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Ruinen der Vergangenheit und Hoffnung für die Zukunft

In dieser kleinen Geschichte (für einen Schreibwettbewerb) geht es um eine schwere Vergangenheit und Liebe. Eine Liebe, bei der keine Worte nötig sind, um den anderen zu verstehen.

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    Er saß nur da, an der Kante des Daches, und blickte stumm in die Ferne. Nicht, dass er nicht zu sagen hatte - er wusste nur nicht wie. Er spürte, da
    Er saß nur da, an der Kante des Daches, und blickte stumm in die Ferne. Nicht, dass er nicht zu sagen hatte - er wusste nur nicht wie. Er spürte, dass sie hinter ihm stand und wie immer, wenn sie anwesend war schlug sein Herz ein wenig schneller. Luisa war die schönste Person, die er je getroffen hatte, innerlich wie äußerlich. Und obwohl er wusste, dass sie ihn auch liebte, konnte und wollte er seine eigenen Gefühle nicht zulassen. Zu gerne hätte er ihr alles erklärt.
    Seine Mutter war bei seiner Geburt gestorben und sein Vater hatte aus Liebeskummer und Schmerz knapp vier Jahre später Selbstmord begangen. Er konnte sich noch dunkel an sein trauriges Lächeln erinnern und dann hatte er ihn plötzlich nie wieder gesehen. Damals war er noch zu jung gewesen, um zu verstehen. Er kam zu einer Pflegefamilie, fühlte sich jedoch nie Zuhause. Mit fünfzehn beendete er die Schule und lief mit all seinem Geld weg aus seiner Stadt, um neu zu beginnen. Irgendwie war in illegale Geschäfte geraten, Drogenhandel und Diebstahl. Irgendwie schlug er sich durch, Hilfe annehmen wollte er auf keinen Fall. Wenn er eine Pause von allem brauchte, was viel zu oft vorkam, flüchtete er sich in eine ehemalige Fabrik am Stadtrand. Inzwischen war sie so heruntergekommen, dass es nur noch eine Ruine der Vergangenheit war, wie sein Herz.
    Sein Leben war immer von Einsamkeit geprägt worden. Und dann traf er Luisa. Er erinnerte sich genau daran. Und irgendwie war zwischen den beiden eine tiefere Verbindung entstanden. Sie war die einzige, der er die Fabrik gezeigt hatte. Vermutlich wusste sie, dass er aus meiner wohlhabenden Familie stammte, sonst würde er seine Freizeit wohl kaum auf den verrosteten Stahlträgern hinter einem verdreckten Betreten verboten verbringen.
    Der Himmel war mit dicken grauen Wolken verhangen. Er wollte ihr alles sagen, von seiner Angst erzählen, sie zu verlieren sobald sie zusammen wären. Zwar blieb es abgesehen von einem leisen Heulen zwischen den Mauern still, doch vielleicht brauchte er auch gar nicht mehr zu sagen.
    Der Wind pfiff durch die Ruine und erzählte ihr seine Geschichte.
    Als würde sie verstehen, kam sie wortlos näher und setzte sich an seine Seite.
    "Egal, was passiert ist oder noch passieren wird, ich bin da und werde das auch bleiben, okay?" Sanft legte sie ihren Arm um seine Hüfte. Und er ließ es zu.

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