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Eine Psychocamp Liebe

Danny ist ein Junge welcher eigentlich auf die Oberschule geht, da er dort aber weder Erfolg noch richtige Freunde - geschweige denn eine Freundin hat. Holt er sich immer wieder Krankschreibungen von seiner Kinderärztin. Doch eines Tages bekommt er den Vorschlag in ein Sommercamp zu gehen, welches "auf Jugendliche wie ihn" spezialisiert ist. Als er einwilligt weiß er nicht worauf er sich einlässt ... schnell findet er sich in einem chaotischen Camp voller Psychos wieder, die meisten davon Mädchen in seinem Alter.

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    Prolog ( Tag 0 ) Ruhig aber bestimmt hallt die Stimme meiner alten Kinderärztin durch das hohe Sprechzimmer. "Das Zimmer hat genug frische Luft,
    Prolog ( Tag 0 )

    Ruhig aber bestimmt hallt die Stimme meiner alten Kinderärztin durch das hohe Sprechzimmer.

    "Das Zimmer hat genug frische Luft, mach also bitte jetzt das Fenster zu!"

    Ich weiß nicht genau mit wem sie telefoniert aber es scheint wichtig genug zu sein um das Gespräch mit mir und meinen Eltern abrupt zu unterbrechen.

    "Gut, ist das Fenster jetzt zu? Du setzt dich jetzt bitte einfach hin und zählt bis 1000 versprochen? Gut. Und nicht auflegen."

    Die Ärztin fährt sich erleichtert mit der Hand durch die grauen Haare. Behält aber das Telefon weiterhin mit der Muschel am Ohr.

    "Ich bitte vielmals um Entschuldigung aber das arme Mädchen braucht gerade etwas mehr Aufmerksamkeit. Also ich habe über dein Problem nachgedacht und ich denke ich habe eine Lösung gefunden. Hey! Du hast bei 240 aufgehört zu zählen!"

    Rasch greift die Ärztin das Telefon wieder fester und fragt energisch.

    "Hab ich da eben eine Türe gehört? Nein das war sicher nicht der Kühlschrank."

    Die Ärztin steht auf, dreht sich weg und verlässt das Sprechzimmer aber man kann ihre Diskussion mit dem Mädchen, darüber ob es die Kühlschranktüre oder nicht, immer noch gut hören. Während dessen denke ich noch einmal grob über meine Situation nach. Ich bin 17 Jahre alte und habe schon seit einigen Monaten meine Schule nicht mehr besucht, manchmal sind es Erbrechen oder Magenprobleme, meist sind es jedoch höllische bis er unerklärliche Kopfschmerzen, die mich vom Schulbesuch abhalten. Es wäre ja nicht so, dass ich etwas gegen Schule oder Bildung hätte aber ..

    "Ok, dann sind wir uns ja einig! Hast du alles wieder genau dahin gestellt wo er hingehört? Gut, jetzt setzt sich bitte einfach auf den Boden und warte bis dein Bruder nach Hause kommt ok? Mach einfach nichts."

    Die Ärztin ist wieder zurück ins Zimmer gekommen und singt leicht erschöpft in ihren Stuhl.

    "Es tut mir furchtbar Leid, dass hier gerade dieses Chaos herrscht."

    "Kein Problem, das scheint gerade echt wichtiger zu sein." Antworte Ich.

    "Toll deine Empathie. Also ich habe eine Lösung für unser Problem. Es gibt eine Einrichtung .. sagen wir eine Art Ferienlager .. es ist total toll da, da sind viele anderen Jugendliche wie du. Sogar einige die ich kenne sind gerade da und denen gefällt es da super. Es gibt dort Ärzte und Leute die auf Hochbegabte spezialisiert sind."

    Och ne das H Wort, ich hasse es. Wenn ich angeblich so Begabt bin, warum sehen dann meine Noten so aus?

    "Du musst mir nur eine Sache versprechen."

    "Eh ja was wäre das?" Antworte Ich.

    "Bleib bitte mindestens 2 Wochen da und geht nicht direkt wieder. Die .."

    "2 Wochen? Muss ich dann nicht in die Schule?" Unterbreche ich hoffend.

    Ganz ehrlich der Hauptgrund weswegen ich hier bin ist, einen Weg zu finden, nicht in die Schule zu müssen.

    "Nein, du bist ja dann in dem Ferienlager. Also .."

    "Versprochen!" Antworte Ich euphorisch.

    Hauptgewinn, schlimmer als meine aktuelle Schule kann kein Lager der Welt sein. Ich muss mich zusammen reißen nicht vor Freunde zu platzen.

    "Ok, dann würde ich noch gerne ein paar Sachen mit deinen Eltern besprechen. Du kannst draußen warten."

    Ich verlasse überglücklich das Sprechzimmer und warte in einem großem Raum, in welchem sich auch die Rezeption befindet. Auf einmal stürmt ein recht aufgeregt wirkender Mann hinein und fragt, ob eine Überweisung für eine Frau Irgendwas fertig sein. Auf einmal stürmt die Ärztin, wieder mit dem Telefon am Ohr, ins den großen Raum.

    "Ja ich weiß, was ich gesagt habe aber guck jetzt bitte, wer an der Tür ist. Ist das dein Bruder?"

    Sie guckt den Mann an, welcher gerade eben gekommen ist.

    "Nein, dein Vater ist hier. Kennst du die Leute? Nein? Frag sie mal wer sie sind. Die Polizei? Ok, mach bitte die Türe auf. In diesem Fall darfst du die Türe aufmachen, ich erlaube es dir. Wie du hast Angst?"

    Die Ärztin macht eine Handbewegung, welche der Dame an der Rezeption wohl bedeuten soll, sich mit was auch immer zu beeilen.

    "Dein Bruder ist auch dabei? Den musst du aber rein lassen, der wohnt ja schließlich auch bei dir."

    Die Dame hinter dem Tresen übergibt der Ärztin einen Zettel, welche diesen unverzüglich dem Vater überreicht.

    "Hallo? Ah, sie sind jetzt der Bruder oder? Sind sie bei ihr? Lassen sie sie auf keinen Fall mehr aus den Augen. Ihr Vater kommt mit der Überweisung und da bringen sie sie bitte auch hin. Ja, sofort!"

    Der Vater macht sich mit dem Zettel unverzüglich auf den Weg. Geschockt kommen meine Eltern vorsichtig aus dem Sprechzimmer.

    "Also, hier ist deine Überweisung"

    Die Ärztin reicht mir einen recht ähnlichen Zettel und fügt an.

    "Pack deine Sachen einfach so, als ob du in Urlaub fährst, falls noch fragen sind, können du und deine Eltern mich jederzeit anrufen."

    Meine Mutter nimmt mir den Zettel ab, bedankt sich noch einmal höflich bei meiner Ärztin, welche sich erneut für den "Trubel" entschuldigt und mir alles gute wünscht. Am Ende ruft sie mich jedoch noch mal kurz ohne meine Eltern zu sich.

    "Achso, lass dich bitte nicht erschrecken, die Kinder .. Jugendlichen dort haben komische Begrüßungsrituale."

    Den Nachmittag verbringe ich damit, einige meiner entbehrlicheren Klamotten in einen alten Koffer zu stopfen. Warum sollte ich mir dort Mühe für mein Aussehen geben, denn auch dort wird mich wie immer fast niemand leiden können. Auch das Angebot vorher noch einmal zur Friseur zu gehen lehne ich dankend ab.

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    Ankunft ( Tag 1 Montag Vormittag ) Einen Tag drauf fahre ich auch schon mit meiner Familie rauf aufs Land und das nicht zu kurz, ich weiß nicht genau
    Ankunft ( Tag 1 Montag Vormittag )

    Einen Tag drauf fahre ich auch schon mit meiner Familie rauf aufs Land und das nicht zu kurz, ich weiß nicht genau wo das Ferienlager liegen soll aber bei der Entfernung könnte es gut in einem anderen Bundesland gelegen haben.

    Wir fahlen über Acker, Felder und noch mehr Acker und Felder, bis wir schließlich an einem wohl Himmlischen Platz ankommen. Ein riesiges Camp auf einem Hügel taucht vor meinen Augen auf.

    Wir stellen an der nächst besten Stelle unser Auto am und Ich bewundere erst mal die vielfältigen Anlagen. Er gibt Pferdekoppeln, Tennisplätze und bei einem etwas größeren Gebäude scheint es sich um eine fast schon luxuriöse riesige Sporthalle zu handeln mit Dachterrasse.

    Wir beschließen im nächst besten Gebäude nach dem Weg zu fragen und bekommen einen Hochglanzprospekt in die Hand gedrückt auf dem eine freundliche Dame vorher unser Ziel mit Kugelschreiber markiert hat. Alle Orte und Attraktionen sind beschriftet und mit kleinen Bildchen geschmückt.

    Wir folgen dem gekacheltem Weg. Ich sehe mich neben bei genauer um. Das Camp ist einfach nur riesig und liegt teilweise im Schatten von niedrigen Bäumen. Hier und da spielen Kinder herum oder Jugendliche sitzen zusammen an Tischen oder spielen verschiedenen Ballsport arten.

    Schließlich kommen wir an einen hohen blickdichten Zaun, an welchem wir erst mal etwas planlos entlanggehen in der Erwartung irgendwo ein einen Eingang zu finden. Als ich einen genaueren Blick auf den Plan werfe, erkenne ich, dass unser Ziel auf dem Prospekt weder einen Namen noch ein Bildchen besitzt und sich auch nur so gerade eben noch auf der Karte befindet.

    Plötzlich nach einigen Minuten finden wir einen Eingang, und was für einen, zwei schwere Metalltoren versperren uns den Weg. Wir überprüfen zusammen noch einmal den Plan aber unser Ziel liegt eindeutig hinter diesem Bollwerk. Nach kurzem Umsehen drücken wir die unbeschriftete Klingel.

    Erst nach ein paar Minuten bewegen sich die Tore und ein Mann im Kittel kommt uns entgegen, fragt etwas mürrisch was wir wollten und erst das überreichen des Zettels meiner Ärztin überzeugt ihn, dass wir wohl doch richtig sind.

    Er bittet uns einzutreten. Auf der anderen Seite des Tores befindet sich jedoch kein Ferienlager, sondern ein breiter Raum auf dessen andere Seite sich ein weiteres, wenn auch weniger schweres Tor befindet. Auf der rechten Seite befinden sich Türen, eine von ihnen steht offen.

    "Eigentlich hatten wir die ja schon gestern erwartet. Bitte folgen sie mir."

    Der Arzt, wie sein Namensschild verrät, bittet uns in das Zimmer dessen Türe offen steht. Das Zimmer ist recht klein und bis an die Decke mit Büchern vollgestopft. Da das Zimmer kaum Platz bietet, sind die Stühle und ein Tisch recht merkwürdig angeordnet und so sitze ich meinen Eltern wie auch dem Arzt gegenüber und kann zudem aus dem Fenster gucken.

    In einem elend langem Gespräch erzählen teilweise Ich und teilweise meine Eltern meine komplette Lebensgeschichte. An manchen Stellen wurde mir so langweilig, dass ich einfach nicht anders konnte als aus dem Fenster zu sehen.

    Was zum, ich denke ich guck nicht richtig. Drücken sich da echt zwei Mädchen an der Scheibe die Nasen platt? Ja. Jedoch gucke ich noch mal genauer hin, nur um sicher zu gehen. Es stimmt zwei junge Mädchen drücken da ohne Witz ihre Nasen gegen die Scheibe, machen sich Schatten mit den Handflächen und gucken mich gespannt an.

    Als der Arzt meine Verwunderung bemerkt, dreht er sich kurz um, worauf die Mädchen plötzlich in Deckung gehen. Als meine Lebensgeschichte soweit durch ist, kommen meine Symptome zur Sprache. Ich klage ihm mein Leid, bin aber nicht ganz bei der Sache, da ich immer wieder meine doch noch Bewegung am Fenster ausmachen zu können.

    Noch während mir der Arzt zuhört kommt eine weitere Person ins Zimmer, ein etwas lässiger gekleideter junger schlaksiger Mann, welcher dem Arzt einen Packen zusammengehefteter Blätter überreicht, welche dieser schnell ausfüllt und sie mir zu meiner Überraschung übergibt mit der Ermahnung, gut drauf zupassen.

    Danach klingt sich der Arzt höflich aus und überlässt dem schlaksigen Mann das Feld, welcher uns in das zweite Zimmer bittet. Dieses ist weitaus weniger zugestellt und bietet, durch ein riesiges hohen Fenster, einen ersten guten Blick auf das Camp hinter dem Zaun. Welches nicht groß anders aussieht als jenes, außerhalb des Zaunes, lediglich die Bäume sind größer.

    Peter begrüßt mich noch einmal gesondert und fragt mich, ob ich wirklich ins Camp will. Jedoch werde ich in diesem Moment plötzlich von einer schnellen Bewegung am Fenster abgelenkt. Zwei Mädchen, wahrscheinlich die von vorhin, laufen irgendwas rufend durchs Camp und genau Fenster vorbei.

    Ich war nicht schnell genug aber es kann sein, dass sie irgendwas besonderes an hatten. Meine Mutter war jedoch scheinbar schneller als ich und sagt besorgt:

    "Das wirkt doch eher abschreckend auf dich oder?"

    "Nö, warum?"

    Antworte ich platt, erinnere mich an das gegebene Versprechen und wende mich wieder Peter zu.

    "Dann Willkommen im Camp."

    Begrüßt mich Peter ein drittes Mal und scheint über meine Entscheidung sehr erfreut zu sein.

    "In der Regel regeln wir ab hier alles mit dem Patienten alleine."

    Sagt Peter mit ernsten Blick auf meine Eltern gerichtet. Worauf hin ich sie noch die paar Schritte bis zur Türe begleite und ihnen zum Abschied zuwinke, während sich die schweren Stahltüren hinter ihnen oder eher hinter mir schließen.

    Anschließend gehe ich einfach wieder zurück, wo Peter schon mit einem ganzen Stapel Blätter auf mich wartet.

    "Das ist unser kleines Regelwerk, eigentlich bin ich mir sicher, dass du es dir nicht direkt durchlesen musst. Das meiste sind entweder Selbstverständlichkeiten oder treffen auf dich nicht unbedingt zu."

    Kleines Regelwerk ist gut, das Stapel könnte fast als kleines Buch durchgehen.

    "Trotzdem muss ich dich um eine Unterschrift bitten, womit du dich mit den Regeln einverstanden erklärst."

    "Dann möchte ich die Regeln aber doch bitte vorher lesen ok?"

    Bitte ich, denn ich unterschreibe höchst ungern Sachen, die ich nicht gelesen habe. Und auch wenn ich keinen Wahl habe und eh nicht mehr zurück kann, bei meinem Glück verstoße ich binnen Minuten versehentlich gegen irgend einen Mist.

    "Gerne, las dir Zeit."

    Willigt Peter ein und Ich beginne Seite um Seite so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.

    Das Regelwerk mit der Versionsnummer 12.03b entschuldigt sich selbst noch einmal für seinen ausufernden Umfang und regelt erstmal einen halbe Seite lang den Umgang mit einem gewissen offenen Telefon.

    Nach dem das Werk freundlich und mit ausführlicher Begründung den gegenseitigen Besuch in Zimmern, wo auch immer diese sein sollen, untersagt verbietet es weiter hin – absolut alles. Radios, CD Spieler, Geräte mit Kopfhörern.

    Drogen- oder Gewaltverherrlichende Kleidung und Symbole. Ok das ist irgendwo verständlich. uniformähnliche Kleidung, hm ich sollte wegen meinen Pixeltarn Shirts mal besser nachfragen, das zur Schau stellen von Extremistischen Gesinnungen, wo bei Satanismus noch einmal extra erwähnt wird, dass kann ja heiter werden.

    Feuerzeuge, ok verständlich, Kerzen, ok warum das? Scharfe und spitze Gegenstände, gut, Sachen aus Glas? Cola, langsam scheint es los zu gehen, Eistee, au Backe. Mit was rechnen die hier bitte? Und warum ist Eistee verboten?

    Danach regelt das Werk erst mal das Recht mit 16 eingeschränkt Rauchen zu dürfen, welches in den ersten paar Zeilen schon derart kompliziert klingt, dass ich es als Nichtraucher einfach komplett überspringe.

    "Wenn du eh noch mit Lesen beschäftigt bist, dann hast du doch sicher nicht dagegen, dass wir in der Zwischenzeit deinen Koffer durchsuchen."

    Unterbricht mich Peter.

    "Ist das nötig?" Frage ich.

    Peter: "Ja, steht aber auch in den Regeln."

    Ich: "Ok."

    Peter öffnet meinen Koffer und fängt an langsam alles heraus zu nehmen und auf den Tisch zu legen.

    Ich: "Da müsste ein Pixel Camo Shirt dabei sein, ist das Uniform ähnlich?"

    Peter: "Ach das hier? Das ist ja eher witzig."

    Der Campleiter oder was auch immer er eigentlich jetzt genau ist, hebt das Pixelcamo Shirt kurz hoch, findet aber nichts weiter dabei. Ich wende mich wieder den Campregeln zu.

    Das Haare scheiden ist im Camp nicht erlaubt? Ok hatte ich jetzt eh nicht vor. Rasieren ist nicht erlaubt? Das könnte zum Problem werden. Geräte mit Kabeln? Handy, Gameboys und Laptops auch? Ok, ich habe meines eh nicht mitgenommen.

    Plötzlich kommt ein weiterer Mann ins Zimmer, ein etwas breiterer schwarz haariger fragt nach dem rechen und stellt sich mir als Mario vor. Ich begrüße ihn höflich und lese weiter.

    "Kein Handy?" fragt Peter.

    Ich: "Nein, ist Kaputt ich habe aktuell keines."

    Mario: "Auch nicht in der Hosentasche".

    "Nein." Ich klopfe dabei meine Taschen ab.

    Die beiden Betreuer, so beschließe ich sie vorerst zu nennen, werden plötzlich misstrauisch und durchsuchen meinen Koffer jetzt bis in die hintersten Ecken. Da ich mir keiner Schuld bewusst bin, lese ich einfach weiter.

    Lautes Toben und Raum laufen sind verboten? Nun da habe ich eben was anderen gesehen. Sexuelle Kontakte, ok kann man nachvollziehen? Enge Berührungen? Was soll das denn sein. Sich verlieben? Was? Wie wollen die dass denn verbieten? Langsam wird albern.

    Etwas erfreulicher ist die Tatsache, dass man hier am Wochen Ende nach Hause darf. Etwas weniger, die Regeln für das in Ordnung halten der Zimmer inklusive bettmachen, etwas altmodisch für ein Schriftstück mit einer Versionsnummer.

    Noch bevor ich den nächsten Abschnitt über den Tagesablauf beginnen kann, werde ich von Peter angesprochen.

    "So"

    Beide haben meinen Koffer zum Großteil wieder eingeräumt jedoch meinen MP3 Player und meinen Rasierer in einen Schuhkarton gelegt.

    Mario - "Ich weiß nicht, wie weit du gekommen bist."

    Ich - "Fast durch, also den MP3 Player darf ich nur in irgendeiner Pause haben und den Rasiere gar nicht."

    Mario: "Korrekt."

    Peter: "Schon mal sehr löblich, dass du den Text überhaupt liest aber den Rest kannst du auch später noch lesen, geht da hauptsächlich ums Benehmen am Tisch und um dein Logbuch."

    Er deutet auf den zusammen gehefteten Stapel neben mir.

    Peter: "Dein Zimmer ist die B6, du hast einen sehr sehr netten Zimmergenossen. Geh am besten direkt dorthin, beziehe dein Bett und wenn du schnell genug bist, kannst du sogar mit zum Ausflug, heute ist Dienstag."

    Mario: "Perfekt um die anderen Jungendlichen im Camp kennen zu lernen."

    Ich verlasse also mit meinem frisch gefilztem Koffer in der einen und dem Stapel Blätter in der anderen Hand das Zimmer und auf Knopfdruck öffnet sich die hintere Türe der Schleuse und vor mir taucht das erste mal das innere Camp auf.

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    Ein K ( Tag 1 Montag Vormittag ) Ich betrete den schmalen Trampelpfad welcher durchs Camp zu führen scheint und gehe langsamen Schrittes unten den vi
    Ein K ( Tag 1 Montag Vormittag )

    Ich betrete den schmalen Trampelpfad welcher durchs Camp zu führen scheint und gehe langsamen Schrittes unten den vielen hohen Bäumen her. Links stehen vereinzelte kleine Hütten und rechts ein etwas größeres Gebäude, vor mir in der Ferne liegt ein größerer Platz mit Bänken.

    Ich frage mich wo ich nun das besagte Zimmer B6 finden soll, denn wenn ich den Weg so entlang schaue, gibt es hier nicht gerade wenige Gebäude. Plötzlich stürmen zwei Mädchen auf mich zu.

    Mädchen #1: "Bist du K? Bist du K, sag schon bist du K?"

    Das eine Mädchen ist etwas kleiner, hat blonde lange Haare, eine hohe Stimme und trägt ein rosanes Top mit Spaghettiträgern und eine weit hoch gekrempelte hellen Jeanshose. Beides sicher so knapp, dass es den Regeln nach noch gerade so erlaubt ist. Sie ist zugegeben recht niedlich und scheint so aufgelöst zu sein, dass es mich mittlerweile am Ärmel gepackt hat, um eine Antwort zu bekommen.

    Ich: "Wer oder was ist K?"

    Niedliches Mädchen: "Ein K halt. Bist du ein K?"

    Ich: "Äh, keine Ahnung, merkt man das?"

    Mädchen #2: "Bist du freiwillig hier?"

    Das zweite Mädchen ist fast genau so groß wie ich, hat schwarze kurze Haare ist von äußerst stabiler Natur und trägt mit einem blauen Tanktop und einer nicht zuengen Latzhose etwas weniger freizügige Kleidung und scheint nicht weniger aufgeregt zu sein.

    Ich: "Ja, ich bin freiwillig hier."

    Mittlerweile beschleicht mich nicht nur das Gefühl, dass es genau die zwei Mädchen von vorhin sind, die auch ihre Nasen gegen die Scheiben gepresst haben, sondern auch, dass diese hier einen fiesen Spaß mit mir treiben. Denn attraktive Mädchen reden in den Regel nur mit mir, wenn es darum geht mich irgendwie zu verarschen.

    Dazu erinnere ich mich an die erwähnten merkwürdigen Begrüßungen. Also reiße ich mich quasi los, was nicht besonders schwer ist, da das süße Mädchen mittlerweile so gut wie los gelassen hatte und wende mich wieder dem Camp zu. Während die beiden Mädchen weiter aufgeregt diskutieren.

    Stabiles Mädchen: "Also kein K."

    Süßes Mädchen: "Aber aber Tanja war auch freiwillig hier und die war K, die war immer K."

    Stabiles Mädchen: "Stimmt."

    Süßes Mädchen: "Warum bist du hier?"

    Ich: "Kopfschmerzen und so weiter."

    Stabiles Mädchen: "Hier? Wegen Kopfschmerzen? Sicher."

    Süßes Mädchen: "Ahh .. er ist ein K er ist ein K."

    Ich: "Ich bin kein K oder äh .. keine Ahnung? Warum ist das so wichtig? Und was ist ein K überhaupt. Ich würde euch ja echt gerne Helfen."

    Süßes Mädchen: "Ich dreh durch wir werden G0, wir werden G0 ahhh .."

    Schreit das süße Mädchen immer lauter. Auf einmal kommt ein drittes Mädchen von dem großen Platz her, ein Buch, mit einem Finger zwischen den Seiten, in der Hand und mit einem Ausdruck, als hätte man sie gerade bei etwas wichtigem Unterbrochen.

    Mädchen #3: "Leute Leute bitte, der Arme ist neu und weiß doch gar nicht von was ihr redet."

    Süßes Mädchen: "Neu? Du musst es ja wissen."

    Mädchen #3: "Wie wäre es mit .. sein Logbuch hat nur 10 Seiten?"

    Das dritte Mädchen macht einen entnervten und und komplett desinteressierten Eindruck.

    Mädchen #3: "Also, wer hat dich hier her geschickt?"

    Ich: "Meine Kinderärztin."

    Mädchen #3: "Ich sehe .. du hattest Zeit zu packen?"

    Das Mädchen guckt auf meinen Koffer, die anderen Beiden stehen gespannt abwechselt mich und das dritte Mädchen an.

    Ich: "Äh .. ja .. einen Tag in etwa."

    Mädchen #3: "Willst du hier weg?"

    Das Mädchen stellt die Fragen so schnell hinter einander, dass ich kaum dazu komme länger zu überlegen, also antworte ich einfach spontan. Sie scheint zwar direkt aber nicht bösartig zu sein. Und sowie es scheint geht es hier wirklich um die Klärung einer wichtigen Sache.

    Mädchen #3: "Ob du hier wieder weg willst?"

    Ich: "Ne ich bin doch gerade erste angekommen?"

    Mädchen #3: "Bingo kein K."

    Das Mädchen erhebt im Triumph ihre Nase und schließt für einen kurzen Moment die Augen. Bei ihr handelt es sich, im Vergleich zu den anderen Beiden, um eine eher ungewöhnliche Erscheinung. Sie ist fast genau so groß wie ich und damit extrem groß für ein Mädchen, sie muss wohl schon weit über 18 sein. Sie hat welliges schwarzes schulterlanges Haar, fast komplett schwarze Augen, ist von der Natur sehr gut ausgestattet und trägt eine sehr merkwürdige Kombination aus einer recht edlen weißen Blute mit Rüschen und eine zu große Jeans für Männer. Dazu eine extrem große Uhr und einen Satz brauner Wanderstiefel.

    Ungewöhnliches Mädchen: "Seht ihr Leute, ihr müsste einfach nur die richtigen Fragen stellen.

    Erklärt das Mädchen in leicht herablassenden belehrendem Ton.

    Ungewöhnliches Mädchen: Ich bin dann mal wieder, die beiden hier zeigen dir .."

    Das Mädchen will sich gerade umdrehen, erkennt aber beim öffnen der Augen, dass sich die anderen Beiden bereits aus dem Staub gemacht haben.

    Ungewöhnliches Mädchen: "Euer Ernst?"

    Leicht verärgert stemmt das ungewöhnliche Mädchen ihre Hände in die Hüften und wendet sich mir zu.

    Ungewöhnliches Mädchen: "Also, die Formalitäten Eileen .."

    Ihren Vornamen und alles andere spricht sie übertreiben laut und deutlich aus, ihren Nachnamen vernuschelt sie hingegen.

    Ich: "Daniel sehr erfreut."

    Ich strecke die Hand aus.

    Eileen: "Noch ein Daniel, na Klasse jetzt haben wir schon drei von euch."

    Eileen: "Ich würde dir natürlich auch gerne die Hand geben aber ich darf nicht .. Gründe."

    Eileen: "Da sonst keiner da ist, muss ich dir wohl alles nötigste erklären. Wo ist dein Zimmer?"

    Ich: "B6"

    Eileen: "Gut, der Weg da lang bis zum Ende, der .. das graue Gebäude. Darein, die Nummern stehen dann an den Türen. Rest müssten die dir gesagt haben."

    Ich: "Bett machen und dann zum Ausflug."

    Eileen: "Ja, falls dann noch was ist frag nicht mich, frag jemand anders. Außer derjenige hat keine Ahnung, dann frag doch besser mich. "

    Gibt Eileen genervt von sich. Ich schätze, sie kann mich nicht leiden. Nun hier im Camp scheint also doch alles normal zu sein, naja so bin ich das gewöhnt. Ich hätte vorhin fast gedacht ich wäre in einer Art Traum oder so was.

    Eileen: "Am besten du fragst Katrin alles, die kennt sich hier fest am besten aus."

    Ruft mir Eileen noch nach. Da ich aber keine Lust habe, jetzt hier wen zu suchen, schlage ich besser die mir genannte Richtung ein, überlege aber komme zu dem Schluss, dass es eher unwahrscheinlich ist, dass das direkte Mädchen mich in die falsche Richtung geschickt hat.

    Ich komme an einem großen freien Platz vorbei, auf welchem sich einige campingartige Bank-Tisch Kombinationen aus verwittertem Holz befinden. In der Mitte ist ein kleiner Hügel auf welchem sich noch einmal eine etwas größere Bank befindet.

    Auf der Rechten Seite befindet sich eine Art Blockhütte mit Scheiben zu allen Richtungen hin, von welcher aus man sicher das komplette innere Camp gut überblicken kann. Ich setzt zügig meinen Weg fort und komme zu einem sehr großen grauen Gebäude.

    Das kann doch nicht .. dass ist ein verdammter Luftschutzbunker! Was macht ein Luftschutzbunker in einem Ferienlager? Nun gut ich nähere mich dem komischen Ding, die schwere Türe steht glücklicherweise offen.

    Ich trete vorsichtig hinein und sehe auf der linken Seite, einen kleinen Vorraum mit doch sehr mitgenommenen Sofas und ein paar Sesseln sowie einem Teppich. Da ich mich gar nicht weiter aufhalten will und mich schon gar nicht fragen will, warum man ein kleines Wohnzimmer hier in einem Bunker platziert hat, setzt ich meinen Weg fort auf der Suche nach einer Beschrifteten Tür.

    Auf der rechten Seite werde ich fündig und lesen die Aufschrift BB auf einer Türe, nicht mein Raum, also weiter. Als mein Blick in die Mitte wandert sehe ich einen recht langen Tisch mit den dazu gehörigen Stühlen. Muss wohl eine art Essraum sein.

    Da endlich hinter den Stühlen sind noch einmal Türen mit Nummer B2, B4 und B6. Ja woll gefunden, mein Orientierungsvermögen scheint diesmal nicht wie sonst versagt zu haben. Etwas unbehäbig quetsche ich mich an den Stühlen vorbei, denn zwischen diesen und der Wand ist nicht gerade wenig Platz.

    Ich klopfe schnell an die Tür mit der Aufschrift B6 und öffne die Türe. Dahinter liegt ein recht geräumiges Zimmer mit einem Einzelbett auf der linken und einem Hochbett auf der rechten Seite. Auf dem Hochbett liegt ein Junge, der verträumt zu mir runter guckt.

    Ich: "Hallo, ich schätze ich bin jetzt dein neuer Zimmernachbar."

    Verträumter Junge: "Aha .. Hallo."

    Ich: "Daniel." Stelle ich mich vor und reiche die Hand nach oben.

    Verträumter Junge: "Ah .. Ich auch."

    Ich: "Wie? Äh .."

    Verträumter Junge: "Ich heiße auch Daniel."

    Ich: "Ah, freut mich dich kennen zu lernen. Ich nehme das Bett hier, wenn das ok ist."

    Ich setzt mich auf das Einzelbett und beginne so schnell wie möglich Bettlaken, Bettdecke und Kissenbezug aus meinem Koffer zu fummeln.

    Daniel: "Ok, kein Problem."

    Ich bin mir nicht sicher, was mit meinem Namensvetter los ist aber er scheint nicht sehr viel mitzubekommen. Während ich mein Bett beziehe fällt mir auf, dass er über seinem Hochbett ein paar Bilder gehängt hat, die mit Wachsmalstiften gemalt sind. Um das peinliche schweigen zu beenden frage ich.

    "hast du die gemalt?"

    Daniel: "Nein mein Vater?"

    Ok, was zum Teufel? Aber egal ich bin eh fast fertig.

    Ich: "Weißt du was ein K ist?"

    Daniel: "Eh, nee."

    Ich: "So, ich muss dann auch wieder. Ist ja heute Ausflug oder so."

    Daniel: "Ja, aber ich muss nicht mit."

    Ich schiebe meinen Koffer unters Bett, hänge meine Jacke in den Schrank, sehe dass in die innere hölzerne Schranktür "Willkommen in der Hölle!" sowie "Freut euch, wenn ihr hier raus seit!" geschrieben steht, denke mir aber nichts dabei und verlasse den Bunker wieder mit einiger Eile.

    Am großen Platz angekommen sehe ich Eileen wieder, die konzentriert ein Buch ließt. Nun da ich gerade nicht weiß, wo oder wann der Ausflug den losgehen soll und kein anderen da ist, den ich fragen könnte, wird es wohl erlaubt sein sie zu stören.

    Eileen: "Schon fertig?"

    Unterbricht sie meine Gedanken von weitem, ich komme auf sie zu und antworte.

    "Ja"

    Eileen: "Das komplette Bett? Bezogen, gemacht und gestrichen?"

    Sagt sie tonlos ohne von ihrem Buch aufzusehen, als wäre ich viel zu schnell wieder da, um diese schwierige Aufgabe erledigt haben zu können.

    Ich: "Ja."

    Eileen: "Wirklich? Nun, es ist noch etwas Zeit bis der Ausflug losgeht. Die Anderen müsste alle nach und nach hier eintreffen. Au, du hast dein Logbuch dabei? Ein kleiner Tipp von mir .."

    Beim letzten Satz legt sie einen Finger in das Buch, steht auf und verschränkt die Arme vor oder besser unter ihrer Brust. Ich sehe auf den kleinen Stapel gehefteter DIN A4 Blätter, die man hier wohl das Logbuch bezeichnet.

    Eileen: "Knick das Ding nicht nur einmal in der Mitte durch, so wie es auf Seite 1 vorgeschlagen wird, sondern zweimal Mal, dann passt es in die hintere Hosentasche und du kannst es immer mit dir rumschleppen. Damit .."

    Ich: "Aber ist das nicht verboten, man darf das Logbuch doch nicht beschädigen oder?"

    Eileen: "Wenn ich dir schon einen Gefallen tue, dann unterbricht mich wenigstens nicht."

    Antwortet Eileen leicht gereizt, was aber schnell wieder verfliegt, denn scheinbar genießt sie es, mir es zu erklären. Ob sie sich dabei über meine Ahnungslosigkeit lustig macht ist nicht unwahrscheinlich.

    Eileen: "Damit es dir niemand klaut, besorgst du dir am besten eine Dokumentenklammer."

    Eileen: "Und ja, es ist nicht erlaubt und ein Stufe 1 Verstoß. Du bekommt dafür Abzug auf deinen Ausgang aber da dein Ausgang wahrscheinlich 0 ist, kann der eh nicht schlechter werden."

    "Naa, theoretisch schon."

    Hinter mir ist ein weiteres Mädchen aufgetaucht, das ich gar nicht habe kommen hören. Es ist kleiner als ich, hat lange wellige schwarze Haare und ebenfalls braune Augen. Es ist recht dünn und zugegeben sehr sehr niedlich. Es trägt einen schwarzen engen Kapuzen Pully, eine schwarze Hose und eine Kette mit einem Katzenpfote.

    Niedliches Mädchen: "Du kannst von 0 auf KIR und oder FX kommen."

    Eileen: "Das sind aber keine Ausgangsstufen, das sind .."

    Niedlichen Mädchen: "Sicher sind das Ausgangsstufen, wenn du die hast kannst du nicht mehr so gut ausgehen."

    Sagt das niedliche Mädchen in trotzigem aber nicht wirklich ernstem Ton. Leider versteh ich gar nichts von dem, was sie da sagen.

    Ich: "Uns was bedeutet das alles?"

    Niedliches Mädchen: "Au, wie unhöflich von mir ich bin Katrin."

    Obwohl sie mit ihrer hohen hellen Stimme in normalem Tempo spricht, haut sie ihren Namen so schnell raus, dass sie das i verschluckt. Ich schätze, sie besteht auf diese ungewöhnliche Aussprache ihres Namens.

    Ich: "Daniel, freut mich."

    Katrin: "Au, dass is schlecht wir haben schon 2 andere. Hast du einen Zweitnamen?"

    Eileen grinst und zweigt drei Finger mit ihrer Hand, als würde sie Daniels zählen.

    Ich: "Ja Helmut."

    Katrin: "Oh, neee .. äh .. Danny. Danny ist gut oder?"

    Ich: "Geht klar."

    Katrin: "Also, KIR ist der Krisen Interventions Raum und FX ne Zwangsfixierung."

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Unsinn, das sind Spezialmaßnahmen, wenn jemand hier wirklich mal total Rad dreht. Die sind seit Ewigkeiten nicht mehr zum Einsatz gekommen. Als würden die jemanden auf einem Bett festbinden, weil er sein Logbuch einmal zu viel Knickt."

    Katrin: "Aber es wäre Witzig."

    Bei der Vorstellung muss ich leicht grinsen.

    [0]Logbuch einmal Knicken.

    [x]Logbuch zweimal Knicken.

    Da ich solche Maßnahmen selber für eher Unwahrscheinlich halte, beginne damit mein Logbuch einmal wie vor geschrieben und noch einmal wie von Eileen vorgeschlagen zu knicken.

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    Nicht Minigolf ( Tag 1 Montag Vormittag ) Nach und nach versammeln sich immer mehr Bewohner des Camps, alles in allem etwa 17-20 Leute um den Platz. M
    Nicht Minigolf ( Tag 1 Montag Vormittag )

    Nach und nach versammeln sich immer mehr Bewohner des Camps, alles in allem etwa 17-20 Leute um den Platz. Mario, der stämmigere Leiter betritt den kleine Hügel und verkündet stolz.

    Mario: "Da wir in der aktuellen Konstellation allen von euch voll vertrauen, haben wir uns für einen besonderen Ausflug entschieden."

    Gespannt starren die Bewohner auf Mario, nur Katrin starrt mich an, was mir doch etwas unangenehm ist. Eileen starrt auf ihr Buch.

    Mario: "Minigolf!"

    Boar, ich hasse Minigolf, versuche es mir aber nicht anmerken zu lassen. Na großartig, so kann ich mich nicht nur schon am ersten Tag, sondern auch schon in den ersten paar Stunden vor allen lächerlich machen. Denn wenn ich eines absolut nicht kann, dann ist es Minigolf.

    Leicht panisch versuche ich Katrin an zuflüstern.

    Ich: "Was muss ich tun, um nicht mit zu müssen?"

    Ich denke mir, wenn ich jetzt noch in meinem Bett rum wühlen würde, hätte ich den Ausflug ja quasi leider verpasst. Eventuell hat mich Mario ja noch nicht gesehen.

    Eileen: "Hey Mario, wir sind 16 Leute also 4er Teams?"

    Als hätte Eileen meinen Plan erkannt, lenkt sie sofort Marios komplette Aufmerksamkeit auf uns.

    Mario: "Überlegen wir vor Ort, also los los."

    Wir stellen uns in einer groben Reihe auf und marschieren zu Fuß aus dem Camp heraus durch die Schleuse und einen recht weiten Weg eine Landstraße entlang. Meine kommende Blamage vor Augen und noch etwas sauer, lasse ich mich in dem Tross immer weiter nach Hinten fallen.

    Kurz überlege ich, ob ich nach vorne zu den beiden Mädchen vom Anfang aufschließen soll und ob diese auch so ihre Späße mit mir treiben werden. Zu meiner Überraschung winkt mir das kleine blonde Mädchen vom Anfang der Schlange aus zu.

    Aber als ich genauer darüber nachdenke, ist es doch wohl kluger mich vor Eileen zu blamieren, die mich offensichtlich sowie schon nicht sehr mag, jedoch scheint Katrin mich wenigsten nicht nicht zu mögen.

    Eileen: "Was machst du denn für ein Gesicht?"

    Eileen und Katrin sind zu mir aufgeschlossen und gehen nun links und recht von mir.

    Eileen: "Las mich raten, du hasst Minigolf."

    Sie sagt das in einem leicht erfreuten Ton, so als würde sie ihren Sieg auskosten wollen. Ich beschließe erst mal nicht zu antworten.

    Eileen: "Ey, ich sehs doch in deinen Augen."

    Ich: "Ja, ok ich hasse Minigolf und?" Entgegne ich entfernt.

    Katrin: "Perfekt, wir auch."

    Eileen: "Ich hab es dir dich gesagt, ich hab eine Gespür für Leute, die kein Minigolf können."

    Katrin: "Lust auf eine Runde Nicht Minigolf?"

    Sie setzt mit ihren Fingern Anführungszeichen um das Wort "Nicht Minigolf".

    Ich: "Nicht Minigolf?"

    Katrin: "Genau, wir tun nur so, als ob wir spielen, schubsen den Ball ein bisschen rum .."

    Eileen: ".. und denken uns irgendwelche Punkte aus, bla bla."

    Ich: "Äh, klingt super."

    Katrin: "Hast du schon mal Minigolf gespielt?"

    Ich: "Ja."

    Eileen: "Falsche Antwort, hast du nicht! Wir müssen dir erst Alles beibringen."

    Ok, ich weiß zwar nicht, wie dieser Plan genau funktionieren soll aber wenn ich nicht richtig spielen muss, bin ich schon mehr als Glücklich.

    Endlich sind wir nach gut einem Kilometer, welcher für einige der Campbewohner scheinbar schon zu viel war, bei der an einem Abhang gelegenen Minigolfbahn angekommen. Wir durchschreiten ein Tor und Reihen uns vor dem Kassenhäuschen ein, wo Mario die Bewohner zu Vierergruppen zusammen stellt.

    Eileen: "Ich, Katrin, Manuell und er hier."

    Eileen deutet auf mich.

    Mario: "Ich weiß ja nicht, ob Daniel wirklich so gut bei euch aufgehoben ist."

    Katrin: "Ach wir verstehen uns sicher super, du magst doch sicher Computerspiele oder?"

    Ich: "Äh, ja."

    Wir sind als letzte an der Reihe, bekommen ein Klemmbrett mit einer Tabelle, einen Ball und Katrin den Schläger in die Hand gedrückt. Welcher ihr umgehen von Mario abgenommen wird, welche ihn Eileen vor die Nase hält.

    Mario: "Kann ich dir diesen Schläger guten Gewissens anvertrauen?"

    Eileen: "Ija!"

    Mario: "Gut aber ich werde dich gut im Auge behalten."

    Eileen: "Oh, äh .. wenn ich ehrlich bin, so gut unter Kontrolle, fühle ich mich heute doch nicht."

    Mario: "Einen Kinderschläger bitte."

    Mario wendet sich an die Person im Kassenhäuschen, welche ihm einen knallgelben Plastikschläger überreicht, den er an Eileen weiter gibt. Den Stahlschläger gibt er Katrin zurück.

    Eileen: "Ok, damit fühle ich mich sehr viel wohler."

    Mario: "Das ist die Hauptsache und kein Grund sich zu schämen."

    Als würde sich dieses Mädchen vor irgendwas schämen.

    Eileen: "David hier hat noch die Minigolf gespielt, dürfen wir bei Bahn 1 beginnen?"

    Mario: "Sicher .. und er heißt Daniel."

    Fröhlich den Plastikschläger durch die Luft wirbelnd, geht Eileen einen Hügel der abschüssigen Minigolfanlage herunter und verscheucht erst mal eine andere Gruppe, von selbiger.

    Katrin: "Ach äh, das ist übrigens Manuell, er kann auch Minigolf nicht leiden."

    Manuell: "Hallo"

    Manuell gegrüßt mich, gibt mir die Hand und setzt sich dann Wortlos auf eine Bank. Er ist etwas kleiner als ich, hat kurzes schwarzes Haar und ist recht mager.

    Katrin: "Er hat einiges durchgemacht, von wegen Sekte und so, nicht wundern, er redet kaum."

    Flüstert Katrin mir zu.

    Eileen: "So wir bringen dir jetzt Minigolf bei. Stell dich einfach neben den Ball, Füße schulter breit aus einander und aus der Hüfte .. ach, tu einfach so als würde ich sinnvolle Tipps geben."

    Den Rest des Satzes sprich Eileen deutlich leiser und bewegt am Ende nur noch die Lippen. Ich hampel darauf hin ein wenig rum und ändere immer wieder Körper- und Schlägerhaltung. Eileen greift zu ihrem Buch, Katrin knibbelt an ihren Fingern rum und Manuell starrt ins Leere.

    Eileen: "Die Knie mehr beugen, den Schlag lockerer und die Arme nicht so weit aus einander."

    Eileen springt plötzlich auf und demonstriert die Technik mit ihrem Platikschläger.

    Mario: "Es ist zwar recht löblich, dass du dir mit unserem Anfänger so viel Mühe gibt es aber ich denke die anderen wollen auch mal spielen."

    Eileen: "Wie soll man denn jemandem Golf beibringen, wenn man von allen Bewohnern eine Unterarmlänge Abstand halten muss?"

    Katrin: "Wir haben schon gespielt Eileen 2, Ich 3, Manuel 2 Schläge."

    Mario: "Das reicht an Training, Minigolf ist keine Raketenwissenschaft also .. auf nach Bahn 2 mit euch."

    Wir gehen zur nächsten Bahn und Mario wieder zu einer anderen Gruppe, die eine Bahn weiter oben bearbeitet.

    Katrin: "12 Min neuer Rekord."

    Kathrin schaut auf ihre Uhr und mir fällt auf, das man uns auf Bahn 2 gut sehen kann.

    Ich: "Jetzt müssen wir uns dummerweise wirklich abwechseln oder?"

    Katrin: "Ich sag einfach, wann wir wechseln, schlag einfach irgendwie .."

    Wir spielen so eine ganze Weile Planlos vor uns hin. Als ich an der Reihe bin fragt mich Katrin plötzlich.

    Katrin: "Du scheint recht klar beisammen zu sein, was hast du wenn ich das fragen darf?"

    Ich: "Äh, weswegen ich hier bin oder?"

    Katrin: "Genau."

    Ich: "Kopfschmerzen und Schulprobleme."

    Katrin: "Echt, das ist alles und deine Diagnose?"

    Ich: "Keine Ahnung."

    Eileen: "Steht als IDC-10 in deinem Logbuch aber leider .."

    Ich beende meinen Zug eigenwillig und überreiche Katrin mein Logbuch.

    Katrin: "Eigentlich darf man nicht in die Logbücher anderen schauen."

    Eileen: "Man darf anderen nicht einfach ins Logbuch schauen, meint, dass man nicht gegen deren Willen einfach reingucken darf."

    Eileen: "Außerdem sieht das auf die Entfernung eh nicht wie eines aus, noch ein Vorteil meiner Knick Methode."

    Katrin: "Ah, F29 der Klassiker."

    Ich: "Wie?"

    Eileen: "Jap das ist Psychose, das tragen die immer ein, wenn denen nichts besseres einfällt."

    Ich sehe mir die betreffende Seite meines Logbuches das erste Mal genauer an und sehe wie oben in einer kleine Tabelle grün unterlegt F29 steht. Darunter finden sich Punkte mit noch kryptischeren Abkürzungen wie BS, SÜ, SEP und viele mehr. Bei mir sind die meisten Punkt grün oder gelb, einer ist Rot.

    Ich: "Was ist das, ich deute auf SchP. Ist das irgendwie schlimm, wenn das Rot ist?"

    Katrin: "Schul Probleme, also mögliche Schul Probleme. Eigentlich sollen wir selber die Abkürzungen gar nicht kennen. Das ist eine Liste von allen Sachen, die ein Bewohner so anstellen kann, da gucken dann Leute drauf, die mit uns zu tun haben, uns aber nicht persönlich kennen, damit die gewarnt sind."

    Eileen: "Mach dir doch keine Sorgen, wegen einem roten Punkt. Guck dir das mal an."

    Eileen, zieht ihr zerknautschtes gut 50 Seiten starkes Logbuch aus ihrer hinteren Hosentasche und schlägt eine Seite auf, auf der so gut wie jeder Punkt mit Rot oder sogar mit Schwarz markiert ist.

    Katrin: "Meine Fresse, was hast du gemacht als ich weg war? Man könnte meinen du sammelst."

    Eileen: "Ist der Ruf erst ruiniert .. Ich versuche eben alles einmal auf Rot zu haben, danach hör ich sofort wieder auf versprochen."

    Katrin: "Das ist total bescheuert, du ruiniert dir jegliche Freiheiten."

    Eileen: "Tanja hatte mal alles gleichzeitig auf Orange."

    Katrin: "Tanja ist an dem Tag auch völlig ausgetickt, das ist kein zulässiger Vergleich! Ok .. hm .. dir fehlt noch ne Brandstiftung und einen sexueller Übergriff oder?"

    Eileen: "Nur noch Brandstiftung, den sexuellen Übergriff hab ich seit gestern auf schwarz."

    Katrin: "Was zum? Auf wen?"

    Eileen: "Nen Baum. In der nächsten Version der Regeln wird deswegen jetzt nicht nur stehen, dass sexuelle Übergriffe auf Campeigentun untersagt ist, sonder auch Übergriffe auf Flora und Fauna."

    Sagt Eileen mit stolzgeschwellter Brust. Als Katrin nach einem Schlag den Ball aufsammelt, verkündet Eileen.

    "So ähm .. Ich 6 Schläge .. äh .. Katrin 3, Manuel 4 und du da äh .. auch 6."

    Katrin: "Du 6 Schläge, was ist los mit dir?"

    Kichert Katrin. Eileen scheint sich sonst mehr Punkte beim "Nicht Minigolfen" zu geben.

    Eileen: "Ich kann halt mit dem Kinderschläger hier nicht spielen."

    Sie hatte kein einziges mal gespielt. Wir gehen über zur nächsten Bahn wo Eileen und Katrin ihr Gespräch vorsetzen.

    Katrin: "Wie hast du das mit dem Baum eigentlich geschafft?"

    Eileen: "Hab beim Öko Kurs einfach einen Baum umarmt, ohne ihn vorher zu fragen."

    Katrin: "Die Tante gibt einem auch Vermerke für jeden Scheiß?"

    Eileen: "Ja aber das mit dem Feuer wird ein Problem so ganz ohne Feuerzeug."

    Ich weiß nicht ob es klug ist, mich da jetzt einzumischen und ob ich Eileen wirklich auf die Idee bringen sollte, nun sie wird wohl kaum das ganze Camp niederbrennen, also lasse ich es einfach mal drauf ankommen.

    Ich: "Mach doch Feuer mit zwei Stöcken."

    Eileen: "Wie so einen kaputter Höhlenmensch oder was? Soll ich mir dann vielleicht noch einen Fell umhängen?"

    Entgegnet Eileen beleidigt. Naja zumindest scheint sie intelligent genug zu sein, um direkt zu wissen, was ich meine.

    Katrin: "Säh sicher witzig aus."

    Eileen: "Zugegeben die Idee ist nicht doof, aber ohne Fell macht das keinen Spaß?"

    Kartin: "Im MultiKulti Raum liegt doch so einen olles Schaffell."

    Wirft Katrin kichert ein.

    Eileen: "Perfekt, ich mach das."

    Katrin: "Als ob?"

    Eileen: "Ich bring das, er hier ist Zeuge."

    Eileen deutet auf mich. In diesem Moment bin ich mir nicht sicher, ob die Beiden gerade das angekündigte Begrüßungsritual durch ziehen oder ob die hier wirklich planen in einem Schaffell das Camp anzuzünden. Allein die Vorstellung erschwert es mir mein Lachen zu verkneifen. Zum Glück hat Eileen den sexuellen Übergriff schon abgehakt.

    Wir gehen über zur nächsten Bahn, wo wir auf eine Gruppe Kinder warten müssen, die nicht aus dem Camp kommen.

    Eileen: "Alle normal und ruhig verhalten, freundlich und niedlich sein und lächeln, sonst erkennen die uns."

    Flüstert Eileen uns zu, wir nähern und langsam und Eileen begrüßt die Kinder in einem künstlich freundlichen Ton.

    Eileen: "Hallo, lasst euch ruhig Zeit, wir haben es nicht Eilig."

    Beim letzten Teil lächelt sie gekünstelt und schließt dabei die Augen. Erst jetzt fällt mir auf, dass sie ihre Jeans gegen eine marineblaue enge Stoffhose getauscht hat und so einen einheitlicheren Eindruck macht. Sie setzt sich mit etwas Abstand zu uns anderen auf die Bank von Bahn 3.

    Nach einer halben Ewigkeit sind die Kinder fertig und überlassen uns die Bahn.

    Katrin: "12 Minuten, nicht schlecht."

    Ich: "Könntet ihr mich eventuell etwas mehr aufklären, was .."

    Eileen: "Wenn die Leute erkennen, wo wir herkommen, lassen die uns eiskalt vor und die Bahnen werden immer unspaßiger mit steigender Nummer. Das mit den Kiddys war echtes Glück!"

    Katrin: "Buhu .. 13 buhu .."

    Ich: "Woran erkennt man .. äh .. uns?"

    Eileen: "Also dich erkennt man sicher nicht, bei Katrin sind es in der Regel die Macken an den Armen und bei mir meine Exquisiten Outfits."

    Dabei sieht herunter auf ihre Füße, welche in Ballerinas stecken, die wohl mal weiß gewesen sein müssen.

    Katrin: "Passt aber auf, dass du nächsten Dienstag noch rein passt."

    Eileen, die gerade am Schlag ist, hat wohl selber gemerkt, dass ihr eine kleine Speckrolle zwischen Blouse und Hose herausgerutscht ist und korrigiert den Fehler mit einer unauffälligen Handbewegung.

    Eileen: "Way to Walarsch."

    Ein weiterer Faktor, der bei diesem Mädchen absolut nicht passen will. Oberflächlich wirkt sie aufgeweckt und bewegungsfreudig, aber trotzdem hat sie derart zu viel auf den Rippen, dass sie wörtlich aus alles Nähten platzt, denn ihre Kleidung ist eindeutig etwas zu klein.

    Als sie ihre Runde beendet und sich neben mich setzt fällt mir auf, dass sie jedes mal den oberen Knopf ihrer Hose aufmacht.

    Eileen: "Tija, was für ein Luxus Gürtel sind, weiß man erst, wenn man keine mehr haben darf."

    Reißt mich Eileen aus meinen Überlegungen, verdammt sie muss wohl gemerkt habe, dass ich sie angestarrt habe.

    Ich: "Ähm .. Wie, Was?"

    Eileen: "Wenn man Mist macht, dann bekommt man schon mal Sachen weggenommen und das kommt bei mir häufiger vor."

    Ich: "Was denn so?"

    Frage ich instinktiv ohne groß darüber nachzudenken.

    Eileen: "Sieht du den Baum da?"

    Sie zeigt auf einen Baum weit außerhalb des Miniaturgolfplatzes, in etwas 100 Metern Entfernung.

    Eileen: "Den hab ich getroffen."

    Mario: "Nichts worauf man stolz sein sollte."

    Mario ist wie aus dem Nichts aufgetaucht und guckt Eileen strafend an.

    Eileen: "Ich schätze ich bin richtiges Golf gewöhnt und das Muskelgedächtnis vergisst nicht so schnell."

    Mario: "Warst du schon dran?"

    Mario deutet auf die Bahn. An sich nichts besonderen nur, dass das Loch hier auf der Spitze eines kleinen Hügels liegt.

    Eileen: "Nein."

    Mario: "Das ist eine super Gelegenheit um an deinen Problemen zu arbeiten."

    Eileen: "In wie weit?

    Mario: "Krafteinschätzung und Frustrationstoleranz."

    Mario überreicht Eileen den Ball und guckt zu wie diese immer wieder den Ball entweder viel zu stark oder viel zu schwach anspielt und bei jedem Versucht wütender und genervter wirkt.

    Ich denke mir, dass es nicht sehr klug ist, dem Trauerspiel weiter zuzusehen, denn schließlich hasse ich es selber, beim Versagen auch noch beobachtet zu werden und schau einfach in eine anderen Richtung.

    Kurz drauf tippt mich Katrin auf die Schulter zeigt mir einen Ball und sagt:

    "Mario meint wir sollten schon mal zur nächsten Bahn."

    Also lassen wir auch diese Bahn hinter uns, überspringen ein paar besetzte Bahnen und landen bei Bahn 10. Dort führen wir unser "Nicht Minigolf fleißig weiter". Als ich a Zug bin spricht mich Katrin von hinten an.

    "Du magst Computer Spiele oder?"

    Ich: "Ja."

    Ein Mädchen, dass einen auf Videospiele anspricht, hier stimmt doch was nicht.

    Katrin: "Ich Mag Unreal Tournament."

    Ich: "Ja kenn ich, ich finds klasse."

    Ich bin mir nicht ganze sicher, ob sie das Thema mir zuliebe eingeschlagen hat, denn ich denke kaum, dass sie sich wirklich für das Spiel interessiert.

    Katrin: "Was ist deine Lieblingswaffe?"

    Ich: "Das Scharfschützengewehr, ohne Zoom den Leuten den .. äh .. die Leute treffen."

    Katrin: "Ich mag das Ding das die Kreissägen schießt, ich schieß immer so, dass die Dinger vom Boden Abprallen und den Leuten denn den Kopf ab säbelt."

    Falsch gedacht, sie kennt das Spiel und ihr scheint das Abtrennen von Köpfen wohl Freunde zu bereiten, denn auf einmal wirkt sie fast euphorisch.

    Katrin: "Schade, dass wir hier keine Laptops haben dürfen. Ob wohl Laptops ja fast immer schlechter sind als große PCs."

    Nicht sicher, ob ich das gerade wirklich gehört habe, drehe ich mich zu Katrin um, die auf der Bank sitzt, die Füße mit den ausgetretenen schwarzen Allstars unter der Bank überschlagen und die Arme auf der Sitzfläche abgestützt. Sie guckt mich erst aber immer noch recht niedlich an.

    Ich: "Ja, kommt drauf an .."

    Eileen: "UT ist doof, Quake ist besser."

    Eileen ist hinter uns aufgetaucht, sie wurde scheinbar von Mario entlassen und hat eine noch schlechte Laune aus gewöhnlich. Sie trägt ihren Kinderschläger wie ein Joch über den Schultern.

    Da Mario sicher bereits außer Hörweite ist, beginnt sie ihn nach zu machen.

    "Du musst eine Kraft besser einschätzen lernen."

    Eileen: "Meine Kraft ändert sich eh ständig, was soll der Unsinn."

    Katrin: "Du hast noch nie eines der Beiden gespielt."

    Eileen: "Ich darf also keine Meinung haben oder wie?"

    Katrin: "Du bist nur der Meinung, das Quake besser ist, weil ich UT mag."

    Eileen: "Du magst Quake nur nicht, weils da keine Kreissägen gibt. Hey was magst du lieber?"

    Katrin: "Kreissägen sind ein wichtiges Qualitätsmerkmal."

    Träume ich oder streiten sich da zwei Mädchen wirklich gerade darüber welcher Ego Shooter besser ist. Ich halte es mittlerweile für komplett ausgeschlossen, dass die das Theater gerade wegen mir abhalten.

    Eileen: "Hey, ihr was findet ihr besser."

    Ich: "Äh, ich hab beide und beide sind super."

    Eileen: "Und wenn du dich entscheiden müsstest?"

    [x]Quake

    [0]Unreal Tournament

    Eileen: "Sieht du."

    Katrin: "Manuell du?"

    Manuell: "Hä .. äh .. Unreal Tournament."

    Eileen: "Noar."

    Katrin: "Gleichstand."

    Eileen: "Ok .. ähm .. Ich 4, Katrin 8, David 3, Manuel 9. So langsam gewöhne ich mich an den Schläger."

    Eileen notiert die Phantasie Punkte und wir gehen über zur nächsten Bahn. Ich bekomme als letzter den Schläger in die Hand gedrückt und schubse den Ball lustlos in der Gegend rum.

    Eileen: "Hey, du bist auf die Bahn getreten!"

    Ich: "Äh, nein bin ich nicht."

    Eileen: "Sicher? Ich hab es doch gesehen."

    Ich: "Ja ich bin mir sicher!"

    Eileen: "Habt ihr was gesehen?"

    Manuell und Katrin schütteln unbeteiligt die Köpfe.

    Eileen: "Gibs zu, du bist auf die Bahn getreten."

    Ich: "Warum regst du dich jetzt so auf? Wiederhole ich den Schlag eben."

    Was soll das denn jetzt, wir spielen eh nicht wirklich.

    Katrin: "Also so weit ich weiß, darf man einen Schlag nicht wiederholen. Sonst könnte man ja einfach auf die Bahn treten, wenn man merkt, dass der Ball nicht trifft."

    Eileen: "Stimmt, man müsste also eher ausscheiden."

    Ich: "Von mir aus, ich halte Katrin den Schläger hin."

    Eileen: "Nein nein, so einfach kann das auch nicht sein. Das wäre zu hart, wenn ich mich richtig erinnere, dann müsste es Punktabzug geben."

    Ich: "Äh, ja von mir aus."

    Katrin: "Aber wir wissen ja gar nicht, ob er überhaupt übergetreten ist."

    Eileen: "Ich hab es doch gesehen, er muss es nur zugeben."

    Ich: "Auf keinen Fall, ich bin nicht auf die Bahn getreten."

    Mario: "Kann man euch denn keine Minute aus den Augen lassen?"

    Mario muss uns wohl gehört haben und guckt vor allem wieder Eileen böse an.

    Eileen: "Was denn, alles in Ordnung, wir diskutieren nur die Regeln."

    Mario: "Ganz einfach, alles auf Anfang, ihr spielt diese Bahn einfach noch einmal."

    Mario dreht uns den Rücken zu und begibt sich wieder zu seiner Gruppe.

    Katrin: "Was sollte dass denn?"

    Eileen: "Sorry Notwehr, nichts für ungut."

    Sie sieht mich kurz etwas schuldig an und sagt dann leise.

    "Die Lahmärsche, blockieren die Schnecke, wenn wir nicht aufpassen müssen wir die überspringen."

    Ich: "Wie . Äh?"

    Katrin: "Die Schnecke ist ne Bahn wo der Ball voll lange braucht, da können wir mindestens ne halbe Stunde weg dödeln."

    Eileen: "Und die Lahmärsche sind die Lernbehinderung, die Antriebslosigkeit und ne Magersucht. Die brauchen ewig und wir müssten das direkt zur .."

    Katrin: "Zur Dreizehn buhu .."

    Sie sagt das, wie in einem alten Horrorfilm.

    Ich: "Glück gehabt, dass ich übergetreten bin .."

    Eileen: "Bist du nicht!"

    Wir spielen die Bahn also von neuem und geben uns redlich Mühe, nicht zu schnell fertig zu werden. Nach meinem Zug, setzte ich mich zu Katrin auf die Bank. Diese Seniorenattraktion scheint an jeder Bahn mindestens 3 einfach Holzbänke zu haben.

    Katrin: "Was für Musik hört ihr eigentlich?"

    Ich: "Ähm .. Verschiebens."

    Katrin: "Naja .. zumindest eine bessere Antwort als – Alles aus den Charts."

    Antwortet Katrin sichtlich enttäuscht.

    Eileen: "Ich höre gar keine Musik."

    Katrin: "Das ist Unsinn. Nur weil du bist her noch keine richtige Musik gehört hat."

    Eileen: "Du darfst ja deine 'richtige Musik' nicht mitbringen."

    Katrin: "Und du?"

    Katrin wendet sich an Manuel.

    Manuel: "Ami Hiphop."

    Kartin: "Waaa .. noch schlimmer. Ich höre übrigens Death Metal, Industrial und Soundtracks."

    Eileen: "Böse gewaltverherrlichende Musik"

    Efft Eileen ein Autoritätsperson nach.

    "Spielt noch eine Bahn zu ende und dann geht es langsam zurück ins Camp."

    Hören wir Marios Stimme von oben her.

    Katrin: "Boar knapp."

    Eileen: "Nimm das 13!"

    Eileen streckt einer Bahn etwas weiter oben beide Mittelfinger entgegen.

    Ich: "Was ist mit der 13?"

    Katrin: "Das ist so ein doofes Netz mit einer Rampe, wo man voll Ausholen muss, das ist frustrierend und man muss den Ball jedes mal aus den Maschen puhlen und alle können einen sehen."

    Eileen: "So .. pf .. Katrin 4, Manuell 6, Du 3 und ich 13."

    Wir gehen also wieder den Abhang hinauf und versammeln uns mit den anderen Zusammen um Mario, der nach unseren Punkten fragt. Nach etwas Rechnerei belegen wir den dritten Platz und beklatschen das Gewinnerteam, besteht aus den zwei Mädchen von heute Morgen, einem unscheinbaren Jungen und einer weiteren Mädchen mit roten Haaren.

    Anschließend bestätigt Mario die Teilnahme am Ausflug mit einer Unterschrift in unseren Logbüchern. Als er meines mit dem zusätlichen Knick sieht, säuft er kurz und meint künstlich belustigt:

    "Ah der Tanjasche Knick. Zugegeben .. es ist schon praktisch wenn Bewohner ihre Logbücher immer mir sich rumschleppen. Kann ich dich gleich mal für einen Moment auf dem Rückweg sprechen?"

    Ich: "Sicher."

    Wir geben unsere Schläger, Bälle und Klemmbretter wieder ab und machen uns auf den Rückweg.

    Eileen: "Schade, am Ende mochte ich den Kinderschläger."

    Katrin: "Der war so schön weich oder?"

    Eileen: "Genau und wir haben es geschafft ohne größere Blamagen. Rein gehauen Leute. Beziehungsweise, nein, ich muss ja Abstand halten."

    Wir bilden das Schlusslicht in der Kette, auf einmal fällt mir ein, dass Mario mich noch sprechen wollte.

    Ich: "Ich muss noch mal zu Marion."

    Katrin: "Warum?"

    Eileen: "Auf Verrat steht ne Einseifung!"

    Ich: "Keine Sorge."

    Ich wühle mich also nach vorne, an allerhand Bewohner vorbei. Entschuldige mich höflich für das ein oder anderen Anrempeln und gelange schließlich an die Spitze, besteht aus Mario und den beiden Mädchen von heute Morgen.

    Mario: "Ah, gut das du da bist. Könntet ihr uns für einen Moment alleine lassen?"

    Mario wedelt sich an die beiden Mädchen. Welche darauf hin einfach stehen bleiben und sich so weiter nach hinten fallen lassen.

    Mario: "Als erstes freut es mich sehr, dass du dich geöffnet und auch schon Anschluss im Camp gefunden hat."

    Er atmet tief ein.

    Mario: "Aber du solltest es dir eventuell noch einmal überlegen, mit wem du hier rumhängen willst. Ich meine Katrin ist im Kern ein liebes Mädchen aber Eileen .. fff .. ist eine ganz andere Geschichte."

    Ich: "Wieso das?"

    Mario: "Wir haben hier Jugendliche mit etwas weniger und welche mit etwas mehr Problemen und du gehörst zu denen mit etwas leichteren und Eileen und Katrin eben zu denen mit etwas schwerwiegenderen."

    Gut, denke ich mir, das Katrin im Kern ganz lieb sein kann, glaube ich aufs Wort aber das Eileen so schlimm sein soll, kann ich mir echt nicht vorstellen. Ich meine sie ist direkt und teilweise schon aggressiv aber hier scheinen doch alle so ihre Probleme zu haben.

    Mario: "Ich finde du solltest auch den anderen hier eine Chance geben, dich kennen zu lernen. Guck mal Bezzy und Anny."

    Er deutet auf die beiden Mädchen von heute Vormittag. Als sie das merken, fangen die beiden an zu tuschen und zu kichern. Was nun jetzt doch etwas abschreckend wirkt.

    Mario: "Eigentlich müsste ich dir, für den Knick in deinem Logbuch, deinen Ausgang von 2B auf 0 kürzen."

    Moment mal, Eileen hat mir doch gesagt, dass man eh bei 0 startet, ich hoffe ich habe mir jetzt nicht doch irgendwas versaut.

    Mario: "Aber wenn du mir versprichst, bei nächsten Ausflug oder vergleichbarem nicht mit Eileen und Katrin umzuhängen, dann überlege ich mir die Streichung noch einmal."

    [0]Versprechen

    [x]Es sich überlegen

    Ich sage, dass ich es mir überlege und gehe mit einigem Abstand zu Mario, den Weg zurück zum Camp weiter, als mich wer fragt ob alles ok mit mir sei. Antworte ich, dass ich erschöpft bin und meine Ruhe haben möchte.

    5
    Abend Theater ( Tag 1 Dienstag Abend ) Nach einer Weile kommen wir wieder im Camp an und die Bewohner verstreuen sich an alle Richtungen. Mario ermahn
    Abend Theater ( Tag 1 Dienstag Abend )

    Nach einer Weile kommen wir wieder im Camp an und die Bewohner verstreuen sich an alle Richtungen. Mario ermahnt noch einmal alle:

    "In wenigen Minuten gibt es freiwilliges Abendessen im Hauptgebäude."

    Wieso freiwillig, wer will den schon hungrig ins Bett gehen? Ein rothaariges Mädchen läuft an mir vorbei.

    Ich: "Ähm .. entschuldige bitte aber welches ist das Hauptgebäude?"

    Rothaariges Mädchen: "Äh, das große Graue."

    Ich: "Der Bunker alles klar. Danke."

    Nicht weiter auf das Mädchen achtend mache ich mich auf zum Bunker, in welchem sich auch mein Zimmer befindet.

    Dort angekommen finde ich den langen Tisch, an welchem, trotz seiner Größe, nur eine Handvoll Jugendliche sitzen. Auf dem Tisch steht ein Korb mit einer handvoll Brötchen, ein paar vor geschnittene Brote und ein bisschen Aufschnitt.

    Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich sagen, dass nicht so viele kommen, weil es nicht genug zu Essen gibt.

    Ich setzt mich, logischer weise, auf den Stuhl der direkt hinter meiner Zimmertüre liegt und damit auch etwas abseits von den anderen.

    Peter: "Bitte aufrücken, keiner muss hier alleine Essen."

    Ich rücke also vier Plätze auf und sitze neben einem kleinen unscheinbaren Mädchen, das nichts sagt.

    Peter: "Du bist wohl nicht ganz fertig geworden mit der Regelübersicht."

    Er lächelt dabei.

    Peter: "Also, hier gibt es keine festen Plätze, jeder sitzt da, wo er sich hingesetzt hat. Nachträgliches Umsetzen gibt es auch nicht, wer sitzt der sitzt. Und es sollte keine leeren Plätze zwischen den Bewohnern geben, es wird also aufgerückt."

    Ich: "Ok, kann ich das Regelwerk noch mal haben?"

    Peter: "Sicher, ich kann dir eine Kopie machen aber da steht nicht mehr viel wichtiges drin."

    Ich: "Und das große Regelwerk?"

    Peter: "Es gibt kein großes Regelwerk, das ist die allgemeine Absprachensammlung. Die Campbewohner Version liegt im Wohnzimmer unter dem Tisch."

    Ich: "Wohnzimmer?"

    Peter: "Der Raum .. äh .. Bereich dort drüben."

    Das 'Wohnzimmer' bezeichnet den kleinen Vorraum mit den Abgesessenen Sofas. Selbiger ist von meinem Platz auch sogar recht gut zu sehen.

    Ich würde gerne noch ein paar Sachen fragen aber ich habe echt Hunger und so schmiere ich mir ein Brötchen mit Schmierkäse. Das Brötchen ist matschig und das Schmierkäse schmeckt furtbar aber bei dem Hunger ist mir das erst mal egal.

    Ich schätze, dass wir hier gerade die Reste eines Frühstücks essen.

    Ich: "Warum sind nicht alle hier?"

    Peter: "Warum? Vermisst du wen?"

    Ich: "Ich vermisse einige."

    Peter: "Das Abendessen ist freiwillig."

    Mageres Mädchen: "Schön Freiwillig."

    Peter: "Freiwillig für alle ohne Essstörungen. Die Jugendlichen, die in Kabinen oder Häusern wohnen, dürfen bei sich auf den Türschwellen essen."

    Ich: "Und wie kommen die an das Essen?"

    Peter: "Die in Kabinen dürfen in vertretbarem Maße nicht leicht verderbliches Essen bei sich lagern. Die die in Häusern wohnen haben in der Regel funktionierende Kühlschränke."

    Mageres Mädchen: "Luxus eh."

    Nach einer Weile habe ich aufgegessen und freue mich schon auf mein Bett, ich muss so viel verarbeiten.

    Peter: "Also das Essen ist nun offiziell beendet"

    Die wenigen Campbewohner stehen auf und Peter wendet sich noch einmal an mich.

    Peter: "Aufgestanden wird nämlich erst, wenn das Essen offiziell vorbei ist. Du kannst jetzt noch eine Weile tun was du willst um 8 Uhr gucken wir alle zusammen Nachrichten."

    Ich stehe vom Tisch auf, verlasse den Bunker und gucke mich draußen um. Auf einmal sehe ich die zwei Mädchen vom Vormittag an einer Bank sitzen und mich heran winken.

    Niedliches Mädchen: Hey, komm doch zu uns.

    Ich nähere mich vorsichtig und begrüße die beiden erneut.

    "Hallo"

    Stabiles Mädchen: "Na, wie gehts?"

    Ich: "Gut, aber wie heißt ihr eigentlich?"

    Niedliches Mädchen: "Haben wir uns nicht heute Morgen schon getroffen."

    Ich: "Nun ja aber ich kenn eure Namen trotzdem nicht, ich bin Danie .. äh .. Danny."

    Niedliches Mädchen: "Ich bin Anny dass ist Bezy."

    Anny ist recht klein, trägt ihre langen blonde Haare offen, hat blaue Augen und hat sich eine rosane Flauschjacke über ihr ebenfalls rosanes Spaghettitop gezogen, sie nickt mit dem Kopf in Richtung des anderen Mädchens.

    Ich: "Freund mich."

    Bezy: "Warum so förmlich?"

    Ich: "Weiß nicht .."

    Bezy hat kurze nussfarbene Haare, fast grüne Augen und trägt die gleichen Sachen wie am Vormittag und scheint mit Kälte kaum ein Problem zu haben. Wäre ich nicht so müde, würde ich sicher sofort ein sinnvolles Gespräch anfangen.

    Anny: "Warum bist du hier?"

    Ich: "Schulprobleme."

    Anny: "Ach bei mir auch, ich bin geistig behindert. Also 50%, 50% von mir sind behindert."

    Bezy: "Ich wegen Magersucht und Ritzen. Hauptsächlich wegen Ritzen."

    Ok und die Beiden sollen jetzt so viel besser sein als Katrin und Eileen? Ich wage es zu bezweifeln.

    Anny: "Also du darfst hier keine sexuellen Sachen machen, das ist hier voll übertrieben."

    Ich: " Ich weiß, ich hab die Regeln gelesen aber Danke."

    Anny: "Du darfst noch nicht mal so stehen."

    Gibt Anny beleidigt von sich und stellt sich beide Füße Zusammen, zwischen Bezy gespreizte Beine, die auf einmal breitbeinig auf der Bank sitzt und Anny an der Hüfte umarmt.

    Auf einmal lässt sich Anny auf Bezy fallen und beide liegen aufeinanders auf der Bank und umarmen sich.

    Was zum Teufel? Da waren mir aber Katrin und Eileens schlechte Laune eindeutig lieber, als diese Girl on Girl Aktion hier. Ich meine, müssen die das unbedingt hier live vor mir demonstrieren.

    Anny: "Natürlich darf man das nur als Junge und Mädchen nicht, als Mädchen und Mädchen geht das."

    Bezy: "Solange man nicht lesbisch ist. Hey warum hältst du dir die Augen zu?"

    Anny: "Dann ist doch alles umsonst."

    Ein Glück, dass ich mich beim Minigolfspielen nicht einfach auf Katrin oder noch besser Eileen drauf gelegt haben, dass hätte ja echt Ärger geben können. Denke ich mir. Gut, dass ich das jetzt weiß. Obwohl es bei Manuell erlaubt gewesen wäre.

    Danny: "Ah gut zu wissen, könnt ihr mir noch was zu den Gebäuden erzählen."

    Anny: "Also das da ist das Hauptgebäude, wir sollen nicht Bunker dazu sagen. Da Essen wir und da müssen wir gleich Tagesschau gucken."

    Bezy: "Das sind Kabinen, da wohnen im Sommer welche drin und wir haben Sommer. Äh .."

    Anny: "Das ist das Wachhaus, da sind die Leiter drin."

    Bezy: "Da im Tor ist das Arztzimmer und ähm .."

    Ich: "Wo ist der Multikulti Raum?"

    Bezy: "Der ist im Bunk .. im Hauptgebäude zischen dem Badehaus und den Zimmern."

    Ich: "Badehaus?"

    Anny: "Ja das ist so einen großer Raum mit Umkleide und Badewanne."

    Ich: "Und da Baden alle in einer Wanne?"

    Bezy: "Ja, gleichzeitig."

    Anny: "Jungs und Mädchen zusammen."

    Beide kichern, aber Anny steigt langsam schon wieder von Bezy herunter.

    Bezy: "Die Kabinenbewohner müssen da baden, die im Hauptgebäude und in den Häusern haben Duschen auf den Zimmern."

    Auch wenn ich die Räuberpistole vom Gruppenbaden eh nicht geglaubt hätte, so bin ich doch erleichtert, dass ich eine Dusche auf dem Zimmer haben könnte.

    Anny: "Aber die in den Häusern haben nicht immer warmes Wasser, deswegen stinken die immer so einen bisschen."

    Bezy: "Musst du gerade sagen, du klebst ganz schon."

    Anny: "Heyy, Minigolf war ganz schön anstrengend."

    Ich sehe mich weiter im Camp um, denn scheinbar muss man den beiden alle nicht sexuellen Sachverhalte einzeln aus der Nase ziehen. Ich bemerkte das zwischen den Bäumen immer wieder Pfähle mit seltsamen silbernen Kugeln aufgestellt sind, die aber kein Licht von sich geben.

    Ich: "Was sind das für Dinger?"

    Anny: "Tanja meinte mal es sind Kameras."

    Bezy: "Aber auf der Wachstation sind keine Monitore."

    Warum sollten Kameras in solchen verspiegelten Hüllen stecken? Nun gut, ich beschließe mich weiter umzusehen.

    Ich lasse meinen Blick weiter schweifen und erkenne gegen die Sonne einen Hügel, auf dem ein sehr altes Haus steht.

    Ich: "Was ist das?"

    Anny: "Das ist das Geister Haus, da wohnen unsere Monster .."

    Ich: "Welche Monster?"

    Bezy: "Rat mal, da kommst du bestimmt drauf."

    Während ich noch überlege, bestritt Mario den großen Platz mit einem kleinen Camping Fernseher und einer Kabeltrommel in der Hand.

    Mario: "So kommt mal alle zusammen, wir gucken Heute mal wieder draußen Nachrichten."

    Anny: "Scheiß auf Draußen, Nachrichten sind immer noch super langweilig."

    Mario: "Das habe ich jetzt nicht gehört."

    Wendet sich Mario an Anny, welche die Augen verdreht und etwas Unverständliches murmelt.

    Mario: "Gut dass du auch anderen eine Chance gibts."

    Er zwinkert mir zu und macht sich dann wohl die Antenne des kleinen Fernseher auszurichten.

    Zwei zurückgebliebene Lesben sollen also der optimale Umgang für mich sein? Ganz ehrlich?

    Anny: "Also wer meist du lebt in dem Geister Haus?"

    Ich: "Äh, keine Ahnung."

    Bezy: "Was sind die Schlimmsten Monster, die du dir vorstellen kannst?"

    [0] Drachen

    [0] Zombies

    [0] Hitler und Goebbels

    [x] Eileen und eine Mathematiklehrer

    Ich sehe auf das Haus und wundere mich, das die sonst so gickerige Anny nicht mal leise kichert und auch sonst niemand einen Mucks von sich gibt.

    Ich drehe mich langsam um und sehe dabei in ein paar funkelnder fast schwarzer Augen, allerdings nicht die heiteren von Katrin, sondern in die stechenden von Eileen.

    Eine ganze Weile sieht sie mich auf diese Weise an, bis sie zu Mario überhaupt, der zusammen mit einem Jungen an der Antenne des Campingfernsehen rummacht und dann wieder zurück zu mir. Als würde sie sagen, wenn Mario nicht hier wäre ..

    Aber noch bevor ich mich entschuldigen kann, dreht sich Eileen in einem Ruck um und lässt sich in einem Ruck auf den Boden fallen. Sie scheint wohl wirklich richtig wütend zu sein. Ich sollte mich wohl eine Weile wirklich von ihr fern halten.

    Der Fernseher springt an und die Campbewohner lauschen mehr oder weniger gespannt dem letzten drittel der wohl beliebtesten deutschen Nachrichtensendung. Ich setzt mich vor der Bank auf der Anny und Bezy sitzen einfach auf den Boden.

    Als die Tagesschau zu Ende ist stippt mir Anny von Oben auf die Schulter und flüstert.

    "Frag nichts und sag nichts, dann kommen wir schneller hier weg."

    Mario: "Hat jemand eine Frage?"

    Er wendet sich an alle Zuhörer und fügt in skeptischen Ton hinzu:

    "Hat wirklich jeder alles verstanden?"

    Mario: "In den Nachrichten war die Rede von Peking, weiß jemand wo das liegt?"

    [0]Eine Stadt in China

    [x]Nichts tun

    Enttäuscht sieht sich Mario um aber niemand meldet sich. Er fixiert eine kurze Weile lang mich und dann eine ganz Weile lang Eileen und Katrin. Erste hat ihre Arme in den Boden gestellt und knischt immer noch mit den Zähnen und Katrin sitzt gelangweilt im Schneidersitz und stützt ihr Kinn mit der Hand ab.

    Langsam hebt Katrin ihre Hand.

    Katrin: "Peking ist eine Stadt in China, im Westen bekannt durch das Gericht Peking Entchen."

    Mario: "Meldet euch bitte gleich. Wenn das morgen wieder so zähl läuft gucken wir wieder drinnen. So Gute Nacht."

    Zum Glück verschwinden Katrin und besonders Eileen recht schnell in die Dämmerung und ich gehe zusammen mit dem anderen Daniel, der nichtssagend auf einer der hintersten Bänke gesessen hat in den Bunker und auf unser Zimmer.

    Ich will mich gerade auf mein Bett legen da fällt mir auf, dass mein Koffer nun auf meinem Bett liegt mit einem Zettel darauf:

    "Bitte den Boden freihalten, ja auch unter den Betten, damit dort geputzt werden kann. Auch bitten wir dich alle Utensilien aus deinem Koffer in Schränke und Schubladen zu räumen um ein angenehmeres Klima und eine Wohnlichere Atmosphäre zu schaffen."

    Ich bin zu müde um zu protestieren und so schaffe ich die verlange Wohnliche Atmosphäre, indem ich meine Bücher in eine Schublade stopfe auf der das Wort FUCK in Großbuchstaben eingeritzt ist.

    Anschließend wünsche ich dem anderen Daniel noch eine gute Nacht und verkrieche mich in mein Bett.

    "Mama!"

    Höre ich es plötzlich durch den kompletten Bunker hallen.

    "Was hast du mir angetan?"

    Was zum? Wer schreit denn bitte mitten in der Nacht seine Eltern an? Gibt hier überhaupt ein Telefon? Au, da fällt mir ein, dass ich meine Familie auch anrufen sollte. Naja zu spät.

    "Hol mich hier raus, hol mich bitte hier raus? Bitte .."

    Fängt die mir unbekannte weinerliche weibliche Stimme zu zu flehen.

    ".. ja aber doch nicht in die Geschlossene Psychiatrie!"

    Brüllt die Stimme jetzt sehr sehr aufgebracht. Naja, dann weiß ich ja jetzt, wo ich bin. Naja egal, ich will schlafen.

    ".. Bitte!"

    Höre ich es noch einmal seufzen aber ich greife einfach mein Kissen und drücke es mir auf den Kopf.

    6
    Frühstück  ( Tag 2 Mittwoch Morgen ) "Aufstehen!" Peter reißt die Türe meines Zimmers auf und schaltet das Licht ein, eigentlich unnöt
    Frühstück  ( Tag 2 Mittwoch Morgen )

    "Aufstehen!"

    Peter reißt die Türe meines Zimmers auf und schaltet das Licht ein, eigentlich unnötig, da mehr als genug Licht durch Fenster fällt. Ich reibe mir die Augen und mache mich daran aus dem Bett zu kriechen.

    Peter: "Hey los los, wir haben euch extra vom Morgenspaziergang ausgenommen, damit ihr euch langsam an den neuen Rhythmus gewöhnen könnt. Ab Morgen ist der für euch verpflichtend."

    Ich stehe auf und gehen ins Bad, um mich grob zu waschen, im Bad ist alles sehr spartanisch. In meinem Zimmer stehen wenigstens noch zerkratzte Holzmöbel. Hier sieht es fast aus wie im Gefängnis, die Dusche scheint nur aus einem Rohr zu bestehen, welches aus der Wand ragt.

    Ich mache mich schnell fertig, ziehe mich um und setzt mich direkt von meinem Zimmer aus an den Tisch, welcher dieses mal etwas vornehmer gedeckt ist. Es gibt reichlich Brötchen, Aufschnitt aber die Campbewohner scheinen doch etwas wenige für so viel Essen zu sein.

    Ich schaue mich um und sehe kaum ein bekanntes Gesicht.

    Peter: "Die anderen sind noch auf dem Morgenspaziergang, kommen aber gleich. Das Frühstück ist für alle verpflichtend."

    Ich beginne unterdessen mir ein Brötchen zu nehmen und versuche dieses mit einem Buttermesser aufzuschneiden, was gar nicht so einfach ist, denn das Messer ist stupft wie sau.

    Im gleichen Augenblick ström eine ganze Rotte von Campbewohnern an den Tisch und drängeln sich auf die freien Plätze. Ich, noch ganz mit einem Brötchen beschäftigt, bekomme kaum mit, wer sich links und recht von mir hinsetzt nach dem Brötchenkorb greift und beginnt selbige Aufzuschneiden.

    Katrin: "Morgen."

    Ich: "Ah Morgen, hab dich gar nicht bemerkt."

    Katrin hat ihre Haare zu einem unordentlichen Zopf gebunden und trägt ein Top. Links von mir hat sich, ein Mädchen in einem schlabberigen T-Shirt, mit einer zotteligen Frisur und zwei Lockenwickler hinter den Ohren gesetzt, welches zu meiner Verwunderung versucht ein Brötchen mit einer Gabel in zwei Hälften zuteilen.

    Ich überlege kurz, warum es dies tun sollte aber da es wohl bereits gemerkt hat, dass ich ihren kläglichen Versuch mit der Gabel beobachte, dreht es sich ruckartig zu mir hin.

    Eileen: "Was?"

    Au nein, nicht Eileen, in den anderen Klamotten und mit den ungemachten Haaren habe ich sie kaum erkannt und ihr Blick sagt mir in etwa. Wenn du jetzt fragt, warum ich mein Brötchen mit der Gabel aufschneide, hast du diese ganz schnell im Auge.

    [0]Eileen fragen, warum sie das Brötchen mit einer Gabel aufschneidet?

    [x]Eileen mein eigenes Brötchen anbieten.

    Ich: "Möchtest du mein Brötchen haben?"

    Eileen guckt kurz skeptisch. Tauscht dann aber mit einer schnellen Handbewegung unsere beiden Teller.

    Eileen: "Au, äh .. Danke. Du hast dir doch die Hände gewaschen oder?"

    Ich: "Sicher, in meinem Zimmer."

    Eileen: "Nur so, warum hast du dir gerade diesen Platz hier ausgesucht?"

    Fragt mich Eileen im Flüsterton, scheinbar nehmen die das hier mit dem 'Es gibt keine festen Plätze' etwas zu ernst.

    Anny: "Was gibt es da zu flüstern?"

    Bezy: "Wer flüstert lügt."

    Anny und Bezy sitzen auf der anderen Seite des Tisches. Da der Tisch aber recht breit ist, dürften sie uns nicht gut hören können. Zu meiner Verwunderung, sind die Beiden top gestylt und auch alle anderen Campbewohner tragen bereits ihre üblichen Sachen. Nur Eileen sieht aus, wie gerade eben erst aus dem Bett gekrochen.

    Ich: "Ähm ja .. mein Zimmer ist direkt hinter der Türe."

    Ich deute mit dem Daumen nach hinten, während ich versuche Eileens Kunstwerk irgendwie zu retten.

    Eileen: "Ah, B6 stimmt ja. Klingt logisch"

    Ich: "Sitze ich euch im Weg?"

    Eileen: "Psssst!"

    Sie stupst mich heftig mit ihrem Ellbogen in die Seite und sich das bereits fertig geschmierte Brötchen in den Mund und beißt ein viel zu großes Stück ab. Katrin auf meiner rechten Seite packt sich extra viel Aufschnitt aufs Brötchen und mompft genüsslich vor sich hin.

    Katrin: "Also im Grund schmeckt hier alles gleich mies. Das einzige was geht ist der Gouda Käse aber der ist immer extrem schnell weg, weil sich die mit dem Tischdienst, den immer direkt vor die Nase stellen."

    Ich: "ich dachte es gäbe keine festen Plätze."

    Katrin: "Theoretisch ja, praktisch nein."

    Sie beißt wieder in ihr Brötchen und kaut ne Weile.

    Katrin: "Also in der Regel sitzen die Schla .. ups ähm .. typischen Mädchen links und wir rechts. Obwohl wir leider nur noch zwei sind."

    fügt sie etwas betrübt hinzu, fährt aber fröhlicher fort.

    Katrin: "Aber eventuell bleibst du ja auf unsere Seite sitzen."

    Sie zwinkert mir zu und Eileen hört demonstrativ auf zu kauen, was ich sogar zu Katrin gerichtet merke, schnaubt kurz und wendet sich wieder ihrem Bötchen zu.

    Katrin: "Die andere Seite des Tisches teilt sich dann noch mal in die eher wachen Mädchen, Anny und Bezy kennst du ja schon, und die eher abwesenden."

    Anny: "Was ist mit uns?"

    Katrin: "Er wollte nur noch einmal alle Namen wissen."

    Bezy: "Ah ok?"

    Bezy und Anny kichern wieder. Eventuell bin ich auf Katrins Seite doch besser aufgehoben.

    Peter: "Daniel?"

    Peter ist aufgestanden, um mit mir zu reden.

    Peter: "Du hast heute kurz Schule und danach machen wir Sport."

    Was zum? Die haben hier Schule, wie darf ich mir dass denn vorstellen. Und Sport? Zwei Sachen die ich absolut nicht ab kann und dabei hat es doch gerade erst Angefangen mir zu gefallen.

    Katrin: "Sport ist cool hier, keine Sorge."

    Sie muss wohl meinen Gesichtsausdruck gedeutet haben. Ich verputze den letzten Bissen meinem gerade noch so geretteten Brötchens und mache eine Weile lang einfach nichts. Wohl um meine Kräfte für die Schule zu sparen.

    Peter: "Eileen zeigt du Daniel den Weg?"

    Eileen: "Sicher. Komm."

    Sagt sie mit noch fast vollem Mund.

    Ich: "Kann ich das hier alles einfach zu stehen lassen?"

    Eileen: "Ja, wir haben einen Abräumdienst dafür."

    Ich stehe auf und folge Eileen mit etwas Abstand aus dem Bunker heraus, dessen Türe offen steht, auf den Platz wo Eileen plötzlich langsamer wird, also wüsste sie nicht wo es hingeht.

    Ich: "Wohin gehts?"

    Eileen: "Das weißt du doch."

    Ich: "Ah Nein."

    Ganz ehrlich woher soll ich wissen wo die Schule ist, wenn ich mir noch nicht mal vorstellen kann, wo hier eine sein soll.

    Ich: "Nein, tut mir leid."

    Eileen: "Was denn? Du hast es doch heute Abend noch gewusst."

    Sie stemmt ihre Hände in die Hüften und kippelt dabei künstlich belustigt mit den Füßen.

    Ich: "Wenn ich dich gestern beleidigt habe, dann tut er mir leid."

    Ich lasse den Kopf sinken und strecke ihr meine Hand hin.

    Ich: "Ach, du darfst ja nicht oder so."

    Eileen: "Ach, schon ok .."

    Als ich meine Hand schon zurückziehen will, ergreift Eileen diese zieht mich einen ganzen Ruck zu ihr hin und packt viel zu fest zu. Dieses Mädchen scheint echt einiges an Kraft zu haben.

    Eileen: "Die haben mir den Übergriff heute Morgen wieder aberkannt."

    Murmeld Eileen verärgert eher zu sich selbst als zu mir.

    Eileen: "Wollen wir dann vielleicht mal los?"

    Ich: "Wohin?"

    Eileen: "Boar, wohin wohl?"

    Ich: "Schule?"

    Eileen: "Mathe!"

    Ich: "Der Mathelehrer wohnt doch nicht in dem Geisterhaus oder?"

    Eileen: "Nein, der Mathematiklehrer und Ich .. wohnen in dem Geisterhaus. Also los."

    Ich zögere. Ich meine wie groß ist die Chance, dass das Mädchen in dem viel zu großen T-Shirt wirklich in dem alten Haus wohnt. Ich wittere eine Racheaktion oder noch schlimmer einen Versuch den sexuellen Übergriff wieder auf Rot zu bekommen. Und außerdem, will sie mit den Sachen in die Schule?

    Eileen: "Wenn ich eines hasse, dann ist es Inkonsequenz, entweder du steht zu dem, was du gesagt hast oder nicht!"

    [0]Zurück zu Peter gehen und nach dem Weg zur Schule fragen.

    [x]Zum Geisterhaus hinauf gehen.

    7
    Mathe ( Tag 2 Mittwoch Vormittag )

    Ich mache mich wortlos auf den Weg zum Geisterhaus, welches sich auf einem Hügel etwas abseits von Camp befindet. Ich weiß nicht genau, was Eileen plant aber eventuell steht ja das Begrüßungsritual noch aus. Obwohl ich eigentlich eher vermute, dass sich die Campbewohner viel zu uneinig sind, um koordinierte Aktionen durch zuziehen.

    Wir nähern uns dem Haus, es ist ein altes heruntergekommenes Gehäuse aus den 1960er Jahren. Zwei Stockwerke, ein einfacher Bau mit einem verwittertem Dach und trüben Fenstern.

    Ich betreten die Türschwelle, vor mir liegt eine schwere Holztür, an den Klingeln sind keine Namen angebracht.

    Eileen: "Darf ich mal bitte .."

    Sie schiebt mich zur Seite und ich trete vorsichtshalber ein paar zusätzlich Schritte zurück. Während sich Eileen eine ganz Weile vorn übergebeugt an dem Schloss zu schaffen macht, bemerke ich, dass sie kaum Hinter in ihrer viel zu weiten Hose hat.

    Eileen: "Deus Ex Machina .."

    Sie zieht mit aller Kraft an der Tür und tritt diese dann mit ihren Wanderstiefeln auf.

    Eileen: "Nach ihnen .."

    Sie deutet auf die offenen Türe und verlangt wohl, das ich zu erst das Gebäude betrete. Ich tue wir mir geheißen und das erste was ich sehe ist wohl das dunkelste und gruseligste Treppenhaus der Welt.

    Durch das Gebäude führt ein langer Gang und über diesem eine ebenso lange Galerie auf der ersten Etage. Alles ist alt und ein leichter Geruch von Keller liegt in der Luft. Die Farbe bröckelt von den Wänden und an der Treppe, die auf die Galerie führt, lehnt eine Tür mit einem großen gesplitterten Loch auf Kniehöhe.

    Auf einmal packt mich etwas von hinten an den Schultern.

    Eileen: "Buh!"

    Ich erschrecke mich ein wenig und zucke instinktiv zusammen.

    Ich: "Ist das wirklich nötig? Können wir das .. was auch immer .. nicht anders regeln?"

    Eileen: "Was denn? Gefällt es dir hier nicht? Ist doch ein super romantischer Ort oder?"

    [0]Sagen, dass man ganz schnell hier weg möchte und Eileen anflehen.

    [x]Sagen, dass man es ganz nett findet.

    Ich: "Naja, ich mag eigentlich gruselige Sache, ist schon ganz nett hier. Aber ich würde echt lieber in den Unterricht gehen."

    Ich kann nicht fassen, dass ich das gerade gesagt habe aber wahrscheinlich wäre alles besser, als mit diesem Psychomädchen hier in dieser Ruine zu hocken. Ich will mir gar nicht vorstellen, was sie jederzeit mit mir machen könnte. Es hat ja sicher einen Grund, warum sie ihr sogar das Buttermesser weggenommen haben.

    Eileen: "Treppe rauf, ganz durch, letzte Tür."

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Treppe rauf, ganz durch, die letzte Tür. Da ist das Klassenzimmer."

    Ich wage dies zwar zu bezweifeln, trotzdem gehe ich die Treppe hoch und die lange Galerie entlang. Die Türen auf der rechten Seite sind allesamt Schwarz und auf eine davon ist sogar mit Kreide ein Pentagram gemalt und schlecht weggewischt.

    Ich zögere einen Moment aber noch bevor ich die schwarze Tür am Ende des Ganges öffnen kann, kommt Eileen mir zu vor, quetsch sich an mir vorbei und betritt den Raum.

    Zu meiner kompletten Verwunderung, ist der Raum hell erleuchtet und sauber möbliert. Und ein älterer magere Herr mit Bart steht von seinem Schreibtisch auf und begrüßt mich freudig.

    Mathe Lehrer: "Hallo, du musst Daniel sein. Ah Eileen, freund mich dich hier wieder zu sehen."

    Eileen: "Entschuldigen sie die Verspätung aber ich musste noch ein paar Sachen erklären."

    Mathe Lehrer: "Kein Problem, die 4 Minuten. Keinen Eintag wert."

    Warum zum Teufel, haben die hier eine Schule in dieses komplett vergammelte Geisterhaus? Alles anderen im Camp ist so gut wie neu. Aber als ich mich umgucken fällt mir auf, dass das Zimmer von innen top in Ordnung ist. Einige Campbewohner sitzen bereits an zusammen geschobenen Tischen, einige Regale sind voll mit neuen Büchern und der Schreibtisch des Lehrer ist mit einem neuen Computer ausgestattet.

    Als ich das Zimmer betrete fällt mir sogar auf, dass hier Teppichboden verlegt wurde.

    Mathe Lehrer: "Man hat mir gesagt, du hättest Schwierigkeiten in Mathe und mit der Schule. Ich werde dir jetzt ein Aufgabenblatt geben und du sagt mir sofort Bescheid, wenn du nicht weiter kommt oder dir irgendwie unwohl dabei ist ok?"

    Ich: "Ok."

    Ich sehe auf das Blatt und es enthält eine Tabelle mit den Nummern 1-10 in den Köpfen. Ohne die Aufgabenstellung gelesen zu haben denke ich, dass hier wohl das Anfertigen einer Multiplikationstabelle verlangt wird.

    Ich setzt mich also an den nächst besten Platz und beginne mit der Arbeit, welche mir sichtlich leicht fällt, da ich heute einen guten Tag zu haben scheine. Nach einer Weile stupst mich etwas unter dem Tisch an.

    Anny: "Hey .."

    flüstert mir Anny zu, die einen Platz auf und damit neben mich gerückt ist.

    Anny: "Ich komm nicht weiter, kannst du mir kurz helfen?"

    Sie deutet auf ihr Blatt. Auf selbigem steht .. 7+3.

    Ich: "äh .. 10?"

    Frage ich ungläubig. Anny zählt mit ihren Fingern unter dem Tisch nach. Und bedankt sich freudig.

    Anny: "Danke."

    Mathe Lehrer: "Nicht vorsagen, das mag ja lieb gemeint sein aber sie muss das alleine können und Anny bitte die Hände auf den Tisch."

    Anny: "Aber .."

    Mathe Lehrer: "Das geht auch ohne Finger."

    Ich wende mich wieder meiner Tabelle zu und komme ganz zügig voran.

    Ich: "Ich denke ich bin fertig."

    Mathe Lehrer: "Gut las mal sehen."

    Bezy: "Wow so schnell?"

    Der Lehrer prüft die Tabelle kurz.

    Mathe Lehrer: "Könntest du nachher, nach dem Unterricht kurz dein Logbuch vorbeibringen? Bis dahin nimm dir das selbe Buch wie Bezy aus dem Regal und .."

    Ich: "Ich hab es dabei."

    Mathe Lehrer: "Wirklich? Wie praktisch."

    Der Lehrer nimmt mein Logbuch, faltet es zweimal auf und macht ein paar Markierungen.

    Mathe Lehrer: "Also eine Intelligenzminderung kann ich bei dir ganz sicher ausschließen. Keine Symptome einer Schulphobie. Keine Symptome einer Schulmüdigkeit. Intelligenztest dringen empfohlen."

    Mathe Lehrer: "Ich habe keine Idee, warum du Schulprobleme haben sollt. Sag mal, langweilt dich sowas hier?"

    Er zeigt mir meine ausgefüllte Multiplikationstabelle, bei deren Anblick Anny fast in Ohnmacht fällt.

    Ich: "Naja etwas."

    Mathe Lehrer: "Gut dann habe ich was spannenderes für dich."

    Der Lehrer zeigt auf ein Bild an der Wand und fragt mich

    "Welches dieser Rechtecke gefällt dir am besten?"

    Ich sehe mir die vielen Rechtecke in den unterschiedlichen Farben an und antworte bei einem recht netten.


    "Das Rote"

    Mathe Lehrer: "Das sagen die meisten, weißt du warum?"

    Ich: "Nein."

    Mathe Lehrer: "Es gibt einen ganz besonderes Verhältnis von Breit zu Höhe, dass so universell ist, dass es alle Menschen anspricht, weil es im Menschen selber vorkommt. Soll ich dir beibringen, wie man es zeichnet?"

    Ich: "Ja."

    Also das klingt wirklich spannend, auch wenn ich Mathe nicht so mag - Geometrie ist doch sehr viel angenehmer und immerhin ist das sehr viel besser, als stumpf irgendwelche Aufgaben aus dem Buch zu erledigen.

    So lerne ich denn alles über die A und B Seite, deren Verhältnis zu AB und warum DIN A4 so eine gute Idee ist. Ich habe schon fast ein schlechtes gewissen, da sich der Lehrer fast nur mit mir beschäftigt.

    Am Ende gingen die 2 Stunden, die man hier scheinbar am Tag Unterricht hat recht schnell rum und die meisten meiner Mitschüler verlassen den Raum. Nur Eileen bleibt und diskutiert irgendwas mit dem Lehrer. Ich gehe mit den anderen zurück durch das Geisterhaus, die absolut nichts dabei finden, durch diese Ruine gehen zu müssen.

    Bezy: "Bist du Sport Gruppe A oder B?"

    Ich: "Wo sehe ich das?"

    Bezy: "Logbuch, wo immer alles steht. Ich weiß nur nicht auf welcher Seite."

    Ich blätterte durch mal Logbuch und finde an Eintrag Sport A.

    Ich: "A schätze ich mal."

    Bezy: "Au Klasse, da sind wir auch. Komm uns einfach nach."

    Ich tue wie geheißen. Als wir bei der Wachstation ankommen, erwartet uns schon Peter der uns anweißt uns schnell unsere Sportsachen anzuziehen. Also gehe ich in den Bunker und tausche meine Jeans gegen einen Jogginghose und mein T-Shirt gegen ein anderen T-Shirt. Nur kann ich mein Deo irgendwie nicht finden.

    8
    Sport ( Tag 2 Mittwoch Vormittag ) Als ich aus dem Bunker über den großen Platz gehe, sehe ich in einiger Entfernung am Rande das Camps, schon den v
    Sport ( Tag 2 Mittwoch Vormittag )

    Als ich aus dem Bunker über den großen Platz gehe, sehe ich in einiger Entfernung am Rande das Camps, schon den vermeintlichen Rest unserer Sport Gruppe und wie zwei von ihnen, wie sie ein großes blaues Netz, wie einen riesigen Vorhang, zwischen zwei Bäumen Ausfahren.

    Katrin: "Langsamer .. das Ding verhakt sich sonst."

    Bezy zieht an einer Kette, als ich näher komme sehe ich, dass ein ganzes Schienensystem zwischen den Bäumen angebracht ist.

    Ich: "Hi."

    Anny: "Hi, wir müssen nur noch das Netz bis ganz ausfahren und die Zielscheibe aufstellen."

    Katrin: "Bogenschießen."

    Ich: "Klasse, wollte ich immer schon mal machen. Ist das Schwer?"

    Katrin: "Nö."

    Peter kommt mit den anderen vom Kontrollhäuschen her. Er trägt zwei Bögen die anderen jeweils einen. Er reicht mir einen großen blauen Bogen und legt einen Köcher mit Pfeilen auf einen Tisch in der Nähe. Katrin flüstert mir von hinten zu:

    "Es gibt schwarze und blaue Pfeile, ich mag die schwarzen lieber."

    Ich: "Weil sie schwarz sind?"

    Mir fällt auf, sogar Katrins Sportklamotten sind rein schwarz, sie hat ihre Haare zu einem Zopf zusammen gebunden und trägt eine enge Trainingsjacke und eine weniger enge Jogginghose.

    Katrin: "Nein mit denen trifft man einfach besser."

    Anny: "Mit den blauen trifft man nie was, die sind scheiße."

    Peter: "Das hat nichts mit den Pfeilen zu tun und Anny achte auf deine Wortwahl."

    Wir stellen uns also in eine Reihe auf und Katrin erklärt mir währendem das Bogenschießen.

    Katrin: "Du hältst den Bogen unten und spannst beim Anlegen, der Pfeil kommt auf diesen Haken hier und du zielst durch diesen Diopter da, also das Loch da vorne."

    Sie demonstriert die Bewegungen mit ihrem eigenen Bogen. Ich mache es ihr nach aber sie scheint eher weniger zufrieden mit meiner Haltung und korrigiert diese mit zarten aber bestimmten Handgriffen.

    Katrin: "So, den Ellbogen nicht so weit nach oben, du bist ja kein Hühnchen."

    Ich bin ziemlich aufgeregt und das nicht, weil ich gleich das erste mal in meinem Leben einen Pfeil abschießen werde, sondern weil mich noch nie in meinem Leben ein Mädchen so angefasst hat.

    Katrin: "Und wenn du willst, kannst du auch die Sehne bis weit hinter dein Ohr spannen. Du hast ganz sicher die Kraft dazu."

    Sie versucht die Haltung mit ihrem Bogen zu demonstrieren, kann die Sehne aber nicht weit genug spannen und gibt auf höhe des Ohres auf.

    Eileen: "Ihr beiden Süßen seit echt zu beneiden."

    Ich frage mich erst gar nicht, wer auf die Idee gekommen ist, Eileen einen Bogen in die Hand zu drücken. Buttermesser? Nein! Aber ein Bogen geht in Ordnung oder wie?

    Katrin: "Hey, hier geht es ausschließlich ums Technische."

    Katrin wird leicht rot und etwas ärgerlich.

    Eileen: "Deswegen auch und .. weil ihr eure Sehnen bis hinters Ohr spannen könnt."

    Ich: "Und du kannst das nicht?"

    Eileen hat Heute Morgen mehr als deutlich gemacht, dass in ihrer Masse auch zumindest ein wenig Kraft steckt. Sie sieht übrigens gerade in ihrem recht engen schwarzen Tanktop, der blauen langen Männerbadehose und ihren üblichen Wanderstiefeln mal wieder herrlich zusammen gewürfelt aus.

    Wenn von ihren ziemlich dicken Oberarmen auch nur ein Bruchteil Muskeln sind, dann sollte sie die Sehne doch locker bis hinter Ohr bekommen.

    Als müsste sie mir mal wieder meine Unwissenheit demonstrieren, spannt sie ihre Sehne erst gerade zum Körper hin, stellt dich quer, spannt die Sehne bis zum Ohr und lässt dann mit voller Absicht die Sehne gegen ihre linke Brust klatschen, wo diese hängen bleibt und ihre Brust nach oben drückt.

    Schnell fixiere ich nur ihre Augen und sage erschrocken.

    "Aua, tut das nicht weh?"

    Eileen zuckt nur mit den Achseln.

    Ich: "Denkt man so gar nicht drüber nach, wie unpraktisch das manchmal sein kann."

    Katrin verdreht die Augen.

    Eileen: "Manchmal?"

    Katrin: "Du weißt du könn .."

    Eileen: "Naja, dafür darf ich den Kompositbogen haben."

    Eileen schneidet Katrin das Wört ab und guckt auf ihren Bogen, an dem zusätzliche Rollen angebracht sind.

    Eileen: "Den hier einmal bis hinters Ohr spannen."

    Peter: "Alles was du damit erreichst wäre, dass der Pfeil dann so tief in der Zielscheibe stecken bleibt, dass man ihn nicht wieder heraus bekommt."

    Katrin: "Ich wette, damit könnte man auch einen Mensch glatt durchschlagen."

    Peter: "Katrin, du hast dich diese Woche bis jetzt so gut benommen."

    Katrin: "Ja ich weiß .."

    Bezy ist noch an der Reihe, greift sich einen blauen Pfeil, legt diesen ungekonnt auf, spannt die Sehne, lässt los und hämmert den Pfeil in zwei Meter Entfernung in den Boden.

    Peter: "Das üben wir noch einmal"

    Eileen: "So eine Verschwendung. Warum nehmen die Trottel immer die Schwarzen?"

    Flüstert sie vor sich hin. Als sie an der Riehe ist nimmt sie ebenfalls einen schwarzen Pfeil, legt an, spannt die Sehne nur bis zu ihrer Nase, lässt los und der Pfeil schlägt nur zwei Ringe zu weit rechts ein.

    Peter: "Großartig."

    Eileen, sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, lächelt ein wenig. Das erste mal, dass ich sie irgendwie annähert, naja zumindest nicht unzufrieden, sehe.

    Katrin ist an der Reihe und nimmt ebenfalls einen schwarzen Pfeil. Ich sehe, dass es jetzt für 4 Leute nur noch drei schwarze Pfeile gibt. Wenn ich schwarz nehme, dann nehmen Anny und Bezy sicher auch wieder schwarz und Eileen bekäme dann als erste einen blauen Pfeil.

    Katrins Pfeil schlägt 4 Ringe zu weit unten rechts ein.

    Ich bin an der Reihe und greife mir einfach mal beide Sorten, der blaue ist sichtlich Länger und um einiges Schwerer, als der schwarze.

    [0]Schwarzen Pfeil nehmen

    [x]Blauen Pfeil nehmen

    Ich nehme mir einen blauen Pfeil, lege ihn auf den Haken, von welche er mir gleich wieder runter rutscht.

    Katrin: "Mach keinen Bezy."

    Ich legen den Pfeil erneut auf den Haken, Spanne die Sehne elegant beim Anlegen, ziehe die Sehne bis zu meiner Wange. Da der Pfeil schwerer ist und die Bögen wahrscheinlich alle auf die schwarzen Pfeile justiert sind, ziele ich etwas höher, atme aus, halte den Atem an, warte bis mein Herz geschlagen hat und lasse los.

    Der Pfeil surrt durch die Luft, trifft die Zielscheibe .. genau ins Schwarze.

    Peter: "Guter Treffer .. jedoch .. leider nur aus Glück."

    Anny: "Wow und das mit nem blauen Pfeil? Wie geht das."

    Katrin: "Klasse, gut gemacht."

    Bezy: "Endlich jemand der besser ist als .."

    Eileen: "Ähm .."

    Eileen versucht sich zu melden, wir aber von Peter einfach ignoriert.

    Peter: "Du hast höher gehalten oder?"

    Ich: "Ja, die blauen Pfeile sind ja auch viel .."

    Peter: "Tu das bitte nicht, wir üben hier die Grundhaltung, die Konzentration und den Ablauf und die sind bei dir noch nicht Optimal. Wenn du jetzt schon Korrekturen vornimmst .. Ziel bitte immer aufs Schwarze, egal welchen Pfeil du verwendest. Es geht hier ja auch nicht um Punkte."

    Ich: "Ja ok."

    Schade aber ich beschließe erstmal auf Peter zu hören, denn das Schießen mit einem Bogen macht schon ordentlich Spaß und wenn ich hier rumdiskutiere, riskiere ich noch den Rauswurft aus Gruppe A, Bogenschießen zu dürfen scheint hier ein echtes Privileg zu sein.

    Peter: "Machs bitte noch einmal. Genau auf den schwarzen Punkt zielen und bitte etwas mehr auf deine Füße achten."

    Ich nehme mir also einen weiteren blauen Pfeil und wiederhole den Ablauf. Diesmal schlägt mein Pfeil etwas 6 Ringe weiter unten ein, was so in etwa auch zu erwarten war.

    Nach mir sind wieder Anny und Bezy dran. Annys schwarzer Pfeil trifft viel zu weit rechts und Bezys Pfeil das Netz.

    Katrin: "Wünsch mir Glück."

    Ich klopfe ihr vor dem Anlegen auf die Schulter. Sie trifft 3 Ringe zu weit oben links.

    Eileen ist an der Reihe, zu meiner Verwunderung greift sie einen blauen Pfeil, spannt ihren Kompositbogen wieder bis auf ihre Nase, schnaubt einmal kurz, lasst die Sehne frei und der Pfeil schlägt genau auf die 6 ein.

    Anny: "Haha, voll daneben .."

    Peter: "Eileen .!"

    Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht wendet sie sich um zum Ende der Schlange, denn sie weiß genau, dass sie getroffen hat.

    Eileen: "Was denn?"

    Peter: "Hier geht es um Meditation und Konzentration und nicht um Wettbewerb. Wir haben erst Mittwoch und von deinem Wochenziel ist noch nichts zu sehen."

    Eileen zuckt nur mit den Schultern

    Eileen: "Ich hatte halt leider nur Glück."

    Da keine Pfeile mehr im Köcher sind, ziehen wir los, um die bereits verschossenen Pfeile aus Zielscheibe und Boden zu ziehen. Am Ende werden noch alle Pfeile und Bögen abgezählt, wieder zur Aufsicht gebracht und das Netz eingeholt.

    Anny: "Warum muss das Netzt jedesmal wieder eingerollt werden?"

    Katrin: "Weil das Ding wohl ziemlich abgeht, wenn es mal richtig windig wird."

    Ich schaue in mein Logbuch und der Tagesplan für Mittwoch sagt eindeutig Mittagessen.

    9
    Mittagessen ( Tag 2 Mittwoch Mittag )

    Da ich mir spontan nicht vorstellen kann, dass das Mittagessen an einem anderen Ort stattfindet als das Frühstück und das Abendessen am Vortag, mache ich mich schon mal grob auch in Richtung Bunker. Aber sicher ist sicher.

    Ich: "Hey .. äh .. Katrin."

    Rufe ich ihr nach, die sich merkwürdigerweise in eine andere Richtung aufmachen will.

    Ich: "Mittag ist doch auch im Bunker oder?"

    Katrin: "Ja aber ich, esse so ungerne in meinen Sportsachen."

    Eileen: "Keine Sorge, wir essen eigentlich immer im Bunker, wenn nicht wird das gaaanz groß angekündigt."

    Der Sarkasmus im letzten Teil war kaum zu überhören.

    Eileen: "Nu komm, Essen wird kalt."

    Ich: "Und du willst .."

    Eileen: "Nein, ich will mich nicht umziehen. Wir waren Bogenschießen, nicht 5 Kilometer laufen."

    Sie macht sich, ohne eine Antwort abzuwarten, auf in Richtung Bunker und ich folge ihr einfach mit etwas Abstand.

    Im Bunker angekommen, gehe ich erstmal in mein Zimmer, wasche mich schnell unter den Armen, ziehe mich um, suche eine Weile verzweifelt mein Deo, gebe es dann aber auf und gehe zum Essen.

    Eileen sitzt an ihrem üblichen Platz und hat sich den Teller bereits Randvoll mit Gulasch geschaufelt. Sie scheint nur noch auf ein Signal zu warten, endlich loslegen zu dürfen.

    Da ich mich nicht schon wieder zwischen Eileen und Katrin drängen möchte, warte ich einen Moment ab und nutze die zeit mich ein wenig um Raum umzusehen. An der Wand hinter mir, liegt nicht nur nur die Türe zu meinem Zimmer, sondern auch noch zwei andere.

    Die eine Tür könnte gut vom Platz her noch zu einem anderen Zimmer ähnlicher Größe gehören. Die Zweite Türe aber kann nur noch als Abstellraum dienen. Am anderen Ende des Bunkers befindet sich eine Glastür mit Feuertreppe, welche wohl wieder aufs Campgelände führen wird.

    Katrin: "Kannst dich ruhig setzten."

    Katrin ist wie immer ohne ein Geräusch zu machen hinter mir aufgetaucht.

    Ich: "Äh .. genau, ich wollte mich nicht schon wieder zwischen euch beide setzten."

    Katrin: "Ach was, setzt dich ruhig wenn du willst. Was gibt es denn?"

    Ich: "Gulasch"

    Katrin: "Los setzt dich, ich hab hunger!"

    Sie deutet auf den Platz direkt neben Eileen und drückt mich sanft aber bestimmt auf die Schultern. Warum sie ausgerechnet darauf besteht, dass ich neben Eileen sitzen soll, bleibt mir rätselhaft.

    Nach wenigen Minuten sind alle Campbewohner am Tisch und wir beginnen zu essen. Ich stopfe mir langsam ein Stück Fleisch nach dem anderen in den Mund und beginne wieder damit den Bunker genauer zu erkunden.

    Auf der gegenüber liegende Seite, auf welcher wie immer Anny, Bezy sitzen, fallen mir neben den anderen Mädchen, welche ich noch nicht kenne, Manuell und ein Junge auf, welcher mir bis jetzt noch nie aufgefallen ist.

    Dabei ist er von recht breiter Statur, hat ordentlich kurz geschnittenen schwarze Haare und eine von mir aus nicht erkennbare Augenfarbe, da diese Hälfte des Tisches sehr schlecht beleuchtet ist.

    Katrin: "Das ist Marco, man mark gar nicht, wenn er da ist, alle übersehen ihn immer."

    Anny scheint mit ihm zu reden, obwohl er den Mund voll hat.

    Anny: "Ist deine Freundin immer noch auf Klassenfahrt?"

    Macro: "Ja in der Türkei."

    Bezy: "Wie lange denn jetzt schon 2 Wochen?"

    Fragt Bezy ungläubig über den halben Tisch hinweg.

    Macro: "Weiß ich nicht."

    Eileen: "2 Monate und 14 Tage."

    Flüstert mir Eileen spöttisch zu und unterbricht dabei kurz das sehr zügige Leeren ihres übervollen Tellers. Kein Wunder, dass sie mehr als ein paar Kilo zu viel auf der Wage hat.

    Ich: "Auf so eine Schule würde ich auch gerne gehen."

    Katrin: "Die für imaginäre Freundinnen?"

    Ich: "Warum sollte er sich das Ausdenken?"

    Ich meine Marco sieht zugegeben gut aus. Auch wenn er dafür sehr Unscheinbar und unauffällig ist aber er hätte sicher keine Probleme eine Freundin zu finden. Alles in allem wirkt er schon fast zu normal für diesen komischen Ort hier.

    Katrin: "Um nicht von Anny und Bezy bei lebendigem Leibe gefressen zu werden."

    Eileen: "Tu dir einen Gefallen und frag erst gar nicht nach deren komischen Verständnis von Beziehungsschwachsinn. Das ist teilweise komplizierter als das große Regelwerk. Halt dich einfach vom Aufzug fern."

    Sagt Eileen im Flüsterton und kippt sich noch einen volle Landung Gulasch auf den Teller.

    Mario: "Eileen!"

    Eileen: "Nur noch einen Teller, versprochen."

    Mario: "Du hast für diese Woche versprochen, dass sich dein Essverhalten normalisiert."

    Peter: "Du kannst froh sein, dass du keine echte Essstörung hast."

    Eileen: "Kommt schon, da gibt es einmal Fleisch, dass ich essen kann und dann darf ich nicht?"

    Mario: "Nicht in den Mengen."

    Eileen: "Den Teller halb? Ich bin in der Massephase, ich muss zunehmen."

    Peter: "Wir wissen beide, dass das nicht stimmt und du was ganz anderes damit bewegst."

    Eileen: "Den Teller halb und ich verspreche dass sich mein Essverhalten ab morgen sofort Normalisiert."

    Peter: "Mit .."

    Eileen: "Mit Vermerk im Logbuch und Versprechen in der Gruppen Therapie."

    Mario und Peter nicken etwas entfernt und Eileen flüstert leise ärgerlich zu sich selbst.

    Eileen: "Kommt man sich ja vor wie Oliver Twist. Gruppentherapieversprechen, sind doch eh alle hier."

    Ich frage mich nur kurz, welches tiefere Ziel Eileen wohl mit ihrer übertriebenen Gulaschzufuhr verfolgt. Wende mich dann aber wieder der anderen Seite des Tische zu wo Anny und Bezy irgendwelche Albernheiten von sich geben und ein mit unbekannte Mädchen lustlos in ihrem Essen herumstochert.

    Auf der anderen Seite befinden sich ebenfalls Türen zu Zimmern und eine Türe, die nur wirklich eine Türe breit ist, dahinter müsste sich der kleine Raum der Welt befinden. Vor der Türe hängt, zu meiner Überraschung, eine Dartscheibe. Ich hoffe doch, dass diese hier eher zur Dekoration dient und dass hier keine Pfeile ausgegeben werden.

    Nach einer Weile bin ich fertig mit essen und es wird groß die Mittagspause angekündigt, bei denen die Bewohner für eine Stunde auf ihren Zimmern bleiben müssen. Also kehre ich nach dem Abräumen in mein Zimmer zurück.

    Der andere Daniel kommt ein paar Minuten später nach, steigt auf sein Hochbett und hält erstmal einen Mittagsschlaf. Ich entscheide mich während dessen, meine Mathe Hausaufgaben zu erledigen, ich soll noch ein sauberes Pentagon also ein Fünfeck konstruieren und die Eckpunkte verbinden.

    Zu meiner mäßigen Verwunderung ergibt sich daraus ein Pentagram, welche ja eigentlich als Symbol des Satanismus hier verboten sein sollte. Fragt sich nur wer die größere Autorität hat, die regeln oder der Mathelehrer.

    Meine Erfahrungen mit Mathelehrern sagen mir eindeutig, das die höhere Autorität bei letzterem liegt.

    Auch wenn das Camp draußen total spannen, schön und aufregen ist, mein Zimmer mit den rohen Betonwänden ist es nicht. Es tröstet mich zumindest etwas, dass es den anderen sicher ähnlich gehen wird. Obwohl die Kabinen sicher etwas wohnlicher sein werden.

    Aus Langeweile beschließe ich eines meiner mitgebrachten Bücher zu lesen. Eine kleine Ewigkeit später klopft es an der Türe und der Arzt fragt, ob ich denn kurz Zeit hätte.

    Ich: "Ja natürlich."

    Arzt: "Es ist zwar eigentlich Mittagspause aber ich würde gerne einige Sachen mit dir besprechen."

    Ich folge dem Arzt also aus dem Bunker heraus in das kleine Zimmer vorne an der Schleuse und dieser fragt mich allerhand Dinge wie:

    "Hörst du manchmal Stimmen", "Hast du das Gefühl das dich wer beobachtet", "Glaubst du etwas lebt in deinem Gehirn."

    Als ich die meisten dieser offensichtlichen Fragen ganz ehrlich verneine, wohl der Arzt erstmal eine Weile in seinen Unterlagen, sieht dann einen packen Blätter hervor und bittet mich höflich.

    "Könntest du diesen Fragebogen bitte bis heute Abend ausfüllen, las dir Zeit, antworte ehrlich und ganz wichtig, es gibt kein richtig oder falsch."

    Ich nehme den Bogen an mich, begebe mich zum großen Platz, setze mich auf eine der Bänke und fange an mir die Fragen in Ruhe durchzulesen. Nach einer Weile scheint die Mittagspause vorbei zu sein und die Campbewohner verteilen sich auf dem großen Platz.

    Anny: "Na?"

    Ich: "Äh .. Hi."

    Anny: "Hast du schon eine Therapie?"

    Ich: "Nein. Wo seh ich das?"

    Bezy: "Ach du bist erst beim Fragebogen. Dann kannst du noch keine Therapie haben."

    Anny: "Bis dann ich muss zum E Gruppe und Bezy zur S Gruppe."

    Sollte ich Anny und Bezy auch mal nach den Bedeutungen fragen oder bekomme ich dann wirklich Unsinn zu hören? Ich weiß ja immer noch nicht was ein K sein soll. Noch bevor ich mich richtig verabschieden kann, sind die Beiden auch schon weg.

    10
    Geisterbänke ( Tag 2 Mittwoch Mittag )

    Ich bin alleine auf dem großen Platz und beginne damit sorgfältig die Fragen zu lesen und möglich präzise zu beantworten. Bei der Frage "Sehen sie öfter sich Bewegende Gegenstände ohne eine Erklärung dafür zu haben?".

    Mir unsicher, ob das so in der Vergangenheit nicht doch schon mal vorgekommen ist, sehe ich mich um und sehe zu meinem Erschrecken einen Bank ganz am Ende das Zaunes, welche sich immer wieder hebt und denkt.

    Der Wind kann es unmöglich sein, es handelt sich immerhin um massive Holzbänke. Mit dem festen Ziel den Dingen auf den Grund zu gehen, begebe ich mich in richtig der geisterhaften Bank.

    Als ich näher komme, stelle ich fest dass sich die Bank nicht nur bewegen, sonder auch Zählen kann.

    Bank: "141, 142"

    Ach so, es liegt jemand unter der Bank und drückt diese nach oben.

    Ich: "Hallo."

    Eileen: "Eahh .. was?"

    Es ist Eileen, die wahrscheinlich trainiert oder so etwas.

    Eileen: "Was machst du denn hier?"

    Ich: "Eh, das gleich könnte ich dich fragen."

    Eileen: "Bankdrücken."

    Ich: "Macht man das nicht normalerweise mit einer Hantelstange und auf einer Bank?"

    Eileen: "Was weiß ich denn? Ich weiß aber, dass das hier super funktioniert. 143, 144."

    Da ich nun eine mehr als logischer Erklärung für die sich bewegende Bank habe, wende ich mich um und lasse Eileen in Ruhe weiter trainieren.

    Eileen: "Warte ich bin gleich fertig. 149, 150. Puh, so das reicht erstmal."

    Eileen kriecht unter der Bank hervor und schüttelt sich die Tannennadel von der Kapuzenjacke.

    Eileen: "Du hast sicher ein paar Fragen oder?"

    Die habe ich zwar eigentlich nicht aber wenn ich schon mal das Angebot bekomme, dann nehme ich gern an.

    Ich: "Ja .. ähm .. was ist eigentlich ein K?"

    Eileen: "Also, ich könnte dir jetzt einfach sagen, dass es für Kriese steht und einen Campbewohner in einem kriesenhaften Zustand meint oder ich könnte dir ganz genau erklären. Also, wann das passiert, wie das passiert und welche genauen Auswirkungen das auf das Camp hat und warum Anny jedes mal ausflippt, wenn das passiert. Für Letzteres müsstet du mir allerdings einen kleinen Gefallen tun."

    Ich: "Der da wäre?"

    Eileen: "Du könntest mir mit den Tannennadeln helfen. Ich bin immer so unkonzentriert, wenn ich gleichzeitig erkläre und entnadel."

    [0]Die kurze Erklärung anhören.

    [x]Eileen Pully von Naden befreien.

    Ich: "Ja, kein Problem. Du müsstest dich dann nur mit dem Rücken zu mir hin .."

    Eileen: "Natürlich nicht, während ich das Ding noch an haben."

    Sie zieht ihren etwas zu großen etwas abgetragenen Kapuzenpully aus und legt ihn ausgebreitet auf den Tisch. Drunter trägt sie das Tanktop vom Bogenschießen. Plötzlich leckt sie sich den Finger ab und hält diesen in die Luft. Danach setzt sie sich linkt von mir auf die Bank.

    Eileen: "Wenn ich jetzt schon stinke wie ein Faultier, muss ich mich ja nicht auch noch in die Windrichtung setzten."

    Sie überschlägt ihre Beine und holt tief Luft.

    Ich: "Ach was du stinkst nicht."

    Eileen riecht sich probehalber unter dem Arm. Sie ist unrasiert, was bei dem hiesigen Rasiererverbot nur zu verständlich ist.

    Eileen: "Naja. Aber wozu gibt es Seife."

    Ich: "Oder Deo .. ich frage mich wo meines geblieben ist."

    Den letzten Satz sage ich eher leise zu mir selbst.

    Eileen: "Wird man dir abgenommen habe."

    Ich: "Hab ich gar nicht gemerkt. Darf man hier echt kein Deo haben."

    Eileen: "Keines mit Gastreibsatz und je nach Zuverlässigkeit kein Brennbares."

    Ich: "Las mich raten .. Bombe?"

    Eileen: "Leider nein, noch bevor ich da was basteln konnte, hat so de dumme Tussi einer anderen noch dümmeren Tussi damit pfeffersprayartig ins Gesicht gesprüht."

    Ich: "Aua"

    Eileen: "Wundert mich eigentlich, dass das noch nicht in den kleinen Regeln drinsteht. Egal, du wolltest ja was ganz anderes Wissen."

    Ich habe bereits angefangen die trockenen Tannennadeln aus Eileen Kapuzenpully heraus zu pfriemeln. Keine spannende Sache aber ich kann währendem gut zuhören.

    Eileen: "K, habe ich ja schon gesagt, steht für Kriesen Campbewohner. Also einer, dem es gerade so schlecht geht, dass er entweder jederzeit ausrasten oder abhauen könnte. Die K.A also Kreise Aggressiv, werden dann einfach von einem Leiter nicht aus den Augen gelassen."

    Eileen nimmt einen Schluck aus ihrer Wasserflasche und holt kurz Luft. Sie scheint sehr schnell zu reden, wenn sie gerade etwas erklärt.

    Eileen: "Wirklich wichtig sind die K.F also Kriese mit Fluchtgefahr, dann werden die Ausgänge von allen auf 0 gesetzt und sie dürfen das Camp nicht verlassen."

    Ich: "Wir dürfen das Camp verlassen?"

    Eileen: "Ja, müssen wir zum Beispiel ja, um zum Deutsch und Englisch Unterricht zu kommen aber las mich einfach erklären, ich bin nicht Anny, das wird schon alles vollständig sein."

    Ich: "Ok."

    Eileen: "Wenn also keiner mehr raus darf, also ohne Begleitung, dann haben unsere lieben Raucher ein großes Problem. Schlimmer wird es, wenn wir eine K.F .. boar ich hasste diese Abkürzungen .. sagen wir einfach Fluchgefahr. Wenn wir eine Fluchtgefahr im Bunker haben, dann wird dieser geschlossen und dann können die Raucher darin kaum noch irgendwo rauchen."

    Ich: "Ist es denn so schwer irgendwo sich zu verstecken und zu Rauchen."

    Eileen: "Das Rauchen ist zweitrangig, das organisieren von Zigaretten ist das Problem. Es gibt zwar Automaten im Luxus Resort und in der Krankenhaus Lobby, der keine Alterskontrolle hat aber .."

    Ich: "Da dürfen wir nicht hin oder?"

    Eileen: "Ja, komisch dass das gerade ganz oben in den Regel steht oder?"

    Sie zwinkert mir zu.

    Eileen: "Zigaretten bekommt man höchstens in einem Kiosk unten im Dorf, wenn man volljährig ist und dann muss man echt aufpassen beim Rauchen. Bei 17 Jährigen drücken die meist noch einen Auge zu aber drunter verstehen die hier keinen Spaß."

    Ich: "Kann man nicht einfach hinter einer der Hütten?"

    Eileen: "Hier ist alles voll mit Rauchmeldern der Sorte, besser zehnmal zuviel ein einmal zu wenig."

    Sie deutet auf einen schwarzen Kasten an einem der Bäume.

    Eileen: "Amerikanisches Hightech vom feinsten, gehen los, wenn die Camps unten grillen und der Wind schlecht steht."

    Ich: "Aber gab es nicht ne Sonderregel, dass man irgendwo rauchen durfte?"

    Eileen: "Ja auf dem Balkon im Bunker drei mal am Tag nach dem Essen. Reicht den meisten Raucher aber nicht, kann ich dir sagen. Die meisten rauchen auf dem Weg zur Schule und nehmen sich nachmittags extra Ausgänge."

    Ich: "Ah."

    Eileen: "Die meisten gehen extra nur deswegen zur Schule."

    Ich: "Wow .. und Danke."

    Eileen: "Keine Ursache, dafür habe ich ja jetzt .. was zum? Was machst du da?"

    Sie dreht sich das erste mal um und beobachtet, wie ich die Nadeln sauber aus dem Gewebe des Pully ziehe, ohne den Stoff zu beschädigen.

    Eileen: "Es ist ja nett, dass du versucht den Pully zu schonen aber das ist einen oller Sportpully. Reiß die Nadeln einfach raus so .."

    Eileen greift gleich mehrere Nadeln und reißt diese aus dem Stoff. Dabei zieht eine davon gleich einen Faden mit sich.

    Eileen: "Na egal, willst du sonst noch was wissen?"

    Ich: "Ija .. was genau ist das hier eigentlich?"

    Eileen: "Das komische neue Mädchen hat Gestern ziemlich Theater gemacht oder?"

    Ich: "Kann man so sagen, ja."

    Eileen: "Und du machst dir jetzt Gedanken oder? Ich meine du kannst als Freiwilliger jeder Zeit gehen."

    Ich: "Ne bin nur Neugierig."

    Katrin: "Wir sind eine sehr vielfältige Einrichtung."

    Katrin ist mal wieder wie aus dem Nicht aufgeraucht und setzt sich mir gegenüber auf die Bank.

    Ich: "Hi."

    Katrin: "Wir sind ein Camp, welches sehr sehr viele Ausgaben übernehmen kann. Man kann hier zu Kur hin kommen, also zur Erholung oder zur Diagnostik wie du, wenn ich das richtig verstanden habe."

    Ich: "Ja, zur Diagnostik ist richtig."

    Katrin: "Die meisten sind wirklich wegen kleineren Sachen hier, Schulprobleme, Mobbing und immer wieder Essstörungen, ist irgenwie die Spezialität des Camps. Mach dir mal keine Gedanken. Es ist hier drinnen so, wie es hier drinnen ist und welches Schild gerade an der Tür ist, kann uns egal sein oder?"

    Eileen: "Also gerade dürfte da geschlossenen Kinder- und Jugendpsychiatrie stehen."

    Katrin schnaubt und schaut Eileen böse an. Eileens Reaktion zu folge hat sie sie auch unter dem Tisch leicht angestupst.

    Eileen: "Aua .. was denn, das schwächste Glied in einer Katte bestimmt nun mal die Geschwindigkeit. Und wenn wir hier einen haben, der völlig abdreht, dann verwandelt sich unser friedliches Erholungscamp eben in eine Geschlossene. Wo ist das Problem?"

    Sie zuckt unschuldig mit den Schultern und wartet gespannt meine Reaktion ab. Ich reiche ihr jedoch den nadelfreien Pully.

    Ich: "Bitte."

    Eileen: "Ah .. Danke."

    Sie zieht sich den Pully wieder an und guck mich weiter an, als würde sie meine Reaktion brennend interessieren.

    11
    Die Neue ( Tag 2 Mittwoch Nachmittag )

    Anny: "Neue, neue!"

    Anny kommt aufgeregt zu uns an den Tisch gerannt.

    Anny: "Wir bekommen eine Neue."

    Eileen: "Ist ja gut, wir kommen ja schon .. meine Güte reg dich ab."

    Katrin: "Hm .. ich bin dann mal weg."

    Katrin steht auf und macht sich verständnislos davon, als würde sie genau wissen, was gleich kommt.

    Ich: "Was ist los?"

    Anny: "Wir bekommen eine Neue."

    Eileen: "Wir bekommen immer wieder neue Leute hier rein, zur Zeit sind wir komplett unterbelegt."

    Anny: "Komm schnell, hol dein Fernglas."

    Eileen: "Anny, ich habe gerade erst trainiert, ich stinke wie ein Walross und ich habe Durst. Ihr könnt euch doch selber ein Bild von der Neuen machen, wozu braucht ihr mich?"

    Entgegnet Eileen etwas entnervt.

    Anny: "Du kannst die immer sofort so gut einschätzen und weißt, wie man die wieder los wird. Außerdem warst du schon das letzt Mal nicht dabei."

    Eileen: "Es ist nicht so schwer die Leute einzuschätzen und das Letzte mal wolltet ihr mich mit Gewalt nicht dabei haben."

    Anny: "Ja, weil du die süßen Jungs immer .."

    Als Anny bemerkt, das ich aufmerksam zuhören bricht sie den Satz abstupst ab und fährt fort:

    "Kommt schon, bitte."

    Eileen: "Boar von mir aus, aber dann holst du mir was zutrinken."

    Anny nickt freudig und rennt zum Bunker.

    Eileen: "Aber Plastikflasche! Glas darf ich ja nicht."

    Ruft Eileen Anny noch nach, dann dreht sie mich zu mir.

    Eileen: "Bock auf ein wenig Langeweile? Wenn ja, komm mit."

    Sagt Eileen, bevor sie auf in Richtung Geisterhaus macht. Ich gehe ihr nach, denn etwas besseres habe ich ehrlich gesagt nicht vor. Wir gehen eine Weile den Hügel hinauf um dann scharf eine Kurve einzuschlagen und uns hinter einen kleinen Hügel zu hocken.

    Eileen setzt sich hinter den Hügel und beobachtet die Schleuse von der Seite, von welcher man in das Arztzimmer sehen kann. Dort redet der Arzt mit einer etwas älteren dicklichen Frau.

    Anny: "Hier."

    Völlig aus der Puste übergibt Anny Eileen eine PET Wasserflasche, welche diese ohne hinzusehen aufschraubt und einen Schluck trinkt.

    Eileen: "Anny ganz ehrlich, hör auf zu rauchen und mach gefälligst Sport. Bah .. Kohlensäure."

    Anny: "Hast du nicht gesagt."

    Eileen: "Muss ich das jedesmal dazusagen? Und was soll ich überhaupt hier? Man sieht doch eh nur die Mutter."

    Anny: "Die Mutter?"

    Eileen: "Oder Tante oder Betreuerin oder gesetzlichen Vormund. Was weiß ich? Ich seh genau so viel wie du?"

    Mittlerweile sind auch Bezy und zwei anderen Mädchen zu uns hinter den kleinen Hügel gekommen, wo es jetzt recht eng wird.

    Anny: "Ich hasse es, wenn die sich so hinsetzten. Dann muss man immer ganz ans Fenster."

    Eileen: "Sag mir bitte, dass ihr das nicht gemacht habt."

    [0]Davon erzählen, dass Anny sich bei mir die Nase an der Scheibe platt gedrückt hat.

    [x]Nicht sagen.

    Bezy: "Wo ist dein Fernglas?"

    Eileen: "Unnötig. Ach äh .. Dings .. das ist Merle."

    Eileen deutet mit dem Daumen nach hinten auf ein recht schüchtern wirkendes Mädchen mit rotbraunen Haaren und blauen Augen in einer Bluse und einer Stoffhose, dazu passende schwarze Ballerina. Naja, passend zum Outfit nicht passend für den vernadelten Hügel.

    Eileen: "Und die andere hat keinen Namen, tu einfach so als wäre sie nicht da."

    Ich nicke Merle kurz zu und bin mir unschlüssig, ob ich die andere überhaupt begrüßen soll. Ich lasse es einfach mal.

    Eileen: "Die lassen sich Zeit, was heißt das?"

    Anny: "Äh .."

    Merle: "Frei .. Freiwillig?"

    Eileen: "Schon mal keine Zwangseinweisung, die gehen schneller. Wie lang war das bei der von Gestern?"

    Anny: "5 Minuten oder so."

    Eileen: "Na also .. und wozu braucht ihr mich?"

    Anny stößt Eileen in die Seite.

    Eileen: "Hey, mach ich das etwas bei dir?"

    Anny: "Die bewegen sich!"

    Eileen: "Ich sehe immer noch genau das, was du auch siehst."

    In dem Zimmer tut sich was aber ich lasse besser meinen Kopf unten.

    Eileen: "Ungeknicktes Logbuch, das heißt die ist neu. Die Mutter redet 90% der Zeit, das heißt, mal wieder so ne 'Meine Tochter hat da was bla bla ..' Gesichte."

    Sie imitiert dabei genervt eine besorgte Mutter Stimme.

    Eileen: "Das wird einen ganz langweiliges Mädchen zur Überprüfung sein."

    Ich: "So wie ich." Flüstere Ich.

    Eileen: "Du brauchst nicht flüstern, die hören und nicht und du brauchst auch nicht deinen Kopf so weit unten zu halten, wir sind hier nicht in Vietnam. Und nein, du bist zur Diagnose, also zwei Wochen, die wird zur Überprüfung sein, das sind drei bis zwei Tage."

    Die Personen im Raum bewegen sind, das Mädchen ist für mich das erste Mal gut zu sehen. Es ist sehr schlankes Mädchen mit dunklen lockigen Haaren und verdammt langen Beinen.

    Anny: "Boar."

    Haucht Anny neidisch und bewundert heraus.

    Bezy: "Meist du das ist eine Brasilianerin?"

    Eileen: "Nein, das ist eindeutig eine Spanierin, das erkennt man an den höheren Wangenknochen und dem Verhältnis von Augenabstand zu Nasenlänge. Genau kommt sie aus dem Jarama Tal, ihre Hautfarbe deutet auf die Südseite hin."

    Anny: "Wirklich?"

    Eileen: "Nein verdammt, seh ich aus wie ne Rassenkundlerin, da musst du Katrin fragen."

    Anny: "Los, los auf rüber."

    Eileen: "Sorry ohne mich, ich muss mich echt waschen."

    Da sich mittlerweile der Wind gedreht hat, kann ich diese Aussage leider im Moment nur bestätigen. Auch wenn Eileen mit dem Walross sichtlich übertreibt. Da ich selber auch kein Interesse daran habe, das arme neue Mädchen zu bespannen, begebe ich mich einfach mal zum Hauptplatz.

    Ich sitze eine Weile auf der Bank und schaue ins Nichts. Kein Wunder, dass sich auf einmal alle mit mir beschäftigen und so gespannt auf die Neue sind, denn abseits der Aktivitäten gibt es hier scheinbar einfach mal gar nichts zu tun.

    Nach einer Weile beginne ich mich zu fragen, wo Katrin wohl steckt. Nach einer weiteren beginne ich auf meinem Logbuch zu schauen, was heute noch so ansteht. Ah Abendessen und .. ein Dokumentarfilm? Nun ja ich mag Dokumentationen, da bin ich mal gespannt.

    Bei dem Gedanken, wie Anny und Bezy gezwungen werden, sich einen Film über das Leben im Tibet der 18. Jahrhunderts anzusehen muss ich leicht schmunzeln. Aber ich werde promt aus meinen Gedanken gerissen.

    Anny: "Hi .. äh .. Mario meint, du sollst heute beim Tischdecken helfen."

    Ich: "Ja kein Problem."

    Ich folge Anny zum Bunker, wo eine der ersten Türen auf der Rechten Seite in eine kleine Küche führt. Auf einen Seite befinden sich Schränke auf der anderen eine recht große Spüle und ein gigantischer Kühlschrank.

    Anny: "Also du nimmt die Teller und ich das Bestecke ok?"

    Ich: "Ja, die wären wo."

    Ich stelle mich vor die Schranke und versuche eine Schublade zu öffnen, welche aber verschlossen zu sein scheint. Warum auch immer.

    Anny: "In der großen linken Türe, sind die Teller in dem Fach hier das normale Besteck."

    Anny greift an mir vorbei und sich dabei mit ihrem ganzen Körper gegen mich. Ob nun Absichtlich oder unbedacht, kann ich nicht sagen. Dabei stellt sie sich auf die Zehenspitzen und öffnet eine Türe links von mir.

    Anny: "Nimm du Teller und ich Besteck ok."

    Ich nicke und trage erst Teller, dann Gläser, später den bekannten Korb mit den mittlerweile matschigen Brötchen und am Ende Aufschnitt aus dem Kühlschrank zum Tisch.

    Anny: "Um an Messer zu kommen, müssen wir auf einen Leiter warten."

    Anny scheint die Zwangspause sichtlich zu genießen und lehnt sich an die Spüle. Um keine unangenehme Stille aufkommen zu lassen und um ein mir genehmes Thema anzuscheiden frage ich:

    "Gibt es was neues von der Neuen?"

    Anny: "Ja, heißt Maria und ist eine eingebildete Schlampe. Die läuft in Hotpants rum, obwohl das gar nicht erlaubt ist."

    Harte Worte von einem Mädchen, das mit ihrer Bermuda Hose wahrscheinlich das trägt, was gerade noch so erlaubt ist. Ohne wirklich nachzudenken frage ich:

    "Was darf man hier tagen Bermudas oder?"

    Anny: "Du weißt was Bermudas sind?"

    Ich: "Ja Hosen bis so kurz vorm Knie oder?"

    Anny: "Ja, du kennst dich mit Mode aus?"

    Fragt mich Anny mit leuchtenden Augen, sie trägt zur Bermuda noch das übliche Pinke Top diesmal als Tanktop, eine blaue Plastikhalskette, einen blauen Plastikarmreif und niedrige Sportschuhe mit knöchlenfreien Socken, deren Fachbegriff mir gerade nicht einfällt.

    Ich: "Ja .. es geht."

    Peter: "Hi, ihr braucht Messer?"

    Anny: "Ja, 5 Buttermesser und das Brotmesser."

    Peter, schließt eine der Schubladen auf, in welcher sich zu meiner Überraschung nur ganz gewöhnliches Besteck befindet. Er gibt uns die besagte Anzahl Messer heraus und wir folgen ihm zum Tisch. Dort verteilen wir das Besteck auf die Plätze.

    Anny: "Äh .. der Platz bekommt kein Messer."

    Ich sehe auf den Platz, dem ich gerade ein Buttermesser neben den Teller gelegt habe. Ich zähle die Stühle ab. Es ist der Platz auf dem Eileen immer sitzt. Ich nehme das Messer und lege es neben einen anderen Teller auf der anderen Tischseite, wo bereits Bezy und Merle sitzen.

    Anny: "Setzt dich doch zu uns."

    Sie deutet auf einem Stuhl zwischen sich und Bezy. Wollen die Mädchen hier einen immer in den Zangengriff nehmen? Ich denke nicht weiter drüber nach und beginne mir ein matschiges Brötchen aufzuschneiden.

    Als ich mich umsehe, bemerkte ich, dass sich die Neue auf die anderen Tischseite gesetzt hat und zwar dahin, wo sonst Eileen sitzt. Verwirrt sieht sie sich, mit dem Brötchen bereits in der Hand, nach einem Messer um.

    12
    Der Spielfilm ( Tag 2 Mittwoch Nachmittag )

    Anny: "Warum bist du genau hier?"

    Ich: "Schulprobleme."

    Anny: "Ah, ich auch."

    Ohne gemein sein zu wollen, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Aber auch wenn sie nicht gut in der Schule und manchmal etwas schwer von Begriff ist, hat sie einen guten Charakter und eine freundliche fröhliche Art.

    Bezy: "Hast du eigentlich eine Freundin, also Draußen?"

    Au nein, genau die Fragen, vor denen ich gewarnt wurde. Und diese Betonung auf Draußen.

    Ich: "Was meist du mir Draußen?"

    Anny: "Außerhalb vom Camp."

    Bezy: "Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob du eine Freundin Draußen oder hier drinnen hast."

    Anny: "Also Marco hat eine Freundin draußen."

    Dieser nickt etwas abwesend mit vollem Mund.

    Bezy: "Was hier im Camp passiert bleibt im Camp."

    Sie zwinkert Marco zu und dem Geräusch nach zu urteilen hält die gerade ihre Fuß nicht bei sich.

    Ok, nun das hat Eileen wohl mit der komischen Logik der Beiden gemeint. Ich schätze mir bleiben nur noch Sekunden, um mir eine Fantasiefreundin samt Namen, Aussehen und komplettem Lebenslauf auszudenken.

    Anny: "Und? Hast du jetzt eine Freundin."

    [x]Ja

    [0]Nein

    Ich: "Nein."

    Anny: "Warum nicht?"

    Ich: "Keine Zeit."

    Was natürlich nicht die ganze Wahrheit ist, denn im Endeffekt verbringe ich zwar sehr viel Zeit mit lernen und am Computer aber der Eigentlich Grund, lieht eher an der geringen Beliebtheit an meiner Schule.

    Bezy: "Keine Sorge, hier drin hast du mehr als genug Zeit."

    Anny und Bezy müssen lachen. Und ich frage mich, ob das wirklich erst gemeint ist. Naja, es fragt sich was schlimmer wäre, ein kleiner Spaß oder ein ernstes Angebot.

    Maria: "Ach du bist Singel."

    Schalter sich Maria, mit leicht spanischem Akzent, von der anderen Seite des Tischs aus ins Gespräch ein.

    Maria: "Kann ich gar nicht verstehen warum."

    Sie lächelt mich dabei an. Normalerweise höre ich diesen Satz nur von meinen weiblichen Verwandten und Mädchen die entweder sehr viel älter oder sehr viel jünger sind als ich aber von gleichalterigen.

    Wenn ich Bezy und Anny einen durchgehenden Spaß mit mir erlauben, dessen Pointe noch aussteht, ok. Aber dass die beiden Maria in der kurzen Zeit eingeweiht haben, unwahrscheinlich.

    Anny: "Hast du einen Freund?"

    Maria: "Nein. Ich habe keinen Freund."

    Bezy: "Sei froh, dieses Camp zerstört alle Beziehungen. Also die die man mitbringt. Mein Freund hat schon nach einer Woche Schluss gemacht."

    Muss ja einen toller Freund gewesen sein. Man macht ja auch nicht Schluss, wenn die eigenen Freundin mal auf Klassenfahrt fährt, Moment da war doch was.

    Bezy: "Nur Marco hier ist noch mit seiner Freundin zusammen, was macht die eigentlich gerade?"

    Macro: "Ist auf Klassenfahrt."

    Antwortet Marco mit halb vollem Mund.

    Bezy: "In der Türkei."

    Anny: "In der Türkei."

    Merle: ".. In der Türkei."

    Sagen beide im Chor, Merle verpasst den Einsatz nur knapp. Man das scheint ja ein richtiger Runninggag zu sein.

    Maria: "Ah cool. Da will ich auch mal hin."

    Anny: "Ich wünsche da wärst du gerade."

    Flüstert Anny ärgerlich leise. Diese Art von Mädchen oberflächlich freundlich zu Jemande zu sein, den sie absolut nicht mögen verstört mich immer wieder.

    Eileen: "Hey, Party Volk."

    Da ist mir Eileen, die gerade an den Tisch kommt, mit ihrer direkten Unfreundlichkeit alle mal lieber. Da ihr Stammplatz von Maria besetzt wird,

    Peter: "Sind dir die Vorräte ausgegangen?"

    Eileen: "Ja alle weg gefresssen .. Way to Walarsch. Nein, ich will die DVD Party nicht verpassen."

    Auf ihrem Gesicht steht ein ungewöhnlich fröhliches Feixen, wobei es sich aber auch gut um Schadenfreude handeln könnte. Sie setzt sich neben Maria und überprüft, ob ihr neuer Platz ein Messer hat.

    Danach quatsch sie in einem übertrieben freundlichen Ton Maria an.

    Eileen: "Heey, wie gehts? Gefällts dir hier?"

    Merkwürdig, mich hat sie nicht so freundlich begrüßt. Ich sehe zu den Leitern rüber von denen Mario misstrauisch Eileen beäugt und Peter, der irgendwas zu Mario flüstert, worauf dieser sich von Eileen abwendet.

    Eileen: "So Zeit sich den besten Platz zu sichern."

    Eileen will aufstehen.

    Peter: "Du hast noch nichts gegessen."

    Eileen: "Ich hab schon bei mir Spaghetti mit Tomatensoße gegessen."

    Peter: "Wer sich an den Tisch setzt muss etwas essen, so steht es in den Regeln."

    Eileen: "Und da soll sich mein Gewicht stabilisieren? Ok, wie viel muss ich mindestens essen?"

    Peter: "Alles ok, kannst aufstehen. Dafür will ich gleich kein Meckern von dir hören."

    Eileen nickt, steht wortlos auf und setzt sich in Sichtweite in der wohnzimmerartigen Bunkerniesche auf eine Couch. Ich habe wohl so verwunder geguckt, das mir Peter folgendes erklärt:

    "Versteh das nicht falsch, wo Anny und anderen schon mal das Problem haben Regeln überhaupt zu befolgen, hat Eileen das Problem, dass sie die Regeln sklavisch befolgt. Wenn man schon gegessen hat, kann man sich gerne auch so noch zum Abendessen dazusetzten."

    Peter: "Wir gucken übrigens gleich nach der Tagesschau einen Dokumentarfilm."

    Nach einer Weile stehen wir auf, Bezy und Merle räumen den Tisch ab und ich setzte mich eben falls auf eine Couch in der Wohnzimmerbunker Ecke. Peter schaltet das erste Programm ein und wir schauen und alle zusammen die Tagesschau an.

    Nach der üblichen Fragerunde, bei welcher sich wieder mal niemand meldet und Mario sich deswegen eine Ausdenkt und anschießend Bezy die Antwort abnötigt, wo in etwas Berlin liegt, geht es wohl zum Dokumentarfilm über den Peter fragt:

    "Hat diesmal jemand einen Dokumentarfilm dabei?"

    Anny: "Wir haben 2 Fast 2 Furious dabei."

    Peter: "Das interessiert jetzt nicht, hat keiner einen Dokumentarfilm dabei?"

    Peter guckt etwas enttäuscht in die Runde. Und fügt anschießend hinzu:

    "Gut, dann gucken wir eben stattdessen einen Spielfilm."

    Anny: "Year 2 Fast 2 Furious."

    Peter: "Ok, dann müssen wir nur noch den DVD Spieler zum laufen bringen. Kennt sich wer damit aus?"

    Peter guckt mich an.

    [x]Zugeben, dass ich von DVDs keine Ahnung habe.

    [0]Es einfach mal Probieren.

    Ich: "Ne, sorry ich hab von DVD Spieler jetzt nicht so die Ahnung."

    Der Tag war schon anstrengen genug, da brauch ich keine Technikgefummel mehr.

    Anny: "Aber du bist doch ein Junge, du musst dich doch damit wenigstens ein bisschen auskennen."

    "Ich kenn mich damit aus, mein Freund ist Veranstaltungstechniker."

    Ein Mädchen, welches mir bis jetzt nicht nicht aufgefallen ist, rauft einfach rein. Sie ist breiter als Bezy, dafür aber auch etwas kleiner, hat recht dunkle Haut und Henna gefärbte Haare. Sie trägt einen grünes Top, eine helle enge Jenas und Ballerinas mit Pailletten drauf .

    Katrin: "Mein Freund ist dies und jenes und deswegen kann ich .. bla bla."

    Katrin ist mal wieder aus dem Nichts hinter mir aufgetaucht. Ich drehe mich um und sehe, wie Eileen und Bezy bereits die Sofas aus ihrer üblichen Kreisanordnung in eine Kino ähnlichere Position verschieben.

    Ich entschließe mich schnell ihnen zu helfen, was gar nicht so einfach ist, da sie alten Sofas alle schon fast auseinander fallen. Nach einer Weile, stehen die alten Sitzmöbel in mehr oder weniger ordentlichen Reihen.

    Zeit mir selber einen Platz zu suchen habe ich keine, denn schon zieht mich Katrin dezent zu sich auf die hinterste Couch. Einen Augenblick später, lässt sich Eileen ebenfalls auf die hinterste Couch fallen. Und schon wieder lande ich in einem Zangengriff.

    Eileen: "Das war die Beste Entscheidung, deines Lebens"

    Katrin: "Der Klügste ist der der weiß, dass er nichts weiß."

    Sie wirkt fast so, als hätte sie sich für den Abend extra schick gemacht. Sie hat ihre schwarzen Haare offen und trägt ein elegantes schwarzes Oberteil mit Spitze an den Armen. Durch letzte sieht man deutlich die Narben auf ihrem Arm.

    Ich: "Was? .. Äh ich meine wie bitte."

    Katrin: "Sokrates."

    Eileen: "Schau einfach zu und genieß die Show, das ist besser als der Film an sich."

    Eileen isst dabei Popcorn aus einem Imaginären Eimer. Katrin greift über mich hinweg und nimmt sich ebenfalls eine Hand. Eileen trägt ihr übliches viel zu großes T-Shirt, diesmal allerdings eines in weiß. Als würde sie direkt danach so ins Bett gehen, scheint sie zudem eine dunkelblau Pyjamahose zu tragen.

    Mädchen: "Da ist sicher ein Kabel locker .."

    Das Neue Mädchen mit den Pailettenschuhen zieht den DVD Spieler aus dem Regal und rüttelt an allen Anschlüssen.

    Anny: "Nein, sonst würde ja der andere Film auch nicht gehen."

    Mädchen: "Was mischt du dich denn da ein? Kennst du dich mit sowas aus? Nein! Also."

    Anny: "Musst ja nicht gleich so grob werden."

    Bezy: "Oder es stimmt was mit dem Fernseher nicht."

    Sichtlich amüsiert räkelt sich Eileen in das alte Lebersofa und Katrin hält sich die Hand vor die Augen.

    Mädchen: "Eventuell bekommt der DVD Player nicht genug Strom."

    Eileen: "Kommt davon, das wir hier im Camp nur 120 Volt Gleichstrom haben."

    Ich: "äh .. Echt? Jetzt ohne Witz?"

    120 Volt könnten zur campingartigen Umgebung passen aber Gleichstorm? Ich habe zugegeben so meine Probleme, Eileens Sarkasmus zweifelsfrei zu erkennen oder sie hat eben noch nie etwas nicht sarkastisches von sich gegeben.

    Katrin: "Der Hamster im Keller schafft einfach nicht mehr .."

    Eileen: "Jap und weils schwerer ist sich damit umzubringen."

    Katrin: "Gleichstrom ist viel tödlicher als Wechselstrom, deswegen wir auch auf dem Elektrischenstuhl .."

    Mädchen: "Verdammte .. die DVD ist kaputt."

    Brüllt das Mädchen viel zu laut durch den halben Bunker.

    Eileen: "Du bist hier die Expertin für Hinrichtungen, ich bin zu doof dafür. Aber wir verpassen noch die halbe Show."

    Bezy reicht dem Mädchen eine andere DVD. Worauf dieses wieder wild im Menü herumdrückt, um dann doch wieder an den Kabeln zu rütteln.

    Ich: "Was ist mit dem Ding?"

    Katrin: "Geheimnis."

    Eileen: "Kannst es ja auch mal probieren."

    Ich: "Ne las mal, ich bin zu müde für sowas."

    Katrin: "Aber du bist doch ein Junge."

    Zitiert sie spöttisch Anny.

    Eileen: "Wenn ich sowas schön höre. Man muss einfach wissen wie ein DVD Spieler funktioniert."

    Katrin: "Nein, der DVD Player merkt, wenn ihn ein Mädchen anfasst .."

    Mädchen: "Ja, es funktioniert."

    Ruft das Mädchen triumphierend und stämmt die Arme in die Hüften.

    Bezy: "Die DVD geht immer, haben wir doch schon gesagt."

    Mädchen: "Und? Hauptsache es läuft oder?"

    Anny: "Die DVD gucken wir immer .."

    Mädchen: "Ok, dann probier ich noch mal eine andere aus."

    Entgegnet das Mädchen in einem sehr aggressiven und genervten Ton.

    Katrin: "Hoffentlich schlägt sie das verdammte Ding kaputt, dann müssen wir nie wieder irgendwelche dummen Tanz oder HipHop Filme gucken."

    Eileen: "Den DVD Spieler kann sie ruhig ganz lassen aber den dummen Tanzfilm .."

    Mädchen: "Ah .. warum geht das denn jetzt auf einmal wieder nicht."

    Ich bin mir zwar unsicher, was da vorne nicht stimmt aber es scheint Katrin und Eileen ziemlich zu amüsieren.

    Eileen: "Anstatt mal die Fehlermeldung zu lesen .."

    Peter: "So genug probiert, uns geht die Zeit flöten, wir wollen ja alle pünktlich ins Bett."

    Mädchen: "Ja, was soll ich denn machen?"

    Anny: "Leg The Last Dance ein, der geht immer."

    Mädchen: "Und warum geht dann 2 Fast 2 Furious nicht?"

    Peter: "Egal, die zeit wird knapp."

    Geknickt gibt das Mädchen auf, legt den Tanzfilm ein und setzt sich auf einen Sessel, während der Film startet.

    Anny: "Hey hey, du musst den Film noch auf Deutsch umstellen."

    Mädchen: "Ja ist ja gut. Boar eh .."

    Genervt greift das Mädchen zur Fernbedienung. Langsam erkenne ich ihre Stimme wieder, es ist das Mädchen, welches gestern Abend dieses Theater gemacht hat.

    Ich: "Ist das mit dem Ding immer so?"

    Eileen: "Immer!"

    Katrin: "Jedes mal, wenn jemand Neues kommt, gibt die gleiche witzige Show."

    Eileen: "Die hier ist gerade besonders gut."

    Ich: "Hm, könnte es sein, dass da was mit dem Ländercode nicht stimmt?"

    Katrin: "Ich habe keine Ahnung von DVDs."

    Zitiert sie mich und verstellt dabei ihre Stimme, ziemlich witzig muss ich zugeben.

    Ich: "Kann doch .."

    Eileen: "Bingo!"

    Ich: "Äh, wie?"

    Eileen: "Ja, du liegst vollkommen richtig. Der Ländercode ist verstellt und steht gerade auf USA Kanada."

    Ich: "Sollten wir denen da vorne das nicht sagen?"

    Eileen: "Nö wozu?"

    Katrin: "Die fleißigen Raubkopierer da vorne haben den, mit ihren dummen HipHop Filmen, so oft verstellt, das der jetzt festhängt. Und jetzt müssen wir uns zweimal die Woche den selben Film geben. Ich kann den mittlerweile auswendig mitsprechen."

    Ich: "Und um jedesmal eine Show zu haben, behaltet ihr das für euch?"

    Schon fieß, wenn ich so darüber nachdenke. Eileen würde ich sowas jederzeit zutrauen aber Katrin, scheint mir mal gar nicht der Typ für sowas zu sein.

    Eileen: "Ne, ich hab das denen schon mehrmals erklärt aber hey, ich bin nur ein Mädchen."

    Katrin: "Ein Mädchen ohne Freunde der Veranstalungsdingens ist .."

    Eileen: "Das auch."

    Katrin: "Doppelt Minus. Dass das Ding nicht gleich Feuer gefangen hat, als du es das erste mal berührt hast."

    Eileen: "Sieht du, mit ihm hier wäre das nur halb so witzig geworden."

    Sie deutet auf mich.

    Katrin: "Er hat auch einen Namen."

    Eileen: "Ja und der ist doof, gibt hier zu viele Idioten die auch so heißen."

    Der Film fängt an, ein belangloser Tanzfilm.

    Katrin: "Hallo ich bin eine reiche verwöhnte blonde arrogante Ziege aber ich muss jetzt wegen Gründen ins Ghetto, wo ich erst voll die Vorurteile habe aber dann doch Hiphop tanze."

    Imitiert Katrin die Stimme der Protagonisten des Film

    Katrin: "Ups, hab ich dir jetzt die Story verraten."

    Ich: "Ne, ganz ehrlich .. die wird schon aus dem Cover klar."

    Katrin: "Boar ich frag mich, wie ich das durchhalte?"

    Eileen: "Ticktack?"

    Eileen hält ihr, an meiner Brust vorbei, eine Ticktackdose hin.

    Katrin: "Nein."

    Eileen: "Mehr für mich."

    Antwortet Eileen vergnügt und wirft sich zwei Stück ein.

    Katrin: "Zwei Stück? Bist du?"

    Der Film läuft zwar schon etwas länger aber die Beiden scheinen an keiner weiteren Unterhaltung interessiert. Der Film ist belanglos, wie von Katrin und seinem eigenen Cover bereits angekündigt.

    Nach einer Weile merke ich, wie es sich Katrin auf dem ausgessesenen Sofa neu gemütlich macht und sich etwas um positioniert. Als Folge davon, drückt jetzt ihr Unterschenkel gegen meinen. Erst will ich aus Gewohnheit ein Stück wegrücken, lasse an dann aber. Sie wird schon wissen was sie tut, wenn es sie stören würde, würde sie jetzt nicht so bleiben.

    Ein recht angenehmes Gefühl muss ich zugeben, ihren warmen Schenkel so gegen meinen gepresst zu haben. Aber ich denke mir, dass es jetzt das beste währe, nichts zu sagen, sondern einfach den Film weiter zu schauen, auch wenn er extrem langweilig ist.

    Nach etwa der Hälfte des Film, erschrecke ich plötzlich innerlich, denn Katrin lässt jetzt auch noch ihren Kopf auf meine Schulter fallen. Auch wenn das sicher süß gemeint ist, geht mir dass doch ein wenig schnell. Mein Herz rast und ich weiß in diesem Moment echt nicht was ich tun soll.

    Zudem ist ihr Kopf auch noch schwer. In Filmen sieht das immer so leicht und romantisch aus aber Katrin scheint ihr halbes Körpergewicht gegen mich zu lehnen. Naja, zumindest fühlen sich ihre Haare recht angenehm an meinem Hals an, auch wenn sie etwas fettig zu sein scheinen.

    Ich beschließe ihren Kopf einfach mal da zu lassen, wo er ist. Sollte das von den Campregel her nicht in Ordnung gehen, dann soll es doch. Was kann man den im Moment von mir verlangen, dass ich Peter rufe und mich beschwere?

    Auf einmal bewegt sich das Bein auf meiner linken Seite. Hm, ich bin zwar schon recht müde aber hier stimmt doch was nicht. Ich halte es zwar im Moment für eine schlechte Idee meinen Kopf zu bewegen aber ich spüren doch, dass der Oberschenkel von links kommt und der Kopf von rechts.

    Ich: "Hey .."

    Flüstere ich leise.

    "Hm?"

    Antwortet Katrin von links. Verdammt. Das muss Eileens Kopf sein, der da auf meiner Schulter liegt. Was soll das? Was macht sie da? Kann mich offensichtlich nicht leiden, legt aber den Kopf an meine Schulter ..

    Katrin: "Hehe .. Scheint eingeschlafen zu sein."

    Flüstert sie mir zu und lehnt sich dabei noch vorne um alles sehen zu können.

    Verdammt, was mach ich jetzt? Sie wird darüber bestimmt nicht glücklich sein aber es ist ja eh schon zu spät, egal ob ich sie jetzt wecke oder nicht. Sie wegzuschieben und dann zu wecken, wäre aber zum einen alles andere als einfach und zum anderen sehr grob und unhöflich.

    Katrin: "Las sie einfach, ist ihre Schuld, wenn sie meint TickTacks essen zu müssen."

    Schlägt Katrin vor, die meine Unschlüssigkeit bemerkt hat. Sie betont TickTacks mit einem leicht wütenden Unterton.

    Ich beschieße erstmal alles bei Alten zulassen und mich weiter innerlich über die stumpfe Story des Film aufzuregen. Wenn ich mir den zweimal die Woche in voller Länge geben müsste, würde ich auch bekloppt werden.

    Nach einer Weile fühle ich etwas warmes mein Schlüsselbein entlanglaufen. Etwas erschrocken drehe ich meinen Kopf zu Eileen um. Ich sehe, wie diese friedlich mit offenem Mund vor sich hin döst, aus dessen Mundwinkel ein kleines Rinnsal Spuke läuft.

    Au nein, au nein .. das sie auf meiner Schulter pennt, ist ja noch ok aber dass sie mich jetzt auch noch ansabbert. Jedoch habe ich kaum Zeit viel darüber nachzudenken, denn durch mein erschrecktes Zucken, ist ihr Kopf in bedenkliche Schieflage geraten und rutscht jetzt langsam von meiner Schulter nach vorne hin weg.

    Wenn das so weiter geht, landet ihr Kopf in meinem Schoss. Naja, bei genauer Berechnung wohl eher erst auf meinem Knie und dann auf dem Boden. Sie mit meiner Hand von hinten einander anderen Schulter zu packen, halte ich für eine eher schlechte Idee. Wenn sie in dieser Highschool Position aufwacht bin ich danach sicher sehr schell sehr tot.

    "Eileen! Hier! Aufwachen!"

    Katrin die alles aufmerksam verfolgt hat, springt von ihrem Platz auf, Schnipst laut vor Eileens Augen und drückt sie an der rechten Schulter wieder zurück an die Couch.

    Eeillen: "Was, wo?"

    Katrin: "Du bist eingeschlafen und wärst fast vom Sofa gefallen."

    Eileen: "Hä .. äh .. Ok. Danke."

    Eileen, deren Körperspannung auf einmal plötzlich wieder zurück ist, reibt sich die Augen und steckt ihre Arme nach oben. Als wäre nicht gewesen, macht sie es sich auf dem Sofa wieder gemütlich, verschränkt die Arme, überstreckt den Kopf und lässt diesen auf der Lehne ruhen.

    Eventuell hat sie ja gar nichts mitbekommen. Katrin setzt sich ebenfalls wieder zurück und verschränkt etwas verständnislos und leicht verärgert ebenfalls die Arme. Ich beschließe den Abend besser kein Gespräch mehr anzufangen.

    Nach eine gefühlten Ewigkeit, ist der Film endlich vorbei und die Campbewohner verstreuen sich in alle Richtungen. Der Fernseher wird ausgeschaltet und Peter gibt bekannt, dass die Sofas ruhig bis Morgen so stehen bleiben dürfen.

    Katrin und Eileen strecken sich noch einmal ausgiebig und watscheln dann von Dannen.

    Katrin: "Nacht."

    Ich: "Nacht ihr beiden."

    Eileen: "Hm .. gute Nacht."

    Mault Eileen wie aus reiner erzwungener Höflichkeit, etwas lustlos für ein Mädchen, das vor Minuten noch auf meiner Schulter geschlafen hat.

    13
    Morgenspaziergang ( Tag 3 Donnerstag Morgen )

    Mario: "Los aufstehen!"

    Au verdammt, ganz vergessen, ab heute sollen wir ja mit auf diesen komischen Spaziergang. Boar, die lasse uns bis fast spät in die Nacht einen Film gucken, weil der DVD Player streikt und dann sollen wir am nächsten Morgen kurz vor Sonnenaufgang aufstehen?

    Mario: "Auf auf, Morgenspaziergang. Waschen, Zähneputzen könnt ihr auch später."

    Ich krieche aus dem Bett, ziehe mich schnell um und verlasse mein Zimmer, knapp gefolgt von dem anderen Daniel, der auch nicht viel frischer aussieht als ich. Im Bunker selber haben sich Marco, Marle und das Mädchen, dass ich ignorieren soll versammelt. Alle in allem noch ziemlich zerknautscht und in schlabber oder Sportklamotten.

    Ich hauche allen ein müden "Morgen" zu und bekomme von allen eine ähnlich schläfrige Antwort.

    Mario: "Auf gehts."

    Wir verlassen den Bunker und draußen weht uns kalte Morgenluft entgegen. Außerdem warten Anny und Bezy auf uns, zwar nicht hellwach aber frisch gestylt in ihren üblichen top modischen Outfits.

    Anny: "Hey."

    Bezy: "Na?"

    Ich: "Hallo, äh, wo gehen wir eigentlich Spazieren?"

    Mario: "Drachenberg."

    Bezy: "Och ne .."

    Anny: "Muss das sein? Eh, nicht Berg hoch bitte."

    Mario: "Wenn du ein Problem damit hast, solltest du dringen aufhören zu rauchen, du bist eh unter 16."

    Mario zählt uns kurz durch, zieht das DVD Mädchen von Gestern ab und spaziert mit uns in Richtung Schleuse, wo eine frische Katrin und eine komplett zerknautschte Eileen schon auf uns warten.

    Mario: "Morgen und gut geschlafen."

    Katrin: "Ja und selber?"

    Eileen: "Hm .. ja so in etwa."

    Katrin trägt adäquate Sportsachen wie üblich in schwarz und Eileen, das weite weiße Shirt von Gestern.

    Mario: "Auf geht es .. Drachenberg!"

    Er öffnet erst die inneren Türen der Schleuse, steck dann in dem kleinen Zwischenraum einen Schlüssel in ein Schloss an der Wand und drückt einen roten Knopf worauf sich die schweren äußeren Stahltüren langsam öffnen.

    Wir trotten alle zusammen in einer langgezogenen Schlange erst aus unserem Camp heraus, machen dann scharf kehrt und wandern erst eine lang Landstraße entlang über eine Eisenbahnbrücke.

    Katrin: "Kaum zu glauben, dass die mit uns hier über eine Eisenbahnbrücke gehen."

    Sie ist mal wieder ohne Vorwarnung hinter mir aufgetaucht. Ich drehe mich um und sehe, wie sie kurz stehen bleibt.

    Mario: "Nicht stehen bleiben."

    Katrin schließt zu mir auf.

    Ich: "Darf man beim Spaziergang nicht stehen bleiben."

    Katrin: "Doch, aber nicht auf der Brücke. Damit Keiner runter springt."

    Ich: "Achso, wegen .."

    Katrin: "Jap. Genau aber was anderes. Ich habe Eileen erzählt, was gestern passiert ist und sie wollte sich bei dir entschuldigen .."

    Ich sehe mich um und Eileen geht ganz hinten ganz langsam den beginnenden Berg hoch und scheint irgend etwas mit Anny zu besprechen.

    [x]Zu Eileen gehen und mit ihr persönlich sprechen.

    [0]Katrin sagen, sie soll es ausrichten.

    Eileen mit ihrer direkten Art, scheint es Problem mit Feigheit zu haben. Also werde ich es ihr persönlich sagen. Auch wenn sie mich nicht zu mögen scheint, muss ich mir Katrins Freundin nicht zum Feind machen.

    Ich: "Ja, kein Problem ich sags ihr .."

    Katrin: "Hey warte .."

    Ich drehe mich so schnell um und gehen bergab, was erstaunlich schnell geht, sogar so schnell, dass ich Katrin hinter mir kaum noch hören kann.

    Ich: "Hey"

    Eileen scheint gerade erst alles mit Anny besprochen zu haben, die an mir vorbei den Berg hoch schnaubt.

    Eileen: "Eh .. Hi. Du äh .."

    Ich: "Kein Grund sich zu entschuldigen wegen Gestern."

    Eileen: "Du äh .. ich bin Morgens meist noch nicht ganz wach aber ok also."

    Die wirklich noch sehr müde wirkende Eileen holt tief Luft. Und fährt in einem etwas schärferen Ton fort:

    "Doch! Ich will und werde mich entschuldigen. Weißt du welche Zwecke eine Entschuldigung erfüllt?"

    Noch bevor ich antworten kann, fährt sie fort.

    Eileen: "Entweder man hat etwas gemacht, dass einem leid tut und man will, dass der andere das weiß .."

    Ich: "Aber du kannst doch nichts dafür, wenn du einschläfst."

    Eileen: "Unter brich mich nicht! .. Bitte. Oder .. man gibt dazu zu verstehen, dass es keine Absicht war."

    Ich: "Es war doch ganz offensichtlich .. keine Absicht. Also Entschuldigung .. angenommen."

    Der Berg schlaucht ziemlich und meine Ausdauer scheint langsam an ihre Grenzen zu stoßen. Auch die anderen scheinen immer wieder kleine Pausen machen zu müssen, nur Eileen und Katrin weiter vorne scheinen keine Probleme zu haben.

    Eileen: "Naja, so klar ist das nicht immer .."

    Sie scheint kurz zu überlegen, ob sie mir etwas erzählen los.

    Eileen: "Gut, also es war keine Absicht, das wollte ich dir damit sagen. Ich hab dir ja nicht weh getan oder dich eingesaut."

    [x]Einfach nicken.

    [0]Sagen, dass Eileen mich gestern angesabbert hat.

    Alleine nur ihr zu erzählen, dass sie mich etwas angesabbert hat, wäre selbst mir peinlich also lasse ich es besser.

    Ich: "Nein .."

    Eileen: "Du solltest an deiner Kondition arbeiten und noch was .. eigentlich bin ich beim Morgenspaziergang noch extrem müde und kann es nicht gut haben, wenn mich früh am Morgen schon Leute zulabern."

    Ich will antworten aber bekomme kaum Luft.

    Eileen: "Ist schon ok, kannst du ja nicht wissen."

    Woher will sie den wissen, dass ich mich entschuldigen wollte? Aber sie hat recht, ich hatte es vor und das mit der Kondition stimmt auch.

    Als ich mich neben ihr weiter wortlos den Berg hochschleppe, denke ich darüber nach, warum ihr diese so präzise formulierte Entschuldigung wohl so wichtig ist. Um ihren Ruf bei den anderen zu retten obwohl sie das meist kaum zu interessieren scheint. Oder etwa um mir klar zu machen, dass sie nichts von mir will?

    Als hätte sie das nicht schon längst klar gemacht.

    Eileen: "Zwei Schritte einatmen und einen Schritt ausatmen."

    Ich: "Hä?"

    Eileen: "Du atmest falsch."

    Ich bin etwas verwundert, das sie mich plötzlich anspricht tue dann aber mein bestes ihren Tipp zu befolgen.

    Eileen: "Gut, dein Geschnaufe kann man sich ja nicht mit anhören."

    Was denkt die sich Eigentlich? Aber gut, so geht es echt besser.

    Katrin: "Ihr beiden seit ja mal wieder putzig."

    Katrin hat sich zu uns nach hinten fallen lassen.

    Eileen: "Ja alles in Ordnung, wir haben alles geklärt."

    Beantwortet sie eine nicht gestellte Frage, um nicht auf Katrins eigentliche Anmerkung antworten zu müssen. Ich nicke nur stumpf.

    Nach einer Weile und einer Menge Keuchen meinerseits, erreichen wir zwar nicht die Spitze des Berges jedoch ein kleines Plateau mit ein paar alten Mauerresten und einer Tafel. Vor der Tafel knubbeln sich die anderen Campbewohner und diskutieren über irgendwelche Zahlen.

    Ich: "Was machen die da?"

    Katrin: "Ein Thermometer ablesen."

    Ich: "Können die keine Thermometer ablesen oder wie?"

    Eileen: "Ich das eine ernst gemeinte Frage?"

    Anny: "26?"

    Mario: "26 was?"

    Anny: "26 Grad"

    Mario: "26 Grad in einem Dreieck?"

    Bezy: "26 Grad Temperatur .. ähm .. 26 Grad Celsius."

    Eileen hält sich vor Fremdscham die Hand vor die Augen.

    Mario: "Genau und die Luftfeuchtigkeit."

    Anny: "Äh .. 58 Prozent."

    Mario: "Und was bedeutet das?"

    Bezy: "Ähm .."

    Mario: "Habt ihr das schon wieder vergessen? Kann das einer erklären?"

    Mario sieht dabei mich an und dann Eileen.

    Mario: "Eileen könntest du das bitte noch einmal erklären?"

    Eileen: "Noch was? Ich erkläre des jeden Tag."

    Murmelt sie leise zu sich selbst, um dann, in einem gelangweilten monotonen Ton, einen sicher auswendig gelehrten Lexikoneintrag von sich zu geben.

    Eileen: "Die Luftfeuchtigkeit oder genauer die relative Luftfeuchtigkeit, beschreibt den prozentualen Wasseranteil in der Luft, welcher abhängig von der Temperatur, maximal von dieser aufgenommen werden kann."

    Alle nicken gekünstelt, als hätten sie es verstanden.

    Anny: "Ha, sie kennt sich ja mit feuchten Sachen gut aus."

    Flüstert Anny zu Bezy, trotzdem kann ich es gut höre und Eileen auch, welche leicht verärgert murmelt.

    "Und den Witz bringt sie auch jedes Mal."

    Mario: "Gut, merkt euch die Werte. Auf geht es zurück .."

    Alle drehen sich bereits wieder der Stecke zu, die wir gekommen sind.

    Mario: ".. über den Kamm."

    Er dreht sich nach links und die Campbewohner folgen stöhnen.

    Ich: "Was ist der Kamm?"

    Katrin: "Nicht besonderes nur ein andere Weg, der zurück zum Camp führt. Alle meinen er wäre länger aber er hat nur mehr Kurven."

    Ich fast völlig erledigt, folge den anderen und vermeide jegliche Unterhaltung, um wieder richtig Luft zu kriegen. Der Kamm scheint gegenüber dem Berg ganz in Ordnung zu sein.

    14
    Frühstück ( Tag 3 Donnerstag Morgen )

    Nach gut einer viertel Stunde, kommen wir wieder im Camp an, wo wir alle zusammen den großen Platz überqueren und uns im Bunker einfinden, wo bereits ein gedeckter Tisch auf uns wartet.

    Eileen setzt sich wie immer an ihren messerlosen Platz und Katrin ebenfalls wie immer einen leeren Platz davon entfernt nach rechts. Warum eigentlich frage ich mich, nehme aber wie immer zwischen ihnen platz.

    Zumindest was das Frühstück angeht, scheint es nun mal so zu gehören und irgendwer muss ja Eileen ihre Brötchen aufschneiden, denn sie beginnt schon wieder eines mit ihrer Gabel zu foltern.

    Ich: "Soll ich?"

    Eileen: "Au, ok. Du kannst das ja nicht mit ansehen .."

    Jetzt merke ich erst, dass das vorhin mit dem Schnaufen wohl ein Zitat von ihr war und nicht unbedingt böse gemeint gewesen sein muss. Währen ich das Brötchen aufschneide denke ich mir, dass sie eventuell nur deswegen mit mir weniger fies umgeht, als mit zum Beispiel Anny.

    Eileen: "Danke .."

    Peter: "Medis."

    Peter kommt, mit drei durchsichtigen Plastikdosen, zu uns an den Tisch.

    Peter: "Ach stimmt ja, wir nennen Medikamente hier Medis."

    Eileen: "Als würde das irgendwas besser machen."

    Sie nimmt Peter eine der Dose aus der Hand, die wohl ihre ist, nimmt den Inhalt in die offene Hand und wirft sich den Inhalt schnell in den Mund und trinkt anschießend ihr halben Glas in einem Zug leer.

    Peter: "Las mich mal kontrollieren."

    Eileen öffnet ihren Mund wie bei einer Mandeluntersuchung, ich kann noch schnell genug weggucken.

    Peter: "Zunge hoch .. alles gut. Deine Medi Disziplin hat sich deutsch verbessert."

    Anschließend gibt Peter Katrin ihre Dose, diese guckt erst eine Weile auf ihre vier bunten Pillen in unterschiedlichen Farben und Größen, nimmt diese dann aber noch zusammen mit etwas Wasser ein. Sie wird komischerweise nicht von Peter kontrolliert.

    Peter: "Hier ist deine Portion. Ist mit dem Arzt abgesprochen, der wird aber heute Nachmittag noch einmal mit dir reden. Du musst die Tablette jetzt noch nicht nehmen aber das würde viel Zeit sparen."

    Er reicht mir die Dose. Ich gucke auf die einzelne winzige klägliche halbe orange Pille.

    Eileen: "Mach schon, support your lokal Pharmaindustrie!"

    [x]Die Tablette nehmen

    [0]Die Tablette nicht nehmen

    Ich überlege noch kurz aber nehme die Tablette. Wenn es hilft soll es mir nur recht sein aber wogegen soll sie helfen? Als Peter weg ist fragt Katrin:

    "Du hast was?"

    Ich: "Äh, keine Ahnung."

    Eileen: "Scheint so, sonst würden die ihm keine Medikamente geben. Willkommen im Club übrigens, das sah aus wie was heftiges. Sag mal bescheid, wenn es reinhaut."

    Katrin: "Es kann doch auch sein, dass die Medikamente für was ganz Anderes sind."

    Eileen: "Hast du irgendwelche Krankheiten? Heuschnupfen oder so?"

    Ohne eine Antwort abzuwarten, fährt sie fort.

    Eileen: "Nein? Also."

    Sie nimmt mir das gerade fertig geschnittene Brötchen aus der Hand und beginnt dieses mit Hilfe eines Löffels mit Butter zu beschmieren. Ich schneide mit ein weiteres Brötchen auf und schmiere es mit meinem Messer mit Frischkäse.

    Katrin: "Äh, das würde ich nicht tun?"

    Ich: "Wie was?"

    Katrin: "Der Frischkäse, jetzt ist es ok, der war ja neu aber nimmt dir bloß keinen angebrochenen."

    Ich: "Warum?"

    Katrin: "Achte mal ne Zeit lang auf die anderen, die lecken ihre Messer ab, wenn die fertig geschmiert haben."

    Flüstert sie leise zu mir.

    Katrin: "Nimm dir besser Scheiben, ob Wurst oder Käse ist egal."

    Ich sehe mir die offenen Packungen mit dem Aufschnitt an. Bei jeder einzelnen liegt eine Gabel dabei, um Scheiben heraus zu nehmen.

    Eileen: "Oder du nimmt dir Nusscreme Töpfchen, Eileen deutet auf ein kleines Körbchen mit kleinen Kranklenhaus Portionen, welche vor Peter und Mario steht. Naja, du fragt ob du welche haben kannst."

    Katrin: "Am besten schmeckt der Goudakäse aber der ist immer extrem schnell weg, du musst also schnell sein."

    Eileen: "Oder du bittest die anderen höflich darum, dass sie keinen Gouda essen, dann bleibt genug übrig."

    Den letzten Satz, betont sie derart merkwürdig, dass sie mir wieder leicht Angst macht. Was meint sie damit, soll ich die anderen erpressen oder bestechen, dass sie mit Käse übrig lassen. Nun ja zugegeben der Edamer oder was sich auch immer gerade auf meinem Brötchen befindet, schmeckt zugegeben wirklich nicht besonders gut.

    Um schnell das Thema zu wechseln frage ich:

    "Warum bittet ihr Anny und Bezy nicht einfach, die Messer nicht abzulecken?"

    Eileen: "Haben wir schon, ist deren Methode sich ihren Lieblingsaufschnitt zu sichern. Dafür lassen die meist die Finger von unserem Käse."

    Ich: "Ich das mit dem Ablecken dem so schlimm? Ich meine so dreckig .."

    Eileen: "Wou .. Anny putzt sich noch nicht mal regelmäßig die Zähne."

    Katrin: "Musst du gerade sagen."

    Eileen zieht drauf ihre linke Oberlippe hoch und legt ihre großen fast Schnee weißen Eckzähne frei.

    Eileen: "Was denn? Alles blitz blank."

    Katrin: "Du hast ja auch Wasser auf deinem Zimmer. Außerdem wäre Plack bei den Beiden da mein geringstes Problem."

    Sie muss beim letzten Teil des Satzes leicht kichern und fährt amüsiert fort:

    "Die Frage ist eher, was die so alles in den Mund nehmen, was man nicht im Essen haben will."

    Ich: "Äh, was meist du?"

    Eileen: "Anny nimmt ihre Medikamente nicht."

    Ich: "Und? Ich versteh nicht ganz."

    Eileen: "Also, manche nehmen die Medikamente zwar in den Mund aber klemme die sich dann unter die Zunge oder was weiß ich und spucken die dann nach dem Essen aus."

    Ich: "Und die Tabletten lösen sich dann im Mund auf und wenn die ihre Messer ablecken .."

    Eileen: "Bingo."

    Katrin: "Eigentlich meine ich eher das, was Bezy so in den Mund nimmt."

    Eileen: "Bezy ist doch gerade gar nicht auf Tabletten."

    Katrin: "Nicht das beim Essen .. im Aufzug."

    Katrin, hat ihre sichtliche Freunde daran, das Eileen nicht versteht was gemeint ist. Allerdings weiß ich gerade auch nicht, von was sie redet.

    Katrin guckt erst Bezy an und dann Marco.

    Eileen: "Boar, bitte hör auf, ich esse gerade."

    Katrin: "Also was den Aufzug angeht .."

    Eileen: "Nein ohne mich!"

    Sie rückt so weit von uns weg, wie sie kann und beißt die Zähne aufeinander.

    Katrin: "Alles gut, ich hör ja schon auf."

    Eileen regiert nicht.

    Ich: "Alles ok?"

    Eileen bleibt ohne jede Reaktion.

    Katrin: "Och ne, jetzt komm schon krieg dich wieder ein."

    Katrin flüstert mir zu:

    "Eileen regiert schon mal recht angespannt auf manche Themen und sie kann irgendwie die Zähne aufeinander beißen und hört dann nicht mehr, wegen Trommelfell und so."

    Katrin zeigt ein Ok Zeichen zu Eileen und sagt dazu recht laut:

    "Alles gut, ich hör ja schon auf."

    Eileen: "Besser so."

    Schnauft Eileen und greift nach noch einem Brötchen, hört aber in der Hälfte der Bewegung auf und gibt sich wohl mit einem einzigen zufrieden.

    Peter: "Du kannst ruhig zwei Brötchen essen."

    Eileen: "Nein, eines reicht."

    Sie greift sich dabei an die Hüfte und quetscht sich eine Hautfalte zurecht.

    Peter: "Erst isst du zuviel, jetzt zu wenig."

    Eileen: "Passt halt zu meinem Krankheitsbild. Ich würde ja noch ein Brötchen essen aber ich weiß nicht mit was."

    Dabei guckt sie demonstrativ den Korb mit den Krankenhaus Portionen an.

    Peter: "Hier."

    Er wirft ihr eine Packung Nusscreme zu.

    Peter: "Dafür übernimmst du Heute mal wieder Sport."

    Eileen: "Gerne doch."

    Eileen grinst. Ich kann es mir erst gar nicht vorstellen, wie Sport unter Ihrer Anleitung wohl aussehen könnte aber Peter reißt mich promt aus meinen Gedanken.

    Peter: "Für dich fällt Sport heute flach, der Arzt muss noch ein wenig was mit dir besprechen, du findest ihr wie immer im Eingang."

    Ich nicke, esse zu ende, stehe auf und mache mich auf in Richtung der Schleuse, welche wohl auch offiziell einen anderen Namen zu haben scheint.

    15
    Rauchen ( Tag 3 Donnerstag Vormittag )

    So betrete ich die Schleuse, dessen innere Tür immer noch offen steht und klopfe vorsichtig ans Arzt Zimmer, aus welchem promt die Antwort kommt:

    "Herein!"

    Ich betete das enge Zimmer mit den hohen Regalen voller Bücher und setzt mich auf den Stuhl, den man von draußen nicht sehen kann. Eigentlich unnötig, da alle beim Sport sein sollten.

    Arzt: "Ich habe deinen Fragebogen so weit ausgewertet und bin .."

    Verdammt der Fragebogen, den hab ich ja in dem Tumult wegen der neuen völlig vergessen.

    Arzt: ".. zu dem Schluss gekommen, dass wir dich doch länger als die üblichen 3 Tage da behalten wollen, erstmal nur zur weiteren Beobachtung, mach dir also keine Gedanken."

    Hatte ich das Ding denn überhaupt bis zu Ende ausgefüllt?

    Arzt: "Außerdem habe ich mich entschlossen, dir ein Medikament zu verschreiben, nichts besonderes aber es könnte helfen. Nur um auf Nummer sicher zugehen, habe ich dich zum EKG angemeldet. Du weißt?"

    Ich: "Herzkontrolle?"

    Arzt: "Genau, heute kurz vor dem Ausflug. Und ich würde dich bitten, heute nicht am Sport teil zunehmen. Auch habe ich dich um IQ Test angemeldet, das wäre dann nach dem Unterricht. Ihr bat Heute?"

    Ich: "Deutsch."

    Arzt: "Super, das ist ganz in der Nähe, der Deutschlehrer zeigt dir dann den Weg."

    Ich: "Und wo ist das EKG?"

    Artz: "Warte ich mals dir auf."

    Er nimmt einen Flyer vom Stapel und malt mit einem roten Permanentmarker einen Kreis um ein Kleines Gebäude auf der ganz rechten Seite.

    Artz: "Und ich schreibe dir noch eine Sondergenehmigung in dein Logbuch."

    Ich: "Sondergenehmigung?"

    Arzt: "Ja unsere Patienten .. ähm .. die Campbewohner dürfen nicht ohne Sondergenehmigung einfach um Krankenhaus rum laufen."

    Ich: "Ah, ok? Das wusste ich bis her nicht, in den Regeln stand nur was von dem Luxus Resort."

    Artz: "Au und dass dürft ihr schon gar nicht betreten. Ok, dann wars das von mir aus. Ach ne, sag deiner Freundin noch mal danke, dass sie den Fragebogen für dich abgegeben hat."

    Ich: "Ja mach ich. Bis dann."

    Freundin? Also muss wer anders den Fragebogen für mich abgegeben haben. Naja egal, ich beschließe die anderen zu suchen, wo auch immer die gerade Sport machen. Das letzte Mal war ja Bogenschießen in der Nahe des großen Platzes. Ich überquere also diesen und sehen wie die Campbewohner an den Bänken ihre Übungen machen.

    Ich nähere mich und sehe, wie sich Katrin und Eileen an einer Bank mit Drückbewegungen abmühen.

    Eileen: "Komm schon noch zwei."

    Naja Katrin müht sich ab, Eileen scheint das alles sehr viel leichter zu fallen.

    Katrin: "Hmmpf .. ich kann nicht mehr .."

    Eileen: "Noar, noch einen .. dich beschweren, dass du deine Sehne nicht bis an die Bake bekommst aber nichts dafür tun wollen?"

    Katrin: "Soar, und jetzt Pause."

    Katrin stemmt sich noch einmal mit letzter Kraft an der Bank hoch und lässt sich dann auf diese fallen und atmet erstmal tief durch.

    Ich: "Hi."

    Katrin: "Hall .. o"

    Eileen: "Hi, kannst gleich mitmachen, wenn du willst."

    Ich: "Würde ich ja gerne aber der Arzt meint, ich solle es besser lassen."

    Eileen: "Was los, Glasknochenkrankheit?"

    Ich: "Ne EKG."

    Eileen: "Hm."

    Wohl enttäuscht, dass sie mich nicht auch quälen darf, wendet sie sich den anderen zu und geht die Bänke mit den, mehr oder weniger, trainierenden ab.

    Eileen: "Anny Steck den Rücken durch, wenn du so weiter machst hast du heute Abend Rückenschmerzen aus der Hölle."

    Ich: "Und alles ok?"

    Frage ich die immer noch nach Luft schnappende Katrin.

    Katrin: "Ja alles super .. "

    Ich: "Sieht aber nicht so aus."

    Das arme keuchende kleine Mädchen, kann einem schon echt leid tun.

    Katrin: "Alles gut, das ist schon richtig so .. ich will ja stärker und endlich wieder fit werden .."

    Sie muss nach jedem Satz tief einatmen, um nicht umzukippen.

    Katrin: "Aber ich hab lange geraucht und deswegen, macht meine Lunge Probleme."

    Eileen: "Das bekommen wir alles wieder hin. Und jetzt noch 5."

    Eileen ist wieder da und drückt Katrin mit dem Zeigefinger den Rücken gerade.

    Mario: "So, das reicht für Heute, ihr wollt ja nicht so spät zum Deutschunterricht kommen."

    Erleichtert verlassen die Campbewohner der Sport Gruppe A ihre Bänke, wünschen sich teilweise mit ihren Handtüchern die Gesichter ab und gegeben sich zu ihren Behausungen um sich umzuziehen.

    Katrin: "Vier .. boar das muss reichen."

    Verbissen hat Katrin Marios Aufforderung überhört und einfach weiter trainiert.

    Eileen: "Wenn du den Biss beibehältst, bekommt du die Sehne bis nächste Woche hinters Ohr."

    Plötzlich dreht sich Eileen zu, lehnt sich zu mir und flüstert laut hörbar:

    "Wir haben gleich Deutsch, wenn du schlau bist, wartest du, bis Ich und Merle umgezogen sind und gehst mit uns."

    Mario: "Ich schätze Daniel, kann sehr gut selber entscheiden, mit wem er wann wohin geht."

    Darauf hin dreht es sich um geht in Richtung Bunker.

    Eileen: "Mir egal .. aber nimmt nie den Aufzug."

    Den letzten Teil flüstert sie in einem aggressiv warnenden Ton und macht sich dann auf sich um zuziehen. Ich beschließe einfach auf sie zu warten.

    Anny: "Hey."

    Bezy: "Na? Kommst du mit uns?"

    Haben die beiden diese Begrüßung so einstudiert?

    Ich: "Wohin?"

    Anny: "Deutsch."

    [0]Mit Anny und Bezy gehen

    [x]Auf Eileen und Merle warten.

    Ich: "Ich wollte eigentlich mit Eileen und .."

    Anny: "Mario meint du sollst mit uns gehen .. weil Merle."

    Bezy: "Psssst."

    Bezy stößt Anny in die Rippen, oder eher gegen die Schulter, da Anny um einiges kleiner ist. Jetzt fällt mir erst auf, das beide noch in Begleitung eines kleinen Jungen sind.

    Kleiner Junge: "Hi, ich bin Nays."

    Ich: "Ähm .. schön .."

    Bezy: "Sein Name ist Nays."

    Anny: "Mr. Nays. Wir wissen zwar nicht, wie man das schreibt aber es ist so. Haben wir ihm gegeben."

    Sich mit seinem kompletten Namen anreden zu lassen, scheint ihr ja auch eher unüblich zu sein. Mr. Nays ist in etwas 13 Jahre alt und in Folge dessen noch recht klein. Er ist zudem etwas dicker, hat blonde kurzgeschnittene Haare und Trägt, recht lässige sportliche Kleidung.

    Ich: "Hi, alles klar?"

    Mr. Nays: "Jap."

    Bezy: "Los geht es .."

    Ich sehe mich zur Kontrolle noch einmal um, ob nicht Eileen oder Katrin doch noch irgendwo auftauchen, gehe dann aber mit. Von wegen es sei meine Entscheidung mit wem ich hier wohin gehen.

    Anny, Bezy und Mr. Nays gehen voran, in die Schleuse und lassen sich dort vom Arzt, welcher gerade mit Maria zu reden scheint, das Tor öffnen.

    Ich: "Ist Deutsch nicht auch im Geisterhaus?"

    Bezy: "Nein, Deutsch und Englisch sind im Krankenhaus."

    Die haben die Schule hier scheinbar nicht nur gut versteckt, sondern gleich auch gut verteilt, denn der Weg zum Krankenhaus besteht aus einem kleinen Fußmarsch.

    Anny: "Und wie ist deine neue Klasse?"

    Mr. Nays: "Ganz ok, mit ein paar komm ich bis jetzt ganz gut klar."

    Bezy: "Und Mädchen?"

    Ich: "Äh?"

    Bezy: "Ach das weißt du ja nicht. Nays hier ist schon länger bei uns und hat Probleme mit seinen Klassen Kameraden, also hat er die Schule gewechselt und war da jetzt bis jetzt."

    Ich: "Aha."

    Anny zieht mitten im Gehen eine kleine Dose aus ihrer Hose und steckt sich eine Zigarette an.

    Anny: "Sagt das nicht ok?"

    Fragt sie und guckt mich dabei lieb an.

    Ich: "Warum sollte ich?"

    Anny: "Hast du eigentlich Ausgang?"

    Ich: "Nein, 0 heißt doch Nein oder?"

    Bezy: "Warum hast du 0, wenn du freiwillig da bist?"

    Ich: "Keine Ahnung."

    Eileens Trick hat ja toll funktioniert, muss ich mich noch bei ihr für bedanken. Oder ich denke ich lasse es lieber. Mit diesem Mädchen Streit anzufangen, klingt nach einer der schlechtesten Ideen, die man hier im Camp haben kann.

    Mädchen: "Hey, ihr da wartet mal."

    Das Mädchen, dass sich gestern mit dem DVD Player abgemüht hat, schießt zu uns auf.

    DVD Mädchen: "Hi, ich soll hier irgendwo zum Deutsch Unterricht."

    Bezy: "ja, da wollen wir auch gerade hin."

    Das DVD Mädchen ist von normaler Größe, etwas stämmiger, hat hell braune Haut und Henna gefärbte kräusel gelockte Haare. Sie trägt die selben Sachen wie am Spielfilmabend nur diesmal in Gelb und nicht in Grün.

    DVD Mädchen: "Ihr raucht."

    Bezy: "Ja"

    Sie steckt sich auch eine an und fährt fort:

    "Du kannst auf dem Weg zur Schule am besten rauchen, bisst du schon 16?"

    DVD Mädchen: "Ja warum?"

    Anny: "Dann darfst du auch nach dem Essen im Bunker rauchen .."

    Bezy: ".. und musst deine Zigaretten nicht verstecken."

    DVD Mädchen: "Und wo bekommt ihr die?"

    Anny: "Was?"

    DVD Mädchen: "Zigaretten?"

    Bezy: "Wenn du 18 bist und vollen Ausgang hast, unten im Dorf."

    DVD Mädchen: "Ne bin noch 17."

    Anny: "Dann musst du jemanden der 18 ist fragen, ob er welche für dich holen kann."

    Bezy: "Und da du 17 bist musst du die dann auch nicht verstecken."

    DVD Mädchen: "Sind die so streng im Dorf mit der Alterskontrolle?"

    Anny: "Ja."

    Bezy: "Die haben einen Kiosk mal angezeigt, der einem Mädchen aus dem Camp Zigarette verkauft hat, seit dem sind die da super vorsichtig, wenn die merken, dass du aus dem Camp kommst."

    Anny: "In drei Läden da, haben alle aus dem Camp kollektiv Hausverbot."

    Bezy: "Aber los wir sind spät."

    Anny drückt ihre Zigarette an einer Mauser aus und steckt sich diese wieder zurück in die Dose.

    DVD Mädchen: "Ich bin übrigens Salfia!"

    Sie streckt mir im Gang die Hand hin. Ich ergreife diese und drücke kurz zu.

    Salfia: "Sal - fi – a."

    Salfia spricht ihren Namen noch einmal deutlich Silbe pro Silbe, mit einer deutlichen Betonung auf dem A aus als wolle sie sicherstellen, dass man ihren Namen auch ja Korrekt betont.

    Ich: "Salfia?"

    Salfia: "Ja."

    Wohl zufrieden mit der Betonung wendet sie sich wieder Anny und Bezy zu. Wir betreten das hohe Krankenhaus Gebäude und durchstreifen eine übliche Klinik mir PVC Boden und weißen Wänden. Nach einer Weile kommen wir zu einem Gang oder eher einem Tunnel.

    16
    Deutsch ( Tag 3 Donnerstags Vormittag ) Dieser Tunnel scheint zwei Gebäude mit einander zu verbinden, links und recht wurde an Scheiben nicht gespart
    Deutsch ( Tag 3 Donnerstags Vormittag )

    Dieser Tunnel scheint zwei Gebäude mit einander zu verbinden, links und recht wurde an Scheiben nicht gespart und es geht leicht Bergauf. Ein Blick nach draußen offenbart, dass er einen Schlucht zwischen zwei Gebäuden des Krankenhauses überbrückt.

    Auf der anderen Seite des Tunnel befindet sich ebenfalls ein typisches Krankenhaus, allerdings mit weniger breiten Fluren. Bei genauer Betrachtung ist hier alles recht eng und verwinkelt.

    Anny: "Aufzug Aufzug .."

    Keucht Anny, wobei das nur Freunde darüber sein könnte, dann wir endlich nicht mehr latschen müssen. Die Drückt auf einen Kopf vor einer üblichen Aufzugtüre.

    Der Aufzug kommt promt und öffnet knarzend seine Türen.

    Bezy: "Wir sind zu viele .."

    Wo ich ihr vollkommen recht geben, denn der Aufzug ist recht klein und könnte mit etwas quetschen gerade mal 4 Personen aufnehmen.

    Bezy: "Ach, der ist schnell, wartet einfach, wir fahren vor. Deutsch ist auf der 8."

    Anny: "Kommt du mit uns?"

    [0]Den Aufzug mit Bezy und Anny betreten.

    [x]Lieber die Treppe nehmen.

    Ich: "Kein Problem, ich geh die Treppe, ich mag eh keine Aufzüge."

    Anny: "Schade ok."

    Bezy: "Das sind 4 Stockwerke! Nur so."

    Salfia: "Ok, dann nehmen wir den nächsten."

    Während sich hinter der kichernden Anny die Aufzugtüre schließt, Salfia jetzt von genervt vom Warten die Arme verschränkt und Nays einfach nicht tut, begebe ich mich zum leicht zu findenden Treppenhaus und erklimme die 4 Stockwerke leichter als gedacht.

    Als ich den Treppenansatz des 8ten Stockes erreiche und mich umsehe, bekomme ich auf einmal ein sehr Merkwürdiges Gefühl, denn hier oben sieht alles so komplett anders aus als auf den anderen Etagen.

    So liegt hier ein grauer PVC Boden, sondern dunkelbrauner Teppich mit einem komischen schwer zu erkennenden Muster. Auch sind die ohnehin schon engen Gänge mit allerhand Zeug zugestellt. Als ich mich nähere um eines dieser Dinger zu betrachten, erkenne ich, dass es sich wohl um allerhand Kunst handeln muss.

    Bezy: "Creepy nicht?"

    Bezy ist plötzlich hinter mir aufgetaucht und auch wohl gerade erst aus dem Aufzug gekommen. Sie guckt mir über die Schulter und rückt dabei ihr Top zurecht.

    Ich: "Ja, kann man so sagen."

    Bei dem guten Stück rostigem Metall, dass ich gerade betrachte, könnte es sich gut um einen Totenkopf auf einem Spieß handeln.

    Anny: "Genau das richtige für uns, bei dem Kram hier wird man ja noch bekloppter."

    Bezy: "Los wir sind spät dran."

    Ich folge der etwas gehetzten Bezy durch die Gänge. Die immer wieder leichte Kurven nehmen in dessen Ecken sich noch mehr krude Kunst befindet. Da die kleinen Fenster es, trotz des guten Wetters, nicht schaffen die Gänge zu beleuchten, wirkt alles extrem dunkel und unheimlich.

    Aber ich habe schon den Unterricht, im Geisterhaus überlebt, also was soll schon passieren. Nach kurzer Zeit schließen auch Nays und Sofia zu uns auf uns so versammeln wir uns aus irgend einem Grund zusammen vor der Tür mit der Nummer 13.

    Anny: "Immer alle zusammen zuspät kommen, dann sagt der nichts."

    Anny klopft und betritt das Zimmer. Es ist ein recht kleiner Raum in welcher vor uns eine Reihe Bänke stehen und auf der anderen Seite ein recht moderner Computer zu den Bänken hin gedreht und ein recht altmodischer Computer auf einem Schreibtisch, hinter dem der Lehrer sitzt. Dahinter befindet sich eine grüne Tafel mit ..

    .. einem langen Schriftzug in arabischen Buchstaben. Was zum? Ebenfalls sehr überrascht starrt Salfia den Schriftzug für eine Weile an.

    Deutsch Lehrer: "Hallo alle zusammen, da seit ihr ja endlich."

    Anny: "Aufzug .."

    Deutsch Lehrer: "Ja, das alte Problem, der soll ja schon seit einer Ewigkeit mal gemacht werden. Los setzt euch."

    Alle setzten sich, bis nur noch ein Platz neben einem Mädchen frei ich, das sehr in seine Aufgaben vertieft zu sein scheint. Ich setzte mich neben sie, rechts von mir nimmt Anny platz.

    Deutsch Lehrer: "Also neu sind .. ähm .. Daniel und Salfia. Salfi .. a? Ist das so richtig?"

    Salfia: "Ja .. sie können Arabisch?"

    Deutsch Lehrer: "Ja, ein bisschen. Ich mag den Klang der Sprache. Können sie das Lesen?"

    Salfia: "Nein leider nicht, arabische Schrift ist extrem schwer und ich kann mich einfach nicht dran gewöhnen mal von links nach recht und mal von rechts nach links zu schreiben."

    Deutsch Lehrer: "Das geht uns genau so, das da oben war schon ein bisschen Arbeit. Oder Eileen?"

    Eileen: "Es geht, hat nur gedauert."

    Das Mädchen links neben mir schaut von ihren Aufgaben auf, es ist Eileen. Die es irgendwie geschafft haben muss früher hier anzukommen. Sie trägt wieder ihre weiße Bluse und dazu eine an den Füßen hochgekrempelte Jogginghose.

    Deutsch Lehrer: "Könntest du das bitte noch mal Vorlesen?"

    Eileen: "An Yajeal I'ikhwanina hi'la Yumkin Tajawusuh."

    Gibt sie laut und mit künstlich deutlicher Betonung von dich und wendet sich dann wieder ihren Aufgaben zu.

    Deutsch Lehrer: "War das nicht eher Ijchwanina?"

    Slafia: "Was? Sie wissen was da bedeutet oder?"

    Deutsch Lehrer: "Sicher und sie auch oder?"

    Slafia: "Ja, die Kraft von unseren Brüdern ist .. ähm .. schwer zu übersetzten .. nicht besiegbar."

    Deutsch Lehrer: "Die Macht unserer Brüder ist unübertreffbar!"

    Ok, der Mathe Lehrer mit seinem goldenen Schnitt war schon gut merkwürdig aber der hier, der übertrifft locker sämtliche Lehrer die ich je hatte.

    Deutsch Lehrer: "Ich habe den Satz mal in den Nachrichten gehört und mit nem Wörterbuch rekonstruiert und mit dem Buch hier, haben wir ihn jetzt auch in den original arabischen Buchstaben."

    Er deutet auf ein Buch auf seinem Schreibtisch und guck zu Eileen, die etwas abwesend nickt.

    Deutsch Lehrer: "Sie sollten echt mal drüber nachdenken, die arabischen Buchstaben zu lernen. So schwer ist das noch oder?"

    Der Lehrer guckt fragen zu Eileen.

    Eileen: "16 Buchstaben, plus drei Positionen sind so 50 Zeichen, eines am Tag und man ist in zwei Monaten durch."

    Antworter Eileen ohne aufzublicken.

    Deutsch Lehrer: "Aber genug Arabisch, schließlich seit ihr hier im Deutschunterricht. Zeigt mir mal eure Logbücher."

    Salfia gibt dem Lehrer ihr Logbuch, dieser sieht sich einige Einträge an und tippt dann etwas auf seinem alten Computer.

    Eileen: "Und Aufzug gefahren?"

    Ich: "Nein, bin die Treppen gegangen. Was ist mit dem Aufzug?"

    Eileen: "Nichts .."

    Deutsch Lehrer: "Daniel?"

    Ich: "Ja."

    Ich stehe auf gehe nach Vorne und sehe, wie der Lehrer einige Zeilen auf einem Alten PC tippt.

    Ich: "ist das Windows 3?"

    Deutsch Lehrer: "Win 3.11 .. ich komme damit super klar und sehe keinen Grund das System zu wechseln."

    Er tippt einige Zeilen von meinem Logbuch in das System und fragt:

    "Schulprobleme? Wie äußern die sich denn?"

    Ich: "Äh, schlechte Noten und ich komme mit meinen Lehrern nicht zurecht."

    Deutsch Lehrer: "Ok, dann gucken wir einfach mal. Hier nur mal kurz zur Probe."

    Er reicht mir und Salfia jeweils ein Blatt mit einem Text.

    Deutsch Lehrer: "Hier einfach mal alle Recht schreib und Grammatik Fehler korrigieren."

    Ich nehme das Blatt, setzt mich zurück an meinen Platz und bearbeite eine ganze weile die Aufgabe. Nach einiger Zeit bin ich fertig und gebe das Ergebnis ab, welches vom Deutsch Lehrer ausführlich geprüft wird.

    Deutsch Lehrer: "Gute Arbeit, kaum was übersehen. Ich kann keine großen Probleme feststellen, hast du auf deiner regulären Schule irgendwelche Probleme in Deutsch?"

    Ich: "Ja mit der Rechtschreibung."

    Deutsch Lehrer: "Du weist nicht, wie welche Worte geschrieben werden? Oder Legasthenie?"

    Ich: "Ist das nicht das Selbe?"

    Deutsch Lehrer: "Nein, ganz und gar nicht."

    Ich: "Dann Legasthenie. Ist irgendwann mal festgestellt worden."

    Deutsch Lehrer: "Das glaube ich dir auch so, gegen Legasthenie hilft am besten viel Lesen. Bei Eileen hat das zum Beispiel sehr gut funktioniert."

    Eileen: "Hm?"

    Eileen guck müde auf und den Lehrer fragend an.

    Deutsch Lehrer: "Es ging um deine Leidenschaft fürs Lesen."

    Eileen: "Ja Lesen ist toll."

    Antwortet sie gelangweilt und wendet sich wieder ihrer Aufgabe zu, die soviel an Material zu verlangen scheint, dass sie einen halben Berg aus Büchern und Blätter vor sich aufgebaut hat.

    Deutsch Lehrer: "Sprich mal mit Herr .. ähm .. dem Mathematiklehrer, oben im Haus bei euch ist eine Bibliothek, da könntest du dir bei Bedarf Bücher ausleihen. Ist bestimmt was bei, dass dir gefällt. Sonst noch Probleme, an denen wir arbeiten könnten?"

    Ich: "Ich hab so meine Probleme mit Gruppen- und Partnerarbeit."

    Deutsch Lehrer: "Da haben wir ja noch jemanden. Aber kurz was anderes, wie sieht es mit Langfristen Projekten aus?"

    Ich: "Äh, wie?"

    Deutsch Lehrer: "Mit Arbeiten, an denen man über einen größeren Zeitraum arbeiten muss, die also nicht ein einem Tag fertig sind."

    Ich: "Hatte ich in der Schule noch nie."

    Deutsch Lehrer: "Dann ist es aber mal Höchste Zeit damit anzufangen. Eileen hier hat auch Probleme mit der Partnerarbeit."

    Eileen: "Ich hab eher Probleme damit, wenn meine Partner nicht Arbeiten."

    Antwortet Eileen, ohne aufzublicken.

    Deutsch Lehrer: "Gut, dann hast du jetzt einen, der garantiert mitarbeitet oder?"

    Ich: "Äh .."

    Deutsch Lehrer: "Super, dann setzt ich euch mal in einen anderen Raum, da könnt ihr dann in Ruhe alles besprechen. Eileen, weiß ja um was es geht."

    Eileen: "Hey, sie können doch nicht einfach .."

    Deutsch Lehrer: "Eileen, du hast bis jetzt jeden Partner abgelehnt. Wie sollen wir denn so an deinem Problem arbeiten?"

    Eileen: "Ok gut."

    Sie packt etwas angefressen ihre Sachen zusammen und verlässt den Raum, ich und der Lehrer folgen ihr auf den Flur, wo der Lehrer einen weiteren Raum aufschließt und uns bittet:

    "Wenn etwas ist sagt bescheid und lasst bitte die Türe offen stehen. Weswegen wisst ihr ja."

    Der Raum sieht aus wie der erste, nur mit etwas anders bestückten Regalen und ohne den alten PC. stattdessen stehen zwei neue Computer bereit. Eileen setzt sich hin und fängt etwas genervt an zu erklären:

    "Also, es geht um verfremdete Fremdworte, also um Wörter aus anderen Sprachen, die wir benutzen aber die ihre eigentliche Bedeutung aber verloren haben. Die also in der Originalsprache ne anderen Bedeutung haben. Soweit alles verstanden."

    Ich "Ja."

    Eileen: "Ich oder eben jetzt wir, erstellen eine Alphabetische Liste mit den ganzen Worten und dabei helfen uns das Fremdwörterbuch hier, die Lexika hier und wenn wir absolut nicht mehr weiterkommen das Internet."

    Ich: "Ok, wo kann ich helfen?"

    Eileen: "Ich suche nach Wörtern die passen könnten und du schlägst diese in dem jeweiligen Wörterbuch nach. Bastard."

    Ich: "Wie bitte?"

    Eileen: "Ja, nach was hört sich dass denn deiner Meinung nach an?"

    Ich: "Nach einer Beleidigung aber was hab ich denn gemacht?"

    Eileen: "Nicht du das Wort, müsste französisch sein also nimmt du dir das Französischwörterbuch und schlägst das nach."

    Ich: "Ach so."

    Eileen scheint heute eine noch schlechtere Laune zu haben als sonst. Also nehme ich mir schnell das Französischwöterbuch und schlage das Wort nach. Während ich so blättere frage ich:

    "Was ist eigentlich mit dem Aufzug, ist der Kaputt oder so."

    Eileen: "Boar .. hm .. alles Gut .. alles Gut .. hm .."

    Zu meiner Überraschung, muss sie sich wohl sehr zusammenreißen, um nicht völlig Auszuflippen oder ähnliches.

    Eileen: "Ok, bitte erwähnen den Aufzug nicht in meiner Nähe und betritt ihn einfach nicht, dann ist alles gut. Ok?"

    Ich: "Ok. Also Bastard ist laut dem Ding hier das uneheliche Kind eines Adeligen."

    Eileen: "Gut, passt kommt in die Liste."

    So arbeiten wir eine Weile Wort für Wort ab, bis wie zum Wort Inquisition kommen.

    Ich: "Das weiß ich, das ist Latein und bedeutet wörtlich einfach Untersuchung."

    Eileen: "Sicher?"

    Ich: "Ja, ich kenn mich mit der Hexenverfolgung aus."

    Eileen: "Hm ja, das Mittelalter war auch eine finstere Zeit."

    Murmelt Eileen gelangweilt.

    Ich: "Naja, die eigentliche Hexenverfolgung, war ja eigentlich eher in der frühen Neuzeit."

    Eileen: "Ok, du kennst dich also wirklich aus."

    Sie schreckt auf und scheint auf einmal wieder wacher zu sein.

    Ich: "Wie meist du?"

    Eileen: "Das ist doch einer der vielen Irrglauben, dass die Hexenverbrennung im Mittelalter stattgefunden hat."

    Ich: "Ähm .. Ja."

    War das gerade eine Falle? Also ich weiß nicht, was mit diesem Mädchen nicht stimmt aber ihr Logbuch strotzt auf der betreffenden Seite nicht umsonst vor roten Markierungen.

    Eileen: "Welche Bücher hast du dazu gelesen?"

    Ich: "Den Hexenhamer."

    Eileen: "Echt jetzt, das Malleus Original?"

    Ich: "Ja."

    Eileen: "Hach .. das Ding fehlt mir leider noch in meiner Liste der bösen Bücher, in der Bibliothek hier fehlt es leider. Hast du es auf Latein gelesen?"

    Ich: "Nein auf Deutsch in Lateinischer Grammatik, aber man kann es recht gut verstehen wenn man sich konzentriert. Aber hier bin ich Abends einfach zu müde zum Lesen."

    Eileen: "Sag jetzt nicht, du hasst es dabei .. also hier."

    Sie rückt auf ihrem Stuhl zurück, stützt sich die Händen auf ihre Knien und guckt mich mit ihren großen leuchtenden Augen an.

    Ich: "Doch hab ich, ich .."

    Eileen: "Klasse, ich gebe dir 4 Zigaretten, wenn du es mir leihst."

    Ok, jetzt fühle ich mich das erste mal wirklich wie im Gefängnis. Ein Glück, dass ich nicht rauche. Das mit den Zigaretten scheint ja extrem kompliziert zu sein.

    Ich: "Eh, ich rauche nicht."

    Eileen: "Ähm .. dann .. hm .."

    [0]Waren was Eileen anzubieten hat.

    [x]Ihr das Buch einfach so leihen.

    Wenn sie das Buch so sehr lesen möchte, dann wäre es gemeint von mir, irgendwas dafür zu verlangen. Am Ende habe ich von einer mit wohlgesonnenen Eileen sicher mehr, als von allen Zigaretten der Welt, vor allem da sie ständig mit Katrin rumhängt, die ich mittlerweile sehr mag.

    Ich: "Ich leih dir das Buch auch so, wenn du Bitte sagst."

    Eileen: "Nein, auf keinen Fall! .. Dann eben nicht!"

    Plötzlich dreht sie sich wütend weg, verschränkt sie Arme, wendet sich wieder ihrem Buch zu und sagt ohne mich anzugucken.

    Eileen: "Status quo."

    Ich: "Was hast du? Hab ich dich irgendwie beleidigt oder so?"

    Eileen: "Status quo."

    Ich: "Ok, zurück auf Anfang oder wie?"

    Ohne etwas zu sagen, schiebt sie mir das Latein-Deutsch Wörterbuch unter die Nase. Ich schätze ich soll wohl das Wort einfach nachsehen. Bedrückt lese ich Übersetzung und Definition vor und mache einen Vorschlag für den Eintrag.

    Eine Weile geht das so weiter, bis der Deutsch Lehrer in den Raum kommt und fragt:

    "Und wie geht es es voran?"

    Eileen: "18 neue Einträge."

    Deutsch Lehrer: "Das ist doch was und es geht schneller als alleine oder?"

    Eileen: "Ja."

    Antwortet Eileen tonlos.

    Deutsch Lehrer: "Ok .. gut dass reicht dann aber auch für Heute."

    Eileen stapelt die Bücher und versucht den Kompletten Stapel alleine wieder zurück ins anderen Zimmer zu tragen.

    Ich: "Soll ich dir was Abnehmen?"

    Eileen: "Nein, ich kann das alleine, geht du zurück ins Camp, ich komm nach."

    Deutsch Lehrer: "Nicht so schnell, du bist noch zum IQ Test angemeldet. Das ist einfach den Gang rauf vierte Türe links die 804b."

    Ok IQ-Test das klingt spannend, ich verabschiede mich also vom Lehrer, Eileen und den deren und mache mich auf den Gang, mit noch mehr merkwürdiger Kunst, entlang zu besagtem Zimmer.

    Darinnen begrüßen mich eine junge Frau und ein Arzt und erklären mir das Prozedere und dass das hier ein hoch wissenschaftliches Verfahren ist, dass man nicht mit den billigen IQ Test aus dem Internet vergleichen kann.

    Unter anderem muss ich Bilder sortieren, irgendwelche Formen zuordnen und noch mehr Bilder sortieren. Das ganze zieht sich eine Weile hin und nach einer Ewigkeit kamen auch noch Matheaufgaben. Bei allem Ehrgeiz, den ich gerade mit Blick auf die Schule entwickle aber das ist mir jetzt echt zu viel. Also rate ich einfach die meisten Aufgabe grob.

    Nachdem ich fertig bin, bedanken sich beide für meine Mitarbeit und entlassen mich mit dem Versprechen, dass ich die Ergebnisse am Nachmittag von meinen Campleitern mitgeteilt bekomme. Ich frage noch höflich, ob ich die Ergebnisse auch schriftlich haben kann, was aber nur mit Vielleicht beantwortet wird.

    Danach mache ich mich aber schleunigst auf zum Camp, den Weg finde ich ohne Probleme.

    17
    Walkman ( Tag 3 Donnerstag Mittag )

    Nach dem IQ-Test komme ich gerade noch so rechtzeitig zum Essen, setzt mich neben Merle, weil da gerade Platz ist, schaufele mir schnell zwei Kartoffeln und eine Schippe kleiner Möhren auf den Teller und matsche alles mit der Gabel zu einem undefinierbaren Brei zusammen. Das sieht zwar nicht schon aus aber dafür muss man es nicht kauen.

    Merle: "Ehm .. äh .. das darf man eigentlich nicht."

    Ich: "Hmp!"

    Ich deute auf meinen etwas zu vollen Mund. Mache aber eine Handbewegung, die Merle bedeutet soll weiter zusprechen.

    Merle: "Also man soll das Essen nicht so verstampfen, dass man nicht mehr erkennt was es ist."

    Ich: "Dann muss ich wohl dringend mal, das große Regelwerk in die Finger bekommen."

    Merle: "Ich sags ja nur so."

    Ich: "Alles gut Danke. Sag mal kennst du Eileen gut?"

    Merle: "Es geht warum?"

    Ich: "Ich hab ihr gesagt, sie kann sich ein Buch von mir leihen und sie ist komplett ausrastet."

    Merle: "Tut sie öfters."

    Ich: "Wenn man ihr Bücher ausleit?"

    Merle: "Ne auch sonst."

    Ich: "Ok, Danke."

    Merle: "Frag Katrin, die weiß das."

    Da ich aufgegessen habe und ja noch vor dem Ausflug zum EKG soll, stehe ich auch, gucke auf den Plan, den ich in mein Logbuch geklemmt habe, mache ich auf um sage Merle noch:

    "Mach ich."

    Ich gehe zur Schleuse und bitte Mario diese zu öffnen, da ich für das EKG wieder zum Krankenhaus muss.

    Mario: "Tut mir leid, dein Ausgang ist mit 0 einfach zu schlecht, um alleine das Camp zu verlassen."

    Ich: "Und wie komme ich dann zum EKG?"

    Mario: "Ganz einfach ein anderen einigermaßen Zuverlässiger Campbewohner begleitet dich."

    Ich: "Ok, ich werde mal fragen."

    Anny: "Hey."

    Ich dreh mich um und Anny steht ebenfalls an der Schleuse und da das obligatorische Na? Nicht zu hören ist, ist Bezy wohl gerade nicht dabei.

    Mario: "Anny was gibts?"

    Anny: "Ich wollte meinen Ausgang für Heute nehmen."

    Fragt sie mit leicht zitternder Stimme.

    Mario: "Brauchst du nicht, wenn du Daniel zum Krankenhaus begleitest."

    Anny: "Au ja klasse. Komm."

    Mario öffnet die Türe, Anny nimmt mich bei der Hand und wir rennen raus aus dem Camp und aufs Krankenhausgelände. Das Anny auf einmal so schnell rennen kann ..

    Ich: "Hey nicht so schnell, ich kann nicht mit Herzrasen beim EGK aufschlagen."

    Anny: "Alles gut .."

    Sie stoppt, fummelt eine Metalldose aus ihrer hinteren Hosentasche und steckt sich eine Zigarette an.

    Ich: "Warum hast du nach dem Essen noch keine geraucht?"

    Anny: "Ich bin 15, ich darf nicht."

    Ich: "Boar ist das verwirrend."

    Anny: "Nö ganz einfach, unter 16 muss auf dem Weg zur Schule rauchen, dafür Ausgang nehmen oder eben Glück haben wie jetzt. Mann kann sich auch hinters Geisterhaus schleichen und nachts auf den Toiletten rauchen aber die kontrollieren Nachts immer mal und ich hab halt oft Pech."

    Ich: "Mich hat noch nie jemand nachts gestört."

    Anny: "Du rauchst ja auch nicht, bei dir gucken die gar nicht nach. Aber mal was anderes, du kennst dich mit Mode aus?"

    Ich: "Ja, es geht."

    Anny: "Wie findest du mein Outfit?"

    Anny dreht sich vor mir im eleganten Kreis. Sie trägt einen rosa Minirock über einer hellen Caprihose, dazu weiße Sneaker in roseé farbenen Socken. Oben ein größeres weißes Top unter einem kleineren rosa Tanktop und dazu eine weiße Korallenkette. Ihre langen blonden Haare trägt sie Oben nur gehalten von einem rosa Haarreifen.

    Ich: "Toll. Ich mag die Kombination aus Weiß und Rosa, die du an dreimal, also an den Füßen am Oberteil und an den Haaren hast. Und ich mag die Korallen Katte."

    Anny: "Aber meine Haare sind nicht weiß."

    Ich: "Blonde Haare zählen als weiß, weil mal Haar in der Farbe immer abrundet oder so."

    Anny: "Aber sagen, dass du keine Ahnung hast. Freut mich, dass ich dir gefalle."

    Sie kichert etwas, während wir in einen kleinen Garten einbiegen. Dieser ist recht klein und bietet rund um eine Kiesfläche einige Bänke, eine altmodische Laterne und ziemlich viele Grünpflanzen.

    Anny: "Hier wären wir, dass ist das Herzarztding. Ich bleib draußen und rauch noch eine."

    Anny ist so ein liebe süßes Mädchen, dass man leicht über ihre Lernbehinderung hinwegsehen kann. Wenn nur dieses ständige Rauchen nicht wäre. Ich nehme die Klinge in die Hand und betrete das Warte Zimmer.

    Nach einer Weile werde ich von einer Schwester in ein Zimmer geleitet und dort vom Arzt empfangen, der mir aber nicht viel erklären muss, schließlich ist das nicht mein erstes EKG. Als der Arzt das Zimmer verlässt, ziehe ich vor der Schwester mein Shirt aus.

    Schwester: "Och, das wird kein Problem. Bei ihnen ist ja noch alles gut zu erreichen. Da haben wir schon mal ganz andere Probleme."

    Nach dem ich fertig verkabelt bin, beobachte ich gelangweilt meinen Herzschlag in digitalisierter Form und döse vor mich hin.

    Auf einmal tut sich auf dem Flur etwas und ich versucht durch den Türspalt etwas zu erkennen. Ah ein nackter Rücken. Langweilig aber was besseres zu gucken gibt es gerade nicht. Auf was man so alles achtet, wenn einem langweilig ist und man sich nicht bewegen darf.

    Der Rücken wackelt etwas und dreht sich ab und zu zur Seite, als würde er sich in einem Spiegel beobachten. Dann macht er eine ruckartige Bewegung und ich gucke instinktiv zur Decke. Was für meine Augen auch angenehmer ist, da ich auf dem Rücken liege.

    Plötzlich bewegt sich die Tür etwas, ich gucke schnell hin und meine kurz ein Auge gesehen zu haben, aber wenn es dort war ist es jetzt Verschwunden. Ich gucke noch ein paar mal zur Türe aber ohne etwas zu erkennen.

    Nach einer halben Ewigkeit kommt der Arzt ins Zimmer, teilt mir das Ergebnis mit, während die Schwester mich wieder entkabelt.

    Kardiologe: "Alles in Ordnung, bisschen niedriger Blutdruck, du solltest eventuell mehr Sport machen."

    Ich bedanke mich höflich, ziehe mein Shirt wieder an, welches sich sofort mit den Kontakflüssigkeiten einsaut und verlasse das Zimmer. Im Wartezimmer sagt mir die Rezeption, dass meine Freundinnen schon draußen warten.

    Freundinnen? Warum bezeichnen die immer alle Mädchen die mit mir im Camp sind als meine Freundinnen. Und warum Plural? Ich gehe raus in den kleinen Garten wo schon eine, schon wieder rauchende, Anny und ..

    .. Eine komplett Verkabelte Eileen auf mich warten. Aus dem viel zu großen weißen T-Shirt, welches sie jetzt wieder trägt, ragen überall Kabel und Stecker heraus, die alle in einem großen schwarzen Kasten zusammenlaufen, welchen sie an einem breiten schwarzen Gurt quer über den Körper an ihrer linken Hüfte trägt.

    Sie fummelt sich dabei an BH und Gurt rum, wohl um eine nicht komplett ungemütliche Position zu finden. Jetzt weiß ich auch, was die Schwester eben gemint hat, mit den ganz anderen Problemen bei anderen Patienten.

    Eileen: "Na mein neuer Walkman."

    Au ich hab sie zu lange angestarrt, hoffentlich rastet sie nicht direkt schon wieder aus.

    Anny: "Echt?"

    Ich: "24 Stunden EKG?"

    Eileen: "Korrekt."

    Anny: "Was für Ding?"

    Ich: "Das sind ganz viele Kabel, die dein Herz messen und dass einen Tag und eine Nacht lang. Ich hatte auch mal Eines, war echt ungemütlich."

    Eileen: "Hm, ich will erst gar nicht wissen, wie ich damit schlafen soll."

    Ich: "Das geht, wenn man einen enges Shirt Anzieht und den Kasten wie ein Kuscheltier im Arm beim Rumdrehen immer mitnimmt."

    Eileen: "Ich hab keine Kuscheltiere."

    Anny: "jetzt schon!"

    Anny unterbricht an diesem Punkt das Gespräch glücklicherweise, in dem sie einfach zum Camp hinauf geht. Ich helfe ihr und Eileen trottet uns nach. Nun im Toten Winkel scheint der Kampf zwischen Gurt, EKG und BH nun komplett zu eskalieren. Ich wage es besser nicht mich umzudrehen, auch wenn der Anblick sicher extrem komisch ist.

    Auf halbem Weg packt Anny ihren Schminkspiegel aus, überprüft ihre Lippen und muss leicht kichern.

    Eileen: "Ich sehe doch die Reflexion des Spiegels. Denkst du ich bin doof oder so?"

    Anny: "Ich guck nur auf der Lippenstift richtig ist."

    Eileen: "Nein, du machst dich über mich lustig. Guckt doch ruhig hin, wie ich mich hier verheddere."

    Ich: "Können wir dir irgendwie helfen, sollen wir kurz stehen bleiben?"

    Eileen: "Nein geht schon."

    Ich drehe mich promt wieder um und gehe gerade aus weiter, nur Anny dreht sich immer mal weider um, obwohl Eileen mittlerweile scheinbar eine gute Position gefunden hat.

    18
    Königsritual ( Tag 3 Donnerstag Mittag )

    Als wir im Camp ankommen bemerkten wir eine neues Mädchen, das mit Bezy und ein paar anderen redet, die Neue steht auf dem großen Platz in der Mitte, hält die Arme verschränkt und mach sich schein bar gerade wichtig.

    Eileen: "Du wolltest was zu den Begrüßungsritualen wissen, hier ist das Königs Ritual. Lehn dich zurück und genieße die Show."

    Anny: "König? Ok, wird gemacht"

    Anny läuft freudig auf die Neue zu.

    Anny: "Hi, wie heißt du?"

    Neue: "Suzy."

    Au, hier kommen die Leute teilweise schon fertig mit ihren komischen Spitznamen an. Praktisch.

    Anny: "Tolle Klamotten."

    Suzy ist recht klein, hat ein fröhliches Grinsen auf dem Gesicht, schwarze kurze Haare und trägt ein knallrosa Samt Kapuzenjacke mit Goldenen Buchstaben. Dazu die passende Jogginghose und Airmax Schuhe. Und damit genau die Sachen, die bei uns in der Stadt die Asis so gerne tragen.

    Auch das noch, da sie gerade von allen Umstehenden abwechseln ausgefragt und bewunder wird ..

    Bezy: "Aus welcher Stadt kommt du."

    .. erfahre ich, dass sie auch der selben Stadt kommt wie ich. Na da habe ich aber mal gut richtig gelegen mit meiner Fashion Analyse. Ich setzt mich auf eine Bank und höre etwas verstört den anderen zu, wie diese wohl gerade ihr Königsritual durchführen und der Neuen so richtig Honig ums Maul schmieren.

    Nur Maria und Eileen stehen etwas abseits der Szene und beobachten das Ganze, in Eileen Fall aufmerksam schadenfroh und in Marias Fall komplett verständnislos.

    Auf einmal kommt das Gespräch auf das Thema Selbstverletzung.

    Suzy: "Ganz ehrlich, wer sich ritzt ist dumm."

    Eileen: "Das finde ich aber nicht nett von dir, das verletzt meine Gefühle."

    Gibt sie mit mehr als offensichtliche sarkastischem Ton von sich.

    Suzy: "Sowas tun nur Leute die zu dumm sind sich umzubringen und was willst du überhaupt und wer bist du? Frankenstein?"

    Suzy nähert sich Eileen und macht eine typische Ghettodrohgebärde, muss sich dazu jedoch auf die Zehenspitzen stellen, da Eileen fast zwei Köpfe größer ist und zudem auf einem leichten Abhang steht.

    Eileen: "Ich wollte dir nur sagen, dass du mich mit einer Aussage gekränkt hast und dass diese zudem faktisch falsch ist, denn nicht jedes selbstverletztende Verhalten hat eine suizidale Absicht."

    Suzy die offensichtlich nicht alle Worte verstanden hat, brüllt:

    "Soll ich dir mal eine Mitgeben?"

    Eileen: "Würde ich an deiner Stelle lassen .. Wäre geben die Campregeln."

    Dabei spannt Eileen ihren ordentlichen rechten Oberarm an, was eigentlich eher unnötig ist, denn so wie die Neue aussieht, hätte sie kaum eine Chance, selbst gegen Anny.

    Suzy: "Pass bloß auf, ich kann dir das Leben hier ganz schon zur Hölle machen."

    Eileen: "Veni Vidi Vici."

    Suzy: "Was?"

    Eileen: "Nichts, du kommt es in .. hm .. drei Stunden an und entschuldigt dich bei mir."

    Suzy: "Soll das ne Drohung sein?"

    Eileen: "Nein eine Vorhersage."

    Beim letzten Wort dreht sie sich einfach um und geht in unsere Richtung.

    Maria: "Die ist völlig durch oder?"

    Katrin: "Eileen oder die Neue?"

    Katrin ist schon wieder ohne Vorwarnung hinter uns aufgetaucht und wippt gespannt mit den Füßen. Sie trägt einen schwarzen Kaputenpully und eine schwarze Jeans.

    Katrin: "Was gibts?"

    Ich: "Königsritual."

    Maria: "Was?"

    Katrin: "Ach das ja. Immer wenn eine eingebildete Assi Tussi zu uns kommt und unsere eigenen eingebildeten Assi Tussi die nicht mögen, dann tun wir so, als fänden wir die ganz ganz toll und cool."

    Ich: "Und was bringt das?"

    Eileen: "Die denken dann, sie können alles machen oder bekämen Respekt für Regelverstöße und fliegen dann raus, weil die einfach übermütig werden."

    Eileen ist zu uns gekommen und setzt sich neben Maria auf die Bank, die promt weg rutscht.

    Maria: "Ihr habt hier aber komische Rituale, macht ihr das mit allen?"

    Katrin: "Mit Allen, bei denen eine Mehrheit das beschließt."

    Eileen: "Sprich Ja! Nur bei dem hier hatten wir keine Zeit."

    Eileen deutet auf mich.

    Maria: "Aber mich wolltet ihr nicht loswerden oder?"

    Eileen: "Doch aber hat nicht geklappt. Naja zumindest hab ich jetzt den Sexuellen Übergriff auf rot."

    Maria: "Was? Das war gar nicht ernst gemeint Gestern."

    Eileen: "Nö. Nimms mir nicht übel aber du bist nicht mein Typ."

    Maria: "Ihr habt doch echt ne Macke."

    Eileen und Katrin grinsen, als wäre das eine Art Bestätigung. Als Maria außer Hörweite ist, sagt Katrin zu mir geneigt:

    "Und das was das Hinter dem Vorhang Ritual. Mal sehen ob sie es verkraftet. Dir scheint ja sowas absolut nichts aus zu machen."

    Dass nenne ich mal verschlagen oder besser verschachtelt, dass das Aufklären über Rituale noch einmal als eigenes Ritual zählt.

    Ich: "Ne warum war doch witzig."

    Eileen: "Ware mal ab, das wird noch viel witziger."

    Ich beobachte wieder die Traube um Suzy, welche sich aber gerade aus dieser heraus arbeitet und zur Schleuse geht.

    Eileen: "Hm .. das läuft ja besser als erwartet."

    Katrin: "Was? Du hast doch nicht schon wieder extra mit einer Streit angefangen nur um .. och ne."

    Eileen: "Entschuldige aber das macht einfach zu viel Spaß."

    Ich: "Um was gehts?"

    Eileen: "Also das Ding ist unter 18 und hat von den Betreuern alle Zigaretten abgenommen bekommen. Natürlich könnte sie sich nach jedem Essen eine geben lassen. Aber da sie aus dem Maul strikt wie ein Industrieschlot, wird ihr das wahrscheinlich nicht reichen. Also wird sich jetzt aufmachen um Zigaretten zu holen. Dazu hat sie zwei Möglichkeiten, entweder sie gehst ins Dorf oder ins Luxus Resourt. Da beides darf sie mit ihrem Ausgang nicht."

    Mario: "So Leute auf gehts, Ausflug. Es geht zum Schwimmen."

    Anny: "Therapiebad?"

    Mario: "Nein Freibad. Teilnahme ist für alle verpflichtend und ja ihr müsst ins Wasser, wenn auch nur kurz. Danach könnt ihr unseres wegen auch gerne auf der Wiese liegen und lesen. Wir treffen uns in einer halben Stunde alle hier fertig in Badesachen und mit Handtüchern. Wer keine Badekleidung oder Handtücher hat, der kommt bitte umgehend mit ins Hauptgebäude in den Waschraum."

    Ich folge Mario in den Bunker und sehe das erste Mal, das eine der ersten Türen auf der rechten Seite in einen fast schon riesigen gefliesten Waschraum führt. Auf der rechten Seite befinden sich Duschen und auf der linken, völlig war los mitten im Raum eine Badewanne. Dahinter Spinte, aus welche uns Mario Handtücher und Badesachen gibt.

    Ich bekomme eine blaue altmodische lange Badehose mit weißen Streifen an den Seiten. Den rosa Bademantel lehne ich ab, da ich dann doch lieber meinen eigenen gemütlichen nehme, auch wenn dieser in Neon grün nicht viel modischer aussieht.

    Manuel bekommt eine rein schwarze Badehose, Merle einen altmodischen Badeanzug und Maria lediglich ein großes Handtuch. Auf einmal drängen sich Anny und Bezy mit den den Raum, wohl mit ihren eigenen Badesachen über dem Arm.

    Ich: "Hi, äh .."

    Bezy: "Wir ziehen und hier um, da man in unserer Hütte die Fenster nicht so zu machen kann, dass man nicht reingucken kann."

    Ich: "Ok, ich bin mich dann mal in meinem Zimmer umziehen."

    Während sich die Mädchen alle zu den Duschen und den etwas weiter weg stehenden dazugehörigen Bänken begeben, gehe ich in mein Zimmer, ziehe mich schnell im Bad um und bin mir unschlüssig, ob ich direkt den Bademantel drüber ziehe.

    [0]In der Badehose aus dem Zimmer gehen.

    [x]Im Bademantel aus dem Zimmer gehen.

    Hm, nur weil wir jetzt schwimmen gehen, heißt das ja nicht, dass die Campregeln auf einen Schlag nicht mehr gelten, also ab in den flauschigsten aller Bademäntel und raus in den Bunker.

    Dort kommen auch schon die ersten Mädchen aus dem großen Waschraum. Das Mädchen, welches ignoriert werden will, steht in einem hübschen blauen Bikini vor der geschlossenen Türe und scheint Wache zu halten, da sie bei meinem Anblick panisch mit einer Schnellen Bewegung, die Türklinke hochschnellen lässt und zweimal an die Türe klopft.

    Ich: "Keine Sorge ich geh schon mal raus."

    Sie nickt wortlos und drückt die Türklinke wieder nach unten. Interessant, dieser Kommunikation per Türklinke.

    Ich betrete den großen Platz, wo mich Katrin abfängt. Die merkwürdigerweise keine Badesachen trägt, sondern einen weites schwarzes Shirt, nicht so weit wie Eileen übliche XXL Shirts aber immerhin.

    Katrin: "Komm, das wird lustig."

    Sie parkt mich an dem Ärmel meines neongrünen Bademantels und zieht mich zu dem kleinen Hügel, von welchem aus man die Schleuse so gut einsehen kann. Dort kauere wir uns hinter Eileen, die mit einem Fernglas den Eingang beobachtet.

    Eileen: "Wait for it .. wait for it."

    Ich: "Was gibts?"

    Katrin: "Psssst warte einfach ab."

    Auf einmal öffnen sich die inneren Türen und Suzy wird von zwei stämmigen Männern in weißen Pfelgeranzügen ins Camp gebracht, welche sie an den Armen festhalten. Mario kommt zu ihr gelaufen, worauf die die Männer sie loslassen. Eileen genießt die Show sichtlich.

    Eileen: "Auch mal?"

    Sie bietet Katrin das Fernglas an.

    Katrin: "Ne Danke."

    Eileen: "Du?"

    Ich: "Ähm, ja gerne."

    Eileen reicht mir das Fernglas, ohne dabei den Gurt von ihrem Hals zu nehmen. Ich nehme mir das Glas ganz vorsichtig vor die Augen und versuche dabei nicht an ihrem Hals zu zerren. Trotzdem ist ihr Kopf so dich an meinem, dass ich sie atmen hören kann. Ich sehe wie sich Suzy und Mario streiten. Während dessen macht Eileen eine Notiz in ein kleine Buch.

    Eileen: "14 Uhr 50, Glücksgefühle. Herzschlag leicht spürbar."

    Es muss wohl für das 24 Stunden EKG sein.

    Ich: "Was passiert ja jetzt genau?"

    Katrin: "Die Arme wird wohl, auf der Suche nach Zigaretten, direkt ins Resort gelaufen sein, wo wir absolut nicht hindürfen."

    Eileen: "Das Sicherheitspersonal da schmeißt jeden raus, der da nicht hingehört und wenn einer von uns oder der Geschlossenen oben da hin läuft .. hm .."

    Ich: "Fliegt die jetzt raus oder wie?"

    Katrin: "Ne aber ihr Ausgang ist hin."

    Ich: "0?"

    Katrin: "Ne 2B. Also 2 Betreuer, man darf dann nur noch mit zwei Betreuern irgendwohin. Aber wir müssen langsam zum Hauptplatz."

    Katrin und Eileen stehen auf, klopfen sich kurz ab und machen sich dann, gefolgt von mir, auf zum Hauptplatz. Wo ich die meisten Bewohner bereits versammelt haben.

    19
    Wasserschlacht ( Tag 3 Donnerstag Abend )

    "Wasserschlacht."

    Kreischt es von der Mitte des Camps her und das quietschen eines Megaphones ist durch die hohen Bäume zu hören.

    Katrin: "Ohne mich aber wir müssen uns dummer weise die Bekanntmachung anhören."

    Katrin steht auf und geht gelangweilt richtig des großen Platzes, Eileen folgt ihr in einigem Abstand und Ich schließe mit einem kleinen Anlauf zu ihr auf. Erst als wir auf dem großen Platz mit allen anderen zusammen kommen, fällt mir auf, dass ich mein Buch hinter der alten Hütte habe liegen lassen.

    Mario: "Da es immer noch schwer erträglich heiß ist und wir leider die Kleiderordnung aktuell nicht lockern können. Haben wir uns entschlossen, eine Wasserschlacht in einem begrenzten Rahmen zu gestatten."

    Anny: "Jippie .."

    Mario: "Dabei gilt, dass nur um die inneren Bänke herum gespielt werden darf. Alle die nicht teilnehmen, dürfen nicht nass gemacht werden. Und ganz wichtig, Träger von weißen T-Shirts, Hosen, Tops und sonstigem dürfen nicht mitmachen."

    Eileen: "Aber ich kann mich wegen der Kabel nicht umziehen."

    Mario: "Erwartest du darauf wirklich eine Antwort?"

    Zugegeben Eileens beißender Sarkasmus hat was. Ich und Katrin müssen grinsen, die anderen scheinen den Witz nicht oder zumindest nur teilweise zu verstehen.

    Katrin: "Machst du mit?"

    Ich: "Ne so warm ist mir nicht."

    Während die anderen sich wohl mit Wasserpistolen und sonstigem eindecken, schlendern wir wieder zurück zur Rückseite der unbewohnten Hütte und unterhalten uns dort etwas über Videospiele. Eileen blättert lustlos in den Tagebuch Kopien und trinkt nach einer Weile den letzten Schluck aus ihrer Flasche.

    Eileen: "Ich hol mal eben neues Wasser."

    Ich: "Warum trinkst du überhaupt so viel?"

    Eileen: "Müssen wir, wenn wir das nicht tun, dann schädigen die Medikamente unsere Nieren."

    Katrin: "Wenn du härteres Zeug bekommst, dann bekommt du auch ne mindest Menge Wasser ins Logbuch geschrieben."

    Eileen: "Wenn überhaupt. So ich bin dann mal weg, bis gleich."

    Eileen stemmt sich auf und geht erledigt in Richtung Bunker. Sie scheint nicht weniger unter der Hitze zu leiden als Katrin und ich.

    Katrin: "Wäre ne Wasserschlacht nichts für dich?"

    Ich: "Nein, jetzt noch einmal nass und noch einmal abtrocknen? Ne."

    Katrin: "Wobei du dich dann sicher auch noch in der Gruppendusche umziehen müsstest."

    Ich: "Gruppendursche? Du meist die Dusche ist für beide .."

    Katrin: "Halb so wild, da ist ne halbhohe Wand zwischen und die lassen da schon lange nicht mehr Jungs und Mädchen gleichzeitig rein."

    Ich: "Warum steht hier überhaupt einen Bunker?"

    Katrin: "Eileen, weiß das. Das Camp wurde vor Ewigkeiten von der Sekte gegründet und dann später übernommen oder so."

    Ich: "Hm .."

    Da Katrin den Eindruck macht, lieber ihre Ruhe haben zu wollen, sage ich einfach gar nichts, nicke nur und greife zu meinem Buch. Doch bevor ich anfangen kann zu lasen, fragt mich Katrin:

    "Wie lange braucht denn Eileen?"

    Ich: "Warte ich guck mal."

    Ich stehe auf, lege mein Buch zur Seite und gehe um das Häuschen herum, wo ich auch schon ein Geräusch höre und instinktiv in Deckung gehe.

    "Verdammte, Axt. Dass kann doch nicht deren Ernst sein."

    Ich sehe Eileen, wie sie sich mit ausgebreiteten nassen Armen der Vorderseite der Hütte nähert. Etwas sehr nasses muss sie wohl in etwa am Hals getroffen haben, denn dort ist ihr weites weißes T-Shirt vollkommen durchnässt.

    Eileen: "Faack."

    Plötzlich beugt sie sich vorne über und quetscht ihre Brüste mit den Unterarmen extrem zusammen. Ich gucke schnell weg und überlege, was ich machen soll.

    [x]Eileen helfen

    [0]Eileen ignorieren

    Auch wenn sie mich nicht so gut leiden kann, kann ich sie nicht einfach im Stich lassen überlege ich mir. Dann gehe ich ein paar Schritte zurück und tue einfach so, als ob ich gerade ganz normal von der Rückseite komme.

    Ich: "Alles Ok?"

    Eileen: "Hä .. nein, offensichtlich nicht."

    Ich sehe sie an, Eileen richtet sich wieder auf und ist plötzlich, aus irgend einem Grund, bis zum Bauch komplett durchnässt. Sie atmet schwer durch und wischt sich über das komplett durchnässte Shirt. Da selbiges durchsichtig an ihrem Körper klebt mache ich vorsichtshalber die Augen zu.

    Ich: "Ähm .. kann ich dir irgendwie helfen?"

    Eileen: "Die Augen verschließen hilft schon mal nicht."

    Ich: "Warte ich hold dir .. ein Handtuch."

    Ich drehe mich um und will los laufen, da höre ich hinter mir:

    "Nein, nein .. dass ist doch nicht dein Ernst .. bleib gefälligst dran. Verdammt."

    Ich: "Alles in Ordnung?"

    Eileen: "Nein, die große Elektrode geht ab. Und die Anderen sehen auch nicht mehr so gut aus."

    Ich: "Ähm .. warte ich hol Klebeband."

    Eileen: "Klebeband, ich bin nass wie Sau."

    Ich: "Dieses komische .. ach egal .. das hält."

    Ich mache mich so schnell es geht auf den Weg zur Aufsicht und mache dabei einen großen Bogen um den Hauptplatz, weswegen ich mich auch einmal kurz verlaufe. Auf dem Weg frage ich mich, wie Eileen von dem einen zum anderen Augenblick komplett nass werden konnte. Denn soweit ich das weiß, saugen sich Brüste nicht mit Wasser voll.

    Ich komme bei der Aufsicht an und klopfe aufgeregt.

    Peter: "Ja."

    Ich: "Ähm, ich brauche dieses komische Gewebe .. Pflasterband, dass immer und auf allem klebst wie sau und das so wehtut, wenn man wieder abmacht."

    Peter: "Hansatape?"

    Er zeigt mir eine Rolle von genau dem Zeug, das ich meine.

    Ich: "Ja."

    Peter: "Ist was passiert?"

    Ich: "Ne, nur eines von Eileens EKG Kabeln ist lose."

    Irgendwie habe ich das Gefühl, das Eileen nicht scharf drauf ist, dass Peter und Mario Wind von ihrem Unglück bekommen, wie auch immer es dazu gekommen ist. Eventuell ja eine Racheaktion wegen des dummen Spruches am Duschraum.

    Peter: "Ah, ok. Das ist aber nett von dir. Hier."

    Das mit dem einen Kabel ist doch etwas sehr untertrieben aber ich mache mich so schnell es geht auf, um ein Handtuch oder was vergleichbaren zu holen. Da der Duschraum verschlossen ist, gucke ich mich hektisch um.

    Merle: "Alles ok?"

    Ich: "Hättest du einen Handtuch oder so, das du Eileen leihen würdest?"

    Merle: "Sicher."

    Sie springt in ihr Zimmer und kommt einen Augenblick später mit einem blauen Handtuch wieder raus. Nun gut nicht das Optimale aber besser als nichts. Ich renne so schnell ich kann wieder zu Eileen zurück. Auf dem großen Platz tobt unterdessen eine ausgedehnte Wasserschlacht.

    Eileen, die sich logischerweise nicht bewegt hat, atmen bei meinem Anblick leicht auf. Ich reiche ihr das Handtuch und ziehe schon mal einen Streifen Tape von der kleinen Rolle.

    Unschlüssig was ich jetzt überhaupt damit will, sehe ich erst den Streifen in meiner Hand und dann Eileen an, die sich ganz vorsichtig ab was abtupft.

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Guck nicht so doof, mach was!"

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Keine Ahnung .. kleb die Kabel an meinem Rücken fest."

    Ich geh um Eileen herum und klebe ihr einen Streifen in den Nacken, wo zwei Kabel verlaufen.

    Eileen: "Nicht mitten drin, an den Dioden!"

    Ich: "Wo sind die denn?"

    Eileen: "Also eine ist zwischen den Schulterblattspitzen, eine anderen oben links davon und eine dritte am Steiß. Beeil dich bitte, ich muss hier vorne 4 Stück festhalten."

    Ich greife ihr vorsichtig unter das T-Shirt und suche mit meinen Fingerspitzen behutsam nach den Dioden. Eileen krümmt sich.

    Eileen: "Das ist ein 3XL Shirt, da passt du mit dem ganzen Kopf drunter. Außerdem ist das nur mein Rücken, der tut dir nichts."

    Ich stecke meinen Kopf unter ihr T-Shirt und sehe recht schnell alle drei Dioden und verpasse jeder einen zusätzlichen frischen Streifen. Die Arme scheint am ganzen Körper Gänsehaut zu haben.

    Ich: "Alles sitzt."

    Eileen: "Gut, jetzt vorne .. ähm .."

    Ich: "Ich mach dir Streifen ab und du klebst die dann auf?"

    Eileen: "Gute Idee könnte klappen."

    Ich reiße immer wieder Streife ab und gebe sie ihr nach vorne, wo sie wild mit Kabeln, T-Shirt und sonstigem kämpft. Nach einer Weile dreht sie sich rum.

    Eileen: "Sor, jetzt nur noch einen am Bauch. Aber ich will mich nicht runterbeugen, ich trau dem Saugnapfding nicht. Die Diode ist am Rippenbogen."

    Ich: "Rippenbogen?"

    Eileen: "Da wo die Rippen aufhören, nu los."

    Ich greife mit geschlossenen Augen unter ihr vorne völlig durchnässtes klatschiges T-Shirt, finde die Rippen und klebe mit der anderen Hand die Diode fest.

    Eileen: "Danke, den Rest bekomme ich alleine hin. Eh heißt nicht, dass du gehen musst."

    Ich hatte damit begonnen mich umzudrehen.

    Eileen: "Aber wenn du schon mal so steht, bleib mal so und guck mal einen Moment weg."

    Dem Geräusch nach zu urteilen geht Eileen kurz hinter die Hütte, wringt dort ihre Sachen aus, kommt kurz drauf zurück und sagt:

    "Sor, jetzt leg ich mich erstmal zum trocknen in die Sonne .. ich hasse Sonne."

    Die Wasserschlacht ich schon eine Weile vorbei und Eileen torkelt in Richtig einer der letzten sonnenbeschienen Bänke. Sie lässt sich in einigen Meter Entfernung auf diese fallen und schnaubt einmal laut. Ich gehe ihr langsam nach und habe irgendwie das Bedürfnis etwas zu lagen.

    Als ich fast bei ihr stehe und Luft hole, tastet Eileen ihre Taschen ab und säufst:

    "Jetzt hab ich noch nicht mal das dumme Notizbuch bei mir."

    Ich: "Warte ich hols, ich muss auch noch mein eigenes Buch holen."

    Ich drehe mich um und schlendere in Richtung der unbewohnten Hütte. Auf dem Weg frage ich mich, warum Katrin Eileen eigentlich nicht geholfen hat aber so schnell wie alles passiert ist.

    Als ich auf der Rückseite ankomme sitzt dort Katrin ganz ruhig und leist in einem eigenen Buch.

    Katrin: "Was war los?"

    Ich: "Eileen ist von einer Wasserbombe oder sowas getroffen worden."

    Katrin: "Selber schuld, sie hätte einen größeren Bogen um den Platz machen sollen. Wie ich sie kenne, hat sie schon wieder wen bis aufs Zahnfleich provoziert."

    Ich: "Möglich."

    Ich greife erst nach meinem Buch und dann nach Eileens EKG Heft.

    Katrin: "Und ihre Sachen kann sie sich eigentlich auch selber holen."

    Sagt Katrin ohne von ihrem Buch aufzublicken.

    Ich: "Alles in Ordnung mit dir, ist was zwischen euch?"

    Katrin: "Nein, nur las dich nicht von ihr manipulieren."

    Merkwürdig, erst scherzen die Beiden zusammen und jetzt, ohne das ich was mitbekommen habe, hat Katrin plötzlich einen Hals auf Eileen.

    Ich: "Ich werd aufpassen. Im Moment, braucht sie echt meine Hilfe. Ich kann sie ja nicht nass ins Bett gehen lassen."

    Katrin: "Wenn das dein Problem ist .."

    Sie sieht nicht von ihrem Buch auch und ich gehe wieder zurück zu Eileen. Als ich bei ihr ankommen, hat sie sich auf den Rücken gedreht und versucht in der verschwindenen Sonne noch etwas zu trocknen, was ganz passabel funktioniert. Sie hätte sich nie so hingelegt, wenn ihr Shirt immer noch so durchsichtig gewesen wäre, wie eben.

    Ich: "Hier."

    Eileen: "Danke."

    Sie nimmt Heft und Stift und notiert wortlos ein paar Zahlen und kritzelt ein paar Wörter. Ihre Schrift ist wirklich furchtbar, was aber auch an der Situation liegen könnte. Danach legt sie erschöpft beides beiseite und guckt in die Baumwipfel, an denen langsam rosa werdende Wolken vorbeiziehen.

    Eileen: "Du, äh .. ich hab zwar keine Ahnung, warum du dir solche Mühe gibt es aber .. Danke."

    Sie schiebt sich das Notizheft unter den Kopf und macht die Augen zu.

    Eileen: "Ich werd hier noch etwas liegen und versuchen zu trocknen, geh du besser zum Abendessen. Ich werde mich hier jetzt langsam zu Tode langweilen."

    [0]Eileen einfach ihrer Langeweile überlassen.

    [x]Eileen den Hexenhammer neben das Gesicht legen.

    Da ich keine Lust habe das Buch mit zum Essen zu nehmen und sich Eileen in Deutsch so dafür interessiert hat, lege ich es einfach mit einem deutlichen 'Pock' neben ihren nassen Kopf. Dann hat sie wenigstens was zu lesen.

    Am Tisch angekommen setze ich mich auf meinen angestammten Platz

    20
    Schwimmen ( Tag 3 Nachmittag )

    Alle Campbewohner, haben sich bereits auf dem großen Platz zusammen gefunden und so gut wie alle tragen bereits ihre Badesachen, die meisten trägen Tücher, Bademäntel oder weite Shirts darüber.

    Mario: "Gut, es geht los. Ähm .. Maria."

    Maria: "Ja?"

    Mario: "Es sieht so aus, als hätte man vergessen dir das mitzuteilen aber in der Regel tragen wir auf dem Weg immer noch zusätzliches etwas über unseren Badesachen. Aber ist jetzt nicht so schlimm, beim nächsten Mal denkst du aber dran ok?"

    Ich wundere mich eh, warum hier alles von Hotpants, bis zu Miniröcken, über aus der Kleidung herausragender Unterwäsche verboten ist aber bei Bademode hier scheinbar beide Augen zugedrückt werden. Naja, die meisten Mädchen scheint es zu freuen, denn ich sehe auf Anhieb keine, die sich irgendwie unwohl in ihren Sachen fühlt.

    Mario: "Auf gehts."

    Wir verlassen geschlossen das Camp und wandern mal wieder über eine der vielen ländlichen Straßen.

    Anny: "Schicker Bademantel."

    Ich: "Danke."

    Bezy: "Sieht echt Pimp mäßig aus."

    Ich: "Ja aber meinen goldenen Becher musste ich zuhause lassen."

    Anny trägt ein knappes rosa Bikinioberteil und eine weite weiße Schwimmshorts um welche sie eigentlich überflüssig aber schick ein rosanes durchsichtiges Tuch geschlungen hat. Unter dem Arm hat sie ein Handtuch geklemmt und ihre Füße stecken in rosa weißen Flipflops.

    Anny: "Und was sagt du zu meinem Outfit."

    Ich: "Klasse, bei dir ist aber auch alles weiß rosa oder?"

    Anny: "Jap. Isn bisschen langweilig manchmal."

    Ich: "Ach was, ich mags wenn man einen einheitlichen Style mit festen Elementen hat."

    Anny: "Nur die Hose ist nicht so der Bringer, aber mein Hösch .. ähm."

    Ich: "Bikini Unterteil?"

    Anny: "Mein Bikini Unterteil ist kaputt gegangen."

    Ich: "Sieht aber trotzdem toll aus, Oben viel frei und dafür unten etwas mehr Stoff. Das Tuch ist wegen der Regel oder?"

    Anny: "Ja voll bescheuert."

    Ich: "Sieht aber witzig aus und so hast du wieder Rosa und Weiß."

    Anny: "Ja, doof aber ich musste hier Hose hier in Kik kaufen und die hatten nur die rein weißen."

    Ich: "Du könntest dir einen langen rosa Schnürsenkel kaufen, den gegen sie Kordel austauschen und ne große Schleife machen. "

    Anny: "Boar, ja geile Idee, Danke."

    Bezy: "Du kennst dich ja wirklich gut aus .. wie findest du mein Bikini?"

    Anny: "Hab ich dir doch gesagt, dass er sich auskennt."

    Ich: "Ähm .."

    Bezy trägt einen blau weiß gestreiften Marine-Bikini, der oben etwas zu klein ist und deswegen etwas sehr quetscht. Dazu das passende Unterteil, welches gerade kaum zu sehen ist, da sie ein undurchsichtiges schwarzes Tuch um die Hüften gewickelt hat. Bei genauer Betrachtung, handelt es sich dabei um einen Schal.

    Ich: "Auch gut, ich finde das dunkle Blau passt zu dir aber Querstreifen? Nicht dass ich dich beleidigen will oder so."

    Bezy: "Ich bin halt stämmig und steht dazu."

    Anny: "Ha du bist dick."

    Bezy: "Nein ich hab schwere Knochen und ein gebährfreudiges Becken."

    Beide müssen anfangen zu lachen, aus Verlegenheit grinse ich einfach etwas mit. Aber Bezy hat recht, denn obwohl sie für ein Mädchen schon recht breit ist, hat sie immer noch einen flachen Bauch.

    Maria: "Was gibt es da zu lachen?"

    Maria und Salfia sind zu uns aufgeschlossen.

    Anny: "Nichts wir unterhalten uns nur über Mode."

    Maria: "Ah, du kennst dich aus?"

    Ich: "Ja, etwas."

    Erst eine Sekunde später merke ich, dass sie eigentlich Bezy gemeint hat.

    Maria: "Auch du auch? Wie findest du meinen Bikini, meist du der steht mir?"

    So viele Mädchen haben mich in meinem ganzen Leben noch nicht nach meiner Meinung zur ihren Klamotten gefragt und jetzt darf ich jedesmal eine komplette Analyse abgeben. Es macht zwar schon Spaß aber zwischen Bewerten und Bespannen liegt ein schmaler Grad.

    Obwohl ich nicht schätze, dass Anny und Bezy da so empfindlich sind.

    Ich: "Hm .."

    Maria, die große Spanierin mit den gebräunten Haut, den gelockten braunen Haaren und den doch recht üppigen Brüsten trägt einen mausgrauen Bikini mit härteren Schalen, die nicht ganz korrekt sitzen und dazu ein gleichfarbiges Unterteil mit breiten Bündchen.

    Pff ha, der Bikini passt von der Farbe her gar nicht und das Oberteil ist viel zu groß. Wie verpacke ich das jetzt so, dass ich das sagen kann?

    [0]Ihr sagen, dass sie die falsche BH Größe trägt und das Grau nicht zu ihrer Haut passt.

    [x]Nur das Positive hervor heben.

    Ich: "Ähm .. die Form ist klasse und passt super zu deiner Figur, Das Unterteil passt wie angegossen und macht dich noch schlanker. Wo hast du eigentlich die tolle Bräune her, warst du kürzlich erst im Urlaub?"

    Boar, die Umformulierung hat mich mehr Hirnschmalz gekostet, als das Zeichnen dieses komischen Fünfeckes. Aber als Mädchen sollte sie die Andeutungen locker verstehen.

    Maria: "Danke und die Farbe?"

    Nein, sie hat den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden, boar was sage ich den jetzt? Das Grau ist furchtbar und so nah an ihrem Tain, dass man auf 20 Meter denken könnte sie sei nackt. Ach was ich sags ihr einfach.

    Ich: "Das Grau ist sehr nach an deinem Tain, es verschmilzt schon fast mit dir."

    Maria: "Oh, Danke."

    Gut, auf der einen Seite hat sie zwar nicht verstanden, was ich ihr sagen wollte aber zum Glück ist es irgendwie trotzdem als Kompliment angekommen. Und da sagt man, dass Frauen immer sehr feinfühlig in Gesprächen seien.

    Mario: "So, da wären wir."

    Wir stehen alle zusammen in einer dich gedrängten Schlage vor dem Kassenhäuschen und Mario tritt gefolgt von alle anderen einfach ein, ohne zu bezahlen. Was mich doch kurz wundert.

    Katrin: "Das Camp kommt hier umsonst rein."

    Katrin ist mal wieder ohne Vorwarnung hinter mir aufgetaucht. Sie hat die Beine ihrer schwarzen Stoffhose hochgekrempelt. Hinter ihr steht die verkabelte Eileen, die das selbe mit ihrer weiten Jogginghose tut.

    Stumm nickend gehe auch ich durch die Drehtüre des Kassenhäuschens und sehe mich auf dem Schwimmbadgelände um.

    Es gibt in dem kleinen Freibad eine ganze Reihe von Sitzbänken, dazu ein großes Nichtschwimmerbecken, welches mir sehr gelegen kommt, wenn ich schon ins Wasser muss. Dazu ein kleines tieferes Becken mit einem recht hohen Sprungturm auf einer Anhöhe und drum herum jede Menge Wiese. Ein kleiner Hügel auf der Wiese ist bereits gut belegt.

    Katrin: "Komm wir schnappen und unseren Platz. Komm Danny, du kannst deine Sachen bei uns lassen. Wir wühlen auch nicht drin rum versprochen."

    Ich kann mir zwar nicht vorstellen, was Katrin denkt in dem zusammengerollten Handtuch finden zu können, das ich unter meinem Arm habe aber ich willige ein.

    Mario: "Vergiss nicht, alle die keinen Sondereintrag im Logbuch haben, müssen ins Wasser. Wenn auch nur kurz."

    Ich nicke und wir gehen an dem kleinen Hügel entlang, wo sich einige mir fremde Mädchen schon aufmachen, aufzustehen bis Katrin sie beschwichtigt.

    "Ihr könnt ruhig liegen bleiben, wir wollen in den Schatten."

    Unter einem großen Baum rollt Katrin eine alte Picknickdecke aus und lehnt sich an den Baum. Eileen mit ihren vielen Kabeln legt sich platschtig auf dem Bauch in den Halbschatten.

    Eileen: "Das ist keine Temperatur um sich verkabeln zu lassen. Ich hoffe das Klebezeug ist Schweißsicher."

    Katrin: "Cyborg Eileen, aus der Zukunft"

    Eileen: "Wohl eher Tentakelmonster."

    Sie fummelt an einem Kabel an ihrem Rücke rum.

    Eileen: "Wolltest du nicht schwimmen gehen?"

    Ich: "Ja, stimmt, dann hab ichs hinter mir."

    Katrin: "Du magst schwimmen auch nicht oder?"

    Ich: "Naja, es geht."

    Katrin: "Ach, was die anderen sind auch im Wasser, ist ja nur Nichtschwimmer."

    Ich ziehe meinen Bademantel aus, lege ihn neben Katrin und mache mich auf zum Becken. Das Eileen mit ihrer Verkabelung nicht ins Wasser darf, ist mir klar aber Katrin? Sie wird schon ihre Gründe haben.

    Unschlüssig stehe ich am Beckenrand, bis sich plötzlich zwei mit bekannte Gesichter zu mir hochdrehen. Es sind Anny und Bezy, die mit dem Rücken zum Beckenrand gelehnt bis jetzt sich dort unterhalten hatten.

    Anny: "Komm doch rein."

    Bezy: "Aber bitte nicht zu doll spritzen, wie versuchen unsere Haare trocken zu halten."

    Anny: "Dämliches Chlor."

    Ich gehe einige Meter weiter vorsichtig ins Wasser und wundere mich über Anny, die einzige Person die ich bisher kenne, die Chlor doch tatsächlich mit Sch ausspricht.

    Vorsichtig wate ich bis zu ihnen zurück. Das Wasser ich doch etwas kälter als ich gedacht hatte. Anny und Bezy haben wie immer zwischen sich Platz gemacht. Es wäre doch sehr unhöflich diesen Platz nicht sofort einzunehmen.

    Ich: "Hey, was geht."

    Anny: "Super unser lieblings Platz ist plötzlich frei geworden."

    Die Beiden zwinker mir zu und müssen lachen.

    Bezy: "Ja, du musst wissen, Anny liebt die Düse, die kitzelt so schön."

    Anny: "An den Füßen."

    Ich: "Warum machen hier eigentlich immer alle Platz?"

    Anny: "Weil wir aus dem Inneren-Camp sind, die haben halt Respekt vor uns."

    Bezy: "Voll den Respekt .. Jo."

    Bezy verschränkt ihre Arme und lehnt sich gekrümmt nach rechts.

    Ich: "Und woran erkennen die uns?"

    Bezy: "Uns Mädchen an den unrasierten Beinen."

    Ich gucke nach unten ins Wasser. Aber außer der Wellenbewebung kann ich nicht viel erkennen.

    Ich: "Ist mir bisher gar nicht aufgefallen."

    Anny: "Echt?"

    Bezy: "Also bei mir sieht mans schon. Bei Anny jetzt nicht so aber dich wollen wir ja auch nicht vertreiben."

    Sie steckt ihr Bein in die Höhe. Naja ein paar schwarze Härchen sieht man aber nicht wildes. Bei Anny, die es ihr gleichtut, sieht man so gut wie nichts aber sie ist ja auch blond und blass.

    Anny: "Man muss sich halt entscheiden, entweder gut aussehen oder die besten Plätze bekommen."

    Bezy: "Das Wasser hier ist aber schon gut kalt .."

    Anny: ".. und aber Draußen ist es zu warm."

    Bezy: "Ich mags lieber zu kalt."

    Anny: "Ich lieber zu warm. Aber wenn ich jetzt rausgehe, dass ist meine Hose viel zu nass."

    Ich: "Ah stimmt, Schwimmshorts haben ja viel mehr Stoff, der sich vollsaugen kann."

    Bezy: "Deswegen sind Bikinis ja auch viel besser."

    Bezy grinst.

    Anny: "Ja super aber finde mal einen guten Bikini der auch sitzt hier in den Dorfläden."

    Bezy: "Hättest ja auch einfach nur einen Höschen kaufen können."

    Anny: "Unterteil! Ja klasse und dann passt die Farbe nicht."

    Ich: "Zweimal das gleiche Rosa von verschiedenen Hersteller zubekommen ist ja auch .."

    Ich versuche mich ins Gespräch einzuschalten aber werde in dem kleinen Wortgefecht der Beiden einfach überhört. Und Bezy lässt es sich nicht nehmen, das Duell auf eine neue Stufe zu heben.

    Bezy: "Das stört dich doch bei deiner Unterwäsche auch nicht."

    Anny: "Was? Das ist ganz was anderes!"

    Anny wird leicht Rot im Gesicht und Bezy stemmt sich unterdessen den Beckenrand hoch und macht sich auf in Richtung der Tische.

    Bezy: "Ich geh was futtern."

    Anny: "Ähm .. du denkst doch jetzt nicht etwa .."

    Ich: "Was soll ich denken?"

    Anny: "Wegen der nicht zusammenpassenden Unterwäsche."

    Nun werde ich, der Hitze in meinen Backen nach zu urteilen, leicht Rot.

    [x]Nicht zusammenpassende Unterwäsche ok finden.

    [0]Nicht zusammenpassende Unterwäsche ächten.

    Auch wenn ich von Mode ein wenig Ahnung habe, so hört das Ganze abrupt auf, wenn es um Unterwäsche geht und ob es jetzt ein Verbrechen ist, zwei unterschiedliche Teile zu tragen, kann ich nicht sagen aber ich entscheide einfach mal so, dass Anny sich gut fühlt.

    Ich: "Ähm .. ich finde man sollte tragen womit man sich wohlfühlt. Und wenn beide Teile nicht gleichzeitig fertig sind, was soll man machen? Sieht doch eh keiner."

    Anny: "Genau meine Meinung."

    Ich: "Man wäscht Ober- unter Unterteil doch auch in einem anderen Rhythmus oder?"

    Ich versuche schnell, das Thema auf eine möglichst theoretisch-neutrale Eben zu heben, denn das Wasser ist zwar kalt aber ich stehe hier in einer recht leichten Schwimmshorts. Auch wende ich den Blick von der immer noch recht rötlichen Anny ab und schaue über das Wasser.

    Auf einmal schwimmt ein anderes Mädchen auf uns zu.

    Merle: "Hi, worum gehts?"

    Anny: "Unterwäsche."

    Ok, so peinlich kann ihr das Thema nicht gewesen sein, zumindest nicht vor Merle.

    Merle: "Ah ok .."

    Fragt sie ungläubig und bleibt ein paar Meter vor uns im Wasser stehen, sie trägt einen altmodischen braunen etwas zu engen Bademantel mit zwei blauen Streifen.

    Anny: "Trägst du immer passende Ober- und Unterteile?"

    Merle: "Ich guck schon, dass beides Farblich passt aber es geht ja nicht immer, dass ich das auch so anziehe, wie ich das auch gekauft habe. Aber die Kombination von Gestern habe ich so gekauft, mochtet ihr es?

    Anny: "Die haben wir doch nicht gesehen."

    Merle: "Echt nicht? Ich kann es heute Nachmittag noch einmal anziehen."

    Was zum? Die Mädchen hier scheinen ja eine schamloser zu sein als die andere. Meint sie das in ihrer leisen und zurückhaltenden Art wirklich ernst?

    Merle: "Nur die schwarzen Schuhe passen nicht so gut zur dunkel blauen Hose."

    Anny: "Ach du redest von deinen Sachen, wir reden von Unterwäsche."

    Anny kann aber nicht locker lassen, eventuell hat die arme Merle das ganze ja absichtlich falsch verstanden.

    Merle: "Das ist mir hier eigentlich egal, ich nehme, was ich in die Finger bekomme. Sieht ja hier eh niemand."

    Anny: "Genau meine Meinung."

    Merle: "Warum fragst du?"

    Anny: "Bezy meinte das sei asi."

    Merle: "Ja bei Bezy sieht man das ja auch, also einige sehen dass .. Stichwort .. Aufzug."

    Ich: "Was ist mit dem Aufzug?"

    Anny: "Ach das, Bezy hat Macro im Aufzug mal einen geblasen und gestern versucht ihm Einen runterzuholen aber das hat nicht geklappt, er musste an seine Freundin denken."

    Ich und mein dummes Maul, warum erzählt sie mir das überhaupt, während sie halbnackt kaum eine Handbreit von mir weg im Wasser steht? Und Merle scheint ja auch nicht halb so schüchtern zu sein, wie auf den ersten Eindruck wirkt.

    Bezy: "Na Leute, was geht?"

    Bezy ist hinter uns aufgetaucht und hüpft ins Wasser, was einige Wassertropfen aufwirbelt. Ich bin mir unsicher, ob sie etwas gehört hat und wenn ja, ob es sie überhaupt stören würde.

    Anny: "Pass doch auf, ich will nicht gleich schon wieder unter die Dusche."

    Bezy: "Musst du eh, um das Chlor abzuwaschen."

    Anny: "Aber Haare waschen haben ich kein Bock drauf."

    Bezy: "Und über was habt ihr euch so unterhalten, als ich weg war?"

    Ich und Anny gucken gleichzeitig Merle an, die zwar schon den Mund aufmachen wollte aber es sich dann anders überlegt und sagt:

    "Wir haben uns nur über Mode und Style unterhalten."

    Bezy: "Aha."

    Sie glaubt Merle wahrscheinlich kein Wort und lehnt sich skeptisch an den Beckenrand auf meiner linken Seite. Dabei rückt sie etwas näher an mich, als nötig und ich meine das kurz etwas meinen Oberschenkel berührt.

    Plötzlich und wie zu meiner Rettung ertönt eine weitere Stimmt hinter uns.

    Maria: "Man muss wirklich ins Wasser oder?"

    Anny: "Ja, wenn auch nur kurz. Wenn du schlau bist, machst du deine Haare nicht nass."

    Maria knotet ihr Haargummi um wahrscheinlich als einzige hat sie sowohl rasiere Beine als auch rasierte Achseln. Sie lässt sich elegant ins Wasser gleiten.

    Maria: "Reicht das?"

    Merle: "Müsste eigentlich, die sehen ja, dass du nass bist."

    Maria: "Ich will mich noch etwas sonnen, kommt wer mit raus?"

    Ich: "Ja ich."

    Maria: "Super, ich hatte auch noch ein paar Fragen zum Camp."

    Diese Fluchtgelegenheit vor Anny, Bezy und ihren Themen kommt mir wie gelegen, also stemme ich mich gekonnt aus dem Becken und folge Maria keine paar Schritte zu ihrem Handtuch auf dem betonierten Beckenrand.

    Maria: "Leg dich ruhig neben mich, das Handtuch ist groß genug."

    Ich: "Gerne aber wir dürfen uns nicht zu nahe kommen, Campregel."

    Maria: "Achwas, die habe ich gar nicht gelesen."

    Ich: "Ja man darf keine zu engen oder sexuellen Kontakte haben. Ich würde dir echt raten .."

    Maria: "Was? Ich dachte hier geht was?"

    Ich: "Wie was soll hier gehen?"

    Maria: "Sag mal, hast du ne Freundin?"

    [0]Ja

    [x]Nein

    Ein wenig spät Eine zu erfinden, deswegen bleibe ich einfach bei der Wahrheit. Ich kann Marco jetzt einfach nur zu gut verstehen. Aber im Gegensatz zu Anny, Bezy und dem albernen Unterton in ihren Anspielungen, scheint Maria das alles komplett ernst zu meinen.

    Ich: "Nein."

    Maria: "Sowas meine ich .."

    Sie grinst mich an. Obwohl Maria objektiv betrachtet, mit ihrer Größe, ihrer braunen Haut und ihrem schönen Gesicht, ein echt schönes Mädchen ist, lässt sie mich gerade absolut kalt. Warum kann ich mir gerade selbst nicht erklären aber es ist mir ehrlich gesagt ganz recht so.

    Maria: "Hm? Du scheinst schon wen anderes zu mögen oder?"

    Ich: "Hm .."

    Maria: ".. schade das so wenige Jung hier sind. Weiß du wer Singel ist?"

    Ich: "Ähm .. Marco hat ne Freundin. Bei Manuel weiß ich es nicht aber der ist eh immer Beschäftigt. Der anderen Daniel ist oft abwesend und Nays ist zu jung. Wir bekommen aber ständig neue .."

    Versuche ich sie zu trösten und vor mir abzulenken. Maria macht es sich währenddessen neben mir auf dem Rücken gemütlich, wodurch ihr Bikini noch schlechter sitzt als sonst, ich sehe schnell weg und drehe mich der Vorsicht halber auch den Bauch.

    Maria: "Freundinnen scheinen aber die Dicke von nichts abzuhalten."

    Bezy ist bei weitem nicht dick, was denkt sich dieses eingebildete Mädchen? Ich weiß nicht, ob es genau diese Ausstrahlung ist aber ihre Anziehung auf mich geht trotz der Anspielungen gegen Null. Da habe ich um einiges mehr Angst mich vor Anny oder Bezy zu blamieren.

    Katrin: "Joar, das Camp hier ist was Beziehungen angeht einen richtiger Fleischwolf."

    Katrin ist mal wieder ninjaartig von hinten an mich herangeschlichen und wirft mir den Bademantel über den Kopf.

    Katrin: "Du sollst dir was anziehen, dich in den Schatten setzten oder dich einschmieren, du verbrennst dich sonst."

    Ich nehme den Bademantel und sage zu Katrin:

    "Maria hatte ein paar Fragen zum Camp."

    Katrin: "Joar, was gints?"

    Maria, sichtlich unzufrieden mit ihrem Ersatzmentor fragt:

    "Wie erst nehmen die das hier mit dem engen Kontakten."

    Katrin: "Nicht so ernst, wenn beide damit einverstanden sind .."

    Maria grinst zu mir.

    Katrin: ".. außer zwischen Junge und Mädchen, das sehen die nicht so gern und machen dann auch mal richtig Theater."

    Maria fällt das Lächeln aus dem Gesicht.

    Maria: ".. und was meist du mit Fleischwolf?"

    Merle: "Das ist ganz einfach .."

    Merle, die an den nahen Beckenrand geschwommen ist, holt tief Luft.

    Marle: "Also, alle Beziehungen zwischen Campbewohnern mit deren Partnern draußen scheitern meist in der ersten Woche und alle Beziehungen, die im Camp entstehen, scheitern Draußen nach nem Momant oder so."

    Maria: "Ach du je, dann wird hier also nach und nach jeder Singel?"

    Merle: "Ja .."

    Während sich Merle und Maria weiter unterhalten, ziehe ich mir meinen Bademantel an und bekomme dann von Katrin ein dezentes Zeichen ihr zu folgen.

    21
    Bravo ( Tag 3 Nachmittag )

    Ich folge ihr leise und unauffällig bis zu dem großen Baum in dessem kühlen Schatten die große alte Picknick Decke liegt. Katrin setzt sich mit dem Rücken an den alten Baum und ich leg mich einfach mit dem Rücken auf die Decke und atme erstmal tief durch.

    Katrin: "Anstrengend die Weiber?"

    Ich: "Ja, die können einen schon mal ganz schön aus der Fassung bringen .."

    Katrin: "Bei Anny und Bezy darfst du nicht so viel darauf geben. Bei dieser Maria allerdings .."

    Katrin fängt an nachzudenken und kratzt sich dabei die Backe.

    Ich: "Denkst du die ist deswegen hier?"

    Katrin: "Unwahrscheinlich, denn zum einen ist Nymphomanie super super selten und zum anderen hätte die sie schon längst in einen Kartoffelsack gesteckt, wenn die das wirklich hätte. Die muss was anderes haben, womit das zu tun hat. Hatte die Cuts?"

    Ich: "Cuts?"

    Katrin streift den Ärmel ihres T-Shirts hoch und zeigt mir einige Naben an ihrem Oberarm.

    Ich: "Aua, hat das nicht weh getan?"

    Katrin: "Das ist unter anderem der Sinn der Sache. Aber nicht Cutter verstehen das nicht."

    Ich: "Nein .. äh .. hatte sie nicht."

    Katrin: "Dann keine Ahnung, warum sie da ist, wahrscheinlich ist sie sehr sehr schnell wieder weg."

    Ich: "Hörte sich so an, als ob sie mit komischen Vorstellungen hier hergekommen ist."

    Katrin: "Das kommen viele. Mache Ärzte und Familien versprechen komische Sachen. Zum Glück waren meine ehrlich .. etwas zu ehrlich."

    Sagt sie schon fast etwas dösig, die Hitze scheint ihr doch sehr zuzusetzen.

    Ich: "Sag mal, Eileen hat sich in Deutsch heute voll aufgeregt, was hat sie eigentlich, du müsstest das wissen oder?"

    Katrin: "Ja, sie regt sich schon mal schnell ziemlich auf aber wenn du nichts grob falsch gemacht hat, würde ich mir da nicht viel bei denken. Im Kern ist sie wegen Gedächtnisverlust hier aber das fragst du sie am besten selbst, ich will da jetzt nicht hinter ihrem Rücken drüber reden."

    Ich: "Ok."

    Ich greife nach meinem Buch und lese etwas. Nach einer Weile spricht mich Katrin doch wieder an.

    Katrin: "Sag mal, nimmt du irgendwas?"

    Ich: "Ja diese komische Tablette."

    Katrin: "Ja das auch aber sonst so .. Alkohol, Gras und so .. wenn du könntest."

    Ich: "Ja .. Cola."

    Ich komme immer noch nicht darf klar, dass Cola in den Regel in einem Zug mit Mariana und Koks erwähnt wird.

    Katrin: "Die Cola, die tausende Leben ruiniert und ganze Gesellschaften zerstört hat und für die die berühmen Cola-Kriege geführt wurden? Naja solange es kein Eistee ist."

    Sie muss lachen. Ach, was ist das schön entspannend in ihrer Nähe.

    Katrin: "Ups, nicht so laut."

    Katrin deutet auf einen weißen Berg am anderen Ende der Picknickdecke, es muss sich wohl um Eileen handeln, die auf dem Bauch liegend eingeschlafen ist. Dabei hält sie ihr EKG wie ein Kissen unter dem Kopf und atmen langsam ein und aus. Eigentlich müsste diese Position bei ihrer Statur recht ungemütlich sein.

    Katrin: "Nein mal im Ernst."

    Ich: "Ne, eigentlich nicht .. ist mir zu teuer und zu schwer dran zukommen."

    Katrin: "Ja kenn ich .. ich bestell mit lieber Kräutermischungen aus dem Internet."

    Ich: "Ist das nicht gefährlich?"

    Katrin: "Nicht gefährlicher als Zeug von der Straße, außerdem liebe ich es etwas legales zu nehmen."

    "Wuhalalalalala .."

    Ein Schrei schrillt durch das ganze Freibad. Dem Klang der Stimme nach zu urteilen, ist Salfia wohl mit einem lauten arabischen Schrei vom 10er gesprungen.

    Eileen: "Boar Gott eh, da kann man einmal schlafen und dann sowas."

    Eileen steckt sich und rückt ein paar Kabel zurecht.

    Eileen: "Einschlafen kann ich jetzt wohl eh vergessen und da ich ja eh schon wach bin: Komm her, ich sag dir, was du wissen willst, dann müsst ihr nicht lästern."

    Katrin: "Wir haben kaum über dich gesprochen."

    Eileen: "Warum ist doch ganz einfach, ich bin ein klassischer Psychopat, wie aus den Filmen, deswegen darf ich auf kein Messer haben, um meine Brötchen selber zu öffnen."

    Katrin: "Nein, bis du nicht, wir haben das schon so oft diskutiert."

    Im Schwimmbad herrscht mittlerweile eine kleines Chaos und Mario scheint mit dem Benehmen von Salfia so gar nicht zu frieden zu sein.

    Eileen: "16:55 mittelgroßer Schreck."

    Notiert sie genervt in ihr EKG Heft und wendet sich wieder einem Stapel schlecht fotokopierter Blätter zu und beginnt diese zu lesen.

    Katrin: "Wieder alte Tagebücher?"

    Eileen: "Ja, diese dumme Schlampe lässt mir ja keine Ruhe. Och ne, hier geht schon wieder los .."

    Eileen räuspert sich und fährt mit einer gequält gekünstelt hohen Stimme fort.

    Eileen: "Heute ist Klassensprecherwahl, ich hoffe ich gewinne. Boar, halt den Rand Alte."

    Katrin: "Keine Fluchwörter."

    Eileen: "Heute habe ich einen ganzen Nachmittag mit Arschgesicht verbracht, ich glaube ich liebe ihn. Glauben tut man in der Kirche du dummes Stück Scheiße!"

    So blättert Eileen Seite um Seite dieses Tagebuchs durch und ließt besonders kitschige Passagen mit gekünstelter Stimme vor, um diese dann in ihrer normalen tiefen Stimme bissig zu kommentieren.

    Eileen: "Heute habe ich mir ein Kleid von Fick&Hurensohn gekauft, es passt klasse zu meinen Schuhen. In denen man keine 3 Meter gehen kann. 30 Kleider aber keine T-Shirts oder wie?"

    Sie greift nach ihrem Notizbuch.

    Eileen: "Hm.. 17:20 große Wut."

    Ich: "Warum liest du das überhaupt, wenn es dich so aufregt?"

    Eileen: "Ich muss! Ich soll ein Gefühl für das Leben dieser Schlampe bekommen. Jeden Tag nur bla bla, ich bin so toll - niemals Schmerz oder Trauer. Eh, kein Wunder dass die versucht hat sich umzubringen."

    Ich weiß nicht genau, was Eileen dem Mädchen in dem Tagebuch angetan hat aber es klingt danach, als wollte jemand versuche bei ihr Mitleid für ihr Opfer zu wecken. Nur scheint es genau den gegenteiligen Effekt zu haben.

    Katrin: "Es wird keiner was sagen, wenn du kurz Pause machst."

    Eileen legt daraufhin die kopierten Blätter beiseite und legt sich wieder mit dem Kopf auf das EKG Band, welche leise unter ihrem Kopf seine Kassette weiter spult.

    Eileen: "Ich wünsche ich wäre auch ein EKG Gerät, den ganzen Tag nur beruhigende Herzschläge hören .."

    Mario: "So Leute, wir gehen Heute mal etwas früher zurück ins Camp. Und Eileen wie weit bis du gekommen?"

    Eileen: "6 Seiten geballte Belanglosigkeit."

    Mario: "Was hält dich auf?"

    Eileen: "Ähm .. ich kann ihre Schrift nicht so gut lesen."

    Mario: "Deine Sauklaue, kann auch keiner lesen. Nun auf auf du kannst im Camp weiterlesen."

    Erst nachdem sich Mario wieder den anderen zugewendet hat, springt Eileen in einem Satz auf und verfängt sich promt in ihrem Kabeln.

    Eileen: "Ah verdammt ganz vergessen .. mist, kann einer von euch bitte Gucken, wo dieses Ding hier hergeht?"

    Sie deutet auf ein blaues Kabel, welches sich in ihrem Haarreifen verheddert hat.

    Ich: "Darf ich?"

    Eileen: "Wer von euch ist mir gerade ziemlich egal."

    Ich versuche Eileen so vorsichtig wie möglich das Kabel aus den Haaren zu entfernen. Dabei stoße ich auf eine Strähne, die sich nicht nur ganz anders anfühlt, sondern auch deutlich länger zu sein scheint und mit Haarklemmen hinter ihrem Ohr befestigt ist.

    Eileen: "Och ne das Kabel hat sich doch nicht etwa in dem Mistteil verhackt."

    Mario: "Wir wollen los .. was macht ihr da?"

    Mario steht plötzlich leicht ungeduldig bei uns.

    Eileen: "Das 24 Stunden EKG hat sich in einer meiner Strähne verfangen. Äh .. mach einfach alle Klammern auf, roll sie Strähne aus und dann müsste es passen. Ach und dreh dich mal so .. Danke."

    Eileen dreht mich so zu den anderen, dass diese das Gefummel nicht sehen können. Was jedoch komplett egal ist, da die meisten immer noch Salfias Sprungaktion feiern. Mario nickt nur leise und lässt uns weiter machen.

    Ich tue wie mir befohlen, entferne alle Klammern hinter Eileens Ohr und rolle besagte Strähne voll aus, zu meiner Überraschung ist die vier Zentimeter breite Strähne fast einen Meter lang. Ich entferne das Kabel und Eileen macht sich schnell wieder daran die Strähne hinter ihr Ohr zutackern.

    Eileen: "Danke. 17:40 sonstige Aufregung. Zu was sind die gut?"

    Notiert sich Eileen in ihr Notizbuch und guckt mich dann direkt mit ihrem stechenden Blick an.

    Eileen: "Zu was sind die gut? Dich meine ich."

    Ich: "Ähm .. die Strähnen?"

    Eileen: "Ja, die Strähnen, gehen auf beiden Seiten hinter den Ohren los und bis zur Hüfte. Ist Kunststoff hab das mal getestet, in dem ich die angezündet habe. Du kennst dich doch mit sowas aus oder?"

    Ich: "Frisuren sind jetzt nicht mein Spezialgebiet aber das müssten Extension sein."

    Eileen: "Das weiß ich mittlerweile auch aber .."

    Katrin: "Könntet ihr eventuell auch mal mit anpacken?"

    Wir drehen uns um und sehen, wie sich Katrin alleine mit der viel zu großen Picknickdecke abmüht. Ich komme ihr zur Hilfe und nach einer Weile haben wir alles zusammen gepackt. Da, trotz Eileens direkter Art und Katrins morbidem Humor, die beiden mir gerade echt lieber sind als Anny, Bezzy und vor allem Maria, biete ich an die Decke und auch einigen anderen Kram für sie zu tragen.

    Eileen: "Nur, weil ich gerade verkabelt bin. Sonst trage ich meine Sachen selber!"

    Ich nicke und wir schleppen uns so über die Landstraße. Um meine Ruhe zu haben gebe ich vor mit dem Gepäck etwas überladen zu sein, was allerdings nicht stimmt. Eileen ist darauf bedacht ihr Atmung möglichst gleichmäßig zu halten, wohl eine Aufgabe fürs EKG und Katrin guckt immer wieder planlos in der Gegen drum.

    Nach einer Weile kommen wir alle im Camp an und bekommen von Mario die Order, bitte duschen zu gehen, wenn wir das nicht schon im Schwimmbad getan hätten. Es ist immer noch sägend heiß und so beschließe ich, das eine Dusche in meinem Zimmer nicht schaden kann.

    Die Dusche in meiner kleinen Zelle, besteht nur aus einem einzigen Rohr, welches in einem steilem Winkel aus der Wand ragt und einer kleinen Wanne, die einfach nur extrem rutschig ist. Ich schätze die Campbewohner in den kleinen Häusern .. dürften gar keine Duschen haben? Gut, wo sollten diese auch schon sein.

    Ich dusche also viel zu kalt mit einem viel zu hohen Druck, weil ich die kryptischen und zudem abgewetzten Zeichen auf den Knöpfe einfach nicht lesen kann. Nach einer Weile ziehe ich mich um und trete halb nass wieder aus meinem Zimmer heraus, da mein grüner Bademantel ja schon vom Schwimmen völlig durchnässt ist.

    Im Bunker treffe ich Merle, die vor der Türe zum Waschraum sitzt und von dort unten die Türklinke runter hält. Sie ist bereits umgezogen und trägt wieder ihre Bluse und Marine Hose.

    Ich: "Hi."

    Merle: "Hi, auch schon fertig?"

    Ich: "Ja."

    Merle: "Du wohnst auch im Bunker oder?"

    Ich: "Ja, du auch?"

    Merle: "Jap, wir haben Duschen das ist voll praktisch. Erst mochte ich das nicht und wollte unbedingt in eines der kleinen süßen Häuschen aber die müssen hier alle zusammen Duschen und das wäre gar nichts für mich."

    Ich: "Weißt du zufällig, wie man hier auf eine gute Temperatur kommt?"

    Merle: "Ja, dreh Rot ganz auf und dann soviel Blau wie du magst und geht nicht duschen, wenn anderen gerade auch duschen und geh nicht, wenn jemand abspült. Also nicht direkt nach dem Abendessen."

    Ich: "Danke aber musst du nicht die Türklinge loslassen, wenn ich da bin?"

    Merle: "Die meinten bei dir ist das egal."

    Ich: "Hm, meist du die haben das ernst gemeint."

    Merle: "Was weiß ich, ich hör nur was die sagen und mach dass dann, ist einfacher so."

    Ich: "Wer ist denn .. ähm .. ich meine wer musst denn so hier Duschen?"

    Merle: "Anny, Bezzy, Maria, die knochige Magersüchtige und Misses Unsichtbar. Als die die so gerne ignoriert werden will."

    Ich: "Ist Maria nicht auch hier im Bunker."

    Marle: "Ja wundert mich auch."

    Ich: "Eventuell hat sie das Wasser nicht richtig eingestellt bekommen."

    Eileen: "Oder die ist so enttäuscht von den Jungs hier, dass sie sich mal bei den Mädels etwas umschauen will. Und was macht ihr hier, Wache halten oder spannen?"

    Gibt Eileen in einer harten sarkastischen Ton von sich.

    Merle: "Und was machst du hier?"

    Eileen: "Wasser ist alle."

    Eileen hält eine leere Plastikflasche in der Hand und Merle lässt, wohl aus Protest, die Klinge nach oben schnellen. Aber zuspät, schon wird diese von außen wieder nach unten gedrückt und kurz drauf sieht man wohl jemanden leicht oder gar nicht bekleitet im Türrahmen stehen, was ich jedoch zum Glück nicht mehr sehen muss, da ich schnell genug die Augen schließen konnte.

    Eileen: "Hey, nette Titten. Wenn ihr mich dann entschuldigen würdet, ich habe echt Durst."

    Gibt sie in ihrer beißenden Art von sich, dreht sich auf dem Absatz um, notiert etwas in ihr Notizbuch und geht in Richtig Abstellraum, um sich eine neue Flasche Wasser zu holen.

    Da sich die Türe nicht bewegt, lasse ich die Augen einfach weiter zu und verdecke sie zudem mit meiner Hand. Plötzlich spüre ich einen Luftzug, als würde jemand vor meinem Gesicht rum wedeln.

    Ich: "Äh, alles klar? Ich spüre den Luftzug, nur so zur Info."

    Merle: "Ich sag dir, wenn du die Augen wieder aufmachen kannst."

    Eileen: "Och nicht nötig, komm mit .. wir brauchen deine Expertiesé in Sachen Mode."

    Eileen zieh mich mit zun Augen hinter sich her ins Freie und dort wie es sich anfühlt ein paar mal im Kreis.

    Katrin: "Ah, da bist du ja .. warum hast du die Augen zu?"

    Eileen: "Kleines traumatisches Erlebnis im Waschraum, kannst die Augen wieder aufmachen."

    Ich öffne die Augen und finde mich wohl auf der Rückseite einer der älteren Hütten wieder. Wo es angenehm kühl ist und ein frischer Luftzug durch die sonst so stehende Hitze zieht.

    Katrin: "Hier sind wir immer, wenn uns die anderen mal wieder auf den Wecker gehen."

    Eileen: "Außerdem ist hier Schatten und Ruhe."

    Man kann sich hinter der wohl gerade unbewohnten Hütte, auf einen Holzvorsprung setzen. Im Gegensatz zu den bewohnten Hütten steht diese auf Stelzen und ist untergraben. Der ganze Ort scheint schlecht einsehbar zu sein.

    Katrin: "Also wie findest du unsere Outfits?"

    Eileen und Katrin posten etwas unbeholfen und übertrieben künstlich. Beide tragen weite T-Shirts und und Jogginghosen. Eileen dazu noch ihr leise vor sich hin spulendes 24 Stunden EKG.

    [0]Sagen das beide in ihren Schlabbersachen furchtbar aussehen

    [x]Das Spiel der beiden mitspielen und witzige Bemerkungen dazu machen.

    Ich: "Also ihr sehr beide großartig aus, das Schwarz von deinem T-Shirt passt wunderbar zum dunklen Grau deiner Jogginghose. Und die vielen verspielten Kabel von Eileens EKG ergeben einen Wunderbaren Kontrast auf dem weißen Shirt."

    Katrin muss lachen, Eileen schmunzelt etwas.

    Katrin: "Sehr cool."

    Eileen: "Hm .. warum hängst du eigentlich nicht nur mit denen rum?"

    Ich: "Anny und Bezzy?"

    Eileen: "Ja."

    Ich: "Ähm .. warum willst du nicht, dass man den Aufzug erwähnt?"

    Eileen: "Ach das .. Hunde die bellen beißen nicht. Und wenn, was kümmert dich das."

    Ich: "Ähm .. Campregeln?"

    Eileen: "Für die ist nicht immer der Junge schuld, so dumm sind die hier nicht."

    Katrin: "Hö, beißen."

    Eileen: "Gut. Themawechsel. Hast du mittlerweile eine Idee, wozu meine komischen Strähnen gut sein könnten?"

    Ich: "Müsstest du das nicht selber wissen?"

    Eileen: "Nein, Gedächtnisverlust. Hat dir Katrin das nicht erzählt."

    Ich: "Kurz erwähnt."

    Katrin: "Du hast Paranoia, du denkst immer, dass alle über dich Reden."

    Eileen: "Auch egal, hast du jetzt eine Idee?"

    Ich: "Also Frisuren sind jetzt nicht mein Spezialgebiet aber sie können zu einer Aufwendigeren Steckfrisur oder sowas gehören."

    Eileen: "Steckfrisur?"

    Au je, die Arme hat ja ganz schön einen Abbekommen. Kein Wunder, dass sie bei so einigen Sachen nicht weiß, was das ist oder wie das geht. Irgendwo tut sie mir jetzt ein bisschen leid.

    Ich: "Wenn du zum Beispiel einen großen Haarknoten oben auf dem Kopf trägst oder eine Schnecke, wie Prinzessin Lea aus Starwars."

    Eileen: "Starwars? Aber ok, der Haarknoten sagt mir was."

    Ich: "Haben wir denn hier keine Zeitschriften?"

    Katrin: "Die Campbewohner haben alle möglichen Zeitschriften. Einfach mal Bezzy fragen .."

    Eileen: "Das Camp hat einen Bravo Abo, morgen müsste ne neue kommen."

    Ich: "Dein Ernst?"

    Katrin: "Jap, Mario hat denen mal einen Brief geschrieben, seit dem bekommt das Camp kostenlos jede Woche ne frische Bravo."

    Ich: "Bei den prüden Regeln fliegt hier ne Barvo rum?"

    Katrin: "Ja, die Regeln haben ja in erste Linie den Zwecke, dass man sich mit einer flüchtigen Romanze nicht von der Therapie ablenkt. Viele hier reden sich ein verliebt zu sein, um den Schmerz von was auch immer nicht fühlen zu müssen."

    Eileen: "Das ist immer so peinlich. Ach ja und damit Opfer von sexueller Gewalt nicht retraumatisiert werden, wenn die sehen wenn wer rum knutscht."

    Ich: "Wo ist denn die Bravo?"

    Katrin: "In der Regel auf dem Tisch im Wohnzimmer also im Bunker. Aber ich schätze Bezy oder so hat die ausgeliehen. Ich les die aber eh nie .."

    Eileen: "DU bekommst ja auch den EMP Kathalog."

    Ich: "Echt? Hier?"

    Katrin: "Ja, mein Haus hat ja ne richtige Adresse und alles und da hab ich mir gedacht, ich bestell mal was bei EMP und seit dem, kommt jeden Monat Katalog."

    Eileen: "Das Camp hat einen kleines internes Postsystem, damit die kleinen Kinder unten im Camp nach Hause schreiben können. Die haben nicht schlecht gestaunt, als da plötzlich einen Paket ankam."

    Eileen muss etwas schmunzeln.

    Katrin: "Ich hätte gerne deren Gesichter gesehen."

    Ich: "Und was war drin?"

    Katrin: "Klamotten."

    Ich: "Farbe?"

    Katrin grinst.

    Eileen: "Eh ich hab Hunger auf was richtiges, wenn ich korrekt gerechnet habe, ist noch Gouda da."

    Ich: "Also ab in den Bunker?"

    Katrin: "Genau."

    Wir setzten uns auf und trotten langsam in Richtung Bunker, wo wir uns auf unsere üblichen Plätze setzen und uns über die übrigens gebliebenen Gouda scheiben hermachen. Mittlerweile sind die Brötchen so alt, dass Eileen abwinkt und ihr ohne Probleme mit der Gabel öffnet.

    Die anderen sitzen um Suzy herum und bewundern sie gespielt still. Diese schmiert sich ein Brötchen fingerdick mit Leberwurst und lästert über Vegetarier, während die anderen nur ironisch nicken.

    Eileen: "Sie mal ihre Finger, das wird herrlich."

    Ich: "Hmf?"

    Ich kaue und sehe Eileen fragend an.

    Katrin: "Sie zittert na und? Das tue ich auch, wenn ich rauchen will und nicht kann."

    Eileen reibt sich vor Freude die Hände. Mario sieht sie mit strafendem Blick an.

    Eileen: "Was denn? Ich freu mich nur, dass noch genug Gouda übrig ist."

    22
    Picknick ( Tag 3 Abend )

    Nach einer Weile haben wir fertig gegessen aber anstelle des allabendlichen Spaziergangs geht es nach Marios Aussage lediglich auf den Campvorplatz zum Picknick ohne Essen.

    Eileen: "Picknick ohne Essen? Essen ist die Definition von Picknick."

    Anny: "Warum kein Spaziergang?"

    Mario: "Akute Fluchtgefahr eines Campbewohners."

    Anny: "Och ne .."

    Mario: "Los, kommt holt die Decken."

    Mario trennt einen seiner Schlüssel von seinem Bund und wirft ihn Anny zu. Ich folge einfach Katrin und Eileen zum Vorplatz, wo wir uns auf die Bänke setzten. Bis Anny und Bezy mit drei großen Decken kommen, diese auf der Wiese ausbreiten und sich setzten.

    Mario: "Los runter von den Bänken, beim Picknick sind wir alle auf Augenhöhe."

    Sagt er in einem freundlichen Ton.

    Eileen: "Aber mein Rücken."

    Mario: "Dem wird es auch nicht besser gehen, wenn du gekrümmt auf der Bank sitzt. Leg dich zur Not einfach auf den Rücken. Die anderen kommen bitte in den Kreis."

    Wir stehen also von der Bank auf und setzten uns in den Sitzkreis, welcher eher an eine vage Elipse erinnert.

    Mario: "Eine Gruppenunterhaltung ist eine große Herausforderung und eine tolle Übung in Sachen Sozialkompetenz."

    Anschließend wird ein Thema bestimmt, über welches die ganze Gruppe gesittet diskutieren soll, ich schalte ab und gebe ab und zu eine schwammige Meinung von mir. Nach einer Weile entwickelt sich eine Dynamik, die kaum noch von Mario moderiert werden muss, zum Glück lässt mich diese größtenteils in Ruhe.

    Auf einmal kommt die Runde auf das Thema Alter und Suzy fragt in die Runde:

    "Wer von euch ist eigentlich schon volljährig?"

    Neben mir hebt Eileen ganz langsam und ohne das Gesicht zu verziehen die Hand. Suzy guckt sich erst ruhig um, wird dann aber sichtlich immer panischer, als kein anderer die Hand haben will.

    Sie sieht erst die stämmige Bezy, dann die adrett gekleidete Merle und zum Schluss mich, wahrscheinlich wegen meiner Körpergröße, verzweifelt an aber wir alle schüttern den Kopf.

    Eileen Streckt sich und notiert etwas in ihr Notizheft und fragt:

    "Dürfte ich das nächste Thema vorschlagen?"

    Mario: "Nein! Das reicht für Heute, es ist schon spät und wir gucken die Tagesschau heute Drinnen."

    Alle stehen auf. Merle und ein sehr dünnen Mädchen beginnen die Decken zusammen zu falten.

    Ich: "Benötigt ihr Hilfe?"

    Merle: "Gerne."

    Ich helfe den Beiden mit den Picknick Decken, während Eileen, Katrin und alle Anderen, Mario in den Bunker folgen.

    "Also ich finde, die Wahrnehmung von Borderline Narben durch neurotypische Menschen wäre in tolles Thema gewesen."

    Höre ich Eileen noch, künstlich beleidigt noch sagen.

    Ich: "Wie heißt du? Wenn ich dich fragen darf?"

    Ich wende mich an das sehr dünne Mädchen.

    Dünnes Mädchen: "Jessica."

    Ich: "Freund mich."

    Jessica nickt nur stumm, klemmt sich eine Decke unter den Arm und geht mit Merle auf den Bunker zu, ich folge ihnen aber im Wohnzimmer angekommen, winkt mich schon Katrin auf einen freien Platz neben ihr.

    Merle: "Schon ok, den Rest schaffen wir alleine."

    Sie nimmt mir selbstbewusst die Decke ab und verschwindet mit Jessica in Richtung der Mysteriösen Tür. Ich lasse mich neben Katrin auf das alte Sofa fallen und bemerke wie Eileen, ein paar Münzen in ihrer Hand zählt. Sie bemerkt meinen verwunderten Blick, steckt sich die Münzen in die Tasche und sagt:

    "Ich sollte Hellseherin werden, keine acht Uhr und schon hat sich Susanne bei mir entschuldigt."

    Nach ein paar Minuten schaltet Mario den Fernsehr ein und alle sitzen auf den alten Sitzmöbeln im Wohnzimmer ähnlichen Vorraum des Bunkers zusammen und hören mäßig interessiert dem Sprecher der Tagesschau zu.

    Alle bis auf Suzy, welche keuchend durch die Bunkertüre hechtet und sich schnell neben mich fallen lässt.

    Mario: "Darüber reden wir später, jetzt aber Ruhe!"

    Nachdem mir den üblichen weltpolitischen Ereignissen gelauscht haben, fragt uns Mario ab. Scheinbar hat er diesen Abend ganz besonders viel Zeit, denn er prüft jeden in der Runde. Dabei ist er jedoch so fair, keine Fragen zu stellen, welche für Denjenigen zu schwer wären. Eileen ist an der Reihe.

    Mario: "Was ist die PDS?"

    Eileen: "Die PDS sind Kommunisten und das was von der DDR Diktatur übrig geblieben ist."

    Wahnsinn, das Mädchen scheint Ahnung zu haben. Es scheint doch mehr hinter ihrer Aggressivität und Arroganz zu stecken, als ich gedacht habe. Jedoch ist ihre Aussage doch sehr überspitzt.

    Mario: "Hm, ist jeder mit dieser Aussage so einverstanden?"

    [o] leise Nicken

    [x] Eileens Aussage widersprechen

    Wenn ich ihr nicht widerspreche, wird es ohnehin Mario tun, also was solls, ich habe ja sonst nie die Gelegenheit mit jemandem über Politik zu diskutieren.

    Ich: "Die PDS als Kommunisten zu bezeichnen ist übertrieben, sie sind eher Sozialisten .."

    Eileen: "Also ob das einen so großen Unterschied machen würde, beide haben in der Vergangenheit nicht nur ein repressives Regime auf die Welt gebracht. Und aus einem davon stammt die PDS und zwar direkt, sie ist volle Rechtsnachfolgerin der S E D. Die nicht umsonst vom Verfassungsschutz beobachtet."

    [o]Einknicken

    [x]Eileen weiter die Stirn bieten.

    Das war ein Redeschwall, Eileen rattert das alle innerhalb von Sekunden runter und hält dabei eine leichte Aggression in ihrer Stimme aufrecht. Aber ich nehme die Herausforderung an.

    Ich: "Und? Das ist doch gut, wenn die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Von mir aus sollten alle wichtigen Parteien beobachtet werden."

    Eileen: "Pfff .. wichtige Parteien .. hah."

    Sie unterbricht mich leise mit einem gekünstelten Lachen, bedeutet mir dann aber mit einer Handbewegung weiter zu sprechen. Ich muss zugeben, der Witz war recht gut.

    Ich: "Und wenn die was gegen die Demokratie unternehmen würden, dann wäre das dem Verfassungsschutz doch schon längst aufgefallen. Eine Beobachtung über einen so langen Zeitraum ohne Ergebnisse, sprich doch er für sie. Außerdem haben sie sich zur Demokratie bekannt und haben das D dafür sogar im Namen."

    Eileen: "Das hatte die D D R auch, reinster Etiketten Schwindel. Komm wir packen noch ein zusätzliches D in NSDAP."

    Mario: "Hat eventuell noch jemand anderes etwas dazu zu sagen."

    Er guckt in die Runde, die uns gebannt aber verständnislos ansieht.

    Mario: "Gut, hat noch jemand von euch was dazu zu sagen."

    [x]Eileen das letzte Wort überlassen

    [o]Eileen widersprechen um das letzte Wort zu haben

    Zugegeben ihr letztes Argument war gut aber Ich will schlafen und mich zu sehr mit ihr anzulegen ist keine gute Idee, wenn ich weiter mit Katrin abhängen will. Ich schüttele den Kopf, Mario seufz und Eileen lehnt sich zurück und verschränkt die Arme hinter dem Kopf, zumindest soweit wie es die Kabel zulassen.

    Mario schließt den Schrank, in welcher sich der Fernseher befindet. Langsam erheben sich die meisten aber gehen noch nicht auf ihre Zimmer oder in ihre Häuser sondern reden noch ein wenig.

    Eilee steht auf und wendet sich mir zu, sie wird jedoch von Katrin an an ihrem T-Shirt festgehalten.

    Katrin: "Wehe!"

    Eileen: "Alles gut, ich hab nur eine Frage. Darf ich dir eine Frage stellen?"

    Sie sieht mich gespannt und schlecht gespielt bittend an.

    Ich: "Von mir aus, aber ich bin schon müde."

    Eileen: "Bist du ein Kommu .. ähm Sozialist?"

    Flüstert sie leise. Wenn ich raten müsste würde ich sagen, dass diese Frage gegen mindestens eine Campregel verstößt.

    Ich: "Nein."

    Eileen: "Warum verteidigst du dann die PDS?"

    Ich: "Ähm .. ja .. keine Ahnung, war halt meine Aufgabe oder?"

    Eileen: "Hm .. da hat jemand eine Amt und keine Meinung oder wie?"

    Ich: "Natürlich hab ich eine Meinung."

    Eileen: "Die da wäre?"

    Ich: "Ich bin da gerade echt zu müde dafür .."

    Eileen: "Wann ist denn deine Meinung mal zuhause?"

    [o]Ausweichen

    [x]Eileen Versprechen Morgen mit ihr zu sprechen.

    Langsam lege ich mir einen passenden Satz im Kopf zusammen, welcher mich auf der einen Seite nicht wie einen Feigling aussehen lässt und auf der anderen Seite Eileen nicht zu sehr verärgert.

    Ich: "Es freut mich echt, dass du dich mit mir über sowas unterhalten willst und ich bin echt froh mal ein hübsches intelligentes Mädchen zu treffen, das was Politik und Geschichte angeht keine so ne hohle Nuss ist, wie die anderen."

    Nein, den Satz kann ich so nicht sagen. Auf einmal sieht mich Eileen mit großen Augen an. Mist, ich habe den Satz bereits so gesagt. Ich sollte echt dringen schlafen aber was mache ich jetzt wo ..

    Suzy: "Boar ey, diese Tagesschau ist echt langweilig. Warum gucken wir nicht RTL2 News?"

    Eileen guckt plötzlich zu Suzy rüber und beißt sich auf die Lippen, wohl um sich ein Lachen zu verkneifen.

    Suzy: "Da geht es um die wirklich wichtigen Themen. Zum Beispiel hat jemand schon fast ein Heilmittel für Aids erfunden."

    Das ist selbst für mich zu viel und beiße mir ebenfalls auf die Unterlippe.

    Katrin: "Wenn für sie diese Erfindung essenziell ist .."

    Katrin zuckt mit den Schultern, während Eileen schon vor unterdrücktem Lachen leichte Tränen kommen. Sie beißt sich auf ihr T-Shirt und scheint ja doch sowas wie Emotionen zu haben, also außer negativen wie Wut und Ärger.

    Als fast alle bereits entweder auf ihre Zimmern verschwunden sind oder den Bunker verlassen haben, fange erst ich und dann auch Eileen und selbst Katrin an zu lachen, wenn auch nicht so laut.

    Nach einer Weile legt sich Eileen erschöpft von hinten mit dem Bauch über eine Sofalehne, holt tief Luft, wieder holt noch einmal:

    "RTL2 News .."

    Und lacht nach dem Pointenwiederholer noch ein wenig weiter ohne wirklich gut Luft zu bekommen. Dann packt sie ihr Notizheft aus und Notiert etwas.

    Eileen: "5 Minütiger Lachkrampf. Aber wir müssen dann auch, Nachti."

    Katrin: "Jau, Nacht."

    Ich: "Schlaft gut."

    Ich gehe auf mein Zimmer, ziehe mich um und lege mich endlich in mein Bett.

    23
    Der Hammer ( Tag 4 Morgen )

    Peter: "Aufstehen!"

    Peter reißt die Türe auf, kommt ins Zimmer und reißt die Gardine auf. Sofort knallt mir, die noch leicht rötliche, Morgensonne durch die vergitterten Fenster ins Gesicht. Während ich mich langsam hoch quäle, frage ich mich, warum ich ausgerechnet das Bett am Fenster nehmen musste.

    Ich ziehe mich unter meiner Decke um, wanke ins Bad und während ich mir die Zähne putze, bewundere ich den anderen Daniel dafür, dass er so schlau war und mit dem Hochbett den Ort gewählt hat, welchen das Licht als aller letztes erreicht.

    Voll angetan verlasse ich mein Zimmer, begrüße die anderen Bunkerbewohner mit einem flüchtigen Handzeichen und einem müden lachen und folge einfach Merle auf dem Weg zum großen Platz, wo wir die anderen Treffen.

    Nach einem kurzen Durchzählen und Peters vorsichtiger Erklärung an Suzy, warum sie nicht mit darf verlassen wir geschlossen den Platz.

    Katrin: "Hey hey."

    Wie immer ist sie ohne Vorwarnung hinter mir aufgetaucht. Ich drehe mich um und sehe das heute besonders flippige Mädchen begleitet von einer noch schlaftrunkenen Eileen.

    Ich: "Auch noch müde?"

    Eileen: "Hm .."

    Ich: "Kacke so einen 24 Stunden EKG oder?"

    Eileen: "Geht .. mit deinen Tipps gings. Ich hab eigentlich gut geschlafen aber ich bin Morgens immer müde."

    So wie sie da im Morgenlicht in ihrem viel zu großen weißen T-Shirt schläfrig zwischen den Bäumen steht und sich mit der Faust die Augen reibt, sieht sie gar nicht aus, wie eine gefährliche Psychopathin. Sie erinnert eher an eine Karze.

    Langsam setzt sich die Menge in Bewegung und wir trotten den üblichen Weg entlang. Katrin geht beschwingt über die bald beginnenden Wandwege, währen Eileen neben ihr geht und ich den beide mit etwas Abstand folge. Plötzlich hebt Eileen an:

    "Du, ich denke ich hole mir ein Stofftier."

    Katrin: "Du ein Stofftier? Na dann hättest du dein letztes nicht köpfen sollen."

    Eileen: "Das war ja auch nicht meins, das war 'Ihrs'."

    Sie betont das 'Ihrs' sehr merkwürdig, wie eine Person, die nicht genannt werden darf. Allerdings wird es wohl eher weniger Voldemords Plüscheinhorn gewesen sein.

    Katrin: "Trotzdem. Man köpft nur Sachen die einem selber gehören .. oder die man 'Ihm' opfern will."

    Irgend was sagt mir, dass Katrin mit 'Ihm' wohl Satan meint.

    Katrin: "An was hattest du denn gedacht? Was deinen Geschmack angeht, ist die Auswahl eng."

    Eileen: "Stinktier, Fledermaus oder so. Aber die sind sicher teuer, kann ich mir nicht ließen."

    Katrin: "Werds erst mal was, dann sehen wir weiter."

    Wir wandern stetig den Berg hinauf und oben angekommen, weißt Peter Anny an das Thermometer auf dem Plateau zu lesen. Eileen dreht sich weg und geht auf einen fast kniehohen Stein zu. Ich sehe sie verwundert an.

    Eileen: "Ach das kann dauern .. kannst mitmachen, wenn du willst."

    Eileen positioniert ihre Füße auf dem Stein und ihre Hände auf dem Boden, welcher aus Gummibeton besteht. Sie holt tief Luft und beginnt mit Liegestütztbewegungen. Nach 10 Wiederholungen setzt sie sich tief durch atmen auf, lehnt sich an den Stein überprüft ihr Kabel und fordert mich auf:

    "Los, mach mit. Und du auch, komm schon mindestens zwei das kannst du."

    Sie wendet sich an Katrin, die genervt guckt aber zustimmt.

    Katrin: "Aber nur zwei."

    Eileen: "Aber nur zwei."

    Macht Eileen Katrin nach.

    Eileen: "Und beim nächsten Schießen beschwerst du dich wieder, dass du die Sehne nicht bis an deine Wange bekommst. Für dein Wochenziel sieht es gar nicht gut aus."

    Katrin: "Mein Wochenziel ist es auf mein Normalgewicht zurück zu kommen, das hat damit nichts zu tun."

    Eileen: "Ein gesundes Gewicht erreicht du viel besser durch den Aufbau von Muskelmasse, als durch simples fres .. ähm .. essen."

    [o]Nichts tun

    [x]Eine Liegestütze auf dem Stein versuchen

    Da ich auch mal mehr für meinen Körper tun sollte, gehe ich in Position und während Eileen und Katrin noch diskutieren bin ich schon fast bei zwei. Leider ist das ganze wegen der ungewohnten Position gar nicht so einfach.

    Ich: "Vier."

    Eileen: "Komm schon fünf sind locker drin."

    Angefeuert zu werden, ohne das man bereits Schwäche gezeigt hat, fühlt sich gar nicht gut an. Trotzdem habe ich mit der fünf schon zu kämpfen.

    Eileen: "Übrigens ist der Stein locker groß genug für euch Beide."

    Katrin: "Nicht am frühen Morgen."

    Eileen: "Wenn nicht jetzt wann dann? Soll ich dir nun helfen oder nicht? Hey nicht so lange in einer Position verbleiben, das ist schlecht für die Gelenke. Entweder richtig Pause oder richtig Übung."

    Eileen stupst mich mit dem Zeigefinger in die Rippen.

    Ich: "Siiieben."

    Eileen: "Na das ist doch schon mal nicht schlecht, die Letzte war zwar super unsauber ausgeführt aber ok."

    Katrin versucht sich auch, kommt aber schon nach der zweiten Wiederholung nicht mehr hoch.

    Eileen: "Pause und dann einfach mit den Händen auf dem Stein und den Füßen auf dem Boden."

    Eileen streckt sich, ich schnappe nach Luft und sie notiert etwas in ihr Notizbuch.

    Eileen: "Jetzt bist du wach oder?"

    Ich: "Dass kann mal wohl sagen."

    Eileen: "Klasse .. deine Meinung zur SPD."

    Ich bin mir zwar relativ sicher, dass das gestern noch die PDS war aber wassolls.

    Katrin: "Fang doch nicht gleich wieder damit an."

    Peter: "Eileen, es ist wirklich toll, dass du dich um die Fitness deiner Freunde hier sorgst aber Liegestütze ist eventuell nicht die richtige Übung, um Katrins Gewichtsproblem zu lösen."

    Eileen: "Wenn Michelangelo keinen Marmor gehabt hätte, wäre er auch nie Berühmt geworden."

    Katrin: "Hey was soll das heißen?"

    Fragt Katrin völlig aus der Puste.

    Eileen: "Das mir hier einfach das Material fehlt, auf für mich selber. Wenn ich nur ein bisschen .."

    Peter: "Nein, es gibt hier keine Kraftshakes, alle Campbewohner müssen in der Lange sein, ein gesundes Gewicht ganz ohne Hilfsmittel bei einer normalen Ernährung zu halten."

    Eileen: "Zu einer normalen Ernährung gehören aber auch Eier."

    Peter: "Du weißt genau, warum wir dir keine roher Eier mehr anvertrauen."

    Eileen: "Entschuldigung, dass ich drei davon getrunken habe, woher soll ich den wissen, dass man das nicht darf? Amnesie."

    Peter: "Wir werden in der Wochenabschlussgruppentherapie über deinen Wunsch an das Camp reden. Anny wie weit seid ihr?"

    Peter dreht sich um und winkt uns nach einer Weile zu, was uns wohl bedeuten soll, dass es zurück zum Camp geht.

    Ich folge wie auch beim Hinweg Eileen und Katrin, die unter anderem deswegen nicht mit einander reden, weil letztere immer noch außer Puste ist. Wohl gelangweilt von der wenig gesprächigen Katrin dreht sich Eileen zu mir und fragt:

    "Nun, was ich deine Meinung zur FDP?"

    Ich: "War das nicht eben noch die SPD?"

    Eileen: "Wenn du mich in einer Tour runterhandelst."

    Ich: "Ich handele dich runter?"

    Eileen: "Du weichst immer wieder aus und da dachte ich, löse ich erstmal die Hälfte deines Versprechens ein."

    [o]Einfach wieder ausweiche

    [x]Eileen die eigene Meinung über die FDP sagen.

    Da ich es ihr Gestern wirklich versprochen habe, muss ich ihr wohl wirklich meine ehrliche Meinung sagen, auch wenn ich mir diese sehr schnell aus Versatzstücken zusammenbasten muss.

    Ich: "Ich halte viel vom allgemeinen Liberalismus aber Wirtschaftsliberalismus? Das lädt förmlich dazu ein irgend ein Blödsinn zu machen."

    Eileen: "Warum nur in der Wirtschaft? Man könnte auch in allen anderen Bereichen mehr als nur genug Blödsinn machen. Aus dem Recht der Freiheit, leite ich das Recht für mich ab, meine eigenen Gesetze zu machen."

    Ich: "Das ist ja auch gut so, denn ganz ohne Regeln kann der Mensch gar nicht leben und im Liberalismus ist jeder Mensch frei sich seine eigenen Regeln auf zu stellen .. also in einem Gewissen Maße natürlich."

    Katrin: "Na, da hast du endlich einen Partner zum diskutieren gefunden."

    Eileen schnaubt und fährt fort:

    "Und was ist mit den Menschen, die sich selber keine Regeln aufstellen können?"

    Ich: "Wie meist du das?"

    Eileen: "Wenn du länger hier wärst, wüsstest du was ich meine."

    Katrin: "Viele hier haben Probleme sich an die simpelsten Regel zu halten, ohne die strengen Campregeln würden die vollkommen aus der Bahn geraten."

    Eileen: "Liberalismus ist Gift für viele Menschen. Die meisten könnten mit einer solchen Freiheit gar nicht umgehen. Du würdest ihnen damit wehtun."

    Ich: "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt."

    Eileen bleibt kurz stehen und guck mich merkwürdig an, schließt dann aber auf und sagt:

    "Nicht schlecht."

    Katrin: "Homo Homini Lupus."

    Ich: "Wie?"

    Katrin: "Wir sind da."

    Alle zusammen stehen wir vor der großen Schleuse, welche sich vor uns öffnet aber im Gegensatz zu Sonst, ist die Türe zum inneren hin noch geschlossen. Peter zählt durch und drückt den roten Knopf worauf sich jedoch erst die äußeren Tore wieder schließen.

    Bezy: "Nicht wundern, die Schleuse funktioniert normalerweise so, dass die eine Tür nicht aufgeht, bevor die andere nicht zu ist."

    Ich: "Ich weiß."

    Bezy: "Woher?"

    Katrin: "Weil Schleusen nun mal so funktionieren."

    24
    Eine Psychocamp Liebe – Der eine Punkt ( Tag 4 Morgen )

    Wir gehen über den Platz in den Bunker und ich freue mich auf mein Frühstück. Ich hoffe, dass noch genug Gouda übrig ist.

    Eileen: "Warte mal, ich hab glaube ich noch irgendwas vergessen."

    Ich bleibe auf der Höhe des Waschraumes stehen und drehe mich zu Eileen um, welche recht gut gelaunt ihre viel zu weite Hose auf der Suche nach irgendwas abtastet.

    Auf einmal findet sie was sie sucht und ihre Mine verzieht sich plötzlich wieder zu ihrem üblichen teilnahmslosen dauer genervten Gesichtsausdruck. Sie seufzt genervt holt dann tief Luft aber wartet noch einen Moment ab, guckt abwesend zur Seite und beißt sich kurz auf die Lippe.

    Ich gehe verwundert einen Schritt auf sie zu, als sie auch schon ausholt und mir mit der Rechten mit voller Wucht Etwas gegen die Brust schlägt.

    Eileen: "Pass auf deine Sachen verdammt noch mal selber auf!"

    Brüllt sie mir entgegen. Bei dem instiktiven Versuch den Schlag abzuwehren greife ich das Etwas und fühle das es wohl mein Buch sein muss. Da der Schlag mich wie aus dem Nichts trifft, muss ich erstmal nach Luft schnappen.

    Ich: "Hm .. Wie was?"

    Eileen: "Ich bin nicht dazu da, dir deine Sachen nachzutragen!"

    Ich: "Ich dachte du wolltest das Buch lesen und da heb ich .."

    Eileen: "Ich habe dir in Deutsch klar und deutlich gesagt, dass ich es nicht haben will!"

    Ich: "Ist ja schon gut, tut mir leid. Ich wollte nur nett zu dir sein."

    Eileen: "Nett zu mir? Warum solltest du das sein wollen?"

    [o]Eileen die Stirn bieten

    [x]Versuchen sie zu beruhigen

    Ich habe keinen blassen Schimmer, was in diesem Mädchen gerade vorgeht aber ich wette es hat mit ihrer Krankheit zu tun. Ab besten ich bleibe ruhig und versuche sie zu beruhigen.

    Ich: "Alles gut beruhig dich erstmal."

    Eileen schnaubt und fährt in einem etwas leiseren aber nicht weniger aggressivem Ton fort:

    "Und dein Lesezeichen ist ja wohl ober daneben, wäre ich nicht ich, würde ich dich sicher dafür hassen."

    Jetzt weiß ich gar nicht mehr was sie redet, denn für gewöhnlich verwende ich aus reiner Faulheit immer den Kassenzettel als Lesezeichen. Um dem ganzen auf den Grund zu gehen, beschließe ich das Buch zu öffnen.

    Eileen: "Das würde ich lassen, wenn ich du wäre."

    Sagt sie in ihrer überheblichen Art als wüsste sie genau, was dann passier und verschränkt dabei die Arme. Mittlerweile fanden wohl einige Campbewohner unseren Streit interessanter als das Essen und beobachten unsere Auseinandersetzung aus sicherer Entfernung, nur Katrin traut sich näher zu uns und stellt sich neben mich.

    Katrin: "Eileen! Hör auf. sofort."

    Eileen: "Warum bin ich denn auf einmal wieder Schuld?"

    Katrin: "Das hab ich gar nicht .. ach egal .. um was gehts?"

    Während Eileen tief Luft holt und sich langsam zu beruhigen scheint, wendet sich Katrin zu mir.

    Ich: "Keine Ahnung, äh .. ich hab das Buch hier gestern in ihrer Nähe liegen lassen."

    Katrin: "Aha, was ist das für ein Buch."

    Ich: "Der Hexenhammer. Ähm .. ein Buch über die Hexenverbrennungen."

    Katrin: "Au, sowas mag ich, kann ich mir das mal ausleihen?"

    Ich: "Sicher."

    Ich reiche es Katrin. Aber noch bevor sie ihre Hand erreicht, stürmt Eileen vor uns reißt mir das Buch weg.

    Eileen: "Jetzt wo ich es nicht haben will, reichst du es einfach weiter an Katrin?"

    Brüllt sie mich an, schnappt nach Luft und fährt fort:

    "Das sagt ja einiges aus über dich aus .. du Bastard!"

    Der Rest von ihrem Wutanfall ist leider recht schwer zu verstehen, nicht nur ihre Worte, sondern auch der Grund, denn sie hatte sich ja gerade erst beruhigt.

    Mario: "Was ist hier los?"

    Mario kommt mit schnellen Schritten auf uns zu und stellt sich zwischen uns und fragt Eileen, die mittlerweile ihre Tirade beendet hat und davon sichtlich erschöpft zu sein scheint:

    "Das ist kein normaler Streit oder?"

    Eileen schnappt nach Luft uns schüttelt den Kopf.

    Mario: "Ist der Auslöser eine Person?"

    Eileen schüttelt erneut den Kopf.

    Mario: "Was ist dann der Auslöser?"

    Ich: "Ich schätze, dass ist dieses Buch hier."

    Ich reiche Mario das Buch, welcher es an sich nimmt und hinter seinem Rücken versteckt. Er sieht Eileen mit prüfendem Blick an.

    Mario: "Wenn das Ding weg ist, kann ich dann hier draußen lassen oder soll ich dich lieber wo hin bringen, wo es schön gemütlich ist?"

    Eileen schnappt nach Luft, aber kommt nur langsam zu Kräften und keucht:

    "Alles ok, jetzt ist alles gut. Kein Grund .. "

    Sie taumelt zur Wand, lässt sich an dieser hinunter gleiten und legt ihren Kopf nach hinten, als hätte sie die schwersten Strapazen ihres Leben hinter sich.

    Mario: "Tija, wenn dir Beton lieber ist .. du gehst übrigens heute nicht zur Schule. Darüber, wie das deinen Ausgang beeinflusst, reden wir später."

    Katrin: "Mach dir nichts draus. Du musst zur Schule oder?"

    Ich nicke stumm und gehe Richtung Ausgang, auch wenn ich nicht weder weiß welcher Unterricht heute ist noch, wo dieser stattfinden wird. Da ich es irgend wie für unpassend halte, zurück in den Bunker zu laufen schaue ich mich nach einer anderen Möglichkeit um, an die gewünschten Informationen zu kommen.

    Merle: "Was schaust du denn so verzweifelt in der Gegend herum?"

    Merle ist hinter mir aufgetaucht. Zwar nicht so lautlos wie Katrin aber egal, die könnte meine Rettung sein.

    Ich: "Super, du bist meine Rettung, welcher Unterricht ist Heute?"

    Merle: "Steht das nicht in seinem Logbuch? Gib mal her."

    Ich reiche dem Mädchen mit der niedlichen Stimme und der wie immer feinen Garderobe mein Logbuch. Diese blättert etwas darin, lacht kurz leise und deutet dann auf eine Tabelle mit den Aktivitäten der Woche.

    Merle: "Englisch."

    Sie zieht sich ein Blatt Papier auf der Hosentasche, faltet es behutsam auf und sagt:

    "Im gleichen Raum wie ich, warte kurz ich hol meine Sachen und komm sich hier abholen."

    Ich nicke, setzt mich an einen Baum und warte. Kaum hatte ich mich gesetzt, kommt Merle auch schon mit einem Ordner und einer Plüschfedermappe im Arm wieder. Sie muss ja regelrecht gefolgt sein, wohn sie nicht auch im Bunker.

    Marle: "Los auf, der Weg ich der gleiche wie zu Deutsch."

    Ich: "Ähm, sag mal .."

    Hole ich aus, während wir regelrecht aus dem Camp her raus rennen.

    Merle: "Ja."

    [o]Merle fragen, was sie genau hat

    [x]Lieber nach ihren Hobbys fragen

    Eigentlich würde ich ja schon gerne wissen, was dieses leise und zerbrechlich wirkende Mädchen hat aber ich entschließe mich doch lieber nach ihren Hobbys zu fragen.

    Ich: "Was hast du eigentlich so für Hobbys?"

    Merle: "Ach, nichts spannendes, ich gucke gerne Filme und ich male gerne aber nicht so gut. Und ich mag Lesen."

    Wir laufen den selben weg wie zum Deutschunterricht und erreichen den Aufzug.

    Ich: "Au, mit Filmen kenn ich mich gar nicht aus, meine Familie ist eher ne Bücher Familie."

    Merle: "Au, cool, habt ich dann auch so ganze Regale voll mit Büchern? Ähm, wäre es dir recht, wenn wir die Treppen nehmen?"

    Ich: "Ja."

    Merle: "Bücherregale oder Treppen."

    Sie lächelt mich an.

    Ich: "Beides, nach ihnen."

    Ich öffne die Glastüre zum Treppenhaus und mache eine Geste, welche sie bittet vor zu gehen.

    Merle: "Müsstest nicht du vor gehen, weil das eine Treppe ist?"

    Ich: "Äh .."

    Merle: "Achso stimmt, du weiß das ja nicht."

    Sie springt an mir vorbei, geht die Treppe hoch, holt tief Luft und erklärt ohne sich zu mir umzudrehen:

    "In dem Bücherregal im 'Wohnzimmer' sind zwei Benimmbücher und zwar sehr alte Benimmbücher. Das erste sagt, dass der Gentleman immer hinter der Dame die Treppe hochgeht, damit er sie auffangen kann, falls sie fällt. Das zweite sagt, dass der Gentleman immer vor der Dame die Treppe Emporsteigt, damit er ihr nicht – Zitat: 'Auf die Fesseln' gucken kann."

    Bei diesem Satz dreht sie sich auf dem Absatz um. Ich schau zu ihr hoch, weil ich bis jetzt auf meine Füße geschaut hatte.

    Merle: "Aber du kennst die Bücher sicher."

    Ich: "Ne, aber ich wollte schon immer mal eines lesen."

    Merle: "Echt nicht? Kommt mir nämlich so vor, als wärst du da voll drin in der Materie. Auf den Boden gucken und so und auch Gester vor dem Waschraum. Du würdest sicher niemandem auf den Arsch gucken."

    Ich: "Ähm .. ich glaube, Fesseln sind Fersen .. oder ähm .. wie heißt das Fußgelenk."

    Merle: "Ich denke, dass heißt einfach Fußgelenk oder eben Fessel, wenn du recht hast."

    Ich: "Ich würde auch niemandem auf die Fußgelenke starren."

    Merle lacht und albert herum, während wir bereits auf dem richtigen Stockwerk angekommen sind und durch einen Gang gehen:

    "Au Nein, er hat mir auf die Fußgelenke geguckt. Was für ein Liederling."

    Ich: "Liederling?"

    Merle: "Ich hab einen Febel für alte Wöter. Wir sind eingetroffen, sie öffnet eine Türe."

    Drinnen befindet sich ein recht großer Raum, welcher aber zu Hälfte aus einer improvisierte Bibliothek zu bestehen scheint und nur ein kleiner Bereich ist wirklich begehbar.

    An einem Runden lagen Tisch sitzen Bezzy, Anny und zwei recht große Mädchen, die ich nicht kenne. Vorkopf sitzt wohl der Lehrer. Ein breiter junger Mann mit mittellangen Haaren, der gerade Fragen auf Englisch stellt.

    Englisch Lehrer: "Ah, kommt rein und setzt euch."

    Wir tun wie uns geheißen und bekommen gleich je ein Buch zugeschoben mit der Aufforderung, doch eine bestimmte Seite aufzuschlagen und den Text zu lesen.

    Englisch Lehrer: "Fehlt da nicht noch wer?"

    Merle: "Eileen, kommt heute nicht."

    Englisch Lehrer: "Schade, was schlimmes?"

    Merle: "Nicht dass ich wüsste."

    Der Lehrer Nickt und wir werden uns dem Text zu. Es ist ein recht interessanter Text über die Besiedelung des amerikanischen Westens.

    Englisch Lehrer: "Habt ihr euch den Text gut eingeprägt?"

    Ich nicke.

    Englisch Lehrer: "Bei dir ist es nicht ganz so schlimm, wenn du was nicht gleich so gut hin bekommst. Wir unterrichten hier auf der einen Schiene auf Gymnasialniveau und auf der anderen auf Sonderschulniveau."

    Ich dreh mich zu Anny um, die von Bezzy eine Karte mit einer Kuh drauf gezeigt bekommt.

    Anny: "ähm .. Duck."

    Bezy: "Nein, versuchs noch einmal."

    Englisch Lehrer: "Du kannst dich später entscheiden, auf welcher Schiene du arbeiten willst."

    Ich Nicke und der Lehrer stellt uns erstmal eine Reihe Fragen, die ich, Merle und die zwei anderen Mädchen der Reihe nach beantworten. Wir Beide bekommen das sogar ganz gut hin. Dann richtet er eine Why-Frage an Merle.

    Auch du je, ich kenne diese Dinger und sie sind extrem fies, besonders wenn der Lehrer auf eine Because-Konstruktion als Antwort besteht. Merle versucht es aber scheitert an der korrekten Wortstellung. Sie gibt jedoch nicht auf und probiert es zwei weitere Male, bekommt aber dann die richtige Antwort vorgesagt und notiert sich diese in ihr Heft.

    Englisch Lehrer: "Gut gemacht und toll, dass du nicht so schnell aufgibts. Zur Übung könnt ihr die Aufgabe 11 machen."

    [o]Anfangen Aufgabe 11 zu bearbeiten

    [x]Eine eigenen Why Frage verlangen

    Ich bekomme zwar nicht jede Why-Frage gut hin aber in der Vergangenheit habe ich doch schon einige lösen können.

    Ich: "Bekomme ich keine Why Frage?"

    Englisch Lehrer: "Wenn du möchtest gerne."

    Er stellt die Frage, ich antworte einfach aus dem Gefühl heraus. Der Englisch Lehrer guckt kurz verwundert und sagt:

    "Ja, ist richtig."

    Er macht eine lange Pause und fährt fort:

    "Eigentlich hast du ja Anspruch auf Unterricht auf Sonderschulniveau aber ich würde mich echt freuen, dich bei den Gymnasiasten dabei zu haben. Dann wird der Unterricht auch nicht mehr von einer Person dominiert und ich muss nachher noch kurz was besprechen. Jetzt aber ran an die Aufgaben."

    Den Rest der Stunde, oder wie lange hier auch immer Unterricht ist, verbringen wir erst mit ein paar Aufgaben aus dem Buch und dann mit einer weiteren Fragerunde zum gleichen Text noch einmal, um unser Gedächtnis zu schulen. Wo bei ich auch wieder ganz gut abschneide.

    Nach der letzten Runde, bedeutet der Lehrer uns, dass die Stunde vorbei ist und wir gehen können. Nur Anny und Bezzy sollen ihre Aufgaben wenigsten noch zu Ende bringen und ich sollte ja noch einen Moment bleiben.

    Der Lehrer holt einen Zettel aus der Ablage hinter sich und überreicht ihn mir.

    Englisch Lehrer: "Dein IQ Test. Also eine Intelligenzminderung liegt bei dir nun absolut nicht vor. Und nach dem, was ich in der Stunde gesehen habe, kann ich die Beschwerden deine Schule Absolut nicht nachvollziehen."

    Ich will dazu etwas sagen, komme aber nicht zu Wort.

    Englisch Lehrer: "Ich werde mich heute Nachmittag mal mit dem Schulministerium in Düsseldorf in Verbindung setzt. Du geht doch auf eine Schule in NRW oder?"

    Ich: "Ja."

    Englisch Lehrer: "Ich denke ich hab das noch nicht erwähnt aber ich bin der Direktor der Schule hier."

    Ich weiß nicht, was mich mehr verwundert, dass diese verstreuten Räume hier rechtlich als vollwertige Schule zu gelten scheinen oder dass er der Direktor ist, denn erfahrungsgemäß hatte ich gedacht, dies sei der Mathematiklehrer.

    Er guckt zu Anny und Bezzy, die schon ihre Sachen packen. Wir verlassen den Raum und noch bevor die Tür hinter uns zufällt bellt Anny:


    "IQ Test, zeig mal."

    Sie reißt mir das Blatt aus der Hand noch bevor ich es selber begutachten konnte.

    Anny: "Äh?"

    Ich gucke das erste mal selber auf das Blatt und sehe etwas, neben Tabellen mit Zahlen auch eine Kurze und kein Indiz dafür, dass ich jetzt besonder Intelligent wäre.

    Bezy: "Das muss es sein, 160."

    Anny: "Boar du hast 160 IQ."

    Ich: "Einen IQ von 160 hatte nicht mal Einstein, las mich mal sehen."

    25
    Der Punkt ( Tag 4 Mittag )

    Währen wir zum Camp zurück schlendern, denn Anny und Bezy nutzen mal wieder die Zeit um eine zu Rauchen, durch suche ich weiter meine recht wirren Testergebnisse, nach dem Endgültigen Ergebnis.

    Auf einmal mitten zwischen anderen Zahlen und Angaben, fällt mir das Wörtchen 'Summe' auf.

    Ich: "Hier das muss es sein, Summe 133. Also keine 160."

    Anny: "Summer."

    Ich: "Summe, so nennt man das Ergebnis wenn man mehrer Zahlen Addiert .. ähm .. Plus Rechnet."

    Ganz ehrlich ich hasse es, wenn Menschen mit ihrer reinen Intelligenz angeben, auch das H Wort kann ich absolut nicht leiden.

    Anny: "Super."

    Ich: "Hm, ist auch nur ne Zahl."

    Bezy: "Was 133? Klasse."

    Bezy grinst freudig. Ich weiß zwar nicht, warum die beiden sich so mit mir freuen aber ich habe auch keine Lust nachzufragen.

    Ich: "Ja, bringt mir aber auch nicht viel, Schulprobleme hab ich trotzdem."

    Mein Gefühl sagt mir, dass ich vor den Beiden und allgemein den Ball besser flach halten sollte. Ich kann mich später ja noch alleine über das Ergebnis freuen. Wir kommen im Camp und später um Bunker an, wo es bereits nach Essen riecht.

    Einige Campbewohner sitzen auf den Couches des quasi Wohnzimmer und lesen. Ich achte das erste mal wirklich aus das Bücherregal, welches ich mir auch gleich aus der Nähe ansehe. Das Ding ist recht spärlich gefüllt und die verbleibenden Bücher sind alle ziemlich ramponiert, ziemlich alt oder gleich beides.

    Auf einmal reiß mich Anny aus meinen Gedanken und fragt:

    "Kann ich das mal kurz haben?"

    [x]Anny den IQ Test geben.

    [o]Anny den IQ test besser nicht geben.

    Ich: "Klar, von mir aus."

    Auf einmal ruft Anny extrem laut aber nicht in meine Richtung:

    "Ha, Danny ist schlauer als du! 133 IQ!"

    Ich drehe mich wie vom Blitz getroffen um und sehe, wie Anny einer erschöpften Campbewohnerin meinen IQ Test vor die Nase hält, die sich gerade, wohl vom Sport kommend, in den Bunker schleppt ..

    .. nein, nein nein. Anny hält bitte gerade nicht ausgerechnet Eileen meinen IQ Test unter die Nase. Nicht ausgerechnet ihr! Ich hechte schnell dazu und nehme Anny den Test weg, aber Eileen fixiert mich schon mit ihren stechenden Augen.

    Zu meiner Erleichterung lächelt Eileen nur müde, seufzt und sagt gelangweilt:

    "Nicht jetzt Anny, ich bin völlig fertig. Ok, ihr bekommt es immer noch nicht auf die Reihe, die Tests richtig zu lesen oder? Es ist nicht die große Zahl ganz oben, es steht irgendwo in der Mitte."

    Eileen lässt sich auf eine Couch fallen, steckt gelangweilt ihren Arm aus und verlangt wohl, dass ich ihn den Zettel anreiche aber da ich das im Moment für keine gute Idee halte, versuche ich abzulenken:

    "Ja stimmt, das Ding ist aber auch verwirrend."

    Eileen: "Kein Problem, ich kenne jeden Wert auf dem Zettel. Gib mal her."

    Sagt sie hämisch und das wohl Letzte, was ich erwartet hätte tritt ein, denn Eileen springt auf, schnappt sich den Zettel, lässt sich wieder ins Sofa fallen, dreht ihn ohne in gelesen zu haben zu uns hin und tippt erst auf die Oberste Zahl und sagt:

    "Das hier ist nicht der Intelligenz Quotient. Der steht hier .."

    Sie dreht den Zettel zu sich, muss aber auch erst ein wenig Suchen. Auf einmal verzieht sich ihre Mine und Anny sagt nicht weniger hämisch:

    "Wir können die Zettel wohl lesen und du bist jetzt nicht mehr die schlauste hier."

    Salfia: "Und auch nicht mehr die Stärkste aber mach dir nichts draus."

    Salfia sitzt einen Couch weiter und hat das Geschehen bis jetzt wohl mäßig interessiert beobachtet. Auch sie trägt noch ihre Sportklamotten.

    Ich überlege, wie ich die Situation irgendwie entschärfen könnte aber leider will mir absolut nichts einfallen. Zum Glück ruft uns Mario zum Essen und die anderen Campbewohner rennen quasi zum Tisch.

    Eine Weile sind nur noch Eileen und Ich im Wohnzimmer und ich würde gerne etwas sagen aber das beste was mir einfällt ist:

    "Entschuldigung?"

    Eileen: "Für was? Für fucking Was?"

    Schnaubt Eileen, steht auf und geht zum Tisch. Ich folge ihr mit mehr als ausreichend Abstand, nur um am Tisch festzustellen, dass sie den gleichen Sitzplatz wie immer eingenommen hat und zwischen ihr und Katrin der übliche Platz leer ist.

    Den Campregel nach muss ich mich dorthin setzten, ob ich will oder nicht. Sicher ich könnte bei Mario um eine Ausnahme bitten.

    [o]Mario um eine Ausnahme bitten

    [x]Ertsmal gucken, wie Eileen reagiert

    26
    Eine Psychocamp Liebe – Das Angebot ( Tag 4 Mittag )

    Ich nähere mich meinem Stammplatz, zieh den Stuhl zurück und warte ab.

    Katrin: "Setzt dich ruhig. Keine Angst."

    Ich setzt mich und begutachte eine Weile das Angebot, welches lediglich aus Spinatsuppe mit Würstchen besteht.

    Eileen: "Hey .. ähm .. Ich hab nur einen schlechten Tag, keine Sorge mir geht es schon wieder."

    Katrin: "Den haben wir heute alle, hier drin ist Freitag sowie draußen Montag."

    Ich: "Verkehrte Welt hm?"

    Sage ich während ich mir meinem Teller mäßig voll mit Spinat schaufele.

    Ich: "Ist heute was besonderes?"

    Merle: "Gruppen Therapie."

    Merle die immer neben Katrin sitzt aber sonst nie beim Essen spricht, tupft sich gerade den Mund mit einer Servierte ab.

    Suzy: "Gruppen Therapie? Ich werde ganz bestimmt nicht vor allen über meine Probleme reden."

    Suzy, die auf der anderen Seite des Tisches sitzt, regt sich gerade künstlich auf und Salfia nickt erschrocken zustimmend mit vollem Mund.

    Katrin: "Keine Sorge, der erste Teil geht immer für irgendwelche Campprobleme drauf und dann losen wir einen aus, der den Rest der Stunde durch quatscht."

    Merle: "Das ist aber nicht Sinn der Gruppen Therapie."

    Eileen: "Tja, deine Probleme sind ja leider Verschlusssache. Also ich bin zwar gerade nicht so gut drauf aber eventuell könntet ihr mich ja trotzdem motivieren sehr ausführlich über eines meiner Probleme zu reden."

    Sie sagt das in einem Ton als würde sie den anderen gerade einen Handel vorschlagen.

    Eileen: "Denkt dran, das ihr dadurch eure Kräfte für eine Duelle sparen könntet."

    Ich: "Duelle?"

    Katrin: "Ach ja, so nennen wir hier die Auseinandersetzungen mit unseren Eltern."

    Ich: "Ach stimmt, wir können ja an den Wochenenden nach Hause."

    Eileen: "Wir alle nicht."

    Katrin: "Naja, die meisten schon aber einige wie Ich haben halt Probleme mit ihrer Familie aber Themawechsel bitte."

    Darauf hin wird jedoch von niemandem ein neues Thema angesprochen, sondern wir schweigen uns fast das gesamte Essen hinweg an, nur Eileens Schmatzen ist leise zu hören.

    Nach einer Weile stellen wir die leeren Teller weg und es gibt für einige Nachtisch in Form von etwas, dass man am ehesten als Zuckerwasser mit ein paar Früchten drin bezeichnen kann. Die meisten Mädchen verschmähen diese Kalorienbrühe, nur ausgerechnet die arme Magersüchtige muss eine Schüssel herunter würgen.

    Mario: "Nein, Eileen du hast offiziell ein Gewichtsproblem, keinen Fruchtsalat."

    Eileen: "Von mir aus."

    Sie stellt die Schüssel wieder zurück auf den Stapel, nehmt sich zurück und guckt mich an. Ich nehme ebenfalls keinen sogenannten Salat, wie der Rest der Sitzreihe auch.

    Eileen: "Was gibt denn?"

    Ich: "Ähm, was solls geben."

    Eileen: "Du siehst aus als wolltest du was sagen."

    Ich: "Ja, mir ist das eben .. ähm .. "

    Eileen: "Unangenehm? Das sollte es auch sein."

    Katrin beugt sich vor und guckt Eileen funkelt an.

    Eileen: "Ja, du kannst eigentlich nichts dafür aber Anny regt mich halt mit sowas plattem auf."

    [o]Eileen sagen, dass es nicht schlimm ist, dass Ich einen höheren IQ habe als sie.

    [x]Eileen sagen, dass Ich denke, dass die intelligenter ist als ich.

    Alles was die Situation wenigstens nicht noch schlimmer macht ist mir recht auch ein eher geschwindeltes Kompliment an dieses Mädchen.

    Ich: "Ich denke du bist intelligenter als ich."

    Eileen: "Wie kommst du drauf?"

    Kann dieses Mädchen bitte das Kompliment einfach annehmen? Und meine quasi Friedensangebot annehmen?

    Ich: "Als gefühlt .."

    Eileen: "Gefühl? Bei Messwerten gibt es kein Gefühl. Nun sag mal was schätzt du ist mein IQ? Du schuldest mir noch ne Meinung schon vergessen?"

    Verdammt schon wieder eine Falle, jetzt ist es absolut egal was ich sage. Wenn ich einen niedrigen Wert nenne beleidige ich sie, wenn ich den Wert zu hoch nenne stehe ich da wie ein Schleimer.

    Ach was solls, sie mag mich ja eh nicht und warum bin ich eigentlich so drauf bedacht, das sie mich mag. Eventuell weil sie Katrins Freundin ist und ich Katrin mag? Sie könnte mir was dass angeht das Leben doch sehr schwer machen.

    Ach was sag ich, sie könnte mir meinen kompletten Aufenthalt hier ruinieren, wenn sie wollte. Man denke nur daran, was sie mit Suzy gemacht hat.

    [o]110

    [x]130

    Ich: "Ähm .. 130."

    Eileen: "Hm, interessant."

    Ich: "Und?"

    Eileen: "Was und?"

    Ach was solls, ich denk ab jetzt einfach gar nicht drüber nach was Eileen will, meint oder denkt. Und da das Essen eh beendet ist, dreh ich mich einfach um, sage bis gleich und gehe in mein Zimmer um mich dort durch die Mittagspause zu langweilen.

    Auf meinem Bett führe ich erst ein recht belangloses Gespräch über Counterstrike mit dem anderen Daniel und erwische mich anschießend dabei, wie ich tatsächlich darüber nachdenke nicht doch einen Mittagsschlaf zu halten. Doch dann klopft es an der Türe und Mario kommt herein.

    Mario: "Danny, Telefon für dich."

    Ich nicke und wundere mich darüber, dass Mario meinen Spitznamen benutzt, was hier aber so üblich zu sein scheint. Als ich ihm über den jetzt komplett leeren und irgendwie unheimlich stillen Bunkerflur folge, fällt mir ein, dass mich ja der Englisch Lehrer noch sprechen wollte.

    Ich nehme den Hörer, der neben dem Telefon liegt.

    Ich: "Hallo."

    Lehrer: "Gut, dass ich dich erreiche. Ich hab mit dem Schulministerium telefoniert und habe eine gute und eine schlechte Nachricht, welche zuerst."

    [x]Die Schlechte

    [o]Die Gute

    Ich: "Die schlechte zuerst."

    Lehrer: "Gut, eigentlich ist das ja nichts, was man am Telefon bespricht aber es ist quasi eilig. Also ich habe erst mit dem Schulministerium telefoniert und dann mit deiner Schule und, das weißt du sicher selber, deine Schule ist eine Schule in privater Trägerschaft. Die sind da beratungsresistent, wenn es um die generelle Neubewertungen von Schülern unter besonderen Umständen geht."

    Ich: "Ja."

    Lehrer: "Jetzt die Gute Nachricht. Ich kann diese hochnäsigen Privatschulen nicht leiden und hab mir was überlegt. Deine Noten stehen aktuell genau auf der Kippe aber solange du hier bist, sind wir für deine Benotung zuständig und wenn du dich so anstrengt wie diese Woche, dann können wir eine Benotung rechtfertigen, die deine Versetzung sicherstellt. Du müsstest nur bleiben, bis die Sommerferien beginnen. Das sind .."

    Ich: "Noch 3 Wochen oder?"

    Lehrer: "Genau, also was sagt du?"

    Ich: "Einverstanden, ich hab eh schon wem anders versprochen, dass ich länger bleibe als die übliche Zeit."

    Lehrer: "Optimal, dann will ich auch gar nicht weiter deine Mittagsruhe stören."

    Mittagsruhe Stören? Ich bin froh, dass ich wenigstens ne Minute aus diesem grauen Loch der Langeweile heraus durfte. Ob sich die anderen auch so extrem langweilen?

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    Eine Psychocamp Liebe – Fashion ( Tag 4 Nachmittag )

    Endlich zeigt der Zeiger meiner Uhr auf die volle Stunde aber ich bin einfach zu gelangweilt um direkt aufzuspringen also drehe ich mich noch einmal in einer andere Position. Plötzlich klopft es an der Türe. Ich torkele auf und öffne die Türe.

    Anny: "Schnell schnell wir müssen dir noch einiges beibringen."

    Ich: "Gruppen .. ähm .. Irgend was in einer Gruppe oder?"

    Anny: "Gruppen Therapie, also du musst unbedingt immer dafür sorgen, dass das alles lange dauert, sonst musst du über deine Probleme Reden."

    Ich: "Ja aber das ist für mich jetzt nicht so das Problem und müssen wir das hier im Türrahmen besprechen."

    Bezy: "Na dann komm doch raus."

    Bezy pack mich am Arm und schleift mich an das hinterste Ende des großes Esstisches, wo es trotz einer Terrassentür recht dunkel ist. Salfia und Suzy sind ebenfalls dort.

    Salfia: "Ich werde auf keinen Fall vor allen über meine Probleme reden."

    Anny: "Musst du nicht, wenn die anderen viel Zeit brauchen. Eileen hat gesagt, sie kann die ganze Zeit durchreden aber sie will von jedem 20 Euro Cent."

    Nein, ich habe mir geschworen das Verhalten dieses Mädchens nicht zu hinterfragen.

    Bezy: "Euro Cent?"

    Anny: "Ja, es heißt Euro Cent, weil die in Amerika haben auch Cent und nicht dass man das verwechselt."

    Ich: "Klingt logisch, nicht dass wir Eileen versehentlich in Dollar Cent bezahlen."

    Salfia: "Die Komische kann haben was sie will, solange ich nicht in nem Stuhlkreis über meine Probleme reden muss."

    Bezy: "Je nachdem wer die Therapie leitet, sitzen wir aus Kissen."

    Salfia: "Noch schlimmer."

    Anny: "Tust du auch was dazu?"

    Anny sieht mich mit großen Augen an.

    [x]Anny etwas Geld geben.

    [o]Anny nichts geben.

    Ach was soll? Denke ich mir, wenn Eileen die paar Messingmünzen so dringen braucht, kann sie ruhig etwas Kleingeld haben. Ich wüsste ja eh nicht, für was ich das Geld hier sonst ausgeben sollte. Ich gehe kurz in mein Zimmer und drücke Anny ein zwei Euro Stück in die Hand.

    Ich: "Kleiner hab ichs nicht."

    Anny: "Auch gut."

    Bezy: "Los wir müssen."

    Bezy sieht auf ihre Uhr und macht sich auf in Richtung des Bunkerausganges, nur um direkt nach dem Verlassen des Bunkers um selbigen herum einen kleinen Abhang herunter zu laufen. Vor uns liegt ein Teil des Bunkers, welcher wohl schräg in den Abhang hinein gebaut worden ist. Auf unserer Seite befindet sich eine schwere Stahltüre, vor welcher bereits Merle, Eileen, Katrin und andere warten. Weiter hinten liegt tatsächlich eine Art gemütlich wirkende Terrasse mit Klappstühlen, Tisch und einer Bank.

    Ich begrüße Manuel, Merle und Niko, die genau so zerkanutscht aussehen wie ich. Anny und Bezy scheinen aber topfit zu sein, eventuell sind die kleinen Hütten nicht ganz so langweilig, wie die Zimmer im Bunker. Eventuell halten die beiden ja Mittagsschlaf.

    Ich: "Sagt mal, dass ist jetzt eventuell ne etwas komische Frage aber .."

    Bezy: "Au, ich mag komische Fragen. Wenn du mir gleich auch eine beantwortest ok?"

    Ich: "Sicher. Also schlaft ihr in den Mittagspausen?"

    Bezy: "Nicht mit Augen zu. Jetzt du, was hältst du von unseren heutigen Outfits?"

    Bezy trägt eine weite Baggyjeans und ein lila Polohemd und einen Plastikhaarreifen in fast dem selben Ton. Anny eine helle Bermudajeans, dazu Rosa Sandalen in weißen Tennissocken und scheinbar das rosa Top von vor einigen Tagen. Naja, eventuell hat sie auch mehrere die gleich aussehen.

    Ich: "Der Haarreifen passt toll zum Hemd und bei dir mag ich die Sandalen mit den weißen Socken."

    Anny guckt mich verwundert an,

    Ich: "Das gilt ja normalerweise als leicht asi aber da das genau deine Farben sind, passt das super."

    Anny guckt erleichtert und überzeugt.

    Anny: "Wer findest du, zieht sich im Camp am besten an?"

    Ich: "Puh, also ich denke, dass darf ich doch gar nicht sagen, da ich dann doch irgendwie sage, dass jemand keinen Geschmack hat. Wäre ja gemein und gegen die Campregeln."

    Gut, dass mir dass noch gerade noch so eingefallen ist.

    Bezy: "Was hälst du denn so von den Outfits der anderen?"

    Ich: "Ja gut, scheinbar haben hier alle einen grundverschiedenen Stiel. Merle hat ja diesen klassischen adretten Marine Stiel. Suzy ihren Ghetto Stiel und Salfia scheint irgendwie jedes Kleidungsstück in jeweils fast jeder Farbe zu haben oder so."

    Salfia: "Redet ihr über uns?"

    Ich: "Ja über die verschiedenen Klamotten Stiele der Campbewohner."

    Salfia stallt sich zu uns und Suzy folgt ebenfalls.

    Salfia: "Genau richtig."

    Ich: "Wie?"

    Salfia: "Ich hab wirklich jedes Kleidungsstück jeweils in jeder Farbe, also in jeder guten Farbe."

    Anny: "Echt?"

    Salfia: "Ja ich kauf immer in so billig Läden ein und dann kauf ich mir ein Teil, dass ich mag, immer gleich einmal in schwarz, grün, gelb und petrol. Wenn es petrol gibt."

    Suzy: "Und wie findest du meinen Stiel?"

    Ich: "Mies."

    Anny, Bezy und Salfia gucken mich komisch an.

    Suzy: "Ja man, Danke."

    Sie dreht sich in ihrem rosa Plüsch-Trainingsanzug Oberteil und ihrer engen Hellen Jeans mit dem weißen Gürtel.

    Bezy: "Äh was? Wieso Mies."

    Ich: "Ja achso, bei uns in der Stadt heißt mies Gut."

    Suzy: "Woanders nicht?"

    Bezy: "Ähm .. ne."

    Ich: "Scheinbar nicht, wusste ich aber auch nicht. Wo waren wir, ach ja, die beiden Mädchen, die nie was sagen haben auch einen ganz guten Stil, obwohl mir der viel zu normal ist."

    Anny: "Die Magersüchtige ist doch nicht normal. Also von den Klamotten her."

    Ich: "Die sind ihr eben zu groß, keine Ahnung ob das Absicht ist. So richtig schlecht gekleidete haben wir hier gar nicht."

    Bezy: "Der komische Daniel."

    Ich: "Ich hab nicht so den Plan von Man Fashion, wie man sieht."

    Ich dreh mich des Spaßes halber im Kreis. Suzy und Salfia wird das ganze anscheinend zu albern und sie wenden sich wieder ihrem Thema zu.

    Bezy: "Nicht du, der andere. Deine Klamotten sind ok."

    Anny: "Katrin sieht in ihren Sachen immer ein bisschen komisch aus."

    Ich: "Was denn? Mit Schwarz kann man nie was falsch machen, außerdem hat sie ja diesen leichten Gothic Stiel, da muss man sich erst mal reinfuchsen bis man den versteht und bewerten kann. Fashion ist wie Sprache da .."

    Bezy: "Und Eileen?"

    Bezy fällt mir ins Wort und guckt mich herausfordernd an. Ich überlege und komme zum dem Schluss, dass wenn ich jetzt einfach alles lobe, ich genauso gut nichts gelobt hätte und mein Urteil dann absolut nichts mehr Wert wären und irgendwie finde ich es echt schmeichelhaft, dass die Beiden in regelmäßigen Abständen meine Meinung hören wollen.

    Ach was, ich liebe es, denn noch vor einer Woche wollte kaum ein Mädchen mit Geschmack überhaupt freiwillig mit mir reden und jetzt hab ich diese zwei zugegeben sehr hübschen Mädchen vor mir, die regelmäßig mit mir zu tun haben wollen. Aber liebe ich nun eine der beiden oder liebe ich Fashion. Ich liebe Fashion.

    Bezy: "Und? Angst deine Meinung zu sagen?"

    [x]Einen rhetorischen Bogen um eine direkte Bewertung machen.

    [o]Sagen, dass Eileens Stiel absolut unpassend ist.

    Ich: "Wisst ihr, Fashion ist in erste Linie Kunst und bei der Kunst geht es um kreative Entscheidungen und wenn man eben in seinen Entscheidungen stark eingeschränkt ist, dann man nicht wirklich große Kunst machen. Michael Angelo wäre auch nicht berühmt geworden, wenn er Ton und keinen Marmor gehabt hätte."

    Anny: "Äää .."

    Bezy: "Du meist also .."

    Ich: "Ich glaub eben, dass sie nicht alle Möglichkeiten hat. Die weiten weißen T-Shirts sehen voll nach Krankenhaus aus und der Rest sehr nach Flohmarkt."

    Suzy: "Haha, Flohmarkt. Ich gab dir 5 Euro, wenn du zu ihr hingeht und ihr das ins Gesicht sagst."

    Bezy: "Flohmarkt, das edle Zeug, dass sie trägt ist voll teuer."

    Ich: "Ja aber sie wirkt darin immer so angespannt und schlecht gelaunt."

    Bezy: "Du kannst bei ihr verschiedene Stufen der schlechten Laune auseinander halten? Du magst sie doch nicht etwa."

    Bezy zwinkert mir schelmisch zu.

    Ich: "Nein."

    Bezy: "Ach du hälst einfach zu viel mit denen rum."

    Anny: "Ja, hängt doch lieber mit uns rum."

    Ich: "Hm .."

    Wir reden noch eine Weile über eher belanglose Sachen, wie die Farbe von Schnürsenkeln. Auf einmal spüre ich einen Ellbogen in meiner Seite und höre jemanden ganz schnell flüstern.

    Eileen: "Wenn du gleich mit- und vor allem auf Zeit spielst, haben dich hier gleich alle ganz doll lieb. Verstanden?"

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Ich weiß, du magst mich nicht. Aber du hast absolut keinen Grund nicht mitzumachen. Hey, du bist in ein paar Stunden zuhause und wirst uns nie wieder sehen, tu uns eine Art Abschiedsgefallen ok?"

    Ich nicke stumm und schon wird unsere konspirative Unterhaltung durch eine helle Stimme unterbrochen. Eine junge Frau in einem weißen Arztkittel begrüßt mit einem freudigen winken und Mario mit einer Händedruck.

    Frau in weißen Kittel: "Na, alle vollständig? Dann kommt mal mit."

    Mario öffnet die Stahltüre, Merle geht als erste und schaltet das Licht ein. Ich betrete den langen Gang als zweites und merke, dass mich irgendwas am Hinter berührt. Hm, kann bei dem Gedränge vor der schmalen Türe schon mal vorkommen.

    Darauf gehen wir einen recht langen Gang entlang, welcher aus irgend einem Grund immer mal wieder leicht abbiegt und uns in einen großen Betonraum mit Säulen führt, wo völlig im Kontrast zum Beton überall bunte Decken und Kissen herumliegen.

    Rau im weißen Kittel: "Setzt euch, legt euch, auf Stühle auf Kissen, heute habt ihr freie Auswahl."

    Anny, Bezy und die meisten anderen schnappen sich sofort Kissen und machen es sich etwas zu sehr gemütlich, wie es vor vorkommt.

    [o]Mir auch Kissen und Decke schnappen

    [x]Ich auf einen Stuhl setzten

    Ich setzt mich der Einfachheit halber auf einen Stuhl, nur um festzustellen, dass der nun gebildete Kreis doch etwas seltsam aussieht, weil alle auf Kissen sitzen und nur Ich und Eileen auf Stühlen Platz genommen haben. Ach ok, Merle sitzt auch auf einem Stuhl, es ist also nur halb so schlimm.

    Eventuell nimmt sich Katrin ja auch noch einen. Nein, sie hat nur nach einer schwarzen Decke gesucht. Die Frau im Kittel notiert fleißig Sachen auf ihr Klemmbrett. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass sie gerade notiert, wer was genommen hat.

    Frau im Kittel: "Also da wir alle hier sind, gibt es Neuankömmlinge?"

    Ich, Salfia und Suzy heben die Hände.

    Frau im Kittel: "Ich bin eure Psychologin für die Gruppentherapie. In der Gruppentherapie zur Wochenendbelastung hin, besprechen wir den Erfolg der Wochenziele und reden über unsere aktuellen Probleme."

    Anny: "Und über Probleme im Camp."

    Mario: "Gibt es denn Probleme im Camp?"

    Fragt Mario etwas genervt, da er zu wissen scheint, dass die Campbewohner hier nur Zeit rumbringen wollen. Auf einmal meldet sich das Mädchen, dass sonst immer ignoriert werden will. Als Mario Nickt spricht jedoch die Magersüchtige für sie.

    Dünnes Mädchen: "Ja, hier."

    Mario: "Was gibt es denn?"

    Psychologin: "Es ist ja nett, dass deine Freundin für dich spricht aber das kannst du doch auch selbst oder?"

    Das schüchterne Mädchen schüttelt den Kopf, sie hat sich komplett in eine braune Decke eingewickelt.


    Psychologin: "Wenn es wichtig ist, musst du für dich selbst einstehen. Wir schließen einen Kompromiss einverstanden? Du Sagt nur Ja hier und den Rest darf dann wieder deine Freundin für dich regeln ok?"

    Sagt die Psychologin ganz langsam und vorsichtig. Das schüchterne Mädchen nickt und Mario verdreht die Augen.

    Schüchternes Mädchen: "Ja hier."

    Psychologin: "Super nun was gibts?"

    Dünnes Mädchen: "Bei uns fehlen Sachen also ne Uhr und ne Kette. Die Kette ist sogar wertvoll."

    Volltreffer, die Campbewohner fangen nach einigen sinnigen Beiträgen mit sehr sehr willkürlichen Anschuldigungen an. Aber nach ein paar Minuten greift Mario ein.

    "Gut, sollte derjenige, der die Kette genommen hat, hier zuhören und diese bis Montag einfach an ihren Platz zurücklegen, werden keine weiteren Fragen gestellt. Weitere schwerwiegende Probleme?"

    Die Psychologin geht zwar auf einige Beschwerden kurz ein aber Mario schmettert die meisten innerhalb von Minuten ab.

    Psychologin: "Nun, wie kommen wir denn mit den Wochenzielen voran? Anny."

    Anny: "Ja, was war meine Aufgabe noch mal."

    Psychologin: "Die Wochenziele sind keine Aufgaben, wie Hausaufgaben, es sind persönlich Ziele, die man nur vor sich selbst rechtfertigen muss."

    Katrin: "Und warum müssen wir diese dann vor der ganzen Gruppe, breittreten?"

    Flüstert Katrin mir zu, jedoch nicht leise genug das es die Psychologin nicht gehört hat.

    Psychologin: "Wegen der Motivation durch die Gruppe, anderen von seinen Zielen zu erzählen, erhöht die Erfolgschancen um gute einhundert Prozent. Also Anny."

    Anny: "Ich habe mein Wochenziel nicht erreicht."

    Psychologin: "Woran meist du hat es gelegen."

    Anny: "Zu viel Stress, zu viele neue Leute, dass strengt mich immer sehr an und dazu noch die Noten. Das beides zusammen."

    Psychologin: "Verstehe. Eileen?"

    Eileen: "Alles bereits erledigt, alle Kilos wieder runter. Normales Essverhalten wieder hergestellt."

    Antwortet Eileen schnell und stakatohaft. Wollte oder eher sollte sie nicht eigentlich etwas Zeit schinden. Naja, eventuell haben die anderen nicht genug Geld zusammen bekommen.

    Psychologin: "Du wirkst immer so kurz angebunden, außerdem hast du lediglich ein Problem behoben, dass du selbst geschaffen hast. Warum hast du überhaupt erst angefangen so viel zu essen."

    Eileen verdreht die Augen, verschränkt die Arme und fährt fort:

    "Um fett zu werden Ok? Um diese dämlichen Klamotten nicht mehr tragen zu müssen."

    Psychologin: "Welche Klamotten?"

    Eileen: "Ihre Klamotten"

    Sie zieht langsam einen Stapel schwarzweiß Kopien auf ihrer Hose und deutet darauf, es muss wohl das Tagebuch dieses unbekannten Mädchens sein, dass sie lesen soll. Was ja eigentlich nur verständlich ist, wenn sie diesem Mädchen wirklich was getan hat aber dass sie Eileen auch noch ihre Klamotten tragen lassen, geht doch etwas zu weit.

    Psychologin: "Es sind also nicht deine Klamotten?"

    Eileen: "Nein."

    Psychologin: "Wie kommst du darauf?"

    Eileen: "Ich fühle mich in ihnen nicht wohl."

    Psychologin: "Aber du hast doch auch eigenen Klamotten."

    Eileen: "Ja aber keinen schönen."

    Psychologin: "Du willst also schön sein?"

    Eileen knirscht mit den Zähnen, entweder schauspielert sie echt gut oder die Psychologin hat gerade wirklich einen wunden Punkt getroffen. Gegenüber von mir liegen Bezy und Anny auf einem großen Sitzkissen und nicken mir bewundert zu. Erst jetzt merke ich, wie Recht ich hatte.

    Eileen: "Nein, aber ich hätte gerne eigenen Sachen, die ich mir selbst ausgesucht habe."

    Psychologin: "Und wie wolltest du das anstellen?"

    Eileen: "Boar ja, wenn ich fett geworden wäre, hätte man mir neue Klamotten geben müssen."

    Psychologin: "Sagt dir der Begriff der Patendlösung etwas?"

    Eileen: "Ja ich habe Watzlawick gelesen. Ja ich sehe ein, es war keine gute Idee."

    Psychologin: "Aber die anderen wissen es sicher nicht."

    Eileen: "Buch kann man sich in der Bücherei ausleihen."

    Psychologin: "Das nützt uns aber gerade nichts. Erklärt es bitte, das kannst du doch so gut."

    Eileen: "Gut gut, also wenn ihr ein Problem habt und dafür eine Lösung findet, die aber viel mehr Schaden anrichtet als Nutzen bringt. Dann ist das eine Patendlösung aus Patent und Endlösung."

    Anny guckt fragend und Katrin muss bei dem Wort Endlösung kichern.

    Eileen: "Ok noch einmal, wenn zu zum Beispiel Spliss in den Haaren hast und dir ne Glatze rasierst, dann hast du keinen Spliss mehr."

    Anny: "Aber auch keine Haare mehr."

    Eileen: "Genau."

    Merle: "Eine Verschlimmbesserung?"

    Eileen: "Ja genau nur schlimmer."

    Psychologin: "Merle wie sieht es bei dir aus. Da deine Probleme Verschlusssache sind, erwähnte einfach nur ob es dir gelungen ist oder nicht."

    Merle: "Gelungen"

    Gibt Merle freudig von sich.

    Psychologin: "Johsefine?"

    Das schüchterne Mädchen schüttelt den Kopf.

    Psychologin: "Katrin?"

    Katrin: "Es geht. Ich habe diese Woche jeden Tag bis auf Mittwoch kurz mit meiner Mutter telefoniert und an zwei Tagen mit meinem Vater. Die Gespräche waren alle länger als 5 Minuten."

    Psychologin: "Gut, das ist schon mal ein Fortschritt. Warum hast du so selten mit seinem Vater gesprochen?"

    Katrin: "Eh? Er muss mich Anrufen und wenn er keine Zeit hat, das zu tun, kann ich da nicht für."

    Das ist das erste mal, dass ich Katrin wirklich sauer erlebe.

    Psychologin: "Wällt dir eine Lösung ein, wie die öfter mit deinem Vater sprechen könntest?"

    Katrin: "Wenn ich mein Handy bekäme."

    Psychologin: "Das ist leider gegen die Regeln."

    Katrin: "Was soll ich denn sonst machen, ne Brieftaube schicken?"

    Psychologin: "Das mit der Taube lassen wir weg aber das mit dem Brief ist doch eine gute Idee. Briefe sind sowieso eine viel ehrlichere Art der Kommunikation. Schreib deinem Vater doch jeden Tag einen Brief."

    Katrin: "In Ordnung."

    Psychologin: "Anny?"

    Anny: "ich hab nicht versucht auszubrechen und bin von jedem Ausgang pünktlich zurück gekommen."

    Psychologin: "Das freud mich zu hören, allerdings kann man hier nicht ausbrechen, man kann sich nur unerlaubt entfernen, das hier ist schließlich kein Gefängnis. Du machst gute Fortschritte Anny."

    Psychologin: "Bezy?"

    Bezy: "Ziel nicht geschafft, ich wiege immer noch .."

    Bezy schaut kurz in meine Richtung und dann schnell wieder weg.

    Bezy: "ich wiege immer noch soviel wie vor einer Woche."

    Psychologin: "Das war ein zusätzliches persönliches Ziel, hier steht ein anderes Ziel."

    Bezy: "Nicht geschafft. Ich will nicht drüber reden."

    Psychologin: "Einverstanden."

    Psychologin: "Manuel?"

    Manuel: "Sehr witzig. Nur mal so, ich kann diese Frage gar nicht beantworten ohne in genau dem Moment mein Wochenziel zu verkacken."

    Psychologin: "Bitte achte auf deine Wortwahl und das ist eine Ausnahme."

    Manuel: "Ok, ja ich habe die ganze Woche nicht über .. gesprochen."

    Psychologin: "Denn daran gedacht?"

    Manuel: "Als hätte ich da Kontrolle drüber."

    Psychologin: "Du musst wieder Herr deiner Gedanken werden."

    Manuel macht eine ablässige Handbewegung und dreht den Kopf zur Seite.

    Psychologin: "Vicy?"

    Das magersüchtige Mädchen in ihren schlabberigen Klamotten hebt die Hand und sagt:

    "Victoria bitte. 3 Kilo drauf."

    Psychologin: "Ok gut Victoria. Und wie fühlst du dich?"

    Victoria: "Gut. Irgendwie gesünder und stärker."

    Psychologin: "Stärker?"

    Die Psychologin guckt kurz rüber zu Eileen, die wortwörtlich begonnen hat Däumchen zudrehen und dann wieder zurück zu Victoria.

    Psychologin: "Was meist du mit stärker?"

    Victoria: "Ja, ich bekomme jetzt den Bogen gespannt und komme nicht so schnell aus der Puste, wenn wir spazieren gehen."

    Psychologin: "Das ist super Victoria, du hast dein Ziel weit übertroffen. Das ist doch einen Applaus wert oder?"

    Alle beginnen mehr oder weniger begeistert zu klatschen.

    Psychologin: "So, wer möchte denn über seine Probleme reden? Wenn sich keiner meldet muss ich leider jemanden raussuchen.

    Anny: "Ist nichts im Kummerkasten?"

    Psychologin: "Gut, dann schauen wir mal."

    Die Psychologin öffnet einen bunten Schuhkarton, den ich vom Wohnzimmer her wiedererkenne. Ich wusste gar nicht, dass das ein Kummerkasten ist, bis jetzt dachte ich, dass sein eine leere Packung Tempos oder so.

    Die Psychologin holt einen kleinen mickerigen Zettel aus dem großen Karton.

    Psychologin: "Ach da hat den doch tatsächlich mal jemand benutzt. Hm .. eine anonyme Konflikt Medlung zwischen Eileen und Danny. Ähm, Danny ist?"

    Ich melde mich kurz.

    Psychologin: "Ah ok, dass bist du. Also es gibt einen Konflikt zwischen euch beiden?"

    Eileen: "Ja ich bin mir sicher es war ein Missverständnis."

    Psychologin: "Wie sieht du das?"

    Verdammt ich bin verwirrt, ist das jetzt eine von Eileens Machen oder ist das Teil der Ablenkung.

    [o]Behaupten es gäbe keinen Konflikt

    [x]Behaupten es gäbe einen Konflikt

    28
    Eine Psychocamp Liebe – Gruppen Therapie ( Tag 4 Nachmittag )

    Auch wenn das nicht zum Plan gehört, eventuell kann die Psychologin ja unseren Konflikt lösen. Ach was träume ich da, kein Studium der Welt kann Eileen davon abhalten mich zu hassen.

    Ich: "Ich denke schon."

    Psychologin: "Gut, der erste Schritt ein Problem zu lösen ist zuzugeben, dass es eines Gibt. Kommt bitte beide in die Mitte und setzt euch neben einander mit den Gesichter zu mir."

    Eileen: "Passt das so?"

    Fragt Eileen etwas entnervt und nimmt in der Mitte des großen Raumes auf einem flachen Kissen Platz. Ich setzt mich mit genügend Abstand auf ein ähnliches Kissen ebenfalls in die Mitte.

    Psychologin: "Du hältst unnormal viel Abstand von ihr, was ist der Grund dafür?"

    Ich: "Ähm .. ich weiß nicht, ob sie das möchte, dass ich so nah bei ihr sitze."

    Sage ich verlegen.

    Psychologin: "Interessant, Eileen nimm bitte den Abstand ein, den du für angemessen hältst."

    Eileen, pack genervt ihr Kissen und setzt sich genau neben mich.

    Psychologin: "Warum hast du dich genau neben ihn gesetzt."

    Eileen: "Ich kläre Probleme gerne von Angesicht zu Angesicht aber ich hab das letzt Mal ja gelernt, dass man Probleme besser Schulter an Schulter klärt."

    Psychologin: "Du nimmst das etwas zu wörtlich aber gut. Ist dieser Abstand für euch beide ok?"

    Eileen: "Ja."

    Eileen die auf ihren Schienbeinen sitzt stupst mich mit dem Fuß, wohl aus versehen, von hinten kurz an.

    Ich: "Ja passt schon."

    Psychologin: "Ihr habt also keine großen Probleme damit euch nahe zu sein. Gut .."

    Kein Problem ist gut, es ist mir schon ordentlich unangenehm so nahe bei diesem Mädchen zu sitzen, dass mich heute Morgen noch angeschrien hat. Noch dazu, dass sie mich ständig aus verstehen anstupst, merkt sie das nicht? Aber wenn ich damit gleich dem ganzen Camp damit einen Gefallen tue.

    Psychologin: ".. Mir ist aufgefallen, dass ihr als einzige unter dem Campbewohner auf Stühlen Platz genommen habt."

    Merle winkt auf ihrem Stuhl der Psychologin zu aber wird von dieser einfach ignoriert.

    Psychologin: "Habt ihr noch weitere Gemeinsamkeiten?"

    Eileen: "Ich denke wir beide Lesen gerne und haben sicher das ein oder anderen gemeinsame Interesse, ich interessiere mich sehr für Morse-Code. Aber was den Charakter angeht da würde ich bei einer Sache Nein sagen aber bei zwei Aspekte dann klar Ja."

    Eileen sagt das so künstlich und mit einer Betonung, dass mir klar wird was sie meint. Ihr ständiges Fußstupsten war kein Versehen. Das Mädchen versucht doch tatsächlich mir per Fuß irgendwelche Anweisungen zu geben. Und da ich keine Morse kann, gibt sie mir jetzt per Ja, zweimal Stupsen, und Nein, einmal stupsten, simple Befehlte.

    Psychologin: "Ah und welche Aspekte wären das?"

    Eileen: "Ähm, ich bin teilweise recht aggressiv, was er nicht ist dafür sind wir aber beide .. ähm .. ich weiß gerade nicht, wie das Wort heißt. Hm .. nachdenken."

    Psychologin: "Egal umschreib es einfach."

    Ein Stupser

    Eileen: "Das wo man alles so genau und ordentlich wie möglich haben möchte aber nicht auf die Ordnung bezogen, wie ein aufgeräumtes Zimmer, sondern so auf Aufgaben bezogen."

    Psychologin: "Stimmt das?"

    Zwei Stupster

    Das ist völlig unnötig von ihr, als könnte ich nicht selber Antworten. Trotzdem bejahe ich die Frage.

    "Ja."

    Psychologin: "Und das Zweite."

    Eileen: "Wir scheinen beide Stur zu sein."

    Psychologin: "Sieht du das auch so?"

    Zwei Stupser

    Ich: "Teilweise."

    Wenn ich hier die ganze Sache in die Länge ziehen soll, muss doch irgendwer irgendwann mal widersprechen. Ich bekomme langsam den Eindruck, das Eileens Ziel hier nicht nur das Spielen auf Zeit ist, sondern dass sie auch einen besonders guten Eindruck auf die Psychologin machen will.

    Psychologin: "Gut, wenn ich euch so beobachte, dann kann ich mir schon gut denken, wo euer Problem liegt."

    Anny: "Echt? Sie wissen doch noch gar nicht worum es geht?"

    Psychologin: "Anny bitte."

    Die Psychologin hebt mahnen die Hand und Anny schlägt sie in einer übertriebenen Geste die Hände vor den Mund.

    Psychologin: "Was passiert ist, ist völlig irrelevant. Die meisten Konflikte liegen tiefer. Wenn man nur die einzelnen Situationen bespricht und auflöst, bleibt der Grundkonflikt meist unangetastet. Man muss das Problem an der Wurzel bekämpfen und dies tun wir gerade."

    Die Psychologin holt tief Luft und Eileen flüstert mir zu:

    "Lass dich nicht zu sehr beeindrucken, denk an das Ziel. Zeit."

    Psychologin: "Euer Problem liegt in Folgenden: Ihr seit euch zu ähnlich und anstatt euch anzufreunden, habt ihr beschlossen Konkurrenten zu werden. Die Frage ist nur um was konkurriert ihr? Ist euch das Konzept des Nullsummenspiels ein Begriff?"

    Ein Stupser

    Eileen habt die Hand und die Psychologin nickt.

    Eileen: "Das Nullsummenspiel beschreibt das Konzept des Kampfes um eine endliche Ressource. Oder einfacher ausge .."

    Psychologin: "Das genügt als Erklärung."

    Ein Stupser. Merkwürdig, dass sie mir durch das Stupsten nicht nur Befehle gibt, sondern mir ebenfalls ihren Frust über missglücke Aktionen mitteilt.

    Anny und Bezy heben die Hände aber werden einfach ignoriert.

    Psychologin: "Um welche Ressource konkurriert ihr? Gute Noten, diese könnt ihr beide haben. Anerkennung der Campbewohner, diese ist ebenfalls unbegrenzt vorhanden. Es gibt keine begrenzen Ressourcen im Camp, um die man konkurrieren könnte. Eileen, du weißt wie man das nennt, wenn man trotzdem um eine unbegrenzte Ressource konkurriert?"

    Eileen: "Ehrgeiz?"

    Psychologin: "Nein."

    Eileen: "Moment ich komm drauf .."

    Psychologin: "Eifersucht. Eileen du bist einfach Eifersüchtig."

    Eileen: "Wenn sie das so sagen, dann muss ich das wohl zugeben."

    Psychologin: "Gut dass du das einsiehst, wenn du lernst es anderen zu gönnen, dass sie auch etwas vom unendlichen Kuchen abbekommen, dann wird sich euer Konflikt in kürze lösen. Gut das ihr mitgemacht habt und ehrlich wahrt. Ich denke es war für euch nicht einfach so offen vor allen zusprechen. Jetzt aber zu den Problemen der Anderen."

    Eileen: "Entschuldigen sie aber das Missverständnis von heute Morgen ist immer noch nicht gelöst."

    Jetzt verdreht nicht nur Mario, sondern auch die Psychologin ihre Augen.

    Psychologin: "Ihr solltet jetzt dieses Problem ohne Schwierigkeiten alleine lösen können, Methoden und Möglichkeiten haben wir in vergangenen Sitzungen zu genüge gelernt. Und zur Not bittet ihr einfach einen dritten Campbewohner zu moderieren."

    Ein Stupster.

    Ich: "Nein .. ähm ich meine .. ich kenne keine Methode."

    Psychologin: "Aber Eileen kennt sich gut aus und Merle und Katrin ebenfalls."

    Katrin: "Aber ich war ebenfalls betroffen."

    Psychologin: "Also gut aber nur, wenn kein anderer ein dringendes Anliegen hat."

    Das schüchterne Mädchen meldet sich zögernd.

    Psychologin: "Ach, gut was ist denn dein Anliegen."

    Schüchternes Mädchen: "Sei .. Seit die beiden den Streit hatten, habe ich irgendwie kein gutes Gefühl im Camp."

    Psychologin: "Also gut, es scheint also für euch alle von Interesse zu sein."

    Die meisten nicken zustimmend. Wow, denen muss das mit dem Zeit schinden wirklich bitter ernst zu sein, wenn sogar die arme Schüchterne sich durchringt was zu sagen.

    Psychologin: "Gut, dann erzählt mal."

    Eileen: "Wer jetzt?"

    Psychologin: "Ihr!"

    Zwei Stupser, hm das soll wohl heißen ich soll anfangen.

    Ich: "Also Eileen hat mal gesagt, dass sie sich gerne ein Buch ausliehen würde und wollte .."

    [o]Erwähnen das Eileen mir Zigaretten angeboten hat.

    [x]Die Zigaretten weglassen.

    Ich schätze, dass mit den Zigaretten lasse ich besser weg. Und da kommt auch schon der einen Nein Stupser.

    Ich: ".. mir eines ihrer Bücher zum Leihtausch geben aber ich wollte es ihr einfach so gegeben und sie wollte es dann nicht mehr haben. Und als ich einen Tag drauf dann das Buch eh dabei hatte und Eileen draußen zum Trocken lag dachte ich mir, ich lasse es ihr zu lesen da, damit sie sich nicht langweilt."

    Psychologin: "Weiter."

    Zwei Stupser, als wüsste ich selber nicht, wie man auf Zeit spielt. Das nervt langsam. Gleich sagt sie mir noch, dass ich atmen soll.

    Ich: "Am nächsten Morgen hat sie mir das Buch dann in die Hand gedrückt und ist sauer geworden. Dann wollte Katrin das Buch lesen, ich habe es ihr gegeben und dann hat Eileen Katrin das Buch weggenommen und ähm .. hat etwas die Kontrolle verloren."

    Psychologin: "Hm, wie ist das ganze aus deiner Sicht abgelaufen."

    Eileen: "Also ich hab ihm wirklich gesagt, dass ich das Buch gerne .."

    Psychologin: "Bitte nenne nur die Punkte, die aus deiner Sicht abweichen."

    Ein Stupser

    Eileen: "Hm .. keine Abweichung."

    Psychologin: "Gut, also keine Abweichende Wahrnehmung. Das ist doch schon mal gut. Eileen ist sein Verhalten für dich Nachvollziehbar?"

    Eileen: "Ähm .. Moment .. ich überlege."

    Psychologin: "Bitte antworte Spontan."

    Eileen: "Ja."

    Psychologin: "Ist Eileen verhalten für dich Nachvollziehbar."

    Ein Stupser, boar kann dieses Mädchen bitte aufhören so zu tun, als wäre ich dämlich?

    Ich: "Nein."

    Psychologin: "Hast du denn eine Idee, bitte antworte ehrlich."

    [o]"Eileen ist halt völlig gestört."

    [x]"Ich denke ich habe sie beleidigt."

    Ich: "Ich denke ich habe die beleidigt. Oder so."

    Psychologin: "Eileen, stimmt das?"

    Eileen: "Ja, in gewisser Weise schon."

    Psychologin: "Hast du Eileen mit Absicht beleidigt?"

    Ich: "Nein."

    Ein Stupser, aber zuspät.

    Psychologin: "Tut es dir denn leid, dass du sie beliegt hast?"

    Ein Stupser.

    Verdammt, keine leichte Entscheidung. Eileen, will dass ich Nein sage aber das wäre gelogen. Unsere Probleme, die ja wirklich existieren, werden wir nicht lösen können, wenn ich nicht ehrlich bleibe. Auf der anderen Seite schaffe ich wahrscheinlich gleich ein neues Problem, wenn ich jetzt nicht tue was sie sagt.

    [o]Nein

    [x]Ja

    Ich: "Ja, es tut mir leid."

    Eileen: "Echt? Obwohl du gar nicht weißt, was du überhaupt gemacht hast?"

    Ich: "Ja. Einfach weil ich deine Gefühle verletzt habe, dass wollte ich nicht."

    Die billigste Entschuldigung aller Zeiten, hoffentlich schöpft die Psychologin keinen Verdacht.

    Ich: "Wenn du mir erklärst warum, dann werde ich dass auch nicht noch einmal sagen oder machen. Versprochen."

    Eileen: "Also, ich kann es nicht leiden, wenn mich Leute versuchen zu bestechen, also mir einfach so Sachen schenken, deswegen habe ich das Buch abgelehnt und was ich auch nicht leiden kann ist, wenn Leute keine Nein akzeptieren, auch wenn es Kleinigkeiten sind. Nein ist bei mit immer Nein."

    Ich: "Achso und du hast gedacht, ich wollte dir das Buch schenken?"

    Eileen: "Nein nicht ganz .."

    Psychologin: "Gut, dass ihr ohne mich auskommt, macht ruhig weiter, ich greife schon ein, wenn ich es für nötig halte, dreht euch bitte zu einander hin."

    Ich tue wie wir gesagt merke aber, dass ich keine zwanzig Zentimeter von ihrem Gesicht weg bin. Wir sitzen ja schließlich Schulter an Schulter. Ihr auf so nahe Distanz in die Augen zu gucken fällt mir sichtlich schwer.

    Eileen: "Also das Ausleihen ohne Gegenleistung, ist für mich schon ne Form von Bestechung."

    Ich: "Ok, verstanden."

    Ein Stupser

    Eileen: "Das wirkt auch mich immer so unehrlich, so schleimerisch, so nach der Logik: Ich hab dir was geschenkt du musst mich jetzt mögen."

    Psychologin: "Katrin, was hattest du damit zu tun."

    Katrin schreckt auf, sie hatte es sich wohl etwas zu gemütlich unter ihre schwarzen Decke gemacht. Wie eine kleine Schildkröte guckt sie aus selbiger heraus und antwortet:

    "Nachdem Eileen, das Buch nicht haben wollte und es darum so viel Ärger gab, dachte ich, es wäre gut, wenn ich es nehme."

    Psychologin: "Gut, dann ist der Fall klar. Eileen du hast ein großes Problem mit Eifersucht."

    Eileen: "Echt? Was hat Eifersucht mit der Situation zu tun?"

    Psychologin: "Das würde ich dir dringend empfehlen in einem Einzelgespräch zu klären, ich denke nicht, dass es dir leib wäre, wenn wir das hier vor allen besprechen."

    Eileen: "Warum? Ich habe keine Geheimnisse."

    Psychologin: "Gut, wie du willst aber beschwer dich später nicht bei mir."

    Die Psychologin holt tief Luft.

    Psychologin: "Also, er gibt dir das Buch und als du es nicht haben willst gibt er es Katrin und das hat einen derartigen Effekt auf dich?"

    Eileen: "Ja?"

    Psychologin: "Muss ich dir das wirklich, im Zusammenhang mit einem Feuchtigkeitsproblem, noch ausführlicher erklären?"

    Eileen: "Ja."

    Psychologin: "Ich denke nicht, dass ich das muss, auf deinem Nachttisch liegt Hamlet. So nun zum .. ach die Zeit ist rum. Ok, hat mich gefreut, schade dass wir nicht über einzelne Probleme reden konnten, dafür waren die beiden aber so mutig ihre Konflikte mit uns zu teilen. Ich finde, dass hat einen Applaus verdient."

    Die Campbewohner klatschen etwas zu euphorisch und Mario sieht gar nicht glücklich aus. Er und die Psychologin verlassen den Raum.

    Mario: "wer will, kann hier noch ne viertel Stunde rumliegen aber räumt bitte am Ende die Decken weg."

    Eileen lässt sich erschöpft nach hinten fallen und holt erstmal tief Luft. Ich tue recht erledigt und verwirrt von dem Ganzen das Selbe. Überdenke aber nicht, dass ich dann direkt neben Eileen auf dem Boden liege und als ich dies realisiere, rücke ich schnell ein Stück weg.

    Bezy: "Gute Arbeit, hat mir echt das leben gerettet."

    Katrin: "Echt gut gemacht ihr Beiden."

    Anny: "Danach könnt ihr ja direkt heiraten."

    Eileen: "Halt die Klappe Anny."

    Anny: "Warum kuschelt ihr dann die ganze Zeit fast?"

    Eileen: "Um ihm hier mit Stoßen Kommandos geben zu können, hätte sonst nicht so reibungslos funktioniert. Wenn ihm mich jetzt entschuldigen würdet."

    Eileen krallt sich ein kleines Kissen, drückt es sich vors Gesicht, schreit kurz hinein und bleibt dann für eine ganze Weile so. Katrin legt sich zu uns und sagt leise:

    "Ruh dich besser aus, gleich kommen die Duelle."

    Ich tue wie Katrin mir rät und starre eine Weile die Decke an. Nach einer Weile meldet sich Eileen zu Wort:

    "Nimm das ganze Gerappel nicht zu ernst."

    Ich nicke und frage mich, wie viel von dem was sie gesagt hat wohl ernst gemeint war.

    Eileen: "Und lern mal Morse-Code, ist echt nützlich."

    Nach einer weiteren Weile verschwinden die ersten Campbewohner und Merle beginnt die Decken weg zuräumen. Ich stehe auf nimm meine Sachen, räume diese auf einen unordentlichen Haufen in einer Ecke und verlasse alleine die kleine Halle.

    Erst auf dem Gang merke ich, wie unheimlich dieser Bunkerkeller eigentlich ist, wenn man keine flippigen Mädchen um sich herum hat, die sich schon längst an die eigentlich merkwürdige Umgebung gewöhnt zu haben scheinen.

    "Hey"

    Eileen stupst mich von hinten an. Anstupsten ist gut, die haut mir quasi mit der Faust leicht zwischen die Schulterblätter.

    "Man scheint mit dir gut zusammen arbeiten zu können. Lust auf ein Geschäft?"

    Ich: "Ein Geschäft?"

    Eileen: "Ja, geht schnell, ist einfach, springt ein bisschen was raus nur du musst mir kurz versprechen keine Gegenfragen zu stellen und niemandem was davon zu erzählen. Wenn du ja sagt .."

    Ich gucke sie verwundert an, eben ist sie noch zu Tote beleidigt, wenn man ihr etwas schenkt und jetzt will sie Geschäfte machen? Ach ich hinterfrag ihre Ideen einfach nicht.

    [x]Einwilligen.

    [o]Ablehnen.

    Ich: "Ok um was gehts."

    Eileen: "Ganz einfach, du musst nichts weiter machen als zu dieser Susanne, oder wie die Tussi auch immer wirklich heißt, zu gehen, diese zu fragen, ob ihr Wettangebot noch gültig ist und wenn sie Ja sagt, zu mir zu kommen und mich zu fragen, ob meine Sachen vom Flohmarkt sind. Danach teilen wir das Geld."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Super los, ich komm ich 3 Minuten nach."

    Verdammt, sie muss gehört haben, was ich Bezy, Anny, Suzy und Salfia vor der Kellertüre besprochen haben. Ich überlege noch, ob ich in dem Gespräch etwas abwertendes über sie gesagt habe aber ich erinnere mich so schlecht an des Gespräch.

    Auf dem Weg zum großen Platz, überlege ich, ob das eventuell eine Falle sein könnte aber ich kann mir schwerlich vorstellen, dass ein simple Frage nach dem Beschaffungsweg der Kleidung für mich größere Konsequenzen haben könnte. Wenn Eileen, hier drin für wirkliche Angriffe nur einen Tag nicht in die Schule muss und außerdem kann man hier überhaupt rausfliegen? Kann man aus der Geschlossenen geworfen werden?

    Schon begegne ich Suzy, Salfia und den anderen auf dem Hauptplatz an einem der Bänke.

    [x]Suzy fragen, ob die Wette noch gilt.

    [o]Lieber nichts sagen.

    Ich: "Hey Suzy? Sag mal .."

    Suzy: "Na?"

    Ich: "Gilt die Wette noch?"

    Suzy: "Hm? Ah, das mit der komischen Tussi die immer auf so schlau tut?"

    Ich: "Genau."

    Suzy: "Ja, boar, wenn ich du gewesen wäre, ich hätte der eben so eine geknallt."

    Ich: "Und?"

    Suzy: "Ja, geh mal zu der hin und frag die, ob die ihre Sachen aus der Altkleidersammlung geklaut hat."

    Ok, dieser Wortlaut ist um einiges härter aber wenn ich sie korrigiere schöpft sie noch Verdacht.

    Ich: "Ich bekomme dafür?"

    Suzy: "5€ hab ich doch gesagt."

    Ich: "Gut abgemacht."

    Ich sehe mich um und Eileen schlendert müde vom Bunkerkeller den Hügel hinauf zum großen Platz. Ich hechte zu ihr hin, mache vor meinem Bauch das Ok Zeichen und frage sie laut genug.

    "Sag mal, hast du deine Klamotten eigentlich aus der Altkleidersammlung?"

    Eileen: "Was? Warte."

    Sie macht einen Hechtsprung auf mich, zu stolpert jedoch und landen flach im Gras. Ich springe einen Schritt zurück und warte bis sich Eileen wieder aufgerichtet hat. Diese macht einen weiteren Sprung auf mich zu und trifft mich mit der Faust in der Magengrube.

    Ich beuge mich vorn über und schnappe nach Luft, hart war der Treffer nicht aber ich beschließe es etwas auszudehnen. Eileen steht triumphierend über mir und stemmt die Fäuste in ihre Hüften.

    Eileen: "Hast du nun davon."

    Sie dreht sich um, geht und wischt sich die Haare aus dem Nacken. Ich hohle langsam Luft und dreh mich um. Suzy und Salfia stehen von vor mir.

    Suzy: "Respekt, hätte nicht gedacht, dass du dich das traust. Die Alte soll ja richtig durch sein."

    Salfie: "Warum hast du nicht zurück geschlagen?"

    Ich: "Frauen schlägt man nicht."

    Suzy: "Das doch keine Frau, guck dir die Alte doch mal an."

    Ich halte vor Suzy die Hand auf.

    Suzy: "Ach ja. Hier."

    Suzy gibt mit einige Münzen, hauptsächlich 50 Cent Stücke oder 50 Euro Cent, wie Anny sagen würde. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, dass es als Telefongeld gedacht war.

    Ich: "So ich muss dringen was trinken. Sorry ich komm eventuell gleich wieder."

    Ich gehe in den Bunker, um mir in dem kleinen Abstellraum vor meinem Zimmer eine Flasche Wasser zu holen.

    Eileen: "Und?"

    Ich: "Ah .. verdammt erschreck mich nicht so."

    Eileen: "Was sollte das eben?"

    Sie packt mich an der Schulter und drückt mich mit voller Kraft gegen die Wand, da hinter mir ein paar Wasserkästen stehen stolpere ich leicht nach hinten.

    Ich: "Ähm .. das war doch abgesprochen oder?"

    Eileen: "Stimmt aber der Ort hier lädt gerade dazu ein, eine düstere 'Zur Rede Stellen' Szene zu beherbergen. Ich sollte weniger von diese billigen Detektivromanen lesen."

    Ich: "Hier ist das Schutzgeld."

    Ich halte Eileen die Münzen hin.

    Eileen: "Haha sehr witzig."

    Eileen zählt die Münzen durch.

    Eileen: "Das ist definitiv zuviel."

    Ich: "Ach passt schon, ich glaube das wahren eh keine kompletten 5 Euro."

    Eileen: "Hast du mir bei der Konfliktlösung nicht richtig zugehört?"

    Fragt sie wütend, pack meinen Kragen, zieht mich an diesem zu sich und als meine Nase fast ihre berührt, wirft sie mir die überzähligen Messingsmünzen in den Ausschnitt und lässt wieder los.

    Ich richte mich wieder auf, was ein Fehler war, denn jetzt rutschen die kalten Metalle meine Brust herunter worauf ich mich erschrocken wieder einkrümme, ebenfalls keine gute Entscheidung, denn jetzt rutscht die erste Münze in meine Hose, schnell ziehe ich meinen Gürtel nach.

    Eileen dreht sich auf dem Absatz um und ruft mir noch nach:

    "Pekunia non olet."

    29
    Duelle ( Tag 4 Nachmittag )

    Mario: "So alle versammeln sich im Wohnzimmer."

    Ich versuche schnell die Münzen loszuwerden aber komme nicht dazu diese abzuzählen also laufe ich schnell vom Abstellraum zu der Ecke des Bunkers, die hier als Wohnzimmer gilt. Dort sitzen schon die meisten Campbewohner.

    Zu meiner Verwunderung ist die sonst recht fröhliche Grundstimmung gewichen und fast alle wirken angespannt und bei einigen könnte man direkt den Eindruck bekommen, dass auf die die Hinrichtung wartet. Zu meiner Verwunderung haben einige Koffer oder große Sporttaschen dabei.

    Mario: "Hat dir keiner Bescheid gesagt?"

    Ich: "Scheinbar nicht, Nein."

    Mario: "Gleich hat jeder erst ein Gespräch mit der Psychologin, in dem du mit ihr Ziele für deine Wochenendbelastung ausmachst und dann noch mal ein Gespräch mit deinen Eltern, ob du deine Wochenendbelastung hier oder draußen hast. Falls du zur Wochenbelastung nach Hause darfst, musst du deinen Koffer packen und dein Zimmer so vorbereiten, wie es auf Seite 16 deines Logbuches steht. Beeil dich besser .."

    Ich: "Ok."

    Ich hechte schnell in mein Zimmer, worauf mir gleich eine vergessene Münze aus dem Hosenbein fällt. In meinem Zimmer angekommen ziehe ich schnell meinen Koffer unter dem Bett her und reiße so schnell ich kann mein Bettzeug von Matratze, Kissen und Decke. Dann stopfe ich all meine Kleidung, zusammen mit ein paar Büchern in den Koffer.

    Ich überprüfe noch schnell die besagte sechzehnte Seite und stelle fest, das ich noch das Bett machen, den Boden freiräumen, das Fenster auf eine bestimmte Stellung bringen und noch mal alles genau überprüfen soll, was ich so gut es geht auch tue.

    Beim Rausgehen frage ich mich nur kurz, ob der andere Daniel in seinem Hochbett wohnt, verlasse dann aber mein Zimmer in Richtung Wohnzimmer. Da ich so lange gebraucht habe, sitzen dort nur noch wenige Campbewohner.

    Auf einmal knallt eine Türe ganze vorne links auf und Merle kommt sichtlich angespannt heraus gestampft.

    Merle: ".. Dann eben nicht."

    Schreit sie in Richtung der noch offen stehenden Türe. Dreht sich um, stampft in ihr Zimmer und knallt die Türe zu.

    Ich: "Was hat sie?"

    Katrin: "Das, was wir auch gleich haben, Probleme mit unseren Eltern"

    Katrin, dreht sich zu mir, rückt näher an mich heran, holt tief Luft und beginnt zu erzählen:

    "Also, unsere Eltern entscheiden ja, ob wir übers Wochenende nach Hause dürfen oder nicht. Aber die Psychologen reden den Eltern meist ein, dass sie Bedingungen stellen sollen und die meisten Eltern stellen halt viel zu harte Bedingungen und dann muss man echt mit seinen eigenen Eltern darüber verhandeln, ob man nach Hause darf oder nicht und die meisten hier haben dazu noch extreme Problem mit ihren Eltern. So wie ich."

    Sie fährt fort:

    "Und die meisten die diese Duelle dann quasi verlieren, zum Beispiel, weil sie diese Bedingungen nicht erfüllen können oder dafür zu stur sind .. sagen wir mal, denen geht es dann meistens gar nicht gut. Weil die ja gerade, ja gegen ihre eigenen Eltern .. du weiß schon."

    Ich: "Hm, kann ich mir vorstellen."

    Katrin: "Die meisten laufen von dem Sprechzimmer, dann gleich in ihre Zimmer und rollen sich für einen paar Stunden in ihren Decken ein."

    Eileen: "Erst so gegen Abend kommen die ersten dann wieder raus."

    Eileen sagt das mit einer viel kälteren, unaufgeregten und sogar leicht unterdrückt amüsierten Stimmte. Also würde sie das alles gar nichts angehen.

    Katrin: "Du hast Glück, bei dir sind die Verhältnisse klar."

    Eileen greift nach ihrem Pappbecher auf dem Fernsehertisch, nimmt einen Schluck und sagt kühl:

    "Meiner Eltern mögen mich nicht und mir sind die egal, also klare Sache."

    Die Türe ganz links hinten öffnet sich: "Katarina K."

    Katrin: "Ja, ich komme."

    Auf einmal nicht die Spitznamen? Schade ich hätte gerne gewusst wie Bezy und Anny heißen. Egal, ich wünsche Katrin Jedenfalls alles Glück der Welt. Da ich keinen Grund habe ein Gespräch mit Eileen anzufangen, denke ich so vor mich hin und überlege, ob Anny nun eventuell einfach Anna heißt aber nein, das wäre zu altbacken. Annika? Hm, passt auch nicht zu ihr. Hm .. auf einmal sehe ich ihr Gesicht in der Decke, welches ich anstarre oder es ist eine Ann-Konstruktion wie Anne-Marie oder Ann .. auf einmal verwandelt sich Annys Gesicht an der Decke, in eine mir sehr unliebsam gewordenen Person .. ach verdammt das schon wieder. Da sind schon wieder diese Gefühle. Ich halte mir die Hände vors Gesicht, um das an der Decke nicht sehen zu müssen aber ..

    Meine Gedanken werden plötzlich von der Türe unterbrochen, die sich öffnet. Katrin kommt recht lustlos heraus geschlendert.

    Eileen: "Hm .. knapp verloren."

    Katrin: "Nein, knapp gewonnen aber zu einem hohen Preis."

    Eileen: "Was ises?"

    Katrin: "Ich musste mein Nippelpiercing abgeben, als 'Vertrauens beweiß'."

    Eileen: "Doof, aber warum bist du dann hier?"

    Katrin: "Ich wollte mich kurz noch verabschieden."

    Eileen: "Jau, bis Montag."

    Katrin: "Ja von dir auch."

    Katrin muss kurz lachen und wendet sich dann an mich:

    "Falls du nicht wieder kommts, wollte ich mich noch anständig von dir verabschieden. Ich mochte dich auch, wenn ich das nicht immer so zeigen kann. Machs gut ja?"

    Ich: "Ich komm wieder."

    Katrin: "Naja, das sagen leider immer wieder welche. Vergiss uns nicht ok, wenn du magst kannst du uns auch schreiben, hier ist die Adresse. Pack aber nur Papier rein ok?"

    Katrin drückt mir einen Zettel in die Hand, den ich schnell in meiner Hosentasche verschwinden lasse.

    Ich: "Ja, danke mach ich."

    Darauf hin winkt sie mir noch einmal zu und verschwindet dann mit dem Koffer Richtung Bunkertüre.

    "Eileen B."

    Eileen steht auf und geht beschwingt in Richtung Sprechzimmer. Nun, bei ihr scheint es mit der Familie ja so schlimm zu sein, dass es gar nicht mehr schlimmer kommen kann und sie nicht mehr zu verlieren hat.

    Alleine hier in dem leeren Wohnzimmer, welches immer noch Teil eines Bunkers ist, zu sitzen ist fast noch schlimmer als mich mit Eileen anzuschweigen, denn auf einmal kommt mir wieder 'das Draußen' in denn Sinn und die Erinnerung an eine ganz bestimmte Person kommt auch wieder hoch. Man verliebt sein ist schwer und oft gar nicht so toll, wie man es sich als Kind so vorstellt. Ich habe bereits alles unternommen um diese Person zu vergessen aber wie ich hier in der Stille gerade merke .. alles umsonst.

    Eventuell sollte ich in diesem einen Punkt einfach auf die Campregeln scheißen und mich an das nächstbeste Mädchen hier ranmachen aber an welches? Egal! Jede einzelne hier ist besser als 'Sie'!

    Naja, eventuell nicht wirklich jede einzelne. Eileen kommt aus der Türe, jedoch gar nicht so kühl und entspannt, wie sie hinein gegangen ist, sie wirkt eher verwirrt. Sie schleppt kraftlos ihren alten Koffer hinter sich her und lässt sich mit einem Abstand zu mir auf die Couch fallen.

    Mir fällt recht schnell ein, dass sie ja kein Zimmer im Bunker hat und dessen Eingang ja gerade abgeschlossen ist, sie kann also gar nicht in ihr Zimmer und sich dort unter ihre Decke verkreichen, auch wenn ich mir das bei ihr nur schwer vorstellen kann. Ich frage mal besser ob, ich gehen soll, nicht dass ich gleich noch ihren Frust abbekomme. Ich beginne also aufzustehen und Frage:

    "Soll ich?"

    Eileen: "Sitzenbleibern, Maul halten, zuhören!"

    Sagt sie ziemlich bestimmt.

    [o]Einfach Aufstehen und gehen

    [x]Sitzenbleiben, Mund halten und zuhören?

    30
    Eine Psychocamp Liebe – Wirklichkeit ( Tag 4 Nachmittag )

    Eileen legt erschöpft ihren Kopf nach hinten, bis dieser mit einem leichten 'Tock' die Betonwand berühren.

    Eileen: "Sag mal, sind wir hier drin eigentlich real?"

    Ich: "Hm?"

    Eileen: "Ich meine ich komm mir gerade so unecht vor, so als würde es mich gar nicht geben."

    Sie macht auf einmal wieder einen völlig entspannt Eindruck. Um nicht zu sagen zu entspannt, fast geistesabwesend.

    Eileen: "Die Welt da draußen macht einfach weiter, die interessiert es gar nicht, was wir hier machen. Deswegen habe ich mir gedacht, dass es uns hier drin eventuell gar nicht gibt, was meist du?"

    Ich: "Ää?"

    Eileen: "Oder es ist so: Wir hier drinnen sind echt und die Draußen sind unecht. Das könnte einiges erklären. Die Leute, die ich gerade getroffen habe, so unechte künstliche Menschen hast du noch nie gesehen."

    Eileen: "Ja ich glaube wir hier drin sind die Wirklichkeit, zumindest die welche schon länger da sind."

    Eileen: "Nein, wir sind wirklicher als die Wirklichkeit, wir sind schon einen Schritt weiter, wir sind hinter der Wirklichkeit."

    Eileen: "Au, wie unhöflich von mir, ich habe dir ja gar nicht erzählt was mir gerade passiert ist. Also ich komme rein und denke, dass meine Eltern da sitzen aber stattdessen sitzen da ein Junge und ein Mädchen, welche sich als Ihre Freunde vorstellen und mich doof angucken."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Achso genau Sie, hab ich dir noch nie von ihr Erzählt? Gut, ich lese ja gerade ihr Tagebuch und muss ihre Klamotten Tragen. Also ihre Freunde .."

    Ok, warum labert mich Eileen jetzt mit dem ganzen Kram zu, ok es ist bestimmt später praktisch zu wissen aber ich denke gerade nicht, dass sie voll beisammen ist.

    [x]Einfach sitzen bleiben und zuhören.

    [o]Einfach Aufstehen und gehen.

    Eileen: ".. gucken mich erst so ne Minuten wortlos an wie so einen Alien und dann fängt die kleine, also das Mädchen, auf einmal an zu heulen und sagt mir, dass sie jetzt mit dem Jungen da neben ihr zusammen ist. Also ob mich das interessieren würde."

    Eileen: "Ich dann so: 'Ja juckt mich nicht.' Und dann fängt die kleine noch stärker an zu heulen und der Junge sagt so, dass ihm das voll leid tut aber dass er nicht dagegen machen kann etc."

    Eileen: "Ich dann so: 'Ist ja ok aber ..' dann scheiden mir die Witzfiguren das Wort ab und sagen, wie froh sie sind, dass ich das verstehe etc. Und ich sei ja so toll, bla bla. Naja zumindest hat dann die kleine das Heulen aufgehört, naja fast."

    Ja einem das Wort abschneiden kann Eileen auch ganz gut und mir geht es da auch nicht besser, denn ich versteh auch nicht wirklich von was sie da gerade genau erzählt.

    Eileen: "Ich dann so: 'Ist ja schön und gut aber wer seit ihr Kasper eigentlich?' Joar, waren halt Ihre beste Freundin und ihr Freund also ferster Freund. Jetzt scheinbar nicht mehr."

    Eileen lacht kurz. Ich gucke sie fragend an.

    Eileen: "Kannst ruhig Fragen stellen, wenn du was nicht verstehst."

    Ich: "Was ist eigentlich mit ihr passiert?"

    Eileen: "Au, stimmt das hab ich gar nicht erzählt, wie unhöflich von mir."

    Ich würde gerade einfach alles tun, um nicht an meine 'Sie' denken zu müssen aber Eileens Geschichte ist zugegeben spannender als ich gedacht hatte, kein Wunder bei diesem Mädchen. Irgendwie hat sie leichte Ähnlichkeiten mit 'Ihr'.

    Eileen: "Sie hat sich umgebracht."

    Ok, dass ist mir schon wieder etwas zu spannend und das mit der Ähnlichkeit nehme ich auch zurück. Eileen sagt das fast so als wäre es witzig. Eventuell steht sie auch gerade unter Medikamenten.

    Eileen: "Naja, fast sie hats nicht komplett geschafft also ihre Physis hats überlebt aber ihre Psyche hats zerrissen."

    Ich: "Sie liegt also im Koma?"

    Eileen: "Ne sitzt neben dir."

    Ich: "Wä?"

    Eileen: "Also noch einmal, sie hat versucht sich umzubringen hats knapp nicht geschafft aber ihre Persönlichkeit oder .. Seele, wenn du so willst, hats zerlegt und da ein Körper nicht ohne Persönlichkeit seien kann, hat das Gehirn einfach eine Neue geschaffen und das bin ich."

    Ok davon habe ich gehört, klingt schon ein wenig beunruhigend, noch viel beunruhigender finde ich es aber, dass Eileen zu mir aufgerückt ist und scheinbar während des Erzähles immer bessere Laute bekommt. Mich würde es nicht wundern, wenn sie gleich anfängt hysterisch zu lachen.

    Eileen: "Wenn du so willst, sind das auch meine Freunde, meine Klamotten und mein Tagebuch."

    Eileen: "Uuuund meine Eltern aber die akzeptieren mich als .. sagen wir neue Version ihrer Tochter einfach nicht und hoffen immer noch, dass die alte Persönlichkeit wieder kommt, was auch sein kann aber dann wäre ich einfach weg."

    Eine beunruhigende Vorstellung, wenn man so darüber nachdenke.

    Eileen: "Puff und weg, schön dass es mich für eine kurze Zeit mal gegeben hat. Taja, wenn ich mir darüber Gedanken mache, bekomme ich nur schlechte Laune. "

    Eileen: "Naja, wenigstens weiß ich jetzt, dass ich Singel bin, ist ja auch was wert die Information. Allgemein sind mir die beiden Pappnasen alle mal lieber als meine Eltern, gut meine Vater ist ok aber meine Mutter kommt einfach nicht über das, in Anführungszeichen, Verschwinden ihrer Tochter hinweg."

    Eileen: "Dabei weiß ich gar nicht, was an der 'alten Eileen' so toll gewesen sein soll. Ihrem Tagebuch nach zu Urteilen war sie eine eingebildete, hochnäsige, unglückliche, leicht manipulierbare dumme Kuh .."

    Sie redet sich gerade ziemlich in Rage.

    Eileen: ".. mit ganzen Kubikmetern an Minderwertigkeitskomplexen. Und weißt du was die Höhe ist, die Alte hat sich ständig."

    Eileen fängt auf einmal an ihr T-Shirt hochzuziehen so, dass ihr Bauch sichtbar wird. Ich weiß nicht, was sie Eileen geben haben, aber es scheint ordentlich .. ordentlich reinzuhauen.

    Ich: "Ähm hey, las das mal besser."

    Ich packe ihr T-Shirt und versuche sie daran zu hinter, es weiter hoch zu ziehen. Obwohl, die nüchterne Eileen wird mich wahrscheinlich jetzt schon töten wollen.

    Eileen: "Las mich."

    Mario: "Daniel K. .. Hört du schlecht?"

    Mario kommt um die Ecke, ich hab mein Aufrufen wohl bei der Aufregung komplett überhört.

    Mario: "Eileen! Was soll das?"

    Eileen: "ähm .. ich wollte ihm nur meine Schussverletzung zeigen."

    Mario: "Zum letzten Mal, du warst nicht in Vietnam!"

    Eileen: "War ich wohl."

    Eileen lässt ihr Shirt wieder fallen, mach Hubschrauber Geräusche, manövriert sich um den Fernsehtisch herum und laden auf einer Couch auf der gegenüberliegenden Seite.

    Eileen: "Blackhawk Down!"

    Nuschelt sie in die Belederung hinein. Ich gehe in das Sprechzimmer unsicher was mich erwartet.

    Denn eigentlich habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern aber das werden die anderen hier wohl auch haben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Mädchen wie Merle oder Jungs wie der andere Daniel aus zerrütteten Familien kommen.

    Ich trete in die Türe zum Sprechzimmer ein wo meine Mutter und meine Schwester schon ungeduldig warten.

    Mutter: "Können wir dann?"

    Psychologin: "Nicht so schnell bitte, es gibt noch ein paar Sachen zu klären. Sind sie gewillt ihren Sohn über das Wochenende zuhaus aufzunehmen."

    Mutter: "Natürlich. Wir sind ja extra hergekommen, um ihn abzuholen."

    Psychologin: "Gibt es aktuelle Probleme oder Konflikte."

    Mutter: "Nein."

    Psychologin: "Sind irgendwelche Probleme zu befürchten."

    Mutter: "Nein."

    Psychologin: "Wie ist das Vertrauensverhältnis zwischen ihnen und ihrem Sohn."

    Mutter: "Bestens."

    Psychologin: "Das heißt, es gibt keine häuslichen Probleme."

    Mutter: "Nein, alles in bester Ordnung. Können wir dann."

    Psychologin: "Sie sind mit seinem verhalten also absolut zu frieden."

    Mutter: "Mit dem zuhause ja, mit dem in der Schule nicht."

    Psychologin: "Gut, das ist eine Wochenendbelastung, da ist keine Schule. Gäbe es den Verbesserungswürdiges verhalten zuhause?"

    Mutter: "ja, er geht einen bisschen selten raus aber sonst alles ok."

    Sagt meine Mutter genervt, die wohl begriffen hat, dass die Psychologin das Ganze so lange in die Länge ziehen wird, bis sie mir meine Wochenendbelastung Aufgabe geben kann.

    Psychologin: "Gut, dann bekommst du von mir jetzt offiziell die Aufgabe raus zu gehen. Geh einfach mal in die Stadt, trink eine Cola und kauf dir eine Zeitschrift."

    Cola? Ich dachte man darf, während des gesamten Aufenthalten keine Cola trinken, nicht mal am Wochenende. Aber andererseits ist den Anweisungen des Camppersonals Folge zu leisten.

    Mutter: "Können wir dann? Wir wollen noch wohin."

    Psychologin: "Sicher. Aber du musst dein Logbuch abgehen."

    Ich ziehe das Logbuch aus meiner Hosentasche und lege es der Psychologin auf den Schreibtisch.

    Mutter: "Wo ist dein Koffer?"

    Ich: "Au, hab ich vergessen Moment."

    Schnell renne ich zurück ins Wohnzimmer, um meinen Koffer zu holen.

    Eileen: "Du hast deinen Koffer vergessen."

    Eileen sitzt wieder aufrecht, die Arme verschränkt und die Füße hochgelegt. Sie legt der Kopf noch hinten und haucht leise aber klar:

    "Danke, also fürs Zuhören. So übel bist du gar nicht, ich mochte dich. Ich meins ernst. Viel Spaß Draußen. Wenn du mich jetzt entschuldigen würdest, es ist echt schwer gegen 50 Milligramm von dem Zeug anzukämpfen."

    Dann kippt sie zur Seite und fängt direkt wieder an zu kichern. Ich gehe in Richtung Sprechzimmer

    Ich: "Machs gut, ich mochte dich auch .. irgendwie."

    Eileen ruft mir nach:

    "Für was steht K?"

    Ich: "Knittelfeld."

    Eileen: "Nachdem der Kasper ja jetzt nicht mehr mein Freund ist .. Eileen Knittelfeld passt doch oder? Wie wärs willst du mich heiraten?"

    Ich gehe ohne zu antworten weiter in Richtung Sprechzimmer, winke ihr aber zu Abschied. Sie zeigt mir in einer vulgären Geste den Mittelfinger .. oder war es der Ringfinger?

    Meine Familie steht schon vor der Bunkertüre, au hoffentlich haben die nicht gehört.

    Mutter: "Also auf."

    Die Psychologin öffnet die Bunkertüre und begleitet uns noch zur Schleuse. Ich gucke linkt und rechts aber das Camp ist fast wie leer gefegt, in der Ferne hört man ein leises schluchzen. Scheint ganz so, als hätte ich mit meiner Familie echt Glück.

    31
    Wochenende ( Tag 4 Abend - 5 Mittag )

    Da nach der langen Fahr kaum noch was vom Tag übrig ist lasse ich mich zuhause angekommen einfach nur noch ins Bett fallen und genieße es, endlich wieder nur in Boxershorts schlafen zu dürfen.

    Zu meiner Ärger kann ich nicht schlafen und liege noch lange Wach. Und wie gerufen taucht vor meinem geistigen Auge wieder 'Sie' auf oder wie mein Kumpel sie immer nennt, wenn Uneingeweihte in der Nähe sind, 'Die dessen Namen nicht genannt werden darf'. Ich hatte derartiges Pech mit diesem Mädchen und meine Verliebtheit will jetzt schon seit einem Jahr nicht nachlassen.

    Was sie wohl gerade macht? Nein, dass will ich gar nicht wissen. Viel eher würde ich gerne wissen, was Merle gerade macht, ob sie schon aus ihrer Decke heraus gekrochen ist, ich meine es ist ja schon lange Abend. Irgendwie kaum vorstellbar, dass sie immer schick gekleidete und so edle Merle eingerollt in einem Bett liegt und weint.

    Ich kann von meinem Bett aus die Sterne sehen, die Nacht ist klar und ein kalter Windstoß bläst durchs Zimmer.

    Katrin ist jetzt sicher bei sich zuhause, ob sie wohl gerade Ärger mit ihren Eltern hat. Ich frage mich gerade, ob sie das mit dem Nippelpiecing echt ernst gemeint hat. Wie alt ist sie eigentlich? Also, alle außer Eileen sind unter 18 also muss sie wohl so sechzehn sein. Oder ist sie jünger? Ich meine sie ist zwar recht groß aber zierlich und sie hat kleine Brüste.

    Nein, darüber will ich nicht nachdenken. Sind Anny und Bezy eigentlich zuhause, ich hab die Beiden gar nicht mehr gesehen. Was die beiden wohl machen, nun zumindest kann ich mir das mit der Decke bei der putzigen Anny viel eher vorstellen, bei der stabilen Bezy so gerade eben.

    Victoria hießt die Magersüchtige oder? Hm, könnte es Probleme geben eine Magersüchtige zuhause zu haben? Schade, dass ich sonst nicht über sie weiß, in ihren übergroßen Klamotten sieht sie recht niedlich aus. Aber ich bin ja nicht auf Brautschau, obwohl mir dass bei meinem Problem mit 'Der dessen Namen nicht genannt werden darf' sicher helfen könnte.

    Eileen meinte ja, dass man durchaus was starten kann, ohne sofort zu fliegen. Hm, ich schätze sie sitzt gerade irgendwo und ließt. Oder sie evakuiert als Hubschrauber in Vietnam gerade Verletzte, jenachdem wie lang das Zeug hält.

    Salfia und Suzy, hm. Was unsere beiden Ghetto Bitches wohl gerade machen? Ich hab ja keinen mehr gesehen.

    Das Schüchterne Mädchen. Die Steckt sicher länger unter ihrer Decke als alle anderen aber warum sollten sie ihre Eltern nicht zuhause haben wollen, ich meine man merkt ja kaum, wenn sie da ist.

    Apropos gar nicht da, ich hab Marco schon ne ganze Weile nicht mehr gesehen, als wäre er einfach verschwunden. Ob seine Freundin immer noch auf Klassenfahrt in der Türkei ist? Der andere Daniel schläft sicher und Manuell kenne ich einfach zu schlecht.

    Auf einmal fällt mir auf, wie viel mehr Mädchen als Jungs im Camp sind. Nun da hätte ich ja freie Wahl .. ach ne Blödsinn, warum denke ich immer so einen Mist, wenn ich müde bin? Ich sollte mich lieber schon mal dranmachen die Ereignisse zu verarbeiten, denn in dieser einen Woche oder eher halben Woche ist einfach zu viel passiert. Es ich tatsächlich wie Eileen gesagt hat, eine wirklichere Wirklichkeit.

    Ich schrecke plötzlich vom Bett hoch, weil Mario mal wieder das viel zu grelle Zimmerlicht eingeschaltet hat. Ach ne, es ist nur die Sonne. Ich hab die Rollläden oben gelassen, um die Sterne sehen zu können.

    Es ist Samstag und viel zu früh, ich krieche aus meinem Bett, zieh mir ein T-Shirt drüber, schalte den PC ein und starte Counterstrike. Plötzlich erinnere ich mich an Katrins Vorliebe für Unrealtournament und überlege, ob ich nicht lieber das spielen soll.

    [o]Bei Counterstrike bleiben

    [o]Unrealtournament suchen

    [x]Quake 3 Starten

    Keine Lust so früh am Morgen eine CD zu suchen, dass kann ewig dauern. Also starte ich Quake 3 und frage mich, warum Eileen ein Videospiel zu mögen vorgibt, dass sie nie gespielt hat, wirklich nur um zu widersprechen?

    Nach ein paar Runden, sehe ich mich im Internet um, keiner meine Klassenkameraden scheint sich zu wundern, wo ich abgeblieben hin, nun mal sehen, wann sich das ändert. Ich habe Zeit.

    Da meine Familie sich nach traditioneller Samstagsmanier immer noch nicht rührt, beschließe ich mich mal wieder bei Knuddels umzusehen. Als dort aber auch das 11 angeschriebene Mädchen nicht antwortet, kommt mir langsam der Gedanke, dass das Camp schon fast das genaue Gegenteil von diesen Chats ist. Ach was soll ich da rumgammeln, wenn ich im Camp jederzeit mit Mädchen reden kann, diese kann ich zwar nicht aus der Anonymität heraus Anzüglichen Dinge fragen aber das tue ich in der Regel auch in Chats nicht.

    Ich wette Merle, Katrin und Eileen würden höchstens rot werden und in Eileens Fall mir eine knallen, wenn ich sie solche Sachen fragen würde.

    Endlich meine Familie rührt sich, nach einer Weile ist der Tisch gedeckt und wir frühstücken Croussants mit Marmelade. Zu meiner Überraschung, bin ich so ziemlich der Fröhlichste am Tisch aber noch bevor ich den ersten Bissen tun kann, löchern mich alle mit Frage und ob es mir dort gefalle. Ich erzählen ihnen alles, an das ich mich noch erinnern kann, Nun gut, fast alles die richtig heftigen Sachen lasse ich großzügig aus, nicht das sie noch Angst bekommen und mich davon abhalten wollen am Sonntag wieder hinzufahren.

    Denn ich habe den festen Entschluss gefasst meine Versprechen gegen über meiner Kinderärztin und dem Englisch Lehrer zu halten. Nachdem ich mit den Erzählungen vom Schwimmbad und der Anekdote von Nicht-Minigolf durch bin und die Stimmung nicht mehr so bedrückt ist wie noch zu Beginn, teile ich meiner Familie den Entschluss mit, wieder ins Camp zurück zu gehen, um das aktuelle Schuljahr zu schaffen.

    Am Ende war dank des letzten Argumentes weniger Überzeugungsarbeit nötig, als ich anfangs gedacht hatte und meine Familie willigte ein, mich am Sonntag Abend wieder zurück ins Camp zu fahren.

    Das heißt für mich allerdings jetzt ab in die Stadt, mir eine Cola und Zeitschrift besorgen. Auch wenn es nicht ganz üblich ist, dies an einem Samstag zu tun, so fällt mir aktuell keine anderen Möglichkeit ein.

    Nach dem Essen räume ich schnell ab, ziehe mir straßentaugliche Kleidung an, willige ein, dass meine kleine Schwester mitkommt und mache mich per Bus auf den Weg in die Stadt.

    Am Ende war es doch eine gute Idee meine Schwester mitzunehmen, da ich noch nicht mal weiß, wie man eine Fahrkarte löst. Auf dem Weg werde ich natürlich, mal mehr mal weniger enthusiastisch, mit Fragen gelöchert.

    Erst als wir aus dem Bus aussteigen und ich nebenbei bemerke, dass es außer mir fast nur Mädchen im Camp gibt, läuft meine Schwester zur Hochform auf und fragt mich, welche denn die hübscheste und welches die netteste sei.

    Ich beantworte ihre Frage, der Einfachheit halber spontan mit Anny als der hübschesten und Katrin als der nettesten. Den weiteren Weg verbringe ich damit die beiden Mädchen für meine Schwester zu beschreiben.

    Am nächstbesten Kiosk kaufe ich mir von meinem Taschengeld eine Gamestar und klappere noch den nahegelegenen Saturn nach neuen Spielen ab. Ich meine, da ich im Camp eh kein Geld ausgeben kann, habe ich ja jetzt mehr als genug übrig.

    Meine Schwester meint zwar, dass ich mir das Geld doch besser aufheben sollte, falls eines der Mädchen meine Freundin wird, aber ich sage ihr, dass man sich im Camp eh nichts schenken darf. Womit ich Eileens Regel einfach mal auf alle übertrage. Obwohl, ich mir gerade nicht sicher bin, ob es diese Regel nicht eventuell doch gibt.

    Den Rest das Rückweges belustige ich meine kleine Schwester mit den albernen und teilweise echt übertriebenen Regeln, wie dem Eistee Verbot oder der strikten Kleiderordnung. Nur damit sie nicht weiter versucht, mich quasi mit Mädchen zu verkuppeln, die sie gar nicht kennt.

    Kurz bevor wir zuhause sind, fällt mir die Cola wieder ein, schnell springen wir aus dem Bus und kaufen dreißt eine ganze Flasche im nächsten Getränkemarkt. Das ich die Cola in einem Caffee trinekn muss, war nie die Rede und wie will sie das alles überhaupt überprüfen.

    Zuhause angekommen, stelle ich fest, dass Jagged Alliance 2 Wildfire, dass ich mir gekauft habe, schrott ist. Ärgerlich, wenn man dreißig Euro einfach so in den Sand setzt und ok zugegeben, ein leicht schlechtes Gewissen habe ich schon, im Camp wirt teilweise um 20 Cent oder 20 Euro Cent Stücke gestritten und ich stecke .. hm es müssten 150 Sück sein .. 150 Stück davon in ein Spiel, das nichts taugt. Naja ich werde meine Familie bitten es umzutauschen.

    Den Rest des Tages verbringe ich damit meinen Koffer auszupacken und die schmutzig gewordenen Stücke gegen frische aus dem Schrank zu ersetzten, zu meiner Ernüchterung muss ich feststellen, dass ich die wirklich aktuellen modischen Stücke in meinem Schrank an einer Hand abzählen kann. Die nächste Woche werde ich wohl ziemlich an Eileen erinnern.

    [o]Das Beste nehmen was da ist.

    [x]Extra scheußliche Klamotten einpacken.

    Da ich absolut nichts passendes zusammen bekomme entschließe ich mich, ganz unten in meinem Kleiderschrank zu wühlen und einige Klamotten aus den später 90ern mit in den Koffer zu lassen. Eventuell denkt ja jemand es sei Absicht.

    Dazu packe ich noch allerhand Bücher, denn etwas anderes gibt es in den elend langen Mittagspausen einfach nicht zu tun. Da mein Bücherregal aktuell recht kläglich aussieht, durchstöbere ich noch die üppigen Regale meiner Eltern. Hm, das Kamasutra und ein urlater Erotikroman, ob es klug wäre diese mitzunhemen?

    [x]Rein in den Koffer damit.

    [o]Besser nicht.

    Ich blättere kurz durch aber beide enthalten anscheinen ausschließlich Text und sind damit Regelkonform. Den Rest des Tages sehe ich mit meiner Familie fern. Später durchsuche ich, nach der Wildfire Enttäuschung, am PC das Internet nach neuen Spieledemos und finde die von Battlefield 2, mit welcher ich an dem Abend noch eine Menge Spaß habe.

    So gegen 10 Uhr falle ich aber wieder ins Bett, zwar zur Verwunderung meiner Familie aber immerhin komme ich diesmal recht gut in den Schlaf. Ich bin gespannt, wie es Morgen weiter geht.

    32
    Zoobesuch ( Tag 5 Mittag )

    Ein Toller Sonntag, dieser Zoobesuch tut mir einfach gut, endlich wieder Tiere sehen und die Gesellschaft von meiner alten Klasse tut mir auch gut, das die den Ausflug ausgerechnet auf den Tag verlegt haben, an dem ich nicht im Camp bin.

    Verdammt wirklich, warum muss 'Sie' ausgerecht auch dabei sein? Ich sehe sie zwar nur aus einer Entfernung von gut einhundert Metern bei ihrer Klasse stehen aber das alleine reicht schon, dass sich mir der Magen umdreht. Diese Verliebtheit ist mit Abstand das Schlimmste, was mir mein Herz je angetan hat. Bin ich froh, dass sie so weit weg steht. Schnell ablenken und auf zu dem letzten Tier, dass sie sich ansehen wird. Otter! Otter stinken.

    Erschöpft lehne ich mich an die Glasscheibe.

    "Hallo. Hier steckst du also."

    Ich kenne diese helle liebliche Stimme und das Herz schlägt mir bis zum Hals, es ist 'Ihre' Stimme. Ich drehe mich langsam um und mir wird auf der Stelle schlecht.

    "Was machst du denn hier?"

    Sie fängt an mich leicht am Arm zu streicheln. Sie lächelt mich mit ihren bezaubernden Wangen an und sieht in ihren edlen Sachen einfach nur herrlich aus, die trägt eine adrette Hemdblouse unter ihrem üblichen grünen Pollunder und dazu einen dünnen Haarreifen in den Zurückgekämmten nussbraunen Haaren. Ihre Stahlblauen Augen sehen mich gespielt verträumt an.

    "Ich hab dich vermisst."

    [o]Sagen, dass ich sie auch vermisst habe.

    [x]Den Arm wegziehen.

    Erschrocken ziehe ich den Arm weg. Ich meine was soll das? Erst will sie mich nie wieder sehen und verbietet mir mit ihr zu reden oder sie auch nur anzusehen und jetzt das.

    Ich: "Das kann nicht dein Ernst sein."

    "Was ist los mit dir? Seit wann bist du so? Liebst du mich nicht mehr?"

    Sie fängt gekünstelt an zu schluchzten, nur um dann wieder mit ihrem vollem überhöhten Selbstbewusstsein rhetorisch zu fragen:

    "Dir wird immer noch schlecht, wenn du mir in die Augen schaust oder?"

    Sie geht langsam auf mich zu, während sie mir direkt in die Augen guckt.

    Hilft mir doch irgendwer bitte.

    Plötzlich höre ich eine andere Stimme, weniger hell und freundlich, dafür klar und direkt:

    "Hey, Schlampe. Guck mal."

    Jemand tippt Ihr auf die Schulter. Als Sie sich verwundert ihren Kopf nach hinten dreht, dreht sich dieser auch schon wieder mit ziemlicher Geschwindigkeit zurück in meine Richtung. Diesmal allerdings ohne das hübsche Lächeln und das dezente Makeup.

    Sondern mit einem schmerzverzerrten Gesicht und einer Blutüberströmten Wange. 'Sie' muss wohl einen heftigen Schlag ins Gesicht bekommen haben. Sie wird von hinten an den Schultern gepackt, herumgedreht und nach einem lauten Krachen fällt sie mit dem Rücken zuerst vor mit auf den Boden. Sie hält sich dabei die Nase und gibt undefinierbare schmerzerfüllte Laute von sich.

    Hinter ihr steht ein Mädchen in einem viel zu großen weißen T-Shirt mit einem Krankenhauslogo darauf?

    Ich: "Eileen, was machst du denn hier? Hör sofort auf damit."

    Eileen kniet bereits über der am Boden wimmernden und schlägt dabei fleißig weiter auf sie ein.

    Eileen: "Keine Ursache, gern geschehen. Feud mich übrigens auch dich zu sehen."

    Ich drehe mich verzweifelt nach Hilfe suchend um, hinter mir steht bereits meine gesamte alte Klasse, samt meines alten Englisch Lehrers:

    "Was ist hier los?"

    Eileen: "Kleine Meimungsverschiedenheit."

    Nuschelt Eileen etwas undeutlich, da sie 'Ihren' Dünndarm um Mund hat.

    Alter Lehrer: "Meinungsverschiedenheit?"

    Eileen: "Ja iff war der Meimung, daff sie verrecken soll und fie wollte leben. Da hab iff ihr gesagt, daf daff ein diametral entgegengefepfter Konflikt ift und daff wir ja unf in der Mitte treffen können und iff fie nur halb tot schlage und waff iff gerade tue."

    Eileren stuckt den Dünndarm wieder zurück in das große klaffende Loch in ihrem Körper und gibt angewieder von sich:

    "Bah Mädchen, ich will dir nicht zu nahe treten aber dein Blut schmeckt scheiße. Hasst du Blutgruppe Abflussrohr oder sowas?"

    Das muss ein verdammter Traum sein, ich will sofort aufwachen.

    Eileen: "Noch nicht aufwachen, lass und noch ein bisschen in Gedärmen spielen."

    Katrin: "Büdde."

    Katrin ist plötzlich neben Eileen in der zermatschten Version meiner ehemaligen großen Liebe aufgetaucht.

    Eileen: "Milzbombe."

    Eileen wirft einen undefinierbaren blutigen Klumpen in die Luft.

    Katrin: "Guck mal ich hab ein Darm-Bard."

    Sie hält sich den Dünndarm von eben unter die Nase.

    Katrin: "Versteht du, Darm-Bard .. Damen Bard."

    Eileen: "Nur so, das Ding hatte ich eben um Mund."

    Katrin: "Ih ..."

    Eileen: "Guck mal ich hab Flügel .. Lungeflügel"

    Katrin: "Guck mal .. ich mach einen 'Dannys Verflossene'-Engel."

    Eileen: "Sag mal Katrin, hast du ein Auge auf Danny geworfen?"

    Katrin: "Nein"

    Eileen: "Ich schon."

    Als ich versuche dem Augapfel auszuweichen, den Eileen nach mir schmeißt, wache ich schweiß gebadet in einem Bett auf. Ach die Scheiße war das ein abgefuckter Traum? Ich reibe mir die Augen und sehe auf die Uhr auf meinem Schreibtisch. 4:39 ich kippe wieder zurück ins Bett und denke an die Worte meiner anderen Psychologin.

    "Wenn du in einem Traum in einer Situation bis, die dir Angst macht, hol dir Hilfe von deinen Freunden."

    Wenn man das so hört, denkt man eher daran, dass man mit seinem besten Kumpel gegen Monster in einem dunklen Wald kämpft aber nicht, dass zwei neu gewonnene Freundinnen die eigene Angebetete zerfleischen. Wobei man sich dann natürlich fragen sollte, wer in dieser Situation das Monster ist.

    Eventuell sollte ich meinen Geschmack, was Mädchen angeht, gründlich überdenken und von hochnäsigen aber niedlichen Streberinnen auf bestialische Psychopathinnen umschwenken. Aber habe ich da überhaupt eine Wahl? Ich meine, jede meiner bisherigen Verliebtheiten kam aus dem nicht und traf so gut wie immer ein Mädchen, dass ich nicht mal richtig kannte.

    Aber es ist Zeit schlafen zu gehen, um Morgen wieder ins Camp zurück zu kehren, um so weniger ich mir über dieses Thema Gedanken mache umso besser.

    Am Nächsten Morgen wache ich erst um 9 Uhr auf und verpasse fast das Frühstück. Nach einem kleinen Happen wollen meine Altern unbedingt im Wohnzimmer mit mir reden.

    "Wir haben uns das mit dem Camp noch mal gut überlegt und wir hoffen es ist nicht schlimm für dich wenn .."

    Oh, nein, bitte nicht. Ich will unbedingt zurück ins Camp. Denn die Alternative heißt Schule und das ist genau der letzte Ort der Erde, an welches ich aktuell sein will. Trotz oder gerade wegen des gestrigen Traumes. Ich las mir lieber von Eileen eine Gabel in die Halsschlagader rammen als 'Ihr' die Frage zu beantworten, wo ich die letzte Woche gewesen bin.

    Ich will schon ausholen und Protestieren da fährt meine Mutter fort:

    ".. wir dich heute etwas früher als geplant dort hinfahren, es ist wegen der Arbeit, das ist der einzig gute Zeitpunkt. Entweder zu früh oder so spät."

    Boar, bin ich erleichtert.

    "Nicht, dass wir dich los werden wollen aber es passt vom Zeitablauf einfach nicht besser. Ist doch ok oder?"

    [o]Nein, ich will noch bleiben so lange ich kann, dann komm eich eben zuspät.

    [x]Alles ok, besser zu früh als zuspät.

    So dringen hatte ich es zwar nicht, aber besser zu früh als zu Spat. Schnell packe ich meine Sachen zu ende, gehe noch einmal schnell duschen und will gerade den PC ausschalten. Ich kämpfe zwar dagegen an aber kann es einfach nicht lassen, noch mal 'Ihr' Profil zu besuchen.

    'Die kleine liebe Nina' von wegen lieb und klein ist sie schon per Definition nicht. Immer noch das selbe Profilbild, welches alleine schon reicht um meinen Magen zum kribbeln zu bringen. Merkwürdigerweise ist sie seit gut einem halben Jahr nicht mehr online gewesen, seltsam. Ich hab sie auch eine Weile nicht mehr auf dem Schulhof gesehen.

    Ich schalte den PC aus, packe meine Sachen und ein paar Minuten drauf, sitzen wir auch schon im Auto.

    33
    Waschtag ( Tag 5 Morgen )

    Wir steigen aus dem Auto und zu deren Enttäuschung, kann ich meiner Familie nicht erzählen, dass ich die ganzen tollen Einrichtungen kenne, dir wir auf dem Weg zum inneren Camp sehen.

    "Wir sind eigentlich fast immer im Camp selber oder auf Ausflügen dann bei Sachen in der Nähe, wie Schwimmbad oder Minigolf. Ach und Schule ist teilweise in dem großen Krankenhaus da."

    Meine Familie nickt nur stumm und begleitet mich weiter bis zur Schleuse, wie auch bei meiner Ankunft dauert et etwas, bis sich diese öffnet und uns die Psychologin begrüßt. Noch etwas müde sagt diese:

    "Ah, da sind sie ja, kommen sei rein."

    Das Gespräch in dem kleinen, mit Bücher vollgestopften Zimmer, gestaltet sich für mich wenig interessant. Die Psychologin, redet mit meiner Mutter über mein Sozialverhalten und bemängelt, dass ich mich mehr mit anderen Aussenseitern beschäftige, obwohl die anderen so freundlich auf mich zugekommen sind. Dann wir der Erfolg meiner Wochenendbelastungsaufgabe überprüft, was von der Psychologin als voller Erfolg gewertet wird.

    Anschließend stellt meine Mutter noch ein paar Fragen bezüglich der Schule und bekommt bestätigt, dass ich hier quasi meinen Abschluss retten kann. Nach der üblichen Verabschiedung an der Schleuse hohle ich erstmal tief Luft und bin einfach nur froh hier zu sein.

    Ich werde von Peter begrüßt, welcher mich daran erinnert, dass ja noch mein Koffer durchsucht werden muss. Ich folge ihm in den zweiten Raum hinter der Schleuse und gebe unter anderem meinen Zirkel und mein Deospray ab. Nach der keinen wie er sage:

    "Rountinedurchsuchung"

    Schleppe meinen Koffer in mein Zimmer, wo ich alles soweit herrichte und sogar meine Kleidung lasse ich diesmal nicht im Koffer, sondern verstaue alles Ordentlich in die Regale. So richtig heimlich fühle ich mich zwischen den kalten Betonwänden aber immer noch nicht. Und das 'Fuck all Bitches', das in großen Buchstaben auf den Schrank gekratzt ist, macht es auch nicht gerade besser.

    Ich verlasse mein Zimmer und sehe mich nach den anderen um, erst suche ich im Bunker ab aber dieser scheint leer zu sein. Allerdings will ich auch nicht an jede Zimmertüre klopfen.

    Dann gehe ich zu den ersten Kabinen am Bunker und dann zu denen hinter der Aufsichtsstation aber niemand ist zu sehen. Also schlendere ich so über den großen Platz mit seinen Bänken und hohen Bäumen.

    Ich setzt mich auch eine Bank und lausche dem Rauschen des Windes und rieche das wohl über Wochenende frisch gemähte Gras. Da höre ich eine Stimme singen. Ich drehe mich in die Richtung aber sehe in der Ferne eine Figur vor einem großen Eisenbottich knien.

    Ich stehe auf uns gehe auf sie zu.

    "Heute wasch ich, morgen baru ich .."

    Die Person kniet gebeugt vor einem großen Bottich voll mit Schaum und schrubbt ein schwarzes T-Shirt auf einem altmodischen Waschbrett.

    ".. übermorgen hol ich Ostpreußen heim ins Reich."

    Ich: "Hi."

    Von allen, denen ich hier als erste begeben könnte, muss es ausgerecht wieder sie sein aber ok, sie hat mich, in meinem Traum, vor 'Ihr' gerettet und das letzt mal, war sie ja ganz gut drauf.

    Eileen: "Hallo."

    Ich: "Ach du bist, feud mich dich zu sehn. Du wäscht Wäsche?"

    Eileen: "Offensichtlich."

    Sie sagt das in ihrem üblichen genervten und abwertenden Tonfall.

    Ich: "Kann ich dir helfen?"

    Sie hört plötzlich auf, das T-Shirt zu schrubben und guckt mich kritisch an.

    Eileen: "Sagt mal, was machst du hier?"

    Ich: "Ich bin ins Camp zurück gekommen. Was ist daran so ungewöhnlich?"

    Eileen: "Hm .. sag mal, wie seh ich heute aus?"

    Die schlägt mit der rechten Hand ihre Haare auf, die kurz im über ihre Schulter wehen. Eine typische Filmgeste, die sonst recht elegant daher kommt. Bei ihr sieht es jedoch herrlich unbeholfen aus, besonders, da ihre Hand noch voller Seife ist.

    [x]"Siehst gut aus, wie immer."

    [o]"Naja, den Umständen entsprechend."

    Ich weiß zwar nicht, was das soll aber ich schätze Sarkasmus ist in dieser Fall die beste Waffe, bestimmt war ihre Frage ebenfalls Sarkastisch gemeint.

    Eileen: "Ha, da hab ich dich .. ich lass mich nie wieder von einem von euch verarschen."

    Sagt sie schnippisch.

    Eileen: "Als würde ich in meinem geklauten schlabberigen Krankenhaus T-Shirt und mit meinem verschwitzten ungeschminkten Gesicht gut aussehen."

    Ich: "Sorry, ich wollte dich echt nicht beleidigen oder so."

    Eileen: "Jetzt hab ich dich auch noch dabei .. Es ist ja verständlich, dass ihr immer mehr werdet aber dass das ausgerechnet jetzt auch du sein musst .. und welches Ereignis wars, kannst du mir das sagen?"

    Ich: "Ereignis?"

    Eileen, efft mich auf fuchtbare Weise mit verstellter Stimme nach:

    "Hallo Eileen, Freud mich dich zu sehen Eileen, soll ich dir helfen Eileen, du sieht gut aus Eileen, ich wollte dich nicht beleidigen Eileen."

    Was ist den jetzt schon wieder mit ihr los, denkt sie, ich will was von ihr? Ich schätze das Beste, was ich jetzt tun kann, ist erstmal in die Defensive zu gehen, um vorsichtig herrau zu finden, was sie da jetzt genau stört.

    Ich: "Wenn ich dich irgendwie beleidigt habe, entschuldige ich mich dafür."

    Sie schlägt wütend in den Bottich aus dem Wasser und Schaum spritzen.

    Eileen: "Entschuldigen, für das was du bist? Du hast bloß Glück, dass die anderen gerade alle weg sind."

    Also, in diesem Moment ziehe ich meine Entscheidung, ins Camp zurück zu kehren, echt stark in Zweifel. Und entschuldigen für das was ich bin? Ein Mann oder was meinst sie, die denkt wohl echt, ich will mich an sie ranmachen. Aber warum soll ich Glück haben, dass die anderen weg sind? Ich meine, wir sind hier doch völlig alleine. Ich gucke sie verwundert an.

    Eileen: "Glotz nicht so blöd .. Aber ok, also ich weiß ja nicht, ob dein quasi nicht vorhandenes Gehirn das verarbeiten kann aber Überraschung, du bist eine Wahnvorstellung."

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Mein Gehirn hat sich scheinbar gedacht: Hey ich projiziere jetzt auch einfach mal echte Menschen aus deiner Umgebung in die Umgebung. Ist doch klasse oder?"

    Ich: "Ich bin keine Wahnvorstellung."

    Eileen: "Das ist genau das, was eine Wahnvorstellung sagen würde .. Also, da du jetzt schon mal da bist .."

    Ich: ".. da ich jetzt schon mal da bin, soll ich dir helfen."

    Eileen: "Nein! Pack bloß nichts an. Dann denke ich, du hast das Aufgehängt und in Wirklichkeit liegen die Klamotten dann nass im Gras. Du muss noch viel lernen als Wahnvorstellung."

    Eileen steht auf und hängt ein fertig geschrubbtes schwarzes Trashmetal Shirt auf eine Wäscheleine, die zwischen zwei Bäume gespannt ist.

    Eileen: "Das einzig sinnvolle, was man mit euch Hirngesprinzen machen kann ist, euch meine Probleme zu erzählen. Also, abseits davon mich von euch vollschleimen zu lassen. Übrigens hält du mich für intelligent?"

    [x]Ja

    [o]Nein

    Es ist fürs erste besser ich spiele ihr Spiel mit, wenn sie schon wegen der paar Komplimente ihre eigenen Wahnvorstellung so angeht, was macht sie dann erst mit mir. Und ich habe ihr ja klar gesagt, dass ich keine Wahnvorstellung bin, alles was jetzt noch kommt, hat sie sich einfach selber zu zu schreiben.

    Ich: "Ja. Sicher."

    Eileen: "Naja, nicht sehr überzeugend aber du bist ja auch neu im Wahnvorstellungs Business. Dann erzähl ich dir eben, was ich hier mache. Also ich hab ja die Klamotten von 'Ihr' und meine eigenen, also die vom Krankenhaus und die aus der Altkleidersammlung."

    Sie guckt mich herausfordernd an.

    Eileen: "Hallo, Flohmarkt? Unser kleiner Geschäft. Hm, dein reales Vorbild ist witziger. Und falls es dich interessiert, die Sachen sind nicht wirklich aus der Altkleidersammlung, sondern einfach vom Flohmarkt. Also wo war ich? Genau, also ich hab die bis jetzt immer meinen Eltern mitgegeben und die haben die gewaschen aber dieses Mal haben die mir nur 'Ihre' Sachen wieder gegeben und meine Mutter meinte, sie haben die ganzen hässlichen kaputten Sachen weggeworfen."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Stimmt ja, ich kann froh sein, dass sie überhaupt meine Sachen wäscht aber sauer war ich schon. Und deswegen wasche ich jetzt alle angeblich so hässlichen Sachen einfach selber. Zum Glück war diese Woche wieder Flohmarkt und ich hab zum Beipsiel das coole Teil da bekommen."

    Sie deutet auf das schwarze Metal Shirt auf der Leine.

    Eileen: "magst du es?"

    Ich: "Ja, könnte genau so Katrin gehören."

    Eileen: "Na wenigstens ist mein Unterbewusstsein so realistisch, dass du auch Katrin lieber magst als mich. Sag mal, gibst bei dir draußen jemanden?"

    Ich: "Nein."

    Eileen: "Was für ne dumme Frage von mir, was ich nicht weiß, weißt du auch nicht. Ich werd mal bei Gelegenheit Bezy oder so ne Zigarette umsonst zustecken, damit dich dein reals Vorbild fragt. Ob wohl interessiert mich das eigentlich? Ne oder?"

    Eileen seufzt

    Eileen: "Eigentlich, kann ich mir das gar nicht leisten, Flohmarkt schon wieder 10 Euro weg für 6 T-Shirts. Plan A rückt also noch weiter nach hinten."

    Ok, jetzt fühle ich mich wirklich mies und Eileen tut mir gerade echt leid.

    Eileen: "Aber als solls, Plan A hat ja keine Eile. So das war das letzte für heute."

    Sie hängt ein dunkelgraumeliertes kleines Shirt über die Leine.

    Eileen: "Magst du das?"

    Ich: "Ja ich mag graumeliert."

    Eileen: "Tu nicht, so als ob du etwas von Mode verstehst, solange ich davon keinen Plan habe, hast du das auch nicht. Komm besser mit, und las mich dich mit den anderen bekannt machen."

    Ich: "Apropos die anderen, wo sind alle?"

    Eileen: "Nicht die, die langweiligen Campbewohner die sind auf nem Sonntagsausflug."

    Ich: "Und die haben dich einfach zurück gelassen?"

    Eileen: "Ja, die amüsieren sich und dafür darf ich Wäscheleinen spannen, ohne Angst haben zu müssen, dass da neben meinen T-Shirts plötzlich noch was hängt. Nu komm."

    34
    Teeparty ( Tag 5 Morgen )

    Ich folge Eileen vorsichtig.

    Ich: "Wohin?"

    Eileen: "Na zu uns, in dein neues Zuhause. Dein reales Vorbild hätte gewusst, wo ich wohne aber da du von meinem Ego als notorischer Schleimbeutel konzipiert wurdest, würdest du mir nie unterstellen, dass ich im Geisterhaus wohnen würde."

    Ich: "Und wo honst du dann?"

    Eileen: "Im Geisterhaus, du Trottel!"

    Nach dem keinen Ausfall wirkt sie wieder recht fröhlich und springt beschwingt den kleinen Hügel zum Geisterhaus hinauf. So da wären wir, Eileen fummel wie immer am Schloss rum diesmal jedoch ohne Eile.

    Das ist vielleicht die einzige Chance, wie ich aus dieser komischen Situation wieder herauskomme.

    [o]Schnell ins Gebüsch springen.

    [x]Einfach stehen bleiben.

    Ach was sollt, dass kann ich auch ehrlich klären.

    Ich: "Bitte hör mir mal zu, ich bin echt keine Wahnvorstellung, ich kann dich auch kneifen, wenn du willst."

    Eileen: "Jaja, na klar. Los komm."

    Ich folge ihr in das immer noch recht stark nach Keller riechende Gebäude und bemerke wieder die Türe, die ans Treppengeländer gelehnt ist.

    Eileen: "Soll ich vorgehen?"

    Ich: "Nur, wenn du Angst hast zu fallen. Ich würde dir so ungerne auf die Fessel gucken."

    Stumpf wiederhole ich einfach Merles Ansichten. Eileen lässt mich vor und ich gehe recht planlos die Galerie entlang, völlig ahnungslos, wo es hingeht. Will sie zum Matheunterricht? Ich stehe ratlos vor der Türe zum Klassenzimmer.

    Eileen: "Hier."

    Sie deutet auf eine Türe rechts vom Matheraum. Und beginnt diese aufzuschließen.

    Ich: "Was ist dahinter?"

    Eileen: "Mein Zimmer, dass müsstest du selbst dann wissen, wenn du echt wärst. So nach ihnen."

    Sie schließt die Türe auf und vor mir liegt ein kleines aber helles Apartment. Im Eingangsbereich findet sich rechts eine kleine Küchenzeile und links ein kleines Bad mit Dusche, dessen Türe fehlt.

    Ich: "Warst du das?"

    Ich deute auf die fehlende Türe.

    Eileen: "Du?"

    Sie stemmt die Hände künstlich verärgert in die Hüften und bläst ihre Backen auf.

    Eileen: "Nur, dass du meine Wahnvorstellung bist, gibt dir noch lange nicht das Recht mich zu duzen, schlimm genug, dass das alle anderen hier tun, dann müssen das nicht auch noch meine engsten Freunde tun. Außerdem, bin ich älter als du."

    Ich: "Ok."

    Ich gehe weiter durch und vor mir tauscht ein recht wohnliches Zimmer auf, in der Mitte des Raumes steht ein einfaches ordentlich gemachtes Bett auf welches sich Eileen auch gleich setzt und dabei eine unnatürlich steife Körperhaltung einnimmt.

    Eileen: "Bitte nehmen sie doch vor Kopf Platz."

    Sie deutet auf das Bettende vor welches ich mich auch gleich knie. Hoffentlich sitzt sie nur deswegen auf dem Bett, weil man hier sonst nirgends sitzen kann.

    Eileen: "Teeparty!"

    Sie fängt an, Bücher von einem Stapel auf ihrem Nachttisch zu nehmen und davon je eines mit etwas Abstand an den Rand ihres Bettes zu legen, auch vor mich legt sie ein Buch hin. Sie selbst schüttet sich Wasser aus einer Thermoskanne in einen Plastikbecher ein.

    Ich nehme das Buch und schlage es auf.

    Eileen: "Könnten sie wohl bitte aufhören ihre Tasse zu lesen?"

    Ich: "Tasse?"

    Eileen: "Ja, das sind Tassen. Ich hab nicht genug echte Tassen für alle, also benutze ich Bücher, soviel Vorstellungskraft sollte man als Wahnvorstellung schon haben."

    Sagt sie künstlich beleidigt.

    Eileen: "Also, dies sind die geladenen Gäste .."

    Sie deutet auf die drei Plätze rechts neben sich.

    Eileen: "Herr John Moses Browning, ein süßes kleines untotes Katzenbaby, Freiherr von Stöcker .."

    sie deutet auf die linke Seite

    Eileen: ".. und zur Rechten: Ein pinker Elefant, Boas & Niccolo Machivelli der Fürst."

    Sie gießt alles mit einem weiteren Buch imaginären Tee ein.

    Eileen: "Abwesend sind: Weiser Hillel der ältere, Miss Christina Aguilaira und Frau Tanja."

    Ich trinke einen schluck aus meinem Buch und frage mich, wie ich aus dieser Situation wohl wieder herauskomme.

    Eileen: "Wie immer begrüße ich sie alle recht herzlich, ich bin Vorsitzende Eileen aber ihr kennt mich ja bereits. Das ist übrigens .. ähm .. Hansi oder so."

    Ich winke verwirrt den anderen Teilnehmen dieser zugegeben extrem schrägen Teeparty zu.

    Eileen: "Gut, dass ihr euch alle begrüßt habt. Kommen wir zum heuten Sitzungsthema. Hat jemand einen Vorschlag."

    Eine lange Stille tritt ein.

    Eileen: "Und einverstanden?"

    Ich: "Ähm?"

    Eileen: "Na großartig, jetzt hören einige von euch wieder anderen von euch nicht und umgekehrt. Echt meine Herren, das nervt doch sehr. Also als Thema wurde vorgeschlagen erstmal unseren Neuzugang zu besprechen. John Moses war dafür, das Katzenbaby hat nur miaut, der Freiherr dafür, der pinke Elefant dagegen und Niccolo hat sich erstmal enthalten."

    Ich: "Keine Stimme von Boa?"

    Für einen Moment vergesse ich meine Situation, denn Eileens Teeparty ist, wie mir langsam auffällt, einfach zu komisch und warum mag mich der pinke Elefant nicht?

    Eileen: "Boas ist eine Marmorsäule, die kann nicht abstimmen. Ok Antag angenommen, wollen sie sich eventuell selber vorstellen?"

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Nein Gut."

    Fällt sie mir ins Wort. Ich finde es gerade wirklich nicht gut, wie sie ihre Wahnvorstellungen behandelt.

    Eileen: "Also, Herr Hansi hier ist grob einer Realfigur entlehnt und leider etwas sehr realitätsfern. Also das gleiche Problem, welches wir hier schon einige mal hatten und welches uns zugegeben auch immer wieder Probleme beschert hat. Aus diesem Grund würde ich auch ein allgemeines Mundverbot aussprechen, wenn die Chance nicht derart gering wäre, dass jenes betreffende Realvorbild ins Camp zurück kehrt, da es sich dabei, meiner taktischen Analyse nach, um einen feigen Bastard handelt."

    Was zum? Ich weiß nicht was mich gerade mehr wundert, die lyrischen Fähigkeiten dieses Mädchens oder die Tatsache, dass sie mich gerade quasi einen Hurensohn genannt hat.

    Ich: "Dürfte ich sie bitten, dies zu begründen."

    Eileen: "Dürfen sie. Nach meiner Analyse gefällt es ihrem Realvorbild zwar hier im Camp aber er hat einfach Angst und zwar zum einen vor der Promiskuität der lokalen Schlampen und zum anderen vor mir."

    Sie trinkt einen Schluck aus ihrer echten Tasse.

    Eileen: "Sehr guter Einwurf Niccolo aber ich sehe keine Möglichkeit aus seiner Angst ein Kapital für mich zu schlagen. Nein, kleines süßes Katzenbaby Schutzgelderpressung ist nicht mein Metier und wäre aller Voraussicht nach noch nicht mal nötig. Wie sieht du denn die Beziehung zu mir?"

    [x]Eine Gegenfrage stellen.

    [o]Ich denke mein Realvorbild mag dich.

    [o]Ich denke mein Realvorbild mag dich nicht.

    Ich: "Wie sieht du denn die Beziehung zu mir?"

    Eileen: "Oar, typisch Wahnvorstellung, kaum kritisiere ich ihre Feigheit, schon wir in die Offensive gegangen aber ok gut."

    Sie holt tief Luft.

    Eileen: "Keine Ahnung. Wie soll ich da was finden .. unter der meterdicken Schleimschicht? Es ist ja toll, dass sie zu allen nett sind und sich mit allen gut verstehen wollen und das Verständnis gegenüber mir und allen anderen mit Macken ist auch toll."

    Eileen lässt sich nach hinten aufs Bett fallen und krallt sich in ihrem Kopfkissen fest.

    Eileen: "Aber wie soll ich zum Beispiel mich da bessern, wenn ich mit meinem offensichtlich falschen Verhalten nirgends anecke, weil alle entweder kuschen oder zu höflich sind. Stimmt, es könnte auch eine überzogene Höflichkeit sein und keine Angst. Wie bitte .."

    Sie dreht ihren Kopf zur Seite und scheint einer Wahnvorstellung auf der rechten Seite zu lauschen.

    Eileen: "Hm, Nicoloo könnte recht haben. Eventuell hat er ja einen genauen Plan und macht das alles aus einem Grund. 'Wenn du dich fragst, warum jemand etwas tut, dann ist die einfachste Antwort immer: Weil es funktioniert.' "

    Sie hebt ihren Kopf, sieht mich mit ihrem stechenden Blick an und sagt leise:

    "Was hast du vor?"

    Es ist echt nicht einfach diesem Blick stand zuhalten, also gucke ich zur Türe und frage mich, was sie wohl tun würde, wenn ich jetzt einfach zur Tür rausgehen würde. Tun Wahnvorstellungen sowas? Würde sie nach mir greifen und merken, dass ich echt bin?

    Merle: "Eileen, redest du schon wieder mit deinen Phantasiefreunden?"

    Merle steht plötzlich im Türrahmen.

    Eileen: "Ja, wir halten gerade ein Tanzkränzchen, kannst ruhig mitmachen."

    Merle: "Ich muss leider ablehnen, ich hab wegen meinem Verhalten gegenüber meiner Familie, das Besuchsrecht gestrichen bekommen. Du weißt schon, dass Recht andere in ihren Zimmer zu besuchen."

    Sie betont den letzten Abschnitt und guckt mich dabei warnen an.

    Eileen: "Ich weiß, was das Besuchsrecht ist."

    Merle: "Und du weißt auch, dass du nicht mit deinen Phantasiefreunden reden sollst."

    Eileen: "Ist ja gut."

    Mault Eileen, greift auf dem Rücken liegend mit einer Hand in die Schublade ihres Nachttisches, nimmt eine Blister Tabletten heraus, nimmt zwei blaue Pillen und streckt sich auf dem Bett aus.

    Eileen: "So besser."

    Merle: "Ja."

    Merle lehnt genervt im Türrahmen, dass ist das erste mal, das ich Merle so erlebe und es wundert mich extrem, dass sich Eileen von Merle etwas sagen lässt.

    Plötzlich fragt mich Eileen:

    "Hey, hast du eigentlich ne Freundin? Also draußen?"

    Ich: "Äh .."

    Merle: "Ja einige sogar und wenn du dich nicht absolut daneben benehmen würdest, dann eventuell auch eine hier drinnen."

    Eileen die, wohl durch die Tabletten, immer heiterer wird sagt:

    "Dich habe ich nicht gefragt. Also?"

    [o]Nichts Sagen

    [o]Nein

    [x]Ja

    Es ist wohl das beste, wenn ich sie jetzt quasi anlüge, denn wenn sie später herausfindet, dass ich echt war, wird sie bestimmt extrem sauer darüber sein. Und da ich als ihre Wahnvorstellung nicht wissen kann, ob ich wirklich eine Freundin habe, wirke ich so als Wahnvorstellung wohl am authentischsten. Verdammt in meinem Kopf dreht sich alles.

    Ich: "Ja."

    Eileen: "Schlampe."

    Merle: "Hör auf mit deinen Hallus zu reden, das macht alles nur noch schlimmer."

    Eileen: "Ach halt die Klappe, dass Zeug kickt mich doch eh gleich weg."

    Merle: "Ist von auszugehen, bis später."

    Merle drückt sich vom Türrahmen hoch und geht in Richtung Treppe.

    Eileen: "Nein Blau ist keine Farbe, kleines Katzenbaby."

    Eileen: "Ist ja gut Merle."

    Eileen: "Von mir aus John Moses aber beschwer dich später nicht."

    Eileen: "Ja Katrin, ich werd ihn in Zukunft in Ruhe lassen."

    Eileen: "Nein, Boas du kannst immer noch nicht reden."

    Eileen:"Ach, wisst ihr was, lasst mich doch alle in Ruhe, ich geh schlafen."

    Sie drückt sich das Kissen aufs Gesicht aber bemerkt dann wohl, dass sie noch ihre Hose anhat und öffnet zu meiner Überraschung den ersten Knopf. Dies allerdings so unbeholfen, dass sie es gleich wieder sein lässt und ihrem Atem zu folge ein halbe Minute drauf wirklich einschläft.

    [o]Bleiben

    [x]Aus dem Zimmer schleichen

    Ich bleibe noch einen Moment, bis ich sicher bin, dass sie wirklich schläft und schleiche mich dann langsam aus dem Zimmer. Erst als ich das Geisterhaus verlasse hole ich tief Luft.

    Merle: "Ach da bist du ja, ich wäre dich fast holen gekommen."

    Merle kommt mir mit einem erleichterten Gesichtsausdruck entgegen.

    Ich: "Was war das?"

    Merle: "Ach, Eilee und ihre Wahnvorstellungen, sie hat mich auch mal für eine gehalten. Soweit nichts ungewöhnliches. Du darfst halt nur nicht in ihrem Zimmer sein, das kann großen Ärger geben."

    Ich: "Passiert das öfter? Was hat sie eigentlich?"

    Merle: "Achso ja, eigentlich ist sie nicht Schizophren oder so aber ihre Medikamente bekommen ihr nicht so gut und dann werden ihre Phantasiefreunde plötzlich zu ganz konkreten Wahnvorstellungen."

    Ich: "Phantasiefreunde?"

    Merle: "Ja, Teil von nem Lagerkoller aber ich will dir jetzt auch nicht zuviel verraten."

    Ich: "Stimmt wäre gemeint."

    Merle: "Vergess das am besten und tu auf doof, wenn sie dich anspricht. Ach was, sie wird dich sicher nicht ansprechen. Warum bist du überhaupt mitgegangen?"

    Ich muss zugeben, die gleiche Frage stelle ich mir gerade auch.

    Ich: "Ähm, ich wüsste nicht, was ich sonst hätte tun soll."

    Merle: "Eilee eine knallen und weggehen."

    Ich: "Ihr eine knallen? Aber die schlägt doch zurück und ist das nicht absolut gegen die Campregeln?"

    Merle: "Ja, Eileen schlägt zurück .. Eilee nicht."

    Ich: "Wä .. was?"

    Merle: "Die übertrieben fröhliche überdrehte Eileen, die Sachen sieht, dies es nicht gibt, wenn die dir zu nahe kommt, dann darfst du ihr leicht .. leicht ein klatschen, dann beruhigt sie sich. Die anderen Formen, also die die nicht lächeln kann und immer schlechte Laune hat. Die fasst du besser nicht an, da hast du recht."

    Ich: "Danke noch einmal, hast was gut bei mir."

    Merle: "Keine Ursache."

    Merle macht sich auf den Weg zum Hauptplatz.

    Ich überlege mir, was ich jetzt tun soll und entscheide mich dafür, meine Klamotten zu wechseln, Eileen wird es sicher merkwürdig finden, wenn sie mich gleich hier wieder sieht und ich die gleichen Sache trage wie als Wahnvorstellung. Wenn sie überhaupt heute noch was mitbekommt. Auf dem Weg zum Bunker überlege ich, ob die überdreht fröhliche Eileen soviel schlimmer war, als das missmutige Original.

    35
    Abendlagerfeuer ( Tag 5 Sonntag Abend )

    Froh wieder ein realer Mensch zu sein und keine Wahnvorstellung mehr mimen zu müssen, lasse ich mich auf dem Hauptplatz auf eine der Bänke fallen und tue erstmal rein gar nichts.

    Nach einer Weile, beschließe ich in den Bunker zu gehen, um mir dort ein oder zwei Bücher zu holen. Jedoch gibt das Regal nicht sehr viel her, neben verfetzten alten Koch- und Haushaltsbüchern stehen dort nur ein Kinderbuch über einen Igel und noch ein paar altbackene Schinken.

    Aus reiner Langeweile greife ich nach dem Buch mit dem Igel und stelle mit Verwunderung fest, dass es eine deutliche Bissspur trägt. Leicht verstört, stelle ich es zurück ins Regal.

    [x]Einen alten Schinken nehmen

    [o]Ein Kochbuch nehmen

    [o]Doch zum Buch mit dem Igel greifen

    Ich nehe einen alten Schinken und setzt mich für eine Weile auf die Couch aber dann denke ich, dass ich doch lieber draußen sitzen will. Auf dem Weg aus dem Buker überlege ich, dass ich jetzt doch irgendwie vom Regen in die Traufe geraten bin. Eben war mir noch zu viel los und jetzt ist mir langweilig, so alleine im Camp. Wo ist den Merle hin? Naja egal.

    Ich setzt mich auf eine der Bänke und bemerke, dass ich doch tatsächlich eines der Benimmbücher erwischt haben muss. Was ein Zufall oder gibt es mehrere dieser Bücher im Regal? Ich lese ein wenig mehr oder weniger aufmerksam in dem Buch und döse so vor mich hin.

    Katrin: "Du bist wieder da?"

    Ich: "Ähm."

    Katrin: "Toll, ich freu mich."

    Kaum komme ich dazu aufschauen, da werde ich auch gleich schon von hinten umarmt, wo Katrin mal wieder ohne Vorwarnung aufgetaucht ist.

    Ich: "Hi, freund mich, dass du dich freust mich zu sehen .. oder so."

    Katrin: "Warum bist du wieder zurückgekommen, wie war dein Wochenende erzähl mal."

    Katrin wirkt viel aufgedrehter und fröhlicher als sonst.

    Ich: "Ja, ich hab am Wochenende nicht wirklich viel gemacht, ich war halt bei meiner Familie, kurz draußen und sonst nur am PC."

    Katrin: "Las mich raten, du bist zuhause angekommen und hast gesagt: 'Hallo Mama, hallo Papa, ich bin dann mal am PC.' "

    Ich: "Ja so ähnlich."

    Wir beide müssen lachen.

    Katrin: "Ist bei mir auch oft so aber mein PC funktioniert gerade nicht so gut, deswegen habe ich mich eher mit meiner Katze beschäftigt und etwas Sport gemacht. Und .. und am Samstag war ich in der Disco mit Freunden."

    Ich: "Hm .. ich mag Disco nicht so aber ich mag Katzen."

    Katrin: "Ja ich auch eigentlich nicht aber bei der ist das anderes, die ist cool, ich schätze du würdest sie mögen. Allgemein ein tolles Wochenende, hat sich fast schon gelohnt."

    Ich: "Das Nippelpiercing abzugeben."

    Boar ich und mein dummes Maul. Entweder ich bin zu langsam und meinen Konversationen mit Mädchen oder ich bin zu schnell und sage solchen einen peinlichen Unsinn.

    Katrin: "Ja, hat sich gelohnt. So teuer war das Piercing auch nicht, genau genommen habe ich es geklaut."

    Puh, gut, dass sie so gelassen reagiert. Schnell das Thema auf eine sachliche Ebene bringen.

    Ich: "Aber das Stechen hast doch was gekostet oder?"

    Katrin: "Nö, hab ich selber gemacht mit einer Nadel, nem Feuerzeug und nem Korken."

    Ich: "Korken, damit man die Nadel nach dem Durchstechen auffangen kann und die Nadel nicht in den Finger bekommt?"

    Katrin: "Genau, hast du sowas auch schon mal gemacht?"

    Ich: "Nein, das wäre mir zu schmerzhaft .. apropos .. hat das nicht extrem weg getan?"

    Katrin: "Das ist doch der Sinn der Sache, ich mag Schmerzen."

    Anny: "Cool du bist ja auch wieder da."

    Und noch einmal werde ich von hinten umarmt, obwohl das ja eigentlich nicht erlaubt sein dürfte, diesmal aber flüchtiger.

    Bezy: "Eh cool."

    Bezy legt mir lediglich die Hand auf meine Schulter. Sie hat sich scheinbar die Haare kurz geschnitten oder wahrscheinlich eher scheiden lassen.

    Ich: "Hi ihr beiden. Neuer Haarschnitt?"

    Bezy: "Ja, ist so praktischer."

    Ich: "Sieht gut aus, steht dir."

    Ich wende mich wieder zurück zu Katrin, die aber so gar nicht glücklich darüber zu sein scheint, dass sich Anny und Bezy zu uns gesellen, zumindest ändert sich ihre fröhliche offene Art wieder ein wenig in Richtung der üblichen Zurückhaltung.

    Ich überlege, wie ich Bezy und Anny loswerden oder wie wir uns, ohne beleidigend zu werden, verdrücken könnten aber Katrin macht keine Anstalten sich vom Fleck zu bewegen.

    Bezy: "Du sieht irgendwie fertig aus, kann das sein?"

    Ich: "Ja, ich bin etwas erledigt."

    Anny: "Wie kommts?"

    [o]Eileen hat mich für einer ihrer Wahnvorstellungen gehalten

    [x]Ich hab schlecht geschlafen

    Ich: "Ich hab zuhause schlecht geschlafen."

    Bezy: "Tija, wenn man die harten Gefängnissmatratzen aus dem Bunker nicht mehr gewohnt ist .."

    Merle: "Die sind gar nicht so hart, also so viel härter als die in den Kabinen."

    Merle ist zu uns an die Bank gekommen, stützt ihre Arme auf die Tischfläche und verkündet:

    "Mario meint, wenn wir wollen, dann dürfen wir ein Nachtlager machen und wer teilnimmt, darf länger aufbleiben."

    Ich: "Nachtlager?"

    Merle: "Ja, das ist wie einen Lagerfeuer nur ohne Feuer und mit 5 Petroliumlampen als Ersatz, weil ein gewisser Jemand mal wieder Pyromanie auf Rot hat."

    Merle versucht Eileen einen bösen Blick zuzuwerfen, aber musst feststellen, dass diese gar nicht da ist.

    Victoria: "Dürfen wir uns Decken nehmen?"

    Merle: "Ja aber wir sollen die fair verteilen, was immer damit gemeint ist."

    Langsam versammeln sich immer mehr Campbewohner um die Bank, darunter auch ein paar, welche ich noch nicht kenne. Kein Wunder, dass Victoria schon mal nach Decken fragt, so dünn wie sie ist, muss die Arme ja ständig frieren.

    Merle stößt sich vom Tisch ab und und geht in eine Richtung, von der ich nicht wirklich weiß, was dort liegt.

    Merle: "Wer will, kann übrigens gerne helfen."

    Ich will aufstehen aber werde von Katrin am Handgelenk festgehalten, die flüstert.

    "Um 5 Petroliumlampen zu tragen?"

    Ich bleibe sitzen aber da sich weder Bezy noch Anny bewegen, macht Katrin keine Anstalten sich weiter mit mir zu unterhalten, schlage ich wieder mein Buch auf und beginne darin zu blättern.

    Bezy: "Was liest du?"

    Ich: "Ein Benimmbuch."

    Bezy: "Sowas, wie halte ich meine Gabel?"

    Sagt Bezy belustigt.

    Ich: "Ne eher, wie verhalte ich mich korrekt gegenüber Damen."

    Bezy: "Einfach den Kopf runterdrücken und die Alte machen lassen."

    Stille.

    Für etwa eine Minute rührt sich niemand und man hätte eine Stecknadel fallen hören.

    Bezy: "War doch nur Spaß Leute, kommt schon solange noch Wochenende ist und man nicht für jede Anspielung einen abbekommt."

    Ich: "Sind die Regeln am Wochenende weniger streng."

    Anny: "Ne aber Mario und Peter sind da weniger streng."

    Katrin: "Komm wir holen uns was zu futtern."

    Ich: "Wie? Ist nicht Lager oder so?"

    Katrin: "Erklär ich dir auf dem Weg."

    Sie steht auf und geht in Richtung Bunker, ich folge ihr.

    Katrin: "Wenn wir ein Lagerfeuer machen, dann dürfen 'verantwortungsvolle' Campbewohner immer Sachen über dem Feuer grillen .."

    Ich: "Marshmallows?"

    Katrin: "Wenn wir welche haben. Aber meist sind es einfach übriggebliebene Brötchen vom Frühstück. Aber da man über 5 Campinglampen nichts rösten kann und ja so sonst das Abendessen einfach ausfallen würde, geht jetzt jeder der schlau ist in den Bunker und holt sich dort was zu essen."

    Ich höre aufmerksam zu und am Ende des Gespräches stehen wir auch schon vor dem Esstisch, an dem niemand sitzt, sondern nur der übliche Aufschnitt und ein stapel Pappteller auf uns wartet. Katrin schnappt sich ein Brötchen, reißt es mit den Fingern in zwei hälften und stopft es mit Käse, Salami und etwas Salat voll.

    Katrin: "So hab ich wenigstens das Gefühl, dass ich keine Frühstücksbrötchen an einem Lagerfeuer essen."

    Ich schnappe mir einen Pappteller und mache in etwas genau das gleiche, nur mache ich mir gleich zwei Brötchen fertig, denn sie Aktion heute Mittag war echt anstrengend.

    Katrin: "Ach, genau wenn du lange bleiben willst, zieh dir was über, es wird schnell kalt hier draußen. Aber keine Jacke, das kommt bisschen komisch."

    [o]Nichts drüber ziehen

    [x]Meinen Poncho holen

    Ihre nehme Katrin Tipp an, stelle kurz meinen Teller ab, gehe in mein Zimmer und schnappe mir einen karierten Kapuzen Poncho, einer meiner jetzt zahlreichen Relikte aus den später 90ern. Rolle ihn unter den Arm und verlasse mein Zimmer.

    Katrin, die auf mich gewartet hat, dreht sich um um zu gehen. Jedoch nicht in die Richtung des Bunkerausgängen sondern in die der mysteriösen Türe, welche sich jedoch nicht öffnen lässt.

    Katrin: "Menno."

    Ich: "Was ist hinter dieser mysteriösen Türe?"

    Katrin: "Mysteriöse Türe?"

    Ich: "Ja, die ist doch viel zu klein für einen Raum oder nicht?"

    Katrin: "Da ist ne Treppe hinter."

    Ich: "Achso."

    Katrin: "Ja, aber die geht eh nicht auf. Komm. Ich erklärs dir auch dem Weg."

    Sie macht sich auf in Richtung des regulären Bunkerausganges.

    Katrin: "Joar, ähm, da ist halt ne kleine Treppe und die führt in die untere Etage und da ist so einen zugestellter Raum mit Spielen und Sportsachen und so."

    Wir gehen um den Bunker herum, wie auf dem Weg zur Gruppentherapie aber lassen die Eingangstüre zum dem kleinen Saal einfach links liegen. Ich sehe die kleine Terrasse mit den Stühlen wieder und kurz davor, auf einem kleinen grasfreien Stück, sitzen einige Bewohner um einen Streinkreis herum.

    Ich bleibe kurz auf der Terrasse stehen und sehe mich um. Hinter mir liegt der Bunker, in dessen Fassade aber wohl jemand eine ganz normale Terrassentüre und eine helle freundliche Glasfront eingebaut hat. Ich stehe ratlos davor.

    Anny: "Hey, es ist verboten sich zu fragen warum der Bunker so aussieht."

    Ruft Anny von dem Platz her zu mir rüber.

    Bezy: "Solange er nicht fragt, gucken wird man doch wohl dürfen."

    Ich drehe mich um und setzt mich auf einem freien Platz auf einem Baumstamm. Die anderen Bewohner sitzen auf Decken auf dem Boden andere auf Baumstämmen. Einige haben sich in Decken gehüllt, Katrin setzt sich neben mich.

    In der Mitte in einem großen Steinkreis, in welchem sonst wohl ein Feuer brennt, stehen 5 Petroliumlampen, dessen Licht recht kläglich wirkt gegen das noch sehr starke Licht der Abendsonne.

    Viele verschiedene Campbewohner unterhalten sich über viele verschiedene Dinge, ich beschließe in mein Brötchen zu beißen und Anny und Mario zu lauschen, die zu meiner rechts sitzen.

    Mario: "Du hast das falsch verstanden Anny, es ist nicht verboten Sachen über den Bunker zu fragen, es ist nur nicht erlaubt Gerüchte zustreuen."

    Anny: "Warum?"

    Mario: "Weil hier einige sehr schnell sehr komische Sachen glauben, die hier so erzählt werden."

    Anny: "Was denn zum Beispiel?"

    Mario: "Dass das hier in Bunker ist, den eine Sekte gebaut hat, um sich gegen Alien zu verteidigen."

    Bezy: "Jetzt echt?"

    Anny kichern und Bezy krümmt sich vor Lachen. Auch ich finde das recht witzig. Katrin verzieht jedoch keine Mine.

    Nach einer Weile und vielen nicht sehr spannenden Gesprächen, neigt sich die Sonne immer weiter hinter den Horizont und ein rot lilanes Licht erleuchtet die hohen Baumkronen. Der Wind wird langsam kühler aber für mich noch kein Grund meinen Poncho über zu ziehen.

    Ich kaue weiter lustlos auf meinem Brötchen herum und überlege, wie ich ein Gespräch mit Katrin anfangen könnte.

    Victoria: "Stör ich euch, wenn ich mich hier hinsetzt?"

    Die dürre Victoria, setzt sich, in eine schwarze Decke eingewickelt, vor uns an die Petroliumlampen und wärm ihre Hände.

    Ich: "Mich störst du nicht .."

    Ich sehe zu Katrin rüber.

    Katrin: "Kommt gar nicht in Frage, du versperrst uns die Sicht."

    Victoria: "Auf 5 Petroleumlampen?"

    Katrin: "War ein Spaß."

    Victoria lächeln etwas, sie scheint nicht der Typ für große Gefühle zu sein. Sie munckelt sich in ihre Decke und wärm ihre Hände am Feuer.

    Peter: "Nein, du musst teilnehmen .. ich kann dir das gerne als schriftliche Anweisung aushändigen, wenn nötig ist."

    Peter kommt vom Hauptplatz herunter zu uns, gefolgt von einer ziemlich genervt und erschöpf wirkenden Eileen.

    Eileen: "Es ist ja gut."

    Beide kommen am Feuerplatz an, Peter setzt sich gegenüber von uns zu anderen Bewohnern und Eileen setzt sich mit verschränkten Armen in die Nähe von Mario.

    Eileen: "Bin ich hier beaufsichtig genug?"

    Mario: "Alles gut, es geht nur darum, dass man sich nicht über so einen großen Zeitraum, selbst von allen Aktivitäten ausschließen darf."

    Eileen: "Wenn ich nur hier sitze ist alles in Ordnung oder?"

    Mario: "Ja."

    Eileen: "Und wenn ich hier liege?"

    Mario: "Und wenn du dich hier hinlegst und schläfst, du musst nur anwesen sein und morgen früh aufstehen können."

    Eileen: "Klasse, hätte eventuell jemand .."

    Merle: ".. hier ist gerade frei geworden."

    Merle wirft Eileen ihre Decke zu, in welche sich Eileen auch gleich einrollt und sich sichtlich erledigt zwischen uns und Mario legt. Die Tabletten müssen echt reingehauen haben. Eileen starrt eine Weile ins Leere und schließt danach die Augen und schläft scheinbar wirklich ein.

    Lange passiert nichts und einige Campbewohner melden sich schon langsam ab und machen sich auf den Weg in ihre Kabinen und Zimmer. Das Licht der Sonne wird immer schwächer und langsam übernehmen die fünf Petroleumlampen das erleuchten der noch verbliebenen Campbewohner.

    Bezy: "Und wie waren eure Wochenenden?"

    Merle: "Naja, so wie Wochenenden im Camp nun mal so sind."

    Bezy: "Dich mein ich auch nicht."

    Victoria: "Naja, ganz ok. Ich war mit meiner Familie essen."

    Bezy: "Essen?"

    Victoria: "So schlimm ist das gar nicht, wenn es mir wirklich gut schmeckt es ich auch gerne. Aber eben nicht so viel."

    Sagt sie mit einer leisen aber freudigen Stimme.

    Katrin: "Kenn ich, ich sollte auch mehr essen."

    Bezy: "Und was habt ihr beide so getrieben."

    Katrin: "Nichts, ich war zuhause, hab mit meiner Katze gespielt und Musik gehört."

    Anny: "Witzige Vorstellung, wie du mit deiner Katze spielst und dabei Rammstein hörst."

    Katrin: "Ich mag Cannibal Corpse lieber."

    Bezy: "Und du? Du sahst heute Morgen fertig aus, hast du auch Probleme zuhause?"

    Ich: "Ne, zuhause ist alles cool, ich hab nur schlecht geschlafen."

    Bezy: "Was schlimmes geträumt?"

    Ich: "Hm .. ja."

    Anny: "Und was?"

    [o]Schnell irgendwas erfinden

    [x]Von 'Ihr' erzählen

    Ich: "Von nem Mädchen, dass ich mal mochte."

    Bezy: "Echt erzähl."

    Anny: "Ja, ja."

    Aufeinmal bekommen beide leuchtende Augen.

    Ich: "Also ich war im Zoo .."

    Bezy: "Nein, nicht vom Taum, von ihr. Wer ist sie?"

    Mario unterbricht uns:

    "Ihr wollt noch bleiben?"

    Anny, Bezy, Merle, Victoria und das schüchterne Mädchen antworten mit ja.

    Mario: "Und ihr?"

    Ich: "Ja."

    Katrin zuckt mit den Schultern und antwortet etwas gelangweilt:

    "Ja ok, wenn ihr auch bleibt."

    Mario: "Gut, sollte Eileen wach werden, sagt ihr sie kann machen, was sie für richtig hält. Sollte sie um 9 noch nicht wach sein, versucht vorsichtig sie zu wecken."

    Mario macht sich auf in Richtung Aussichtshäusschen und streckt sich beim gehen.

    Bezy: "Also erzähl!"

    Ich: "Das ist aber eine längere Geschichte."

    Bezy: "Kein Problem, wir haben Zeit."

    Sie legt die Arme hinter den Kopf und lehnt sich, auf dem Boden sitzend, an einen der Baumstämme.

    Ich: "Also, es geht um ein Mädchen in meiner Paralelklasse."

    Anny: "wie heißt sie?"

    Ich: "Ähm, ich habe aufgehört ihren Namen zu sagen, damit ich sie endlich vergessen kann."

    Merle: "Sehr unhöflich, von dir. Also das dazwischenreden, nicht das mit dem Namen."

    Anny: "Du redest doch selber dazwischen."

    Bezy: "Ruhe jetzt, ich will die Geschichte hören. Also wenn wir dich damit nicht retraumatensie .."

    Merle: "Retraumatisieren."

    Ich: "Nein, deswegen bin ich nicht hier."

    Katrin: "Wenn die hier jeden mit Liebeskummer nehmen würden, dann wäre das Camp sehr schnell sehr voll."

    36
    'Sie' ( Tag 5 Sonntag Abend )

    Ich: "Also, 'Sie' ging in meine Parallelklasse und ich hab mich halt einen paar mal mit ihr unterhalten so zufällig und fand die total .. ähm."

    Anny: "Süß."

    Bezy: "Sexy?"

    Merle schnauft.

    Ich: "Ne eher elegant und intelligent. Ich hab dann nun Kumpel von mir gefragt, was er über sie weiß und hab dann von ihm dummerweise total viele falsche Informationen bekommen."

    Victoria: "Das ist doof."

    Anny: "Was denn?"

    Ich: "Ja, er meine sie hieße eben anders und sei eines der Heimkinder, die wir an der Schule hatte."

    Merle: "Heimkinder bekommen wir hier auch in regelmäßigen Abständen."

    Ich: "Au, die tun mir immer voll leid."

    Bezy: "Weiter?"

    Ich: "Ja, ich hab mich halt schon recht früh in sie verguckt und hatte dann auch Träume und Phantasien mit ihr .. oder heißt das von ihr?"

    Bezy: "Grrr, direkt dreckige Phantasien."

    Sagt Bezy etwas albern.

    Merle: "Hey bleibt mal Ernst, er schüttet uns hier gerade sein Herz aus."

    Ich: "Schon ok, ich muss ja teilweise selber drüber lachen. Ne, keine solchen Phantasien. Ich hab mir halt vorgestellt, dass wir beide in einem großen Saal sind und tanzen."

    Victoria: "Wie romantisch."

    Ich: "Im nächsten Jahr, bin ich mit ihr in einem gemeinsamen Kurs gekommen .."

    Bezy: "Welchem Zeitraum sprechen wir gerade?"

    Ich: "Au sorry, sechste Klasse jetzt siebte Klasse. Also vor zwei Jahren."

    Anny: "Wie sah sie eigentlich aus?"

    Ich: "Ähm, recht groß, schwarze Haare, stahlblaue Augen, schlank, minimal breiter gebaut. Meist trägt sie ihre Haare nach hinten gekämmt und hat irgendso eine fehlgeschlagene Blondierung drin, weswegen ihre Haare leicht gräulich wirken."

    Bezy: "Titten?"

    Ich: "Wie?"

    Bezy: "Ja, Titten, Brüste, Möpse, Euter."

    Sagt sie in einem belustigen Ton und fasst sich dabei selber unter ihre eigenen Brüste.

    Ich: "Hab ich nie drauf geachtet."

    Bezy: "Wie kann man denn da nicht drauf achten?"

    Anny: "Eventuell ist er eher der Arschtyp."

    Beide fangen an zu lachen. Merle schnaubt.

    Ich: "Ja, das kommt daher, dass sie immer alles fast bis zum Hals zu hat."

    Bezy: "Bestimmt ne scheiß Jungfrau."

    Ich: "keine Ahnung."

    Anny: "Wer soll dass denn sonst wissen, wenn nicht du?"

    Merle: "Sehen wir ja dann, können wir also bitte die Geschichte weiter hören?"

    Ich: "Also, wir sind in einem gemeinsamen Kurs gekommen und haben uns da immer gegenseitig angesehen, so oft, dass der Leher uns mal drauf angesprochen hat."

    Ich: "Später sind wir uns dann auch mal zu einem günstigen Zeitpunkt auf dem Schulhof begegnet und haben etwas geredet."

    Anny: "Was denn?"

    Ich: "Irgendwas über Englisch, also über den Kurs, den wir zusammen hatten. War ne ziemlich komische Situation, wir waren beide total schüchtern und haben so fünf Meter von einander weg standen, also total unnatürlich."

    Diese Erinnerung fühlt sich so gut an und ich würde sie so gerne festhalten aber die anderen, wollen ja die ganze Gesichte wissen.

    Ich: "Das ist dann immer wieder passiert und irgendwann mussten wir aus Zufall die gleiche Klassenarbeit nachschreiben und haben fast ein einhalb Stunden neben einander gesessen."

    Bezy: "Och, wie romantisch zusammen ne Klassenarbeit nachschreiben."

    Victoria und Merle schauen Bezy böse an.

    Ich: "Am Ende hat sie mich dann gefragt, wie ich zurecht gekommen bin und ich meinte eben, dass ich mit einer Sache gut klar komme aber mit der anderen Probleme habe und sie hatte dass dann genau andersrum, also haben wir uns für die Pause mal zum lernen verabredet."

    Bezy: "In den Pausen lernen, was ein Alptraum. Jetzt versteh ich dein Trauma."

    Merle: "Bezy!"

    Ich muss lachen.

    Ich: "Schon gut, hilf mir darüber zu lachen. Aber weiter. Erst war alles super und wir haben und zum lernen etwas zurück gezogen, um unsere Ruhe zu haben. Aber dann wurde es von ihr aus immer extremer. Erst meine sie, sie brauche eben zum lernen absolute Ruhe aber dann kam mir das ganze doch eher wie ein Versteckspiel vor."

    Anny: "Versteckspiel?"

    Ich: "Ja, sie wollte irgendwann nicht mehr, dass wir alleine zusammen gesehen werden. Und nach einer Weile, hat sie dann das lernen von der Schule, erst ins Kaffee und dann zu sich nach Hause verlegt."

    Bezy: "Ist doch ne Steigerung."

    Ich: "Auf der einen Seite ja aber auf der anderen wurde es immer komischer. In der Schule hat sie immer mehr Abstand zu mir genommen aber ist mir nach der Schule immer näher gekommen."

    Bezy: "Wie nah?"

    Ich: "Kuss auf die Backe, Schultern massieren, Hoch heben."

    Bezy: "Kuss auf die Backe mit 17?"

    Anny: "Hoch heben?"

    Ich: "Ja, so an den Beiden fassen und eben einfach hoch heben."

    Merle: "Was denn, ist doch voll romantisch."

    Bezy: "Ja, das fällt bei dir ja wohl flach."

    Merle guckt Bezy diesmal besonder böse an und schnaubt.

    Ich: "Ich fands toll. Also wegen dem Kuss, sie war gar kein Heimkind, sondern ihre Eltern waren fast reich und sie hatte sogar einen kleinen Titel?"

    Anny: "Titel?"

    Merle: "Sowas wie 'von' vor dem Namen."

    Ich: "Genau es war von. Also es lief dann mit dem Lernen auch irgendwann nicht mehr so gut. Und sie konnte und wusste irgendwann alles und ich dachte schon, dass es ab da an nur noch eine Frage der Zeit war, bis sie mich nicht mehr braucht."

    Victoria: "Und als sie dich nicht mehr gebraucht hat, hat sie dich einfach fallen gelassen?"

    Ich: "Das ja gerade nicht, wir haben uns immer weiter getroffen und irgendwann habe ich fast nur noch von ihr gelernt. Soweit, dass sie mir quasi einfach Nachhilfe gegeben hat, nur ohne dass ich sie bezahlen musste."

    Merle: "Hast du sie mal gefragt, warum sie das tut?"

    Ich: "Sie meinte, dass sie mir für alles was ich ihr damals beigebracht habe was schuldig ist."

    Merle: "Klingt nicht sehr überzeugend."

    Ich: "Mir wurde dass auch immer unangenehmer aber ich konnte nicht einfach sagen, dass ich das nicht mehr will."

    Victoria: "Warum?"

    Bezy: "Weil er sie geliebt hat?"

    Ich: "Das auch aber vor allem hätte ich dann Problem in der Schule gehabt oder meine Familie hätte eine Nachhilfe bezahlen müssen."

    Merle: "Ok, aber wo ist jetzt das Problem? Verletzter Stolz, weil du lern mäßig ins Hintertreffen geraten bist?"

    Ich: "Nein, so eitel bin ich nicht. Sie wurde langsam von dem schüchternen Mädchen zu einer arroganten und eingebildeten .."

    Bezy: "..Schlampe."

    Ich: "Nicht direkt, sie hat keinen an sich ran gelassen. Sie wurde eher zu einem Monster."

    Merle: "Wie meist du das?"

    Ich: "Hm schwer zu sagen, sie hat halt immer wieder indirekt Leute auf ein ander gehetzt aber immer noch die alte Maske der Schüchternen aufgesetzt."

    Anny: "Wie können denn Streber Leute aufhetzen?"

    Ich: "Ihre beste Freundin wahr das begehrteste Mädchen auf der ganzen Schule."

    Anny: "Ja dann geht das."

    Bezy: "Las mich raten, sie war ne hässliche Streberfreundin, die sonst immer nervt."

    Ich: "Kann sein, für mich .."

    Bezy: "Für dich war sie natürlich die schönste. Aber hast du ihr nie mal deine Meinung ins Gesicht gesagt."

    Ich: "Die da wäre? Aber ich weiß was du meist. Ich wusste einfach nicht, was ich von alledem halten sollte. Natürlich habe ich ein paar mal versucht sie zu fragen, was das alles soll aber ich bekam immer nur Ausreden und sie hat ständig alles auf ihre Eltern geschoben, die angeblich so streng sind, so viel von ihr verlangen und so weiter."

    Merle: "Würde ich ihr glatt glauben, Bonzeleltern mit ihrem Prestige Unfug."

    Ich: "Ich hab ihre Eltern mal kurz kennen gelernt und die machten gar nicht so den Eindruck."

    Merle: "Mal kurz?"

    Ich: "Die wollten halt mal wissen, wer da seit nem Jahr zweimal die Woche zum lernen kommt."

    Anny: "Erzähl weiter."

    Ich: "Ja also, irgendwann hab ich dann gesagt, dass ich nicht mehr kommen will. Dass war nachdem sie mich wegen einer Sache, die ich nicht konnte, mal wieder runtergemacht hat. Sie meinte dann, dass ich bloß aufpassen soll .."

    Anny: "Wovor?"

    Ich: "Ja vor ihren Intrigen."

    Merle: "Wie hat sie diese eigentlich gerechtfertigt?"

    Ich: "Selbstverteidigung, sie meine sie selber sei nicht stark genug, um sich selber zu wehren."

    Bezy: "Egal, weiter."

    Ich: "Ja, nichts aber nach zwei Wochen hat sie mich dann in der Schule angesprochen und als wir alleine waren, hat sie fast geheult und gemeint, dass sie mich liebt und braucht und dass das gemeinsame Lernen das einzige ist, was sie den ganzen Stress aushalten lässt."

    Anny: "Und?"

    Ich: "Ich hab zugestimmt und später dann bei ihr auch mal gefragt, ob wir, wenn sie mich liebt, auch Pärchenkram zusammen machen sollen."

    Bezy: "Ah .. jetzt wird es spannend."

    Ich: "Am Ende war es dann ein Caffee Besuch und einmal Entenfüttern mit bisschen Händchenhalten aber da sie beim lernen nicht mehr so übel zu mir war, war das schon ok."

    Merle: "Und das ist jetzt der Stand der Dinge?"

    Ich: "Nein, das Lernen ist immer seltener geworden aber von uns Beiden aus aber unsere Klassen hatten eine gemeinsame Abschlussfahrt .."

    Bezy: "Au, Klassenfahrt, da habter dann aber .."

    Bezy haut sich mit der Faust gegen ihr Kinn und macht komische Geräusche.

    Ich: "Nicht ganz, das war ein Kloster und da ging nicht .. naja nichts in der Richtung. Irgendwann ist dann ein Schuh verschwunden und alle sind komplett ausgerastet."

    Bezy: "Kloster?"

    Ich: "Ja, halt so ne Einrichtung, wo man dann als Klasse geschlafen hat aber man hatte auch so Programme und Aktivitäten in Gruppen, an denen man teilnehmen musste."

    Bezy grinst:

    "Fast so wie hier."

    Anny: "Hä, ich hab auch mal einen Schuh verloren was solls?"

    Ich: "Jemand aus unserer Schule, hat jemandem von dem Kloster einen Schuh geklaut und das gab halt mega den Stress."

    Bezy: "Warum erzählst du uns das?"

    Ich: "Warte warte, also, fast die ganze Zeit über dort, ist sie mir aus dem Weg gegangen. Nur eines Abends hatten wir halt Singen als Programmpunkt und da war sie dann plötzlich da, obwohl das nicht ihre Gruppe war und wir haben zusammen gesungen und uns während dem die ganze Zeit angeguckt. Ich wollte sie danach unbedingt ansprechen aber sie war schneller. Ich hab sie dann gefragt, was sie hier macht und sie meine, sie sei wegen mir hier und nachdem, wegen des Schuhs, ihre komplette Klassengemeinschaft auseinander gebrochen sei und alle sich nur noch gegenseitig verdächtigen, brauche sie etwas Ruhe."

    Merle: "Kryptobeziehung oder?"

    Anny: "Was?"

    Bezy: "Geheimbeziehung."

    Ich: "Ja Geheimbeziehung, sollte keiner wissen. Aber ich hab das nur kurz ne Woche für ne echte Beziehung gehalten."

    Bezy: "Und weiter?"

    Ich: "Ja, sie hat mich dann mit auf ihr Zimmer genommen und wir haben uns auf ihr Bett gesetzt."

    Merle funkelt Bezy böse an.

    Ich: "Dort hat sie sich dann bei mir ausgeheult, wie sehr sie die ganze Sache mitnimmt und dass sich jetzt zwei Freundinnen von ihr gegenseitig hassen. Dabei hat sie ihren Kopf auf meine Schulter gelegt."

    Bezy: "Und du?"

    Ich: "Ich war verwirrt und habe sie gefragt, ob das nicht verboten ist, dass ich bei ihr im Zimmer bin."

    Anny: "Echt so wie hier?"

    Ich: "Keine Ahnung, weiß ich nicht mehr aber sie meinte, das sei ihr scheiß egal und die anderen hätten gerade eh andere Probleme. Danach hat sie sich ne Zigarette angezündet und auf ihren Nachttisch gedeutet, auf dem der fucking Schuh lag."

    Merle: "Also der, der geklaut worden ist?"

    Ich: "Jap, und ich hab in dem Moment etwas die Kontrolle verloren und so was gesagt wie: 'spinnst du, wegen dir zerbricht gerade die komplette Klassengemeinschaft, was dich so sehr mitnimmt, dass du zu mir kommst, damit ich dich tröste? Ist das dein verdammter Erst? Warum tust du sowas? Ach was, ist mir egal, kein Bock mehr auf dich.' "

    Merle: "und dann?"

    Alle lauschen mir gespannt, auch die die nichts sagen, sondern einfach nur zuhören. So viel Aufmerksamkeit für so ein persönliches Thema ist mir fast schon unangenehm.

    Ich: "Ich bin raus und hab sie einfach stehen lassen, das mit dem Schuh war mir eigentlich egal."

    Merle: "Aber das sie raucht ging gar nicht? Sorry, kleiner Spaß."

    Ich: "Alles gut, sie ist mir dann nachgelaufen und ich wollte einfach nur weg von ihr. Ich bin dann einfach durch eine Menge und sie wollte ja nicht, dass man sieht, das sie hinter mir herläut. Am Ende stand ich dann an einem der Ausgänge und wollte zu meinem Zimmer aber Draußen hat es geregnet und sie hat mich eingeholt."

    Victoria: "Spannend. Was hat sie dann gesagt?"

    Ich: "Ich bin ihr zuvorgekommen und hab sie einfach gefragt: 'Warum?'. Sie hat mich darum verwundert angesehen und einfach gesagt: 'Langeweile'."

    Merle: "Und du?"

    Ich: "Ich hab ihr halt in etwas folgendes gesagt: 'Las mich einfach in Ruhe ok? Ich werde niemandem von nichts erzählen. Es ist mir komplett egal, dass du zwei komplette Klassengemeinschaften zerstört hat, denn ich werde eh nicht versetzt und dass du rauchst ist deine Sacher aber bitte, las mich in Frieden ok?' Sie hat darauf angefangen zu weinen, was ich ihr aber nicht wirklich abgekauft habe und gemeint sie braucht mich."

    Victoria: "Och wie süß."

    Ich: "Das macht und sagt sie immer und sie verspricht auch immer viel und hält dann wenig."

    Merle: "Los weiter wird spät."

    Merle schnappt sich ein Stück von Victorias Decke und legt sich diese über die Schulter.

    Ich: "Ich meine dann sowas wie: 'Gut, wenn du mich brauchst, dann bekenn dich zu mir.' Da sie mich nur fragend angeguckt hat, als würde ich gerade verlangen, den Mond vom Himmel zu holen, bin ich dann etwas auf sie zugegangen: 'Es muss ja nicht vor der ganzen Klasse sein, vor fünf Leuten wäre genug.' Da immer noch keine Reaktion kam, bin ich dann noch weiter auf sie zu: 'Von mir aus kannst du die fünf Leute aussuchen.' Immer noch keine Reaktion von ihr, man dieses Schweigen war das Schlimmste, was sie mir je angetan hat. Ich also den letzten Schritt getan, den ich vor mir selber noch rechtfertigen konnte: 'Also gut, lass uns das ganze als Freundschaft tarnen ok?' "

    Merle: "Soweit bist du bereit Kompromisse einzugehen?"

    Victoria: "Das tut man, wenn man jemanden liebt."

    Ich: "Da sie immer noch nichts gesagt hat, hab ich mich einfach umgedreht und wollte gehen. Aber dann hat sie endlich was gesagt und zwar: 'Aber du bist doch in mich verliebt?'. Diesmal aber komplett ohne das schluchzen und mit ihrem typischen arroganten Ton, als wäre ich von ihr abhängig und nicht umgekehrt. Ich hab dann nur noch gemeint: 'Nicht in dich, in das Idealbild, welches ich mir von dir gemacht habe. Ich weiß schon wie du wirklich bist und jetzt bitte, ich hab heute auch noch was anderen vor.'

    Bezy: "Ha! .. gut gemacht."

    Ich: "Sie hat dann einen theatralischen Schritt nach hinten gemacht und stand dann wortwörtlich im Regen. Sie meine dann wieder völlig weinerlich: 'Aber ich brauche dich, wenn du nicht mehr bei mir bist, bring ich mich um.'"

    Anny: "Ist ja eigentlich gegen die Campregeln +ber sowas zu reden .."

    Merle: "Nicht auf der Metaebene."

    Anny: "Ha?"

    Merle: "Egal weiter."

    Ich: "Sie ist dann auf dem nassen Asphalt zusammen gesunken und ich bin zu ihr, also an ihr vorbei, denn ich musste ja zu meinem Zimmer."

    Victoria: "Du bist einfach an ihr vorbei?"

    Ich: "Das wäre ich gerne aber ich konnte dann doch nicht, also hab ich ihr ein letztes Angebot gemacht: 'Hey, wenn du mir aufrichtig sagt, was das alles hier soll und warum du das alles machst, bin ich bereit dir zu helfen, als Freund. Ich werde tun was du willst, wenn du mir nur sagst, wie dein komisches System funktioniert.' "

    Victoria: "Und?"

    Ich: "Keine Antwort, also bin ich durch den Regen in mein Zimmer und hab mich da umgezogen. Aber hab dann doch wieder Gewissensbisse bekommen und bin zum Klassenlehrer der Parallelklasse. Dieser war natürlich mit dem ganzen Chaos wegen des Schuhs beschäftigt. Ich hab ihm dann gesagt, dass er bei Zeiten mal nach Ihr sehen sollte."

    Anny: "Und?"

    Ich: "Ja, das war dann des Ende der Geschichte. Ich hab sie danach nie wieder gesehen."

    Victoria: "Meist du, die hat sich wirklich umgebracht?"

    Ich: "Nein, da ist die nicht der Typ für, sie ist viel zu selbstverliebt und wenn, dann würde man das doch hören. Bei uns wird so viel gelästert."

    Katrin: "Sag das mal nicht, wir bekommen immer wieder die selbstverliebstens fröhlichsten Leute hier rein, die dann wegen Suizidgefahr keine spitzeren Gegenstände haben dürfen."

    Ich: "Ach stimmt ja."

    Ich schaue auf Eileen.

    Merle: "Und noch einmal was von ihr gehört?"

    Ich: "Hm, ich war in den letzten Monaten kaum in der Schule aber sie wohl auch nicht aber eine Freundin von ihr meine, sie sei in Urlaub aber sie hat sich seit Monaten nicht mehr im Internet eingeloggt."

    Merle: "Interessante Geschichte, aber wir müssen das Feld räumen und pennen. Danke fürs Erzählen übrigens."

    Ich: "Kein Problem, fühlt sich gut an das endlich mal wem erzählt zu haben."

    Merle nimmt die 5 Petroleumlampen und geht damit zum Bunker, die anderen rollen die Decke auf und machen sich ebenfalls auf.

    Victoria: "Du hast bis jetzt keinem davon erzählt?"

    Ich: "Ja, wäre zu gefährlich, alleine wegen der Sache mit dem Schuh und dass ich heimlich mit ihr quasi zusammen war, würde mir auch keiner glauben. Außerdem ist es ne Frage der Loyalität."

    Katrin: "Hey Schlafmütze."

    Katrin stupst Eileen leicht auf die Schulter.

    Eileen: "Wä?"

    Katrin: "Willst du hier Draußen schlafen?"

    Eileen: "Ja Moment, nur noch den Rekorder und mit den Kabeln aufpassen."

    Eileen bewegst sich aus ihrem imaginären 24 Stunden EKG heraus.

    Katrin: "Du hast das 24 Stunden EKG nicht mehr."

    Eileen: "Ach stimmt."

    Sie springt auf und streckt sich, rollt ihre Decke zusammen und taumelt dann in Richtung Geisterhaus davon, Katrin steht auf geht langsam neben Eileen her und winkt mir zum Abschied:

    "Gute Nacht und Danke für die tolle Geschichte."

    Ich drehe mich rum, gehe auf mein Zimmer, ziehe mich noch schnell um und falle dann erschöpft und mit trockenem Mund ins Bett.

    37
    Eine Psychocamp Liebe – Spüldienst ( Tag 6 Montag Morgen )

    Peter: "Aufstehen! Los los, ist schon spät."

    Ach, Peter ist einfach viel angenehmer was das Wecken angeht als Mario. Ich stehe auf und strecke mich erstmal. Irgendwo hatte Bezy doch recht, die Matratzen im Bunker sind um einiges härter als meine Daheim.

    Ich stehe auf, ziehe mich erstmal in Ruhe an und knirsche leise mit den Zähnen, da ich, dank des gestrigen Erlebnisses mit der Teeparty, meinen letzten Satz einigermaßen modischer Klamotten nach ganz unten legen musste.

    Nachdem ich mir kurz Wasser durch Gesicht gekippt hatte, quetsche ich mich wie immer an dem großen Tisch vorbei und bemerke beim wach werden langsam, dass das Camp zum einen ungewöhnlich ruhig ist und zum anderen auch komplett leer zu seien scheint.

    Peter: "Ah da bist du ja. Da du jetzt in deiner zweiten Woche im Camp bist, bekommst du wie alle anderen auch ein Aufgabe zugeteilt, deine Aufgabe für diese Woche ist der Spüldienst. Der ist logischerweise in der Küche. Weißt du, wo die Küche ist?"

    Ich: "Ähm .."

    Merle: "Keine Sorge ich zeige im alles."

    Merle ist von einem Sofa im Wohnzimmer aufgestanden und bedeutet mir ihr zu folgen.

    Peter: "Nett von dir. Ach ja .."

    Peter sieht mich freundlich an:

    ".. Willkommen zurück."

    Merle: "Jaja, los ich will fertig werden."

    Merle schubst mich leicht in den Rücken und schiebt mich regelrecht in Richtung der Küche, dessen Türe einfach gegenüber des Wohnzimmer liegt. Die etwas schwerere Holztür hat ein Bullauge und einen recht kompliziert wirkenden Klingenmechanismus, welchen ich für eine Weile interessiert anstarre.

    Merle: "Der ist recht unspektakulär, man kann einfach nicht von draußen rein, wenn man nicht diesen Hebel hier umlegt."

    Sie deutet auf einen grünen Hebel.

    Ich: "Ist heute nicht Spaziergang .. oder so?"

    Merle: "Ja eigentlich schon."

    Während sie redet lässt sie bereits Wasser ein und holt Handtuch, sowie Spülbürste und Spülmittel aus einem Schrank, den sie erst mit einem Schlüssel öffnen muss.

    Merle: "Aber da dummerweise niemand Gestern mehr gespült hat, bleibt die Arbeit hier an uns hängen und wir verpassen leider leider unseren Spaziergang."

    Ich bin mir unsicher, ob sie das ironisch meint und froh ist den Spaziergang schwänzen zu dürfen oder ob sie sauer auf die Leute ist, die scheinbar Gestern ihr Geschirr nicht weggeräumt haben.

    Ich: "Magst du den Spaziergang nicht?"

    Merle: "Nicht am frühen Morgen aber jetzt mal zur Sache."

    Sie nimmt sich einen Teller, auf dem neben den üblichen Krümeln nur ein paar kleine Marmeladenreste zu sehen sind.

    Merle: "Also als erstes kratzt du alle Reste vom Teller in den Mülleimer, dabei kratzt einer und der andere hält am besten den Eimer auf."

    Ich sehe ihr aufmerksam zu, wie sie nicht vorhandene Essensreste in den Mülleimer schabt.

    Merle: "Ja ich weiß, dass sieht gerade albern aus aber beim Mittagessen ist das echt wichtig. Dann kommt der Teller ist Spülwasser."

    Sie lässt den Teller in eines der zwei Spülbecken gleiten.

    Merle: "Achtung, das Spülwasser wird langsam immer ekeliger also gut kratzen."

    Ich: "Kann man das Wasser nicht wechseln?"

    Merle: "Schon aber dann hat man kein Spülmittel mehr. Sieht du diese kleinen Ampullen?"

    Sie deutet auf ein kleines Plastikrörchen, in dem das Spülmittel war. Ich nicke.

    Merle: "Davon ist der Schrank zwar voll aber der ist verschlossen, es liegt immer nur eines davon bei den Spültüchern. Wenn es was wirklich dreckiges gab, also Gulasch oder so, dann kannst du fragen aber sonst muss eines reichen und damit auch einmal Spülwasser."

    Ich: "Auf backe."

    Merle: "Kannst ja schon mal beten, dass du mit wem spülen müsst, der nicht dich alles spülen lässt. Aber weiter, danach kommen die Teller dann in das Wasserbecken, damit die Seife abgeht."

    Sie deutet auf das zweite Becken und lässt den gespülten Teller in das klare Wasser gleiten.

    Merle: "Danach einfach abtrocknen und in den Schrank damit, alles verstanden?"

    Ich: "Ja."

    Merle: "Gut, dann spülst du jetzt erst alle Messer .."

    Merle dreht sich zu dem Schrank um, der gegenüber vom Spülbecken liegt, schießt mit einem Schlüssel eine Schublade auf und zieht diese heraus.

    Merle: ".. und legst diese nach dem Abtrocknen in diese Schublade und schiebst diese zu bis es laut klick macht. Die geht dann aber nicht weider auf also passt auf, dass du nicht verstadtlicht mit dem Hintern dran kommst oder so."

    Ich: "Und wenn mir das doch passiert?"

    Merle: "Pass halt auf. Und wenn du alle .. also wirklich alle Messer in der Schublade hast und diese zu ist, dann drückt du den grünen Hebel an der Tür runter, dann kommt wer und hilft dir."

    Ich: "Ich dachte du hilft mir."

    Merle: "Ne ich erkläre dir nur, wie alles geht .. bis dann."

    Merle springt schnell aus der Türe und lässt diese hinter sich zufallen. Na klasse, hätte ich gewusst, dass ich gleich eine der übelsten Arbeiten abbekomme, hätte ich mir das mit der Rückkehr ins Camp noch einmal gut überlegt.

    [x]Beten, dass ich nicht alles alleine Spülen muss.

    [o]Schweigend mein Schicksal erwarten.

    Eigentlich bin ich ja kein sehr religiöser Mensch aber ein kleines Stoßgebet, kann in dieser Situation zumindest nicht schaden.

    Als ich Messer um Messer abkratze, spüle, abtrockne und der Vorsicht halber noch einmal alle nachzähle und während dessen fast paranoid darauf achte, die hinter mir offen stehende Schublade nicht versehentlich mit meinem Hinter zu berühren, frage ich mich, warum ich denn die Messer alleine machen muss.

    Nach einer Weile sind alle Messer in der Schublade verstaut, die mit einem leisen klacken einrastet, als ich sie vorsichtig zu schiebe. Ich atme leide durch und beginne schon mal damit ein paar Teller abzukratzen. Sollte mir nicht wer kommen und mir dabei helfen?

    Nach eine Weile sehe ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung am Bullauge in der Tür, es ist ein schwarzer Haarschopf und eine Hand, die eine winkende Bewegung macht.

    Verdammt, ich hab vergessen die Türe zu entriegeln. Ich hoffe Katrin ist nicht sauern, denn die matten schwarzen Haare können eigentlich nur zu ihr gehören.

    Eileen: "Hey."

    Verduzt sehe ich Eileen an, die grinsend in der Tür steht und gespielt ungeduldig auf ihren Füßen auf und ab wippt. Sie muss wohl schon eine Weile dort gestanden und sich die Zeit mit Faxen vertreiben haben.

    Eileen: "Ey, du bist ja wirklich wieder da .. ähm .. also du bist wieder da?"

    Ich: "Ja."

    Eileen: "Gut zu wissen, willst du mich denn gar nicht reinlassen?"

    Ich: "Au .. ähm .. entschuldige, ich hab das mit dem Riegel vergessen."

    Eileen: "Macht ja nichts, sind alle bösen Messer weg?"

    Ich: "Ähm .. Ja."

    Ungewöhnlich beschwingt betritt Eileen die Küche, schiebt mich beiseite und beginnt gleich damit die schmutzigen Teller und Tassen in zwei in etwas gleich große Stapel aufzuteilen. Ich weiß nich, was mit ihr nicht stimmt aber die übertrieben gute Laune passt so gar nicht zu ihr.

    Eileen: "Rechts oder Link?"

    Ich: "Ähm?"

    Eileen: "Ich teil das Geschirr auf und du suchst aus, so ist alles Fair."

    Ich: "Ähm .. rechts."

    Eileen: "Super."

    Ich schnappe mir den ersten Teller und beginne damit dieser zu spülen, zu wässern und diesen dann in das Gestell auf dem Spülbrett zu stellen.

    Naja, zumindest sieht es so aus, als müsste ich nicht alles alleine spülen, auch wenn ich es Eileen als erstes zugetraut hätte, alle Arbeit unter einem merkwürdigen Vorwand auf mich abzuwälzen. Diese schnappt sich aber schnell einen gespülten Teller nach dem anderen und trocknet diese ab, während sie auf den Füßen wippt und irgendetwas summt.

    Ich: "Du hast so gut Laune wie kommts?"

    Eileen: "Nun, ich bin mir über eine bestimmte Sache klar geworden und habe gelernt diese so zu akzeptieren, wie sie nun mal ist und damit geht es mit jetzt deutlich besser .. und neue Medikamente .. natürlich."

    Während sie das sagt hält sie einen Teller gegen das Licht, um seine Sauberkeit genau zu überprüfen.

    Ich: ".. das du von einem auf den anderen Tag einfach nicht mehr da sein kannst, wenn dein anderen ich, sein Gedächtnis wieder bekommt."

    Eileen: "Ähm .. jaja das auch. Übrigens Respekt, dass du es schafft, deine Verliebtheit in 'Sie' so konsequent zu ignorieren. Wusste gar nicht, dass das so einfach geht, gibt mir Hoffnung."

    Ich: "Einfach ist das auch nicht aber naja, wenn man sich einmal im Klaren darüber ist, dass der jenige nicht der ist, für den man ihn gehalten hat."

    Eileen: "Hast mir mit der Geschichte übrigens sehr geholfen."

    Ich: "Wie das denn?"

    Frage ich erstauend aber Eileen schneidet mir das Wort ab:

    "Soll ich dir ein Geheimnis verraten?"

    Sie holt tieft Luft und tut sich dabei spielerisch wichtig. Ich weiß echt nicht, welche Version von ihr schlimmer ist, die die nie lächelt und diese personifizierte Albernheit hier, die sicher nur durch ziemlich starke Medikamente zustande gekommen ist.

    Eileen: "Also wenn dich das nicht stört oder retraumatisiert oder so."

    Ich: "Naja von mir aus .."

    Eileen: "Also deine Freundin da, von der du am Lagerfeuer erzählt hast."

    Ich: "Hast du denn alles mitbekommen? Ich dachte du hättest geschlafen."

    Eileen: "War ja kaum zu überhören .. ja .. also teilweise .. Das Wichtigste .. nehme ich an."

    Sie holt noch einmal tief Luft, als müsste sie sich von ihrer eigenen Albernheit erholen und wirkt danach fast wieder wie sonst.

    Eileen: "Sie ist eine Psychophatin."

    Ich: "Echt?"

    Frage ich mit gespieltem erstaunen, mir ziemlich sicher, das Eileen gerade ziemlichen Unfug redet.

    Eileen: "Ja, im Ernst, ich bin selber eine ich erkenn sowas?"

    Ich: "Aber du kennst sie doch gar nicht."

    Eileen: "Brauch ich auch nicht, das sind Muster die sind einfach zu typisch. Nachdem sie dich nicht mehr gebraucht hat, hat sie dich einfach als eine art portablen sozialen Abwärtsvergleich behalten, über den sie sich bei Bedarf selber erhöhen konnte. Ist hart aber so ist es nun mal."

    Mir unsicher, ob es sich, bei der jetzt wie viel energischer auftretenden Eileen, wieder um die Version handelt, die gerne mal ausrastet, sage ich einfach nicht und höre weiter zu.

    Eileen: "Hast du nicht das freudige Leuchten in ihren Augen gesehen, wenn du nach einer Weile mal wieder etwas falsch hattest und sie einen Grund hatte .."

    Wie erstarrt bleibe ich auf der Stelle stehen. Das kann nicht sein, sie hat recht. Wie ist das möglich, ich überlege?

    Eileen: "Hey."

    Eileen wedelt mir übertrieben albern mit der Hand von den Augen rum.

    Eileen: "Wenn du weiter die Hände im Wasser lässt, bekommst du noch Spülhände."

    Ich: "Au, ja stimmt."

    Ich spüle weiter.

    Eileen: "Wenn dir das zu viel war .."

    Sie sag das, wieder in einem ernsteren Tonfall.

    Ich: "Schon ok. Sag mal, kennst du sie?"

    Eileen: "Ne, ich kenn nur die Leute hier im Camp, meine Eltern und .. genau die Leute oben in der Geschlossenen im Krankenhaus. Aber wie ich schon gesagt habe, das sind Muster. Deine Freundin ist ein Psychopathin und zwar keine Gute."

    Ich: "Warum keine Gute?"

    Eileen: "Weil sie dich verloren hat und außerdem ist das was sie tut viel zu offensichtlich."

    Ich: "Wie meist du das mit den sozialen Abwärtsvergleich?"

    Eileen: "Das ist, wenn man jemanden in seiner Nähe hält, die dümmer oder ärmer ist als man selber."

    Ich: "Ich weiß, was das ist aber wie meist du das?"

    Eileen: "Ein Beispiel: Oben in der Geschlossenen sitzt ein Mädchen namens Ellen, sie ist dumm wie ein Stück Brot aber sie hat ein Meerschweinchen namens Purple, dass ist noch dümmer. Ellen ist immer schlecht drauf, weil sie merkt wie dumm sie ist, nur wenn sie mit Purple alleine ist, geht es ihr gut .. naja zumindest solange wie Purple mit Anlauf gegen die Wand läuft."

    Bei dem Gedanken muss ich leise Lachen.

    Eileen: "Wenn du mir nicht glaubst .."

    Ich: "Doch doch, nur der Gedanke mit dem Meerschweinchen. Sorry."

    Eileen: "Ich versteh nicht was daran so komisch sein soll aber ok. Sie geht doch sicher auf den Gymnasialzweig deiner Gesamtschule und du .."

    Ich: "Gymnasialzweig? Nein, sie geht auf die gleiche Hauptschule wie ich."

    Antworte ich in trockenem Ernst und versuche die Gedanken an ein Meerschweinchen zu verdrängen, das mit vollem Anlauf gegen eine Wand rennt.

    Eileen dreht sich zu mir um, stämt die Hände in die Hüften und sagt verständnislos:

    "Was? Ist das dein Ernst? Du lässt dich von einer komischen adeligen Kuh umschupsen, die ebenfalls auf eine Hauptschule geht? Kein Wunder, dass die einen sozialen Abwärtsvergleich nötig hat. Ich würde der eine klatschen, wenn ich du wäre."

    Sie nimmt sich den nächsten Teller und fügt in leiserem Ton hinzu:

    "Schlechteste Psychopathin von der ich je gehört habe. Bildet sich bestimmt einen ein auf ihr Familien Wappen und den ganzen Krams, von dem Merle auch immer faselt."

    Ich: "Soweit ich das weiß, hat ihre Familie kein Wappen."

    Eileen: "Wie auch immer, sie sieht dich sicher als ihren kleinen Bauern."

    Auch wenn ich 'Sie' auf keinen Fall in Schutz nehmen will, so finde ich doch, das Eileen etwas zu weit geht. Ich meine sie kennt 'Sie' gar nicht, ist das eine Sache zwischen Psychopathen oder so was? Eventuell war mein Traum gar nicht mal so unrealistisch, Eileen würde 'Sie' wahrscheinlich glatt fressen.

    [o]Eileen einfach reden lassen

    [x]Eileen einen Dämpfer verpassen

    Ich: "Also so unadelig bin ich auch nicht, meine Familie hat ein Wappen."

    Eileen: "Was? Du Bastard, ist das dein scheiß Ernst? Du bist auch noch in dieser komischen Welt über ihr? Und lässt dir diesen Scheiß gefallen? Zeig mal ein bisschen Rückrat."

    Eileen scheint ziemlich sauer zu sein, obwohl sie das eigentlich überhaupt nichts angeht.

    Eileen: "Tu mir einen Gefallen und las dir in Zukunft nicht mehr so einen Scheiß Gefallen."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Warst du nicht arm oder sowas? Wie kann eine Familie mit Wappen arm sein?"

    Ich: "Ich bin Halb-Waise."

    Eileen: "Au .. ähm .. tut mir leidt."

    Sagt sie etwas gedämpft. Nur um dann weiter zu poltern:

    "Das macht das ganze ja noch schlimmer. Hör mal, hält dich in Zukunft bitte von dieser Schmalspur Psychopathin fern. Die wird ohne dich an ihren Minderwertigkeitskomplexen zerbrechen. Eigentlich sollte 'Sie' vor dir kriechen."

    Eileen atmet tief durch.

    Eileen: "Ich weiß eigentlich geht mich das nicht an aber solche Ungerechtigkeiten machen mich einfach sauer. Versprich mir einfach, dich in Zukunft nicht mehr so umschubsen zu lassen."

    [x]Eileen das versprechen geben

    [o]Ausweichend antworten

    Hm, wenn ich jetzt verspreche, in Zukunft nicht mehr auf mir herum trampel zu lassen, dann müsste das doch auch gegenüber ihr gelten. Ich wette dieses versprechen wird mir später noch einmal den Hinter trennte.

    Ich: "Versprochen."

    Eileen: "Gut .. wo sind meine Teller?"

    Eileen guckt verwundert auf die leere Ablagefläche, da ich cool kommen abgelenkt bereits alle Teller gespült habe. Ich bin mir unsicher, ob das jetzt ein Trick von ihr war oder so etwas in der Richtung.

    Ich: "Hab da gar nicht drauf geachtet."

    Eileen: "Nun, selber Schuld. Aber mach das nicht noch einmal."

    Ist sie gerade wirklich sauer, weil ich alles gespült habe? Ich würde es ihr auf jeden Fall zutrauen. Sie wirft das Handtuch auf den Hacken und verlässt die Küche. Nur um noch mal kurz im Türrahmen zu erscheinen und mit ironischer Stimme zu sagen:

    "Wenn du mal Sehnsucht bekommst und doch wieder für eine Psychopathin Haustier spielen willst, stehe ich gerne zur Verfügung."

    bevor ich etwas erwidern kann, verschwindet sie schnell in Richtung Esstisch. Nicht sehr geschickt von ihr, denn da muss ich ja auch hin, wenn ich was zu essen haben möchte. Als ich langsam in Richtung des großen Tisches schlendere, frage ich mich was schlimmer ist, nüchtern Teller spülen oder dieser Gewaltmarsch direkt nach dem Aufstehen.

    Ich setze mich an meinen üblichen Platz und bemerke, dass sich auf Eileens Teller bereits zwei sauber geschnittene Brötchenhälften befinden.

    Mario: "Wir haben und überlegt, dass es besser ist, wenn du dich nicht immer an den selben Platz setzt. Setzt dich doch mal auf die andere Seite."

    Nun geht das schon wieder los, aber wortlos gehe ich auf die andere Seite und nehme zwischen Bezy und Victoria platz. Man ist das auf dieser Seite des Tisches dunkel und ich hasse es im Dunklen zu essen.

    Als ich nach einer Scheibe Käse greife, sehe ich, wie Eileen und vor allem Katrin von der Morgensonne angestrahlt werden. Eigentlich wundere ich mich, warum gerade die eher düsteren Mädchen auf der hellen Seite sitzen. Als ich in mein Brötchen beiße, beobachte ich weiter gedankenversunken die andere Tischseite.

    Merle sieht in ihren Vintagesachen in diesem Licht besonders malerisch aus, aber nichts ist gerade so schön, wie Katrins braue Augen, die im Morgenlicht glänzen. Eileen dagegen ..

    Katrin: "Du schmatzt."

    Eileen: "Aua .."

    Katrin hat Eileen ihren Ellenbogen in die Seite gestoßen und mich damit aus meinen Gedanken gerissen.

    Eilee: "Pfuldigung."

    Bezy: "Sag mal, magst du den Eschlon etwa?"

    Ich: "Hä .. ähm .. wen?"

    Bezy reißt mich nun vollends aus meinen Gedanken.

    Victoria: "Erschrom, der Käse heißt Eschrom."

    Ich: "Ähm ja."

    Ich hatte in der Zeit gar nicht auf den Geschmack des Käses geachtet.

    Bah, der schmeckt ja wirklich wiederlicht, ich verziehe erschrocken das Gesicht.

    Victoria: "Das fällt dir jetzt erst auf?"

    Bezy: "Hast du jetzt auch ne Behinderung oder so?"

    Ich: "Eh, ich war abgelenkt."

    Bezy: "Und an wen hast du so gedacht?"

    Sie lässt den Blick langsam über Katrin, Eileen und Merle wandern.

    Ich: "Ähm .. vom Licht, sieht das nicht toll aus."

    Bezy: "Aha .. glaub ich dir aufs Wort."

    Victoria: "Nicht das du mich falsch verstehst, für mich schmeckt hier alles gleich .. naja .. aber Gouda ist fast das einzige das hier lecker ist."

    Unterbricht uns Victoria.

    Bezy: "Gouda und Fleischwurst."

    Sagt Bezy und beschmiert sich das Brötchen zwei Finger dick mit der fleischigen Pampe. Da ich kein Freund von Fleischwurst bin, suche ich gleich den Tisch nach dem Besagten Gouda ab.

    Merle: "Sauchst du was, kann ich dir helfen?"

    Ich: "Ja, Gouda."

    Merle: "Ist schon weg, leider. Ist immer so."

    Ich: "Aber die letzte Woche gab es doch mehr als genug davon."

    Merle: "Ja, aber die haben wieder den Anbieter gewechselt. Die wechseln immer kurz vor den Sommerferien."

    Plötzlich wird es still, als hätten jemand etwas unaussprechliches erwähnt.

    Bezy: "Was? Och ne nicht schon wieder."

    Anny: "Waf lof? Nein, daff kann doff nift deren Ernft wein."

    Fragt Anny mit vollem Mund.

    Mario: "Anny, bitte schluck runter bevor du spricht."

    Bezy muss grinsen.

    Mario: "Kein Grund zur Sorge, einige Sorten schmecken ein bisschen anders sonst bleibt alles bei Alten."

    Bezy: "Von wegen alles beim Alten."

    Knurrt Bezy wüten in sich hinein.

    Nach einer Weile haben alle aufgegessen und meinem Logbuch nach zu urteilen, müssten wir jetzt eigentlich Sport haben. Also stehe ich auf und will um den Tisch herum in mein Zimmer, um mir meine Sportsachen anzuziehen.

    Peter: "Ähm, du hast Spüldienst oder?"

    Eileen: "Zweimal hinter einander?"

    Antwortet Eileen quasi für mich in einem ärgerlichen Ton.

    Peter: "Ja, das ist nun mal so, wenn übers Wochenende was liegen bleibt. Aber ihr werdet doch für den Frühstücksabwasch keinen Aufstand machen oder?"

    Ich: "Ähm .. Nein."

    Eileen: "Ebenfalls nein. Also .."

    Eileen wendet sich an mich:

    "Victoria und Merle, räumen den Tisch ab und alles Geschirr in die Küche, wenn die .. beiden .. fertig sind, rufen die dich und du spülst dann wie gestern alle Messer, wenn du damit fertig bist, machst du einfach die Türe auf, ich seh das dann schon."

    Rettert sie sehr schnell herunter und verschwindet dann in Richtung Hauptplatz.

    Ich tue wie sie mir gesagt hat aber helfe Merle und der kraftlosen Victoria auch noch beim Abräumen. Die Auswahl an Aufschnitt scheint echt etwas zurück gegangen zu sein.

    Als ich mit den restlichen Tellern in der Küche ankommen. räumen beide gerade allen verbliebenen Aufschnitt in den Kühlschrank und unterhalten sich dabei ein wenig.

    Merle: " .. also ich finde den anderen Käse gar nicht so übel. Immer nur Gouda? Ich will ja nicht kulturlos sagen aber es ist doch sehr langweilig. Ah Hi .. was hältst du von den anderen Käse?"

    [x]Der Esrom war furchbar.

    [o]Ganz ok.

    Ich: "Der Esrom ging ja mal gar nicht."

    Merle: "Das ist nicht die Schuld des Käses, der wird hier nur falsch gelagert. Ich wollte der Groß Kantine unten schon längst einen Brief schreiben aber Mario war dagegen."

    Victoria: "Es ist ja auch nicht erlaubt sich übers Essen zu beschweren."

    Merle: "Aber in den Regel steht auch, dass alle Bewohner steht bemüht sein sollen, das Leben im Camp für alle zu verbessern. Außerdem haben wir noch Masdammer und Emmentaler."

    Victoria: "Das schmeckt alles gleich."

    Merle bläst die Backen auf und stämt die Hände in die Hüften.

    Victoria: "So das wars."

    Victoria schlägt mit ihrer geringen Kraft den Kühlschrank zu verlässt die Küche, währen sie sich ihre viel zu großen Klamotten zureckt rückt.

    Merle: "Bist du auch der Meinung?"

    Ich: "Wie?"

    Merle: "Ja, dass alle Käse gleich schmecken."

    [o]Schmeckt alles gleich

    [x]Masdammer ist klasse.

    [0]Emmentaler ist super.

    [0]Gounda über alles.

    Ich habe absolut keine Lust, mich auch noch mit Merle anzulegen, denn dann würden mich absolut alle Mädchen um Katrin herum hassen und Masdammer ist ja wirklich lecker.

    Ich: "Nein, ein guter Masdammer hat schon was, wenn man das richtige Brot hat."

    Merle: "Genau mein Reden, auf diesen kulturlosen Weißbrotbrötchen schmeckt teilweise echt alles gleich oder unpassend. Weißt du, da du uns geholfen hast und ich gerade eh nichts besseres zu tun habe, helfe ich dir einfach ein bisschen ok?"

    Ich: "Gerne."

    Ich schnappe mir Spühlbürste, Handschuhe, und eine kleine abgefüllte Ampulle Spühlmittel und bereite das Wasser vor, während Merle vor dem Mülleimer kniend Messer abkratzt.

    Merle: "Nicht wundern, ich bekomme immer Rückenschmerzen, wenn ich das vorn über gebeugt tue. Ich versteh diesen Laden hier teilweise auch einfach nicht."

    Ich: "Weil wir nicht mehr Spülmittel bekommen?"

    Merle: "Ne, dass versteh ich, das ist, damit niemand ne tödliche Dosis trinken kann. Was ich nicht begreife ist die Sache mit den Weißmehlbrötchen. Dieser Laden hier macht wo er kann auf Öko aber dann noch nicht mal Mehrkorn .. noch nicht mal graue Brötchen. Ich meine die ganzen Käse, würde so viel besser schmecken."

    Merle hat das letzte Messer abgeschabt, geht um mich herum und beginnt damit die gespülten Messer abzutrocknen.

    Merle: "Hast du eigentlich noch weitere Interessen? Käse ist bestimmt nicht dein liebstes Gesprächsthema oder?"

    Ich: "Hm .. ich mag Videospiele, Geschichte und .."

    Merle: "Geschichte echt? Oder meist du Geschichten?"

    Ich: "Ne Geschichte also History."

    Merle: "Klasse, ich auch. Welche Epoche magst du am liebsten?"

    Ich: "Ähm .. eigentlich der kalte Krieg."

    Merle: "Ich mag die englische Geschichte .. gut .. das ist eigentlich keine Epoche aber .. Pff"

    Merle zuckt trotzig mit den Schultern. Wou, endlich mal ein Mädchen, dass sich ungeheuchelt für Geschichte interessiert. Langsam aber sicher glaube ich, das hier ist der Ort, an den alle coolen Mädchen kommen. Das könnte auch erklären, warum es in meiner Umgebung keine gibt.

    Ich: "Ja, England ist schon spannend, wir machen im Englisch Unterricht immer viel über London."

    Merle: "Ich liebe London, ich war sogar schon mal da. Da war ich zwar noch klein aber ich war da."

    Merle guckt verträumt in an die Decke und stellt sich dabei auf die Zehenspitzen. Sie wirkt gerade richtig niedlich, mit ihren leuchtenden Augen.

    Ich: "Super, ich würde da auch gerne mal hin."

    Merle: "Ich hab mit 9 einem Beefeater die Hand geschüttelt."

    Ich: "Cool aber heißen die die nicht Beefeater? Also Fleischesser?"

    Merle: "Ja, was hab ich gesagt?"

    Ich: "Hörte sich an wie Bee Feater."

    Merle: "Echt, ich spreche das immer so undeutlich aus .. hm .. Bienen Füttere. Witzig."

    Merle muss leise lachen. Auf einmal höre ich ein lautes Klacken hinter mir und drehe mich schnell um, aber es ist nur die Schublade mit den Messern. Merle hat sie mit ihrem Hintern zugestoßen.

    Merle: "Eilee schient sich zu verspähten."

    Ich: "Hm? Naja, kann man Nichts machen."

    Soll doch Eileen bleiben, wo sie will.

    Ich schaue rüber zu Merle und sehe ihr in ihren immer noch funkelnden Augen, merke aber, dass es mir schon nach kurzer Zeit sehr unangenehm wird und schaue dann zum Bullauge der Küchentür, wo schon wieder eine Hand mit einer schweren Uhr winkt.

    Ich verdrehe die Augen und öffne die Türe.

    Eileen: "Willst du mich schon wieder nicht reinlassen?"

    Sagt Eileen gespielt genervt. Jetzt ist es wohl vorbei mit der Niedlichkeit.

    Eileen: "Und was machst du überhaupt hier?"

    Merle: "Sagen wir, du verspätest dich und ich frage dafür zufällig morgen nach Zucker Conflakes?"

    Eileen: "Hm .. sagen wir, ich verspäte mich und du fragst dafür heute noch nach Frosties und lässt mit heute Abend ein Brötchen übrig."

    Merle: "Eww .. das einzige was schlimmer ist als ein Weißmehlbrötchen ist ein matschiges Weißmehlbrötchen aber ok."

    Eileen: "Mótschig, es heißt mótschig."

    38
    Eine Psychocamp Liebe – Nadeln Pflücken ( Tag 6 Montag Morgen )

    Merle willigt in das Angebot ein und Eileen, schiebt mich vom Spülbecken weg und beginnt damit den Rest der Teller, Tassen und Gabel zu spülen. Alles in allem läuft unsere Arbeit zu dritt zwar recht schnell aber doch sehr unkoordiniert, denn jeder macht irgendwie alles.

    Und zu allem Überfluss, ist die Küche für uns drei viel zu klein und so ist es ein Wundern, das bei den vielen Remplern nichts zu Bruch geht. Einmal rennt sogar Merle von hinten versehentlich gegen mich. Sie fühlt sich recht warm an jedoch auch etwas knochig.

    Merle: "Pardon."

    Wir sehen uns kurz aus nächster Nähe in die Augen.

    Eileen: "Ich dachte du bist eher englisch?"

    Merle: "Ja, aber Sorry is sowas von Jugendsprache."

    Merle verschränkt die Arme und beginnt anschließend wieder damit Teller in das Oberste Fach zu räumen.

    Eileen: "Boar, das wird heute wirklich warm .."

    Merle: "Warts doch erstmal ab, eventuell wird es gar nicht so heiß."

    Eileen: "Das wird schrecklich, ich spüre es."

    Merle: "Dann nimm doch deine Hände aus dem heißen Spülwasser raus."

    Ich: "Wenn du willst, kann ich weiter spülen."

    Eileen: "Hm .. ok."

    Grummelt Eileen etwas skeptisch.

    Merle: "Du bist die Einzige, die sich nicht vor dem Spülen drückt."

    Eileen: "Ich mag es eben nicht, wenn man mir Arbeit abnimmt."

    Ohne etwas zu sagen begebe ich mich wieder ans Spülbecken und spülen die verbleibenden Tassen. Wie schon zuvor, stoße ich mit dem Ellenbogen versehentlich eine der beiden Mädchen, die gerade hinter mir rumräumen.

    Ich: "Schuldigung."

    "Schon ok."

    Ganz in Gedanken und mit einer besonders siffigen Gabel beschäftigt, achte ich gar nicht drauf, wen ich da mal wieder getroffen habe. Aber Moment mal, war das da wirklich Fleisch? Das fühlte sich eben weniger nach Bauch, Rücken oder Rippen an sondern eher wie .. Schaumstoff.

    Verwundert drehe ich mich um aber die Beiden stehen schon wieder ganz wo anders.

    Merle: "So, jetzt nicht diese eine Tasse und Ende."

    Merle Räumt die Tasse weg und ich lasse das dreckige Spülwasser ab, das gar nicht mal so schlimm aussieht.

    Eileen: "Warte, bis es mal wieder Gulasch gibt."

    Sie muss bemerkt haben, dass ich etwas skeptisch den kleinen Wirbelsturm im Becken beobachte.

    Eileen: "So, falls mich wer sucht, ich bin auf dem Gelände. Könnt mich zu Englisch abholen, wenn ich wollt."

    Sie verlässt die Küche und ich frage mich, was ich tun soll, also wende ich mich an Merle.

    Ich: "Was machen wir jetzt."

    Merle: "Ähm .. äh .."

    Scheinbar hat sie meine Frage etwas er schreckt.

    Ich: "Ich .."

    Merle: "Ja, keine Ahnung, also für Sport ist es leider zu spät, das lohnt sich nicht mehr .."

    Sie sagt das in einem deutlich ironischen Tonfall und fasst dich dabei an den Nacken.

    Merle: "Also ich geh auf mein Zimmer was lesen, du kannst tun was du willst .. also fast."

    Ich: "Was meist du mit fast?"

    Frage ich schnell, weil ich eigentlich nicht will, dass Merle schon wieder geht.

    Merle: "Ja, alles was nicht gegen eine der vielen Regel verstößt."

    Ich: "Ach stimmt ja, weißt du, wo man mal einen Blick in dieses ominöse große Regelwerk werfen kann."

    Merle: "Eileen und Katrin haben recht umfangreiche Kopien. Du ich muss dann aber .. noch was für Englisch machen."

    Merle macht sich auf den Weg ich sehe ihr nach und bemerke, dass sie auch ihr Logbuch umgeschlagen in der hinteren rechten Hosentasche trägt. Ich frage mich, wo Katrin wohl gerade steckt, sie scheint ja die Schule nicht zu besuchen.

    Aus Langeweile schlendere ich aus dem Bunker heraus und werde draußen erstmal von der grellen Sonne geblendet. Verdammt, dass könnte heute echt heiß werden.

    Ich betrete den kleinen Hügel und sehe mich um, da fällt mir eine Bank auf, die sich wie von Geisterhand ständig auf und ab bewegt. Erst wundere ich mich, dann erinnere ich mich aber an meinen ersten Tag im Camp.

    Da ich gerade absolut keine Lust auf eine bestimmte Person habe, setzt ich mich einfach an die Bank auf dem Hügel und döse vor mich hin aber am Ende zieht es mich trotzdem aus reiner Neugierde zu der sich ständig bewegenden Bank.

    Eileen: "Hey, du kommst ja wie gerufen. Was kann ich für dich tun?"

    Sagt sie, während sie vom vernadelten Boden aus die Bank ein letztes mal vom Boden hoch drückt.

    Ich: "Das fragst du doch nur, damit du einen Tausch hast, damit ich deine Jacke entnadele."

    Eileen: "Ist das nicht offensichtlich? Und du willst was von mir, also wie sieht unser heutiger Deal aus? Oder bist du allein aus dem Grund hier, weil du meine Gesellschaft so schätzt?"

    Den letzten Teil sagt sie in einem echt bissigen Ton. Sieh kriecht unter der Bank hervor und dehnt erstmal ihre Muskeln.

    Ich: "Es geht um das große Regelbuch."

    Eileen: "Hab alles kopiert, leih ich dir aus, wenn du meine Jacke entnadelst aber beeil dich etwas, gleich ist Schule."

    Sie beginnt den Reißverschluss ihrer Kapuzenjacke zu öffnen.

    Eileen: "Faack, der verdammte Reißverschluss klemmt."

    Sie reißt wie verrückt an ihrer Jacke herum aber diese will sich nicht öffnen lassen.

    Ich: "Soll ich mal gucken?"

    Ich beuge mich vor.

    Eileen: "Hey, bleib wo du bist."

    Eileen hält mich mit aus gestrecktem Zeigefinger auf Abstand.

    Ich: "Ok ok, normalerweise bekommt man die Dinger mit etwas Seife wieder gängig."

    Eileen: "Als hätte ich jetzt die Zeit dazu. Verdammt, ich kann doch nicht so in den Unterricht und das ganze Klassenzimmer voll nadeln."

    Ich: "Wieso, wäre doch sicher lustig."

    Verdammt, ich habe das gerade wirklich gesagt oder? Ich schätze ich bin in Merles Gegenwart etwas zu locker geworden. Bei Eileen sollte ich echt besser aufpassen, was ich sage, denn selbige sieht mich gerade echt extrem wütend an und schnaubt.

    Eileen: "Ja, hast recht .. wäre sicher witzig, ich würde nur zu gerne den daraus folgenden Regeleintrag sehen .. aber Umgang mit Camp Eigentum habe ich seit Wochen auf rot."

    Sie dreht mir den Rücken zu. Etwas sauer scheint sie also doch zu sein, ein Glück ist nie nicht wieder direkt ausgeflippt. Ich lehne mich etwas beruhigt auf den Tisch.

    Eileen: "Hallo, kannst du eventuell auch mal anfangen?"

    Ich: "Ähm .. mit was?"

    Eileen: "Entnadeln. Oder willst du jetzt den Preis hoch treiben, weil ich selber nicht mehr drankomme."

    Ich: "Während du die Jacke noch an hast? Kannst du die nicht einfach über den Kopf ziehen?"

    Eileen: "Nicht solange das Ding in meinem T-Shirt feststeckt. Jetzt stell dich mal nicht so an, ist nur einen Rücken, der beißt nicht."

    Sie sagt das in einem leicht aggressiven Ton.

    Ich: "Ok, wollte nur sicher gehen, dass ich nichts falsch verstehe."

    Ich setzt mich hinter Eileen auf die Bank und beginne damit die Nadeln grob abzuklopfen. Sei Atmet tief ein und dann wieder aus und sagt etwas ruhiger aber immer noch angespannt:

    "Ist ja lieb gemeent von dir und ich wollte gerade nicht so klingen aber ich will heute auf keinen Fall zu spät kommen."

    Ihre Stimme zittert dabei ein wenig. Als ich damit beginne, die erste Nadel auf dem Stoff zu ziehen zuckt Eileen zusammen.

    Ich: "Alles ok."

    Eileen: "Jaja, du hast mich nur gestochen, nicht schlimmes."

    Ich mache wortlos weiter aber Eileen wird immer komischer und zittert. Plotzlich sagt sie viel zu laut:

    "Du wolltest was über das große Regelwerk wissen oder?"

    Ich: "Hm."

    Sie holt tief Luft und fängt pathetisch an vor zu tragen:

    "Also das große Regelwerk ist im Grunde nichts anderes als eine Sammlung von außergewöhnlichen Verstößen oder wie wir es nennen von .. kreativen Verstößen. Immer wenn ein Campbewohner etwas macht, dass er zwar eigentlich durfte, dass den Leitern aber gegen den Strich geht, dann wird es im großen Regelbuch eingetragen und ist damit verboten."

    Ich: "Es wird dann in ein Buch geschrieben?"

    Eileen: "Naja Buch ist gut, die Leiter machen sich so ne kleine Notiz in ihre .. Notizbücher aber da das absolut nach nichts aussieht, gehen wir einmal die Woche .. naja eigentlich machen wir immer direkt .. und tippen das ganze mit der alten Schreibmaschine im Mk Raum ab und fotokopieren dass dann im Mathematikunterricht."

    Ich: "Wir haben hier ne Schreibmaschine?"

    Eileen: "Ja, das sieht einfach amtlicher aus und das Ding ist eh zu nix anderem gut .. naja .. so gut wie alles im Mk Raum. Die ist eigentlich unnütz aber witzig."

    Ich: "Mk Raum?"

    Eileen: "Multi Kulti Raum aber das ist mir zu lang und Katrin hat im allgemeinen ein Problem mit dem generellen Konzept."

    Ich: "Von Multi Kulti?"

    Eileen: "Jap. Aber zurück zum großen Regelwerk. Ich hab einen Ordner mit Kopien, den kannst du gern für unbestimmte Zeit haben aber ich muss da auch immer mal wieder reinschauen."

    Ich: "Kein Problem."

    Eileen: "Wie sieht dahinten aus?"

    Ich: "Fast fertig."

    Irgendwie hat dieses Nadelnziehen etwas entspannendes, auch wenn Eileen etwas stiller halten könnte.

    Ich: "Was liegt heute eigentlich noch so an?"

    Katrin: "Gruppen Therapie und Wochenzielsetzung. Sagt mal: 'Was macht ihr da?'"

    Katrin ist mal wieder ohne Vorwarnung hinter mir ausgetaucht.

    Eileen: "Hm .. verraten wir nicht."

    Ich: "Ihr Reißverschluss klemmt und wir müssen zur Schule."

    Eileen schnaubt, ich habe ich wohl einen guten Witz versaut.

    Katrin: "Du musst dich auch jedesmal wieder auf den Boden legen, warum machst du das auch so kurz vorm Unterricht."

    Eileen: "Damit ich nicht am Mittag in der Hitze krepiere. Übrigens würde dir das auch mal wieder gut tun."

    Katrin: "Was?"

    Eileen: "Beides. Training und Schule. Du entschuldigst uns, wir müssen dann auch."

    Eileen packt mich tatsächlich am Handgelenk und zieht mich hinter sich her. Am liebsten würde ich mich los reißen und zurück zu Katrin aber ich muss ja wirklich zur Schule, nur aus diesem Grund bin ich hier.

    Kaum aus Katrins Sichtweite, lässt mich Eileen auch schon wie vom Schlag getroffen los. Ich habe keine Ahnung, was zwischen den Beiden los ist, denn bis jetzt hatte ich sie als gute Freundinnen wahrgenommen.

    Ich: "Aber ich muss noch meine Sachen .."

    Eileen: "Keine Zeit, Stift und Papier leih ich dir."

    Sie rennt in einem hohen Tempo richtung Campschleuse. Ich folge ihr.

    Eileen: "Fark .. warum ist das Ding zu?"

    Ich und Eileen stehen vor der geschlossenen Schleuse. Ich wundere mich lediglich, denn diese war eigentlich bis jetzt immer entweder offen oder wenigstens angelegt. Eileen hingegen verzweifelt und fährt sich selbst durch die Haare, nur um scheinbar in einer ihrer aufgerollten Extensions stecken zu bleiben.

    Eileen: "Aua .."

    Sie sagt das in einem leicht weinerlichen Ton. Man, Englisch scheint ihr ja echt wichtig zu sein.

    "Kann ich helfen?"

    Die Psychologin kommt aus einem der beiden Schleusenzimmer.

    Ich: "Wir müssten zur Schule."

    Psychologin: "Dann müsst ihr einmal eure Logbücher holen."

    Ich ziehe instinktiv mein Logbuch aus meiner hinteren Hosentasche und zeige es der Ärztin vor, als würde eine Grenzposten meinen Reisepass kondolieren.

    Zu meiner Verwunderung, kontrolliert sie das Logbuch auch wie einen solchen und gleicht ihn prüfend mit dem von Eileen ab.

    Psychologin: "Hm, einmal Ausgang Rot und einmal Orange. Eigentlich bräuchtet ihr beiden eine Begleitperson. Peter müsste doch da sein, der bringt euch sicher kurz hin und holt euch später wieder ab."

    Eileen knirscht mit den Zähnen und ich versuche nicht zu grinsen, denn schließlich ist es Eileens Schuld, dass mein Ausgang auf Orange steht. Vom dem Rest der hier abgeht habe ich allerdings keinen blassen Schimmer.

    Eileen: "Ähm, wir haben es gerade echt eilig und wenn wir beide versprechen nicht .."

    Psychologin: "Nein, die Regel sind da eindeutig. Ich könnte euch allerdings .."

    Eileen: "Nein, kommt gar nicht in Frage .."

    Sie verschränkt die Arme und dreht ihren Kopf weg. Ich gucke gelangweilt auf meine Uhr. Eileen hingegen wird langsam panisch.

    Eileen: "Ok, na schön dann eben mit fixiertem Begeilteilnehmer."

    Ich: "Fixiertem was?"

    Psychologin: "Wenn du damit einverstanden bist."

    Sie wendet sich an mich.

    [o]"Was nein, keine Ahnung was ist das?"

    [x]"Wenn wir dann raus dürfen."

    Ich: "Wenn wir so zu Englisch dürfen, von mir aus."

    Wenn ich die guten Noten haben will, die ich brauche, dann kann ich es mir auf keinen Fall leisten schon wieder zu spät zu kommen. Und Eileen im Stich zu lassen ist eben falls keine gute Idee.

    Psychologin: "Ok, einen Moment."

    Die Psychologin verschwindet in dem Zimmer mit den vielen Büchern, gleichzeitig ergreift Eileen plötzlich zu meiner Überraschung meine linke Hand mit ihrer rechten. Ihre Hand fühlt sich recht warm an aber pulsiert recht stark, sie muss wohl gerade sehr aufgeregt sein. Oder aber noch aufgewärmt vom Training. Aber warum macht sie das gerade jetzt .. nein .. warum macht sie das überhaupt?

    Ich sehe verwundert zu ihr rüber, sie sieht mir direkt in die Augen und sagt:

    "Danke."

    Dabei hebt sie den Arm mit meiner Hand in ihrer, als würden wir einen Tanz beginnen. In Sekundenbruchteilen schwirren mir Gedenken durch den Kopf. Was soll das? Ist das überhaupt real? Träume ich? Ist das ihre Art Danke zu sagen oder sowas? Sie will doch nicht hier und jetzt einen Tanz beginnen oder doch?

    Klick!

    "So das wärs dann, viel Spaß."

    39
    Eine Psychocamp Liebe - Enge Bindungen ( Tag 6 Montag Morgen )

    Die Stimme der Psychologin und das Geräusch der sich öffnenden Schleusentüre reißen mich aus meinen Gedanken. Eileen lässt den Arm sinken und zu meiner Überraschung wird meiner ebenfalls nach unten gerissen.

    Eileen: "Können wir dann? Hallo?"

    Eileen stampft aus der Schleuse heraus und ich werde mit gezogen. Was zum? Hat uns die Psychologin gerade echt mit Handschellen an einander getackert?

    Ich schließe schnell auf, um nicht an mir zerren zu lassen.

    Ich: "Ähm .. als das ist eine Fixierters .. ähm .."

    Eileen: "Fixierter Begleitteilnehmer. Teilnehmer ist deren Amtssprech für Cambewohner und fixiert .."

    Sie klappert ein wenig mit ihrer Seite der losen Handschelle, während sie zügigen Schrittes in Richtung des Krankenhauses geht.

    Eileen: "Und wenn man zwei davon mit schlechtem Ausgang aneinander fesselt, dann bekommen beide einen Stufe Plus."

    Ich nicke und gehe das ganze in meinem Kopf durch, dann wäre ich jetzt gelb und Eileen orange, was das genau bedeutet ist mir allerdings immer noch unklar. Ungefragt erklärt Eileen weiter.

    Eileen: "Und um zu Therapien und eben Schule aus dem geschossenen Camp heraus zu dürfen braucht man mindestens orange."

    Ich: "Aber bis her habe ich noch keinen gesehen der .."

    Eileen: "Dazu komm ich gleich, las mich doch mal ausreden. Also das Camp ist jetzt offiziell geschlossen."

    Ich: "War .."

    Sie sieht mich böse an und ich halte erstmal den Mund. Sie scheint eh ein gutes Gespür dafür zu haben, wann sie war näher erklären muss. Außerdem ist es keine gute Idee, genau das psychisch angeschlagene Mädchen zu ärgern, an dass man gerade festgekettet ist.

    Eileen: "Also Willkommen in der Geschlossenen, kannst das ja später mal in deinen Lebenslauf schreiben. Du fragst dich sicher, warum sind wir auf einmal geschlossen. Also wir haben scheinbar einen Krisenpatienten oder kurz ein K."

    Ich: "Also das .."

    Eileen: "Also genau das, was dich Anny und Bezy bei deiner Ankunft gefragt haben, genau."

    Wir betreten das Krankenhaus und gehen die lange Flure entlang. Links und rechts gucken die Leute komisch, naja zusammen gehandschellte Leute sieht man hier scheinbar eher seltener.

    Eileen: "Zeit?"

    Ich: "Ähm .. fast Halb."

    Eileen: "Gut."

    Ich: "Wenn wir es so eilig haben, warum rennen wir dann nicht?"

    Eileen: "Verboten."

    Ich: "Was sonst."

    Wir durchqueren den Korridor und gelangen zu dem gemütlichen Teil des Krankenhauses. Wir biegen um eine Ecke am Aufzug vorbei und etwas reißt an meiner Hand. Eileen ist einfach stumpf vor dem Aufzug stehen geblieben und drückt eine Taste.

    Eileen: "Hey nicht so wild."

    Ich: "Geht Treppe nicht schneller?"

    Eileen: "In unserem Fall nicht."

    Ich überlege aber Eileen kommt mir zuvor:

    "Ich habe gerade gut 100 Kniebeugen hinter mir und bei der engen Treppe müssten wir hinter einander hergehen und das mit den Dingern hier."

    Sie klappert erneut mit den Handschellen.

    Eileen: "Oder hast du was gegen Aufzüge?"

    [o]Nein

    [x]Ja

    Ich: "Weiß du, ich mag Aufzüge nicht so."

    Verdammt, wenn ich das richtig verstanden habe, dann bleibt dieses Scheißteil doch bei jedem kleinen Hüpfer für ne gute halbe Stunde stehen, was die Campbewohner hier scheinbar für ganz besondere Aktivitäten ausnutzen und danach steht mir aktuell so gar nicht der Sinn schon gar nicht mit ihr. Wobei ich eher davon ausgehe, dass sie mich dort spontan zusammen schlägt oder schlimmeres.

    Eileen: "Och, echt nicht? Ist das nur bei mir so oder auch bei Anny und Bezy?"

    Fragt sie in einem künstlich enttäuschten Ton. Man, das ist die wohl schlechteste schauspielerische Leitung, die ich je gesehen habe und ich habe in der Theater AG meiner Schule Zitat: 'Teilgenommen'.

    Ich: "Nein, ich hasse Aufzüge. Mir ist vollkommen egal wer mitfährt."

    Sage ich mit etwas mehr Nachdruck.

    Eileen: "Na, dann musst du mich wohl die Treppe rauf tragen."

    Ich: "Ich kann dich höchstens stützen."

    Eileen: "Besser als nichts."

    Die zieht dabei aggressiv die rechte Lippe hoch. Ich habe mir zwar geschworen, aufzuhören mich zu fragen, warum dieses Mädchen was macht aber ich kann diese mal einfach nicht anders.

    Ich: "Gut, wenn du wirklich nicht kannst dann fahren wir eben Aufzug."

    Ich drücke wehrlos einen der Knöpfe, worauf sich die Aufzugtüren spontan öffnen. Warum haben sie das nicht beim ersten Knopfdruck von ihr getan? Der Aufzug scheint ja da zu sein.

    Eileen: "Ha, keiner Spaß."

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Das war ein Spaß, ein Witz. Wir gehen natürlich Treppe."

    Einfach nicht drüber nachdenke, einfach nicht drüber nachdenken!

    Eileen macht sich auf in Richtung Treppe und öffnet die Glastüre zu dem engen Treppenhaus. Ich werde einfach mitgezogen.

    Eileen: "Nach hinne."

    Ich: "Lässt ein Gentleman nicht die Frau vor."

    Eileen: "Jaja bla bla, mich nicht tragen wollen aber glauben du könntest mich Auffangen. Merle hat einen schlechten Einfluss auf dich ich merks. Los los. Wenn ich falle bin ich eh gut gepolstert."

    Ich gehe vor und frage mich gegen alle Vorsätze, was das eben vor dem Aufzug sollte. War es ein Test, eine Falle oder sogar ein unbeholfener Versuch zu flirten? Nein, es wahr wohl doch eher ein schlecht getakteter Scherz. Woher soll jemand, der nur das quasi Camp kennt, auch wissen, wie man einen guten Scherz oder schon fast Streich inszeniert?

    Wir haben so einige Probleme die enge Treppe hinauf zu kommen ohne, dass wir entweder viel zu sich auf einander hängen und ich ihr ständig gegen die Knie trete oder dass uns beiden bei mehr Abstand beiden die Schulter ausgekuckelt werden.

    Ab dem zweiten Stock haben wir es langsam raus und bewegen und flach an die Außenwand gepresst wie zwei Diebe in der Nacht an Wand entlang. Das sieht zwar albern aus ist aber bei weitem der schmerzloseste Weg für uns Beide.

    Eileen: "Pssst nicht so laut .."

    Ok, sie versucht wohl wirklich witzig zu sein. Oben angekommen gehen wir etwas erschöpft einfach den Flur lang und klopfen an der Türe.

    Englisch Lehrer: "Herein. Was zum? Was ist den dass?"

    Eileen: "Na mein neuer fixierter Begleitteilnehmer."

    Die anderen Schülerinnen gucken erst komisch und fangen dann an zu tuscheln.

    Englisch Lehrer: "Ist das deren Ernst, seit wann machen die denn sowas?"

    Eileen: "Seit immer, ist ne Möglichkeit seinen Ausgang einen Stufe zu pushen. Wir hatten es eilig. Sie müssten sogar einen Schlüssel dafür haben."

    Die Schülerinnen im Hintergrund fangen schon langsam an zu kichern.

    Englisch Lehrer: "Das ist aber eine ziemlich mittelalterliche Methode. Ich werde mal mit denen Reden. Ich will nicht, das meine Schüler hier mit Handschellen im Unterricht sitzen."

    Bezy: "Warum das denn nicht?"

    Fragt Bezy, die sich nur schwer das Lachen verkneifen kann.

    Englisch Lehrer: "Ist schlecht fürs Lernklima."

    Antwortet der Lehrer trocken, geht zu einem Schrank und sucht scheinbar nach dem Schlüssel.

    Anny: "Jetzt seit ihr wie Bonnie und Clyde."

    Anny, die scheinbar neuerdings auch Englisch hat und vor einem Memory mit Karten wie Dog oder Tree sitzt, welche Eileen abfällig ansieht, muss laut lachen.

    Eileen: "Dein Lachen wird dir schon bald vergehen."

    Anny: "Warum, hast du etwas noch ne passende Peitsche dabei?"

    Eileen: "Ja denk mal nach, warum ich mich mit meinem Ausgang, denn Unsinn hier mitmachen muss."

    Englisch Lehrer: "Genau so wenig wie ich möchte, dass hier Schüler in Handschellen sitzen, möchte ich, dass sich über diese Schüler lustig gemacht wird. Eileen, Daniel setzt euch bitte an diese Tische."

    Eileen lässt von der immer noch leise kichernden Anny ab und wir setzen uns an etwas abseits stehende Tische.

    Englisch Lehrer: "Wie abgesprochen, schreiben wir heute eine kleine Klausur. Setzt euch also bitte .."

    Eileen: ".. einen Platz auseinander?"

    Der Englisch Lehrer läufts.

    Englisch Lehrer: "Nun gut, ich halte euch beide führ ehrlich genug, dass ihr nicht abschreibt."

    Wir betrachten beide die umgedrehten Blätter auf unseren Tischen.

    Englisch Lehrer: "Die sind erstmal uninteressant. Wir beginnen mit einem Diktat. Ihr benötigt lediglich."

    Eileen: "Eine freie Hand zum Schreiben."

    Unterbricht Eileen platt. Ich muss lachen.

    Anny: "Ahh, wir sind geschlossen!"

    Anny springt vom anderen Ende des Raumes aus auf und auf Eileen und mich zu.

    Anny: "Stimmt das, sind wir Geschlossen?"

    Eileen grinst und flüstert mir zu:

    "Das hat ja gedauert."

    Ich versuche mir das Lachen zu verkneifen.

    40
    Englisch Arbeit ( Tag 6 Montag Vormittag )

    Anny schreit laut durch das ganze Klassenzimmer und hat sichtlich Probleme sich zu beruhigen.

    Englisch Lehrer: "Nun mal immer mit der Ruhe, du bist doch nicht erst seit Gersten im Camp."

    Anny: "Ah, ich raste aus es kann nicht sein, dass das Camp geschlossen wird. Ich .. ich geh in die Wochenbelastung."

    Eileen: "Weochenbelastung ist, wenn man über die Woche zu seiner Familie kommt."

    Erklärt mir Eileen ungefragt in einem gleichgültigen Ton.

    Merle: "Nun, bekomme dich mal wieder ein, zu neunzig Prozent .. ähm .. fast immer wird der Kriesenstatus sehr schnell wieder aufgehoben."

    Englisch Lehrer: "Muss ich mal mit der Psychologin über deine Angst reden?"

    Anny: "Nein schon gut."

    Englisch Lehrer: "Sind alle soweit beschäftigt, ich würde nämlich jetzt gerne mit dem Diktat beginnen."

    Eileen: "Ähm .."

    Sie klappert wieder ein wenig mit unseren Handschellen.

    Englisch Lehrer: "Ich werde das bei der Benotung berücksichtigen."

    Er legt uns beiden jeweils einen Bleistift und ein paar linierte Blätter hin und fragt, ob wir bereit sein. Wir beide nicken fast gleichzeitig aber kurz vorher zischt mit Eileen noch zu:

    "Wehe zu zerrst absichtlich an meine Hand."

    Wir beginnen das Diktat und alles läuft für eine Weile ohne größere Probleme, natürlich habe ich mit den üblichen Rechtschreibfehlern zu kämpfen.

    Aber nach einiger Zeit konzentrierten Zuhörens und Schreibens, fängt plötzlich meine Nase an zu laufen. Jetzt im Sommer, ist das ihr Ernst? Konzentriert versuche ich gar nicht darauf zu achten und Schreibe weiter.

    Dann höre ich Links neben mir immer deutlichen, wie sie die einzelnen Silben leise nachspricht, um daraus Rückschlüsse auf die genaue Schreibung zu ziehen. Das hat 'Sie' damals auch gemacht, als ich mit ihr damals diese eine Arbeit nach geschrieben habe.

    Allerdings darf ich mich, selbst von den schönsten Erinnerungen, nicht ablenken lassen und muss weiter Schreiben. War das überhaupt eine schöne Erinnerung?

    Sicher war das eine schöne Erinnerung, ich sehe es vor meinem inneren Auge immer noch vor mir, das Blatt mit ihrer wunderschönen verschnörkelten Schrift in himmelblauer Tinte und dazu der erste Blick aus der Nähe in ihre wunderschönen ebenso blauen Augen.

    Eileen: "Ende .. Ende .. hey, alles in Ordnung bei dir? Hörst du mich."

    Auf einmal zerbricht die Erinnerung und 'Ihre' fröhlichen blauen Augen verwandeln sich schlagartig in ein Paar zusammengekniffene dunkelbraune Augen, die mich fragend ansehen.

    Ich weiche mit meinem Blick schnell auf das Blatt Papeier aus aber auch dort haben sich die blauen schwungvollen Schnörkel bereits in ein wildes eckigen Gekrakel aus groben Bleistiftblockbuchstaben verwandelt.

    Ich: "Ähm .. Sorry"

    Ich sehe verlegen wieder hoch zu Eileen.

    Ich: "Ich .. ich bin wohl etwas weggetreten."

    Eileen: "Na, da scheint mein Gesicht ja wenigstens weniger schlimm zu sein als meine Schrift."

    Sie fletscht dabei wieder ihren rechten Eckzahn. Ich hoffe ich hab sie nicht zu lange angestarrt.

    Englisch Lehrer: "So, hier der Rest. Erst umdrehen wenn ich es sage."

    Er deutet auf die Zettel, die von Anfang an auf unseren Plätze lagen. Wir deren um aber ich kann mich einfach nicht auf den Stoff konzentrieren, denn jetzt spuken 'Sie' und Eileen in meinem Kopf herum.

    Nach einer Weile sind wir fertig. Eileen streckt sich und zieht dabei meine Hand mit in die Höhe.

    Eileen: "Ups, Gewohnheit. Wie bist du vorangekommen?"

    Fragt sie mich, während der Lehrer uns die Arbeiten wegnimmt und uns dafür einen Satz Lernkarten vor die Nase stellt. Ein recht einfaches Spiel, bei dem es darum geht das richtige Wort einzusetzen.

    Während ich gegen Eileen quasi verliere, die genüsslich aber passiv ihre Überlegenheit demonstriert und dabei quasi die ganze Zeit grinst, frage ich mich, ob das alles nur aus Zufall so sehr an mein damaliges Erlebnis erinnert.

    Eileen: "Hallo, machst du überhaupt mit?"

    Ich: "Ja, ähm .. tut mir leid, mir geht es heute nicht so gut."

    Eileen: "Naja .. kann vorkommen. Wie sieht aus?"

    Sie sieht zum Englisch Lehrer herüber.

    Englisch Lehrer: "Unterschiedlich aber ich würde das gerne mit euch jeweils .."

    Eileen: ".. einzeln besprechen?"

    Ich muss schmunzeln, Eileen rammt mir den Ellenbogen in die Rippen. Der Lehrer verdreht die Augen.

    Englisch Lehrer: "Ist jemand von euch künstlerisch begabt?"

    Fragt er in die Runde, Merles Hand und die eines mit unbekannten Mädchens heben sich.

    Englisch Lehrer: "Dann seit doch so freundlich und mahlt mir ein Schild mit zwei durch gestrichenen Handschellen."

    Eileen: "Also von mir aus, kann ruhig jeder wissen, wie ich abgeschnitten haben."

    Englisch Lehrer: "Also .."

    Der Lehrer geht mit Eileen ihre Arbeit durch. Trotz aller Mühen kann ich nicht überhören, wie gut sie abgeschnitten hat.

    Englisch Lehrer: "Ist das von dir aus auch Ok."

    Ich: "Ja."

    Zähneknirschend stimme ich zu und muss mir im Verlauf des Gespräches anhören, dass ich ganz und gar nicht gut abgeschnitten habe. Aber anstatt mich sinnlos nieder zu machen, schlägt mir der Lehrer gleich mehrere Wege vor, wie ich mich in welcher Disziplin verbessern könnte. Das einzige was mich stört ist, das Eileen alles aktiv mit verfolgt.

    Englisch Lehrer: "Hm, ich mach mir wegen dir ein wenig Sorgen. Du wirst eine Menge zu tun haben."

    Ich: "Das ist mir klar. Ich hatte Heute eben einen schlechten Tag und vorbereitet war ich auch nicht."

    Englisch Lehrer: "Nicht vorbereitet? Ich dachte ihr Beiden hättet euch abgesprochen."

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Da muss wohl einen Kommunikationsfehler vorliegen."

    Englisch Lehrer: "Dass kann ich mir denken."

    Der Lehrer sieht Eileen berechnend an und fährt dann fort:

    "Nun gut, das mit der Prüfungsangst hat sich nun zumindest verhärtet. Meist du denn, dass du sonst den Stoff drauf hast?"

    Ich: "Ich bin mir nicht sicher. Also einige Sachen habe ich noch nie gesehen."

    Englisch Lehrer: "Das ist verständlich aber wir haben hier nun mal gymnasial Niveau. Du kannst doch sicher jemanden, der gut ist, bitten dir zu helfen."

    Der Lehrer sieht schon zu Merle als sich Eileen einschaltet.

    Eileen: "Ich helfe gerne."

    Englisch Lehrer: "Wirklich? Dann ist ja alles halb so schlimm. So, das wars dann auch schon für euch. Als Hausaufgabe berichtigt ihr einfach eure Arbeiten. Und jetzt geht und lasst euch diese Dinger da abnehmen."

    Eileen: "Klasse."

    Sie verlässt beschwingt mit mir im Schlepptau den Klassenraum.

    Als wir den Flur entlang zum Treppenhaus gehen, wir mir langsam klar, dass das eben nichts anderes warm als eine schlecht nachgespielte Version meiner damaligen Erlebnisse mit 'Ihr'. Nur diesmal nicht, dass ich manche Sachen falsch hatte und sie die jeweils anderen. Sondern dass ich alles falsch hatte und sie alles richtig. Wenn das so weiter läuft dann scheine ich diesmal die gute Zeit einfach zu überspringen und direkt in der Hölle zu landen. Zu allem Überfluss, berühren sich beim Gegen immer wieder unsere Hände.

    [o]Einfach nichts machen oder sagen

    [x]Dafür Sorgen, dass es jetzt und hier aufhört.

    Besser ich beende es jetzt wo es noch geht. Ich halte spontan mitten auf dem Flur an und strecke den Arm aus, um sie auf Abstand zu halten. Das ich dabei auch ihren Arm hochreiße ist mir in dem Augenblick egal.

    Eileen: "Hey, was soll dass? Was machst du da? Nimm gefälligst deinen Arm runter."

    Keift sie mich wütend an aber auch von einer, der man zum Frühstück kein Messer geben kann, darf man sich nicht alles gefallen lassen. Vor allem, weil ich es ihr ja selber versprochen habe.

    Ich: "Damit du so weit von mir weg bleibst wie möglich."

    Eileen: "Hey, was fällt dir ein?"

    Bellt sie mich sofort an. Schluckt dann aber, atmet tief ein und wieder aus, schließt die Augen und fragt in einem sehr viel leiseren Ton:

    "Was ist denn? Also was hab ich dir den jetzt getan?"

    Ich: "Das weißt du ganz genau."

    Eileen: "Die Handschellen?"

    Ich antworte nicht.

    Eileen: "Die Arbeit?"

    Ich: "Hm .."

    Eileen: "Meine Güte, reg dich doch nicht über so ne dusselige Probe Klausur auf."

    Problem Klausur? Das Probe erleichtert mich etwas, ich muss es in der Aufregung ganz überhört habe.

    Eileen: "Ija, schuldigung aber weißt du mir ist im Camp halt unterm Strich langweilig und ich brauch immer mal wieder eine Herausforderung aber für mich alleine macht sich der Lehrer eben nicht die Mühe und da hab ich behauptet, du hättest einen leichten Verdacht auf Prüfungsangst und hab behauptet, du würdest gerne mitschreiben und dann verschusselt dir rechtzeitig Bescheid zu geben. War grenz wertig, sehe ich ein, tut mir leid."

    Sie streckt mir die Hand zur Entschuldigung hin, welche ja nur ein paar Zentimeter entfernt ist und meint es scheinbar ehrlich.

    Ich: "Nein, darum geht es nicht."

    Eileen: "Dann doch die Handschellen oder? Naja, ich hatte es eben eilig und wollte auf keinen Fall zuspät kommen, denn wenn sich schon der Lehrer die Mühe macht extra für mich .. ähm .. uns einen neue Arbeit anzufertigen und man dann zuspät kommt, dann macht der das bestimmt so schnell nicht wieder. Außerdem habe ich bis jetzt nur eine einzige Verspätung zur Schule, jemals. Zudem kommt noch, dass ich meinen Ausgang auf keinen Fall unter Rot haben möchte, denn dann muss ich vom Haus wieder in den Bunker ziehen und darf dann auch nicht aufs Gelände sonder nur in .. naja .. Und auch will ich nicht, dass die mir das Bankdrücken verbieten, denn wenn die einmal ein Zuspätkommen auf mein Training schieben können, dass wird dieses Verhalten Zitat 'Näher Geprüft' und bei deren Nerven kann es gut mal sein, dass die mein Training, dann als Suchtverhalten einstufen und es mir verbieten und dann hab ich gar kein Ventil mehr."

    Meine Güte, was dieses Mädchen auf einmal reden kann, wenn man sie angreift. Ich bleibe weiter Stumm.

    Eileen: "Noch was anderes? Eh ich habe absolut keine Idee. Wenn du nicht mit mir sprichst, dann kann ich mein Verhalten auch nicht ändern und mich nicht entschuldigen."

    Sie lässt die Schultern hängen, nur um einen kurzen Moment später etwas lauter in die Offensive zu gehen.

    Eileen: "Du weißt, dass du mit mir so nicht wieder zurück zum Camp kannst, ohne, dass die was merken und uns Beide so lange ausquetschen, bis die absolut alle Aspekte unserer Konfliktebenen analysiert und zerpflückt haben. Unsere letzte Paartherapie hat dir schon nicht gefallen und diesmal wird es echt."

    Sie schluckt wieder.

    Eileen: "Schuldigung, ich wollte nicht so aggressiv klingen. Also ich mach dir einen Vorschlag, du sagst mir einfach was los ist und ich werde dir genau sagen, warum ich das gemacht habe und was ich mir dabei gedacht habe. Meine Wochenende Aufgabe, bis zur Therapie gleich, ist übrigens niemanden anzulügen und keinem etwas zu verschweigen. Außerdem hast du dann ein 'sags mir einfach' bei mir frei."

    [x]Es ihr einfach sagen

    [o]Weiter schweigen

    41
    Emilia ( Tag 6 Montag Vormittag )

    Ich: "Ok, na schön. Die ganze Szene eben hat mich sehr an das quasi kennen lernen mit 'Ihr' erinnert und ich denke, dass du das mit Absicht so inszeniert hast."

    Eileen: "Ähm .. was? Moment, wie soll ich denn eine Geschichte inszenieren, die ich gar nicht kennt?"

    Ich: "Du hast doch die Geschichte Gestern mit gehört oder?"

    Eileen: "Ja, teilweise ich hab die längste Zeit geschlafen. An eine Arbeit oder so, kann ich mich nicht erinnern. Ich hab wie gesagt einfach nur den Lehrer gebeten eine neue Arbeit zusammen zu stellen, die ich noch nicht kenne. Weißt du ich bin schon eine Ewigkeit hier und es wird langsam langweilig, besonders da die einzige coole Therapie aktuell nicht stattfinden kann."

    Sie holt Luft, was auch digend notwendig ist, da sie beinahe ohne Punkt und Komma spricht.

    Eileen: "Und angeboten dir zu helfen habe ich nicht, um dich zu ärgern oder zu demütigen, denn ab da, da hast du recht, kenne ich die Geschichte. Und ich habe das ganze nicht getan, um dich zu ärgern oder sonst irgendwas, dass musst du mir glauben. Woher hätte ich den wissen sollen, dass du so .. ähm .. naja .. dass du eben heute einen schlechten Tag hattest und das wir zuspät kommen und dass die Psychologin wirklich das mit der fixierten Begleitperson macht?"

    Hätte sie ab der Entschuldigung ausgehört, wäre alles gut gewesen aber sie hört einfach nicht auf zu reden.

    Eileen: "Ich hätte so viel so präzise planen müssen, dass kann doch unmöglich funktioniert haben .. wenn ich es so geplant hätte. Also wenn ich dich damit retraumatiesiert habe, tut es mir aufrichtig leid."

    Ich ergreife kurz ihre Hand und lasse dann meinen Arm sinken.

    Ich: "Schon gut, eventuell habe ich ein wenig überreagiert."

    Eileen: "Nicht, wenn du recht gehabt hättest, dann wäre die Reaktion durchaus angemessen gewesene. Von da ab verziehe ich dir ebenfalls."

    Dieses Mädchen, schafft es immer wieder, sich aus einfach allem rauszuwinden. Aber von mir aus verzeihe ich ihr und sie mir und wir sind wieder quitt.

    Eileen: "Los gehen wir, bevor die anderen auch Schluss haben und uns hier erwischen."

    Wir setzen uns in Bewegung und schieben uns wieder durchs Treppenhaus. Erst auf dem Weg durchs Krankenhaus versuche ich das unangenehme Schweigen und das gelegentliche Klirren der Handschellen zu durch brechen.

    Ich: "Deine Wochenende Aufgabe ist, dass du nicht Lügen darfst."

    Eileen: "Naja, Lügen darf man ja eh nicht. Nur die kleinen Unehrlichkeiten und sarkastischen Bemerkungen soll ich drastisch reduzieren aber im Wortlaut hast du recht."

    Ich: "Wie kommts .."

    Eileen: "Bwlä .. jetzt retraumatisierst du mich. Nein, kleiner Spaß. Also alle die übers Wochenende hier waren, haben in einer zusätzlichen Gruppenstunde über das Klima im Camp gesprochen. Übrigens sehr sinnvoll, wenn die Hälfte der Leute nicht da ist und Anny hat sich über meine ironischen Bemerkungen beschwert, weil sie nie weiß, wann ich was ernst meine."

    Sie verdreht die Augen, während wir das äußere Camp betreten.

    Eileen: "Und da mir nicht schnell genug eine eigene Aufgabe eingefallen ist, hab ich diese bekommen. Erweitert durch den Passus, dass ich mir auch alle Unehrlichkeiten verkneifen soll und auch nichts wichtigen verschweigen darf. Wenn du also was wissen willst, wäre jetzt der ideale Zeitpunkt mich etwas zu fragen."

    Ich bin mit Handschellen an ein Mädchen gefesselt, das jede Frage die ich stelle wahrheitsgemäß beantworten muss. Ist das hier wirklich real?

    [o]Eine anzügliche Frage stellen

    [x]Eine normale Frage stellen

    Naja, ich frage wohl mal besser etwas normales, das zum Gespräch passt. Sie muss ja nicht alles beantworten, sie kann ja auch einfach gar nichts sagen. Ich frage mich trotzdem, ob sie da nicht indirekt etwas von mir fordert. Ach was, unmöglich das ist Eileen, die nichts auf ihr Aussehen gibt und bei Bezys Anspielungen die Augen verdreht.

    Ich: "Bist du sonst so unehrlich?"

    Eileen: "Nein gar nicht, nur halten mich die däm .. ähm .. weniger intelligenten Campbewohner immer dafür. Weil ich eben oft ironisch antworte oder sie auf wichtige Sachen nicht aufmerksam mache. Ich komme mir einfach vor wie eine art Ersatzaufsicht, wenn ich immer alle an alles erinnere und dann mögen die mich noch weniger als ohne hin schon, weil die sich dann herumkommandiert und bevormundet fühlen."

    Ich: "Mich kannst du gerne auf solche Sachen aufmerksam machen."

    Eileen: "Das du gerne herumkommandierst wirst weiß ich .. schuldigung, ich bin ein wenig angespannt, wegen der ganzes Sache."

    [x]Sie fragen, ob sie mich hasst.

    [o]Nichts mehr fragen.

    Ich: "Hasst du mich?"

    Frage ich, ohne genau darüber nach gedacht zu haben. Verdammt diese Frage, kann ja jetzt nur üble Folgen haben. Denn auch wenn sie korrekt antworten muss, hat meine dumme Fragerei trotzdem folgen.

    Eileen: "Au, ähm .. was für eine direkte Frage. Also dass ist so .."

    Wie zu erwarten, ist die Frage ihr diesmal sichtlich unangenehm. Sie fährt sich mit der freien Hand in den Nacken und beißt sich kurz auf die Lippen und fährt dann langsam fort:

    ".. ich habe ja eine Krankheit und diese Krankheit sorgt dafür, dass sich das bei mir schell ändert also teilweise minütlich ganz ohne Grund. Du hast also recht, manchmal hasse ich dich aber manchmal hasse ich auch andere oder sogar mich selbst ganz ohne Grund. Meine Gefühle sind da oft ziemlich durch einander. Manchmal hasse ich dich, manchmal aber auch genau das Gegenteil aber meist bist du für mich ganz ok und allemal besser als diese .. ah, da wären wir."

    Wir stehen vor der großen Schleuse, die zum inneren Camp führt. Eileen drückt die Klinger, worauf sich die Türe langsam öffnet.

    Eileen: "Übrigens noch was zum Thema verschweigen, wir tragen die Psychologenschellen und wenn die nicht da ist, kommen Mario und Peter nicht an den Schlüssel rand und probieren den Schlüssel von den Campschellen aber der passt nicht. Der Psychologenschnellenschlüssel passt aber zu den Campschellen. Aber die vergessen das aber immer."

    Ich: "Die haben hier unterschiedliche Handschellen?"

    Eileen: "Psychologie, Campaufsicht und Schule sind logistisch und rechtlich getrennt, das muss so sein."

    Ich: "Und warum gehen die Campschallen mit dem Psychologenschellenschlüssel auf?"

    Also ich hatte schon eine kurze Zeit keinen 'Wo bin ich hier gelandet' Moment mehr aber jetzt ist er wieder voll da.

    Eileen: "Irgendwas in der Bauweise, denke nicht, dass das Absicht ist."

    Mario: "Ah, da seit ihr ja. Habe gehört, die Psychologin hat es bei euch beiden etwas zu genau genommen."

    Eileen: "Ist die da?"

    Mario: " 'Die' Frau Psychologin ist gerade nicht da, warum?"

    Eileen: "Gut dann gehen wir einfach durch .."

    Sie will die Schleuse verlassen aber Mario stellt sich ihr in den Weg und bemerkt spöttisch:

    "Gefällt dir dein neuer Armschmuck so gut oder hast du Daniel plötzlich ins Herz geschlossen?"

    Eileen: "Darf ich anmerken, dass das die Handschellen der psychologischen Abteilung sind, welche sich nicht mit dem Schlüssel der Handschellen der Campverwaltung öffnen lassen?"

    Mario: "Nicht die Diskussion schon wieder, ihr geht in den Bunker und wartet im Wohnzimmer, ich hole den Schlüssel."

    Wir tun wie uns geraten und lassen uns auf eines der Sofas im Bunker nieder. Eileen zieht unsere beiden Hände hinten die Lehne. Was von außen entspannt aussieht ist nicht gerade gemüdlich.

    Ich: "Was soll das?"

    Eileen: "Pss pss pss .. hier läuft irgendwo immer noch ein K rum und das dürfen wir nicht mit unseren Handschellen erschrecken."

    Peter: "Habt ihr schon Schluss?"

    Peter ist auf einmal im Wohnzimmer aufgeraucht.

    Eileen: "Jap, hatten eine Probe Klausur."

    Eileen muss sich räuspern.

    Peter: "Alles ok? Nicht vergessen viel trinken."

    Er stellt jeweils zwei Plastikflaschen Wasser auf den Tisch, die er merkwürdigerweise gerade in der Hand hatte.

    Eileen: "Ok, auf Drei stehen wir beide auf und setzten uns auf das Sofa vor dem Fenster und kippen abwechselt das Wasser aus den Flaschen in die Blumen, ok?"

    Ich: "Warum?"

    Eileen: "Frag nicht mach!"

    Wir stehen in einem günstigen Moment auf und gießen anschließend die Blumen, während jeweils der andere nach Peter ausschau hält.

    Ich: "Ok, jetzt aber wirklich, warum das Ganze?"

    Eileen: "Bei meinem Glück kommt die Psychologin erst heute Mittag wieder und was machen wir dann, wenn einer von uns auf Klo muss?"

    Ich: "Ähm .."

    Eileen: "Bingo. Ich weiß wir müssen trinken .. Medikamente uns so aber unsere Nieren werden schon nicht versagen, wenn wir das trinken einmal einen bisschen aufschieben."

    Manuell: "Hi, was macht ihr da?"

    Manuell kommt ins Wohnzimmer geschlichen, er wirkt müde und antriebslos.

    Eileen: "Warten und du?"

    Manuell: "Die haben mir gesagt, ich soll nicht die ganze Zeit in meinem Zimmer sein. Und hier ist es am ruhigsten."

    Eileen: "las dich nicht stören."

    Manuell breitet langsam ein paar Zettel und einige Bücher auf dem Tisch in der Mitte aus und gewinnt zu lesen.

    Manuell: "Auf was wartet ihr genau?"

    Eileen: "Das wir die hier wieder los werden."

    Sie zeigt Manuell unsere Handschellen. Manuell guckt ungläubig und denkt nach. Plötzlich erwacht etwas in ihm.

    Manuell: "Ha, das dürfen die gar nicht!"

    Eileen: "War quasi unter Wunsch."

    Manuell: "Trotzdem, die dürfen Mädchen nicht an Jungen fixieren. Ihr könnt die jetzt verklagen."

    Eileen: "Och, beiße nie die Hand die dich füttert."

    Ich: "Woher weißt du das?"

    Er hält ein dicken Buch hoch.

    Manuell: "Auch als Insasse einer Psychiatrie hat man gewisse Rechte! Wenn es weiter so gut läuft, bin ich hier bald raus und ihr solltet das gleiche tun, dass ist ein grober Fehler von denen, dass könnt ihr gut vor Gericht verwenden."

    Eileen: "Och was, halb so schlimm. Nur das er mich die ganze Zeit angrabbelt nervt."

    Manuell muss grinsen und ich kurz darauf auch, das wird wohl ihr sarkastischer Tonfall sein.

    Eileen: "Seht ihr, ihr versteht wenigstens Ironie."

    Ich sehe zum anderen Ende des Ganges herüber, wo zu meiner Überraschung ein mir unbekanntes Mädchen steht.

    Unbekanntes Mädchen: "Hi, ähm darf ich mich setzten."

    Eileen: "Sicher, es ist uns verboten dir das zu verbieten .. ähm .. sicher."

    Das wohl etwas schüchterne Mädchen setzt sich auf eine freie Couch.

    Eileen: "Du bist neu hier oder? Also ganz neu."

    Mädchen: "Ja .. und Ihr."

    Sie führt die Frage an, weil ihr sicher nichts besseres eingefallen ist.

    Eileen: "Die beiden hier sind schon ne Woche hier und ich bin hier seit einer Ewigkeit."

    Wou, wie Eileen auf einmal die Initiative ergreift, wenn es sonst keiner tut. Irgendwie erinnert mich das gerade an meinen ersten Tag im Camp.

    Mädchen: "Und wer seid ihr?"

    Eileen: "Ich bein Eileen und die beiden können sich selber vorstellen."

    Ich: "Daniel"

    Ich stehe auf und gebe dem Mädchen die Hand, bekomme aber nur einen fast nicht existenten Händedruck zurück.

    Manuell: "Manuell."

    Er steht nicht auf.

    Mädchen: "Ich bin Emilia. Warum seid ihr hier?"

    Ich: "Schulprobleme."

    Bei dem Zustand ist es bestimmt nicht gut, wenn nur Eileen mit Emilia redet.

    Eileen: "Gedächtnisprobleme."

    Emilia: "Ich hab ähm .."

    Eileen: "Du musst nicht sagen, was du hast, wenn du nicht magst. Entspann dich einfach und komm erstmal runter. Am besten du trinkst erstmal was, hier bitte. Ich war nicht mit dem Mund dran."

    Seit wann ist Eileen so einfühlsam? Wenn ich es genau betrachte, sind die Worte sicher einstudiert.

    Emilia: "Danke."

    Emilia nimmt die Flasche, trinkt aber nicht. Sie ist in etwa in meinem Alter, trägt leicht altmodische Klamotten, hat immer noch leicht verheulte braune Augen und recht kurze geglättete Haare.

    Eileen: "Außerdem denke ich, ich weiß wo dein Problem liegt. Lass das einfach für einen Moment hinter dir und vergiss alle, die irgend ein Problem mit deinem Aussehen oder sonst irgend was haben, dass du eh nicht ändern kannst. Sei einfach du selbst und entspann dich. Hier drin gibt es niemanden, der dir was tun will."

    Emilia: "Echt?"

    Eileen: "Ja, ich kenne alle und von denen ist keiner so."

    Ich habe zwar keine Idee was Eileen da erzählt aber es scheit zu wirken, das arme Mädchen scheint sich sichtlich zu entspannen und lehnt sich wenigstens an.

    Manuell: "Was? Wer hasst dich?"

    Eileen funkelt Manuell böse an aber zu spät.

    42
    Entchen ( Tag 6 Montag Mittag )

    Emilia: "Alle hassen mich weil ich schwarz bin."

    Emilia sackt wieder zusammen.

    Eileen: "Weil du was bist?"

    Emilia: "Weil ich schwarz bin, sieht du das nicht?"

    Emilia streckt Eileen ihren Arm hin und drückt auf ihrem Gesicht rum, das vor lauter Weinen eher rot ist, als irgend eine andere Farbe zu haben.

    Eileen: "Nun richtiges Schwarz ist das nicht, sieht eher aus als wäre dein UrGroßvater Afroamerikaner gewesen."

    Emilia guck verwundert und hört auf zu weinen.

    Eileen: "Du bist in etwa genau so schwarz wie ich .. naja .. sagen wir du bist genau so weiß wie ich und außerdem wen interessierst? Du sprichst offensichtlich Deutsch als Muttersprache und besonders kriminell oder so kommst du mir auch nicht vor, also entspann dich."

    Emilia lehnt sich wieder zurück und beruhigt sich etwas. Auch zu meiner Erleichterung, denn Eileen scheint etwas zu energisch zu sein beim Versuch Emilia zu beruhigen. Ich frage mich gerade was sie davon hat. Naja, wahrscheinlich ihre Ruhe.

    Emilia: "Was bist du eigentlich?"

    Emilia hebt leicht den Kopf und schaut zu Eileen.

    Eileen: "Ich bin Eileen."

    Emilia: "Ne du meintest du wärst irgendwas nicht weißes."

    Eileen: "Ach, was ist schon weiß und was nicht? Sind Italiener noch weiß und Portugiesen nicht .. wer weiß das schon?"

    Sie zuckt mit den Schultern und guckt an die Decke.

    Emilia: "Ne du meintest du seist so viel irgend was wie ich schwarz. Was denn jetzt?"

    Eileen versucht freundlich zu bleiben aber ich höre deutlich ihre Zähne knirschen und merke durch die Schellen wie ihre Hand Zuckt. Auje, da hat die Neue wohl gleich am ersten Tag einen wunden Punkt getroffen.

    Eileen: "Ich bin ein achtel Eskimo."

    Emilia: "Echt? Cool."

    Eileen: "Ich habe aber weder von der Sprache noch von der Kultur auch nur den Hauch einer Ahnung. Was aber nichts heißen muss, denn an mein Leben vor dem Camp kann ich mich auch nicht erinnern."

    Emilia guckt Eileen mit großen Augen an.

    Emilia: "Du hast also dein Gedächtnis verloren? Wie in dem einen Film?"

    Eileen: "Keine Ahnung, ich kenn nur einen einzigen Film und der .."

    Bezy: "Hi, du musst die Neue sein .."

    Bezy, Anny und auch fast der ganze Rest des Camps kommen auf einen Schlag ins Wohnzimmer geplatzt und lassen sich auf alle möglichen Sitzmöbel fallen. In Eileens Gesicht lese ich die Erleichterung nicht mehr zuständig zu sein.

    Überfallartig begrüßen alle Emilia, was mich aber nicht sonderlich interessiert. Auch die Gespräche interessieren mich so gut wie gar nicht. Nach dem was ich so aufschnappe, finden Bezy, Anny und Salfia – Emilias Herkunft vor allem eines und zwar cool, was auch nicht anders zu erwarten war, denn HipHop abfeiern und Schwarze hassen ist eine eher seltene Kombination.

    Als die Campbewohner, angespornt durch die ständig auf dem Tisch liegende Bravo, das Thema auf Sex lenken stupst mich Eileen vorsichtig an.

    Eileen: "Hast du irgend eine Idee, wie wir hier so schnell wie möglich wegkommen, ohne das unsere Minderwertigkeitskomplexe da vorne meine neuen Armreifen sieht?"

    Ich überlege, komme aber auf keine gute Idee. Am Ende bleibt mir nur noch mit den Schultern zu zucken, worauf Eileen die Augen verdreht. Oder tut sie das, weil ihr das Thema der anderen mittlerweile komplett auf de Keks geht.

    Anny: "Und was ist mit euch, seid ihr noch Jungfrau?"

    Auf einmal richtet sich fast alle Aufmerksamkeit auf uns.

    [x]Wahrheitsgetreu antworten

    [o]Lügen

    Ich: "Ja."

    Ich meine, warum soll ich hier groß rumlügen, ob mich jetzt Anny, Bezy und Co. deswegen für uncool, spießig oder unattraktiv halten, ist mir gerade so ziemlich egal und kann mir nur recht sein. Ich schätze kaum, dass das bei Victoria oder Eileen groß was auslößt.

    Bezy: "Und du?"

    Sie sieht Manuell an, der immer noch über seinen Büchern brütet.

    Manuel: "Ich war fast einen Jahr bei einer Sekte .."

    Bezy: "Ja dann ist das ja klar?"

    Anny: "Und du Eileen?"

    Eileen: "Huä?"

    Eileen tut so, als würde sie erst gerade aus ihren Gedanken gerissen.

    Anny: "Ob du noch Jungfrau bist."

    Das ist so ziemlich die letzt Frage, die ich ihr stellen würde. Ich hoffe nur, dass sie nicht komplett ausrastet, währen ich noch an ihr befestigt bin.

    Eileen: "Wer bin ich denn?"

    Anny: "Was? Ja Eileen oder?"

    Eileen: "Naja, bin ich ich, seit ich ich bin oder war ich schon ich, noch bevor ich ich wurde?"

    Anny: "Ähm .."

    Eileen: "Definiert du das physischen oder psychischen?"

    Anny wirkt komplett verwirrt aber Bezy, die allem Anschein nach genau so wenig verstanden hat, fragt einfach platt und flapsig:

    "Ist dein Jungfernheutlichen noch da oder nicht."

    Eileen: "Ach das, das hat ne Ente mitgenommen."

    Anny: "Eine Ente?"

    Anny und eine anderen wirken verwirrt.

    Victoria: "Was für eine Ente."

    Eileen: "Ein Entchen .."

    Eileen formt mit ihrer freien Hand einen Entenschnabel, den die anschließend um neunzig Grad dreht und in der Luft nach Vorne schiebt, anschließend wieder in die Horizontale dreht, öffnen und dabei recht erst "Quak, Quak" sagt.

    Bezy: "Achso ein Entchen .."

    Bezy nimmt es ganz locker, die meisten anderen wirken geschockt, Victoria wird rot und sagt leise und langsam:

    "Eh .. Eileen .."

    Eileen: "Ja?"

    Victoria: "Hier sind Jungs anwesend."

    Eileen: "Ach stimmt ja, wie überaus unhöflich von mir, bei euch kann man ja nicht zwanghaft vorraus setzten, dass ihr das wisst."

    Eileen holt tief Luft, worauf Victoria und Anny sie mit großen geschockten Augen ansehen.

    Eileen: "Also, wenn ihr einen Gynäkologe also einen Frauenarzt seid, und da unten was nachgucken müsst, dann ist das ohne Hilfe nicht so einfach. Ist nämlich ziemlich unübersichtlich da unten und genau für den Fall gibt es die Entchen."

    Jetzt ist die Schamesröte selbst in Bezys und Emilias Gesicht zu sehen und Victoria verschwindet bis zur Nase in ihrem viel zu weiten T-Shirt.

    Eileen: "Eigentlich ne ziemlich praktische Erfindung, gibt es aus Metal und Plastik. Eigentlich müsste eines in einem der Zimmer der Schleuse rumfliegen."

    Anny: "Können wir bitte das Thema wechseln?"

    Und auch den anderen ist das Thema mehr als unangenehm. Salfia, Emilia und Suzy sind sogar schon gegangen und auch Victoria steht demonstrativ auf, aber nicht ohne sich weiter das Shirt mit beiden Händen über ihrer Nase festzuhalten.

    Plötzlich stupst mich etwas immer wieder an, es ist Eileens Hand, die ja immer noch an meine gefesselt ist.

    [x]Sagen, dass mich das Thema interessiert

    [o]Nichts tun

    Ich: "Also ich finde das recht interessant .. ich interessiere mich ja ein bisschen für Medizin."

    Ich hänge den letzten Satz an, um wenigstens nicht wie der letzte Voyeur rüber zu kommen.

    Bezy: "Na, dann viel Spaß euch beiden noch."

    Beleidigt steht Bezy auf und auch die anderen Mädchen verlassen das Wohnzimmer. Als alle außer uns beiden und Manuell das Zimmer verlassen haben, legt Eileen ihre Füße auf den Tisch und grinst.

    Eileen: "Das war doch gute Arbeit oder?"

    Manuell: "Danke, eh bei denen kann man sich echt nicht konzentrieren."

    Katrin: "Meist du nicht, das war ein bisschen hart?"

    Katrin ist mal wieder, wie aus dem Nichts, im Wohnzimmer aufgetaucht.

    Eileen: "Grausam aber notwendig."

    Sie streckt die Hand nach oben, um sich zu strecken und nimmt meine Hand dabei einfach mit.

    Eileen: "Es geht einfach darum, dass die Wissen, dass ich diese Themen und ihr voyeuristisches Ausfragen hasse. Ich hoffe, die lassen mich mit dem Thema die nächste Zeit in Ruhe."

    Ich: "Ach stimmt ja, deine Wochenendaufgabe."

    Eileen: "Ja aber in diesem Fall waren Sarkasmus und brutale Ehrlichkeit in etwa gleich effektiv."

    Katrin sieht uns beide abwechselt fragend an.

    Eileen: "Ist nur deswegen."

    Sie klappert mit den Handschellen.

    Katrin: "Naja, wenn man alles auf Rot hat, muss man sich eben was ausdenken um an den nötigen Ausganz zu kommen oder?"

    Sie beugt sich vor und funkelt Eileen böse an.

    Eileen: "Keine Sorge, war nur zur Schule und zurück."

    Katrin wird leicht rot und bläst die Backen auf.

    Eileen: "Jetzt beruhig dich doch mal, zumindest steht jetzt bei Essen die Sitzordnung fest."

    Katrin: "Fast."

    Sie zieht einen kleinen Schlüssel aus der Tasche ihrer schwarzen Jeans und hält ihn mit einigem Abstand Eileen vor die Nase.

    Eileen: "Na endlich."

    Katrin: "Das heißt: Danke."

    Eileen: "Danke. Wirklich, ich meins auch so."

    Katrin wirft ihr den Schlüssel zu, Eileen schafft es aber nicht ihn zu fangen aber nach einer kurzen Suche auf dem Boden, löst sie endlich erst meine Seite und dann ihre.

    Ich: "Danke."

    Eileen: "Die Freude ist ganz auf meiner Seite."

    Während ich noch überlege, ob das eine indirekte Beleidigung war, macht sich Eileen auch schon vom Acker.

    Katrin: "Unmöglich in letzter Zeit .."

    Ich: "Wie?"

    Katrin: "Ich meine Sie ist ja so schon echt grenz wertig aber in letzter Zeit dreht sie vollkommen ab. Ich denke sie hat irgendwas."

    Ich: "Wir haben alle unsere Macken."

    Katrin: "Die sie einen Dachschaden hat meine ich gar nicht, den hab ich auch aber irgendwas ist mit ihr los .. warum hast du dem Fixieren überhaupt zugestimmt?"

    Ich: "Ich wollte pünktlich zur Schule kommen."

    Katrin: "Und mit ihr an der Seite geht das irgendwie schneller oder so?"

    Ich: "Ich hab doch auch nicht den besten Ausgang."

    Katrin: "Das lässt sich ändern."

    Sie packt mich am Ärmel und zieht mich direkt zum großen Tisch, wo Mario Anny und Victoria beaufsichtige, die gerade dabei sind den Tisch zu decken.

    Katrin: "Shnuffy hier beantragt hiermit, dass sein Ausgang noch einmal überdacht wird."

    Mario: "Beantragt er das oder Du?"

    [o]Nichts sagen

    [x]Besseren Ausgang Beantragen

    43
    Liebe der Kindheit ( Tag 6 Montag Mittag )

    Ich: "Ich beantrage besseren Ausgang."

    Mario: "Ok, genehmigt, dein Logbuch bräuchte ich jetzt nur noch."

    Ich ziehe mein Logbuch aus meiner Hosentasche und reiche es Mario. Dieser zieht einen Kugelschreiber aus seinem Hemd, und trägt etwas in das Logbuch ein und gibt es mir zurück.

    Mario: "Mach keinen Unsinn mit dem Ausgang."

    Ehrlich gesagt, wüsste ich noch nicht mal, was man für 'Unsinn' mit Ausgang anstellen könnte. Als sich Mario umdreht, beugt sich Victoria neugierig von der Seite über mein Logbuch. Zu meiner Verwunderung, drückt sie sich dabei leicht an mich und zu meiner kompletten Überraschun ruft sie aus:

    "B"

    Ich: "Hä?"

    Katrin: "Was B?"

    Sie schnappt mir das Logbuch weg.

    Katrin: "Tatsache B."

    Ich: "Was ist B?"

    Katrin: "Ein sehr guter langer Ausgang. Von 0¿ direkt auf B, dass hat bis jetzt auch noch keiner hinbekommen. Naja, dann wird demnächst wohl jeder seine Pause mit dir verbringen wollen."

    Sie zwinkert mir übertrieben künstlich zu.

    Katrin: "Naja, leider habe ich nach dem verkorksten Wochenende mit meinen Eltern nicht so einen tollen Ausgang aber wenn meiner wieder besser wird, können wir gerne mal zusammen in die Stadt oder so .."

    Hm, ich hoffe, Katrins Ausgang wird schnell wieder besser. Nicht dass mich die Stadt sehr interessiert aber zusammen mit Katrin alleine dorthin gehen ..

    Victoria: "Stadt, naja eher Dorf."

    Sagt Victoria ablässig und beschäftigt sich wieder mit dem langen Tisch. Als Victoria außer Hörweite ist, flüstert Katrin mir noch zu:

    "Hör mal, wenn die dich gleich nach der Gruppentherapie aussuchen lassen, welche Therapien du gerne hättest, dann nimm Bildhauerei und Bogenschießen ok?"

    Ich nicke und schätze, dass es nicht das schlechteste sein kann, auf Katrin zu hören.

    "Und 'nicht', Charakterentwicklung und Skills ok?"

    Flüstert Katrin noch hinzu bevor sie langsam den Bunker verlässt.

    Mario: "Steht alles? .. Gut .. dann auf zur Gruppen Therapie."

    Wie auch schon am Freitag versammeln sich langsam alle vor der kleinen Eisentüre und während alle auf etwas warten, von dem ich mal annehme, dass es wieder die Psychologin sein wird, schwatzen die verschiedenen Campbewohner mit einander. Nur Eileen und der andere Daniel sind in verschiedenen Körperhaltungen an die Mauer gelehnt und reden mit niemandem. Daniel hat meditativ die Augen geschlossen und Eileen reibt sich demonstrativ das Handgelenk.

    Plötzlich werde ich von der Seite angestupst.

    Anny: "Hey."

    Ich: "Hi."

    Anny: "Du hattest doch schon mal eine Freundin oder?"

    Ich: "Ähm .."

    Ich muss einen Moment überlegen aber dann komme ich zu dem Schluss, dass dies wohl eine Fortsetzung unseres Gespräches von vorhin sein muss.

    Ich: "Ja, ein paar."

    Anny: "Wer war die Letzte?"

    Ich: "Ja, das war die von der ich letztes Mal erzählt habe."

    Anny: "Dann die danach."

    Ich: "Die gibt es ja noch nicht."

    Bezzy: "Das heißt Vorletzte."

    Anny: "Oder so."

    Ich: "Ja, das war eigentlich gar nicht mal so besonders, wir kannten uns aus .. ähm .. sozusagen aus einem halb privaten Religionsunterricht und aus irgend einem Grund mochte sie mich, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr warum."

    Anny: "Und was haben so gemacht."

    Ich: "Ähm .. also das was ich noch weiß ist, dass sie mir zu Beginn des Unterrichts immer hinter der Tür aufgelauert hat und als ich rein bin, hat sie mich immer von hinten gepackt, wir haben gekämpft aber am Ende bin ich fast immer in ihrem Schwitzkasten gelandet."

    Anny: "Du hast gegen ein Mädchen verloren?"

    Bezzy: "Was war denn das für eine? Du bist ja nicht gerade der Schwächste."

    Bezzy kneift mich in den Oberarm.

    Bezzy: "Wow .."

    Sagt sie in einem künstlich begeisterten aber nicht sarkastischen Ton, obwohl ich geschätzt gerade mal am unteren Durchschnitt kratze und sie sogar stärker sein müsste als ich. Sie fügt hizu:

    ".. oder hast du dich freiwillig von ihr verprügeln lassen? Wirkst gar nicht wie so einer."

    Bezzy fängt breit an zu grinsen.

    Ich: "Nein, ich steh nicht auf sowas. Sie war einfach nur ein Jahr älter als ich."

    Anny: "Als ob das was ausmacht."

    Bezzy: "Moment, wie alt wart ihr da."

    Ich: "Ich 12 sie 13."

    Suzy: "Was? Das zählt nicht."

    Anny: "Ach was, Freundin ist Freundin egal wie alt."

    Bezzy: "Und was haben so gemacht?"

    Ich: "Nicht viel, wir haben viel geredet, zusammen in den Pausen gegessen .."

    Suzy: "Langweilig .."

    Anny: "Noch nicht mal geküsst?"

    Ich: "Weiß ich gar nicht mehr. Ich glaub auf die Backe oder so."

    Suzy: "Och komm schon, das zählt doch nicht. Man kann doch mit Kinderfreundschaften nicht seinen Counter hoch treiben."

    Counter hoch treiben, was zum? Zählt sie etwas ihre Beziehungen und ist stolz auf ne große Zahl?

    Ich: "Counter? Der steht bei mir von mir aus auch einfach auf Null."

    Offensichtlich desinteressiert, wenden sich Suzy, Bezzy und Salfia ab und beginnen ein anderes Gespräch. Ich lehne mich entspannt an die angenehm kühle Betonmauer, denn es ist schon bis jetzt recht warm geworden.

    Merle: "Und wie ging es weiter?"

    Ich: "Ähm .."

    Merle: "Entschuldige bitte, dass ich von hinten zugehört habe aber ich würde zu gerne wissen, wie es weiter ging. Ich mag ja romantische Geschichten."

    Ich: "Natürlich .. nach dem Unterricht gab es dann die große religiöse Feier und davon gibt es auch noch zig Fotos, wo wir beide schick angezogen neben einander stehen und es fast so aussieht, als würden wir heiraten. Aber als das alles vorbei war, hat sie mir noch ein zwei mal Liebesbriefe geschrieben aber sonst nichts mehr .."

    Victoria: "Hast du sie denn noch mal wieder gesehen."

    Ich: "Ja, das war vor einem Jahr oder so, als es wieder an die Vorbereitung für eine große religiöse Feier ging."

    Victoria: "Und?"

    Ich: "Sie hat mich nicht mehr erkannt."

    Victoria: "Au ... hm .. doof."

    Merle: "Traurig."

    Eileen: "Jetzt hört mal auf hier Campbewohner zu retraumatisieren und ab mit euch in den Bunker."

    andere Psychologin: "Nicht so schnell, ich denke es ist besser, wenn wir das ganze heute im Freien machen."

    Eileen: "Nein bitte nicht .. nicht die."

    zischt Eileen wütend durch die Zähle.

    44
    Wochenziele ( Tag 6 Montag Mittag )

    Anstelle der mir bereits bekannten blonden großen Psychologin in ihrem Arztkittel, kommt eine zwar nicht weniger große aber dafür grauhaarige Frau in einem weiten wahrscheinlich indischen Kleid den kleinen Hügel hinunter und begrüßt die Menge:

    "Hallo meine Kinder, die Frau Doktor ist leider gerade in einer Besprechung und deswegen werde ich die heutige Gruppentherapie leiten."

    Eileen sieht so aus, als hätte man gerade ihren persönlichen Erzfeind auf die Erde zurück gelassen.

    Katrin: "Na, woran das wohl liegt, dass die Psychologin in einer Besprechung ist."

    Katrin ist mal weider ohne Vorwarnung hinter uns aufgetaucht.

    Grauhaarige Frau: "Also, jetzt geht bitte jeder, der mich schon kennt in den Keller und holt sich ein Sitzkissen, alle die mich noch nicht kennen bleiben mal kurz hier und noch mal an die, die sich Kissen holen, bringt denen die hier bleiben bitte eines mit ok?"

    Wortlos gehen die meisten in den Bunker.

    Grauhaarige Frau: "Einfach schrecklich dieser .. dieser .. Bunker."

    Suzy: "Ich dachte, das heißt ganz normal Bunker."

    Grauhaarige Frau: "Nein, nein wie schrecklich, es heißt Hauptgebäude des inneren Camps Westseite. Nennt das Ding im Himmelswillen nicht Bunker, denn so wie man eine Sache nennt, nimmt man sie auch war, ihr seit ja keine Gefangenen .. oder gar Soldaten. Nennt es einfach Hauptgebäude und denkt auch Hauptgebäude, denn durch seine Gedanken beeinflusst man sich ständig selbst. Tut euch den Gefallen."

    Suzy: "Year, Westside."

    Suzy und Salfia machen alberne HipHop Bewegungen und die Frau fährt fort:

    "Ich bin übrigens eure psychologische Beraterin, ich bin hier zwar als Psychologin beschäftigt aber ich sehe mich eher als Beraterin als als Ärztin."

    Nach einer Weile, kommen die meisten Campbewohner wieder aus dem Bunker .. ähm .. Keller der Hauptgebäudes her raus und beim Vorbeigehen fliegt ein Kissen in meiner Arme.

    Eileen: "Fang!"

    Psychologische Beraterin: "Eileen. Das geht so nicht."

    Die Beraterin nimmt mir das Kissen weg und gibt es Eileen zurück.

    Eileen: "Wieso, das Kissen ist doch angekommen."

    Psychologische Beraterin: "Es geht nicht um das Kissen, es geht um das Werfen. Also das Bewerfen."

    Eileen: "Es ist doch nur ein Kissen."

    Psychologische Beraterin: "Es geht nicht darum was man wirft, sondern dass man wirft."

    Die psychologische Beraterin erklärt dies ganz ruhig und sachlich, Eileen hingegen versteht, genau wie ich, nicht wirklich, um was es geht und ist wahrscheinlich am diesem Zeitpunkt einfach nur genervt.

    Psychologische Beraterin: "Es geht darum, dass du nicht einfach andere Campbewohner bewerfen darfst egal mit was."

    Eileen: "Gibt mir das jetzt Übergriffigkeit auf Rot oder wie?"

    Psychologische Beraterin: "Wenn du dich nicht anständig entschuldigst ja."

    Eileen Augen fangen auf einen Schlag an zu leuchten, als hätte man ihr gerade das Geschenk ihres Lebens gemacht.

    Eileen: "Nein, seh ich gar nicht ein. Nicht wegen eines Kissens."

    Eileen zieht stolz ihr Logbuch hervor und hält es der Beraterin hin.

    Psychologische Beraterin: "Nun, dass ist deine Entscheidung."

    Die psychologische Beraterin lässt uns jedoch einfach links liegen und macht sich mit den anderen auf zum Zaun am Ende des Camps, dort setzt sie sich selbst unter einen allein stehenden hohen Baum. Die anderen Campbewohner bilden Kreis aus Kissen und nehmen auf diesen Platz.

    Eileen: "Darf ich ihnen ganz vorsichtig dieses hochgefährliche Sitzgerät überreichen?"

    Ich: "gerne doch."

    Gespielt übertrieben vorsichtig wechselt das Kissen seinen Besitzer. Als ich mich rumdrehe, um zu dem Sitzkreis zu gehen stupst mich Eileen vorsichtig in die Seite und flüstert:

    "Eh, wenn die dich deine Therapie frei aussuchen lassen, nimm Charkterentwicklung und Bogenschießen."

    Ich nicke flüchtig und mache mich dann auf zu den anderen.

    Da der Platz neben Katrin frei ist, warte ich, bis Eileen sich neben sie setzt. Da diese sich aber nicht rührt, setzte ich mich neben Katrin, worauf sich Eileen mit etwas Abstand neben mich setzt. Zwischen den Beiden scheint in letzter zeit nicht ganz alles in Ordnung zu sein.

    Katrin: "Darf ich vorstellen, dass ist unsere Esoterik Psychologin, die ist total lieb, musst nur ihr Zeug mitmachen und du bekommst fast alles an Ausgang und so."

    Esoterik Psychologin: "Ok, beginnen wir mit einer kleinen Meditation."

    Eileen: "Die hat einen voll Schaden."

    Wärend die das sagt, ist sie komischerweise die erste, die in den Lotussitz geht und tief ein und aus atmet.

    Ich versuche es ihr gleich zu tun, muss aber nach zwei gescheiterten Versuchen in den einfachen Scheidersitz wechseln.

    Katrin: "Du magst sie nur nicht, weil sie dir nie Vergünstigungen gibt."

    Katrin versucht es erst gar nicht und setzt sich lieber auf ihre Schienbeine.

    Eileen: "Glaub mir, das beruht aus Gegenseitigkeit."

    Ein paar mehr oder weniger entspannten Minuten beginnt die Esoterik Psychologin damit die Wochenendaufgaben der einzelnen Campbewohner zu besprechen. Noch leicht dösig von der Meditation, höre ich wie aus der ferne wie Victoria es nicht geschafft hat zuzunehmen, dass Merle immer noch bei irgendwas un einsichtig ist und das Salfia tolle Fortschritte bei ihrer Aggression gemacht hat. Bezy hat sich nicht mehr geschnitten und Anny hat Zuhause ihren Koffer ausgepackt. Was auch immer das für ne Aufgabe war.

    Eileen: "Hey, was ist besser Schleiereule oder Unkuhu?"

    Ich: "Ähm .."

    Katrin: "Ist beides Kindisch. Kannst du nicht einmal am Tag auf deinen Reisepass gucken wie alt du bist?"

    Ich: "Was? Um was gehts?"

    Eileen: "Was ist der bessere Spitzname für unsere Esoterik Tante?"

    Esoterik Psychologin: "Eileen, wie geht es es denn bei dir voran?"

    Eileen: "Passabel."

    Esoterik Psychologin: "Was war denn deine Aufgabe?"

    Eileen: "Zu jedem ehrlich zu sein, immer die Wahrheit zu sagen und keinen zu täuschen."

    Esoterik Psychologin: "Und hast du das geschafft deiner Meinung nach?"

    Eileen: "Ja."

    Esoterik Psychologin: "Du hast also kein einziges Mal gelogen?"

    Eileen: "Ja."

    Esoterik Psychologin: "Und auch nichts wichtiges verschwiegen?"

    Eileen: "Iija .. fast .. eine Sache habe ich verschwiegen aber das hat einen guten Grund."

    Esoterik Psychologin: "So wichtig kann der Grund nicht sein, die Wahrheit ist immer am wichtigsten. Kannst du das irgendwie nachholen?"

    Eileen: "Ähm .. ja .. müsste ich .. ja ist möglich."

    Esoterik Psychologin: "Gut, dann tu das bitte so schnell wie möglich."

    Das bis jetzt noch so selbstbewusst wirkende Mädchen sackt auf einmal etwas in sich zusammen fasst sich an den Hals und wird leicht rot.

    Eileen: "Das ist nicht so einfach .. Da muss noch vorher was erklärt werden und so."

    Esoterik Psychologin: "Wenn du Hilfe brauchst, dann wende dich bitte nach der Sitzung einfach an mich ok."

    Eileen holt Luft und wirkt auf einmal wieder ganz direkt und zuversichtlich.

    Eileen: "Nein nein, ich schaffe das schon alleine."

    Esoterik Psychologin: "Wann können wir denn damit rechnen."

    Eileen: "Bis Mitte der Woche müsste ich das hinbekommen."

    Esoterik Psychologin: "Gut, wie lief es denn sonst so mit dem ehrlich sein."

    Eileen: "Das fragen sie besser die anderen."

    Esoterik Psychologin: "Ich würde es lieber von dir hören."

    Eileen legt den Kopf in den Nacken und säuftzt:

    "Also Anny .."

    Esoterik Psychologin: "Ich will keine Namen hören."

    Eileen seufzt lauter:

    "Also mit fast alles jetzt sehr viel schlechter, weil mich ja auch alle nach meiner Meinung fragen und die ist ja nicht immer so positiv und auch mögen es viele nicht, wenn ich sie auf die Fehler die sie machen aufmerksam mache."

    Esoterik Psychologin: "Fast alle? Also gibt es auch welche mit denen du dich jetzt besser verstehst?"

    Eileen: "Ja."

    Esoterik Psychologin: "Na, dann ist doch alles klar. Jetzt weißt du, wer deine Wahren Freunde sind. Oder findest du das Ergebnis enttäuschen?"

    Eileen: "Ähm .."

    Esoterik Psychologin: "Bevor du antwortest denkt daran, was das Wort Enttäuschung wirklich bedeutet. 'Ent' und 'Täuscht' also eine Täuschung wurde aufgehoben, Enttäuscht zu werden ist etwas gutes, da man jetzt nicht mehr getäuscht wird."

    Esoterik Psychologin: "Da du deine Wochenend Aufgabe gut bestanden hast, werde ich dir ein paar Vergünstigungen geben."

    Eileen: "Was auch immer .."

    Murmelt sie vor sich hin und fügt leicht sarkastisch hin zu:

    "Von absolut nichts auf fast nichts?"

    Die Beraterin kramt in ihren Unterlagen und sagt erstaunt:

    "Du hast ja fast alles auf Rot."

    Eileen: "Nicht, ganz da fehlen noch ne Brandstiftung vom Wochenende, die aber in den Zentralakten schon eingetragen ist und der Übergriff von eben."

    Sagt sie und fletscht dabei die Zähne.

    Esoterik Psychologin: "Gut, dann gebe ich dir als Belohnung .. alles auf Grün."

    Eileen: "Na von mir aus .. Was?"

    Sie reißt erschrocken die Augen auf.

    Eileen: "Dass können sie doch nicht machen."

    Esoterik Psychologin: "Doch kann ich, außerdem bin ich mir sicher, dass du das alles nur aus Langeweile tust, um dich von deiner eigentlichen Therapie abzulenken."

    Eileen springt von ihrem Kissen auf und protestiert mit geballten Fäusten:

    "Wissen sie, was sie da tun?"

    Esoterik Psychologin: "Du bist nicht gefährlich Eileen, außerdem hatte ich dich wie alle anderen auch gebeten, mich mit Du anzureden. Wenn wirklich was ist, wo du dir ernsthaft Sorgen über dich selbst oder andere machst, dann rede mit mir nach der Sitzung, dann können wir wirklich wichtige Werte auf einen geheimen Status setzen."

    Eileen rührt sich nicht. Wird jedoch konsequent von der Beraterin ignoriert, die einfach zu Manuels überschwenkt und sich mit diesem unterhält.

    Katrin: "Och komm schon, Mario wird dir sicher wieder alles raufsetzen."

    Eileen: "Ach verdammt .."

    Sie lässt sich auf den bloßen Tannenboden fallen und beißt in ihr Kissen.

    45
    Therapien ( Tag 6 Montag Mittag )

    Eine Weile starre ich gelangweilt erst auf den Zaun mit den Blickdichten Plastikeinlagen aber nach einer Weile wird mir das künstliche Grün zu eintönig und ich blicke nach oben in die Wipfel der hohen Bäume, die im Camp stehen.

    Bei all der Aktion, die hier jeden Tag abgeht, komme ich fast nicht dazu mal in Ruhe die Natur und die Atmosphäre zu genießen. Ich atme langsam die frische warme Luft ein, als mich plötzlich ein Stupsen aus meinen Gedanken reißt.

    "Hey du bist dran"

    Nuschelt es aus einem Kissen.

    Beraterin: "Daniel. So heißt du doch oder?"

    Ich: "Ja. Entschuldigung."

    Beraterin: "Ach halb so schlimm. Es gibt ja drei die so heißen."

    Anny: "Nein, nur noch zwei der zweite ist weg."

    Beraterin: "Ah ok. Also ich lese deine Probleme liegen vorwiegend in der Schule."

    Ich: "Ja."

    Beraterin: "Hm, es ist immer etwas vertrackt mit Teilnehmern, die ausschließlich Schulprobleme haben. Aber jeder braucht eine Wochenaufgabe verstehst du?"

    Ich nicke nur stumm.

    Beraterin: "Was war denn deine Wochenendaufgabe."

    Ich: "Ja, ich sollte in die Stadt gehen und dort eine .. ähm .. was Trinken"

    Ich konnte mir das Wort Cola noch knapp verkneifen, denn es käme sicher nicht so gut, wenn ich hier vor allen erzähle, dass ich gegen die Campregeln verstoßen habe, auch wenn es auf direkte Anweisung war.

    Beraterin: "Gut und hast du es geschafft?"

    Was soll die Frage, natürlich habe ich das hinbekommen. Gut, ich habe einfach stumpf eine ganze Flasche gekauft und mich nicht in ein Kaffee gesetzt, was sicher eigentlich gemeint war.

    Ich: "Ja."

    Beraterin: "Gab es dabei Probleme?"

    Ich: "Ähm, nein."

    Beraterin: "Super, dann weiten wir das ganze noch ein wenig aus und du gehst einfach mal unter der Woche hier ins Dorf und trinkst da etwas oder so. Einverstanden?"

    [x]Ja

    [o]Nein

    Ich: "Ja, kann ich machen."

    Also langsam fühle ich mich ein wenig verlabert aber diese einfache Aufgabe ist immer noch besser als etwas schwieriges aufgebrummt zu bekommen. Aber Viktorias 'nicht weiter abnehmen' und Eileens 'nicht lügen' sind für normale Menschen ebenfalls sehr leichte Aufgaben.

    Beraterin: "Erwartest du irgendwelche Schwierigkeiten, beim Erfüllen der Aufgabe? Denn es gibt bei schwierigen Aufgaben immer Zweifel und Probleme. Am besten du sprichst sie jetzt aus also später dich davon behindern zu lassen."

    Ich: "Ähm .. also darf ich dass denn überhaupt, also vom Ausgang her? Und ähm .. ich kenne den Weg nicht."

    Beraterin: "Keine Sorge, du bekommst für die Aufgabe extra Ausgang und den Weg kann dir wer .."

    Anny, deren Arm plötzlich in die Höhe schnellt sagt ganz schnell und mit leicht quiekender Stimme:

    "Ich ich .. ich kenn mich im Dorf gut aus."

    Eileen: "Von wegen, mir der läuft du höchstens im Kreis, wenn du es mit ihr überhaupt bis zum Dorf schaffst, bei ihrer Kondition."

    Nuschelt Eileen in ihr Kissen, die immer noch auf dem Bauch auf dem Boden liegt.

    Beraterin: "Wie bitte? Wenn du etwas zu sagen hast, dann sag es doch bitte Laut, damit alles was davon haben. Deine Wochenaufgabe hat doch so gut funktioniert."

    Eileen erhebt sich und sagt laut und deutlich:

    "Ich habe lediglich angemerkt, dass Annikas Kondition viel zu schlecht ist, um das Dorf unter einer halben Stunde zu erreichen und dass sie sich, dort einmal angekommen, komplett verläuft."

    Stille

    Alle gucken erst Eileen und dann sich gegenseitig an und flüstern leise.

    Beraterin: "Du meist also, du wärst die bessere Begleitung?"

    Eileen verschränkt die Arme, pustet sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und antwortet platt:

    "Naja, es kommt darauf an, was man erreichen will."

    Beraterin: "Das ist Daniels Entscheidung."

    Ich gucke verwundert erst zu Anny, dann zu Eileen, welche immer noch stur Geradeaus zu Beraterin schaut.

    [x]Anny

    [o]Eileen

    Auch wenn Anny auf dem halben Weg zusammenklappt, ist mir das immer noch lieber als alleine mit dieser bekloppten durch ein mir fremdes Dorf zu laufen. Und wenn Anny tatsächlich auf dem halben Weg schlapp macht, dann kann ich mich ja sogar vor dem Dorfbesuch drücken.

    Ich: "Ich würde mit Anny gehen .."

    Anny: "Super .. wann geht es los."

    Beraterin: "Immer mit der Ruhe."

    "Hab ich was verpasst?"

    Ein kleiner leicht Dicklicher Junge von etwas 12-13 Jahren kommt in den Kreis gerannt, setzt sich auf den Boden und muss erstmal Luft holen.

    Bezy: "Hi, Nayse."

    Beraterin: "Hallo, Nayse. Wie gehts?"

    Nayse: "Och .. ganz gut."

    Beratrin: "Wo kommt du her?"

    Nayse: "Ausflug .. hmp .. mit meiner neuen Klasse."

    Der Junge, der offensichtlich Nayse heißt, beantwortet die Fragen schnell und kapp, wahrscheinlich aus dem Grund, dass er immer noch ziemlich außer Atem ist.

    Katrin: "Das ist Nayse .. naja .. eigentlich Niels und du kannst ihr auch ruhig Niels nennen, bei ihm ist das nur so ne Art Spaß, dass wir ihn alle Nayse nennen. Er ist ok, alle mögen ihn. Er kommt sogar mit Eileen klar."

    Die Beraterin reden mit Niels ausführlich über seinen Ausflug mit seiner neuen Klasse. Ich höre nur mit einem halben Ohr zu, mit dem anderen lausche ich Katrins Stimme.

    Katrin: "Der Arme muss immer wieder die Klasse wechseln, weil er gemobbd wird, voll gemein sowas. Und keiner hat eine Erklärung dafür .. hm."

    Katrin wirkt etwas niedergeschlagen und lässt die Schultern hängen. Sie hat sich für die Sitzung scheinbar etwas schick gemacht und trägt ihr leicht gothicartiges spitzen Oberteil, natürlich in schwarz.

    Nachdem Nayse mit seiner Erzählung durch ist, beginnt die Beraterin damit die einzelnen Campbewohner in Therapien zu verteilen.

    Beraterin: "Alles nur Provisorisch versteht sich, ich darf euch eigentlich gar nicht einteilen aber ihr könnt ja auch nicht war los in Therapien gehen."

    Fügt sie noch hinzu. Ohne das ich eine Ahnung hätte, fragt sie plötzlich mich:

    "In welche Therapien möchtest du den gerne?"

    Bezy: "Hö, Therapien .. gerne .."

    Druckst Bezy, während mich Katrin und Eileen beide mehr oder weniger erwartungsvoll von links und rechts ansehen.

    [o] Bildhauerei und Bogenschießen. ( Katrin )

    [o] Charakterentwicklung und Bogenschießen. ( Eileen )

    [x]Sagen, dass ich nicht weiß, was es gibt.

    Bevor ich mich hier auf eine Seite schlage, möchte ich wenigstens wissen, was es noch so zur Auswahl gibt.

    Ich: "Ich weiß leider gar nicht, was es alles gibt."

    Beraterin: "Es gibt eine Menge und wenn ich ehrlich bin, weiß ich auch gerade nicht, was es alles so genau gibt aber etwas mit Handwerk wäre sicher eine Anfang."

    Katrin: "Ja, Bildhauerei."

    Erschreckt von Katrin lauter und schneller Antworte Ich instinktiv:

    "Aber ich kann das gar nicht."

    Katrin: "Gar kein Problem ich auch nicht, Harry leitet dich so gut an, da kommt bei jedem was schönes raus."

    Beraterin: "Gut, dann ist das abgemacht. Dann hast du schon mal eine Therapie und hängst nicht den ganzen Tag untätig rum. Als zweites steck ich dich erstmal zu mir in die Kommunikations Therapie."

    Ich nicke das ganze ab und gucke wieder in der Gegend herum, während die anderen teilweise heftig um Plätze in bestimmten Therapien mit der Beraten feilschen. Meine Aufmerksamkeit wird er wieder geweckt, als von einer unbekannten und schwarzen Gruppe gesprochen wird.

    Katrin, die wohl meinen ungläubigen Gesichtsausdruck bemerkt hat, flüstert leise in einem leicht pathetischen Tonfall:

    "Über die unbekannte darf man nicht reden und über die schwarze Gruppe darf man gar nicht reden."

    Ich gucke verwundert aber anstatt weiter zu erklären wendet sich Katrin wieder dem Geschehen zu und freut sich riesig, als sie auch in die Bildhauergruppe kommt, zudem kommt sie in eine Skills Gruppe.

    Ich: "Was ist Skills."

    Katrin: "Dürfen wir auch nicht drüber reden, wir mussten alle vorher extra einen Vertrag unterschreiben."

    Manuel: "Trainiert ihr da eure leeten Unreal Tournament Skills?"

    Katrin: "Nicht ganz aber es hat etwas mit können zu tun."

    Als sie das sagt, hält sie sich die Hand wie einen Schirm vor die Augen. Da auch mich langsam die Sonne blendet, tue eich das Gleiche um Miguel überhaupt noch erkennen zu können.

    Beraterin: "So meine Kinder, dann wäre es das für Heute. Die in meiner Gruppe sind, sehe ich um die bekannte Zeit wieder, allen anderen wünsche ich noch einen wunderbaren Tag."

    Eileen: "Och ne. Ich wusste heute wird es heiß."

    Ich sehe geblendet nach oben und sehe, die grelle Sonne nahe ihrem Zenit durch die hohen Tannen des Camps auf uns herum scheinen.

    Katrin: "Reg dich doch nicht auf, du kannst es doch eh nicht ändern. Außerdem kannst du jetzt mit deinen wiedererlangten Rechten eine Wanne ausleihen."

    Eileen zuckt genervt mit den Schultern und wendet sich, wie alle anderen Campbewohner auch, Richtung Bunker .. oder eben Hauptgebäude der inneren Camps Westseite oder so ähnlich. Ich folge einfach der Masse und erkenne im Bunker ankommen schon den Grund für die ungewöhnliche Bewegung der kleinen Masse.

    46
    Panzerglas ( Tag 6 Montag Mittag )

    Es gibt Essen und die meisten knubbeln sie wie immer an den großen Tisch, der immer noch viel zu breit für den schmalen Gang ist, in dem er steht. Langsam frage ich mich, ob das von Anfang an so gewollt war oder ob man diesen Bunker hier einfach umfunktioniert hat. Ich meine, wer hatte die Idee, dass ein Bunker ein gutes Hauptgebäude für ein Ferienlager abgeben könnte?

    Als ich mich endlich setzte, ist nur noch ein Platz ganz am Ende der rechten Seite neben Merle frei.

    Merle: "Och ne Sauerbraten."

    Ich: "Magst du kein Sauerbraten?"

    Merle: "Ja aber nicht von Tellern abkratzen."

    Schon im Voraus etwas genervt, sieht Merle zu Anny und Bezy herüber von denen sich Bezy eine absurde Menge Fleisch mit viel zu viel Soße auf den Teller packt und Anny jetzt schon in einem undefinierten Haufen aus Kartoffelpüree, Erbsen und noch mehr Soße herum stochert.

    Ich: "Von mir aus, kann ich spülen."

    Merle: "Wie denn, wenn du gar nicht dran bist. Du hast nur Morgens und Abends."

    Entgegnet Merle etwas genervt aber immer noch freundlich und steckt sich eine sauber geschnittenes Stück, von ihrem präzise auf dem Teller platzierten, Sauerbraten in den Mund.

    Merle: "Allerdings, du hast doch Probleme mit Englisch oder sowas, hab ich da mitbekommen. Und du willst nicht, dass dir Eileen hilft .. warum auch immer, geht mich nichts an."

    Ich: "Ja. So in etwa."

    Merle: "Gut, dann las uns das doch so machen: Du tauscht mit mir den Spüldienst und ich helf dir bei der Berichtigung der Arbeit."

    [o]Ablehnen

    [x]Annehmen

    Ich: "Einverstanden."

    Merle: "Optimal."

    Fast den gesamten Rest der Zeit verbringen wir schweigend und ich frage mich langsam, warum sie nicht mit mir reden will und ob ich etwas falsches gesagt habe. Aber anscheidet bemerkt sie meinen fragenden Gesichtsausdruck und sagt leise:

    "Sei bitte nicht böse, dass ich mich nicht mit dir unterhalte aber ich rede so ungerne beim Essen."

    Nach einer kurze Pause fügt sie noch hinzu:

    "Das ist einer der seltenen Momente, wo man mal etwas Ruhe hat."

    Ich nicke und esse schweigend weiter. In Stille aber trotzdem in Gesellschaft zu essen hat was.

    Als die meisten Aufgegessen haben aber anderen scheinbar noch etwas brauchen, fragt Bezy:

    "Dürfen wir schon mal rauchen gehen?"

    Peter nickt worauf Bezy merkwürdigerweise einmal um den langen Tisch herum läuft und mir auf die Schulter tippt.

    "Hey, magst du mit uns kommen rauchen?"

    Ich: "Ähm ich rauche nicht."

    Bezy: "Egal, musst ja nicht mit rauchen. Wir wollten mal kurz deine Meinung hören."

    [o]Ablehnen

    [x]Annehmen

    Da ich im Moment eh nichts besseres zu tun habe und mit dem Spülen noch waren muss, folge ich Bezy durchs Wohnzimmer, dessen schmale Terrassentür offen steht. Bezy zwängt sich hindurch und ich folge ihr mit eingezogenen Schultern.

    Zu meiner Überraschung stehe ich auf einem großen aber nicht weniger bunkerartigen Balkon, auf dem einen Bank und ein Aschenbecher steht. Ich frage mich wieder, zu was dieses Gebäude ursprünglich mal gedacht war. Ich trete an die Brüstung, um die Aussicht über das Camp zu genießen aber was ist das?

    .. was zum? Warum sind hier rundherum zehn Zentimeter dicke Glasplatte? Ich sehe mir die dicken fest einbetonierten Platten genauer an. Rund um den Balkon sind tatsächlich Panzerglasplatten angebracht, nur hin und wieder sind schmale Lücken gelassen, durch die knapp ein Arm passt.

    Suzy: "Schon interessant oder?"

    Sagt Suzy sarkastisch, als wäre es völlig unnormal sich mich so einer Anomalie zu beschäftigen.

    Anny: "Hey, es ist verboten, seinen Arm zwischen die Platten zu stecken."

    Ich: "Ähm .. was ist das?"

    Katrin: "Panzerglas ganz einfach."

    Ich: "Und warum?"

    Ich umfasse ungläubig eine der Platten, die Dicke scheint sogar bei weit mehr als 15 Zentimetern zu liegen.

    Katin: "Damit hier keiner runterspringt natürlich."

    Auch sie hat einen leicht sarkastischen Ton in ihrer Stimme, welcher aber viel freundlicher und verspielter klingt.

    Ich: "Runterspringen? Sind wie hier nicht im Erdgeschoss?"

    Ich stemme mich an der Brüstung hoch und versuche so gut es geht und es die Dicken Glasplatten zulassen, nach unten zu sehen. Nein, wir sind nicht im Erdgeschoss unter und ist die kleine Senke mit der kleinen Terrasse, die hinter der unteren Bunkertüre liegt. Unten kann ich den Tisch und die Feuerstelle fürs Lagerfeuer sehen.

    Ich: "Wirklich tief ist das aber nicht."

    Katrin: "Um sich zu leider verletzen zu niedrig, für eine Flucht aber schon zu tief."

    Bezy: "Völlig unnötig diese Glasplatten."

    Ich: "Sicher irgendeine Vorschrift oder so."

    Ich drehe mich zu Katrin um, die ebenfalls nicht raucht und mit Nayse in einer kleinen Ecke, eben der Balkontüre steht. Neben ihr ist ein recht großes auf dem Kopf stehendes Pentagram in die Wand gekratzt.

    Ich: "Wou."

    Nayse schau nach oben.

    Nayse: "Satansstern oder?"

    Bezy: "Nein, der ist doch andersrum oder?"

    Ich: "Soweit ich weiß, ist dass mit der Spitze nach oben ein altes Heidnisches Symbol, dass Drudenfuss heißt"

    Nayse: "Und was bedeutet das?"

    Ich: "Naja, das weiß ich nicht mehr so genau aber es sollte das Böse abhalten."

    Nayse: "Und wenn es auf dem Kopf steht?"

    Ich: "Hm, dann müsste sich die Bedeutung umgekehrt sein ..."

    Bezy: "Aha."

    Ich: ".. also Böses anziehen."

    Ketrin: "Wouuu .."

    Katrin tut so, als würde das große auf dem Kopf stehende Pentagramm sie anziehen.

    Bezy: "Jaja, wie auch immer. Sag mal wie findest du unsere Outfits heute?"

    Von den Mädchen auf dem Balkon trägt Bezy eine weite aber bis zu den Knien hockgekrempelte Jeans und ein hell lilanes viel zu weites Oberteil, dass sie an der Seite zusammen geknotet hat und einen türkisen Haarreifen, welcher ihre dunkel braunen Haare hinten hält.

    Anny ihr typisches Farbschema aus weiß und pink, nur diesmal das weiße Top über dem pinken und dafür eine recht unpassend dunkle enge Jeans.

    Suzy ihren schon bekannten pinken Plüsch Trainingsanzug nur diesmal das Oberteil etwas weiter offen, wahrscheinlich wegen der Hitze.

    Salfia trägt eine sehr unpassende Kombination aus Caprihose und Kapuzenpully, was mich annehmen lässt, dass sie bei dieser kleinen Modeschau gerade nicht teilnimmt.

    Ich: "Naja .. also .."

    Ich denke nach werde aber von Bezy unterbrochen:

    "Eigentlich gehört das ja anders"

    Sie sieht sich etwas hektisch um und wirft einen Blick zum Fenster, durch welches man vom Bunker auf den kleinen Balkon sehen kann. Zumindest theoretisch, denn innen stehen einfach viel zu viele Pflanzen auf der Fensterbank, als dass man uns sehen könnte.

    Bezy: "Eigentlich gehört das ja so."

    Sie zieht sich das Shirt von den Schulter, worauf dieses auf der Höhe ihrer Oberarme hängen bleibt. Anschließend dreht sich sie etwas unbeholfen hin und her. Nicht ohne dabei leicht nervös in alle Richtungen zu gucken.

    Bezy: "Und?"

    Ich: "Ja sieht toll aus, Lila steht dir .. aber warum guckt du dich ständig um?"

    Anny tippt auf Bezys BH Träger.

    Katrin: "Du darfst halt keine Unterwäsche aus deiner Kleidung raushängen lassen."

    Erklärt Katrin hinter mir. Ihre Tonlage klingt, als wäre sie nicht besonders angetan von Bezy und Anny kleiner Modenschau.

    Suzy: "Hä warum das?"

    Eileen: "Hauptsächlich damit Jungs ihre Unterhosen nicht aus ihren Hosen rausplustern lassen und damit Mädchen letzere nicht unnötig noch weiter aufplustern."

    Eileen ist gut hörbar durch die enge Balkontüre gedonnert, streckt ihre Nase auf den Balkon und sagt angewidert:

    "Eww .. ist das hier heiß, ich mach mich vom Berg. Falls jemand noch was von mir will, ich bin im Wohnzimmer."

    Salfia: "Warte"

    Salfia, folgt Eileen und zwängt sich an mir vorbei durch die Balkontüre.

    Suzy: "Warum auch, sieht doch eh scheiße aus."

    Ich: "Ähm?"

    Suzy: "Ja dass man die Unterwäsche sieht. Also BHs, bei Boxershorts sieht das cool aus."

    Leicht verärgert verschränkt Bezy die Arme und wendet sich von Suzy ab zu mir:

    "Was meist du?"

    Ich: "Wie?"

    Bezy: "Ja, findest du das sieht gut aus oder nicht?"

    Der Ärger in ihre Gesicht weicht wieder ihrem üblichen verspielten Lächeln, wenn sie über solche Thema spricht und sieht mich direkt an. Mir ist die Situation sichtlich unangenehm ..

    [x]Sagen, dass es gut aussieht

    [o]Sagen, dass so was gar nicht geht

    [o]Katrin subtil um Hilfe bitten

    Ich: "Ich finde, es sieht bei dir ganz gut aus. Es kommt aber auch auf die Beschaffenheit der Träger an. Die schnörkellosen blauen, die du gerade trägst passen super. Ich meine es sind ja auch Linien in Farbe, die mit zur Outfit gehören."

    Anny: "Schaffenheit der Träger - so kann man auch über die Unterwäsche von nem Mädchen Reden."

    Kichert Anny leise.

    Bezy: "Hallo, wir führen hier ein hoch professionelles Fachgespräch."

    Anny: "Über deine Unterwäsche."

    Suzy: "Ich find, sieht immer noch scheiße aus. Da trag ich lieber gar keinen BH."

    Anny: "Das darfst du nicht. Steht sogar in den kleinen Reglen."

    Suzy: "Und? Also würd mich das jucken."

    Sieh zieht dabei so an ihrerer rosa Kapuzenjacke, dass man ganz deutlich sieht, dass sie keinen BH trägt.

    Bezy: "Alter."

    Suzy: "Was wollen die denn machen eh .. ich hab doch eh kaum noch Rechte."

    Anny: "Findest du nicht das ist ein bisschen krass?"

    Gut das Anny das ausspricht, denn nachdem sie ihren Pully losgelassen hat, rutscht dieser einfach irgendwo hin und ich gucke der Sicherheit halber einfach wieder zu Bezy, diese scheint aber ganz angetan zu sein von dem, was es da bei Suzy zu sehen gibt.

    Suzy: "Ne warum, ich hab lange dafür gearbeitet und bin stolz drauf."

    47
    Titten ( Tag 6 Montag Mittag )

    Peter: "Alle fertig mit rauchen?"

    Ein Glück, Peter stößt sie Balkontüre auf und streckt den Oberkörper zu uns heraus.

    Bezy: "Ja ja."

    Peter: "Alle Zigaretten aus?"

    Anny: "Ja."

    Peter: "Gut, dann ist der Balkon auch wieder für die unter 16 Jährigen freigegeben."

    Peter zieht sich zurück aber noch bevor ich mich wundern kann, dass er weder Bezy noch Suzys Outfits auch nur irgendwie beachte hat, kommt Emily nervös durch die enge Türe gestolpert.

    Emily, die sich noch einmal nach Peter umsieht fragt leise:

    "Habt ihr wirklich alle Zigaretten aus?"

    Bezy: "Ach quatsch, hier."

    Bezy hält Emily eine Zigarette hin, die zügig zieht und die Zigarette dann mit etwas weniger zitterndern Händen zurück gibt.

    Emily: "Danke, ich hatte den Schmacht meinen Lebens."

    Bezy: "Hm, wo waren wir?"

    Sie sieht mich an, wird dann aber von Suzy unterbrochen:

    "Titten. Welche Größe hast du?"

    Ich: "Ich?"

    Frage ich mit einem etwas gekünsteltem Lächeln und schäme mich eine Sekunde später selbst für diesen schlechten Witz aber alles was diese Situation irgendwie entschärft soll mir nur recht sein. Ich könnte zwar einfach gehen oder mich hinter Katrin kauern aber ich will auch nicht vor Bezy und Anny als Feigling dastehen. Nicht vor den einzigen hübschen Mädchen, die mich je auch nur ein bisschen mochten.

    Zu meiner Verwunderung müssen alle mehr oder weniger lachen.

    Suzy: "Nicht du, Bezy."

    Bezy: "90c"

    Suzy: "Ha, 80d. Dann hab ich wohl die Größen hier im Camp."

    Das diese Aussage völliger Unsinn ist, da man Körpchen mit unterschiedlichem Unterumfang nicht so einfach vergleichen kann, erspare ich mir am besten und versuche stattdessen unauffällig hinter Anny in Deckung zu gehen.

    Bezy: "Eileen hat die Größten im Camp."

    Suzy: "Die? Wenn die ihren BH aussieht, hat die doch ihre Titten in den Kniekehlen hängen."

    Bezy, die erst ein wenig geschockt guckt – fängt dann doch an zu grinsen und sagt:

    "Oder noch ganz so anders."

    Dabei stubst sie Anny in die Wange.

    Anny: "Hey .."

    Anny fuchtelt wild mit den Händen, um Bezys Finger los zu werden. Diese weicht jedoch aus und steckt ihre Hand zurück in ihre Hosentasche.

    Suzy: "Ach sowelche seit ihr?"

    Anny: "Nein, so war das nicht."

    Bezy: "Joar schon."

    Ich habe es mittlerweile geschafft, mich komplett hinter Anny zu stellen, fühle mich hinter ihr einiger maßen Sicher und beobachte die Szenerie aus einer gefühlten Distanz, welche zugegeben doch etwas witziges hat.

    Suzy: "Hey, warum schaust du mir auf die Titten?"

    Wirft mir Suzy mit leicht angewidertem Gesichtsausdruck vor, obwohl ich gar nicht .. mist ich bin abgeschweift und hab ihr wohl doch kurz in den Ausschnitt geguckt, wenn man das noch Ausschnitt nennen kann, und sie hat es promt gemerkt und ist jetzt sicher sauer.

    Noch bevor ich mir eine passende Entschuldigung ausdenken kann, haue ich einfach raus:

    "Weil wir gerade darüber reden?"

    Suzy: "Ach kleiner Spaß."

    Ihre künstlich angewiderte Mine, wandelt sich wieder zu ihrem Dauergrinsen.

    Puh noch mal Glück gehabt, schnell schaue ich woanders hin.

    Suzy: "Willst du mal anfassen?"

    Ich muss kurz lachen und sehe wieder zurück zu Suzy, die ihr Grinsen etwas abschwächt hat und mir direkt in die Augen schaut. Zu meiner Überraschung macht Anny, sofort Platz und ich und Suzy sind und direkt gegenüber.

    Suzy: "Wenn du die mal anfassen willst .. kein Problem."

    Ich sehe in ihren Augen und höre an ihrem Tonfall, dass sie das komplett ernst meint. Es wirkt weder wie ein böser Schwerz, noch wie eine Falle und mir wird klar, dass ich da jetzt ohne Probleme einfach meine Hand ausstrecken und in ihr rosa Kapuzenshirt greifen könnte und nach allem was ich sehe und höre, würde es ihr sogar gefallen.

    Es ist eine echt schwere Entscheidung und mir fällt gerade absolut kein Grund ein, es nicht zu tun.

    [o]Es tun.

    [x]Es doch nicht tun.

    Doch auf einmal spüre ich Katrins bösen Blick in meinem Nacken und sehe vor meinem inneren Auge deutlich, wie sie hinter mir steht und indirekt droht, mich nie wieder auch nur anzusehen, wenn ich jetzt zugreife. Also lasse ich es besser und antworte höflich:

    "Nein, aber Danke."

    Noch während ich das sage merke ich, wie seltsam das klingt.

    Suzy: "Dann eben nicht."

    Suzy zuckt mit den Schultern und wendet sich wieder Bezy zu. Die aber immer noch mich anstarrt.

    In diesem Moment der Erleichterung fällt mir ein, dass ich ja noch Spüldienst habe.

    Ich: "Ihr, ähm .. ich muss los."

    Bezy: "Warum das denn, ist doch gerade so lustig."

    Ich: "Spüldienst."

    Bezy: "Ja dann lass Merle mal nicht warten. Eventuell hast du ja bei ihr ähnliches Glück."

    Ich verabschiede mich schnell von den vier Mädchen und dreh mich zu Katrin um. Jedoch erwartet mich anstelle einer wütenden Katrin mit glimmenden Augen eine Katrin, die ganz Gedanken versunken an das Pentagram gelehnt in die Landschaft schaut.

    Katrin: "Hä, war was?"

    Ich: "Ich muss Spülen."

    Katrin: "Ja mach das, ich bleibe noch ein bisschen hier."

    Während ich mich noch frage, ob sie auch die ganze andere Zeit hin über auch gedöst hat, laufe ich durch den Bunker in die leere Küche. Dort angekommen hohle ich erstmal Luft.

    Man, ich habe mich noch nie so sehr auf das Abkratzen von Bratensoße gefreut.

    Ich scheine lange vor Merle in der Küche angekommen zu sein, denn weder wurde bereits Spülwasser eingelassen noch hat irgendjemand den mit schmutzigem Geschirr beladenen Wagen nach dem Abräumdienst berührt.

    Froh nach dem Schock auf dem Balkon etwas Ruhe zu haben, nehme ich mir schon mal einige der Teller, auf welchen sich teilweise noch große Portionen Essen befinden und versuche diese Reste im Mülleimer in der Ecke zu entsorgen.

    Man jetzt weiß ich auch endlich, warum wir im Kindergarten immer alles aufessen mussten, dass Ganze macht es dem Küchenpersonal um einigen Einfacher. Gibt es denn keine Regel dafür? Ich meine, hier ist ja scheinbar sonst alles geregelt.

    Die haben sich hier aber auch den wohl ungünstigsten Mülleimer hingestellt, denn es gibt. Die gefederter Klappe muss man ständig mit einer Hand davon abhalten wieder zu zugehen und mit der anderen das Essen abkratzen und gleichzeitig noch den Teller halten.

    Schon nach dem zweiten Teller wird es mir so blöd und denke scharf über eine Lösung nach, währen ich Messer und Gabeln einfach am Rand eines Teller abschabe. Nach einer Weile kommt mir eine Idee und ich kneule einfach ein wenig Küchenpapier so zusammen, dass ist damit die Klappe des Eimer blockieren kann.

    Während ich nun etwas entspannter die Teller und Schüsseln von Gulasch und Kartoffelbrei befreie frage ich mich langsam, wo Merle bleibt. Als ich schon fast alle Teller soweit abgekratzt hatte, tritt Plötzlich jemand hinter mir in die Küche, holt kurz Luft und sagt dann mit einer mir unbekannten hellen heiteren Stimme:

    "Ich bitte vielmals für die Verspätung aber ich hatte eine kleine Unterredung mit dem örtlichen Personal."

    Ich drehe mich verwundert um, es ist Eileen, die mit ihrer typischen aggressiven Stimme antwortet:

    "Hä? Du? Wo ist Merle?"

    Ich: "Weiß nicht, wir haben getauscht?"

    Eileen verschränkt die Arme und guckt mich sauer an.

    Eileen: "Getauscht? Seit wann geht das denn? Man kann nicht einfach die Dienste tauschen."

    Ich: "Ähm, keine Ahnung."

    Eileen: "Einen Moment."

    Sie donnert wild aus der Türe, wahrscheinlich in Richtung des Personalraumes. Nur um auch schon einen Augenblick später von Mario zurück in die Küche geführt zu werden und dabei laut zu protestieren:

    "Hey, aber das geht doch nicht, das gibt doch voll das Durcheinander, wenn jetzt alle irgednwas tauschen."

    Mario: "In diesem Fall habe ich das nachträglich erlaubt."

    Eileen: "Aber die Messer .."

    Mario: ".. sind so stumpf, dass man damit noch nicht mal ein Brötchen abstechen könnte? Deine Worte."

    Eileen: "Ja, aber .."

    Mario: "Nein, kein Aber du machst deinen Dienst. Du musst auch mal mit Campbewohnern klar kommen, die du eventuell nicht magst. Auch wenn dass hier ein ganz spezieller Fall ist."

    Eileen: "Ja spezieller Fall von .."

    Mario: "Ach Daniel, dein Buch liegt noch bei uns im Personal Raum, komm es dir am besten bei Gelegenheit mal abholen."

    Ich Nicke.

    Mario: "Ist sonst noch was?"

    Eileen: "Nein, alles gut."

    Sie guckt auf den Boden und nimmt sich ohne hinzusehen die Spülbürste. Sie muss wohl mittlerweile auswendig wissen, wo alles ist. Hoffentlich lässt sie ihre schlechte Laune nicht an mir aus und hoffentlich ist sie so "harmlos" wie unsere psychologische Beraterin meinte.

    Mario verlässt die Küche, schließt die Türe hinter uns und Eileen geht wortlos aber sichtlich gekränkt auf mich und das Spülbecken zu. Als sie näher kommt, bemerke ich dass sie recht verschmitzt aussieht und sich ein nasses Tuch unten den Haarreifen geklemmt hat.

    Ich: "Du musst nicht spülen, du kannst auch abtrocknen."

    Eileen: "Schon wieder? Ok. Mich macht die Hitze eh schon fertig genug."

    Ich: "Hitze?"

    Eileen: "Ja, hier drinnen geht es noch aber Draußen ists schlimm."

    Antwortet sie knapp. Ich nehme mir eines der Fläschchen und lasse Wasser einlaufen, dann fange ich wortlos an Teller, Tassen und Schüsseln zu spülen und diese auf der Abtropffläche abzulegen, wo Eileen sich die Sachen ebenfalls wortlos wegnimmt und hinter meinem Rücken, an die Arbeitsplatte auf der anderen Raumseite gelehnt, leise abtrocknet.

    Endlich mal Ruhe.

    48
    Kühlkissen ( Tag 6 Montag Nachmittag )

    Ich genieße die Ruhe, welche nur vom leisen Klappern des Geschirrs und von Eileens sporadischen Prusten gestört wird. Ihr scheint wirklich sehr heiß zu sein.

    Eileen: "Boar, sorry aber das geht jetzt echt nicht anders."

    Sie legt den Teller, den sie gerade abtrocknet, samt des Spültuchs weg und drückt erstmal ihren Rücken durch. Ich drehe mich fragend zu ihr um.

    Eileen: "Weißt du, das ist mir jetzt echt scheiß egal. Wenn du dich so gut mit Mode auskennst, wie du immer tust, weißt du das ja eh schon."

    Ich: "Naja, es geht, so gut kenne ich mich jetzt auch nicht aus."

    Eileen: "Ja ja, mach einfach den Kühlschrank auf."

    Ich: "Ok."

    Antworte ich kurz und schubste anschließend den Kühlschrank auf, welcher auf Augenhöhe auf meine Seite der Küche eingebaut ist und Richtung Küchentüre aufgeht.

    Eileen: "Behalt das aber für sich ok?"

    Ich nicke ihr zu und spüle weiter. Ich hab mal wieder keine Ahnung, was sie vorhat eventuell hat ihr das Essen nicht gereicht und sie will noch eine Scheibe Käse als Nachtisch.

    Aus meinem Augenwinkel sehe ich, wie sie plötzlich in ihre Bluse rumfummelt und anschließend mit etwas Schwung ihre Brüste in den Kühlschrank wirft.

    Eileen: "Und hep .. Volltreffer."

    [o]Mich umdrehen und gucken was sie da macht.

    [x]Mich weiter aufs Spülen konzentrieren.

    Ich versuche nicht allzu sehr darüber nachzudenken, was gerade passiert ist und probiere, mir keine Verwunderung anmerken zu lassen und schon gar nicht hinzusehen, dass ist mir eben auf dem Balkon gar nicht gut bekommen.

    Ich: "Hm, guter Treffer."

    Eileen: "Danke .. ähm .. das ist alles an Reaktion?"

    Ich: "Ja."

    Antworte ich kurz. Sie hingehen streckt sich und schüttelt ihr Oberteil aus, wohl auch um sich Luft zuzufächern. Was ich aber nur an dem Geräusch festmachen kann, denn mit meinem Augen bin ich ganz auf das immer dreckiger werdende Spülwasser fixiert. Wo ich eine Weile weiter hineinstarre ..

    Eileen: "Eigentlich könnte ich jetzt mal übernehmen."

    Ich: "Hm?"

    Frage ich ohne aufzusehen.

    Eileen: "Ja spülen oder willst du schon wieder alles alleine machen? Keine Chance, dass las ich mir nicht noch einmal gefallen und übrigens, du musst nicht weggucken. Ich bin keine Meduse oder sowas."

    Ich sehe auf und erschrecke kurz, da sie fast direkt neben mir steht.

    Eileen: "So weg da."

    Sie schiebt mich quasi vom Spülbecken weg, nimmt mir die Bürste aus der Hand, spühlt schnell den letzten Teller und kippt unter lauten Rasseln den kompletten Besteckkorb in das trübe Wasser, wo sich auch gleich beide Hände versenkt und sich übertrieben vorne über beugt.

    Eileen: "So, kann ich endlich mal vernünftig arbeiten."

    Sie sieht nach unten und schnappt sich die erste Gabel, welche sie abschrubbt und mir dann mit dem stiel voraus anreicht.

    Eileen: "Bitte."

    Ich: "Danke."

    Ich trockne die Gabel ab und als ich mich noch frage, ob sie mir jetzt jeder einzelne Gabel und jedes Messer einzeln anreichen will schreit sie auf einmal auf und zieht ihre Hände aus dem Wasser.

    Eileen: "Ahh .. verdammt .. mmm."

    Sie stöhnt unterdrückt und hält sich den linken zeige Finger.

    Ich: "Alles ok?"

    Eileen: "Verdammt, da muss irgendwas Scharfes mit drin sein."

    Ich: "Das Brotmesser?"

    Eileen: "Keine Ahnung, ob das scharf ist. Ich hatte es bis jetzt nie in der Hand."

    Ich: "Geh am besten zur Personal .."

    Eileen: "Wegen so nem scheiß? Psssst sei mal kurz leise."

    Ich bewege mich nicht. Nach ein paar Sekunden gibt Eileen Entwarnung:

    "Ok, ist gut. Die haben wohl nichts gehört."

    Ich: "Wer?"

    Flüstere Ich.

    Eileen: "Alles gut du brauchst nicht flüstern."

    Ich gucke jetzt doch langsam etwas verwirrt.

    Eileen: "Erklär ich erklär dir gleich alles in Ruhe .. wenn du mir dafür auch was erklärst einverstanden."

    [x]Einverstanden

    [o]Ablehnen

    Ich Nicke, denn ich würde ja schon gerne wissen, was hier abgeht.

    Eileen: "Gut, als erstes würde ich vorschlagen, dass du weiterspülst, nicht dass ich mich drücken wollen würde aber ich hab Angst, dass sich das hier entzündet."

    Sie beginnt ihren Finger abzulecken und die Wunde nach Fremdkörpern zu untersuchen.

    Eileen: "Ich hab da wirklich mit Anlauf rein gegriffen, wenn du vorsichtig bist, dann dürfte nichts passieren."

    Während ich vorsichtig im Trüben nach dem Brotmesser fische und es bein dritten Griff auch schon habe fährt sie fort:

    "Also, nebenan ist ja der Personalraum."

    Ich Nicke.

    Eileen: "Sieht du diese komische Lampe mit dem übergroßen Kaltspiegel."

    Ich: "Was ist ein Kaltspiegel."

    Ich gucke nach oben

    Eileen: "Nicht hinsehen!"

    Zischt sie mich leise an und fährt fort:

    "Egal, dieses silberne Teil eben. Dieser Spiegel führt über andere Spiegel in den Personalraum."

    Ich: "Und die sehen uns?"

    Eileen: "Naja, je nachdem wo wir stehen, sehen die mehr oder weniger von uns. Aber die hören uns eben nicht."

    Ich: "Klingt logisch. Ach und deswegen eben der Wurf von deinen .."

    Ich und mein dummes Maul, ich muss mich wieder daran gewöhnen immer alles noch einmal zu überdenken, bevor ich es sage.

    Eileen: "Meinen?"

    Sie stemmt die Hände in die Hüften, was ich recht gut erkennen kann auch ohne aufsehen zu müssen, da sie sich praktischer weise im verchromten Wasserhahn spiegelt.

    Eileen: "Ach kleiner Spaß. Ich bin froh, wenn ich die Dinger mal für einen paar Minuten los bin."

    Ich: "Warum trägst du die denn dann überhaupt."

    Eileen: "Na, Rate mal."

    Antwortet sie scharf. Ich atme aus und begreife schon, dass mich das wohl nichts angeht. Da ich für Heute definitiv genug von Brüsten habe, lasse ich es einfach bleiben, sage einfach nichts und wende mich wieder meiner Bestecksuppe zu.

    Eileen: "Entschuldige, das sollte nicht so klingen .. Na kommt, rate mal .."

    Sie sagt das jetzt in einem viel freundlicheren Ton und ich überlege.

    [o]Du möchtest gern größere Bürste haben.

    [o]Du benutzt die immer wenn es heiß wird.

    [x]'Sie' hat damit angefangen.

    Ich: " 'Sie' also dein früheres Ich hat damit angefangen?"

    Eileen: "Bingo. Und ich muss das nun ausbaden."

    Sie verdreht die Augen und wendet sich wieder ihren Gabeln zu, was mir eigentlich nur recht sein kann, denn ich brauche langsam mal meine Ruhe. Bald habe ich das letzte stupfe Brotmesser gespült, lege es auf die Ablage und drehe mich zu Eileen um, die ganz auf einen großen Teller fokussiert ist und etwas abwesend fragt:

    "Weiß du, was ich nicht verstehe?"

    Ich: "Hm?"

    Eileen: "Warum gönnst du dir nicht einfach einer der Bitches hier im Camp?"

    Ich: "Was?"

    Eileen: "Es ist doch ziemlich offensichtlich, dass die dich mögen. Warum lässt du dich nicht auf eine davon ein?"

    Ich: "Die mögen mich halt, weil ich mich mit Mode auskenne. Ich bin mit denen ganz normal befreundet."

    Eileen: "Als ob, dass ist nur der Anlass. Deren Ausrede um dich zu sich zu zitieren. Außerdem packt man als Mädchen Jungs, die mit einem 'nur befreundet' sind .."

    Sie setzt das nur befreundet in wütende Anführungszeichen und fährt fort:

    ".. nicht die ganze Zeit an den Hintern."

    Ich: "Das machen die doch gar nicht."

    Als ich kurz darüber nachdenke, fällt mir auf – doch, dass machen die immer wieder aber ich weiß nie welche das immer genau ist. Eileen grinst, denn sie sieht in meinem Gesicht, dass sie recht hat und sie hat nun mal gerne recht.

    Ich: "Das ist nur Spaß."

    Eileen: "Stimmt, aber die machen keine Späße, die nicht auch ernst werden könnten. Die machen das weder bei Manuell, noch bei dem anderen der so heißt wie du und bei Niels auch nicht, schon mal aufgefallen?"

    Ich: "Und was sollte ich deiner Meinung nach tun?"

    Ich habe keine Idee, worauf Eileen hinaus will. Im besten Fall liefert sie mir gerade ein recht hartes Wortgefecht und im schlimmsten Fall versucht sie mich zu einem groben Verstoß zu animieren.

    Eileen: "Dich eventuell, beschweren oder einfach zurück Packen. Alles ist besser als einfach nichts zu tun."

    Ich: "Zurück packen? Kann ich nicht machen."

    Eileen: "Warum nicht? Die packen dir an den Hintern du an ihnen. Eins eins, ist doch nur fair."

    Ich: "Naja, bei Mädchen ist das was anderes."

    Eileen: "Och ne, jetzt komm du nicht auch mit diesem ungleichen Geschlechter Blödsinn. Gleiches Recht für Alle, oder wir können das mit der Aufklärung gleich wieder lassen. Ganz ehrlich, ich hatte dich für klüger gehalten."

    Das sie mich für klug hält, wäre mir neu.

    Eileen: "Wenn man es genau betrachtet, dann dürftest du bei denen sogar noch mehr, weil die angefangen haben. Aber das würdest du ja noch nichtmal tun, wenn man es dir quasi direkt anbietet. Hab ich den Eindruck."

    Verdammt, wie zum Teufel hat die das mitbekommen. Ich weiß, das Mädchen viel tratschen aber das war einfach zu schnell.

    Eileen: "Naja wie auch immer, magst du den gar keine von denen?"

    Ich: "Sicher mag ich die, sonst würde ich ja nicht mit denen Rumhängen."

    Eileen: "Das ist hier drin kein Indiz, die könnten dich ja auch zwingen, dich mit denen abzugeben."

    Sie sagt das in einem deutlich sarkastischen Ton, als würde sie wissen, dass Mario mich immer mal wieder leicht von ihr und Katrin weg hin zu Anny und Bezy buchsiert.

    Eileen: "Außerdem weißt du genau, wie ich das gerade meine. Also warum fängst du nichts mit einer von unseren 'modernen Mädchen' an? Die Gelegenheit wäre doch zu gut. Du kannst deine komische Nachhilfe schmalspur Psychopathin vergessen, siehst deine Neue hiernach sicher nie wieder und romantisch ist es im Camp hier auch, wo du doch sicher total drauf abfährst so als Romantiker."

    Ich: "Ich weiß nicht, ob ich 'Sie' so einfach vergessen kann."

    Eileen: "Kannst du. Diese Kindergarten Liebe, um Bezy zu zitieren, ist nach einer richtigen Beziehung hier im Camp ausgelöscht, garantiere ich dir."

    Ich: "Haben die nicht was .."

    Eileen: ".. dagegen, wenn man eine Beziehung im Camp führt? Nein, nicht wenn du es nicht übertreibst und deine Therapieziele darunter leiden, interessiert die das nicht."

    Beendet Eileen meinen Satz und treibt mich damit logisch immer mehr in die Enge und auch ich denke langsam, dass ein Entgegenkommen meinerseits auf eines der Mädchen doch keine so schlechte Idee ist. Aber ich sehe es nicht ein, in diesem Wortgefecht nachzugeben.

    49
    Schlampologie ( Tag 6 Montag Nachmittag )

    Ich überlege kurz, was denn der wirkliche Grund war, warum ich Suzy eben nicht in den Ausschnitt gegriffen habe. Gut meine Angst und Schüchternheit werden mir in der Argumentation wenig helfen und mich zudem als schwach dastehen lassen. Aber da kommt mir die Idee, damit werde ich sie sicher schlagen.

    Ich: "Weißt du, es wäre einfach falsch."

    Eileen: "Och ne .. kommt jetzt die religiöse Schiene?"

    Ich: "Nein, weißt du, die meisten dieser Mädchen würden mich draußen nicht mal ansehen und hier drinnen .. das würde sich wie Betrug anfühlen."

    Als ich das sage, realisiere ich, dass es viel weniger ein rhetorischer Trick ist als einfach nur die Wahrheit, denn draußen würden Anny und Bezy eventuell noch mit mir ein paar Worte wechseln aber Maria würde mich wahrscheinlich nicht mal ansehen und Suzy? Suzy würde mich garantiert bei jeder Gelegenheit fertig machen.

    Eileen: "Hä? Was .. ähm .. was ist denn? Wieso guckst du so traurig? Das meist du doch jetzt nicht im Ernst oder?"

    Auch wenn ich mich für diesen Gefühlsausbruch quasi schäme, so habe ich sie zumindest scheinbar komplett aus dem Konzept gebraucht, denn der Stimmlage nach zu urteilen beendet sie das Wortduell, holt tief Luft und beginnt etwas leider und weniger agressiv auf mich einzureden:

    "Sag bloß du bist wirklich jemand, der Draußen so gar keine Mädchen .. ab kriegt .. ich hasse diese Formulierung. Hm .."

    Sie denkt nach und sieht mich konzentriert an. Naja, sie sieht wahrscheinlich eher in meinen Nacken, denn ich habe keine Lust, dass sie neben meinem traurigen Ton auch noch mein trauriges Gesicht sehen kann. Zu meinem Glück, hat sie immer noch nicht bemerkt, dass ich sie in der Spiegelung des Wasserhahnes sehen kann. Plötzlich schnappt sie Luft, springt auf und fährt in einem freudigen aber ernsten Erklärton fort:

    "Also ich denke ich muss dir da mal ein paar Sachen erklären. Es gibt grundsätzlich zwei Sorten von Schlampen. Verantwortungsvolle Schlampen und verantwortungslose Schlampen. Und da die meisten Schlampen verantwortungsvolle Schlampen sind, lassen die in der Regel die Finger von dir."

    Also ich habe in meinem Leben ja schon viel Unsinn über Beziehungen anhören müssen aber das schlägt schon jetzt dem Fass den Boden aus. Mein kurzes Lachen bewusst ignorierend fährt sie einfach fort:

    "Weißt du, warum Schlampen sich nicht einfach einen Jungen nach dem anderen schnappen, bis sie alles in Reichweite durch haben?"

    Ich: "Ähm? Nein."

    Eileen: "Was war ne rhetorische Frage, wenn ich schon so nett bin, dir alles zu erklären, unterbrich mich wenigstens nicht! Ok? Gut. Also es gibt im Grunde zwei Arten von Mädchen: Schlampen und die romantischen und das Schlampen nicht einfach Alles in Reichweite reißen, liegt vor allem daran, dass sie dann von den romantischen Mädchen einen auf den Deckel bekommen. Weibliche Schlampen lassen also meist die Jungs in Ruhe, die am besten zu den romantischen Mädchen passen, um keinen unnötigen Streit zu bekommen. Des weiteren handelt es sich bei den meisten Schlampen und verantwortungsvolle Schlampen, die genau wissen, dass wenn sie einmal einen Jungen sozusagen 'befleckt' haben, dass dieser dann für die romantischen Mädchen, sehr viel weniger interessant ist und das machen die meisten Schlampen aus Prinzip nicht. Das Draußen die Schlampen also nicht auf dich abfahren, hat nichts mit deinem Aussehen oder sonstwas zu tun, sondern nur mit deiner romantischen Natur."

    Ich warte einen Augenblick um sicher zu gehen, dass ihr Vortrag auch wirklich zu Ende ist und frage dann nach:

    "Und warum ist das hier im Camp auf einmal anders?"

    Als hätte sie nur drauf gewartet fängt sie sofort wieder an zu erklären und ich werde das Gefühl nicht los, dass sie diesen Vortrag schon gut ein halben Dutzend mal gehalten hat:

    "Wie bei allem, so gibt es auch hier ein paar Ausnahmen:

    Erstens: Als Waffe, um ein romantisches Mädchen zu kränken, dass den jeweiligen Jungen mag.

    Zweitens: Um etwas zubekommen was sie ganz doll wollen.

    Und dann noch drittens, die Ausnahme vom beliebtesten Jungen, der kann so romantisch sein wie er will."

    Ich: "Ach du meist, die wollen einfach so unbedingt wissen, ob ich Outfits gut sind."

    Eileen: "Tust du nur so oder bist du wirklich so .. ach egal. Es ist natürlich drei und noch ein bisschen was mehr aber gleich komm ich dazu auch noch. Du bist ganz offensichtlich der Beliebteste hier im Camp."

    Ich: "Und was ist mit?"

    Ich kontere unüberlegt mit einer Gegenfrage, aber noch bevor ich selber merke, dass erstens aktuell kaum andere Jungs im Camp sind und zweitens man von den anderen kaum etwas sieht, antwortet sie auch schon:

    "Manuell? Der verkriecht sich doch bei jeder Gelegenheit in sein Zimmer.

    Marco? Der ist schon eine Woche nicht mehr da.

    Nayse? Der ist Zwölf.

    Taja, bleibst also nur noch du. Sowas aber auch .."

    In etwa sowas hatte ich befürchtet. Während ich weiter die großen Schüssel schrubbe, hält sie ein Messer gegen das Licht, um dessen Sauberkeit zu überprüfen und fährt mit ihrem Vortrag fort:

    "Natürlich kommen da noch andere Komponenten hinzu. Unter anderem Langeweile und Medikamente."

    Langeweile? Abseits der über trieben langen Mittagspause hatte ich hier im Camp noch keine einzige Minute Langweile. Aber wenn ich recht überlege, ist es wahrscheinlich genau das, was sie meint. Denn ich habe aus dem Grund keine Langeweile, weil mich immer mindestens eines der Mädchen früher oder später aufsucht und irgendwas von mir will. Wie auch jetzt, denn meine Gedanken werden plötzlich unterbrochen:

    "Hörst du mir überhaupt zu?"

    Ich: "Ja, schon ich hab mich nur kurz was gefragt."

    Eileen: "Wenn du Fragen hast dann frag so, dass ich es hören kann."

    Ich: "Langeweile?"

    Eileen: "Ja, was hat man hier als typisches Mädchen denn schon zu tun? Das hier ist quasi Camping light und du hast gesehen, wie Bezy bogenschießt."

    Ich: "So schlimm ist das hier für euch?"

    Eileen: "Euch? Seh ich etwa aus, wie ein typisches Mädchen?"

    Sie verschränkt die Arme und zieht eine Augenbraue hoch. Ich drehe mich das erste Mal zu ihr um und muss zugeben, dass sie wirklich kaum aussieht wie ein typisches Mädchen. Sie trägt mit ihrer Caprijeans und der Blouse zwar eindeutig sehr weiblichen Kleiung aber ihr sportlicher Körperbau mit der aggressiven Haltung passt halt gar nicht dazu. Den überflüssigen Scherz über ihre nun viel kleinere Öberweite verkneife ich mir einfach mal.

    [x]Nein

    [o]Ja

    Ich will zwar wahrheitsgemäß antworten aber mit bleibt selbige fast im Hals stecken, als ich sehe, dass sie mittlerweile damit beginnt das Brotmesser abzutrockenen und langsam damit beginnt, dieses langsam wie ein Schwert herumzuschwingen.

    "Weißt du, ich habe dieses Ding jetzt das erste Mal wirklich in der Hand und das seit all den Monaten. Ich hab mich immer gefragt, wie es sich wohl anfühlt .. du hast mir ganz schön weh getan weißt du das? Das war nicht nett von dir aber ich glaube ich vergebe dir du bist einfach zu niedlich."

    Moment mal .. redet sie da gerade wirklich mit dem Messer? Verdammt, wie konnte ich denn dieses Ding unbewusst spülen und einfach zu ihr weitergeben. Mist, der ganze Vortrag muss mich komplett abgelenkt haben. Verdammt, was mach ich jetzt? Sehen mich Mario und Peter, wenn ich jetzt zum Spiegel rauf gucke? Sind die beiden überhaupt da?

    [o]Versuchen auf mich aufmerksam zu machen.

    [o]Aus der Küche laufen.

    [o]Eileen bitten, das Messer wegzulegen.

    [x]Sie einfach ablenken.

    Wenn sie mich ablenkt, dann kann ich das sicher auch.

    Ich: "Und wie bekom ich es jetzt hin, dass das auch Draußen Funktioniert."

    Zu meiner Erleichterung legt sie das Brotmesser unbewusst bei Seite und fängt wieder an zu erklären:

    "Auf jeden Fall nicht, in dem du einfach so tust, als wärst du ne männliche Schlampe. Das ist zum einen albern und zum anderen merken die das sofort und machen sich höchstens noch über dich lustig."

    Auch wenn ich mich immer noch weigere ihre krude Theorie komplett anzuerkennen, so hat sie doch in diesem einen Punkt absolut recht. Ich kenne einfach zu viele Jungs, teilweise sogar welche mit denen ich mich gut verstehen, die so krampfhaft einen auf Player machen und am Ende noch weniger erreichen als ich.

    Eileen: "Für den Einstieg in die Welt der Schlampen braucht du etwas, dass sich die verantwortungslose Schlampe nennt. Der ist einfach alles egal und an der kannst du deinen romantischen Ruf ruinieren. Nur sind die Dinger Draußen eben selten und genau deswegen versteh ich nicht, warum du deine Chance hier drinnen gerade nicht nutzt."

    Dummerweise frage ich mich das gerade auch und spüre, wie der ernsthafte Wunsch in mir aufsteigt, nicht doch eine Beziehung mit einem der Mädchen anzufangen welche sie abfällig nur 'Schlampen' nennt.

    Ich: "Hm .. ich werds eventuell mal versuchen."

    Sage ich und bemühe mich so unbeeindruckt zu klingen wie nur möglich, was mir sichtlich schwer fällt.

    Eileen: "Was ist dass denn für eine Einstellung? Erstens heißt das nicht 'Ich werds versuchen' sondern 'Ich mach das!' und zweitens braucht du einen Plan und ein Ziel. Wenn du mir sagst wen du magst, kann ich dir unter Umständen helfen."

    Sie ist wirklich die letzte Person, von der ich Hilfe in solchen Sachen brauche aber solange ich sie effektiv davon abhalten kann, sich weiter zu intensiv mit dem Brotmesser zu beschäftigen.

    Ich: "Pfff .. ich hab eigentlich gar keine im Blick, ich kenn die meisten ja auch noch gar nicht gut genug."

    Eileen: "Ok, Schnelldurchlauf. Anny ist mega Nett aber eben dumm wie Brot und lässt sich einfach von jedem dahergelaufenen Jungen ausnutzen, wenn du die nicht komplett scheiße behandelst, dann mag die dich aber dafür wirst du die auch nie wieder los. Bezy besteht zu einem Großteil aus Fassade. Sie tut viel dümmer als sie eigentlich ist und wirklich so großes Interesse an Jungs, wie sie vorgibt, hat sie gar nicht mal. Wenn du da nicht drüber oder durch kommst, dann wird sie schnell das Interesse an dir verlieren, was dir aber egal sein kann, da du auch vor der Fassade alles von ihr bekommt, wenn nicht sogar mehr. Maria kann einfach ausgedrückt einfach kein richtiges Deutsch, sie tut zwar immer so, als ob sie alles versteht aber Pustekuchen. Ich weiß nicht wie sie das sonst so regelt aber hier drin fällt ihr ihre Arroganz tonnenschwer auf die Füße, ich schätze mal sie ist so der Typ, der sich sonst immer beschützen lässt, die Rolle könntest du ja übernehmen. Diese Suzy müsstest du mittlerweile besser kennen als ich, die Gute ist eben ein typisches Asimädchen, die man mit genug Zuwendungen schnell für sich gewinnen kann, zu deinem Glück kannst du sie hier drin leicht mit der Währung Aufmerksamkeit bezahlen, ihr wird nämlich in den nächsten Tagen sicher sehr sehr langweilig und ganz wichtig .. sie ist eine verantwortungslose Schlampen da bin ich mir sicher. Merle ist .."

    Ich: "Merle? Ist doch keine Schlampe!"

    Antworte ich entsetzt und drehe mich zu ihr um, da ich fest davon ausgegangen bin, dass sie gerade nur die 'Schlampen' aufzählt.

    Eileen: "Überrascht dich das?"

    Sie grinst breit, während sie einen großen Teller vor ihrer Brust abtrocknet und zieht dabei spöttisch ihre rechte Oberlippe hoch, so das man ihre Zähne sehen kann. Sie wirkt dabei sichtlich schadenfroh und fügt hinzu:

    "Kannst es wohl kaum glauben, dass die kleine süße Merle es so faustig hinter den Ohren hat .. Naja jetzt weiß ich ja, auf wen du es abgesehen hast aber leider fisch Merle an einem ganz anderen Ufer."

    Ich: "Ich hab es nicht auf sie 'abgesehen' und außerdem ist es ganz normal, dass es auch andere sexuelle Ausrichtungen gibt, dann mag sie eben Mädchen."

    Eileen: "Nicht ganz. Sie fischt eben nicht direkt am anderen Ufer .. sonder eher weiter unten am Bach, wenn du verstehst was ich meine."

    Ich: "Nein."

    50
    Eine Psychocamp Liebe – Hitze ( Tag 6 Montag Nachmittag )

    Ich stehe immer noch mit Eileen in der Küche, dessen Mine sich, nach der Belustigung über meine Reaktion, wieder zurück in ihrem üblichen ausdruckslosen Gesicht verwandelt hat und etwas ernster vor sich gibt:

    "Ich hab das nicht gesagt, weil ich Merle nicht mag aber es ist nun mal so, wenn du mir nicht glaubst, dann frag sie einfach bei Gelegenheit selber, warum sie hier ist. Tu es aber unauffällig und so neben bei, wenn ihr mal alleine seid."

    Warum sie hier ist? Hat sie so was schlimmes erlebt, dass sie etwas in der Richtung hier her gebracht hat? Eileen streckt sich und fügt künstlich erschöpft, als hätte sie die Aufzählung unendlich Mühe gekostet, hinzu:

    "Ja, das wäre dann wohl alle. Wenn du von denen keine Magst .. selber schuld."

    Ich: "Moment, eine hast du vergessen."

    Eileen: "Hm?"

    [x]Du hast dich selbst vergessen.

    [o]Ach nichts.

    So einfach kommt sie mir nicht davon. Sich über andere erheben, Merle das Schlampe darstellen und die allwissende Moderatorin Spielen? Nicht mit mir, vorhin hat sie deutlich genug gesagt, dass sie von dem 'romantischen Blödsinn' nicht hält.

    Ich: "Du fehlst noch."

    Stille.

    Sie sieht mich eine Weile entgeistert an, in diesem Moment frage ich mich, wo eigentlich das Brotmesser ist.

    Eileen: "Das ist dein Ernst oder?"

    Sagt sie mit tonloser Stimme.

    Räuspert sich dann aber und sagt:

    "Ähm .. nur dass ich von Romantik nichts halte heißt nicht, dass ich eine Schlampe bin aber von mir aus."

    Die holt tief Luft und sagt in einer aufgesetzt albernen Stimme

    "Hallo, ich bin ein Eileen, ich bin hässlich, hab keinen Mode Geschmack, weiß nicht wiederum ein Mascara funktioniert, weiß trotzdem immer alles besser, außerdem kann mich keiner leiden und ich hab Faketitten."

    Sie hüpft dabei von einem Bein aufs andere und zieht sich mit den Fingern dabei aus irgendeinem Grund die Augenlider groß. Ich muss lachen.

    Eileen: "Nein, aber jetzt mal im Ernst das willst du dir ganz bestimmt nicht antun. Mit mir kann man einfach keine vernünftige Beziehung führen auf der einen Seite wird mir von dem ganzen Rosen und Herzchen Müll übel und und auf der anderen Seite, kann ich ja Bezy noch nicht mal ruhig anfassen, wenn ich weiß was die weider so getrieben hat."

    Ich: "Was bist du dann?"

    Eileen: "Keine Ahnung, wahrscheinlich einfach nichts. Meine Persönlichkeit hat so einige Lücken."

    Sie zuckt mit den Schultern und fügt in einem etwas gelangweilten Ton an:

    "Wollen wir dann?"

    Ich nicke, drehe mich zur Türe, sperre diese auf und will gerade hinaus gehen .. da packt mir Eileen mit Anlauf an den Hintern.

    Ich: "Hey."

    Sage ich erschrocken und drehe mich um. Eileen steht vor mir in der Küche, hebt unschuldig die Arme, pustet sich einen Haarsträhne aus dem Gesicht und fragt künstlich beleidigt:

    "Bei mir beschwerst du dich also."

    Was soll das? Von ihr hätte ich sowas als aller letztes erwartet aber wie ich sie kenne versucht sie mich nur wieder logisch auszumanövrieren. Nach ihrer Logik müsste ich mich entweder beschweren oder 'zurück packen' und so wie ich sie einschätze spekuliert sie wahrscheinlich auf letzteres, wo ich gerade so gar keine Lust zu habe. Vor allem wies ich bei ihrer leeren Blouson gar nicht wo ich da hinpacken sollte.

    Moment mal ich habs.

    Ich öffne den Kühlschrank, dessen offene Türe jetzt Eileen die Sicht auf mich nimmt und nehmen ihre Brüste aus dem Gemüsefach. Wou, die Dinger sind wirklich gut kalt. Und fühlen sich zugegeben extrem merkwürdig an.

    Ich schließe die Kühlschranktüre wieder, halte Eileen ihre Kissen hin und sage trocken:

    "Hier bitte."

    Sie sieht mich erst verwundert an und sagt dann:

    "Danke, die hätte ich ja fast vergessen."

    Sie schnappt sich eines der Brüste, lehnt sich aus der Türe, um sich vorsichtig umzuschauen. Dann geht sie langsam aus der Küche durch den Bunker.

    Ich: "Ähm, willst du das andere .. ähm .. Ding nicht auch. Und warum guckst du dich so um?"

    Eileen: "Weil ich nicht ohne rumlaufen soll."

    Ich: "Was interessiert die das denn?"

    Eileen: "Recht viel, meine Wochenaufgabe ist es durchgehend 'Ihre' Sachen zu tragen. Es heißt übrigens Kissen."

    Ich: "Und warum tust du die Kissen dann nicht einfach rein?"

    Frage ich während ich ihr langsam durch den Bunker folge.

    Eileen: "Die sind noch viel zu kalt, wenn ich die jetzt rein tue steche ich da Löcher rein. Wenn du verstehst was ich meine."

    Ich: "Nein."

    Eileen: "Besser so. Denk gar nicht drüber nach, helfe mir besser beim anwärmen."

    Sie hält sich das Kissen an die Stirn, ich zögere erst aber als wir den Bunker durch die schwere Eisentüre verlassen tue ich es ihr sofort gleich, denn draußen herrscht einfach nur eine extreme Hitze.

    Langsam gehen wir durch die hohen Baumwipfel, durch welche die Nachmittagssonne brennt. Unter unseren Fußen knackt der staubtrockene Waldboden. Wahrscheinlich gehen wir gerade einfach den anderen aus dem Weg, von denen Eileen so nicht gesehen werden will.

    Ich: "Wohin gehen .."

    Eileen: "Ich will einfach nur in mein Zimmer, Geisterhaus da wo die Monster wohnen, weißt du ja. Du machst danach einfach das selbe oder auch jetzt gleich. Ist mir Egal."

    [o]Mich rumdrehen und auf mein Zimmer gehen.

    [x]Weiter mit Eileen mit gehen.

    Ich gehe weiter stumm mit, ich weiß gerade nicht, ob ich sie nicht doch irgendwo mag oder ob ich einfach den super angenehmen kalt glibberigen Ball auf meinem Kopf nicht abgeben will.

    Eileen: "Noch mal Danke, dass du mich an meine Kissen erinnert hast und wie fühlen sich meine Titten an? Ich hoffe, das ist ein würdiger Ersatz für Suzys."

    Ich: "Das wäre ja was geworden?"

    Eileen: "Wenn du ihr einfach in die Möpse gegrabbelt hättest? .. hm .. möglich."

    Ich: "Nein. Du ohne deine Kissen?"

    Sie muss kurz lachen:

    "Stimmt, das wäre sicher sehr komisch gekommen."

    Schüchternes Mädchen: "Wa .. Was macht ihr da?"

    Das Schüchterne Mädchen rennt mitten im Wald quasi in uns hinein.

    Eileen: "Dreck."

    Zischt Eileen leise und redet dann mit einer künstlich fröhlichen beruhigenden Stimme weiter:

    "Alles in Ordnung, wir halten uns nur meine Brüste auf den Kopf, weil uns so heiß ist."

    Schüchternes Mädchen: "Weh .. ehm .. das geh ich sagen".

    Das Mädchen stolpert erst, macht sich dann aber auf zum Aufsichtrondell. Eileen ruft ihr noch leise aber vergebens nach und zischt mir anschließend zu.

    Eileen: "Kleine Petze. Du machst dich dann besser auf in den Bunker."

    Sagt sie gereizt, dreht sich weg und stopft sich unter Zähneknirschen das Kissen wieder zurück in die Bouse. Ich reiche ihr meines an, welches sie mir mit einem gezischten Danke abnimmt. Man dass muss ja ziemlich wehtun, die Dinger so auf nackter Haut zu tragen.

    Ich überlege kurz, ob ich mich zurück in den Bunker schleichen soll oder ob ich einfach ganz normal hinein spazieren soll.

    [x]Normal in den Bunker gehen.

    [o]In den Bunker schleichen.

    Ich entscheide mich dafür gelassen in den Bunker zu gehen, wenn etwas falsch gelaufen sein sollte, so kann ich es ja einfach auf Eileen schieben. Ich habe das Gefühl, das oft Leute Sachen auf sie schieben.

    Kaum bin ich im Bunker, werde ich auch schon von Mario abgefangen:

    "Wie lange braucht ihr Beiden denn für das Geschirr von einem Mittagessen?"

    Ich: "Wenn es Goulasch gibt .."

    Mario: "Ok, ja das Zug kann hartnäckig sein aber ich habe euch extra eine zweite Ampulle Spülmittel rausgelegt."

    Ich: "Au, die müssen wir glatt übersehen habe."

    Mario: "Macht ja nichts, aber jetzt ab auf dein Zimmer es ist Mittagsruhe."

    Schüchternes Mädchen: "Mario .. hm .. Mario .."

    Die Arme ist völlig außer Puste, warum sie trotzdem länger gebraucht hat als ich, ist mir schleierhaft.

    Schüchternes Mädchen: "Ei .. Eileen und .. ähm .. Er laufen trotz Mittagsruhe auf dem Gelände rum und und .."

    Anstatt das Mädchen zu beruhigen oder auch nur den Eindruck zu machen, dass es ihn interessiert guckt Marion einfach nur entnervt.

    Mario: "Was habe ich dir über das sinnlose Verpfeifen von anderen gesagt?"

    Schüchternes Mädchen: "Und .. und .. Beide hatten Eileens Brüste auf dem Kopf."

    Mario: "Was habe ich dir über deine Fantasie gesagt?"

    Schüchternes Mädchen: "Aber .. aber .."

    Mario: "Hohl erstmal Luft und dann fragst du dich noch mal ganz genau, ob das für dich wichtig ist und ob es für andere wichtig sein könnte."

    [x]Nichts tun

    [o]Sagen, dass es stimmt

    Ich beschließe besser mal nichts zu sagen, denn Mario macht ebenfalls nicht den Eindruck, dass er ihr nicht glaubt, sondern eher dass sie ein Problem damit hat, aus einander zu halten was für sie bedrohlich ist und was nicht.

    Zugegeben habe ich auch so Probleme zu einem eindeutigen Schluss zu kommen, ob Eileen bedrohlich ist oder nicht.

    Ich: "Ich geh dann mal auf mein Zimmer."

    51
    Eine Psychocamp Novelle – Langeweile ( Tag 6 Montag Nachmittag )

    Mario Nickt, während er noch mit dem schüchternen Mädchen diskutiert. Ich gehe auf mein Zimmer und lasse mich erstmal in mein Bett fallen, bin erstmal eine Weile minimal beleidigt, weil das schüchterne Mädchen meinen Namen nicht kennt aber beende dann den Gedanken. Weil ihr ihren ja ebenfalls nicht kenne. Dann starre eine Weile die Decke an. es stimmt, hier ist mir wirklich nur in der Mittagspause wirklich langweilig aber diese Langeweile kommt mir ganz gelegen.

    Nachdem die graue Decke langsam langweilig wird, starre ich erstmal eine der Wände an, dann die nächste, nächste und übernächste Wand. Zu meiner Überraschung fällt mir auf, dass es noch eine fünfte Wand gibt. Ja der Raum hat eindeutig fünfte Wand. Nachdem ich mich von dieser Erkenntnis erholt habe, beginne ich damit zu ergründen, ob die Wände wirklich ein leicht anderes Grau haben als die Decke oder ob das Licht dafür verantwortlich ist.

    Als ich zu keinem befriedigenden Schluss komme, schaue ich mir erstmal den Heizkörper genauer an, der direkt neben meinem Bett angebracht ist. Ein gewöhnlicher glatter semi-modernen Radiator, wie man ihn eben kennt.

    Etwas interessanter ist dahingegen jedoch der grüne Käfig aus Stahl, der sich fest eingebaut auf der Fensterbank befindet, hinter welchem sich das Fenster befindet. Ich frage mich eine Weile, warum man diesen komischen Stahlkäfig von innen um das Fenster gebaut hat und man nicht einfach das Fenster von außen vergittert hat. Wer baut überhaupt Fenster mit Holzrahmen in einen Bunker mit Betonwänden von mehreren meter Dicke? Überhaupt das ganze Gebäude kommt mir so mega seltsam vor ..

    .. ach was sage ich, das ganze Camp ist eigentlich seltsam und ich frage mich, wie ich mich so schnell an alles gewöhnen konnte. Es scheint hier eh nur zwei Arten von Campbewohnern zu geben, die die schon alles für komplett normal halten und die, die hier fast durch drehen, weil alles so .. ja eigentlich gruselig ist.

    Nach einer Weile wird auch das Nachdenken langweilig und ich setzte mich endlich an den kleinen Tisch im Raum, um endlich mit Englisch zu beginnen. Jedoch fehlt mir für eine Korrektur der Probe Arbeit eindeutig ein Englisch Buch. Denn ohne die Regeln, kann ich ja nicht wissen, ob auch alles richtig ist und wenn ich diese Arbeit einfach mach wieder nur nach Gefühl korrigiere, wird das sicher nichts.

    Ich muss also Warten, bis ich Merle fragen kann. Bis dahin lege ich mich einfach wieder aufs Bett, starre die Decke an und merke wie es langsam auch hier drin heiß wird.

    Nach einer halben Ewigkeit klopf es an der Türe und Bezy streckt ihren Kopf in mein Zimmer, während Anny von draußen trotzig ruft:

    "Keine Besuche in Jungs Zimmern!"

    Ich stehe müde von Bett auf, naja eigentlich rolle ich mich viel mehr hinaus und frage:

    "Sagt nicht Mario immer Bescheid, wenn die Mittagspause zu Ende ist?"

    Bezy: "Ja bei den neuen, du bist nicht mehr neu, also musst du dir selber die Uhr stellen."

    Ich sehe auf die halb kaputte alte Kinderuhr auf meinem Nachtisch und denke, dass ich mich nächste Woche wohl mal um eine neue Uhr bemühen sollte. Aber Bezy reißt mich aus meinen Gedanken und an meinem Arm in den Bunker, wo sich vor dem großen Esstisch die komplette Campmeute versammelt hat, die alle zusammen scheinbar versuchen Mario und Peter zu etwas zu überreden.

    Bezy: "Sagt mal, würde es dich stören, wenn wir hier etwas weniger bekleidet rumlaufen."

    Ich: "Was?"

    Da bin ich gerade keine ganze Minute wieder wirklich wach und mich kaum darauf eingestellt wieder unter Leuten zu sein .. und dann kommt direkt so eine Frage.

    Mario: "Hör auf damit, das hier ist kein Ratespiel, Daniel hat am allerwenigsten was damit zu tun."

    Bezy: "Och menno."

    Ich: "Um was geht es hier eigentlich."

    Anny: "Wir müssen lange Sachen tragen, obwohl es so heiß ist."

    Sie zupft sich beleidigt die weite weiße Schwimmshorts zurecht.

    Katrin: "Was sie eigentlich meint ist, dass wenn es heiß ist, dass dann die Kleiderordnung gelockert werden kann. Und kann ist eben kann und nicht muss und wenn Mario und Peter eben nicht lockern, dann ist halt eben nicht gelockert."

    Sie zuckt mit den Schulter und zieht mich an den Schulter vorsichtig von der Meute weg und flüstert mir zu:

    "Und da das sicher einen Grund hat, dass die nicht lockern wollen, denken halt einige, dass wir hier entweder ein Missbrauchsopfer haben oder jemanden, der Übergriffig werden könnte, wenn er zu viel nackte Haut sieht."

    Ich: "Und die meinen ich könnte das sein? Warum?"

    Katrin: "Weil die alle anderen schon im Kreuzverhör hatten."

    Ich: "Eh ich würde nie ein Mädchen .."

    Katrin: "Ach Quatsch nicht so, da würde ich eher eine anfallen als du."

    Sich lacht kurz, guckt dann aber weg und mit ernsterer Mine wieder zu mir.

    Katrin: "Dir ist noch nie was passiert oder? In der Richtung."

    Ich: "Ähm .. nein."

    Ich muss aus Unbeholfenheit grinsen.

    Katrin: "Hätte ja sein können, gut. Ich will auch gar nicht weiter rumstochern, ist im Kern deren Sache."

    Das es eher Annys und Bezys Sache ist, sieht man schon allein daran, das Katrin trotz des aktuellen Wetters nicht auf ihre rein schwarze Garderobe verzichtet hat. Auch wenn sie ihre Jeans bis weit über die Schienbeine umgestülpt hat.

    Katrin: "Hö, ja .. die wollen mir in letzter Zeit einfach keinen Rasierer in die Hand drücken .."

    Sie schlägt die Beine übereinander und guckt etwas beschämt zu Boden. Ich gucke verwundert.

    Ich: "Ähm .."

    Katrin: "Sag blos, dass fällt dir gar nicht auf."

    Ich: "Was nö."

    Katrin: "Meine Beine sind halt nicht rasiert."

    Ich: "Ach fällt kaum auf."

    Ich hatte eigentlich eher auf ihre Hose geachtet und denk mir, dass es etwas doof käme, jetzt dafür extra noch mal nach unten zu gucken, also behaupte ich es jetzt einfach mal.

    Katrin: "Dann ist ja gut."

    Sie stellt sich wieder normal hin und sagt leise:

    "Du, ich muss schleunigst aus der Hitze hier raus. Kennst du noch die leere Kabine, hinter der wir mal waren?"

    Ich: "Ähm .. Ja."

    Katrin: "Gut, da bin ich dann mal, kannst ja dazu kommen, wenn du willst."

    Ich will gerade Katrin folgen, als mir einfällt, dass ich ja noch Englisch machen wollte also sage ich bedrückt:

    "Später ich muss noch was für Englisch machen."

    Katrin nickt und ich schleppe mich in Richtung Merle.

    Ich: "Hey."

    Merle: "Äh .. Hi."

    Sie dreht sich zu mir um und auch sie scheint unter der Hitze etwas zu leiden, denn sie hat ihren üblichen Polunder diesmal weggelassen und trägt nur noch ein weißes Hemd mit einem mir unbekannten Waffen auf Brusthöhe. Vom Aussehen her ist sie damit genau die richtige für ein wenig Nachhilfe in Englisch.

    Ich: "Du hattest .."

    Merle: "Versprochen dir bei Englisch helfen? Ja. Einen Moment bitte. Such dir schon mal einen Platz, wenn es geht im Schatten."

    Sie Spricht den ersten Teil derart künstlich laut und deutlich aus, als ob sie sicher stelle wollte, dass auch ja jeder sie versteht. Sie dreht sich um, wohl um Bücher zu holen. Meine Suche nach einem schattigen Tisch dauert nicht lange, denn sofort der erste, den ich erblicke ist schattig und frei.

    Nur komischerweise sitzen alle anderen entweder an sonnigen Tischen oder im Schatten auf dem nackten Boden. Als ich mich setzte fragt mich Victoria vorsichtig:

    "Störe ich?"

    Ich: "Nein."

    Victoria: "Danke."

    Victoria, der ihr hell blaues T-Shirt wie üblich viel zu groß ist, streckt die Fuße aus und lässt sich mit dem Oberkörper auf dem Tisch nieder. Unangenehmerweise, sieht man jeden einzelnen ihrer Halswirbel.

    Merle kommt bepackt mit ein paar Büchern an den Tisch und lässt diese laut hörbar auf der mit gegenüber liegenden Seite fallen, worauf Victoria aufschreckt.

    Victoria: "Hm?"

    Merle sieht erst Victoria an, dann die Bücher und anschließend wieder Victoria und schaut dabei in etwas so, als wolle sie Victoria etwas zu verstehen haben, als diese jedoch weiterhin nichts tut sagt Merle in einem ärgerlichen Ton:

    "Kusch!"

    Victoria: "Eh, ich hab gefragt. Außerdem stör ich doch niemanden."

    Merle: "Egal, hier geht es ums Prinzip."

    Ich: "Ähm?"

    Merle: "Schattige Tische, sind bei Mittag den Campbewohner vorbehalten, die Hausaufgaben machen. Also ab mit dir."

    Ich gucke verwundert.

    [o] Nichts tun

    [o] Victoria verscheuchen

    [x] Victoria in Schutz nehmen

    Ich weiß zwar nicht, was hier gerade genau zwischen den beiden abgeht aber Merle geht eindeutig zu weit.

    Ich: "Sie hat gefragt, außerdem stört sie doch wirklich nicht."

    Merle: "Es geht ums Prinzip!"

    Victoria: "Von mir aus."

    Victoria steht auf, nur um sich auf den staubigen erdigen Boden zu setzten und sich mich dem Rücken von hinten an die Sitzfläche der Bank zu lehnen. Ich schaue etwas verwundert und leicht überrascht von Merles sonst so tadellosem Verhalten aber noch bevor ich darüber spekulieren kann, ob die Beiden eventuell Streit haben, schnappt sich Merle mein Heft und beginnt zu lesen.

    Nach einer Weile macht sie sehr vorsichtige Markierungen mit dem Bleistift, auf dem sie sonst die ganze Zeit herum kaut und blättert sporadisch in einer Grammatik Sammlung.

    Merle: "Ja, das passt so."

    Ich fühle mich etwas außen vor und frage vorsichtig:

    "Was ist denn falsch?"

    Merle: "Einiges, aber ich bin auch gleich fertig."

    Ich warte weiter und frage mich, ob ich mich nicht besser neben sie setzten sollte aber ich seh auch vor hier recht gut was sie markiert aber dummerweise nicht warum. Ich lehne mich also rüber zu Merle, um besser sehen zu können, was sie da korrigiert.

    Ich: "Ähm .. warum ist das genau falsch?"

    Merle: "Moment, ich bin gleich durch."

    Ich: "Ich wollte nicht hetzten nur wissen, warum das falsch ist."

    Merle: "Erklär ich dir gleich Moment."

    Ich lasse mich zurück auf meine Bank fallen und warte.

    Merle: "Fertig. So du musst jetzt nur noch deine Arbeit, mit meinen Korrekturen, noch einmal abschreiben und diese danach aus dem Original wegradieren."

    Ich sehe mir meine Arbeit an und sehe die raue Masse an Berichtigungen in ein paar ganz bestimmten Abschnitten.

    Ich: "Danke aber was genau mach ich eigentlich immer falsch?"

    Merle: "Du hast irgend einen spezielles Problem mit nirgender speziellen Zeit. Weiß aber nicht genau mit welcher, ich mach das einfach immer nach Gefühl und guck dann in die Grammatik Referenz, ob diese das auch so sieht."

    Sie zuckt mit den Schultern und steht von der Bank auf.

    Merle: "Aber ich kenn Jemanden, der hat das in ein paar Minuten raus, ich mach mir nur noch schnell eine Notiz."

    Sie zieht die Arbeit wieder zurück zu sich, schreibt ein paar Sätze in ein Notizheft, reißt die Seite heraus, steckt sich diese in die Hemdtasche, schnappt sich wieder ihre Bücher und geht.

    Ich ziehe meine Arbeit wieder zu mir, schlage eine frische Seite auf meinem Blog auf und beginne mit dem dumpfen Abschreiben von Merle Korrekturen. Naja, eigentlich hatte ich mir unter der Hilfe bei Englisch etwas anderes vorgestellt. Aber zumindest hätte ich damit die Arbeit korrigiert.

    Man wie klein Merle mit Bleistift schreiben kann, denke ich mir noch als mich Victoria leise unterbricht.

    Ich: "Hm .. ich muss nur noch die Sachen hier abschreiben."

    Victoria: "Ok."

    Als sie das so missmutig sagt, verstehe ich, worauf sie wohl eigentlich hinaus will.

    Ich: "Du kannst dich gern setzten."

    Victoria: "Klasse."

    Sie stemmt sich mit etwas mühe an der Bank hoch, klopf sich den Staub von der viel zu großen Jogginghose und setzt sich zu meiner Überraschung direkt neben mich und sieht mir eine Weile beim Schreiben zu.

    Victoria: "Schöne Schrift hast du."

    Ich: "Danke. Nur leider ist die nicht immer so schön, wenn ich zu lange schreibe, tut mir meist die Hand weh und das ganze endet im Gekrakel."

    Ich deute auf die Passagen weiter unten in der Arbeit.

    Victoria: "Au."

    Ich: "Du hast nicht zufällig Ahnung von englischer Grammatik."

    Victoria: "Nein, leider nicht. Ich bin selber extrem schlecht aber ich kann gut Französisch."

    52
    Angst ( Tag 6 Montag Später Nachmittag )

    Als ich weiter stumpf die Korrektur meiner Englisch Arbeit abschreibe und mit Victoria immer noch wortlos über die Schulter schaut, kommt Bezy an den Tisch, wischt sich in einer übertriebenen Geste den nicht vorhandenen Schweiß von der Stirn und fragt künstlich gequält:

    "Dürfen wir uns auch setzten?"

    Ich Nicke, worauf sich jedoch nicht nur Bezy auf der Band fallen lässt sondern gleich Anny, Salfia und Emily geilch mit. Eine ganze Weile bleibt es ruhig aber als sich die ersten im Schatten zu erhohlen beginnen, fangen Emily und Salfia auch gleich ein Gespräch an, was mir das Abschreiben zwar nicht unmöglich macht aber dennoch etwas stört.

    Zum Glück unterhalten sich die beiden auf Deutsch, während ich englische Sätze kopiere.

    Nach einer Weile kommt Peter zu uns und stellt ein Tablett mit Thermoskanne samt Plastikbechern auf den Tisch.

    Peter: "Na immer noch bei den Hausaufgaben?"

    Ich: "Ja, ich hatte viel falsch."

    Töne ich eher, als das ich es sage, denn die Hitze wird langsam immer heftiger.

    Peter: "Sind eventuell auch nicht die richtigen Temperaturen und auch nicht der Richtige Ort, komm mal kurz mit."

    Ich nicke, packe meine Sachen unter den Arm und Folge Peter, anscheinend zum Bunker.

    Peter: "Du musst echt lernen Nein zu sagen, es hat einen Grund, dass die Campbewohner mit Schulaufgaben das Recht haben, alleine an den schattigen Tischen sitzen zu dürfen."

    Peter öffnet die Bunkertüre.

    Peter: "Ist ja nicht schlimm, ich las dich ausnahmsweise in den Bunker, mach einfach zügig deine Sachen zu Ende und komm dann wieder raus. Merks dir einfach fürs nächste mal."

    Ich betrete den Bunker und will erst auf mein Zimmer gehen, als ich aber sehe, dass eine der Türen bereits offen steht und dem Klappern eines Wischmops zu urteilen gerade darin geputzt wird, setzt ich mich lieber ins Wohnzimmer, lege mein Heft auf den niedrigen Fliesentisch und beginne in einer extrem ungemütlichen Position wieder mit der Abschrift von Merles Notizen.

    Das hab ich nun davon, dass ich nicht Nein sagen kann. Nun gut, ich muss zwar alle paar Absätze meinen Rücken strecken aber zumindest ist es hier im Wohnzimmer totenstill und ich kann mich perfekt konzentrieren.

    Kurz vor dem letzten Absatz macht jedoch mein Handgelenk schlapp und ich beschließe eine kleine Pause einzulegen, denn hier drin wird eine Sehnenscheidenentzündung sicher schnell behandelt, das Krankenhaus ist ja keine 5 Minuten Entfernt, jedoch stelle ich mir das hier drin nicht sonderlich angenehm vor, ich meine hier ist man doch Ständig mit irgendwas beschäftigt und ich würde zu gerne noch einmal Bogenschießen. Also beschließe ich meine schon fast taube Hand etwas zu schonen und ..

    .. lehne mich auf dem schwarzen alten abgesessenen Leder zurück und lasse meine Hand einfach über die Lehne ins Nichts hängen und schlackere sie vorsichtig aus. Hoffentlich kommt nicht gleich jemand rein und unterstellt mir, dass ich hier alles unnötig in die Länge ziehe um weiter hier bleiben zu dürfen.

    Als ich meine Hand weiter bewege fühle ich auf einmal etwas weiches haarigen, das muss dieses komisches Plüschtier sein, dass immer in der leeren Ecke zwischen den zwei Sofas steht. Was war das noch gleich? Ein Bär oder doch ein Pferd? Ich fühle weiter und frage mich dabei, warum die Campbewohner überhaupt dazu gezwungen werden, bei der Hitze draußen auf dem Gelände zu sein.

    Jedoch erinnert mich das klirren eines Mops vom anderen Ende des Bunkern wieder daran, dass ja kurz nach der Mittagspause geputzt wird. Dieses Rätsel also gelöst, interessiert es mich nur noch, was das noch gleich für ein Stofftier war, denn langsam wird trotz der doch recht langen Haare, die einen Bären ausschließen jetzt der Form nach auch ein Pferd immer unwahrscheinlicher.

    Obwohl ich da körperlich so gar keine Lust zu haben, überwiegt doch meine geistige Neugierde. Ich stemme mich auf, lehne mich über die Sofakante und sehe .. in zwei große blaue Augen, die mich fragend ansehen.

    Warum zu Geier sitzt da ein Mädchen in der Ecke auf dem Boden? Ich bin mir nicht sicher aber es müsste die Schüchterne sein, die mich gerade etwas ängstlich aber zum Großteil verwirrt ansieht.

    [o]Schnell die Hand wegziehen und weglaufen.

    [x]Langsam die Hand wegnehmen und weggehen.

    Ich überlege schnell, was ich jetzt machen soll, denn soweit ich das noch weiß, hat die Arme vor so gut wie allem Angst und die Tatsache, dass sie noch nicht los geschrien hat beruhigt mich schon mal etwas. Also nehme ich vorsichtig die Hand weg und sage so leise wie möglich:

    "En .. Entschuldigung."

    Was mir nicht auf Anhieb gelingt, denn Flüstern war noch nie meine Stärke.

    Die Schüchterne: "Scho .. schon .. schon gut."

    Sie spricht sehr langsam und leise, fast schon unhörbar.

    Die Schüchterne: "D .. dir .. dir tut deine Hand weh oder?"

    Sie zwängt sich zwischen den beiden auf ecke stehenden Sofa her und bleibt vor mir auf dem Boden sitzen und sieht mich mit ihren großen Augen vorsichtig an. Ich weiß nicht, was mich mehr verwundert, dass sie immer noch auf dem Boden sitzt oder dass sie tatsächlich mit mir redet.

    Ich: "Ja .. ähm ja, das passiert mir immer, wenn ich zu viel Schreibe."

    Ich muss mir echt Mühe gehen, so leise und langsam zu sprechen wie sie aber scheinbar funktioniert es.

    Die Schüchterne: "Da .. das .. das hab ich auch immer. Wenn .. wenn ich .."

    Sie scheint ein Problem mit dem Sprechen zu haben. Höchst wahrscheinlich ist sie einfach gerade sehr aufgeregt. Sie atmet tief durch.

    Ich: "Immer mit der Ruhe."

    Solange ich hier mit ihr spreche, habe ich zumindest einen Grund, noch hier im relativ kühlen zu bleiben.

    Die Schüchterne: "Ich weiß wie das weg geht. Da .. darf .. darf ich mich aufs Sofa setzten?"

    Ich: "Sicher, ist doch für alle da."

    Die Schüchterne: "Naja, für mich nicht .. normalerweise."

    Ich weiß ja, dass hier einige Leute hier drin einige Sachen nicht dürfen, zum Beispiel keine Messer haben aber das klingt mir dann noch etwas zu abwegig.

    Ich: "Warum?"

    Sie sieht auf den Boden auf dem sie gerade sitzt, spielt nervös mit ihren Fingern und antwortet dann traurig:

    "Weil Plüschtiere nun mal nicht aufs Sofa dürfen."

    Ich: "Ja ähm .. du bist aber kein Plüschtier."

    Sie guckt hoch aber sieht mich weiter nur traurig an.

    Ich: "Ja du darfst aufs Sofa."

    Die Schüchterne: "Danke."

    Anstatt jedoch wie jede andere Person aufzustehen und sich normal aufs Sofa zu setzten, klettert sie aus dem Sitzen auf das Sofa hoch und setzt sich im in der gleichen Position auf das alte Leder, in der sie schon auf dem Boden gesessen hat.

    Die Schüchterne: "Da .. dar .. darf .. darf ich mal sehen?"

    Ich: "Sicher."

    Ich halte ihr vorsichtig meine Hand hin. Sie zögert erst und stubst dann vorsichtig ein paar mal meine Hand an, als wäre diese eine heiße Herdplatte bevor sie diese am Handgelenk anfasst, als wäre diese aus dem zerbrechlichsten aller Materialien.

    Dummerweise ist meine Hand von dem ganzen Schreiben immer noch taub und ich spüre ihre Berührung nur minimal, naja, sie ist ja auch nur Minimal.

    Die Schüchterne: "Am Besten du drückst hier vorsichtig mit dem Daumen drauf und massierst dann langsam im Uhrzeigersinn."

    Als sie sich ganz auf meine Hand konzentriert, scheint ihre Angst langsam zu schwinden und ich frage sie vorsichtig:

    "Wie heißt du eigentlich?"

    Die Schüchterne: "Ich .. ich hab keinen Namen!"

    Sie sagt das schnell und für ihre Verhältnisse abwehrend, dass ich nicht weiter nachfrage und sie einfach weiter machen lasse.

    Ich: "Danke."

    Die Schüchtern: "Sag das nicht. Ich bin glücklich, wenn ich mal nicht absolut nutzlos bin."

    Mario: "Ähm .."

    Mario ist in den Bunker gekommen, sieht uns Beide leicht strafend an und geht an Couchen entlang.

    Die Schüchterne lässt ruckartig meine Hand los und versteckt sich leicht hinter meiner Schulter.

    Ich: "Also .."

    Mario bleibt plötzlich hinter einer der Couchen stehen und sagt in einem lauten überrascht fragenden Ton:

    "Was wird denn das, wenn es fertig is?"

    Worauf die Schüchterne einen riesigen Schrecken bekommen, sich erst in meinem T-Shirt festkrallt aber dann doch über mich hinweg hechtet, wobei erst ihr Hintern mein Kinn berührt und anschließend ihr Pantoffel meine Backe trifft. Sie landet dem Geräusch nach zu urteilen etwas unsanft wieder zurück in der Ecke zwischen den Sofas und hält das große Stofftier wie ein Schild vor sich. Es ist ein Bär.

    53
    Früchtetee ( Tag 6 Montag Später Nachmittag )

    Mario seufzt und fügt beruhigend hinzu:

    "Alles in Ordnung, niemand tut dir etwas, du hast nichts falsch gemacht."

    Aus der Ecke ist jedoch nur ein Wimmern zu hören.

    Mario kommt langsam näher:

    "Alles ist gut, komm wieder aus ok?"

    Die Schüchterne: "W .. w .. wirklich?"

    Mario: "Ja. Du bekommst auch keinen Ärger versprochen. Jetzt steh auf und komm zu mir, du kennst mich, ich tu dir nichts."

    Die Schüchterne lässt den Bären los, steht etwas unbeholfen auf und wankt aus der Ecke, jedoch nicht ohne sich immer wieder an der Wand oder dem Sofa abzustützen. Ich reiche ihr meine Hand aber sie lehnt mit einem schwachen Lächeln ab.

    Mario: "Zeig mal her, hast du dir was getan?"

    Die Schüchterne: "Bekomm ich wirklich keinen Ärger?"

    Mario: "Fürs was denn, ich hab nichts gesehen."

    Mario lässt sich von den Schüchternen die Ellbogen zeigen und sagt erleichtert:

    "Nur ein paar kleine blaue Flecke, keine große Sache. Ich bring dich kurz auf dein Zimmer und wartest du kurz ok."

    Mario fasste der Schüchternen leicht auf die Schultern und führt diese behutsam in Richtung ihres Zimmers und sagt dabei:

    "Gut, Augen nach Vorne .. so hier kommst du alleine Weiter oder?"

    Die Schüchterne nickt und geht in Richtung des langen Tisches. Als Mario ihre Zimmertüre ins Schloss fallen hört kommt er zu mir und sagt etwas ärgerlich:

    "So und jetzt will ich ganz genau hören, was das hier werden sollte und zwar Stück für Stück."

    Ich würde mich ja gerne Entschuldigen aber ich weiß aktuell gar nicht mal für was, darf man mit der Schüchternen nicht reden oder sowas?

    Ich: "Ähm .."

    Merkwürdigerweise, dreht er sich dabei nicht zu mir um, sondern zu dem Schwarzen Sofa, welches mit der Rückseite zum Gang steht. Das zu meiner Überraschung auch gleich mit einem angesträngten Laut antwortet.

    Kurz drauf ist erst ein recht muskulöser Arm zu sehen, welcher sich an der Lehne hochzieht, gefolgt von einem schwarzen Haarknoten und einem künstlich schuldbewusstem Gesicht, welches auch gleich versucht, sich eine fettige Haarsträhne aus dem Gesicht zu pusten aber scheitert.

    Eileen: "Naja, eigentlich ich wollte nur Wasser holen."

    Mario: "Seit wann verstecken wir Wasser hinter Sofas."

    Eileen, wer auch sonst? Hat sich mittlerweile über das schwarze Sofa geschwungen, streckt die Beine aus und antwortet in einem komplett unbewussten Ton:

    "Also ich wollte eigentlich nur Wasser holen und als ich Ihn .."

    Sie deutet auf Mich

    ".. da sitzen sah, dachte ich mir, dass, wenn er mich sieht, er mich sofort grüßt und wenn er mich grüßt, weiß unser 'Haustier' sofort Bescheid, dass ich da bin und gerät wieder in Panik. Also hab ich mir gedacht, schleicht ich mich einfach zwischen den Sofas durch. Wird mich schon keiner sehen, wenn er beschäftigt ist und sie da hinten drin sitzt."

    Sie zuckt übertreiben mit den Schultern und fügt künstlich überrascht hinzu:

    "Kann ich doch nicht wissen, dass sie sich plötzlich zu ihm setzt und die beiden .."

    Sie bricht den Satz abrupt ab.

    Mario: "Und?"

    Eileen: "Und ich nicht mehr weiter kann und in der Mitte festsitze."

    Mario: "Das hörte sich aber nicht so an, als würde der Satz so enden. Was hast die Beiden gemacht?"

    Eileen: "Weiß ich doch nicht, seh ich aus wie ne Fledermaus, die alte flüstert doch nur."

    Mario: "Und gesehen hast du auch nicht?"

    Eileen: "Wie denn, wenn ich den Kopf unten halten muss."

    Mario: "Du hast nicht zufällig den 'Schminkspiegel' dabei, mit dem du immer um Ecken guckst."

    Eileen: "Nein, es ist bei dem Wetter immer so frustrierend, wenn man immer wieder neue Hitzepickel findet."

    Mario: "Und wenn ich dich durchsuche?"

    Eileen: "Von mir aus."

    Sie legt die Hände auf den Kopf wie bei einer Polizeikontrolle-

    Mario: "Nagut, wenn du dabei bleibst, dass du nichts gesehen hast. Seit wann darfst du eigentlich alleine in der Mittagspause in den Bunker?"

    Eileen: "Seit in meinem Logbuch alles auf Grün ist?"

    Mario: "Das besprechen wir wann anders noch einmal, es gibt jetzt wichtiges zu tun. Macht einfach das ihr rauskommt."

    Eileen: "Wasser .."

    Mario: "Draußen steht genug zu trinken und jetzt ab mit euch."

    Ich packe meine Sachen und folge der trotz allem beleidigt wirkenden Eileen nach Draußen aufs Gelände. Wir trotten mit einem Abstand von einander her aus dem Bunker heraus aber keine drei Meter hinter der dicken Eisentüre dreht sich Eileen sofort zu mir um und fragt mich entgeistert:

    "Alter .. wie hast du denn das geschafft?"

    Ich: "Ähm .. was?"

    Eileen: "Jetzt stell dich doch bitte noch blöder als du bist .. die Panik Prinzessin .. natürlich."

    Ich: "Ähm, das weiß ich gar nicht so genau. Ich hab einfach meine Hand an der Couch runter hängen lassen und hab sie versehentlich berührt, dann hab ich mich entschuldigt und meine, dass mir die Hand weh tut."

    Eileen: "Und sie hat dich nicht gebissen?"

    Gebissen, was zum Teufel? Meint sie das gerade wirklich ernst?

    "Sie beißt nicht."

    Katrin ist ohne Vorwarnung hinter und aufgetaucht.

    Eileen: "Na, dann erklär mir mal bitte das hier."

    Sie streckt Katrin wüst ihren Arm hin, auf dem nichts oder wahrscheinlich nichts mehr zusehen ist.

    Katrin: "Du hast sie eben erschreckt."

    Eileen: "Die erschreckt doch immer."

    Katrin: "Bei den meisten nicht, auf jeden Fall nicht so extrem."

    Eileen: "Ich bin mal wieder die ewige Ausnahme .."

    Katrin: "Du machst ihr halt Angst."

    Eileen: "Nur weil ich einmal in sie reingelaufen bin."

    Katrin: "Und weil du sie danach angeschrien hast."

    Eileen: "Refelex? Aber egal, was wirklich interessiert ist doch .."

    Sie macht eine bedeutungsvolle Pause und holt tief Luft:

    "Hält sie sich für ein Haustier oder ein Stoggtier?"

    [o]Stofftier

    [x]Haustier

    [o]Das geht euch nicht an

    Ich: "Ähm .. Haustier, hat sie glaube ich gesagt."

    Eileen: "Glauben tut man in der Kirche. Hat sie das nun gesagt oder nicht."

    Ich: "Ja hat sie."

    Katrin fängt an zu grinsen, während Eileen ein enttäuschtes Stöhnen hören lässt.

    Katrin: "Sag ich doch."

    Eileen krost mit einem genervten Gesichtsausdruck in ihrer Hosentasche und gibt mit einem geschnappten "Da!" Katrin etwas in Hand, welche es sofort in ihrer eigenen verschwinden lässt, leider zu schnell, als das ich sehen könnte, was es war.

    Ich: "Moment mal, das finde ich jetzt aber nicht so ok von euch und hält sich dieses Mädchen wirklich für ein Haustier?"

    Versuche ich meinen Protest auszudrücken aber leider gelingt es mir nicht, auch nur ein bisschen empört rüber zu kommen, da ich bei dem Gedanken doch selber leicht grinsen muss.

    Eileen: "Immer mal wieder Haustier und dann doch wieder Stofftier, die alte kann sich da irgendwie nicht entscheiden. Sitzt aber aktuell ganz gerne in der Stofftier Ecke .. ich wette aber das tut die nur, weil es ihr Draußen zu heiß ist."

    Katrin: "Ja leider, typischer Minderwertigkeitskomplex mit so einer Persönlichkeitsstöhrung die macht, dass man sich für was nicht Menschliches hält. Die Arme will auch nie im Bett schlafen, sondern auf einer Decke auf dem Boden."

    Katrin guckt Eileen deutlich an, vermutlich, weil das schlafen auf dem Boden wieder für Haustier spricht.

    "Um was gehts?"

    Victoria geht langsam an uns vorbei, eine leere Wasserflasche in der Hand.

    Eileen: "Kannste knicken, Bunker ist grad Sperrgebiet."

    Victoria, an der nur noch ein T-Shirt hängt, das ihr wie alles viel zu groß ist, guckt und ungläubig an und bleibt auf der Stelle stehen und fragt:

    "Was los?"

    Katrin: "Danny hier hat es geschafft unser Haustier aus der Reserve zulocken und Eileen hats promt wieder verscheucht."

    Victoria: "Was wirklich?"

    Eileen: "Was? Nein! Mario hat die erschreckt nicht ich .. könnt ihr alle mal aufhören immer direkt zu denken, das ich alles schuld bin? Wisst ihr was Leute, leckt mich."

    Sie verschränkt die arme, dreht sich um und geht langsam in Richtung Geisterhaus.

    Victoria: "Na klasse und wo bekomme ich jetzt Wasser her?"

    Eileen: "Aus dem Brunnen, wenn du Glück hast, kommt Erde mit und du hast wenigstens mal was im Magen."

    Ruft sie uns aus einem Abstand noch nach. Katrin zuckt die Schulter:

    "Ich hab noch ne zue Flasche auf dem Zimmer aber ich will ihr jetzt nicht nachlaufen."

    Victoria: "Würde ich auch nicht tun."

    Ich: "Warum?"

    Katrin: "Kommt ihr halt nicht in die Quere, wenn sie wirklich sauer ist."

    [o]Ok.

    [x]Warum?

    Also jetzt wo ich die Gelegenheit habe, würde ich doch gerne wissen, wie gefährlich sie denn jetzt wirklich ist.

    Ich: "Warum?"

    Katrin: "Machs halt nicht."

    Ok, das sollte ich mir eventuell Merken.

    Victorias Schmatzen reißt mich aus meinen Gedanken, sie tut das wohl um zu signalisieren, dass sie wirklich Durst hat.

    Victoria: "Na dann zurück zum Früchtetee."

    Sie dreht sich um und da Katrin ihr folgt, tue ich das auch. Bei den Banken angekommen sehe ich, wie nunmehr alle Tische in der prallen Nachmittagsonne stehen und die meisten Campbewohner sich entweder dort eher liegend als sitzen ihrem Schicksal ergeben oder sich direkt an die Stämme der dünnen Nadelbäume gesetzt haben.

    "Sind die da drin endlich mal fertig mit Putzen?"

    Stöhnt Anny, der es, an einem Baum gelehnt, bei der Hitze völlig egal ist, dass sie ihr ganzes Outfit voll nadelt.

    Ich schüttele den Kopf, worum sich Anny gleich wieder wegdreht.Da sich auch Victoria und Katrin an die leere Bank keinen Meter entfernt setzten, tue ich es ihnen gleich und sehe zu, wie sich Victoria gleich einen Plastikbecher aus der auf dem Tisch stehenden Thermoskanne eingießt.

    Dem Geruch nach zu urteilen, ist es wirklich Früchtetee.

    Ich: "Die servieren Tee? Bei der Hitze?"

    Katrin: "Frag keinen, wie die auf die Idee gekommen sind hier .. Früchte Tee ... Ewwww"

    Victoria: "Früchte Tee geht ja noch aber gezuckert?"

    Sie würgt angewidert den Becher herunter und macht danach ein Gesicht, als hätte man ihr gerade das wohn ungesundeste Getränk der Welt mir Gewalt eingelöst.

    Victoria: "Naja, dann zittere ich wenigstens nicht so stark .."

    "Logbücher .."

    Peter kommt zu uns an den Tisch und reicht Katrin und Victoria jeweils ein Logbuch, welches teils aus völlig zerknautschten und teils aus neues Seiten besteht.

    Peter: "So, mit dir muss ich gleich noch sprechen .. ihr beide wisst ja was zu tun ist."

    Victoria und Katrin nicken. Katrin schiebt sich das Logbuch schnell unter ihre Sitzfläche, als wolle sie sicherstellen, dass keiner einen Blick darauf wirft. Victoria hingegen blättert etwas gelangweilt in ihrem herum, das wie zu erwarten, kaum rote Markierungen beinhaltet.

    Victoria: "Super, dann kann ich gleich den Tee nachtragen."

    Anschließend nuschelt sie etwas weniger hörbar in sich hinein:

    "Die packen immer so viel Zucker in den Tee wie geht, zum Tee machen benutzt man kochendes Wasser aber der Boiler in der Küche schafft nur 80 Grad, 80 Grad warmes Wasser kann .. hm .. Milligramm Zucker pro 100 Milliliter aufnehmen aber ein Teebeutel Früchtetee hat schon so .. ähm .. geschätzte .. hm .. Kalorien und davon .. hm .. Zucker und die hängen immer 5 Stück davon in eine Kanne .. also müsste ein Becher so ungefähr .. hm .. kommt hin."

    Während ich noch erstaun bin, wie gut sie das scheinbar im Kopf rechnen kann, schlägt sie eine Seite in ihrem Logbuch auf und will wahrscheinlich gerade diesen Wert eintragen.

    Victoria: Was zum?"

    Schreit sie fast in ihrer hohen Stimme und schiebt und dann ihr Logbuch hin, welches eine komplett geschwärzte Tabelle zeigt.

    Victoria: "Was denke die sich dabei?"

    Katrin: "Joar, die haben wohl deine komplette Kalorientabelle geschwärzt."

    Ich: "Kalorientabelle?"

    Katrin: "Ja, noch nicht aufgefallen? Jedes Logbuch hat auch ne Kalorientabelle. Ist natürlich nur für die Übergewichtigen aber hindert dich ja keiner dran deine Kalorien trotzdem zu zählen."

    Erklärt mir Katrin, während Victoria verzweifelt die geschwärzte Seite gegens Licht hält und versucht doch noch etwas zu erkennen.

    Victoria: "Das war verdammt viel Arbeit, zwei Wochen .."

    Bezy: "Versucht ihr schon wieder Merles Logbuch zu lesen?"

    Katrin: "Nö, Victorias Logbuch ist spontan in die Gothic Szene eingetreten und jetzt fast so schwarz wie ich."

    Bezy sieht uns fragend an.

    Victoria: "Nein, die Arschgeigen haben meine Kalorientabelle geschwärzt."

    Sie lässt sie enttäuscht zurück auf die Bank sinken, wirft ihr Logbuch auf den Tisch und kippt sich mit zitteriger Hand viel zu viel Früchtetee in den Platikbecher, der überschwappt.

    Katrin: "Hey, nicht einfach frust fressen, denk an deine Skills."

    Den letzten Teil sagt sie leise mit vorgehaltener Hand.

    Victoria: "Viel trinken ist eine meiner Skills."

    Sagt sie trotzig und kippt sich den ganzen Becher in einem Zug rein.

    Ich: "Hey, Früchtetee ist keine Lösung."

    54
    Klinikausflug ( Tag 6 Montag Später Nachmittag )

    Als Victoria nun mehr den dritten vollen Becher mit Früchtetee hinunter kippt, fange aber auch ich schon langsam an komisch zu gucken. Wo rauf sie mich schuldbewusst anguckt und schluchzt:

    "Ich weiß das ist zu viel aber ich kann nicht anders."

    Peter: "Was denn, zwei Liter Flüssigkeit sind doch vollkommen in Ordnung. Acha ja, Daniel die Psychologin hatte eine Idee für eines deiner Probleme. Nichts weltbewegendes nur eine kleine zusätzliche Wochenaufgabe. Wenn du willst, dann rede ich mit dir im Aufsichtsraum darüber aber ich denke nicht, dass das nötig ist."

    Ich sehe zu Victoria und dann zu Katrin neben mir und denke, dass es so schlimm schon nicht sein kann und nicke.

    Peter: "Deine Aufgabe ist es, jeden Tag einen kleinen Ausflug zu machen, für Heute .. hm .. es ist schon recht spät .. reicht ein kleiner Ausflug aufs Klinkgelände etwas ne halbe Stunde sollte reichen."

    Ich: "Ok .. gibt es da einen Plan oder einen Ziel, ich meine ich verlaufe mich ja immer mal wieder."

    Peter: "Du musst ja für den Anfang ja nicht alleine hin .."

    Ich: "Ok, wer kommt den mit?"

    Peter: "Das kannst du dir aussuchen .."

    Anny: "Aussuchen?"

    Peter hat den Satz kaum zu ende gesprochen, da springt Anny auch schon vom Boden auf, klopf sich ganz schnell die Nadeln aus der Hose und fragt mich mit großen Augen:

    "Darf ich mitkommen, bitte bitte bitte."

    [x]Nicken

    [o]Vorsichtig Nein sagen.

    Ich weiß zwar nicht, warum Anny so unbedingt mit mir aufs Krankenhausgelände will aber ich nicke leicht mit dem Kopf. Denn Katrin und Victoria machen keine Anstalten sich zu rühren.

    Anny: "Super."

    Peter: "Gut, Mario lässt euch raus. Aber denkt dran, das Ressort, die Einganghalle und die anderen Camps sind nach wie vor Tabou."

    Ich nicke, während Anny mich schon bei der Hand packt und mich Richtung Bunkerausgang zieht. Dort angekommen, müssen wir allerdings noch eine Weile warten, da von Mario keine Spur zu sehen ist.

    Als Anny schon langsam ungeduldig wird, kommt Mario mit ein paar anderen im Schlepptau zu uns.

    Mario: "Ich hoffe nicht, dass das mit den Abendspaziergängen zur Gewohnheit wird. Ah Anny, du bist dan Daniel Begleitung oder?"

    Anny nickt.

    Mario: "Dann muss ich noch kurz was mit dir besprechen."

    Anny: "Muss das sein?"

    Gibt sie noch gequält von sich aber folgt Mario dann in eines der Zimmer der Schleuse. Während ich scheinbar auf Anny warten muss, drehe ich mich zu den anderen Campbewohner um. Es sind Merle, Eileen und Emily, alle mit Handtüchern und in Merles Fall in einem edlen Bademantel.

    Merle: "Wohin gehts?"

    Ich: "Ich soll einen Ausflug aufs Klinkgelände machen."

    Emily: "Klingt spannend."

    Ich: "Und ihr?"

    Merle: "Kneiptour?"

    Ich: "Kneipentour?"

    Merle: "Hm .. Nein, Kneip Therapie. Die Schütten und abwechselt kalten und heißes Wasser über den Körper. Ist gut für den Kreislauf."

    Emily: "Was?"

    Eileen: "Och, jetzt hast du Emily die Überraschung versaut."

    Emily: "Ah .. kaltes und heißes Wasser abwechselt .. muss das sein?"

    Merle: "So schlimm ist das nicht."

    Während Merle versucht Emily zu beruhigen, packt mich Eileen bei der Schulter und flüstert mir zu:

    "Hey, wenn du nicht zufällig in einen der für uns verbotenen Bereiche laufen willst, dann nimm diese Karte, ich hab alle deutlich rot markiert. Und glaub mir, du willst in keinen der Bereiche versehentlich reinlaufen."

    [o]Nicken und die Karte nehmen.

    [x]Fragen warum.

    Ich: "Warum nicht?"

    Eileen: "Weil das ein ziemlich grober Verstoß gegen die Camprichtlinien wäre und du weißt was dann passieren kann."

    Flüstert sie mir mit leiser und bedrohlicher Stimme ins Ohr. Und mir schwand übles von Auszeiten, vorübergehendem Ausschluss und dem kompletten Rauswurf aus dem Camp.

    Anny kommt aus dem Sprechzimmer gehüpft, während Eileen einen großen Schritt zurück tritt, zieht mich Anny am Ärmel und fragt ungeduldig:

    "Können wir dann?"

    Mario tritt an uns vorbei drück einen Schlüssel in das Schloss an der Wand, dreht diesen wortlos herum, worauf sich die schwere Türe öffnet. Anny schlüpft sogleich durch den Schlitz, die anderen waren besser, bis sie die Türen ganz geöffnet haben. Ich trete als vorsetzt hindurch und bekomme gleich von Eileen eine leicht verknickte Karte in den Rücken gedrückt.

    Eileen: "Nu nimm schon, kann dir viel Ärger ersparen."

    Sie grinst dabei bedrohlich.

    Ich: "Sag mal, was machen die eigentlich genau, wenn ich jetzt durch alle roten Bereiche laufe?"

    Eileen zuckt künstlich ahnungslos spielend mit den Schultern.

    Anny: "Kommst du dann auch? Wir dürfen nicht zu weit von ein ander weg."

    Ruft mir Anny aus der Ferne. Zu meiner Überraschung atmet Eileen erschöpft aus, lässt die Schultern hängen und gibt mit ruhiger tonloser stimmte zu:

    "Hm .. naja ganz ehrlich? .. wahrscheinlich gar nichts, warum auch?"

    Komisch, auf einmal wirkt sie fast traurig, warum bloß?

    [o]Die Karte nicht nehmen

    [x]Die Karte nehmen

    Also schaden kann es nicht, die roten Bereich zumindest zu kennen, also nehme ich sie aus ihren schlaffen Fingern. Jedoch zeit sie dabei keinerlei emotionale Reaktion, sondern sagt nur leise:

    "Viel Spaß."

    Worauf sie geknickt in Richtung von Merle und Emily trottet, während ich in Annys Richtung sprinte.

    Anny: "So auf in Richtung .. ähm .. wo war das noch."

    Während Anny etwas ziellos in der Gegend herum trottet, studiere ich die Karte. Es ist die selbe Karte, die meine Familie bekommen hat, als ich hier angekommen bin. Der Camp, also unser Camp ist nicht mit drauf und so gut wie alle Bereiche, die mit repräsentativen Bildchen beschreiben sind, sind rot markiert.

    Auch sind an allen möglichen Stellen Zahlen und Notizen auf das Hochglanzpapier gekritzelt, man ihre Schrift ist echt nicht die Beste. Sogar fast so schlimm wie meine.

    Anny: "So, da müssen wir rein."

    Sie bleibt vor einem kleinen Nebengebäude des Krankenhauses stehen. Ich brauche ein wenig um mich auf der Karte zu orientieren uns stelle fest – der Bereich ist absolut rot markiert.

    Ich: "Ähm, ich glaube, da dürfen wir nicht rein."

    Anny: "Warum, das ist nur die Orthu ..Ortho .. Orthob .. das Knochenartz Haus."

    Ich muss kurz grinsen, überlege dann aber ernsthaft, ob ich Anny wirklich folgen soll.

    [x]Anny folgen

    [o]Draußen bleiben

    Mit einem etwas mulmigen Gefühl folge ich Anny durch das kleine Krankenhausgebäude, denn ich kann Eileens Verhalten einfach nicht einordnen. Also sie hält mich erst mit ihrer einschüchternen Art davon ab in die roten Bereiche zu laufen und dann sackt sie in sich zusammen und sagt, dass mir nichts passiert. Ich halte sie für schlau und gemein genug, dass das eiskalte umgedrehte Psychologie von ihr war.

    Anny: "Da."

    Gedanken versunken renne ich fast in Anny hinein, die vor einem Zigarettenautomaten stehen geblieben ist und diesen auch sofort mit gut und gerne 13 zwei Euro Stücken füttert und aus dem altbackenen schwergängigen Schiebemechanismus eine Schachtel Zigaretten nach der nächsten zieht. Jedes mal begleitet von einem lauten 'Katschong'.

    Zu meinem Unbehagen nicht ohne dabei die Aufmerksamkeit aller umstehenden Patienten auf sich zu ziehen, da das Schäppern des alten Automaten durch das gesamte Foyer hallt.

    Rezeption: "Hey, es ist nicht erlaubt .."

    Anny: ".. mehr als vier Schachteln einer Sorte an einem Tag zu ziehen?"

    Beendet Anny den Satz der zu uns geeilten Rezeptionistin und zeigt dabei mit dem Finger auf einen handgeschriebenen Zettel, der am Automaten klebt. Die Rezeptionisten guckt Anny ungläubig an, jedoch macht sich diese auch schon auf den Weg den nächsten Flur hinunter. Ich folge ihr so schnell ich kann.

    Nach einer Weile kommen wir in einem kleinen Garten an, denn mitten im Krankenhauskomplex scheint es einen kleinen Hof zu geben. Dort setzt sich Anny nicht etwa auf eine der Bänke, sondern auf eine schmale Betonmauer, welche ein Hochbeet mit allerlei Farne und Gräser von dem Steinweg trennt, welcher durch den Garten führt.

    Ich setzt mich neben sie und beobachte sie eine Weile beim Geld zählen.

    Anny: "Eins .. Drei .. Zehn .. ähm .. Vier .. och nee .."

    Ich: "Sechs Euro siebenundachtig."

    Anny: "Danke."

    Ich: "Du wolltest hier also Zigaretten holen?"

    Anny: "Ja, da kommt man sonst nur schwer dran. Also Danke."

    Ich: "Bitte. Jetzt hast du ja erstmal genug."

    Anny: "Naja, kommt drauf an, ob ich viel Stress habe."

    Sie öffnet eine der Packungen, wickelt zitternd das Plastik ab, reißt ungeduldig das Deckpapier weg und wirft es hinter sich in die Gräser.

    Ich: "Hast du gerade Stress?"

    Anny: "Ja, die dumme Kuh nervt jedes mal, wenn man zu viele Packungen zieht aber dafür interessiert die halt das Alter nicht."

    Ich: "Alter?"

    Anny: "Du raust nicht ne? Man muss 18 sein, um Zigaretten aus Automaten ziehen zu dürfen. Unten im Dorf beim Kiosk da geht das auch mit 16 aber nur bei dem in der Dorfmitte, der am Rand verkauft nichts an Leute aus dem Camp. Also an unser Camp."

    Sie steckt sich eine Zigarette in den Mund, springt auf und fragt einen vorbei kommenden Rentner nach Feuer. Dieser zieht behäbig ein Einwegfeuerzeug aus seinem Bademantel, hält es ihr hin, worauf sich Anny nach vorne beugt und ihre Zigarette durch kräftiges ziehen entzündet. Daraufhin bedankt sie sich recht höflich, worauf der alte Mann weiter den steinigen Weg entlang wankt und Anny sich wieder zurück zu mir auf die Mauer fallen lässt, allerdings etwas dichter als zuvor, wodurch sich unsere Oberschenkel etwas aneinander drücken.

    55
    Anny: "Endlich .."

    Sie zieht erst hektisch, dann aber immer ruhiger an ihrer Zigarette und guckt planlos in der Gegend herum, dabei erinnert sie mich an wenig an mich selber, also fühle ich mich frei das Selbe zu tun und beobachte den kleinen Garten, dessen leicht japanisch wirkende Vegetation und den weißen Kriesweg, der durch selbige hindurch führt. Allein die Betonplatten stören das Bild, denn diese haben ein ganz anderes weiß als der Kries. Fast schon ein Grau.

    Anny: "Wie bescheuert ist das eigentlich? Man darf erst ab 18 wirklich rauchen aber schon mit 14 Sex haben .."

    Ich: "Ähm .."

    Anny: "Ist doch wirklich dämlich oder?"

    [x]Ihr zustimmen

    [o]Ihr widersprechen

    Noch etwas in Gedanken, sage ich einfach meine unqualifizierte Meinung.

    Ich: "Naja, Rauchen ist schädlich und man sollte schon alt genug sein um zu wissen was man tut."

    Anny: "Und bei Sex nicht?"

    Ich: "Damit schädigt man aber seinen Körper auch nicht."

    Anny hebt plötzlich den Kopf und zitiert etwas zu laut:

    "Jede Zigarette verkürzt das Leben um 1 Minute, jedes mal Sex verlängert das Leben um 2 Minuten .."

    Ich: ".. Also Raucher fickt um euer Leben."

    Beende ich Annys Satz in einem künstlich gelangweilten Ton. Um ihr zu zeigen, dass ich dieses Zitat nicht nur kenne, sondern es auch für absolut langweilig und überstrapaziert halte.

    Anny: "Du bist also auch der Meinung?"

    Leider ist von der Ironie, absolut gar nichts bei ihr angekommen und sie redet fleißig weiter.

    Anny: "Naja, weißt du. Eigentlich schulde ich dir ja was dafür .."

    Sie sieht mich mit großen Augen an und fummelt irgendwie an ihrem Top rum aber meine Erfahrung von vor ein paar Stunden sagt mir, dass ich mal besser auf ihre Augen fixiert bleiben sollte.

    Anny: "Hm .."

    Ich: "Ähm .. schon gut."

    Anny: "Magst du mich nicht?"

    Verdammt, macht mich Anny gerade etwa an? Also so wirklich auf der sexuellen Schiene? Und will sie jetzt wirklich so etwas von mir hören, wie dass sie mir Sex schuldet oder so. Keine Ahnung, welches schlechten Pornos die Arme da zum Vorbild nimmt .. aber ich könnte drauf eingehen. Nur um zu gucken, ob sie das wirklich ernst meint.

    [x]Subtil drauf eingehen

    [o]Es besser lassen und vorsichtig abblocken

    Ich: "Doch ich mag dich .. du bist cool."

    Anny: "Ähm .."

    Sie überlegt scheinbar eine Weile und sagt dann in einem schnellen Zug:

    "Ich bin nicht dein Typ oder?"

    Und wirkt danach ziemlich erleichtert.

    Ich: "Ja."

    Anny: "Doch?"

    Sie wirkt auf einmal wieder angespannt.

    Ich: "Nein."

    Anny: "Was denn jetzt?"

    Ich: "Ja, du bist nicht mein Typ."

    Anny: "Puh .. gut dass das geklärt ist."

    Sie streckt sich, als ob ich sonstwas vom Herzen gefallen wäre.

    Anny: "Du, meiner übrigens fast auch nicht. Danke, dass macht alles für mich viel leichter."

    Ich: "Echt?"

    Anny: "Ja, ich kann das nicht haben, wenn halt so Sachen so ungeklärt sind. Ich bin dann immer ganz aufgeregt, wenn singel Jungs da sind und ich Hoffnungen habe."

    Ich: "Hoffnungen?"

    Anny: "Also wenn was laufen könnte .. Wenn Ja ist, ist alles gut und wenn Nein ist, ist alles gut alles dazwischen, macht mich krank."

    Sie lehnt sich nach hinten und wackelt dabei entspannt mit den Beinen.

    Ich überlege während dessen eine Weile lang, was wohl passiert wäre, wenn ich anders geantwortet hätte aber so ist es wohl besser, wenn sie macht jetzt einen wirklich viel enspannteren Eindruck. Aus reiner Langeweile und auch, weil ich mich jetzt auch irgendwie vor Anny weniger gezwungen fühle, kratze ich mich endlich an meinem Arm, der schon eine Weile juckt.

    Anny: "Falls du aber doch mal .. frag mich ruhig."

    [x]Den Kopfschütteln

    [o]Nicken

    Ich schüttele Gedanken versunken den Kopf.

    Anny: "Bin ich sowas von nicht dein Fall?"

    Ich: "Ist jetzt nicht, weil du nicht hübsch wärst oder so .."

    Anny: "Schon verstanden, es ist manchmal einfach so. War bei mir und Nico auch so, bevor Bezy ihn sich geschnappt hat und selbst die beiden haben nicht wirklich gut zusammen gepasst."

    Ich: "Warum muss man denn überhaupt zu wem passen?"

    Anny: "Weil jeder jemanden braucht?"

    Ich: "Ich meine nicht allgemein, ich meine hier drin, es ist doch eh nicht erlaubt."

    Anny: "Du versteht das nicht. Du bist noch nicht lange genug hier. Irgendwann will man einfach jemanden haben und dann ist es egal, wie gut das passt. Hier drin ist eben, wer hier drin ist."

    Sie säuft enttäuscht, als würde sie gerade an eine unschöne Erinnerung denken. Habt dann aber plötzlich den Kopf und packt meinen Arm.

    56
    Käse Probleme ( Tag 6 Montag Abends )

    Als wir gemeinsam zum Essen durch das Camp gehe, sehe ich, wie die Sonne bereits lange orangene Schatten wirft und das Zirpen der Grillen langsam einsetzt. Was mir erst jetzt das erste mal auffällt.

    Am Bunker angekommen, warten dort schon Bezy und Anny, die aus irgendeinem Grund kein einzigen Wort mit einander wechseln, was mich etwas wundert, da sowas bis jetzt noch nie vorgekommen ist.

    Als Peter die Türe öffnet, treten wir alle der Reihe nach ein. Als die anderen, die bis jetzt wohl im Wohnzimmer gewartet hatten uns sehen, stehe die meisten behäbig auf und verteilen sich wie immer am Tisch. Dafür, dass es laut den Regeln keine festen Sitzplätze gibt, sitzen die Campbewohner aber erstaunlich exakt an immer den selben Plätzen.

    Mario und Peter sitzen vor Kopf. Auf der linken dunklen Seite sitzen der Riehe nach Anny, Bezy, Salfia, Suzy. Maria, die vorher neben Salfia gesessen hat, ist für Emily einen Platz aufgerückt und sitzt jetzt am Ende des Tisches. Auf der rechten hellen Seite, hinter denen die Zimmertüren sind sitzen als erstes Eileen, welche beim Essen nie von Mario aus den Augen gelassen wird, dann in der Regel Ich, neben mir dann Katrin und dann der reihe nach Merle, der andere Daniel, Nayze, Victoria und ganz am Ende die Schüchterne.

    Ich frage mich zwar, was passieren würde, wenn ich mich jetzt einfach dreist an irgend einen Platz setze aber für Experimente in der Richtung bin ich zu müde und selbst das Innere dieses Betonbunker zu heiß. Also machte ich wie immer den Bogen nach rechts, wo der übliche Stuhl zwischen Katrin und Eileen frei ist. Letztere wartet scheinbar schon, denn sie hat es geschafft eines der wenigen übrig gebliebenen Brötchen von heute Morgen zu ergattern.

    Ich will mich gerade setzen, da legt Mario seine Hände auf meine Schultern und sagt freundlich:

    "Ich finde, du brauchst auch mal etwas Männliche Gesellschaft."

    Und buchsiert mich sanft weiter hinten an den Tisch, wo der andere Daniel und Nayse sitzen. Und weißt die anderen auf dieser Seite des Tisches an:

    "Die Anderen bitte einfach aufrücken."

    Worauf Merle, Victoria, die Schüchterne und Katrin je einen Platz aufrücken, ohne sich groß darüber zu beschweren, nur Katrin sieht über diese spontane Änderung der Sitzordnung gar nicht glücklich aus. Eventuell will sie ja viel lieber neben mir essen.

    Aber ohne selber deswegen ein Fass aufzumachen, beschließe ich mir so schnell wie möglich ein Brötchen samt Goudakäse zu schnappen. Muss aber feststellen, dass es mittlerweile alle Brötchen schon weg sind und Anny sich gerade die letzte Goudascheibe schnappt.

    Selbige bemerkt aber dies aber.

    Anny: "Willst du die letzte Scheibe haben? War ich aber schon mit den Fingern dran."

    Auf den Serviertellern mit dem Aufschnitt, liegen zwar Messer aber es ist so gut wie unmöglich, sich ohne die Hilfe der eigenen Fingern damit Käse oder Wurstscheiben zu schnappen.

    Ich: "Och egal."

    Ich war ja die ganze Zeit mit Anny unterwegs und hab ja selber gesehen, wie sie sich im Krankenhaus noch extra die Finger desinfiziert hat.

    Anny reicht mir also das begehrte Stück Käse über den halben Tisch an. Anschließend greife ich noch nach einer Scheibe hart gewordenem Schwarzbrot, was mir noch am passendsten erscheint.

    Das ganze wird natürlich von Bezy kommentiert, was ich aber von meinem Platz aus nicht richtig hören kann. Den Rest frage ich mich kauend, warum Mario mich unbedingt neben die beiden gerade fast einzigen Jungs im Camp gesetzt hat, wenn diese doch eh nicht mit mir reden.

    Nach dem Schwarzbrot habe ich zwar immer noch Hunger, kann mich aber einfach nicht überwinden eine Bärchenwurst mit braun gewordenem Rand zu essen, von der Nayse direkt zwei Scheiben auf ein einziges labberigen Toastbrot gepackt hat.

    Um wenigstens nicht zu unterzuckern, beschließe ich mir wenigstens noch zwei Tassen Früchtetee reinzukippen. Stelle aber nach dem zweiten Schluck fest, dass man die mittlerweile Kalt und leicht bitter gewordenen Zuckersuppe gar nicht mal so einfach runter bekommt, wie ich gedacht hatte.

    Nayse: "Ist der Tee nicht mittlerweile Kalt?"

    Ich: "Ja. Aber besser als Sprudel."

    Nayse: "Warum?"

    Ich: "Ich mag keinen Sprudel, also ich bin das Zeug nicht gewöhnt."

    Mario: "Ah, ich versteht euch also?"

    Mario hat sich hinter uns her gequetscht und stützt sich mit den Händen auf unseren Stühlen ab.

    Das kann ich zwar nach dem kurzen Gespräch das noch nicht final beurteilen aber Nayse scheint ganz ok zu sein also nicke ich stumm, währen dich einen weiteren Schluck aus meiner Tasse nehmen.

    Mario: "Super, dann kommt Nayse ab jetzt auf euer Zimmer, wenn ihr nachts dagegen habt."

    Noch bevor ich antworten oder der andere Daniel reagieren kann, macht sich Mario auch schon auf den Weg in Richtung des Kopfes des Tisches und verkündet von Dort:

    "So, wer aufgegessen hat, kann gerne den Tisch verlassen, wir sehen und dann in ein paar Minuten zur Tagesschau."

    Begeistert verlassen die Meisten den Tisch, nur ich und aus irgend einem Grund Merle bleiben noch sitzen. Während ich mit meinem Tee kämpfe, knabbert Merle genüsslich auf einer Scheibe Graubrot herum, welche sie mit dick Butter und etwas gelblich Glibberigem bestrichen hat.

    Merle: "Wenn du keinen Gaumen für so tolle Sachen wie diesen Hazerkäse hat, dann ist die Kunst, so dick Butter wie möglich aufs Brot zu klatschen. Du darfst jedoch nicht nur Butter nehmen, aber bei Butter und minimal Frischkäse, geht das wieder in Ordnung."

    Ich: "Ist das Harzerroller?"

    Merle: "Ja, so sieht Harzerkäse nun mal aus, wenn man den Kühlschrank auf die kälteste aller Stufen stellt und dann irgendein .. Trottel auch noch den Hebel abbricht."

    Ich: "Der Kühlscharnk ist kaputt?"

    Merle: "Wenn du mich fragt ja, wer das wieder hin bekommt, dem gehört mein ewiger Dank. Aber die lassen das einfach nicht reparieren."

    Angestengt überlege ich mir, ob ich mir nicht noch eine Scheibe mit Harzerkäse schmieren soll, denn von den angeblichen 12 Zuckerstücken im Tee merke ich gerade recht wenig. Also greife ich nach dem Messer auf dem Käse Tablett.

    Merle: "Du magst Harzerkäse?"

    Ich Nicke.

    Merle: "Hier, ich kann eh nicht mehr."

    Sie schiebt mir die andere Helfe ihres Brotes hin, welche ich dankend annehme und hineinbeiße. Zu meiner Überraschung schmeckt der Käse erstaunlich gut.

    Ich: "Nur schade, dass man davon so stinkt .."

    Murmel ich leise in mich hinein aber Merle muss es, trotz zwei leerer Plätze zwischen uns, gehört haben und antwortet:

    "Warum schade, dass ich doch gerade der Vorteil an der Sache .. hält die meisten sehr effektiv davon ab mich voll zu labern."

    Da ich heute ebenfalls keine Lust mehr drauf habe zu gelabert zu werden beiße ich herzhaft in mein Brot. Dies wohl als eine Form der Zustimmung verstehend, sagt Merle in sich bestätigt:

    "Geht dir wohl auch auf den Keks oder?"

    Ich nicke und schlucke den viel zu großen Bissen schnell runter, bevor ich anfange das Graubrot zu schmecken.

    Merle: "Naja, da wir die letzten sind, müssen wir wohl abräumen."

    Sie streckt sich und wir beginnen schweigend damit die Teller und Tassen auf dem Geschirrwagen zu stapeln.

    Merle: "So, ich bin dann mal Spülen, bis später oder gute Nacht, falls wir uns heute nicht mehr sehen."

    Ich gucke sie kurz verwirrt an.

    Merle: "Wir hatten doch getauscht, schon vergessen."

    Ich nicke und drehe mich um zum Wohnzimmer, wo die meisten schon in den Sofas sitzen und auf den Beginn der täglichen Tagesschau warten.

    Bezy: "Boar, warum können wir nicht wieder draußen gucken."

    Mario: "Draußen ist eine Ausnahme und an Montagen gibt es keine Ausnahmen."

    Da kein Piltz mehr frei ist, setzte ich mich auf die Lehne der nächst besten Couch neben Katrin.

    Katrin: "Och du musst dich dich nicht auf die Kante setzten. Warte ich rutsche ein Stück."

    Ich versuche mich so klein wie möglich zu machen, um noch neben Katrin zu passen aber unterschätze meine Breite und so quetsche ich Katrin beiseite, die dadurch gegen Victoria gedrückt wird, welche ihrerseits gegen Eileen gepresst wird, die sich lautstark beschwert.

    "Nimm dein knochiges Schulterblatt aus meinen Rippen. Du tust ja weh .."

    Mario: "Ruhe auf den billigen Plätzen."

    Die Tagesschau beginnt aber ich gucke kaum hin, denn zu einen bin ich mittlerweile müde wie Sau und auf der anderen ich das Gefühl, dass ich eh jede Frage aus dem Stegreif beantworten könnte.

    Wie üblich schaltet Mario noch während der Lottozahlen einfach ab und beginnt seine Fragerunde mit:

    "Wer kann mir sagen, von welchem Land Sydney die Hauptstadt ist."

    Während ich noch überlege, weil mir bei der Frage etwas komisch vorkommt, hebt Eileen schon langsam und gelangweilt ihren Arm, als würde Mario sie eh nicht dran nehmen.

    Mario: "Eileen."

    Eileen: "Hä .. ähm .. was?"

    Mario: "Von welchem Land Sydney die Hauptstadt ist."

    Eileen: "Hä? Ja von keiner."

    Suzy: "Nein, von Australien. Ein Cousin von mir war schon mal da."

    Platz es aus Suzy heraus, die triumphierend die Arme vor ihrer Brust verschränkt aber von Mario und Eileen völlig ignoriert wird.

    Mario: "Richtig und und die korrekte Hauptstadt ist?"

    Als Eileen gerade auch dies beantworten will, guckt Mario den Rest von uns an und in diesem Moment, fällt mir der dazugehörige Funfact wieder ein und ich melde mich.

    Mario: "Daniel .. also du."

    Er guckt mich an, um einer Verwechslung vorzubeugen.

    Ich: "Canberra."

    Mario: "Super, hat jemand noch Fragen?"

    Keiner meldet sich.

    Mario: "Gut, da es heute so heiß ist, würde ich sagen, dass wars für Heute."

    57
    Pyjamaparade ( Tag 6 Montag Abends )

    Erleichtert und ebenfalls sichtlich müde erheben sich die meisten Campbewohner aus den alten Sitzmöbeln. Nur Wir auf der hintersten schwarzen Couch haben so unsere Probleme wieder auseinander zukommen.

    Victoria: "Hey, pass doch bitte mal besser auf."

    Eileen: "Au, wie kann man nur so ein scharfkantiges Becken haben?"

    Victoria: "Hör halt einfach auf, dich so breit zu machen."

    Eileen: "Eh, ich bin so breit."

    Nur Katrin schlüpft einfach zwischen und durch und als sie weg ist, merke ich, wie kalt sich meine linke Seite, trotz der allgemeinen Hitze, anfühlt. Ich hab wohl vor Müdigkeit gar nicht mitbekommen, wie ich die ganze Zeit an sie gepresst war.

    Als auch ich aufstehe, während sich die verbleibenden Beiden noch Zanken und langsam gen Richtung meines Zimmers trotte, wundere ich mich in wenig, dass sich trotz der strengen Regeln in letzter Zeit auffällig viele Mädchen sich an mich pressen.

    Aber alles an was ich jetzt noch denken will ist mein Bett. Also gehe ich auf mein Zimmer, ziehe in dem kleinen Badezimmer meinen Schlafanzug an, putze meine Zähne und lasse mich aufs Bett fallen.

    Als ich auf der anderen Seite des Raumes neben dem lesenden anderen Daniel auch noch Nayse im unteren Teil des Hochbettes sehe, zucke ich nur mit den Schultern und hoffe, das die Beiden nicht zu lange lesen. Zwar wollte ich auch mal anfangen mehr zu lesen, da ich ja hier drin endlich die Zeit dafür habe aber als meine Hand auf dem Nachtisch den Dicken Hexenhammer fühlt, habe ich gleich keine Lust mehr aber frage mich, wie der da eigentlich hinkommt.

    Mario oder Peter müssen mir das Buch dort hingelegt haben oder habe ich da irgendwas vergessen? Ich blättere lustlos, auf dem Rücken liegend, in dem Buch dessen kleine Schrift ich vor Müdigkeit kaum noch lesen kann. Währen dem fällt mir einer meiner vielen Notizzettel auf die Brust, die großen krakeligen Buchstaben, kann ich fast schon durch das gefaltete Papier lesen.

    [o]Den Zettel lesen

    [x]Den Zettel einfach wieder zurück ins Buch stecken

    Ich weiß zwar nicht welche komischen Gedanken ich da wieder aufs Papier gebracht habe aber es ist mir gerade echt egal. Ich schreibe mir zwar selber gerne Notizen und Erinnerungen aber sicher ist es nur eine Erinnerung ja im Camp zu bleiben oder irgendwelche alten Notizen zum Buch.

    Als ich mich unfreiwillig versuche zu erinnern, was es genau war, fällt mir eine andere wichtige Sache ein. Ich wollte mich doch jeden Abend bei meiner Familie melden. Sie hatten mir ja extra eine Telefonkarte dafür gekauft. Also drehe ich mich schnell um und frage Nayse:

    "Darf man noch raus um zu telefonieren?"

    Nayse: "Ja klar, wenn du dich beeilst, kommst du vielleicht auch noch dran."

    Schnell stehe ich auf, und verlasse in meinen Schlafanzug mein Zimmer. Stolpere fast über einen der Wasserkästen, die jemand wieder aus ihrer Ecke gezerrt haben muss, quetsche mich an dem langen Esstisch vorbei und werfe einen Blick in das Aufsichtszimmer, wo Mario liest und langsam fragend aufblickt.

    Ich: "Ich wollte noch telefonieren."

    Da er nur ruhig nickt, gehe ich davon aus, dass es ok ist. Also gehe ich schnell weiter an der Küchentüre vorbei und gucke kurz ins Wohnzimmer wo nur Merle mit dem Rücken zu mir auf der schwarzen Chouch sitzt und gegen die Regeln ihre Füße auf dem Tisch abgelegt hat. Mich fragend wo dieses ominöse Camptelefon überhaupt genau sein soll, sehe ich, dass sich vor der Wand gegenüber vom Wohnzimmer eine nicht gerade kurze Schlang von Campbewohner gebildet hat. Um genauer zu sein eine Schlange nur aus Mädchen.

    Höflich stelle ich mich ans Ende der Warteschlange ohne viel Lärm zu machen, denn vorne versucht wohl eine gerade verzweifelt, so leise zu telefonieren, dass die anderen das Gespräch nicht mitbekommen, was recht schwierig sein sollte, da die Nächste in der Reihe direkt hinter ihr steht.

    Vor mir in der Reihe steht vermutlich Eileen, das viel zu große weiße T-Shirt und die fettigen zu einem hohen Pferdeschwanz gebundenen schwarzen Haare, können eigentlich nur zu ihr gehören. Die anderen Mädchen kann, ich von hier aus nur schwer erkennen, nicht dass mich das gerade brennend interessieren würde.

    "Boa, könnt ich mal hinne machen?"

    Gähn sie, steckt dabei ihre Arme nach hinten und trifft mich leicht am Rippenbogen. Sie dreht sich übertrieben langsam um und sagt müde:

    "Ess mal mehr, man spürt ja jede einzelne Ripp."

    Als sie mich sieht, zieht sie nur eine Augenbraue leicht hoch und meint:

    "Achso, du bist das. Dachte du wärst Victoria. Die ist übrigens vor dir dran. Die ist nur gerade .. auf Klo. Hübscher Schlafanzug übrigens."

    Sie sieht sich meinen alten Southpark Schlafanzug genau an und fügt dann spöttisch hinzu:

    "Nur, passt der Spruch ja mal so gar nicht zu deinem sonstigen Auftreten."

    Ehrlich gesagt, weiß ich gerade nicht genau was sie meint, denn das Ding habe ich bekommen als ich noch kein Wort Englisch konnte und ehrlich gesagt weiß ich bis heute nicht, was der Spruch auf meiner Brust genau bedeutet.

    Auch trage ich in der Regal gar keine Schlafanzüge, sondern schlafe in meinen Shorts oder zumindest in einem alten T-Shirts wie sie ja scheinbar auch, aber meine Familie bestand darauf, dass ich hier 'anständig' in einem Schlafanzug schlafe.

    Ich: "Warum?"

    Eileen: "Tija, da du ja meine Hilfe bei Englisch nicht willst, musst du wohl wieder Merle fragen."

    Merle: "Hm?"

    Merle dreht sich vom schwarzen Sofa aus zu uns um, rümpft die Nase sagt:

    "I strongly reject, to discuss vulgar language."

    Und lässt sich dann zurück ins Sofa fallen und ist nicht mehr zu sehen.

    Im selben Moment tippt mich jemand von hinten auf die Schulter. Ich drehe mich um und sehe Victoria, die in einem Gelben Nachthemd vor mir steht, sich aber plötzlich tierisch erschreckt und sich in einem Zug, das Nachthemdoberteil über den Kopf zieht, so dass nur noch ihre Haare aus dem Kragen herausgucken.

    Ich: "Wa?"

    Was zum, stinke ich etwa durch den Harzerroller so sehr, das sich Victoria durch ihr Nachthemd vor meinem Gestank retten muss?

    Plötzlich drehen sich auch die meisten anderen Mädchen zu mir um. Die meisten erschrecken sich kurz, einige drehen sich weg oder verstecken sich hinter anderen Campbewohnerinnen.

    Ich: "Ähm."

    Von hinten drück mir jemand die flache Hand auf die Augen.

    Eileen: "Nichts besonderes. Die haben alle nur schon Schlafsachen an."

    Bezy, schreit künstlich empört.

    Ich: "Achso, Schuldigung."

    Langsam drehe ich mich von der Schlange weg, fasse aber die fremde Hand kurz mit meiner Hand, damit sie nicht versehentlich von meinem Gesicht rutscht.

    Eileen: "So, ich bräuchte dann mal meine Hand wieder, ich muss nämlich recht dringend aufs Klo."

    Sie nimmt ihre Hand von meinem Gesicht aber ich lasse die Augen vorsichtshalber geschlossen.

    Als ich die Türe, die wohl zum Bad führt, zufallen höre sagt Victoria:

    "Kannst die Augen ruhig wieder aufmachen, hier steh nur ich."

    Ich blinzle kurz und als ich verschwommen wirklich nur Victoria sehe, mache ich die Augen ganz auf. Zu meiner Verwunderung, hat Victoria immer noch ihr gelbes Nachthemd über den Kopf gezogen, wodurch man unten ihren Bauch sehen kann.

    Auch wenn sie einen Bauch nur noch nach der groben Definition hat, denn die zum Hemd passende Schlafhose wird zu großen Teilen nur noch von ihrem Hüftknochen gehalten, wodurch der Bund ihren Bauch gar nicht mehr berührt und man in den so Spalt sehen kann.

    Aber schnell sehe ich wieder nach oben und gähne aus Verlegenheit. Ich hoffe sie sieht nichts durch das Hemd. Verlegen frage ich:

    "Warum .. ähm .. machst du das?"

    Zu meiner Erleichterung antwortet sie in einem fröhlichen Tonfall:

    "Ich bin nicht geschminkt."

    Ich: "Achso und das .."

    Victoria: "Ich will halt nicht, dass mich Jungs ungeschminkt sehen."

    Ich: "Und bei deinem Bauch .."

    Schnell breche ich den Satz wieder ab. Das kann doch nicht war sein, immer wenn ich gerade eine Konversation gut am Laufen habe und mich traue etwas lockerer zu werden, fällt mir so ein Blödsinn aus dem Mund.

    Aber besonders gut konzentrieren kann ich mich gerade nicht wirklich, zum einen bin ich jetzt schon fast im Halbschlaf und zum anderen mag ich Bäuche doch etwas zu sehr. Obwohl mir ihrer doch etwas zu mager ist. Auch muss ich gleichzeitig dagegen ankämpfen, nicht doch noch mal einen Blick auf den Spalt zwischen ihrem Bauch und dem Hosenbund zu sehen. Also fixiere ich mich einfach auf einen der Nachthemdknöpfe, der da sitzt, wo in etwa jetzt auch ihre Augen sein müssen.

    Victoria: "Meinen Bauch schminke ich ja nicht. Oder oder kennst du jemanden, der sich den Bauch schminkt."

    Antwortet sie umgehend kichernd.

    Ich: "Ja."

    Antworte ich flach.

    Ich: "Ein Mädchen aus meiner Klasse, schminkt sich den Bauch."

    Victoria muss lachen und fragt mich kein bisschen ernst nehmend:

    "Sicher, einmal so Lippenstift um den Bauchnabel?"

    Ich: "Ne, die hat sich einfach Makeup eine Stufe zu dunkel gekauft, um Solarium zu sparen und als dann der Sommer kam und sie Bauchfrei tragen wollte, hat sie sich immer den Bauch gleich mit geschminkt."

    Victoria sagt eine kurze Zeit lang nicht .. fängt dann aber an zu lachen, wobei sich ihr Bauch noch weiter nach innen zieht und ihre Schlafhose ein ganzes Stück nach unten rutscht, was sie aber schnell wieder korrigiert und die Hose dabei auch gleich über ihren Bauchnabel zieht.

    Langsam kommt das Lachen aber auch von hinter mir. Besonder laut grölt mal wieder Bezy:

    "Ist das dein Ernst, Alter .. auf sowas wäre noch nicht mal ich gekommen."

    Emily: "Woher weißt du dass denn?"

    Ich: "Ja dass .."

    Sage ich ohne mich umzudrehen.

    Bezy: "Dreh dich doch um zu uns .. oder hat eine von euch was dagegen."

    Kurz Stille in der scheinbar jemand genickt hat.

    Bezy: "Ihr stellt euch alle an, Hauptsache Bikini ins Schwimmbad .. "

    Währedn leise von hinten noch ein unzuortbares: "Das ist was anderes!" kommt, stellen sich Bezy, Anny, Emily und Salfia auch schon zu Victoria.

    Bezy: "Aber nicht vergessen, ich war das drittes an der Reihe."

    Alle sehen mich gespannt an. Bezy trägt ein etwas zu enges tief ausgeschnittenes weißes Top zusammen mit einer sehr kurzen Sporthose. Anny scheinbar nur das Oberteile eines etwas zu großen weißen Nachthemdes, bei dem der erste Knopf abgerissen ist. Emily trägt eine schickes türkises Satin Nachthemd, jedoch bis ohnehin zu und Salfia ein viel zu großes weißes Krankenhaus T-Shirt. Als ich mich noch frage, warum die meisten ihre Sachen so offensichtlich aufreizend tragen, fallt mir ein, dass es ja immer noch sehr heiß ist. Aber da bohrt Bezy auch schon nach:

    "Also wie hast du das raus bekommen, mit dem Bauch?"

    Ich sehe die gespannte Meute in ihren aufkenöpften Schlafklamotten an und beginne so schnell wie möglich die Geschichte zu erzählen, bevor mir noch heißer und ich damit noch nervöser werde.

    Ich: "Ja also, eines Tages kam die eben bauchfrei in die Schule."

    Zu meinem Glückt legt sich meine Aufgeregtheit sofort als ich anfange zu Reden:

    "Und da man ja nicht nur vorne bauchfrei ist, war eben auch ihr Rücken frei und kennt ihr diese Muster, wenn man sich selbst den Rücken eingeschmiert hat und sich verbrennt, weil man nicht überall hingekommen ist?"

    Victoria: "Diese lange Streifen, sie aussehen wie Finger?"

    Ich: "Ja. Also das hatte sie am Rücken und ich dachte erst, dass wäre von nem Sonnenbrand oder so aber das Muster sah jeden Tag anders aus."

    Eileen: "Auch, Geschichten Runde .. Worum gehts?"

    Die Türe hinter mir öffnet sich.

    Anny: "Geschminkte Bäuche."

    Eileen: "Ah, ich pack mir ja immer Maskara auf meine Bauchhaare, damit die länger aussehen."

    Die Menge guckt die Unterbrecherin strafend an, diese zuckt jedoch einfach mit den Schultern worauf ich weiter erzähle:

    "Dann hat mir aber ein anderes Mädchen erzählt, dass das Makeup ist. Seit dem ist das so ne Art Witz."

    Emily "Du weißt was Makeup ist?"

    Ich: "Ja, das ist doch das Zeug, dass man einmal ganz über sein Gesicht verteilt, wo dann andere Sachen wie Rouge draufkomm .."

    Emily: "Hab verstanden."

    Ich: "War doch so oder?"

    Bezy: "Korrekt, war ne Fangfrage. Also und weiter?"

    Ich: "Wie weiter?"

    Bezy: "Ja, was du dann gemacht hast."

    Ich: "Ja nicht weiter, ich kannte die kaum."

    58
    Schminktipps ( Tag 6 Montag Nacht )

    Kaum hatte ich die Geschichte mit dem geschminkten Bauch zu Ende erzählt, da kommt auch schon die Bezy typische Gegenfrage:

    "Hast dich nicht mal vor die hingestellt und gesagt: 'Was soll das? Du fake Bitch?' "

    Ich: "Nein, warum sollte ich?"

    Anny: "Er ist halt ein Gentleman."

    Bezy: "Also ich hätte das gemacht."

    Victoria: "Musst du gerade sagen, stehst hier als einzige noch mit der kompletten Schminke drauf."

    Bezy guckt künstlich belustigt zu Victoria.

    Bezy: "Das muss gerade der kopflose Nick sagen. Musst du nicht irgendwo herumspuken?"

    Victoria: "Es haben nun mal nicht alle das Glück in einer Kabine mit eigenem Spiegel und Waschbecken zu wohnen und den Luxus, sich erst ganz kurz vorm Bett abschinken zu können."

    Gibt Victoria empört von sich und verschränkt die Arme über der Brust, da es ihr über den Kopf gezogenes Nachthemd nicht anders zulässt. Zusammen mit der Über den Bauchnabel gezogenen Hose sieht sie schon witzig auch aber zugegeben auch ziemlich niedlich.

    Eileen: "Ja ja ja, alles schön und gut .. aber dem Jungen könnt ihr doch eh nichts vormachen, so gut wie er sich auskennt, sieht er euch vor seinem inneren Auge eh schon alle mit euren Pickeln, blassen Lippen, dürren Wimpern und kontrastlose Äuglein. So und jetzt macht mal einen bisschen Dampf, sonst muss ich in der nächsten Gruppentherapie noch erzählen, das die 'selbstregulierten Telefonzeiten' gar nicht mal so gut funktionieren."

    Etwas erschrocken und knurrig gehen Victoria und Bezy auseinander und die Schlage reit sich hinter mir wieder ein.

    Merle: "Fertig."

    Merle geht langsam in einem edlen beigen Morgenmantel an uns vorbei.

    Victoria: "Hey, du hast dich vorgedrängelt."

    Merle: "Ihr wart eben beschäftigt."

    Ich: "Sagen eigentlich alle ihren Eltern gute Nacht."

    Frage ich zum einen aus Neugierde und zum anderen, um Marle und Victoria möglichst schon im Vorfeld von ihrem Streit abzuhalten.

    Merle: "Wenn du von den eigenen Eltern durchs Telefon hindurch angeschrien werden, als 'Gute Nacht Sagen' bezeichnest dann ja."

    Victoria: "Ist bei den meisten eine Wochenaufgabe. Die wenigsten tun das freiwillig."

    Merle: "Ähm .. ich rede gerade mit ihm. Und ich denke es ist doch sehr gegen die Campregeln, sein Oberteil dauerhaft über dem Kopf zu tragen."

    Victoria: "Nicht so sehr wie nichts unter seiner Schlafkleidung zu tragen und außerdem .. Warst du nicht gerade fertig und wolltest gehen."

    Merle: "Offensichtlich."

    Merle dreht sich auf dem Absatz, oder besser auf dem nackten Fuß um und geht in Richtung ihres Zimmers. Anscheinend wohnt sie ebenfalls in einem Bunkerzimmer, jedoch in einem vor dem Wohnzimmer. Beim Gehen macht sie zu meiner Verwunderung sehr merkwürdige Geräusche.

    Ich: "Sag mal, ist das eine Kuhglöcke an Merles Bein?"

    Victoria: "Ja, angeblich wegen 'Schlafwandeln' ."

    Dabei setzt sie das letzte Wort in wütende Anführungszeichen und sagt danach eine Weile nichts. Nach und nach sagen die meisten Campbewohnerinnen ihren Familien gute Nacht. Einige streiten jedoch gut hörbar, andere sind nach dem Telefonat einfach nur offensichtlich traurig und schleppen sich danach auf ihre Zimmer oder aus dem Bunker heraus in ihre Kabinen.

    Da ich mir trotz Müdigkeit noch gemerkt habe, dass Victoria ja eigentlich vor mir dran war, lasse ich sie vor und drehe mich dann um, damit sie sich aus ihrem Nachthemd traut.

    Als ich hinter mir am Telefon erstmal ein tiefes Luftholen höre, sieht mich Eileen an, in dessen Richtung ich mich ja gedreht habe. Sie trägt ihr übliches viel zu großes weißes Krankenhaus Shirt jedoch scheinbar ohne Hose, sie hebt verständnislos die Schultern und sagt:

    "So ein Theater wegen ein bisschen Farbe im Gesicht, wenn du schlau bist halts mit mir, ich seh immer gleich scheiße aus."

    Ich sehe ihr ins Gesicht und bezweifle keine Sekunde das sie recht hat, als mein Blick an einem aufgekratzten Picken auf ihrer Stirn stehen bleibt, fasst sie sich selbst dorthin uns sucht mit dem Finger nach der genauen Stelle und fügt hinzu:

    "Übrigens, ich trage gerade nichts drunter."

    [o]Als ob.

    [x]Wenn du nichts drunter trägt, wer hält dann deine Titten.

    Ich: "Wenn du nichts drunter trägst, was hält dann deine Implantate, da wo sie sind?"

    Verdammt, schon wieder so ein Unfug rausgerutscht aber was solls, wenn sie mich hier umhaut, muss ich mich zum schlafen wenigstens nicht selber zurück ins Bett schleppen.

    Eileen: "Kleiner Spaß .. aber es heißt immer noch Explantate."

    Während dessen höre ich im Hintergrund, wie Victoria scheinbar alles penibel aufzählt, was sie den Tag über gegessen hat. Aber leise knurrt, als die wohl für das Wegkippen der vielen, als Tee getarnten, Gläser mit Zuckerwasser aufzählt und dafür von der Stimme am anderen Ende gelobt wird.

    Am Ende legt sie den Hörer auf, hält sich beide Hände vors Gesicht, dreh sich zu uns und sagt freudig.

    "Gute Nacht."

    Ich: "Nacht."

    Eileen: "Nacht, willst du vor?"

    Ich: "Ähm, warum lässt du mich vor."

    Eileen: "Na, damit du nicht gleich alleine hier stehst, nicht weißt wie das verdammte Telefon funktioniert und das verdammte Ding aus versehen verstellt, so das es morgen nicht mehr richtig funktioniert."

    Ich: "Ok"

    Sie holt Luft und lässt einen ihrer, bestimmt schon des öfteren aufgesagten und aus diesem Grund auch auswendig gelernten, Erklärmonologe auf mich einprasseln:

    "Also als erstes nimmt du den Hörer ab, dann drückst du die 0, damit das Ding weiß, dass es jetzt eine Telefonzelle ist, dann steckst du deine Karte hier in den Schlitz, Chip dabei nach vorne oben, dann wählst du noch einmal die 0, damit das Ding weiß, dass du raus telefonieren willst, dann tippst du die Nummer ein und dann hörst du ein Knacken und dann so komische Doots, dann nimmt deine Familie ab oder eben nicht, das Ding ist aber pingelig und deswegen hat deine Familie nur so 2 Minuten Zeit ranzugehen, du kannst auch nur 5 Minuten am Stück telefonieren. Wenn du fertig bist, legst du auf, hältst die 2 gedrückt, zählst bis 5 und zieht dann die Karte mit einem Ruck raus. Verstanden?"

    Ich nicke. Und bekomme den Ablauf auch ganz gut hin.

    Zum Glück nimmt meine Familie ab, worauf Eileen sich wenigstens ein paar Meter weit weg stellt.

    Meine Schwester geht ran:

    "Ah Hallo."

    Ich: "Ah, hi, schuldigung, dass ich erst so spät anrufe."

    Schwester: "Spät? Es ist erst 7 Uhr."

    Ich: "Ja, hier ist das spät. Ich muss eigentlich schon längst schlafen."

    Schwester: "Was, echt?"

    Ich: "Ist Mutter da?"

    Schwester: "Nein, noch unterwegs."

    Ich: "Ja, dann sag ihr von mir gute Nacht und dir natürlich auch."

    Schwester: "Ja gute Nacht, schlaf gut und träum was Schönes."

    Ich: "Ja du auch."

    Ich lege den Hörer auf, halte die 2 gedrückt, zähle bis 5 und ziehe die Karte aus dem Telefon.

    Eileen: "Hier drin funktioniert Zeit halt anders."

    Sagt sie und gähnt, ohne sich die Hand vor den Mund zu halten:

    "Dann las mich mal."

    Sie nimmt sich den Hörer und tut so als wäre sie von etwas total überrascht:

    "Du hast die 2 gedrückt gehalten oder?"

    Ich: "Ja, wie du gesagt hat."

    Eileen: "Hab ich nicht 1 gesagt?"

    [o]Ihr recht geben.

    [x]Ihr widersprechen

    Ich: "Ähm .. ich bin mir sicher, dass du 2 gesagt hat."

    Eileen: "Vielleicht habe ich versehentlich zwei gesagt, vielleicht hat du versehentlich zwei verstanden. In meinen Augen jetzt relativ unsinnig darüber zu streiten, wir sind ja beide total müde."

    Es wäre mir zwei neu, dass sie auch nur eine Gelegenheit auslässt einen Streit vom Zaum zu brechen aber mir solls echt egal sein. Sie gähnt ausgiebig und streckt sich so, dass ich sehe, dass sie scheinbar eine Schwimmshots unter ihrem Shirt trägt.

    Eileen: "Naja, wie auch immer, das Telefon ist jetzt verstellt und ich kann leider meine Eltern nicht anrufen."

    Ich: "Tut mir leid."

    Sage ich schnell, bevor ich realisiere, dass sie das wohl ironisch gemeint hat.

    Eileen: "Gute Nacht .. und hör auf, dich für jeden Blödsinn zu entschuldigen."

    Sie dreht sich auf ihrem Absatz um, wodurch ihr Shirt hochgewirbeld wird und ich sehe, dass sie tatsächlich Schwimmshorts drunter trägt .. merkwürdige Schlafkleidung. Beim stolpernden Gang aus dem Bunker rückt sie noch ihren Hals zurecht, worauf ein lautes Knacken durch den sonst so stillen Bunker hallt.

    59
    Geschütze ( Tag 6 Montag Nacht )

    Ich beschließe es ihr gleich zu tun und gehe auf mein Zimmer, um mir kurz noch die Zähle zu putzen und mich danach in mein warmes Bett zu hauen.

    Als ich eine Weile lang nicht einschlafen kann, merkte ich dass es daran liegt, dass mein Bett doch etwas zu warm ist und beschließe die Beine nicht mit unter der Decke zu lassen, was aber aufgrund meiner Schlafanzughose nicht viel bringt.

    Also beschließe ich selbige hoch zu krempeln, was aber fast noch schlimmer ist, da die so entstanden Wulsten mir fast das Blut abdrücken.

    Man ich will echt wieder im T-Shirt schlafen .. dürfen.

    Als ich etwa eine Stunde wach liege und mir der Schweiß von der Stirn aufs Kissen rinnt. Klopf es auf einmal vorsichtig an der Türe. Ich gucke auch und sage möglichst leise:

    "Ähm .. ja?"

    Worauf Peter vorsichtig ins Zimmer kommt, bedeutungsvoll auf das Fenster über meinem Bett und dessen grünen Käfig deutet.

    Ich: "Ähm?"

    Peter: "Warum sagt ihr nicht, dass bei euch das Fenster noch zu ist?"

    Fragt er flüsternd, da der andere Daniel schon zu schlafen scheint.

    Ich: "Geht das denn auf?"

    Peter: "Natürlich."

    Ich richte mich im Bett auf, um Peter Platz zu machen. Dieser kniet sich vorsichtig auf mein Bett und öffnet mit einem speziellen Schlüssel den grünen Käfig um das dahinterliegende recht gewöhnlich wirkende Fenster zu öffnen.

    Sofort strömt wunderbar angenehme frische Waldluft ins Zimmer, was eine wahre Wohltat ist.

    Peter: "Eigentlich sollen wir die Fenster ja nur auf Kippe machen .."

    Nayse: "Warum nur auf Kippe, das bringt gar nichts."

    Peter: "Wenn ich das offen lasse, dann schlägt das die ganze Nacht auf und zu und ihr könnt gar nicht mehr Schlafen."

    Ich: "Zuhause blockiere ich mein offenes Fenster immer mit nem Buch."

    Dabei halte ich Peter meinen Hexenhammer hin.

    Peter: "Ist das nicht ein bisschen zu schade?"

    [x]Peter das Buch geben

    [o]Das Buch behalten

    Ich: "Das it einen 10 Euro Taschenbuch. Das ich eh gerade nicht lese."

    Wenn ich die Wahl habe zwischen frischer Luft und diesem Buch, das bis jetzt eh nur Ärger gemacht hat, dann wähle ich ganz klar die frische Luft.

    Peter nimmt das Buch, blockiert damit das Fenster, schließt anschließend den grünen Käfig wieder zu, wünscht uns noch eine ruhige Nacht und verlässt das Zimmer.

    Von Draußen höre ich das Rauschen das Windes in den Baumwipfeln des Camps. Ich liebe Nächte, auch wenn diese doch etwas kühler sein könnte. Im Camp oder eher in dem kleinen Teil, den ich von hieraus sehen kann, ist es stock finster, da sich gerade eine Wolke vor den Mond geschoben hat.

    Au, ich will den Mond gar nicht sehen, denn wenn ich weiß, dass Vollmond ist, schlafe ich automatisch noch schlechter als sonst. Also horche ich weiter dem Wind und etwas, was ich spontan für eine Eule halte.

    Auch höre ich kurz ein Raschen direkt unter meinem Fenster und erschrecke mich kurz, nur um mir dann zu sagen, dass es wohl nur eine Katze war und ich hier drin absolut keine Angst haben muss, denn durch die grünen Stahlstäbe kommt garantiert nichts hier rein.

    Vom Fenster wegdrehen kann ich mich trotzdem nicht, ohne ein komisches Gefühl zu haben. Also beschließe ich ausnahmsweise auf dem Rücken zu schlafen, auch wenn das mein Einschlafen nicht gerade beschleunigt.

    Schon dösig wird der Wind in den Wipfeln immer lauter und der Schrei der Eule immer lauter.

    Hektisch stolpere ich durch den Wüstensand aber falle immer wieder hin, wobei sich jedes mal mein Mund und meine Augen mit mehr trockenem und heißen Sand füllen

    Ich muss weiter aber meine Beine wollen unter dem extremen Gesicht nicht so wie ich will, endlich nach ein paar Metern, habe ich es endlich hinter die viel zu nierigen Sandsäcke geschafft.

    Viel zeit Luft zu holen habe ich nicht, denn ohne eine genaue Übersicht der Lange bin ich früher oder später verloren. Also robbe ich vorsichtig aus der Deckung hervor und sehe die Bunker auf der anderen Seite der weiten Sandwüste.

    Ich beschließe, wieder besseren Wissens, in dieser Position lieben zubleiben und die flachen grauen Betonbauten weiter zu beobachten. Leider kann ich mit meinen versandeten Augen nur schwer ausmachen, was sofort passiert, ich sehe nur immer wieder flüchtige Schatten umherhuschen.

    Als ein furchbares Gedonner losgeht, halte ich die Hände über meinen Kopf uns lasse mich nach hinten fallen, wo ich in einen tieferen Graben abrutsche und unsanft auf jemandem lande.

    Katrin: "Ah, runter von mir!"

    Ich: "Tschuldigung."

    Katrin: "Egal was passiert, scheiß dich nie auf mich drauf."

    Ich kann nicht antworten, da ein lauter Knall über uns uns dazu zwingt uns so tief es geht in den Graben zu zwängen. Als der Lärm versiegt öffne ich wieder vorsichtig die Augen.

    Katrin: "An mich dran ist ja ok, aber nicht auf mich drauf."

    Ich weiß, dass wir hier weg müssen also packe ich Katrins Hand und will zumindest schon mal den Graben entlang, soweit es geht.

    Katrin: "Ich kann noch nicht hier weg. Versprich mir bitte, dass du solange auf mich wartest, bis der richtige Zeitpunkt da ist ok? Verspricht du mir das? Versprich mir das ok?"

    Ich Nicke.

    Katrin: "Nein, ich will es hören"

    Sie sieht mich etwas ängstlich an, während ich vorsichtig mit einem Spiegel über den Graben sehe.

    Ich: "Ja, ich versprech es dir."

    Katrin: "Sieh mich dabei bitte an."

    Ich sehe sie an und wiederhole meine Worte.

    Ich: "Ich verspreche es dir .. Es scheint aber ruhig zu sein."

    Katrin: "Ich will kein Ausreden oder Bettelei hören ok?"

    Merkwürdige Wortwahl um den Ausbruch aus einem Schützengraben zu planen aber ok.

    Ich: "Ebenfalls versprochen."

    Eine ganze Weile observiere ich das absolut tot und leer wirkende Schlachtfeld über dem sich langsam der Tag senkt und der Mond am Himmel langsam sichtbar wird. Immer noch lehre ich in einer ungemütlichen Position im Graben, während Katrin mein Bein umklappt, das langsam taub wird. Es fühlt sich an wie Stunden und Sekunden gleichzeitig.

    Endlich kommt Bewegung ins Feld, gar nicht allzu weit entfernt bewegen sich blasse Schatten über den nun bläulich schimmernden Sand. Sie schleppen scheinbar schweres Gerät auf die Bunker zu. Als ich mein Bein kaum noch fühle, ist Katrin plötzlich verschwunden. Als ich aufsehe taucht sie jedoch über mir wieder auf, packt mich an beiden Kragenaufschlägen, zieht mich in die Höhe und brüllt schon fast:

    "Jetzt!"

    Ich: "Jetzt, eben wolltest du noch unbedingt warten."

    Als Antwort bekomm ich ein energisches:

    "Ja auf den richtigen Zeitpunkt und der ist Jetzt, komm schon besser wird es nicht."

    Ich: "Bist du dir da sicher?"

    "So sicher, wie man nur sein kann. Jetzt las mich nicht hängen, du hast mir versprochen, dass es keinen dummen Ausreden geben wird und dass du auf mich wartest. Warum sollte man auf jemanden warten und dann nicht mitmachen, wenn der derjenige bereit ist, dass ist sinnlos."

    Als ich so von diesem Redesschwall erdrückt werde, merke ich, dass es gar nicht Katrin ist, die mich da gepackt hat, sondern Eileen.

    "Ich hab dir immer bei allem geholfen so gut ich konnte und jetzt brauch ich einmal eine Hilfe. Als wäre das so ein Aufwand für dich."

    Sie packt noch fester zu.

    "Wenn du mir jetzt nicht hilfst, dann tut er mir leid aber dann kannst du mich mal. Wenn du verstehst was ich meine."

    Sie lockert den Griff, schaut traurig bei Seite und ihre Augen werden glasig.

    Ich: "Gut gut, ich mach ja mit."

    Ich reine mich los und springe in einem Satz aus dem Graben.

    Eileen: "Super, das wird lustig."

    Ich: "Lustig?"

    Frage ich ungläubig, weil es so gar nicht zu unserer Situation passen will.

    Ich nehme hinter den eckigen Sandsäcken Deckung.

    "Komm hier rüber."

    Eileen macht sich an einer Kanone zu schaffen, als ich immer wieder in den Graben schaue und mich frage, wo Katrin abgeblieben ist. Jedoch eile ich zu Eileen, schmeiße ich hinter der Kanone in den Sand und rufe:

    "Einfach nur zielen und an der Schnur ziehen."

    Eileen: "Was das Ding ist schon geladen, ne, ich will eine neue Patrone."

    Ich: "Was? Wieso?"

    In genau diesem Moment sagt mit eine Explosion vor uns, das wir uns besser beeilen sollten.

    Eileen: "Ich will einen ganz eigenen Abschuss. Selbst geladen, selbst gezielt, selbst angeschossen."

    Ich: "Von mir aus, da an der rechten Seite ist ein Hebel, den drückst du runter. Aber danach nicht schnacken lassen."

    Sie tut wie gesagt, worauf eine frische saubere Patrone in den Sand fällt, um anschließend in den Schützengraben zu rollen und dort mit einem dumpfen Geräusch in den Sand zu fallen.

    Nach dem entladen, lässt Eileen den Hebel natürlich schnacken.

    Ich: "Nicht schnacken lassen!"

    Schreie ich, während eine weitere Explosion in unserer Nähe weiteren Sand in meine Augen bläst. Als ich diese wieder öffne, stelle ich mit Verwunderung fest, dass Eileen einfach nur in der Hocke vor dem Geschütz sitzt und dieses zwar interessiert aber untätig ansieht.

    Ich: "Hast du das noch nie gemacht? Bist du nicht angeblich Corporal oder sowas?"

    Eileen: "Hallo, ich hab vielleicht mein Gedächtnis verloren? Sag mir besser mal was zu tun ist."

    Ich: "Schnapp dir eine frische Patrone, schieb sie ins Lager und mach den Fallblock zu. Aber ramm den nicht runter, sonst geht der Schuss sofort los."

    Unbeholfen wuchtet sie eine sandige Patrone in die Kanone und als sie auch nur Hand an den Fallblock legt, drücke ich mir schon mal prophylaktisch die Hände auf die Ohren. Als zu meiner Überraschung das Geschütz nicht feuer schrei Ich:

    "Jetzt an den Rädern drehen, bis du das Ziel im Visier hast."

    Sie tut zwar wie ich ihr das gesagt habe aber nach ein paar Umdrehungen an den Höhen- und Seitenschrauben mault sie:

    "Ich kann nicht mehr, meine Handgelenke tun weh."

    Also sprinte ich zum Geschütz, nehme die Schatten ins Visier, sie schon fast den Bunker erreicht haben, geben ein wenig Plus in Marschrichtung, schnappe mir die Schnur und springe in den Graben. Wo mich Eileen schon er wartet und mir die Schnur aus der Hand reißt.

    Eileen: "Ich will das zuende machen."

    Ich: "Warum?"

    Eileen: "Sonst hätte das alles doch gar keinen Sinn gehabt."

    Ich: "Ja aber mach .."

    Den Satz beenden kann ich nicht, denn sie zieht in einem Ruck sofort ab. Worauf zum einen unser Geschütz explodiert aber zum anderen auch eine riesige Stichflamme in der ferne die Grabenwände erleuchtet. Metallsplitter und Pulverreste regnen auf uns nieder.

    Eileen spielt mit etwas von der klebrigen schwarzen Masse zwischen ihren Fingern und fragt:

    "Ist das giftig?"

    Ich: "Nicht, dass ich wüsste."

    Zu meiner Überraschung leckt sie die Pulvermatsche ab, schmatzt laut und sagt unbeeindruckt:

    "Kann man machen."

    Plötzlich reißt es mich hoch und ich sitze kerzengerade im Bett. Zum Glück alles nur ein Traum, ich lasse mich zurück auf die viel zu harte Matratze fallen, worauf sich mein Rücken übel beschwert und ich mich erstmal wieder vorsichtig strecken muss.

    Ich fasse mir an die schweißkalte Stirn und bin mir sicher, dass das der realistischste Traum war, den ich je hatte. Auch wenn ich über die eckigen Halflife Engine Sandsäcke doch ein wenig grinsen muss.

    Ich sehe an die graue Decke mit der ausgeschalteten Leuchtstoffröhnre und beschließe erstmal so leise wie möglich auf Toilette zu gehen. Also setzt ich meinen nakten Fuß auf den PVC Boden und muss feststellen, dass dieser zum einen unglaublich kalt ist und zum anderen an meinen schwitzigen Füßen klebt und sich bei ersten Schritt leicht mit hoch wellt. Die haben es wohl nicht für nötig befunden den Boden festzukleben.

    Ich stolpere ins Bad, schalte das Licht ein, kippen mir nach der Erledigung meiner Geschäfte noch kurz kaltes Wasser durchs Gesicht und schleiche mich wieder zurück ins Bett. Meine Zimmergenossen haben allem Anschein nach nichts mitbekommen.

    Ich liege eine Weile auf dem Rücken, und beobachte die Schatten, welche der fast volle Mond auf meine Bettdecke wirft.

    Plötzlich öffnet sich die Türe einen kleinen Spalt breit und ein leises "Alles in Ordnung" ist zu hören.

    Ich: "Ja, alles klar, ich bin nur kurz Aufgewacht und musste mal."

    Antworte ich so leise wie möglich, worauf sich die Türe auch schon wieder beinahe lautlos schließt.

    Bin ich so laut gewesen oder hab ich etwas geschrien oder so, als ich aafgewacht bin?

    Jedoch denke ich gar nicht weiter darüber nach und verkrieche mich wieder unter meine Decke.

    60
    Spaziergang ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Mario: "Los aufstehen."

    Ich: "Wäh .."

    Nayse: "Och nö .."

    Mario: "Auf auf los los, der Morgenspaziergang wartet nicht .."

    Ich strecke mich und schleppe mich dann mit halb geschlossenen Augen ins Bad. Nur um fest zu stellen, dass Nayse ein wenig schneller war und dem räumlichen Vorstellungsvermögen sagt mir selbst im Halbschlaf, dass in dem kleinen Bad sich unmöglich zwei Leute gleichzeitig die Zähne putzen können. Also beschließe ich, mich erstmal unter meiner Bettdecke anzuziehen.

    Aber Kaum kommt Nayse aus dem Bad und ich unter meiner Decke hervor, reiße auch schon Peter die Türe zu unserem Zimmer auf und winkt uns heraus:

    "Los los. Heute machen wir die große Runde."

    "Och ne .."

    ".. Nicht die große Runde."

    Höre ich zwei Stimmen hinter ihm. Ich lecke mir so schnell wie möglich über die Zähne und öffne, dass der Käse von Gestern sich nicht so sehr bemerkbar macht. Ich schlüpfe schnell in meine Turnschuhe und steht ein paar Stühlen ausgewichen auch schon zusammen mit den anderen Campbewohnern auf dem Campgelände, wo und Peter den genauen Weg der 'langen Route' erklärt, von dem ich kein Wort verstehe, weil mir weder Straßennamen, noch irgendwelche Wäldchen oder Weier etwas sagen.

    Zu Glück geht es in dem üblichen losen Gänsemarsch los, bei dem Peter wie übliche die Spitze und Mario die Nachhut bildet. Wir trampel also aus dem Camp hinaus aber diesmal direkt um selbiges herum, worauf ich das erste mal das Gitter mit der Plastikplane von außen sehen kann.

    Es sieht eigentlich aus wie von innen nur merkt man, wie unpassend dieses Blockade wirkt, wenn man sieht, dass die anderen Camps entweder gar keine Absperrung haben oder nur niedrige Zeuge, letztere noch nicht mal mit den bei Gartenzäunen üblichen Spitzen.

    Auch scheinen die anderen Camps noch zu schlafen, zumindest fehlt der Grundlärm der Kinder, welcher auf unserem Vorplatz immer dezent im Hintergrund zu hören ist.

    Wir biegen in einen Wald ein, der direkt hinter dem Bunker liegen müsste, worauf sich Anny lautstark beschwert:

    "Hey, wenn wir hier lang gehen, warum nehmen wir dann nicht den Hinterausgang."

    Mario: "Der Notausgang ist nur für Notfälle."

    Ich sehe mich um und direkt hinter dem Bunker, scheint eine weitere, weniger schwer gesicherte Türe zu sein, welche in einen wild wuchernden Garten führt.

    Anny: "Aber früher da sind die Leute die Garten hatten, immer direkt hinten raus und hinten wieder rein."

    Mario: "Woher meist du das zu wissen?"

    Anny: "Von Tanja."

    Bezy hält es scheinbar kaum noch aus und so sagt sie laut grinsend.

    "Anny, möchte doch nur auch einmal hinten rein."

    Mario: "Was habe ich dir über solche Sachen gesagt?"

    Bezy lässt sich demonstrativ einen Schritt zurück fallen und fällt sich in einer übertriebenen geste die Hand vor den Mund.

    Ich: "die Leute die Garten hatten .."

    Wiederhole ich leise Annys mal sehr kreative Satzkonstruktion.

    Katrin: "Garten Therapie. Wir aber schon eine Weile nicht mehr angeboten, die dazugehörige Therapeutin ist krank. Schon eine ganze Weile. Leider."

    Katrin ist mal wieder plötzlich hinter mir aufgetauscht, macht einen Satz nach vorne und geht auf gleicher Höhe wie ich weiter.

    Katrin: "Guten Morgen übrigens."

    Ich: "Morgen."

    Katrin: "Und was schönes geträumt."

    Ich: "Naja."

    Katrin: "Was los?"

    Ich: "Schlecht geträumt"

    Katrin: "Ah, was denn?"

    [o]Ihr den kompletten Traum erzählen

    [x]Den Traum wage schildern

    [o]Ausweichen

    Ich kann ihn unmöglich von den kompletten Traum erzählen aber aus welchen will ich auch nicht.

    Ich: "Naja, ich hab geträumt, ich war in einem Kampf in der Wüste. Du warst auch da?"

    Katrin: "Echt? Und gehen was haben wir gekämpft? Gegen einen Riesen Skarabäus oder sowas?"

    Ich sehe mich kurz um und merke, dass sich der Treck schon jetzt ziemlich auseinander gezogen hat und sich keiner in direkter Hörweite befindet. Dass könnte auch der Grund sein, dass Katrin mal wieder etwas freier und ungezwungener Spricht.

    Ich: "Naja, eher so in Richtung Kolonialzeit."

    Besser nicht gleich mit dem zweiten Weltkrieg kommen, da regieren die meisten Mädchen sehr empfindlich drauf.

    Katrin: "Nicht im zweiten Weltkrieg?"

    Wou, kann sie Gedanken lesen.

    Katrin: "Haben wir nicht zusammen im Schützengraben gelegen."

    Was zum, hatte sie etwa den gleichen Traum?

    Ich: "Hm, ja doch schon eher."

    Katrin: "Ne Moment, das mit den Gräben war doch der erste Weltkrieg .. da bin ich mir eigentlich sicher."

    Ich: "Das war in dem Traum ein wenig diffus."

    Katrin: "Super, dann kannst du es dir ja aussuchen und bei Bedarf weiter träumen. Ich würde ja den ersten Weltkrieg nehmen."

    Ich: "Du kannst Träume einfach weiter träumen?"

    Katrin: "Wenn ich will schon."

    Verdammt, jetzt weiß ich gar nicht, was cooler ist dass sie nicht sofort die Nase rümpft, wenn man Krieg nur erwähnt oder dass sie zu ihren Träumen steht. Die meisten Mädchen tun nämlich scheinbar so, als würden sie nie war träumen. Verdammt, welchem Gesprächsfaden folge ich denn jetzt?

    [x]Krieg

    [o]Träumen

    Ich: "Und warum würdest du den ersten Weltkrieg nehmen?"

    Katrin: "Na ganz einfach, weil alle anderen immer den zweiten so interessant finden. Keiner kümmert sich um den ersten, dabei war der ja zu erst da."

    Ich: "Stimmt, er ist irgendwie unbekannter. Man weiß nicht soviel darüber."

    Katrin: "Genau, es ist wie bei guten Horrorfilmen, wichtig ist nicht das was man sieht, sondern das was man nicht sieht."

    Leider kenne ich mich mit Horror nicht so gut aus, da die meisten Leute die ich kenne die Horrorfilme nur wegen der Gewalt gucken und die ganze Zeit einen auf künstlich empört tuen, wenn man wieder ein Gummiarm seinen Besitzer wechselt.

    Katrin: "Oder es geht darum, dass ein Horrorfilm einfach so schlecht gemacht ist, dass man halt über diese Schlechtheit lacht. Aber das ist dann ja kein richtiger Horror. Auf jeden Fall nicht für Leute, die sich auskennen."

    Kann dieses Mädchen eigentlich Gedanken lesen, denn langsam wird es gruselig und dass wir gerade durch einen dunkler werdenden Waldabschnitt wandern macht die Sache nicht besser. Aber ein Blick zu ihr reicht, denn sie sieht trotz ihrer düsteren Aura auch gerade unglaublich niedlich aus. Der vorher ferste Weg, hat sich immer mehr in einen losen Trampelpfad verwandelt und so müssen wir einen kleinen Erdvorsprung überwinden, Katrin ist ohne ein Wort zu sagen als erste gesprungen und guckt mich von unten wartend an.

    Katrin: "Höhenangst?"

    Ich: "Ne nur unpassendes Schuhwerk."

    Sage ich und springe ebenfalls in einem Satz nach unten, klopfe mir kurz die aufgewirbelte trockene Erde von der Hose und gehe weiter.

    Katrin: "Selbes Problem hier."

    Sie steckt im gehen einen ihrer schwarzen Turnschuhe nach vorne. Ich weiß gar nicht was sie hat, denn die kleinen Schuhe passen auf der einen Seite gut zu ihr und dürfen für den trockenen Waldboden gar nicht so schlecht geeint sein.

    Katrin: "Anstatt mich meine Stiefel tragen zu lassen .. rmf."

    Sie rümpft die Nase.

    Ich: "Was haben die gegen deine Stiefel."

    Katrin: "Angeblich uniformähnliche Kleidung."

    "Angeblich? Das sind 15 Loch Springerstiefel."

    Mischt sich Eileen ungefragt ein, die aus irgend einem Grund an einem Baum stehen geblieben ist und sich scheinbar die Beine dehnt.

    Katrin: "16 Loch."

    Sagt Katrin platt und geht in einem etwas schnelleren Tempo an ihr vorbei, ich versuche so unauffällig wie möglich mein Tempo ebenfalls anzupassen. Dabei wundere ich mich, wie Stiefel mit einem ungeraden Lochanzahl überhaupt möglich wären. Als wäre nichts gewesen fährt Katrin fort.

    Katrin: "Dabei wären die Stiefel so praktisch und das bescheuerteste ist ja noch, dass Hardy auch Springerstiefel trägt aber eben nur 14 Loch und da haben die die Grenze einfach mal vollkommen willkürlich bei 16 gezogen und dabei ist bei einem meiner Stiefel sogar noch ein Loch kaputt."

    Auf einmal verstehe ich Eileens Witz von eben und muss mich etwas zusammenreißen nicht zu lachen. Um schnell auf anderen Gedanken zu kommen frage ich:

    "Wer ist Hardy?"

    Katrin: "Waas? Du kennst unseren Hoardüü nücht?"

    Sie muss dabei lachen und zieht den Namen Hardy mit einem Ü am Ende in die Länge.

    Katrin: "Hardü ist einfach nur der Beste, er leitet die Bildhauer Therapie, die hast du doch oder?"

    Ich: "Ja, aber ich glaube nicht, dass ich da das hin bekomme."

    Katrin: "Ach keine Sorge, Hardy leitet dich so gut an, das wird auf jedes Fall was."

    Merle: "Ja, Hardy ist genial."

    Diesmal lehnen Marle und Victoria an einem Baum. Erstere lehnt mit verschränkten Armen an dem Baum, Zweite stützt sich keuchend und vorn über gebeugt an den selben Baum und röchelt etwas, was sowohl ein "ja" als auch ein "Guten Morgen sein könnte."

    Ich: "Morgen. Alles in Ordnung?"

    Merle: "Halt die Arme über den Kopf, dann bekommst du besser Luft."

    Anstatt dem Rat zu folgen, verdreht Victoria nur genervt die Augen. Wir bleiben einen Moment bei den beiden Stehen.

    Katrin: "Ist dir schlecht oder so?"

    Victoria winkt ab und nimmt einen Schluck aus einer Flasche.

    Eileen: "Kommt davon, wenn man noch nicht mal genug Kalorien für den Morgenspaziergang aufnimmt. Nimmt die Arme hoch, dann bekommst du besser Lauft."

    Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Nachhut ins und reinläuft. Zu meiner Überraschung, tut Victoria wie vorgeschlagen wankt aber etwas, worauf ich ihr instinktiv meine Hand hinhalte, welche sie zu meiner Überraschung auch gleich in Anspruch nimmt und sich mit ihrem Schulterblatt dagegen lehnt.

    Zu meinem Erschrecken, spürt man bei ihr ja wirklich so gut wie jeden Knochen einzeln. Zum Glück steht sie nicht mit dem Gesicht zu mir und kann deswegen meinen erstaunten Gesichtsausdruck nicht sehen.

    61
    Metal ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Mario: "Los los weiter geht es .."

    Jetzt sind wir ganz am Ende angekommen und Mario scheucht uns mit einer nicht ganz ernst gemeinten Handbewegung weiter. Sieht dann jedoch Victoria:

    "Victoria, hattest du uns nicht versprochen, dass wenn wir dich bei der langen Route mitnehmen, dass du dann vorher mindestens einen Riegel isst? Und einen zweiten mit nimmst?"

    Victoria keucht jedoch nur.

    Mario: "Geht denn wieder? Oder müssen wir umkehren?"

    Anny und Bezy, die hinter Mario stehen bekommen bei dem Wort 'umkehren' leuchtende Augen.

    Victoria nickt, worauf sich Annys und Bezys Mundwinkel nach unten ziehen.

    Als sich alle wieder langsam in Bewegung setzten und Victoria verzweifelt versucht sich von Mario abzusetzen erhöht dieser absolut mühelos das Tempo und fragt freundlich aber direkt:

    "Hast du denn einen Riegel mit?"

    Sie nickt fast unmerklich und zieht einen Müsliriegel verschämt einen Millimeter aus der Tasche ihrer Trainingshose, als würde sie etwas komplett verbotenes wie Drogen vorzeigen und wird dabei rot als wäre es gleichzeitig etwas komplett peinliches wie ein Kondom oder schlimmeres.

    Mario: "Super, dann iss bitte einen Happen."

    Victoria: "Muss das?"

    Mario: "Ja, nicht das du uns noch umkippst."

    Sie packt den Riegel aus, beißt einen knappen Zentimeter ab und will danach den Riegel wieder verstauen.

    Mario: "Mindestens die Hälfte."

    Victoria: "Viertel."

    Mario: "Drittel."

    Victoria nickt und schätzt die Länge des Riegel, erstaunlich präzise indem sie solange mit dem Fingermaß über den Riegel fährt bis drei gleich große Abschnitte abgemessen sind, beißt dran präzise ab aber tut sich schwer mit dem kauen.

    Während dessen versuche ich mich weiter nach vorne zu arbeiten aber aufgrund des rauen Untergrundes gewinne ich nur mühsam Vorsprung und auch Katrin tut sich schwer, da es mittlerweile einen recht steilen Pfand entlang geht.

    Leider schließen Anny und Bezy gleich mit auf, von denen Bezy keine große Mühe hat Hindernisse zu überwinden, da sie doch ziemlich sportlich zu sein schient. Nur Anny flucht immer wieder leise, wenn ihr mal wieder ein Stein unter dem Ballarinaschuh wegrutscht.

    Nach einer Weile hören wir weiter unten Mario deutlich fragen:

    "Hast du alles aufgegessen?"

    Victoria scheint zu nicken. Was Mario aber nicht zu reichend scheint:

    "Dann las mal sehen."

    Worauf Victoria mit einem genervten "Ähhh" ihren Mund öffnet und die Zunge heraus streckt.

    Ich gucke etwas verwundert worauf Bezy künstlich beleidigt sagt:

    "Ich hasse es, wenn einen Kerle so kontrollieren, können die einem nicht einfach mal vertrauen?"

    Anny: "Hey, das ich wichtig, nicht das Victoria wieder umkippt."

    Bezy: "Ich meine das allgemein auf alle Kerle bezogen."

    Sie wendet sich zu mir:

    "Du würdest sowas nie tun oder?"

    [o]Nichts Sagen

    [o]Ausweichen

    [x]Ihren Spruch wiederholen.

    Ich: "Hm, ich würde sie einfach machen lassen."

    Bezy: "Perfekt, wenn du mich fragst, dann macht ein echter Gentleman eh die Augen zu, bis alles vorbei ist."

    Anny: "Wie soll man denn mit zuen Augen essen?"

    Während Bezy noch grinst, kommen wir zu einer flachen Wiese, wo wir endlich wieder Abstand gewinnen können und ich nur noch aus der Ferne höre, wie Anny den Witz erst mit etwas Verzögerung versteht und Bezy sich nicht mehr ein bekommt vor Lachen, jedoch Marios laute Nachfrage, von noch weiter hinten, was den so komisch sei, nicht beantwortet.

    Katrin: "Waren wir irgendwo grob stehen geblieben?"

    Wou, Katrin nimmt von sich aus das Gespräch wieder auf, sonst habe ich immer das Gefühl, dass ich Gespräche am laufen halten muss, damit diese nicht einfrieren.

    Ich: "Hm, wir waren bei Victoria stehen geblieben .."

    Denke ich laut nach und merke erst zu spät, das daraus ein echt schlechter Wortwitz geworden ist. Katrin aber lacht:

    "Du dum Tsssssss!"

    Armt sie das Geräusch eines Zirkus Tusches nach.

    Katrin: "Du magst Computerspiele oder?"

    Ich: "Ja."

    Katrin: "Ich auch aber mein Rechner ist zu schlecht. Bei mir sieht immer also so komisch aus."

    Ich: "Pixelig?"

    Katrin: "Nein. Kennst du das, wenn so um 20 Uhr schon Werbung für brutale Filme läuft, die dann so um Mitternacht kommen?"

    Ich: "Ja."

    Katrin: "Genau so sieht das dann aus."

    Ich: "Ah, du meist Ruckeln?"

    Katrin: "Ich kenns als Stottern."

    Ich: "Gibt ja einige Worte dafür. Was hast du denn für einen PC?"

    Katrin: "Weiß nicht, nur dass er 20 Gigabyte hat."

    Ich: "Wou, dass ist extrem wenig. Mein alter 700 Megaherz PC hatte so viel."

    Katrin: "Ja so um 700 Megaherz hab ich auch. Na egal, Unreal Tournament läuft gut und für mehr hab ich eh kein Geld."

    Merle: "Du kannst dir doch Sachen umsonst runterladen."

    Merle ist vor uns aus irgend einem Grund stehen geblieben.

    Katrin: "Ja, aber da muss man gucken, dass man nicht erwischt wird und muss sich dann so eine ausländische Nummer besorgen."

    Merle: "Telefonnummer?"

    Ich: "IP Adresse?"

    Katrin: "Ja, meine Vater holt sich so eine immer aus Amerika."

    Merle: "Zuschicken oder wie?"

    Katrin: "Nein, nicht von Amerika her sondern eine Adresse von einem Amerikaner oder so das die einem Amerikaner gehören könnte."

    Merle: "Das ist mir zu hoch."

    Sie dreht sich um und lässt sich nach hinten fallen, was sie wohl eh vorhatte.

    Katrin: "Du versteht was ich meine oder?"

    Ich: "Ja, hab ich auch schon mal gemacht."

    Katrin: "Ja? Das ist aber kacke langsam. Egal, ich hab alles was ich brauche und meine CDs kauf ich mir ja. Aber mehr Platz für Bilder wäre toll, ich mach einfach zu viele .."

    ich weiß nicht, was mich mehr erstaunt, dass ich mich gerade ernsthaft mit einem Mädchen über Computer unterhalte oder dass sie es ständig schafft zwei Gespräche gleichzeitig zu führen.

    [x]Auf die Musik eingehen

    [o]Auf die Bilder eingehen

    Ich: "Ich kauf mir die meisten CD auch original. Außer auf der CD ist nur ein einziges Lied drauf, das gut ist."

    Katrin: "Ja dann sind die Künstler auch selber Schuld."

    Ich: "Was hörst du denn genau?"

    Katrin: "Death Metal."

    Ich: "Ah, ich hab einen Kumpel der auch Metal hört."

    Katrin: "Du selber nicht? Na, was hört den dein Kumpel."

    Ich: "Nightwish."

    Plötzlich bleibt Katrin mit offenem Mund stehen und verschränkt die Arme.

    Ich: "Alles ok?"

    "Nein." Schnaubt Sie.

    "Ich hasse Nightwish, das ist ernstes per Definition nicht mal richtiger Metal .. "

    Sie macht einen Satz nach vorne, um zu mir aufzuschließen und erklärt dann, für ihre Verhältnisse recht wild gestikulierend:

    " ..und zweitens genau das was irgendwie alle Leute hören, die sich einfach nur ein Schwarzes T-Shirt anziehen, sich die Haare minimal wachsen lassen und dann behaupten sie sein Metal. Ich hasse solche Leute."

    Sie verschränkt die Arme, wird dann aber wieder ruhiger und sagt leise:

    "Ich will deinen Kumpel ja nicht belei .. Nein! Ich will deinen Kumpel beleidigen!"

    jetzt jedoch ist von der Ruhe nicht mehr viel übrig und die regt sich wieder auf:

    "Metal ist kein Spaßverein in den man mit 14 mal kurz reinschaut und sich dann pünktlich mit Mitte 20 wieder abmeldet. Boar, sorry aber ich hasse solche Leute .. Nightwish."

    Sie verdreht die Augen.

    Ich: "Du hast recht, eigentlich kann ich ihn gar nicht leiden."

    Katrin: "Doch nicht jetzt wegen mir?"

    Ich: "Nein, auch so. Ich hab ihn bisher in allem für einen Trottel gehalten, jetzt weiß ich, dass ers auch im Metal ist."

    Katrin: "Ha, gern geschehen."

    Ich: "Was hörst du denn für Metal?"

    Katrin: "Linkinpark."

    Ich: "Ist das nicht?"

    Katrin: "Kleiner Spaß."

    Sie dreht sich schnell nach hinten um. Auf der Straße auf der wir uns gerade einen kleinen Berg hinauf schleppen, sind Mario und die anderen zwar zu sehen aber weiß außer Hörweite, also fährt sie fort:

    "Cannibal Corpse, kennst du?"

    Ich: "Kann sein, dass ich das mal gehört habe, also den Namen."

    Katrin: "Na, dann werden dir die anderen Namen eh nichts sagen."

    Ich: "Die Namen müssen einem ja nichts sagen, sondern die Musik."

    Ich sollte das lassen, immer wenn ich mit Gewalt versuche schlau zu klingen, klingt alles immer unglaublich dämlich.

    Katrin: "Tija, leider darf ich meine CDs hier im Camp noch nicht mal auf meinem Zimmer hören."

    Sie zuckt mit den Schultern und bliebt abrupt stehen, worauf ich fast in sie hinein renne. Drauf hin merke ich, dass wir wieder an einer Wetterstation angekommen sind. Gibt es hier etwas mehrere von den Dingern in der Gegend?

    62
    Kraft ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Ich weiß nicht genau, wer auf die Idee gekommen sein muss, diese Gegend mit gleich mehreren Wetterstationen zu pflastern aber wir sind mal wieder an einer ankommen und Die meisten knubbeln sich bereits um das recht große in eine Felswand eingelassene Thermometer und diskutieren, ob man nun die Skala mit dem F oder doch besser die mit dem C ablesen sollte.

    Merle: "Celsius ihr .."

    Als ich mich umsehe bemerke ich jedoch, dass dies die selbe Station ist, wie an den anderen Tragen auch, nur scheinen wir von einer anderen Richtung aus gekommen zu sein. Denn es ist der gleiche Vorplatz mit den in den Boden eingelassenen Steinen, auf dem einige Platz genommen haben.

    Als ich mich gerade auf den letzten freien Stein setzt will, nimmt Eileen Anlauf und springt mit einem Satz mit beiden Füßen auf diesen, nur um selbigen danach 5 mal zu wiederholen.

    An schließend streckt sie sich, umrundet mich und schiebt Katrin an den Schultern in Richtung des Steins und sagt:

    "So, und jetzt 10."

    Katrin: "Ich mag nicht springen."

    Eileen: "Wer redet denn von Springen? Ne ne Liegestütze."

    Sie selbst platziert ihre Füße auf dem Stein, bringt ihre Hände auf dem Bode in Position und atmet tief durch. Als sie Katrins erschrockenes Gesicht sieht, lässt sie sich auf ihre Knie sinken und sagt behutsam:

    "Aber du hast es mir versprochen. Wenn du nichts tust wirst du nie stark. Reicht auch schon, wenn du sie Füße auf dem Boden und die Hände auf dem Stein hast."

    Katrin begibt sich zu Eileen, dehnt sich aber vorher. Ich sehe dem ganzen unbeteiligt zu, wollt etwas zu unbeteiligt.

    Eileen: "Hey du kannst auch ruhig mitmachen. Los komm."

    [o]Sie ignorieren

    [x]Meine Füße auf den Stein stellen

    [o]Meine Füße auf den Boden stellen

    Naja, was solls denke ich mir. Zum einen blamiert sich dann Katrin nicht alleine und zu anderen könnte mir ein wenig Sport ganz gut tun und mehr Kraft wäre auch sicher ganz praktisch.

    Kaum haben wir alle drei unsere Füße auf dem Stein platziert, da gibt Eileen auch schon das Signal und wir drei geben unser bestes. Zu meiner Überraschung hat Katrin auch die schwierigere Position gewählt und schlägt sich tapfer. Nun gut, sie ist ja auch recht leicht.

    Nach drei Wiederholungen haben wir sichtliche Probleme und Eileen treibt uns an. An ihrer Stimme ist jedoch zu hören, dass sie selber schon ihre Schwierigkeiten hat. Mit letzter Kraft stemmen wir uns ein viertes Mal hoch und lassen uns wieder absinken, wobei Katrin jedoch einfach unten auf dem Boden liegen bliebt und wir nur noch zu zwei bis zur Fünf kommen.

    Im festen Willen mit Eileen mitzuhalten, bereite ich mich auf dem erneuten Weg nach unten meine ganze Kraft aber zu meiner Überraschung beendet sie an dieser Stelle einfach das Training mit einem fröhlichen:

    "So, das reicht fürs erste. Super gemacht, ich bin stolz auf euch."

    Ich weiß gerade nicht, ob sie das ironisch meint und frage mich, warum sie aufgehört hat, denn sie scheint noch mehr als genug Kraft zu haben. Als würde sie meine Gedanken lasen sagt sie in einem etwas ernsteren Ton:

    "Was denn, 5 also 4 sind doch mehr als genug, wenn wir das jeden Tag machen .. "

    Ich lehne mich gegen den Stein und ruhe mich kurz aus, bis Mario verkündet, dass es wieder zurück zum Camp geht. Schnell rappele ich mich auch und höre nur von der Seite, wie Eileen Bezy kurz noch nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit fragt. Beim Wort Feuchtigkeit muss Bezy wie immer kichern.

    Genervt dreht sich Eileen zu uns um und wartet ungeduldig auf Peters Signal zum Abmarsch. Komischerweise spielt sie dabei die ganze Zeit an ihrem Armband und ihrer Uhr.

    Der Rückweg gestaltet sich den Berg hinunter um einiges einfacher. Jedoch stolpert Merle auf den Rückweg durch das Waldstück bis weit zu mir Hörbar über eine Wurzel:

    "Hoar .. mist Wurzel! Verflixte."

    Fast den ganzen Rückweg gehen ich und Katrin zwar in etwa auf der selben Höhe aber wechseln abseits von "Pass auf." oder "Ast!" kaum Worte. Ich rede mir ein, dass das vor allem daran liegt, das sie nach dem kurzen Training recht kaputt ist.

    Als wir zum Erdvorsprung kommen, helfe ich Katrin in dem ich ihr von oben meine Hand reiche.

    Bezy: "Hey nicht Händchen halten!"

    Bereits daran gewöhnt ignoriere ich sie aber Katrin gibt zurück:

    "Wenn man nur befreundet ist .."

    Anny: ".. dann darf man das. Oder Mario?"

    Beendet Anny den Satz, welcher wohl aus dem Regelwerk stammt. Mario, der hinten den beiden in einem Satz den Erdvorsprung überwindet, nickt nur, als hätte man ihm einfach schon zu oft diese Frage gestellt.

    Zum Spaß nehmen sich Anny und Bezy bei der Hand und hüpfen über die Wiese, welche hinter dem Vorsprung liegt.

    Anny: "Aber was ist, wenn wir lesbisch wären?"

    Bezy: "Dann dürften wir das nicht."

    Anny: "Aber Katrin und Tanja haben auch immer Händchen gehalten."

    Katrin: "Wir sind ja auch beste Freundinnen."

    Verteidigt sich Katrin spielerisch.

    Bezy: "Aber beide Bi."

    Katrin: "Nur weil man Bi ist, hat man ja auf einmal keine Freundinnen mehr."

    Bezy: "Also dürfen wir auch Händchenhalten."

    Sie dreht sich zu Mario um, welcher aber nicht den Anschein macht, als würde er Anny und Bezy das Händchenhalten verbieten.

    Eileen: "Rein theoretisch, wenn es wirklich mal ein Liebespaar geben würde und diese in keinster Weise ihre Therapieziele dadurch gefährden würden .."

    Mario: "Nein."

    Wohl erschrocken so einfach abgewürgt worden zu sein, bleibt sie kurz stehen schließt dann aber wieder auf und fragt erneut:

    "Ist dass im Camp den überhaupt schon mal vorgekommen, also allgemein."

    Bezy: "Ja, bei Katrin und Tanja."

    Eileen: "Und bei dir und .."

    Sich wohl etwas ertappt fühlend holt Bezy allgemein aus und sagt in einem künstlichen Erklärton:

    "Also wir leben hier als Jungs und Mädchen mitten in der Paupertät auf engstem Raum zusammen und da kommt es schon mal vor das .."

    Eileen: "Beispiele?"

    Fragt Eileen etwas genervt aber das Mario nicht antwortet, muss sie sich wohl mit Bezys Erklärungen zufrieden geben.

    Bezy: "Ähm .. wir hatten da zu Beispiel mal einen Jungen, der fühlte sich so einsam, dass er eines Tages die Mädchen um Rat fragte, welches Mädchen denn das einsamste im Camp sei, darauf fasste sich der Junge ein Herz und sprach das einsame Mädchen an .."

    Sie erzählt dass in einer albern gespielten Märchenerzähler Stimme, fügt aber mit ihrem üblichen Ton hinzu:

    ".. dieses Mädchen war aber kalt wie Eis und er holte sich eine üble Frostbeule ab."

    Kurz darauf nimmt Bezy auch schon Anlauf uns rennt in Richtung Spitze des Trotts.

    "Na warte."

    Zischt Eileen und hängt sich nach einem gestolperten Anlauf auch schon an Bezys Fersen.

    Verwundert drehe ich mich um und sehe Anny, die mit den Schultern zuckt und unschuldig sagt:

    "Wir haben uns da mit einem Jungen mal einen kleinen Spaß erlaubt."

    Mario: "Ich hab mir schon gedacht, dass das kein Zufall war."

    Anny, die wohl vergessen hatte, dass Mario kurz hinter ihr geht, wird kurz leicht rosa im Gesicht und läuft drauf mit mäßigem Tempo an uns vorbei.

    "Ähm. Ich guck mal, was die Beiden da vorne machen."

    Ich: "Ähm?"

    Katrin: "Die Mädchen haben einem Jungen vor ein paar Monaten mal eingeredet, dass es eine gute Idee sei, sich an Eileen ranzumachen."

    Ich: "War es das nicht?"

    Frage ich teils aus Spaß.

    Katrin: "Nein, das ist dem Gefühlstrampel nicht gut bekommen."

    Ich: "Also lasse ich das mal besser .."

    Sage ich in einem sarkastischen Ton.

    Katrin: "Du bist doch kein Trampel. Du bist nett, höflich und unaufdringlich."

    Merle: "Worum gehts."

    Merle lehnt auf einem Bein stehend an einem Baum und versucht einen Stein aus ihrem Schuh zu schütteln.

    Katrin: "Um seine Aufnahme in die Skillsgruppe."

    Merle: "Skillsgruppe? Ich dachte du hast nur Schulprobleme .."

    Ihre geschockte Reaktion, verrät mir, dass diese 'Skillsgruppe' wohl doch nicht so harmlos ist, wie alle immer tun.

    Merle: "Warum denn das?"

    Katrin: "Kannst ihn ja mal selber fragen."

    [o]Ausweichen

    [x]Einfach erzählen

    Ich: "Ich hab einen kleinen Spaß gemacht, dass Eileen zu mir passen würde."

    Merle: "Wenn man sich schon das Leben .."

    Mario räuspert sich hinter uns. Worauf Merle den Satz noch mal etwas abgeändert wiederholt:

    "Wenn man sich schon das Leben versauen will, dann kann man das auch schmerzfrei tun."

    Katrin: "Möchtest du denn, dass jemand zu dir passt."

    Verdammt, was sage ich den jetzt? Ein Ja, kommt doch sehr komisch rüber, so nach der Art:

    'Ich will unbedingt wen, egal wen.' Da kann ich es ja gleich genau so machen wie der anonyme Junge aus Bezys Geschichte aber ein Klares Nein, wäre auch das falsche Signal.

    Aber als ich noch überlege, biegen wir auch schon von der Wiese auf die Landstraße ein, und sehen dass sich die Bewohner des Camps in einem recht gleichmäßigen Trott auf das Selbige zubewegt. Den Rest des Wegs reden wir wenig.

    Aber kurz bevor wir durch die anderen Camps gehen packt mich Katrin plötzlich von Hinten an der Schulter und fragt mich mit großen Augen:

    "Kannst du beim Frühstück bitte wieder zwischen uns sitzen?"

    [x]Ja

    [o]Nein

    "Natürlich"

    Antworte ich wie selbstverständlich füge aber hinzu:

    "Wenn mich Mario nicht wieder einfach wo anders hinschiebt."

    Katrin: "Ach, mach dir um Mario mal keine Sorgen."

    Sie sagt das so läppisch als müsste man eh nicht so wirklich auf das hören, was Mario so sagt. Ich frage mich in dem Augenblick, wie Katrin es überhaupt schafft, absolut nie Ärger mit dem Camppersonal zu bekommen, so unangepasst wie sich sich verhält und so locker wie sie die Regeln nimmt.

    Ich: "Wie schaffst du das eigentlich, nie Ärger mit den Regeln zu bekommen?"

    Katrin: "In dem ich mich einfach dran halte?"

    Antwortet sie fast, als wäre das eine beleidigende Frage, fügt dann aber in ihrer üblich freundlichen Art hinzu:

    "Die Regeln sind ja jetzt nicht wirklich schwer zu verstehen, mach den Leuten nicht mehr Ärger als es sein muss und die kümmern sich nicht drum, wenn du mal das ein oder andere falsch machst. Es geht ja im Kern um den Sinn mancher Regeln und nicht darum, dass man zum Beispiel .."

    Sie muss etwas nachdenken dann aber grinsen

    Katrin: "Es geht nicht darum, dass man wirklich nicht mit seinem Bettzeug über dem Kopf durch die Station laufen darf oder dass man nicht über die silbernen Kugeln in den Bäumen reden soll - sondern dass man eben Neuankömmlingen keine Angst machen soll."

    Ich: "Sowas macht ihr?"

    Katrin muss leise lachen.

    Katrin: "Nein, würden wir nie tun .."

    63
    Kornflakes ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Vor uns öffnet sich die Campschleuse, an die ich mich noch immer nicht gewöhnt habe.

    Katrin: "Dir scheint das alles ja eh nicht auszumachen."

    Ich: "Was?"

    Katrin: "Das Alles. Die Schleuse, der Zaun, die Kugeln, die Logbücher, der Ausgang, die Verbote .. alles eben."

    Ich: "Joar, das ist eben so oder?"

    Katrin: "Ja schon aber es gibt echt nicht wenige die bekommen hier drin schon in kürzester Zeit zu viel. Warte einfach ab, demnächst kommt garantiert früher oder später eine neue die komplett am Rad dreht."

    "Ist eben nene harter Hund."

    Eileen stößt mir von hinten den Ellbogen in die Rippen.

    Katrin: "Je nachdem, wer die Neuen so als erstes begrüßt, machen die direkt wieder kehrt."

    Sie schaut dabei offensichtlich Eileen an, welche spöttisch entgegnet:

    "Die Blonde mit den Zöpfen, der hab ich nur ganz nicht 'Hallo' gesagt .."

    Katrin: ".. und dich als Erwin vorgestellt."

    Eileen: "Bei einer Gedächtnisstörung kann ich ja wohl mal meinen Namen vergessen."

    Sagt sie, als wäre es ganz klar Absicht gewesen. Wir betreten den Bunker und ich setzt mich versuche mich wie versprochen neben Katrin zusetzten aber Eileen ist schneller, guckt mich eine halbe Sekunde lang an aber sagt dann in einem übertrieben freudigen Ton:

    "Du sitzt wieder zwischen uns, Klasse .. Cornflakes."

    Für mich klingt das ganze zwar zum einen extrem künstlich und auf der anderen Seite ergibt der Satz noch nicht mal Sinn aber der Platz neben Katrin wird frei, ich setzt mich und sehe, dass das Frühstück ein wenig anders aussieht als sonst.

    Zumindest sind mir die große Karaffe mit Frosties nicht auf gefallen, die sich Eileen fast vom anderen Ende des Tisches her krallt. Worauf sie fast ausrutscht und sich beinahe unfreiwillig auf den ganzen Tisch gelegt hätte.

    Ich: "Wo wir schon dabei sind, was hat es eigentlich mit den komischen Ritualen für Neue auf sich?"

    Katrin: "Rituale? Wenn du das so nennen willst, das 'Manche' direkt immer irgend einen willkürlichen Mist machen, wenn jemand neues kommt .."

    Bei dem Wort 'Manche' nickt sie abwertend in Richtung Eileen, welche sich viel zu viele Frosties in eine viel zu kleine Schüssel kippt, die wahrscheinlich eher für Nachtisch in Form von Obstsalat gedacht war.

    Eileen: "Hä?"

    Katrin: "Nichts."

    Eileen: "Das sind fein ausgeklügelte Pläne um Spinner loszuwerden. An denen du dich auch mal beteiligen könntest, schließlich beschwerst du dich bei jedem Neuen immer, wie nervig der oder Diejeniche ist."

    Katrin: "Nicht bei jedem."

    Sie deutet auf mich, worauf Eileen nur mit den Schultern zuckt und sich einen ganzen Esslöffel Frosties mit H-Milch in den Mund schiebt, den Edelstahllöffel durch ihre Zähne zieht und gut hörbar kaut. Während dem fuchtelt sie mit dem Löffel in der Luft rum, als wolle sie gleich noch etwas sagen aber der Menge in ihrem Mund nach zu urteilen, könnte das etwas dauern.

    Katrin: "Das hört man bis hier!"

    Eileen: "Hmpf .."

    Sie macht ein genervtes Geräusch und kaut dann hörbar Langsamer.

    Mario: "Schaufel bitte nicht so."

    Eileen: "Boar, was soll ich denn machen, wenn man hier nicht wie ein normaler Mensch Müsli mit Teelöfflen essen darf."

    Mich erstaun, wie schnell Sie mit den Frosties fertig geworden ist.

    Mario: "Du musst den Löffel ja nicht voll machen."

    Eileen: "Man könnte ja auch einfach erlauben mit Teelöffeln zu essen."

    Sagt sie in einem spielerischen Ton aber Marios Reaktion sagt mir, dass diese Diskussion schon mal als einmal geführt wurde.

    Mario: "Teelöffel sind für Tee. Normale Menschen essen Müsli mit Esslöfflen, deswegen heißen die so."

    Eileen: "Also auf der Packung hält Tony der Tiger einen Teelöffel."

    Mario: "Unsere Löffel sind aber angezählt."

    Eileen: "Als würde wer hier jemand außerhalb des Essens mit einer Tasse Tee und einem Löffel im Schatten sitzen und Tee trinken, nicht mal Miss Merle macht das."

    Mario: "Kannst das ja bei der nächsten Gruppen Therapie ansprechen."

    Sich im klaren gerade abgewürgt worden zu sein, schiebt sie sich wie im trotz wieder einen ganz besonders großen Löffen in den Mund. Und kaut wieder laut hörbar.

    Mario: "Sag mal, muss ich dir ein unpassendes Essverhalten eintragen? Nimm dir doch mal ein Beispiel an Katrin die Mompft ganz ruhig vor sich hin."

    Eileen schluckt einen ganzen Batzen in einem Schlag runter und antwortet:

    "Oh nein, in mein schönes rein grünes Logbuch, was mir eh nichts bring da mir per Ausnahmeregelung eh alles verboten ist?"

    Katrin: "Auch jetzt weiß ich was du meist, die richtigen Rituale."

    Ich: "Richtige Rituale?"

    Verwunder drehe ich mich zu ihr um.

    Katrin: "Also, die gibt es nur in der .."

    Sie unterbricht den Satz abrupt und ich könnte schwören, dass sich da was unter meinem Stuhl bewegt hat und der Geräusch nach zu urteilen, war es Eileen, die Katrin unter dem Tisch mit dem Fuß zumindest angestupst hat.

    Ich: "Was los Mompfie?"

    Katrin: "Ha, Mompfie wie süß .. ach nichts erklär ich dir später."

    Mich trifft ein Ellenbogen und mir wirk klar, das Eileen bestimmt was von mir will, also drehe ich mich zu ihr. Zu meiner Verwunderung sieht sie mich gar nicht mal so unfreundlich an wie sonst sondern fragt einfach:

    "Mathe gemacht?"

    Ich nicke nur, da ich gerade auf einer der noch reichlich vorhandenen Goudascheiben herum kaue.

    Eileen: "Gut, Alles hinbekommen?"

    Ich nicke erneut, worauf ich nur ein ungläubiges "Hm" zu hören bekomme. Nach einer Weile haben alle soweit aufgegessen und ich erkläre mich bereit die leeren Teller, Tassen und nur sporadisch gebauchten Schüssel vom Tisch auf den stählernen Rollwagen zu stallen. Dann sagt mir ein Blick in mein Logbuch, dass wir tatsächlich Mathe haben, worauf ich in meinem Zimmer nach meinen Schulsachen suche und diese in die alte Umhängetasche stecke, die ich mir von Zuhause für die Schule mitgenommen habe. Denn ich will nicht jedes Mal alles einzeln tragen und einen ganzen Rucksack für jeweils nur einen Ordner, eine Federmappe und einen Zirkelkasten, kam mir auf der anderen Seite etwas übertreiben vor.

    Apropos Zirkel, selbigen kann ich im Moment irgendwie nicht finden und mich auch nicht erinnern, diesen überhaupt mich nach Hause genommen zu haben. Ich durch suche noch einmal meine gesamte Zimmerhälfe und meinen Koffer aber nichts da. Da die Zeit knapp wird, beschließe ich einfach ohne Zirkel zu gehen, eventuell kann ich mir ja einen leihen.

    Ich verlasse also erst mein Zimmer und will gerade aus dem Bunker, da dreht sich Merle auf der dunklen Couch um und hält mir, zu meiner Verwunderung, meinen Zirkelkasten entgegen.

    Merle: "Hier."

    Ich: "Ähm .."

    Merle: "Hab die dir bei der Zimmerdurchsuchung abgenommen, wir dürfen keine Spitzen Gegenstände auf den Zimmern haben."

    Ich: "Was?"

    Also ich habe mich ja nach Katrins Aussage schnell an das Camp gewöhnt aber dass sie meinem hier sogar die Zirkel abnehmen?

    Merle: "Können wir dann?"

    Sie springt auf, hält mir immer noch meinen Zirkelkasten hin, den ich mit einem kurzen "Danke" ergreife und in meine leicht zerfledderte alte Stofftasche mit Lederbeschlägen stecke, die ich immer noch hinter meinem Rücken versteckt halte, denn für das Kaputte Ding kann man sich eigentlich nur schämen.

    Aber Merle springt nicht nur vom Sofa auf, sondern umrundet mich auch schnell und ruft fast schon begeistert:

    "Wou, hübsche Tasche. Zeig mal .. ähm .. Bitte."

    Ich nehme die Tasche ab und gebe sie ihr. Wir verlassen den Bunker in Richtung Geisterhaus, auf dem gesamten Weg hält Merle die Tasche in beiden Händen und begutachtet das alte Stück von allen Seiten.

    Merle: "Weißt du zufällig, wie alt die ist oder wo die herkommt?"

    Ich: "Ne, leider nicht gehört meiner Familie."

    Merle: "Müsste so 70er Jahre gewesen sein, sieht edel aus, könnte Französisch sein aber leider kein Label dran. Ist aber Echtleder und Canvas."

    Wir kommen an der Türe zum Geisterhaus an, welche ich ihr öffne aber sie schneit immer noch ganz in die Tasche vertieft zu sein. Wir gehen die kleine Galerie hinauf und ich öffne ihr die Türe zum Klassenzimmer ebenfalls.

    64
    Mathe ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Merle: "Aus, ja natürlich Danke."

    Bedank sie sich überschwänglich, tritt in das kleine Klassenzimmer und stellt meine Tasche auf einen freien Platz an einem der Tische. Ich setzt mich neben sie und beschließe mir erst gar keine Gedanken zu machen, was die anderen wohl denken könnte, dass Merle mir quasi die Tasche getragen hat. Aber wenn ich genau darüber nachdenke, dann kümmert sich eh niemand außer uns beiden um solche Förmlichkeiten.

    Merle: "Was brauchst du?"

    Ich: "Alles .. also den gesamten Inhalt."

    Sie reicht mir mein Heft, meine Federmappe und meinen Zirkelkasten.

    Eileen: "Noar .. muss das sein?"

    Fragt Eileen genervt, die rechts neben mit sitzt, worauf Merle den Zirkelkasten wieder in die Tasche steckt und diese weiter begutachtet. Nachdem hinter uns noch Anny und Bezy ins Zimmer kommen bittet der Mathe Lehrer diese die Türe zu schließen und bittet uns:

    "Schlagt schon mal eure Hausaufgaben auf, während ich nach und nach Aufgaben verteile."

    Ich tue wie mir geheißen und auch Merle schlägt eine Seite auf ihrem Collageblock auf. Da ich nach einer Weile feststelle, dass es wohl etwas länger dauert, bis Anny und Bezy ihre Aufgaben soweit verstanden haben, sehe ich gelangweilt aus dem Fenster.

    Draußen weht ein leichter Wind durch die vielen Baumwipfeln, vor dem Fenster, die etwas dichter stehen als unten im Camp und für ein angenehm gedämmtes Licht im Klassenzimmer sorgen. Als ich gerade überlege, auf welchen bereich des Camps man hier genau schau stupst mich eine Hand von der Seite an.

    Eileen: "Das darf ich mir doch bestimmt mal ansehen oder?"

    Sie deutet in Richtung meiner Federmappe.

    [x]Gedankenversunken Nicken.

    [o]Gedankenversunken Nein sagen.

    Ich nicke, was soll schon passieren, die Federmappe ist absolut neu und glatt, ich habe sie extra bekommen, als ich in meine jetzige Klasse gekommen bin.

    Eileen: "Hm, hoch interessant .."

    Sie hält die Mappe prüfend gegen das Licht und als ich mich noch frage, was an meiner Mappe so interessant sein kann, kommt auch schon der Lehrer zu uns.

    Mathe Lehrer: "Na, alles erledigt."

    Ich nicke und reiche ihm mein Heft mit den erledigten Aufgaben.

    Eileen: "Leider auf meinem Zimmer vergessen. Aber .."

    Sie macht eine bedeutungsvolle Pause, zieht ihr Logbuch hervor und fährt fort:

    ".. da ich alles auf Grün habe, kann ich ja mal eben gehen und diese holen."

    Sie will gerade aufstehen, als der Mathe Lehrer das Logbuch tatsächlich nimmt und die Seite mit den Ausgängen prüft.

    Mathe Lehrer: "Hier steht aber, dass du aus gesundheitlichen Gründen begleitet werden solltest."

    Eileen: "Na meinetwegen."

    Mathe Lehrer: "Begleitest du sie kurz? Während dem sehe ich mir deine Aufgaben an."

    Da ich etwa eine halbe Sekunde brauche um zu merken, dass er mich gemeint hat, reagiere ich zu spät worauf mich Eileen anstupst und sagt:

    "Komm schon, das dauert nicht so lang, ich beeil mich auch."

    Also stehe ich auf, öffne ihr die Türe, schließe dieser anschließend vorsichtig hinter uns und frage mich in diesem Augenblick, ob ihr Zimmer nicht genau neben dem Klassenzimmer gelegen hat.

    Eileen macht einen einzigen Schritt auf der Galerie, dreht sich dann auf dem Absatz nach links um und öffnet die Türe direkt neben dem Klassenzimmer mit einem Schlüsse aus ihrer Hosentasche.

    Eileen: "Ab hier darfst du leider nicht mir."

    Sie geht zwei Schritte in das dunkle Zimmer hinein, schnappt sich einen packen Papiere von einer Ablage und kommt keine drei Sekunden wieder heraus. Als ich begreife, dass das gerade wirkler der 'Weg' zu ihrem Zimmer war, muss ich grinsen.

    Eileen: "Was denn? Das ist nicht komisch. Was auf dem Weg alles hätte passieren können."

    Sie sagt das in einem so künstlich ernsten Ton, dass ich jetzt wirklich lachen muss. Ich bin mir zwar nicht sicher, ob ihr das gefällt aber Ich antworte:

    "Denkst du, die würden uns suchen, wenn wir in 5 Minuten nicht zurück sind?"

    Sie zieht die rechte Lippe nach oben, dass man ihre Eckzähne sehen kann und ich schätze, dass sie das wohl nicht so komisch fand. Also klopfe ich an der Klassenzimmertüre und trete gefolgt von ihr hinein.

    Anny: "Warum hat das so lange gedauert."

    Eileen: "Wir haben uns verlaufen."

    Bezy: "Jaja, verlaufen .. ihr hab doch absichtlich getrödelt und während dem .."

    Sie macht dabei eine undifferenzierte aber wohl obszön gemeinte Geste.

    Mathe Lehrer: "Das ist alles noch im Rahmen. Für 3 Meter Fußweg kann man schon mal 30 Sekunden benötigen."

    Er nimmt etwas schmunzelnd Eileen den Stapel Blätter ab und fragt dann etwas verwirrt:

    "Ist das nicht etwas viel?"

    Eileen: "Etwas viel Langeweile und ich bräuchte eine aktuelle Leistungsbeurteilung."

    Mathe Lehrer: "Eine Leistungsbeurteilung? Was soll das sein? Wofür brauchst du denn sowas?"

    Eileen: "Ich weiß nicht genau was das ist, es steht so in dem Campreglen."

    Mathe Lehrer: "Achso Camp intern. Ich dachte was amtliches. Verweis dabei einfach auf mich, da brauchst du nichts schriftliches."

    Erleichtert wendet sich der Lehrer mir zu und wir besprechen eine Weile meine mehr oder weniger gelungenen Fünfecke und einen Block klassischer Rechenaufgaben. Bis auf ein paar wenige Fehler scheint jedoch alles zu seiner Zufriedenheit zu sein.

    Danach kontrolliert er Merles Aufgaben und überfliegt die Masse von Eileens Blättern lediglich zu deren Enttäuschung. Anschließend redet er mit uns eine Weile über die Pyramiden im alten Ägypten. Nichts das ich nicht schon wüsste aber eine Theorien über die Pyramide einer Kugel sind doch schon recht interessant.

    Mathe Lehrer: "Wenn ihr euch eine Kugel vorstellt, und diesem in Gedanken mit einem gleichmäßigen geometrischen Körper füllt, bei dem alle Ecken diese Kugel berühren mit welchen Körpern würde dies funktionieren?"

    Anny: "Ich komm nicht weiter .."

    Jedoch wird er von Anny unterbrochen, die Laut seine Aufmerksamkeit fordert. Er steht etwas genervt auf aber erklärt dann Anny aber mit einer beneidenswerten Geduld noch einmal ihre Aufgabe. Und lässt er mit Aufgabe zurück:

    "Denkt mal weiter über das nach, was ich gerade gesagt habe."

    Eileen: "Also Würfel ist ja klar."

    Wir nicken nur und da sonst keiner am Tisch wirklich Lust zu haben schneit, sagt Merle nur undeutlich:

    "Pyramide?"

    Eileen: "Ich denke die ist nicht gleichmäßig."

    Merle: "Ah stimmt ja, der Boden ist ja einen Viereck."

    Eileen: "Quadrat."

    Merle: "Ist auch ein Viereck."

    Ich: "Eine andere Kugel?"

    Sie verdreht nur die Augen und scheint weiter nachzudenken.

    Merle: "Eine Pyramide mit Dreieck als Boden."

    Eileen: "Ja passt. Weiter .."

    Sie sagt das, als würde es wirklich um etwas gehen, dabei wird und der Lehrer sicher eh gleich alle Körper aufzählen. Und ab allem was auf mehr beruht als auf einem Quadrat, kenne ich eh den Namen nicht, also was solls?

    Eileen: "Hey, mach doch auch mal mit .."

    Und da trifft mich auch schon der übliche Ellbogen.

    Ich: "Was weiß ich? Man kann sicher aus allen Flächen so ein Ding basteln, wenn man nur genug davon nimmt."

    Mathe Lehrer: "So einfach ist das nicht aber schon sehr nah dran. Im Schrank ist etwas Knete und eine Plexiglas Hohlkugel, experimentiert da einfach ein bisschen mit. Ich hoffe ich kann auch vertrauen, dass ihr damit anständig umgeht und nicht übertrieben rum saut oder?"

    Wir nicken und als als ich und Merle die Wachskente aus dem Schrank nehmen, merken wir recht schnell, was mit rum sauen gemeint war. Die Knete hat die typische hässliche matsch braune Farbe die entsteht, wenn man einfach alle Farben von Grün nach Lila zusammen Packt.

    Zudem sind die Erwähnten Hohlkuglen, wohl mal ursprünglich eine Weihnachtskugel zum selber bemalen, schon derart versifft, dass sie kaum noch als durchsichtig zu bezeichnen sind.

    Den Rest der Stunde kneten ich und Merle eher lustlos auf unseren Klumpen rum und auch Eileen hat nach recht kurzer Zeit offensichtlich keine Lust mehr. Auch ihre kurze Freude darüber, dass zwei am Boden aneinander gepackte Pyramiden im ägyptischen Stiel die Kriterien erfüllen verpufft schnell, als sich bei langsam steigernder Raumthemperatur die Knete immer schlechter bearbeiten lässt.

    Bei genauerer Betrachtung, ist wohl die nun ungebremst auf die Fenster brennende Sonne dafür verantwortlich.

    Mathe Lehrer: "Na? Und wie weit seid ihr gekommen?"

    Merle: "Also, ein Ding aus vier Dreiecken geht .."

    Mathe Lehrer: "Tetraeder"

    Merle: "So weit am Boden verbundenen Pyramiden .."

    Mathe Lehrer: "Super Oktaeder"

    Merle: "Ähm Würfel aber das ist das Gleiche."

    Mathe Lehrer: "Nicht ganz, der Hexaeder hat Vierecke als Grundfläche."

    Eileen: "Ähm .."

    Mathe Lehrer: "Ich meine natürlich Quadrate."

    Ich wundere mich selber kurz, warum unser Mathe Lehrer 'Vierecke' sagt aber ein Blick rüber zu Anny, die uns ungläubig beobachtet sagt mir, dass es gar nicht mal so einfach sein wird die ganze Zeit im Niveau zu springen.

    Mathe Lehrer: "Hattet ihr sonst noch Ideen? Was ist das denn zum Beispiel?"

    Er deutet auf einen von mir geformten Ball, denn ich dadurch versucht habe in einen geometrischen Körper zu verwanden, indem ich ihn einfach an mehreren Stellen auf den Tisch geschlagen habe.

    [o]Irgend ein Müll

    [x]Das sollte etwas sein mit Fünfecken als Grundfläche

    Ich: "Das sollte ein Körper werden, der Fünfecke als Grundflächen hat, ist mir aber nicht gelungen."

    Ehrlich gesagt, war er bei allen Körpern verdammt schwer genau soviel Knete zu nehmen, dass der Körper genau in den Ball passt.

    Mathe Lehrer: "Klasse, ein Dodekaeder."

    Ich verschlucke mich aus Schreck, dass das Teil tatsächlich einen Namen hat.

    Mathe Lehrer: "Gut gemacht, die letzte Form zu finden ist Hausaufgabe."

    Merle: "Schon Ende?"

    Mathe Lehrer: "Ja, Hitzefrei."

    Anny: "Hitzefrei?"

    Mathe Lehrer: "Für euch noch nicht."

    Bezy: "Och, Gemeinheit. Scheiß Streber."

    Mathe Lehrer: "A a Bezy, beide Ausdrücke will ich hier nicht hören."

    Als Merle und Eileen den Raum verlassen, will ich schnell meine Sachen zusammen raffen aber der Lehrer bittet mich freundlich:

    "Ware noch einen Moment."

    Er zieh mein Heft zu sich und schlägt eine Seite auf, auf der ich mich aus Langeweile etwas mit Fünfecken und den sich draus ergebenden Sternen beschäftigt hatte. Auf der Aufgeschlagenen Seite findet sich ein großes Fünfeck, dessen Ecken zu einem Stern verbunden sind und da in solchen Sterne immer wieder neue Fünfecke entstehen, habe ich dort immer wieder immer kleiner werdende Sterne reingezeichnet.

    Ich: "Das hab ich aus Langeweile gemacht, das gehört zu keiner Aufgabe."

    Mathe Lehrer: "Achso, trotzdem eine interessante Idee. Guck doch mal, wo du in einem Pentagram noch andere Formen unterbringen kannst."

    Er Schlägt das Heft zu, reicht es mir, ich stecke es zusammen mit meiner alten Federmappe in meine alte Tasche und verlassen den Raum. Erst als ich über die Galerie gehe, fällt mir auf, dass das tatsächlich meine alte kaputte und komplett vorgekritzelte Federmappe war und als ich so darüber nachdenke, fällt mir ein, dass ich ja extra die Alte mit ins Camp genommen habe, damit an die neue nichts drankommt.

    Ich sehe, dass die Türe zu Eileens Zimmer einen spalt weit offen steht und ein dünner Lichtstrahl aus diesem heraus fällt. Denke mir aber nicht dabei und gehe durch das Geisterhaus nach draußen.

    65
    Blut ( Tag 7 Dienstag Morgen )

    Man, was hat sich meine Familie damals so aufgeregt, dass ich so lange meine alte Federmappe so lange behalten habe. Ich kann den Satz noch gut hören:

    "Wenn du mit dem kaputten Ding in deine neue Klasse kommst – was sollen deine Mitschüler denken?"

    Naja, so schlimm scheint es ja gar nicht zu sein. Denn weder Merle, noch Eileen haben auch nur irgendwas gesagt. Nun gut, Merle war zum größten Teil auf die noch kaputteren Tasche fixiert aber wenn Eileen nichts sagen, die mich absolut nicht leiden kann und sich sonst bei allem aufregt, will da schon was heißen.

    Außerdem sind kaputte und vor allem vollgekritzelte Mappen bei Jugendlichen völlig normal. Als ich etwas nachdenklich so über das Campgelände schlendere, fängt mich Peter ab.

    Peter: "Hi, hast du kurz Zeit?"

    Ich nicke.

    Peter: "Dann komm mal mit auf die Station, wir brauchen noch ein Bluttest von dir."

    Ich: "Station?"

    Peter: "Komm mit in den Bunker ich zeigs dir."

    Ich folge ihm zum Bunker und in einen recht klein wirkenden Raum zwischen Küche und den Zimmern. Der Raum ist zwar eigentlich groß aber labyrinthartig mit Medizinschränken zugestellt. Einige davon sind mit üblichen Sachen wie Bandagen, Schienen und Pflastern befüllt andere jedoch mit bunten und weniger bunten Medikamenten Schachteln.

    In einem der Schränke sehe ich Blister, auf welche die Namen Annika, Kathrin und Merlina stehen. Zu meiner Überraschung, sehe ich auf einem der Regale einfach die Bögen vom Bogenschießen liegen.

    Peter: "Setzt dich bitte, ist es ok, wenn Ich dir Blut abnehme?"

    [o]Ja

    [x]Nein

    Ich: "Ja, warum nicht?"

    Sage ich lässig und setzt mich dabei auf einen Stuhl an einem Tisch. Dieser scheint halt Schreibtisch und irgendwie halb Kontrollpult zu sein, denn auf knapp über dem Tisch finden sich ein paar Schalter und viele kleine Glühbirnchen.

    Als Peter die Nadel ansetzt konzentriere ich mich weiter auf das Pult, denn Blutabnehmen kann ich einfach nicht haben und um desto abgelenkter ich bin, umso besser.

    Die kleinen Lämpchen müssen doch irgendwas anzeigen aber was? Eventuell hat es ja mit diesen komischen Silberkugeln auf dem Campgelände zu tun, über die man nicht reden darf.

    Peter: "Ach mist .."

    Ich sehe hin und sehe wie Peter die Nadel aus meinem Arm zieht, worauf ich einen Schrecken bekomme und eine ganze Menge Blut aus meinem Arm auf die Arbeitsfläche läuft.

    Peter: "Verdammt, schnall drück das drauf."

    Er steht auf, kramt in einem der Schränke und reicht mit eines der weißen Pads. Welches ich so schnell wie möglich in meine Armbeuge drücke. Leider ist die Arbeitsfläche des Tisches schon gut eingesaut, was man aber auf dem dunklen Holz zum Glück nicht so gut sieht.

    Peter: "Tut mir echt leid .."

    [o]Mich aufregen

    [x]och schon ok

    Ach was soll ich mich groß aufregen? Eventuell ist Peter dafür ja auch mal nachsichtig, wenn ich mal was falsch mache. Aber wahrscheinlich wäre er das auch so, ganz im Gegensatz zu Mario.

    Ich will also Peter meinen anderen Arm hinhalten, merke aber, dass das gar nicht so einfach geht, ohne den Tupfer aus der zerstochenen Armbeuge zu nehmen. Am Ende behelfen wir uns mit etwas Hansaplast, welches aber leider nicht ganz abdichtet, so dass die Putze sich noch etwas vergrößert.

    Peter: "Keine Sorge, mach ich gleich weg .."

    Beim anderen Arm sitzt die Nadel auf Anhieb und Peter nimmt mir, nach seiner Aussage, Blut für einen Drogen- und Allgemeinen Bluttest ab. Als sich das letzte Röhrchen langsam füllt, klopft es erst an der Türe.

    Peter: "Herrein aber vorsichtig."

    Eileen: "Hättet ihr mal kurz Zeit? Ich hätte da ein wichtiges Anliegen."

    Peter: "Ja, was gibt es denn?"

    Peter zieht die Nadel aus meinem Arm, diesmal planmäßig mit aufgesetztem Tupfer, steht auf um die vollen Röhrchen in den Schrank zu legen und mir noch drei Ersatztupfer zu reichen. Etwas unbeholfen versuche ich, beide Tupfer so gut wie möglich gegen meine beiden Armbeugen zudrücken. Sie sieht mich zwar aber bleibt ganz auf Peter und vor allem Mario fixiert.

    Mario: "Nun was ist denn?"

    Fragt Mario etwas genervt, der aus einem anderen Raum in die Station gekommen sein muss. Eileen hält beiden ein paar Blätter entgegen.

    Mario: "Was ist das?"

    Eileen: "Meine Bewerbung."

    Mario: "Für was?"

    Fragt er, es wäre das nur ein alberner Spaß von Eileen, diese bleibt jedoch ernst uns antwortet in einem triumphalen Ton:

    "Meine Bewerbung als Campsaussichtsassistentin."

    Mario muss grinsen.

    Mario: "Dein Ernst? Dafür brauchst du .."

    Eileen: "Alle Gefahren- und Gefährdungsstufen auf Grün, den best möglichen Ausgang, eine gute körperliche Fitness, hohe Selbstständigkeit, gute schulische Leistungen und zwei Drittel der Stimmen aller Campbewohner die sich in einem wachen Zustand befinden."

    Zählt sie triumphierend auf.

    Mario: "Hm, ob der letzt Punkt erfüllt ist?"

    Eileen: "Ich bin mir absolut sicher, dass mehr als zwei Drittel mit mir als Campassistentin absolut kein Problem haben."

    Dabei stützt sie sich mit einer Hand hinter mir auf dem Tisch ab, als würde sie damit demonstrieren, dass die Campbewohner hinter ihr ständen. Ich weiß nicht wie, sie darauf kommt, dass ich für sie stimmen würde aber ihr jetzt in die Quere zu kommen ist sicher keine gute Idee.

    Eileen: "Uach .. was isn hier ausgelaufen?"

    Au, sie hat doch jetzt nicht wirklich in mein Blut gepackt, ich drehe mich soweit hoch wie ich kann und sehe nur aus dem Augenwinkel, wie sie sich die Hand ohne hinzusehen am kragen ihrer Blouse abwischt.

    Mario: "Na von mir aus, denken wir noch mal drüber nach. Aber wenn du willst, kannst du schon mal mit der Arbeit anfangen und ankündigen, dass es nach dem Mittagessen auf einen Ausflug geht."

    Mario greift sich ein großes und schweres als Megaphone vom Regal, drückt es Eileen in die Saubere Hand und schiebt das doch etwas überraschte Mädchen sanft aus der Türe. Diese dreht sich aber noch einmal um und fragt:

    "Wohin?"

    Mario: "Garten."

    Eileen: "Mit?"

    Fragt sie auf einmal nicht mehr verwirrt sondern fast freudig.

    Mario: "Ja, mit Komet Ausstellung."

    Eileen: "Super .. los komm mit."

    Da sicher ich gemeint bin, folge ich ihr aus dem Bunker hinaus auf das Campgelände. Dabei halte ich immer noch meine Pads. Zu meinem Glück, scheint die den Blutfleck an ihrer Bluse und ihrer Hand immer noch nicht bemerkt zu haben. Sie wird bestimmt sauer sein, am besten ich lenke sie auf dem Weg ab, bis andere in der Nähe sind oder mir ein Grund einfällt mich aus dem Staub zu machen.

    Ich: "Was ist die Komet Ausstellung?"

    Eileen: "Ach die ist super, wird dir bestimmt gefallen."

    Ich: "Was gibt es den da?"

    Eileen: "Kann man nicht beschreiben ist auch nicht so wichtig .."

    Sie bleibt stehen, dreht sich zu mir und guckt mich mit großen Augen an.

    Eileen: ".. sag mir besser mal wie viel deine Stimme kostet."

    Ich: "Stimme?"

    Eileen: "Hast du nicht zugehört? Ich brauch doch die Stimmen von genug Leuten."

    [o]Hilfe bei Englisch

    [o]Hilfe mit Katrin

    [o]Informationen über das Camp

    [o]Ein Kuss

    [x]Las mich einfach in Ruhe

    Am liebsten wäre es mir, wenn ich nur eine kurze Zeit lang mal meine Ruhe vor ihr hätte. Vor allem wäre es nur zu schön, wenn sie nicht immer dazwischen funken würde, wenn ich gerade mit Katrin rede.

    Ich: "Ähm, lass mich einfach in Ruhe ok."

    Ich gehe weiter und lasse sie einfach stehen.

    Eileen: "Tut mir leid, das geht nicht. Da muss ich leider ablehnen."

    Sie schließt zu mir auf und fragt dann etwas sanfter:

    "Was ist denn Los, warum diese ablehnende Körperhaltung."

    Ich: "Ich habe meine Hände so Positzioniert, dass ich meine rechte Armbeuge abdrücken kann die andere aber auch ferstest du?"

    Eileen: "Las mich raten, Peter Peter hat dir beide Arme zerstochen. Ach das ist mir letztens auch passiert."

    Sie hängt sich das Megaphone über die Schulter und zeigt mir ihre beiden Armbeugen, von denen eine einen recht großen Blauen Fleck hat. Sie sieht dabei ihre voll geblutete Hand.

    Ich: "Schuldigung."

    Eileen: "Ach .. pff .. ich kann dieses Scheißteil eh nicht leiden."

    Sie zupft an ihrer Blouse und fügt dann in einem etwas künstlich selbstbewussten hinzu:

    "Und außerdem entschuldige dich doch nicht, weil ich in dein Blut gepackt habe."

    Nur um dann etwas zusammen zu sinken und etwas leiser und etwas unsicher zu fragen:

    "Du hast dein Buch wieder oder?"

    Ich nicke. Sie schluckt.

    "Also, wenn dass das ich dich in Ruhe lassen soll deswegen ist, dann .."

    Ich: "Ne, das hab ich schon längst vergessen."

    Eileen: "Ah .. ok .."

    Ich habe keine Ahnung, was gerade mit ihr los ist aber das mit dem Buch scheint ihr aus irgend einem Grund immer noch leid zu tun.

    Ich: "Außerdem hattest du dich ja bereits entschuldigt. Es ist nur, dass du manchmal unpassend dazwischen funkst."

    Habe ich das gerade laut gesagt?

    Eileen: "Wenn du mit Katrin oder? Ja versteht schon. Ich werds versuchen .."

    Wir sind am Campplatz angekommen, wo Eileen versucht mit einem Satz auf einen der Tische zu springen, jedoch abrutscht und etwas unsanft auf dem Erdboden landen und flucht:

    "Verdammte Axt .. ich hasse diese Schuhe .. Moment mal .. wo sind den alle?"

    Sie rappelt sich auf, packt meine Handgelenk und sieht auf meine Uhr. Warum sie nicht auf ihre eigenen Uhr sieht, ist mir ein Rätsel.

    Eileen: "Wir haben erst 10 oder?"

    Ich sehe auf meine Uhr und nicke, worauf sie scheinbar zu viel bekommen und sich energisch beschwert:

    "Ah .. kein Wunder, dass hier keiner ist, die haben alle noch Schule oder Therapie. Jetzt darf ich fast zu jedem einzel hin und dem Bescheid geben."

    Ich: "Soll ich helfen?"

    Eileen: "Ne, geh du zu Katrin, die hängt um die Uhrzeit für gewöhnlich unten auf der Therasse."

    66
    Verschwörung ( Tag 7 Dienstag Vormittag )

    Eileen dreht sich auf dem Absatz ihrer Ballerinas um, geht in einem mir unbekannte Richtung und lässt mich damit ganz alleine im Camp. Ich sehe mich um und nach dem ich mich eine halbe Sekunde gefragt habe, was ich jetzt ohne all die anderen machen soll, fällt mir auf, dass ich jetzt endlich mal alleine im Camp bin und meine Ruhe habe.

    [o]Zu Katrin gehen

    [x]Die Ruhe genießen

    Ich weiß, dass ich einfach zu Katrin auf die Terrasse gehen könnte aber zum einen weiß ich nicht genau wo das ist und zum anderen will ich endlich mal meine Ruhe haben, ohne dass ich dafür in diesen komischen Halbkerker muss, der sich hier mein Zimmer nennt.

    Ja Katrin ist schon lieb und würde mich sicher auch nicht stören aber Nein, dieser Moment gehört mir. Ich setzt mich also an die nächst beste schattige Bank und sehe Gedanken verloren in die hohen Baumwipfel und spüre eine laue Sommerbriese auf meiner Haut.

    Ich würde ja sofort meine Hausaufgaben machen, aber als Entschuldigung für meine Faulheit kommen mir meine beiden zerstochenen Arme gerade recht. Vorsichtig nur alibimäßig hebe ich einen der Tupfer, als sich jedoch sofort wieder ein Blutstropfen bildet, drücke ich diesen umso fester gegen meine Armbeuge.

    Ich weiß nicht, wie viel Minuten ich genau so gesessen habe aber mit der zeit wurde es echt langweilig nur einen Baum nach dem anderen anzusehen und das Rascheln in den Bäumen wird wohl auch eher ein Vogel gewesen sein und kein Eichhörnchen wie ich gehofft hatte.

    [o]Das Camp erkunden

    [x]Zu Katrin gehen

    Also raffe ich mich auch und entschließe mich, mal das Camp in seiner gänze zu erkunden. Als erste sehe ich mir die Kabinen etwas genauer an, die gerade an dem Weg von der Schleuse bis zum Bunker stehen. Die alten Holzbauten sehen zwar recht stabil aber auch recht alt aus und ich wundere mich nicht, dass jemand mal gesagt hat, dass diese im Winter nicht bezogen werden können.

    Ich hätte zwar Lust mal durch eines der Fenster zu sehen, lasse es dann aber besser, da dass doch schon etwas komisch rüber kommen könnte. Ich wandere weiter zum Bunker und beschließe einfach mal um selbigen herum zu gehen. Leider versperrt mir rechts vom Tor recht schnell ein weiterer Zaun und eine steile Felswand den Weg.

    Auf der linken Seite ist jedoch alles frei, es geht einen kleinen Abhang hinunter und dann folgt, eine schwere Eisentüre, die unter den Bunker führt, also den Weg, den wir bis jetzt immer zur Gruppentherapie gegangen sind. Weiter den Bunker entlang stoße ich auf eine kleine Terrasse, wo wir zum einen letzte Woche das improvisierte Lagerfeuer hatten und zu anderen sich eigentlich Katrin aufhalten sollte.

    Ich sehe mich um aber von Katrin keine Spur. Die Terrasse besteht lediglich aus ein paar Waschbetonplatten, von denen sie letzte Reihe sichtlich vom Regen von ihrem Platz gespült wurden. Auf den Platten steht ein alter sehr massiver recht neuer Regelholztisch mit dazu passenden. Weiter Richtig des großen Zauns ist die Feuerstelle umringt von ein paar dicken Holzstämmen, von denen einer ein ferster Baumstumpf zu sein scheint.

    Ich stelle mich auf den Stumpf und sehe hoch zum Bunker. Ich gucke wohl direkt auf den Balkon mit seinen dicken Scheiben, ja ich bin mir relativ sicher. Unter dem Balkon sehe ich zu meiner Verwunderung eine recht normale Balkontüre und eine Panoramascheibe, eingefasst in extrem verwittertem splitterndem hellen Holz.

    Ich habe mich ja schon an den Bunker gewöhnt aber warum sollte jemand so eine Fensterfront hier in einen Bunker einbauen und zudem vor so langer Zeit, denn diese Verwitterungen müssen Jahre gebraucht haben oder wurde das nackte Holz aus irgend einem Grund nie gestrichen.

    Ich versuche durch die Scheibe ins Innere zu sehen aber die Sonne blendet. Alles was ich erkennen kann ich eine Vielzahl von Strukturen, was wie volle unaufgeräumte Regale aussieht. Naja, eventuell weiß ja Katrin etwas über diesen Raum und warum er da ist. Aber wo ist sie? Ist das hier nicht die Terrasse?

    Auf dem Weg zurück auf den Campplatz überprüfe ich noch einmal meine Arme, von den mittlerweile einer aufgehört hat zu bluten. Also beschließe ich in den Bunker zu gehen, mir dort von Peter das versprochene Pflaster zu holen und mich doch an meine Hausaufgaben zu machen.

    Ich betreten den Bunker und schlendere langsam den Gang entlang, als ich plötzlich eine Stimme aus der Küche höre.

    Katrin: ".. und wenn schon, alles nicht so schlimm."

    Eileen: "Nicht so schlimm? Nur wegen ihm gerät hier der ganze Betrieb durcheinander."

    Katrin und Eileen scheinen in der Küche etwas aufzuräumen, zumindest höre ich ständiges Geschirrklappern.

    [o]Einfach weitergehen

    [x]Den Beiden zuhören

    Ich höre am besten mal möglichst unauffällig zu, es könnte gut sein, dass sie über mich reden. Ich weiß, dass man das eigentlich nicht tut aber ich würde nur zu gerne wissen, was Katrin über mich denkt und was Eileen plant.

    Katrin: "Woher willst du das so genau wissen?"

    Eileen: "Es ist nun mal offensichtlich, wegen keinem der anderen Jungen machen die hier so ein Theater."

    Katrin: "Und wenn das so ist?"

    Eileen: "Ja. Ganz klar, er muss weg!"

    Katrin: "Weg? Findest du nicht du übertreibst?"

    Eileen: "Nö. Warum? Er will doch noch nicht mal wirklich hier sein."

    Katrin: "Das kannst du doch gar nicht wissen."

    Eileen: "Ach komm schon, wenn du ehrlich bist, dann weißt du es auch. Er will nicht hier sein und .. naja es ist ja nicht so, dass ich ihn nicht hier haben wollen würde aber er bringt halt einigen durcheinander."

    Katrin: "Hast du etwa schon vergessen was mit dem armen Mädchen passiert ist, dass du unbedingt loswerden wolltest? "

    Eileen: "Das war doch nicht meine Schuld .."

    Katrin: "Ja und es ist auch nicht seine Schuld."

    Eileen: "Seine Schuld oder nicht, die Folgen sind da."

    Katrin: "Seit wann ist dir denn die Therapie so wichtig? Hast du was bestimmtes vor oder so?"

    Eileen: "Hm .. so in etwa."

    Katrin: "Du weißt aber noch, dass man uns beigebracht hat, dass wir alles, was wir mit der Therapie erreichen auch ohne Therapie erreichen könnten?"

    Eileen: "Ja aber mit der Therapie wäre es aber um einiges einfacher."

    Katrin: "Das ist ja ganz was neues, dass dir auch nur irgendwas zu schwer wäre."

    Eileen: "Mir sind dauert Sachen zu schwer, wie der lange Holzstamm vor der Terrasse."

    Katrin: "Wenn du einmal ehrlich sein würdest, anstelle abzulenken, dann könnte man dich auch helfen. Hattest du da nicht was versprochen, deinen Freunden gegenüber?"

    Eileen: "Noar .. es gibt aber Sachen, die selbst meine besten Freunde nichts angehen. Außerdem könntest du mir eh nicht dabei helfen."

    Katrin: "Wenn du mir nicht sagst um was es geht, werde ich dir auch nicht helfen und Nein, ich werde nichts unternehmen, damit er geht. Er ist ein netter Junge und ich mag ihn."

    Da genau das in Filmen immer genau der Zeitpunkt ist, an dem einer der Protagonisten aus dem Zimmer gerannt kommt und den Hauptcharakter erwischt, verschwinde ich so schnell wie möglich und setzt mich so unauffällig wie möglich auf den Platz im Wohnzimmer. Der von der Küche aus nicht einsehbar ist.

    Alibimäßig greife ich zu einer der Zeitungen auf dem Tisch. Als ich diese nehme, fällt mir das erste mal auf, dass es sich doch tatsächlich um einen wachechten Fliesentisch handelt und bei der Zeitschrift um eine Bravo. Die der Kombination muss ich leise lachen.

    "Was ist denn so komisch?"

    Fragt eine leise Stimme aus einer Ecke. Es müsste das schüchterne Mädchen sein.

    Ich: "Ja, Fliesentisch und Bravo."

    Sage ich so leise und vorsichtig, dass ich mich selbst kaum hören kann. Die Antwort kommt erst einige Sekunden später.

    Schüchternes Mädchen: "Warum sind Fliesentische lustig."

    Ich: "Ja warum eigentlich? Also jedesmal wenn man im Fernsehen eine Asifamilie sieht, dann haben die immer einen Fliesentisch und ist ein Witz draus geworden."

    Schüchternes Mädchen: "Achso, ich finde es komisch, weil jemand Fliesen auf einen Tisch geklebt hat. Fliesen gehören doch ins Bad oder?"

    Ich: "So kann man es auch sehen."

    Ich nicke und drehe mich um, um zu sehen woher die Stimme wirklich kommt.

    Schüchternes Mädchen: "Guck .. guck nicht wo ich bin bitte. Das Versteck kennt noch keiner."

    Ich: "Ok."

    Vom Gang her hört man laut eine Tür aufgehen und für meinen dramaturgischen Geschmack viel zu spät stürm Eileen ins Wohnzimmer, schnappt sich das Megaphone, welches auf einem der Sofas abgelegt war und sagt:

    "Selbstgespräche kommen hier drin ganz schlecht, denkt dir lieber deinen Teil."

    Ich will erst antworten aber erinnere mich, was für eine panische Angst das schüchterne Mädchen vor Eileen hat und nicke dann nur.

    Eileen: "Solltest du rein zufällig jemanden sehen, dann sag ihm doch bitte, dass wir nach dem Mittagessen alle zusammen zur Gartenschau fahren mit Kometausstellung, wer möchte und darf."

    Sie sag das, als wäre ihr absolut klar, das die Schüchterne hier irgendwo zwischen den Sitzmöbel kauert. Da sie genau so schnell geht, wie sie gekommen ist. Sage ich nach einer Weile leise:

    "Hey .. ähm .. wir fahren heute .."

    Schüchternes Mädchen: "Alle zusammen zur Gartenschau? Ich hab es gehört."

    Ich: "Was ist diese Kometausstellung?"

    Schüchternes Mädchen: "Ich weiß es nicht."

    Sie macht eine lange Pause und fügt dann hinzu.

    Schüchternes Mädchen: "Eigentlich schon aber man darf darüber nicht sprechen."

    Ich: "Warum?"

    Schüchternes Mädchen: "Weil einige hier davon Angst bekommen können, genau so wie von der Therapie."

    Ich: "Welcher Therapie?"

    Schüchternes Mädchen: "Der Therapie."

    Ihre Stimme wird langsam ängstlich und ich beschließe was anderes zu fragen.

    [o]Ist Eileen so gefährlich

    [x]Was bist du eigentlich

    [o]Was ist deine Lieblingsfarbe

    67
    Rote Armbinden ( Tag 7 Dienstag Vormittag )

    Ich: "Was bist du eigentlich?"

    Diese Frage würde jeder andere Mensch wohl als Beleidigung auffassen aber bei ihr frage ich am besten mit dem Grundlegendsten an. Eventuell kann ich ja sogar den Streit zwischen Katrin und Eileen schlichen, ob sie sich nur für ein Haustier oder Stofftier hält.

    Schüchternes Mädchen: "Ich bin gar nicht da."

    Ich: "Aber ich höre dich doch, bist du ein Geist oder so?"

    Schüchternes Mädchen: "Wenn du willst .."

    sie macht eine lange Pause.

    Schüchternes Mädchen: "Ja, das passt doch ganz gut."

    Antwortet sie in einem fast freudigen Ton.

    Schüchternes Mädchen: "Glaubst du an Geister?"

    Noch bevor ich antworten kann, schrillt die Übersteuerung eines Megafons durch das Wohnzimmer.

    "Alle mal hergehört .."

    Eileen steht hinter der schwarzen Couch aber als sie mich sieht nimmt sie die Flüstertüre schnell wieder runter und fügt enttäuscht hinzu:

    "Ach das bist ja nur du. Naja egal, ich werde die anderen schon finden."

    Sie dreht sich auf dem Absatz um und stützt dabei das schwere Megafone auf ihrer Schulter ab als sei es eine Art Waffe. Was in ihrem Fall durchaus passend sein könnte. Er war genervt, lasse ich mich zurück ins Sofa sinken und hoffe noch einmal die Stimme des 'Geistes' zu hören aber die Sofa Spalte bleibt stimm.

    Ich überlege mir also, ob ich lieber Barvo lesen oder auf Eileen sauer sein soll, entscheide ich mich spontan für Letzteres. Sie muss doch wissen, dass das schüchterne Mädchen hier ist.

    Ich: "Sag mal, hast du noch andere Verstecke."

    Einige Minuten kommt keine Antwort und so will ich gerade zur Bravo greifen also zu meiner Überraschung auf einmal Anny, Bezy, Salfia und Suzy ins Wohnzimmer gestiefelt kommen und sich war los auf die freien Plätze verteilen.

    Suzy: "Kennt den wer?"

    Bezy: "Jap, der ist ganz ok .."

    Anny: "Ok oder nicht, ich hoffe wir werden nicht geschlossen."

    Bezy: "Unwahrscheinlich, sieht nach freiwillig aus."

    Anny: "Woher willst du das wissen?"

    Bezy: "Haben wir je einen gehabt, der schon mal im Camp war und dann hier eingewiesen wurde."

    Katrin: "Ja."

    Sie ist plötzlich auf der anderen Seite der Couchen aufgetaucht und sitzt dort in aller Ruhe, in einem feinen Gothic Oberteil über einen schwarzen T-Shirt, als würde sie dort schon eine ganze Weile sitzen.

    Katrin: "Das kommt recht oft vor. Um wen geht es denn?"

    Anny: "So ein Neuer."

    Bezy: "Also einer, der keine Regeln unterschreiben musste aber tortz dem ist das Camptor jetzt zu."

    Katrin: "Der der gerade bei Arzt sitzt?"

    Anny: "Ja, kennst du den?"

    Katrin: "Ja ist ein Nazi."

    Emily: "Nazi? Es gibt hier doch Nazis?"

    Da von Katrin keine weitere Reaktion kommt, versteckt sich Emily hinter Salfia, die ebenfalls etwas besorgt aussieht.

    Merle: "Als würden die uns einen Nazi schicken, solange wir .."

    Sie nickt in Richtung Emily. Katrin zuckt jedoch nur müde mit den Schultern.

    Eileen: "Sor Leute, Fresschen und danach Gartenschau."

    Sie hat die Bluse mit dem Blutfleck scheinbar gegen ein weiteres, der hier so beliebten, Krankenhaus T-Shirt ausgetauscht, welches ihr aber allgemein viel zu groß ist und nur obenrum wirklich passt.

    Mario: "Benutz das Ding bitte nur, wenn es wirklich nötig ist. Wir verstehen dich auch so .. und zum Essen brauchst du es nicht."

    Er nimmt ihr das Megaphone ab und geht vor zum langen Tisch, wo Victoria und Maria bereits den Tisch decken.

    Eileen: "Was denn, wäre doch ne prima Suppenschüssel."

    Ich setzt mich so schnell es geht an den Katrin versprochenen Platz zwischen ihr und Eileen und kippe mir eine ganze Schippe gefüllter Tortellini auf meinen Teller und will diese gerade mit Sahne übergießen.

    Katrin: "Das ist Milch."

    Uterbricht sie mich in einem genervten Ton. Ich überlege, wie das wohl schmecken könnte bin aber der Meinung das Milch schon mal besser ist als nichts.

    Katrin: "Sorry, ich wollte gerade nicht so klingen. Es ist nur .."

    Ich: "Hat das was mit dem neuen zu tun?"

    Katrin: "Nene, der ist ganz ok."

    Ich: "Hast du nicht gesagt, der sei Nazi?"

    Katrin: "Und? Nicht jeder Nazi ist gleich ein .."

    Eileen: "Na kommt drauf an, wer man ist."

    Katrin: "Es kommt aber auch drauf an, wie man isst. Mach bitte den Mund zu beim Essen."

    Eileen: "Iff, ja gut."

    Sagt sie, während die sich gerade trotz vollem Mund gleich drei weitere gefüllte Nudeltaschen in den Mund stopft.

    Merle: "Waa, dass ist ja Milch."

    Hört man es vom anderen Ende des Tisches rufen, gefolgt von einem lauten knallen einer Gabel die auf einen Tellerrand fällt.

    Suzy: "Auch schon gemerkt?"

    Katrin: "Entschuldigt mich bitte. Ich muss mal kurz austreten."

    Mario nickt kauend, während sich Katrin vom Tisch abstößt und sichtlich angespannt den Tisch verlässt. Ver wundert sehe ich ich nach.

    Links von mir höre ich ein lautes Schlucken und dann ein eher flaches:

    "Mach dir nichts draus, das passiert öfter."

    Ich: "Alles .."

    Eileen: ".. in Ordnung mit ihr? Ja, sie kann Trubel eben nicht ab."

    Trotzdem etwas besorgt esse ich leise weiter, bis nach einer Weile Eileen nach dem Teller von Katrin greift und dabei von Mario etwas skeptisch angesehen wird, worauf diese sich leise verteidigt:

    "Sie kommt doch eh nicht wieder."

    Mario: "Trotzdem. Außerdem sind noch Nudeln da."

    Eileen: "Naor .. ja, die ganz unten die sich mit Wasser voll gesogen haben."

    Mario: "Mit Wasser voll gesogener Hartweizengries, das ist das Prinzip von Pasta."

    Eileen: "Dann warte ich eben auf Nachtisch, was gibts?"

    Mario: "Nichts, wenn du nicht aufisst."

    Eileen: "Daff war auf die Nudeln im Toft bepfogen nifft auf die auf meinem Teller."

    Antwortet sie in einem kindlich albernen Ton und stopft sich dabei zwei weitere Nudeln in den Mund.

    Mario: "Wenn das mit den Verwarnungen so weiter geht, wird nichts aus der Camphilfskraft."

    Eileen: "Plural?"

    Mario: "Unifromähnliche gewaltverherrlichende Kleidung?"

    Eileen: "Hä, das war keine Hakenkreuzarmbinde."

    Sie verschränkt die Arme und wird langsam wieder ihr übliches recht ernstes Selbst.

    Mario: "Es sah aber verdammt danach aus."

    Eileen: "Was kann ich dafür, dass meine Familie mir sowas einpackt?"

    Mario: "Was hast du denn gedacht, was es ist?"

    Eileen: "Irgend so eine rote Armbinde, die die in Japan oder so tragen."

    Mario: "Waren ja im zweiten Weltkrieg auch Verbündete."

    Eileen: "Italiener übrigens auch."

    Flüstert sie leise in sich hinein.

    Mario: "Wie bitte."

    Eileen: "Nicht die kaiserlich japanische Armee, die Schüler an japanischen Schulen heute."

    Mario: "Warum sollten die sowas tragen?"

    Eileen: "Was weiß ich? Irgendwie um ihre Autorität zu kennzeichnen als Ausichtshilfen, Klassenprecher oder sowas. Wenn die Bücher, die mir meine Familie eingepackt hat, auf einer Sprache wären, die ich verstehe, dann wüsste ich das auch. Eh du weißt das doch sicher .."

    Sie guckt in meine Richtung.

    Ich: "Ähm, ne keine Ahnung. Ich les keine Mangas."

    Eileen verdreht genervt die Augen und Bezy kann es nicht lassen mal wieder einen Spruch los zu lassen:

    "Dafür kennt er sich gut mit den dazugehörigen Tintenfisch Pornos aus."

    Ich guck zwar keine Hnetais aber trotzdem ist mir das ganze ziemlich peinlich und zu allem Überfluss, sieht mich Eileen auch nicht direkt an. Ich hoffe ich bin nicht zu Rot geworden aber zu meiner Überraschung, lehnt sie sich zurück, als hätte ich irgendwas auf dem Rücken, dass sie unbedingt sehen möchte.

    Merle: "Das sind die Schülerräte, welche diese roten Armbinden tragen."

    Achso, sie sieht also zu Merle rüber.

    Eileen: "Sicher?"

    Merle: "Ja, ich war erst vor einem halben Jahr zum Schüleraustausch dort."

    Eileen: "Ha."

    Antwortet sie triumphierend.

    Mario: "Du trägst das Ding trotzdem nicht."

    Eileen: "Och menno."

    Zum Nachtisch gab es Jogurt ohne Geschmack dafür von extrem fluffiger Konsistenz.

    Mario: "Der Zucker ist für de Tee."

    Suzy: "Aber der Pudding schmeckt nach nichts."

    Bezy: "Auch ein Gourmet für weißes schleimiges Zeug."

    Mario: "Bezy!"

    68
    Fahrt ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Nach dem Essen stehe die meisten auf und obwohl ich eigentlich gar nicht dafür zuständig bin, helfe ich Victoria und Maria noch beim Abräumen. Schiebe anschließend den vollen Wagen in die Küche, wo Merle schon das Spülwasser eingelassen hat.

    Merle: "Die Frage ist wer spült."

    Ich: "Wenn du willst kann ich."

    Merle: "Nene, dass muss ehrenhaft entschieden werden."

    Sagt sie in einem gedrückten japanischen film Samurai Akzent. Am Ende einigen wir uns auf ein ehrenhaftes Schnick Schnack Schnuck, welches ich gewinne und deswegen abtrocknen darf.

    Ich: "Warst du wirklich in Japan?"

    Merle: "Nein, das habe ich nur erfunden, um Eilee zu ärgern."

    Ich: "Ah .."

    Sie stupst mich mit dem Becken an, während sie die Hände tief im Wasser hat.

    Merle: "Kleiner Witz, natürlich. Aber viel mehr gemacht als alles dumm anzustarren und nichts zu verstehen, hab ich nicht gemacht. Meine Eltern meinten halt, dass sich so ein Auslandsaufenthalt gut macht aber wirklich gelernt hab ich wenig. Also doch, aber nur weil ich die ganze Zeit deutsche Bücher gelesen habe, die ich selbst mitgenommen habe."

    Ich muss lachen:

    "Komische Situation oder?"

    Merle: "Ja, wenn man vor der echten Burg steht und gerade nicht anderes machen kann, als das deutsche Buch dazu zu lesen, weil man nicht genug Japanische kann, um eine Eintrittskarte zu kaufen."

    Ich: "Können die kein Englisch?"

    Merle: "Die Jugendlichen Leute in den Großstädten, ja."

    Ich: "Ja dann, wo ist das Problem."

    Merle: "Ich war auf einem Dorf mit einem Altersdurchschnitt von 40?"

    Ich: "40? Wie geht das denn?"

    Merle: "In dem alle ihre Kinder aufs Internat stecken. Meine Gastfamilie hatte auch zwei Söhne in unserem Alter aber die habe ich nie zu Gesicht bekommen. Das war auch voll komisch in der ganzen Stadt sah man nur Erwachsene und kleine Kinder."

    Ich: "Warum bist du dann dahin?"

    Merle: "War billiger allein schon vom Essen her. Boar, diese Reisbällchen 50 Yen. Ich hab da mindestens 4 Kilo zugenommen."

    Ich: "Wou das ist voll wenig oder? Ähm .. 30 Cent?"

    Merle: "Du hast den Wechselkurs im Kopf? Wie kommts?"

    Ich: "Ja ein Pokeball kostet ja 200 Yen und das sind 1,50. Dann ist ein Yen - 1,50 durch 200. Also die Hälfte und zwei Kommastellen nach hinten. 0,0075 mal 50 ist wieder die Hälfte und eine Kommastelle nach vorne für die 5 und eine für die 0. Ähm .."

    Merle: "Übertreib mal nicht .. aber interessante Methode sich das zu merken. Du magst Japan oder?"

    Ich: "Naja, es geht."

    Merle: "Wechselkurs kennen aber es geht. Brauch dir doch nicht peinlich sein, kannst ruhig zugehen das du Animes schaust oder Mangas liest."

    Ich: "Tu ich ja gar nicht. Ich spiel nur hin und wieder Throne of Darkness, ein Spiel das in Japan spielt."

    Merle: "Wou düster. So Sengoku Jidai Samurai Kram?"

    Ich: "Songoku was?"

    Merle: "Übernimm du mal und ich erklärs dir."

    Den Rest des Spülens verbringt Merle damit mir die Geschichte des Feudalen Japan zu erklären, während ich erst die letzten Teller und dann alle Yogurtschüsseln spüle. Zu meiner Überraschung, kommen mir einigen Namen sogar bekannt vor. Ob jetzt aus dem Spiel, welches sich nur recht grob an der japanischen Historie hält oder aus dem 'Was ich Was? Samurai' Buch, dass ich als Kind mal gelesen habe weiß allerdings ich nicht genau.

    Ich: "Mori, hab ich schon mal gehört."

    Merle: "Morri, kurzes O hartes R. Im Japanischen sind alle Silben gleich lang."

    Den Rest der Zeit verbringe ich damit zu versuchen einige Namen richtig auszusprechen, was gar nicht so einfach ist, wenn man gleichzeitig die Hände in einer Mischung aus nicht aufgegessenem Yogurt und Spülwasser hat.

    Nach einer Weile ist alles soweit erledigt, die Schublade mit den gefährlichen Messern rastet ein und wir sind wiedermal nur mit einer einzigen Spülkapsel ausgekommen. Das Wasser welches in einem Strudel im Abfluss verschwindet erinnert leicht an Milch.

    Mario: "Ihr könnt das Zeug ruhig .. ab ihr seid sogar fertig noch besser. Dann auf gehts. Holt eure Ausweise und los."

    Merle: "Aber ich wollte mich noch umziehen."

    Mario: "Wozu, ist nur ne Gartenschau, kein Laufsteg."

    Ich wasche mir noch kurz die Hände, hechte in mein Zimmer um meine Portemonnaie zu greifen und renne dann auf den Campvorplatz, wo sich alle um Peter versammelt haben, welcher die Campbewohner in Gruppen aufteilt.

    Da mich sollte Aufteilungen für gewöhnlich nicht interessierten hoche ich erst auf, als mein Name gerufen wird und ich merke mir, dass ich mit Mario mit dem Kleinbus fahren werden.

    Im Tross verlassen wir das Camp aber diesmal in eine andere Richtung, wo wir erst einer nach dem Anderen ein großes eckiges Betongebäude betreten, welches aber innen vollkommen hohl zu sein scheint, nur eine lange Treppe führt an den Außenwänden entlang.

    Suzy: "Wozu ist das Gebäude überhaupt gut, wer baut denn sowas?"

    Sie lehnt sich an das Geländer und schaut hinunter.

    Peter: "Hey, nicht so dicht ans Geländer."

    Eileen: "Das Gebäude sollte mal einen Aufzug bekommen, deswegen der Schacht."

    Unten angekommen versammeln wir uns vor einer auffällig kleinen Stahltüre, welche Mario für uns aufsperrt, dahinter liegt ein Bereich der so ganz anders aussieht, als der der Rest des Camps. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass es die letzten Tage so heiß war aber diese Gegend kommt mir viel staubiger und trockener vor als der Weg zum Krankenhaus oder der zur Wetterstation.

    Im Gänsemarsch gehen wir einen Weg aus Betonplatten entlang und an der Vorderseite des Ressorts vorbei. Jetzt kenne ich die Gegend wieder, hier hatte meine Familie bei meiner ersten Ankunft geparkt. Wou, wenn ich bedenke, dass ich gerade erstmal eine Woche hier bin ..

    Mario: "Team Van zu mir?"

    Einigen Campbewohner versammeln sich um den Kleinbus und ich sehe aus dem Augenwinkel wie sich die anderen jeweils um einen roten Kombi und einen dunkelblauen alten Sportwagen versammeln.

    Mathe Lehrer: "Wir fahren wieder die alte Strecke?"

    Mario nickt und ich drehe mich zum Mathe Lehrer um, welcher den dunkeln Sportwagen aufschließt, in welchem Eileen, Maria, Bezy und Anny verschwinden. Als ich mich noch wundere, warum der Mathe Lehrer mitfährt reißt mich Mario mit einem lauten:

    "Finger weg!"

    Aus meinen Gedanken und reißt mit einem Schwung, die Seitentüre des Vans auf.

    Mario: "So, habt ihr auch alle eure Ausweise dabei?"

    Als ich meinen zerknautschen Schülerausweis aus meinem Portemonnaie fummele, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie 'Team alter Sportwagen' bereits einsteigt.

    Katrin: "Hey, wartet."

    Mario: "Zu spät, du fährst bei uns mit."

    Katrin die, ohne ein hörbares Geräusch zu machen, hinter mir aufgetaucht ist und erstmal Luft holen muss, tritt künstlich beleidigt in den Staub.

    Katrin: "Menno."

    Merle: "Ach was, Minivan ist doch halb so schlimm. Ich las dich auch noch vorne."

    Katrin: "Ne schon ok."

    Während, warum auch immer, Mario nach und nach die Ausweise kontrolliert, kramt Katrin einen Schülerausweis aus ihrer Tasche, der nicht weniger zerknickt ist als meiner.

    Katrin: "Nicht gucken ok?"

    Ich: "Was? Warum. "

    Katrin: "Peinliches Bild."

    Ich: "Das gleiche bei mir. Meine Familie hatte damals kein aktuelles und deswegen bin ich auf meinem Schülerausweis in etwa 10."

    Katrin: "Echt? Du sahst als Kind sicher mega niedlich aus. Darf ich mal sehen."

    [x]Katrin das Bild zeigen.

    [o]katrin das Bilder besser nicht zeigen.

    Auch was solls, objektiv betrachtet war ich ja wirklich ein niedliches Kind. Zumindest sagen das alle Mädchen, denen ich das Foto bisher gezeigt habe. Und außerdem wird sie es eh früher oder später sehen, wenn ich mich weiter mit ihr anfreunde.

    Ich: "Hier."

    Katrin nimmt meinen Ausweis und hält ihr also wäre es ihre geheime letzt Pokerkarte und sagt danach in ihrer niedlichen Stimme:

    "Was ein putschi .. du warst ja mal richtig süß."

    Sie streichelt dabei das zerknickte Foto, was schon ein bisschen komisch rüberkommt und ich mich frage, ob das wirklich so eine gute Idee gewesen ist.

    Katrin: "Hier aber nur kurz."

    Völlig unvorbereitet hält sie mir für den Bruchteil einer Sekunde ihren Ausweis unter die Nase. Vier erkennen kann ich nicht nur dass sie auf dem Foto bold statt schwarzhaarig ist und ein unnatürliches Lächeln auf dem Gesicht hat und ich meine eine Blume in ihrem Haar erkennen zu können. Das muss sie wohl früher gewesen sein. Nach bevor ich das Foto kommentieren kann, sagt sie in ihrem üblichen leicht gleichgültigen Ton:

    "Meine Mutter hätte dich gehasst."

    Ich: "Warum?"

    Katrin: "Nun sie findet rothaarige Kinder scheiße."

    Mario kontrolliert unsere Ausweise und gibt sie uns wieder, als ich mir meinen noch einmal ansehe, merke ich wie schrecklich ich darauf aussehe in einer viel zu großen Regenjacke, die Augen wegen der Sonne zu gekniffen und einem Lächeln mit zwei übergroßen Schneidezähne.

    Ich: "Ich bin nicht rothaarig."

    Mario: "Katrin du sollst solche Wörter doch nicht sagen."

    Katrin: "Was .. Rothaarig?"

    Der Bus muss lachen aber Katrin, die sich neben mich gesetzt hat, gefällt das gar nicht. Wir schnallen und an und los geht die Fahrt. Merle sitzt vorne und spielt am Radio, während die hinterste Bank aus Mir, Katrin und Victoria besteht. Auf der anderen Seite mit den Gesichtern zu uns sitzen Emily, Salfia & die Schüchterne, die sich trotz des Wetters einen Schal um die untere Gesichtshälfte geschlungen hat.

    69
    Gartenausstellung ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Wir fahren erst über die Landstraße und dann auf die Autobahn, wo sich Katrin auf einmal leicht an mich klammert.

    Ich: "Alles ok?"

    Katrin: "Hm .. ja .. ich mag keine Autos."

    Sagt sie leise

    Ich: "Warum?"

    Katrin: "Ich wurde schon mal angefahren."

    Victoria: "Und bist einfach weggegangen .."

    Ich gucke verwundert Victoria an.

    Katrin: "Ja, ich stand halt unter Schock."

    Ich: "Und da bist du einfach weggegangen? Warst du verletzt?"

    Frage ich besorgt worauf sie mit einem albern gedrückten Stimme antwortet:

    Katrin: "Joar, da hat mich jemand angefahren, ist ausgestiegen und hat gefragt, ob alles in Ordnung ist und ich bin einfach weiter gegangen, mit meinem blutenden Knie und hab gesagt 'alles in Ordnung'."

    Emily: "Echt?"

    Katrin: "Ja. Aber der Krankenwagen hat mich dann eingefangen und mitgenommen."

    Emily: "Und was hattest du?"

    Katrin: "Gehirnerschütterung."

    Ich: "Echt? Wou .. das ist aber übel."

    Katrin: "Ja, deswegen bin ich ja auch nicht weit gekommen."

    Der Bus muss wieder lachen diesmal ist auch Mario mit dabei. Katrin hat echt ein Talent für sowas, schade dass ich so so selten im Camp antreffe, eventuell muss ich auch öfter mal nach ihr Suchen. Aber sie jetzt vor allen anderen zu fragen, wo sie so rumhängt, halte ich für eine eher schlechte Idee.

    Deswegen lenke ich das Gespräch am besten auf diese komische Ausstellung.

    Ich: "Was gibt es da auf dieser Kometaustellung eigentlich."

    Merle: "Es ist das ehemalige Gelände der Landesgartenschau, eigentlich noch genau das gleiche nur mit weniger Attraktionen und schlechter gepflegt."

    Nach einem bösen Blick von Mario, ergänzt sie:

    "Ähm .. entsprechend gepflegt. Es ist zum Großteil eben Garten. Außerdem gibt es noch den Turm und die Komet Ausstellung, die ist aber extra. Highlights sind unter anderem .."

    Sie wird von einer scharfen Linkskurve unterbrochen, welche uns auf einen riesigen staubigen Parkplatz führen, wo die Besatzung des Sport Wagens auch schon auf uns wartet.

    Bezy: "Wir waren schneller ihr lahmen Enten."

    Und auch die der rote Kombi kommt hinter uns an. Nachdem Peter noch einmal kurz durchzählt, wie auch immer bei einer Fahrt jemand verloren gegen soll, knubbeln sich alle um ein viel zu kleines Kassenhäuschen für so ein großes Gelände, das von hier aus bereits sichtbar ist.

    Mario: "Immer mit der Ruhe, ihr kommt schon alle rein. Wer von euch, möchte mit auf den Turm?"

    Nur etwa die Hälfte der Hände regen sich. Plötzlich spüre ich einen Stoß in die Seite.

    Katrin: "Los melde dich, der Turm ist witzig."

    Ohne weiter darüber nachzudenken, hebe ich meine Hand.

    Mario: "Gute Entscheidung, eins zwei drei vier .. vier Leute für den Turm."

    Als sich sonst keiner meldet, geht Mario zu dem viel zu kleinen Kassenhäuschen und kauft die Eintrittskarten für alle. Als nach einer Weile alle ihre Karten direkt hinter dem kleinen Häuschen in einem großen Häuschen eingelöst haben, stehen wir alle wieder um Mario, Peter und den Mathe Lehrer versammelt auf einem breiten staubigen Schotterweg und sehen wie sich vor uns ein riesiges Gelände ersteckt.

    Mario: "Ich denke wir bilden drei Gruppen. Gruppe 0 geht mit Peter in den Industriepark, Gruppe 1 geht mit mir in den japanischen Garten und Gruppe B darf machen was sie will. Wir treffen uns um punkt 3 Uhr am Kaffee vor unter dem Turm."

    Zugegeben eine merkwürdige Zahlweise der Gruppen aber der japanische Garten klingt für mich am spannendsten, ich bin zwar keiner dieser typischen Japan Manga Fans aber die Kultur hat was, besonders die Garten Kultur.

    Ich: "Ich denke ich komme mit zum japanischen Garten."

    Sage ich eher zu mir selber als zu den Anderen.

    Mario: "Nein, du gehörst zu Gruppe B und kannst machen, was du willst."

    Was zum? Woher soll ich wissen, zu welcher Gruppe ich gehöre? Und wenn ich machen kann, was ich will, warum darf ich dann nicht einfach bei Gruppe 1 mit gehen? Ich würde zu gerne hören, was Merle noch eventuell noch alles zur japanischen Geschichte zu erzählen hat.

    Eileen: "Naja, kann man nichts machen, schade aber auch .. dann wollen wir mal."

    Schadenfroh dreht sich Eileen um und will in eine mir unbekannte Richtung gehen.

    Mario: "Nein, du nicht. Du gehörst zu Gruppe 1 und kommst mit in den japanischen Garten."

    Eileen: "Warum das denn? Ich habe B und alles auf Grün."

    Mario: "Weil ich das sage, dass gehört zu deiner Therapie."

    Innerlich sicher kochend vor Wut, bleibt Eileen stehen im gleichen Augenblick packt mich Katrin am Handgelenk und zieht mich in genau die Richtung, in welche Eileen gerade wollte.

    Katrin: "Komm."

    Salfia: "Das ist doch nicht dein Hund."

    Bezy: "Also wirklich .."

    Katrin: "Doch! .. Komm Shnuffy."

    Sagt sie in einem ungewöhnlich fröhlichen Tonfall und völlig ohne den sonst so üblichen Ernst in ihrer Stimme.

    [x]Katrin wortlos Folgen

    [o]Folgen aber protestieren

    [o]Protestieren und stehen bleiben

    Ich folge ihr Wortlos. Sie zieht mich durch einen engen Heckenbogen, über einen kleinen Weg und lässt erst nach einer ganzen Weile los, als wir auf einem Weg ankommen, an dessen Seiten Rosen wachsen.

    Wenn die Rosen nicht fast alle von der Sonne versengt wären, wäre dies ein richtig romantischer Platz. Um die Stille zu durchbrechen versuche ich ein Gespräch anzufangen:

    "Sag mal, was habt ihr, also du und Eileen in letzter Zeit? Habt ihr euch gestritten?"

    Katrin: "Bitte nicht, sie geht mir schon genug auf die Nerven, wenn sie gerade wirklich da ist. Las sie einfach nicht existieren, nur für einen Moment ok?"

    Ich nicke und versuch zu verbergen, wie unheimlich das gerade rüber gekommen ist.

    Wir gehe eine Weile stumm den Weg entlang als Katrin vorsichtig nachfragt:

    "Du bist nicht beleidigt oder?"

    Ich: "Beleidigt, nein warum?"

    Katrin: "Weiß nicht, kann ja sein, dass du .."

    Ich: ".. das ich?"

    Katrin: "Nichts. Ah guck mal .."

    Wir kommen an einer offenen Fläche an, schwerer Sand liegt auf dem Boden unter und und vor uns liegt eingelassen ein Beton Teich? Nein, es ist eher eine Becken mit Wasser unbekannter Tiefe.

    Katrin: "Guck mal die Fässer."

    Sie tritt an den Rand des Beckens und begutachtet eines der Fässer, die aufrecht und scheinbar hohl im Wasser treiben.

    Katrin: "Meist du, da kann man rein?"

    Ich sehe mich um und bemerke, dass das Becken sich ähnlich einem Fluss durch die Ebene zieht. Einige Meter von uns entfernt stehen zwei Kinder, vor Freude quitschend, in einem der Fässer und paddeln diesen herunter.

    Katrin: "Ja dann auf."

    Mit einem Satz springt sie in eines der Fässer und hat sogleich Probleme mit dem Gleichgewicht, da die Fässer scheinbar wirklich auf dem Wasser schwimmen.

    Katrin: "Wou .. ganz ruhig .. ok, jetzt gehts. Puh .. nu steht nicht rum komm rein."

    [o]Es besser lassen.

    [o]Mir ein eigenes Fass nehmen.

    [x]Zu Katrin ins Fass springen.

    Ich hasse zwar Wasser und habe jetzt schon extreme Angst, dass das Fass umkippen könnte aber genau so gerne möchte ich bei Katrin sein, auch wenn die Fässer doch etwas klein aussehen. Ich nehme also all meinen Mut zusammen und springe vom Beckenrand zu Katrin in das Fass.

    Sofort fängt das Fass an zu schwanken und mir wird spontan schlecht aber nach einer Weile finde ich mein Gleichgewicht in dem schwankenden Ding.

    Ich: "Ok, gut ich habs."

    Langsam entspannen wir uns und atmen durch.

    Ich sehe mich im Fass um, welches ein wenig Nass ist und greife vorsichtig, ohne zu viel Gewicht zu verlagern nach einem dicken Stock, welcher wohl als Paddel dienen soll.

    Katrin: "Dann mal so, auf was wartest du?"

    Ich: "Sollen wir wirklich den Fluss runter fahren?"

    Katrin: "Ja sicher, sonst kommen wir ja nie aus diesem verdammten Jungle raus. Los Robinson Shnuffy."

    Ich: "Ok, Freitag."

    Katrin: "Donnsterstag, ich hasse Freitage."

    Ich lasse das Paddel vorsichtig zu Wasser und merke, dass das Becken gar nicht mal so tief ist. Eventuell einen 30 Zentimeter. Außerdem muss man sich mit den Stöcken wohl abstoßen und nicht paddeln.

    Also stoße ich uns vorsichtig den imaginären Jungefluss hinauf. Wo rauch das Fass natürlich wieder völlig aus dem Gleichgewicht gerät.

    Katrin: "Waaa .. seit vorsichtig. Los nach Links .. mein Links!"

    Aber nach etwas Hin und Her geht es wieder, dafür sind wir aber auch nur einen Meter vorwärts gekommen.

    Katrin: "Boar, wenn wir wegen dir umkippen .."

    'Dann was', hätte ich beinahe geantwortet, verkneife es mir dann aber. Ich habe Katrin bis jetzt gar nicht so aggressiv und fordert erlebt.

    Katrin: "So wird das nichts, wir müssen unser Gewicht zusammen verlagern."

    Sie drückt sich an mich, hackt sich in meinen rechten Arm und stellt ihren linken Fuß an meinen rechten. Ich bin kurz erschrocken, hohle dann aber zu einem weiteren Stoß aus. Dieses Mal schwimmt das Fass ganze drei Meter, bis es zum stehen kommt und wir zusammen das Moment ausgleichen und uns dabei immer wieder an einander quetschen müssen.

    Wäre ich nicht so konzentriert darauf, dass wir beide nicht baden gehen, würde ich den Moment sicher besser genießen können. Das ganze wiederholen wir so noch ein paar mal ..

    Katrin: "Tag 8, weiterhin ist keine Hilfe für unsere Helden in sich. Robinson Shnuffy und Donnerstag fahren in einem alten Fass den Amazones herunter aber plötzlich da ein Wasserfall. Donnerstag kann nur noch schnell den Deckel schließen, beide fallen den 30 Meter hohen Matschu Wasserfall hinunter. Als das Fass Wochen später angespült wird, finden die Ureinwohner darin nur noch eine einheitliche Masse aus Knochen und Fleisch .."

    Erzählt sie in einer gedrückt düsteren Erzählerstimme und fügt dann freudig hinzu:

    ".. welche von den Bewohnern des Dorfen freudig aufgenommen wird, nach dem sie sie gut gewürzt haben."

    Erschrocken lasse ich fast mein Paddel fallen.

    Katrin: "Was denn? Kannibalismus ist bei Ureinwohner völlig normal."

    Ich muss grinsen. Wir kommen in einen Bereich, wo der Fluss zu einem kleinen See, naja zu seinem sehr kleinen See wird. Es gibt einige Inseln und anderen Strukturen.

    Kind: "Hier!"

    Ein kleines Mädchen, dass bis zu den Oberschenkeln im Wasser steht, reicht uns einen zweiten Stock, den Katrin mit einem freudigen Lärchen entgegen nimmt. Sie hebt den schweren Stock so hoch in die Luft wie sie kann und ruft:

    "Endlich unabhängig."

    Und rammt das Paddel mit Wucht ins Wasser, worauf wir fast kentern.

    Katrin: "Was? So flach ist das nur."

    Sie macht einen verwunderten Gesichtsausdruck und fügt hinzu:

    "Also, wenn wir uns gleichzeitig abstoßen, kippen wir sicher um also besser einer stößt und der andere stabilisiert."

    Gesagt getan .. arbeiten wir uns durch die Inseln hindurch, von denen eine sogar eine niedrige Palme beherbergt, in die wir natürlich auch gleich hinein fahren, denn auch wenn wir so schneller vorankommen, richtig lenken, könnten wir wahrscheinlich erst mit einer dritten Person und dafür ist zumindest in diesem Fass kein Platz.

    Rücken an Rücken gepresst, bewegen wir und langsam vorwärts bis wir in einem Gruppe spielender Kinder hineintreiben, die lachend um das Fass herum laufen.

    Katrin: "Hey, wehe ihr fasst unser Fass an."

    Ein lachender Junge tut so, als würde er uns von hinten stupsen.

    Katrin: "Nein, aus böse .. ich warne euch ich hab ein Paddel."

    Sie droht spielerisch mit dem Stock, den sie kaum hoch bekommt. Durch die Wellen der Spielenden Kinder wird das Fass langsam immer unruhiger und Katrin hakt sich wieder bei mir ein und wir müssen ordentlich gegen steuern.

    Nach einer Weile sind wir den Kindern entkommen und steuern weiter den Fluss oder eher den Wasserweg entlang. Als ich hinter mir plötzlich einen Schrei hören, drehe ich mich um ..

    Katrin: "Ah .."

    .. aber noch bevor ich weiß was passiert, spüre ich Katrin gesamtes Gewicht auf mir und werde gegen die Wand des Fasses gepresst, welches beginnt zu kippen.

    70
    Fassunfall ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Katrin: "Ahh .."

    Katrin wird gegen mich geworfen und das Fass neigt sich immer stärker in eine gefährliche Schieflage. Wir bereiten uns geistig bereits darauf vor, gemeinsam ins Wasser zu stürzen als plötzlich ..

    Tock.

    Stille.

    Ich brauche einen Moment um zu verstehen, was gerade passiert ist aber ich stehe immer noch im Fass und Katrin auch und selbiges steht so schief, dass wir eigentlich im Wasser hätten laden müssen. Wie kann das sein?

    Ich: "Ähm du .."

    Katrin: "Ja."

    Antwortet das Mädchen, dass an mich gedrückt, die Augen auch gerade erst wieder aufgemacht hat und sichtlich verwundert ist.

    Ich: "Ich glaube .."

    Vorsichtig sehe ich über den Rand ins Wasser und sehe, dass der untere Rand des Fasses den Grund des Wasserlaufen großzügig getroffen hat.

    Ich: ".. die Dinger können gar nicht umkippen."

    Ich verlagere mein Gesicht in die Mitte, wodurch das Fass wieder frei schwimmt. Worauf Katrin promt erneut das Gleichgewicht verlieht und das Fass wieder mit einem lauten 'Tock' auf dem Grund aufschlägt.

    Katrin: "Wou .. sag doch Bescheid .. man .."

    Erschreckt sie sich, fügt aber hinzu, als sie selber vorsichtig über die kleine Reling schaut:

    "Na schade .."

    Ich: "Warum hättest du nass werden wollen?"

    Katrin: "Nein aber je nachdem dem wie wir gestürzt wären, hätte ich mir an der Kante das Genick brechen können."

    Geschockt sehe ich sie an.

    Katrin: "Aber wir sind weit gekommen."

    Eileen: "Ich will euch Beide ja nicht stören .."

    Ich sehe zum Ufer, wo Eileen mit den Füßen im Wasser sitzt.

    Katrin: "Und warum handelst du dann gegen deinen Willen?"

    Eileen hält sich die Hand vor die Augen, schnaubt und antwortet genervt:

    "Hör auf wieder aus mir die Böse zu machen, ich kann echt nichts dafür. Ich soll zu euch, ich hab mich schon extra nicht beeilt. Wenn du versteht, was ich meine."

    Katrin: "Ja .."

    Mault Katrin, sichtbar genau so betrübt über die Unterbrechung.

    Eileen: "Jetzt übertrieb mal nicht. Die ganzen Leute durm herum, stören euch keinen Millimeter aber kaum bin ich da .. ist das bei mir was besonderes oder so?"

    Katrin: "Ja, du bist ein Dementor."

    Eileen: "Ich weiß zwar nicht, was das ist aber es klingt nicht sehr positiv."

    Sagt Eileen, ohne sich davon emotional beeindrucken zu lassen.

    Eileen: "Übrigens haben wir noch 10 Minuten bis wir auf den Turm gehen."

    Katrin: "Seit wann sitzt du da überhaupt?"

    Sie guckt auf die altern Wanderstiefel, die neben Eileen am Ufer stehen. Diese muss sie wohl ausgezogen haben, um ihre Beine ins Wasser hängen zu können.

    Eileen: "Lange genug .. nein Spaß. Nicht lange aber das sieht spaßig aus, lasst mich auch mal."

    Katrin: "Gerne .."

    Sagt Katrin etwas sauert, steuert das Fass mit einem starken Stoß ans Ufer und spring aus dem Fass ans Ufer und ergänzt:

    "Aber ohne Mich."

    Eileen: "Wohin .."

    Katrin: "Turm."

    Sich nicht weiter für Katrin interessierend schnürt Eileen ihre Wanderschue zu und fragt:

    "Du hast doch nichts dagegen oder?"

    [x]Das Fass ebenfalls verlassen und Katrin folgen

    [o] Nicken

    [o]Nein sagen

    Noch bevor ich reagieren kann, springt Eileen zu mir ins Fass.

    Tock.

    Das Fass schlägt gut hörbar auf dem Boden auf, allerdings nicht nur mit einer Kante, wie als mir gekippt waren. Sondern der gesamte untere Rand wird auf den Grund gedrückt, worauf sich das Fass keinen Millimeter mehr bewegt.

    Wir sind schlicht zu schwer. Hätte ich beinahe laut gesagt aber Eileen weiß schon was passiert ist.

    Eileen: "Für wen sind diese Fässer denn gemacht? Für Kinder?"

    In Anbetracht der spieldenden Kinder, die im Wasser um uns spielen ist davon durchaus auszugehen. Ich sehe mich um und sehe drei Kinder in einem Fass Fluss aufwärts, die sich gegen seitig anschreien um nicht umzukippen.

    Ich: "Soll ich .."

    Eileen: "Nach .. Wasser ist eh nicht mein Fall."

    Sie steigt aus und da ich keine Lust habe, alleine hier zu bleiben, folge ich ihr. Als ich trocken am Ufer ankomme, das Fass zu verlassen ist schwere als es zu besteigen, steht dort plötzlich wieder Katrin.

    Eileen: "Ja, ich weiß, weniger fressen."

    Katrin verschränkt nur die Arme und dreht sich in Richtung eines großen Turmes um, welche sich aus dem Park erhebt. Stumm gehe ich zwischen den beiden Mädchen her, welche sich wohl in letzter Zeit absolut nicht riechen können.

    Nach einer Weile treffen wir die anderen in einem Kaffee am Fuße der Turm. Ich höre Anny aus einiger Entfernung laut Argumentieren.

    Anny: "Jap genau da ist der aufgeschalgen."

    Suzy: "Erzähl doch keinen."

    Anny: "Wenn ich doch sage. Ich war da .. ok ich hab da hinten gesessen aber ich war da, als der da runter gefallen ist."

    Ich: "Worum gehts."

    Eileen: "Ach, Anny erzähl mal wieder, dass sie hier war, als bei einem Bungeespringer die Leine gerissen ist. Nur ist sie jedes mal näher dran. Am Anfang war sie nur zur gleichen Zeit im Park, jetzt sitzt sie schon im Kaffee."

    Bezy: "Muss ja übel gewesen sein, für die ganzen Kinder die hier gesessen haben. Was das nicht voll blutig?"

    Anny: "Hä ja ähm .. ich hab doch da hinten gesehen und von da konnte ich nicht so viel sehen."

    Mario: "Das ist kein Thema für uns."

    Anny: "Was? Der ist aber nicht freiwillig gesprungen .. ne Moment doch aber der wusste ja nicht das."

    Mario: "So oder so, kein Thema für uns. So wer kommt jetzt mit?"

    Eileen: "Darf ich in der Zeit rumlaufen?"

    Mario: "Du hast Ausgang B."

    Eileen: "Ausgang B wie 'ja du darfst' oder Ausgang B mit Vermerk."

    Mario: "Ersteres, so wer kommt jetzt mit auf den Turm?"

    Einer wie ich auch melden sich.

    Mario: "Nein Anny, wenn du mit willst brauchst du eine Karte, dass hättest du früher wissen müssen."

    Ich, Katrin, Bezy, Maria, Salfia, Victoria, der anderen Daniel, Naise und natürlich Mario selbst betreten den Turm, lösen an einem Schalter unsere Karten, betreten eine kleine Hallo wo Mario direkt den Aufzug holt. Dessen Türe ich auch gleich öffnet.

    Zu meiner Überraschung begrüßt uns ein Mann, der auf einem kleinen Hocker in dem kleinen Aufzug sitzt und uns amüsiert fragt, wohin es den gehen soll. Als Mario:

    "Einmal nach ganz oben"

    Antwortet drückt der Mann auf dem Hocker einen von vier möglichen Knöpfen, von denen einer das Notsignal und ein andere die 'Tür zu' taste zu sein scheint.

    In einem Wahnsinnstempo geht es noch oben, worauf mich gleich die Ohren weh tun.

    Mann auf dem Hocker: "Schlucken."

    Ich: "Ähm .. wie bitte."

    Katrin: "Einfach einmal schlucken."

    Ich schlucke und gleich geht es mir besser.

    Katrin: "Auch immer Ohrenprobleme?"

    Ich nicke, während sich die Türe öffnet und wir aus einem Vorraum schon die Aussichtsplattform sehen können. Hinter der Glastüre die Mario uns aufhält findet sich ein große Aussichtsplattform voller Leute.

    Als vorsichtig an den Rand trete, sehe ich die gigantische Aussicht über den gesamten Park und noch über die nahe Stadt und Teile eines Industrieparks.

    Bezy schaut durch die Gitter so weit nach unten wie es geht. Was jedoch nicht besonders weit ist.

    Bezy: "Und an solche orte geht man mit der Psychiatrie."

    Mario: "Erstens sind wir keine Psychiatrie, wir sind nur an eine angeschlossen. Zweitens ist das Gitter absolut und drittens bitte nicht so laut."

    Bezy steht weiter an dem groben Gitter.

    Anny: "Durch das Gitter passt doch keiner durch."

    Bezy: "Victoria passt dadurch."

    Victoria: "Hä?"

    Bezy: "Passt du denn gar nicht auf?"

    Victoria: "Ne, mir ist kalt."

    Als sie das sagt, fällt mir auch auf, dass es hier oben viel kälter ist als noch unten im Park. Ich genieße die kühle Luft, die schon mit einiger Geschwindigkeit durch mein Gesicht weht aber Victoria scheint ja geradezu zu frieren.

    Anny: "Da, von da ist der runter gesprungen."

    Sie zeigt auf einen Steg, der gut abgesperrt über die Plattform hinaus ragt.

    Katrin: "Langweilig .. Komm wir sehen uns etwas um."

    [x]Katrin Folgen

    [o]Anny und Bezy weiter zuhören

    [o]Sehe wie es Victoria geht

    71
    Der Turm ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Während im Hintergrund Mario noch Anny anschnauzt zieht mich Katrin auch schon einmal um den Turm herum und wieder zurück ins Innere, wo neben zwei Aufzugtüren auch eine Treppe in die Tiefe führt.

    Katrin: "Wou, meist du, man kann den ganzen Turm runter, indem man einfach die Treppe nimmt?"

    Ich: "Möglich, wir können es ja mal ausprobieren."

    Katrin: "Meist du nicht, das dauert ein wenig lange?"

    Ich: "Hoch, ja aber runter, das dürfte schnell gehen."

    Katrin: "Schnell, wenn man die Treppe runterfällt. Das könnte ein langer sturz werden."

    Sie überlegt eine Sekunde und hechtet dann die Treppe runter.

    Ich: "Hey!"

    Katrin: "keine Sorge, ich habe nicht vor zu fallen. Nu komm schon .."

    Höre ich von weiter unten ..

    Also nehme ich mir ein Herz und gehe ebenfalls die Treppe hinunter.

    Ich: "Das Geländer her runter rutschen zählt nicht."

    Katrin: "Springen auch nicht."

    Ihre Stimme hört sich jetzt noch halliger an, als hätte sie bereits zwei Stockwerke Vorsprung.

    Eine ganze Weile versuche ich sie einzuholen ohne zu schnell zu werden.

    .aber dann gelange ich plötzlich auf eine ganze Etage, wo zu meiner Überraschung Katrin mit dem Rücken zu mir steht und schmollt.

    Katrin: "Tija, hier ist wohl Ende. So eine Gemeinheit aber auch."

    Ich sehe an ihr vorbei auf eine rot weiße Kette mit der Aufschrift:

    'Zugang nur für Personal.'

    Ich sehe mich in dem Raum um. Er sieht fast genau so aus wie der Raum oben, auch zwei Aufzugtüren sind da. Instinktiv gehe ich auf einen der Aufzüge zu.

    Katrin: "Las das mal besser."

    Sie greift meinen Arm, wohl um mich davon abzuhalten einen der Knöpfe zu drücken.

    Ich: "Und wie kommen wir wieder nach Oben?"

    Katrin: "Naja, dann müssen wir wohl wieder nach Oben. Aber ich hätte gewonnen."

    Sie zuckt mit den Schulter und wir beginnen die Treppe nach oben zu nehmen. Wenig überraschend aber trotzdem nervig, ist es um einiges schwerer die geschätzten 5 Stockwerke nach oben zu nehmen.

    Ich: "Ein Glück, dass hier schon Schluss war und nicht erst auf der Hälfte."

    Katrin: "Oder kurz vor dem Ende. Das wäre deprimierend gewesen."

    Ich: "Stell dir mal vor, man kommt ganz unten an und kann den Ausgang schon sehen aber die Frau an der Info sagt einem, dass man nicht über die Plastikkette steigen darf, sondern wieder nach oben muss."

    Katrin: "Ich wette, die wärst ein super Campaufsehergehilfe."

    Ich: "Warum."

    Frage ich, verblüfft, während wir uns die Treppe hoch arbeiten.

    Katrin: "Du könntest dir sicher perfekt neue Regeln ausdenken, die keinen Sinn ergeben."

    Ich: "Hm, was ist denn das unsinnigste was es so gibt."

    Katrin: "Dumme frage, das verliebt sein Verbot natürlich."

    Ich: "Ach stimmt ja, man darf sich ja nicht verlieben."

    Katrin: "Nene, da musst du schon genau sein. Sich verlieben steht im kleinen Regelwerk. Im großen steht noch einmal das man auch nicht verliebt sein darf."

    Sie verstellt ihre Stimme und drückt diese, um ein wenig wie Mario zu klingen:

    "Verliebt sein, kann man an den Wochenenden aber sobald ihr das Camp beteten last ihr das gefälligst sein."

    Ich: "Ist das ein Original Zitat?"

    Katrin: "Ja aber er hat es nicht ernst gemeint. Die sind ja nicht doof und wissen schon, dass das verbot völlig unsinnig ist."

    Ich: "Und warum streichen sie es nicht einfach?"

    Katrin: "Weil die die es trifft es dann nicht an die große Glocke hängen und das ganze Camp damit kirre machen."

    Ich: "Ist das den schon mal passiert?"

    Katrin: "Das fragst du am besten die neue Campassistenz, die leidet da immer besonders drunter. Beziehungsdrama ist für sie so etwas wie für mich die ADS Kinder."

    Wir erreichen wieder den Raum mit den Aufzügen und gehen nach Draußen, wo der Wind jetzt noch kühler weht. Ich folge Katrin an den anderen Vorbei auf die andere Seite des Turmes. Wo wir uns auf den Boden setzen und die Aussicht genießen.

    Ich: "ADHS Kinder?"

    Katrin: "Ja, immer wenn langsam überall die Sommerferien beginnen, füllt sich das Camp langsam mit all den nervigen ADS Kindern, die nicht so krank sind, dass sie zur Schulzeit ins Camp müssen. Die meisten davon haben wortwörtlich nichts, also noch nicht mal irgendwelche psychischen Krankheiten, sondern nur irgendwelche psychischen Probleme."

    Ich: "Ich hab auch keine richtige Krankheit."

    Katrin: "Glaubst du?"

    Ich sage am besten erstmal gar nichts. Zum Glück kommt Victoria zu uns, die sich mit einem Abstand noch näher zum Geländern hinkauert, die Arme in ihren Kapuzenpully zieht und sich umguckt.

    Victoria: "Hi."

    Katrin: "Hallo."

    Ich: "Hi."

    Victoria: "Von hier kann man den Spielplatz gut sehen."

    Katrin: "Joar, macht einiges her in der Landschaft."

    Victoria: "Wie? Du sieht den von hier aus doch gar nicht."

    Katrin: "Doch. Ist das nicht das Gebäude da."

    Katrin deutet auf einen riesigen rostigen Förderturm, der zwischen grünen Bäumen einige hundert Meter entfernt steht.

    Victoria: "Ähm, nein, dass ist irgend ein Industrie .. Teil. Ich meine .."

    Katrin: "Echt Ups .. naja das käme ja auch etwas komische."

    Sie verstellt ihre Stimme zu der einer fröhlich euphorischen Mutter:

    "Kinnors, hier geht mal in dem alten rostigen Ding da spielen, wir hohlen auch um 2 wieder ab."

    Ich und Victoria müssen lachen.

    Victoria: "Du bist witzig."

    Katrin: "Ja aber leider nicht immer, deswegen lass ich es meistens."

    Victoria: "Warum?"

    Katrin: "Naja, weil dann immer alle kommen von wegen: Warum machst du denn so ein Gesicht, du kannst doch fröhlich und witzig sein – Los sei mal wieder so witzig wie gestern."

    Sie säufzt:

    "Aber ich bin eben nicht immer witzig. Und es gibt nichts schlimmeres als auf Kommando fröhlich sein zu müssen."

    Ich sehe sie an, wie sie in die Ferne oder wahrscheinlicher einfach ins Nichts schaut. Wahrscheinlich war sie früher oft auf Kommando fröhlich und hat es dann irgendwann einfach gelassen.

    Victoria: "Ich würde sowas nicht verlangen, schließlich will ich da auch nicht .."

    Katrin: ".. das man von dir verlangt auf Kommando zu essen?"

    Victoria: "Ja, ist ja nicht so als würde ich gar nichts essen wollen aber halt nicht auf Kommando zu einer bestimmten Zeit und dann eine bestimmte Menge."

    Ich: "Ist das nicht ne Mindestmenge oder so?"

    Victoria: "Ich esse weit mehr als die Mindestmenge. Im Gegensatz zu anderen angeblichen Magersüchtigen bin ich noch nie umgekippt und unter mein Idealgewicht bin ich auch noch nie gekommen."

    Katrin: "Bis auf das eine Mal beim Sport."

    Victoria: "Sport ist was ganz anderes, da kippen auch andere regelmäßig um.

    Katrin: "Wenn du mit anderen bestimmte adipöse Mädchen meinst."

    Nuschelt Katrin etwas genervt in ihre Hand.

    Victoria: "Wie bitte."

    Katrin: "Ja du hast recht."

    Ich frage mich gerade, ob Katrin sich von Victoria gestört fühlt und überlege, wie ich sie loswerden könnte, auch wenn das eventuell etwas gemein klingt. Als ich mich noch frage, ob ich mir nur einbilde Katrin damit eventuell einen Gefallen zu tun oder ob ich aus rein egoistischen Motiven sie nur für mich haben möchte, stört uns Mario:

    "So ich hoffe ihr habt die schöne Aussicht ausgiebig betrachtet, denn es geht wieder auf den Boden der tatschen und für einige in die Ausstellung."

    Katrin springt plötzlich auf:

    "Endlich."

    Ich schätze sie war doch genervt. Wir versamen uns alle in dem kleine Raum, betreten einen der Aufzüge, bei der Fahrt nach unten Knackt mein Ohr wieder unangenehm, unten angekommen belehrt uns Mario:

    "So für die die wollen und dürfen geht es jetzt in die Ausstellung, dafür müsste ich aber mal kurz eure Logbücher sehen." Ich und Katrin ziehen unsere beinahe gleichzeitig, die anderen kramen eine Weile in mitgebrachten Taschen und Rucksäcken."

    Mario überfliegt die meisten Hefte und will unsere erst gar nicht haben.

    Katrin: "Können wir schon mal vorgehen?"

    Mario nickt uns zu, worauf mich Katrin direkt wieder am Arm packt und mich hinter sich herzieht.

    Wir gehen einen schmalen Weg entlang, aus der ferne sehe ich noch einmal den kleinen künstlichen Fluss mit den Fässern. Wir kommen an einem noch viel großeren Teich an, dessen Ufer mit einer Ausgetrockneten niedrigen Rosenhecke bepflanzt ist.

    Katrin: "So viele Dornen .. wenn sich die Wunden nur nicht immer so stark entzünden würden."

    Ich schaue verwundert.

    Katrin: "Kleiner Spaß, hier geht es lang."

    Wir gehen das Ufer entlang und ich merke, wie viel heißer es hier unten ist und wie mir die Sonne auf mein schwarzes Polohemd brennt. Wenn ich mir Katrin in ihrem ebenfalls schwarzen Oberteil so ansehe frage ich mich, warum sie vor Hitze noch nicht stirbt.

    Ich: "Warum dürfen einigen eigentlich nicht in die Ausstellung?"

    Katrin: "Sehe ich so aus, als würde ich dir die Überraschung verderben?"

    72
    Koment I ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Während ich mich noch frage, was an dieser Ausstellung den so spannen oder gruselig sein soll kommen ich und Katrin an einem künstlichen Hügel an, der so unnatürlich rund und eben ist, dass ich für einen Augenblick meine, im Land der Tele-Tubbys zu sein.

    In einiger Entfernung am anderen Fuß des Hügels steht ein flacher Brünnen aus dem zu meiner Verwunderung eine große blass grüne Tentakel ragt und ist leicht bewegt.

    Ich: "Seltsam."

    Bezy: "Das ist noch nicht mal der Anfang von Seltsam."

    Höre ich Bezy zu uns herunter rufen. Sie steht auf der Kuppe des Hügels, wo auch die anderen lose vor einem recht großen aber niedrigen Gebäude stehen. Als wir ankommen fragt der Mathe Lehrer laut:

    "So, und ihr wollt alle in die Kunstausstellung?"

    Vor der großen blass angemalten Kuppel das Gebäudes versammelt sich grob das komplette Camp. Zumindest fällt mir nicht auf, das jemand fehlen würde. Es Melden sich in etwa zwei Drittel.

    Mathe Lehrer: "Geht denn das so in Ordnung?"

    Mario: "Hm .."

    Mario sieht erst Manuell, dann Victoria und das ängstliche Mädchen und am Ende noch mal besonders Lange Eileen an.

    Mario: "Ok, Eileen du hast dich vorbildlich verhalten und darfst."

    Eileen, scheint sich ausnahmsweise mal über etwas wirklich zu freuen. Ich wusste gar nicht, dass sie sich so für Kunst interessiert.

    Mario: "Ihr Beiden dürft auch aber nur, wenn du nicht von Victorias Seite weichst."

    Er deutet auf Victoria und den Wollschal, in dem trotz des Wetters ein Mädchen steckt.

    Mario: "Manuell .. hm .. schwierig."

    Manuell: "Ist das so ne langweilige Ausstellung mit Bilden und so?"

    Mathe Lehrer: "Also .. es ist etwas komplizierter .."

    Mario: "So in etwas."

    Manuell: "Nein Danke."

    Wow, also das Mario sogar den Mathe Lehrer niederreden kann.

    Mario: "Gut, dann folgen mir bitte alle die nicht in die Ausstellung wollen."

    Einige wenige folgen Mario, der Rest will scheinbar umgehend in die Ausstellung. Und drängen sich um das kleine Kassenhäuschen am Eingang des Kuppelgebäudes.

    Mathe Lehrer: "Moment, Moment .. wir haben ein paar neuen Dabei. Der Mathe Lehrer sieht mich und Emily an."

    Mathe Lehrer: "Also, in der Meteor Ausstellung stellen verschiedene Künstler ihre Werke aus, mache davon sind recht einfach zu verstehen andere dagegen sind etwas komplexer. Mache davon sind fröhlich andere eher .. melancholisch. Mache davon sind klar andere eher .. sagen wir .. nicht von dieser Welt."

    Er holt Luft, was nach diesem Monolog auch dringen nötig ist.

    Mathe Lehrer: "Und genau diese Stücke, könnten einigen von euch Angst machen. Wer also einen Hang zur Paranoia hat zur Schreckhaftigkeit neigt, sollte besser davon Abstand nehmen uns hier zu Folgen."

    Etwas verwirrt ziehe ich die Augenbraue hoch, denn was kann an einer Ausstellung von ein paar Bildern schon so gruseligen sein? Und wenn das schüchterne Mädchen mit darf ..

    Emily dagegen sieht den Lehrer mit großen ängstlichen Augen an.

    Mathe Lehrer: "Oder aber wenn ihr nur unbedingt wegen 'eines einzigen Kunstwerkes' mitwollt, haltet euch einfach an die Schüler, die die Ausstellung schon kennen, die sollten wissen wo es gruselig wird."

    Die Campbewohner, vom Lehrer wahrscheinlich aus reiner Gewohnheit Schüler genannt, knubbeln sich durch die schwarze Drehtüre in die Ausstellung. In der Ausstellung ist es absolut finster, man kann, zu meiner Überraschung, gerade so noch die Hand vor Augen erkennen. Wir stehen, dem stählernen Klang der vielen Schritte nach zu urteilen, auf einem großen Plateaugerüst.

    Mathe Lehrer: "Eine Sache noch!"

    Hallt die Stimme des Lehrers durch die Kuppel.

    Mathe Lehrer: "Wer einen anderen Schüler absichtlich erschreckt, bekommt einen Vermerkt und wir sind nicht nur für 'ein einziges Werk' hier, schaut euch also bitte zur Abwechslung auch die anderen Stücke an."

    Ein leises Raunen von halbherzigen Ja's hallt durch die Kuppel. Dann verschwinden einige auch schon in einem engen Gang, welcher ins Nichts zu führen scheint. Andere beginnen plötzlich, aus irgend einem Grund, damit zu klatschen.

    Zu meiner Verwunderung erscheint an der Decke der Kuppel eine lebensgroße Projektion eines Turmspringers, welcher auch gleich über die Wände der Kuppel in die Tiefe springt. Gespannt laufe ich an ein Geländer und schaue ihm bei seinem Sprung in die Tiefe zu.

    Auf einmal schlägt meine Höhenangst voll zu und ich weiche zurück. Man, dass ist aber auch ein niedriges Geländer für diese Tiefe, ich meine da geht es mindestens sieben bis zehn Meter runter.

    Bezy: "Hey, passt auf! Nicht, dass du noch da runter fällst."

    Grinst mit Bezy aus der Dunkelheit zu.

    Emily: "Hast du auch Höhenangst? Also dass die mit uns hier reingehen .."

    Sie hat wie ich den Fehler gemacht etwas zu neugierig in die Tiefe zu starren.

    Mathe Lehrer: "Schaut noch mal genauer hin."

    Emily: "Nein, Danke."

    Einige klatschen, der Turmspringer erscheint und beginnt erneut seinen Sturz von der Spitze der Kuppel und landet unten in den projizierten Wasser der Tiefe. Ich halte dieses mal verwundert meine Hand über den Abgrund.

    Zu meiner Verwunderung, ist der Schatten meine Hand in der Tiefe kein kleiner Strich, sondern erstaunlich groß und der tiefe Abgrund geschätzt nach der Größe dieses Schattens keine drei Meter tief und ziemlich uneben.

    Mathe Lehrer: "Die Vision von einer Illusion der Tiefe durch stätige Verkleinerung, kombiniert mit der Vision eines Sprunges ausgelöst durch Klatschen."

    Der Lehrer deutet auf eine Tafel, vor dem vermeintlichen Abgrund. Welche man aber bei dem dämmrigen Licht nur dann lesen kann, wenn der Springer gerade wieder lautlos in die Tiefe gleitet.

    Mathe Lehrer: "Jedem Werk hier liegt eine Vision zu Grunde, diese könnt ihr auf den jeweiligen Tafeln nachlesen. Wer mag, kann sich hier ganz frei bewegen."

    Der Lehrer verschwinde mit einigen anderen hinter einer schwarzen Türe. Ich starre noch eine Weile in die Illusion eines Abgrundes und stelle fest, dass ich jetzt nicht mehr in der Lange bin, erneut die Tiefe, von vor ein paar Minuten, zu sehen.

    Bezy: "War witzig, als einer von uns da mal tatsächlich runter gesprungen ist."

    Merle: "Das ist nur ein Gerücht. Außerdem dürfen wir darüber nicht sprechen."

    Merle und Bezy gehen an mir vorbei in einen dunklen Gang. Da ich relativ erledigt bin, setzte ich mich vor das Geländer und starre ich noch eine Weile in den Abgrund und schließe immer wieder die Augen und versuche die Tiefe erneut zu sehen.

    Eileen: "Wenn du dich ne Minute im Kreis drehst, dann sieht du den Abgrund wieder."

    Katrin: "Na, dann ist einem aber auch schlecht."

    Eileen: "Den Preis muss man zahlen."

    Als Eileen ebenfalls den Gang betritt, sind nur noch ich und Katrin in der Kuppel. Ich hoffe, dass sie wenigstens noch mal kurz wieder zu ihrem freudigen Ich vom Fluss zurück kehrt.

    Ich: "Ich frag mich, was da unten ist."

    Katrin: "Matten."

    Sagt sie tonlos.

    Ich: "Hm?"

    Katrin: "Matten wie beim Sport in der Schule. So ne große Blaue, wie die immer an der Wand stehen."

    Ich schätze es ist besser, wenn ich sie nicht frage, woher sie das weiß.

    Ich: "Gehts dir nicht gut?"

    Katrin: "Doch aber komm las uns weiter gehen. Das Ding hier mag ich nicht .. es gibt tollere Sachen hier."

    So schlendern auch ich und Katrin den anderen hinterher in den dunklen Gang hinein, welcher uns scheinbar recht steil und recht tief in den Untergrund unter der Kuppel führt. Es scheint, dem Hall unserer Schritte nach zu urteilen, eine sehr .. sehr große Unterirdische Halle zu sein, welche jedoch mit verwinkelten Stegen gefüllt ist.

    Nach einer scharfen Biegung treffen wir die anderen, nun ja es sind Bezy, Anny, Victoria und das ängstliche Mädchen, welche so ihren Spaß an drei riesigen Glaskugeln Haben, in denen jeweils Starkstohmspuhlen Strombögen produzieren und den Mädchen die Haare zu Berge stehen lassen.

    Victoria: "Die Dinger tun nichts .. "

    Bezy: ".. die ruinieren dir höchstens die Frisur. Hey, ihr seit ja auch mal da .. na wie seh ich aus?"

    Bezy stehen die Haare zu Berge, was man aber kaum sieht, nachdem sie die Hände von der Kugel genommen hat. Da sie jetzt nur noch in schwach lila von unten beleuchtet wird, sie sieht fast aus wie eine Figur aus einem alten Horrorfilm, bei dem Frankensteins Braut zu viel Haarspray abbekommt hat.

    Ich: "Wenn Helloween wäre, Großartig."

    Victoria: "Geht doch .."

    Die Halle wird kurz in gift grün erleuchtet, als das schüchterne Mädchen kurz ihre Hände mit ausgestreckten Fingern auf eine der anderen Glaskugeln legt.

    Schüchternes Mädchen: "Ahh .. das kitzelt."

    Quitscht sie in einer Mischung aus Vergnügen und Erschrecken, sie springt dabei kurz in die Luft. Sie dreht sich zu uns um aber als sie uns sieht, ist sie sofort wieder still und zieht änglich die Schultern ein.

    Als ich mich noch frage, ob sie das jetzt wegen mir oder Katrin getan hat, macht Anny auch schon demonstrativ ihre Spule frei, welche rosa zu sein schient. Ich frage mich kurz, wie es sein kann, dass der Strom von jeder Spule eine andere Farbe hat, tue dies dann aber mit gefärbtem Glas ab und will gerade mit beiden Hängen großflächig auf das dicke Glas packen ..

    .. da Packt mich etwas von hinten an den Rippen, kitzelt mich und macht:

    "Bzzzzz."

    Bezy hat mich von hinten gepackt und macht schlechte Strom Geräusche.

    Bezy: "Ha, erschreckt."

    Wirklich minimal erschreckt, sage ich erstmal gar nichts.

    Victoria: "Bezy, hast du eben nicht zugehört?"

    Bezy: "Als wenn, Fluffy hier petzen würde. Würdest du nicht oder? Ich tue auch alles, damit du mich nicht verrätst."

    Den letzten Teil sagt sie in einem schlecht gespielt lieben Ton und schmollt dabei die Unterlippe dick nach oben.

    [x]Bezy versprechen, nichts zu sagen.

    [o]Sagen, dass ich es mir noch überlege.

    Ich: "Alles gut .. ich bin doch ein Ehrenmann."

    Naja, alles in allem, war das schon ein wenig komisch, auch wenn ich in der Dunkelheit nicht sehen kann, wie Katrin darauf reagiert und dem schüchternen Mädchen hat das ganze sicher auch nicht gut getan.

    Ich wende mich wieder der Glaskugel zu und packe mit beiden Händen auf das kalte dicke Glas.

    Es Stimmt der Storm kitzelt ein wenig stärker als erwartet aber das ist nicht im Vergleich zu der Faszination, welche die, um meine gespreizten Finger tanzenden, Lichtbögen sofort auf mich haben.

    Bezy: "Na, da packt aber wer zu. Du magst wohl große runde Dinger."

    Durch die darauf folgende Stille ist selbst Annys leises Schnauben zu hören.

    Bezy: "Was denn, die Dinger sind doch fast das beste hier."

    Unsicher, was ich sagen soll, sage ich lieber nichts und schaue mich stattdessen nach Katrin um, welche hinter mir steht.

    Ich: "Auch mal."

    Katrin: "Nein, Danke."

    Erwidert sie etwas genervt, ob immer noch vom Zwischenfall mit Eileen oder von Bezys Witzen ist mir unklar.

    Ich: "Warum nicht, dass ist lustig."

    Katrin: "Ja, aber nicht an der Spule."

    Ich: "Was ist mit der Spule?"

    Katrin: "Die ist Rosa."

    Ich: "Auch achso .."

    Ich kann mir denken, dass die schwarze Katrin rosa nicht leiden kann aber dass das selbst für Spulen gilt?

    Katrin: "Naja, wie auch immer komm, ich zeig dir den besten Platz in der ganzen Ausstellung."

    Sie packt mich am Arm und zieht mich an Bezy und den anderen vorbei, eine Situation, die mir schon ein wenig peinlich ist.

    Bezy: "Och wie süß .. denkt dran, wir sind nicht nur für ein einziges Werk hier."

    Auf dem Weg kommen wir an allen möglichen Sachen vorbei und kaum eines davon hat wirklich Ähnlichkeit mit einem klassischen Bild. Wir kommen durch einen Gang oder her einen Raum, wo der Mathelehrer zusammen mit einigen anderen Steht. Im Gegensatz zum Rest der Ausstellung ist dieser recht hell beleuchtet.

    Bunte schräge Wände umgeben uns in welche immer wieder Monitore eingelassen sind. Aus den Wänden heraus ragen immer wieder fremde Formen aus Plastik, die leuchten und immer wieder leise Geräusct von sich geben.

    Mathe Lehrer: "Dieses Objekt ist neu und ganz besonders interessant, probiert es einfach mal aus."

    Bezy: "Neu ist gut, das war letztes mal auch schon da."

    73
    Kreation ( Tag 7 Dienstag Mittag )

    Ich nähere mich einem der Monitore und sehen wie dort kleine Polygonfiguren von links nach rechts über den Bildschirm fliegen. Auf dem nächsten passiert in etwas das Gleiche, auf dem über nächsten auch und immer so weiter. Alles in allem wirkt es so, als ob hier auf allen Monitoren der gleiche langweilige Bildschirmschoner läuft, der gut ins Jahr 1999 passen könnte.

    Bereits etwas gelangweilt, schreite ich die Monitore ab und bemerkte irgendwann, dass sich unter den grauen Polygonklumpel immer mehr bunte Figuren mit aufwändigeren Formen finden. Als ich meine Richtung ändere merke ich, dass nicht auf jedem Bildschirm ein eigenes Programm läuft, sondern dass eine rote Figur von Bildschirm zu Bildschirm schwebt und sich damit im Raum sozusagen im Kreis bewegt.

    Victoria: "Aua .."

    Ich bin beim verfolgen der Figur versehentlich in Victoria hinein gelaufen.

    Ich: "Sorry. Bin dem roten Vogel da nachgelaufen."

    Ich deute auf die eckige Polygonfigur, die zugegeben recht wenig an einen Vogel erinnert.

    Victoria: "Ja? Den hab ich gemacht."

    Als ich noch verwundert dreinschaue, drückt sie auch schon einige der übergroßen Knöpfe an den Wänden, die darauf dumpfe 'doot' Töne von sich gehen und die grauen Polygone einfärben.

    Victoria: "Also hier macht man die Farben. Ich weiß nicht, was die alle machen aber der hier macht alles Rot."

    Sie deutet auf den Knopf und fährt fort:

    "Jede Station macht was anderes und wenn man schnell genug ist .."

    Sie läuft schnell zu einem anderen Bildschirm.

    ".. kann man sein ganz eigenes .. ähm .. Ding erstellen."

    Ich: "Und wo fängt man an?"

    Victoria: "Da vorne am Eingang."

    [x]Es auch mal versuchen

    [o]Es besser lassen

    Neugierig, doch etwas fasziniert von der Idee und mit einer vagen Idee von einem eigenen Polygon Dings im Kopf, gehe ich zum Eingang des Raumes und drücke einfach mal einen der Knöpfe. Auf dem Bildschirm erscheinen viele einzelne kleine Polygonsplitter.

    Um zum Nächsten Schritt überzugehen, drücke ich einen weiteren Knopf, worauf aber nur Splitter in einer anderen Größe erscheinen.

    Anny: "Du kannst an einem Ding immer nur eine Sache machen."

    Sie hechtet vorbei um ihrer Figur zu folgen. Ich schätze mal, dass die Größe des Knopfes mit der Feinheit der Splitter zu tun haben wird.

    Ich gehe zum nächsten Terminal, um dort scheinbar meine Splitter grob zusammen zu klumpen. Am übernächsten nimmt meine Figur weiter Form an. An der Station für die Farbe, drücke ich natürlich den grünen Knopf, worauf meine Figur wenigstens schon mal die Farbe bekommt, die ich vorgesehen hatte.

    Erschreckt stelle ich fest, dass sich meine Figur merklich immer schneller bewegt und ich zum nächsten Terminal springe, nur um dort mit großen Fragezeichen in den Augen vor den Knöpfen zu stehen. Bevor ich darüber nachdenken kann, was die Station überhaupt macht, drücke ich einfach irgend einen Knopf, worauf meine Figur komische mutierte Auswüchse bekommt.

    Ich: "Alter, was macht den das überhaupt?"

    Victoria: "Der oben links macht Flügel."

    Ich: "Und der hier?"

    Bezy: "Keine Ahnung, probiers doch aus."

    Ich: "Woran denn?"

    Bezy: "Ja an Figuren."

    Ich trete zurück als Anny mich bei Seite takelt, um etwas weiter zu gestalten, das wie ein rosa Hut aussieht. Leider passiert auch bei ihr wohl nicht das, was sie wollte so schnaubt sie leise und rennt wieder zum Anfang.

    Ich: "Aber wenn die schon wem gehören?"

    Mathe Lehrer: "Gehören, interessant .."

    Bezy: "Ja alles was nach was aussieht gehört jemanden, die graue hässliche Kacke, an der kannst du testen."

    Ich: "Hier ist aber keine 'graue hässliche Kacke' ."

    Bezy: "Dann mach dir welche."

    Das schüchterne Mädchen flüstert etwas zu Victoria die laut wiederholt:

    "Nein, verdammt, macht das nicht, dann treffen wir unsere eigenen Sachen nicht mehr."

    Die Schüchterne wird leicht rot und vergräbt sich tiefer in ihren Schal, als hätte sie das wortwörtlich gar nicht gesagt.

    So viel Chaos wegen eines im Grunde so dämlichen Dings. Ich meine ich hätte auch gerne eine Figur erstellt aber das schient ja nach wochenlanger Einarbeitung zu verlangen.

    Ich: "Treffen?"

    Frage ich langsam gelangweilt.

    Victoria: "Wenn die Bildschirme zu voll werden, dann ist es Zufall, welches Ding gefärbt oder so wird."

    Ich: "Man viel voll der Bildschirm ist."

    Zitiere ich King Lupus, beobachte das Treiben und stelle fest, dass einige sehr ähnliche Figuren immer wieder ihre Runde über die Monitore durch den Raum nehmen. Einige davon schneller als andere, weswegen sich die Campbewohner an den Stationen immer wieder anrempeln.

    Anny: "Aua!"

    Bezy: "Sorry!"

    Oder sich gleich wegen der Figuren in die Haare bekommen.

    Merle