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Gefangen

Dies ist eine Geschichte, die ich für einen Schreibwettbewerb geschrieben habe.

Mein Name ist Violet und ich bin 12 Jahre alt.Ich leide an einer Charakterstörung und meistens erinnere ich mich nicht daran was passiert, wenn sie mich gefangen hält. Wenn ich es tue, wünsche ich mir aber, ich täte es nicht...

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    Leise lag ich auf meinem Bett und gab keinen Mucks von mir. Ich tat das oft, da ich meine Störung so besser unter Kontrolle halten konnte. Zur Schule ging ich nicht. Ich hatte keine Freunde, da meine Störung zu gefährlich ist. In den Garten durfte ich nur selten. Ich war Zuhause gefangen. Langsam öffnete sich die Tür und meine Mutter kam rein.,, Zeit, schlaffen zu gehen. Morgen werde ich dir leider keinen Unterricht geben können", sagte sie sanft. Manchmal hatte ich das Gefühl, sie hat Angst vor mir. Wenn wundert es. Als ich noch zur Schule durfte, hatte ich wegen dieser Störung meine BFF getötet. Mutter hatte jedes Recht, sich vor mir zu fürchten. Ich nickte stumm. Sie schloss die Tür und ich schaltete das Licht aus. Anschließend schlief ich ein.

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    Ich sah den Vollmond durch ein Fenster schimmern und konnte zwei Personen erkennen. Die erste war meine Mutter, die zweite ein Mädchen. Genaueres konnte ich nicht erkennen, da sie so verschwommen war. Meine Mutter fragte das Mädchen:,, Was machst du denn hier?" Sie antwortete nicht. Da hob sie die rechte Hand in der sich ein Messer befand.,, Leg das Messer weg!", schrie meine Mutter.,, Mach nicht dasselbe wie damals!" Da gab es einen lauten Schrei.

    Schweißgebadet wachte ich auf. Nur ein Traum. Derselbe Traum wie immer. Wollte mir mein Unterbewusstsein etwas sagen? War ich das Mädchen, dass ich in meinem Traum nicht erkennen konnte?

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    Ich schaute auf die Uhr. 1 Uhr Morgens. Ich hatte durst. Ich zögerte, da ich befürchtet hatte, dass das selbe wie in meinem Traum passiert. Letztendlich legte ich mich wieder schlaffen.

    Um 10 Uhr wachte ich auf. Jetzt konnte ich beruhigt trinken gehen, da es nicht mehr dunkel war und sich mein Traum bestimmt nicht mehr abspielen könnte. Ich ging die Treppenstufen hinunter in die Küche. Seltsam. Meine Mutter macht doch normalerweise immer pfeifend das Frühstück. Ich schaute mich in unserer viel zu großen Küche um.,, Mutter?", fragte ich. Da entdeckte ich sie. Ihre Leiche, um genauer zu sein. Wie eingefroren stand ich da. Was sollte ich tun? Meinem großem Bruder Bescheid sagen? Nein, der ist doch noch auf der Klassenfahrt. Er hat nämlich keine Störung. Meine kleine Schwester wird mir wohl kaum weiterhelfen können und Vater ist letztes Jahr an Krebs gestorben.

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    Ich schaute mir noch einmal Mutters Leiche an. Tatsächlich steckte noch das Messer in ihr. Dann bemerkte ich Blut auf meiner Pyjama. Mein Unterbewusstsein wollte mir etwas sagen. Ich geriet in Panik. Was sollte ich jetzt tun? Abhauen. Anders ging es nicht. Ich weiß, dass mein Bruder heute Mittag wieder kommt. Ich schrieb ihm auf einem Zettel auf:,, Es tut mir leid, Elias. Ich bin einfach zu gefährlich. " Ich zog mir was sauberes an und packte alle meine Kleidungsstücke in meinen Rucksack. Ich wollte nicht auch noch stehlen, aber ohne Geld würde ich nicht lange überleben, also packte ich auch noch Mutters Portmonee ein. Die wichtigen Dokumente nahm ich aber vorher raus. Ein letztes mal schaute ich noch in mein Zimmer. Auf mein Bett, dass ich nie wieder benutzen würde. Auf alles. Dann faste ich all meinen Mut zusammen und haute ab.

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    Nach einigen Stunden stieß ich auf eine Tankstelle, die nah am Waldrand war. Ich dachte an Ellias und Josie. Sie war bestimmt schon längst am weinen und er war wahrscheinlich schon zuhause. Ich betrat die Tankstelle und der Mann schaute mich komisch an.,, Alleine hier? So weit ich dich einschätzen kann bist du für ein Auto noch etwas zu Jung", sagte er.,, Ich wollte ja nur eine Flasche Wasser kaufen...",, Da gibt es aber auch Läden. Naja, egal. Das macht 1€." Ich bezahlte und machte mich auf den Weg in den Wald.

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    Währenddessen bei Ellias...

    Er öffnete die Haustür und rief:,, Mutter, ich bin zurück!",, Ellias! Ellias!", rief meine kleine Schwester Josie und rannte auf ihn zu.,, Mama ist tot.", verkündete sie ihm mit Tränen im Gesicht.,, Wie tot?", fragte er panisch.,, So tot im Sinne von tot? So richtig mit Herzinfarkt? Wo ist den überhaupt Violet?" Josie schüttelte den Kopf und sagte anschließend leise:,, Nicht mit Herzinfarkt. Sie hat ein Messer in der Brust stecken... Was Violet angeht, ich glaube -",, Ja, ich glaube auch, dass sie Mutter umgebracht hat", unterbricht er Josie.,, Das wollte ich nicht sagen...", murmelt sie kaum hörbar. Ellias ging mit ihr in die Küche und sah schockiert Mutters Leiche an. Dann bemerkte er den Zettel, den ich ihm hinterlassen hatte. Er lass ihn sich durch.,, Josie, wir zwei machen jetzt einen Familienausflug und finden unsere Schwester. ", sagte er mit Mut aber auch mit Angst in der Stimme.

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    Ellias packte die Sachen von ihm und Josie in zwei Rucksäcke und ging mit ihr raus.,, Los, auf zum Wald.", sagte er.,, Wieso da hin?", fragte Josie skeptisch.,, Na weil es dort keine Menschen gibt und sie Angst hat welche zu töten.", erklärte er ihr, während sie losgingen.,, Außerdem gibt es dort auch eine Tankstelle, in der sie sich sicher was zu trinken und essen gekauft hat. Das kannst du als 8 Jährige ja noch nicht wissen.",, Wenigstens bin ich noch Jung. Du bist ja schon 16, alter Mann.", witzelte sie. Er verdrehte die Augen und lächelte.,, Da hast du wohl recht, Schwesterherz."

    Als sie an der Tankstelle ankamen, fragten Ellias den Mann:,, Haben sie ein Mädchen gesehen? Etwa 1,50 groß, braune lange Haare, grüne Augen, helle Haut?",, Jetzt wo du es erwähnst, hier war tatsächlich so ein komisches Mädchen. Hat nur Wasser gekauft. Als gäbe es keine Einkaufsläden", antwortete er.,, Wo ist sie hingegangen?", mischte sich Josie ein.,, KA.",, KA?", fragte Elias nach.,, Ihr wischt schon, keine Ahnung.",, Sie wissen schon, dass man das nur zum chatten verwendet? Naja, egal. Komm Josie. Lass uns in den Wald.", sagte Ellias, bevor sie in den Wald gingen.

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    Zurück bei mir...

    Mitlerweile ist es Nacht geworden und ich wusste noch nicht, dass meine Geschwister mich suchen. Ich hatte Hunger und hatte mir nur Wasser gekauft. Ich nahm gerade den letzten Schluck, da kam ich an einem Zeltplatz an.,, Ich wusste nicht, dass es Leute gibt, die im Wald übernachten wollen.", murmelte ich vor mich hin. Ich fühlte mich seltsam. Als würde jeden Moment meine Störung zuschlagen und mich gefangen halten. Nein, dass ist bloß der Hunger. Langsam ging ich auf ein Zelt zu. Ich erhoffte mir, etwas zu essen mitgehen zu lassen. Tatsächlich. In einem Zelt war ein Korb voller Essen. Ich wühlte herum, um was zu finden, dass nicht auffällt, falls es fehlt. Da fand ich ein Messer und hörte auf zu wühlen. Ich spürte, wie mich meine Störung ein sperrte und gefangen hielt. Ich versuchte mich geistlich zu wehren. Da nahm ich das Messer in die Hand und für mich war alles schwarz.

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    Als ich wieder zu mir kam, war mein Opfer noch am schreien. Als ich bemerkte, dass wir nicht mehr auf dem Zeltplatz waren, war er tot. Ich spürte ein Gefühl, dass ich so noch nie gefühlt hatte. Befriedigung. War es etwa befriedigenden einen Menschen zu töten? War es befriedigenden ein Mörder zu sein? Anscheinend schon. Sofort folgte ich den Spuren, die ich hinterlassen hatte zurück zum Zeltplatz. Ich suchte mir einen anderen Mann mit Nachwuchs aus. Wieso genau diese Person wusste ich nicht. Es war so ein Gefühl. Ich schleifte den Mann auch weg und dann tat ich das selbe wie mit dem anderen. Es war wirklich befriedigenden. Ist das eine neue Stufe meiner Störung? Ja, das muss meine Störung sein.

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    Am nächstem Tag ging ich zurück Richtung Waldrand. Ich habe einmal zwei Silhouetten gesehen. Wer das wohl war?

    Bei Ellias...

    Er und Josie gingen in die andere Richtung in der Hoffnung mich zu finden. Da kamen sie an einer Silhouette vorbei. Ellias hielt sofort an und sagte:,, Josie, bleib stehen." Sie blieb sofort stehen und fragte:,, Was ist den?" Leise zeigte er auf die noch kaum sichtbare Silhouette. Auf mich.,, Violet?", fragte Josie ihn ganz unsicher.,, Wahrscheinlich schon. Los, komm.", antwortete er ihr und sie gingen in meine Richtung.

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    ,, Violet?", hörte ich jemanden hinter mir fragen. Blitzschnell drehte ich mich um und zückte mein Messer.,, Ellias? Josie? Was macht ihr hier?", fragte ich besorgt. Ellias konterte mit einer Gegenfrage:,, Was machst du hier?",, Geht lieber weg, bevor meine Störung auch euch tötet!", warnte ich sie.,, Ich habe Mutter getötet, warum also auch nicht euch?", ich ging auf Josie zu.,, Was hast du vor?", fragte sie mich ängstlich.,, Ich umarme meine kleine Schwester", antwortete ich und hielt sie fest. Das Messer drückte ich fest an ihren Hals.,, Ellias! Hilfe!", schrie sie.,, Violet! Tu das nicht!", schrie er.,, Wieso? Ich werde doch eh für den Rest meines Lebens von dieser Störung gefangen sein!", brüllte ich zurück.,, Nein. Du warst nie von dieser Störung gefangen, sondern nur von dir selbst. "Ich lies das Messer fallen. Nach diesem Satz von meinem Bruder habe ich begriffen, dass nie meine Störung an allem Schuld war, sondern nur ich selbst. Ich hatte mich mein Leben lang gefangen gehalten.


    ENDE

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