasse nicht mehr ignorieren können. Nur hast du sie da noch gehasst!“, das Wort ‚gehasst’ hatte er mit seinen Fingern, die Anführungszeichen bildeten, relativiert. „Ich hab sie ja auch gehasst!“, sagte ich knurrend. „Weißt du, Hass ist eine der stärksten Formen von Liebe…“, sagte mein Bruder grinsend. „Vielen Dank, Hermine!“, zog ich ihn auf und warf ihm ein Kissen an den Kopf. Ich lag wach in meinem Bett und hörte den Anderen beim Schnarchen zu, eigentlich war ich müde, doch trotzdem wollte sich der Schlaf nicht einstellen. Immer wieder tauchten Stellas Augen vor mir auf, das schöne Lächeln, das sie dem kleinen Mädchen am Vormittag geschenkt hatte oder der Kuss. Ich würde noch wahnsinnig werden, wenn das so weiter ginge. Also beschloss ich aufzustehen, vielleicht würde ein kleiner Streifzug durchs Schloss mir helfen. Ich zog mir leise meine Jeans wieder an und verließ schleichend den Gemeinschaftsraum. Da es schon längst Sperrstunde war und ich mir nicht vorstellen wollte, welche Foltermethoden Umbridge für mich bereit hielt, tauchte ich in einen Geheimgang ab, den George und ich bereits in unserem ersten Jahr entdeckt hatten. Er führte direkt auf den Astronomieturm. Ich krabbelte aus der schmalen Öffnung und stellte mit erschrecken fest, dass schon jemand auf dem Balkon saß, auf dem ich zum Stehen kam. „Was machst du denn hier?“, fragte ich überrascht. Bei meinen Worten fuhr sie erschrocken auf und es entwich ihr ein kurzer Schrei, den ich sofort unterband, indem ich ihr meine Hand auf den Mund drückte. Wir lauschten einen Moment in die Stille, um zu hören ob uns jemand gehört hatte. Als sich nichts tat, lies ich meine Hand langsam sinken. Wir starrten uns schweigend an, bis sie sich zusammenriss und mir antwortete: „Das selbe könnte ich dich fragen, Weasley!“. „Konnte nicht schlafen!“, sagte ich und zuckte mit den Achseln, „Wie bist du unbemerkt hier rauf gekommen?“. „Ach, glaubst du etwa du und dein Doppelgänger sind die Einzigen, die hier im Schloss die Geheimgänge kennen?“, fragte sie und grinste süffisant, „Ich sollte dann wohl gehen…“. Sie senkte den Kopf und wollte an mir vorbei. „Warum? Der Balkon ist groß genug für uns Beide und ich will auch brav sein!“, sagte ich schnell, spitzbübisch grinsend und sie sah mir wieder in die Augen. „Das schon, aber ich traue mir selbst nicht, in deiner Nähe!“, murmelte sie verlegen und sah wieder zu Boden. Ohne einen weitere Sekunde zu vergeuden und an meine eben gesagten Worte zu denken, hob ich ihr Kinn mit meiner Hand an und küsste sie. *Deine Sicht* Dieser Kuss war anders als der am Nachmittag am See. Viel zarter, viel liebevoller, so als sei ich zerbrechlich. Ich hatte die Augen bereits geschlossen und fuhr mit meinen Händen über seine Wange und durch seine Haare. Dann ließ ich schnell von ihm ab und seufzte: „Ich kann das nicht, Weasley!“. „Fred!“, flüsterte er, seine Stirn immer noch an meine gelegt. „Nein, wenn ich anfange dich so zu nennen, wird es real…“, sagte ich verbittert. „Und was wäre daran so schlimm?“, fragte er leise, er hatte sich noch keinen Millimeter von mir weg bewegt, seine Hände lagen immer noch auf meiner Hüfte und in meinem Nacken. „Du kennst meinen Vater nicht…“, murmelte ich und wand mich von ihm ab. Er schwieg. „Im Moment ist alles furchtbar kompliziert und ich will dich da nicht mit reinziehen…“, wisperte ich leise und lehnte mich an die Brüstung, den Blick in den Sternenhimmel gerichtet. „Hör zu, du musst nicht darüber reden, wenn du nicht willst… Ich weiß, welche Ansichten deine Familie vertritt, doch ich weiß auch, dass du nicht diese Sicht teilst. Ich hab dich gesehen, Stella, du bist ein guter Mensch, der an die richtigen Dinge glaubt. Und diesen Menschen mag ich wirklich sehr, es ist mir egal, wer du Zuhause sein musst, oder wer deine Eltern sind. Du interessierst mich, nicht die Umstände…“, sagte er, ohne sich bewegt zu haben. Ich drehte mich langsam um. „So etwas Schönes hat noch nie Jemand zu mir gesagt“, sagte ich gerührt. „Du solltest es aber viel öfter hören!“, lächelte er. „Wieso musst du nur so verdammt… toll sein?“, fragte ich leicht verzweifelt und drehte mich wieder zu den Sternen. „Glaub mir, ich hätte mich auch nie zu träumen gewagt, dich einmal zu mögen!“, lachte er und ich warf ihm einen gespielt finsteren Blick über die Schulter zu. Fred trat neben mich an die Brüstung, dann zeigte er an den Himmel: „Eine Sternschnuppe, was wünschst du dir?“. „Schlafen…“, rutschte es mir automatisch raus. Er sah mich grinsend aus den Augenwinkeln an. „Wir sehen eine Sternschnuppe und du wünscht dir zu schlafen? Tust du das nicht jede Nacht?“, fragte er belustigt. „Nein, nie wirklich viel… Mich sucht seit Monaten jede Nacht der gleiche Alptraum heim…Ich habe Angst vorm Einschlafen…“, seufzte ich und ließ meinen Kopf auf das kühle Messinggeländer sinken. „Wie wär’s wenn ich auf dich aufpasse heute Nacht, damit du schlafen kannst?“, fragte er und sah mich nun direkt an. „Ist das dein Ernst? Wie soll das denn gehen?“, fragte ich ungläubig und ohne mich zu bewegen. Er nahm meine Hand und zog mich vom Balkon in den Geheimgang. Wir nutzten mehrer Schlupflöcher, die ich nicht kannte, bis wir vor einer Tür standen, die ich noch nie zuvor an dieser Stelle gesehen hatte. Er öffnete diese und zog mich hinter sich in den Raum. Staunend blickte ich mich um und wisperte andächtig: „Ist das der Raum der Wünsche?“. „Japp!“, antwortete Fred, die Hände lässig in den Hosentaschen und sich ebenfalls umguckend. Vor uns war ein großes Bett aufgetaucht, ansonsten war der Raum leer. Ich warf ihm noch einen skeptischen Blick zu, ehe ich darauf zu ging und mich setzte. „Und du bleibst ehrlich die ganze Nacht hier, Weasley?“, fragte ich ungläubig. Er nickte: „Wenn du das willst…“. Ich nickte, zog meine Schuhe aus und ließ mich in die weichen Kissen sinken. Fred kam ums Bett herum und legte sich auf die andere Seite neben mich, die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Nach kurzem Schweigen, fragte ich: „Kannst du das Licht löschen?“. Ich hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, da war es dunkel im Raum. Ich hörte ihn leise lachen: „Das ist der Raum der Wünsche, Stella…“. Wieder schwiegen wir, dann seufzte ich leise. „Mir soll das schwarze Mal in den Winterferien eingebrannt werden!“, gestand ich leise. „Ich hab mir so was schon gedacht!“, meinte er bedauernd, kaum lauter als ich. „Ich habe schreckliche Angst davor… Ich will das nicht, es ist eben so furchtbar, wie das für was es steht… Das ist der Grund, weswegen ich nicht mehr schlafen kann…“, wisperte ich schwach, er war der Erste, neben Draco, dem ich es erzählte. „Komm her…“, seufzte er und ich rückte näher zu ihm heran. Er zog die Decke unter uns raus und deckte mich damit zu, ehe er seinen Arm um mich legte und ich meinen Kopf auf seine Brust bettete. Er streichelte meine Haare, als er das Wort wieder an mich richtete: „Stella, kann ich dich was fragen?“. Ich nickte. „Warum bist du in Slytherin?“, fragte er sachte. Nach kurzem Zögern erzählte ich ihm die Wahrheit: „Weil ich es so wollte! Der Hut wollte mich eigentlich nach Ravenclaw schicken, aber ich hatte Angst vor der Reaktion meiner Eltern und wünschte mir nach Slytherin zu kommen. Mein Wille war so stark, dass der Hut ihm nachgab… Du bist übrigens der Erste dem ich das erzählt habe!“. Auch wenn ich ihn nicht sah, wusste ich, dass er lächelte. Er küsste meinen Schopf und ich kuschelte mich enger an ihn, noch nie hatte ich mich so geborgen, so sicher gefühlt. Ich fiel in einen tiefen und, seit langer Zeit endlich, traumlosen Schlaf. Als ich erwachte lag ich immer noch mit meinem Kopf auf Freds Brust, dieser hatte seine Arme immer noch um mich gelegt. Ich schob einen Arm unter meinen Kopf und wandte diesen leicht zu Fred auf, um ihn beim Schlafen zu beobachten. Wie hatte er es geschafft, dass ich keinen Alptraum gehabt habe? Warum fühlte ich mich in seinen Armen so sicher? ... Warum musste ich mich ausgerechnet in ihn verliebt haben… Er sah wirklich gut aus, viel besser als Adrian. Während ich ihn mir betrachtete, spürte ich wie mein Herz immer schneller zu schlagen begann. Langsam wurde Fred wach, bevor er die Augen öffnete, rieb er sich verschlafen die Nase. „Guten Morgen, wie hast du geschlafen?“, fragte er lächelnd und sah zu mir herab. „Sehr gut…“, murmelte ich, dann wand ich mich aus seinen Armen und stand auf. „Ich muss zurück in den Gemeinschaftsraum… Mein Fernbleiben wird eh Konsequenzen mit sich ziehen…“, sagte ich schwach, als ich meine Schuhe anzog. „Wie geht’s weiter?“, fragte Fred, der sich mit einem Arm auf die Seite gestützt hatte, ohne umschweife. „Wie bisher wohl auch…“, gab ich nach kurzem Schweigen und ohne ihn anzusehen zurück. „Du bleibst mit Pucey zusammen?“, wollte er weiter wissen. „Vorerst…“, gab ich zurück. Ich konnte ihm nicht sagen, dass ich mich in ihn verliebt hatte, denn selbst wenn er es wüsste, was würde es schon ändern? Ich wäre immer noch eine Malfoy und er noch immer ein Weasley! „Du gibst also auf? Lässt dir das dunkle Mal verpassen?“, fragte er nun leicht wütend. „Was soll ich denn sonst tun, Weasley?“, schrie ich, seine Uneinsicht machte mich aggressiv. „Kämpf dagegen! Lass dir das nicht gefallen!“, nun wurde auch er lauter. „Und wie stellst du dir das vor? Das ist meine Familie, wo soll ich denn hin?“, meine Wut wich der Verzweiflung. „George und ich verlassen in einigen Tagen die Schule, komm mit uns! Du kannst dich bei uns verstecken und Widerstand leisten!“, sagte er und war aufgestanden, um auf mich zu zukommen. Als er nach meinen Händen greifen wollte, wich ich zurück. „Und dann? Führen wir ein Leben auf der Flucht? Wohnen mal hier, mal da, ohne Schulabschluss, ohne Job, ohne Geld?“, schrie ich ihn an. „Deine Familie würde dich nie bei uns vermuten… Und um die anderen Dinge brauchst du dir keine Sorgen zu machen, George und ich haben bereits einen Plan! Komm mit mir, flieh mit mir! Ich… ich glaub, ich hab mich in die verliebt, Stella!“, sagte er und hatte noch einen Schritt auf mich zugemacht, um meine Hände zu greifen. Ich starrte ihn einen Moment fassungslos an. Sollte ich ihm sagen, dass es mir ähnlich ging? „Ich kann nicht, Weasley. Tut mir Leid!“, murmelte ich, zog meine Hände aus seinen und verlies fluchtartig den Raum. Es war besser so für ihn, er sollte weiter sein Leben führen wie bisher. Es gab genug Gefahren da draußen, da musste ich nicht auch noch eine für ihn werden. Und ich… Ich würde schon irgendwann über den Schmerz hinweg kommen und meinen Platz finden. Es war besser wenn er mich wieder hasste… Und eben dies trat ein. Fred würdigte mich keines Blickes mehr, nicht einmal eine Beleidigung kam über seine Lippen. Er tat als existiere ich nicht länger. Ich wusste, dass ich mich richtig entschieden hatte, nur warum wurde der Schmerz immer größer? Ich saß am Slytherinhaustisch und schaute sehnsüchtig zu Fred herüber. Es war der Tag an dem Draco und die anderen Fünftklässler ihre Prüfungen schreiben sollten. „Stella?“, das war Draco, der mich aus meinen Gedanken riss. „Ja?“, erschrocken sah ich ihn an. „Was ist los mit dir? Seit ein paar Tagen benimmst du dich seltsam… Es tut mir Leid, was ich gesagt habe, ich weiß, dass du Angst hast! Vielleicht reden wir in den Ferien einmal mit Dad und er lässt sich umstimmen!“, sagte Draco mitfühlend. Gerührt schaute ich ihn an und tätschelte seine Wange. Wir wussten Beide, dass dieser Fall nicht eintreffen würde. Ich schloss Draco in die Arme und küsste seine Wange. Dann ließ ich ihn wieder los und sagte: „Du bist ein guter Junge, Draco und ich hab dich sehr lieb, vergiss das nie, hörst du! Und ich hoffe, wenn eine Entscheidung von dir verlangt wird, dass du dich richtig entscheidest! Ich werde in diesen Ferien nicht nach Hause zurückkehren, denn du weißt genauso gut wie ich, dass ich da zurzeit nicht hinpasse! Sag Mum, dass ich sie lieb hab und es mir gut geht und ich hoffe wir werden uns sehen, wenn alles wieder gut ist…“. Verwirrt schaute er mich an, doch er nickte. Dann zog er mich an sich und drückte mich noch einmal fest. „Du bist stark, Stella! Stärker als ich es je sein werde! Und ich weiß, dass du deinen Weg gehen wirst, pass auf dich auf!“. Ich schluchzte leicht, dann ließ ich ihn los und stand auf. Ich wusste genau, wo ich hin wollte. Ich war kaum drei Schritte gegangen, da versperrte mir Adrian den Weg. „Hey Baby, wolltest du zu mir?“, fragte er und wollte mich küssen, was ich jedoch zu verhindern wusste. „Um ehrlich zu sein, nein, wollte ich nicht! Ich wollte nie wirklich zu dir, du hast mir das Leben hier nur einfacher gemacht! Und das hier hätte ich schon viel früher tun sollen…“, sagte ich zuckersüß und verpasste ihm eine Ohrfeige. Das Schallen ließ alle, die nicht schon bei unserem Wortwechsel aufmerksam zugesehen hatten, aufhorchen und es wurde stiller in der Halle. „Was soll das Stella? Hast du sie noch alle du Miststück?“, schrie Adrian und rieb sich die Wange. „Ich hab dir schon oft gesagt, dass ich es hasse, wenn du mich Baby nennst, ich hasse es noch mehr, als die Art, wie du mich behandelst! Und ja, ich habe sie noch alle, ich schien sie bisher nur nicht alle zu haben, aber jetzt… Du bist ein Idiot, der größte, den ich je kennen lernen durfte und so cool, wie du gerne wärst bist du auch nicht. Schließlich schreist du dich weg, wenn du irgendwo ne Motte siehst, mein ach so toller Held. Aber mach dir nichts draus, du passt hervorragend in dieses Haus, von Wichtigtuern und Heuchlern!“, jetzt wandte ich mich meinen Mitschülern zu, „Ja ihr habt richtig gehört, ich hab von euch geredet! Ich seid, ohne jegliche Ausnahme, das Hinterletzte. Ihr habt keine Ahnung von Freundschaft oder Menschlichkeit und am wenigstens Ahnung habt ihr davon, eine eigene Meinung zu vertreten und für diese einzustehen. Ich hab viel zu lange die Klappe gehalten und mir eure Dummheit angehört, aber sei es drum… Ich wünsch euch allen nur das Beste, nein ehrlich!“. Alle starrten mich mit offenen Mündern an, dann wandte ich mich wieder Adrian zu. „Und nun noch einmal zu dir, Baby…“, sagte ich spöttisch, „ich weiß, ich müsste es nicht extra dazu sagen, aber es ist vorbei und an alle anwesenden Damen, die ihn anhimmeln, im Bett ist er ne noch größere Niete, als in der Schule und das will schon was heißen!“. Ich ging an Adrian vorbei und stolzierte geradewegs, zum letzten Tisch in der Halle, unter tosendem Applaus der anderen Haustische, nur Slytherin schien zu perplex, sich zu rühren. Grinsend ging ich auf ihn zu, er saß noch auf seinem Platz und schaute mich fassungslos an. Vor ihm blieb ich stehen, bis er sich erhob. „Glaubst du nur in mich verliebt zu sein, oder bist du dir sicher?“, fragte ich ohne Umschweife und selbstsicher grinsend. Er starrte mich ungläubig an, bevor er verwirrt antwortetet: „Ich war mir noch nie bei etwas so sicher!“. „Schön zu wissen, nicht, dass ich mit dir abhaue und du nicht das Gleiche für mich empfindest wie ich für dich!“, sagte ich und mein Grinsen wurde breiter, und endlich hatte auch Fred verstanden, was ich meinte. Er schlang seine Arme um mich und küsste mich stürmisch, was ich, unter immer lauter werdendem Applaus, erwiderte. Ich ließ von ihm ab und flüsterte glücklich lächelnd: „Und was ist dein Plan… Fred?“. Er strahlte mich an und legte seine Lippen ein weiteres Mal auf meine.

18.51 % der User hatten die Auswertung: Steckbrief Name: Novaleigh „Nova“ Longbottom Alter: 23 Geschwister: Neville Longbottom, 21 Blutstatus: Reinblut Aussehen: lange, kastanienbraune Haare, die in großen Wellen fallen; hellgrüne Augen; volle Lippen; 1, 68 groß, schlank und Kurven an den richtigen Stellen Beruf: Heilerin im St. Mungo Hospital Charakter: schüchtern, unsicher, intelligent, Zeitpunkt der Geschichte: Knapp 3 œ Jahre nach der großen Schlacht (beide Zwillinge leben) „Ich kann es immer noch nicht fassen, dass du in ein paar Wochen heiratest, Nova!“, sagte Ellen, die grinsend ihren Kopf schüttelte. Ich streckte meine rechte Hand von mir weg, legte meinen Kopf schräg und betrachtete mir den Diamantring, der dort am Ringfinger glitzerte. „Du hast Tyler jetzt aber auch lange genug zappeln lassen. Wie oft der arme Kerl dich fragen musste, bis du endlich nachgegeben hast!“, lachte sie, worauf ich einstieg. „Es hat sich ja letztlich ausgezahlt, dass er so hartnäckig war. Schließlich sollte man sich bei so einem enormen Schritt wie der Ehe auch sicher sein, ob man füreinander bestimmt ist!“, sagte ich grübelnd und ohne den Blick von meinem Verlobungsring abzuwenden. „Und? Seid ihr füreinander bestimmt?“, wollte sie grinsend wissen. Ich erwiderte ihren Blick und lächelte: „Wer sonst hätte gleich viermal um meine Hand angehalten?“. Ellen begann wieder zu kichern. Die Tür zu unserem Pausenraum wurde schwungvoll aufgestoßen. „Wie lange wollt ihr zwei denn noch Pause machen?“, maulte meine Chefin, auf deren rundem Gesicht der Schweiß perlte. „Tut uns Leid, Ma’ am, wir haben wohl die Zeit vergessen!“, sagte ich entschuldigend und trank den letzten Schluck bereits kalten Pfefferminztees in meiner Tasse. „Baker, auf Sie wartet in Zimmer 115 eine zu leerende Bettpfanne“, sagte sie zu Ellen, die leicht das Gesicht verzog, dann wandte sie sie an mich, „Longbottom, Behandlungsraum zwei ist für Sie, Verbrennungen und Platzwunde!“. Ich nickte und schob mich an ihrer wuchtigen Gestalt vorbei in den Flur, wo ich Ellen, die gleich hinter mir war zu flüsterte: „In vier Wochen, wenn ich in meinen Flitterwochen auf den Bahamas in der Sonne brate, denk ich sicher nicht eine Minute an den alten Drachen!“. Ellen kicherte mit vorgehaltener Hand, bevor sie in das ihr zugewiesene Zimmer ging. Ich öffnete die Tür des Behandlungsraumes, während ich geschäftig das bereits angelegte Protokoll zu dem Patienten las, Moment mal! Der Name der dort stand… Überrascht blickte ich auf und tatsächlich, auf der Liege saß George Weasley. „Äh… ich bin deine… äh… ihre behandelnde Heilerin!“, stotterte ich nervös. Unglaublich, was sein Erscheinen nach all den Jahren noch für eine Auswirkung auf mich hatte. „Hey!“, grinste er, das selbe Lächeln bei dem ich auch damals schon schwach wurde. Er hatte sich kaum verändert, außer der Tatsache, dass nicht mehr der 17 jährige Junge vor mir saß, der mir das Herz gebrochen hatte, sondern ein erwachsener Mann. Ich hatte nie Probleme gehabt, ihn und seinen Zwillingsbruder auseinander zuhalten, wahrscheinlich, weil ich bei ihm immer Herzrasen bekommen hatte. „Und wie heißt meine behandelnde Heilerin?“, fragte er schelmisch, da ich schnell den Blick wieder gesenkt hatte und so tat als würde ich die Krankenakte studieren. Es war ja klar, dass er mich nicht erkennen würde. Einen kurzen Augenblick zögerte ich, bevor ich versuchte möglichst selbstbewusst den Kopf zu heben. Er legte den Kopf seitlich und musterte mich, interessiert und unentwegt grinsend. All meinen Mut zusammennehmend, trat ich auf ihn zu. Erst jetzt bemerkte ich, dass ihm ein Ohr fehlte. „Oh Gott, was ist mit deinem Ohr passiert, George?“, fragte ich erschrocken, und fuhr mit meiner Hand über die Stelle, wo einst ein Ohr gewesen war. „Okay, einen Moment…“, sagte George skeptisch und schob mich bestimmt von sich weg. Er hatte seine Hände an meinen Schultern liegen und betrachtete mich. „Du kommst mir so bekannt vor…“, murmelte er und ich wandte schnell den Blick ab, zu lange in seine schönen braunen Augen zu sehen, würde gefährlich für mich werden. „Novaleigh?“, fragte er urplötzlich und riss mich damit aus allen Wolken. „Woher…“, stammelte ich verwirrt. „Na ja, du hast dich nicht sonderlich viel verändert, außer dass du ziemlich dünn geworden bist!“, sagte er lächelnd. Ich errötete leicht. „Ich wusste nicht, dass du meinen Namen kennst…“, sagte ich immer noch geistesabwesend. „Warum sollte ich nicht? Wir waren im gleichen Jahrgang, du warst zwar in Ravenclaw, aber wir hatten ja mehrere Stunden miteinander!“, antwortete er wie selbstverständlich. Ich nickte und sah ihn einfach nur an, verloren in seinen Augen. Zeit, Raum, es schien alles keine Rolle mehr zu spielen. „Erzähl, wie geht’s dir?“, fragte er mich, nach einer gefühlten Ewigkeit und holte mich damit zurück auf die Erde. „Was ist mit deinem Ohr passiert?“, fragte ich erneut, ohne auf seine Frage einzugehen. „Wurde mir damals, bei einer Rettungsaktion von Harry, mit einem Fluch weggerissen!“, sagte er, als würde er über etwas so alltägliches sprechen, wie das Wetter. Ich hatte vor ihm auf einem Rollhocker platz genommen und versuchte bei seinem Anblick die Nerven zu behalten. Dann stand ich auf, trat vor ihn, legte eine Hand unter sein Kinn, um mir den Kopf so zu drehen, wie ich es brauchte und schaute mir, mit schräg gelegtem Kopf, die schmale Platzwunde über seiner linken Augenbraue an. Ich spürte, wie er mich genau beobachtete. Ich griff auf den Beistelltisch, wo eine Salbe stand, die ich sofort auftrug, während George weiter plapperte. „Wie lange bist du schon Heilerin?“, fragte er mich und versuchte seinen Kopf zu drehen, um mich besser ansehen zu können, was mir jedoch das Arbeiten erschwerte. Ich drehte seinen Kopf an seinem Kinn wieder um und sagte: „Würdest du bitte still halten?“. „Du bist wirklich süß, wenn du so hochkonzentriert arbeitest!“. Ich errötete. Hatte George Weasley mich etwa gerade süß genannt? Mich? George Weasley? Als ich seine Wunde über dem Auge behandelt hatte, behielt ich seinen Kopf immer noch in meiner Hand und ließ meine Finger wieder über das Loch, was einst ein Ohr war gleiten. „Tat das sehr weh?“, flüsterte ich mitleidig. Er legte seine Hand auf die meine und zog sie von seinem Ohr, um mich lächelnd anzusehen, wobei er meinen Verlobungsring bemerkte. Er ließ meine Hand in seiner liegen und betrachtete lächelnd den Ring. „Wer ist den der Glückliche?“, fragte er und schaute unentwegt auf meine Hand, die ich wie ertappt ruckartig zurückzog. „Tyler Lynch! Er hat zwei Jahre vor uns den Abschluss gemacht…“, murmelte ich und schaute Alibitechnisch in die Krankenakte, um mir meine Nervosität nicht anmerken zulassen. „War das nicht der Quidditchkapitän von Ravenclaw?“, fragte er interessiert, was ich mit einem Nicken und ohne aufzusehen quittierte. „Und wo habt ihr euch kennen gelernt?“, wollte er weiter wissen. Mir wurde die Sache immer unangenehmer. Warum interessierte ihn das so? „Hier steht, du hättest noch Verbrennungen am linken Unterarm. Zeig mal her!“, ich klappte die Akte wieder zu und schaute wartend auf seinen Arm. „Erst würde ich gerne eine Antwort auf die Frage haben die ich dir eben stellte!“, sagte er schelmisch und senkte seinen Kopf um mir in die Augen sehen zu können. Ich seufzte. „Er hatte vor einigen Jahren mal einen Unfall beim Quidditch- Training…“, setze ich an, wurde jedoch unterbrochen. „Er spielt immer noch?“. Ich nickte: „Ja, hier in London! Jedenfalls war er hier in Behandlung und so führte eben eins zum Anderen…“. George nickte und schob die Unterlippe vor, als wolle er was sagen, krempelte aber den Arm seines Hemdes hoch. Ich strich über die leichten Verbrennungen. „Wie hast du das angestellt?“, fragte ich, wieder ganz vertieft in meine Arbeit. „Wir haben eine neue Angestellte, die in der Werkstatt eine neue Erfindung angesehen hat, ich hab gesehen, dass das nicht gut gehen konnte und sie zur Seite gestoßen, dann ist das Ganze explodiert. Und Fred bestand darauf, dass ich her komme und jemanden drüber sehen lasse!“, sagte George geschäftig. „Schlauer Junge…“, murmelte ich abwesend und widmete mich der Behandlung. „Du fragst ja gar nicht nach, wieso Fred und ich eine Angestellte haben!“, stichelte George. „Wieso sollte ich? Ich weiß, dass ihr einen eigenen Scherzartikelladen in der Winkelgasse habt…“, rutschte es mir raus und ich hätte mich sogleich dafür ohrfeigen können. Wie eine irre Stalkerin… „Woher?“, wollte er auch prompt wissen, grinste jedoch wieder breit. „Ich bitte dich, wer hat damals nicht mitgekriegt was ihr vorhabt?“, versuchte ich mich aus der Klemme zu retten, was mir scheinbar auch gelang. Wir schwiegen eine Zeit, in der ich weiter arbeitete. „So, fertig! Es dürften keine Narben am Arm zurückbleiben und der Schnitt über deinem Auge ist auch kaum noch zu sehen!“, sagte ich und betrachtete ihn. „Das liegt an der fabelhaften Behandlung die mir hier zu teil wurde!“, zwinkerte mir ein Auge und ich spürte die Hitze in meinem Gesicht. „Wie sieht’s aus, was hältst du von einem Kaffee in den nächsten Wochen? Wir treffen uns und reden über alte Zeiten“, fragte er lächelnd. „Ich trinke nicht gerne Kaffe!“, schoss es wie aus der Pistole. George lachte: „Dann eben einen Tee oder ein Getränk deiner Wahl…“. Wollte er etwa ein Date mit mir? Sollte das die Erfüllung meiner Träume aus Schulzeiten werden? Ich schien in meine einstige Fantasiewelt abzudriften, bis ich schlagartig ein schlechtes Gewissen bekam. „Danke für die Einladung, aber ich muss leider ablehnen! Hier ist immer so viel zu tun, dass ich selten zu meiner Pause komme!“, log ich und er schien es zu glauben. „Das ist Schade! Na dann, hoffe ich, dass das nächste Widersehen nicht so lange auf sich warten lässt!“, grinste er, stand auf und verließ den Raum. Verdattert ließ ich mich zurück auf den Rollhocker plumpsen und schaute auf die längst geschlossene Tür. Zurückversetzt in mein 17 jähriges Ich. *Seine Sicht* Ich betrat unseren Laden, die Glocke über der Tür kündigte mich an. Normalerweise konnte man es nicht hören, weil immer so viel los war, dass man kaum sein eigenes Wort verstand. Da es aber kurz vor Feierabend war, sah ich nur noch zwei Kunden, die gerade bei Verity bezahlten. Fred kam schon auf mich zu. „Und? Wie geht’s dir?“, fragte er und musterte mich. Ich grinste zufrieden und ging beschwingt an ihm vorbei. „Super geht’s mir!“, flötete ich im Vorbeigehen. Ich setzte mich auf die Theke und sah Fred an, dieser erwiderte meinen Blick so besorgt, als fürchte er, ich hätte meinen Verstand verloren. „Rate mal wenn ich gesehen hab!“, sagte ich und versuchte mir meine Aufregung nicht anhören zu lassen. „Wen?“, fragte Fred zögerlich. „Novaleigh!“, antwortete ich ihm begeistert. „Wen?“, an seinem Gesichtsausdruck deutete ich, dass er wirklich keine Ahnung hatte. „Nova!“, antwortete ich leicht genervt und fügte sogleich. „Longbottom!“ hinzu, da er mich zuvor immer noch unentwegt verwirrt ansah. „Ach so, die dicke, große Schwester von Neville!“, checkte Fred es endlich, fing sich jedoch augenblicklich eine Rüge meinerseits ein. „Sie war nie dick!“, empörte ich mich, was Fred mit einer hochgezogenen Augenbraue und einem „Aber-Nein“- Grinsen bedachte. „Sie war vielleicht ein bisschen kräftiger, aber immer schon wunderschön!“, verteidigte ich sie, was Fred ein kurzes Lachen entlockte. Ich ging nicht weiter auf ihn ein und fuhr verärgert fort: „Jedenfalls ist sie Heilerin im St. Mungo und hat mich behandelt. Und sie ist gar nicht mehr dick, im Gegenteil…“. Fred unterbrach mich, mit einem ironischen Kommentar: „Sicher ist sie jetzt nur noch etwas rund!“. „Wir wäre es, wenn du einfach die Klappe hältst, so lange nur Mist rauskommt?“, zischte ich und Fred hob abwehrend die Hände in die Luft. „Weißt du mit wem sie verlobt ist?“, war meine nächste Frage, worauf Fred mit den Achseln zuckte. „Mit Tyler Lynch, diesem Ravenclaw- Schnösel, der mit Charlie seinen Abschluss gemacht hat“, erzählte ich und versuchte es so beiläufig wie nur möglich klingen zu lassen. Fred zog den Mund kraus, ehe er meinte: „Dann scheint dein Zug wohl abgefahren zu sein, Georgie!“. Er hatte ja keine Ahnung. *Deine Sicht* Das Zusammentreffen mit George hatte mich ganz schön aufgewühlt, mein schlechtes Gewissen gegenüber Tyler schien mich förmlich zu verschlingen. Nachdem ich jedoch ein, zwei Tage zu kreuze gekrochen war, ihm sein Lieblingsessen gekocht und ihn verwöhnt hatte wo es nur ging, konnte endlich wieder Alltag einkehren. Ich tat George wieder unter dem unerreichten Jugendschwarm ab, denn ich war mir sicher, dass ich ihn wieder für die längste Zeit gesehen hatte. Doch scheinbar hatte ich die Rechnung ohne ihn gemacht. „Nova, da ist ein Patient in Zimmer 302, der ausdrücklich nach dir verlangt!“, sagte eine meiner Kolleginnen leicht genervt. „Mr. Rivers?“, fragte ich und schaute vom Schreibpult auf, hinter dem ich klemmte und etwas recherchierte. Sie verneint es mit einem Kopf schütteln und meinte beiläufig: „Viel jünger und relativ sü߅ Was dich sicher bei deinem Verlobten reichlich wenig juckt!“. Ich lächelte. „Was hat der Patient?“, wollte ich wissen, als ich hinter ihr das Arbeitszimmer verließ. „Unaufhörliches Nasenbluten!“, war ihre knappe Antwort. Lecker… und das vor meiner Mittagspause. Als ich das Zimmer betrat in dem der vermeintliche Patient auf mich wartete, fand ich jedoch keine blutende Nase vor, sondern nur den relativ süßen Typen, der mich breit angrinste. „George, was ist passiert?“, fragte ich und betrachtete mir sein Gesicht besorgt. „Was soll denn passiert sein?“, fragte er schelmisch. „Du hattest doch Nasenbluten, meine Kollegin behauptet so was nicht, wenn sie es nicht mit eigenen Augen gesehen hat…“, ich wurde immer leiser, weil ich an mir zu zweifeln begann. George sah nicht so aus, als hätte er seit Stunden geblutet. Er sah quietschfidel aus. „Ich finde es ziemlich niedlich, wenn du so besorgt um mich bist!“, sagte George lachend. Zu meiner Verwirrung kam jetzt auch noch Verlegenheit, die sich durch die Röte auf meinen Wangen verriet. „Ich dachte mir, wenn du schon keine Pause WEGEN deiner Arbeit machen kannst, machst du Pause BEI der Arbeit…“, grinste er mich breit an. Ich schüttelte den Kopf: „Du hast dich kein Stück verändert… Immer noch das gleiche Spielkind!“. „Nur besser aussehend!“, fügte er Augen zwinkernd hinzu. Wie gerne hätte ich es bejaht. „Na dann schieß mal los… Wann heiratest du Mr. Quidditch?“, fragte er und beäugte mich skeptisch. Ich zögerte einen Augenblick. „In dreieinhalb Wochen!“, antwortete ich und stellte gleichzeitig im Stillen die Frage an mich selbst, warum es mir ein solches Unbehagen bereitete mit George darüber zu reden. „So bald schon?“, fragte George, leicht überrascht. „Was heißt so bald? Wir sind seit über zwei Jahren ein Paar und leben zusammen!“, entgegnete ich reflexartig. George setzte ein seltsames Grinsen auf: „Und du denkst, Mr. Quidditch ist der Richtige für dich?“. „Würdest du aufhören ihn Mr. Quidditch zu nennen?“, sagte ich leicht gereizt, ehe ich fortfuhr, „Ja, ich glaube schon.“. Georges Grinsen wurde bei meiner zögerlichen Antwort noch größer und ich fühlte mich noch schlechter. „Tyler ist ein guter Kerl!“, sagte ich kleinlaut. „Daran hab ich keinen Zweifel, du würdest dich nicht auf einen X- Beliebigen einlassen. Ich frage mich nur, ob Mr… Entschuldigung, ob Tyler deinen Wert schon immer erkannt hat!“, sagte er und sah mir intensiv in die Augen, so dass ich seinem Blick ausweichen musste. „Wie meinst du das? Fragst du mich, ob er mich schon mochte als ich noch fett war? Nein, aber wer hat das schon?“, sagte ich bitter und blickte zu Boden. „Ich!“, antwortete George selbstsicher und suchte wieder meinen Blick, der bei diesem Wort wieder auffuhr. Ich war verwirrt, verlegen und hatte ein schlechtes Gewissen. Nach einer Zeit des Schweigens, in der wir uns unentwegt ansahen, durchbrach ich endlich die Stille: „Wie dem auch sei, ich heirate Tyler in einigen Wochen und jetzt will ich, bevor ich mich wieder meinen richtigen Pattienten widme, gerne wissen, wie du das mit deiner Nase gemacht hast!“. George lachte auf. „Tja… Ich werde es dir bei Gelegenheit verraten!“, zwinkerte er, stieg von der Liege, auf der er gesessen hatte und ließ mich verdattert zurück. *Seine Sicht* Meine Besuche bei Nova im Krankenhaus wurden zur Gewohnheit. Ich verbrachte jede Mittagspause bei ihr im Krankenhaus. Als Alibi für ihre Kollegen testete ich mich durch unser gesamtes Nasch- und Schwänzleckereien Sortiment und es funktionierte. Jeden Tag. Mittlerweile versuchte sie gar nicht mehr erst hinter meine Tricks zu kommen, im Gegenteil, sie schien sich zu freuen mich zu sehen. Mit jedem Tag den ich bei ihr verbrachte, schien sie mehr und mehr aufzublühen und ihr Selbstbewusstsein schien zu wachsen. Als ich an einem Nachmittag aus dem Hospital kam stand Fred wartend im Türrahmen gelehnt. „Na, was für ein „Weh- Wehchen“ hattest du heut Bruderherz?“, wollte er süffisant grinsend wissend. „Fieber“, antwortete ich beiläufig und schob mich an ihm vorbei in unsere Wohnung. „Sag mal George, was versuchst du eigentlich mit dieser Aktion zu bezwecken?“, fragte er, als er mir in die Wohnung folgte. „Was willst du von mir Fred?“, zischte ich genervt. „Dir einen Haufen Kummer ersparen!“, gab dieser ernst zurück. Ich ließ mich auf unser Sofa fallen und erwiderte seinen Blick fragend. „Warum hängst du seit über einer Woche jeden Tag im St. Mungo rum?“, fragte Fred. „Nur so… Aus keinem bestimmten Grund…“, belog ich mich selbst. „Pf… lächerlich! Du versuchst Novaleigh und ihren Verlobten auseinander zu bringen, weil du dich in die Kleine verliebt hast!“, sagte Fred mir auf den Kopf zu. Verdammt er kannte mich einfach zu gut! „Tyler ist nicht der Richtige für sie! Er hat sie erst gesehen, als sie sein Schönheitsideal erfüllt hat, dabei war sie schon immer wunderschön!“, schrie ich fast. „Sie hat ihn aber gewählt!“, gab Fred scharf zurück. „Ja, weil sie sich mit dem erst Besten zufrieden gegeben hat. So Typen wie Tyler haben ihr Selbstbewusstsein zu Schulzeiten so kaputt gemacht, dass sie sich jetzt mit so jemandem glücklich schätzt!“, zischte ich wütend. „Und warum hast du dein Glück dann nicht zu Schulzeiten probiert? Sie ist verlobt Alter, sieh dass endlich ein… sie wird ihn heiraten, ob du ihn jetzt für den Richtigen hältst oder nicht!“, sagte Fred, dessen Blick nun eher mitleidig als spöttisch war. *Deine Sicht* Ich hielt mir den Bauch vor Lachen. George hatte mir gerade eine Geschichte mit einer missglückten Schwänzleckerei erzählt. Zwischen uns hatte sich eine Art Freundschaft entwickelt, auch wenn ich mich öfter dabei erwischte, wie ich mir mehr wünschte. Wie mittlerweile fast jeden Tag, saß er vor mir auf der Liege. Heute wurde er mir mit starker Übelkeit zugewiesen, doch wie immer wenn ich dann das Zimmer betrat, saß ein putzmunterer George vor mir und strahlte mich an. Es war mir mittlerweile auch egal, wie er meine Kollegen jeden Tag täuschen konnte, ohne wirklich krank zu sein. Ich genoss einfach die Tatsache, dass er da war. Als ich mich etwas beruhigt hatte, nippte ich an meinem Tee, den er mir mitgebracht hatte und nun auch schon fester Programmpunkt seiner täglichen Besuche war. Die Hochzeit war nur noch 17 Tage entfernt. Beim Gedanken daran, danach in die Flitterwochen zu verschwinden und somit Georges Besuche missen zu müssen, packte mich die Wehmut. „Woran denkst du?“, fragte George mich plötzlich und sah mich lächelnd an. Wie eine Zukunft mit dir sein könnte, antwortete ich in Gedanken, worauf mich gleich das schlechte Gewissen gegenüber meines Verlobten einholte. „Ich hab mich gefragt was du am Samstag vorhast?“, antwortete ich automatisch. Georges Grinsen wurde breiter. „Noch nichts wieso?“, wollte er wissen. „Wir haben ein Probeessen vor der Hochzeit und ich würde mich freuen, wenn du kommen würdest!“, sagte ich, perplex über mich selbst. Warum tat ich mir das an? George schien etwas überrumpelt von der Einladung, nickte jedoch schließlich und meinte augenzwinkernd: „Ich hab mal gehört, dass man der Braut keinen Wunsch abschlagen darf!“. Ich kicherte nervös. „Ja das ist wohl wahr…“, murmelte ich. „Wo soll ich hinkommen?“, fragte er. „Ins Mrs. Buttercups Teestube!“, sagte ich leicht beschämt und schaute geschäftig im Raum herum. Nach kurzem Schweigen, in dem George sich zusammenriss nicht laut los zu prusten, sagte er beherrscht: „Keine Ahnung wo das ist!“. „Du kannst auch vorher in die Winkelgasse kommen, da probier ich mein Brautkleid ein letztes Mal an und dann können wir zusammen weiter!“, sagte ich mit leicht geröteten Wangen. Er nickte zustimmend und nach einem letzten, kurzen Gespräch stand er auf um zu gehen. Ich ging voran zur Behandlungszimmertür und blieb davor stehen, um noch einmal den Plan für Samstag zu wiederholen. „Ist gut, wir sehen uns Samstag!“, lächelte er, beugte sich zu mir herunter und gab mir einen zarten Kuss auf die Wange, ehe er mich zurückließ. Ich fuhr langsam mit meiner Hand zu der Stelle, wo seine Lippen mein Gesicht berührt hatten und begann zu lächeln. Ich wusste, dass ich einen großen Fehler machte, ihn zur Feier einzuladen, doch ich konnte es nicht länger vor mir selbst leugnen. Meine Gefühle für George Weasley waren nie wirklich abgeklungen. Doch sicher würde das sich irgendwann legen, schließlich würde ich Tyler heiraten. „Du siehst ganz entzückend aus, Novaleigh!“, hörte ich meine Großmutter, die hinter mir auf einem Sofa saß. Skeptisch drehte ich mich vor den Spiegeln hin und her und betrachtete mich in dem weißen Kleid. Mein Bruder und die Verkäuferin bestätigten meine Großmutter. Das Kleid war schlicht und reinweiß, es war ohne Träger und am Oberkörper enganliegend und dezent mit Perlen bestickt. Nach unten wurde es etwas weiter, die Haare hatte ich provisorisch hochgesteckt. Neville trat neben mich und legte mir einen Arm um die Taille. „Es wird mir eine Ehre sein, dich zum Altar zu führen!“, sagte er stolz lächelnd und schloss mich fest in die Arme. „Wow!“, hörte ich eine überraschte Stimme hinter uns. Neville und ich ließen uns los und schauten, von wem der Ausruf kam. Im Türrahmen stand ein mit offenem Mund überwältigt schauender George, dem der Ausruf nur herausgerutscht war und für den er sich sogleich entschuldigte, als er meine verärgerte Großmutter sah. Ich spürte die Wärme auf meinen Wangen und die Schmetterlinge in meinem Bauch und senkte verlegen lächelnd den Blick. Neville schaute verdutzt zwischen George und mir hin und her, bis er es überrascht begriff. „Oma, ich glaube ich sollte mir meinen Anzug vorne noch einmal ansehen!“, meinte er und half der alten Dame auf, die George noch einmal mit einem bösen Blick strafte. Als die Beiden den Raum verlassen hatten, sah ich wieder zu George auf, der sich langsam bewegte. „Du siehst wunderschön aus!“, sagte er anerkennend und mir direkt ins Herz treffend. „Danke!“, murmelte ich verlegen. Wir sahen uns schweigend an. Bis die Verkäuferin rein kam und uns aufschreckte. „Nein, nein, nein! Es bringt Unglück seine Braut vor der Hochzeit im Brautkleid zu sehen!“, schimpfte sie George und wollte ihn rausscheuchen. „Ich bin nicht der Bräutigam!“, wehrte er sich und hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich behauptet, es hätte sich wehmütig angehört. „Entschuldigung, ich dachte so wie sie sich angesehen haben… Ach egal. Miss Longbottom, kommen sie ich helfe ihnen aus dem Kleid!“, sagte die Verkäuferin entschuldigend. Während George und ich ertappt die Blicke voneinander abwandten. Ich tauschte mein Brautkleid gegen ein leichtes, geblümtes Sommerkleid und trat wieder in den Raum. George hatte auf dem Sofa platz genommen und schaute mir dabei zu, wie ich meine Haare wieder öffnete, sie kurz über Kopf warf, mit den Fingern einmal durchkämmte und nach einem letzten prüfenden Blick in den Spiegel sagte: „Ich bin soweit!“. George nickte und wir verließen gemeinsam das Ankleidezimmer, vorne warteten meine Großmutter und Neville. „Apparieren wir?“, wollte George von mir wissen. Bevor ich ihm antworten konnte, tat es Neville bereits: „Nova hat einen nicht gerade apparier- freudigen Magen!“. Wir kletterten nacheinander in den Kamin des Brautmoden- Geschäfts und nach wenigen Sekunden in der Teestube wieder hinaus. *Seine Sicht* In dem kleinen Vorzimmer standen bereits sehr viele Leute, einige Gesichter kamen mir bekannt vor. Es waren ehemalige Hogwartsschüler, vermutlich Tylers Freunde. Nova trat als letztes aus dem Kamin und schaute sich suchend im Raum um, bis sie mich erblickte, ich stand etwas abseits des Kamins. Sie lächelte glücklich und wollte gerade zu mir kommen, als sie zwei Männer aufhielten um sie mit Küsschen zu begrüßen. Einer der Beiden rief laut: „Tyler, deine Braut ist hier!“. Besagter Tyler kam von draußen durch eine weit geöffnete Flügeltür stolziert, schlang seine Arme um Novas Taille, zog sie zu sich ran und küsste sie leidenschaftlich. Ich hatte das ungeheuere Bedürfnis, ihn zu schlagen. Novaleigh erwiderte den Kuss kurz, wand sich jedoch sogleich von ihm ab. „Da bist du ja endlich, Baby!“, sagte er und küsste erneut kurz ihre Lippen. Sie lächelte ihn an, er legte seinen Arm um ihre Hüfte und die zwei begaben sich nach draußen. „Okay, was läuft da zwischen meine Schwester und dir?“, fragte Neville, der plötzlich neben mir stand. Überrascht und gleichzeitig ertappt sah ich ihn an. „Nichts, wir sind Freunde! Was soll da sonst laufen? Sie ist verlobt…“, stammelte ich beschwichtigend. Neville nickte, er schien mir kein Wort zu glauben. „Verlobt ist noch nicht verheiratet, George! Wusstest du übrigens, dass Tyler sie viermal fragen musste, bis sie endlich Ja gesagt hat?“, sagte er beiläufig, bevor er hinzufügte, „Lass uns nach draußen gehen!“. Ich folgte Neville in den recht großen Garten, in dem alles pompös hergerichtet war. Überall waren Luftballons und Girlanden angebracht. Total übertrieben. Ich ließ meinen Blick über die Tische schweifen, dann fragte ich, als ich mich an Bills und Fleurs Hochzeit zurück erinnerte: „Wo ist die Seite der Braut?“. Neville sah mich stutzig an und deutete auf einen kleinen Tisch, der ziemlich abseits stand und an dem bereits seine Großmutter, zwei junge Heilerinnen aus dem St. Mungo und Luna Lovegood, die mit Neville zusammen war, saßen. „Da ist der Tisch der Brautfamilie!“, sagte er verbittert. „Und wer sind dann die ganzen Leute da?“, wollte ich irritiert wissen. „Tylers Familie und Freunde…“, sagte Neville, bevor er sich an den Tisch setzte, „Oma, das ist George, ein… Freund von Nova!“, Neville verkniff sich das Grinsen, während ich der schrulligen, alten Dame die Hand schüttelte, der die Anspielung ihres Enkels entgangen war. Nachdem ich mich gesetzt hatte ließ ich meinen Blick über die anderen Tische schweifen, bis ich bei Novas ankam. „Warum sitzt ihr nicht bei Nova?“, fragte ich, ohne den Blick von ihr abzuwenden. Irgendwie wirkte sie unglücklich. „Da sitzt Tylers Familie!“, knurrte Neville verächtlich und ich war erleichtert. Endlich jemand der meine Meinung zu teilen schien. Novas Lächeln, das sie den Gästen schenkte wirkte aufgesetzt, als sie eine Hand nach der anderen schüttelte. Endlich fand sie meinen Blick und ihr Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich. Ihre Augen strahlten und sie schob sich nervös eine Strähne hinters Ohr zurück. Dann forderte Tyler wieder ihre Aufmerksamkeit. Endlich schienen alle Gäste angekommen zu sein und der Bräutigam erhob sich, um einige Worte zu sagen. „Es freut mich, dass ihr alle so zahlreich erschienen seid, um mit mir und meiner wunderschönen Verlobten unser Probeessen einzunehmen. Novaleigh du bist das Wunderschönste und die größte Trophäe die ich besitze!“, begann er. Ich hasste ihn und ich hatte von Anfang an recht gehabt, sie war für ihn kaum mehr als ein Prestige- Objekt. Die Gäste lachten und gaben einen kurzen Beifall, während Nova errötete und lächelnd den Blick senkte. „Begrüßen wir doch auch die Familie und Freunde meiner Braut!“, sagte Tyler und schaute suchend die Tische ab. „Wo sind die denn? Ah, da hinten. Ihr seid so wenige, ich hätte euch fast nicht gesehen!“, lachte er, ebenso wie alle anderen Anwesenden, außer Nova und unser Tisch. Nova lächelte schwach und tief traurig in unsere Richtung. Ich wusste, dass sie in diesem Moment ihre Eltern vermisste, doch dieser Idiot nahm darauf keine Rücksicht. Dann trafen sich Tylers und meine Blicke und wir funkelten uns kurz an, er schien überrascht. Nachdem er seine Rede beendet hatte und das Essen aufgetischt wurde, sah ich wie er wild auf Nova einzuflüstern schien. *Deine Sicht* „Wer ist der Kerl, Novaleigh?“, zischte Tyler wütend, als er sich wieder gesetzt hatte. „George Weasley, ein Freund von mir!“, sagte ich kleinlaut und legte meine Hand auf seinen Oberschenkel um ihn zu besänftigen, was mir nicht gleich gelang. „Das er ein Weasley ist hab ich selbst gesehen…“, wisperte er verächtlich. „Jetzt spiel dich mal nicht so auf Tyler… Oder dürfen nur deine Freunde an dieser Party teilnehmen?“, fragte ich, mittlerweile ebenfalls aufgebracht, ich hasste es, dass er so über George sprach. Verblüfft schaute er mich an, ehe er klein bei gab: „Natürlich nicht, Baby! Ich hätte es nur gerne vorher gewusst!“. Ich nickte und setzte ein Lächeln auf, zum Zeichen dafür, dass wir alles geklärt hatten küsste er meine Nasenspitze. Wir setzten uns richtig hin und begannen zu essen. Mein Blick fiel immer wieder zwischen den ganzen Köpfen hinweg zu George, der meinen Blick stets lächelnd erwiderte. Ich weiß nicht genau wieso, aber dieser Blick schien mich vergessen zu lassen, dass dieses Fest eigentlich eine zur Schaustellung war, dass meine Eltern nicht dabei sein konnten und dass ich das ganze Trara gar nicht brauchte. Sogar wenn Tylers Mutter mit mir am Reden war, konnte ich mich nie ganz von Georges Gesicht abwenden. Nachdem Essen eröffneten Tyler und ich die Tanzfläche. „Ich kann es kaum erwarten, dich zu meiner Frau zu nehmen!“, flüsterte Tyler in meine Haare, bevor er mich zart und innig küsste. Sein Satz ließ mein Herz eine Tonne schwer werden. Als wir mit dem ersten Tanz fertig waren, wurde ich von einer von Tylers Freundinnen, Becky, abgelöst. Einer dummen Kuh, die ich auf den Tod nicht ausstehen konnte. Ich blickte mich auf der Tanzfläche um. George tanzte mit Ellen, die er ständig zum Lachen brachte. Doch wieder hatte er mich die ganze Zeit im Auge. Mein Herz hüpfte freudig, als ich ihn beobachtete. Tyler hatte sich noch nie die Mühe gemacht, sich mit meinen Freunden zu beschäftigen. Neville forderte mich zu einem Tanz auf. „Darf ich Schwesterherz?“, fragte er und deutete eine Verbeugung an. „Aber gerne doch, mein kleiner großer Bruder!“, lächelte ich. Eine Weile tanzten Neville und ich schweigend, während George Luna übers Parket wirbelte. Neville folgte meinem Blick. „Wann willst du es ihm sagen?“, fragte er plötzlich. Verdattert sah ich ihn an. „Wem was sagen?“, tat ich begriffsstutzig. „George dass du ihn liebst und Tyler, dass du ihn nicht heiratest!“, sagte Neville grinsend. „Red keinen Unsinn Neville!“, sagte ich kleinlaut und senkte den Blick. „Dann red du dir keinen ein!“, fügte Neville hinzu und knuffte mich sachte in die Seite. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter. „Ich vermisse Mum und Dad!“, flüsterte ich leise und suchte Georges Blick. Neville küsste meinen Schopf. „Ich auch. Sie hätten diese Feier total albern gefunden!“, kicherte Neville. Ich nickte an seiner Schulter. George war immer noch mit Luna am Tanzen und erwiderte meinen Blick nicht, stattdessen sah mich Tyler an, der erst dachte ich würde ihm dieses verliebte Grinsen schenken. Er folgte meinem Blick und wurde wütend. „Kann ich mit dir reden?“, fragte er und zog mich grob, ohne ein Widerwort zu dulden von Neville weg in das Vorzimmer der Teestube. Drin entriss ich ihm meine Hand. „Du tust mir weh!“, zischte ich leise. „Er muss gehen!“, knurrte Tyler aufgebracht und tigerte auf und ab. „Wer?“, fragte ich verwirrt. „Weasley! Es gefällt mir nicht wie du ihn ansiehst!“, schrie Tyler und ich war froh, dass die Musik im Garten so laut war. „Wie sehe ich ihn denn an?“, wollte ich stur wissen. „So wie du mich nie angesehen hast!“, brüllte er und kam mir bedrohlich nahe, ich wich nicht zurück. „Das ist doch Unsinn, Tyler! Du hast keinen Grund zur Eifersucht!“, maulte ich, wohl wissend, dass er genau dies doch hatte. „Halt mich nicht zum Narren, Novaleigh…“, setzte er an, doch wir wurden unterbrochen. „Nova?“, wir drehten uns abrupt um. George stand in der Tür. „Ich sollte gehen!“, sagte er und warf Tyler einen bedrohlichen Blick zu, während dieser sagte: „Das ist vielleicht auch besser so!“. „Nein George musst du nicht! Das ist auch meine Feier und ich habe dich eingeladen. Du bist mein Freund, du darfst bleiben so lange du möchtest!“, sagte ich und warf Tyler einen zornigen Blick zu. George lächelte mich schwach an. „Schon okay!“, sagte er und machte auf dem Absatz kehrt um mit einem lauten ‚Blopp’ zu disapperieren. Tyler grinste zufrieden und mit verschränkten Armen vor der Brust. „Du bist so ein Arsch!“, keifte ich hysterisch, „Du hattest zu keiner Zeit Sorge zu haben. Aber auf dieser Party wimmelte es nur so von Freunden und Familie von dir… Ich kann mich auch nicht erinnern, dass ich bei Becky so ne Szene gemacht hab!“. Ich marschierte zielstrebig zum Kamin, Tyler hielt mich am Handgelenk zurück. „Wo willst du hin?“, knirschte er. „Eine der wenigen Freundschaften retten, die ich habe! Und wenn dir auch nur ein bisschen was an mir liegt, dann lässt du mich los!“, sagte ich, so wütend, dass mir bereits Tränen aus den Augen rannen. Tyler ließ mich los und sah mir dabei zu, wie ich im Kamin verschwand. *Seine Sicht* Ich wusste nicht genau, wie lange ich schon gelaufen war oder wie viele Feuerwhiskey ich zuvor in der Bar getrunken hatte, doch jetzt sperrte ich die Wohnungstür auf. Fred saß auf dem Sofa und schaute auf. Bevor ich ihn begrüßen konnte, sagte er: „Novaleigh war hier! Ich soll dir sagen, sie warte im tropfenden Kessel auf dich! Du hattest übrigens Recht, sie sieht mittlerweile umwerfend aus!“. Das letzte musste er mir schon hinterher rufen, denn ich war bereits auf dem Weg die Treppe wieder runter gewesen. Ich fand sie an der Bar, wie Fred es mir hatte mitteilen sollen. Ich ließ mich, ohne ein Wort zu sagen neben sie fallen. „George, Gott sei Dank!“, sagte sie aufgeregt. Auch sie war nicht mehr ganz nüchtern. „Was machst du hier Nova? Solltest du nicht eigentlich immer noch feiern?“, wollte ich wissen. „Es tut mir so Leid, Tyler ist ein Arsch…“, setzte sie an, doch ich unterbrach sie jäh. „Da hast du wohl Recht!“, murmelte ich und bestellte zwei Feuerwhiskey. „Wie dem auch sei! Ich wollte nur sehen ob es dir gut geht…“, wisperte sie, errötete und trank den Feuerwhiskey, der uns gerade vorgesetzt wurde, in einem Schluck aus, nur um sich gleich einen Neuen bestellen zu können. Ich überlegte einen Moment, ehe ich sprach: „Sag mal Nova, warum machst du das alles?“. Fragend sah sie mich an. „Dieses ganze zur Schaugestelle ist gar nicht deine Art. Ebenso wenig wie diese pompöse Feier, mit Menschen die du teilweise nicht einmal kennst!“, sagte ich und sah sie ernst an. Sie lachte spöttisch auf und sah in die Ferne, als sie antwortete schaute sie mir wieder in die Augen: „Du hast Recht, mir hätte eine kleine Zeremonie gereicht! Aber Tyler wollte das so!“. Ich nickte wissend. „Ja, weil er keine Ahnung hat, wer du bist!“, sagte ich verärgert und schaute in mein Glas, das ich ansetzte und leerte. Sie schwieg und schaute betreten zu Boden. „Er ist der Richtige…“, flüsterte sie unsicher. Jetzt war es an mir, spöttisch zu Lachen, was sie mit einem verärgerten Blick quittierte. „Ach Nova, bitte! Würdest du das glauben, hättest du beim ersten Mal, als er dich fragte, ob du ihn heiraten willst, bereits ja gesagt und das weißt du genau so gut wie ich!“, ich erwiderte ihren Blick offen. Ihre Augen begannen Funken zu sprühen und sie schluckte schwer, bevor sie zischend antwortete: „Du hattest Jahre lang die Chance gehabt, George und du wolltest sie nicht, also mach mir daraus jetzt keinen Vorwurf!“. Sie wand den Blick nicht ab, verzog nicht eine Mine. Es war ihr Ernst! Ich starrte sie fassungslos an. „Ich war ein dummer Schuljunge, doch ich hegte die gleichen Gefühle für dich, wie ich es heute tue!“, endlich hatte ich meine Stimme wieder gefunden. Novaleigh errötete und schüttelte ungläubig den Kopf. Ich rutschte auf meinem Hocker nach vorne, näher zu ihr hin. „Nova, du bist unglaublich, süß und wunderschön und das warst du schon immer, nicht erst, seit du dünn bist. Und ganz ehrlich, er wäre ein noch größerer Idiot gewesen, hätte er nach dem ersten Korb aufgegeben… Du bist es wert, dass man um dich kämpft!“, sagte ich. Sie sah mich überwältigt an, dann schlang sie ihre Arme um meinen Hals und küsste mich leidenschaftlich. Nach einem kurzen Moment der Überraschung, erwiderte ich den Kuss und schlang meine Arme um ihren zierlichen Körper. Sie ließ von mir ab und flüsterte in mein Ohr: „Als du damals von der Schule gegangen bist, hast du mir das Herz gebrochen!“, dann liebkoste sie es, während ich antwortete: „Und du mir meines, als ich dich endlich wieder sah und erfuhr, dass du verlobt bist!“. Wir orderten uns ein Zimmer bei Tom und verlegten es dorthin. *Deine Sicht* Ich stand angezogen am Bettrand und schaute ihm beim Schlafen zu. Er atmet friedlich ein und aus und ich ließ meinen Blick über seinen nackten Oberkörper, bis hin zu seinem Gesicht gleiten. Endlich war es passiert. Nie hatte ich mir was sehnlicher gewünscht, als von George Weasley geliebt zu werden und es war wunderschön gewesen. Ich wusste, dass ich mich niemals in meinem Leben bei jemandem so geborgen und geliebt fühlen würde, und doch war die Situation zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt geschehen. Ich seufzte leise und versuchte mir dieses Bild einzuprägen, denn ich würde wehmütig daran zurück denken. Ich beugte mich langsam zu ihm runter und küsste sachte seine Wange, ohne ihn zu wecken, dann verlies ich den tropfenden Kessel. Tyler hatte sich wieder eingekriegt und mir auch die Geschichte abgekauft, dass ich George nicht gefunden hätte, mir Tom der Wirt aber ein Zimmer gegeben hätte, weil ich nicht mehr in der Lage war mit Flohpulver oder ähnlichem zu reisen. Er glaubte mir auch, dass zwischen George und mir nie etwas gelaufen war. Alles lief weiter wie bisher, nur dass ich Urlaub hatte und George nicht mehr sah. Die Tage vor der Hochzeit vergingen wie im Flug. Tyler war kaum zu Hause, da er viele Quidditchspiele außerhalb hatte, doch das war ich ja mittlerweile gewohnt. Ich schaffte es nicht einen Tag, George aus meinen Gedanken zu vertreiben. Am Tag der Hochzeit saß ich im Nebenzimmer der Kirche. Mein Brautkleid hatte ich bereits an und es würde nur noch wenige Minuten dauern, bis ich zum Altar schreiten würde. Geschockt schaute ich auf das Stäbchen, das ich in den Händen hielt. Es ließ keinen Zweifel zu. Schwanger. Seit ca. zwei Wochen. Auch der Zeitraum ließ keinen Zweifel zu. Das Kind war von George. Von Tyler konnte es nicht sein, aufgrund seiner vielen Reisen hatten wir seit über einem Monat nicht mehr miteinander geschlafen. Wir verschoben es auf die Flitterwochen. Ich spürte wie die Panik begann mir die Kehle zu zuschnüren und sich Tränen in meinen Augen sammelten, die ich hilflos wegblinzelte. Ich war so damit beschäftigt mich zu beruhigen, dass ich nicht hörte wie Neville reingekommen war. Erst als er hinter mir stand und mir eine Hand auf die Schulter legte. „Na hast du schon kalte Füße? Was ist das?“, fragte er, als er den Schwangerschaftstest in meiner Hand sah. Ich sprang auf und wischte die Tränen, die über meine Wangen rannen weg. Zum Glück war mein Mascara wasserfest. „Nova, was ist los?“, fragte mein Bruder so sachte, als würde er mit einer Gestörten reden. „Ich bin schwanger… und ich liebe George…!“, stammelte ich jammernd. Nevilles Augen weiteten sich. „Weiß Tyler es schon?“, wollte er wissen. „Tyler ist nicht der Vater!“, sagte ich und begann verzweifelt auf und ab zu tigern. „Was hast du jetzt vor?“, fragte Neville. „Ich hab keine Ahnung!“, wisperte ich, tupfte die letzten Tränen weg, schaute prüfend in den Spiegel, verstaute den Schwangerschaftstest in meiner Tasche und sagte: „Es wird Zeit, lass uns gehen!“. „Novaleigh, ich weiß nicht, ob dass…“, wollte Neville ansetzten, doch ich ließ ihm nicht die Gelegenheit auszusprechen. „Neville, bitte!“, flehte ich ihn an. Er nickte, hielt mir seinen Arm hin, wo ich mich unterharkte und küsste meine Stirn. „Es wird alles gut!“, flüsterte er und führte mich durch die Gänge, hin zum Altar. Die Kirche saß voll und alle schienen den Atem anzuhalten, als ich an ihnen vorbei ging. Tyler lächelte mich an und wisperte: „Du siehst richtig scharf aus!“. Seine Worte hallten unaufhörlich in meinem Kopf wieder, sogar als der Pfarrer begann die Trauung zu vollziehen. Scharf… War es das, was eine Braut an ihrem Hochzeitstag hören wollte? Wären nicht Worte wie, wunderschön, unglaublich, hinreißend passender gewesen? Und ehe ich noch einmal darüber nachdachte sagte ich es schon: „Stopp!“. In der Kirche ging ein Raunen durch die Gänge, alle starrten mich fassungslos an. „Tyler, ich hab dich wirklich gerne und wir hatten eine tolle Zeit zusammen, aber ich kann nicht deine Frau werden, ich liebe dich nicht! Ich passe nicht in das Leben, dass du dir wünschst und du passt nicht in meins! Ich… ich kann das nicht!“, sagte ich mit fester Stimme. Dann ließ ich seine Hand los und stürzte den Gang zurück. Im Nebenzimmer standen bereits die Koffer für die Flitterwochen, in die wir noch am Abend aufbrechen wollten. Stürmisch schnappte ich mir den Koffer und wäre fast mit Neville und meiner Großmutter, die mir gefolgt waren zusammengestoßen. „Nova…“, rief meine Oma erschrocken aus. „Tut mir Leid, Oma. Ich werde dir alles zurückzahlen, was du in diese Feierlichkeiten gesteckt hast, aber ich kann ihn nicht heiraten!“, sagte ich schnell. Zu meiner großen Überraschung schloss sie mich in die Arme und sagte: „Ich konnte diesen aufgeblasenen Schnösel nie leiden, du tust das Richtige! Deine Eltern wären stolz auf dich, Liebes!“. Ich sah sie überglücklich an, während mir eine Träne über die Wange lief. Ich gab ihr einen Kuss und drückte meinen Bruder fest an mich, der in mein Ohr wisperte: „Du wirst sehen, Süße, alles kommt in Ordnung!“. Als ich ihn ansah zwinkerte er mir ein Auge. Ich war verwirrt, hatte aber keine Zeit weiter darüber nach zu denken. Ich lief zu dem Portschlüssel, der mich sofort auf die Bahamas beförderte. Ich verbrachte die meiste Zeit in einer Hängematte am Strand und fragte mich, wie mein Leben wohl weiter gehen würde. Schwanger mit einem Kind, dessen Vater ich mit der Aktion, die hinter mir lag, mit Sicherheit für immer verloren hatte. Eigentlich sollte ich meine Seele baumeln lassen, vergessen was passiert war. Entspannen. Aber wer hätte das in einer solchen Situation schon gekonnt? Ich schaute in die Wellen. Wie sehr wünschte ich mir, ich könnte mit George reden. Ihm alles erklären. „Ich hörte die Miss habe einen Cocktail bestellt?“, riss mich eine bekannte Stimme aus meinen Gedanken. Erschrocken fuhr ich bei ihrem Klang hoch. „George!“, keuchte ich überrascht, als ich in sein grinsendes Gesicht blickte. „Was… du… äh… ich…“, stammelte ich, was George zum Lachen brachte. „Neville hat mir erzählt, warum du Tyler trotz dem was zwischen uns war heiraten wolltest! Du hattest Angst, deine Großmutter, die viel Geld für die Hochzeit bezahlt hat, zu enttäuschen. Das ist doch okay, Nova, die Frau hat dich schließlich groß gezogen, da ist es verständlich, dass du sie nicht enttäuschen willst. Aber das hättest du mir ruhig sagen können, ich hätte es verstanden. So wurde ich wach und du warst weg…“, sagte er. „Ich bin schwanger!“, platze es aus mir heraus. George sah mich mit großen Augen an. „Oh… ich… herzlichen Glückwunsch!“, sagte er verwirrt. „Das Kind ist von dir!“, fügte ich schnell hinzu, da er verletzt schien. Jetzt schaute er mich ungläubig an, bis er realisiert hatte, was ich gesagt hatte und zu grinsen begann. Ich fiel ihm in die Arme und sagte: „Ich liebe dich, George Weasley, schon immer und daran wird sich auch nie etwas ändern!“. George küsste mich überglücklich und sagte dann: „Ich liebe dich auch und ich werde dich nie mehr aus den Augen lassen. Noch einmal stehe ich so eine Tortur nicht durch!“. Und plötzlich war meine Zukunft gar nicht mehr düster, sondern strahlender als je zuvor.