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Regenfreie Wolkentage

Dies ist meine Geschichte. Unsere Geschichte. Sie handelt von der Zeit, in der wir die Wolken berührten. Ganz wie wir es uns erträumt hatten.

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    ((navy))--Lennard--((enavy)) Das Ian ein Träumer war, das konnte man an seinen Augen sehen. Wie sie immer wieder abschweiften und hängen blieben. An




    --Lennard--

    Das Ian ein Träumer war, das konnte man an seinen Augen sehen. Wie sie immer wieder abschweiften und hängen blieben. An Pfützen oder Rissen im Stein. Es war so offensichtlich, dass er es eigentlich nicht hätte verstecken müsste. Eigentlich hätte er sich nicht verstellen brauchen. Aber Ian tat gerne so, als wäre er das, was die Leute in ihm sahen. Die achteten nämlich nicht auf sanfte Augen, sondern auf grüne Haare und Piercings und Tattoos.
    Wenn Ian Unterwegs war, dann wechselten die Leute die Straßenseite. Wollten ja keinen Ärger machen. Nur keine Schläge riskieren. Oder fauligen Säuferatem riechen.

    Der Platz war nie leer, nicht mal am Sonntag, wenn die Stadt im Wachkoma lag. Ian saß schon am Brunnen, die Beine provokant von sich gestreckt. Luca stand daneben und lachte, warf ihr langes Haar über die Schulter. Ein paar Zentimeter zu weit weg, um ihm nah zu sein. Als sie mich kommen sah, hob sie die Arme und winkte. Ihr knappes Top rutschte über den Bauchnabel, aber das störte sie nicht. “Da bist du ja endlich!“ rief sie und ich stieg vom Longboard und sah auf die Uhr. “10 Minuten zu spät. Wie immer.“ Luca lachte, als hätte ich einen furchtbar lustigen Witz gemacht. In ihrer Maskensammlung gab es kein trauriges Gesicht. Ich setzte mich neben Ian und war froh, dass ich nicht reden brauchte. Das fiel mir nämlich nicht so leicht. Dafür gab es Jona. Er war der Typ Mensch, dem die Leute zunickten, wenn sie ihn sahen. Der, zu dem die Lehrer sagten: “Du kannst es zu was bringen, Junge.“
    Jona hatte Döner für alle dabei, als Entschuldigung für die Verspätung. Für mich ohne Fleisch. Zu viert saßen wir schließlich am Brunnen und aßen und warteten. Der letzte, noch in silbernes Aluminium geschlagene Döner kühlte langsam ab. Zoe brauchte ihre Zeit. Ich bin mir sicher, dass sie noch vor Ian da war. Irgendwo im Schatten saß und nach uns Ausschau hielt. Aber aus ihrem Versteck kam sie erst, wenn wir alle da waren. Wenn sie sich sicher sein konnte, dass es wirklich SIE war, auf die wir warteten. Dann sah man zur Seite und da war sie, aufgetaucht, so lautlos wie ein Geist. Ihr Haar verdeckte ihre Augen und sie sagte kein Wort. Aber sie war da. Das zählte.

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    ((teal))--Zoe--((eteal)) Ich wusste, wie die Schatten fielen. Zu jeder Zeit des Tages. Mit ihren kühlen Umarmungen empfingen und verbargen sie mich.




    --Zoe--

    Ich wusste, wie die Schatten fielen. Zu jeder Zeit des Tages. Mit ihren kühlen Umarmungen empfingen und verbargen sie mich. Und Verborgenheit, das war es was ich brauchte. Ich saß im dritten Stock eines Gebäudes, von dem niemand wusste, das es leerstand, obwohl der Putz schon langsam abbröckelte und die Fenster schwarzen Löchern ähnelten. Ein Geisterhaus mitten in der Stadt, die niemals schläft. Mein Haus.
    Von meinem Fensterbrett aus beobachtete ich die Menschen auf dem Platz, die kamen und gingen. Sie sahen unterschiedlich aus und doch alle gleich.

    Dann kamen sie endlich. Einer nach dem anderen. Sie redeten und warteten und ich fragte mich wie jedes mal, ob sie das wirklich für mich taten. Auf mich, das Mädchen mit dem man keinen Spaß haben konnte, weil es nie etwas sagte und das nie aufsah und das keine eigene Meinung zu haben schien. Ich hätte nicht auf mich gewartet, wenn ich sie gewesen wäre. Es hätte einfach keinen Sinn gehabt. Zeitverschwendung. Ich stand auf und lief die staubigen Treppen hinunter. Einmal in der Woche fegte und putzte ich das ganze Haus, aber ganz sauber wurde es trotzdem nie. Als würde der Straßenstaub von den leeren Fenstern magisch angezogen werden. Ich lief durch den kühlen, bleich gefliesten Flur und öffnete das massive Schloss, das ich von innen vor die Tür gehängt hatte. Nur zur Sicherheit. Ich wollte nicht, dass irgendwann doch die Drogenjunkies auftauchten und das Obergeschoss mit ihren stinkenden Matratzen bevölkerten, so wie es mit meiner letzten Bleibe geschehen war. Als ich auf die Straße trat, war der Himmel grau und die Luft schmeckte nach Regen. Ich verschloss die Tür sorgfältig und sah dann vorsichtig zum Brunnen hinüber. Da saßen sie immer noch und hatten mich nicht bemerkt. Warteten und sahen hin und wieder suchend über die Schulter. Im Schutz meiner Schatten lief ich zu ihnen. Setzte mich auf die steinerne Brunnenmauer, einen halben Meter weit weg. Gerade Nah genug, um ihre Gespräche zu belauschen. Lennard sah sich nach mir um und ich senkte schnell den Blick. “Schön, dass du doch gekommen bist.“ sagte er so leise, dass nur ich es hören konnte. Ich antwortete nicht und nahm nur den kalten Döner, den er mir in die Hände drückte. Du bist so undankbar, dachte ich. Undankbar und unfreundlich. Aber aus den Augenwinkeln sah ich Ians Lächeln. Und wieder fühlte ich die Einsamkeit weichen.

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    ((maroon)) --Ian-- ((emaroon)) Als Zoe endlich da war, entspannte ich mich etwas. “So Freunde der Sonne, was machen wir heute.“ Lennard zog schwei




    --Ian--

    Als Zoe endlich da war, entspannte ich mich etwas. “So Freunde der Sonne, was machen wir heute.“ Lennard zog schweigend an seiner Zigarette und Zoe starrte konzentriert auf ihre Schuhspitzen. Jona biss teilnahmslos in seinen Dönerrest. “Sieht so aus, als würde deine Stimme zählen, Luca.“ Ich sah zu ihr hoch und sie lachte, strich sich eine rote Haarsträhne aus dem Gesicht. “Wir könnten Tanzen gehen. Im Koma oder so ...“ “Zoe tanzt nicht.“ warf Lennard rasch ein. Zoe selbst sagte gar nichts. Das zählte vermutlich als Zustimmung. Ich seufzte tief. “Also bleiben wir hier sitzen, bis die Sonne untergeht ...“ Luca nickte und lächelte tatsächlich. “Auch nicht schlecht. Dann können wir die Leute beobachten und-“ “Das war doch nicht ernst gemeint!“ grummelte ich. “Ich hab garantiert keine Lust mir hier den Arsch platt zu sitzen.“ “Oh ...“ Sie schluckte und sah einer Frau nach, die ein schreiendes Kleinkind an der Hand mitzog. Einen Moment herrschte stille Spannung. “Lasst uns einfach zur Bäckerei...“ sagte Jona plötzlich. Luca lachte schrill. “Willst du jetzt Brötchen kaufen oder wie?“ “Quatsch ...“ Lennard stand auf und trat seine Kippe aus. “Er meint die alte. Wir klettern auf's Dach...“ “Geile Idee!“ Ich zog meinen Rucksack über die Schulter und die Sache war beschlossen.

    Ich ging voran, obwohl ich den Weg gar nicht so gut kannte.

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    ((fuchsia)) --Luca--((efuchsia))




    --Luca--

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    ((red)) --Jona--((ered))





    --Jona--

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