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Die Statistik vom Quiz

HP (D.M) - Alles und nichts

22.27 % der User hatten die Auswertung: Name: Katja Evens Aussehen: Blonde, lockige Haare (Meist zum Zopf gebunden); Blaue Augen; Etwas molliger * Die folgende Geschichte spielt zwei Jahre nach der großen Schlacht * Deine Geschichte „Scheiße, ist das… Scheiße!“, fluchte ich leise vor mich hin, als ich den Vorhang in meinem Schlafzimmer öffnete und auf die riesige Schneedecke blickte. Das hatte mir auch gerade noch gefehlt. Ich war ohnehin spät aufgestanden. Würde ich mich jetzt nicht beeilen, dann würde ich mal wieder zu spät zur Arbeit kommen. Ich hatte versucht früh auf zu stehen. Ehrlich. Aber wie heißt das schöne Sprichwort noch gleich? „Der frühe Vogel kann mich mal.“? Würde ich noch ein einziges Mal zu spät kommen, dann würde ich den Job verlieren. Da war mein Chef knallhart. Leider. Wie auch immer. Ich zog mich fix an, schnappte mir meine Sachen und spurtete zu meinem kleinen Auto. Unglücklicherweise schneite es immer noch, sodass ich bestimmt zehn Minuten brauchte um den Wagen frei zu kratzten. Ein flüchtiger Blick auf meine Armbanduhr zeigte mir, dass ich noch zwanzig Minuten haben würde, um nun an meinem Arbeitsplatz an zu kommen. Das war optimal. Gut, dass es mit dem Auto nur fünfzehn Minuten dauern würde. Mit einem triumphierenden Lächeln schmiss ich meine Tasche in den Kofferraum und stieg ein. Ich drehte den Zündschlüssel und… der Motor erstarb nach wenigen Augenblicken. Wieder drehte ich den Schlüssel. Der Motor erstarb erneut. „Nein!“, sagte ich ungläubig und versuchte es noch einmal. Wieder erstarb er. Wütend schlug ich einmal auf Lenkrad und stieg aus. „Das darf doch nicht wahr sein!“, rief ich aufgebracht und holte die Tasche wieder heraus, bevor ich das Auto abschloss und auf dem Weg zur nächsten U-Bahn Station war. Während des Weges wählte ich die Nummer von Angel, einer Arbeitskollegin von mir. „Bitte, bitte, bitte.“, flüsterte ich und wartete gespannt, bis sie abnahm. „Katja! Wo bist du?“, fragte sie mit deutlich gedämpfter Stimme. Wahrscheinlich war sie schon im Büro. „Auch dir einen wundervollen guten Morgen.“, meinte ich sarkastisch und fuhr sofort fort: „Du musst mit helfen, bitte… Mein Auto springt nicht an und jetzt muss ich mit der Bahn fahren… Das heißt ich werde sicherlich nicht rechtzeitig erscheinen können.“. „Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“. „Du musst ihn hinhalten… Beschäftige ihn bis ich da bin, bitte!“. „Was soll ich ihm denn dieses Mal erzählen? Ist wieder dein nicht vorhandener Bruder ins Krankenhaus eingeliefert worden? Oder hast du wieder bei einem Unfall zugesehen und musst nun als Zeugin bei der Polizei bleiben?“. Ich seufzte. Sie hatte ja Recht. „In Ordnung. Weißt du was, vergiss es! Danke für deine großzügige Hilfe! NICHT!“, und legte auf. Was sollte ich jetzt machen? Verdammt, warum musste immer alles schief gehen? Und warum konnte diese selbstverliebte Tussi nicht für mich Lügen?... Schon wieder. Mann! Mürrisch kramte ich, während ich die verschneite Straße entlanglief, in meiner Handtasche herum, um einen Lippenstift heraus zu holen. Doch ich fand ihn nicht. „Jetzt komm schon.“, hauchte ich genervt und wühlte weiter herum, ohne jedoch auf den Weg zu achten. Es passierte das, was passieren musste. Auf einmal rutschte ich auf einer vereisten Stelle aus und landete hart auf dem Boden. Eins muss ich zugeben… Lustig muss es ja ausgesehen haben, als ich dort auf dem Rücken lag, wie ein armer kleiner Marienkäfer. Ich hob den Kopf und blickte auf die andere Straßenseite. Toll! Dort stand ein blonder, junger Mann, der nun auf mich zu gerannt kam. Wie peinlich! Deprimiert kniff ich meine Augen zusammen und ließ meinen Kopf einfach wieder in den Schnee fallen. „Das ist nicht mein Tag.“, flüsterte ich verbittert. „Alles in Ordnung mit Ihnen?“, hörte ich eine dunkle, männliche Stimme fragen und blickte auf. Dort stand tatsächlich der blonde Mann und sah besorgt zu mir herunter. Erst einmal antwortete ich nicht, da ich mich in seinen grauen Augen verlaufen hatte. Doch nach einem Moment nickte ich zögerlich. „Kommen Sie.“, flüsterte er und reichte mir seine Hand, die ich dankend ergriff und mich hochziehen ließ. (Ich: Man(n) kann doch freundlich und hilfsbereit sein… Es geschehen noch Zeichen und Wunder) „Danke.“, sagte ich und klopfte den Schnee von meinem schwarzen Mantel ab. „Ich denke, das hier gehört Ihnen.“, meinte er und reichte mir meine Tasche. „Ja… Noch einmal danke.“, kicherte ich und sah gleichzeitig wieder auf meine Armbanduhr. Oh Schreck… Nur noch dreizehn Minuten bis zum Beginn meiner Schicht. „Oh nein… Scheiße… Ich muss los! Auf wieder sehen.“, noch ehe der blonde Fremde, mit den sexy grauen Augen (Ich: ^^) etwas antworten konnte, ging ich schnell weiter zur Station und nahm wenige Minuten später die U-Bahn. *** Völlig außer Atem kam ich im Büro an und ließ meine Sachen einfach auf den Boden, neben meinen Schreibtisch fallen. Mit einem Hechtsprung landete ich im Stuhl und begann im Internet nach Information über ein neues Thema zu recherchieren. Das Thema des nächsten Zeitungsartikels sollte über so einen verwöhnten Popstar sein, der es durch ein „Wunder“ zu den berühmten und reichen Persönlichkeiten gebracht hatte. Doch ich konnte gerade einmal den Computer hochfahren, bevor ich durch die elfenhafte Stimme meines geliebten Chefs unterbrochen wurde (NICHT!). „EVENS! IN MEIN BÜRO! SOFORT!“, ich zuckte bei der mächtigen und erbosten Stimme zusammen, sodass ich fast von dem Stuhl fiel. Ich wusste es… Jetzt ist es vorbei. Mit gesenktem Kopf lief ich ihm hinterher, wie ein kleiner hilfloser Welpe. Er nahm in seinem Ledersessel platz und reichte mir mit hochrotem Kopf ein weißes Papier, welches ordentlich zusammen gefaltet war. „Was ist das?“, fragte ich, doch ich hätte mir die Frage sparen können. Während ich den Brief las, hielt er mir eine Rede, die, wie ich finde, ziemlich überflüssig war: „HÖREN SIE ZU MISS EVANS… ICH HABE SIE WIRKLICH LIEB GEWONNEN, EHRLICH. ABER WAS SIE HIER ABLIEFERN IST EINFACH NUR BESCHÄMEND. FÜR MICH UND GANZ BESONDERS FÜR UNSERE FIRMA. DAS, WAS SIE DORT IN DEN HÄNDEN HALTEN IST EIN BRIEF, IN DEM STEHT, DASS ICH IHREN ARBEITSVERTRAG HIER NICHT MEHR VERLÄNGERN WERDE… UND KOMMEN SIE MIR JETZT NICHT MIT LÄSTIGEN AUSREDEN! MEINE ENTSCHEIDUNG STEHT ENTGÜLTIG FEST! SIEBEN MAL! SIEBEN MAL SIND SIE ZU SPÄT GEKOMMEN! ANDERE ARBEITSGEBER HÄTTEN SIE SCHON LÄNGST HERAUSGEWORFEN!“. Mit zitterigen Fingern las ich den Brief bis zum Schluss. Wirklich… Er würde meinen Vertrag nicht verlängern. Schlimmer noch. Ich war mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Tapfer sah ich auf und nickte nur. „Tut mir wirklich Leid.“, meinte er und ich hätte schwören können, dass so etwas wie Mitleid zu hören war, aber da kann man sich ja täuschen. „Dann packte ich jetzt meine Sachen?“, ich erkannte meine Stimme nicht wieder. Sie war heiser und irgendwie gebrochen. Mehr ein quieken und dennoch eine gefasste Tonlage. Er nickte nur. Dann stolperte ich hinaus und stopfte all meine Unterlagen und Besitztümer in einen kleinen Karton, der mir großzügigerweise zur Verfügung gestellt wurde. Bevor ich ging, ließ ich Angel noch einen vorwurfsvollen Blick zur Teil, der sich gewaschen hatte. Zu meinem Glück fing es mal wieder an zu schneien. Vor dem riesigen Gebäude, welches vor ein paar Minuten noch mein geliebter Arbeitsplatz gewesen war, blieb ich stehen und starrte auf meine Sachen, welche sich in dem Karton befanden. Ein paar Akten und Ordner, nichts besonderes. Doch auf ihnen befand sich ein Kuscheltier. Ein Teddybär, um genau zu sein. Diesen kleinen Glücksbringer hatte ich von meiner besten Freundin geschenkt bekommen. Ich atmete tief ein, da mir die Tränen gekommen waren und nun über meine Wange liefen. Warum immer ich? Nun, einen muss es ja immer treffen. Aber immer… ja wirklich immer ich! Ohne wirklich zu wissen wohin, schlenderte ich mit meinen sieben Sachen durch die Straßen Londons und fand schließlich auf einer leeren Parkbank mein Ziel. Ich setzte mich einfach hin und ließ den Karton, sowie meine Handtasche neben mir auf das Holz fallen. Dann vergrub ich mein Gesicht in meine Hände uns ließ meinen Tränen freien lauf. *** Seine Sicht: Ich wusste nicht, was mich hier mitten nach London beförderte. Vielleicht war es der Stress mit meinen Eltern oder die Trennung von der Liebe meines Lebens… Auf einmal hörte ich etwas… Es klang erst komisch… Ja näher ich kam, desto deutlicher wurde es. Es war ein Schluchzen. Ja. Jemand weinte. Aber wer? Bisher hatte ich noch niemanden in diesem Park hier gesehen. Wahrscheinlich alles nur Einbildung. Gedankenverloren lief ich weiter. Schließlich kam ich zu dem Entschluss, dass es doch keine Einbildung war. Auf einer verlassenen Parkbank saß jemand. Eine Frau in einem schwarzen Mantel, die einen Karton und ihre Tasche neben sich auf die Bank gelegt hatte und weinte. Ich verspürte Mitleid für diese fremde Frau, sodass ich beschloss ihr zu helfen. Oder ihr wenigstens ein Taschentuch an zu bieten. Zögerlich kam ich näher und blieb schließlich kurz vor ihr stehen. Die Arme hatte mich noch nicht einmal bemerkt. Doch sie kam mir bekannt vor. Der schwarze Mantel, die wunderschönen, glänzenden Haare und diese Tasche… Ja. Es muss sich um die Frau von heute früh gehandelt haben. Ich wollte etwas sagen, doch die Worte blieben mir im Hals stecken. Ein Räuspern war alles, was ich vollbringen konnte. Jedoch reichte dies aus, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie zuckte zusammen und sah schreckhaft nach oben. Als ich in ihre Augen sah, spürte ich ein leichtes Stechen in meinem Magen. Ihre Augen waren rot und immer noch liefen Tränen über ihre Wange, die ihr Make-Up verlaufen ließen. Sie schluchzte. Gott, hörte sich das qualvoll an. Ich hielt ihr das Taschentuch hin, welches sie mit einem leichten Lächeln annahm. „Dankeschön.“, flüsterte sie und trocknete sich ihre Tränen. *** Meine Sicht: Was für ein Zufall. Der gleiche Mann von heute früh, stand direkt vor mir und reichte mir ein Taschentuch. Lieb von ihm. Sehr lieb sogar. „Was ist Ihnen zugestoßen?“, fragte er schließlich besorgt. Ich schüttelte nur kurz mit dem Kopf: „Ich will Sie nicht mit meinen Problemen belästigen… Außerdem haben Sie sicherlich etwas Besseres zu tun.“. „Ich hätte nicht gefragt, wenn es so wäre… Also… Erzählen Sie. Was bedrückt Sie?“. Ich zögerte. Sollte ich ihm wirklich die Geschichte erzählen? Vertrauenswürdig sah er ja aus. Aber er war immer noch ein Fremder. Wenn auch ein verdammt netter und attraktiver. Schlussendlich erzählte ich ihm alles. Während ich erzählte, hörte er aufmerksam zu und verfolgte gefasst meine Bewegungen. Zwischendurch nickte er auch zur Bestätigung. „Das tut mir sehr Leid… Das ist wohl heute wirklich nicht Ihr Tag.“, meinte er, nachdem ich meine kleine Geschichte beendet hatte. Ich sah ihn nachdenklich an. Er konnte nicht viel älter sein als ich. Vielleicht war er sogar in meinem Alter. Auf einmal wollte ich ihn nicht mehr siezen, denn es schien mir irgendwie unangebracht oder eher gesagt unangemessen. „Wollen wir uns nicht duzen?“, fragte ich und als er nickte, stellte ich mich vor: „Ich heiße übrigens Katja… Katja Evens.“. „Draco Malfoy.“, stellte er sich ebenfalls vor und wir gaben uns die Hand. „Wollen wir etwas spazieren gehen?“ fragte er etwas verlegen. Das war es was ich jetzt brauchte. Ein kleiner Spaziergang mit einem beinahe Unbekannten, dem ich all meine Sorgen erzählen konnte. Ich hing mir meine Handtasche über die Schulter und wollte gerade den Karton an mich nehmen, als er mir zuvor kam. „Das nehme ich schon.“, erklärte er und klemmte ihn sich unter den Arm. Ich ließ ihn gewähren. Immerhin war der Karton auf die Dauer ziemlich schwer und die „Gentlemans“ waren ja eh so gut wie ausgestorben. „Was hast du jetzt eigentlich vor?“, fragte er nach einer Weile des Schweigens. Ich atmete tief ein und aus. Was sollte ich ihm bloß antworten? Wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich keine Ahnung… Ich dachte mir, es wäre vielleicht geschickt bei der Wahrheit zu bleiben: „Gute Frage… Ich weiß es nicht… Ehrlich nicht. Hoffentlich werden mich meine Eltern unterstützen, bis ich wieder Arbeit gefunden habe… Aber genug von mir… Was machst du so?“. Auf einmal wurde er etwas rot und schien nervös zu werden. Hatte ich etwas falsches gesagt? War ich ihm vielleicht zu nah getreten? „Ich… ich… Genau genommen… lehre ich… an einer Schule.“, stammelte er hastig. „Interessant. Ein Lehrer… Was unterrichtest du?“. „Englisch.“. „Weiter nichts?“. „Nein.“. „Muss spannend sein… Ich meine es wäre jetzt nichts für mich persönlich, aber Menschen etwas bei zu bringen muss Spaß machen.“. „Ja, das macht es.“. Sehr gesprächig war er ja nicht. Schüchtern und gleichzeitig charmant… Eine seltene Kombination. Aber ich gab nicht auf: „Kommst du hier aus London?“. „Nun ja… Meine Eltern haben ein Anwesend am Rande der Stadt. Allerdings komme ich nicht oft hierher.“, erklärte er. Ich konnte ihn irgendwie verstehen. London war nicht jedermanns Sache. Die riesigen Massen von Menschen können einem manchmal schon Angst einflößen. Besonders wenn man dies nicht gewohnt ist. Aber Moment… Hatte er gerade „Anwesend“ gesagt? Ich interpretierte dies als eine Art Villa oder eher gesagt als ein kleines Schloss. „Deine Eltern müssen nicht schlecht verdienen… Aber ich lebe hier jetzt schon seit knapp fünf Jahren und ich habe noch nie von einem Anwesend am Rande der Stadt gehört.“. „Meine Eltern legen Wert auf Privatsphäre.“, entgegnete er rasch. Ich hob demütig die Hände. Er klang etwas gereizt. Dieses Thema passte ihm anscheinend gar nicht. Doch als er mich entschuldigt ansah, konnte ich ihm wohl kaum böse sein. Warum auch? „Entschuldige, aber ich spreche nicht gerne über mich selber... Mich interessiert meine hübsche Begleitung viel mehr.“, meinte er, während sich ein freches Lächeln auf seinen Lippen zauberte. Ich wurde rot und musste schmunzeln. So konnte doch kein normaler Mann sein, oder doch? Etwas widerwillig erzählte ich ihm noch mehr von mir. Er hörte aufmerksam zu ohne mich ein einziges Mal zu unterbrechen. Wir merkten gar nicht wie die Zeit verging. Seine Gesellschaft war so schön. Wenn ich ehrlich bin, dann hätte ich jetzt niemand lieber gehabt, als ihn. Schlussendlich fanden wir uns dort wieder, wo wir uns zum zweiten Mal getroffen hatten. (Ich: Schicksal? Wohl kaum) Ich fand ihn wirklich sympathisch, das musste ich zugeben. Deswegen wollte ich ihn näher kennen lernen und ihn jetzt nicht einfach gehen lassen. „Danke, dass du mir zugehört hast… Ich kann mir vorstellen, dass das ziemlich öde gewesen sein muss.“, witzelte ich und wir begannen zu lachen. „Nein, war es nicht… Ich habe es gerne gemacht.“. „Sag mal… Kann ich deine Nummer haben?... Ich möchte den Kontakt zu dir wirklich ungern verlieren.“, meinte ich schließlich. Doch er wurde auf einmal erneut ganz nervös und wurde wieder etwas rot. Was hatte er nur? „Unser… unser Telefon… funktioniert nicht.“, stammelte er. „Ach so… Dann… dann schreibe ich dir meine auf und dann kannst du mich einfach anrufen, wenn es wieder geht.“. Kurzerhand wühlte ich in meiner Tasche herum, bis ich fand wonach ich gesucht hatte. Flink kritzelte ich meine Nummer auf ein Blatt Papier. „Ich denke, dass mit dem reparieren dauert noch eine Weile… Vielleicht wäre es besser, wenn du mir deine Adresse aufschreibst.“, sagte er nun und stellte den Karton wieder auf der Bank ab. Ich sah auf und blickte ihm in seine grauen Augen. Oh mein Gott, wie wundervoll sie waren. Und so verdammt anziehend. Wahrscheinlich hatte ich ihn eine ganze Zeit einfach nur in die Augen gestarrt, wie ein verliebter Teenager. „Ja, ich schreibe sie dir auf.“. Unter meiner Nummer schrieb ich dann noch meine Adresse auf und reichte ihm den Zettel. Er sah einmal kurz drauf und steckte den Zettel dann in die Innentasche seines Mantels. „Also es war schön dich kennen zu lernen.“, hauchte er. „Das Kompliment kann ich nur zurückgeben. Nicht jeder hätte es mit mir solange ausgehalten.“. Er lächelte. Ich lächelte zurück. Was sollte ich jetzt machen? Ihm einfach die Hand geben? Nun, ich dachte das wäre jetzt angebracht, oder? Schon allein der Gedanke seine Hand zu berühren, ließ mein Herz höher schlagen. Doch dazu kam es nicht. Kurzerhand breitete er seine Arme aus. Wie hypnotisiert schlang ich meine Arme um seine Hals. Er legte seine Hände auf meinen Rücken und drückte mich etwas an ihn. Sein Geruch raubte mir die Sinne. Eigentlich ein typisch männlicher Geruch, aber trotzdem war dort etwas Besonderes. Diese Umarmung dauerte, nach meiner Empfindung nach, nicht gerade lange. Gut, es war ja auch nur zum Abschied. „Ich hoffe wir sehen uns wieder.“, hauchte er und lächelte schief. „Das hoffe ich auch.“. „Auf Wiedersehen… und Kopf hoch… Du schaffst das schon!“. „Ja, danke… Tschüss!“. Der wahrscheinlich bezaubernste Mann der Welt ging dann den Weg hinab. Bevor er um die Ecke bog, sah er noch einmal noch hinten. Als er bemerkte, dass ich ihm hinterher sah, warf er mir noch ein strahlendes Lächeln zu. Daraufhin verschwand er. *** „Das ist wirklich mies… Warum hast du mir nicht eher bescheid gesagt?“, fragte Benni, einer meiner besten Freunde mich, nachdem ich ihm die ganze Geschichte mit meinem Job erzählt hatte. Ich zuckte gedankenverloren mit den Schultern: „Ich weiß nicht… Es gab keine Gelegenheit.“. „Du hättest mich einfach anrufen können.“. „Ja, ich weiß, aber-“, ich brach ab. „Aber was?“. „Weißt du… Wenn ich nicht gefeuert worden wäre und mich dann heulend auf diese Parkbank gesetzt hätte, dann hätte ich Draco niemals kennen gelernt.“, meinte ich schließlich und musste auf einmal leicht schmunzeln. „Wer ist das?“. „Nur ein Mann, der mich getröstet hat.“. „Wirklich?“, er lachte und leider wusste ich auch warum. „Du magst ihn… Das sieht ein Blinder… Immer wenn du jemanden magst hast du dieses leuchten in den Augen.“. „Leuchten!“. „JAAAA… Ich kann es ja auch nicht beschreiben!“. „Na klar! Du leuchtest auch!“, ich kicherte und knuffte ihm in die Seite. Wir verfielen einem Lachkrampf… Das passierte öfters. Nachdem wir uns einigermaßen beruhigt hatten, stand ich von seinem Sofa auf und ging in den Flur, um meine Jacke zu holen. Ich fühlte mich nicht fremd in seiner Wohnung. Um ehrlich zu sein, war dies schon mein zweites zu Hause. Er kam mir hinterher und lehnte sich an den Türrahmen, während er jede meiner Bewegungen genau betrachtete. Manchmal hatte ich so das Gefühl, dass er für mich mehr empfand als Freundschaft. Aber wenn ich dann an seine Freundin denke, mit der er jetzt schon fast vier Jahre zusammen war, verflog dieser Verdacht schnell. Ich winkelte gerade meinen Schal um meinen Hals, als er auf einmal in der Küche verschwand. „Du hast was vergessen!“, schrie er mir aus der Küche entgegen. Ich runzelte die Stirn. Jacke, Tasche, Schal, Handy… Was hatte ich denn vergessen? „Wirklich? Und was?“, rief ich. Man hörte aus dem Raum eine Art knistern. Wahrscheinlich Alufolie. Tatsächlich kam er einige Augenblicke später mit einem kleinen, silbernen Päckchen an. „Bienenstich… Den magst du doch so gerne… Und ich esse den sowieso nicht. Genauso wie mein Mädchen.“, erklärte er. Lächelnd nahm ich es an und verstaute es vorsichtig in meiner Tasche. Mein Mädchen, dachte ich. Wie gerne wollte ich auch so genannt werden. Total süß. „Dankeschön Benni… Wie viel hast du denn eingepackt?“. „Nur alle restlichen Stücke.“. „ALLE! Das waren fünf Stück!“. „Kannst du ja einfrieren… Dieser Draco isst sicherlich auch etwas.“. „Unsere Begegnung ist jetzt schon fast eine Woche her… Ich glaube nicht, dass er sich noch meldet.“, meinte ich und biss mir nachdenklich auf der Unterlippe herum. „Ach, natürlich kommt er… Oder meinst du wirklich, dass er so eine wunderhübsche Frau, wie dich einfach so gehen lässt.“. Ich lächelte ihn an: „Danke… Deine Freundin kann sich wirklich glücklich schätzten dich zu haben.“. Auch er lächelte. Dann gab ich ihm einen kurzen Kuss auf die Wange und umarmte ihn. „Wir sehen uns.“, hauchte ich, löste mich von ihm und öffnete seine Wohnungstür. „Das hoffe ich… Und viel Glück!“, meinte er zum Abschied und ich verschwand. Es wehte ein rauer Wind, während ich die Straße entlang ging, die mich wieder zu meiner Wohnung bringen sollte. Und es fing mal wieder an zu schneien… Dabei hatte es gestern schon so feste geschneit, sodass ich mit meinem Auto nicht mehr wegkam. Scheiß Wetter, dachte ich. Der Wind wurde stärker und pustete mir die Schneeflocken ins Gesicht. Selbst die dicke Jacke schien gegen diese Kälte machtlos zu sein. Endlich hatte ich das Haus meines Vermieters erreicht und wühlte in meiner Handtasche nach dem Schlüssel. Da ich eine Frau bin und wir Frauen ja sehr… sehr… sehr viele Dinge in unserer Handtasche haben, dauerte es etwas bis ich ihn fand. Doch schlussendlich zog ich ihn heraus und begann die Tür auf zu schließen. „Hallo Katja.“, hörte ich auf einmal eine männliche Stimme hinter mir sagen und drehte mich schnell um. Es war Draco. „Hallo… Was machst du denn hier?“. „Nun, ich wollte dich besuchen… Aber ich kann sofort wieder gehen, falls du etwas anderes vorhast. Du bist ja gerade erst wieder gekommen.“. „Nein… Nein, komm rein.“, meinte ich schnell und öffnete die Haustür. Er lächelte etwas und trat zu mir an die Tür. Erst wusste ich nicht, was das sollte, doch als er eine einladende Handbewegung machte und die Tür festhielt, wusste ich, dass ich als erstes eintreten sollte. (Ich: Gentleman *.*) Flink huschten wir in die zweite Etage. Dort schloss ich dann meine Wohnungstür auf und wir gingen hinein. Vielleicht hätte ich vorher noch etwas aufräumen sollen. Sehr ordentlich sah es ja nicht aus… AHHHH PEINLICH! „Gib mir deine Jacke.“, meinte ich und hängte kurze Zeit später unsere Jacken an den Kleiderharken. Währenddessen hatte er sich schon im Wohnzimmer etwas umgesehen. Mir fiel auf, dass er ein Buch beäugte, welches ich auf meinem Sofa liegen gelassen hatte. „Paranormale Phänomene… Glaubst du daran?“, fragte er und sah schmunzelnd zu mir auf. „Ich weiß nicht… Also ich glaube schon das etwas existiert, verstehst du? Was ist mit dir… Glaubst DU daran?“, gab ich etwas verlegen zu. Manche Menschen hätten jetzt gesagt, dass ich total verrückt wäre. Meine Mutter zum Beispiel. Sie glaubte nicht an so etwas. Aber ich dachte, dass es nicht für alles eine wissenschaftliche Theorie gibt. „Ich glaube daran.“, sagte er zu meiner Überraschung. „Wirklich?“. „Ja… Warum nicht?“. Ich nickte nur beeindruckt… Dann fiel mir plötzlich der Bienenstich wieder ein und ich fragte mich, ob er diese Art von Kuchen wohl mochte. „Sag mal magst du Bienenstich?“, fragte ich ihn und zog das Päckchen Alufolie aus meiner Tasche heraus. „ÄHM - Ich kenne das nicht. Was ist das?“, sagte er und sah mir fragend in die Augen. WAS! Er kannte den Kuchen nicht? Von welchem Planeten kam er denn? „Das ist Kuchen… Mit so einer Cremefüllung… Schmeckt wirklich gut.“. Er nickte zur Bestätigung. Flink holte ich zwei Gabeln und Teller heraus. Ich lud auf jeden Teller ein Stück Bienenstich und stellte ihn dann auf den Tisch. „Möchtest du etwas trinken?“, fragte ich ihn. „Nein, danke.“, antwortete er und setzte sich schließlich. Ihm schien der Kuchen wirklich sehr zu schmecken. Zumindest nahm er noch ein zweites Stück. Als ich jedoch nach einem dritten fragte, lehnte er dankend ab. „Hast du eigentlich schon einen neuen Job gefunden?“, harkte er nach. „Nein, leider noch nicht… Aber ich arbeite daran.“, meinte ich und steckte mir das letzte Stück Kuchen in den Mund. Er fing an zu grinsen. Was hatte er nur? „Du… du hast da noch… Füllung.“, hauchte er und deutete mit dem Zeigefinger auf meinen Mundwinkel. Verdammt, war das peinlich. Jetzt nichts anmerken lassen, dachte ich und schmunzelte ebenfalls. Ich wischte mir über die Stelle. „Immer noch.“, kicherte er leise, während sein Blick liebevoll auf mir ruhte. Wieder wischte ich darüber. „Immer… noch.“, seine Stimme würde leiser und sanfter. Langsam kam sein Gesicht näher. Mein Herz fing auf einmal an zu rasen und eine Hitze durchströmte meinen gesamten Körper. Er war so nahe. Nur Millimeter trennten uns voneinander. Auf einmal spürte ich seinen warmen Atem auf meinen Lippen. Einen Augenblick später drückten sich seine auf meine. Genüsslich schloss ich die Augen und erwiderte den Kuss. Dies endete ich einer wilden Knutscherei, bis wir uns schwer atmend voneinander lösten. „Tut… tut mir Leid… Ich weiß nicht… ich weiß nicht was-“, stammelte er, doch ich unterbrach ihn rasch: „Schon gut… Dir braucht nichts Leid zu tun.“. Etwas erleichtert blickte er nach unten und errötete. Ich musste nur lächeln… Ich wollte mehr… Viel mehr… Kurzerhand nahm ich sein Gesicht in meine Hände und küsste ihn erneut. Nach einem Moment des Zögerns, ging er auf diesen Kuss ein… Ehe wir uns versahen landeten wir in meinem Bett… Und was wir dort taten, könnt ihr euch, glaube ich, mal selber denken… ENDE

35.15 % der User hatten die Auswertung: Name: London Armstrong Aussehen: Schwarze Haare (Reichen bis zu der Brust); Grau/ Grüne Augen; Schlanke Figur * Die folgende Geschichte spielt in dem 7. Schuljahr * Deine Geschichte: Ich stand in einem dunklen Raum. Violetter Nebel stieg auf und plötzlich roch ich ihn. Ich roch den angenehmen Geruch meines besten Freundes, Draco. Was ging hier vor? Ängstlich rief ich seinen Namen. Stille. Wieder rief ich. Stille. „Was ist das!“, schrie ich wütend und sank heulend zusammen. „Was ist das!“, hauchte ich verzweifelt und vergrub mein Gesicht in meinen Händen. Plötzlich hörte ich ihn. Ja, seine Stimme war da. Aber nur in meinem Kopf: „London… London… Bleibe da… Such mich nicht… Du bist in Gefahr.“. Schnell sah ich auf, doch er war nicht da. Wieder erschien seine Stimme in meinem Kopf. Dieses Mal klang sie gebrochen und sehnsüchtig. Er flüsterte nur meinen Namen. Nichts weiter. Nur meinen Namen. Immer und immer wieder. Schließlich presste ich meine Hände gegen meine Ohren. Es sollte aufhören! JETZT! Dann ließ ich einen verzweifelten, grellen Schrei heraus. Schlagartig öffnete ich meine Augen und saß auf einmal senkrecht auf der Matratze. Es ist nur ein Traum gewesen… Oder? Mein Nachthemd war nass. Nass vor dem Schweiß, der an mir herunter lief. Tränen rannten mir über die Wangen und ich zitterte am ganzen Körper. Wo war ich? Ach ja. Im Fuchsbau, bei meinem besten Freund, Ron. (Obwohl ich eine Slytherin war) Es waren schließlich Ferien. „London?“, hörte ich eine dunkle Stimme flüstern und drehte mich hektisch in die Richtung, aus der sie kam. Es war nur Ron. „Alles klar?“, fragte er liebevoll und setzte sich zu mir. „Ich habe ihn gehört.“, stotterte ich ängstlich. Er runzelte die Stirn und legte fürsorglich seinen Arm um mich: „Wen?“. „Draco.“. „Es war nur ein Traum. London… Nichts weiter… Außerdem ist er verschwunden und hat sich „Du - weißt - schon - wem“ angeschlossen.“. „Nein, das war kein Traum… Es fühlte sich so anders an… So realistisch… So lebendig… Er wollte mir etwas sagen!“, beharrte ich stur. „Was hat er gesagt?“. „Er sagte, dass ich ihn nicht suchen soll… Und… und dass ich in Gefahr sei.“. Er schüttelte verständnislos mit dem Kopf und stand auf. „Es ist sowieso zu spät, um sich wieder schlafen zu legen… Ich mache Frühstück. Kommst du mit runter?“, fragte er, während er schon in Richtung Tür ging. „Ja.“, meinte ich abwesend. Dann hörte ich, wie er die Treppen hinunter ging. Schließlich erhob ich mich und folgte ihm in die Küche, wo mich seine fürsorgliche Mutter sogleich mitleidig musterte. Er musste es ihr erzählt haben, dachte ich. „Ach Schätzchen.“, flüsterte sie und nahm mich kurzerhand in den Arm. Sie schaukelte mich hin und her, wie ein kleines Kind und ich ließ es über mich ergehen. „Du siehst so blass aus… Setzt dich erst einmal und dann reden wir miteinander, in Ordnung?“, flüsterte sie. Sogleich schob sie mich in Richtung Tisch und rückte mir einen Stuhl zurecht, auf den ich dann platz nahm. Sie und Ron setzten sich gegenüber. „Er hat mir erzählt, dass du wieder einen Traum hattest, London.“, meinte sie mit Blick zu ihrem Sohn. Ich nickte nur stumm. „Und er sagte mir auch, dass du diesen Draco gehört hättest… Was hat er genau gesagt?“. „Er… er meinte… er meinte, dass… dass ich hier bleiben sollte… und… und nicht nach ihm suchen sollte… Er meinte ich… wäre in Gefahr.“, stammelte ich. Plötzlich trat jemand neben mich und legte mir seine Hand auf die Schulter. Ich zuckte zusammen und sah erschrocken auf. Es war nur Rons Vater. Er sah besorgt zu mir herunter und setzte sich ebenfalls dazu: „Ich habe davon gehört.“, meinte er und fuhr nach einer kurzen Pause fort: „Es soll einen Weg geben, in die Gedanken von jemanden ein zu dringen… Auch im Schlaf. Es mag wie ein ganz normaler Traum erscheinen, aber man soll den Unterschied spüren können… Ich denke, dass das vielleicht wirklich kein Traum gewesen sein kann. Vielleicht wollte dir dieser Malfoy wirklich etwas mitteilen und hat sich in deine Gedanken gedrängt.“. „Also… also war es wirklich-“, ich schluckte die restlichen Worte herunter. „Ja, London… Es war kein Traum.“. *** „London… London… LONDON!“. Ich schrie grell auf und öffnete meine Augen, während mich eine Welle von blanker Panik überrollte. Schon wieder… Er hatte sich schon wieder in meine Gedanken eingenistet. Mein Herz schlug so heftig gegen meine Brust, sodass ich befürchtete es würde jeden Moment herausspringen. Seit fünf Tagen hatte ich jetzt nicht mehr richtig geschlafen, da ich immer diese Visionen hatte und danach völlig fertig erwachte. Hektisch sah ich mich in dem Zimmer um, doch niemand war da. Ron hatte nach der zweiten Nacht den Raum gewechselt, was ich ihm aber nicht übel nehmen konnte. Erschöpft rieb ich mir die Schläfen und blickte durch das Fenster nach draußen. Der Vollmond strahlte hell in dieser sternenklaren Nacht. Aber verdammt was ging in mir vor? Ganz plötzlich wollte ich zu ihm. Ich wollte nichts sehnlicheres als sein Gesicht sehen, auch wenn es einen manchmal kalt anstarrte… Ich wollte seine Haut berühren… Ich wollte ihm liebevoll durch die blonden Haare fahren, so wie ich es immer getan hatte. Natürlich vorerst nur Freundschaftlich… Und ich wollte ihm sagen wie viel er mir bedeutete. Leider gingen meine Gefühle für ihn weit über reine Freundschaft hinaus. Mit einem Satz sprang ich aus dem Bett und begann einige meiner Sachen in eine Tasche zu stopfen. Dann zog ich mich an und steckte meinen Zauberstab ein. So leise wie möglich schlich ich die Treppe herunter und gelang schlussendlich ins Freie. Ich wollte gerade zum Anwesen der Malfoys apparieren, als ich eine bekannte Stimme hinter mir hörte: „London? Was machst du hier draußen?“. Ron. Wer sonst? Ich drehte mich zu ihm um und sah, dass er langsam auf mich zugelaufen kam. Der Arme. Er sah so fertig aus. Dicke Augenringe hatten sich unter seinen Augen gebildet und seine Haare waren total verzaust. „Ich schnappe nur etwas frische Luft.“, entgegnete ich, doch wusste auch, dass dies eine erbärmliche Ausrede war. „Wirklich?“. „Ja, wirklich.“. „Mit deiner Tasche und deinem Zauberstab?“. Verdammt! Das hatte ich ja total vergessen. Jetzt blieb mir wohl nichts anderes übrig, als ihm die Wahrheit zu sagen: „Schon gut… Ich muss zu ihm, in Ordnung.“. „Spinnst du? Er hat doch selber gesagt, dass du das auf gar keinen Fall tun sollst!“, fauchte er, als er bei mir angekommen war. „Ich weiß, aber ich will zu ihm!“. „Das werde ich nicht zulassen!“. „Das wirst du wohl müssen!“. „Nein, London… Ich lasse nicht zu, dass du dich in Gefahr begibst!“. Ich stöhnte genervt auf. Warum musste er auch immer so stur sein? „Was willst du den machen? Mich einsperren?“. „Nein… Ich komme mit!“. Hatte er jetzt total den Verstand verloren? „DU? Du kannst doch noch nicht einmal dich selbst beschützen! Und da willst du mit kommen?“, schrie ich verärgert, aber schon im nächsten Moment tat es mir wieder Leid. Ich hatte kein Recht ihn so zu beschimpfen. Er war über die Jahre besser im zaubern geworden. Das merkte man ganz deutlich. Und natürlich konnte er sich selber verteidigen und wenn er wollte, dann auch mehrere Personen gleichzeitig. Er sah mir enttäuscht in die Augen und schüttelte leicht mit dem Kopf. „Es tut mir Leid.“, flüsterte ich und sprach nach einem Augenblick der vollkommenen Stille weiter: „Komm her… Und nimm meine Hand.“. Zögerlich stellte er sich neben mich und nahm meine Hand in seine. Schon im nächsten Augenblick waren wir nicht mehr beim Fuchsbau, sondern in einer riesigen Halle. An der Wand stand ein großer, hell erleuchteter Kamin, der eine angenehme Wärme hinterließ. Ansonsten war dieser Raum kalt und öde eingerichtet, sodass es einem einen kalten Schauer über den Rücken laufen ließ. Ich wollte gerade etwas sagen, als eine alte Holztür geöffnet wurde und jemand hinein kam. Mein Herz setzte für einen Augenblick aus, als Draco und seine Eltern eintraten. Sie blieben wie angewurzelt stehen, als sie uns erblickten. „Was habt ihr hier zu suchen?“, zischte sein Vater und schon im nächsten Moment flogen unsere Zauberstäbe in seine Richtung. Er fing sie elegant auf und reichte sie dann an seine Frau und seinem Sohn weiter. Ich hatte so gehofft, dass Draco etwas sagen würde. Doch das tat er nicht. Dafür hatte sein Vater einen zu großen Einfluss auf ihn. Und seine beiden Eltern hatten mich eh noch nie so richtig leiden können. Warum auch immer. „Stecken wir sie erst einmal in den Kerker… Dann sehen wir weiter.“, meinte seine Frau und trat neben ihn. Er sah ihr ins Gesicht und nickte dann zustimmend. „WURMSCHWANZ!“, schrie er, sodass es in der ganzen Halle schallte. Sogleich kam ein kleiner, hässlicher Mann hinein. (Sofern man ihn als „Mann“ definieren kann) Bei genauerem hingucken erkannte ich ihn. Damals hatte sich herausgestellt, dass dieser Mann, dessen Name mir entfallen ist, die ganze Zeit über Rons Ratte gewesen ist. Komische Vorstellung, dachte ich. „London? Was machen wir jetzt?“, hörte ich diesen ängstlich flüstern. Ich atmete tief ein und aus. Schön, dass mein bester Freund immer noch Vertrauen in mich hatte. „Was können wir schon tun?“, meinte ich. Ohne jeglichen Widerstand zu leisten, gingen wir mit diesem „Mann“ mit. Er führte uns in den Kerker. Unsanft stieß er uns hinein und knallte daraufhin das Eisentor hinter uns beiden zu. „Angenehmen Aufenthalt.“, sagte er sarkastisch und verschwand dann. Verdammt, ich hätte doch wissen müssen, dass das schief gehen würde. Ich war so dumm. So dumm, dumm, dumm! Schließlich fing ich an zu weinen und sank zusammen. Ron kam sofort zu mir geeilt und setzte sich ebenfalls auf den kalten Boden. Er schlang seine Arme um mich und drückte mich an ihn. Dankend vergrub ich meinen Kopf an seiner Brust und lauschte seinem Herzschlag. „Es tut mir so Leid… Es tut mir so Leid.“, schluchzte ich. „Keine Sorge… Wir kommen hier wieder raus… Hörst du? Wir kommen hier wieder raus.“, hauchte er. Ich sah auf und blickte ihm tief in seine Augen. Er wischte mit den Daumen meine Tränen von den Wangen. Dann fing er an einfach zu lächeln, sodass ich auch lächeln musste. Deswegen mochte ich ihn so. In jeder Situation konnte er mir ein Grinsen auf die Lippen zaubern. Plötzlich spürte ich, wie er seine Lippen auf meine drückte. Erst war ich überrascht, doch dann schloss ich genussvoll die Augen und ließ den Kuss geschehen. *** Seine Sicht: Nachdem diese Missgestalt, zwischen Ratte und Mensch, die beiden in den Kerker gesteckt hatte und danach das Weite gesucht hatte, schlich ich zu ihnen. Ich hatte keinen Schlüssel, aber trotzdem wollte ich zu den beiden. Nein. Eigentlich nur zu London. Meiner London. Ich hatte sie so vermisst. Aber warum kam sie überhaupt hierher? Ich hatte sie doch ausdrücklich gewarnt, oder? Flink eilte ich die Treppe zum Kerker herunter. Aber als ich an dem Tor ankam und hinein blickte, spürte ich einen Stich, da wo sonst mein Herz lag. Da küsste doch tatsächlich dieses kleine, widerliche Wiesel meine… MEINE London! Und sie küsste ihn zurück! Nach einer scheinbaren Ewigkeit lösten sie sich voneinander. Jetzt bloß nichts anmerken lassen, dachte ich und räusperte mich stark, sodass beide in meine Richtung blickten. Londons Augen leuchteten auf und sogleich kam sie auf mich zu gerannt. „DRACO!“, hauchte sie voller Freunde und stellte sich ganz dicht an das Tor. Auch das Wiesel gesellte sich schließlich zu uns. Wir nickten uns nur kurz halbherzig zu, dann lag meine Aufmerksamkeit wieder ganz auf ihr. *** Meine Sicht: Er kam tatsächlich! Ich dachte schon, dass ich ihm egal wäre. In diesem Moment vergas ich alles um mich herum. Selbst den Kuss mit Ron, der mir aber leider nicht sehr viel bedeutet hatte. „Warum bist du hier, London? Ich dachte, ich hätte mich deutlich genug ausgedrückt… Du bist in Gefahr.“, flüsterte er. „Ich wei߅ Aber warum? Und wie kannst du dich in meine Gedanken schleichen?“. „Das kann ich dir jetzt nicht erklären.“. „Stimmt es was man über dich sagt?“. Ich hielt gespannt die Luft an. Warum hatte ich ihn das gefragt? Etwas taktlos, nicht? Aber ich musste es wissen. Ich musste wissen ob er wirklich einer von „denen“ war. Er biss sich verlegen auf der Lippe herum, dann nickte er leicht. „Ja… Ja ich bin… ich bin ein… Todesser.“. Zwar hatte ich keine andere Antwort erwartet, aber dennoch versetzte mir dieses Geständnis einen Schlag in den Magen. Ich nickte nur, während mein Blick in Richtung Boden wanderte. „Aber ich wollte das nicht, London.“, meinte er, sichtlich verbittert. „Aber trotzdem bist du zu einem geworden, oder?“, fauchte Ron nun. Die Anspannung der beiden war deutlich zu spüren. Gut, dass das Tor zwischen ihnen war, dachte ich. Ansonsten wären sie sich jetzt gegenseitig an die Kehle gegangen. „Ja, ich bin zu einem geworden! Außerdem wüsste ich nicht was dich das angeht… Verräter!“. „Du nennst mich einen Verräter? Wer hat sich denn dem dunklen Lord angeschlossen und kommt jetzt an gekrochen, wie ein räudiger Hund?“. „Du wagst es mich so zu nennen! Glaube mir, du wirst dafür bezahlen, Weasley… Und falls du es noch nicht bemerkt haben solltest. Ich bin nicht wegen dir hier. Sondern wegen London. Wärst du alleine hier unten gewesen, dann wäre ich nicht einmal auf die Idee gekommen dich zu besuchen!“. „Schluss jetzt! Ihr führt euch auf wie kleine Kinder!“, zischte ich verärgert. Augenblicklich verstummten beide und sahen mich entschuldig an. Manchmal war es einfach anstrengend mit zwei Menschen befreundet zu sein, die sich gegenseitig hassten. „Kannst du uns hier herausholen?“, fragte ich schließlich. Doch er schüttelte nur den Kopf: „Mein Vater hat den Schlüssel… Das heißt ich komme nicht an ihn heran.“. „Das ist ja mal typisch.“, ich hätte meinen Freund (Nicht falsch verstehen) für diesen überflüssigen Kommentar umbringen können. Plötzlich hörten wir Schritte, die sich auf uns zu bewegten. Draco sah mir noch einmal tief in die Augen, bevor er schnell verschwand. Kurz danach tauchte der Mann/die Kreatur… (Ich: Was auch immer… Einigen wir uns auf: „Es“?) Also dann tauchte „ES“ auf und brachte uns wieder zurück in die große Halle. Dort saßen Dracos Eltern und noch eine schwarzhaarige Frau, die aussah als wäre sie aus der Hölle entsprungen. Aber ich kannte dieses Gesicht. Ja, es handelte sich definitiv um die Lestrange. Alle drei starrten uns an und hatten ein verdächtiges Lächeln auf den Lippen. Fast schon satanisch. (Ich: Schön GRUSELIG!) „Warum seid ihr beide hierher gekommen?“, fragte Bellatrix, stand dann auf und redete weiter: „Es war entweder sehr mutig von euch hierher zu kommen… oder sehr dumm… Also ich frage noch einmal. Warum seid ihr hier?“. „Das geht dich gar nichts an.“, zischte ich. „ANTWORTE GEFÄLLIGST, WERTLOSES SCHLAMMBLUT!“, schrie sein Vater wütend und erhob sich ebenfalls. „Ich bin kein.“, ich schluckte das letzte Wort hinunter, doch redete nach einer kleinen Pause weiter: „Mein Blut ist rein, das wissen Sie!“. „Leider weiß ich es! Und leider kenne ich auch deine ganze, dreckige Familie! Ich hätte sie umbringen sollen, als ich noch die Chance dazu hatte!“. Wutentbrannt wollte ich auf ihn zu gehen, doch ich wurde von dem Geräusch einer geöffneten Tür abgelenkt. Auch Ron drehte sich um, doch verzog sogleich das Gesicht, als er Draco sichtete. Ich persönlich war froh, aber dennoch wusste ich, dass er nicht viel zu sagen hatte. „DRACO!“, zwitscherte Bellatrix, fast schon freudig und brachte so etwas wie ein kleines Lächeln zustande. Skeptisch beobachtete ich ihn, wie er sich demütig zu seinen Eltern stellte und mit gesenktem Kopf alles abwartete. Auf der einen Seite war ich enttäuscht. Aber ich wusste auch, dass er keine andere Wahl hatte. „Wir wollten nur sichergehen, dass du dabei bist, wenn wir die beiden Blutsverräter umbringen… Eigentlich hatten wir gedacht, dass du die kleine Mrs. Armstrong töten könntest, während ich das gleiche mit ihrem Freund erledige.“, meinte Lucius zu seinem Sohn und ließ uns einen herablassenden Blick zuteil. Ich sah, dass er geschockt zu seinem Vater blickte, um mich dann mitleidig an zu starren. Was würde er tun? Uns töten? Oder würde er uns helfen? Egal was… Ich war bereit. „Warum ich, Vater?“, war seine einzige Reaktion darauf. Nun trat sein Vater an uns beide heran. Ehe ich reagieren konnte, griff sich seine starke Hand einen großen Büschel von meinen Haaren und zog mich grob mit sich. Mir stiegen Tränen in die Augen, aber mehr als jämmerlich zu wimmern tat ich nicht. Er zog so an meinen Haaren, sodass ich meinen Kopf nach hinten biegen musste. Erst als ich seinen Sohn fast berühren konnte, blieb er stehen und zog mit einem Ruck an meinen Haaren. Ich fiel auf die Knie und rührte mich nicht. „Weil DU… einst mit ihr befreundet warst. Und ich weiß, dass du sie jetzt mehr als alles andere hasst… Deshalb wird es dir eine Ehre sein, ihr Leben aus zu löschen.“, beantwortete er seine Frage und verzog seinen Mund zu einem bösen Lächeln. Ich schluckte. Was hatte er seinem Vater erzählt? Zwar wusste ich, dass sein Vater mich niemals gemocht hatte, aber hatte er ihm wirklich erzählt, dass wir Feinde waren? Draco nickte etwas traurig und zog seinen Zauberstab hervor. Vielleicht hätte ich jetzt etwas sagen sollen, doch das tat ich nicht. Plötzlich ließ mich sein Vater los und richtete seinen Zauberstab auf Ron, der ihn ängstlich anstarrte. Langsam sah ich auf. Grau Augen sahen zu mir herab und betrachteten mich nachdenklich. Sein Blick war irgendwie liebevoll und warm. Das liebte ich so an ihm. Und wenn ich bei diesem Anblick sterben würde… dann wäre das auch gut. *** Seine Sicht: Wie sie da kniete. Hilflos… Traurig… Aber auch gefasst und gelassen, so als ob sie wusste, dass ich sie nie umbringen würde. Sie blickte zu mir hoch. Ihre grau - grünen Augen funkelten im Schein des Feuers, welches im Kamin leise vor sich hin brannte. Das muss ein Engel sein, dachte ich. Verzweifelt suchte ich nach einem Ausweg… Ganz einfach. Ich musste sie einfach nur hier wegbringen. Mein Blick fiel auf meinen Vater und das rothaarige Wiesel. (Ich: Ihr wisst schon wer… Tut mir Leid für die Fans, aber es muss sein) Leider musste ich ihn ja auch retten, denn sonst hätte London mir das niemals verziehen. Ohne so wirklich nach zu denken, richtete ich nun meinen Zauberstab auf meinen Vater. „EXPELLIARMUS!“, rief ich und schon landete sein Zauberstab in meiner Hand. Überrascht und zornig drehte er sich zu mir um. Mit einem geschicktem Zauber, stieß ich ihn gegen einer der Wände, sodass er ohnmächtig liegen blieb. Ich schnappte mir Londons Hand und zog sie auf die Beine. Wir sprinteten zu dem Wiesel. „DRACO!“, hörte ich meine Tante wutentbrannt schreien. Gerade wollte ich mit den beiden apparieren, als sie ihren Dolch zückte. Sie schmiss ihn. In diesem Moment verschwanden wir und ich hoffte, dass sie London nicht getroffen hatte. *** Meine Sicht: Er hatte uns auf eine Art Feld gebracht. Doch ich spürte einen brennenden Schmerz in der Magengegend. Benommen sah ich nach unten und erstarrte. Der Dolch. Seine Klinge steckte in mir. Meine Hände waren schon voller Blut und es tropfte auf den Boden. „Draco.“, flüsterte ich. Plötzlich tauchte er vor mir auf. Seine Augen und sein Mund waren weit geöffnet. Auch er hatte den Dolch bemerkt. Plötzlich wurde mir schwindelig und sank auf die Knie. Augenblicklich ließ sich er auch auf den Boden fallen, nur um mich auf zu fangen. Vorsichtig legte er meinen Oberkörper auf seinen Schoß und betrachtete mit Tränen in den Augen meine Wunde. „Das… das… das wird wieder… In… in Ordnung? Du… du bist stark… Du schaffst das.“, schluchzte er, während Tränen an seiner Wange herunter liefen. Sein sonst so blasses Gesicht hatte eine rötliche Farbe angenommen. Wie in Tranche blickte ich ihm in die Augen. Meine Kraft schwand. „Versprichst… du… mir… was?“, brachte ich hervor. Er nickte, während ein tiefes Schluchzen seiner Kehle entglitt. „Vergiss… mich… nicht.“. Seine Hand strich liebevoll über meine Haare. Selbst in dieser Situation fühlte ich mich sicher und geborgen. Nur weil ER da war. Plötzlich beugte er sich vor und drückte seine weichen Lippen auf meine. Sie schmeckten bitter. Wahrscheinlich von seinen Tränen. So lange hatte ich nur auf diesen Moment gewartet und jetzt trat es endlich in kraft. Musste ich dazu erst im sterben liegen? Seine Lippen lösten sich von meinen und ließen eine unangenehme Kälte zurück. „Ich liebe dich, London… Ich liebe dich.“, weinte er und legte seine Stirn an meine. Er kniff die Augen zusammen und schluchzte erneut. Innerlich musste ich lächeln… Ich wusste, dass ihn das Überwindung gekostet hatte, dies zu sagen. „Ich… dich… auch.“, hauchte ich. Auf einmal überrollte mich eine Welle der Müdigkeit. Sie war so stark, sodass ich meine Augen nicht mehr offen halten konnte. Plötzlich schlossen sie sich von ganz alleine… und ich verfiel in einen endlosen Schlaf. ENDE

42.58 % der User hatten die Auswertung: Name: Sophie-Dawn Huntington Aussehen: Braune, lange Haare (Bis zu den Schulterblättern); Grüne Augen; Normale Figur * Die folgende Geschichte spielt in dem 5. Schuljahr * Deine Geschichte: „Wenn ich diese aufgeblasene, pinke Kuh schon sehe, sagt mir mein Essen wieder „Hallo“!“, schimpfte ich und ließ meine Bücher einfach auf dem Tisch in der Bibliothek fallen. „Mir geht es nicht anders… Aber schließlich muss dieser Aufsatz geschrieben werden… Ich weiß, dass du neu bist, aber trotzdem bist du keine Ausnahme für unsere Lehrer.“, meinte meine beste Freundin Hermine und schlug schon die erste Seite eines Buches auf. Ich stöhnte und blätterte gelangweilt umher, in der Hoffnung irgendetwas brauchbaren zu finden. Vergebens. Nach einer geschlagenen Stunde gab ich auf und klappte das, mittlerweile vierte Buch zu. „Ich brauche frische Luft.“, flunkerte ich und marschierte hinaus, bevor sie noch etwas sagen konnte. Ziellos irrte ich durch die Gänge und Flure, bis ich mich draußen vor dem See wieder fand. In der Ferne stieß eine Eule ihre Rufe aus. Gedankenverloren blickte ich empor und betrachtete den sterneklaren Himmel. Der Mond und die Sterne schienen so hell, wie niemals zuvor. Um die Sternebilder zu erkennen, fehlte mir jegliche Fantasie, weshalb ich dies unterließ und mich auf den See konzentrierte. Er sah so friedlich und ruhig aus. „Perfekt.“, flüsterte ich. Meine Mundwinkel zogen sich etwas nach oben, als ich die ersten Schritte in das eiskalte Wasser machte. Ich konnte nicht sagen, dass ich mein Leben liebte. Ganz im Gegenteil. Ich hasste es. Ich hasste es zu wissen, dass ich keine Familie mehr hatte, die sich um mich kümmerte. Ich hasste es zu wissen, dass ich die ganzen Prüfungen verhauen würde. Ich hasste es zu wissen, dass ich mein Leben einfach nur erbärmlich fand. Und ich hasste mich selber, da ich ohne ersichtlichen Grund vor ein paar Monaten mit meiner großen Liebe Schluss gemacht hatte (Ich: Dieser Junge ist kein Charakter aus HP, also ist der Name wohl unwichtig). Zwar hatte ich Freunde. Sehr gute Freunde sogar, aber auch die konnten diese Leere in mir nicht füllen. Die Dunkelheit in mir nicht verbannen. *** Seine Sicht: Ich konnte mal wieder nicht schlafen. Also lief ich draußen umher und beschloss schließlich zum See zu gehen und dort etwas vor mich hin zu grübeln. Als ich dort ankam, saß ich eine Gestalt. Als ich näher kam, konnte ich sehen, dass es sich um eine Schülerin unserer Schule handeln musste. Sie war schon bis zu der Brust im Wasser, als ich an dem Ufer ankam. Da sie mir den Rücken zu gedreht hatte, konnte ich ihr Gesicht nicht erkennen und ich war mir sicher, dass sie mich noch nicht einmal bemerkt hatte. Ich wunderte mich. Das Wetter war nicht gerade optimal für ein kleines Bad im See, also befürchtete ich das Schlimmste. Tatsächlich ließ sie sich einfach unter die Wasseroberfläche sinken. Hektisch zog ich meine Jacke, sowie mein Hemd aus und sprang ohne nach zu denken in das Wasser. Es war eiskalt, doch mein Körper war so mit Adrenalin gefüllt, sodass ich sie nicht richtig spüren konnte. Mein Herz schlug fest gegen meine Brust. Ich holte tief Luft und tauchte dann, an der Stelle wo sie untergegangen war. Leider war das Wasser trübe, aber ich konnte sie nach einigen Augenblicken entdecken und tauchte zu ihr. Ich schlang einen Arm um ihre Taille und zog ihren leblosen Körper wieder an die Wasseroberfläche. Das Wasser machte sie leicht, weshalb ich sie ohne große Probleme an das Ufer zog. Ihr Körper lag in meinen Armen, aber immer noch bewegungslos. Behutsam legte ich sie auf den Boden und suchte vergeblich nach einem Puls, doch es war keiner zu spüren. „Komm bitte, wach auf.“, flüsterte ich. Es nützte ja nichts. Also umschlossen meine Lippen ihre und ich startete eine „Mund zu Mund Beatmung“. *** Meine Sicht: Plötzlich wurde ich aus der tiefen Dunkelheit geholt und schnappte nach Luft. Mit einem Röcheln schlug ich blitzschnell die Augen auf. Ich drehte mich auf die Seite, während mein linker Arm mich stützte und hustete das ganze Wasser aus. Mein Körper zitterte vor Kälte. Doch Moment. An das letzte, an das ich mich erinnern kann ist, dass ich mich ins Wasser fallen gelassen habe, um mir das Leben zu nehmen. Warum lag ich nun am Ufer? Auf einmal wurde mir etwas warmes über den Oberkörper gelegt. Ich zuckte sofort zusammen und kroch vor Schreck ein Stück nach hinten. Geschockt sah ich auf und blickte in das Gesicht eines blonden Jungen. Er hatte seine Augen weit aufgerissen und schien genauso schockiert zu sein, wie ich selber. Auch er war nass, also musste er mich gerettet haben. Verdammt! Warum hatte er mich gerettet? Meine Finger umkrallten etwas warmes und weiches, möglicherweise Stoff. Mein Blick fiel kurz nach unten. Es war eine dunkle Jacke, wahrscheinlich von meinem „Retter“, dachte ich. Und auf einmal würde ich sauer. Nein, ich wurde absolut wütend. „WAS? NEIN!“, kreischte ich zornig, rappelte mich hoch und wollte mich erneut in das Wasser stürzen. Doch schon nach ein paar Schritten, Richtung See, wurde ich an meinem Arm gepackt und zurückgezogen. Ich stolperte, sodass ich dem Jungen in die Arme fiel. Oh - Sein Oberkörper war ja nackt. Sofort lief ich rot an. Glücklicherweise war es dunkel, sodass er dies nicht sehen konnte. „Was machst du da? Willst du dich umbringen?“, brüllte er wütend und verstärkte den Griff um meinen Arm. Erbost riss ich mich von ihm und ging wieder auf den See zu. „Nein!“, schrie er erneut und stellte sich mir provozierend in den Weg. „Geh mir aus dem Weg!“. „Nein!“. „GEH!“. Er antwortete nicht, sondern starrte mich mit wütenden, aber auch flehendem Gesichtsausdruck an. Ich hielt seinem Blick stand. „Du musst in den Krankenflügel.“, meinte er schließlich. Nun klang seine Stimme nicht mehr so kalt. Sie ließ eine angenehme Wärme durch meinen Körper fahren. „Nein.“. „Komm, bitte… Es wird dir dann besser gehen.“. „NEIN! ICH WERDE NICHT GEHEN! UND DU KANNST MICH AUCH NICHT ZWINGEN!“, ich stieß, während ich wieder in Richtung See ging, meine Schulter an seine, sodass er sich nun in meine Richtung drehte. „Du lässt mir keine andere Wahl.“. Ehe ich mich versah, war er wieder vor mir und hob mich auf seine Schulter. „Lass mich runter!“. „Nein.“, es schien so, als ob ihm das Spaß machen würde. Doch schnell merkte ich, dass es nichts nütze sich gegen ihn zu wehren, weshalb ich es über mich ergehen ließ. Einige Minuten später setzte er mich vor dem Krankenflügel ab. Das hieß, dass ich wohl oder übel hinein gehen musste, was ich unter Protest auch tat. Ich meinte, dass ich in den See gefallen sei und fast ertrunken wäre, da ich nicht schwimmen konnte. Nachdem mich diese komische Frau untersucht hatte, meinte sie, dass ich wieder gehen konnte, da mir nichts fehlte. Zwar würde ich in den nächsten Tagen wohl eine kleine Erkältung bekommen, doch dies war halb so schlimm. Als ich jedoch wieder hinaus kam, war der Junge weg. Toll… Er hatte mir das Leben gerettet (Auch wenn das in meiner Situation nichts positives war) und ich wusste noch nicht einmal seinen Namen… *** „Gesundheit… Schon wieder.“, wünschte mir Hermine, als ich wieder einmal niesen musste. „Das war jetzt bestimmt das vierte mal an diesem Tag.“, meinte ich mürrisch. „Das fünfte… Was hast du eigentlich gestern gemacht? Du sagtest doch, dass du nur kurz frische Luft bräuchtest.“. „Nun ja… Ich… ich war draußen spazieren… am See… Und… und dann habe ich die Zeit vergessen… Ich konnte nicht ahnen, dass du bis Mitternacht in der Bibliothek gesessen hast… Tut mir Leid.“. Sie gähnte genüsslich: „Schon in Ordnung… Sag mal… Gehst du auch auf den Ball?“. (Ich: Ja, ich wei߅ Der Ball war eigentlich ein Schuljahr davor, aber egal. Ich weiß, dass ihr so viel Fantasie besitzt, sodass ihr euch vorstellen könnt, dass einfach mal so ein Ball im 5. Schuljahr organisiert wurde. ICH GLAUBE AN EUCH!) „Ein Ball?... Ehm… Mal schauen. Du?“, es kam etwas überraschend. Da ist man kaum vier Tage an dieser Schule und schon wird einem mitgeteilt, dass bald ein Ball stattfindet. Sie errötete etwas: „Ja… Aber ich werde nicht verraten mit wem.“. Ich zuckte mit den Schultern. Mit hoher Wahrscheinlichkeit kannte ich ihn sowieso nicht. Schweigend gingen wir weiter durch die riesigen Flure und Gänge. „Ziemlich einsam hier, findest du nicht?“, fragte ich sie schließlich, als wir erneut durch einen leeren Flur gingen. „Es ist halt Zeit für das Abendessen.“, antwortete sie und ging scharf um die Ecke, welche in den nächsten Korridor führte. Verträumt ging ich einen größeren Bogen und prompt stieß ich gegen einen harten Körper. Ich taumelte etwas zurück und sah entschuldigt auf. Die Person, mit der ich zusammen gestoßen war, sah ebenfalls auf. Das gab es doch nicht! Er war es! Der blonde Junge, der mir das Leben gerettet hatte! Verdutzt öffnete ich den Mund etwas und weitete meine Augen. Er tat es mir nach. „DU!“, sagten wir beide gleichzeitig. Danach war wieder pure Stille. „Sophie?“, hörte ich Hermine flüstern, doch ich reagierte nicht. Nach einem Augenblick hatten wir beide wieder die Fassung gefunden, weshalb ich mich nun zu meiner Freundin wandte: „Würdest du schon einmal vorgehen?“. Sie nickte und verschwand. Der Junge biss sich nervös auf der Unterlippe herum und wich meinem Blick aus. „Ich bin übrigens Sophie-Dawn Huntington, aber rede mich bitte, wenn möglich nur mit meinem ersten Vornamen an.“. Er nickte: „Ich heiße Draco Malfoy.“. „Freut mich dich kennen zu lernen.“, ich lächelte leicht, doch seine Miene blieb unverändert, hart. Wieder verging eine kleine Ewigkeit, bis er schließlich das Schweigen brach: „War es wirklich das, wonach es aussah?“. Ich runzelte die Stirn und legte den Kopf schief. Er seufzte leise: „Wolltest du dich wirklich… umbringen?“. Mir wurde etwas schwindelig. Ich konnte doch keinem Fremden, in dem Sinne, gestehen, dass ich mich wirklich umbringen wollte, oder? Schließlich konnte ich ihm doch nicht trauen, oder etwa doch? Das erste Mal in meinem Leben fühlte ich mich hin und her gerissen. Nervös zappelte ich herum und suchte vergeblich nach einer originellen Ausrede, doch es fiel mir keine ein. Also blieb nur noch eins und das war garantiert nicht die Wahrheit. Ich machte kehrt und wollte zu der großen Halle, aber er hielt mich am Arm fest, wie neulich am See. „Dir kann geholfen werden!“, meinte er, gleichzeitig verringerte er die stärke des Griffes, um meinen Arm. „Und wie?“, meine Stimme klang leicht gereizt, doch dennoch spiegelte sich etwas Hoffnung in ihr. „Rede mit jemanden.“. „Und mit wem?“. Eine kurze Pause. „Rede… rede mit mir.“. „Mit dir?“. Er nickte leicht, bevor er antwortete: „Ja… warum nicht… Oder weiß noch ein anderer, dass du dich umbringen wolltest?“. Ich schwieg und starrte stur nach unten. „Na also.“, hauchte er. „Danke.“, brachte ich heraus und lächelte ihn dankbar an, was dazu führte, dass er ebenfalls lächelte. „Ich… ich sollte dann gehen.“, flüsterte ich verträumt und er nickte. „Wir sehen uns.“. „Das hoffe ich doch.“. „Bis dann.“. „Ja… Bis dann.“. Ich war erfreut über sein Angebot. Sehr erfreut sogar. Vielleicht hätte ich schon viel früher mit jemanden sprechen sollen. Aber erst einmal abwarten, ob es auch wirklich etwas nützen würde. Während ich noch in meinen Gedanken versunken war, ging ich in Richtung der großen Halle und fand mich, ehe ich mich versah, am Tisch mit Hermine und auch Ginny wieder. Doch bevor ich mich an dem leckeren Essen vergreifen konnte, legte mir Hermine besorgt ihre Hand auf meinen Arm und zog so meine Aufmerksamkeit auf sich: „Was sollte das gerade?“, zischte sie leicht verärgert. Ich runzelte verständnislos die Stirn und sah sie fragend an: „Was meinst du?“. „Das mit.“, sie stoppte und kam mit ihrem Gesicht näher, um es zu flüstern: „Mit Malfoy.“. „Draco?“. „Ja… Du sprichst ihn mit Vornamen an?“. „Ja… Dich rede ich doch auch mit deinem Vornamen an. Eigentlich jeden hier, außer natürlich die Lehrer.“. „Weißt du nicht, wer er ist?“, ihre Frage klang etwas verzweifelt, was mich leicht beunruhigte. „Sollte ich? Stimmt etwas nicht?“. „Er ist der Fiesling in unserer Schule… Jeder fürchtet ihn. Und er macht auch vor keinem Halt. Manche sperrt er einfach, mit seinen Freunden in die Besenkammer ein. Außerdem beleidigt er hier jeden. Auch mich… Das schlimmste ist aber, dass sein Vater ein Todesser ist“. Zwar hörte ich aufmerksam zu, doch ich glaubte ihr kein einziges Wort. Das konnte nicht der Junge sein, den ich flüchtig kennen gelernt hatte. Der, der mir das Leben gerettet hatte. Aber das konnte ich ja schließlich nicht sagen. „Und nur weil sein Vater ein… du weißt schon… ist, heißt das gleichzeitig, dass er auch einer sein muss?“. „Nein, aber… aber das ist.“, sie stoppte. „Was?“. „Ach gar nichts.“, dann wandte sie sich leicht beleidigt ab und aß, ohne ein weiteres Wort, ihr Abendessen, so wie ich auch. *** „Ich dachte schon du kommst nicht.“, meinte ich und lächelte Draco schief an, der zum See geeilt kam. „Ich wurde aufgehalten.“, meinte er abwehrend. Verständnisvoll nickte ich und sah, wie sein Blick auf dem See ruhte. „Alles in Ordnung?“, fragte ich ihn. Anscheinend hatte ich ihn aus seinen tiefen Gedanken gerissen, da er etwas zusammen zuckte und mich erst noch verträumt ansah. Doch nach einem Augenblick sprühte er vollkommene Ernsthaftigkeit aus und war voll konzentriert: „Warum wolltest du dich ausgerechnet hier mit mir treffen?“. „Nun… Ich dachte, weil du mich hier heraus gefischt hast… Außerdem ist hier niemand und wir sind ungestört.“. In seinem Blick lag Besorgnis. Kopfschüttelnd grinste ich: „Keine Sorge. Ich werde es jetzt nicht versuchen… Versprochen.“. Zögerlich setzte ich mich an einen Baum, nahe am Wasser und sah dann zu ihm auf, der sich immer noch nicht von der Stelle bewegt hatte. Anscheinend hatte er trotzdem bedenken, was ich ihm aber nicht übel nehmen konnte. Doch schließlich löste auch er sich aus seiner Starre und nahm neben mir platz: „Dann erzähl mal… Was bedrückt dich? Und ist es so schlimm, sodass du dir dein Leben nehmen willst?“. Ich schluckte und lehnte meinen Kopf an dem Baumstamm, mit Blick auf den See gerichtet. „Ich weiß beim besten Willen nicht wo ich anfangen soll.“. „Lass dir ruhig Zeit.“. Für einen Moment überlegte ich und sortierte die ganzen Gründe nach Bedeutung und Wichtigkeit, bevor ich ihm schlussendlich antwortete: „Ich denke der Hauptgrund ist meine Familie. Meine beiden Eltern sind vor einem halben Jahr ums Leben gekommen… Das hat mich so zerrissen, dass ich angefangen habe zu trinken… Und dann klappte es nicht mehr mit meinem damaligen Freund.“, ich stoppte kurz, denn ich erinnerte mich an meinen Ex. Schnell verdrängte ich alles und erzählte weiter: „Nun ich habe mit ihm Schluss gemacht… Das… das war wahrscheinlich der größte Fehler, den ich jemals gemacht habe. Denn ich habe ihn geliebt… Und er hat mich geliebt… Dann ist da noch die Schule. Ich komme mit dem ganzen Druck einfach nicht klar. Und ich weiß jetzt schon, dass ich die ganzen Prüfungen verhauen werde.“. Es tat so gut endlich mal mit jemanden zu reden. Dies löste in mir eine gewisse Befriedigung aus, sodass ich anfing zu weinen. Es war so, als ob dir eine schwere Last abgenommen wird, die Jahrelang in mir wütete. Ich spürte eine warme Hand auf meinem Rücken. Es beruhigte mich zu wissen, dass jemand da war. Doch ich musste mich auch an Hermines Worte erinnern. Er schien kein guter Umgang für jemanden wie mich zu sein. Jedenfalls hatte sie das gesagt und warum sollte meine beste Freundin, die ich schon seit mehreren Jahren kenne, mich belügen? Das ergab keinen Sinn. Und außerdem fühlte ich mich wohl bei ihm. Wenigstens in diesem Augenblick noch. „Das tut mir Leid.“, flüsterte er und ich sah auf. „Das mit deinen Eltern… und… überhaupt alles.“, erklärte er mitleidig. Ich nickte und schaffte es ein leichtes Lächeln heraus zu bringen: „Danke.“. „Du brauchst einfach Ablenkung. Dann denkst du nicht mehr an deine Eltern oder an deinen Ex-Freund… Und das mit den Prüfungen… Da kann dir doch sicherlich eine deiner Freundinnen helfen, oder?“. Nachdem sie wussten, dass ich mit ihm verkehrte, wohl nicht, dachte ich bedrückt. Nun hatte ich mich auch noch mit meiner besten Freundin gestritten. Schlimmer konnte es nicht mehr werden, oder? „Ja, bestimmt.“, meinte ich nur nickend. „Warum bist eigentlich mit der Granger befreundet?“, wollte er schließlich wissen, während seine Stirn sich in Falten legte. „Wir kennen uns schon länger. Und sie ist einfach nett zu mir gewesen… Warum fragst du?“. „Nun ja… Es ist nicht üblich, dass eine Reinblütige und ein Schlammblut Freunde sind… Das passt einfach nicht.“. Mein Magen krampfte sich zusammen. Er wusste nicht, dass ich ein Schlammblut war? Nahm er das wirklich so ernst, wie die anderen alle? Was sollte ich ihm jetzt sagen? Sollte ich ihn anlügen? Das wäre vielleicht das Beste: „Es hat sich einfach so ergeben… Meine Familie sieht das nicht so eng, verstehst du?“. Er nickte, wenn auch zögerlich. „Danke, dass du mir zugehört hast… Das tat gut.“, meinte ich schnell, um das Thema zu wechseln. „Kein Problem… Wenn du willst, dann können wir uns ja öfters treffen… Morgen Abend zum Beispiel.“, meinte er achselzuckend, was mich etwas überraschte. „Morgen Abend?“. „Ja… warum nicht.“. Ich überlegte kurz. Das würde mir Hermine niemals verzeihen, aber egal. Ich fand ihn schließlich sympathisch: „Gerne… Hier am See bei Sonnenuntergang?“. Ein Lächeln zog sich über seine Lippen, während seine Augen aufgeregt leuchteten: „Ja. Ich werde da sein.“. *** „Wo willst du jetzt noch hin?“, fragte Hermine etwas gereizt und stellte sich mir in den Weg. Ich rollte genervt mit den Augen. Das ging sie doch nichts an mit wem oder wohin ich jetzt noch ginge. Sie war schließlich nicht meine Mutter. Warum musste sie auch immer so neugierig sein? „Das geht dich wohl nichts an.“, antwortete ich schnippisch. „Doch das geht mich was an!“. „Nein… Das denke ich nicht.“. „SOPHIE, wo willst du jetzt hin?“, beharrte sie. „Zum See! Zufrieden?“. „Mit wem?“. Ich starrte ihr wütend in die Augen, doch sie ließ sich nicht beirren: „Mit WEM gehst du zum See?“. Wieder gab ich ihr keine Antwort. „Du gehst mit „ihm“ hin, oder?“. „Mit wem?“, eigentlich wusste ich, dass sie es wusste, doch die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt. „Malfoy.“, sagte sie. In ihrer Stimme lag purer Hass. Hass und Zorn auf den, der mich vor dem ertrinken gerettet hatte. Auf den, der mir zugehört hatte. Auf den, dem ich vertraute, warum auch immer. „Ja.“, meine Antwort war knapp, doch wie ich fand deutlich genug. Sie seufzte etwas deprimiert. Plötzlich schien ihr Hass verflogen zu sein, denn schließlich zog sich ein besorgter Ausdruck durch ihr Gesicht: „Höre auf mich, bitte… Er ist nicht gut für dich… Und das meine nicht nur ich, sondern auch andere.“. Andere? Sie hatte also wirklich herumerzählt, dass ich eine Unterhaltung mit ihm hatte, welche auch noch freundlich zu statten gegangen ist? Ich dachte wir wären Freunde? Doch da hatte ich mich anscheinend getäuscht. „Du hast es weitererzählt?“, fragte ich entsetzt. Verlegen biss sie sich auf die Unterlippe und wich meinem Blick nervös aus. „Ich habe es lediglich Harry und Ron erzählt… Mehr Leuten nicht… Und wir können den beiden vertrauen.“. „Können wir das?“. „Ja, das können wir. Jedenfalls vertraue ich ihnen.“. „Es ist mir egal, wem du vertraust… Wichtig ist nur, dass sie ihren Mund halten… Und jetzt entschuldige mich… Ich habe eine Verabredung.“. Flink ging ich zur Tür und knallte sie hinter mit zu. Ich vernahm noch, wie sie meinen Namen rief, doch ich ignorierte es. Als ich fast am See angekommen war, schienen gerade die letzten Sonnenstrahlen auf meine Haut. Ich liebte Sonneuntergänge. Besonders im Sommer, denn dann spürte man noch die Wärme auf der Haut und hatten trotzdem diesen atemberaubenden Anblick vor Augen. Die Sonne spiegelte sich auf dem Wasser. Ich betrachtete dies hypnotisierend, während ich regungslos am Ufer stand. *** Seine Sicht: Hatte sie mich vergessen? Ich konnte sehen, wie sie das Spiegelbild der Sonne im Wasser des Sees betrachtete, ohne jedoch auf etwas anderes zu achten. In Ordnung… Vielleicht hätte sie mich beachtet, wenn ich mich nicht auf einen der Bäume gesetzt hätte. Doch es war schön hier oben. Aber noch schöner war es sie zu sehen. Keine Ahnung warum, aber sie hatte so etwas an sich. So etwas liebenswürdiges und atemberaubendes. Kurzerhand sprang ich vom Baum und landete nur ein paar Meter neben ihr. Sie zuckte heftig zusammen und wandte sich schreckhaft um. Doch als sie mich erkannte, lächelte sie mich an. Oh mein Gott… Wie bezaubernd dieses Lächeln war. „Hallo… Tut mir Leid, ich bin etwas spät. Aber ich wurde aufgehalten.“, entschuldigte sie sich, doch ich konnte nur darüber schmunzeln. „Das macht nichts… Hauptsache du bist gekommen.“, antwortete ich rasch. Verlegen kratzte ich mich am Hinterkopf. Warum war ich so nervös? Ihr Blick huschte wieder auf den See und ruhte dort eine Weile. Diese Stille war zwar angenehm, doch auf eine Art auch nicht. Glücklicherweise beendete sie das Schweigen nach einer Weile: „Wollen wir schwimmen gehen?“. Ich schaute etwas verdutzt. Es war zwar später Sommer, doch trotzdem würde das Wasser auf gar keinen Fall, dem Meer in der Karibik gleichen. „Ich… ich habe… ich habe aber keine… Badsachen an.“, stammelte ich. Sie lachte und mein Herz machte einen Sprung. „Ich auch nicht.“, kicherte sie und fummelte gleichzeitig an ihrer Bluse herum. Sie würde doch nicht… Doch sie tat es. Langsam öffnete sie ihre Bluse und ließ sie von ihrem Körper gleiten. Schlagartig wurde ich rot und ich spürte ein verdächtiges Kribbeln zwischen meinen Beinen. Super auch das noch, dachte ich. Doch was sollte ich machen? (Ich: Für diejenigen, die keinen Sexualunterricht genossen konnten… Im Wörterbuch dürftet ihr sicherlich das Wort „Erektion“ finden, welches dort höchstwahrscheinlich passend definiert wird ;D ) Sie sah so verführerisch aus. Dann zog sie ihre Schuhe und ihre Socken aus. Als sie den Knopf an ihrer Hose öffnete, drehte ich ihr schnell den Rücken zu. Schlagartig spürte ich, wie ich rot würde und mich überkam eine Hitzewelle. Ein dumpfes Geräusch, nach einer scheinbaren Ewigkeit, verriet mir, dass sie nun ihre Hose auf den Boden geschmissen hatte. Wenige Sekunden später vernahm ich auch schon die Geräusche des Wassers, wenn jemand hindurch ging. „Komm rein! Es ist schön kalt!“, rief sie lachend. Zögerlich drehte ich mich wieder um und sah wie ihr Kopf aus dem Wasser ragte und sie mich beobachtete. „Nein danke!“, meinte ich nur. „Feigling!“. Gut. Man(n) muss tun, was man(n) tun muss. *** Meine Sicht: Auch er öffnete sein Hemd und ließ, genauso wie ich, fast alle seine Kleidungstücke am Ufer liegen. Einzig und alleine seine Boxershorts waren geblieben, als er sich auch nun zu mir ins kühle Wasser begab. Mit ein paar Zügen, war er auch schon bei mir angekommen und schwamm nun direkt vor mir. Am liebsten hätte ich mich nun an seinen Oberkörper gekuschelt und nicht mehr losgelassen, aber ich hielt mich zurück. „Bist du immer.“, er stoppe, aber sein Lächeln verschwand nicht. „So verrückt?“, beendete er den Satz. „Meistens, ja.“, antwortete ich mit einem Grinsen, denn es stimmte schon ein wenig. Er schüttelte lachend den Kopf und schwamm einige Meter von mir weg. Sehnsüchtig blickte ich ihm nach, doch als er sich wieder zu mir drehte, tat ich so, als ob meine Aufmerksamkeit auf etwas anderem lag. Und das war auch für einen kurzen Moment der Fall. Als ich jedoch nach einem winzigen Augenblick wieder in seine Richtung sah, war er verschwunden. Hektisch sah ich mich um. Er war nirgends zu sehen. „DRACO!“, ich rief panisch und verzweifelt seinen Namen. Ich machte mich bereit zu tauchen, falls er unter gegangen war. Gerade in dem Moment, als ich tief Luft holen wollte, schoss etwas hinter mir aus dem Wasser und umschlang mit zwei Armen meine Taille. Vor Schreck ließ ich einen grellen Schrei heraus, der aber höchstens eine Sekunde dauerte. „Hab ich dich!“, rief er lachend und schwamm in mein Blickfeld. „Mach das… NIE… wieder, hörst du!“, zwar war ich erleichtert, dass er nicht am ertrinken war, aber trotzdem war ich auch etwas zerknirscht, was man meinem bissigen Unterton bemerkte. Er lachte dennoch: „Dachtest du ich wäre unter gegangen?“. „Nun ja… JA!“, nun fing auch ich an zu lachen. Langsam kam er mir näher und schwebte schließlich wenige Zentimeter vor mir im Wasser, während seine Augen mich fixierten. Und meine Augen fixierten ihn. Er presste seine Lippen zusammen, während sein Blick immer und immer wieder auf meinen Mund huschte. „Keine Sorge… Du wirst mich nicht so schnell los.“, hauchte er sanft, sodass er mir eine leichte Gänsehaut verpasste. Sollte ich ihm eine passende Antwort geben? Nein. Das war der falsche Augenblick für Worte. Aber der perfekte für Taten. Uns trennten noch wenige Zentimeter voneinander, bevor unsere Körper sich berühren konnten. Ich wollte ihn so gerne küssen, doch dazu fehlte mir leider der Mut. So sahen wir uns erst einmal für eine Weile tief in die Augen und schwiegen vor uns hin. Doch dann kam er mit seinem Gesicht immer näher und näher, doch stoppte kurz vor meinem. Worauf wartete er? Küss mich, dachte ich ungeduldig. Den letzten Schritt machte schlussendlich ich. Zärtlich drückte ich meine Lippen auf seine. Sie waren weich und etwas kühl, doch ich konnte nicht sagen, dass ich lieber jemand anderen geküsst hätte. Er schlang seine Arme um meine Taille und zog meinen fast nackten Körper an seinen. Keine Berührung wäre angenehmer gewesen, als seine. Er strich mit seinen Händen über meinen Rücken und entlockte mir so einen leisen Seufzer. Sein warmer Atem streifte meine Wange, als er glücklich ausatmete und dann zu einem neuen Kuss ansetzte. Ich ließ mich wohlwollen darauf ein. Meine Hände gruben sich tief in seine Haare. Sie krallten sich etwas fest, als er begann meinen Hals zu küssen. Es gab kein schöneres Gefühl in diesem Moment. Ihn spüren. Das war es, was ich in diesem Moment wollte. Nur ihn… Keinen anderen… Nie mehr und nie wieder. ENDE