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Only a game (Taehyung | FF)

Zwei Lichter, ein Hupen und ein quietschendes Geräusch. Dann wurde alles schwarz. Bin ich tot?

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Draußen beleuchteten bereits einige Lampen die vollkommen dunklen und leeren Straßen Busans. Mal wieder hatte ich einen anstrengenden Tag im Café v


Draußen beleuchteten bereits einige Lampen die vollkommen dunklen und leeren Straßen Busans. Mal wieder hatte ich einen anstrengenden Tag im Café verbracht und leistete dazu noch einige Überstunden, da ich meiner Mutter finanziell unter die Arme greifen wollte. Meine Mutter war eine nicht so gut bezahlte Angestellte eines Krankenhauses und daher hatten wir nicht so viel Geld um Miete, Strom, Essen und gelegentlich Kleidung zu kaufen. Mein Vater, an den ich mich kaum erinnern kann, verließ meine Mutter und mich, als ich ungefähr im Alter von 4 Jahren war. Er war auch ein Grund weshalb es uns in Sachen Geld nicht so gut ging. Damit es uns nicht all zu schlecht ging, arbeitete ich neben der Schule noch als Aushilfe in einem meiner Lieblings- Cafés. Als ich vor der Haustür ankam kramte ich meine Schlüssel heraus und steckte diese anschließend in das Schlüsselloch. Ich stemmte mich gegen die Haustür und sie knarrte ein wenig. Kurz nachdem ich eingetreten war, fiel die Tür mit einem lauten Knallen auch wieder zu. Nachdem ich unsere kleine zwei-zimmer Wohnung betrat, herrschte Stille. Meine Mutter war also bereits bei der Arbeit wie sonst auch immer. Doch als ich das Licht anschaltete und ins Wohnzimmer blickte, fand ich meine Mutter erschöpft und völlig ausgepowert auf der Couch liegen. Vorsichtig öffnete ich die alte Holztüre meines Zimmers und kramte aus meinem Schrank eine Decke heraus, die ich meiner Mutter zum schlafen gab. Leise tapste ich aus dem Zimmer hinaus um meine Mutter nicht zu wecken, doch wie es das Schicksal wollte, stolperte ich über meine Schuhe, die ich davor noch im Wohnzimmer auszog und ein lauter Schrei ertönte durch das Zimmer. Meine Mutter schlug augenblicklich ihre Augen auf. "Was ist passiert?", brachte sie mit völlig verschlafener Stimme heraus. Beruhigend schüttelte ich die Hände. "Nichts. Alles gut. Bin nur gestolpert. Leg dich wieder hin." Gerade als ich umkehren und in meinem Zimmer verschwinden wollte, hielt mich meine Mutter auf.
"Ist schon gut. Ich wollte sowieso mit dir reden."
Sie wollte mit mir reden? Ich nahm neben ihr auf der Couch platz und sie begann mir zu erzählen, was auf ihrem Herzen lag.
"Du weißt doch, dass wir momentan eine schwere Zeit durchstehen. Ich wurde nicht befördert und kann dir nicht all deine Wünsche erfüllen. Aber ich habe eine neue Stelle gefunden, die viel besser bezahlt wird und bei der ich nicht so lange in der Klinik sein muss." Ich nickte und sie fuhr fort. "Aber dafür müssten wir umziehen. Nach Seoul. Ich weiß, dass du all deine Freunde hier hast und du dir keine neuen suchen möchtest, aber das hier ist eine einmalige Chance und ich finde wir sollten sie nutzen."
Ich stieß einen leisen Seufzer aus. "Wenn es uns dann besser geht, bin ich damit einverstanden. Freunde hin oder her. Sie sind doch nicht ganz aus der Welt."
Sie nahm mich in den Arm und erdrückte mich fast, doch bevor es dazu kam, stoppte ich sie.
"Der Flug geht zwar erst in drei Monaten, aber ich wollte, dass du trotzdem schon einmal bescheid weißt. Und bis dahin werde ich alles mit deiner neuen Schule klären."
Da ich relativ müde war begab ich mich in mein Zimmer und ließ mich erschöpft auf mein Bett fallen. Meine Augen fielen zu ohne das ich groß etwas hätte tun können. Und so fiel ich auch schon in einen tiefen Schlaf.
Am nächsten Morgen wurde ich durch ein nervtötendes Geräusch meines Weckers geweckt. Ich fuchtelte mit meinen Händen und zugekniffenen Augen herum, erwischte ihn irgendwann einmal auch und stellte ihn aus. Heute war endlich Freitag! Mit neuer Energie rappelte ich mich auf und stieg von meinem Bett. Aus meinem Kleiderschrank fischte ich einen etwas zu großen Pullover heraus und kombinierte ihn mit einer schwarzen Hose. Ich beschloss mich heute mal schnell duschen zu gehen, genug Zeit hatte ich ja. Nachdem alles erledigt war, betrachtete ich mich ausgiebig im Spiegel. Ich hatte tiefe Augenringe, die darauf zurück weisen, dass ich gestern wirklich zu lange gearbeitet habe. Meine dunkel braunen Haare waren nass und noch immer kullerten einige Wassertropfen auf meinen Pullover. Alles in einem fand ich mich relativ hübsch, so mit den grünen Augen, die relativ selten für Asiaten sind, so wie mit meiner Gesichtsform. Einfach generell mit meinem Körper. Ich war relativ schlank, was aber nicht davon kommt, dass ich zu wenig esse. Ganz im Gegenteil. Ich esse wirklich viel, aber ich werde nicht breiter, ich schieße einfach nur in die Höhe. Zwar bin ich nicht die größte, aber mit meinen stolzen 1,69m bin ich das größte Mädchen aus meiner Klasse. Jedenfalls beschloss ich mit etwas concealer die Augenringe zu verdecken und meine Wimpern ein wenig zu tuschen, um sie besser zur Geltung kommen zu lassen.
Joggend kam ich dann die Treppen herunter und wie immer befand sich etwas zum Essen sowie ein kleiner Zettel auf dem Tisch.


~Süße,
bin schon auf der Arbeit.
Komme erst spät zurück.
Viel Spaß in der Schule.
Hab dich lieb~


Also so wie immer.. Ich schnappe mir nur einen Apfel vom kleinen Körbchen, das auf dem Küchentisch steht und begebe mich in den Flur. Dort ziehe ich mir meine geliebten Vans an, schnappe mir meine Tasche, meine Jacke und öffne die Türe. Gerade als die Tür kurz vorm zufallen ist, schlage ich sie wieder auf, da ich beinah meine Schlüssel vergessen hätte. Dann trete ich in die kühle Februar Luft. Kleine Wölkchen bilden sich, während ich ausatme und ich krame mir meine schwarze Wollmütze aus der Tasche. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass in 18 Minuten mein Bus kommt. Also hatte ich noch ein wenig Zeit, schließlich wohnte ich nur ca. 5 Minuten von der Bushaltestelle entfernt. Mein Weg führte mich zu einem kleinen Café neben der Bushaltestelle, in dem ich mir einen Cappuccino zum mitnehmen bestellte. Ich bezahlte und verschwand dann auch wieder in der Kälte. Das einzige, was nun meine Hände wärmte, war der noch heiße Cappuccino. Überall sah ich mich nach einer Bank um und wurde schließlich fündig. Nicht so weit von der Haltestelle sah ich eine Bank stehen, auf der bis jetzt noch niemand saß.
Schnellen Schrittes ging ich auf sie zu und machte es mir bequem. Genüsslich schlürfe ich an meinem Getränk und schmeiße den Pappbecher in eine Mülltonne. Anschließend kommt mein Bus und ich steige ein. Ich nehme etwas weiter vorne Platz und setze mich neben einen Jungen, der mir mit seinen pinken Haaren ins Auge sticht. Da hab ich wohl glatt einen Seelenverwandten für meine Freundin Mina gefunden. Gerade als ich meine Kopfhörer in mein Handy stecken möchte, werde ich von der Seite angetippt. Ich drehe mich zu dem Jungen und kann nun auch einen Blick in sein Gesicht werfen. Braune Augen mustern mich faszinierend. Ein kleines Lächeln ist zu sehen. Alles in einem sieht er sehr hübsch, freundlich und ziemlich verrückt, aber nicht im Sinne von er muss in die Psychatrie, weil er geistesgestört ist, aus.
"Hey. Ich bin Kim Taehyung und wer bist du?" "Niemand den du kennen musst." Gebe ich meinerseits kühl zurück und wende meinen Kopf von ihm. Ich wollte ihn wirklich kennen lernen, aber das ging jetzt nicht. Ich konnte nicht jemand neuen in mein Herz schließen, den ich in 3 Monaten wieder verlassen musste. Diese Option mit dem 'niemand-den-du-kennen-musst' gehabe erschien mir am besten. Gemein, aber es war besser so. Während leise Musik von Exo in meine Ohren drang und ich anscheinend etwas mitsummte, tippte mich dieser Kim Taehyung wieder an. Gott! Konnte der mich denn nicht verstehen? Ich nahm mir die Kopfhörer aus den Ohren und sah ihn fragend an. Meinen Kopf schief zur Seite gelegt fragte ich:" Ist was?"
"Ich kenne den Song. Love me right von Exo, oder?"
Ich nickte nur und stieg dann von meinem Platz, da gerade meine Haltestelle aufgerufen wurde. Taehyung winkte mir noch zu und rief ein ' man sieht sich', ehe ich mich zum Ausgang begab. Er war echt hartnäckig.
Die erste Stunde war Mathe und wie ich Mathe hasste. Ich seufzte und begab mich in Begleitung von Mina zum Raum. Heute musste ich nur sechs Stunden in der Schule verbringen und darüber war ich wirklich glücklich.


~Zeitsprung: nach der Schule~


Auf dem Weg zum Café ging mir dieser Taehyung nicht aus dem Kopf. Er wollte einfach nicht raus. Zum Glück brachte mich die Arbeit auf andere Gedanken. Heute war nicht viel los, weshalb ich nur bis kurz nach 9 arbeiten musste. Trotzdem war es bereits dunkel geworden. Als ich gerade aus der Tür trat, packte mich jemand am Arm. Ich wollte gerade schreien, doch dieser jemand hielt meinen Mund zu.
"Beruhig dich. Ich bin es nur."
Ich kannte diese Stimme und doch wusste ich nicht wem ich sie zuordnen könnte. Die Person nahm ihre Hände von mir und ich konnte m ich umdrehen. Das erste was ich sah waren pinke Haare. Natürlich. Wer hätte es denn sonst sein sollen?
"Was machst du hier?"
"Kleine Mädchen sollten so spät nicht mehr alleine herumlaufen. Wer weiß wer sich hier noch so herum treibt."
"So Spinner wie du?"
Ich grinste ein wenig und er fing an zu lachen. "Jetzt mal im ernst, es ist viel zu gefährlich so spät alleine draußen zu sein. Jedenfalls für dich als Mädchen. Ich begleite dich jetzt nach Hause."
"Auf deine Hilfe kann ich gerne verzichten. Vielleicht willst du mich ja auch einfach nur umbringen!"
"Ich bin mir sicher, dass ich dich nicht umbringen werde, Engel."
"Nenn mich nicht so."
"Dann verrat mir deinen richtigen Namen."
"Nein."
"Hä?"
"Egal, bist du mit dem Auto oder zu fuß hier?"
"Ahh mit meinem Auto. Komm mit."
Warum auch immer folgte ich ihm zu seinem Auto. Ich selber besaß kein Auto. Ich öffnete die Beifahrertür und setzte mich auf den Platz. Nachdem ich mich angeschnallt hatte, nahm Taehyung auch Platz und startete den Motor. Wir wechselten kaum ein Wort. Ich beschrieb ihm nur, wie er fahren musste. Sonst hörte man nur den Motor und leise das Radio. Als er vor meiner Wohnung anhielt, verabschiedete ich mich und wollte gerade aussteigen, als Taehyung mich plötzlich festhielt und mich zu sich drehte. Er drückte seine Lippen auf meine und geschockt riss ich meine Augen weit auf. Als er sich von mir löste fragte ich was das werden sollte. "Zum Abschied. Vielleicht werden wir uns nie wieder sehen. Morgen verlasse ich Busan schon wieder. Ich war nur hier um meine Mutter zu besuchen." Ich nickte nur und stieg aus dem Wagen. Ich wurde wirklich nicht schlau aus Taehyung. Zu Hause angekommen ließ ich mich auf mein Bett fallen und schlief sofort ein. Mitten in der Nacht wachte ich auf und ging in die Küche um mir etwas zu trinken zu holen. Mit einem Glas Wasser in der Hand begab ich mich in das Wohnzimmer, doch weit und breit war niemand zu sehen. Ich nahm mir mein Handy und sah, dass mir meine Mutter geschrieben hatte sie würde erst morgen früh gegen 10:00Uhr kommen. Ein Poltern an der Tür riss mich aus meinen Gedanken und ängstlich ging ich auf die Tür zu. Als ich aus dem Guckloch schaute, stand vor der Tür Taehyung. Völlig wackelig auf den Beinen mit einer Flasche in der Hand. Dazu sah er völlig fertig und verheult aus. Ich öffnete die Tür und er fiel beinahe, doch bevor es dazu kam stützte ich ihn ein wenig und machte mich mit ihm auf dem Weg zu meinem Zimmer. Dort setzte ich ihn auf mein Bett und befahl ihm mir die Flasche zu geben. Ohne ein Wiederwort gab er sie mir. Eine Wodka Flasche. Sein ernst?
Mit der Flasche in der Hand begab ich mich zum Fenster und schmiss sie raus. Taehyung weinte immer noch. Ich gesellte mich zu ihm und nahm ihn in den Arm, mir schien es so als würde s das richtige sein. "Möchtest du mir erzählen was passiert ist?"
Er schüttelte heftig den Kopf. "Ich wollte nur etwas vergessen und der Alkohol schien mir am besten um diese Sache kurz zu vergessen."
"Hat deine Freundin Schluss gemacht?"
"Nein. Es ist noch viel schlimmer, aber ich will nicht darüber reden." Er senkte seinen Kopf und zupfte an seinem Oberteil. Er war nervös. "Vielleicht morgen."
"Na gut. Leg dich hin und ruh dich ein wenig aus."
Er tat das was ich ihm sagte und kuschelte sich in die Decke. Ich wollte gerade ins Wohnzimmer, als mich Taehyung plötzlich rief. "Kannst du vielleicht bei mir bleiben. Ich will jetzt nicht alleine sein."
Ich ging zurück zu meinem Bett und legte mich neben Taehyung. Nun lagen wir eng nebeneinander in meinem Bett. Nun lag ich neben einem mir eigentlich völlig fremden Jungen. Weiter kam ich mit meinen Gedanken aber nicht, da ich gleich darauf wieder einschlief.
Als ich am nächsten Morgen aufstand war Taehyung weg. Auf meinem kleinen Nachttisch lag ein Zettel und um ihn genauer betrachten zu können stand ich auf.


~Hey Engel. Sorry dass ich einfach abgehauen bin, aber ich kann dir einfach nicht erzählen was passiert ist. Vielleicht treffen wir uns ja mal wieder und ich erzähl es dir ein anderes Mal. Aber hier hast du meine Nummer. Schreib mir;)


War klar. Ich rolle meine Augen und mache mich auf den Weg in die Küche nur um dann zu sehen, dass wir fast nichts mehr zum essen haben. Ich schnappe mir die letzte Brotscheibe und schmiere die letzten Reste Nutella darauf. Daran erkenne ich mal wieder wie schlecht wir es doch haben. Manchmal frage ich mich warum mein Vater einfach gegangen ist und was er so macht. Ob es ihm wohl besser geht als uns?
Ob er eine neue Frau und neue Kinder hat oder ob er ein Straßenpenner ist, der unter irgendeiner Brücke oder auf irgendeiner Bank schläft. Immer wenn ich meine Mutter auf meinen Vater anspreche blockt sie ab. Ich hab keine Ahnung von meinem Vater. Fotos existieren nicht und seinen Namen will sie mir nicht verraten. Ich hab schon oft überlegt nach ihm zu suchen, aber ohne einen einzigen Anhaltspunkt geht das nicht. Ich nahm mir mein Brot und setzte mich damit an den Tisch. Ich überlegte ob ich Taehyung schreiben sollte und entschied mich dafür. Ich rutschte von meinem Stuhl und lief auf mein Zimmer. Dort nahm in den Zettel und ging zurück an den Küchentisch. Ich legte ihn dort ab und bemerkte das mein Handy noch auf meinem Zimmer war. Als ich jedoch aufstand, kam ich gegen meine Tasse mit Wasser gegen und das Wasser lief auf den Zettel. Alle Versuche den Zettel zu retten scheiterten. Dann hieß es wohl Lebewohl. Obwohl..vielleicht hatte er ja Instagram. Ich gab seinen Namen in der Suchleiste ein und wurde relativ schnell fündig. Ich folgte ihm und schrieb ihm auf Instadirect, das ich so tollpatschig war und ich seine Nummer nicht mehr habe. Allerdings bekam ich keine Antwort. Und auch keine 3 Stunden später erhielt ich eine. Ich gab es auf und wollte mein Handy in irgendeine Ecke schmeißen, als es plötzlich vibrierte und ich sofort einen Blick auf das Display warf. Leider war es nur eine Benachrichtigung eines entgangenen Anrufes meiner Cousine. Enttäuscht legte ich mein Handy zur Seite und schmiss mich auf mein Bett. Ich beschloss ein wenig Luft zu tanken und ging raus. Nach einem kurzen Spaziergang durch den Park ging ich wieder nach Hause unter die Dusche.




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