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Die Statistik vom Quiz

I should be over all the butterflies, but I'm into you:)

29.79 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Charlotte, doch die Meisten nennen dich Charlie, und du bist reinblütig, worauf weder du, noch deine Eltern großen Wert legen. Gemeinsam mit ihnen lebst du in Frankreich am Mittelmeer, da deine Mutter Lehrerin an der Beauxbaton Akademie ist, welche du auch besuchst. Eigentlich kommen deine Eltern aus England, doch da deine Mutter, kurz nach ihrem Studium ein Stellenangebot aus Frankreich bekam, seid ihr dort hingezogen. Du sprichst fließend Französisch, doch zu Hause unterhaltet ihr euch auf Englisch, weswegen du nicht diesen furchtbaren französischen Akzent, wie Fleur oder die anderen Mädchen deiner Schule, hast. Dein Dad ist Sportjournalist und schreibt Artikel über Quidditchspiele. Du hast lange dunkelbraune Haare, die dir in leichten Wellen bis zur Brust fallen und strahlend hellblaue Augen, mit deinen 1,67 bist du nicht gerade groß, deine Figur ist schmal, doch du hast die weiblichen Kurven an den richtigen Stellen, ums kurz zu sagen, du bist wunderschön, was du jedoch nicht gerne hörst. Deine sonnig, freundliche Art machen dich bei allen sehr beliebt und deine Eltern lieben ihre „kleine Prinzessin“, wie dein Vater dich gerne betitelt. Deine Eltern sind recht streng, wenn es um dich geht, da sie nur dein „Bestes“ wollen. Du bist nur mit Jungs ausgegangen die den Beiden gepasst haben, was selten der Fall war, da dein Vater dich nicht gerne in der Begleitung von Jungs sah. Doch zurzeit hattest du einen Freund, den deine Eltern ausgesucht hatten, da sie ihn für perfekt hielten, sogar von einer Heirat sprachen sie manchmal, denn seine Eltern waren derselben Ansicht, ihr wart also mehr oder weniger füreinander versprochen. Als das trimagische Turnier stattfand, bist du in Beauxbatons geblieben, du hattest also Hogwarts nie zuvor gesehen. Doch nachdem klar war, dass der dunkle Lord zurückgekehrt war, beschlossen deine Eltern sich wieder dem Orden anzuschließen, dem sie auch früher bereits beigewohnt hatten. Also zieht ihr zurück nach England und du solltest nach den Sommerferien Hogwarts besuchen. Dein Dad war sehr aufgeregt, seinen ehemaligen besten Freund Arthur Weasley endlich wieder zu sehen, bei dem ihr vorerst wohnen würdet. Deine Geschichte beginnt in deinem sechsten Schuljahr (du bist ein Jahr älter als Harry und Co., also bist du 16)… *Deine Sicht* „Henry! Rose!“, rief der rothaarige Mann freudig aus, als er uns die Tür öffnete. Mein Dad war nicht minder froh, seinen alten besten Freund aus Schulzeiten wieder zu sehen. „Arthur!“, sagte er und lachte dabei glücklich. Ich beobachtet das Schauspiel lächelnd, ich freute mich für meinen Vater. Nun trat eine kleine, rundliche Frau, die ebenfalls rote Haare hatte, an die Seite des Mannes und schloss meine Mutter freudestrahlend in ihre Arme. Nachdem sie sich überschwänglich begrüßt hatten, fiel die Aufmerksamkeit auf mich. „Ist das etwa Charlotte?“, fragte die Frau und lächelte mich freundlich an. „Ja, das ist unsere Charlie!“, sagte mein Vater voller Stolz, was mir die Röte ins Gesicht trieb. „Du bist ja groß geworden, Süße und so wundeschön!“, sagte die Frau, und tätschelte meine Wange. „Danke!“, entgegnete ich ihr, wobei es mir unangenehm war, dass sie mich schön nannte. „Kommt rein, kommt rein!“, sagte Mr. Weasley aufgeregt, nachdem er mir die Hand geschüttelt hatte. Wir betraten den kleinen Hausflur und ich sah mich staunend um. Es war alles leicht chaotisch und doch fühlte ich mich gleich wohl, es gefiel mir. Wir gingen in die Küche, wo ein rothaariges Mädchen am Tisch saß und ein Buch las. „Ginny Schatz, das sind Henry und Rose Meester, unsere alten Schulfreunde!“, sagte Mrs. Weasley an ihre Tochter gewandt. Diese stand auf und reichte meinen Eltern die Hand, wobei sie sich von meiner Mutter einen Schwall an Komplimenten anhören musste, wie hübsch sie sei, was ihr sichtlich unangenehm war. Mir war klar, dass wir gute Freundinnen werden würden. „Hey ich bin Ginny!“, sagte sie freundlich an mich gewandt. „Charlie!“, sagte ich und lächelte sie an. Sie begann zu kichern und ich sah sie fragend an. „Was ist?“, fragte ich sie neugierig. „Nun ja, als meine Eltern über euch sprachen, dachte ich dass Charlie ein Junge sei!“, antwortete sie verlegen. Jetzt musste ich auch lachen und das Eis war gebrochen. „Wo sind eure Söhne?“, fragte mein Vater neugierig. „RON! FRED! GEORGE!“, rief Mrs. Weasley leicht genervt die Treppen hinauf, „Ihr solltet schon längst unten sein und unsere Freunde begrüßen!“. Dann vernahm ich von oben ein lautes Türen knallen und ein Poltern auf der Treppe, es klang nach einer Rauferei, die wenige Sekunden später ihren Ursprung fand. Drei rothaarige Jungs schubsten sich gegenseitig in die kleine Küche, sie schienen zu zanken und beachteten uns gar nicht weiter. „JUNGS!“, rief Mrs. Weasley aufgebracht, während ich in Ginnys Kichern einstieg. Augenblicklich hörten sie auf sich zu raufen und schauten uns verlegen an. Zwei Jungen glichen sich wie ein Ei dem Anderen und grinsten schelmisch. „Henry, Rose! Das sind unsere Söhne, für deren Verhalten ich mich gleich entschuldigen möchte! Fred und George und das ist Ron!“, sagte Mrs. Weasley weiter während sie auf sie deutete. „Jungs, das sind unsere Freunde, Henry und Rose Meester und ihre Tochter Charlie!“, stellte Mr. Weasley uns vor und ich trat hinter meinem Dad hervor. Die Jungs starrten mich mit offenen Mündern an, was mir ziemlich peinlich war. Mein Dad begann zu lachen und meinte an Mr. Weasley gewandt: „Sie erinnern mich irgendwie an uns Beide, als wir noch in diesem Alter waren!“. Mr. Weasley lachte und führte meine Eltern in den Garten, den sie sich anschauen wollten. Jetzt standen nur noch Ginny, ich und die Jungs, die mich immer noch unentwegt anstarrten, in der Küche. „Charlie? Du bist ein Mädchen!“, sagte der Junge der Ron hieß. „Das hast du aber gut erkannt, sehr scharfsinnig, was?“, lachte ich ironisch. Die Zwillinge begannen breit zu grinsen, ohne mich aus den Augen zu lassen. „Aber unser Bruder heißt Charlie! Das ist der Name für einen Jungen!“, sagte er weiter fassungslos, wobei er nach meiner Bemerkung leicht errötet war. „Das tut mir Leid, der Arme!“, sagte ich, langsam fasste ich mich, „Also ich kannte den Namen Charlotte bis her nur für Mädchen!“. Die Zwillinge begannen zu lachen und Ron wurde noch röter. „Ich wusste ja nicht, dass du Charlotte heißt! Ich dachte deine Eltern hätten einen Sohn, ich hab nicht mit… naja… einem… äh… einer… Ich meine… du bist echt… äh…“, stotterte er verlegen. „Tut uns Leid, aber Ron hat noch nie ein Mädchen, außer seiner Mutter und seiner Schwester gesehen!“, lachte einer der Zwillinge, während Ron bissig antwortete, „Halt doch die Klappe, Fred!“. „Komm Charlie, ich zeig dir unser Zimmer, ehe die drei sich noch mehr zum Affen machen. Ron, mach den Mund zu!“, kicherte Ginny und ich folgte ihr grinsend die Treppen rauf, während die Jungs mir nach starrten. *Seine Sicht* „WOW, die war echt…“, stöhnte Ron in Gedanken versunken, während er Charlie verträumt nachblickte. „Heiß!“, schloss Fred, dessen Blick ebenfalls nach oben gerichtet war. „Aber die Kleine ist definitiv ne Nummer zu groß für dich Ron! Nicht wahr, George?“, lachte er und stieß mich mit dem Ellbogen an. Ich blickte ihn verdattert an, sammelte mich jedoch gleich wieder, als ich seinen fragenden Blick bemerkte. „Allerdings Ron! Die spielt lieber mit den großen Jungs, wenn du verstehst was ich meine…“, schloss ich an Freds Satz an, doch zu spät. Mein Zwillingsbruder sah mich skeptisch an. „Ach haltet doch die Klappe!“, maulte Ron und stieg die Treppen hoch. Fred und ich blieben zurück in der Küche. „Was war denn das?“, fragte Fred, als Ron außer hörweite war. „Das war ein Mädchen, Bruderherz!“, versuchte ich mich zu retten. „Spiel dich nicht so auf, Alter! Du weißt genau was ich meine!“, bohrte er weiter. „Du hast sie fast so geifernd angesehen wie Ron, aber irgendwie anders!“. Ich schaute Fred zynisch grinsend an. „Was wohl daran liegt, dass ich nicht zum ersten Mal ein Mädchen gesehen hab!“, antwortete ich ihm. „George, der Blick gefällt mir überhaupt nicht!“, setzte Fred nach. „Krieg dich mal wieder ein, Fred! Klar, sie ist echt ziemlich heiß, aber wie gesagt, ich hab schon oft heiße Mädchen gesehen!“, schloss ich das Gespräch ab. „Wie du meinst! Aber wenn du reden willst, egal über was, vielleicht wie du sie am Besten kriegst, oder wie du es Katie sagst, du weißt ja wo ich bin!“, sagte er und grinste breit. „Ich muss Katie gar nichts sagen und ich brauch bestimmt nicht deine Hilfe um ein Mädchen klar zu machen, das hab ich bisher immer noch alleine geschafft!“, rief ich ihm nach, während er immer noch grinsend und nickend die Treppen nach oben ging. Er kannte mich zu gut, er hatte meine Lügen durchschaut, also wem versuchte ich noch was vor zu machen? Wahrscheinlich mir selbst. Die Liebe auf den ersten Blick hielt ich bisher immer nur für sentimentalen Quatsch aus Frauenfilmen, so was konnte es nicht geben! Ich musste mich dringen locker machen, ich hatte mich nicht verliebt, ausgeschlossen! Ich hatte eine Freundin, Katie. Ich war schließlich kein verträumtes Teeniegirl! Aber irgendwie hatte sie es mir angetan, sie war echt süß. Aber ich war nicht verliebt… *Deine Sicht* Ich saß auf einem Klappbett, das provisorisch in Ginnys Zimmer dazu gestellt worden war. Sie fragte mich gerade über mein Leben in Frankreich aus und natürlich über Jungs. „Hast du einen Freund?“, fragte sie neugierig. „Ja, er heißt Julien!“, entgegnete ich ihr und bemerkte gar nicht wie gleichgültig meine Stimme klang. „Das hört sich ja sehr begeistert an! Läuft es nicht so gut mit euch?“, fragte sie weiter. „Doch, alles ist super. Er ist fast 20, verdient gutes Geld in einem sicheren und soliden Job, sieht super aus, hat einen tollen Körper, ist intelligent, sehr lieb und so, er würde alles für mich tun, er hat eine eigene Wohnung, meine Eltern mögen ihn, seine Eltern mögen mich…“, schloss ich meinen Roman. „Aha!“, sagte sie und zog dabei jeden Buchstaben in die Länge, „ganz ehrlich Charlie? Das hört sich an als hätte man dir die Worte fix und fertig, parat zum runter Rattern in den Mund gelegt! Und so hört sich kein verliebtes Mädchen an, das von seinem Freund schwärmt!“. „Nein! So ist es nicht!“, begann ich mich zu rechtfertigen, „Ich meine, seien wir doch mal ehrlich, die wahre, tief empfundene Liebe, so was gibt’s doch nur in Märchen, Gedichten und Filmen! Ich denke man sollte Beziehungen sachlich angehen! Und ich mag Julien, er ist echt ein guter Fang und er kann gut küssen!“. „Das wieder rum hörte sich an, wie von einer verbitterten, alten Frau, die von ihrem Mann wegen einer 30 Jahre jüngeren Blondine, mit Brustimplantaten, verlassen wurde!“, analysierte Ginny weiter, doch jetzt musste ich laut lachen. „Ginny, du solltest nicht so viele Boulevardblätter lesen!“, keuchte ich. Ginny lachte ebenfalls und ich hoffte wir würden das Thema damit auf sich beruhen lassen, aber sie ließ nicht locker. „Wurdest du schon einmal enttäuscht oder warum redest du so einen Stuss?“, hackte sie nach. „Nein, nicht wirklich!“, sagte ich, „Meine Eltern sind in der Hinsicht echt streng! Ich durfte bisher nur mit Jungs ausgehen, die sie ausgesucht hatten. Da waren echt ein paar Vögel dabei, das kann ich dir sagen. Der Eine war ein Grabscher, der Andere hatte ne feuchte Aussprache und ein Typ wollte nur unbedingt meinen Dad kennen lernen, weil er ein Fan seiner Artikel war!“. Beim Gedanken an diese Jungs musste ich lachen, Ginny sah mich jedoch geschockt und mitleidig an. „Das hört sich an, als würden deine Eltern dich unbedingt verschachern wollen!“, sagte sie ernst. Ich hatte eigentlich vor ihr zu widersprechen, aber so kam es mir auch schon länger vor. „Aber nein, sie wollen mich nur gut und sicher wissen, falls ihnen was passieren sollte…“, versuchte ich sie zu beschwichtigen, doch ich glaubte mir selbst kein Wort, weswegen ich sehr unüberzeugend klang. „Und Julien? Welche Macke hat der?“, fragte sie und blickte mich durchdringend an. Ich wich ihrem Blick aus und flüsterte nur leise: „Warum erzähl ich dir das überhaupt alles? Ich kenn dich kaum!“. Sie setzte sich zu mir aufs Klappbett, so dass wir auf Augenhöhe waren. „Keine Ahnung!“, lächelte sie sanft und ich lächelte schwach zurück, bevor ich ihr Juliens Macke verriet. „Also Julien ist… Wie soll ich sagen? Nun ja… Er nimmt es nicht wirklich ernst mit der Treue!“, sagte ich leise und blickte ins Leere. Ginny schnappte nach Luft. „Und warum bist du dann noch mit ihm zusammen?“, fragte sie. „Weil ich echt keinen Bock mehr hab, ständig irgendwelche Typen zu treffen! Ich will einfach meine Ruhe und Julien ist von den Typen bisher die beste Option gewesen…“, antwortete ich ihr Wahrheitsgemäß. „Tut es dir denn nicht weh, wenn du daran denkst wie er ne Andere küsst?“, fragte sie leise. Ich lachte kurz auf. „Ich muss nicht daran denken! Ich hab’s schon oft genug gesehen und nicht nur wie er eine Andere küsst… Ich hab ihn schon das ein oder andere Mal in Action erwischt! Anfangs tat es mir ziemlich weh, doch mittlerweile betrachte ich das Ganze mit einer gewissen Gleichgültigkeit. Ich kann ihn nicht ändern und ich bin eben noch sehr jung und… ach egal!“, sagte ich in Gedanken versunken. „Und was?“, quengelte Ginny weiter. Es tat gut mal über all das zu Reden, mit den Mädels auf Beauxbaton hatte ich nicht so viel Vertrauen. Ich traute ihnen allen zu, dass sie alles was ich ihnen privates erzählen würde am Ende bei meiner Mutter ankam, was meinen sicheren Tod bedeutet hätte. Doch bei Ginny war das was anderes, irgendwie vertraute ich ihr. Als würden wir uns ewig kennen, als seien wir Freundinnen. Doch die Antwort auf diese Frage wollte ich ihr ungern geben, sie würde es eh nicht verstehen… „Ach Ginny, ist egal… Das tut nichts zur Sache!“, druckste ich rum. „Doch Charlie, bitte, erzähl’s mir!“. Ich biss die Zähne zusammen, schloss die Augen und atmete tief aus. „Wenn ich hübsch genug für ihn wäre, dann hätte er nicht das Bedürfnis fremdzugehen!“, schoss es aus mir raus. „Hast du einen an der Klatsche? Das ist nicht dein Ernst oder Charlie?“, schrie Ginny aufgebracht. „Es liegt sicher nicht daran, dass du nicht hübsch bist! Du hast echt ne Meise, hast du keinen Spiegel?“. Ich sah sie zweifelnd an, mit dieser Reaktion hatte ich gerechnet. „Woran soll es denn bitte sonst hängen?“, fragte ich sie scharf. „Keine Ahnung, warst du noch nicht bereit für… du weißt schon!“, stammelte sie jetzt etwas verlegen. Ich lachte bitter. „Nein, das war es nicht! Ich schlafe mit ihm! Auch wenn ich mich danach ziemlich billig fühle, weil ich weiß, dass ich es nur tue um ihn bei mir zu halten, dass meine Eltern aufhören zu nerven!“. Ginny sah mich wieder mitleidig an. „Es gibt durchaus schlimmeres!“, fügte ich hinzu und setzte ein Lächeln auf. Wir redeten noch eine Weile weiter über Ginnys Liebesleben und Hogwarts. Ich begann zu gähnen und auch Ginny war nicht mehr sehr fit, also beschlossen wir zu schlafen. *Seine Sicht* Fred schnarchte Seelenruhig, nachdem er mich fast in den Wahnsinn getrieben hatte, mit den Anspielungen über Charlie. Ich wälzte mich von der einen Seite auf die Andere, doch ich konnte einfach nicht einschlafen. Ich stand auf und ging leise aus dem Zimmer. Als ich an Ginnys Zimmer vorbei ging hatte ich das Bedürfnis einen Blick hinein zuwerfen, um sie zu sehen. Noch ehe ich mir die Idee wieder aus dem Kopf schlagen konnte, drückte ich die Türklinke nach unten und schob die Tür ganz leise auf. Meine Schwester lag friedlich schlafend in ihrem Bett, doch das Klappbett war leer. Ich schloss die Tür und ging nach unten in die Küche, die dunkel vor mir lag, ich ließ das Licht gelöscht. Wo war sie? Ich ging an die Spüle und füllte mir ein Glas mit Wasser, ich ließ meinen Blick durch den Garten streifen, der vom Mondlicht erhellt wurde. Da sah ich sie, sie saß unter dem großen Apfelbaum. Ich verschluckte mich an meinem Wasser. Was war nur mit mir los? Ich schlich durch den Garten und lehnte mich gegen einen der hinteren Bäume, von wo aus ich sie beobachtete. Es war eine typische Hochsommernacht, die Luft war immer noch recht warm und der Wind wehte schwach. Ich war von ihrem Anblick gefesselt, wie sie so das saß, ihre langen, offenen Haare wehten leicht im Wind und ihr Blick war in den sternenklaren Himmel gerichtet. Ich hatte nie etwas Schöneres gesehen, dessen war ich mir bewusst. Gerade als ich mich von ihrem Anblick lösen konnte und mich zu ihr zu setzten, begann sie leise zu schluchzen. Ich war hin und her gerissen, schließlich hatte sie mich noch nicht gesehen, ich hätte ohne Probleme und ohne mich zu stellen einfach wieder ins Haus gehen können. Doch andererseits schien sie echt ein liebes Mädchen zu sein und ich konnte sie nicht so zurücklassen. Wieder reagierte ich, ehe ich meine Gedanken ordnen konnte. Ich trat einen Schritt auf sie zu, unter meinen Füßen brach ein Zweig entzwei. Erschrocken stand sie auf und drehte sich zu mir um. „Ich… tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken!“, stammelte ich und versuchte nicht auf ihre nackten Beine zu schauen, die unter einer knappen Schlafhose hervor kamen, was mir nicht wirklich gelingen wollte. *Deine Sicht* Ich schaute ihn verlegen an und blinzelte die Tränen weg. „Wie lange stehst du schon da?“, flüsterte ich leise. „Ähm, eine Weile!“, gab er ehrlich zu. Mir war es furchtbar unangenehm, dass ich nur meinen knappen Schlafshort und das dünne Trägerhemdchen trug, denn sein Blick wanderte stets von meinen Beinen zu meinem Ausschnitt. „George?“, fragte ich leise, „könntest du bitte versuchen mir in die Augen und nicht in den Ausschnitt zu sehen?“. „Oh, ähm, ja… Sorry!“, sagte er und schaute mir in die Augen. „Du weißt, dass ich George bin oder hast du geraten?“, fragte er. „Nein, ich weiß, dass du George bist!“, sagte ich mit fester Stimme. „Unsere eigene Mutter verwechselt uns sogar des Öfteren und du hast uns jetzt einmal gesehen und weißt schon, dass ich George bin?“, hackt er weiter nach. Ich nickte nur, denn ich war abgelenkt von seinem nackten, muskulösen Oberkörper, den ich erst jetzt bewusst wahrnahm. Er trug lediglich Boxershorts, was bei dem Wetter ja nicht weiter verwunderlich war, es war fast zu heiß zum Schlafen. „Charlie, könntest du versuchen mir in die Augen und nicht auf die Brust zu schauen?“, zitierte er mich schelmisch grinsend. Ich lächelte verlegen und war froh, dass es dunkel war, denn sonst hätte er die Röte in meinem Gesicht gesehen. „Haha, sehr witzig!“, stammelte ich ironisch, während ich auf den Boden starrte. Es kehrte ein peinliches Schweigen ein, das ich auf jeden Fall verhindern wollte. „Kannst du nicht schlafen?“, fragte ich. Die blödeste Frage die mir in diesem Moment hätte einfallen können, es war mitten in der Nacht und er stand mit mir hier draußen. „Ähh… nein?“, lachte er leise. Ich stimmte in sein Lachen ein. „Du scheinbar auch nicht!“, stellte er nüchtern fest. Das war eigentlich keine Seltenheit, dass ich nachts wach lag und weinte, so konnte ich mir immer etwas Luft machen, doch das konnte ich ihm nicht sagen. „Nein...“, murmelte ich leise. „die Sterne sind wunderschön heute Nacht!“, fügte ich hinzu, was laberte ich da nur für ein Zeug? Er tat es mir gleich und wandte seinen Blick auch in den sternenübersäten Himmel. Ich ließ mich wieder in das weiche Gras fallen und zog meine Knie zu mir ran. Er setzte sich neben mich. Schweigend starrten wir weiter in die Ferne. „Warum hast du geweint?“, fragte er nach einer Weile und sah mich dabei an. „Ich… ich… hab gar nicht geweint! Ich hatte was im Auge und musste fast niesen!“, log ich ziemlich schlecht, ohne ihn anzusehen. „Okay, das war eine der lahmsten Lügen die ich jemals gehört habe!“, lachte er auf. „Da hast du wohl Recht!“, lachte ich mit. „Nein, Spaß beiseite… Alles in Ordnung?“, harkte er nach. „Ja, alles in Ordnung, danke!“, sagte ich und lächelte in zaghaft an. Er grinste zurück und eine Weile blickten wir uns tief in die Augen, bis er seinen Blick schnell abwandte und wieder in die Ferne schaute. „Woran hast du mich eigentlich erkannt, ich meine außer an meiner überragenden Schönheit?“, fragte er mich ironisch, ohne mich anzusehen. Ich musste nicht einen Moment überlegen, es war einfach gewesen. „An deinen Augen!“, sagte ich mit einem Lächeln in der Stimme. „An meinen Augen? Ich hab die gleichen Augen wie Fred! Außerdem, es ist ziemlich dunkel und ich stand nicht direkt vor dir, wie konntest du also meine Augen erkennen?“, fragte er neugierig. „Na ja, viel mehr dein Blick!“, sagte ich und schaute in die Sterne, „Dein Blick, wie soll ich sagen, er war irgendwie anders. So vertraut!“. Ich redete wieder totalen Stuss, wobei es nicht einmal gelogen war. Georges Blick war anders gewesen, aber warum war mir das aufgefallen? Er schwieg. Doch ich bemerkte wie er mich aus den Augenwinkeln heraus anschaute. Ich wurde aus mir unerklärlichen Gründen nervös, was war bloß los mit mir? Es knackte irgendwo im angrenzenden Kornfeld und ich schreckte zusammen, was mich enger an ihn ranrücken ließ. Als ich mich wieder entkrampfte, merkte ich, dass ich meinen Kopf an seine Schulter geduckte hatte. Verlegen blickte ich auf und fand sein Gesicht nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. Er schaute mich an, doch ich konnte seinen Blick nicht deuten. Ich spürte in meinem Bauch ein mulmiges und gleichzeitig wohliges Gefühl. Er hob seine Hand zu meiner Wange, doch ehe er sie berühren konnte, rückte ich von ihm weg und deutete aufgeregt in den Himmel. „Sieh nur eine Sternschnuppe! Na los, wünsch dir was!“, ich wusste, dass dieser Moment mich gerettet hatte. Was tat ich da bloß? Auch er war wieder ein Stück von mir weggerückt, so als sei der vorherige Moment zwischen uns nie geschehen. Er schaute ebenfalls in den Himmel und setzte ein ziemlich unüberzeugendes Lächeln auf. „Ich glaub ich geh wieder ins Bett!“, murmelte ich leise. Ich war in seiner Gegenwart nicht Herr meiner Sinne und das durfte ich mir nicht erlauben. „Du hast Recht, das wollte ich auch gerade tun“, sagte er und wir standen beide auf. Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust und wir gingen schweigend nebeneinander zum Haus, wobei wir auf einen gewissen „Sicherheitsabstand“ achteten. An der Treppe blieben wir wieder stehen, sie war zu schmal um weiter nebeneinander her zuschreiten. Ohne ein Wort zu sagen, deutete er mir mit der Hand an, dass er mir den Vortritt lasse. Ich stieg schleunig die Treppen hinauf und flüsterte verlegen ein „Gute Nacht!“, bevor ich mich, ohne mich zu ihm umzudrehen, in Ginnys Zimmer schlich. Ich krabbelte leise auf mein Klappbett, wo ich auf dem Rücken liegen blieb und an die Decke starrte. Was hatte dieses komische Gefühl zu bedeuten? Unmöglich… es konnte keine Liebe sein… Am nächsten Tag zogen wir ins Hauptquartier des Ordens um und ich lernte noch andere Mitglieder kennen. Auch Harry Potter und Hermine Granger stießen vor Schulbeginn dazu. Ich verstand mich mit allen gut und war in die Gruppe integriert als hätte ich immer dazu gehört, nur Ron war in meiner Nähe nach wie vor verlegen. George ignorierte mich, so gut es ging, vor allem wenn die Anderen dabei waren und ich spielte mit. An einem Morgen war Mrs. Weasley wieder in ihrem wöchentlichen Putzwahn und zog uns alle zum Helfen heran. Hermine, Ginny und ich sollten den Salon wieder etwas ansehnlicher gestalten, doch Ginny und ich konnten uns nicht recht mit der Tatsache anfreunden. Hermine, deren Pflichtbewusstsein bewundernd war, delegierte uns Aufgaben, denen wir lustlos nachgingen, bis ich plötzlich die zündende Idee hatte. Ohne das eine der Beiden es bemerkte, verzauberte ich den veralteten, eingestaubten Plattenspieler und laute Musik schallte von den alten Wänden wider. Ginny verstand die Situation direkt und lachte mit mir über Hermines erschrockenes Gesicht, doch auch sie hatte sich bald gefasst und wir tanzten, laut mitsingend mit Staubwedel und Wischmob durch den Raum. Ich bemerkte im Eifer des Gefechts nicht, dass Mrs. Weasley Hermine und Ginny in die Küche zu sich gerufen hatte, um ihr dort zu helfen. Ich war so zu sagen Alleinunterhalterin. Nachdem ich gerade mit kreisenden Hüften aus den Knien wieder aufstand, wollte ich mich, zu „Hate to say I told you so“ von The Hives, um meine eigene Achse drehen, als ich ihn breit grinsend im Türrahmen lehnen sah. „Oh“, stammelte ich erschrocken und ließ die Musik mit einer flinken Bewegung meines Zauberstabes leiser werden. *Seine Sicht* „Ähm.. Hey!“, stammelte sie verlegen, während sie errötete und den Staubwedel sinken ließ, den sie zuvor als Mikro benutzt hatte. „Nicht schlecht, würdest du so ne Nummer auch mal als Privatshow machen?“, fragte ich sie, schelmisch grinsend. Eigentlich wollte ich nur einen Spruch bringen, um meine Unsicherheit, die ich in ihrer Gegenwart verspürte, zu überspielen. Sie lockerte sich augenblicklich und funkelte mich böse an. „Es müsste ja schon eine Privatshow sein, denn wenn die Anderen dabei sind, existiere ich für dich ja scheinbar nicht!“, raunte sie bissig. „Du ignorierst mich doch auch, oder irre ich mich da?“, fragte ich sie verärgert. „Ja, aber nur weil du angefangen hast und ich nicht weiß, was ich falsch gemacht habe, dass du so zu mir bist! Und dann beachtest du mich die ganze Zeit nicht und das erste was du wieder zu mir sagst, ist ne anzügliche Bemerkung. Ihr Männer seid doch echt bescheuert!“, maulte sie weiter, während ihr Stimme vor Wut bebte. Sie warf den Staubwedel zu Boden, senkte den Kopf und wollte mit schnellen Schritten den Salon verlassen. Als sie auf meiner Höhe war, griff ich intuitiv ihr schmales Handgelenk und hielt sie zurück. Schon wieder hatte ich gehandelt ohne wirklich darüber nachgedacht zu haben. Sie blickte mich mit einer Mischung aus Verärgerung und Erwartung an, als sie zischte: „Was soll das? Lass mich los!“. Doch ich gab weder eine Antwort, noch ließ ich ihr Handgelenk los. Stattdessen zog ich sie etwas in die Mitte des Raumes und dann enger an mich heran. Ich ließ die Musik wieder etwas lauter werden, es war ein langsames Stück. Meine eine Hand legte ich ihr auf den Rücken, die andere Hand, die immer noch ihr Handgelenk festhielt, lockerte ich etwas und ergriff ihre Hand. Sie schaute mich unsicher an, ging aber darauf ein und legte mir ihren dünnen Arm um die Schulter. Ohne ein Wort zu reden begannen wir zu tanzen. Ich ließ sie keine Sekunde aus den Augen, ich hatte Angst auch nur einen Moment zu verpassen ihr hübsches Gesicht zu sehen. Ihr Blick wurde weicher und sie schmiegte sich enger an mich heran. Ich ließ sie eine Pirouette drehen und als sie wieder fest in meinen Armen war, waren auch unsere Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt. Wir hörten sofort auf zu tanzen, lagen uns immer noch in den Armen und schauten uns in die Augen. Ich neigte den Kopf, ich wollte sie nur noch küssen. Sie stellte sich etwas auf die Zehenspitzen und unsere Lippen berührten sich endlich. Es war nur ein gehauchter Kuss, zu mehr konnte es nicht kommen, da die Flügeltür zum Salon aufgestoßen wurde. Charlie und ich fuhren auseinander, als hätte der Blitz zwischen uns eingeschlagen und sahen erschrocken zur Tür. Ron stand im Rahmen und schaute von den Briefen, die er in der Hand hatte auf. Er hatte nichts mitbekommen, Charlie ließ die Musik verstummen, während Ron mit einem Umschlag wedelte. „Das ist diese Woche schon der Zweite von Katie, wird Zeit das du ihr endlich zurück schreibst, Alter!“, lachte er und hielt mir den Brief entgegen. Ich sog Luft ein, denn ich merkte wie sich Charlie neben mir verkrampfte. „Wer ist Katie?“, fragte sie mit gepresster Stimme. „Na Georges Freundin!“, entgegnete ihr Ron. „War ja klar!“, zischte sie so leise, dass nur ich es hören konnte und ohne mich anzusehen. „Charlie!“, ich wollte nicht das sie ging, ich wollte ihr die Situation erklären. Aber wie? Was war das überhaupt für eine Situation? Doch sie verließ zügig den Raum und ließ mich zurück. Ron blickte ihr nach und wandte sich dann an mich: „Was ist denn mit der?“. *Deine Sicht* Ich wollte nur noch raus. Weg von ihm. Ich war so wütend. Ich lief in mein Zimmer, wo ich die Tür mit einem lauten Knall ins Schloss fallen ließ. Dann warf ich mich auf mein Bett und vergrub den Kopf im Kissen, das nach wenigen Sekunden triefnass war. Warum weinte ich überhaupt? Weil ich die Andere Frau war? Weil ich das Spiel, das seit geraumer Zeit mit mir gespielt wurde, nun selbst spielte? Ich fühlte mich so benutzt und egal wie ich die Sachlage drehte, es war nicht zu entschuldigen. Doch auch ich hatte einen Fehler begangen, was versuchte ich George da vorzuwerfen? Ich war doch selbst in einer Beziehung, aber ich war auf den Kuss eingegangen. Warum eigentlich? Warum war ich in seiner Gegenwart nicht Herr meiner Sinne? Und warum tat es mir so weh, dass er eine Freundin hatte? Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich das Ganze sicher als Liebe betitelt. Ich war verliebt in George Weasley und wie es üblich war, musste ausgerechnet meine erste Liebe unerwidert bleiben. Denn erstens hatte George eine Freundin, die mit Sicherheit wunderschön und cool war, und zweitens waren meine Eltern verrückt nach Julien. Aber ich konnte das so nicht mehr! Ich hatte einen Entschluss gefasst. Ich wartete bis ich mich etwas beruhigt hatte und meine Augen nicht mehr so rot waren. Mit entschlossenen und schnellen Schritten ging ich durch den langen Flur, in Richtung Treppe. Ich wollte gerade um die Ecke stürmen, da stieß ich mit George zusammen. „Charlie, zu dir wollte ich gerade, können wir reden?“, fragte er und sah mich bittend an. Doch ich wich seinem Blick aus und schob mich an ihm vorbei. „Charlie, warte! Bitte! Lass es mich erklären!“, sagte er und hielt mich am Handgelenk zurück, was ich ihm im nächsten Moment wütend entriss. „Was gibt es da groß zu erklären? Hast du eine Freundin oder nicht?“, funkelte ich ihn böse an. „Doch schon, aber…“, wollte er erklären, doch ich schnitt ihm das Wort ab. „Dann gibt es da nichts zu erklären, George!“, entgegnete ich ihm und lief die Treppen hinunter. Vor der geschlossenen Küchentür hielt ich kurz inne, ich war immer noch entschlossen, doch meine Knie zitterten. Ich klopfte energisch an, wartetet bis ich ein „Herein“ vernahm und streckte dann den Kopf durch den Türspalt. Der Orden saß zusammen am großen Tisch und alle sahen mich wartend an. „Entschuldigung für die Störung! Mum, kann ich kurz mit dir reden, bitte? Es ist mir sehr wichtig!“, sagte ich und versuchte meine Stimme so gefasst wie möglich klingen zu lassen. Meine Mutter stand auf und trat zu mir auf den Flur. „Charlie, was ist? Alles in Ordnung?“, fragte sie und musterte mich besorgt. „Mum, ich werde mit Julien Schluss machen!“, ließ ich die Bombe gleich platzen. Sie starrte mich ungläubig und verwirrt an. „Aber Schatz, überleg mal was du da sagst… Julien ist so ein lieber Junge, er verdient gut, er würde alles für dich tun…“, ich schnitt ihr gleich das Wort ab. „Nein Mum, ist er nicht! Ich weiß, du und Dad ihr mögt ihn sehr und seht mich gerne an seiner Seite, aber ich kann das nicht mehr. Ich liebe ihn nicht!“. „Ach Charlotte, ihr Beiden seid noch jung, die Liebe wird sich schon noch entwickeln. In deinem Alter kann man doch noch gar nicht wissen was Liebe überhaupt ist!“, belächelte sie mich und strich mir zart über die Wange. Ich zog meinen Kopf zurück, mir war speiübel. Ich wusste, dass sie es nicht verstehen wollte, doch ich würde dieses Mal nicht locker lassen. „Ich weiß was Liebe ist, ich weiß wie sie sich anfühlt und ich weiß, dass wenn man der richtigen Person gegenüber steht, sich nichts entwickeln muss, dann ist diese Gefühl gleich da, man ist nicht mehr Herr seiner Sinne und alles dreht sich nur noch um diese Person. Doch dieses Gefühl habe ich bei Julien nicht. Er tut mir nicht gut, im Gegenteil, er tut mir sehr weh! All die Jahre habe ich alles getan, um Dad und dir zu gefallen. Ich schreibe gute Noten, ich bin mit den größten Versagern ausgegangen, ich vergreife mich nie im Ton, bin stets höflich und freundlich und ich war mit Julien zusammen, obwohl ich nicht wollte. Ich weiß ihr meint es nur gut mit mir und wollt mich sicher wissen, aber ich weine mich fast jede Nacht in den Schlaf, weil ich diesem Druck nicht Stand halten kann. Ich werde meinen Weg finden und auch gehen und ich bin mir sicher, er wird Dad und dir gefallen, aber diesen Weg kann und will ich nicht mit Julien gehen. Ich will selbst entscheiden, wen ich auf diesem Weg mitnehme und ich bitte dich mir das nicht zu verbieten, denn ich kann das nicht länger!“, schloss ich meine Beichte und sah sie aus verschwommenen Augen heraus an. Auch in ihren Augen glitzerten Tränen. „Oh Prinzessin!“, schniefte sie und nahm mich in die Arme, „Dein Vater und ich werden dich auf deinem Weg unterstützen, wo auch immer er dich hinführen mag, du wirst schon die richtigen Entscheidungen treffen! Es tut mir so Leid, wir wollten dich nie unglücklich machen, du bist doch unser ganzer Stolz, Engelchen!“. Wir lagen uns noch eine Weile schweigend in den Armen, bis sie wieder an der Sitzung teilnahm und ich den nächsten Punkt von meiner Liste streichen wollte. Meinen Freund zum Exfreund degradieren! In meinem Zimmer kramte ich nach einem Stück Pergament und meiner Feder und kritzelte zwei, drei Sätze darauf. Ich schickte eine Eule los damit und ließ mich erleichtert auf meinem Stuhl zurück sinken. Endlich war dieses Kapitel beendet! Die restliche Zeit der Sommerferien im Orden verging wie im Flug, von Julien kam keine Antwort und George hatte aufgegeben mich zum Zuhören zu bringen, da ich ihn stets abblockte und nirgends mehr alleine hin ging. Wir saßen im Hogwartsexpress auf den Weg in mein erstes Schuljahr dort. Ich saß mit Ginny, Hermine, Harry, Ron und einem Mädchen namens Luna im Abteil. Ich hatte den Kopf voller Dinge und konnte mich nicht richtig am Gespräch beteiligen, da ich ständig nicht richtig zuhörte. Ich konnte seit unserem Kuss an nichts anderes mehr als George denken, also beschloss ich mir ein wenig die Beine im Gang zu vertreten. Ich betrachtete mir die am Fenster vorbei rauschende Landschaft eine Weile, dann legte ich meine Stirn an die kühle Scheibe und schloss die Augen. Wieder sah ich Georges Gesicht vor mir, spürte seine Lippen auf meinen, sah ihn lächeln, sogar hören konnte ich ihn schon, wie er meinen Namen sagte. „Oh Gott, Charlie, langsam hast du schon Wahnvorstellungen… Warum kann er nicht einfach verschwinden?“, nuschelte ich zu mir selbst. „Charlie, ist alles in Ordnung bei dir?“, hörte ich seine Stimme wieder und drückte mir, immer noch mit geschlossenen Augen, mit der Stirn an die Scheibe gelehnt, die Hände auf die Ohren, in der Hoffnung seine Stimme würde endlich verstummen. Ich schrak furchtbar zusammen als ich eine Hand auf meinem Unterarm spürte. Ich riss die Augen auf und wich zurück. Das Erste was meine Augen erblickten, waren seine wunderschönen, braunen Augen, die besorgt auf mir ruhten. *Seine Sicht* „Es tut mir Leid, ich hatte nicht vor dich so zu erschrecken. Alles in Ordnung?“, fragte ich sie und bemerkte, dass ich immer noch meine Hand nach ihr ausgestreckt hielt. „Ja, alles in Ordnung, danke. Was sollte denn nicht stimmen?“, sagte sie, während sie errötete und nervös mit dem Fuß über den Boden wippte. Sogar so sah sie anbetungswürdig aus. Sie war so wunderschön, in ihrer Nähe wirkte alles Andere unbedeutend. „Ich mein nur, du hast Selbstgespräche geführt und ich hab dich mehrmals angesprochen, aber du hast nicht reagiert!“, sagte ich und musterte sie besorgt, während ich nur daran denken konnte, sie wieder zu küssen. Sie antwortete nicht, sondern starrte stur zu Boden. Wieder reagierte mein Körper intuitiv, ohne abzuwarten, was ich besser getan hätte. Ich streckte meine Hand nach ihr aus, ergriff ihren Unterarm und zog sie schnell zu mir heran, drückte sie gegen die Fensterwand, hob ihr Gesicht mit einer Hand an, beugte meinen Kopf zu ihr herunter und küsste sie endlich wieder. Zu meiner großen Überraschung ging sie direkt auf den Kuss ein. Ich spürte ihre Hände in meinem Nacken und meinen Haaren, wie sie mich näher und enger zu sich ran zogen. Ich packte sie um die Taille und hob sie, immer noch an die Wand gedrückt, hoch, so dass sie von ihren Zehenspitzen konnte und ich den Kopf nicht mehr so tief zu ihr hinab beugen musste. Ihre Beine umschlangen meinen Oberkörper. Unser Kuss wurde immer leidenschaftlicher, wir vergasen fast, dass wir mitten in einem überfüllten Zug standen. Es hätte nur jemand die Abteiltür öffnen müssen und wir wären erwischt worden. Ich küsste ihren nach Blumen duftenden Hals und hörte sie zufrieden in mein Ohr seufzen, das sie liebkoste. Doch plötzlich begann sie sich zu winden. „George, hör auf! Lass mich bitte runter!“, sagte sie, ich ließ von ihrem Hals ab und sah sie verwirrt an. In ihren Augen standen Tränen. „Bitte!“, flüsterte sie. Ich ließ sie langsam zurück auf ihre eigenen Füße sinken, hielt sie jedoch immer noch in den Armen. Charlie nahm meine Hände von ihren Hüften und trat zwei Schritte zurück. „Du bist noch immer mit Katie zusammen oder?“, fragte sie ernst. „Ähm… ich… Also Charlie…“, setzte ich an, ich hatte Katie mal wieder ganz vergessen. „Nein George, ich will keine Erklärungen hören… Die Frage ist mit einem einfachen Ja oder Nein zu beantworten! Also?“, ihr Stimme war fest, doch sie schien zu zittern. „Ja!“, gestand ich ihr verlegen, „Aber…“. „Nein, nichts aber George! So eine bin ich nicht, ich bin mit Sicherheit nicht das Mädchen, das dich zum Gehörnten machen wird! Weißt du was du Katie damit antust? Wie erniedrigend es ist so hintergangen zu werden? An diesem Punkt lässt es sich nicht mehr abstreiten, dass ich dich will! Aber nicht so, nicht so lange du einem anderen Mädchen etwas vorheuchelst, was es anscheinend nicht mehr ist! Ich kenne sie nicht, aber so was hat niemand verdient… Irgendwie hab ich gehofft du seiest anders, aber am Ende seid ihr doch alle gleich!“, wisperte sie und begann zu schluchzen. „Charlotte!“, ich wollte sie unbedingt trösten, außerdem musste ich ihr unbedingt sagen, dass ich sie auch wollte. Nur sie, das war mir jetzt erst klar geworden. Doch sie wich zurück. „Bitte nicht! Bitte, lass mich einfach zufrieden… Du machst es mir echt schwer, ich bin in deiner Gegenwart nicht Herr meiner Sinne, also lass mich bitte nicht zur Beziehungskillerin werden. Wenn du mich auch nur ein bisschen magst, George, dann lass mich in Ruhe… Tu… tu mir nicht… weh!“, mittlerweile weinte sie, doch sie ging erneut zwei Schritte zurück, drehte sich um und ging dann schleunig weg. Ich sah ihr nur verblüfft nach. *Deine Sicht* Die restliche Zugfahrt verbrachte ich schniefend auf der Toilette, dass ich in seiner Gegenwart einfach nicht Herr meiner Sinne war und sogar meine Prinzipien missachtete, machte mich ziemlich fertig. Ich hasste mich dafür. Als wir endlich in Hogwarts ankamen wusste ich nicht was schlimmer war, der Selbsthass oder die Aufregung. Ich wurde mit den Erstklässlern in die Häuser verteilt, zum Glück zu den Anderen nach Gryffindor. Doch kannte ich in meinem Jahrgang niemanden, ich war ein Jahr jünger als die Zwillinge und ein Jahr älter als Harry, Ron und Hermine. Die ersten Wochen vergingen wie im Flug. Ich hatte bereits viele neue Leute kennen gelernt, unter anderem die berühmte Katie, die zu allem Überfluss nicht nur bezaubernd schön, sondern auch echt nett war und sich mit mir anfreundete, da wir uns den Schlafsaal teilten. George ging ich aus dem Weg, da mir jedes Mal wenn ich ihn sah mein Herz zu bersten schien und ich Katie mochte. Einen Tag vor unserem ersten Ausflug nach Hogsmeade kam Katie weinend in den Schlafsaal gestürzt und berichtete, dass George und sie sich getrennt hatten, weil er sie nicht liebte. Ich konnte die Schmetterlinge in meinem Bauch nicht ignorieren, sie waren eindeutig in der Überzahl, doch sie tat mir schrecklich leid und ich versuchte so viel Mitleid zu zeigen wie nur möglich, bei den Glücksgefühlen die besitzt von mir ergriffen. Am nächsten Morgen brachen wir dann nach Hogsmeade auf. Ich hatte mich zu Hermine und Ginny gesellt. Wir bummelten lachend und gut gelaunt durch die kleinen Gassen, ich hatte so viel Spaß wie lange nicht mehr. Doch dieser sollte mir bald vergehen. Wir wollten gerade in die „Drei Besen“ gehen, da hörte ich seine Stimme. „Charlotté!“. Ich blieb stehen und drehte mich erschrocken zu der Stimme um, die eindeutig von meinem Exfreund kam. „Julien!“, wisperte ich und sah ihn mit weit aufgerissenen Augen an, „Was machst du hier?“. „Isch muss mit dir reden, Cherie, ich will disch zurück!“, sagte er, mit gebrochenem Englisch. Ich schüttelte energisch den Kopf und taumelte einige Schritte zurück, da er auf mich zukam. Ich spürte Ginnys Hand auf meinem Unterarm und lehnte mich leicht an sie, um den Halt nicht zu verlieren. „Warum ‚ast du misch verlassen? Isch verstehe das nicht, wir waren doch so glücklisch!“, sprach er weiter und streckte die Hand nach mir aus. Ich fand endlich meine Sprache wieder und auch der Mut kehrte mir langsam in die Knochen zurück. „Glücklich?“, wiederholte ich spöttisch und schüttelte mit einem bitteren Lächeln den Kopf. „Du bist mit so vielen Mädchen glücklich, Julien. Du willst mich nur wieder, weil deine Eltern mich gerne an deiner Seite sehen!“. „Non Cherie, das ist nischt wahr und das weißt du auch! Isch liebe disch, je t’aime mon amour!“, seine Augen sahen mich flehend an, fast wäre ich darauf reingefallen, er sah wirklich gut aus, aber er war auch ein grandioser Schauspieler. „Du liebst mich nicht, du liebst nur dich selbst!“, sagte ich und hörte wie hinter uns die Tür der „Drei Besen“ geöffnet wurde. „Charlie, alles in Ordnung? Wer ist das?“, vernahm ich Katies Stimme und spürte, dass sie an meine Seite getreten war. „Oh, hallo!“, Juliens Blick glitt lüstern über ihren Körper. Ich merkte einen Stich in der Magengegend. „Sogar jetzt, wo du hier bist um mich zurück zu wollen, kannst du es nicht lassen!“, sagte ich wütend und funkelte ihn an. Doch Julien hatte nur noch Augen für Katie. „Weißt du, Chreie, wenn Charlottè nischt so verklemmt wäre, würde doch was schönes aus uns drei werden!“, sagte er an sie gewandt und zwinkerte ihr zu. Beschämt ließ ich den Kopf sinken, er hatte mich furchtbar gedemütigt. Ich schüttelte Ginnys Hand von mir ab und ging geradewegs an Julien vorbei. Ich wollte mich nicht noch mehr zum Gespött machen, wenn sie mich jetzt noch alle weinen sahen. Ich wollte meinen Schritt beschleunigen und vernahm mehrere Stimmen, die gleichzeitig meinen Namen riefen. Doch Julien wollte mich noch nicht gehen lassen, er griff mein Handgelenk, zog mich zu sich ran und riss mein Kinn hoch. „Lass mich los!“, zischte ich schwach, er hielt mich fest im Griff und ich versuchte mich zu wehren. Die Tränen rannen mir aus den Augen. „Cherie, schsch…“, sagte er und versuchte mich wieder unter seine Kontrolle zu bringen. „Nein, ich will nicht! Hör auf, Julien, bitte! Du tust mir weh“, flehte ich nun und versuchte immer noch mich aus seinem festen Griff zu befreien, doch vergebens. „Sie hat gesagt, dass du sie los lassen sollst!“, hörte ich eine Stimme, die mir das Herz zerriss. Plötzlich wurde Juliens Griff lockerer und ich konnte mich von ihm lösen. George hatte Julien zu Boden geschlagen. Ich stand zitternd da und schaute in sein wutverzerrtes Gesicht, das auf Julien hinab blickte. Fred war ihm ebenfalls zur Hilfe gekommen und um mich scharrten sich die Mädchen, die mich alle behutsam tätschelten. Doch ich konnte nur George anstarren, mir war nicht aufgefallen, dass sie alle aus den „Drei Besen“ raus gekommen waren. Ron und Harry standen ebenfalls hinter George. Julien stand wütend auf, er wollte sich an George rächen, doch er bemerkte schnell, dass er in der Unterzahl war. Fluchend blickte er sich um. „Du kannst sie haben, die kleine Schlampe!“, schrie Julien, was George noch wütender machte, aber ehe er wieder auf Julien losgehen konnte, hielten seine Brüder ihn zurück. Julien warf mir noch einen letzten bösen Blick zu und drehte sich zum Gehen um. Keiner sagte ein Wort, alle schienen die Luft anzuhalten. Ich blickte George immer noch fassungslos an, er erwiderte meinen Blick, schnaubte jedoch immer noch. Seine Augen machten mich schwach und ich konnte nicht länger widerstehen, ihm schien es ähnlich zu ergehen. Ich ging die wenigen Meter die uns voneinander trennten, er kam mir bereits entgegen, ich stellte mich auf die Zehenspitzen und schlang meine Arme um seinen Nacken, er legte seine eine Hand auf meine Taille, die andere vergrub er in meinem Haar, er neigte seinen Kopf, ich zog ihn zu mir herunter und wir küssten uns endlich. Der Kuss war stürmisch und leidenschaftlich, wir hatten alle anderen Anwesenden völlig vergessen. George ließ von mir ab, hielt mein Gesicht in seinen Händen, blickte mir tief in die Augen und rieb mir schmunzelnd die Tränen von den Wangen. „Du bringst mich noch vollkommen um den Verstand, Mademoiselle!“, lächelte er mich zärtlich an und küsste sachte meine Nasenspitze. „Ich hätte nie geglaubt, dass ich so was jemals sage, aber ich liebe dich und solltest du mir jemals wehtun, dann…“, flüsterte ich. Doch er ließ mich den Satz nicht zu ende bringen, er brachte mich mit seinem Lippen wieder zum Schweigen. Dann legte er seinen Mund an mein Ohr und flüsterte leise ein „Niemals!“. Plötzlich drang lauter Beifall an unsere Ohren, wir hatten die Anderen ganz vergessen. Ich schaute in die Gesichter meiner Freunde. Ginny strahlte wie ein Honigkuchenpferd, ebenso wie Hermine, Fred grinste irgendwie allwissend und Ron schaute so als würde er gar nichts verstehen. Verlegen lächelte ich zurück, George hatte immer noch einen Arm um mich geschlungen. Katie kam auf uns zu, alle schienen wieder die Luft anzuhalten. Im ersten Moment dachte ich, sie wolle mir eine Klatschen, doch stattdessen drückte sie mich fest an sich und wisperte, so laut, dass nur ich es hören konnte: „Zu dir passt er eh viel besser. Bei mir war er nie so Eifersüchtig, er liebt dich!“.  Eine kleine Szene aus deiner Zukunft  Voldemort wurde bereits gestürzt (Fred ist nicht gestorben) und du hast einen Job in der Abteilung für magische Zusammenarbeit angenommen, in dem du erfolgreich arbeitest, was deine Eltern sehr stolz macht. Es ist Samstagmorgen. Du drehst dich gerade noch einmal im Bett um, ehe du aufstehst. Der Platz neben dir ist längst leer. George ist schon mit Fred im Laden. Statt seiner, liegt auf dem Kopfkissen eine verzauberte gelbe Tulpe. Du lächelst, greifst nach ihr und riechst daran. Dann setzt du dich auf und blickst dich im Raum um. Die Umzugskartons stehen gestapelt in den Ecken. Langsam stehst du auf und machst dich fertig, es ist Dezember und draußen liegt Schnee. In der Küche triffst du Angelina Johnson, die mit Fred zusammen ist und auch mit euch in der Wohnung über dem Laden wohnt. „Morgen Charlie, bist du soweit?“, fragt sie dich. Du nickst lächelnd und ihr Beide geht zusammen runter in den Laden, wo Fred und George bereits alle Hände voll zu tun haben. Doch als er dich sieht, entschuldigt er sich bei der Kundin die er gerade am Bedienen war und kommt strahlend auf dich zu. „Morgen Prinzessin!“, sagte er und küsst dich zärtlich. „Morgen!“, lächelst du. „Angelina und ich sind dann im Haus zum Streichen. Wir sind spät dran deine Mum wartet sicher schon auf uns!“. „Wir kommen nach sobald wir Feierabend gemacht haben und dann unterhalten wir uns noch mal über die Farbe fürs Kinderzimmer!“, sagt er und zwinkert. Dann schiebt er deinen Mantel auf, streichelt über deinen dicken Bauch und küsst ihn mit einem „Passt gut auf eure Mum auf, ihr zwei!“. Dann richtet er sich wieder auf und sagt an dich gewandt: „Und du pass mir auf die Jungs auf!“, ehe er dich zum Abschied noch einmal küsst. „Wird gemacht, Daddy!“, sagst du lächelnd und machst dich dann mit Angelina auf den Weg, zu deinem und Georges neuem Haus.

22.03 % der User hatten die Auswertung: Du bist Louisa Lovegood, doch alle rufen dich Lou. Du bist die ältere Schwester von Luna, doch ihr seid euch nicht wirklich sehr ähnlich, weder charakterlich, noch vom Erscheinungsbild. Zwar hast du auch lange, bis zu den Achseln reichende, glatte, hellblonde Haare, aber das ist auch die einzige äußerliche Gemeinsamkeit die ihr euch teilt. Deine Augen leuchten in einem hellen grau, du bist 1,70 m groß und schlank, du warst von Anfang an der Schwarm vieler Jungs. Dein bester Freund war von Kindesbein an Cedric Diggory, der zwei Jahre älter war als du und nicht weit von euch entfernt wohnte. Ihr verbrachtet fast jeden Tag miteinander und wart unzertrennlich. An einem Nachmittag als du zehn Jahre alt warst, Cedric war gerade in den Ferien zu Hause von Hogwarts, wolltest du ihn besuchen. Doch deine Mutter verbat es dir, weil sie Hilfe in der Küche gebraucht hätte und Luna noch zu klein war. Das Ganze wurde zu einem lauten Streit, bis du irgendwann einfach davon gelaufen bist, um Cedric zu sehen. Am Abend beschlossest du nach Hause zu gehen, um dich mit deiner Mutter zu vertragen. Aber du fandest nicht sie, sondern deinen Vater vor, der an eurem Küchentisch saß und laut weinte. Deine Mutter hatte einen Unfall in der Küche gehabt und war kurze Zeit später an den Folgen gestorben, Luna hatte alles mit angesehen. Dein Vater machte dir viele Vorwürfe, doch das war gar nicht nötig gewesen, denn du machtest dir selbst schon genug. Deine Mutter war, im Gegensatz zu deinem Vater, nicht „verrückt“ gewesen, sie sah weder Nargel noch sonstige der Spinnereien deines Vaters. Daher war sie immer deine Bezugsperson gewesen, denn die Leidenschaften deines Vaters konntest du nicht teilen. Du machtest es dir zur Aufgabe, deine kleine Schwester, so gut es ging nach den Grundsätzen deiner Mutter zu erziehen, dabei hättest du selbst noch eine Mutter gebraucht. Dein Vater stürzte sich nach ihrem Tod in die Arbeit und du sahst ihn nur noch zum Abendessen, doch selbst da konnte er dir nicht mehr in die Augen sehen. In all der Zeit war Cedric deine einzige Stütze gewesen, doch wenn keine Ferien waren, konntest du nur Briefkontakt mit ihm halten. Du musstest schnell erwachsen werden um für Luna da zu sein, sie vergötterte dich und auch du liebtest sie noch mehr als zu vor. Aber im darauf folgenden Sommer musstest du nach Hogwarts und Luna blieb zurück. Du wurdest nach Ravenclaw geschickt, wo auch Luna später hinkam. Du warst ein sehr beliebtes Mädchen, das viele Freunde und Verehrer hatte. Wegen deiner freundlichen und lustigen Art fandest du schnell Anschluss und warst auch in den anderen Häusern bekannt und gern gesehen. Deine kleine Schwester fehlte dir sehr und ihr schriebt euch regelmäßig, da du außer in den Sommerferien nicht mehr nach Hause kommen durftest. Als du dann jedoch in den großen Ferien ankamst, stelltest du fest, dass dein Vater Luna seine Flausen in den Kopf gesetzt hatte, was aber nichts an deiner Liebe zu ihr änderte. Nach den Sommerferien kam sie auch mit dir nach Hogwarts. Drei Jahre später passierte dein nächster Schicksalsschlag, Cedric starb beim „Trimagischen Turnier“, du warst am Boden zerstört, dein letzter Halt war weg gebrochen. Du zogst dich komplett zurück und wurdest für die Meisten unscheinbar. Nun hattest du nur noch deine kleine Schwester, die dir alles bedeutet. Deine Geschichte findet in deinem sechsten Schuljahr statt… *Deine Sicht* „Hey Lou, was tust du da?“, ich hörte die Stimme meiner besten Freundin hinter mir und blickte sie über meine Schulter hinweg kurz an. „Irgendwer hat wieder Lunas Sachen versteckt, ich sammle sie ein… Accio Chucks!“, sagte ich leicht genervt, während die rosafarbenen Schuhe meiner kleinen Schwester von der Lampe im Korridor, direkt in meine Arme geschwebt kamen. Dann drehte ich mich zu ihr um und erwiderte ihre Umarmung. „Und wo ist Luna?“, fragte Cho mich weiter. „Sie sitzt in der großen Halle und isst Schokopudding! Sie meinte irgendwann tauchen ihre Sachen schon wieder auf“, lächelte ich und verdrehte dabei die Augen. Aber eigentlich war die Sache schon längst nicht mehr zum Lachen. Man erlaubte sich ständig solche Späße auf ihre Kosten, nur weil sie anders war. „Weißt du Lou, vielleicht hat sie ja Recht! Du könntest es doch auch einmal so gelassen sehen wie Luna!“, sagte sie weiter, wobei ihre Stimme leiser wurde, sie wusste genau wie empfindlich ich bei diesem Thema war. „Du weißt genau so gut wie ich, dass es schon längst nicht mehr komisch ist!“, sagte ich leicht verärgert. Gemeinsam gingen wir ebenfalls in die große Halle zum Mittagessen. Cho war seit Cedrics Tod meine beste Freundin, vorher mochten wir uns nicht sehr, doch die Tragik hatte uns zusammengeführt. Sie war die Einzige, die wirklich verstand und mittlerweile wusste sie alles von mir. „Hey Leute!“, Luna schaute von ihrem Pudding auf und streckte die Hand aus, damit ich ihr ihre Schuhe wieder geben konnte. „Wie sieht’s aus? Gehst du morgen endlich mal mit nach Hogsmeade?“, quengelte sie gleich und sah mich flehend an. Ich schüttelte nur den Kopf und biss in einen Apfel, damit ich ihr nicht antworten musste. „Aber warum denn nicht?“, fragte sie weiter und machte ein langes Gesicht. „Du könntest dich ruhig mal wieder mehr zeigen Lou, ich meine immerhin ist die Sache jetzt schon ein Jahr her… Das hätte er sicher nicht gewollt!“, wisperte Cho leise und ich spürte ihre Hand auf meinem Rücken. Ich schüttelte den Kopf, stand vom Tisch auf und ließ die Beiden zurück. Sie versuchten es gar nicht erst, mich zurück zu halten, sie kannten mich zu gut. Ich konnte nicht über Cedric sprechen und ich wollte es auch gar nicht. Ich merkte wie sich die Tränen in meinen Augen sammelten und mir speiübel wurde. Ich stolperte aus der großen Halle und stieß mit einem der Weasley Zwillinge zusammen. „Sorry!“, murmelte ich und ging ohne meinen Blick vom Boden auf zu richten weiter. In der Mädchentoilette der maulenden Myrte musste ich mich übergeben und gab mich dann ganz meinen Tränen hin. Nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, ging ich zum Waschbecken um mir etwas Wasser ins Gesicht zu spritzen. Ich schob die Ärmel hoch, ignorierte die hellen und dunklen Narben am oberen Teil meines Unterarmes und ließ das kühle Wasser über meine Hände rinnen. Dann machte ich mich auf den Weg zum Unterricht, wo Cho schon auf mich wartete um sich zu entschuldigen. Ich musste, da ich zu spät zu Snapes Unterricht gekommen war, 10 Minuten länger bleiben und die Tische abwaschen. Als ich den Klassenraum verließ, sah ich wie Draco Malfoy und sein Gefolge in einer Ecke standen und sich halb Schlapp über etwas lachten. Nach längerem hinsehen erkannte ich, dass es Lunas Strickweste war, auf die kleine Einhörner gestickt waren. Ich war so wütend, dass ich die anderen Schüler, die bereits vor den Kerkerräumen standen und auf den Unterrichtsbeginn warteten, gar nicht bemerkte. „Du mieser, kleiner Wicht!“, schrei ich aufgebracht und stieß ihn gegen die Wand. „Du findest es also lustig, die Sachen anderer zu entwenden und zu verstecken, ja?“. Er drehte sich zornig um und funkelte mich wütend an. „Komm mal wieder runter Schätzchen, das wutverzerrte Gesicht steht dir überhaupt nicht!“, säuselte er und wagte es tatsächlich seine Hand über meine Wange streichen zu lassen. Seine komischen Freunde lachten dämlich und ich war kurz vorm Platzen. Ich zückte meinen Zauberstab und drückte ihn ihm an die Kehle. Der Spott war aus seinem Gesicht verschwunden und er sah mich erschrocken an, seine Freunde waren auch verstummt. „Ich war noch gar nicht oben und wenn du mich noch einmal anfasst oder Schätzchen nennst, dann schwöre ich dir, wird DIR gar nichts mehr stehen, SCHÄTZCHEN!“, presste ich aus meinen zusammengekniffenen Zähnen heraus, weiter kam ich jedoch nicht mehr, denn ich vernahm die Stimme von Snape. „Miss Lovegood, lassen sie sofort den Zauberstab sinken!“. Ich gehorchte ihm direkt und trat einen Schritt von Draco zurück, ohne ihn aus den Augen zu lassen. „Miss Lovegood, ich erwarte sie morgen zum Nachsitzen!“, hörte ich ihn sagen, verärgert drehte ich mich zu ihm um und schaute ihn an. „Aber Professor…“, wollte ich ansetzten, doch er ließ mich mit einer Handbewegung verstummen. „War ja klar, dass sie auf ihre Schützlinge aufpassen, wenn nicht Papi sie rettet, müssen schließlich sie das tun!“, fluchte ich leise. Snape funkelte mich böse an und ich hörte Andere kichern, erst jetzt bemerkte ich, dass sie bei meiner Auseinandersetzung mit Draco alle näher gekommen waren. „Ich dachte nur die kleine Schwester hätte einen an der Klatsche und die Große sei lediglich verdammt heiß, aber in der Familie sind sie wohl alle nicht mehr zu retten!“, hörte ich Draco höhnisch hinter mir sagen. Das war zu viel! Ich ließ meinen Zauberstab fallen, drehte mich um und begann auf ihn einzuschlagen, so fest ich nur konnte, was also wohl kaum der Rede wert gewesen war. Leider wurde ich gleich gestoppt. Ich spürte zwei Hände, die mich an der Hüfte zurück zogen und schließlich hoch hoben, da ich immer noch auf Draco losgehen wollte. „Weasley! Sie können Lovegood morgen gleich Gesellschaft leisten und jetzt bringen Sie sie hier weg!“, schrei Snape aufgebracht. Ich wurde von Draco weggetragen und sah in sein grinsendes Gesicht. Als ich endlich aufhörte mich gegen die Arme zu wehren, die um meinen Körper geschlungen waren, wurde ich wieder auf meinen Füßen abgestellt und sachte an den Schultern umgedreht. Vor mir stand einer der Weasley- Zwillinge, der immer noch meine Schultern festhielt und seinen Kopf geneigt hatte, um mir besser in die Augen sehen zu können. Er sah mich breit grinsend an und in seinen schönen braunen Augen lag der Schalk verborgen. „Das war einfach nur genial, Lovegood!“, lachte er und schlug mir feierlich auf die Schulter. *Seine Sicht* Verwirrt sah sie mich an und sagte dann langsam: „Danke! Tut mir leid, dass du wegen mir Nachsitzen musst… Weasley- Zwilling!“. Ich musste laut auflachen. „Fred!“, sagte ich immer noch lachend, „Und es ist kein Problem, ich bin Nachsitzen ja gewöhnt und mit der Gesellschaft könnte es ja ganz lustig werden!“. Sie errötete leicht und senkte ihren Blick. „Na ja, ich muss dann mal wieder rein! Hier, ich glaube das ist dir!“, sagte ich und reichte ihr ihren Zauberstab und die Weste, die ich vom Boden aufgehoben hatte. Sie schaute den Stab in meiner Hand verdutzt an, bevor sie danach griff. „Ähm?“, stammelte sie verwirrt. „Ich hab ihn aufgehoben, du hast ihn fallen lassen, ehe du Malfoy aufs Maul gehauen hast und die Weste hat er fallen lassen!“, half ich ihr lachend auf die Sprünge. Sie blickte verlegen auf und lächelte zaghaft. „So jetzt muss ich aber wirklich, sonst darfst du morgen im Nachsitzen meine Überreste vom Kerkerfußboden wischen!“, sagte ich und klopfte ihr zum Abschied noch einmal auf die Schulter. Sie war wirklich süß, irgendwie. Aber was wusste ich großartig über sie, außer das sie Lunas Schwester war. Ich ging in den Klassenraum, in dem Snape schon tyrannisierte, und ließ mich neben George sinken. „Und hat die Kleine sich wieder beruhigt?“, fragte er grinsend. Ich nickte nur und starrte mit verschränkten Armen vor der Brust ins Leere. „Sag mal George, was weißt du über sie?“, fragte ich leise. „Über wen? Lovegood? Naja, sie ist Loonys große Schwester und geht nach Ravenclaw und sie ist echt heiß!“, zählte er wispernd auf. Ich nickte über alles was er sagte, schaute jedoch immer noch Gedanken verloren ins Nichts. „Warum fragst du Alter?“, wollte er wissen. „Keine Ahnung, ich hab mich nur gefragt, was ich über sie weiß und musste feststellen, dass ich gar nichts weiß!“, überlegte ich. „Am Besten fragst du nachher Katie, die ist glaub ich so alt wie sie. Außerdem ist Katie an der Klatschfront immer ganz vorne mit dabei!“, sagte George. „Das ist eine geniale…“, setzte ich an, doch von vorne donnerte schon Snapes wütende Stimme. „Weasley, wie viele Samstage wollen Sie denn noch mit Kessel säubern verbringen?“. Für den Rest der Stunde verstummte ich. Als wir später im Gemeinschaftsraum waren, suchte ich sofort nach Katie. Ich fand sie mit Leanne und Alicia zusammen auf einem Sofa in der Ecke. „Ladies!“, sagte ich mit schelmischem Grinsend zur Begrüßung. Sie lächelten mich alle an und Alicia richtete zuerst das Wort an mich, als ich mich auf die Sofalehne sinken ließ: „Nein, wir wollen keine Leckerei aus dem Sortiment der Weasley- Zwillinge probieren, aber danke!“. „Aber, aber meine Damen! Ihr wisst doch, dass wir unsere Süßigkeiten ausschließlich an Erstklässlern und Slytherins testen. Um ehrlich zu sein hatte ich eine Frage an euch, da ihr ja bekanntlich über jeden was wisst. Es geht um die ältere Schwester von Luna Lovegood, sie ist in deinem Jahrgang oder Katie?“, fragte ich erst in die Runde und sah dann Katie an. „Ja, Lou ist in meiner Stufe, aber wieso fragst du das?“, fragte sie neugierig und sah mich skeptisch an. „Ich muss mit ihr Nachsitzen und es hätte mich halt einfach mal interessiert was sie so für ein Mensch ist! Ich kenne sie ja gar nicht, ich weiß nur, dass sie jeder Lou ruft, noch nicht mal eine Ahnung wofür das steht hab ich. Sie ist nicht ganz so verrückt wie Luna oder?“, log ich, es hatte weitaus tiefere Gründe als reines Interesse. Katies Miene entspannte sich augenblicklich. „Also, zuerst einmal, Lou steht für Louisa und nein sie ist nicht so verrückt wie Luna, sie ist eigentlich gar nicht verrückt!“, begann Katie und Leanne plapperte ihr gleich dazwischen, Georges Idee war brillant gewesen: „Sie ist eher eine Einzelgängerin, außer zu Cho und Luna pflegt sie keine Kontakte!“. „Früher gehörte sie zu der Clique rund um Cedric Diggory, sie war echt beliebt, für jeden Spaß zu haben, ständig am kichern und immer überall dabei. Cedric war ihr bester Freund, doch nach seinem Tod zog sie sich total zurück!“, übernahm Katie wieder für einen Moment das Wort. „Viele glaubten die Beiden seien verliebt und ein heimliches Paar gewesen, so vertraut waren sie miteinander. Außerdem trauert sie schon viel zu lange, es kann also nur so gewesen sein!“, mischte sie Leanne wieder ein. „Ja aber Cho ist ihre beste Freundin und die war ja bekanntlich mit Diggory liiert… Aber egal, lass uns jetzt nicht vom Thema abkommen!“, meinte Katie aufgeregt. „Wie dem auch sei, mittlerweile hält sie sich aus allem raus. Sie schreibt zweifellos immer noch super Noten, sie ist sehr intelligent, aber mitarbeiten tut sie nicht mehr. Von ihr hört man kaum noch was, ich glaube ich würde ihre Stimme kaum noch erkennen!“, hängte Leanne an. „Ach Leanne, jetzt übertreib mal nicht! Sie sagt immer noch ‚Hallo’. Lou ist ein sehr liebes Mädchen, war sie immer. Heute lacht sie nur nicht mehr so viel. Und sie hasst es wenn man etwas gegen Luna sagt…“, fügte Katie hinzu, doch Leanne beendete ihren Satz: „Ja, daher hat sie mittlerweile auch öfter Nachsitzen, ihr Vorgehen ist, wie soll ich es sagen… ähm... radikal! Luna ist ihr Wichtigstes!“. „Willst du sonst noch was wissen?“, fragte Katie an mich gewandt. „Hat sie einen Freund?“, schoss die Frage aus mir heraus. Katie musterte mich wieder grinsen, doch Leanne hatte den Unterton in meiner Frage nicht gehört und antwortete mir daher direkt: „Seid Diggory, von dem ich mir sicher bin, dass die Beiden was laufen hatten, niemanden mehr! Dabei liegt es nicht an mangelnder Nachfrage. Cormac nervt sie ständig mit ihm auszugehen, Anthony und Zacharias haben ihr Glück mittlerweile aufgegeben, aber auch die sind immer noch hinter ihr her, genau wie unser halber Jahrgang und noch mindestens ein dutzend Andere. Sie lehnt alles dankend ab, genau wie jeglichen Spaß!“. „Danke, die Damen, ich wusste auf euch kann man sich verlassen!“, sagte ich mit einem Zwinkern und ließ sie zurück, während Katie meinen Abgang mit einem breiten Grinsen und einem „Viel Glück dann!“ bedachte. *Deine Sicht* „Hast du all deine Sachen wieder?“, fragte ich Luna, als ich ihr ihre Weste zuwarf. Sie saß auf dem Sofa und las einen Brief von unserem Vater. „Danke!“, sagte sie lächelnd und las dann den Brief weiter. Ich ließ mich neben sie aufs Sofa sinken und warf den „Klitterer“ zu Boden. Luna sah mir mit gehobenen Augenbrauen dabei zu, sagte jedoch nichts und las dann weiter. Ich ließ den Kopf auf die Rücklehne fallen, schloss die Augen und dachte an mein morgiges Nachsitzen, somit also zwangsläufig an Fred. Nach einer Weile wurde es im Gemeinschaftsraum stiller und ich beschloss zu Bett zu gehen. Am nächsten morgen wachte ich später als geplant auf. Ich rannte ins Bad um mich zu duschen, band mir die Haare zusammen und zog mich schnell an. Dann kramte ich in meinem Nachttischschublädchen rum und suchte nach dem Medaillon meiner Mutter, doch es war nicht dort. „Oh Luna!“, fluchte ich leise. Sie lieh es sich gelegentlich aus und vergas es dann zurück zu legen. Doch ich hatte keine Zeit mehr, wenn ich vor dem Nachsitzen noch was essen wollte. Ich rannte eilig die Stufen nach unten und stürmte in die große Halle. „Wieso hast du mich nicht geweckt? Ich muss doch heute zum Nachsitzen bei Snape!“, fragte ich Cho verärgert, doch die sah mich nur entschuldigend an. Dann wand ich mich an meine kleine Schwester: „Wo ist Mums Medaillon? Du hast es mal wieder nicht zurückgelegt!“. „Ich hatte es ja auch gar nicht!“ sagte sie entschuldigend. „Such es, du musst es haben, wo soll’s denn sonst sein?“, fauchte ich leise und griff nach der Kaffeekanne. Ich schüttelte sie und stellte verärgert fest, dass sie all war. „Na super, das auch noch!“, stöhnte ich genervt, dann schnappte ich mir einen Apfel und ließ die Anderen mit einem „Viel Spaß in Hogsmeade!“ zurück. Ich schlenderte die Stufen zu den Kerkern nach unten und versuchte noch so viel wie möglich von meinem Apfel zu essen. Fred stand schon an die Wand gelehnt und strahlte mich an. „Guten Morgen Sonnenschein!“, sagte er gut gelaunt. Ich hob verwundert die Augenbrauen hoch. „Du bist also einer von diesen berühmten Frühaufstehern, ja?“, fragte ich. Er lachte, „Du scheinbar nicht!“. Dann zog er hinter seinem Rücken einen Becher hervor. „Was ist das?“, fragte ich skeptisch. „Kaffee! Ich wusste nicht wie du ihn trinkst, also hab ich auch Milch und Zucker mitgehen lassen!“, lachte er wieder und hielt mir ein Döschen Milch und ein Päckchen mit Zucker hin. „Ohh.. ähh… Danke!“, sagte ich und nahm den Becher zögerlich an mich. „Na und? Wie trinkst du ihn denn nun?“, fragte er neugierig. „Mit Milch!“, entgegnete ich und sog den Duft des warmen Kaffees ein. Er nahm mir das Döschen mit der Milch ab, öffnete es, zog den Deckel des Bechers auf, den ich immer noch in der Hand hielt, kippte die Milch hinein und schloss den Becher wieder. Ich sah ihn erstaunt an, doch er lächelte nur süß. „Danke!“, sagte ich und wurde rot. Dann trank ich einen großen Schluck und bemerkte wie er mich breit grinsend beobachtete. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich verschluckte mich und begann zu husten, was mir die Tränen in den Augen aufstiegen ließ. Erschrocken beobachtete Fred mich und klopfte mir sachte auf den Rücken. „Oh mein Gott, Weasley! Wenn mir jetzt gleich die Nase blutet oder ich mich übergeben muss, bring ich dich um! Du hast gesehen wie es Draco erging!“, hustete ich. Er sah mich verwirrt an, er schien nicht zu begreifen. „Ich diene doch sicherlich gerade als Versuchskaninchen, für ein neues Produkt aus eurem Sortiment!“, sagte ich immer noch außer Atem, vor lauter Husten. „Was? Nein, natürlich nicht! Wir testen die Sachen nur noch an uns selbst, Erstklässlern und Slytherins!“, sagte er und schaute mich empört an. Er sah so komisch aus, ich musste einfach grinsen und es sollte nicht das letzte Mal für diesen Tag gewesen sein. „Okay, tut mir Leid! Danke für den Kaffee.“, sagte ich und lächelte entschuldigend. „Ja gut, aber nur weil du so süß grinst!“, sagte er und schaute mich schelmisch grinsend an. Wieder wurde ich rot. Da kam endlich Snape und sperrte den Raum auf, in dem wir uns den Rest des Vormittags aufhalten mussten um die Kessel zu säubern. *Seine Sicht* Wir hatten jeder einen Eimer mit Seifenwasser und ein Schwämmchen bekommen, mit denen wir die Kessel schrubben mussten. „Die Zauberstäbe geben Sie mir, ich möchte nicht wenn ich heute Nachmittag wieder komme, Mr. Weasleys Eingeweide an den Wänden vorfinden müssen!“, sagte Snape spöttisch, während Lou ihn böse anfunkelte und sich abwendete. Snape verließ den Raum und Lou war bereits mit ihrem ganzen Oberkörper in einem auf der Seite liegenden Kessel verschwunden. Ich drehte mir einen der Kessel um und setzte mich drauf, um sie zu beobachten. Sie war auf allen vieren in den Kessel gekrabbelt und es schauten nur noch ihre langen, schmalen Beine und ihr perfekter Hintern, der meinen Blick fesselte, raus. Ich war so damit beschäftigt mir ihren Po zu betrachten, dass ich gar nicht bemerkte, wie sie mich aus dem Kessel über ihre Schulter hinweg anblickte. „Auch wenn es mir doch sehr schmeichelt, dass der Anblick meines Hintern dich so fesselt, wäre es trotzdem schön wenn du auch anfangen würdest, damit wir heute noch hier rauskommen!“, witzelte sie sarkastisch und ohne zu lachen. Ich musste grinsen. „Dann streck ihn mir doch nicht hin, Lovegood!“, neckte ich sie und spritze etwas Wasser aus meinem Eimer auf sie. Sie erschrak fürchterlich und stieß sich ihren Kopf an der Kesseldecke. „Oh Gott, Lou, hast du dir wehgetan, das tut mir Leid, das wollte ich nicht!“, haspelte ich aufgeregt und zog sie an ihrer Taille aus dem Kessel. Wir saßen nebeneinander auf dem Boden und sie rieb sich mit einer Hand den schmerzenden Kopf, während ich ihr über den Rücken streichelte. „Au!“, begann sie zu jammern und ich dachte sie würde anfangen zu weinen. Ich war im ersten Moment so mit der Situation überfordert, dass ich sie in den Arm nahm, was sollte man auch sonst anderes tun, wenn Mädchen weinten. Sie schniefte an meiner Schulter, doch dann merkte ich wie mir etwas kalt den Rücken runter lief. Sie hatte ihren Schwamm ins Wasser getaucht und ihn mir auf dem Rücken ausgedrückt. Ich ließ sie augenblicklich los und sprang auf, während sie keuchend vor lachen auf dem Boden zurück blieb. Sie hatte ein unglaublich schönes Lachen, so hell und ehrlich „Na warte du Biest!“, schrie ich gespielt verärgert und warf meinen nassen Schwamm nach mir. Das Ganze artete in eine Wasserschlacht aus, bis die Eimer fast leer und wir und der Raum patschnass waren. „Frieden!“, lachte sie laut, als ich sie im Schwitzkasten gepackt hatte um ihr mein restliches Wasser überzukippen. Ich blickte ihr über ihre Schulter in die Augen um zu sehen ob sie es ernst meint. „Du hast mein Wort, Weasley!“, grinste sie und hielt mir ihre Hand entgegen, die Andere lag noch auf meinem Arm, der um ihren Hals geschlungen war. Ich ergriff ihre Hand und wiederholte ihr Angebot, „Frieden!“. Ich ließ sie los, sie trat einen Schritt vor und drehte sich zu mir um, dann blickte sie an sich herunter Auch ich ließ meinen Blick über ihren zierlichen Körper schweifen. „Wie wir aussehen!“, kicherte sie und schaute mir wieder in die Augen. „Du siehst doch gut aus!“, grinste ich schelmisch und konnte meinen Blick nicht von ihrer Brust abwenden. Sie trug ein hellblaues Sweatshirt, das durch die Nässe nicht nur eng anlag, sondern auch durchsichtig geworden war, sodass man ihren BH sehen konnte. „Augen nach oben, sonst ist unser Friedensangebot gerade zunichte!“, grinste sie, verschränkte die Arme vor der Brust und zwinkerte. „Du kannst deine Sachen auch gerne ausziehen!“, neckte ich sie weiter, sah ihr dabei aber wieder in die Augen. Dann zog ich den Reisverschluss meiner Weste auf. „Was wird denn das jetzt?“, fragte sie skeptisch. „Na wonach sieht’s denn aus?“, grinste ich frech. Sie wurde wieder rot und ich musste lachen. „Ich will dir eigentlich nur meine Weste geben, um mich selbst nicht mehr in Versuchung zu bringen und damit du dich wieder wohler fühlst!“. Damit hatte sie scheinbar nicht gerechnet. „Oh, danke!“, sagte sie überrascht, als ich ihr in die Weste half. „Du bist also ein Gentleman, sehe ich das richtig?“, fragte sie lächelnd. „Durch und durch!“, zwinkerte ich ihr zu. Dann ließen wir uns wieder auf die Knie fallen und sie griff nach ihrem Schwamm. Wir blieben nebeneinander sitzen, sie begann jedoch den Rand eines Kessels, der vor uns lag, lustlos zu wischen. „Kann ich dich was fragen?“, tastete ich mich vorsichtig vor. „Hm!“, murmelte sie gedankenverloren und schaute nicht vom Kessel auf. „Warum sieht man dich nie in Hogsmeade oder bei Quidditchspielen?“, fragte ich. „Ich hab da nichts dran!“, antwortete sie leise, ohne aufzuschauen. „Du warst aber doch früher unterwegs…“, setzte ich an. Sie lächelte schwach und versuchte die Situation mit einem Scherz wett zu machen: „Als hättest du mich auch nur ein einziges Mal bewusst wahrgenommen!“. „Das hab ich! Du warst bei jedem Quidditchspiel und hattest so ne komische Tröte, in Hogsmeade warst du, wie wir alle, immer im „Drei Besen“, wo du meistens an der Tischgruppe hinter der Tür, am Fenster saßt. Und auf dem Weihnachtsball warst du mit nem Typen aus Durmstrang und du hattest ein bodenlanges schwarzes Kleid ohne Träger an und deine Haare waren gelockt und offen!“, ratterte ich runter und war von mir selbst erschrocken, wie oft ich sie bewusst beobachtet hatte. Darüber war ich mir selbst kaum im Klaren gewesen. Sie sah mich verblüfft, mit offen stehendem Mund, an. „Das weißt du alles noch?“, flüsterte sie unglaubwürdig. Ich nickte nur und erinnerte sie an die Frage, die ich gestellt hatte. Ich spürte, dass das Eis gebrochen war, sie schien mir zu vertrauen. „Weißt du, ich hab da jetzt nichts mehr dran! Ich hab mich verändert…“, murmelte sie leise und schaute wieder auf den Kessel. „Hat das alles mit Cedrics Tod zu tun?“, fragte ich langsam. Sie schloss die Augen, schluckte einmal, dann öffnete sie sie wieder und antwortete: „Ja, mehr oder weniger! Cedric war… Du verstehst das wahrscheinlich eh nicht und es hört sich für dich nur lächerlich an!“. „Aber ich möchte es gerne verstehen!“, sagte ich und legte ihr eine Hand auf ihr Knie. Sie schaute zuerst auf die Hand und dann in meine Augen. „Cedric war mein Halt, er war mein Alles. Wir waren Freunde seit wir kleine Kinder waren, jeden Tag haben wir miteinander verbracht. Er war in Zeiten meines Lebens für mich da, in denen ich sonst niemanden hatte, dabei war er da selbst noch ein Kind! Er war ein ganz besonderer Mensch und viel mehr als alle in ihm sahen. An dem Tag als meine Mum starb, hatte ich einen Streit mit ihr. Eigentlich hatte sie meine Hilfe gebraucht, doch ich wollte unbedingt zu Cedric, da der gerade aus Hogwarts in die Ferien kam. Ich bin einfach gegangen. Als ich abends wieder nach Hause kam, war es zu spät. Sie hatte einen Unfall gehabt, Luna hatte alles mit angesehen. Von diesem Tag an hatte mein Vater nur noch eine Tochter, ich war für ihn mit meiner Mutter gestorben. Er gibt mir bis heute die Schuld daran, dabei ist das gar nicht nötig, ich gebe sie mir ja selbst! In dieser Zeit war Cedric immer da, er musste nicht viel sagen, nicht viel tun, er war einfach da! Ich durfte die Ferien das ein oder andere Mal bei ihm verbringen, oder er blieb mit mir in Hogwarts, damit ich nicht allein war!“, wisperte sie und schaute in die Ferne. „Und Luna?“, fragte ich nach. Sie lächelte und schüttelte den Kopf. „Na ja, um mein schlechtes Gewissen zu bereinigen, machte ich es mir zur Aufgabe in die Rolle meiner Mutter zu schlüpfen und Luna groß zu ziehen. Ein Jahr nach ihrem Tod ging ich nach Hogwarts, ich durfte nur noch in den Sommerferien nach Hause kommen. Als es dann soweit war, musste ich mit erschrecken feststellen, dass Luna von Dads „Nargeln“ befallen war! Sie war doch noch so klein… Ich wollte ihn vor ihr nicht schlecht reden, aber du siehst ja wie schwer sie es heute mit ihren Ansichten hat, die Leute halten sie für verrückt. Dabei ist sie ein ganz außergewöhnliches Geschöpf. Sie sieht stets das Gute, in allem und sie hat diesen unbändigen Optimismus, der fast schon an Naivität grenzt, aber das sind alles Eigenschaften, die auch meine Mum hatte. In Luna wohnt so viel von ihr, sie ist mein Leben, ich hab doch nur noch sie!“, sie wurde immer leiser und Tränen glitzerten in ihren Augen, doch sie liefen ihr nicht über die Wangen, sie blieb stark. „Das ist der Grund, warum ich nirgends mehr hingehe. Ich trauere und ich hab das Gefühl ich kann nie mehr damit aufhören. Ich trauere um Cedric, ich trauere um meine Mum und ich trauere um die Tatsache, dass niemand erkennt wie wundervoll meine kleine Schwester ist. Ich habe es nicht verdient wieder Spaß zu haben, denn ich bin es Schuld, dass es ist wie es ist!“, schloss sie ihre Erzählung. Wir schwiegen einen Moment, ich hatte keine Ahnung wo ich anfangen sollte. „Ich weiß, ich kann es mir kaum vorstellen, welchen Schmerz du fühlen musst, doch du bist an diesen Sachen nicht Schuld. Und ich bin mir sicher, dass weder deine Mum, noch Cedric, dir ein solches Leben gewünscht hätten. Im Gegenteil, es würde sie wahrscheinlich furchtbar unglücklich machen!“, sagte ich leise und strich ihr über die Haare. *Deine Sicht* Verlegen sah ich ihn an. Die Art wie er mir durch die Haare strich, machte mich fast wahnsinnig. Ich fühlte mich glücklich. „Danke!“, flüsterte ich leise und lächelte ihn schwach an. „Für was?“, fragte er, mit einem Lächeln, das so süß war, dass es mir fast die Sprache verschlug. „Für das Alles, fürs Zuhören, den Spa߅ Du bist echt ein anständiger Kerl, Fred Weasley!“, gestand ich ihm und spürte wie meine Wangen erröteten. Er strich mir über die Wange und kam mit seinem Gesicht näher, bis unsere Lippen nur noch wenige Zentimeter trennten. In dieser Position verharrten wir eine Sekunde, ehe ich ihm schnell einen Kuss auf die Wange gab und aufstand. „An die Arbeit, Matrose! Ich wollte heute noch Tageslicht sehen!“, lachte ich. Er grinste schelmisch und stand ebenfalls auf. „Aye, aye Captain!“, sagte er und bewaffnete sich mit seinem Schwamm. Immer noch lachend machten wir uns endlich wieder an die Arbeit. Wir alberten weiterhin rum und er brachte mich ständig aufs Neue zum Kichern. Ich kniete gerade wieder vor einem Kessel, ich fühlte mich so wohl, dass ich nicht mehr nachdachte. „Was hast du da?“, fragte er plötzlich besorgt. Erschrocken folgte ich seinem Blick. Ich hatte die Ärmel seiner Weste hochgeschoben und die meines Sweatshirts, das ich noch darunter trug, mit. Eilig zog ich die Ärmel wieder runter und wand den Blick wieder dem Kessel zu. Fred griff nach meiner Hand und zog sie zu sich, ich wollte sie ihm entziehen, aber er war stärker als ich. „Fred, bitte, hör auf!“, quengelte ich, doch er war schon dabei den Ärmel wieder hochzukrempeln. Ungläubig starrte er auf die Narben. „Lou, warum tust du das?“, fragte er leise, ohne den Blick von meinem vernarbten Unterarm abzuwenden. Sein Griff lockerte sich, ich entzog ihm meinen Arm und schob die Ärmel der Weste wieder nach unten. Er schaute mich ernst an, ich versuchte seinem Blick auszuweichen. „Warum?“, fragte er nun etwas lauter. „Weil ich nur so merke, dass ich noch am Leben bin. Ich fühle mich danach einfach besser, freier. Als könnte ich plötzlich wieder atmen!“, meine Stimme war kaum lauter als ein Wispern, aber er hatte mich verstanden. Ohne darauf zu antworten, beugte er sich zu mir vor, nahm mein Gesicht in eine Hand und küsste mich fordernd. Im ersten Moment war ich irritiert, doch ich ging direkt auf den Kuss ein. Ich schlang meine Arme um seinen Hals, um ihn enger zu mir ran ziehen zu können. Tausend Schmetterlinge schienen sich in meinem Bauch häuslich einzurichten, aber dann beendete er den Kuss. Er ließ mich los und rückte wieder zurück. Ich ließ die Augen noch einige Sekunden geschlossen. „Wie hast du dich gerade gefühlt?“, fragte er streng und ohne den Ansatz eines Lächelns. „Ähm… Ich... also es war… toll!“, stotterte ich verlegen und zupfte an den Ärmeln der Weste rum, auf dich ich stur starrte. „Nein, das meinte ich aber nicht! Ich wollte wissen wie du dich gefühlt hast!“, entgegnete er, immer noch in diesem ernsten Ton. „Gut!“, sprudelte es aus mir heraus, so dass ich wieder rot wurde. „Es gibt viele Möglichkeiten, sich wieder gut oder lebendig zu fühlen und wenn du keinen anderen Ausweg siehst als den, dich selbst zu verletzen, dann komm lieber zu mir, ich bin dir gerne behilflich! Aber hör auf mit dem Scheiß! Du bist ein wunderschönes Mädchen und ich will, dass das so bleibt! Verstanden?“, sagte er und seine Stimme klang wütend. Ich nickte nur und senkte den Kopf. Er hob ihn sachte mit seiner Hand wieder an, so dass ich ihm in die besorgten Augen sehen musste. „Versprichst du mir damit aufzuhören, für mich?“, fragte er nun sachter. „Ich kann… Ich… Ich verspreche es!“, murmelte ich schwach, während ich mich in seinen Augen zu verlieren schien. „Gut!“, endlich umspielte wieder ein Lächeln seine Lippen und er schloss mich in die Arme. Mir wurde es ganz warm und ich genoss seine Nähe. Als die Tür plötzlich aufgestoßen wurde, fuhren wir erschrocken auseinander. Snape stand im Türrahmen, er schaute sich mit gerümpfter Nase im Raum um und hielt uns eine Strafpredigt, die sich gewaschen hatte. Ich versuchte mir krampfhaft das Lachen zu verkneifen, da Fred ihn aufs Korn nahm. Er erklärte uns, dass wir am darauf folgenden Montag wieder zum Kessel säubern antreten könnten und zog uns 10 Hauspunkte ab, für die Sauerei die wir veranstaltet hatten. Dann entließ er uns nach draußen. Fred ergriff meine Hand und zog mich hinter sich aus dem Klassenzimmer. Im Flur bekamen wir erst einmal einen Lachkrampf. Als wir uns beruhigt hatten, hielt Fred immer noch meine Hände und wir standen uns gegenüber. „So viel Spaß wie heute beim Nachsitzen hatte ich schon lange nicht mehr!“, sagte ich immer noch lächelnd und blickte zu Boden. Er hob sachte mein Kinn an. „Dieses schöne Lachen solltest du der Welt aber definitiv nicht vorenthalten!“. Wir schauten uns tief in die Augen, bis er seinen Kopf zu mir herab senkte. Ich konnte es nicht abwarten, bis er endlich da war, also stellte ich mich auf die Zehenspitzen und kam ihm entgegen, bis unsere Lippen sich endlich berührten. Wir ließen unsere verschränkten Hände los, ich schlang meine um seinen Nacken und er drückte mich mit einer Hand näher zu sich ran, während die Andere in meinen Haaren war. In mir schien ein ganzes Feuerwerk zu explodieren und ich ließ es zu. Unser Kuss wurde immer intensiver und leidenschaftlicher, so dass wir bald voneinander ablassen mussten, um nach Luft zu schnappen. Wir lagen uns jedoch weiterhin in den Armen. „Wow!“, flüsterte er leise und grinste dabei anerkennend. „Das gebe ich gerne zurück!“, grinste ich frech und küsste noch einmal sachte seine Wange. Dann entzog ich mich seinen Armen. „Ich könnte auch stundenlang weiter so hier stehen, aber ich werde mal nach Luna sehen!“, sagte ich. Er lächelte immer noch und nickte. Wir ließen unsere Hände los und ich wollte schon in die entgegen gesetzte Richtung davon gehen, da ergriff er noch einmal meine Hand, zog mich zu sich zurück, führt meine Hand zu seinem Mund und küsste sie sachte, „Ich lass dich nur ungern gehen, Schönheit!“, lächelte er mich an . Ich war von der Geste so gerührt, dass ich ihm in die Arme sprang um ihn noch mal richtig zu küssen. Dann ließ ich mich aus seinen Armen zurück auf den Boden gleiten, klappte mit einer Hand sein Kinn hoch, um seinen Mund zu schließen, grinste frech, zwinkerte und sagte um ihn zu necken: „Wir sehen uns, Weasley!“. „Das will ich auch hoffen, Lovegood!“, ging er auf meinen Spaß ein. Verträumt streifte ich durch die Kerkerkorridore, in Richtung Ravenclaw Turm. Ich hatte mich tatsächlich in Fred Weasley verliebt, Hals über Kopf. Das Lächeln hatte sich scheinbar in mein Gesicht gemeißelt, denn ich konnte nicht mehr damit aufhören. Ich war noch nicht wirklich weit gekommen, als eine Stimme mich zusammen fahren ließ. „Und somit wäre es bewiesen, dass du sie auch nicht mehr alle hast! Im Ernst, Schätzchen? Ein Weasley? Diggory hat mir ja irgendwie eingeleuchtet, aber der?“. Ich drehte mich um die eigene Achse um ihn endlich zu entdecken, er trat hinter einem Vorsprung hervor. „Was willst du Malfoy? Hat dir die Schläge von gestern noch nicht gereicht?“, fragte ich spöttisch und drehte mich bereits wieder zum Weitergehen um. „Du willst das hier also nicht zurück? Du warst immer schon bezaubernd schön, das scheinst du von deiner Mutter zu haben!“, säuselte er. Ich blieb wie angewurzelt stehen und drehte mich langsam um. In seiner Hand hielt er Mums Medaillon, aus dem er sich scheinbar das Bild angesehen hatte, was meine Mum mit, Luna und mir zeigte, als wir noch klein waren. „Wo hast du das her?“, flüsterte ich und schaute auf die Kette. „Das hatte sich wohl in der hässlichen Weste deiner komischen Schwester verharkt!“, grinste er böse. „Halt die Klappe!“, zischte ich wütend und wollte meinen Zauberstab ziehen, doch er war dieses Mal schneller und entwaffnete mich. „So kriegst du das Ding sicherlich nicht wieder, Kleine!“, lachte er fies. „Was willst du?“, flüsterte ich traurig. „Kommt drauf an, was würdest du mir dafür geben?“, fragte er gemein. Ich musste nicht lange überlegen, diese Kette war alles was ich noch von meiner Mutter hatte. „Alles!“, wisperte ich und senkte den Kopf. Er lachte höhnisch, „Würdest du das wiederholen?“. „Alles! Aber bitte, lass Luna daraus, sie hat mit unserem Streit nichts zu tun!“, flehte ich und blickte auf. „Keine Sorge, ich hab kein Interesse an deiner verrückten Schwester… An dir dagegen…“, grinste er und ließ seine Blicke lüstern über meinen Körper schweifen, während er näher kam. Sein Blick widerte mich an. Als er mir direkt gegenüber stand, strich er mir mit seiner Hand über meinen Arm. „Um ehrlich zu sein, ich fand dich schon immer äußerst attraktiv, sogar als du zur Einsiedlerin wurdest. Es liegt also auf der Hand, dass ich dich will!“. Ich wand mein Gesicht von ihm ab. „Du würdest dich freiwillig mit mir sehen lassen? Mit der Schwester der Spinnerin und dem Versager von Vater?“, fragte ich spöttisch. „Oh du hast schnell begriffen. Natürlich hab ich einen Ruf zu verlieren. Ich will dich, aber ich will nicht, dass es jemand mitbekommt!“, grinste er, trat noch näher an mich heran und drehte meinen Kopf zu sich. Ich fühlte mich schwach und mies, doch ich wusste, dass das die einzige Möglichkeit war, also nickte ich. „Ach und solltest du dir das Ganze anders überlegen, dann mach ich deiner kleinen Schwester das Leben zur Hölle!“. Er zog mich fest an sich ran und küsste mich fordernd. Ich stand starr wie eine Statur, er ließ kurz von mir ab: „Aber, aber! So wird das nichts!“, dann packte er meine Arme und legte sie um seinen Nacken. „Ich hab eben bei Weasley gesehen, dass du das hier ziemlich gut beherrschst, also keine Widerrede!“. Es schauderte mich, doch ich tat was er sagte. Ich kam am Abend erst spät in meinen Gemeinschaftsraum, das Medaillon trug ich um den Hals. Ich hatte mich noch nie so dreckig gefühlt. Nachdem er an diesem Abend genug von mir gehabt hatte, war ich so fertig gewesen, dass ich das Versprechen, das ich Fred gegeben hatte, nicht halten konnte und neue, tiefe Schnitte prangten auf meinen Unterarmen, die ich mit meinem Pullover verdeckte. Ich konnte Fred nicht mehr in die Augen sehen. Diese Nacht tat ich kein Auge zu. *Seine Sicht* Ich wartete vorm Frühstück auf sie, doch sie kam nicht nach unten. „Hey Luna! Wo ist Louisa?“, fragte ich ihre Schwester, die verträumt an mir vorbei schlenderte. „Keine Ahnung! Ist sie noch nicht unten? Ich hab sie gestern Abend nach dem Nachsitzen gar nicht mehr gesehen!“, antwortete sie. „Komisch, wir wurden gegen vier Uhr von Snape entlassen! War sie nicht im Gemeinschaftsraum?“, irgendetwas machte mich nervös. „Nein, ich hab sie nicht gesehen! Vielleicht hat sie Kopfschmerzen, in Lous Kopf schwirren ziemlich viele Nargel, musst du wissen!“, überlegte sie, bevor sie zum Frühstücken ging. Ich wartete noch eine Zeit und ging dann auch in die große Halle. Nachdem Frühstück wollte ich sie sehen. Ich lauerte Cho vor der Halle auf. „Hey Cho!“, eigentlich mochte ich sie nicht. „Hi Weasley, was gibt’s?“, fragte sie skeptisch. „Weißt du wo Louisa ist?“, fragte ich direkt. „Wieso?“, murrte sie. „Ich muss mit ihr reden!“, sagte ich knapp. „Sie ist im Bett geblieben! Heute ist einer dieser Tage!“, antwortete sie, während sie mich immer noch kritisch beäugte. „Kannst du sie holen? Es ist wirklich wichtig!“, bat ich sie schon fast flehend. Ihr Blick wurde sanfter. „Ich werde sie fragen ob sie dich sehen will, aber mach dir nicht allzu große Hoffnungen!“, sagte sie scharf und wand sich zum Gehen um. „Ich warte am See!“, rief ich ihr hinter her. Ich hatte keine Ahnung wie lange ich schon gewartet hatte, doch irgendwann hörte ich ihre Stimme. „Du wolltest mich sehen!“. Ich stand auf und drehte mich um. Sie sah furchtbar aus. Ihre Augen waren rot und geschwollen, als hätte sie geweint. Die Haare standen ihr zersaust aus dem Haargummi und sie trug einen schlabberigen, viel zu großen, ausgewaschenen grauen Kapuzenpullover, über einer schwarzen Leggins. Die Arme hatte sie vor der Brust verschränkt und sie mied meinen Blick. „Ja stimmt! Was ist mit dir los? Bist du krank?“, fragte ich besorgt. „Nein!“, war ihre knappe Antwort. Ich ging einen Schritt auf sie zu und wollte sie in die Arme schließen, doch sie wich zurück. „Was soll das?“, ich war verwirrt. „Fred, hör zu! Du hast dir da gestern wohl was eingebildet, aber ich hab kein Interesse an dir oder an uns!“, sagte sie kalt, ohne mir in die Augen zu sehen. „Was?“, fragte ich ungläubig und verärgert. „Ich hab mir sicher nichts eingebildet! Was ist los mit dir?“, meine Stimme bebte vor Wut. Sie schüttelte den Kopf, „Das habe ich dir gerade gesagt!“. „Ich glaub’s dir aber nicht! Ich hab dich seit Cedrics Tod nicht mehr so glücklich gesehen wie gestern. Du warst offen, du hast gelacht und rum gealbert, du warst du! Also hör auf mir so einen Scheiß zu erzählen!“, ich wurde immer lauter. In ihren Augen sammelten sich Tränen und sie drehte sich zum Gehen um. „So nicht!“, sagte ich und zog sie am Arm zurück „Auu!“, stöhnte sie im Affekt laut auf. Das ließ mich aufhorchen und ich schob den Ärmel ihres Pullis zurück. Die Schnitte waren tief und entzündet. „Du hast mir was versprochen!“, knurrte ich wütend. „Ich konnte es aber nicht halten!“, zischte sie böse und zog ihren Arm zurück. Die Tränen rannen in Strömen über ihre Wange, doch trotzdem konnte man die Lüge in ihren sonst so ehrlichen Augen sehen. „Lass mich bitte gehen Fred! Ich mag dich sehr, aber ich kann das nicht!“, murmelte sie schwach und rannte in Richtung Schloss davon. Ich blieb stehen und schaute ihr verwirrt nach. Irgendwas war an der Sache faul und ich würde schon noch dahinter kommen. Schließlich sollten wir am darauf folgenden Tag gemeinsam Nachsitzen haben. Doch sie erschien nicht. „Professor, wo ist Louisa?“, fragte ich Snape. „Die schreibt freiwillig eine seitenlange Hausarbeit, die sie mir heute Abend abgeben wird! Scheinbar um ihnen zu entgehen!“, antwortete er spöttisch. Ich würde sie schon noch erwischen, ich hatte auch schon einen Plan. Nachdem Abendessen schlich ich mich in die Kerker und wartete in der Nähe von Snapes Büro. Ich sah sie kommen, doch ich wollte noch abwarten. Wenig später trat sie wieder aus dem Büro, ging jedoch nicht in Richtung ihres Gemeinschaftsraums. Stattdessen ging sie weiter nach unten in die Kerkerkorridore. An einer Ecke blieb sie stehen, sie schien zu warten. Wenig später tauchte Malfoy auf, er schritt arrogant grinsend auf sie zu, zog sie an sich heran und küsste sie. *Deine Sicht* Ich erstarrte wieder leicht, ich konnte mich seinen Küssen nie ganz hingeben, auch wenn er das wollte. Ich war nicht ganz bei der Sache, ich konnte an nichts anderes als Fred denken. „Was ist? Ein Deal ist ein Deal, Lovegood!“, sagte er fies. Ich drückte ihn bestimmt weg. „Ich weiß, aber ich kann das nicht! Ich weiß wieder, wofür es sich zu leben lohnt… Liebe! Und ich lass mich nicht mehr kaputt machen, schon gar nicht von dir, Malfoy! Ich weiß jetzt, was ich will und das bist ganz sicher nicht du!“, sagte ich bestimmt, auch wenn ich mich vor seiner Reaktion fürchtete. „Du würdest also diesen Blutsverräter mir vorziehen?“, spottete er wütend. „Ich würde dir fast alles vorziehen!“, sagte ich verachtend. Er grinste böse, „Tja Süße, so war es aber nicht abgemacht! Der Deal war, dein Körper gegen die Kette, ich hab meinen Teil eingelöst, du deinen noch nicht! Damit hast du das Ganze revidiert und mir die Erlaubnis erteilt deiner bekloppten Schwester das Leben zur Hölle zu machen. Du bist dir sicher, dass du das willst?“. „Luna ist stark, wir werden eine Lösung finden, du kannst uns nicht fertig machen!“, sagte ich und versuchte das Zittern meiner Stimme unter Kontrolle zu bringen, was mir nicht gelingen wollte. „Oh du hast ja keine Ahnung zu was ich fähig bin, ich krieg dich schon klein, Baby!“, lachte er auf und zog mich mit einer Hand bestimmt zu sich ran. Er wollte mich wieder küssen und ich versuchte ihn wegzudrücken, doch meine Arme schienen aus Pudding zu bestehen. Ich hämmerte gegen seinen Oberkörper und versuchte auch sein Gesicht zu treffen, bis er mir mit einer Hand meine Hände festhielt und mich mit der Anderen näher zu sich zog. Plötzlich ging alles ganz schnell. Draco lag mit blutender Nase auf dem Boden und fluchte vor Schmerz, ich wurde am Handgelenk gepackt und hinter ihn gezogen, ohne dass er seine Hand von meiner löste. „Pass auf Malfoy, sonst mach ich dir dein Leben zur Hölle und du kennst mich, ich bluffe nicht! Du wirst dem Mädchen, das ich liebe, keinen Schaden zufügen. Wenn du sie noch einmal mit deinen schmierigen Fingern berührst oder sie auch nur ansiehst, wirst du in diesem Schloss nicht einen ruhigen Tag mehr verbringen können!“, fluchte Fred laut und schaute angewidert auf Draco hinab. Dann wand er sich ab und zog mich mit einem geknurrten „Komm!“ hinter sich her. Er blieb erst wieder stehen, als wir draußen bei den Gewächshäusern waren. Er tigerte auf und ab und schimpfte laut. Ich sah ihn einfach nur an. „Dieser kleine …“, schrie er aufgebracht, „Ich sollte zurück gehen und ihn kaputt schlagen!“. So hatte ich ihn noch nie gesehen, er war außer sich. Die Schimpfwörter dir er benutzte, ließen meine Ohren rot werden. „Fred!“, wagte ich einen Versuch ihn zu unterbrechen. Doch er ging nicht auf mich ein. „Wie konnte er so was tun? Das war selbst für ihn eine neuer Tiefpunkt!“, fluchte er weiter, er schien mich nicht gehört zu haben. „Fred?“, wieder versuchte ich seine Aufmerksamkeit zu erlangen, vergebens. „Ich meine, er wollte dich zum Sex mit ihm zwingen, dieser …!“, schrie er. „Fred!“, ich wurde etwas lauter, in meinem Bauch kribbelte es wie verrückt. „Und warum bist du nicht zu mir gekommen? Ich hätte ihm gleich aufs Maul gehauen! Stattdessen wendest du dich grundlos von mir ab und ritzt dir wieder die Arme auf!“, seine Stimme wurde leiser, besorgter. „Fred Weasley, sieh mich sofort an!“, rief ich jetzt laut. Verwirrt starrte er mich an, so als fragte er sich, seit wann ich da stand. „Was?“, fragte er erstaunt. „Du liebst mich?“, fragte ich leise, aber ohne ihn eine Sekunde aus den Augen zu lassen, auch wenn mein Gesicht wahrscheinlich die Farbe einer überreifen Tomate hatte. „Ähm… ja, das hab ich gesagt! Ich liebe dich! Aber wenn du nicht willst oder so, ist das schon okay, dann mach dir bitte keine Vorwürfe oder so… Ich meine, tu dir ja nicht wieder selbst weh, nur weil du nicht so über die Sache denkst wie ich!“, stammelte er. Ich musste grinsen. „Du bist mir einer! Komm schon her und küss mich endlich, Weasley!“, lächelte ich verliebt. Er schaute mich erst ungläubig an, doch dann grinste er schelmisch, kam auf mich zu, legte seine Arme um meine Hüfte, während ich meine um seinen Nacken schlang, neigte seinen Kopf und küsste mich leidenschaftlich.  Eine kleine Szene aus deiner Zukunft  „Mami, was sind das für helle Striche da auf deinem Arm!“, fragt dich das kleine rothaarige Mädchen, das auf deinem Schoß sitzt und zart mit ihrem winzigen Zeigefinger über deinen Unterarm fährt. „Da hat Mami sich mal wehgetan als sie ganz traurig war, Prinzessin!“, sagst du und spielst mit einer der wilden Locken deiner Tochter, während du sie beobachtest. „Warum warst du traurig?“, fragt sie weiter neugierig und sieht dich wachsam aus ihren großen grauen Augen an. „Na du bist doch auch manchmal traurig, wenn Theo dich ärgert oder? Auch Mamis können mal traurig sein, jeder ist mal traurig!“, erklärst du ihr liebevoll. „Ja wenn Theo meine Puppe an den Haaren zieht, dann bin ich traurig“, überlegt sie und schaut dabei verträumt auf deinen Arm. Du musst schmunzeln, der Blick erinnert dich an deine Schwester. „Und wer hat dich getröstet Mami, dass du kein Aua mehr hattest?“, sagt sie und schaut dich wieder wachsam und ernst an. „Daddy!“, lachst du und küsst ihre kleine Stupsnase. „Und jetzt gehst du schnell das Bild in dein Zimmer holen, was du für deine Tante Luna gemalt hast, sie kommt nämlich gleich!“, sagst du und hebst sie von deinem Schoß, damit sie schnell ins Haus laufen kann. Lächelnd siehst du ihr nach. Dann stehst du aus dem Gartenstuhl auf der auf eurer Veranda steht und reckst dich in der Sonne. Für einen kurzen Moment schließt du die Augen, die Arme hast du immer noch in die Luft gestreckt, so dass dein Shirt hoch gerutscht und dein schlanker Bauch zu sehen ist. Von hinten umschlingen dich zwei starke Arme, während die dazugehörigen Hände über deinen Bauch streicheln, du lässt dich nach hinten fallen und lehnst dich an deinen Mann an, der sofort beginnt deinen Hals zu liebkosen. „Und wer hat gewonnen? Theo?“, fragst du. „Hm!“, murmelt Fred, während er immer noch deinen Hals küsst. „Er ist einfach unschlagbar im Zauberschach, Ron war ein guter Lehrer!“, lächelst du glücklich. „Süße, könntest du aufhören von meinem Bruder zu reden, wenn ich versuche dich zu verführen!“, fragt Fred, ohne von dir abzulassen. „Nix da, Schatz! Die Kinder sind noch putzmunter und Luna müsste auch gleich hier sein!“, lachst du auf und löst bestimmt seine Arme von deiner Taille, trittst einen Schritt vor und drehst dich zu ihm um. „Ach Mann!“, mault Fred grinsend. „Ich hab ja nicht gesagt, dass das heut gar nichts mehr wird, ich sagte nur nicht jetzt, Weasley!“, grinst du frech, während du ihm im Vorbeigehen einen Kuss auf seinen Hals hauchst. Er versucht dich in seine Arme zu schließen, um dich wieder zu küssen, in der Hoffnung aus dem Später könnte doch noch ein Jetzt werden. Doch du bist schneller und duckst dich unter seinem Arm hinweg, kichernd gehst du in euer Haus und schaust ihn frech grinsend über die Schulter hinweg an. „Du machst mich noch ganz wahnsinnig!“, ruft er dir verliebt guckend hinterher.

26.3 % der User hatten die Auswertung: Dein Name ist Harlow Amanda Sophie Dupresse, du hast es jedoch bevorzugt wenn deine Freunde dich Amy riefen, da du deinen ersten Vornamen hasstest, er verriet deiner Meinung nach zu viel über deine Herkunft. Du wurdest als erste und einzige Tochter eines Grafenpaares einer kleinen, walisischen Provinz geboren und solltest irgendwann, wenn du alt genug wärst den Titel deines Vaters weiterführen. Deine Kindheit verbrachtest du auf einem großen Anwesen, fast abgeschottet und gut bewacht Als du elf Jahre alt warst, erreichte dich dein Brief von Hogwarts. Du hattest dir nichts sehnlicher gewünscht als endlich einmal mehr von der Welt zu sehen, als Bälle und Galaveranstaltungen Aufgeregt zeigtest du deinen Eltern den Brief, diese hielten es für einen schlechten Scherz, da sie als Muggel nichts von der magischen Welt wussten. Doch ein Hausangestellter deines Vaters wurde hellhörig und berichtete, dass sein Stiefsohn einen ähnlichen Brief erhalten hatte. Du kanntest ihn bereits, da er manchmal mit seinem Vater zur Arbeit kam, ihr verstandet euch gut und wart Freunde. Es war Dean Thomas. Dein Vater war erst nicht einverstanden mit der Sache, dass du alleine und ohne Schutz irgendwo hinsolltest, doch deine Mutter setzte sich für dich ein und überzeugt deinen Vater davon wie nützlich es sein konnte, in deiner späteren Position magische Fähigkeiten zu besitzen. Das überzeugte ihn schließlich. Bevor deine Reise aber losgehen konnte, wurde Dean von deinem Vater ran gezogen, ein Auge auf dich zu werfen, worauf er sehr stolz reagierte. Niemand sollte wissen, dass du von adligem Blut warst, um deinen Schutz zu gewährleisten. Eigentlich hatte dein Vater schon Recht, als wüsste er genau was für ein Männerschwarm du einmal werden würdest. Du wuchst zu einem hübschen, jungen Mädchen heran, mit deinen pechschwarzen Haaren, die dir in sanften Locken bis zur Brust fallen und den großen, hell leuchtenden, blauen Augen, die von dichten Wimpern umrahmt werden und aus dem Porzellanpuppengesicht raus stechen. Auch deine Figur trägt ihren Teil dazu bei, du bist schlank und kurvig und 1,70 m groß. In jeden Ferien, die du Zuhause verbrachtest, wurdest du von deiner Mutter darauf vorbereitet irgendwann eine schickliche Braut abzugeben, die sich einen Mann von hohem Status sucht und der neben ihr walten würde. Dir ging dieses Gespräch, je älter du wurdest immer mehr auf die Nerven, denn du kanntest alle „gehobenen“ Söhne die dir irgendwann den Hof machen würden und fandest sie alle, alles Andere als passend für dich. Du wolltest deine eigenen Entscheidungen treffen dürfen und ganz sicher nicht den Posten deines Vaters weiterführen, doch wie konntest du dich dagegen wehren? Dean hatte in eurer Hogwartszeit, die du in Gryffindor verbringst, bald schon alle Hände voll zu tun, Verehrer von dir fern zu halten, doch davon abgesehen ließt du dich nie so sehr auf einen von ihnen ein, denn du wusstest, sie würden deinen Eltern doch nie gut genug sein. Deine Geschichte beginnt im zweiten Halbjahr deines fünften Schuljahrs, da du so alt bist wie Dean, bist du auch im gleichen Jahrgang wie Harry, Ron und Hermine. Los geht’s… *Deine Sicht* „Bist du dabei?“, fragte Hermine mich mit leuchtenden Augen. „Ich kann es kaum glauben, dass du freiwillig was tust, was gegen die Regeln verstößt Hermine!“, witzelte ich grinsend und räumte unbeeindruckt die Bücher, die ich eben noch alle um mich gestapelt hatte, um den Zaubertränke Aufsatz fertig zu schreiben, wieder in die Regale zurück. „Haha, sehr witzig Amy, du weißt wie unbehaglich ich mich dabei fühle… Aber gegen diese Kröte müssen wir was unternehmen, wie wollen wir uns sonst verteidigen?“, wisperte sie leise und sah sich dabei beunruhigt über die Schulter, als leide sie an Verfolgungswahn. Dabei war die Bibliothek an diesem Nachmittag wie ausgestorben. Ich schob das letzte Buch zurück an seinen Platz und sah dann meiner besten Freundin in die Augen. „Als würdest du viel Überzeugungskraft aufbringen müssen um mich dafür zu gewinnen, mich gegen Umbridge zu wehren!“, sagte ich und klopfte ihr auf die Schulter. Ein breites Grinsen trat auf ihr Gesicht. „Oh ich wusste doch, dass ich auf dich zählen kann!“, sagte sie und schloss mich in ihre Umarmung. „Schon gut, schon gut, du musst mich nicht gleich zerdrücken!“, lachte ich. „Also, heute Nachmittag um 5 im Eberkopf!“, flüsterte sie mir ins Ohr und ließ mich dann zurück. Ich schüttelte grinsend den Kopf, dann verließ auch ich die Bibliothek und machte mich auf den Weg zum Gemeinschaftsraum. In der hinteren Tasche meiner Jeans hatte ich noch immer den Brief meiner Mutter. Ich spürte seine Last, als würde er mehrere Kilo schwer sein. Ich war noch nicht ganz am Gemeinschaftsraum angekommen, da kam mir mein bester Freund mit besorgtem Gesichtsausdruck entgegen, als er mich sah entspannte sich seine Mine augenblicklich „Man, Amy, ich such dich schon überall!“, sagte er erleichtert. „Entspann dich Dean, ich werd wohl noch alleine aufs Klo gehen dürfen, ja? Ich hab dir doch gesagt ich geh in die Bibliothek und mach die Zaubertränke Hausarbeit fertig!“, genervt verdrehte ich die Augen und ging einfach weiter, an ihm vorbei. Er nahm die Aufgabe die mein Vater ihm vor Jahren gegeben hatte immer noch viel zu ernst, dass er dann auch noch in meiner Stufe war machte die Sache nicht unbedingt einfacher. An manchen Tagen war ich einfach genervt, dass ich nirgendwo unbeobachtet war. Normalerweise nervte Dean mich nicht, er war schließlich mein bester Freund und er Einzige der mich wirklich kannte, aber heute war einfach so ein Tag. „Du hast ja schlechte Laune, Zicke! Was ist los?“, fragte er und kam mir nach um Schritt zu fassen. „Tut mir Leid!“, schnaubte ich entschuldigend, blieb stehen und ließ den Kopf mit geschlossenen Augen in den Nacken fallen. Dann zog ich den Brief aus meiner Hosentasche und hielt ihn Dean hin. Ohne zu fragen, entfaltete er den Brief und begann ihn zu lesen. Ich beobachtete ihn dabei, als er geendet hatte sagte er: „Oh, dein Debüt, jetzt wird’s wohl ernst!“. Ich nickte missmutig. „Ich werd jetzt offizielle Heiratsfähig und darf somit verschachert werden!“, nickte ich missmutig. Dean legte einen Arm um meine Schultern und zog mich zu sich ran. Ich ließ meinen Kopf an seine Schulter sinken. Er wusste wies mir ging, er brauchte nichts zu sagen. In diesem Jahr würde ich 16 werden und an meinem Geburtstag sollte mein, von meiner Mutter lang ersehntes, Debüt in Form eines großen Balles stattfinden. Ich wurde quasi allen ledigen, angesehenen Herren unserer Provinz vorgestellt, um einen von ihnen auszuwählen. Einige Jahre sollten wir uns kennen lernen, dann kam eine Verlobungszeit von einem Jahr und zum krönenden Abschluss eine pompöse Märchenhochzeit, die meine Mutter schon komplett geplant hatte. Aber das Alles war nichts was ich für mich selbst gewollt hätte. „Was soll’s ist ja noch ein bisschen bis dahin!“, sagte ich sehr unüberzeugend und hob meinen Kopf wieder an. Dean kannte mich gut genug, er wusste, dass ich jetzt nicht mehr über das Thema reden wollte. In seinen dunklen Augen, lag immer noch Mitleid für mich, doch aus seinem Mund klang es widersprüchlich, denn er wechselte abrupt das Thema: „Du hast Recht! Wurdest du auch gefragt, in den Erberkopf zu kommen?“. Ich nickte und sah auf meine Uhr. „Lass uns gehen, ich hasse es als letztes zu kommen!“, sagte ich. Wir gingen albernd den Weg vom Schloss runter nach Hogsmeade. Dean schwärmte die ganze Zeit schon von Ginny Weasley und ich wusste, dass sie ihn auch mochte. Ich hörte mir sein verliebtes Gequatsche an und zog ihn mit seiner Feigheit auf, es brachte mich auf andere Gedanken. Im Eberkopf angekommen war schon einiges los, auch Ginny war schon da. Ich grinste Dean breit an und ließ mich auf den freien Platz neben Seamus sinken. Eine Weile war noch ein Murmeln zu hören, doch dann ergriff Hermine das Wort und alle verstummten. Hermine begann von unserem Unterricht bei Umbridge zu erzählen und stellte Harry als unseren „neuen Lehrer“ hin. Eine gewisse Unruhe machte sich breit, ich spürte, dass viele Ungläubige unter ihnen waren, die ihm die Geschichte von Cedrics Tod und der Rückkehr des dunklen Lords nicht glaubten. Ich wurde furchtbar ungehalten, ich kannte Harry, ich wusste wie er es hasste ständig im Mittelpunkt zu stehen und dass es nicht gelogen war, was er erzählte. „Wenn ihr ihm eh nicht glaubt, frage ich mich was ihr hier macht. Solltet ihr nur gekommen sein um ihn zu begaffen, rate ich euch, ihr braucht dringend ein Hobby, Leute!“, ich war aufgestanden und funkelte sie böse an. Das Gemurmel wurde augenblicklich leiser und alle starrten mich an. Dean zog mich an meiner Hand und einem gezischten „Setz dich wieder hin!“, auf meinen Platz zurück. Harry sah mich dankbar lächelnd an und stellte gleich klar, dass er nicht über die Vorkommnisse des trimagischen Turniers sprechen würde. Danach legte Hermine eine Liste aus, auf der wir uns mit unseren Unterschriften verpflichteten. Ich setzte meinen Namen als erstes auf das Blatt. An diesem Nachmittag schloss ich mich der DA an. *Seine Sicht* Sie war mir bereits öfter aufgefallen, kein Wunder, sie war wunderschön und lachte immer über unsere Scherze. Doch bei diesem Treffen eben, war sie faszinierender gewesen als je zuvor. „Was war denn heute mit Amy los?“, fragte Fred an Hermine gewandt und riss mich damit aus meiner Tagträumerei. „Sie setzt sich eben für die gute Sache ein!“, antwortete Hermine verständnislos. „Ja klar, das tun wir ja auch, aber so explosiv wie heute kenn ich sie gar nicht!“, erwiderte ihr Fred. „Da hast du Recht, du kennst sie gar nicht!“, entgegnete sie. „Sie kann schon ganz schön temperamentvoll sein!“, sagte Ron und sah Hermine vorwurfsvoll an, als hätte sie eine Lüge erzählt. „War sie es etwa je zu dir?“, fragte sie bissig. „Das hab ich nicht gesagt! Zu uns nicht, aber es wäre auch ein Lüge zu sagen, so ein Vorfall wie eben sei zum ersten Mal vorgekommen!“, gab Ron klein bei, doch Hermine ging nicht weiter darauf ein. Wir warteten auf Ginny, die sich für einen kurzen Moment entschuldigt hatte und jetzt breit grinsend angetänzelt kam. „Und?“, fragte Hermine sie aufgeregt. „Er hat mich gefragt ob ich mit ihm auf den Hausball gehe!“, lächelte Ginny glücklich und begann mit Hermine wild rumzuhüfen. „Wer hat dich das gefragt?“, wollte Ron sofort wissen. „Dean!“, antwortete sie ihm knapp und hüpfte weiter mit Hermine umher. „Ich dachte der sei mit Amy zusammen?“, schoss es aus mir heraus. „Wie oft soll ich es euch noch sagen? Amy und Dean sind, waren und werden sicher nie ein Paar!“, antwortete Hermine mir genervt. Ich wusste zwar nicht wieso, aber das erleichterte mich… *Deine Sicht* „Nein McLaggen, ich will nicht auf den Ball, auch nicht mit dir!“, sagte ich leicht genervt und legte meinen Kopf zwischen meine Hände, meine Arme hatte ich auf meinen Knien abgestützt, um meine Schläfen mit meinen Fingerspitzen zu massieren. Dieser komische Hausball machte noch alle ganz wahnsinnig, ein Wunder das die spießige Kröte Umbridge überhaupt zuließ, dass ein Ball gefeiert wurde. McLaggen hatte mich jetzt schon zum vierten Mal gefragt, ob ich ihn dorthin begleiten wolle, doch ich hatte in meinen Ferien immer schon genug Termine an denen ich mich zurecht machen musste wie eine Prinzessin, ich wollte dass nicht auch noch hier. An dem einzigen Ort wo ich, ich selbst sein konnte. Ich hatte letztes Jahr sogar den Weihnachtsball zum Turnier ausfallen lassen, was ebenfalls nicht an mangelnder Nachfrage gelegen hatte. Cormac redete weiter auf mich ein. „Ach komm schon, Kleine, wir werden sicher viel Spaß haben!“. „Erstens, nenn mich nicht Kleine! Und zweitens, ich fände es spaßiger barfuss über einen Fakirteppich zu laufen, als auf diesen Ball zu gehen und jetzt muss ich mich leider deiner „reizenden“ Gesellschaft entziehen, ich hab noch was vor!“, sagte ich stand vom Sofa im Gemeinschaftraum auf, schob ihn bestimmt zur Seite und ließ ihn einfach stehen. Heute sollte das erste DA- Treffen im Raum der Wünsche stattfinden. Langsam schlenderte ich durch die Gänge, ich war früh dran. Dean hatte ich seit Stunden nicht mehr gesehen, er hatte nur noch Augen für Ginny, was mich sehr für ihn freute. Ich vernahm hinter mir eilige Schritte, es glich fast schon einem Rennen. Ich drehte mich nicht um. „Hey Amy!“, es war einer der Weasley- Zwillinge, der mich eingeholt hatte. Ich kannte die Beiden nur flüchtig, ich wusste nur dass sie Genies auf dem Gebiet der Scherze waren, konnte sie aber nicht auseinander halten. „Oh hey!“, sagte ich überrascht, lächelte jedoch. Schließlich verdankte ich den Beiden viele Lacher. „Bist du auf dem Weg zum Treffen?“, fragte er. „Ja schon, aber ich bin viel zu früh an… Mir war Langweilig, Dean hängt seit neustem nur noch an deiner Schwester und Hermine trifft Vorbereitungen!“, sagte ich und merkte, dass ich immer noch am Grinsen war. Er lachte kurz auf. „Ähm, das ist mir zwar etwas peinlich, aber Fred oder George?“, fragte ich und lächelte dabei entschuldigend. „George!“, grinste er ebenfalls. „Dein wievielter Korb war das eigentlich eben für McLaggen?“, fragte er, ohne ein einziges Mal das Grinsen zu vergessen. „Das hast du gesehen? Der Vierte! Er will einfach nicht aufgeben!“, lachte ich und warf den Kopf leicht zurück. „Dich haben, wenn ich das Richtig mitgekriegt hab, noch mehr Jungs gefragt… Seamus, Neville, Anthony und wenn ich richtig gehört hab auch Blaise, ist dir keiner gut genug?“, fragte er interessiert. „Warum das Interesse?“, fragte ich und musterte ihn skeptisch. „Keine Ahnung!“, lachte er. „Gut!“, sagte ich, ohne auf seine Frage einzugehen. Schweigend gingen wir nebeneinander her, bis zum Raum der Wünsche. Er öffnete die Tür und hielt sie mir auf, dass ich als Erstes eintreten konnte. Ich lächelte ihn dankend an und sah mich dann anerkennend im Raum um. „Das ist der Wahnsinn!“, sagte ich überrascht, an Hermine gewandt, die neben mich getreten war um mich zu umarmen. George ging zu Lee und seinem Bruder, die bereits da waren und ihn komisch angrinsten. „Wo ist Dean?“, Hermine riss mich mit ihrer Frage aus meinen Träumen und ich musste meinen Blick von George abwenden. „Äh, bei Ginny, glaub ich!“, antwortete ich ihr. Warum war ich auf einmal so nervös? Langsam füllte sich der Raum und ich versuchte mich davon abzulenken, dass die Zwillinge und Lee mich anstarrten. Ginny und Dean kamen gerade Händchen haltend und total verliebt reingestolpert. Ich lächelte meinen besten Freund an, er erwiderte mein Grinsen und stellte sich neben mich, um mir einen Kuss auf die Wange zu geben. „Na Prinzessin? Hast du dich ohne mich schon gelangweilt?“, fragte er frech grinsend. „Nenn mich nicht Prinzessin, bitte!“, ich hasste es wenn er das tat, denn wir beide wussten wie gut der Titel eigentlich zu meinem Leben, das ich so nicht mochte, passte. „Nein, hab ich nicht! Ich vermute du dich ohne mich auch nicht?“, sagte ich frech lachend und zwinkerte. Er errötete leicht und wisperte grinsend ein: „Halt die Klappe!“. Dann sprach Harry ein paar Worte zur Begrüßung und das Training begann. „Heute wollen wir erst das Entwaffnen und dann das Schocken lernen, dazu müsst ihr Paare bilden!“, sagte Harry. Ich sah mich kurz im Raum um und da ich davon ausging, dass Dean sich mit Ginny zusammen tun würde, fiel mein Blick auf George. Er grinste breit und deutete eine Verbeugung an. „Es wäre mir eine Ehre!“, lachte er schelmisch. Ich grinste süffisant: „Und mir eine große Freude dich zu Schocken, Weasley!“. „Oho, sie nimmt den Mund ganz schön voll!“, grinste er weiter, als wir aufeinander zugingen. Plötzlich wurde ich ruckartig am Arm zurückgezogen. „Was wird denn das jetzt?“, fragte ich Dean verärgert. „Wenn sie jemand schockt, dann nur ich George, sorry!“, grinste er George entschuldigend an, dieser schaute jedoch nur fragend. „Ich dachte du machst mit Ginny zusammen!“, zischte ich aufgebracht. „Das könnte dir so passen, Süße! Nur weil ich jetzt ne Freundin hab, heißt dass nicht das ich meine Aufgaben schleifen lasse!“, flüsterte er ernst. Ich entriss ihm meinen Arm und stellte mich ihm verärgert gegenüber. Als wir endlich anfangen durften, hatte ich ihn entwaffnet und geschockt, ehe er überhaupt realisiert hatte, dass es losging. Böse grinsend genoss ich meine Rache und spürte einen Blick auf mir. Ich blickte von Dean auf, direkt in Georges breit grinsendes Gesicht. Ich errötete, sah schnell weg und half Dean wieder auf die Beine, da mich das schlechte Gewissen bereits packte. Was war bloß los mit mir? Nachdem „Unterricht“ verließ ich schnell den Raum, es war mir irgendwie unangenehm Georges Blicken länger standzuhalten, außerdem wollte ich Dean aus dem Weg gehen. Ich ging zum See, wo ich mich an einen Baum gelehnt niederließ. Ich bezweifelte, dass mich dort jemand suchen würde. Es war eigentlich schon zu kalt und es würde sicherlich bald anfangen zu schneien. Ich hatte keine Ahnung wie lange ich schon ungestört meinen Gedanken nachhing, doch irgendwann sprach mich jemand an. „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen du flüchtest vor mir!“. Ich wand mich zu der Stimme um. George stand breit grinsend hinter mir und ich schien mich in seinen Augen zu verlieren. „Bild dir nicht zu viel auf dich ein Weasley!“, sagte ich trocken grinsend und blickte wieder auf den See. Er ließ sich neben mich sinken und lehnte sich ebenfalls an den Baum an. Wir schwiegen eine Zeit lang, bis er das Wort ergriff. „Es ist sau kalt! Was machst du hier draußen?“. „Ich flüchte!“, gab ich ihm meine ehrliche Antwort, er lachte kurz auf, doch er merkte schnell, dass ich keinen Scherz gemacht hatte, sondern dass es mein Ernst gewesen war. „Und vor wem wenn ich dich das fragen darf?“, harkte er nach. Ich überlegte einen Moment, ich hätte ihm so gerne gesagt ‚Vor meinem Leben’, aber ich wollte mich nicht zu sehr offenbaren. „Vor Dean… Manchmal ist er ein bisschen arg übervorsorglich!“, antwortete ich ihm stattdessen, was auch nicht gelogen war. *Seine Sicht* Irgendetwas schien sie zu verheimlichen, da war ich mir sicher. Doch dieses Geheimnisvolle schreckte mich nicht ab, im Gegenteil es machte sie in meinen Augen nur noch heißer. Sie überlegte bei jeder Frage erst eine Weile, ehe sie antwortete und vermied es dabei mich anzusehen. „Wenn es dich nervt, warum sagst du ihm das nicht mal? Ich meine, er ist dein bester Freund, er müsste dass doch eigentlich verstehen…“, setzte ich nach. Sie senkte den Blick und lächelte kurz auf, doch es war kein fröhliches Lächeln, eher voller Bitterkeit. Dann blickte sie wieder auf und sah mich an. Ihre Augen funkelten wie Sterne, wie gerne hätte ich mich vorgebeugt und sie einfach geküsst. Keine Ahnung was dieses Mädchen mit mir anstellte. „Das ist ne verdammt lange Geschichte… Aber Dean weiß, dass er mir mit diesem Beschützer- Instinkt manchmal ganz schön auf die Nerven geht!“, lächelte sie. Sie war einfach wunderschön und ich war ihr total verfallen, so was war mir vorher noch nie bei einem Mädchen passiert. Ich musste kurz schlucken und mich zusammen reißen, ehe ich wieder meine coole Fassade aufsetzten konnte. „Und dich stört es nicht, dass Dean mit deiner kleinen Schwester geht?“, fragte sie und grinste herausfordernd. Mir war sofort klar, dass sie nicht länger über sich sprechen wollte und versuchte das Thema zu wechseln. „Nö, Fred und ich haben da kein Problem damit, im Gegenteil, ich freu mich für sie. Es ist eher Ron, der sich mit dem Gedanken, dass Ginny einen Freund hat, nicht wirklich anfreunden kann. Aber sie ist ja immerhin schon 14 und ich war auch nie ein Kind von Traurigkeit!“, antwortete ich ihr und hätte mich für den letzten Satzteil, der mir rausgerutscht war, am liebsten geohrfeigt. „So, so!“, grinste sie schelmisch. „Du willst mir also jetzt ernsthaft deine Weibergeschichten erzählen, Weasley?“. Um Gottes Willen, nein, dass wollte ich sicherlich nicht! „Nein, so war das gar nicht gemeint… also doch, so war es schon gemeint… aber darauf wollte ich jetzt gar nicht hinaus…“, stammelte ich verdattert und wurde rot. Amy legte den Kopf in den Nacken und begann schallend zu lachen. In diesem Moment war mir klar, dass ich diesen Klang für den Rest meines Lebens hören wollte. Alles an ihr war einfach perfekt! Als sie sich wieder etwas beruhigt hatte, sah sie mich wieder an. Tränen hatten sich vor lauter Lachen um ihre Augen gesammelt und sie musste sich schwer zusammenreißen, nicht gleich wieder laut los zu prusten. Ich musste nun ebenfalls lachen und schüttelte leicht den Kopf. „Wie kannst du mich auch so aus dem Konzept bringen?“, fragte ich sie grinsend und wusste, dass sie in diesem Moment keine Ahnung hatte, wie ernst ich diesen Satz eigentlich meinte. „Tut mir Leid, aber bei der Vorlage!“, kicherte sie. Doch dann bemerkte ich noch etwas anderes, sie zitterte leicht, von der Kälte. Ich zog meine Jacke aus und legte sie ihr über die Schultern, nun war es an ihr mich verdutzt an zu sehen. „Ähm, danke…Aber dann wird dir kalt!“, murmelte sie verlegen und senkte den Blick. Ich hob ihr Kinn an, um ihr in die Augen sehen zu können. „Ich bitte dich, neben einem Mädchen wie dir, wird mir sicherlich nicht kalt!“, sagte ich und grinste spitzbübisch. Sie wurde rot und lächelte zaghaft. Mit meiner anderen Hand, wischte ich ihr sachte die Tränen um ihre Augen weg. Wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte ich behauptet, ihre Halsschlagader würde schneller pulsieren und somit ihr Herz schneller schlagen. Doch das war unmöglich. Wir sahen uns in die Augen. In ihren sah ich Unsicherheit und Angst und doch ein wenig von dem, was ich wusste, was sie in meinen Augen erkennen musste, Sehnsucht. Aber bevor ich auch nur die Idee, sie zu küssen, in die Tat hätte umsetzten können, stand sie schnell auf und blickte mich grinsend an. „Ich könnte es nicht verkraften, wenn mein Lieblingsscherzkeks nächste Woche mit einer fetten Erkältung im Bett liegen müsste, nur weil ich seine Jacke bekommen hab!“, plapperte sie schnell. Ich war etwas enttäuscht, dass der Moment so schnell geendet hatte, wollte mir aber nichts anmerken lassen und stand auch auf. Gemeinsam gingen wir albernd in den Gemeinschaftsraum zurück, wobei ich das Gefühl hatte, sie würde besonders darauf achten, mich nicht versehentlich zu streifen. Als wir angekommen waren, streifte sie, bevor wir eintraten meine Jacke ab und gab sie mir lächelnd zurück. „Danke!“, sagte sie und zögerte einen Moment, bis sie sich auf die Zehenspitzen stellte und mir einen schnellen Kuss auf die Wange hauchte. Dann kletterte sie durch das Portraitloch, während ich wie angewurzelt da stand, ihr hinterher starrte und versuchte das Kribbeln auf meiner Wange zu ignorieren. *Deine Sicht* Ich drehte mich zu George um, er war hinter mir in den Gemeinschaftsraum getreten und lächelte mich schief an. Ich musste mich schnell abwenden, sonst wäre ich bei diesem Anblick geschmolzen wie warme Butter. Ich ließ hektisch meinen Blick durch den Raum gleiten, in der Hoffnung, ich würde es nicht sehen. Aber der Blick traf mich wie ein Blitz. Dean saß auf einer der hinteren Sofas und funkelte mich, nachdem sein Blick kurz zu George gehuscht war, böse an. Ich hatte keine Lust mit ihm zu reden, da ich auch keine Ahnung hatte, was ich ihm überhaupt erzählen sollte, also ging ich geradewegs in meinen Schlafsaal, wo ich mich auf mein Bett fallen ließ. Oh nein! Das durfte nicht passiert sein! Ich durfte mich nicht verliebt haben! Auf keinen Fall! Was hatte ich da nur gemacht? Ich legte mir die Hände aufs Gesicht und war am Abwägen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit wohl sein konnte, nie mehr aus diesem Schlafsaal raus zu müssen. Es klopfte einmal kurz, ich blieb stumm im Bett, setzte mich auf und schaute ängstlich zur Tür. Wen wollte ich im Moment weniger sehen? George, weil ich mich wahrscheinlich nicht unter Kontrolle hatte, wenn er jetzt hier mit mir in meinem Bett sitzen würde? Oder Dean, der nur darauf wartete, mir eine Strafpredigt zu halten und an mein Gewissen zu appellieren? Die Tür wurde einen Spalt geöffnet und Hermine lugte hindurch. Ich atmete vor Erleichterung, keinen der beiden Befürchteten zu sehen, laut aus. „Amy ist alles in Ordnung? Kann ich reinkommen?“, fragte sie langsam. „Hermine! Das ist auch dein Schlafsaal, also was soll die Frage?“, entgegnete ich und ließ mich zurück in meine Kissen fallen. Hermine trat ein und schloss die Tür hinter sich. Sie setzte sich mir gegenüber auf ihr Bett und ich merkte, wie sie mich beobachtete. „Es ist alles in Ordnung! Aber bitte keine Fragen!“, seufzte ich zwischen meinen Händen, die ich wieder über mein Gesicht gelegt hatte, hindurch. „Hm, okay!“, murmelte Hermine und fügte lediglich, „Gehen wir zu Abendessen?“, an. Ich stöhnte theatralisch, setzte mich jedoch auf und folgte ihr in die große Halle. Ich setzte mich mit Hermine zu Harry und Ron, so weit wie möglich von Dean oder George weg. Lustlos stocherte ich in meinem Gratin rum und vermied es aufzusehen. „Alles klar bei dir Amy?“, hörte ich Harrys Stimme, ich schaute kurz zu ihm auf, setzte ein gekünsteltes Lächeln auf, was er sicherlich durchschaut hatte, nickte und gab mich frustriert wieder meinem Gratin hin. „Ähm… Amy?“, das war Ron. Er saß mir direkt gegenüber, ich machte mir gar nicht erst die Mühe den Kopf zu heben, sondern nur meine Augen. „Du scheinst heute sehr Appetitlos zu sein und isst das sicherlich nicht mehr… Kann ich deinen Gratin haben?“, fragte er und schaute lustvoll auf meinen Teller. Ich musste unweigerlich schmunzeln, Hermine fuhr ihn an, doch ich schob ihm meinen Teller hin. Er grinste mich dankend an und ich verließ mit einem: „Ich bin fertig, lass es dir schmecken!“, den Tisch. Ich war gerade im Treppenhaus, da hörte ich wie er meinen Namen rief. Ich blieb abrupt stehen, schloss die Augen, sog einmal tief Luft ein und drehte mich dann grinsend zu ihm um. Jetzt nur cool bleiben! „Was gibt’s?“, wollte ich von George wissen, der gerade neben mir zum Stehen kann, ehe wir gemeinsam weiter Richtung Gemeinschaftraum gingen. „Ich wollte dich was fragen!“, sagte er und grinste selbstsicher. Oh, oh. Ich schwieg, denn ich ahnte schlimmes! „Willst du mich am Samstag zum Hausball begleiten?“, fragte er direkt. Oh nein! „Ähm… Das Angebot schmeichelt mir wirklich sehr, Weasley und wenn ich hingegangen wäre, dann sicher mit dir! Aber ich werde nicht zu diesem Ball gehen!“, sagte ich kleinlaut, ich wollte ihn nicht kränken. Die Selbstsicherheit aus seinem Gesicht war wie weggewischt. „Oh, okay! Na dann, wir sehen uns“, nickte er. Wir waren mittlerweile im Gemeinschaftsraum angekommen und er ließ mich stehen. Ich schaute ihm sehnsüchtig nach, ich hatte ihn enttäuscht. Na super! Ich wollte gerade in meinen Schlafsaal gehen, um mich in meinem Selbstmitleid zu ertränken, da räusperte sich jemand hinter mir:„Harlow! Ich muss dringend mit dir reden!“. Er war der Einzige, der meinen vollen Namen kannte und ich wusste, dass das nichts Gutes zu bedeuten hatte, wenn er mich damit ansprach. Ich nickte nur ohne mich um zu drehen und ließ mich von Dean an meinem Handgelenk mit ziehen. Wir setzten uns auf einer der hinteren Sitzgruppen. „Was ist denn in dich gefahren?“, zischte er leise und sah mich durchdringend an. Ich zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung!“, flüsterte ich leise, mir war zum Heulen zu Mute. „Was du da mit George machst ist ihm gegenüber absolut nicht fair!“, wisperte er weiter auf mich ein. Ich nickte nur und ließ den Kopf sinken. „Wo ist dein Problem? Warum kannst du ihn nicht behandeln wie die anderen Typen auch?“, fragte er leise, dieses Mal etwas sanfter. „Weil er nicht wie die anderen Typen ist!“, murmelte ich und bemerkte wie meine Stimme dünner wurde. „Oh, oh, hast du dich etwa in ihn verliebt?“, das klang fast ungläubig. Ich antwortete ihm auf diese Frage nicht. „Amy, du weißt, dass das nicht geht! Du tust ihm damit weh und…“, er war mittlerweile von seinem Sofa aufgestanden und kniete mir nun gegenüber, um mein Bein zu tätscheln. „Ich weiß, dass das nicht geht, JA! Und es ist scheiße, dass ich ihm damit wehtue, aber hast du mal daran gedacht, dass mir das auch wehtut?“, giftete ich jetzt zornig, aber immer noch im Flüsterton. „Du bist immer nur da, um mich daran zu erinnern, was meine Verpflichtungen sind und darauf zu achten, dass ich mich nicht zu sehr auf das Leben hier einlasse. Das ist der einzige Ort, an dem ich ICH sein kann… An dem ich mein Leben leben könnte, das Leben, das ich mir für mich wünsche, doch du gibst mir nicht mal die Chance dazu, nicht eine Sekunde… Aber das Leben, an das du mich krampfhaft erinnerst, will ich nicht, ich wollte es nie! Ich sitze in diesem blöden goldenen Käfig fest… Jeder hat das Recht glücklich zu werden, jeder! Also warum ich nicht? Was ist mit mir?“, ich wurde am Schluss immer leiser und die letzten Worte gingen bereits in ein Schluchzen über, die Tränen hatten sich ihren Weg gesucht und rannen nur so über meine Wangen. Dean sah mich erschrocken an, setzte sich jedoch sofort neben mich aufs Sofa und zog mich in seine Arme. Ich konnte nicht aufhören zu weinen, ich war so froh es endlich mal gesagt zu haben, wie sehr mich mein Leben nervte. „Es tut mir so Leid, Süße…“, flüsterte Dean dicht an meinem Ohr und küsste sachte mein Haar. „Ich wei߅ Du bist mein bester Freund Dean, der einzige Mensch der mich kennt! Ich weiß, dass du es nicht böse gemeint hast!“, murmelte ich an seiner Brust. Er streichelte mein Haar und flüsterte leise und sehr mitleidig: „Also George, ja?“. Ich nickte nur und neue Tränen rannen aus meinen Augen, auf sein bereits nasses Hemd. Ja George! Nachdem ich mich beruhigt hatte, gab ich Dean einen Kuss auf die Wange, bedankte mich bei ihm und ging in meinen Schlafsaal. Ich lag eine Zeit lang regungslos in meinem Bett und starrte an die Decke, meine Gedanken kreisten um George. Darum, dass unsere Liebe keine Chance hatte, weil meine Eltern ihn nie dulden würden, da er nicht adlig war. Aber war George überhaupt verliebt in mich? Ich dachte an mein Debüt und dass ich einen der anwesenden Schwachmatten, die sich alle zu viel auf den Titel und das Geld ihrer Väter einbildeten und selbst in ihrem Leben noch nie irgendwas erreicht oder bewegt hatten, irgendwann heiraten müsste. Ein kleiner Gedanke der Rebellion gegen dieses Leben wurde in mir wach. Sie konnten mich schließlich nicht zwingen, diesen Titel weiterzuführen, wenn ich dass nicht wollte. Aber würde ich mit meinen Eltern brechen, wenn es hart auf hart käme, nur um mein eigenes Leben führen zu können? Die Tür wurde aufgeschoben und Hermine kam mit einer völlig aufgelösten Ginny rein. Ich setzte mich ruckartig auf. „Was ist denn mit dir Ginny?“, fragte ich besorgt. Ginny wollte mir antworten, doch sie war so am Schluchzen, dass sie keinen Ton raus brachte. Fragend sah ich Hermine an, die behutsam einen Arm um Ginny gelegt hatte, die Beiden tauschten einen kurzen Blick und Ginny nickte, bevor sie sich auf Hermines Bett fallen ließ. „Dean hat sie gefragt, ob Ginny ihn auf den Hausball begleiten möchte!“, antwortete mir Hermine langsam. „Na das ist doch toll, warum weinst du denn, Süße?“, fragte ich und schaute zu der wimmernden Gestalt im gegenüberliegenden Bett. Doch die konnte meinen Blick nicht erwidern, da sie auf dem Bauch lag und ihr Gesicht in Hermines Kissen vergraben hatte, was sie im Moment wohl gerade tränkte. Also schaute ich wieder zu Hermine. „Ja das ist toll, aber Ginny hat kein Kleid und…-„ ein lautes, durchs Kissen ersticktes Schniefen war aus dem Bett zu hören und unterbrach Hermine kurz, „-… sie hat kein Geld sich eines zu kaufen… Sie hat also nichts zum Anziehen!“. Hermine und ich schauten mitleidig zu Ginny hinüber, bis ich die zündende Idee hatte. „Ginny, du kannst eines von meinen Kleidern haben, wenn du möchtest!“, schlug ich begeistert vor. Hermine sah mich fragend an, doch ich wich ihrem Blich gekonnt aus. Ginny setzte sich auf und fragte leise: „Ehrlich?“. Ich lächelte sie aufmuntern an, stand auf und ließ mich auf die Knie fallen, um einen großen Koffer unter meinem Bett hervor zu ziehen. Ich wuchtete ihn auf mein Bett und öffnete ihn. Hermine und Ginny waren neugierig hinter mich getreten. Im Koffer befanden sich an die 15 Designer Kleider, von Etui, über Cocktail bis hin zum Ballkleid war alles dabei. „Wow!“, flüsterte Ginny überrascht und fuhr sachte über die verschiedenen Stoffe, als könnte sie etwas zerbrechen. „Wo hast du die ganzen Kleider her?“, fragte Hermine, mit weit aufgerissenen Augen. „Ach, meine Mum hat einen kleinen Tick!“, murmelte ich, das war nicht einmal wirklich gelogen. „Na los, probier eins an!“, forderte ich Ginny auf, die mit leuchtenden Augen in den Koffer griff, das erste Kleid herauszog und im Badezimmer verschwand. „In dem Koffer befindet sich ein kleines Vermögen!“, sagte Hermine skeptisch und hob ein schwarzes Tüllballkleid von Versace aus dem Koffer. Ihr sagten die ganzen Muggel- Designernamen logischerweise was, daher war sie sich über den Wert vollkommen bewusst. „Weißt du wer in diesem Kleid sicher traumhaft aussehen würde, auf dem Hausball?“, fragte sie grinsend und hielt sich das Kleid vor. „Du?“, lächelte ich. „Nein, schwarz ist nicht so meine Farbe, außerdem hab ich ein Kleid! Nein, Du! Du würdest allen Mädels die Show stehlen Amy… Ach komm doch mit!“, bettelte sie, doch sie wusste gleich, dass sie keine Chance hatte, weswegen sie gleich wieder aufgab. Die Tür vom Badezimmer wurde langsam geöffnet und Ginny trat unsicher in einem rosafarbenen Kleid heraus. Hermine und ich legten gleichzeitig den Kopf zur Seite und betrachteten sie skeptisch. „Hm, nein, das ist es nicht!“, murmelte ich leise, mehr zu mir selbst, bevor ich mich umdrehte und ein dunkelviolettes Ballonkleid aus dem Koffer fischte. „Hier, probier das mal!“, sagte ich und warf Ginny das Kleid zu. Wenige Sekunden später trat sie erneut aus dem Bad und drehte sich in Zeitlupe und mit einem breiten Lächeln, um die eigene Achse. Hermine quiekte erfreut auf: „Ginny, du siehst toll aus!“ und ich nickte zufrieden grinsend. „Aber es ist mir etwas zu groß im Dekoltte, du hast ne größere Brust als ich!“, sagte Ginny und sah mir dabei neidisch auf meinen Busen. Ich verschränkte, mit einem gespielt, empörten „Hey!“, weil sie mir auf die Brust starrte, die Arme davor und Hermine begann schallend zu lachen, als sie aufstand und mit einem einfachen Zauber das Kleid am Brustumfang enger werden ließ. Nachdem das Kleiderfiasko geregelt war, gingen wir in unsere Betten. Die Tage bis zum Ball gingen nur langsam vorbei. George ging mir aus dem Weg, was ich auch gut fand und Dean schenkte mir ständig mitleidige Blicke. Ich hingegen versuchte mir von meiner eigentlich katastrophal, schlechten Laune nichts anmerken zu lassen, was mir auch gut gelang. Schließlich hatte ich jahrelange Übung im Lächeln, auch wenn einem nicht danach zu Mute war. Am Ballabend saß ich mit Hermine in unserem Schlafsaal und half ihr und Ginny, die sich auch bei uns fertig machte, mit Frisur und Make up. Als wir fertig waren betrachteten sich die Beiden zufrieden im Spiegel und ich stand lächelnd hinter ihnen. „Und du bist dir wirklich sicher, dass du nicht mitgehen möchtest? Du kannst dich wenn du willst zu Ron und mir gesellen!“, fragte mich Hermine zum gefühlten 100. Mal. „Nein, ich hab wirklich keine Lust. Danke, aber genießt ihr Beiden nur euren Abend mit euren Dates!“, sagte ich lächelnd. Sie sahen aus wie Prinzessinnen, nur ich störte das Bild. Ich trug eine helle Röhrenjeans und einen schwarzen Kapuzenpulli, die Haare hatte ich mir irgendwie unsorgsam zurückgebunden und es fielen mehrere Strähnen aus dem Haarband. Ich begleitete die Beiden noch bis an die Stufen unseres Schlafsaals, ich wollte unbedingt die Gesichter der Jungs sehen. Ich ging etwas hinter ihnen, Hermine ging als Erste, dicht gefolgt von Ginny. Dean sah verliebt zu wie sie die Treppen hinab zu schweben schien. Ich musste unwillkürlich lächeln, dieser Moment war einer der Hauptgründe gewesen, weshalb Ginny jetzt mein Kleid trug. Ich wusste wie sehr Dean in sie vernarrt war und wollte, dass er seine Prinzessin auch kriegt. Auf der letzten Stufe blieb ich stehen und schaute mich zwischen all den fröhlichen Gesichtern um, die alle auf ihre Verabredungen oder Freunde warteten um endlich in die große Halle zu gehen. Ich fand George, der etwas abseits mit Katie Bell stand und ich spürte einen Stich irgendwo in meiner Brust, unsere Blicke trafen sich, bevor ich meinen abwenden konnte. Er schaute etwas überrascht. Dean und Ginny drehten sich gerade um und wollten den Gemeinschaftsraum verlassen, ich tat es ihnen gleich und ging wieder die Treppen zum Schlafsaal hinauf. Ich war noch nicht weit gekommen, da hielt Dean mich am Handgelenk zurück, ich drehte mich um und schaute ihn fragend um. Er schlang seine Arme um mich und drückte mich ganz fest an sich, so dass ich nur noch ganz knapp mit meinen Zehenspitzen den Boden berührte. Ich schlang meine Hände um seinen Hals und hörte ihn in mein Ohr flüstern: „Danke, sie sieht umwerfend aus! Du bist die Beste!“. Er drückte mir einen Kuss auf die Wange, löste sich aus unserer Umarmung und ging zurück zu seiner Verabredung. Ich schaute ihm glücklich hinterher, dann ging ich in meinen Schlafsaal um meine Sachen zu holen. Ich wartetet bis alle den Gemeinschaftsraum verlassen hatten und ging dann auch. *Seine Sicht* Ich bin so ein Idiot! Ich hätte ihr auch einfach glauben können, als sie gesagt hatte, dass sie keine Lust hat auf den Ball zu gehen. Sie ist zwar das einzige Mädchen das ich kannte, dass keine Bälle mochte, aber dass sie was Besonderes war, wusste ich ja schon länger. Stattdessen hatte ich geglaubt, sie hätte nur eine Ausrede benutzt, weil sie mit jemand anderen hingehen wollte. Ich tanzte gerade mit Katie, aber ich konnte nicht eine Sekunde aufhören an Amy zu denken. Ich könnte jetzt mit ihr oben im Gemeinschaftsraum sitzen. „George?“, Katie sah mich erwartungsvoll an. „Hm?“, murmelte ich abwesend. „Ich hab dich gefragt, ob wir was trinken wollen?“, sagte sie. „Äh… oh ja, klar! Ich hol uns was!“, gab ich ihr zurück und lies sie stehen. Ich stand an der Bar und tippte nervös mit meinem Fuß auf den Boden. Aus dem Augenwinkel sah ich Dean und meine Schwester, die an einer Tischgruppe saßen. Dean stand auf und kam auf mich zu. „Hey!“, grüßte er mich und bestellte was zu trinken für sich und Ginny. Ich nickte ihm zu und wandte mich wieder ab. „Du bist mit Katie hier?“, fragte er ohne mich anzusehen. „Japp!“, entgegnete ich ebenfalls ohne Blickkontakt. „Schön!“, entgegnete er, bevor er einen kurzen Moment schwieg. „Weißt du George, sie ist was Besonderes… Man kommt nicht einfach an sie ran, aber es lohnt sich zu kämpfen!“, sagte Dean, ehe er mit seinen Getränken zurück zu Ginny ging. Verdutzt sah ich ihm nach, mir war klar, dass er nicht von Katie gesprochen hatte, genauso klar war mir auch die Tatsache, was ich jetzt tun wollte. Ich suchte Katie, gab ihr das Getränk und einen flüchtigen Kuss auf die Wange: „Katie, tut mir Leid, aber ich muss gehen!“. Sie nickte wissend: „Ich hab gemerkt, dass du nicht ganz bei der Sache warst! Viel Glück!“. Ich rannte förmlich zum Gemeinschaftsraum, der jedoch leer war, genau wie ihr Schlafsaal, an dessen Tür ich wild gehämmert hatte. Wo war sie? Mir fiel nur ein Ort ein. Ich stapfte durch den recht hohen Schnee über das Gelände, mein Herz pochte vor lauter Erwartung schneller. Es war eine recht helle Nacht, da der Schnee das Licht des Vollmondes reflektierte, der nur manchmal von einigen Wolken verdeckt wurde. Dann sah ich sie. Sie lief Schlittschuh auf dem vereisten See. Ich lehnte mich an den Baum, an dem wir letztes Mal gemeinsam saßen und schaute ihr verträumt zu. Sie hatte mich noch nicht bemerkt. Sie lief eine Runde nach der Anderen, mal schneller, mal ganz langsam und gelegentlich schaute sie dabei in die Sterne oder drehte Pirouetten. Ich war mir sicher, dass ich nie so etwas Bezauberndes gesehen hatte. Als ich mich von ihrem Anblick lösen konnte, beschloss ich zu ihr zu gehen. Ich blieb am Rand der Eisfläche stehen. „Du ziehst also das Schlittschuh laufen einem Tanz mit mir vor?“, fragte ich schelmisch. Sie erschrak als sie meine Stimme hörte und kam in straucheln, bis sie, mit einem kurzen Aufschrei, auf den Hintern fiel. Geschockt stolperte ich aufs Eis um ihr aufzuhelfen, natürlich gaben meine Schuhe auf dem Eis gleich nach und ich fiel ebenfalls. Dann hörte ich wieder ihr Lachen, was mich jedes Mal in seinen Bann zog. Ich setzte mich auf und schaute zu ihr rüber, sie saß nur wenige Meter von mir entfernt und richtete sich gerade wieder auf. Kichernd lief sie auf mich zu und streckte mir ihre Hand, die in einem schwarzen Handschuh versteckt war, entgegen. Ich griff danach und sie zog mich hoch. „Entschuldigung, hast du dir wehgetan?“, fragte sie mit vom Lachen erstickter Stimme. Ich klammerte mich um ihre schmalen Schultern und ließ mich von ihr an den Rand führen. „Nein, hab ich nicht, obwohl dein Mitgefühl mich sehr rührt!“, sagte ich ironisch und grinste dabei breit. Als wir am Ufer waren, ließ ich sie los und trat vom Eis. Sie lächelte immer noch, neigte ihren Kopf und sagte leise einen Zauber, der die Kufen unter ihren Schuhen verschwinden ließ. Erst jetzt sah ich, dass sie ihre Chucks und keine Schlittschuhe getragen hatte. Sie begann mit ihrer Sohle zu rutschen und drohte wieder hinzufallen, ich reagierte dieses Mal schneller und umfasste sie um ihre zierliche Taille, an der ich sie dann auch vom Eis hob. „Danke!“, murmelte sie und wurde dabei leicht rot. Ich hielt sie immer noch um die Taille, doch sie begann sich zu winden, was mich in die Realität zurück holte und ich ließ sie los. „Was machst du hier? Wo ist Katie?“, fragte sie unsicher und schaute sich fragend um. „Ach, ich hatte keine Lust mehr zu tanzen!“, log ich. Sie lächelte kurz und stellte damit den Mond und alle funkelnden Sterne in den Schatten. „Lass uns ein bisschen über die Ländereien spazieren!“, schlug sie vor, wenn ich es nicht besser gewusst hätte, würde ich behaupten sie sei verlegen. „Ja, wenn ich schon nicht zu meinem Tanz komme!“, lachte ich. Wir gingen ein Stück schweigend nebeneinander her, bis wir die Musik aus der großen Halle hörten. „Sag mal, du bist das einzige Mädchen das ich kenne, das nicht gerne auf Bälle geht… Warum?“, fragte ich schließlich. „Weil ich es hasse mich so zurecht machen zu müssen!“, antwortete sie und sah gen Himmel. „Aber ihr Mädels liebt es doch euch wie Prinzessinnen zu fühlen!“, hackte ich weiter nach. „Ich nicht! Ich hasse es… Ich glaube außerdem, dass das Leben einer Prinzessin nicht so viel Schönes birgt, wie immer Alle denken!“, murmelte sie, den Blick immer noch in die Sterne gerichtet, sie vermied es mich anzusehen. „Gib’s zu, du kannst nur nicht tanzen!“, neckte ich sie schelmisch grinsend, um die Stimmung etwas aufzulockern. Gespielt empört sog sie Luft ein und sah mich endlich wieder an. „Nimm das sofort zurück Weasley!“. „Kann ich nicht, dafür müsstest du mich erst vom Gegenteil überzeugen!“, stichelte ich grinsend weiter. Sie grinste herausfordernd, trat vor mich und deutete einen Knicks an. „Oh! Na wenn das so ist… Darf ich bitten?“, fragte ich und verbeugte mich leicht. Wir traten aufeinander zu und nahmen unsere Tanzposition ein, dann bewegten wir uns rhythmisch zum Takt der Musik, die aus dem Schloss schallte. Es war ein schnelleres Stück und ich wirbelte sie durch den Schnee. Sie konnte tanzen und wie sie das konnte, als hätte sie so was schon ihr Leben lang gemacht. Sie lachte schallend und ich stimmte mit ein. „Da bist du doch noch zu deinem Tanz gekommen!“, lächelte sie sanft. Das Stück endete und ein langsameres begann. Ich zog sie näher zu mir heran. Wie auf Kommando fing es an zu schneien. Einzelne Schneeflocken blieben in ihren Locken hängen, sie war wunderschön. Sanft lächelte sie mich an, während sie sich anschmiegte. Ich konnte es kaum glauben! „Ich hätte dich auch als Ballbegleitung gewollt, wenn du nicht ausgesehen hättest wie eine Prinzessin. Sogar in Jeans und Pullover würdest du da drin jedem Mädchen die Show stehlen!“, sagte ich und schaute ihr tief in die hellen Augen. Sie errötete leicht und wandte den Blick ab. Ich hob ihr Kinn sachte an, ich wollte nicht, dass sie mir den Blick in ihre Augen weiter verwehrte. Ein leichter Schimmer war darin zu sehen. Ich strich ihr eine Schneeflocke von der Nasenspitze, bevor ich meine Hand auf ihre Wange streifen ließ und mich zu ihr runter beugte, um sie langsam zu küssen. Zu meiner großen Überraschung ging sie auf den Kuss ein, sie zog mich näher zu sich heran und ich fühlte ihre Hände in meinem Nacken und meinen Haaren. Der Kuss wurde immer leidenschaftlicher, als hätten wir Beide ewig darauf gewartet. Ich liebkoste ihren Hals und sie seufzte leise in mein Ohr, ich spürte wie ihre Hände unter mein Jackett glitten. Ich öffnete den Reisverschluss ihrer Jacke und ließ ebenfalls meine Hände darunter gleiten, um sie an ihrer schmalen Taille hoch zu heben, sie schlang ihre Beine um meinen Oberkörper und küsste mich wieder verlangend. Plötzlich schauderte sie, ich ließ von ihr ab und sah ihr in die Augen. „Dir ist kalt! Lass uns das lieber nach drinnen verschieben!“, grinste ich spitzbübisch und küsste sie wieder fordernd. Sie wich zurück und schaute mir verlegen in die Augen, während ihre Arme immer noch um meinen Hals geschlungen waren und sie sich festhielt. „George, ich muss dir noch was sagen!“, murmelte sie unsicher und spielte mit meinen Haaren am Hinterkopf. So langsam begann ich zu begreifen. „Oh… Äh… ich kann warten! Du musst das nicht, wenn du dich noch nicht dazu bereit fühlst!“, sagte ich schnell und trotzdem irgendwie peinlich berührt. „Was?“, fragte sie verwirrt. Die Sache wurde mir immer unangenehmer. „Na ja, wenn du noch nicht bereit… DAZU bist, dann kann ich warten, so lange du willst!“, sagte ich und wurde langsam nervös. Sie schmunzelte verlegen und senkte den Blick: „Äh… Nein, darum geht’s nicht! Ich bin keine… äh… Jungfrau mehr!“. Ich atmete erleichtert auf, dass Thema war echt unangenehm, ich war froh es jetzt wechseln zu können. „Trotzdem muss ich mit dir reden, bevor das hier weitergeht!“, sagte sie bestimmt und ließ mich los, so dass nur noch ich sie in der Luft hielt, ich ließ sie zurück auf ihre Füße gleiten. Sie ging einen kleinen Schritt rückwärts und blieb dann stehen, unsere Hände waren immer noch ineinander verschränkt. Sie ließ den Kopf in den Nacken fallen schloss die Augen und atmete laut ein. „Amy, egal was es ist, ich hab so lange auf dich gewartet, es wird nichts an der Tatsache ändern, dass ich Hals über Kopf in dich verliebt bin… Also raus damit!“, sagte ich verständnisvoll und voller Neugier. Sie öffnete die Augen wieder und sah mich durchdringend an. „Harlow!“, sagte sie mit fester Stimme, obwohl in ihren Augen Tränen standen. Ich schaute sie verwirrt an: „Was?“. „Mein Name ist Harlow, Harlow Amanda Sophie Dupresse!“, sagte sie. Ich nickte, ich hatte keine Ahnung was sie mir damit sagen wollte. *Deine Sicht* Er schaute mich immer noch fragend an. Okay, ich hatte einen Anfang gemacht, jetzt konnte ich es auch zu Ende bringen und ihm die ganze Wahrheit sagen. „Ich bevorzuge Amy, weil Harlow sich sehr hochtrabend anhört und ich…“, ich stockte kurz und atmete lautstark aus. George wartete gespannt. „…Ich wollte nicht, dass mein Vorname zu viel über meine Herkunft verrät!“, schloss ich meinen unbeendeten Satz ab. „Und ‚wo’ kommst du her?“, fragte er unsicher. Ich hielt einen Moment inne, ich hasste die Wahrheit, denn das bittere Ende würde folgen. „Mein Vater ist Graf einer kleinen walisischen Provinz und ich bin seine einzige Nachkommin!“, flüsterte ich leise, ohne ihn jedoch eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Er nickte und schaute mich erwartungsvoll an: „Tut mir Leid, aber ich hab immer noch keine Ahnung, wo diese Geschichte hinführen soll! Ich meine, ja, du bist adlig, sehe ich das richtig? Nur woran liegt das Problem? Weiß das Jemand?“, fragte er. „Ja siehst du, ich gehöre so zu sagen zum Hochadel Englands!“, nickte ich nervös, „Nein, das weiß hier außer dem Lehrpersonal, Dean und jetzt eben dir, niemand… Das wollte mein Vater so, es sollte meinen Schutz gewährleisten und mir war es auch recht!“. Ich schluckte kurz bevor ich weiter sprach. „Ich soll irgendwann den Titel meines Vaters weiterführen, was eine große Verantwortung mit sich bringt. Ich werde Jemanden von hohem Stand heiraten müssen. Deshalb lass ich mich auf keinen Typen hier soweit ein, dass ich eine engere Bindung zu ihm aufbauen oder mich verlieben könnte. Ich…“, wollte ich weiter sprechen, doch George unterbrach mich, indem er ruckartig seine Hände von meinen löste und mir verärgert ins Wort fiel. „Ach so, da führt die Geschichte hin, verstehe! Ich bin nur irgend so ein Typ, wie alle Anderen hier auch, nicht genug für dich Prinzesschen, ja?“. Seine Worte waren scharf wie Messer, jedes davon traf mich mitten ins Herz und verletzten mich so, dass ich die Tränen, die ich krampfhaft unterdrückt hatte, nicht länger zurückhalten konnte. „Nein, du verstehst nicht, ich…!“, schluchzte ich bitterlich und wollte nach seiner Hand greifen, die er aber zurückzog. „Oh doch, ich verstehe… Ich war ein netter Zeitvertreib, aber du würdest dein ach so privilegiertes Leben nicht für mich opfern. Aber so eine privilegierte Erziehung kannst du nicht genossen haben, denn dann wüsstest du, dass man nicht mit den Gefühlen anderer Menschen spielt!“, sagte er abfällig und wandte sich zum Schloss um. „Bitte…“, flehte ich schluchzend, zu mehr reichte meine Kraft nicht, er ließ mich einfach stehen, ohne sich auch nur einmal nach mir umzudrehen. Ich ließ mich müde auf die Knie in den Schnee fallen und weinte bitterlich. „Ich liebe dich doch!“, wisperte ich schwach. Nach einer schlaflosen, tränenreichen Nacht, verbrachte ich den ganzen Sonntag im Bett. Hermine ließ mir meine Ruhe, sie dachte ich bekäme eine Erkältung, meine rot geschwollenen Augen wirkten überzeugend. Montags war es dann soweit, wir saßen im Hogwartsexpress in die Weihnachtsferien. George war mir am Bahnsteig aus dem Weg gegangen und die Anderen ließen mir im Abteil auch meine Ruhe. Dean hatte die ganze Fahrt über neben mir gesessen und hatte seine Hand auf meinem Bein liegen gehabt. Am Bahnhof warteten schon Deans Stiefvater und zwei unserer anderen Sicherheitsleute, um uns abzuholen. Ich war kaum zu Hause angekommen, da verkroch ich mich schon in mein Zimmer. Ich wollte mit niemandem Reden, niemanden sehen. Erst nach ein paar Tagen, durfte Dean mich besuchen und ich erzählte ihm was mit George passiert war. Mein Debüt rückte immer näher und meine Mutter war ganz aus dem Häuschen. Die Einladungen waren bereits verschickt, es wurde mit etwa 150 Leuten gerechnet, der Caterer und die Band waren gebucht. Als der Tag dann da war glich unser Haus einem riesigen Ballsaal, alles war in weiß geschmückt, Lilien und Tüll, sowie mehrere kleine Lichter und Lampions. Ich saß in meinem Zimmer vor meinem Kosmetiktisch und wurde von meiner „Nanny“ und Kosmetikerin Nancy hergerichtet, sie war seit ich denken konnte in unserer Familie angestellt und war im Laufe der Jahre eine meiner wichtigsten Bezugspersonen geworden. „Aber Kindchen, was machst du für ein Gesicht?“, fragte sie und musterte mich besorgt im Spiegel, während sie meine Haare aufsteckte. Ich schaute in eine andere Welt, durch den Spiegel hindurch. „Magst du dein Leben, Nancy?“, fragte ich leise. „Ja natürlich, was soll die Frage Miss Harlow?“, fragte sie und beäugte mich skeptisch. „Hast du dir nie gewünscht mal etwas anderes zu machen, als das was du tust oder jemand anderes zu sein?“, fragte ich weiter. „Ich liebe das was ich tue, Engel. Ich werde dafür bezahlt Zeit mit dir zu verbringen… Ich durfte zu sehen wie du groß wurdest und dich zu einer starken, jungen Frau, die ihre eigenen Entscheidungen trifft, entwickelt hast… Das macht mich stolz!“, lächelte sie sanft. Ich versuchte mich ebenfalls an einem Lächeln, aber es wollte mir nicht recht gelingen. „Ich treffe keine Entscheidungen, sie wurden bereits alle für mich getroffen!“, murmelte ich leise und senkte den Blick. Nancy tätschelte meine Schulter und wollte noch etwas sagen, aber die Tür zu meinem Zimmer wurde schwungvoll aufgestoßen und wir schauten Beide hin. Meine Mutter trat ein und ihr Gesicht wurde von einem breiten, stolzen Lächeln erhellt, als sie mich sah. „Das haben sie sehr gut hinbekommen, Nancy!“, strahlte sie zufrieden und trat langsam auf uns zu. „Ach ich musste gar nicht viel machen, sie ist ja bereits wunderschön!“, antwortete ihr Nancy und strich mir durch eine, absichtlich aus der Hochsteckfrisur raus fallende, Locke. „Fehlt nur noch das letzte Accessoire!“, flötete meine Mutter und trat hinter mich, um mir ein Diadem ins Haar zu stecken. „Perfekt!“, flüsterte sie ehrfürchtig, „Du siehst aus wie eine Prinzessin, mein Schatz!“. Ich lächelte bitter und wandte den Blick von meinem Spiegelbild ab, ich hasste die Person, die mir daraus entgegen blickte. Ich schluckte kurz, dann fasste ich mir ein Herz, „Mum?“. „Ja Schatz?“, fragte sie. „Liebst du Dad?“, fragte ich und stand auf, um an mein Fenster zu treten und in unseren verschneiten Garten, in dem ebenfalls viele kleine Lichter schimmerten, zu sehen. „Nancy, würden Sie mich und meine Tochter bitte kurz alleine lassen?“, hörte ich sie ernst sagen, als nächstes vernahm ich wie meine Zimmertür leise geschlossen wurde. „Warum fragst du das?“, wollte sie nun, da wir alleine waren, wissen. „Eure Ehe wurde doch arrangiert, hab ich Recht? Meine Frage ist einfach nur, ob du Dad liebst?“, wiederholte ich meine Frage. Ich hörte wie sie sich auf mein Bett setzte. „Ja du hast recht, das war zu unserer Zeit zwar schon eine Seltenheit, aber unsere Ehe wurde arrangiert und ja, ich liebe deinen Vater!“, entgegnete sie mir wahrheitsgemäß. „Hast du ihn von Anfang an geliebt?“, war meine nächste Frage, ich kehrte ihr immer noch den Rücken zu. Sie schwieg einen Moment ehe sie mir antwortete. „Ich lernte ihn zu lieben! Anfangs kannten wir uns kaum, doch die Zeit brachte uns näher zusammen und auch die Ereignisse. Wir wurden Freunde, ein Team und später auch Liebende!“. Eine einzelne Träne kullerte über meine Wange. „Bist du glücklich?“, wisperte ich leise. Sie stand vom Bett auf und trat hinter mich, um mich von hinten zu umarmen, ich ließ meinen Kopf an ihre Schulte fallen. „Ich bin glücklich… Aber du… Du bist es nicht, Süße. Du warst es schon lange nicht mehr, aber jetzt spüre ich es stärker denn je! Ich weiß, dass es dir nicht leicht fällt, aber du wirst sehen, so schlimm ist es nicht. Du bist eine starke Frau, du wirst deinen Weg finden und ihn auch gehen, aber du musst den Dingen auch eine Chance geben. Und du wirst sehen, dir wird eine gleiche schöne Ehe blühen, wie mir!“, sagte sie zärtlich und ich wusste, dass ihre Worte mir Trost spenden sollten, doch sie machten mich noch fertiger. Ich wollte keinen Mann heiraten, bei dem sich die Liebe erst entwickeln musste… Meine Mutter drehte mich sachte an den Schultern um und wischte die fast getrocknete Träne von meiner Wange. „Jetzt lächle und zeig der Welt was du für ein entzückendes Wesen du bist! Du folgst mir in 10 Minuten, Michael wird unten an der Treppe auf dich warten und dich zu deinem ersten Tanz führen, wie besprochen!“, lachte sie aufmunternd, voller Vorfreude und ließ mich alleine in meinem Zimmer zurück. Michael wurde von meiner Mutter als erster Junggeselle auserkoren mich als erster übers Parkett zu wirbeln, ich wusste, er war ihr Favorit. Ich trat vor den Spiegel, ich sah wirklich aus wie eine Prinzessin. Das Diadem, in den aufgesteckten Haaren, die langen weißen Handschuhe, die Perlenkette und das schulterfreie weiße Kleid, das unter der Brust ein breites schwarzes Band hatte, was hinten zur Schleife gebunden wurde, und ansonsten sehr schlicht war. Eigentlich könnte ich auch heute heiraten und auch direkt Michael, was würde es für einen Unterschied machen? Ich lächelte mein Spiegelbild bitter an und ging langsam zur Tür, es konnte losgehen. Ich hörte wie der Sänger der Band meinen Namen verlass, als ich langsam die Treppen hinunter schritt und ausdruckslos in die Menge schaute, das Lächeln, an das meine Mutter mich freundlicherweise erinnert hatte, ließ ich weg. Mir war nicht zum Lachen zu Mute, auch nicht meinen Eltern zu Liebe. Ich war auf den letzten zwei Stufen der Treppe angelangt, als ich den Sänger verkünden hörte, dass ich meinen ersten Tanz mit Mister George Weasley, Sohn von Arthur und Molly, tanzen würde. Jetzt sah ich nicht nur Gespenster, ich schien sie auch schon zu hören. Ich war unten angelangt und reichte meine rechte Hand meinem Tanzpartner, den ich sogleich erschrocken anschaute. „Weasley!“, keuchte ich erschrocken, „Was machst du denn hier?“. „Na ich konnte dich doch nicht mit einem dieser blaublütigen Schnösel, die nie im Leben gut genug für dich sind, tanzen lassen!“, lächelte er sanft und führte mich langsam aufs Parkett, wo wir die Tanzhaltung für einen Walzer einnahmen. Ich schaute ihn immer noch an als sei er ein Gespenst. „Du siehst traumhaft schön aus, Harlow!“, sagte er mit diesem unwiderstehlichen schiefen Lächeln. „Ich…!“, begann ich hastig. „Nein, lass mich bitte zuerst!“, unterbrach er mich. „Ich war ein Idiot! Es tut mir unendlich Leid, ich hätte dich ausreden lassen sollen. Stattdessen zieh ich ne Show ab, um die mich manches Mädchen beneiden würde, doch ich war so verletzt, weil ich mir so sicher war, dass du niemals so jemanden wie mich nehmen würdest. Und als du dann so angefangen hast… Erst musste Dean kommen und mir in den Arsch treten, bevor mir klar war was ich wirklich will! Ich will dich, Harlow Amanda Sophie Dupresse, egal wie und egal was das für mich heißt, du wirst mich nicht mehr so schnell los!“, beendete er seinen Roman. Ich spürte die Tränen in meinen Augen, es waren Tränen der Rührung, der Erleichterung, der Freude und des unendlichen Glücks. Denn ich wusste jetzt auch was ich wollte, ihn und nur ihn. Ich würde für diese Liebe kämpfen, wenn es nötig war, doch ich würde ihn nicht mehr hergeben, nicht einmal unter der Androhung schlimmster Gewalt. Ich blieb stehen und er tat es mir gleich, sah mich dabei aber erwartungsvoll an. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und küsste ihn zärtlich. „George, ich…“, flüsterte ich gegen seine weichen Lippen. „Hey, das ist das erste Mal, dass du mich so nennst, ich glaub ich weiß was du sagen willst!“, ich spürte, dass er grinste. „Lass es mich trotzdem sagen!“, lächelte ich, immer noch an seinen Lippen, „Ich liebe dich, George Weasley! Und jetzt küss mich gefälligst wieder!“. Als ich seine Lippen wieder leidenschaftlich auf meinen spürte, merkte ich dass er immer noch lächelte. Ich vergas alle anderen Anwesenden im Raum, es gab nur noch uns Beide, bis ich lautes applaudieren vernahm, doch auch das störte uns nicht weiter. Heute Abend waren nur wir wichtig!  Eine kleine Szene aus deiner Zukunft  Es ist etwa fünf Jahre nach Voldemords Sturz. Du hast den Titel deines Vaters abgelehnt und lebst mit George etwas abseits der Provinz deiner Eltern, in einem kleinen Haus. George arbeitet immer noch mit Fred (der nicht gestorben ist) im Scherzartikelladen, während du als Sozialarbeiterin bei einem Muggelamt angestellt bist. Seit knapp einem Jahr seid ihr Beiden glücklich verheiratet und auch deine Eltern haben ihn und deine Entscheidung akzeptiert. Trotzdem werdet ihr gelegentlich von Paparazzi verfolgt, die dem Leben der Grafentochter immer noch großes Interesse zeigen um damit die örtlichen Boulevardblätter zu füllen, was einer der Gründe für deinen Muggeljob ist. Es ist ein Sonntagmorgen und Fred und Angelina (die geheiratet haben), Harry, Ginny, Ron und Hermine sind bei euch zum Brunchen eingeladen. George blättert gerade den Panoramateil der Zeitung durch und ruft dir lachend zu: „Weißt du was die jetzt wieder schreiben, Süße? Du seiest schwanger, vermutlich mit Drillingen!“. Du standest gerade an der Küchenzeile, mit dem Rücken zu den Anderen. Ungläubig schließt du kurz die Augen, während George den Bericht weiter analysiert: „Hier ist auch ein Foto von dir, wie du total gestresst aus der gynäkologischen Fachklinik kommst. Wer deiner Kids liegt denn da?“. Du hörst wie Ginny und Angelina ihn mehrfach ermahnen, das Thema zu wechseln. Mist, du hattest genau gewusst, dass du besser woanders hingegangen wärest, diese scheiß Paparazzi. Tränen der Wut sammeln sich in deinen Augen, du stampfst kurz mit dem Fuß auf, drehst dich um und verlässt fluchtartig den Raum. Ginny funkelt ihren Bruder böse an, schiebt ihren Stuhl zurück und folgt dir. „Was ist denn mit der?“, fragt Ron an George gewandt und auch Fred sieht fragend aus. Angelina und Hermine schütteln genervt den Kopf und verlassen ebenfalls den Raum, zurück bleiben die verdatterten Männer. George zuckt mit den Schultern: „Keine Ahnung was sie hat, aber ich sollte ihr wohl besser folgen!“. Er kommt in euer Schlafzimmer, wo du total aufgelöst im Schneidesitz auf eurem Bett sitzt und die Mädels tröstend um dich herum. Als sie George sehen, sagt Angelina: „Wir sollten den Männern lieber wieder Gesellschaft leisten, ehe sie noch irgendwelche Dummheiten machen!“. Als sie das Zimmer verlassen haben, kommt George besorgt auf euer Bett zu. „Was hast du Prinzessin?“, fragt er, als er direkt vor dir steht. Mit roten Augen, siehst du zu ihm auf und schluchzt: „Diese doofen Paparazzi! Ich wollte es dir anders sagen!“. „Du wolltest mir was sagen?“, fragt er verwirrt, geht in die Knie und streicht dir die Tränen von den Wangen. Ein zartes Lächeln umspielte deine Lippen, er war so unglaublich toll. „Du wirst Vater, George!“. Ungläubig und mit offenem Mund starrt er dich an, bevor er aufsteht, dich vom Bett hebt und dich glücklich im Kreis wirbelt.

21.88 % der User hatten die Auswertung: Du heißt Samantha Ann Rowland, du wirst jedoch fast ausschließlich Sam gerufen. Du lebtest alleine mit deinem Vater in ärmlichen Verhältnissen, in einer kleinen Wohnung in Hogesmeade, deine Mutter hatte euch kurz nach deiner Geburt verlassen. Dein Vater vermittelte dir alle wichtigen Werte und du hattest Respekt vor allen Menschen, Zauberer oder Muggel und allen Lebewesen. Außerdem brachte er dir das Gitarre- und Klavierspielen bei und ihr musiziertet viel zusammen. Schon früh weckte diese Leidenschaft deinen zukünftigen Berufswunsch, du wolltest Sängerin werden. Dein Vater, der deine Stimme liebte und dein Talent erkannte, förderte dich wie und wo er nur konnte. Als du gerade neun Jahre alt warst, wurde dein Vater, vor deinen Augen, von Todessern ermordet und du kamst zu deinem strengen, aber sehr reichen Großvater. Dein Vater hatte seinen Vater gehasst und dir wurde auch bald klar wieso. Er war ein gemeiner, alter Mann, der sich zur dunkeln Seite bekannte. Du wurdest nicht nach Hogwarts geschickt, sondern zu Hause unterrichtet. Deinen Traum Sängerin zu werden fand dein Großvater mehr als lächerlich, weswegen es dir verboten war zu singen. Doch du tatest es heimlich. Du wuchst zu einem schönen jungen Mädchen heran, mit schulterlangen, glatten dunkelroten Haaren und den intensiven grünen Augen. Du warst nie besonders groß, lediglich 1,63 m, und du warst sehr schmal. Deine ganze zierliche Statue und dein hübsches Äußeres ließen dich zart und schwach wirken, aber du warst eine Kämpferin. Mit 16 Jahren sollte dir das dunkle Mal auf den Arm gebrannt werden, was du nicht wolltest. Du sträubtest dich sehr, zum großen Missfallen des Alten. Eines Nachts schafftest du es, wegzulaufen. Du wusstest, dass man nach dir suchte und versuchtest so gut es ging im Verborgenen zu Leben. Dein neues Leben führte dich in die Winkelgasse, wo du versuchtest deinen und den Traum deines Vaters weiter zu verfolgen. Doch die erneute Machtergreifung Voldemorts erschwerte dir dein Leben. Deine Geschichte beginnt zwei Jahre nach deiner Flucht, du bist also 18 Jahre alt (ein Jahr jünger als die Zwillinge), in diesem Jahr findet später auch die große Schlacht in Hogwarts statt… „Sam, die Leute aus Zimmer 324 haben uns so eben verlassen. Na los, die Arbeit erledigt sich nicht von alleine!“. Es war Tom, der Wirt des „Tropfenden Kessel“, der mich aus meinen Tagträumen riss. „Ja, sehr wohl, Tom!“, sagte ich, schnappte mir den Wischmopp und den Eimer und machte mich auf den Weg in die obere Etage. Ich arbeitete morgens als Zimmermädchen im „Tropfenden Kessel“. Außerdem half ich zweimal in der Woche am Nachmittag bei Madame Malkins aus und die anderen drei Nachmittage sortierte ich Bücher bei „Flourish und Blotts“. Die Bezahlungen waren kaum der Rede wert, doch es reichte um meine Leidenschaft, das Singen, zu finanzieren und weiter zu verfolgen. Ich sang in Pubs rund um die Winkelgasse und auch in den nahe gelegenen Muggelstraßen, mittlerweile wurde ich sogar schon für Privatfeiern, wie etwa Hochzeiten gebucht. Mir machte die Arbeit als Zimmermädchen keinen Spaß, was ich mir nicht anmerken ließ, denn alles war besser als bei dem Alten zu leben. Nach meiner Arbeit flitze ich eilig in mein Zimmer, ich musste mich schnell umziehen, denn gleich begann schon die nächste Schicht. Ich schälte mich aus meinem türkisfarbenen Dienstmädchenkostüm und schlüpfte in eine helle, enge Jeans und eine grün karierte Bluse, band mir schnell die Haare zum Pferdeschwanz und lief die Treppen nach unten, ich wurde erst langsamer als mir der frische Wind ins Gesicht schlug. „Hey Gina!“, sagte ich lächelnd als ich den Laden betrat. Gina war eine junge Schneiderin und meine einzige Freundin. Sie schaute von dem Umhang auf, den sie gerade am Umnähen war, lächelte mich kurz an und wandte sich dann wieder ihrer Arbeit zu. „Na Luder, wie war’s?“, fragte sie neugierig, während ich mich an meine Nähmaschine, hinter ihr, sinken ließ und sie mit einem Zauber in Bewegung brachte. „Du bist so neugierig!“, lachte ich auf, bevor ich ihre Frage beantwortete. „Es war ganz nett!“. „Nett ist die kleine Schwester von Schei…“, setzte sie kichernd an, doch ich unterbrach sie schnell. Ich wusste dass Madame Malkins solche Wörter in ihrem Laden hasste. „Nein, es war echt ganz okay! Wir waren was Kleines essen, er hat ganz Gentleman- Like bezahlt, dann waren wir ne Weile spazieren, dann waren wir in seiner wirklich tollen Wohnung und der Abend endete wie immer!“, sagte ich schmunzelnd und senkte den Blick auf das geblümte Kleid, dass ich gerade fertig nähte. „Mit bedeutungslosem, wilden Sex!“, murmelte Gina und stellte eine eher rhetorische Frage, da sie die Antwort bereits kannte. „Wie sieht’s aus? Gibst du dem Typ noch ne Chance, zweites Date?“. Ich lachte nur spöttisch auf und das Thema war abgeharkt. Sie kannte mich, wahrscheinlich als Einzige. Wobei alles wusste auch sie nicht! Ich hörte wie vorne im Eingangsbereich das Glöckchen über der Tür bimmelte und einen neuen Kunden ankündigte. Sofort ertönte Madame Malkins übertriebene Stimme und ich ahnte, dass eine unserer teuren Stammkundinnen so eben den Laden betreten hatte. Wenige Sekunden später hörte ich wie sie meinen Namen rief. „Was die Alte wohl wieder will!“, stöhnte Gina genervt, ohne von ihrer Arbeit aufzublicken. „Keine Ahnung, aber es kann nichts Gutes sein!“, meckerte ich leise und ging in den vorderen Teil des Ladens. „Sam!“, hörte ich eine aufgeregte Stimme quietschen und spürte, wie sich etwas um meinen Oberschenkel schlang. Ich schaute nach unten und sah in zwei große blaue Kulleraugen. „Hey Knirps!“, lächelte ich sanft und tätschelte den kleinen Kopf. Es war der vierjährige Sohn eine unserer gut betuchten Damen, der total verrückt nach mir war, weshalb ich immer Babysitter spielen durfte, während seine Mutter Unmengen an Geld bei uns ließ. Doch ich tat es gerne, ich mochte Kinder! Seine Mutter schenkte mir ein hochnäsiges Lächeln und Madame Malkins sagte: „Würdest du unseren kleinen Gast beschäftigen?“. Ich nickte mit einem aufgesetzten Lächeln, ich mochte weder die eine noch die andere alte Schnepfe. „Na komm junger Mann, dann lass uns mal die Winkelgasse unsicher machen!“, grinste ich und hielt ihm meine Hand hin, die er sofort ergriff. Wir waren nicht sehr weit gekommen, da unterbrach er seinen Redeschwall und deutete aufgeregt auf einen übertrieben, bunten Laden. „Oh, da will ich rein…Na los Sam, komm schon!“, sagte er und zog an meiner Hand. Der Laden war schon ein paar Jahre dort. Von alten Kaufleuten hatte ich in einem Pub gehört, er würde von zwei jungen Männern betrieben. Ich hatte es bisher noch nicht geschafft, mich selbst mal von dem Laden zu überzeugen. Wir waren kaum durch die Tür gekommen, da entriss John sich meiner Hand und flitze durch die ganzen Menschen hindurch. Na super! Der Laden war zum Bersten voll, wie sollte ich hier einen 1,15 m großen Minimann wieder finden, ehe der die Bude auseinander nahm? Nervös ließ ich meinen Blick schweifen, doch ich war selbst nicht groß genug, um über die Köpfe der meisten Anderen hinweg zu sehen. Nicht einmal den Inhalt der Regale konnte ich sehen, denn es war unmöglich durch die Menschenmenge daran zu kommen. Plötzlich hörte ich einen lauten Knall. Ich hielt mir ängstlich die Ohren zu, ging leicht in die Knie und stieß einen lauten Schrei aus. Ich war seit damals sehr schreckhaft… Alle um mich Rumstehenden schauten mich verwirrt an und ich entspannte mich etwas aus meiner verängstigten Haltung. Ich sah wie die Leute zur Seite geschoben wurden und blickte in ein erschrockenes Gesicht. „Alles in Ordnung bei dir?“, fragte mich der rothaarige Mann besorgt. Er war ebenfalls etwas in die Knie gesunken, um mir besser in die Augen sehen zu können und berührte sachte meine Schulter. Man, er hatte unglaubliche Augen! Als er bemerkte, dass es mir gut ging, wurde sein Gesicht von einem breiten Grinsen geziert. Ich spürte seine Hand auf meiner Schulter, als würde sie dort eine Brandwunde hinterlassen. Er sah verdammt gut aus, musste ich feststellen und lächelte, als ich mich wieder aufrichtete. „Ja, alles klar, danke! Ich bin nur etwas schreckhaft!“, sagte ich, wenn der wüsste! „Na dann bist du hier aber im falschen Laden, wenn dich laute Geräusche erschrecken! Fred Weasley!“, sagte er und streckte mir seine Hand entgegen. *Seine Sicht* Sie griff selbstsicher meine Hand. „Ui ich hab gleich den Besitzer persönlich kennen gelernt! Freut mich!“, lächelte sie. „Einen der Besitzer und so ne Ehre lass ich nicht jedem zu Teil werden!“, sagte ich ironisch und fragte gleich grinsend, „Und mit wem hab ich das Vergnügen?“. Sie lächelte verspielt und ließ dabei ihre Zähne leicht blitzen. „Mit mir!“, entgegnete sie taff. Sie war verdammt sexy, so viel war klar! Ehe ich sie erneut nach ihrem Namen fragen konnte, wandte sie sich an mich. „Ich suche Jemand, vielleicht…“, begann sie, doch ein Geräusch von zu Boden fallenden Kisten, ließ sie erneut ängstlich zusammenfahren, dieses Mal schrie sie aber nicht. Wir schauten Beide zur Quelle des Lärmes. Ein kleiner Junge stand in Mitten eines Sortiments umgeworfener „Dauer- Dauerlutscher“. Erschrocken schritt sie schnell auf den Kleinen zu, ging auf die Knie und sammelte nervös die Lutscher wieder ein, der Kleine tat es ihr Gleich. „Es tut mir so Leid! Ich werde dir den aufgekommenen Schaden bezahlen!“, murmelte sie. Ich ging ebenfalls in die Knie und half beim Einsammeln. „Ach was, kein Problem!“, sagte ich und hielt den letzen Lutscher, nachdem wir Beide gegriffen und bei dem sich dann unsere Blicke kurz getroffen hatten, dem Jungen hin. Er schaute mich traurig und voller Reue aus seinen großen blauen Augen an. „Auf den Schock solltest du wirklich einen Lutscher essen, Kumpel!“, lächelte ich sanft. Er strahlte mich an, nahm den Lutscher an und bedankte sich. Wir standen alle Drei auf, der Junge hielt ihre Hand und wartete geduldig. Verlegen schaute sie zu mir auf. Mist, sie hatte schon ein Kind! „Danke!“, lächelte sie. „Nichts zu danken! Dein Sohn hat Geschmack, die Dinger schmecken echt lecker… Das Nasenblutnugat hätte ich ihm nicht geschenkt, hätte er das umgeworfen!“, lachte ich. Sie errötete leicht, fasste sich jedoch schnell wieder. „Er ist nicht mein Sohn, ich bin nur der Babysitter!“, sagte sie und schaute dabei auf den Jungen. Puh, Schwein gehabt! „Ein Glück, dann brauchst DU also keinen Babysitter, wenn du mit mir ausgehst!“, grinste ich selbstsicher. Sie schaute auf und in ihren grünen Augen funkelte etwas auf, was ich nicht zu deuten wusste. „Wer sagt denn bitte, dass ich mit dir ausgehe?“, fragte sie frech grinsend und strotze nur so vor Selbstbewusstsein, was sie noch heißer machte. „Ich!“, entgegnete ich grinsend. Sie musterte mich kurz und antwortete dann grinsend, „Glaub mir, du willst nicht mit mir ausgehen!“. „Oh, glaub MIR, ich weiß ganz genau, was ich will!“, ging ich auf ihren Flirt ein. Sie lächelte süffisant. „Lass uns ein Spiel daraus machen, denn du scheinst es zu mögen zu spielen…“, lächelte sie über ihre zweideutige Bemerkung, während sie ihren Blick über die Regal schweifen ließ, worauf sie sich eigentlich bezog. „Wenn du wirklich mit mir ausgehen willst, dann musst du mich finden!“, sprach sie weiter und sah mir wieder in die Augen. Ich lachte kurz auf und legte den Kopf in den Nacken, um sie kritisch grinsend zu beäugen. „Du unterschätzt mich, Kleine!“, entgegnete ich ihr, worauf sie nur noch breiter lächelte. „Sam? Können wir jetzt gehen?“, quengelte der kleine Junge an ihrer Hand. „Ha!“, prustete ich, „Jetzt kenn ich schon deinen Namen, der Rest ist ein Kinderspiel!“. „Wie du meinst…“, lächelte sie listig, drehte sich langsam um und verließ den Laden. Wow, die Kleine war der Wahnsinn! Ich musste sie unbedingt wieder sehen! *Deine Sicht* „Warum grinst du so?“, fragte Gina, als sie mir einen kurzen Blick zuwarf, als ich die Nähstube betrat. Ich senkte den Blick und musste nur noch breiter grinsen. „Nicht dein Ernst? Du führst einen kleinen Jungen aus und lernst einen Typen kennen! Du bist unglaublich Sam!“, lachte sie auf. „Na los erzähl!“, forderte sie weiter und drehte sich neugierig zu mir um. „Da gibt’s nichts zu erzählen!“, lächelte ich und begann meine Arbeit wieder aufzunehmen. Gina schnaubte nur grinsend und drehte sich wieder um. Die nächsten Tage vergingen Ereignislos, ich ging lustlos meinen verschiedenen Tätigkeiten nach. An diesem Abend sollte ich gemeinsam mit Tom im „Tropfenden Kessel“ die Theke übernehmen, das war unsere Abmachung, damit ich einmal im Monat singen durfte. „Würdest du mir noch mal nachschenken, Schätzchen!“, nuschelte ein älterer Mann. „Ich glaube du solltest nichts mehr trinken, Dick!“, meinte ich grinsend, schenkte ihm jedoch noch einen Feuerwhiskey ein. Ich kannte die alten Kaufleute und Arbeiter mittlerweile alle, die regelmäßig hier verkehrten. „Du bist ein Engel!“, brabbelte er und setzte sein Glas an. Das Gasthaus war ziemlich voll, es waren nur noch zwei Plätze an der Theke frei. Ich drehte mich gerade zu unserer Musikanlage, um die Platte zu wechseln. Dann ging ich nach hinten, wo ich die leeren Flaschen abstellte. Ich sang laut vor mich hin und genoss die Ruhe, doch bald gab es Hinten nichts mehr für mich zu tun, also stieß ich die Flügeltür mit meiner Hüfte auf und wollte gerade die Gläser auf der Anrichte abstellen und einsortieren, als ich ihn wieder sah. „Ist gut, hat sich erledigt Tom!“, grinste er breit, als er mich erblickte. Tom nahm mir den Karton mit den Gläsern aus der Hand und machte mich mit einem Kopfnicken darauf aufmerksam mich um die neuen Gäste zu kümmern. Ich musste über sein schelmisches Grinsen schmunzeln, als ich auf ihn zutrat. „Ja ich spiele gerne, aber auch nur, weil ich eigentlich immer gewinne!“, sagte er zur Begrüßung. „Das ist George, George, Sam!“, stellte er mir seinen Zwillingsbruder vor. „Du hast definitiv nicht übertrieben Fred! Freut mich!“, lachte dieser und schüttelte meine Hand. Bei seiner ersten Bemerkung fing er sich einen leicht verärgerten Blick von Fred ein, ich tat als hätte ich das überhört. „Ich muss zugeben, ich hab dich tatsächlich unterschätzt!“, strahlte ich ihn an. Ich wusste genau was ich da tat, mein Lächeln war grundsätzlich gewinnend. „Was trinkt ihr Jungs? Die erste Runde geht auf mich!“, sagte ich, ohne Fred eine Sekunde aus den Augen zu lassen. Ich stellte drei Schnapsgläser auf die Theke und füllte sie mit Feuerwhiskey auf, eines der Gläser nahm ich mir und setzte es mit einem „Cheers!“ an. Ich hatte das Glas gerade wieder abgesetzt, da hörte ich wie Dick und seine Kameraden meinen Namen riefen. „Sam, Kleines! Erfüll uns alten Herren doch noch einen Wunsch!“, schrie er und hielt sein leeres Glas empor. „Die Pflicht ruft!“, lächelte ich die Zwillinge amüsiert an, zwinkerte Fred noch ein Auge und wandte mich dann zum Gehen. Der Abend zog sich dahin, immer wieder tauschten Fred und ich intensive Blicke, unter denen ich zu schmelzen schien. Sein Bruder und er tuschelten die ganze Zeit und hatten sichtlich Spaß, doch er ließ mich nicht eine Sekunde aus den Augen. Nach einer Weile war George äußerst betrunken und er grölte meinen Namen. Ich ging grinsend auf die Beiden zu. „Du… solltest… *hick* ihm eine Chance geben… *hick* er ist wirklich ein guter Fang!“, lallte er und hing halb über die Theke. Ich musste lachen, Fred, der nicht so viel wie sein Bruder getrunken hatte, schüttelte grinsend den Kopf und wollte George zurückziehen, doch dieser ließ sich nicht beirren. Ich tätschelte Georges Kopf und antwortete ihm grinsend, während ich Fred beobachtete, der meinen Blick wachsam erwiderte: „Das hatte ich vor! Das war schließlich der Spieleinsatz! Aber du solltest jetzt dringen in dein Bett, mein Lieber!“. George setzte sich zufrieden hin und nickte grinsend. „Ich sollte ihn nach Hause bringen!“, sagte Fred und musterte seinen Bruder grinsend. „Ja, das solltest du!“, kicherte ich. „Also, wann darf ich dich ausführen?“, grinste er, während er bereits aufstand und seinen Bruder stütze. „Morgen Abend hab ich frei!“, überlegte ich lächelnd. „Gut! Wann und wo soll ich dich abholen?“, fragte er und lächelte süß. „Wir wäre es, wenn wir uns um 19 Uhr vorm „Kessel“ treffen?“, fragte ich. „Okay, ich werde da sein! Gute Nacht, träum süß!“, entgegnete er und verließ, mit dem betrunkenen George den Laden. Ich schaute ihnen noch lange verträumt nach. Am nächsten Abend machte ich mich fertig für mein Date. Ich stand vor meinem Spiegel und drehte mich ein paar Mal. Ich trug eine schwarze Röhrenjeans und eine verspielte lilafarbene Tunika, meine Haare fielen mir offen über die Schultern. Skeptisch beäugte ich das Gesamtbild und schnaubte laut. Ich war nervös, aber warum? Ich hatte öfter Dates und ich war nie nervös, was war heute also anders? Ich ging langsam nach draußen, es war kurz vor sieben. *Seine Sicht* Da stand sie und schaute sich in der Straße um. Sie sah umwerfend aus. „Warten Sie auf wen junge Frau?“, fragte ich, als ich auf ihrer Höhe war. Erschrocken fuhr sie herum und errötete als sie mich erkannte. „Ja…Tut mir Leid Sir, aber meine Verabredung müsste jeden Moment auftauchen!“, entgegnete sie grinsend. „Du siehst toll aus!“, meinte ich anerkennend. Sie lächelte mich an und bedankte sich. Irgendwie war sie sich unsicher, was sie nun tun sollte, ich versuchte die Situation zu entspannen. „Wo willst du hin gehen?“, fragte ich sie, ich fand ihre Unsicherheit irgendwie süß, obwohl sie mir neu an ihr war. „Äh… Es gibt da so einen tollen kleinen Muggel- Musik- Pub, gleich hier in der Nähe… Also nur wenn du möchtest!“, stammelte sie. „Ja klar, warum nicht!“, entgegnete ich und wir machten uns auf den Weg. Wir schlenderten eine Weile durch die Winkelgasse, bis wir durch die Mauer in die Muggelstraße kamen. Sofort entspannte sie sich merklich und wurde wieder lockerer. Wir betraten den kleinen gemütlichen Raum, wo ein junger Mann mit Gitarre für Live- Musik sorgte. „Hey Sam!“, winkte der Wirt ihr zu, sie lächelte und winkte zurück, dann ging sie an einen Tisch, der in einer kleinen Nische am Fenster stand und ließ sich nieder. Ich setzte mich ihr gegenüber. „Bist du öfter hier?“, fragte ich sie interessiert. Sie lächelte: „Könnte man so sagen!“. „Du scheinst auf Geheimnisse zu stehen!“, entgegnete ich ihr grinsend, da sie wieder so geheimnisvoll wie am Tag unserer ersten Begegnung tat. „Sagen wir mal so, ich steh nicht drauf, aber sie gehören zu meinem Leben dazu und machen mir vieles einfacher!“, lächelte sie und schaute mir tief in die Augen, irgendetwas in ihrem Blick war traurig. „Wie geht’s George?“, fragte sie um das Thema zu wechseln. „Och soweit wieder ganz gut!“, lachte ich, „Er hatte ganz schöne Kopfschmerzen heute!“. Sie stieg in mein Lachen mit ein und wirkte dabei so frei. „Du arbeitest also als Bedienung im „Tropfenden Kessel“?“, fragte ich sie neugierig, sie nippte an ihrem Tee, der mittlerweile serviert wurde. „Ja auch!“, lachte sie wieder. „Was heißt auch?“, wollte ich wissen. „Eigentlich bin ich Zimmermädchen im „Kessel“, also morgens, zweimal in der Woche helfe ich bei Madame Malkins und die anderen drei Nachmittage bei Flourish and Plotts aus. Und an drei von fünf Abenden bediene ich abends hinter der Theke!“, zählte sie lächelnd auf. Ich starrte sie mit offenen Mund an, „Wow, du bist vielfältig, wie ich sehe!“. „Ach was… Die Bezahlungen sind kaum der Rede wert, aber jede Stelle hat was für sich! Im „Kessel“ darf ich umsonst wohnen, bei Madam Malkins darf ich mir öfter Kleider günstiger mitnehmen und bei Flourish and Plotts darf ich mir so viele Bücher ausleihen wie ich möchte!“, schwärmte sie kichernd. Sie war so bezaubernd, wie sie so verträumt in ihren Tee schaute. „Wo bist du eigentlich zur Schule gegangen? Ich meine, du bist nicht viel jünger als George und ich, aber auf Hogwarts warst du sicher nicht! Du wärest mir aufgefallen!“, grinste ich schelmisch. Sie lächelte schwach und antwortete kurz angebunden: „Ich bekam Privatunterricht!“. Ich nickte nur. Ihre Vergangenheit war also ein Thema über das sie nicht gerne sprach. „Und von wo kommst du?“, ich wollte es trotzdem noch nicht ganz auf sich beruhen lassen. „Aus Hogsmeade, da hab ich mit meinem Dad gelebt…“, entgegnete sie und schluckte. Ich wollte nicht weiter nachstochern und wechselte das Thema. Wir lachten viel und unterhielten uns über dies und das. Eigentlich erzählte ich hauptsächlich über Georges und meine Schulzeit, da sie ja nicht über sich sprechen wollte. Der Wirt kam an unseren Tisch. „Na, Sammy wie geht’s dir?“, fragte er lächelnd und nickte mir freundlich zu, bevor er sich wieder ihr zuwandte. „Gut, Nick, danke!“, lächelte sie ihn an, dann stellte sie uns vor. „Ich hab schlechte Neuigkeiten, Kleine!“, sagte er dann und Sams Mine verdunkelte sich etwas. „Der Flügel ist teurer geworden, ich hab mit dem Verkäufer geredet, er kann ihn dir nicht günstiger verkaufen!“, sagte er ernst. Sie lächelte sanft, doch ihre Augen waren voller Enttäuschung. „Kein Problem, Nick! Lieb dass du’s trotzdem versucht hast!“, murmelte sie. Er nickte und ließ uns zurück. Ich sah sie fragend an. „Einer von Nicks Stammkunden ist der Besitzer eines Musikgeschäftes hier in London und ich hatte mich in ein Piano verguckt, was ich mir jetzt aber leider doch nicht leisten kann!“, klärte sie mich lächelnd auf. Ich nickte: „Du spielst Klavier?“. „Ja, aber ich hatte schon ewig nicht mehr die Möglichkeit zu spielen!“, entgegnete sie traurig und schaute aus dem Fenster, in eine andere Welt. Ich ergriff wieder das Wort um sie aufzuheitern, was mir auch zu gelingen schien. Wir saßen noch eine Weile im Pub, in den immer mehr Menschen kamen, die Sam kannten und sie grüßten. „Hier wird’s echt voll! Lass uns gehen!“, sagte sie und wir verließen den Laden. Draußen war es kühl geworden und sie zitterte leicht, als wir nebeneinander herliefen. Ich legte ihr meine Jacke über, gerührt schaute sie zu mir auf, „Danke!“. Plaudernd gingen wir wieder Richtung Winkelgasse und mit jedem Schritt wurde sie wieder nervöser. Vor dem „Tropfenden Kessel“ angekommen, drehte sie sich zu mir um und sah mich fragend an. „Möchtest du noch mit rauf kommen?“. Ich nickte grinsend und folgte ihr bis unters Dach, wo sie einen kleinen Schlüssel in eine Tür schob, sie aufsperrte und aufdrückte. Sie hielt mir die Tür auf und ich trat zuerst ein, bevor sie die Tür schloss und das Licht anknipste. Der Raum war nicht sehr groß, in der Mitte stand ein Bett und es gab nur ein kleines Fenster. Im ganzen Zimmer lagen zerknüllte Pergamentstücke herum und an den Schreibtisch, der an einer Wand stand, lehnte eine Gitarre. „Du bekommst nicht oft Besuch?“, musste ich über das Chaos lachen. Sie lächelte schüchtern, „Um ehrlich zu sein, bist du der Erste, der je hier drin war!“. Ich schaute sie leicht ungläubig an. Nervös rückte sie den Stuhl vor ihrem Schreibtisch vor, räumte schnell ein paar Zettel runter und deutete mir an, mich zu setzten. Sie blieb an der Wand mir gegenüber gelehnt stehen. Wir schauten uns lange in die Augen und sie wurde immer unruhiger, während in mir das Bedürfnis größer wurde, sie zu küssen. Ich stand auf und ging langsam auf sie zu, sie wäre am liebsten zurückgewichen, doch sie konnte nicht. Ich stand direkt vor ihr und schaute zu ihr runter, sie war so klein. Ich strich ihr eine Strähne hinter das Ohr und flüsterte: „Du bist wunderschön!“. Dann neigte ich meinen Kopf und küsste sie sachte. Ich spürte ihre Arme, die sie um meinen Hals schlang, während unser Kuss leidenschaftlicher wurde. „Fred…Fred, warte!“, sagte sie bestimmt und sah mich ernst an, während wir uns immer noch in den Armen lagen. Ich schaute sie abwartend an, ließ sie jedoch nicht los. „Ich… ich bin nicht wie die anderen Mädchen!“, stammelte sie verlegen. Ich küsste sie erneut verlangend und sagte in den Kuss hinein: „Ich weiß, das hab ich schon bemerkt! Du bist was Besonderes…“. Wieder zog sie ihren Kopf zurück und ließ ihre Arme sinken. In ihren Augen glitzerten Tränen. „Nein, bin ich nicht! Und das meinte ich auch nicht!“. Ich sah sie an, meine Arme immer noch um ihren zierlichen Körper geschlungen. „Ich bin nicht der Typ Mädchen, den man seinen Eltern als seine Freundin vorstellt oder mit dem man eine Zukunft plant! Bei mir gibt’s nie ein zweites Date…. Aber du… Du bist etwas Besonderes Fred Weasley, du bist ein lieber Kerl, der sich eben genau so ein Mädchen wünscht und auch genau so ein Mädchen verdient hat… Ich will dir nicht wehtun, weil ich diesen Ansprüchen nicht gerecht werde… Das hast du nicht verdient, du verdienst etwas Besseres als mich… Ich…“, sagte sie mit zitternder Stimme. Ich unterbrach sie mitten in ihrem Satz, indem ich ihre Lippen wieder mit meinen verschloss, dann nahm ich ihr Gesicht in meine Hände und sagte: „Ich bin schon ein großer Junge, Sam! Ich kann selbst entscheiden was ich will und auch ganz gut auf mich aufpassen! Mach dir also keine Sorgen!“. Sie sah mich einen Moment an, dann schlang sie ihre Arme um meinen Nacken, zog mich zu sich heran und küsste mich fordernd. Ich hob sie hoch und trug sie zu ihrem Bett, auf das ich sie legte, ohne von ihr abzulassen. Sie zog mir mein Shirt aus und schmiegte sich eng an mich. *Deine Sicht* Am nächsten Morgen wurde ich recht früh wach, ich hatte noch knapp eine Stunde ehe ich die ersten Zimmer reinigen musste. Ich lag mit meinem Kopf auf Freds nacktem Oberkörper, einen Arm hatte er um mich geschlungen der andere lag auf seiner Brust, seine Hand berührte meinen Arm, der ebenfalls dort lag. Gedankenversunken strich ich mit meinen Fingerspitzen über seinen Unterarm. Was ich da getan hatte war nicht richtig gewesen… Fred war zwar einverstanden gewesen, aber ich wusste, dass er eigentlich nicht der Typ für eine lockere Geschichte war… Wahrscheinlich würde er es noch heute bereuen! Ich ließ meine Fingerspitzen über seine muskulöse Brust gleiten und er bekam eine leichte Gänsehaut. Ich musste unwillkürlich lächeln. Langsam streckte er sich, er wurde wach. Ich schaute zu ihm auf und er lächelte als er die Augen öffnete. „Guten Morgen!“, sagt er und küsste zärtlich meine Nasenspitze, während er mit seiner Hand meinen nackten Rücken hinunterfuhr. Jetzt war es an mir eine Gänsehaut zu bekommen. „Wie spät ist es?“, fragte er und drehte sich leicht zum Wecker um. Als er feststellte, dass er noch ein bisschen Zeit hatte, dreht er sich wieder um und zog mich wieder fest in seine Arme. Ich schloss die Augen und sog sein Parfum ein, er roch so gut. Doch dann überkam mich ein ungutes Gefühl. „Fred, ich…“, begann ich unsicher. Er unterbrach mich gleich. „Ich erinnere mich noch an alles, Süße, du brauchst keine Panik zu bekommen! Alles ist in Ordnung, mir geht’s gut!“, ich hörte das Lächeln in seiner Stimme. Ich entspannte mich augenblicklich wieder und schmiegte mich noch einige Minuten an ihn an, ehe es Zeit war aufzustehen. Ich krabbelte vorne an den Rand und zog die Decke mit, die ich um meinen Körper geschlungen hatte. Ich griff nach Freds Boxershorts und warf sie ihm zu, „Ich muss duschen gehen, meine Schicht geht gleich los!“, grinste ich. Er erwiderte mein Grinsen schelmisch, setzte sich auf und zog mich an den Oberarmen zurück aufs Bett, in seine Arme. „Ich auch!“, lächelte er und küsste mich so zärtlich, als befürchte er, ich würde zerbrechen. „Du duschst aber bei dir Zuhause, ich dusch allein, sonst komm ich zu spät!“, lachte ich und wuschelte durch seine Haare. Er machte einen gespielten Schmollmund, „Och Menno!“. Ich musste lachen und schob ihn bestimmt aus meinem Bett, auf dem ich sitzen blieb. Ich schaute ihm beim Anziehen zu und ertappte mich dabei, wie ich sehnsüchtig seinen Körper musterte, den er immer weiter einpackte. Ich seufzte gedankenverloren, er schaute mich an, was ich nicht bemerkte, erst sein Auflachen holte mich aus meiner Starre. Ich blickte auf und sah in seine amüsierten Augen, ich errötete leicht. „Du hast das Duschangebot ausgeschlagen, selbst Schuld würde ich meinen!“. Ich grinste frech und stand, immer noch in die Bettdecke gewickelt auf, um ihn an die Tür zu begleiten. Er drehte sich auf dem Absatz noch einmal zu mir um, strich mit seiner Hand über meine Wange, legte sie in meinen Nacken und zog mich zu sich um mich noch einmal leidenschaftlich zu küssen. Irgendwie kribbelte es dabei komisch in meinem Bauch. Dann lächelte er süß und ging. In den nächsten Tagen dachte ich viel über Fred nach, ich hatte ihn seit unserer gemeinsamen Nacht nicht mehr gesehen, was mich irgendwie ziemlich traurig machte. Ich war an diesem Nachmittag gerade bei Flourish and Plotts und sortierte Bücher in eines der oberen Regale ein. Ich stand bereits auf den Zehenspitzen und streckte mich, doch ich erreichte es trotzdem nicht richtig. Plötzlich trat jemand hinter mich, nahm mir das Buch aus der Hand und schob es ohne Anstrengungen ins Regal zurück. Ich drehte mich um und sah in die warmen, wunderschönen braunen Augen, die ich seit Tagen vermisste. „Hey!“, grinste Fred breit, neigte den Kopf und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Hey, danke!“, strahlte ich übers ganze Gesicht. „Was machst du hier?“, fügte ich hinzu. Er griff hinter sich auf den Tisch, wo zwei Becher mit Kaffee standen und reichte mir einen davon. „Ich dachte, du würdest vielleicht eine Pause vertragen können!“, lächelte er süß. „Fred, ich sagte doch, keine zweiten Dates!“, murmelte ich verlegen und schaute zu Boden. Er hob mein Kinn sachte an und grinste schelmisch, „Das ist aber kein Date!“. Ich musste schmunzeln. Den Rest der Zeit schaute er mir dabei zu, wie ich Bücher einräumte oder Kunden beritt, dann stand er auf, sah auf seine Uhr, kam auf mich zu, küsste mich auf die Wange, sagte: „Meine Pause ist auch um! Wir sehen uns!“ und mit einem Augen zwinkern ließ er mich zurück. Von diesem Tag an, besuchte mich Fred in jeder Mittagspause, saß abends im „Kessel“ und verbrachte die ein oder andere Nacht bei mir. Doch nichts von all dem ließ sich als „Date“ bezeichnen, weshalb ich mir einredete meine Regeln nicht zu brechen. Wir wurden Freunde und auch mit George verstand ich mich super. An einem Sonntagnachmittag hatte ich frei und Fred besuchte mich in meinem Zimmer. „Ich muss dir unbedingt was zeigen!“, grinste er breit als er im Türrahmen stand. Ich ließ mich von seiner Euphorie mitreißen und folgte ihm durch die wie ausgestorbene Winkelgasse. „Was ist denn so wichtig? Wo gehen wir hin?“, fragte ich ständig, doch er ließ mich zappeln. In einem Hinterhof blieben wir plötzlich vor einem großen Rolltor stehen, er zückte seinen Zauberstab und öffnete es, dann packte er meine Hand und zog mich in den dunkeln Lagerraum, der dahinter lag. „Fred, sind wir gerade hier eingebrochen?“, fragte ich nervös und schaute mich in der Dunkelheit unruhig um. Ich hörte ihn leise lachen, „Natürlich nicht!“. Dann ließ er das Licht angehen, was die Lagerhalle in ein geheimnisvolles Leuchten versetzte. Er stand stolz neben mir, seine Hand immer noch mit meiner verschränkt und beobachtete mich grinsend. Ich traute meinen Augen kaum, in der Mitte der Halle stand ein großer schwarzer Flügel. Ich ließ seine Hand los und ging langsam darauf zu. Mit meinen Fingerspitzen fuhr ich sachte über das lackierte Holz. Ohne den Blick davon abzuwenden, wandte ich das Wort ungläubig stammelnd an Fred: „Aber… wie?“. Er war hinter mich getreten, hatte mir die Hände auf die Schultern gelegt und mich an sich gezogen. „Einem unserer Zulieferer gehört die Halle und er erwähnte mal, dass er auch einen alten Flügel besäße, den er aber nicht spielen könne… Da dachte ich gleich an dich und hab gefragt, ob du hier spielen dürftest…“. Ich war so gerührt, ich drehte mich um, schlang meine Arme um seinen Körper und schmiegte mich eng an ihn. *Seine Sicht* Ich küsste sachte ihren Kopf, dann löste sie sich von mir, ging auf den Flügel zu und drehte sich mit Tränen in den Augen zu mir um und fragte: „Darf ich?“. Ich nickte nur und sie nahm Platz. Die ersten Töne spielte sie zart an, so dass sie nur leise zu hören waren. Sie schloss die Augen und ein schwaches Lächeln umspielte ihre Lippen. Ohne die Augen zu öffnen begann sie zu spielen, als sei sie in einer anderen Welt. Ich beobachtete sie fasziniert, wie sie wie in Trance von einer Melodie in die nächste überspielte. Ich ging langsam auf sie zu und setzte mich neben sie auf den Hocker. Ihre Finger schienen über die Tasten zu fliegen, ich schaute in ihr Gesicht. Ihre Lider waren immer noch geschlossen, aber sie weinte. „Sam?“, fragte ich und berührte sachte ihre Schulter. Sie öffnete die Augen und begann leiser zu spielen, damit ich sie besser verstehen konnte. „Mein Vater hat mir das Klavier spielen beigebracht… Er hat es geliebt mir zuzuhören… Ich habe nicht mehr gespielt… seit er…“, wisperte sie leise. Sie nahm tief Luft, wischte sich die Tränen weg und spielte wieder etwas lauter. Ich rückte näher an sie ran, schlang meinen Arm um ihre Hüfte, legte meine Lippen an ihr Ohr und flüsterte: „Spielst du was für mich?“. Ohne meine Frage zu beantworten, spielte sie endlich eine Melodie an, die ich auch kannte, es war „Fast Car“ von Tracy Chapman. Ich schaute gebannt auf ihre Finger, als ich hörte wie sie anfing zu singen. Mit offen stehendem Mund starrte ich sie an und vergas sogar Luft zu holen. Sie hatte eine wunderschöne Stimme und es schien als würde sie all ihre Gefühle durch ihren Gesang ausdrücken wollen. Nie hatte ich sie so schön und gleichzeitig so verletzlich gesehen. Als das Lied endete, hörte sie auch auf Klavier zu spielen, sie schaute nur ausdruckslos auf die Tasten. Ich konnte gar nichts sagen, ich war sprachlos, was ziemlich selten vorkam. Ohne mich anzusehen flüsterte sie leise und mit einem traurigen Lächeln im Gesicht: „Das war sein Lieblingslied! Er hatte es mir immer vorgesungen wenn ich geweint habe oder vor dem Einschlafen… Er war so stolz, als ich es endlich selbst spielen konnte!“. „Was ist mit deinem Dad passiert?“, traute ich mich leise zu fragen, mein Arm war immer noch um ihre Hüfte gelegt und ich zog sie näher zu mir heran. „Er wurde von Todessern ermordet, ich musste alles mit ansehen!“, sagte sie und begann heftig zu schluchzen. Ich schloss sie fest in meine Arme und sie ließ erschöpft ihren Kopf an meine Brust sinken, wo sie sich ganz ihren Tränen hingab. Es dauerte eine Weile bis sie sich wieder beruhigt hatte, dann hob sie ihren Kopf, sah mich an und flüsterte leise: „Danke Fred… für das Alles! Du bist… so toll!“, ehe sie ihre Lippen sachte auf meine legte. Ich erwiderte ihren Kuss bereitwillig, doch dieses Mal war es anders. Echter! Sie versteckte ihre Gefühle nicht, sie war ganz sie selbst, unglaublich! Ihr Kuss wurde immer leidenschaftlicher. Nach einer Weile lösten wir uns voneinander und sie sah mich glücklich lächelnd an, dann hauchte sie mir noch einen Kuss auf die Lippen und sagte: „Lass uns gehen!“. Sie war aufgestanden und hielt mir ihre Hand entgegen, die ich ergriff, doch sie ließ nicht los, so wie sonst. Stattdessen liefen wir Händchen haltend durch die dunkle Winkelgasse. Wir gingen in meine Wohnung, wo George vorm Fernseher rum hing und durch die verschiedenen Kanäle zappte, auf der Suche nach einem guten Film. „Hey George!“, begrüßte Sam ihn, er stand auf und drückte sie kurz an sich. „Na wo wart ihr zwei den ganzen Abend?“, fragte er und grinste schelmisch. „Fred hat mir einen Traum erfüllt!“, strahlte Sam, George hielt sie immer noch im Arm. „Ohh Fred, du hast ihr das Geschenk doch schon gegeben?“, fragte George und sah mich überrascht an. Ich funkelte ihn nur böse an und schüttelte den Kopf, so dass nur er es sehen konnte. Doch Sam war so verträumt, dass sie Georges Aussage gar nicht richtig verstand, wofür ich sehr dankbar war. Wir gesellten uns noch etwas zu George dazu und dann brachte ich sie nach Hause, da ihre Schicht am nächsten Morgen äußerst früh begann. *Deine Sicht* Ich lag in meinem Bett und starrte die Decke an. In meinem Zimmer war es stockdunkel, eigentlich wollte ich längst schlafen, doch die Gedanken drehten ihre Runden in meinem Kopf. Ich dachte nur an Fred und die Tatsache, was er an diesem Tag für mich getan hatte. Ein Lächeln hatte sich auf meinem Gesicht eingemeißelt. Ich dachte an seine schönen, braunen Augen, seinen tollen Körper, die Art wie er mich in die Arme nahm, seine Scherze und sein unwiderstehliches Lachen. An seine unbeschreiblichen Küsse, unwillkürlich strich ich mir sacht über meine Lippen, auf denen ich seine praktisch noch spüren konnte. Seine Berührungen, die ich immer noch fühlte, da sie ein angenehmes Prickeln hinterließen und wie mein ganzer Körper kribbelte, wenn er mich mit diesem wunderschönen schiefen Lächeln anlachte. Ich begann zu kichern wie ein albernes Schulmädchen und kuschelte mich unter die Decke. Alles schien einfach wunderbar! Am nächsten Tag konnte ich es kaum erwarten, nach meiner Schicht in den Laden zu laufen. Schon bevor ich ihn betrat wurde ich ganz aufgeregt. Ich strahlte über das ganze Gesicht, allein beim Gedanken an ihn. Ich trat in den überfüllten Laden, mein Eintreten wurde nicht einmal bemerkt und sah ihn, wie er gerade weiter hinten eine junge Kundin beritt. Mein Herz schien mehrere Takte auszusetzen, bei seinem Anblick und ich vergas fast das Luft holen. Doch plötzlich wurde mir etwas ganz furchtbar klar. War es möglich, dass ich meine eigene Regel gebrochen hatte? Ich hatte mich in Fred verliebt, daran hatte ich keinen Zweifel. Und wem versuchte ich da etwas vorzumachen? Die Art wie wir miteinander umgingen, das war längst keine lockere Geschichte mehr, wir führten quasi eine Beziehung, nur hatte das noch keiner von uns ausgesprochen. Das Alles war nicht mehr einfach nur Sex, hier ging es um Gefühle! Aber ich hatte diese Regel, keine Beziehungen einzugehen, vor einigen Jahren nicht ohne Grund getroffen. Mir wurde schlagartig schlecht und ich sah tief verbittert und verängstigt zu Fred hinüber. Ich konnte es nicht verantworten, den Mann, den ich liebte, in eine solche Gefahr zu bringen. Es führte kein Weg daran vorbei, ich musste handeln. Ich schluckte ein paar Mal schwer, ehe ich auf ihn zuging. „Oh, hey meine Hübsche!“, sagte er glücklich, als er mich erblickte. Ich ging einen Schritt zurück, als er mich in die Arme schließen wollte. Er schaute mich skeptisch an. „Können wir reden, es ist wirklich wichtig!“, sagte ich ohne ein Lächeln und mit fester Stimme, obwohl in meinem Inneren das reinste Chaos herrschte. Er nickte nur und sagte: „Lass uns nach oben gehen!“. Ich folgte ihm die Treppen hoch, dabei wäre ich eigentlich lieber rückwärts wieder raus gerannt. Ich betrat die Wohnung einige Schritte hinter ihm, er sah mich fragend an. „Hör zu! Ich kann das mit uns nicht mehr! Machen wir uns nichts vor Fred, aber das mit uns ist alles, aber keine lockere Geschichte! Dabei hab ich dir gleich gesagt, ich hätte keinen Bock auf was Festes! Konntest du das nicht einfach akzeptieren? Was hast du gehofft? Das ich meine Meinung doch noch ändere, deine Familie kennen lerne, dich heirate und deine Kinder zur Welt bringe und wir eine glücklich Familie werden?“, sagte ich so kalt und emotionslos wie nur möglich. Ich wollte, dass er dachte, die Schuld läge bei ihm und sagte alles, um möglichst gemein zu wirken. Ich wollte, dass er mich hasste, denn wenn er das tat, dann würde er vielleicht nicht versuchen mich umzustimmen, sondern direkt den Kontakt abbrechen, was für sein Leben am Besten wäre. Schockiert und wütend schnaubend schaute er mich an. „Ist das dein Ernst?“, fragte er gepresst, jedes Wort war scharf wie ein Rasiermesser. Ich nickte teilnahmslos. „Du willst also mir die Schuld für alles in die Schuhe schieben?“, fragte er weiter. Ich zuckte nur mit den Schultern, er schüttelte fassungslos den Kopf. „Gut, wenn wir jetzt schon beim Ehrlich sein sind, dann sieh mich an und sag mir ins Gesicht, dass du dich in der ganzen Zeit nicht in mich verliebt hast! Sag mir, dass du mich nicht liebst!“, seine Stimme war fast erstickt vor lauter Wut. Ich schluckte schwer, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich nahm mein letztes bisschen Kraft zusammen, schaute ihm in die Augen und sprach deutlich und so kalt, dass es selbst mir glaubhaft vorkam: „ Ich liebe dich nicht Fred! Du warst nur Einer von Vielen, ein recht netter Zeitvertreib!“. Ich hasste mich selber dafür, doch es musste sein. Angewidert schaute er auf mich herab, die Hände zu Fäusten geballt, als müsste er sich zusammenreißen mir keine zu knallen. „Raus hier!“, sagte er so gepresst, dass ich es kaum verstehen konnte. Ich drehte mich um, knallte der Glaubwürdigkeit halber die Wohnungstür und lief so schnell ich konnte aus dem Laden. Ich machte erst halt, als ich die Tür meines Zimmers ins Schloss schlug. Ich sank kraftlos an ihr herab und begann hemmungslos zu weinen. In den nächsten Wochen lief ich durch die Gegend wie ein Geist, ich erledigte meine Pflichten wie gewohnt, doch ich fiel in der Menge nicht weiter auf. Fred hatte ich seit unserer Auseinandersetzung nicht mehr gesehen, genau so wenig wie George. Also hatte mein Auftritt wenigstens den gewollten Effekt erzielt, auch wenn ich dadurch litt wie ein Hund. Eines Abends sollte ich in Godrics Hollow in einem kleinen Cafe singen. Ich spielte mein übliches Programm. In einer Pause setze ich mich an einen kleinen Tisch in einer der hinteren Ecken und schaute aus dem Fenster, während mir Tränen aus den Augen liefen. Das passierte in letzter Zeit häufiger, ich fühlte nichts, dachte nichts, aber ich weinte. „Entschuldige bitte!“, hörte ich eine nervöse Stimme, mit gebrochenem Englisch das Wort an mich richten. Ich schaute auf, wischte mir die Tränen mit dem Handrücken weg, so dass es nicht auffiel und lächelte freundlich. Vor mir stand eine junge, blonde, unglaublich schöne Frau. „Du singst wirklisch entzückend!“, sagte sie und ich hörte, dass sie Französin sein musste. „Danke!“, murmelte ich leise. „Isch ’eirate nächsten Monat!“, sagte sie weiter, ich unterbrach sie: „Herzlichen Glückwunsch!“. Die Glückliche! „Danke! Isch wollte disch fragen, ob du vielleicht auch auf Privatfeiern singst? Isch ’abe bereits eine Band gebucht, aber isch möschte noch eine Sängerin ’aben und du singst so wunderschön… Deine Stimm, unglaublisch! Würdest du auftreten?“, fragte sie endlich und war sichtlich gespannt, auf meine Antwort. Ich war etwas perplex, fing mich jedoch recht schnell wieder. „Äh, ja gerne!“, antwortete ich ihr, worauf sie aufgeregt quietschte und mir, die Adresse, das Datum und die Uhrzeit notierte. Normalerweise freute ich mich immer über solche Aufträge, doch ich hatte seit kurzem das Gefühl, ich könne mich über gar nichts mehr freuen. Die Zeit verstrich, ich hatte auch kein Gefühl mehr für sie, in meinem neuen Dasein schien sie nicht zu existieren. Einen Tag vor der Hochzeit stand ich bei Madame Malkins im Hinterzimmer auf einem Schemel, während Gina mir das Kleid, das ich trug, abstach, um es umzunähen. „Sam?“, fragte sie mich. „Wie bitte?“, sie hatte mich aus meinen Träumen gerissen. „Ich hab gefragt, wie das Brautpaar heißt?“, wiederholte sie ihre Frage. „Sie heißt Fleur Delacour und sein Name ist Bill! Wie sie nach der Heirat heißen wird weiß ich nicht, aber ich werde es ja morgen hören!“, antwortete ich ihr. „Warum gehst du nicht einfach zu ihm und sagst ihm, dass du ihn liebst?“, fragte sie schließlich und sah mitleidig zu mir auf. Ich lachte bitter. „Das geht nicht, hab ich dir doch schon gesagt… Hör bitte auf mich das zu fragen!“, entgegnete ich ihr traurig. Sie nickte nur und flüsterte leise: „Fertig!“. Ich drehte mich zum Spiegel um und betrachtete das unglückliche Mädchen in dem schönen Kleid, das daraus zurück starrte. „Du siehst toll aus!“, sagte Gina und schaute ebenfalls auf das Mädchen im Spiegel. Das Kleid war in einem kräftigem, dunklen violett, schulterfrei, fiel bis auf die Knie und hatte ein schwarzes Band, das unterhalb der Brust gebunden war. Ich nickte nur. Gina sah mich wieder mitleidig an, stand auf und umarmte mich, wortlos. Ich erwiderte ihre Umarmung. Deshalb war sie meine Freundin, sie fragte nicht nach, sie akzeptierte es! Am morgen der Hochzeit machte ich mich fertig und apparierte zu der mir gegebenen Adresse. Ich stand in einem Garten, vor einem schiefen Haus, das von Magie nur so sprühte. Ein großes Zelt war aufgebaut worden und da ich keine Ahnung hatte, wo ich hin sollte, ging ich in das Zelt, wo ich zum Glück auch gleich die Braut entdeckte. Als sie mich sah, entspannte sich ihr ernstes Gesicht zu einem erleichterten Lächeln. Eilig kam sie auf mich zu und schloss mich in eine überschwängliche Umarmung, die ich perplex erwiderte. Im Zelt wuselten noch viele andere Personen umher, die meisten waren Rothaarig und erinnerten mich stark an Jemanden, den ich versuchte zu vergessen. Jetzt sah ich schon Gespenster! Fleur stellte mich ihrem zukünftigem Mann Bill vor, ebenfalls rothaarig, der mir gleich sympathisch war. Anschließend wurde ich zur Band geführt, um sie kennen zu lernen und mich etwas mit ihnen einzuspielen. Ich stand meistens mit dem Rücken zu den Anwesenden, damit ich die Band sehen konnte, außerdem wollte ich nicht an einen rothaarigen Zwilling erinnert werden, der diesen Menschen hier sehr ähnlich sah. Kurz vor der Trauung tauchten immer mehr Menschen auf und ich wurde leicht nervös, ich wollte mich noch ein letztes Mal frisch machen. Ich wandte mich an eine kleine, kräftige Frau, deren Haarfarbe ich zu ignorieren versuchte. „Entschuldigen sie Ma’am, können Sie mir sagen wo sich die Toilette befindet?“, fragte ich sie freundlich. „Ja sicher Kleines, Moment! George!“, sie hatte mich angelächelt und den letzten Teil laut ausgerufen. Ich erstarrte zur Salzsäure als ich erkannte, wer da auf mich zukam. „Oh mein Gott!“, flüsterte ich leise. Ihm schien es nicht anders zu ergehen. Er starrte mich an, als sei ich eines der Weltwunder. „Sam?“, fragte er laut und überrascht. Die Frau schaute zwischen uns Beiden hin und her. „Ihr kennt euch?“, fragte sie. George nickte, ohne mich aus den Augen zu lassen: „Ja Mum, wir kennen uns!“. „Oh, gut! Äh, zeig ihr doch bitte wo die Toilette ist, ich muss noch einmal kurz mit Fleurs Mutter sprechen!“, sagte die Frau, die eindeutig seine Mutter war und wuselte davon. „Was machst du hier?“, fragte George scharf und musterte mich skeptisch. Ich senkte den Blick, es war schwer zu wissen, dass auch er mich hasste. „Ich singe heute hier!“, sagte ich kleinlaut und ohne aufzusehen. „Auf der Hochzeit meines Bruders?“, fragte er weiter, wobei die Frage eher rhetorisch war. Das erklärte auch, warum mich so viele Leute hier an Fred erinnerten, es war tatsächlich seine Familie. Sein Bruder! Auf dessen Hochzeit ich singen sollte! „Weiß Fred schon, dass du hier bist?“, der Ton seiner Stimme war verletzender als wenn er mich einfach geschlagen hätte. Ich schüttelte den Kopf. „Ich wusste bis eben nicht, dass…“, begann ich mich zu rechtfertigen. „George, glaub mir, hätte ich gewusst, dass es die Hochzeit eures Bruders ist, wäre ich nicht gekommen!“, sagte ich entschieden und traute mich endlich ihn wieder anzusehen. „Weißt du Sam, ich hatte dir gesagt, dass er ein guter Kerl ist, du hättest ja auch einfach die Finger von ihm lassen können! Stattdessen lässt du es soweit kommen, dass er dir von seinem ersparten sogar ein Klavier kauft und…“, begann George wütend auf mich einzureden, doch ich fiel ihm ungläubig stammelnd ins Wort. „Er hat es gekauft? Für mich? Er hat doch gesagt, es gehöre einem… Aber… Wieso?“. Im ersten Moment sah George so aus, als hätte er sich dafür schlagen können, weil er sich verplappert hatte, doch er fasste sich schnell wieder. „Was spielt das noch für eine Rolle? Er ist doch schließlich nur Einer von Vielen, nicht Wahr?“, seine Worte hallten lauter in meinem Ohr als eine Ohrfeige. Er ließ mich einfach stehen und ich konnte mich nicht mehr bewegen. Tränen brannten in meinen Augen, ich taumelte aus dem Zelt und ließ mich dahinter auf die Knie sinken. Ich musste mehrfach tief Luft holen und versuchte krampfhaft die Tränen weg zu blinzeln. Als ich mich wieder gefasst hatte, stand ich auf und ging wieder auf die Bühne, zu meinen Bandkollegen. Die Trauung sollte bald beginnen und die Gäste kamen herein und nahmen auf ihren Plätzen platz. Als ich ihn sah, schlug es mir fast den Boden unter den Füßen weg. Anscheinend hatte George ihn bereits vorgewarnt, denn er warf mir nur einen gleichgültigen Blick zu und nahm dann ebenfalls bei seiner Familie platz. Noch nie war es mir so schwer gefallen, cool zu bleiben und einfach zu singen. Ich hatte permanent einen Klos im Hals, der es mir schwer machte, klar zu singen. Nach der Trauung wurde das Zelt mit ein paar Zauberstabschwüngen umgestaltet und es entstand eine große Tanzfläche. Ich sang die gewünschten Lieder des Brautpaares und vermied es Fred anzusehen, der mich gekonnt ignorierte. Als er mit einer hübschen, blonden Frau zu tanzen begann, hatte ich das Gefühl, mein Herz würde in tausend kleine Einzelteile zerspringen und das gerade, als ich “Your Song“ anstimmte. In diesem Song lagen all meine Gefühle, denn klarer hätte ich sie Fred nicht offenbaren können. Ich konnte meinen Blick nicht mehr von ihm und der Blondine, die sich bei dem Lied eng an ihn schmiegte, abwenden. Als das Lied fast zu Ende war, warf Fred mir über die Schulter des Mädchens in seinen Armen einen Blick zu und ich konnte gerade noch die letzten Zeilen zu Ende singen, wobei meine Stimme schon brüchig wurde. Als ich fertig war, rannen mir bereits die Tränen aus den Augen, ich drehte mich hastig um und flüsterte dem Gitarristen zu, dass ich eine kurze Pause bräuchte, was er darauf dem applaudierenden Publikum verkündete, während ich schon von der Bühne stolperte. Während unserer Pause würde eine Schallplatte die Gäste mit Musik bespaßen. Ich zwängte mich zwischen mehreren Menschen durch. Ich wollte einfach nur noch raus, ich brauchte einen Moment Zeit um mich wieder zu sammeln, um in Ruhe zu weinen. Plötzlich verdunkelte sich das Zelt und die Musik verstummte, in der Mitte des Zeltes war ein Patronus erschienen, der uns vor eintreffenden Todessern warnen wollte. Doch zu spät. Wenige Sekunden später schossen Blitze durch die Luft, es knallte laut und Gäste disapparierten verängstigt. Ich wurde in der Panik herum gestoßen und konnte mir nicht richtig helfen, mein Zauberstab war in meiner Handtasche, die noch auf der Bühne lag. Ein älterer Mann stieß mich mit seinem Ellbogen an und ich fiel auf die Knie. Ich erschrak regelrecht und kauerte mich zusammen, es war so laut, das erinnerte mich an die Nacht, als sie ihn töteten. Noch ehe ich aufstehen konnte, baute sich eine dunkle Gestalt vor mir auf. „Na sieh mal einer an! Wen haben wir denn da?“, erschrocken schaute ich auf, ich erkannte ihn direkt. Er war einer Ergebener meines Großvaters und an der Ermordung meines Vaters beteiligt gewesen. Ich stand auf und baute mich so gut es ging vor ihm auf. Er lachte spöttisch. „Na Miss, wo warst du all die Jahre? Hast dich gut versteckt, Kleine! Wir konnten dich nicht finden, wie wird dein Großvater sich jetzt freuen, dich endlich wieder zu Hause zu wissen!“. Ich schauderte leicht, er widerte mich an. „Ich werde nicht mit zurückkommen, du dreckiger Bastard!“, zischte ich wütend und spuckte ihm ins Gesicht, was mir eine schallende Ohrfeige einbrachte, die mich ins straucheln brachte. Doch bevor ich fallen konnte, hatte er mich an den Oberarmen gepackt, die er fest drückte, sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt und ich konnte seinen ekelhaften Atem riechen. „Jetzt hör mir mal zu, Miststück! Dein Vater musste sterben, weil er mit solchen Leuten verkehrt hat und wegen seiner Arroganz, die gleichen Laster erkenne ich jetzt an dir und in deinem hübschen Gesicht… Aber die Aufmüpfigkeit kriegen wir dir schon raus, zur Not erklär ich mich sogar gerne bereit, sie dir rauszuprügeln!“ raunte er direkt an meinem Ohr. Dann hörte ich wieder einen lauten Knall, ich schrie auf und er fiel in sich zusammen. Ich zitterte am ganzen Körper und hatte mich zusammengekauert. Plötzlich spürte ich eine warme Hand an meinem Arm, die mich packte und ich disapparierte. Als ich wieder Boden unter den Füßen hatte, schlug ich blind vor Wut auf die Person, die mich immer noch festhielt ein. Ich weinte und fluchte laut: „Lass mich los! Lass mich los! ...“. Ich schrie es immer wieder und schlug weiter um mich, während die Tränen mir immer mehr die Sicht stahlen. Ich hörte eine mir bekannte Stimme, die immer wieder beunruhigt meinen Namen wiederholte. Bis ich endlich begriff, wer mich da festhielt. „Fred!“, schluchzte ich und ließ mich in seine Arme fallen, er hatte mir so gefehlt. Er drückte mich fest an sich und strich mir immer wieder durchs Haar. „Fred… Es tut… mir… so Leid…!“, schluchzte ich an seiner Brust. „Ich… ich… ich liebe dich!“. Er schob mich sanft an den Armen zurück, ging etwas in die Knie und sah mir fest in die Augen. „Wie bitte?“, fragte er, „Du musst das nicht sagen, Sam!“. Ich schüttelte wild den Kopf, schluckte kurz und versuchte nicht so viel zu schluchzen: „Doch Fred, muss ich! Weil… weil… weil es so ist, die ganze Zeit schon! Ich… ich liebe dich! Ich hab das damals… nur gesagt… weil… weil… mein Leben so kompliziert ist und… und ich dich nicht in Gefahr bringen wollte… indem ich dich mit reinziehe… Ich hab dich so vermisst! Du bist der wichtigste und tollste und liebste und unglaublichste Mensch in… in meinem Leben… Ich… es…!“, erneut übermannten mich Tränen. Doch Fred hatte genug gehört, er zog mich an sich und legte seine Lippen fordernd auf meine. Wir schienen ewig so dazustehen, ich nahm nichts wahr, nur ihn, nur mich, nur uns! Er war alles was ich wollte, alles was ich brauchte. Als wir voneinander abließen, flüsterte er, mein Gesicht immer noch in seinen Händen halten und seine Stirn an meine gelegt: „Ich liebe dich, Sam und glaub mir, die Zeit ohne dich war meine persönliche Hölle, aber ich denke es wird Zeit, mich aufzuklären! Ich verspreche dir, ich lauf nicht davon, du wirst mich nicht mehr los. Aber du musst mir erzählen, was du mit Todessern zu tun hast! Erzähl’s mir, ich bin ein großer Junge!“, bei dem letzten Satzteil, zwinkerte er mir ein Auge, das hatte er damals schon zu mir gesagt, als die Geschichte mit uns los ging, ich lächelte schwach. Und so erzählte ich ihm alles und ihm wurde immer klarer, dass ich nur aus Liebe zu ihm einen Schlussstrich gezogen hatte.  Eine kleine Szene aus deiner Zukunft  Ihr überlebt die Schlacht, in der du deinen Großvater tötest und deinen Vater rächst, Beide und seid fast keinen Tag mehr getrennt voneinander. Als endlich wieder Frieden in der Zauberwelt herrscht, betrieben Fred und George weiter ihren Zauberladen, während du erfolgreiche Sänger- und Songschreiberin bist, die sogar im Vorprogramm der Schicksalsschwestern spielen darf. Du stehst auf der Bühne vor vielen Hexen und Zauberern die dir begeistert zu jubeln. Doch in Gedanken bist du gerade ganz woanders, du streichst verliebt über deinen flachen Bauch, der in ein paar Monaten gar nicht mehr so flach sein wird, doch du hast es Fred noch nicht gesagt, du willst warten, bis heute Abend. Wenn ihr gemeinsam in eurer Wohnung zu Abend esst. Er will heute sogar für dich kochen. Nachdem Konzert verabschiedest du dich noch von den Schicksalsschwestern, die du dir heute Abend einmal nicht ansehen wirst. Du betrittst die Wohnung, in der nur Kerzenlicht scheint. Du musst schmunzeln, eigentlich hasst du diese kitschige Art von Romantik. Fred nimmt dir ganz Gentleman- Like die Jacke ab, nachdem er dir einen leidenschaftlichen Kuss zur Begrüßung gegeben hat. Er schiebt dir den Stuhl zu Recht, dass du dich setzten kannst und du bist plötzlich ganz aufgeregt. Auch Fred windet sich. „Schatz, ich muss dir was sagen…“, beginnt er und grinst sein unwiderstehliches schiefes Lächeln zu lachen, das dich noch heute fast um den Verstand bringt. „Ich dir auch!“, lächelst du geheimnisvoll, denn du weißt, dass ihn dieses Geheimnisvolle wahnsinnig macht. Er grinst: „Lass uns ein Spiel daraus machen!“, du musst lachen. „Wenn ich bei drei angekommen bin, sagen wir es zusammen, okay! 1-2-3: Willst du meine Frau werden?“, fragt er, während du: „Ich bin schwanger!“, flötest. Geschockt seht ihr euch Beide an und fragt gleichzeitig: „Was?“. Dann steht Fred auf, lässt sich vor dir auf die Knie fallen, streicht zärtlich über deinen Bauch und flüstert mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Ich werde Vater!“, während du ihn grinsend anschaust: „Ich werde deine Frau!“. Ihr lacht auf und fallt euch in die Arme, wo ihr euch innig küsst.