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Die Statistik vom Quiz

Harry Potter: Stürmisches Verlangen oder deine ewige Liebe? DEIN LOVER IN HOGWARTS

61.14 % der User hatten die Auswertung: Name: Hillary Danes Haus: Gryffindor Blutstatus: Reinblütig Aussehen: Deine Haare sind braun und gehen dir bis kurz unter die Schulter/ Deine katzenhaften Augen sind grün/ Du bist dünn und hast weibliche Kurven und deine Haut ist sonnengebräunt Charakter: Du bist sympathisch und lebenslustig/ Humor ist eine deiner wichtigsten Charaktereigenschaften/ Du hasst Lügner und Feiglinge und Arroganz widert dich an Freunde: Hermine (Harry und Ron), Ginny Zeit: Du gehst zur selben Zeit zur Schule wie Harry Potter 4. Schuljahr// „ Hillary, wann kommst du denn? Wir sind schon viel zu spät dran!“, höre ich Hermine von unten aus dem Gemeinschaftsraum rufen. In Rekordzeit sammle ich meine Schulbücher und Schreibutensilien zusammen, stopfe sie in meine ohnehin schon viel zu schwere Schultasche und werfe sie mir über die Schulter. Ein wenig mehr Feingefühl wäre eventuell ratsam gewesen, denn aufgrund des Gewichts der Tasche, spüre ich in der Schulter einen ziehenden Schmerz. Scharf ziehe ich die Luft ein, beiße dann jedoch die Zähne zusammen. Schmerz ist eine Schwäche. Schnell eile ich die Treppe hinunter und falle fast über Hermine. Nur mit größter Mühe schaffe ich es mein Gleichgewicht wiederzuerlangen. „ Einen Schritt weiter rechts zu warten wäre vielleicht praktisch gewesen.“, weise ich Hermine zurecht. „ Du bist die Jenige, die zu spät ist. Nicht ich. Also jammere nicht rum sondern beeil dich.“, motzt diese zurück. Man sollte es nicht meinen, doch Hermine kann sich wehren. „ Ist ja gut. Also, lass uns gehen.“, brumme ich und mache mich, zusammen mit Hermine, auf den Weg in die Große Halle um dort etwas zu Frühstücken. „ Ich weiß überhaupt nicht was du hast. Wir haben doch noch massig Zeit!“, meine ich nach einem Blick auf meine Armbanduhr. „ Nicht, wenn wir vor dem Unterricht noch in die Bibliothek wollen.“ „ Mit „wir“ meinst du dich.“, verbessere ich sie. „ Du willst mich nicht begleiten?“, schnappt Hermine nach Luft. „ Ich … So war das nicht gemeint.“, stottere ich, „ Natürlich begleite ich dich.“ Ich seufze. „ Okay, sehr gut.“ Mit zusammengekniffenen Augen beobachte ich eine fröhlich zur Großen Halle schlendernde Hermine. Klasse! „ Morgen ihr beiden.“, begrüßt uns Harry, der bereits mit Ron an einem der mit Essen beladenen Tische sitzt. „ Keine Zeit für Plaudereien. Hillary, mach dir schnell dein Brot und nimm es mit. Wir haben keine Zeit um hier zu essen.“ Mit großen Augen sehe ich zu wie Hermine sich eine Brotscheibe schnappt, diese mit Butter und Marmelade bestreicht, eine Scheibe Salami darauf legt und zu guter Letzt eine weitere Scheibe Brot hinzufügt. Ich kann nur hoffen, dass sie in Gedanken versunken ist und diese Zusammenstellung nicht mit Absicht gewählt hat. Ich räuspere mich. „ Nicht nötig. Ich habe keinen Hunger mehr.“ „ Wie du meinst.“, sagt Hermine, packt ihr Brot, dreht sich um und zieht mich mit sich. „ Helft mir!“, forme ich lautlos mit den Lippen in Harry und Rons Richtung. Lachend wenden diese sich wieder ihrem Essen zu. Eilig laufe ich hinter Hermine her. **Zeitsprung** „ Also, was wolltest du hier noch gleich?“, frage ich gelangweilt, während Hermine in einem dicken Wälzer blättert. „ Ich mache mich über den Imperturbatio-Zauber schlau.“ „ Ahja.“ Verzweifelt vergrabe ich mein Gesicht in den Händen. „ Hermine, Hillary, hi!“, höre ich hinter mir jemanden sagen. Verdutzt drehe ich mich um. Dort steht Dean. „ Oh, hi Dean.“, begrüße ich ihn und drehe mich in seine Richtung. „ Was macht ihr hier?“, fragt er. „ Hermine liest irgendwas über den Inbutio-Zauber, oder so.“, seufze ich. „ Hillary, es heißt Imperturbatio-Zauber. Hättest du in Zauberkunst aufgepasst wüsstest du das.“ „ Ich kann mich nicht erinnern, dass er ihn jemals erwähnt hat.“, sage ich trocken. „ Er hat es uns nebenbei gesagt. Der Imperturbatio-Zauber kann sehr nützlich sein.“ „ Na, wenn du meinst.“, genervt sehe ich zu Dean, „ Und was machst du hier?“ „ Ich habe mein Zaubertrankbuch in der Bibliothek vergessen und hoffe, dass es noch immer hier liegt.“ „ Warte, ich helfe dir suchen.“ Hastig stehe ich auf und sehe mich zusammen mit Dean um. „ Ich wollte dich nicht von Hermine wegholen.“, sagt er nach einer Zeit. „ Oh, bitte! Ich bin dir dafür dankbar.“, lache ich, „ Ich hab's!“ Triumphierend wedele ich mit dem Buch. „ Danke, Hillary. Wir sehen uns dann im Unterricht.“, verabschiedet sich Dean und winkt zum Abschied. Lächelnd winke ich zurück. Gerade will ich mich wieder auf den Weg zurück zu Hermine machen, da fällt mein Blick auf eine Person in einer schattigen Ecke. Zusammengesunken sitzt sie auf der Fensterbank und sieht nach Draußen. Neugierig trete ich einen Schritt näher und erkenne, dass es Draco Malfoy ist. Die Sonne strahlt auf sein Gesicht und lässt seine Haare goldblond leuchten. Fasziniert sehe ich ihn an. Scheinbar bemerkt er, dass er beobachtet wird, denn abrupt wendet er mir seinen Blick zu. Schnell sehe ich weg und drehe mich um. Dabei stoße ich jedoch gegen die überstehenden Ecken eines Stapels von Büchern, wodurch diese laut polternd zu Boden fallen. Hastig bücke ich mich und sammle sie ein. Wie peinlich. Schnell lege ich sie zurück auf den Tisch und wende mich zum Gehen. Ein letztes Mal drehe ich mich um und schaue zurück. Noch immer sitzt Malfoy auf der Fensterbank. Unbeteiligt verfolgt er jeden meiner Schritte. Rasch wende ich mich ab und kehre schnellen Schrittes zu Hermine zurück. Diese ist bereits ihre Sachen am zusammenräumen. „ Was ist denn mit dir los? Du siehst aus als hättest du ein Gespenst gesehen.“, fragt sie besorgt und mustert mich. Der Hausgeist von Hufflepuff fliegt – Hermine einen finsteren Blick zuwerfend – an uns vorbei. „ Nichts. Lass uns gehen. Der Unterricht fängt gleich an und wir haben Zaubertränke. Da will ich wirklich nicht zu spät kommen.“, winke ich ab. **Zeitsprung** „ Ron, dein Trank sieht irgendwie eklig aus.“, meine ich naserümpfend und zeige auf das breiig schlammfarbene Gebräu, welches besorgniserregende Dämpfe absondert. Ron wird ein wenig grün im Gesicht. „ Was ist das, Weasley?“, wettert ein wütender Snape hinter uns. Erschrocken fahre ich herum. „ Ei- Ein Schrumpftrank.“, stottert Ron kleinlaut. „ Zwanzig Punkte Abzug für Gryffindor!“, zischt der wütende Professor, „ Und sie Miss Danes“, wendet er sich nun an mich, „ stehen sie nicht so rum, sondern arbeiten sie weiter.“ Ich werfe ihm einen wütenden Blick zu, schaffe es jedoch meinen Mund zu halten. Innerlich kochend wende ich mich ab und begebe mich zu einem der Zutatenschränke. Lautlos gegen Snape wetternd strecke ich die Hand nach einem Behälter mit Schrumpelfeigen aus. Jemand anderes greift ebenfalls nach dem Glas und unsere Hände stoßen aneinander. Überrascht sehe ich zur Seite; Draco Malfoy. Hektisch ziehe ich die Hand zurück, fast so, als hätte ich mich verbrannt. Malfoy schnappt sich die Schrumpelfeigen und hält sie mir – zu meiner großen Überraschung – hin. Verdutzt nehme ich sie und streife dabei erneut seine Hand. Ein warmes Prickeln bleibt dort zurück, wo er mich zuvor berührt hat. „ Danke.“, sage ich erstaunt und sehe ihm in die grauen Augen. Diese mustern mich mit einem kühlen Blick. Für einen kurzen Moment meine ich so etwas wie Belustigung in ihnen aufblitzen zu sehen, doch als ich genauer hinsehe, komme ich zu dem Schluss, dass ich mich geirrt haben muss. Ohne ein Wort zu erwidern dreht sich der blonde Slytherin um und kehrt zu seiner Werkbank zurück. Verwirrt schüttle ich den Kopf um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können. Dann drehe ich mich um und geselle mich erneut zu Harry, Ron und Hermine. Während Harry sein Zaubertrankbuch studiert und Hermine mit konzentriertem Blick in ihrem Trank rührt, wischt ein wütend aussehender Ron seinen Kessel sauber. „ Wo ist dein Trank hin?“, frage ich und zeige auf den leeren Behälter. „ Na wohin schon? Snape hat ihn einfach verschwinden lassen und mir ein „T“ wie Troll gegeben.“, brummt Ron. „ Mach dir nichts draus, Alter. Ich kenn das nur zu gut.“, meint Harry mitfühlend und sieht kurzzeitig von seinem Buch auf. „ Hättest du das Rezept genau befolgt wäre das nicht passiert, Ronald.“, tadelt Hermine ihn. „ Hermine!“, fahren Harry und ich sie zur selben Zeit an. Sich ergebend hebt sie die Hände. „ Schon gut, schon gut. Tut mir Leid Ron, war nicht so gemeint.“, entschuldigt sie sich. „ Nicht schlimm.“, brummt dieser bloß und schrubbt weiter seinen leeren Kessel. Währenddessen werfe ich eine Handvoll zerkleinerte Schrumpelfeigen in meinen Trank, woraufhin er einen schimmernden Grünton annimmt. Zufrieden betrachte ich mein Werk. Sehnsüchtig mustert Ron mein Ergebnis. An einem Lappen wische ich mir die klebrigen Hände ab und schraube das Glas mit den Schrumpelfeigen zu. Auf dem Weg zu Professor Snapes Pult stelle ich das Behältnis wortlos neben Malfoy auf den Tisch. Überrascht schaut er zu mir hoch und es sieht aus, als wolle er etwas sagen, doch ich gehe weiter. „ Mein Trank ist fertig, Professor.“, teile ich Snape mit. Er mustert mich mit einem kühlen Blick. „ Bringen sie eine Probe nach vorne, Danes.“ Genervt kehre ich zu meinem Kessel zurück, fülle ein wenig von dem Trank in ein Reagenzglas und bringe es Snape. Stillschweigend nimmt er es entgegen und mustert die Flüssigkeit. „ Das ist ein „A“.“, sagt er schließlich. „ Professor, bei allem Respekt, aber das ist mindestens ein „E“! Der Trank ist gelungen und ich habe keine Fehler gemacht.“, protestiere ich, doch Snape gebietet mir mit erhobener Hand den Mund zu halten. „ Wollen sie meine Beurteilung in Frage stellen, Miss Danes?“, zischt er und mustert mich drohend. Wütend funkelnd halte ich seinem Blick stand. „ Nein. Professor.“, stoße ich zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. Zornig werfe ich mein Buch, meine Feder und mein Tintenfass in meine Tasche und verlassen schnellen Schrittes den Raum. **Zeitsprung** Gedankenverloren starre ich auf den See. Vom Astronomieturm aus habe ich eine gute Sicht über die Ländereien von Hogwarts. Wie in Trance sehe ich zu, wie die untergehende Sonne sich im Wasser spiegelt und das Land in ein warmes Licht taucht. Ich komme oft nach hier oben um allein zu sein, fernab von all den lauten Schülern. Plötzlich höre ich hinter mir Schritte. Erschrocken drehe ich mich um. Für gewöhnlich kommt niemand nach hier oben. Jemand steigt die Treppe hinauf. Gespannt erhebe ich mich. Als ich erkenne wer die herannahende Person ist, erstarre ich; es ist Malfoy. Aus irgendeinem mir unerfindlichen Grund beschleunigt sich mein Herzschlag. „ Oh, ich dachte hier oben wäre niemand.“, sagt Malfoy verblüfft als er oben angekommen ist. Schnell verwandelt sich seine überraschte Miene wieder in die kalte Maske, welche er immer zur Schau trägt. „ Tja, ich fürchte du hast falsch gedacht.“, erwidere ich kühl und sehe ihn herausfordernd an. „ Okay, dann gehe ich wieder.“ Er dreht sich um. Plötzlich überkommt mich ein schlechtes Gewissen. Wieso? Keine Ahnung. Vielleicht weil ich einfach blöd bin. „ Du kannst bleiben wenn du willst.“, sprudelt es aus mir heraus, noch bevor ich die Worte zurückhalten kann. „ Ich meine, ich wollte sowieso gerade gehen.“ Ein schwacher Versuch die Situation zu retten, doch ich greife nach jedem Strohhalm. Während er einen weiteren Schritt in den Raum hinein macht, trete ich Richtung Treppe. Als ich an ihm vorbei gehen will hält er mich am Arm fest. Verblüfft starre ich auf die Hand, die meinen Arm festhält. „ Nein, bleib hier.“, sind die einzigen Worte die er sagt. „ Ehm, ich denke ich sollte besser …“ „ Bitte.“, unterbricht er mich eindringlich. Statt den Griff seiner Hand zu lockern packt er noch fester zu. Zweifelnd blicke ich in seine unergründlichen Augen. „ Na schön.“, gebe ich schließlich nach. Ich gehe zurück zum Geländer und lasse mich zu Boden sinken. Meiner Meinung nach viel zu nah, gesellt Malfoy sich zu mir. Mit schiefgelegtem Kopf mustere ich ihn. „ Was ist? Warum guckst du mich so an?“, fragt er, als er meinen Blick bemerkt. „ Warum wolltest du, dass ich bleibe?“, frage ich unverblümt. „ Ich kam hier hoch um nachzudenken, nicht um andere zu vertreiben.“, ist seine Antwort. „ Verstößt es nicht gegen deine Regel mit einer Gryffindor freiwillig im selben Raum zu sein?“ „ Ja, da hast du Recht. Allerdings verstößt auch das Weiterreichen eines Glases voll mit Schrumpelfeigen gegen diese Regel, also ist es nicht so schlimm.“ „ Nicht?“, frage ich verblüfft. „ Nein.“ „ Weißt du Malfoy, du überraschst mich. Heute bereits zweimal. Wieso machst du das? Wieso bist du so nett zu mir.“ „ Du faszinierst mich, Hillary.“ Als er meinen Vornamen sagt stockt mir der Atem. Bis jetzt hat er mich immer beim Nachnamen genannt. „ Inwiefern?“, erkundige ich mich. „ Du bist reinblütig, schlagfertig und nicht zu vergessen attraktiv.“ Ich reiße die Augen auf. „ Okay, hat man dir heute Morgen etwas ins Essen gegeben?“ Er fängt an zu lachen – ein ehrliches Lachen. „ Ich weiß auch nicht warum ich dir das sage.“ Noch immer lachend vergräbt er sein Gesicht in der Hand. Amüsiert sehe ich ihn an. „ Ich muss zugeben Draco, du bist gar nicht so übel.“, meine ich kopfschüttelnd. „ Nicht?“, widerholt er meine Frage von vorhin. „ Nein, du bist ganz okay.“, lächle ich. Erst jetzt werde ich mir seiner Nähe richtig bewusst. Unsere Schultern berühren sich und ich kann seine Wärme spüren. **Seine Sicht** Sie lächelt mich an. Irgendetwas in mir regt sich, ich weiß nicht was. Die untergehende Sonne lässt ihr Gesicht leuchten und ihre Augen in einem satten Grün erstrahlen. Ohne nachzudenken streiche ich ihr mit dem Handrücken über die Wange und spüre ihre weiche Haut. Ich will die Hand wieder sinken lassen, doch unvermittelt hält sie sie fest und schmiegt ihre Wange daran. Sie sieht mir in die Augen und mir wird warm ums Herz. Ich beuge mich vor und küsse sie. **Meine Sicht** Seine Lippen streifen die meinen – bloß für einen kurzen Moment und ganz sanft. Ich schließe die Augen. Erneut küsst er mich, dieses Mal selbstsicherer. Ich lasse es geschehen, lasse mich fallen, spüre die Wärme seiner Lippen. Vielleicht ist es falsch, dass ich ihn küsse, doch im Moment fühlt es sich richtig an. Irgendwann löst er sich wieder von mir. Seine Hand liegt noch immer an meiner Wange. Sanft zeichnet er die Konturen meiner Wangenknochen nach. „ Was machen wir jetzt?“, haucht er. „ Ich weiß es nicht.“, antworte ich ehrlich ratlos, „ Willst du, dass wir es vergessen?“ „ Nein.“, sagt er bestimmt, „ Nein, ich will das hier nicht vergessen.“ „ Und was schlägst du vor?“ „ Ich möchte dich weiterhin treffen. Der Kuss hat sich zu richtig angefühlt, als dass er einmalig bleibt.“ „ Du möchtest mich weiterhin treffen?“, frage ich. „ Ja, unbedingt.“ „ Aber unsere Freunde …“, gebe ich zu bedenken. „ Na und? Die sind egal.“ „ Nein, Draco. Sie sind nicht egal. Wenn wir uns weiterhin treffen wollen, müssen wir es geheim halten.“, sage ich und sehe ihn eindringlich an. Als er nicht antwortet versichere ich mich: „ Hast du mich verstanden?“ Erneut zögert er, doch dann gibt er nach. „ Ja, ich verstehe. Wir halten es geheim.“ Zufrieden lächle ich. Sanft lächelt er zurück. **Zeitsprung** Still liege ich in meinem Bett. Ich kann noch immer nicht fassen was heute passiert ist. Ich habe Draco Malfoy geküsst! Wenn mir heute Morgen jemand gesagt hätte, dass ich Draco küssen würde, hätte ich ihn für verrückt gehalten. Nun aber liege ich im Bett und erinnere mich an den Kuss auf dem Astronomieturm. Ich habe Draco immer für einen gefühllosen arroganten Sack gehalten. Wie aber passt diese Einschätzung zu dem Jungen, den ich heute auf dem Turm kennengelernt habe? Das eigentliche Problem ist jedoch, dass niemand unserer Freunde von uns erfahren darf. Niemand darf wissen, was zwischen uns beiden läuft. Ob wir es schaffen werden unser Verhältnis geheim zu halten, geschweige denn ob unsere Beziehung hält, wird nur die Zukunft zeigen können. 5. Schuljahr// „ Hey, meine Schöne.“, grüßt Draco und drückt mich an die Wand. Wir befinden uns in einem dunklen Korridor und sind vollkommen ungestört. „ Hei.“, hauche ich zurück und ziehe ihn zu einem Kuss zu mir hinunter. Feurig erwidert er den Kuss und presst mich gegen die Wand. Seine Hand gleitet unter mein Top. „ Draco, nicht hier!“ Ich entziehe mich seinem Griff. Es ist nicht so, dass ich nicht wollen würde. Im vergangenen Jahr haben wir öfter miteinander geschlafen als mir lieb ist, doch diesen Korridor halte ich wahrhaft für ungeeignet. Schelmisch lächelnd fährt er sich durch die Haare. Mein Gott, wie ich dieses Lächeln liebe! Gespielt boshaft boxe ich ihm gegen die Brust. „ Hör auf damit. Du willst mich nur dazu bringen meine Meinung zu ändern!“, schmolle ich. Lachend schließt er mich in seine Arme. „ Bekomme ich das denn hin?“, feixt er und seine Lippen kommen den meinen gefährlich nah. Sanft küsse ich ihn, ziehe mich jedoch schnell wieder zurück. „ Nein, bekommst du nicht.“ „ Schade. Dann muss ich mich wohl mit küssen begnügen.“ Erneut zieht er mich an sich. **Zeitsprung** „ Mein Gott, du siehst fertig aus!“, begrüßt Hermine mich, als ich runter in den Gemeinschaftsraum komme. Finster blicke ich sie an. „ Ich freue mich auch dich zu sehen.“ „ Und schlecht gelaunt bist du auch.“ Missbilligend zieht sie die Augenbrauen zusammen. „ Ich habe wenig geschlafen.“, seufze ich und binde mir meine braunen Haare zu einem Pferdeschwanz, da sie in alle Himmelsrichtungen abstehen. Nachdem ich mich heute Morgen müde und lustlos aus meinem warmen Bett aufgerappelt hatte, verspürte ich nicht die Lust mich großartig herzurichten. Lediglich gewaschen habe ich mich und danach entsetzt mein Spiegelbild angestarrt. Mein sonst von der Sonne gebräuntes, nun aber kränklich blasses Gesicht mit müden Augen blickte mir aus dem Spiegel entgegen. „ Hast du die Nacht durchgefeiert?“, fragt Hermine. „ Sehe ich so aus, als hätte ich Spaß gehabt?“, fauche ich. Als ich jedoch Hermines beleidigtes Gesicht sehe, tut mir meine Schroffheit leid. Deshalb füge ich hinzu: „ Tut mir Leid. Ich wollte dich nicht so anfahren. Umbridge macht mich fertig. Jede Stunde gibt sie mir Extraaufgaben. Viele Extraaufgaben.“ Missmutig betrachte ich das Frühstück, welches sich mir nun, da wir die Große Halle erreicht haben, darbietet. Schlecht gelaunt klatsche ich mir einen großen Löffel Rührei auf den Teller. Mit grummelndem Magen starre ich es an. Schließlich entscheide ich mich, dass ich es lieber nicht essen möchte und schiebe den Teller von mir weg. „ Du isst ziemlich wenig in letzter Zeit.“, merkt Hermine neben mir mit vollem Mund an. „ Meine Güte, Hermine! Fang du nicht auch noch an mich zu kritisieren. Bitte.“ Niedergeschlagen kratze ich an einem Brandloch im Tisch. „ Ich meine doch nur, dass …“, setzt sie an. „ Nein.“, unterbreche ich sie. Dann stehe ich auf und verlasse die Halle. Da heute schönes Wetter ist entscheide ich mich eine Runde spazieren zu gehen. Als ich langsam am See entlang schlendere, und die Augen aufgrund des hellen Sonnenlichts zusammenkneife, höre ich wie mir jemand folgt. Ich ignoriere die Schritte hinter mir und spaziere weiter, doch plötzlich packt mich jemand am Arm. Erschrocken fahre ich herum und erkenne, dass es Draco ist. Hektisch sehe ich mich um. „ Was tust du denn? Was wenn uns jemand sieht?“, keuche ich. „ Ich muss mit dir reden, Hillary.“, antwortet Draco ohne auf meine Bedenken einzugehen. „ Hat das nicht bis nachher Zeit?“ „ Nein, es muss jetzt sein.“, fährt er unbeirrt fort. „ Na schön, okay.“, willige ich leicht irritiert ein. Erwartungsvoll mustere ich ihn. „ Wollen wir uns nicht hinsetzen?“, fragt er. Lässig lasse ich mich auf die Wiese plumpsen betrachte den See, in welchem sich die Sonne spiegelt, und zupfe an einigen Grashalmen. „ Also, warum wolltest du mich so dringend sprechen?“ „ Nun ja, es geht um uns. Ich will das mit dir nicht mehr.“, antwortet er nach kurzem Zögern. Schockiert sehe ich zu ihm auf. „ Was?“, frage ich trocken. „ Du und ich, das passt einfach nicht. Verstehst du?“ „ Nein, ich verstehe gar nichts, Draco.“ „ Okay, dann sage ich es anders. Ich will nichts mehr von dir und beende das mit uns.“ Kühl sieht er mir in die Augen, wohingegen ich ihn betroffen angucke. Für gewöhnlich schaffe ich es meine Gefühle gut zu verbergen, doch nicht so dieses Mal. „ Und warum?“, frage ich. Meine Stimme zittert. „ Du bist mir einfach nicht gut genug. Ich meine, du bist eine Gryffindor!“ Ein freudloses Lachen kommt über seine Lippen. Nur mit großer Mühe schaffe ich es meine Tränen zurück zu halten. „ Wenn das so ist, dann sollte ich jetzt lieber gehen. Leb wohl, Draco.“ Mit gestrafften Schultern rappele ich mich auf und mache mich auf den Weg zurück zum Schloss. Meine Knie sind weich und ich muss mich sehr anstrengen um nicht hinzufallen, denn das würde ich mir nie verzeihen. Ein solches Eingeständnis von Schwäche werde ich Malfoy nicht zugestehen. Ich öffne die Tür zur Eingangshalle und will gerade die Treppe hinauf in den Gemeinschaftsraum laufen, da hält mich jemand zurück. Für einen winzigen Moment überkommt mich die Hoffnung, dass es Draco ist, doch als ich mich umdrehe stehe ich Hermine gegenüber. „ Hillary, was ist passiert?“, fragt sie besorgt. Sie kennt mich besser als jeder andere und ist sich bewusst, dass es mir miserabel geht. „ Nicht.“, presse ich mit zittriger Stimme hervor und reiße mich los. Mit tränenverschleiertem Blick hetze ich die Stufen nach oben und schließe die Tür vom Schlafsaal hinter mir. Schluchzend lasse ich mich aufs Bett fallen, das Gesicht in meinem Kissen vergraben. Von heftigen Beben erschüttert vergieße ich meine Tränen auf den weichen Bezug meines Kopfkissens. Vor lauter Selbstmitleid nehme ich nicht wahr, dass jemand den Raum betreten hat. Erst als derjenige mir tröstend eine Hand auf den Rücken legt bemerke ich, dass ich nicht mehr alleine bin. „ Rede mit mir, Hillary.“, höre ich Hermine sagen. Schniefend setze ich mich auf und setze mich in den Schneidersitz. „ Ich-Ich kann nicht.“, schluchze ich und wische mir die Tränen von der Wange. „ Wieso denn nicht? Du weißt doch, dass du mir alles erzählen kannst!“, meint Hermine erstaunt. „ Aber nicht dieses Mal. Ich habe Scheiße gebaut, Hermine. Du würdest das nicht verstehen.“ Niedergeschlagen wende ich den Blick ab, schaffe es nicht meiner besten Freundin in die Augen zu sehen. „ Ich muss es nicht verstehen. Mein Job ist es dich zu trösten, schon vergessen?“ „ Aber du wirst mir sagen, dass ich es selber Schuld bin und es mir hätte denken müssen.“ „ Nein, Ehrenwort.“ „ Na schön. Ich hatte eine Affäre mit Draco Malfoy.“, platze ich heraus und sehe sie offen an. Schockiert reißt sie die Augen auf, öffnet den Mund, schließt ihn allerdings wieder, da sie offenbar nicht weiß was sie antworten soll. Nach einer Weile fragt sie: „ Reden wir von dem gleichen Draco Malfoy?“ „ Kennst du denn noch einen anderen?“, frage ich zurück und greife mir ein Taschentuch aus meiner Nachttischschublade. „ Nein, eigentlich nicht. Okay, und warum bist du jetzt so niedergeschlagen?“ „ Das zwischen Draco und mir lief seit dem vierten Schuljahr. Wir haben es vor allen geheim gehalten und eben wollte er mich unbedingt sprechen. Er teilte mir mit, dass ich ihm nicht mehr gut genug bin und es ein Fehler gewesen ist, etwas mit einer Gryffindor am Laufen zu haben.“, erkläre ich. „ Ohje, Hillary das tut mir so leid.“ Tröstend nimmt Hermine mich in den Arm. Erneut beginne ich zu schluchzen. **Zeitsprung** „ Hillary, jetzt steh auf!“, ruft Hermine und rüttelt stark an meiner Schulter. „ Ich will aber nicht! Mir geht es katastrophal.“, brumme ich und kuschle mich noch tiefer in meine Bettdecke. „ Katastrophal wäre es, wenn du Malfoy den Triumph gönnen würdest, dass du heute nicht zum Unterricht erscheinst!“ „ Na und? Den kann er haben. Ich habe keine Lust auf Schule.“ „ Gott, dann mach doch was du willst.“ Ratlos wirft Hermine die Arme in die Luft. Schmollend starre ich die Wand an. Schließlich komme ich jedoch zu dem Schluss, dass sie Recht hat. Ich werde nicht heulend im Bett liegen und Malfoy nachtrauern. Entschlossen stehe ich auf. Als mir jedoch der kalte Wind aus dem geöffneten Fenster entgegenschlägt überkommen mich Zweifel. Warum friert man nach dem Aufstehen bloß immer? Kein Wunder, dass man keine Lust hat sich aus dem Bett zu schälen. Bibbernd schlurfe ich ins Badezimmer und putze mir die Zähne. Nach einer kurzen Dusche trockne ich mir die Haare mit meinem Zauberstab in Sekundenschnelle und schminke meine grünen Katzenaugen mit Mascara. Straff binde ich meine braunen Haare zu einem hohen Pferdeschwanz und schlüpfe eilig in meine Schuluniform. Nachdem ich mein Aussehen für gut befunden habe und meine Augen Dank Make Up nicht mehr allzu verweint aussehen, laufe ich die Treppe hinunter in den Gemeinschaftsraum. Wie jeden Morgen erwartet Hermine mich bereits. „ Hui, du kannst dich sehen lassen.“, lobt sie mich. „ Lass uns gehen. Ich habe Hunger.“, sage ich ohne auf sie einzugehen. Zusammen betreten wir die Große Halle und setzen uns zu den anderen Gryffindors. Wahrhaft hungrig belege ich mir einen Toast mit Putenbrust und beiße herzhaft hinein. Hermine behielt Recht. In letzter Zeit habe ich wirklich zu wenig gegessen. Umso größer ist mein Hunger nun und in Windeseile habe ich meinen Toast verschlungen. „ Wow, guckt euch mal Malfoy an!“, merkt Harry plötzlich erstaunt an und schaut hinüber zum Slytherintisch. Neugierig drehe ich mich um und bin froh, dass ich meinen Toast bereits aufgegessen habe, da ich nun höchst wahrscheinlich daran erstickt wäre. Zusammen mit seiner Clique sitzt Malfoy am Tisch, was ja nun nicht wirklich ungewöhnlich ist. Umso erstaunlicher ist jedoch die Tatsache, dass die ein Jahr jüngere Astoria Greengras ihm die Zunge in den Hals steckt - und er mitmacht. Fassungslos starre ich die Beiden an. Nach einer Weile erhebe ich mich und verlasse mit den Worten: „ Ich glaube mir wird schlecht.“, die Halle. Auf direktem Weg begebe ich mich zum Verwandlungsklassenraum und warte auf den Beginn der ersten Stunde. Sommerferien vor dem 6. Schuljahr// Während ich mir noch die Haare zu einem Pferdeschwanz am Zusammenbinden bin, laufe ich die Treppe hinunter. Ich bin auf dem Weg ins Esszimmer, in welchem bereits meine Mutter und mein Vater mit dem Frühstück auf mich warten. Schnellen Schrittes betrete ich den Raum und lasse mich auf einem Stuhl nieder. Betreten gucke ich in die Runde; meine Eltern können Unpünktlichkeit nicht leiden. „ Zu spät, Hillary.“, stellt mein Vater nüchtern fest, ohne von seinem Tagespropheten aufzusehen. „ Es tut mir Leid, Dad. Ich habe verschlafen.“, entschuldige ich mich und greife nach einem Brötchen. „ Sieh zu, dass du morgen pünktlich bist.“, weist er meine Entschuldigung kühl ab. „ Derek, sei nicht so fies. Sie ist noch ein Kind.“, versucht meine Mutter ihren Mann zu beruhigen. „ Manieren kann man nicht früh genug lernen. Aber nun gut. Lasst uns frühstücken.“, seufzt er theatralisch und legt die Zeitung zur Seite. „ Wir sind morgen Abend zu einer geschäftlichen Feier eingeladen. Hillary, auch du wirst uns begleiten.“ „ Ja, Dad. Wenn es sein muss.“ „ Es muss sein. Kira, sorg dafür, dass unsere Tochter ordentlich aussieht!“ „ Ich war bereits bei der Bank Geld abheben. Heute gehen wir einkaufen.“, lächelt meine Mutter fröhlich. „ Cool.“, antworte ich wenig begeistert und belege weiter mein Brötchen. „ Die Malfoys haben wichtige Gäste eingeladen. Wenn ich mich nicht irre, wird sogar der Minister zu Gast sein.“, teilt mein Vater uns mit. Ich erstarre und mein Brötchen entgleitet meiner Hand. Mit der buttrigen Seite nach unten, fällt es zu Boden. „ Die Feier findet bei den Malfoys statt?“, frage ich mit zittriger Stimme. Besorgt mustert meine Mutter mich und fragt: „ Ist alles in Ordnung, mein Schatz?“ Eilig bemühe ich mich eine gleichgültige Miene aufzusetzen. „ Ja, natürlich.“, antworte ich. Der Klang meiner Stimme verrät jedoch, dass Nichts in Ordnung ist. „ Würdet ihr mich entschuldigen? Ich habe keinen Hunger mehr.“ Mein Vater öffnet bereits den Mund, zweifelsohne um mir zu sagen, dass ich gefälligst sitzen bleiben soll, meine Mutter unterbricht ihn jedoch. „ Ja natürlich, Süße. Sie nur zu, dass du um drei Uhr fertig bist. Dann brechen wir nämlich in die Winkelgasse auf.“ Kommentarlos stehe ich auf und gehe die Treppe nach oben. In meinem Zimmer lasse ich mich mutlos auf mein Bett fallen. Mein Gesicht versinkt in der Matratze. **Zeitsprung** „ Wunderschön, Hillary. Das Kleid kaufen wir.“, ruft meine Mutter begeistert und klatscht in die Hände. Zweifelnd mustere ich mich im Spiegel. Ich stecke in einem bodenlangen roséfarbenen Kleid, welches aus ganz feinem durchsichtigem Stoff gewebt ist. Um den Körper des Trägers trotz des hauchzarten Materials zu verhüllen, wurden mehrere Schichten übereinander gelegt. Als ich mich drehe, fliegt es schwerelos durch die Luft. Lediglich ein einzelner breiter Träger an der Schulter hält das Kleid oben. Eine silberne Brosche im griechischen Stil schmückt das Schulterstück. Im Allgemeinen betrachtet sieht das Kleid tatsächlich aus wie eine neuzeitliche Toga. „ Ich weiß nicht.“, brumme ich und streiche den Stoff an meiner Hüfte glatt. „ In diesem Aufzug wirst du jeden umhauen! Natürlich nimmst du das Kleid!“ „ Und wenn ich nicht will? Wenn ich keine Lust habe, zu dieser Feier zu gehen?“, frage ich energisch. „ Hillary, dein Vater, du und ich werden gemeinsam zu der Feier gehen. Bei diesem Thema dulden sowohl er, als auch ich, keine Widerrede.“ „ Aber Mum, ich …“ „ Okay, was ist los? Warum bist du so komisch?“ „ Ich bin nicht komisch.“, meine ich empört. Irgendwie schafft meine Mutter es immer mich zu durchschauen. „ Ach, dass du beim Frühstück einfach so dein Brötchen fallen lässt ist nicht komisch?“ Sie zieht eine ihrer perfekt gezupften Augenbrauen in die Höhe. „ Mama, es ist egal.“ „ Nein, Hillary. Du erzählst mir jetzt, warum du dich so merkwürdig verhältst!“ Frustriert werfe ich die Arme in die Luft. „ Na schön. Du willst es unbedingt wissen, hm?“ Wütend stapfe ich in die Umkleidekabine und ziehe den Vorhang zu. „ Ich hatte eine Affäre mit Draco Malfoy und ich fürchte, dass ich angefangen habe etwas für ihn zu empfinden. Aber offenbar fühlte er nicht das Gleiche, denn er hat sich einfach so von mir getrennt. Kurze Zeit später hat er schon eine Neue am Start gehabt. Das war demütigend und deshalb bin ich nicht so scharf darauf ihm morgen Abend zu begegnen. Jetzt zufrieden?“, sprudelt es aus mir hervor, während ich mich aus dem Kleid schäle und zurück in meine eigenen Anziehsachen schlüpfe. Von draußen kommt keine Antwort. Als ich mit dem Kleid über dem Arm aus der Umkleidekabine trete schaue ich in die Richtung, wo meine Mutter steht, um zu wissen, warum sie nichts erwidert. Schockiert reiße ich die Augen auf. Neben meiner Mutter steht Narzissa Malfoy. Ich spüre wie mir das Blut in den Kopf schießt und ich erröte. „ Hallo, Mrs. Malfoy.“, sage ich leise. **Zeitsprung** „ Und deine Mutter hat dich nicht gewarnt?“, fragt Hermine, die aus dem Spiegel in meinem Zimmer heraus mit mir redet. Soeben habe ich ihr erzählt, was gestern in der Winkelgasse passiert ist. „ Nein, sie hat überhaupt nicht geantwortet. Ich habe mich voll zum Narren gemacht, Hermine. Wie soll ich mich denn nachher verhalten, wenn ich Narzissa unter die Augen trete?“, rufe ich und wedele hilflos mit den Händen. „ Ich weiß nicht. Sei einfach ganz normal und tu so, als ob nichts gewesen wäre.“, rät mir meine beste Freundin. „ Hermine, das war eine rhetorische Frage.“, lache ich und ziehe mir mein rosafarbenes Abendkleid an, welches meine Mutter mir gestern unbedingt kaufen wollte. „ Oh, achso.“, lächelt Hermine und errötet leicht. „ Aber du hast Recht. Ich sollte wirklich so tun, als ob nichts gewesen wäre. Naja, auf diese Weise konnte ich es Malfoy wenigstens heimzahlen.“, meine ich und befestige die silberne Brosche an dem breiten Träger. „ Wie meinst du das?“, erkundigt Hermine sich stirnrunzelnd. „ Narzissa Malfoy hat zu Hause bestimmt erzählt, was sie gestern erlebt hat und Malfoy gefragt, ob etwas Wahres an der Sache ist. Falls Lucius das Gespräch mitbekommen hat, war er mit Sicherheit nicht sehr erfreut, dass sein Sohn etwas mit einer Gryffindor hatte.“ Eine gewisse Genugtuung überkommt mich. „ Das ist fies.“ „ Ach, und das was er mit mir abgezogen hat etwa nicht?“, rufe ich. Schwermütig seufzt Hermine. „ Hör zu, ich brauche jetzt meinen Spiegel. Ich erzähle dir nachher wie es gelaufen ist, okay?“, frage ich. „ In Ordnung, dann bis später. Ach, und Hillary … “ „ Ja?“ „ Draco wird es bereuen, dass er dich abgeschossen hat. Bei deinem Aussehen wird er sich am liebsten in den Arsch beißen wollen!“ „ Danke, Hermine.“, lache ich. Im nächsten Moment blickt mir mein Spiegelbild entgegen und das braunhaarige Mädchen ist verschwunden. Dezent lege ich Make Up und Rouge auf, tusche meine Wimpern mit ein wenig Mascara und benutze einen roséfarbenen Lippenstift. Zu guter Letzt verziere ich meine Ohren mit kleinen Brillanten und schlüpfe in meine silbernen Sandalen. Zufrieden betrachte ich mich im Spiegel. **Zeitsprung** „ Hillary, benehm dich!“, ermahnt mein Vater ich, als wir vor das Haus der Malfoys apparieren. „ Tu ich immer.“, antworte ich tonlos. Plötzlich legt sich die Hand meines Vaters auf meine Schulter. Verwirrt sehe ich ihn an. „ Ich meine es ernst.“, brummt er eindringlich und funkelt mich an. „ Ich auch, Vater. Mir ist kalt. Ich gehe jetzt rein.“ Meine Stimme klingt eisig. Ich entreiße mich dem Griff meines Vaters und steige die Stufen zum Haus empor. Warme Nachtluft spielt mit Strähnen meines Haares, welche sich aus meiner Hochsteckfrisur gelöst haben. Einen Augenblick später stehen meine Eltern neben mir und klopfen mittels eines riesigen Messingtürklopfers an die Haustür. Nach wenigen Sekunden wird die wuchtige Tür geöffnet und Narzissa Malfoy steht uns gegenüber. „ Ah, die Familie Danes. Kommt doch herein. Die restlichen Gäste befinden sich im Garten.“, begrüßt sie uns herzlich und macht eine einladende Geste in das uns offen stehende Haus. „ Narzissa, wie schön dich zu sehen. Wir freuen uns, dass wir hier sein dürfen.“, grüßt mein Vater sie und reicht ihr höflich die Hand. Meine Mutter tut es ihm gleich und zusammen betreten sie das Haus. Vorsichtig folge ich ihnen. Zu dritt machen wir uns auf den Weg in den Garten; vor uns Narzissa. Im Freien treffen wir auf eine ganze Menge Personen. Nach einer Weil nehme ich überhaupt nicht mehr wahr, wem ich alles die Hand reiche, wodurch ich umso überraschter bin, als eine Person nicht zulässt, dass ich mich deren Griff entziehe. Verwirrt sehe ich auf und blicke in ein paar stahlgraue Augen. Draco. Eilig entwinde ich meine Hand der seinen und trete hastig einen Schritt zurück. „ Hallo, Hillary.“, lächelt er. Wütend funkle ich ihn an. „ Malfoy.“, erwidere ich kühl. „ Möchtest du etwas trinken?“, fragt er und zeigt in Richtung des Tisches, auf welchem die Getränke abgestellt wurden und magisch kühl gehalten werden. „ Ja. Aber ich brauche keine Hilfe dabei.“, knurre ich und gehe hinüber zu dem Tisch. Zu meinem Bedauern folgt mein Gegenüber mir. Ihn ignorierend schenke ich mir ein großes Glas gekühlten Kürbissaft ein und nippe zaghaft daran. Malfoy habe ich den Rücken zugewandt. Ich spüre seinen Blick im Nacken. Genervt drehe ich mich um. „ Was ist?“, fahre ich ihn an. „ Ich will mit dir reden.“, meint er mit gedämpfter Stimme. „ Ich aber nicht mit dir.“ „ Meine Mutter hat mir erzählt, was gestern passiert ist.“ Ohne zu antworten starre ich ihn an. „ Bitte, Hillary.“ In seiner Stimme schwingt ein flehender Unterton mit. „ Na schön. Wo?“ „ Komm mit.“ Abrupt dreht er sich um und strebt eine verlassene, im Schatten gelegene Ecke des Gartens an. Wortlos folge ich ihm. Am Ziel angekommen bleibt er stehen und wendet sich mir zu. Unverwandt hefte ich meinen Blick auf ihn. „ Also, was willst du?“ „ Ich sagte doch schon, ich will mit dir reden.“ „ Und worüber?“ „ Über deine Gefühle.“ „ Ich hab nicht mitbekommen, dass du jetzt als Therapeut arbeitest, Malfoy.“ „ Ich meine es ernst!“ „ Das ist mir egal!“, fauche ich ihn an. „ Warum bist du so wütend?“, ruft er aufgebracht. Seine blonden Haare, welche er heute nicht zurückgegelt hat, fallen ihm zottelig in die Stirn. „ Warum ich so wütend bin? Fragst du das wirklich?“, frage ich gefährlich ruhig. „ Ja!“ „ Ich bin nicht wütend Draco, ich bin verletzt! Weißt du wie es sich anfühlt, wenn dir jemand sagt, dass du nicht mehr gut genug bist? Hast du auch nur die geringste Ahnung, wie sehr so etwas schmerzt?“, schreie ich. Aus dem Augenwinkel bemerke ich, dass sich die Gäste verwirrt nach uns umdrehen. „ Es tut verdammt weh!“, fahre ich leiser fort. „ Es tut mir Leid.“ „ Es tut dir Leid?“ Ungläubig starre ich ihn an. „ Verdammt Draco, ich habe mit dir geschlafen und plötzlich kommst du zu mir und sagst, dass du mich nicht mehr willst! Kurze Zeit später bist du mit Astoria Greengras zusammen und das Einzige, das dir einfällt, ist „tut mir Leid“?“ „ Ich weiß es war falsch, aber du verstehst das nicht.“ Frustriert fährt er sich mit der Hand durch die Haare. Ärgerlich sehe ich ein, dass obwohl ich wütend auf ihn bin, diese Geste unheimlich sexy rüberkommt. Schnell wende ich den Blick ab und mustere stattdessen die Hecke. Wesentlich weniger attraktiv, stelle ich fest. „ Dann erklär es mir.“, erwidere ich und sehe ihn erneut an. Traurige Augen blicken mir entgegen. „ Das kann ich nicht.“, murmelt er. „ Na schön.“ Ich wende mich bereits ab und will gehen, doch er hält mich zurück. Sanft umfasst seine Hand meinen nackten Arm. Die Stelle an der er mich berührt beginnt zu kribbeln. „ Ich tat das, um dich zu beschützen.“ Ich wende mich ihm wieder zu. Unsicher weicht er meinem Blick aus. „ Mich beschützen?“ Statt zu antworten zieht Draco seinen Ärmel hoch und entblößt seinen Arm. Dort, auf der empfindlichen Haut seines Unterarms, prangt das Zeichen der Todesser. Schockiert schnappe ich nach Luft. Mit zittrigen Fingern fahre ich über das dunkle Mal. „ Seit wann?“, wispere ich. „ Seit Anfang der Ferien. Aber ich wurde bereits wesentlich früher auserwählt.“, antwortet er. „ Deshalb habe ich mich von dir getrennt, Hillary. Ich wollte mit dir zusammen sein, das wollte ich wirklich. Und ich habe in deinen Augen gesehen, dass du dieselben Gefühle hattest. Aber ich konnte dich nicht in Gefahr bringen. Meine Eltern schrieben mir in einem Brief, dass Du-weißt-schon-Wer mich zeichnen wird. Sofort war mir klar, dass jede Person, die mir wahrhaftig etwas bedeutet, in Gefahr sein wird – so auch du. Ich musste dich von mir wegstoßen. Glaub mir, mir ist in meinem ganzen Leben noch nichts schwerer gefallen. Lieber hätte ich den Cruciatus-Fluch über mich ergehen lassen, doch du warst in Gefahr. Ich erwarte nicht, dass du mir nach dem, was ich getan habe verzeihst, doch ich möchte, dass du meine Beweggründe kennst. Ich liebe dich, Hillary. Doch der Preis um mit dir zusammen sein zu können, ist zu hoch.“ Tränen rinnen über seine Wange und er versucht nicht sie zurück zu halten. Traurig lächelnd streicht er mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und fährt sanft mit seinem Daumen über meine Wange. Traurig schließe ich die Augen. „ Ich liebe dich auch, Draco.“ Plötzlich kann auch ich meine Tränen nicht zurückhalten und heftige Schluchzer lassen meinen Körper beben. „ Es gibt immer einen Weg. Wir müssen ihn nur finden!“, hickse ich. „ Und was schwebt dir vor?“ Seine Stimme zittert. „ Lass uns fortgehen; einfach abhauen. Niemand wird wissen wo wir sind und wir kommen erst wieder zurück, wenn alles vorbei ist.“ „ Du weißt, dass das nicht geht.“ „ Wieso?“, schluchze ich. „ Könntest du das deinen Eltern wirklich antun?“ „ Nein. Du hast Recht. Aber Draco, ich kann nicht ohne dich leben. Ich will es nicht.“ „ Ich auch nicht, Hillary. Glaub mir, ich auch nicht.“ Abrupt zieht er mich in seine Arme und presst mich an sich. Weinend vergrabe ich mein Gesicht an seiner Brust. Sanft stützt er sein Kinn auf meinen Kopf ab und ich kann ihn schluchzen spüren. Nach einer Weile sehe ich nach oben und er schaut zu mir herab. Langsam beugt er den Kopf zu mir runter und küsst mich. Der Kuss ist weich und voller Liebe. Eine Zeit lang kann ich den Frieden und die Ruhe genießen, die mit dem Kuss einhergehen. Als wir uns jedoch voneinander lösen, schwinden die Gefühle und wir befinden uns wieder im Garten, umgeben von all den lachenden Menschen, deren Welt vollkommen in Ordnung zu sein scheint. „ Ich weiß eine Lösung, wie wir zusammen sein können.“, hauche ich. „ Ach ja?“, fragt Draco verblüfft. „ Ich werde auch Todesserin.“, teile ich ihm meine Idee mit. Unvermittelt stößt er mich von sich. „ Nein!“, ruft er aufgebracht. „ Nein, das lasse ich nicht zu.“ „ Draco, es ist die einzige Lösung!“ „ Das ist keine Lösung. Ich habe dich von mir fern gehalten, damit Du-weißt-schon-Wer nicht von dir erfährt, nicht damit du dich ihm anschließt! Mein Ziel war es, dass er niemals von dir erfährt!“ „ Aber nur so können wir zusammen sein.“, rede ich auf ihn ein. „ Das lasse ich nicht zu.“ „ Draco, ich werde eine Todesserin. Die einzige Entscheidung die getroffen werden muss ist, ob du mir dabei hilfst, oder ob ich einen eigenen Weg finden muss. Das ist wohlgemerkt viel gefährlicher.“ „ Hillary, ich …“, setzt Draco an, doch ich lasse ihn nicht ausreden. „ Nein. Antworte mir jetzt. Hilfst du mir, oder nicht?“ Unverwandt sehe ich ihn an. Niedergeschlagen schaut er zu Boden. „ Ich werde dir helfen.“, murmelt er. ||ZUKUNFT|| „ Pass auf dich auf, mein Schatz. Stell nichts an und lass die Finger von Scherzartikeln! Erinnere dich an deine angesengten Augenbrauen.“, ermahne ich meinen Sohn und streiche ihm liebevoll die Haare aus der Stirn. „ Mama, lass das!“, quietscht er und fährt sich mit der Hand durch seine blonden Haare – ganz so, wie sein Vater es immer tut. „ Tu was deine Mutter dir sagt.“, mahnt Draco und nimmt ihn in den Arm. Widerstrebend lässt er es sich gefallen und erlaubt mir sogar, ihn auf die Stirn zu küssen. Danach verabschiedet er sich und steigt eilig in die scharlachrote Dampflock ein. Zusammen mit den beiden Potter- und Weasleykindern, mit denen er gut befreundet ist, winkt er uns vom Fenster aus zu, als der Zug den Bahnhof verlässt und sich auf den Weg nach Hogwarts macht. Lächelnd drehe ich mich zu Draco um und lasse mich von ihm in den Arm nehmen. „ Weg ist er.“, lächle ich. „ Weißt du was das heißt?“, fragt Draco mit einem neckischen Unterton in der Stimme. „ Was denn?“, wispere ich. „ Wir haben sturmfrei.“ Lachend will ich ihn auf die Wange küssen, doch er dreht seinen Kopf, sodass ich seine Lippen treffe. Eine Weile stehen wir einfach so da und küssen uns. „ Hey, kommt ihr beiden?“, ruft plötzlich jemand. Glücklich lösen wir uns voneinander und wenden uns Harry zu. „ Wir kommen schon.“, ruft Draco zurück. „ Ich fände es viel schöner, wenn wir heute Abend zu Hause essen würden.“, murre ich, doch bloß Draco kann es hören. „ Wir haben es Harry und Ginny versprochen. Außerdem kommen Ron und Hermine auch. Wenn ich mich richtig erinnere, hast du Hermine schon länger nicht mehr gesehen, da sie im Urlaub war.“ „ Ja, du hast Recht. Also los.“, gebe ich nach. Hand in Hand verlassen wir Gleis 9 Ÿ. Die Todessermale auf unseren Unterarmen haben schon seit Jahren aufgehört weh zu tun und verblassen mit der Zeit immer mehr. Hillary hat ihren Märchenprinzen und auch wir werden ihn irgendwann finden! Ich hoffe dir hat die Geschichte gefallen und ich habe dich nicht enttäuscht … Ich freue mich wirklich sehr über Feedbacks, Bewertungen und Verbesserungsvorschläge! Nehmt kein Blatt vor den Mund: D Außerdem entschuldige ich mich für die lange Zeit die es gedauert hat, bis dieses Quiz erschien.

18.54 % der User hatten die Auswertung: Name: Clarissa Starling Haus: Du kommst als neue Lehrerin nach Hogwarts Aussehen: Deine Haare sind lang, goldblond und glatt/ Deine Augen leuchten gletscherblau/ Deine Gesichtszüge sind sehr attraktiv und dein Körper beneidenswert Charakter: Du durchschaust Menschen für gewöhnlich sehr schnell/ Du bist ehrgeizig/ Höflichkeit und Respekt, sowie Humor und Geduld sind dir wichtig Freunde: Du verstehst dich eigentlich mit allen Lehrern gut Zeit: Du kommst nach Hogwarts, als Harry Potter im vierten Schuljahr ist Harry Potters viertes Schuljahr// Im Zug … „ Entschuldigung, Miss.“, quietscht ein aufgeregter Erstklässler, welcher mich soeben aus Versehen im Vorbeigehen angerempelt hat. „ Nicht schlimm. Pass das nächste Mal einfach besser auf.“, beruhige ich ihn und lächle freundlich. Scheu grinst er zurück und rennt eilig davon. Erheitert sehe ich ihm nach. Wie klein Elfjährige doch sind. Dies wird mein erstes Jahr in Hogwarts als Lehrerin sein. Ich werde Alte Runen unterrichten – zugegeben, nicht das beliebteste Fach. Allerdings war ich schon zu meiner Schulzeit sehr bewandert in diesem Thema und liebte es die alten Zeichen zu übersetzen. Außerdem bin ich die neue Hauslehrerin von Ravenclaw. Plötzlich werde ich erneut angerempelt. Was ist denn heute los? „ Passen sie doch auf!“, fährt mich ein großer Mann mit schwarzen Haaren und einem dunklen Umhang an. Sprachlos aufgrund seiner Unverschämtheit klappe ich den Mund auf, jedoch kommt kein Wort heraus. Sekunden später finde ich die Sprache wieder: „ Sie sind gegen mich gelaufen, nicht umgekehrt.“ „ Genau, reden sie sich das ruhig ein. In Zukunft sollten sie ein wenig mehr auf ihr Umfeld achten.“ „ Was fällt ihnen ein? Wer sind sie überhaupt?“, frage ich empört. „ Das geht sie überhaupt Nichts an.“, antwortet er kühl und rauscht an mir vorbei. Wütend drehe ich mich um und starre dem unhöflichen Mann hinterher. **Zeitsprung** In der großen Halle// „ … das Zaubern in den Korridoren untersagt.“, beendet Dumbledore seinen Vortrag über die Schulregeln. „ Dieses Jahr wird eine neue Lehrerin das Fach Alte Runen unterrichten, sowie die Hausleitung von Ravenclaw übernehmen. Bitte begrüßt zusammen mit mir, Professor Starling.“ Beifall ertönt, als ich mich erhebe. Kurz darauf lasse ich mich zurück auf meinen Stuhl sinken. Mein Blick schweift durch die Halle und bleibt an einem schwarzhaarigen Jungen hängen; Harry Potter. Wie auch seine Eltern ist er in Gryffindor. Ich bin zur selben Zeit zur Schule gegangen wie Lily und James, wurde allerdings dem Haus Rawenclaw zugeteilt und hatte kein nennenswertes Verhältnis zu den Beiden. Harry bemerkt offenbar, dass ich ihn ansehe, denn unvermittelt dreht er den Kopf in meine Richtung und heftet seinen Blick auf mich. Freundlich lächle ich ihn an und wende dann den Blick ab. „ Guten Appetit!“, verkündet Dumbledore und reißt mich aus meinen Grübeleien. Wie üblich füllen sich die Tische mit kalten, sowie auch warmen Leckereien und die Schüler langen gehörig zu. Halbherzig nehme ich mir ein Stück Baguette und bestreiche es mit Butter. Aus irgendeinem Grund habe ich keinen Hunger, obwohl das Essen verführerisch duftet. Zurückhaltend beiße ich in mein Brot und kaue lange auf dem Bissen herum. „ Sie werden das schon packen.“, merkt Professor McGonagall neben mir an. Offenbar hat sie bemerkt, dass ich nicht glücklich drein blicke. „ Ich weiß nicht. Plötzlich kommt mir meine Aufgabe so riesig vor.“, äußere ich meine Bedenken, lege das Baguette weg, greife nach meinem Kelch und nippe zaghaft an dem süßen Kürbissaft. Kühl rinnt er meine Kehle hinunter. „ Das ist nicht schlimm. Am Anfang geht es jedem so. Kopf hoch!“ Aufmunternd tätschelt sie meine Hand. Ich werfe ihr einen dankbaren Blick zu. „ Ich habe eine Frage. Wer ist der Professor mit der dunklen Kleidung und den schwarzen Haaren?“, erkundige ich mich. Professor McGonagall belächelt meine Frage und antwortet: „ Severus Snape. Er ist vor ungefähr sechs Jahren hierhergekommen um zu unterrichten. Wenn ich mich nicht irre, sind sie zur selben Zeit zur Schule gegangen.“ „ Das weiß ich nicht. Aber eigentlich müsste ich mich an eine solch unfreundliche Person erinnern können.“ „ Sie haben Recht, er ist nicht besonders gesellig.“ „ Im Zug hat er mich angerempelt und mir daran die Schuld gegeben. Das vermittelt keinen guten Eindruck. Ich hoffe, dass ich nicht allzu viel mit ihm zu tun haben werde.“, schnaube ich und pieke mit der Gabel an meinem Brot herum. „ Vermutlich bloß bei Personalsitzungen.“, beruhigt mich die betagte Professorin. „ Hagrid kennen sie aber noch, oder?“ „ Natürlich. Der Wildhüter. Ich mochte ihn immer.“, erinnere ich mich grinsend. „ Und wenn sie Fragen haben, wenden sie sich ruhig an mich!“ „ Dankeschön, Professor McGonagall.“ „ Ach, und nennen sie mich ruhig Minerva.“ „ Ich heiße Clarissa.“ **Zeitsprung** „ Als Hausaufgabe übersetzt ihr bitte die Runen „teiwaz“ und „ingwaz“. Das wäre es für heute.“, beende ich den Unterricht. Daraufhin beginnen die Schüler ihre Pergamente und Bücher zusammenzupacken und lautes Geraschel erfüllt den Raum. „ Auf Wiedersehen, Professor.“, verabschiedet sich Hermine Granger. „ Sie haben heute wirklich gut mitgearbeitet, Miss Granger. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Nachmittag.“ Hermines Gesicht hellt sich auf und fröhlich spaziert sie aus dem Klassenraum. „ Professor Starling. Könnte ich vielleicht kurz mit ihnen sprechen?“, fragt ein Mädchen namens Kira Banks. Sie gehört meinem Haus an. „ Natürlich. Was gibt es denn?“, frage ich und setze mich auf den Stuhl, welcher hinter dem Pult steht. „ Ich komme im Namen einiger Schüler zu ihnen. Wir haben ein Problem mit einem der Lehrer und wussten nicht, wem wir uns anvertrauen können. Schließlich haben wir uns für sie entschieden.“, nervös knetet das Mädchen seine Finger. „ Eine weise Entscheidung.“, lache ich. „ Um welchen Lehrer geht es denn? Moment, sagen sie nichts. Professor Snape?“ „ Ja, woher wissen sie das?“, fragt Kira verblüfft. „ Ach, nur eine Ahnung. Wo liegt das Problem?“ „ Er behandelt uns ungerecht. Nicht bloß die Ravenclaws, auch die Hufflepuffs und Gryffindors.“ „ Und wie steht es mit den Slytherins?“, erkundige ich mich mit hochgezogener Augenbraue. „ Die sind seine Lieblinge, Professor. Er verteilt willkürlich Punkte an sie und uns anderen zieht er sie grundlos ab.“ „ Verstehe. Nun gut, ich werde mit ihm reden. So kann es natürlich nicht weiter gehen.“ Ich erhebe mich. „ Dankeschön, Professor Starling.“ „ Kein Problem, Miss Banks. Falls sie noch einmal ein Problem haben, wenden sie sich ruhig an mich. Ich wünsche ihnen noch einen schönen Tag.“ „ Ihnen auch.“ Eilig verlässt das Mädchen den Klassenraum. Einzig ich bleibe zurück. Nach kurzem Überlegen packe ich meine Tasche, gehe hinaus auf den Flur und schließe die Tür hinter mir. Zielstrebig mache ich mich auf den Weg hinunter in den Kerker. Unten angekommen, klopfe ich energisch an die Bürotür von Severus Snape. Ohne auf eine Reaktion zu warten, reiße ich sie auf und stürme in den Raum. „ Kollege, ich muss mit ihnen reden.“, knurre ich. Erst einen Moment später bemerke ich, dass Harry Potter sich ebenfalls im Büro befindet und schweigend auf dem Stuhl vor Snapes Schreibtisch sitzt. „ Sehen sie denn nicht, dass ich ein Gespräch führe? Verschwinden oder warten sie draußen.“, schnauzt Snape mich an. „ Mister Potter, verlassen sie bitte den Raum. Ich will mit Professor Snape reden.“, wende ich mich an Harry. „ Klar.“, entgegnet er und verlässt schnellen Schrittes das Büro. Ein wutschnaubender Severus Snape und ich bleiben zurück. Mit voller Wucht schlage ich die Tür zu und ein lauter Knall ertönt. „ Was fällt ihnen eigentlich ein?“, brüllt Snape. „ Was mir einfällt?“, frage ich ungläubig. „ Was fällt ihnen ein? Sie bevorzugen die Slytherins und diskriminieren die Schüler der restlichen Häuser!“ Zornig schlage ich mit der Hand auf den Tisch, woraufhin ein Bilderrahmen umfällt. „ Können sie das beweisen?“, lächelt mein Gegenüber höhnisch. „ Ich beweise ihnen gleich mal was sie arroganter Widerling! Sie werden meine Schüler ab sofort wie die ihren behandeln. Haben wir uns verstanden?“, fauche ich. „ Sie glauben …“, setzt er noch immer grinsend an, doch ich lasse ihn nicht ausreden. „ Ich glaube, dass Dumbledore nicht sehr erfreut sein wird, wenn er erfährt, dass ein inkompetenter Lehrer die Schüler von Hogwarts unterrichtet. Noch dazu in dem Jahr, in welchem wir Gäste zu Besuch haben.“ Mit einem Schlag verschwindet sein hämisches Lächeln. Stattdessen funkelt er mich bedrohlich an. „ Das werden sie nicht wagen!“, zischt er. „ Und ob ich das werde. Ich hoffe wir haben uns verstanden. Behandeln sie die Schüler gleich. Sollte ich noch ein einziges Mal von einem Schüler oder einer Schülerin erzählt bekommen, dass sie sie unfair behandeln oder gar willkürlich Punkte verteilen, melde ich es dem Schulleiter.“ Ohne eine Antwort abzuwarten verlasse ich das Büro des Zaubertrankmeisters. **Seine Sicht** Sprachlos bleibe ich zurück. Noch immer sehe ich Clarissa Starling hinterher, welche soeben mit wehenden blonden Haaren aus dem Raum gerauscht ist. Der Duft ihres süßen Parfums hängt noch immer in der Luft. Nachdem ich mich gefangen habe, stelle ich den umgefallenen Bilderrahmen wieder auf. Grüblerisch betrachte ich das Bild. Auf einer mit Sommerblumen bewachsenen Wiese liegt eine rothaarige Frau mit blitzenden grünen Augen und winkt mir lächelnd entgegen. Tiefe Traurigkeit überkommt mich und gedankenverloren streiche ich über das Foto von der jungen Lily Potter – oder Evans, wie sie damals noch hieß. **Meine Sicht** Aufgebracht laufe ich durch die Gänge, unterwegs zu meinem Klassenraum. Vermutlich komme ich zu spät, doch im Augenblick kümmert mich das nicht. Zu aufgewühlt bin ich noch immer aufgrund der Unterhaltung mit Snape. **Zeitsprung** „ Professor Starling, ich bitte sie die Planung des Weihnachtsballs zusammen mit Severus Snape zu übernehmen. Professor McGonagall, sie würde ich bitten für Musik und Tanz zu sorgen. Sind alle einverstanden?“, fragt Albus Dumbledore. „ Sir, ich soll zusammen mit Severus Snape den Weihnachtsball planen?“ „ Genau, das würde ich mir wünschen.“ „ Bei allem Respekt, aber er ist nicht einmal anwesend! Er wird bestimmt keine große Hilfe bei der Planung sein.“ „ Er hat etwas zu erledigen. Ich verspreche ihnen, er wird ihnen so gut er kann unter die Arme greifen.“, versichert Dumbledore mir. „ Okay.“, willige ich wenig zuversichtlich ein. Missmutig starre ich zu Boden. **Zeitsprung** „ Was finden sie besser? Runde Tische, oder lange wie üblich?“ Mit einem Klemmbrett in der Hand stehe ich Severus Snape gegenüber und sehe ihn finster an. „ Das ist mir ziemlich egal. Professor.“, antwortet er verächtlich und sieht sich unbeteiligt in der Gegend um. „ Okay. Schön. Kunstschnee oder echter?“ „ Schnee ist kalt.“ „ Nein, wer hätte das gedacht.“, schnaube ich. „Weihnachtsbäume oder Eisskulpturen?“ „ Starling, mir ist es scheißegal wie sie die Halle schmücken. Sie verschwenden meine Zeit.“, zischt Snape. Das ist der Moment, in dem ich meine Beherrschung verliere. „ Ich bin auch nicht begeistert über die Zusammenarbeit, aber ich dachte sie könnten sich wenigstens dieses eine Mal wie ein erwachsener Mensch benehmen und nicht wie ein bockiges Kleinkind. Mir reicht es! Organisieren sie den Mist alleine. Ich werde ihnen nicht mehr helfen und die gesamte Arbeit übernehmen. Sie werden Dumbledore erklären, dass es keinen Weihnachtsball geben wird, weil sie sich wie ein Arsch benehmen. Das ist ab jetzt nicht mehr mein Problem!“, brülle ich ihn an. Wütend knalle ich ihm das Klemmbrett vor die Brust und stürme an ihm vorbei, wobei ich es nicht unterlassen kann, ihn im Vorbeigehen anzurempeln. **Zeitsprung** Der Unterricht ist vorbei und ich sitze alleine in meinem Klassenraum. Konzentriert lese ich Hausaufgaben durch, welche meine Schüler mir abgeben mussten. Vollkommen vertieft in meine Arbeit, bemerke ich nicht, dass ich jemand den Raumbetritt. Ein plötzliches Husten lässt mich aufschrecken. Vor meinem Schreibtisch steht Severus Snape. Überrascht sehe ich zu ihm hinauf. „ Bitteschön.“, sagt er und legt mir eine Mappe vor die Nase. „ Was ist das?“, frage ich kühl. „ Lesen sie es sich durch.“, antwortet er knapp und verlässt den Raum. Obwohl ich neugierig bin, was sich in der Mappe befindet, lege ich sie genervt bei Seite. Stunden später, es ist inzwischen bereits dunkel geworden, mache ich mich auf den Weg zu meinem Schlafraum. Nachdem ich die Türe aufgeschlossen habe und in das stockfinstere Zimmer eingetreten bin, gehen die Lampen mittels eines Winks meines Zauberstabs an. Vor dem großen Kamin, in welchem nun ein warmes Feuer brennt, stehen zwei schwere Ohrensessel. Auf der anderen Seite des Raumes befindet sich ein großes Himmelbett mit einer dicken Matratze. Schwer beladen wanke ich hinüber zu meinem großen Schreibtisch und entledige mich meiner Tasche. Nachdem ich geduscht und mir meine Schlafsachen angezogen habe, lasse ich mich in einen der Sessel fallen und ziehe die Knie an. Erschöpft starre ich in das Feuer. Nach einer Zeit bemerke ich, dass mir langsam die Augen zufallen und ich beschließe schlafen zu gehen. Auf dem Weg zu meinem Bett, fällt mein Blick auf die Mappe, die Snape mir vorhin vorbei gebracht hat. Die Neugierde siegt über meine Müdigkeit, weshalb ich sie mir schnappe und mich erneut auf dem Sessel niederlasse. Tief sinke ich in die dicken Polster. Gespannt schlage ich die Mappe auf. Als ich den Inhalt registriere fällt mir die Kinnlade herab. Die Akte enthält detaillierte Pläne, sowohl über den Ablauf, als auch über die Deko des Weihnachtsballes. Auf der ersten Seite klebt ein Zettel. Interessiert lese ich die darauf geschriebenen Worte: „ Mein Verhalten tut mir Leid. Ich hoffe ihre Vorstellungen über den Ball stimmen mit den meinen überein.“ Ein Lächeln umspielt meine Lippen. **Zeitsprung** Entspannt schlendere ich durch Hogsmead, auf der Suche nach einem Geschäft, welches festliche Kleider verkauft. Severus Snape habe ich nach jenem Abend, an dem er mir die Mappe gab, nicht mehr zu Gesicht bekommen. Ich hatte Dumbledore die Planungen und Ideen unverändert überreicht, denn tatsächlich entsprachen sie genauestens meinen Vorstellungen. Von McGonagall hatte ich erfahren, dass Snape für eine Zeit vereist ist und, dass es noch nicht bekannt ist, wann er wiederkommt. Gerade noch rechtzeitig bemerke ich einen Laden zu meiner Rechten, in dessen Schaufenster etliche Abendkleider ausgestellt sind. Sofort öffne ich die Ladentür und betrete ihn. Der Duft von frischen Blumen umfängt mich; ungewöhnlich für diese kalte Jahreszeit. „ Kann ich ihnen behilflich sein?“, fragt die Verkäuferin. Sie ist eine zierliche alte Dame. „ Nein, danke. Ich sehe mich bloß um.“, weise ich sie freundlich ab. Neugierig durchsuche ich die Ständer voller Meisterwerke, ohne eine genaue Vorstellung zu haben, wie mein Kleid aussehen soll. Unvermittelt streift meine Hand über einen unheimlich weichen Stoff und verharrt dort. Ich ziehe das Kleid heraus und mustere es eingehend. Schnell schlüpfe ich in die Umkleidekabine und probiere es an. Das Kleid ist rot und dessen oberer Teil besteht lediglich aus roten Schnörkeln, gewoben aus Spitze, welche freie Hautstellen durchschimmern lassen. Ärmel hat das Kleid nicht. Von der Hüfte abwärts verändert sich der Stoff zu einem durchgehenden roten Material. Außerdem ist das Kleid trägerlos. Es ist perfekt! Eilig ziehe ich es aus und gehe bezahlen. In einem anderen Geschäft finde ich noch dazu passende rote Pumps und Glitzerohrstecker. **Zeitsprung** „ Eine gelungene Veranstaltung, Clarissa.“, lobt Professor McGonagall mich und gesellt sich zu mir. Zusammen stehen wir in einer Ecke der Großen Halle und sehen den lachenden Schülern zu, wie sie sich im Takt der Musik über die Tanzfläche bewegen. Die Halle ist geschmückt mit glitzerndem Schnee und Eisstaturen. Über unseren Köpfen schwebende Kerzen tauchen den Saal in ein warmes Licht. „ Ja, das finde ich auch. Allerdings ist es Professor Snapes Verdienst. Ich habe mich lediglich um den praktischen Teil gekümmert.“, gebe ich zu. „ Dies alles war Professor Snapes Idee?“ Verblüfft sieht McGonagall mich an. „ Ja, in der Tat.“, lächle ich. „ Entschuldigen sie mich bitte.“ Eilig stelle ich mein Glas auf einem der Tische ab und dränge mich zwischen tanzenden Schülern, sowie Lehrern hindurch – auf dem Weg zu Severus Snape. Alleine sitzt er an einem Tisch und betrachtet gelangweilt das Geschehen. Als er mich kommen sieht, hellen sich seine Züge auf. Zu meiner Überraschung hat er sich einen Festtagsumhang übergezogen. Ich muss zugeben, dass er auf interessante Weise attraktiv wirkt. Seine undurchdringlich schwarzen Augen blicken mir entgegen und verfolgen jeden meiner Schritte. **Seine Sicht** Grazil bewegt Clarissa Starling sich auf mich zu. Ihre goldblonden Haare hat sie sich zu einem hohen Knoten zusammengesteckt. Roter Lippenstift betont ihre vollen Lippen und Rouge lässt ihre Wangenknochen hervorstechen. Ihr Körper steckt in einem atemberaubend roten Kleid, welches ihre Figur perfekt zur Geltung bringt. Ich muss mir alle Mühe geben, um meine gleichgültige Fassade aufrecht zu erhalten. Sie sieht atemberaubend aus. „ Hei.“, begrüßt sie mich und lässt sich lächelnd auf einen Stuhl mir gegenüber sinken. „ Guten Abend.“ „ Sie sind also wieder zurück.“, stellt sie fest, noch immer lächelnd. „ Ja. Seit heute Morgen.“, antworte ich. Ich sehe zu, wie sie mit ihren langen Fingern nervös an der Tischdecke zupft. Aus irgendeinem Grund muss ich schmunzeln. Ein überraschter Ausdruck huscht über ihr Gesicht, ist jedoch einen Moment später wieder verschwunden. „ Es ist atemberaubend. Ich habe ihnen Unrecht getan, Severus.“, sagt sie leise. „ Nein, das haben sie nicht. Ich habe mich wie ein Idiot verhalten.“ „ Wirklich?“ Sie klingt erstaunt. „ Ja. Sie hatten voll und ganz Recht. Ich muss mich entschuldigen.“ „ Etwas in der Art hätte ich nicht erwartet, jemals aus ihrem Mund zu hören.“ Ein vorsichtiges Lachen schwingt in Clarissas Stimme mit. „ Haben sie Lust zu tanzen?“, platze ich heraus, noch bevor ich mich stoppen kann. **Meine Sicht** Für einen kurzen Moment bin ich sprachlos. Nicht nur, dass Severus Snape sich soeben bei mir entschuldigt hat, nun fragt er mich auch noch ob ich mit ihm tanzen will. „ Gerne.“, antworte ich. Meine Antwort überrascht selbst mich. Sofort steht Snape auf und bietet mir seinen Arm an. Auch ich erhebe mich und harke mich bei ihm unter. Zusammen betreten wir die Tanzfläche. Ich spüre die ungläubigen Blicke der Schüler auf mir ruhen. Wider meiner Erwartungen ist Severus ein wirklich guter Tänzer. Gekonnt wirbelt er mich umher. Es macht wirklich Spaß und ich muss sogar lachen. Überrascht bemerke ich, dass sich auch seine Mundwinkel nach oben verziehen. Gebannt starre ich in seine Augen, welche ebenso gut schwarze Löcher sein könnten. Plötzlich wird ein langsames Lied gespielt, weshalb ich mich von ihm lösen und zurück zum Tisch gehen will. Allerdings hält er mich zurück und zieht mich an sich. Seine starken Arme umfassen meine Taille und ich bin ihm so nah, dass ich seinen Herzschlag spüren kann. In diesem Moment fühle ich mich so geborgen wie noch nie in meinem ganzen Leben. Ein merkwürdiger Friede überkommt mich und erweckt den Wunsch, Severus Snape nie wieder los zu lassen. Sanft lege ich meinen Kopf an seine Schulter und zusammen wiegen wir uns im langsamen Takt der Musik. Drei weiter Lieder vergehen. Vorsichtig schiebt er mich ein Stück von sich weg und sieht zu mir herab. „ Wollen wir noch etwas trinken?“, frage ich leise. „ Ja, aber nicht hier. Ich habe noch etwas Wein in meinem Büro.“ „ Na dann los.“ **Zeitsprung** „ Bitteschön.“, sagt er und reicht mir ein Glas voll Wein. Dankbar nehme ich es entgegen und lasse mich auf seinem Schreibtischstuhl nieder. Neugierig wandert mein Blick über den Tisch und bleibt schließlich an dem Bild hängen, welches das letzte Mal während meines Wutausbruchs umgefallen ist. Es zeigt eine lachende, rothaarige Frau in jungen Jahren. „ Sie ist hübsch.“, sage ich und nehme den Bilderrahmen in die Hand. „ Und tot.“, erwidert er mit leiser Stimme. Als ich ihn ansehe, sieht er unheimlich traurig aus. „ Es tut mir Leid. Ich hätte nichts sagen sollen.“ Kleinlaut stelle ich das Foto wieder an seinen Platz. „ Nein. Das ist schon in Ordnung. Du konntest es ja nicht wissen.“ Langsam kommt er auf mich zu, nimmt ebenfalls das Bild in die Hand und betrachtet es liebevoll. „ Sie hat dir viel bedeutet.“, stelle ich fest. Plötzlich kommt es mir vollkommen normal vor, „Du“ zu sagen. „ Ich habe sie geliebt. Sie war alles für mich.“ „ Was ist passiert?“ Als er mir nicht antwortet füge ich schnell hinzu: „ Du musst es mir nicht sagen. Ich kann verstehen wenn es zu persönlich ist!“ „ Sie wurde umgebracht. Zusammen mit ihrem Ehemann.“ Seine Stimme klingt bitter. „ Ist das etwa …“ „ … Lily Potter. Ja, genau.“, beendet er meinen Satz. „ Wir kannten uns bereits vor Hogwarts. Sie war die einzige in all den Jahren, die lieb zu mir war und mich als einen normalen Menschen betrachtet hat; nicht als Außenseiter. Schließlich habe ich es geschafft, sogar sie zu vergraulen. Ich nannte sie Schlammblut und sie hat sich von mir abgewandt.“ Schnell wendet er den Blick ab und ich kann hören, dass seine Stimme zittert. Vorsichtig erhebe ich mich und komme ihm näher. Als er keine Anstalten macht zurückzuweichen, greife ich nach seiner Hand und drücke sie sanft. Unvermittelt sieht er mich mit einem unergründlichen Ausdruck an und zieht mich plötzlich an sich. Ohne Vorwarnung liegen seine weichen Lippen auf den meinen und statt mich von ihm zu lösen und ihn wegzustoßen erwidere ich seinen Kuss und lege ihm die Arme um den Hals. Kräftige Hände packen meine Hüfte und halten mich fest. Der Kuss wird leidenschaftlicher. Jäh löst er sich von mir und tritt einen Schritt zurück. Atemlos bleibe ich an meinem Fleck stehen. „ Es tut mir Leid.“, keucht er und fasst sich an die Lippen. „ Wofür entschuldigst du dich?“ „ Dafür, dass ich dich geküsst habe. Das hätte ich nicht machen sollen.“ „ Und wieso nicht?“ „ Weil …“ Er lässt seine Begründung unbeendet. „ Du weißt nicht weshalb, nicht wahr? Severus“, ich fasse erneut nach seinen Händen „ stoß mich nicht von dir weg. Du brauchst dich für nichts zu entschuldigen. Ich wollte dich küssen.“ „ Aber …“ „ Nein, nichts „aber“!“, unterbreche ich ihn resolut. „ Ich frage dich jetzt ganz offen: Hast du Gefühle für mich? Denn ich empfinde etwas für dich. Das letzte was ich jetzt gebrauchen kann ist, dass mir irgendeine Person das Herz bricht. Lass uns mit offenen Karten spielen, Severus.“ Mit einem Mal kommt er auf mich zu, umfasst mein Gesicht mit seinen Händen und zwingt mich ihn anzusehen. „ Clarissa, ich würde dir niemals weh tun. Du musst nur verstehen, dass ich schlechte Erfahrungen mit meinen Gefühlen gemacht habe. Das letzte Mal, als ich etwas für eine Frau empfand, wies sie mich zurück und heiratete einen anderen. Zu guter Letzt war sie sogar tot! Aber nun gut, ich bin ehrlich. Clarissa, ich glaube ich habe mich in dich verliebt.“ Tränen schießen in meine Augen. „ Ich liebe dich auch. Ich verspreche dir, ich werde dich nicht zurück weisen und erst Recht niemand Anderen heiraten, denn der einzige Mann den ich will, bist du! Mit dir will ich alt werden. Mit dir will ich sterben und nie wieder ohne dich sein!“ Bevor er sich wehren kann küsse ich ihn erneut. Ich spüre Tränen an seiner Wange hinab laufen – oder sind es doch die meinen? Eigentlich ist es mir egal. Das einzige was zählt ist, dass er mich festhält und nie wieder loslässt. ||ZUKUNFT|| 13 Jahre später// Gleis 9 Ÿ „ Dein erstes Jahr in Hogwarts. Ich bin so stolz auf dich, Sebastian.“, sage ich und küsse meinen Sohn auf die Stirn. „ Mach mir ja keine Schande!“, ermahnt sein Vater ihn liebevoll und fährt ihm durch die Haare. „ Lass das Papa! Du zerstörst meine Frisur.“ Hastig sorgt Sebastian dafür, dass seine Haare wieder richtig liegen. „ Severus, du kannst dem Kind doch nicht die Frisur ruinieren!“, scherze ich und küsse meinen Mann auf die Wange. „ Und behandelt mich bitte wie jedes andere Kind, ja?“, fleht Sebastian uns an. „ Meinst du etwa, wir würden dich bevorzugen?“ Lachend betrachte ich meinen Sohn, der dieselben schwarzen Haare wie sein Vater hat und dessen Augen im selben Blauton leuchten wie die meinen. „ Ja.“, brummt der schwarzhaarige Junge. Plötzlich ertönt das Pfeifen der roten Lokomotive. „ Du musst los. Viel Spaß, mein Sohn.“ Severus beugt sich herab und nimmt unser Kind liebevoll in den Arm. Rasch versucht Sebastian sich aus der Umklammerung zu befreien. „ Wir kommen nach.“ Zärtlich küsse ich ihn zum Abschied auf die Wange. „ Tschüss.“, verabschiedet er sich und steigt eilig in den Zug. Severus' Arm legt sich um meine Taille und ich schmiege mich an ihn. „ Ich liebe dich.“, flüstert er und lächelt mich an. „ Nicht so sehr, wie ich dich liebe!“ Ich stelle mich auf die Zehenspitzen und küsse meinen Mann zärtlich auf den Mund. Mein Leben könnte nicht schöner sein. Und Cut. Jede Geschichte hat ein Ende – so auch diese. Ich hoffe sehr, dass es dir gefallen hat und entschuldige mich für die lange Zeit, die ihr warten musstet, bis ich dieses Quiz fertig gestellt hatte. Hoffentlich hat es sich gelohnt! Ich freue mich wirklich sehr über Feedbacks, Verbesserungsvorschläge und Bewertungen. Action!

20.33 % der User hatten die Auswertung: Name: Carina Bane Haus: Slytherin Aussehen: Deine Haare fallen dir in großen weinroten Locken um die Schultern/ Deine Augen sind jadegrün und deine Gesichtszüge scharf geschnitten/ Um deine schlanke Figur beneiden dich alle Mädchen Charakter: Du bist herrschsüchtig und die geborene Anführerin/ Du lässt keine Gefühle zu und hast gerne die Kontrolle über jede Situation Freunde: Du hast keine richtigen Freunde, doch alle Slytherins liegen dir zu Füßen Zeit: Du gehst zur selben Zeit nach Hogwarts, wie Tom Riddle 1. Schuljahr// „ Carina Bane.“, ruft eine streng aussehende Frau meinen Namen auf. Hoch erhobenen Hauptes steige ich die Stufen zum Podium hinauf. Ich drehe mich um, setze mich auf den Holzhocker und lasse meinen Blick durch die Große Halle schweifen. Hunderte von Augenpaaren ruhen auf mir, doch statt mich unbehaglich zu fühlen, genieße ich die Aufmerksamkeit. Die Frau setzt mir den sprechenden Hut aufs Haupt. In meinem Kopf ertönt eine Stimme: „ Du bist schlau, besitzt Führungsqualitäten und verstehst dich darin die Leute zu manipulieren – natürlich zu deinem Vorteil. Meine Entscheidung ist gefallen.“ „ Slytherin!“, verkündet der Filzhut laut. Die Schüler am von mir aus gesehen rechten Tisch, beginnen zu klatschen und zu jubeln. Lächelnd mache ich mich auf den Weg zu dem Tisch meines Hauses. Während ich mich durch die restlichen wartenden Erstklässler hindurch dränge, fällt mein Blick auf einen dunkelhaarigen, attraktiven Jungen mit scharf geschnittenen Gesichtszügen. Aus kühlen Augen mustert er mich interessiert. 5. Schuljahr// „ Aus dem Weg, Gryffindor.“, fauche ich und schubse ein kleines Mädchen beiseite. Kleinlaut sieht es zu Boden und weicht mir rasch aus. Weitere, mir im Weg stehende, Schüler tun es ihm gleich. Sie wissen, dass mit mir nicht zu spaßen ist. Ich stoße eine große Holztür auf und betrete den Verwandlungs-Innenhof. Warme Sonnenstrahlen lassen meine Haut kribbeln. Auf einer Bank sitzend, entdecke ich die Person, die ich suche. Tom Riddle. Ich bin nun bereits seit zwei Jahren mit ihm zusammen. Seine Arroganz und Unnahbarkeit faszinierten mich bereits seit der ersten Sekunde. Mit der Zeit habe ich jedoch auch andere Seiten des unterkühlten Slytherins kennengelernt. Seiten, von denen er selbst eventuell nicht weiß, dass er sie besitzt. In manchen Momenten kann ich hinter seine Fassade blicken und erkenne Verletzlichkeit, zuweilen sogar Unsicherheit. Sicheren Schrittes bewege ich mich auf ihn zu. Als er mich sieht, umspielt ein Lächeln seine Lippen. Ich würde es niemals zugeben, doch bei seinem Anblick beginnt mein Herz schneller zu schlagen. „ Tom.“, begrüße ich ihn und lasse mich auf die freie Stelle neben ihm sinken. Rasch machen mir zwei Mädchen aus Slytherin Platz. „ Guten Morgen, Carina.“, erwidert er und legt eine Hand auf mein Bein. Als er mich berührt, breitet sich an der betroffenen Stelle Wärme aus. „ Hayden, geh meine Astronomie-Hausaufgaben machen. Jordan, von dir möchte ich, dass du alles über Mondsteine in Erfahrung bringst und mir meinen Zaubertränke-Aufsatz schreibst.“, wende ich mich an die beiden Slytherinmädchen, jedoch ohne den Blick von Tom abzuwenden. Widerstandslos gehorchen sie mir und machen sich sofort auf den Weg. „ Was hast du heute noch vor?“, fragt Tom. „ Nichts. Ich habe mir den Nachmittag für dich frei gehalten.“, flüstere ich und beuge mich zu ihm rüber. Sanft spielt er mit einer meiner Haarsträhnen. „ Und was wollen wir machen?“, wispert er. „ Oh, ich habe schon eine Idee.“, lächle ich verschlagen und küsse ihn. Leidenschaftlich erwidert er meinen Kuss und vergräbt seine Hand in meinem Haar. Nach einer, meiner Meinung nach, viel zu kurzen Zeit löst er sich von mir. „ Was hältst du davon, wenn wir uns bereits jetzt um deine Idee kümmern?“, fragt er leise und sieht mich mit blitzenden Augen an. „ Ein guter Vorschlag.“, stimme ich ihm zu. Zusammen stehen wir auf und kehren zurück ins Gebäude. Eilig suchen wir uns einen verlassenen Klassenraum und verschließen die Tür. Die darauffolgende Stunde schwänzen wir. **Zeitsprung** „ Warum bist du eigentlich mit diesem Idioten zusammen?“, fragt Lillian mich. Ich würde sie nicht als meine Freundin bezeichnen, doch sie ist die Jenige, die am ehesten an diesen Status heran reicht. „ Was soll das denn heißen?“, frage ich kühl. „ Naja, er ist irgendwie komisch. So gefühllos.“ Ängstlich sieht sie mich an. „ Er sieht gut aus, kann gut küssen und ist Vertauensschüler. Ich denke, das reicht als Grund aus.“ Damit ist dieses Thema für mich erledigt. „ Wenn man vom Teufel spricht.“, murmelt Lillian und beobachtet eine Person hinter meinem Rücken. Ich drehe mich um. Tom hat soeben den Slytherin-Gemeinschaftsraum betreten und steuert auf uns zu. Für Lillian hat er lediglich einen desinteressierten Blick übrig. Lächelnd lässt er sich neben mir auf die Couch fallen und legt einen Arm um meine Schulter. „ Hallo, meine Schöne.“, murmelt er und küsst mich auf den Kopf. „ Hey.“, begrüße ich ihn und mustere sein attraktives Gesicht. Markante Wangenknochen zeichnen sich unter seiner ebenmäßig blassen Haut ab und kurze, dunkle Haare wellen sich leicht auf seinem Kopf. Eine Locke hängt verwegen in seine Stirn hinein. Behutsam streiche ich sie ihm aus dem Gesicht. Seine dunkelbraunen Augen fixieren mich und sein Blick wandert zu meinen Lippen. Zärtlich packt er mein Kinn und legt seine Lippen auf die meinen. Einen Moment später lösen wir uns voneinander. Misstrauisch beäuge ich ihn. „ Warum bist du so gut gelaunt?“, frage ich. „ Ich hatte soeben eine interessante Unterhaltung mit Professor Slughorn.“, teilt er mir mit. „ Worum ging es denn?“ „ Ich denke, dieses Thema sollten wir besprechen, wenn sich keine neugierigen Personen in unserer Nähe aufhalten.“, meint er mit einem Seitenblick auf Lillian. Diese sieht gekränkt zu Boden. „ In Ordnung. Ich gehe dann mal.“, murmelt sie und will sich erheben, doch verblüfft stelle ich fest, dass Tom sie mit erhobener Hand aufhält. „ Nein. Du bleibst hier. Carina, komm doch mit hoch in meinen Schlafsaal.“ Erstaunt antworte ich: „ Okay, lass uns hinauf gehen.“ Gemeinsam erheben wir uns und steigen die Treppe zum Jungenschlafsaal hinauf. Dort angekommen, lasse ich mich auf Toms Bett sinken und verschränke die Beine. Nachdem er sich vergewissert hat, dass wir alleine sind, gesellt er sich zu mir. „ Also, worum ging es in der Unterhaltung?“, frage ich neugierig und zupfe an seiner Bettdecke. Viele Stunden haben wir bereits hier oben verbracht. Die Erinnerung an sie, lässt mich schmunzeln. „ Du weißt doch, dass ich mich in den letzten Tagen vermehrt in der Bibliothek aufgehalten habe.“ „ Oh ja, daran erinnere ich mich gut. Du hattest wesentlich weniger Zeit für mich übrig, als ich gewohnt bin.“, lache ich. „ Ab jetzt bin ich wieder voll und ganz für dich da, meine Schöne.“, grinst er mit strahlend weißen Zähnen und streicht mir zärtlich über die Wange. „ Allerdings habe ich die Zeit wertvoll genutzt. Nachdem ich stundenlang über Büchern gebrütet habe, welche nebenbei bemerkt keine einfache Kost waren, fand ich endlich wonach ich suchte – eine Möglichkeit für ewiges Leben.“ „ Ewiges Leben?“, frage ich mit großen Augen. „ Ja, Carina. Niemals sterben, für immer existieren. Niemand kann einen töten.“ Strahlend sieht er mich an. „ Man wäre unbesiegbar?“ „ Ja.“ „ Wow! Aber wie stellt man das an? Ich meine, wenn es einfach wäre, hätten wahrscheinlich bereits viele Magier diesen Zauber angewandt.“ „ Um diese Sache in Erfahrung zu bringen, sprach ich mit Slughorn. Es war einiges an Überredungskunst notwendig, dass er mir die Informationen gab, doch ich habe es geschafft.“ „ Nun erzähl schon, Tom!“ „ Für ewiges Leben, muss man Horkruxe erschaffen. Das wusste ich bereits aus den Büchern, doch Slughorn erklärte mir, wie man dies anstellt.“ „ Und wie? Verdammt noch einmal, lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen!“ „ Für einen Horkrux muss man einen Teil seiner Seele abspalten und in ein Gefäß sperren.“, erklärt er. Als er meinen ungeduldigen Blick sieht, fährt er fort: „ Das tut man, indem man einen Menschen tötet.“ Erschrocken springe ich auf. „ Du willst einen Menschen umbringen?“, krächze ich. „ Wenn ich auf diesem Weg unbesiegbar werde, dann lautet die Antwort: Ja.“ „ Du würdest eine Person umbringen, bloß damit du ein längeres Leben hast, Tom?“, rufe ich. „ Carina, nicht so laut!“, ermahnt er mich und erhebt sich ebenfalls. „ Sag mir nicht, dass ich nicht laut sein soll! Du willst jemanden ermorden.“ Eilig kommt er auf mich zu. „ Überleg doch mal! Wir könnten ewig leben.“ Sanft umfasst er mein Gesicht mit seinen Händen und streicht mit seinen Daumen über meine Wange. Unfähig mich zu bewegen, weiche ich nicht zurück. „ Und nicht nur das – wir könnten für immer zusammen sein. Niemand könnte uns umbringen! Du und ich, gegen den Rest der Welt.“, redet er eindringlich auf mich ein. Etwas in mir sträubt sich gegen den Gedanken einen Menschen zu töten, doch Toms Stimme zieht mich in seinen Bann. „ Carina, ich liebe dich. Ich möchte mit dir zusammen alt werden und dich auf ewig an meiner Seite haben.“ „ Für immer.“, hauche ich. „ Richtig, für immer.“, bestätigt er. Langsam senkt er seinen Kopf und küsst mich. Ich fühle die Wärme seiner Lippen und spüre seinen pochenden Herzschlag an meiner Brust. „ Willst du mit mir zusammen ewig leben?“ fragt er leise, nachdem wir uns voneinander gelöst haben. „ Ja.“, wispere ich. Mein Schicksal ist besiegelt. 3 Jahre später// Die Hand, die meinen Zauberstab hält zittert. Mein Kopf fühlt sich an, als wäre er mit Pudding gefüllt. „ Du schaffst es, Carina! Tu es für uns. Du weißt, dass er es verdient hat!“, murmelt Tom in mein Ohr. Mein Blick ist starr auf den hilflosen Mann am Boden gerichtet. Tom hat ihn sorgfältig ausgewählt, doch obwohl ich weiß, dass dieser Mann vor mir ein Mörder ist und den Tod verdient hat, dringt der Fluch einfach nicht über meine Lippen. Meine Atmung geht schnell und ich spüre, dass mein Herz pumpt wie verrückt. Meine Gedanken schweifen ab. Blinzelnd stehe ich auf einer Wiese voller Blumen und die Sonne scheint auf mich herab. Ich sehe ein kleines Mädchen. Es läuft auch mich zu. „ Komm her mein Schatz.“, höre ich mich rufen. Mit voller Wucht lässt sich das Kind in meine Arme fallen und zusammen kippen wir hinten über. Lachend umklammere ich meine Tochter und vergrabe das Gesicht in ihren schwarzen Haaren. Grüne Augen – meine Augen – strahlen mich an und kleine, weiße Zähnchen blitzen in ihrem Mund auf. „ Wenn ihr keinen Hunger habt, werde ich das ganze leckere Essen wohl alleine verspeisen müssen!“, höre ich meinen Mann sagen. „ Nein!“, ruft das Mädchen, entwindet sich meiner Umarmung und stürzt sich stattdessen auf ihren Dad. Grinsend fängt Tom sie auf und beginnt sie zu kitzeln. Kichernd windet sich unsere Tochter und ruft: „ Papa, nein!“ Eine tiefe Zufriedenheit überkommt mich und ich erkenne, dass mein Leben nicht besser sein könnte. Mit einem Schlag bin ich zurück in der Gegenwart. Unverändert zeigt mein Zauberstab auf den Mann am Boden. Unvermittelt hört meine Hand auf zu zittern und neue Kraft strömt durch meine Adern. Mein Kopf klärt sich und ich kann wieder klar denken. „ Avada Kedavra.“ Die Worte strömen kalt und emotionslos aus meinem Mund. Ein grüner Blitz erhellt den verwahrlosten Raum. Ich höre einen Schrei, dann ist es wieder dunkel. Leblos liegt eine Gestalt auf dem Boden; der Mann. Er ist durch meine Hand gestorben. Still hält Tom mir eine Halskette mit einem silbernen Herzen als Anhänger entgegen. Die Kette ist zierlich und unauffällig. Erneut hebe ich meine Hand mit dem Zauberstab und richte ihn auf die Kette, welche nach wie vor in Toms Hand liegt. Ich schließe die Augen und stelle mir vor, wie ein Teil meiner Seele in diesen Gegenstand übergeht. Plötzlich spüre ich ein scharfes Ziehen in meinem Innern und eine merkwürdige Kälte durchströmt meine Hand, springt auf den Zauberstab über und dringt in den Herzanhänger ein. Nachdem die Kälte nachgelassen hat, fühle ich innerlich eine seltsame Leere. Es ist, als würde ein Teil von mir fehlen. Lächelnd reicht Tom mir die Halskette, welche nun einen Teil meiner Seele enthält. **Zeitsprung** „ Wo warst du die ganze Zeit?“, frage ich Tom, der soeben das Wohnzimmer betreten hat. Mit einem Buch in der Hand sitze ich auf der Couch, die Beine angezogen und in eine warme Wolldecke gewickelt. An meinem Hals spüre ich die Kühle meiner Halskette. „ Das ist egal.“, weist er mich ab und gibt mir einen Kuss auf den Kopf. „ Nein, Tom! Ich möchte wissen wo du warst. Schon seit Tagen verschwindest du morgens, kommst erst zu später Uhrzeit wieder nach Hause und siehst dann total fertig aus.“ Seit einem Jahr wohnen wir nun schon zusammen in einem kleinen Haus auf dem Land. Als wir einzogen, war ich überglücklich, doch diese Freude ist im Laufe der Zeit allmählich verschwunden; zu sehr hat Tom Riddle sich verändert. „ Okay, gut. Ich habe heute einen neuen Horkrux erschaffen.“ Mit einem tiefen Seufzer lässt er sich neben mir aufs Sofa fallen. Bei seinen Worten stockt mir der Atem. „ Du hast einen weiteren Menschen umgebracht?“, krächze ich mit leiser Stimme. Unverwandt sieht er mich aus seinen beinahe schwarzen Augen an. „ Drei, um genau zu sein.“ „ Was?“, springe ich laut schreiend auf und lasse mein Buch fallen. Mit einem dumpfen Knall fällt es zu Boden. Ich mache keine Anstalten es aufzuheben. Noch immer habe ich die Decke um die Schultern geschlungen. „ Ich werde sieben Horkruxe erschaffen, Carina. Auch du hast einen Mord begangen, falls ich dir das ins Gedächtnis rufen darf.“ „ Ja, Tom. Und das war ein Fehler – ein Fehler, den ich nie wieder werde gut machen können.“ Meine Stimme klingt hohl. „ Erzähl mir nicht, dass dir der Gedanke unbesiegbar zu sein, nicht gefällt.“, kichert Tom, woraufhin ich ihn entgeistert anstarre. „ Du bist ein Monster.“, sage ich trocken. Anmutig erhebt er sich und steht innerhalb eines Wimpernschlags lediglich eine Armeslänge von mir entfernt. „ Wirklich?“, flüstert er und macht Anstalten mir eine verirrte Haarlocke aus dem Gesicht zu streichen. Schnell weiche ich zurück. „ Du hast keine Gefühle für mich?“ „ Nein. Ich liebte einen Jungen namens Tom Riddle, doch er existiert nicht mehr.“ Mit diesen Worten wende ich mich von dem dunkelhaarigen Mann ab, für den ich einst eine tiefe Zuneigung empfand. Allerdings ist es genauso wie ich bereits sagte; Tom Riddle ist tot. Ca. 50 Jahre später// Im Fuchsbau „ Harry, darf ich dir Carina Bane vorstellen?“, sagt Arthur Weasley zu dem 16-jährigen Harry Potter. „ Hallo, Harry. Wie schön dich kennenzulernen.“, lächle ich und reiche ihm meine Hand. Höflich ergreift er sie. „ Hi.“ „ Deine Augen sehen aus wie die …“ „ … meiner Mutter.“, beendet er meinen Satz. Unangenehm berührt wendet er den Blick ab. „ Entschuldigung. Ich wollte dich nicht kränken. Ich habe wohl kaum das Recht dazu, über deine Mutter und deinen Vater zu sprechen.“ „ Ach ja? Wieso nicht?“, fragt er aufrichtig überrascht. „ Das ist eine lange Geschichte.“, weiche ich seiner Frage aus. Misstrauisch kneift Harry die Augen zusammen. „ Carina, hilfst du mir mal?“, ruft Molly Weasley aus der Küche. „ Natürlich!“, rufe ich zurück und eile zu ihr – froh über die Unterbrechung. Als ich die Küche betrete laufe ich beinahe gegen einen umherschwebenden Topf. Gerade noch rechtzeitig schaffe ich es mich zu ducken. „ Kann ich dir irgendwie helfen, Molly?“, lache ich und weiche fliegenden Gabeln aus. „ Ja, ich bitte dich darum. Könntest du die Töpfe zum Tisch bringen? Ich habe mich womöglich ein wenig überschätzt.“ Mit einem Schlenker ihres Zauberstabs befördert die kleine Hexe schmutzige Pfannen in das Spülbecken. Danach putzt sie sich ihre nassen Hände an der umgebundenen Schürze ab und atmet tief durch. „ Klar.“ Sofort mache ich mich daran, die vielen Töpfe und Schüsseln, welche gefüllt mit den leckersten Speisen sind, zum Tisch zu bringen. Kurze Zeit später sitzen alle anwesenden Weasleys, also Ron, Fred, George, Ginny, Molly, Arthur und Percy, sowie Harry, Hermine und ich an dem großen Esstisch und schaufeln Essen auf die Teller. „ Molly, du hast fabelhaft gekocht!“, lobe ich sie zwischen zwei Bissen. „ Oh, vielen Dank, meine Liebe. Wenigstens eine Person weiß meine Mühe zu schätzen.“ Ein bitteres Lächeln umspielt ihre Lippen. „ Schatz, ich weiß deine Arbeit immer zu schätzen.“, meint Arthur Weasley und küsst sie zärtlich auf die Wange. Traurig sehe ich die beiden an. Plötzlich spüre ich, dass ich beobachtet werde und bemerke, dass Harry mich noch immer misstrauisch anstarrt. Seufzend schiebe ich mir eine Gabel voll Nudeln in den Mund und kaue eine gefühlte Ewigkeit auf dem Bissen herum – in der Hoffnung, dass das unangenehme Gefühl in meiner Magengrube vergeht. Nachdem wir fertig gegessen haben und der Tisch abgeräumt ist, ziehen sich alle in das kleine Wohnzimmer zurück. Ich sehe, dass Harry den anderen folgen will, doch ich halte ihn zurück. „ Auf ein Wort nach draußen?“, frage ich. Kühl mustert er mich; unentschlossen mitzukommen oder sich ins Wohnzimmer zu begeben. Schließlich entscheidet er sich für erstere Variante und schließt sich mir an. Als wir das Haus verlassen umfängt uns spätsommerliche Abendluft. Tief atme ich den Geruch von Gras und Sonne ein. „ Was wollen sie?“, höre ich Harry hinter mir fragen. Ich drehe mich um, sehe ihn an und lege den Kopf schief. „ Ich möchte mit dir reden.“, antworte ich. „ Das sah vorhin aber nicht danach aus.“ „ Das war weder der richtige Ort, noch Zeitpunkt für dieses Gespräch.“ „ Ach, und weshalb?“ „ Vertrau mir. Allerdings können wir nun frei sprechen. Also, stell mir jede deiner Fragen und ich werde sie beantworten.“ „ Weshalb meinten sie, dass sie nicht das Recht hätten über meinen Dad und meine Mum zu sprechen?“, fragt der Junge mich offen. Traurig lächle ich. „ Ich fühle mich verantwortlich, für das was ihnen widerfahren ist.“ „ Warum?“ „ Harry, wie alt schätzt du mich?“, frage ich neugierig. „ Keine Ahnung. Vielleicht Anfang zwanzig. Wieso?“ „ Ich bin wesentlich älter.“, sage ich und bemerke, dass ich mir unbewusst an den Hals fasse. Meine Finger berühren den kühlen Anhänger der Kette, welche ich seit Jahren nicht abgelegt habe. „ Was wollen sie mir damit sagen?“ „ Ich kannte deine Eltern, Junge. Und ich kannte ihren Mörder.“ „ Voldemort?“ Bei Erwähnung dieses Namens zucke ich zusammen. „ Entschuldigung.“ „ Dafür konntest du nichts. Na schön, ich werde dir die gesamte Geschichte erzählen. Von Anfang bis Ende.“ Ich kann sehen, dass Harry unsicher ist und sich unwohl fühlt. „ Okay.“, sagt er schließlich. Unruhig tritt er von einem Fuß auf den anderen. Wortlos drehe ich mich um und blicke an den Horizont. Die untergehende Sonne sorgt für einen rosigen Schimmer am immer dunkler werdenden Himmel. „ Es war vor etwa fünfzig Jahren. Ich ging nach Hogwarts und kam wie meine Vorfahren nach Slytherin. Ich war beliebt und alle Schüler lagen mir zu Füßen – naja, fast alle. Tom Riddle war genauso wie ich. Er war ebenfalls beliebt und besaß eine unglaubliche Ausstrahlung. Er konnte jeden in seinen Bann ziehen; so auch mich. Ich verfiel ihm sofort, jedoch ließ ich mir meine Gefühle nicht anmerken. In der dritten Klasse wurden wir schließlich ein Paar. Jeder Schüler beneidete oder fürchtete uns. Ich würde so weit gehen, zu sagen, dass wir uns perfekt ergänzten.“ Für einen kurzen Moment stoppe ich und atme durch. Schließlich fahre ich fort: „ Tom war ein unnahbarer und gefühlloser Mensch – jedenfalls ließ er einen das glauben. Allerdings konnte ich hinter seine kühle Fassade blicken. Ich sah Verletzlichkeit.“ „ Tom war nie verletzlich. Er war schon immer ein Monster!“, unterbricht Harry mich. Ich fahre herum. „ Woher willst du das wissen? Du kanntest ihn nicht! Die einzigen Informationen die du hast, stammen aus Dumbledores Denkarium, oder von Dumbledore selbst.“ „ Er hat meine Eltern ermordet!“, ruft Harry. „ Nein, zu diesem Zeitpunkt war der Junge, den ich kannte, bereits tot.“, erwidere ich trocken. Finster drein blickend wendet Harry den Blick ab und presst die Lippen fest aufeinander. „ Harry, du musst mir glauben. Tom Riddle war ein anderer Mensch als ich ihn kennenlernte. Ich gebe zu, er besaß bereits sadistische Züge, doch trotzdem war er noch ein Mensch. Wie auch immer. Ich verliebte mich in ihn. Geblendet von meinen Gefühlen vertraute ich ihm und ließ mich von ihm zu einer sehr dummen Tat überreden. Eines Tages teilte er mir mit, dass er herausgefunden hatte, wie man ewiges Leben erlangt. Für einen Moment war ich geschockt, doch schließlich gab ich nach. Ich ermordete einen Menschen und erschuf einen Horkrux.“ Gedankenverloren greife ich erneut nach der Kette. „ Die Kette?“, fragt Harry und zeigt auf meinen Hals. „ Ja, genau. Auch Tom erschuf einen Horkrux, jedoch war ihm einer nicht genug. Zunächst täuschte er mich durch seine Versprechen, dass wir immer zusammen bleiben würden. Viel zu spät erkannte ich, dass er mehr wollte. Er mordete weiter. Schließlich erfuhr ich es und stellte ihn zur Rede. Er gestand mir alles, empfand sein Tun dennoch nicht als falsch. Daraufhin verließ ich ihn. Ich erkannte, dass der Junge, den ich einst liebte, zusammen mit seiner Menschlichkeit gestorben war. Ich weiß, ich hätte meinen Horkrux sofort zerstören sollen, aber ich schwor mir, dass ich nicht eher ruhen würde, als das Tom Riddle, alias Voldemort, tot ist. Nun lebt er noch immer und ich ebenso. Fünfzig Jahre sind eine lange Zeit. Hätte ich den Horkrux nicht, wäre ich schon längst nicht mehr in der Verfassung auf Voldemorts Tod zu warten. Aus diesem Grund existiert mein Horkrux noch. Auf unerklärliche Weise hält er mich jung. Das Ende naht; ob unseres oder das seine ist ungewiss. Bis dahin werde ich weiterleben und kämpfen. Ich gebe zu, ich möchte ihn sogar selbst umbringen. Der einzige Wunsch, den ich noch habe ist, dass das alles hier ein Ende findet. Du fragst mich, warum ich mich schuldig fühle? Ich fühle mich schuldig, weil ich das Monster, welches deine Eltern und so viele andere tötete, schon damals hätte erledigen sollen.“ Niedergeschlagen wende ich mich Harry zu. Dieser sieht mich wortlos an. Der harte Ausdruck in seinem Gesicht ist verschwunden. „ Ich war nicht stark genug.“, beende ich meine Erzählung. „ Sind sie es jetzt?“ „ Ja.“ Meine Antwort klingt sanft, jedoch bestimmt. **Zeitsprung** Die Schlacht// Den Zauberstab fest umklammert winde ich mich zwischen den Kämpfenden hindurch. Soweit es geht, versuche ich mich aus der Schlacht rauszuhalten. Sie ist nicht der Grund, weshalb ich nach Hogwarts gereist bin – Voldemort ist es. Aus sicherer Quelle weiß ich, dass sechs seiner Horkruxe zerstört sind; lediglich die Schlange und er selbst sind noch übrig. Plötzlich schwirrt ein Fluch nur knapp an meinem Ohr vorbei. Kampfbereit fahre ich herum und sehe mich einem maskierten Todesser gegenüber. Einen Sekundenbruchteil später folgt seine nächste Attacke. Dieses Mal bin ich vorbereitet, blocke den Fluch ab und greife ihn meinerseits an. Eilig weicht er aus. Das Duell scheint kein Ende nehmen zu wollen. Er greift an, ich verteidige mich. Ich schleudere einen Fluch auf ihn, er weicht aus. Langsam spüre ich, wie meine Kraft schwindet. Schweißperlen rinnen an meiner Stirn hinab und mein Atem geht stoßweise. Aufgrund der Maske kann ich nicht erkennen, ob es meinem Gegner genauso ergeht. Sehr wohl sehe ich jedoch, dass seine Bewegungen immer langsamer und seine Reaktionszeiten immer länger werden. Für einen kurzen Moment fühle ich mich überlegen, dann allerdings wendet sich das Blatt. „ Ihr habt tapfer gekämpft. Ich gebe euch eine Stunde Zeit, um eure Toten in Würde fortzuschaffen. Meine Männer ziehen sich derweil zurück. Harry Potter, ich spreche nun direkt zu dir. Heute Nacht hast du zugelassen, dass deine Freunde für dich kämpfen – es gibt keine größere Schande. Komm zu mir in den Verbotenen Wald und stelle dich deinem Schicksal. Tust du dies nicht, werde ich jeden töten, der sich mir in den Weg stellt; bis auf den letzten Mann, die letzte Frau, das letzte Kind. Eine Stunde!“ Die kühle, zischende Stimme fährt mir schneidend durch Mark und Bein. Einst liebte ich deren tiefen Klang und die Worte die mit ihr gesagt wurden. Nun jedoch bin ich gelähmt vor Schreck; bewegungsunfähig. Beiläufig nehme ich einen scharfen Schmerz an meiner Schulter wahr. Ich spüre wie etwas Warmes an meinem Arm herabläuft. Nur verschwommen sehe ich meine Umwelt. Plötzlich scheint mir meine bevorstehende Aufgabe unmöglich. Erinnerungen schwirren durch meinen Kopf – Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit, in der noch alles gut war. Nach einer Weile, klärt sich meine Sicht und die Konturen meiner Umwelt werden scharf. Ich stehe in einem verlassenen Korridor. Keine Menschenseele ist zu sehen. Mein Kontrahent ist verschwunden. Ein schmerzhaftes Pochen lässt mich auf meine Schulter hinab sehen. Mein Ärmel ist blutgetränkt und aus einem klaffenden Schnitt unterhalb meines Schlüsselbeins fließt ungehindert weiteres Blut. Zögernd berühre ich die Wunde und ziehe scharf die Luft ein. Ich muss die Blutung irgendwie stoppen. Suchend sehe ich mich um, kann jedoch keinen geeigneten Gegenstand entdecken. Ratlos presse ich meine Hand auf den Schnitt. Irgendwo im Schloss müssen sich die restlichen Schüler und Lehrer versammelt haben. Finde ich sie, finde ich Hilfe. Eilig renne ich den Korridor entlang und stoße eine Tür auf. Zu meiner Freude weiß ich wo ich mich befinde. Schon nach kurzer Zeit stehe ich vor der Großen Halle – meiner Meinung nach der einzige Ort, an dem sich die vielen Personen unbehindert aufhalten können, ohne sich in den Füßen zu stehen. Meine Ahnung bewahrheitet sich. Noch immer meine Hand auf die Wunde drückend, laufe ich zu einem erwachsenen Zauberer. „ Entschuldigung?“, versuche ich mich bemerkbar zu machen. Er ist circa einen Kopf größer als ich, weshalb ich mir ziemlich winzig vorkomme. Irritiert dreht er sich um. „ Ja, bitte?“, fragt er und sieht zu mir herab. Ich kenne diesen Mann nicht, doch er hat dunkelblonde Haare und ein freundliches Gesicht. Besorgt wandert sein Blick zu meiner Schulter. „ Ohje.“ „ Könnten sie mir helfen? Ich kann meinen Zauberstab nicht benutzen, da ich den Arm aufgrund meiner Schulter nicht bewegen kann.“, frage ich. „ Ja, natürlich. Einen Moment.“ Eilig fördert er seinen Zauberstab zu Tage, richtet ihn auf den Schnitt und murmelt einen Zauber. Wärme fließt durch meine Schulter, hinab in meinen Arm und der Schmerz beginnt zu verschwinden. Dort, wo sich Sekunden vorher noch eine klaffende Wunde befand, lässt lediglich eine dunkle Kruste die Verletzung erahnen. „ Vielen Dank!“ Dankbar lächle ich den Mann an. Er murmelt etwas von wegen „ Kein Problem.“, woraufhin ich mich verabschiede und ziellos durch die Halle irre. Plötzlich entdecke ich eine Schar rothaariger Personen; die Weasleys. Zielstrebig eile ich zu ihnen und stelle entsetzt fest, dass sie sich um eine leblose Person versammelt haben. Fred Weasley liegt leblos auf dem Boden, um ihn herum die trauernden und herzzerreißend schluchzenden Weasleys. Ich kannte diesen Jungen kaum, habe bloß ein paar Worte mit ihm gewechselt, doch trotzdem berührt mich sein Tod. Allerdings macht er mir auch klar, dass meine Aufgabe wichtig ist und über allem anderen zu stehen hat. Tröstend lege ich Freds Zwillingsbruder George eine Hand auf die Schulter. Ohne darauf zu achten, wer ich bin, dreht er sich um und reißt mich an sich. Vollkommen perplex erwidere ich seine Umarmung und nach kurzer Zeit streiche ich ihm beruhigend über den Rücken. „ Es tut mir so leid.“, sage ich leise und meine es ernst. Ich bemerke es nicht, doch für kurze Zeit gesellt sich ein dunkelhaariger Junge zu uns. Still steht er einfach bloß da. Ohne etwas gesagt zu haben dreht er sich um und verlässt unbemerkt die Große Halle. Er weiß, was er zu tun hat. (An dieser Stelle musste ich die Geschichte etwas ändern, denn Harry geht, ohne, dass Ron oder Hermine es mitbekommen, zu Voldemort in den Wald). **Zeitsprung** „ Harry Potter ist tot. Ich erwischte ihn, wie er flüchten und euch allein lassen wollte. Kommt nach draußen und seht euch euren gefallenen Helden an – gestorben durch meine Hand.“, ertönt die eisige Stimme erneut und wiederholt erstarre ich. Die ganze Zeit über habe ich bei den Weasleys gestanden und versucht sie zu trösten. An die Forderung Voldemorts hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. Zusammen mit den restlichen, inzwischen still gewordenen Menschen, verlasse ich das Schloss und trete hinaus auf den Hof. Dort steht er – Voldemort – eingehüllt in einen schwarzen Umhang und sein schlangenartiges Gesicht zu einer furchterregenden Grimasse verzogen. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Person zu den attraktivsten Schülern Hogwarts gezählt hat und der „Frauenschwarm“ schlechthin gewesen ist. Angewidert wende ich den Blick ab, woraufhin er bei Hagrid hängen bleibt, der eine reglose Gestalt in den Armen trägt. Schuldgefühle überkommen mich bei Harrys Anblick. Geblendet von meinen Gefühlen bin ich in der Großen Halle geblieben und nicht in den Verbotenen Wald gegangen. Durch meine Unzulänglichkeit, ist Harry Potter nun tot. **Seine Sicht** Triumph durchflutet mich. Harry Potter, mein Erzfeind, ist tot. Endlich, nach siebzehn Jahre, habe ich ihn umgebracht. Nun steht mir die Welt offen. Die verbliebenen Krieger Hogwarts' werden sich mir unterwerfen und dann, werde ich eine völlig neue Ära einläuten. Die würdigen Zauberer werden unter meiner Herrschaft die Erde reinigen und die Menschen werden ihren rechtmäßigen Platz einnehmen – nämlich zu meinen Füßen. Siegesgewiss schweift mein Blick über die betroffenen Menschen vor den Toren des Schlosses. Etliche von ihnen weinen, vergießen Tränen oder brüllen mir Beleidigungen entgegen, doch das Alles lässt mich kalt. Es amüsiert mich. Plötzlich werde ich auf eine Person im Hintergrund aufmerksam. Es ist eine Frau, mit dunkelroten Locken und aufmerksamen Augen. Hasserfüllt starrt sie mich aus ihren jadegrünen Augen an, die geschwungenen Lippen angewidert verzogen. Besäße ich noch ein Herz, wäre es in diesem Moment stehen geblieben. Es ist Carina Bane. Ich hatte angenommen, dass sie längst verstorben ist. Meine Vermutung war, dass als sie mich verlassen hat, sie ihren Horkrux zerstörte und ein normales Leben lebte. Umso größer ist meine Verblüffung nun, dass sie noch immer unter den Lebenden weilt und sich sogar hier in Hogwarts aufhält. Ich erinnere mich, dass mein Herz früher bei ihrem Anblick schneller schlug. Ja, ich hatte sie geliebt. Armselig, wenn ich nun darüber nachdenke. Liebe macht schwach. Trotzdem begehre ich Carina noch immer. Sie ist die stärkste Frau, die mir je untergekommen ist und die Einzige, für die ich je etwas übrig hatte. **Meine Sicht** Zähneknirschend nehme ich zur Kenntnis, dass Voldemort mich gesehen und wahrscheinlich sogar erkannt hat. Die Hoffnung, dass das Überraschungsmoment auf meiner Seite ist, ist zunichte gemacht. Eine unverhoffte Regung, der Person in Hagrids Armen, reißt mich aus meinen Gedanken. Harry fällt zu Boden und rappelt sich hastig auf. Verblüfft reiße ich die Augen auf. Für einen kurzen Augenblick ist es totenstill. Selbst Voldemort regt sich nicht, starrt lediglich sprachlos auf den viel zu lebendig aussehenden Harry. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, denn auf einmal bricht ein tosender Tumult aus. Bewegung kommt in die Menschen – sowohl in die Kämpfer für Hogwarts, als auch in die Todesser. Noch immer auf meiner Stufe stehend, werde ich wieder und wieder angerempelt und hin und her gestoßen. Verzweifelt versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen, doch versage kläglich. Zu groß ist das Durcheinander der herumschwirrenden und sich duellierenden Zauberer. Ziellos irre ich umher und suche nach ihm; Voldemort. Als ich draußen nicht fündig werde, kehre ich zurück ins Schloss und gehe weiter in die Große Halle. Immer wieder werde ich aufgehalten, weil ich mich verteidigen und eines Todessers entledigen muss. In der Großen Halle herrscht Chaos. In einer Ecke sehe ich, wie gleich sechs der Hogwartsschüler gegen mindestens ebenso viele Anhänger Voldemorts kämpfen. Etwas weiter bemerke ich eine Lehrerin, ich glaube sie heißt McGonagall, die sich einen erbitterten Kampf mit Yaxley liefert. Sie scheint die Oberhand zu haben. Abrupt brechen die Kämpfe ab. Verdutzt sehe ich mich um und entdecke die Ursache. Harry und Voldemort stehen sich gegenüber. „ … war einer deiner Horkruxe, Tom.“, höre ich Harry einen angefangen Satz beenden, dessen Anfang ich nicht mitbekommen habe. „ Unmöglich.“, zischt der schlangenartige Mann. „ Es ist die Wahrheit. Durch die Opferung meiner Mutter und den damit einhergehenden Schutz für mich, sprang ein Teil deiner Seele auf mich über, als du mich umbringen wolltest und der Fluch abprallte. Deshalb kann ich Pasel sprechen und bin mit dir verbunden. Ich war ein Horkrux – bis du mich „getötet“ hast.“, erklärt Harry. „ Und da nun alle deiner Horkruxe zerstört sind, auch deine Schlange, bist du nun endlich sterblich.“ „ Das spielt alles keine Rolle. Harry Potter, ich habe dich heute bereits einmal umgebracht und ich werde es nun erneut tun.“, höhnt Voldemort. Eilig dränge ich mich zwischen den rundum versammelten Menschen hindurch und trete vor. „ Nein, das wirst du nicht tun.“ Meine Stimme klingt kühl und hallt laut in der Halle wieder, was ihr einen gewissen Nachdruck verleiht. „ Harry, ich übernehme ab hier.“ Wissend nickt Harry und zieht sich zurück. Einige Todesser wollen ihn zurück in den Kreis stoßen, doch Voldemort hebt gebieterisch die Hand. „ Lasst ihn.“, meint er leise, woraufhin seine Gefolgsleute sich zurückziehen. Selbstsicher gehe ich nun dorthin, wo bis eben noch Harry stand und hebe herausfordernd den Kopf. „ Wie lange ist es her, Carina?“, fragt Voldemort kühl und lacht ein hohl klingendes Lachen. „ Nicht lange genug. Ich hätte dich damals schon umbringen sollen, aber ich muss zugeben, dass ich zu schwach war.“ „ Du willst mich also umbringen?“ „ Ja. Mehr als alles andere.“ „ Wie schade. Ich hätte dir angeboten, dass du dich mir anschließt. Zusammen könnten wir über die magische Welt herrschen; du an meiner Seite.“ „ Diesen Fehler habe ich bereits einmal gemacht. Das passiert mir kein zweites Mal. Glaub mir Voldemort, ich wünschte es wäre anders – aber du musst sterben.“ „ Nun denn.“ Ohne Vorwarnung schießt ein grüner Blitz aus seinem Zauberstab hervor. In letzter Sekunde gelingt es mir ihm zu entgehen. Hastig weichen unsere „Zuschauer“ zurück und versuchen sich aus der Gefahrenzone zu bringen. Immer wieder zischen Todesflüche an mir vorbei und es wundert mich wirklich, dass bis jetzt niemand getroffen wurde. Nun attackiere ich ihn meinerseits, jedoch verwende ich keine unverzeihlichen Flüche. Gekonnt wehrt Voldemort jedes Mal meinen Angriff ab, doch ich habe es nicht anders erwartet. Plötzlich wickeln sich Schnüre um meinen Gegner und überrascht stelle ich fest, dass ihn mein Zauber getroffen hat. Wehrlos fällt er zu Boden und sein Zauberstab entgleitet seinen Fingern. Bedächtig nähere ich mich ihm. Hasserfüllt starrt er mich an, unfähig sich den Seilen ohne Zauberstab zu entwinden. Als ich neben ihm ankomme, gehe ich in die Knie. Ich finde es verwunderlich, dass keiner seiner Schergen ihm zu Hilfe kommen will, stelle allerdings, nachdem ich mich umgesehen habe, verwundert fest, dass wir uns unter etwas Ähnlichem wie einer milchigen Kuppel befinden. Offenbar hält sie Eindringlinge fern und verhindert, dass Unbeteiligte eingreifen. Ich wende mich wieder Voldemort zu. „ Dann ist es also jetzt zu Ende.“, murmle ich und sehe ihn an. „ Du wirst mich nicht umbringen. Du liebst mich noch immer.“ „ Nein, ich liebe dich nicht. Bereits früher machtest du den Fehler, zu denken, dass ich Gefühle für dich hätte. Ich dachte du hast dazu gelernt.“ „ Versuch nicht, mir weiszumachen, dass du nie Gefühle für mich gehabt hast. Du bist ein Mensch, dem Liebe und dergleichen wichtig ist.“ „ Ja, da hast du Recht. Liebe ist mir wichtig und einst liebte ich einen Jungen, dessen Name Tom Riddle war.“, sage ich traurig lächelnd. „ Ich bin Tom Riddle, du dummes Weib.“ Er speit die Worte geradezu heraus. „ Du bist Voldemort.“, korrigiere ich ihn. „ Tom Riddle ist tot. Das sagte ich dir bereits damals. Weißt du, warum ich noch lebe und meinen Horkrux nicht zerstört habe?“ „ Weil dir das Gefühl der Unsterblichkeit gefällt.“ „ Du kennst mich demnach überhaupt nicht. Ich entschied mich so lange am Leben zu bleiben, bis ich dich umgebracht und die Welt von dir befreit habe. Wie ich schon sagte, ich hätte es bereits damals tun sollen.“ „ Dann tu es!“, faucht der am Boden liegende Mann mich an. Niedergeschlagen mustere ich ihn. Ich blicke in sein verunstaltetes Gesicht und versuche wenigstens einen Schatten seines damaligen Ich's zu erkennen; vergebens. „ Bereust du irgendwas, von dem was du getan hast?“, frage ich ihn traurig. „ Wieso sollte ich?“, lacht er. „ Nun bring es zu Ende, falls du dich traust.“ „ So sei es.“ Mit diesen Worten erhebe ich mich. „ Ich habe dich geliebt.“, hauche ich. Aufgerichtet stehe ich vor ihm und richte meinen Zauberstab auf das Monster, das hunderte von Menschenleben auf dem Gewissen hat. Bei diesem Gedanken kommen die Worte fast wie von selbst über meine Lippen. „ Avada Kedavra.“ Grünes Licht schießt aus der Zauberstabspitze hervor und fährt in den Körper zu meinen Füßen. Kurz bäumt die Gestalt sich auf, dann ist es vorbei. Wortlos beuge ich mich über Voldemort und lege meine Finger an seinen Hals – er ist tot. Eine einzelne Träne rinnt meine Wange hinab und tropft auf sein Gesicht. In diesem Moment wünsche ich mir nichts sehnlicher, als dass ich den wahren Tom noch einmal zu Gesicht bekommen würde. **Zeitsprung** Stumm weinend stehe ich am See und sehe hinaus auf das stille Wasser. Währenddessen feiern die Überlebenden im Schloss ihren Sieg, betrauern die Toten oder versuchen den Schutt des zersprengten Schlosses zu beseitigen. Nachdem ich Voldemort umgebracht habe, war meine Aufgabe erfüllt. Stumm zog ich mich zurück; verabschiedete mich von niemandem. Wahrscheinlich haben sie nicht einmal bemerkt, dass ich weg bin. Nun stehe ich hier – alleine, still und auf seltsame Weise trauernd. Plötzlich bin ich mir schmerzlich bewusst, dass mein Leben keinen Sinn mehr hat. Meine Lebensaufgabe ist beendet, der Grund weshalb ich noch leben wollte, verschwunden. Mit zittrigen Fingern fasse ich an meinen Hals und spüre wie immer das kühle Metall meines Herzanhängers. Kraftvoll zerreiße ich die zierliche Silberkette und betrachte sie im Licht der aufgehenden Sonne. Über fünfzig Jahre ist es nun her, dass Tom sie mir schenkte. Bereits zu dieser Zeit hatte er sich verändert, jedoch nicht so ausschlaggebend. Nachdenklich betrachte ich das zarte Schmuckstück. In ihm ist ein Teil meiner Seele gefangen. Schlagartig erinnere ich mich an mein Vorhaben. Aus meiner Hosentasche krame ich einen Basiliskenzahn hervor. Unschlüssig halte ich sowohl die Kette, als auch den Zahn in den Händen. Suchend sehe ich mich um und entdecke einen flachen Stein. Langsam gehe ich zu ihm hinüber und knie mich davor. Sanft lege ich die Kette auf das kühle Gestein. Ich schließe die Augen, atme tief ein und nehme den Geruch von klarem Wasser und Sonnenschein wahr. Eulen fliegen durch die Luft und schuhuen. Das vertraute Geräusch bringt mich zum Lächeln. Ich öffne die Augen und hebe meinen Arm. Entschlossen lasse ich ihn niedersausen und zerstoße das kleine Herz mit dem Schlangenzahn. Schwarzer Rauch steigt empor, wabert einen Augenblick in der Luft und wird schließlich vom Wind davon getragen. Bleibt nur noch eines zu tun. Meine Hand wandert zu meinem Stiefel und schließt sich um den Griff eines zierlichen Dolches. Ich ziehe ihn hervor. Sonnenstrahlen brechen sich auf seiner metallenen Oberfläche. Mein Herz beginnt schneller zu klopfen. Gleich hat alles ein Ende. Ich umfasse den Dolch mit beiden Händen und halte ihn von mir weg; bereit zuzustechen. Mein Blick wandert zu den Bergen, hinter welchen die Sonne empor steigt. Der Tag wird bestimmt wunderschön und er wird in die Geschichte eingehen. Alles wird perfekt sein. Ich werde an dem Ort sterben, an dem alles begonnen hat. Unverhofft überkommt mich ein tiefer Frieden. Alles wird so sein, wie es immer sein sollte. Gerade will ich mir den Dolch in den Bauch rammen, da legt sich wie aus dem Nichts eine Hand auf meine Schulter. Erschrocken drehe ich mich um und erstarre. Tränen schießen in meine Augen und meine Kinnlade fällt herab. Mit weichen Knien stehe ich auf und starre in dunkelbraune Augen, die schon fast schwarz wirken. Zitternd hebe ich meine Hand und streiche der Person über die blasse Wange. Verwuschelte schwarze Haare hängen ihr in die Stirn. Scheppernd fällt mein Dolch zu Boden. „ Wie … Was … Bin ich verrückt?“, hauche ich. Ungehindert fließen Tränen über meine Wangen. **Seine Sicht** Sie ist so wunderschön. Die Sonne scheint ihr von hinten auf den Kopf und lässt ihre roten Haare leuchten. Mit großen Augen sieht sie mich an und streicht mir zitternd über die Wange. „ Wie … Was … Bin ich verrückt?“, haucht sie. Ich muss lächeln. „ Nein.“, flüstere ich und lege meine Hand über die ihre. „ Aber wie kann das sein? Du bist tot!“, krächzt sie. „ Ich weiß es selber nicht. Plötzlich bin ich aufgewacht. Ich konnte mich an alles erinnern … Es ist schrecklich.“ Meine Stimme bricht, ich lasse meine Hand sinken und wende den Blick ab. **Meine Sicht** Sprachlos starre ich Tom Riddle an; den wirklichen Tom Riddle. Er sieht wieder aus wie damals, bloß eine solch tiefe Traurigkeit habe ich an ihm noch nie gesehen. In seinen Augen schimmern Tränen. „ Du kannst dich an alles erinnern?“, flüstere ich. „ Ja. An all die Menschen und an die Dinge die ich getan habe. Carina, ich kann mir überhaupt nicht vorstellen wie sehr du leiden musstest. Nichts auf der Welt kann das wieder gut machen, was ich dir angetan habe.“ Noch immer sieht er mich nicht an; starrt weiterhin hinaus auf den See. „ Tom, ich dachte du wärst tot! Ich habe dich so unendlich geliebt, jedoch war mir das damals noch nicht klar. Und ich tue es noch immer.“ Plötzlich greift er nach meinen Händen und sieht mir eindringlich in die Augen. Kurzzeitig überkommt mich Furcht, doch als ich seinen Bick sehe verschwindet sie direkt wieder. In seinen Augen kann ich keine Bosheit oder Grausamkeit entdecken, stattdessen strahlen sie Schmerz und, ja, Zuneigung aus. „ Du kannst mich nicht lieben, Carina!“, redet er eindringlich auf mich ein. „ Was?“, frage ich irritiert. „ Du kannst mich nach all dem was ich getan habe nicht lieben!“ „ Das warst nicht du, Tom!“, widerspreche ich. Er lässt meine Hände los und dreht sich um. Ich vermute schon, dass er gehen will, doch er bleibt stehen und fährt sich mit der Hand durch die Haare. Die Geste wirkt verzweifelt. „ Nein.“, höre ich seine kratzige Stimme. Lautlos trete ich einen Schritt vor und lege ihm die Hand auf die Schulter. Er reagiert nicht. „ Tom, jetzt hör mir ganz genau zu. Ich weiß nicht, weshalb du dich damals so verändert hast, doch ich weiß, dass der Tom, der du jetzt bis, die Taten, die er als Lord Voldemort begangen hat, zutiefst bereut!“ Noch immer reagiert er nicht. „ Verdammt, jetzt dreh dich um und sieh mich an!“, rufe ich. Dieses Mal folgt er meiner Bitte und wendet sich mir zu. Ich kann sehen, dass er geweint hat. Noch immer schimmern Tränen auf seiner Wange. Mit beiden Händen umfasse ich sein Gesicht. „ Du bist Tom Riddle, nicht mehr Lord Voldemort. Versteh doch bitte! Tom, ich liebe dich. Ich habe dich immer geliebt. Ich weiß nicht, ob dir bekannt ist, warum ich noch immer lebe. Du sagtest, dass du dich an alles erinnerst, doch ich wiederhole es noch einmal. Ich blieb am Leben und zerstörte meinen Horkrux nicht, weil ich dich umbringen wollte. Auf diese Weise wollte ich nicht bloß Voldemort beseitigen, sondern dich – Tom Riddle – von diesem Dasein erlösen. Ich hatte die Hoffnung komplett aufgegeben, dass der Junge, in den in mich verliebt habe, nach wie vor in diesem Körper steckt. Gewissermaßen habe ich Recht gehabt, doch nun stehst du vor mir und stellst mein Leben auf den Kopf. Das Leben, das ich eben beenden wollte, weil die Person für die es sich zu leben lohnte, nicht mehr existiert. Ich habe absolut keine Ahnung weshalb du als Tom Riddle wieder von den Toten auferstanden bist, doch mit diesem Wunder kann ich leben!“, lache ich unter Tränen. „ Ich liebe dich. Die einzig offene Frage ist: „ Liebst du mich auch?““ Nun sieht Tom mich doch an. Ich warte. Nachdem er eine Minute lang nichts gesagt hat, lasse ich von ihm ab und trete einen Schritt zurück. Ich beiße mir auf die Lippe. Sein Schweigen fühlt sich an wie ein Schlag ins Gesicht. „ Okay, ich verstehe.“, nicke ich. Ich wende mich bereits zum Gehen, da hält Tom plötzlich meinen Arm fest. „ Nein, du verstehst nicht! All das was ich getan habe, werde ich mir nie verzeihen können! Du sagst, dass du mich liebst, doch ich verdiene deine Liebe nicht, Carina. Ich bin ein Monster. Aber trotzdem sollst du wissen, dass du mir mehr bedeutest als alles andere auf dieser Welt.“ Seine Worte lassen mich innehalten. Mein Gehirn arbeitet auf Hochtouren. Einer plötzlichen Eingebung folgend ziehe ich Tom zu einem Kuss herab. Er ist völlig überrumpelt. Ich spüre seine warmen Lippen, seinen Herzschlag. Mir wird warm. Ich öffne den Mund und der Kuss wird intensiver. Nun schlingt auch er seine Arme um meine Taille und zieht mich noch näher an sich heran. Meine Hände fahren durch seine dunklen Haare. Schwer atmend löse ich mich irgendwann von ihm; widerwillig. „ Bitte stoß mich nicht von dir weg. Ich brauche und liebe dich!“, hauche ich. Noch immer hält er mich in seinen Armen und ich genieße das Gefühl, die Wärme seines Körpers spüren zu können. „ Bist du dir sicher, dass du mit mir zusammen sein willst?“, fragt er leise. „ Ja!“ „ Heirate mich, Carina.“, flüstert er und zieht eine Augenbraue in die Höhe. „ Ja!“, schmunzle ich und empfinde in diesem Moment mehr Glück, als jemals zuvor in meinem Leben. Für einen kurzen Augenblick sieht Tom überrascht aus, doch dann beginnt auch er zu lächeln. „ Ich liebe dich und ich verspreche, dass ich der beste Ehemann sein werde, den eine Frau je gehabt hat.“, sagt er leise. Er will mich auf die Stirn küssen, doch ich hebe den Kopf und unsere Lippen treffen sich. Warme Sonnenstrahlen erwärmen meine Haut und mir wird eines klar: Dieser Tag wird perfekt! ||ZUKUNFT|| Blinzelnd stehe ich auf einer Wiese voller Blumen und die Sonne scheint auf mich herab. Ich sehe meine Tochter. Sie läuft auch mich zu. „ Lauf, mein Schatz.“, rufe ich. Mit voller Wucht lässt sich das Mädchen in meine Arme fallen und zusammen kippen wir hinten über. Lachend umklammere ich sie und vergrabe das Gesicht in ihren schwarzen Haaren. Grüne Augen – meine Augen – strahlen mich an und kleine, weiße Zähnchen blitzen in ihrem Mund auf. „ Wenn ihr keinen Hunger habt, werde ich das ganze leckere Essen wohl alleine verspeisen müssen!“, höre ich meinen Mann sagen. „ Nein!“, ruft Kyla, entwindet sich meiner Umarmung und stürzt sich stattdessen auf ihren Dad. Grinsend fängt Tom sie auf und beginnt sie zu kitzeln. Kichernd windet sich unsere Tochter und ruft: „ Papa, nein!“ Eine tiefe Zufriedenheit überkommt mich und ich erkenne, dass mein Leben nicht besser sein könnte. **Zeitsprung** „ Kyla, komm her! Der Zug fährt gleich ab.“, rufe ich meine Tochter, die sich mit ein paar Schülern unterhält. Gequält sieht sie zu mir herüber, sagt irgendwas zu ihren Freunden und kommt auf Tom und mich zu. „ Mama, musste das sein? Das war voll peinlich!“, mault sie und funkelt mich mit ihren grünen Augen an. „ Hast du gehört, Schatz? Du bist peinlich.“, schmunzelt Tom und küsst mich auf die Wange. Verärgert rümpfe ich die Nase. „ Du willst deinen Eltern also nicht „Tschüss“ sagen?“, frage ich herausfordernd. „ Habe ich doch schon zu Hause!“ Lachend schüttle ich den Kopf. Das ist typisch Kyla. „ Komm her.“, sage ich und breite die Arme aus. Widerwillig umarmt sie mich. „ Ich hab dich lieb, Mama.“, murmelt sie in mein Ohr, nur so laut, dass ich es hören kann. „ Ich dich auch, Süße.“, flüstere ich zurück und lasse sie los. Ich sehe zu, wie Tom sie zu sich heran zieht und auf den dunklen Haarschopf küsst. Sie sieht aus wie eine Mischung aus Tom und mir. Ihre Haare glänzen in dem gleichen Schwarz wie die von meinem Ehemann und ihre Augen leuchten genauso grün wie die meinen. Sie ist ein auffallend hübsches Mädchen und hat mit ihren vierzehn Jahren bereits überaus viele Verehrer. Als sie sich von uns verabschiedet hat, rennt sie zurück zu ihren Freunden und steigt gemeinsam mit ihnen in die rote Lock ein. Lachend winkt sie uns vom Fenster aus zu, als der Zug den Bahnhof verlässt. „ Ich bin so stolz auf sie. Sie ist eine mutige Löwin.“, murmelt Tom und legt einen Arm um meine Hüfte. „ Deshalb ist sie in Gryffindor gelandet. Ich bin auch stolz auf sie! Genauso wie auf meinen Ehemann, der sein Versprechen nie gebrochen hat.“, sage ich leise und wende mich ihm zu. „ Welches der vielen Versprechen meinst du?“, fragt er provozierend und grinst mich schelmisch an. In solchen Momenten stelle ich immer wieder aufs Neue fest, wie attraktiv er ist. „ Dass du der beste Ehemann sein wirst, den eine Frau je hatte.“ „ Achso, das Versprechen meinst du. Hast du jemals daran gezweifelt?“ „ Nein, eigentlich nicht!“ Meine Hand schließt sich um den Kragen seiner Jacke und ich ziehe ihn an mich. Verliebt sehe ich in seine dunklen Augen. „ Mein Herz wird immer dir gehören, Carina! Du und unsere Tochter sind mir das wichtigste auf der Welt.“, murmelt er und küsst mich ehe ich etwas erwidern kann. Etwas abseits steht ein dunkelhaariger Mann mit seiner rothaarigen Frau und seinen zwei besten Freunden am Bahnsteig und mustert das verliebte Paar. Ein Lächeln umspielt seine Lippen. Und wieder einmal geht eine Geschichte zu Ende. Ich freue mich wirklich sehr über Feedbacks, Verbesserungsvorschläge und Bewertungen, also haut in die Tasten! Ich hoffe wirklich, dass es euch gefallen hat und entschuldige mich für die lange Wartezeit bis dieses Quiz erschien…