x
Springe zu den Kommentaren

,, Ich glaube ich liebe dich!"- oder die Ironie des Lebens

Eine spontan geschriebene Kurzgeschichte über Liebe, Handys, beste Freunde und Nachrichten- und die Ironie des Lebens

    1
    Wie oben schon gesagt, die Kurzgeschichte war spontan geschrieben. Sie ist also kein Meisterwerk...

    2
    ((teal))Die Ironie des Lebens((eteal)) Ich sitze vor dem Jungen in den ich unsterblich verliebt bin. Tagtäglich frage ich mich selbst: Er auch in mic
    Die Ironie des Lebens

    Ich sitze vor dem Jungen in den ich unsterblich verliebt bin.
    Tagtäglich frage ich mich selbst: Er auch in mich?
    Und ganz ehrlich. Ich hab keine Ahnung. Natürlich hoffe ich es, aber keiner hat bisher einfach mal so gesagt, dass wir gut zusammen passen würden. Ja, okay, das muss nicht viel heißen, immerhin pressen wir unsere Füße zusammen... Das könnte aber wohl oder übel damit zusammenhängen, dass wir offiziell beste Freunde sind...
    Das ist alles viel zu verwirrend für mich. Ich wusste nicht, dass Liebe so kompliziert sein kann. Ich dachte immer, das ergibt sich von selbst, so wie in Filmen. Anscheinend ist dem nicht so. Liegt das vielleicht daran, dass er mich nicht liebt? Oder ich ihn zu wenig? Aber immer wenn ich ihn sehe, blubbert es in meinen Bauch, mir wird ganz heiß und ich labere komisches Zeug... Und nachts beiße ich in mein Kissen und kann nicht schlafen.
    Was mir auch Sorgen bereitet ist, dass es nicht Liebe auf dem ersten Blick war. Auch nicht auf den zweiten. Eher so auf den tausendsten. Erst vor einem Monat hat mir der Junge mit den verschrubbelten, dunkelbraunen Haaren Schmetterlinge im Bauch beschert.
    Ich betrachte ihn, wie er so da sitzt und gedankenverloren auf seinem Smartphone rumtippt und schwelge in Erinnerungen.

    Ich bin 9 und wir sehen uns das erste mal. Ich bin gerade im Nachbarhaus eingezogen und in den Garten runtergeschlichen, weil es mir zu viele Umzugskartons geworden waren.
    ,, Pss" zischt jemand und ich drehe mich auf der Suche nach ihm im Kreis.
    ,, Hier drüben" Und da sitzt er, stolz wie immer, da und grinst mich zahnlückig an.
    ,, Wer bist du?" frage ich
    Er grinst heimtückisch.
    ,, Bastian" er mustert mich.,, Und du bist Emilia"
    ,, Woher weißt du das?"
    Er lächelt nur verschlagen.


    Ich schaue Bastian an. Aus dem frechen Jungen ist inzwischen einer der beliebtesten Typen unserer Schule geworden. Auch wenn er schon vorher, in der Grundschule begehrt war...

    Zusammen gehen wir durch durch den hässlich bemalten Flur, auf den Weg zum Hausmeister, denn wir haben Putzdienst und müssen in unserem Klassenzimmer kehren und die Bänke schrubben, haben aber kein Putzmaterial mehr.
    Auf dem Rückweg springt plötzlich Emma aus unserer Klasse hinter einer Säule hervor.
    ,, Was machst du hier, Bastian?" fragt sie und klimpert mit den Wimpern,, soll ich dir helfen?"
    Bastian grinst.
    ,, Gerne" sagt er und führt sie bis zu unserem Klassenzimmer wo er ihr Besen und Schippe in die Hände drückt.
    ,, Viel Spaß noch" ruft er und rennt davon.


    Zu dieser Zeit hatte ich ihm das sehr übel genommen. Heute hätte ich drüber gelacht.

    ,, Und du bezahlst wirklich das Eis?" frage ich und hüpfe neben ihm her.
    ,, Klar" murmelt er,, weil wir zusammen in die 5. Klasse gekommen sind"
    Wir gehen die Straße entlang, überqueren eine Kreuzung, warten an einer Ampel...
    ,, Wolltest du den Film da nicht schon immer mal schauen?" fragt Bastian und deutet auf ein Kinoplakat, dass an der Wand des Cinemas aufgehängt ist.
    ,, Ja?"
    Er lächelt und zieht mich Richtung Kino.


    Heute finden wir den Film ziemlich albern, aber damals haben wir gebannt auf die Leinwand gestarrt. Genau wie er jetzt auf sein Handy...

    Wir sind in der siebten, schreiben gerade einen Biotest und ich habe keinerlei Ahnung von dem Thema. Verstohlen lunsche ich zu Bastian hinüber und schreibe etwas ab.
    ,, Emilia!" ruft Herr Mendler empört,, Hast du da gerade etwa gespickt?"
    ,, Nein" lüge ich notdürftig.
    Ein paar Minuten später sehe ich, wie Bastian auf mein Blatt schaut, die Stirn runzelt, als er sieht wie wenig ich hab und dann Wörter auf einen kleinen Zettel kritzelt, den er mir unter der Bank zuschiebt.


    Ich habe in dem Test eine glatte 2 bekommen. Dafür bin ich ihm immer noch dankbar, da er, wäre er erwischt worden eine 6 bekommen und dadurch eine 5 auf dem Zeugnis gehabt hätte und somit durchgefallen wäre. Er hatte nur in diesem einen Test keine 4 oder 5 gehabt.

    Vor etwa zwei Wochen, ich bin schon in ihn verliebt, gehen wir zusammen aus der Schule. Am Tor fängt uns Milena ab.
    ,, Sagt mal" sagt sie gedehnt,, seid ihr eigentlich ein Paar?"
    ,, Nein" sagt Bastian und grinst mal wieder,, nur beste Freunde, darf man das nicht Milli?"
    ,, Doch, doch..." sagt Milena skeptisch und geht von dannen. Und ich beiße mir auf die Zunge, weil ich gerne mehr als beste Freunde wäre.


    Jetzt kaue ich mir auf den Wangen herum und beschließe, dass es Zeit ist, ihm meine Liebe zu gestehen. Er ist einfach ein so wunderbarer Mensch, dass ich es kaum fassen kann. Und wenn ich nichts sage, wird auch niemals etwas werden.
    ,, Bastian" sage ich und er nickt geistesabwesend,, Ich muss dir was sagen." Ich atme tief durch.,, Ich glaube..." ich gerate kurz ins Stocken,, Ich glaube..."
    Tief ein und ausatmen, Emilia.
    ,, Ich glaube ich liebe dich, Bastian! Ich weiß nicht wie es passiert ist, wir kennen uns ja schon so lange und da waren nie Gefühle für dich, also nie mehr als freundschaftliche aber jetzt bereitest du mir Schmetterlinge im Bauch und im Kopf und ich kann gar nichts dagegen tun... Und ich würde gerne wissen, ob du auch Gefühle für mich hast." schließe ich und sehe ihn ängstlich an.
    ,, Mhmm, ja" macht er und mein Herz springt mir gefühlt aus der Brust. Es kann einfach nicht wahr sein! Er, der coolste Junge der Geschichte ist in mich verliebt! Wirklich und wahrhaftig! Ich stelle mir vor wie wir uns küssen... Die Vorstellung lässt meine Wangen in Vorfreude glühen. Es ist einfach unglaublich! Am liebsten würde ich jetzt durch die Straßen tanzen und jede Menge Leute umarmen und...
    ,, Sorry, was hast du vorns gesagt?" fragt Bastian und sieht von seinem Handy auf.
    Ein Stein fällt mir in den Magen. Ach was, ein schwerer Betonblock. Um Fassung ringend schnappe ich nach Luft.
    ,, Ach nichts" stoße ich hervor,, Nicht so wichtig"
    ,, Okay" sagt er und sieht verträumt auf sein Handy, auf dem gerade eine Nachricht aufploppt.
    ,, Mit wem schreibst du?" frage ich und versuche mit Mühe meine Tränen herunter zu schlucken.
    ,, Ach, mit niemanden" sagt er und reißt seine Augen vom Display los,, Nicht so wichtig."

    3
    Ende?
    Ich würde mich über einen Kommentar freuen!
    Mondsilber
    PS: Jup, ich weiß, dass die Geschichte nicht der Knaller ist, hatte aber Lust drauf, sie aufzuschreiben...

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare autorenew