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Der Phönix- dein Leben auf Hogwarts

Deine Lovestory mit Fred Weasley

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    Authors Note: Diese Geschichte geht über Ariana Lestranges Leben und hat zwei Kapitel. Bitte kommentiert falls ihr irgendwelche Verbesserungsvorschläge habt:-)


    Ich nahm gelangweilt einen weiteren Schluck meines Getränks. Wieder einmal war ich auf einer dieser Partys in unserem Gemeinschaftsraum. Und das nur, weil ich mich bei einem Jungen rächen wollte. Diesmal war es Adrian gewesen, der mich betrogen hatte. Eigentlich müsste inzwischen jeder wissen, dass ich gefährlich war, wenn man meinen Stolz verletzte und trotzdem waren manche Menschen einfach zu blöd, um zu verstehen, dass sie mich nicht ohne Konsequenzen betrügen konnten. Das arme Mädchen aus Hufflepuff hatte nicht einmal gewusst, dass Adrian eine Freundin hatte, als ich die beiden erwischt hatte. Aber so waren die meisten Männer eben. Das hatte ich schon viel zu früh erfahren, als mich mein eigener Vater Rudolphus Lestrange auf den Straßen von London ausgesetzt hatte. Natürlich gab es auch gute Männer, wie Sirius Black, mein Onkel, mit dem ich seit seiner Flucht Kontakt hielt. Ich hatte ihm damals geholfen auszubrechen…

    *Flashback*
    „Miss Lestrange, auf Besuch zu ihrer Mutter Bellatrix Lestrange.“ Endlich konnte ich einmal meine Mutter sehen. Seit ich von Dumbledore über meine Herkunft bescheid wusste, kämpfte ich bei dem Ministerium für Zauberei dafür, meine Mutter in Askaban besuchen zu dürfen. Ich war so aufgeregt, dass ich nicht einmal die Dementoren spürte, von denen man mir gesagt hatte, dass diese einem jegliches Glück wegsaugten. „Hier ist sie, ich werde sie jetzt für genau 15 Minuten alleine lassen. Sollten sie irgendwie versuchen, ihr zu helfen, wissen sie, was sie erwartet.“ Der einzige menschliche Wächter auf Askaban lächelte mich böse an und ging. Ich sah durch die Gitterstäbe. „Mum?“ sagte ich vorsichtig. „Ich bin es… deine Tochter Ariana. Erinnerst du dich an mich? Ich wurde geboren kurz bevor du nach Askaban gekommen bist.“ „Ich habe keine Tochter.“ Sagte die abgemagerte Frau im inneren. „Du bist doch Bellatrix, oder?“ fragte ich sie vorsichtig und sie nickte unwirsch. „Natürlich, und hör auf meinen Namen in deinen wertlosen Mund zu nehmen, du Schlammblut!“ „Aber, ich bin de-“ Sie unterbrach mich böse. „Ich habe keine Tochter, erst recht keine wie dich, du Missgeburt!“ Mir standen die Tränen in den Augen. Ein letztes Mal probierte ich es: „Doch, ich bin jetzt 11, du hast mich ein halbes Jahr vor Voldemorts Sturz bekommen.“ „SPRICH SEINEN NAMEN NICHT AUS!“ schrie sie mich an. Als sie sah, dass ich weinte grinste sie. „Du wirst nie meine Tochter sein, egal ob du mein Fleisch und Blut bist, oder nicht“ Ich rannte von ihr weg und einen weiteren Gang entlang, bis ich mich schließlich an eine Zelle lehnte und vor mich hin weinte. Wieso tat sie mir das an? Ich hatte mich so gefreut, endlich meine Mutter zu sehen, doch jetzt erst realisierte ich, dass ich in Wirklichkeit nie eine gehabt hatte. „Hör auf zu weinen, die Dementoren kommen sonst und…“ sagte plötzlich eine raue Stimme hinter mir. Ich schrak von den Gittern zurück. Der Mann hinter den Gittern lachte. „Meine Cousine kann manchmal etwas ruppig sein, aber so hab ich sie noch nie erlebt. Wird an den Dementoren liegen. Aber jetzt sag: Bist du wirklich ihre Tochter? Oder nur eine Anhängerin von Voldemort, die versucht, Informationen zu übermitteln? Nein, warte, dann hättest du ja seinen Namen nicht genannt.“ Er sah mich neugierig an. Ich antwortete misstrauisch: „Was interessiert dich das?“ Er lachte wieder. Anscheinend war er der einzige, der zwischen den Dementoren lachen konnte. „Darf ich vorstellen: Sirius Black, der inzwischen einzige Nachfahre des Hauses Black und der gehasste Cousin von Bellatix.“ „Du bist Bellatrix Cousin?“ Er nickte: „Blöderweise“ „Zeig mir deinen linken Arm“ forderte ich ihn dann auf. „Du bist kein Todesser.“ Stellte ich erstaunt fest, nachdem er mir seinen Arm gezeigt hatte. „Aber, das hier ist der Trakt der Todesser. Wieso bist du hier?“ Er nickte. „Du kennst die Potters? Der Geheimnisverwahrer hat sie an Voldemort verraten und mich beschuldigt der Verräter zu sein als sie getötet wurden. Als ich ihn dann auf offener Straße stellte, sprengte er die Straße in die Luft und rupfte sich den kleinen Finger so ab, als hätte ich ihn in Stücke gerissen. Ich kam ohne Verhandlung nach Askaban.“ Er sah an meiner Miene, dass ich ihm nicht glaubte. Ich hatte auf schon auf der Straße gelernt, dass solche rührseligen Geschichten meistens Müll waren. „Du glaubst mir nicht und das ist in Ordung. Falls du noch einmal kommst, kannst du ja Veritaserum mitbringen, vielleicht glaubst du mir dann. Du solltest jetzt auf jeden Fall wieder zu deiner Mutter gehen, wenn du nicht willst, dass die Dementoren dich hier finden. Falls wir uns nicht mehr sehen: Viel Glück in deinem Leben, Ariana Lestrange.“ Er drehte sich weg und unsere Unterhaltung war beendet. Schnell ging ich zu dem Verließ meiner „Mutter“ zurück.

    *Gegenwart*

    Ich lächelte, wenn ich an die erste Begegnung mit Tatze dachte. Damals war ich den Gedanken nicht los geworden, dass er vielleicht wirklich unschuldig in Askaban saß und so hatte ich tatsächlich Veritaserum gestohlen und zu einem weiteren Besuch zu Bellatrix mitgenommen. Außerdem hatte ich Hoffnung, in Sirius endlich meine Familie zu finden. „Ariana, weißt du was mit Adrian los ist?“ Ich schrak aus meinen Träumen auf, als ich Dracos Stimme hörte. Ich sah zu meinem Ex-Freund hinüber. Dieser hielt gerade fassungslos einen Bart in der Hand, der immer mehr zu Wachsen schien. „Anscheinend wollte ihm jemand seine fehlende Männlichkeit zurückgeben“ sagte ich grinsend zu Draco, der es sofort verstand. Jetzt kam auch Blaise dazu. „Ariana, lass mich raten: Du?“ fragte er lachend und zeigte auf Adrian. „Niemand sollte unsere Eisprinzessin verärgern“ antwortete Draco ihm lachend, während ich von meinem Barhocker herunterrutschte und zu meinem Opfer hinüberging. Grinsend stellte ich mich ihm gegenüber. „Du Miststück“ sagte Adrian wütend zu mir, doch ich lachte. „Überleg dir das nächste mal früher, mit wem du dich anlegst, Pucey. Und in übrigen würde ich gar nicht erst versuchen, deinen Bart abzurasieren, er wächst doppelt so lang nach“ Noch bevor er antworten konnte, stolzierte ich zu aus unserem Gemeinschaftsraum. Eigentlich war ich ja nicht so gemein, aber wenn ich mein Image waren wollte, ging das nicht anders. Und ehrlich, er hatte es verdient.
    Ich setzte mich auf eine Bank in einem Innenhof, sang leise mein Lieblingslied vor mich hin und sah hinauf in die Sterne. Wie lang ich Sirius jetzt schon nicht mehr gesehen hatte. Er war seit wir uns endgültig vertraut hatten, wie ein Vater für mich geworden. Bestimmt wäre er stolz auf mich, wenn ich ihm erzählen würde, was ich mit Adrian gemacht hatte. Ich lachte vor mich hin. Plötzlich hörte ich Schritte vor mir. „Soso, eine Slytherin die lacht.“ Sagte jemand. Ohne ihn anzusehen erwiderte ich: „Soso, ein Fred ohne seinen Zwilling“ „Wie-“ fragte er verdutzt. „Es gibt da so etwas, das nennt sich gehör, Weasley.“ Sagte ich glatt. Tatsächlich konnte ich so gut wie jeden anhand seiner Stimme und seiner Schritte auseinanderhalten. „Also, was verschafft mir die Ehre? Willst du mir wieder Schrupfhörnige Schnarchkackler auf den Hals hetzten oder doch lieber mit mir romantisch die Sterne beobachten?“ fragte ich ihn sarkastisch. „Ich soll dich zu Snape bringen.“ Sagte Fred mürrisch. Ich lachte. „Das er so schnell zu Snape rennt hätte ich nicht gedacht.“ Jetzt sah mich Fred neugierig an. „Was hast du getan?“ fragte er, während ich schon auf dem Weg zu Snape war. „Wüsste nicht, dass du noch Tipps brauchst, Weasley!“ sagte ich abweisend. Ich hatte keine Lust, morgen selbst mit einem Bart aufzuwachen. Er lachte: „Du bist selbst für eine Slytherin gefährlich, weißt du das?“ „Das ist meine Absicht.“ Sagte ich einfach nur. Ich brauchte nicht noch jemanden, der sich dann darüber lustig machte, dass ich die einzige Slytherin war, der Snape nicht alles durchgehen ließ. Dazu reichten schon Draco und Blaise. „Warum bist du eigentlich noch hier?“ fragte ich ihn also genervt, als er selbst bei Snapes Tür noch neben mir stand. Er lachte und sagte dann: „Glaubst du, ich bin freiwillig hier? Ich hab Nachsitzen bei der alten Fledermaus.“ Genau als er das sagte, ging hinter ihm die Tür auf. Natürlich ließ ich ihn weiterreden: „Dieser alte Sack. Am liebsten würde ich ihn noch mal mit Shampoo überschütten“. Jetzt machte sich mein Hauslehrer hinter ihm bemerkbar und Fred schoss herum, während ich in Lachen ausbrach. „Machen Sie sich auf Nachsitzen für den nächsten Monat gefasst, Mister Weasley“ sagte Snape. Als Fred mich böse ansah, lachte ich noch mehr. „Du …“ schimpfte er, doch er riss sich zusammen, weil Snape direkt hinter ihm stand. „Jetzt zu ihnen, Miss Lestrange. Ich hoffe Sie kennen den Rückzauber für das Mittel, dass sie Mr. Pucey gegeben haben. Sonst können sie Mr. Weasley beim Nachsitzen begleiten.“ Jetzt blieb mir das Lachen im Hals stecken. Natürlich hatte ich nur den Trank gebraut und nicht an das Gegenmittel gedacht. „Dachte ich mir. Dann werden sie sich ab jetzt jeden Abend mit dem Schaffen des passenden Gegentrankes für Pucey befassen. Sollte es in 2 Wochen noch nicht fertig sein, werden Sie beide bis Ende dieses Schuljahres nachsitzen. Verstanden? Sie werden übermorgen anfangen.“ Ich nickte ergeben. „Sie können jetzt gehen.“ Ich blickte Snape missmutig an, drehte mich um und ging. Na super, jetzt hatte ich den Salat. „Lestrange! Was hast du mit Pucey gemacht, verdammt noch mal!“ fragte mich Fred jetzt gefühlt schon zum hundertste Mal. Ich seufzte. Früher oder später würde ich es ihm ohnehin sagen müssen. Dann lieber früher. „Ich hab ihm einen Bart im Dumbledore Stil wachsen lassen.“ Sagte ich grinsend. „Warum? War er nicht dein Freund?“ fragte mich Fred. Ich sah ihn genervt an. Versuchte gerade Fred Weasley, der neben seinem Bruder mein größter Feind seit wir uns kannten war über meine Gefühle zu reden? Ernsthaft? „Willst du auch einen Bart?“ fragte ich ihn also gefährlich und zugleich zuckersüß. „Nein! Ich muss jetzt auch gehen!“ rief er darauf und rannte schnell die nächste Treppe hoch. Ich runzelte die Stirn und ging dann zurück in unseren Gemeinschaftsraum, wo mich die meisten für meine Aktion feierten.
    Jetzt stand ich also mies gelaunt in Snapes Büro und wartete auf den Zwilling, um endlich von Snape, der mich böse ansah, wegzukommen. Plötzlich brach er die Stille. „Du hast etwas mit dem Verbrecher Sirius Black zu tun.“ Ich sah ihn kurz schockiert an, hatte dann meine Mimik wieder im Griff. „Was verleitet Sie zu diesem Gedanken, Sir?“ fragte ich ihn auf der Hut. Doch er nickte nur und funkelte mich weiterhin böse an. „Wenn ich die Macht dazu hätte, würden sie schon lange nicht mehr ihre Spielchen spielen, sondern für ein und alle Mal von der Schule verwiesen werden! “ Ich musste grinsen. Er würde niemals Schulleiter hier werden und wenn das jemals passieren sollte, würde ich nicht mehr hier sein wollen. Ich antwortete also nur kalt: „Wahrscheinlich nicht, sie würden mich zur Vertrauenschülerin machen, denn wenn Sie Schulleiter werden, ist meine Mutter aus Askaban geflohen. Außerdem, wenn sie Schulleiter wären, würde ich lieber im Exil leben als auf Hogwarts.“ Hinter mir hörte ich es lachen. Anscheinend war Fred endlich eingetroffen. „Das nächste mal bist du pünktlich, Weasley, und hör auf zu lachen, das war ernst gemeint. Und, wo sollen wir jetzt den Trank brauen, Professor?“ fragte ich, immer noch sauer auf alles und jeden. Snape zeigte uns den Raum und ließ uns alleine. „Du bist wirklich eine Ratte!“ sagte der Weasley-Zwilling anerkennend. Ich ignorierte ihn und bereitete die Kessel vor. „Da du, soweit ich weiß, nicht viel von Zaubertränken verstehst, würde ich sagen du rührst um.“ „Woher weißt du, dass ich keine Ahnung von Zaubertränken habe?“ fragte er mich. „Ich bin die Eisprinzessin von Slytherin, schon vergessen? Und außerdem, wenn ich wöllte, könnte ich innerhalb einer halben Stunde herausfinden, welche Farbe die Unterhosen haben, die Sirius Black trägt.“ Damit hatte ich nicht einmal gelogen. Ich hatte ihm nämlich neue Kleidung gekauft. Aber das brauchte er ja nicht wissen. „Was?“ fragte er mich halb staunend halb abwertend. „Ja und jetzt rühre endlich, sonst können wir von vorne starten!“ Nach fast zwei Stunden, in welchen wir schweigend gearbeitet hatten, füllten wir unseren Trank in ein Glas und verließen den Raum. „Also morgen, wieder hier?“ fragte der Weasley mich. Ich antwortete: „Ja, dann aber pünktlich. Und du kannst Fred ja ausrichten, dass wenn er mich wirklich für so blöd hält, dass ich ihn und seinen Bruder verwechsle, er ein gewaltiges Problem hat. Denn dann werde ich morgen persönlich bei ihm auftauchen und dasselbe in sein Getränk mischen, was ich auch meinem Ex ins Getränk gemischt habe. Du darfst ihm gerne sagen, dass dieser Bart dann nur durch den Trank weggeht. Also kann er sich entscheiden, ob er morgen freiwillig mit oder ohne Bart hier erscheint.“ Ich lächelte den verdutzten George überlegen an. Der besann sich schließlich darauf, einfach gar nichts zu sagen und nickte. „Dann bis morgen, du kannst trotzdem kommen, du hast super gerührt.“ Sagte ich noch spottend, dann drehte ich mich um und stolzierte den Gang herunter.

    *Seine Sicht*
    „Dafür schuldest du mir mehr als einmal nachsitzen.“ Sagte mein Bruder stöhnend, als er hereinkam. Ich grinste: „So schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein. Klar sie ist eine Biest höchsten grades, aber“ George unterbrach mich. „Sie hat mich zwei Stunden rühren lassen! Ich spüre meine Arme nicht mehr! Und ich soll dir ausrichten, dass du morgen selbst erscheinen sollst.“ Ich sah ihn erschrocken an. „Sie hat es gecheckt?“ George nickte. „Ich glaub von Anfang an. Keine Ahnung wie sie das macht, aber an deiner Stelle würde ich morgen mitkommen.“ „Mitkommen?“ fragte ich ihn verwirrt. „Ich fürchte, wir müssen jetzt beide da hin.“ Sagte George grinsend. „Besser als allein“ meinte ich. „Wir müssen sie in die Schranken weisen.“ Überlegte George: „Ein schöner großer Streich…“ „Wir überlegen uns etwas!“ Ich grinste. Uns sollte niemand drohen, und erst recht nicht so jemand wie sie. Also feilten wir die ganzen nächsten Wochen nur an unserem Plan es Giftie, wie wir sie seit dem „Unfall“ mit Pucey getauft hatten, heimzuzahlen.

    *Meine Sicht*
    *Zeitsprung (Ein paar Wochen später) *
    „Drake, Blaise, habt ihr Lust heute Nachmittag nach Hogsmeade zu gehen? Ich muss vorher noch was besorgen, aber dann?“ Draco, der mir gegenübersaß nickte, aber Blaise meinte: „Nee, ich kann nicht, hab n Date. Aber ihr könnt euch ja treffen?“ Draco und ich sahen uns an und nickten: „Dann heute um 16 Uhr beim Honigtopf?“ Er stand auf, während ich mir noch einmal etwas zum Frühstücken holen ging. Sirius hatte mir nämlich alles über die Geheimgänge und anderen verborgenen Räume in Hogwarts erzählt, und ich liebte es, den Elfen beim Arbeiten zuzusehen und auch selbst einmal mitzuhelfen. So war es im übrigen ziemlich leicht, meinen Zielpersonen etwas ins Essen oder Trinken zu geben, ohne dass es jemals jemand mitkriegen würde. Auf meinem Rückweg kam ich an einer weinenden Ginny vorbei. Sie tat mir so leid, dass ich stehen blieb und mich neben sie auf den staubigen Fenstersims setzte. Ich gab ihr ein Taschentuch und fing an, einfach über mein Leben zu erzählen. Meistens war einfach jemandem zuhören und Ablenkung das Beste, was man tun konnte. Ich erzählte ihr, welche Taktiken am besten zum Erobern des Quaffel waren, warum ich McGonagall unglaublich gerne mochte, wie ich als Erstklässlerin aus Versehen einen Hippogreif fand und so weiter. Nach ungefähr einer halben Stunde hatte sie sich wieder beruhigt und als ich sie fragte ob alles gut sei nickte sie leicht lächelnd. „Danke, Ariana. Aber warum hast du mich getröstet?“ Ich sah sie erstaunt an: „Weil du geweint hast und alleine in einer Ecke saßt. Was denkst du denn von mir? Dass ich einfach zulasse, dass es unschuldigen Leuten schlecht geht? Glaub mir, vor zwei Jahren saß ich ganz genauso wie du hier und ich hätte alles darum gegeben, nicht alleine zu sein.“ Sie sah mich total erstaunt an und nickte dann zögerlich und leicht scheu. Ich seufzte. Natürlich dachte sie das von mir, was sollte eine Gryffindor und noch dazu eine Weasley von mir denken? Die Gerüchte, die sie schon von mir gehört haben muss, müssten inzwischen wahrscheinlich immens viele sein. Und keine Guten. „Hey, Ginny, nur das du es weißt: Ich verurteile niemanden wegen seiner Abstammung, ich machen niemanden wegen seinen Eltern, Haus, Reichtum oder sonst noch wem fertig. Ich räche mich nur an Leuten, die es wirklich verdient haben, und das bist nicht du, okay? Wie gesagt, ich selbst saß auch schon hier und hab mir jemanden hergesehnt, der mir hilft. Und ich habe jemanden gefunden, der für mich gut ist. Er hat auch einfach mit mir geredet und mir einfach nur zugehört und mich abgelenkt von etwas, was ich gerne vergessen würde. Such dir auch solche Menschen, Ginny. Ich kann verstehen, dass du dich nicht vielen Menschen anvertrauen willst, besonders nach dem, was letztes Jahr in der Kammer passiert ist, aber es wird dir helfen. Außerdem ist das Vergangenheit. Ich weiß nicht, ob du das weißt, aber ich bin in einem Kinderheim aufgewachsen und mich haben sehr viele Kinder gemobbt und Sachen zu mir gesagt, die ich mich stundenlang weinen ließen. Aber mit der Zeit hab ich es einfach vergessen und gelernt, mir so etwas nicht zu Herzen zu nehmen und darüber zu sprechen.“
    Ich lächelte traurig. Ich hatte nur mich selbst zum Sprechen, weshalb ich irgendwann angefangen hatte, Tagebücher zu schreiben, aber gerade das würde Ginny wahrscheinlich nur noch mehr traumatisieren. „Was ist mit Hermine zum Beispiel? Sie ist nur ein Jahr über dir, du weißt, dass sie auf der guten Seite ist und sie würde dir nie etwas antuen. Du brauchst dich nicht zu schämen, okay?“ Sie nickte, nach meinem kleinen Ausbruch wieder den Tränen nahe. Ich seufzte und vorsichtig umarmte ich sie. Sie ließ es zu. „Weißt du, du kannst immer zu mir kommen, wenn du etwas brauchst, okay Ginny? Ich weiß, wir Slytherins haben nicht den besten Ruf und dir wurde wahrscheinlich immer gesagt, dich in acht vor Menschen wie mir zu nehmen und ich kann jedes Vorurteil über mich verstehen. Vielleicht ist auch nicht alles, was ich tue gut, aber ich werde nicht zulassen, dass ein unschuldiges Mädchen so verzweifelt ist, wie du es bist.“ Sie schniefte und ich zog mich langsam wieder aus der Umarmung. „Danke, Ariana. Du bist wirklich nicht so, wie alle sagen.“ Ich lächelte schief. „Nenn mich Ari, ok? Und vielleicht ist mein Gemeinschaftsraum nicht so gut zum Hilfe bitten, also wenn du mich brauchst, hinterlass einfach einen Brief mit einem Briefumschlag mit meinem Namen auf deinem Bett, die Hauselfen bringen ihn mir dann, ok? Und vielleicht erzählst du auch nicht jedem davon“ Sie nickte und strahlte mich an und ich lächelte zurück.

    *Ein paar Stunden später*
    Mit einem leeren Beutel kam ich gut gelaunt beim Honigtopf an und hakte mich bei dem erstaunten Draco unter. Ich hatte dem hungrigen Sirius Unmengen von Essen und Decken aus dem Schloss in seine kleine Höhle gebracht und ich war so glücklich, ihn endlich einmal wieder zu sehen und mit ihm reden zu können. Und auch ihm schien meine Gesellschaft gut zu tun. „Woah, Ari, weswegen so gut gelaunt?“ fragte Draco mich und sah mich schief an. Ich grinste immer noch. „Ach nichts. Was wollen wir machen?“ „Zuerst Heulende Hütte und Zonkos und dann noch ein Butterbier?“ Ich nickte. Zonkos und Drei Besen war immer gut, und es war fast schon Tradition von uns, die Heulende Hütte zu besuchen. Doch blöderweise besichtigten schon Hermine Granger und Ronald Weasley das Gruselhaus und Draco konnte nicht anders, als einen blöden Spruch rauszuhauen. Und natürlich verteidigte Ron sich und schon lagen Hermine, Ronald und Draco sich in den Haaren, während ich Draco von dem ganzen Geschehen wegzehrte. „Drake, wir gehen jetzt. Komm mit, verdammt noch mal.“ Gerade als ich geendet hatte flog ein Schneeball direkt in Dracos Gesicht. Und noch einer. Verdutzt schauten wir in die Richtung, aus der der Schneeball kam, aber wir konnten niemanden sehen. Ich musste grinsen. Von Sirius wusste ich von dem Umhang, den Harry hatte. Er hatte es tatsächlich doch noch raus geschafft. Um ihn zu signalisieren, dass ich wusste, wer er war, nickte ich in seine Richtung und sofort hörte der Schneeregen auf. „Komm Drake, wir gehen, ok?“ Ich schleifte den immer noch verwirrten Draco regelrecht hinter mir her in den Honigtopf. „Bist du sehr nass geworden?“ fragte ich ihn dann. „Geht schon, was ist mit dir? Brauchst du meine Jacke? Nicht dass du noch krank wirst.“ Und da soll noch einmal einer sagen, Slytherins sorgen sich nicht um ihre Freunde! Ich schüttelte lächelnd den Kopf. „Danke, Drake. Ich hab bloß meinen Beutel dort vergessen, ich gehe noch einmal schnell zurück, reservierst du uns schon einmal einen Platz im Drei Besen?“ Nach seinem Nicken rannte ich direkt zurück zur Heulenden Hütte und mit einem Grinsen erkannte ich, dass sich Hermine und Ronald mit einer scheinbar unsichtbaren Person unterhielten. „An euerer Stelle wäre ich vorsichtiger.“ Machte ich mich bemerkbar. Hermine schaltete sofort und fragte: „Was? Wieso? Was willst du überhaupt hier, Lestrange?“ Ich nickte zu Harry: „Man sieht deine Fußabdrücke Harry. Und du willst ja nicht, dass dich der böse Sirius Black noch fängt.“ Ergänzte ich noch mit belustigtem Unterton. Harry setzte die Kapuze seines Umhangs ab. „Und was jetzt?“ fragte er aggressiv: „Willst du mich an Snape oder lieber deine Mutter verpetzen? Oder doch lieber gleich direkt Lord Voldemort oder Sirius Black?“ Ich grinste. Ich hatte gewusst, dass so etwas kommen würde. Jeder dachte so etwas von mir und inzwischen war es mir scheißegal. Die Menschen sahen immer nur meinen Nachnamen und inzwischen gab ich ihnen einfach das, was sie von mir wollten: Ein kaltherziges Miststück. Und er hatte ja sogar recht, ich würde das Sirius Black erzählen. „Natürlich, ich nutze meine geheimen dunklen Kräfte um direkt mit meiner Mutter und meinem Vater zu kommunizieren. Und dadurch steuern sie dann Sirius Black. Mach dich auf was gefasst, wir sind immer einen Schritt voraus.“ Ich musste lachen, als ich ihre verwirrten Gesichter sah. Dann drehte ich mich um und ging zum Drei Besen.
    Ich seufzte erleichtert auf, als ich endlich die warme Stube der Bar betrat. Sofort machte ich mich in dem vollen Raum auf die Suche nach Draco, den ich aber nicht fand. Stattdessen vielen mir die beiden Weasleyzwillinge ins Auge, die sich gerade über einen Schüler lehnten und diesen irgendwie Ärgern zu schienen. Erst als ich näher kam, erkannte ich, dass der Schüler Draco war. „Na, mit wem triffst du dich hier, Malfoy? Hast du etwa ein Date?“ „Als ob Draco ein Date hat, George. Die Mädels können ihn doch auf nicht einmal 100 Meter ausstehen.“ „Stimmt, also wer ist diejenige, für die du extra den Randtisch gebucht hast?“ „Sie ist bestimmt ein Reinblut. Und wahrscheinlich eine Todesserin. Als ob der noble Mister Malfoy mit jemand anderem reden würde.“ „Und wahrscheinlich ist sie total hässlich. Ist sie überhaupt noch auf Hogwarts oder verheiraten dich deine Eltern an irgendeine 40-Jährige um die wichtige Blutlinie fortzuführen?“ Die beiden lachten. „Sie ist weder 40 noch hässlich.“ Man konnte die unterdrückte Wut in Dracos stimme heraushören. „Natürlich nicht. Und wieso ist sie dann überhaupt nicht hier?“ Jetzt reichte es mir und ich trat direkt hinter die Zwillinge, sodass Draco mich sehen konnte. Dieser grinste. „Hinter euch.“ Meinte er. „Meinst du wirklich, wir sind so blöd und fallen auf so etwas herein?“ Lachte einer der beiden. „Ihr solltet wirklich auf ihn hören“ flüsterte ich leise und im selben Moment zog ich beide an den Haaren zurück. „Also, schön, dass ihr mich als vierzigjähriges, hässliches Flittchen seht, aber lasst meinen Freund in Ruhe.“ Im nächsten Moment schmiss ich die beiden mit aller Kraft, die ich hatte auf den Boden und lehnte mich an Draco. Ich konnte gerade noch so mein Lachen unterdrücken, als ich ihre Gesichter sah, als sie mich erkannten. „Giftie, du?“ fragte mich George, während Fred nur auf meine Schulter starrte, mit der ich mich an meinen besten Freund anlehnte. In diesem Moment kam mir eine Idee. „Ja, ich. Reinblut und phänomenal gutaussehend. Was will man mehr?“ „Und seid ihr beide?“ George schaute zwischen mir und Draco hin und her. Ich sah Draco an und vermittelte ihm über Legilimentik meinen Plan. Er grinste und nickte, was ich als ok verstand. Also rutschte ich auf seinen Schoß und küsste ihn. „Sweet Home Alabama.“ Schickte ich Draco in Gedanken und lachte in den Kuss hinein.

    *Seine Sicht*
    Sie sah Draco lange an und plötzlich grinste er und nickte. Warte was? Daraufhin rutschte Ariana auf seinen Schoß und ihre vollen Lippen kamen seinen immer näher. Plötzlich fühlte ich ein Stechen in meiner Brust und langsam wurde ich wütend. Wieso wurde ich jetzt wütend? Jetzt trafen sich ihre Lippen endgültig und mein Gehirn wurde komplett Matsch. Mein einziger Gedanke war: Meine Ariana! Meine Ariana! Meine Ariana! Ich wollte der sein, der sie küsst und so anschaut. Atemlos sah ich den beiden zu, noch immer küssten sie sich, und schienen sich dabei immer noch innig in die Augen zu schauen. Dieses Bild vergiftete mein Herz. Langsam stand ich auf, konnte jedoch nicht die Augen von den beiden fest zusammengepressten Mündern lassen. Nach einer gefühlten Ewigkeit lösten sich die beiden endlich und Ari sah mich lachend an. Lachend. Mich hatte sie nie so angelacht! Wieso war er derjenige, der sie zum Lachen bringen durfte? Und wieso durfte er sie küssen? Erst jetzt realisierte ich, dass mir mein Bruder schon seit Ewigkeiten auf die Schulter klopfte. „Gehen?“ formte er mit seinem Mund und ich nickte.
    Ich schiss mich vollkommen fertig auf mein Bett. Dieser Tag war der schlimmste meines Lebens. Noch immer schwirrte mir Ariana und Draco in meinem Kopf herum. Schwirrte? Nein, ich sah gar nichts anderes mehr. George setzte sich neben mich. „Du liebst sie.“ Es war keine Frage, sondern eine Feststellung, weshalb ich mir nicht einmal die Mühe machte, ihm zu antworten. „Es tut mir leid, Fred.“ Ich tat mir auch leid. Furchtbar leid. Dabei wäre unser Prank, den wir schon seit über einem Monat vorbereiteten doch so schön gewesen. Ein riesiges Feuerwerk. Und sie hätte darunter gestanden und ein Bild von sich selbst gesehen, zusammen mit uns beiden. „George, wieso fühlt es sich so an, als ob mein Herz zerbricht?“ „Weil du verliebt in sie warst und du jetzt sowohl eifersüchtig als auch resigniert bist, Fred. Aber glaub mir, du findest eines Tages eine andere.“ „Ich wusste gar nicht, dass du so gut Therapieren kannst, George. Aber ich will keine andere.“ Ich lächelte schwach. Wie wär´s wenn wir noch einmal ne Runde in die Küche gehen? Dann musst du später nicht zum Abendessen.“ Ich nickte und die Hauselfen und George schafften es tatsächlich, dass ich mich besser fühlte.
    Am nächsten Abend sah ich alleine in die Flammen im Gemeinschaftsraum, während meine Freunde und alle anderen Abendessen waren. „Alles gut bei dir Fred?“ fragte mich meine kleine Schwester plötzlich von hinten und ich schreckte aus meiner Grübelei. „Nein, gar nichts ist gut.“ Eine Träne rollte über meine Wange und Ginny setzte sich neben mich. „Willst du mir es erzählen?“ fragte sie. „Ich habe mich in ein Mädchen verliebt. Sie ist schön und dickköpfig und einfach perfekt. Und gestern, da hat sie jemand-“ ich brach ab, doch Ginny konnte es sich schon denken und umarmte. „Hey, heute Vormittag war ich auch ganz fertig und hab in einer Ecke geweint, und da ist ein Mädchen gekommen und hat mich getröstet und ewig lang mit mir geredet, obwohl sie jeden Grund hätte es nicht zu tun. Sie hat mir gesagt, dass man es irgendwann einfach nicht mehr so stark spürt und solange man Leute zum Reden hat, man mit diesen Reden sollte. Egal, wer dich herunterzieht, man muss weitermachen.“ Ich nickte. Wer auch immer dieses Mädchen war, ich war ihr dankbar, dass sie meiner Schwester und auch mir geholfen hatte.
    *Meine Sicht*
    *Zeitsprung*
    Ich saß in der Küche von Grimmaudplatz 12 und lächelte entspannt vor mich hin. Sirius hatte mich endlich richtig adoptiert, ich hatte mit keinem Druck und Vorurteilen wie in Hogwarts zu kämpfen und schon seit zwei Wochen lebten Tatze und ich hier und machten zusammen den Platz wieder bewohnbar. Außerdem konnte ich hier mich so viel verwandeln wie ich wollte und so flog ich seit neuestem als Phoenix durch die Gegend, was mir sogar magische Fähigkeiten ermöglichte. Bis jetzt wussten nur Dumbledore und Sirus davon. Ich war nämlich seit Feuersicher, was mir den Spitznamen Flamme verschaffte, war viel stärker und konnte überall hin apparieren, auch ohne jegliche Zauberei. Und ich liebte es. Heute kamen außerdem die ersten Mitglieder des Ordens des Phoenix, und bald würde auch Harry Potter kommen, was Sirius noch einmal glücklicher machte. Und was Sirius glücklich macht, macht mich auch glücklich.
    „Und das hier ist die Küche von Grimmaudplatz Nummer 12.“ hörte ich Sirius zu unseren Gästen sagen. „Ok, dann einmal hereinspaziert in unsere Küche, das Reich von-“ „Ist das-“ „Giftie?“ unterbrachen ihn zwei Stimmen. Sofort drehte ich mich um. Das konnte doch nicht wahr sein. Doch als ich mich umdrehte, bestätigte sich nur mein schlimmer Verdacht: Die Weasley Zwillinge standen hinter Sirius und sahen mich mindestens so entsetzt an, wie ich sie. Sirius runzelte die Stirn. Jetzt drängelten sich auch der Rest der Weasleys in die Küche. „Naja, was ich sagen wollte“ Sirius drehte sich zu den restlichen Weasleys um. „Was ich eigentlich sagen wollte, dass ist Ariana, meine Tochter.“ „Tochter!“ fragten Molly, Fred und George gleichzeitig. „Nicht direkt. Nennen wir es nah verwandt und adoptiert?“ Sirius sah mich hilfesuchend an. Ich nickte bestimmt. „Genau. Sie müssen Molly Weasley sein. Ich habe schon von ihren Kochkünsten gehört.“ Sagte ich und hielt Molly die Hand hin, die sie sofort schüttelte. „Freut mich dich kennen zu lernen, Ariana. Du kannst uns ruhig duzen. Beachte die Jungs nicht, sie sind manchmal etwas…“ Ich lachte laut auf. „Kein Problem, glauben sie mir, ich hatte schon Erfahrung mit ihnen.“ „Hey, sie kann ja lachen.“ Hörte ich einen der Zwillinge flüstern. Ich drehte mich zu ihnen um und sah sie kalt an. „Doch nicht.“ Sagte er dann und der andere lachte. Bevor ich zu einer gemeinen Bemerkung ausholen konnte, schritt Sirius ein. „Wie wäre es jetzt mit Kuchen für uns alle?“ Alle setzten sich an den Tisch und ich nahm einen Stammplatz neben Sirius ein, während sich die Zwillinge sich gegenüber von mir hinsetzten. „Wieso habt ihr Ariana vorhin Giftie genannt?“ fragte Tatze nah einer Weile. Ich verschluckte mich an meinem Stück Kuchen. Die beiden Jungen tauschten einen Blick. „Gifties, ich mein Arianas, Exfreunden und Feinden sind oft komische Dinge passiert. Meistens direkt nachdem sie etwas getrunken haben. Einem ist mal ein 5 Meter langer Bart gewachsen.“ Sagte Ron schmatzend. „Flamme?“ fragte Sirius stirnrunzelnd. Sofort verteidigte ich mich. „Sie haben es verdient! Kann ich doch nichts dafür, wenn ich mir nicht alles gefallen lasse.“ Sirius lachte. „Stimmt, kannst du wirklich nicht. Gar nicht. Auf keinen Fall. Du musst mir unbedingt zeigen, wie du das mit dem Bart angestellt hast!“ Ich lachte auch. „Lass mich raten? Du willst Snape explodiert in Reallife spielen?“ Sirius nickte grinsend, während ich die ungläubigen Blicke der anderen sah. „Nichts lieber als das! Die alte Fledermaus braucht unbedingt einen Bart!“ antwortete ich ihm lachend. „Nichts da, willst du sie nicht schimpfen?“ fragte Molly Sirius mit einem Blick, der ihn fast getötet hätte. „Natürlich nicht. Ich stimme ihr voll und ganz zu, dass manche einen richtigen Bart verdienen.“ Sagte Sirius und wir beide lachten noch mehr. Die ganze Familie Weasley sah uns geschockt an, während wir beide immer weiter lachten. „Sie ist verrückt.“ Hörte ich Fred oder George wispern. „Aber du bist doch in Slytherin?“ meinte Ron jetzt. „Und?“ fragte ich ihn „Naja, Snape bevorzugt euch.“ „1. Nee, der hasst mich, falls Fred dir das noch nicht erzählt hat, ich bin die einzige, die jemals bei ihm Nachsitzen musste. Und 2. deswegen mögen wir Snape? Natürlich nicht, allein wie er läuft und redet! Uhhh, Ich bin eine Fledermaus!“ machte ich lachend Snapes Stimme nach. „Selbst Drake spielt Snape explodiert! Und sagt mir nicht, ihr bringt McGonagall nicht auf die Palme.“

    *Seine Sicht*
    Sie lachte, wie ich sie noch nie lachen sehen hatte. So befreit und wunderschön. Und doch hatte sie gerade schon wieder Draco Malfoy erwähnt. Mein Herz schmerzte immer noch, obwohl ich im letzten halben Jahr kein einziges Mal mit ihre geredet hatte und viele andere Ablenkungen gehabt hatte. Ich war ja fast so schlimm wie Blaise Zabini gewesen, und trotzdem hatte ich mich jedes Mal danach gesehnt, dass sie unter mir meinen Namen stöhnte und nicht irgendein Mädchen, von dem ich nicht mal den Namen wusste. „Drake?“ fragte Sirius Black: „Du meinst Draco Malfoy?“ Sie nickte. „Jap, natürlich, mein einzigartiger Cousin.“ Meine ganze Familie verzog die Gesichter, während ich vor Glück fast grinsen musste. Er war ihr Cousin. Das hieß sie konnte nicht mit ihm zusammen sein. Sirius lehnte sich interessiert nach vorne: „Interessiere mir vom jungen Malfoy, anscheinend kann er ja gar nicht so schlimm wie sein Vater sein. Ich weiß noch, wie ich ihn damals auf einer Familienfeier in den Fischteich geschmissen hab.“ Ari musste lächeln. „Malfoy? Der ist scheiße, der sagt wir sind Blutsverräter und beschimpft Hermine als Schlammblut.“ Und mal wieder mischte sich Ron ein. Konnte mein Bruder nicht einmal die Klappe halten? Ich hätte gerne gehört, was Ariana zu Malfoy dachte. Sirius runzelte die Stirn und sah Ari mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Erstens, das eine mal wenn er Hermine ein Schlammblut genannt hat, hat er danach von mir eine gefangen und er wird sich hüten, das noch einmal zu sagen. Zweitens, er ist selbst ein Blutsverräter. Wieso? Weil er verdammt noch einmal Sirius und mich gesehen hat, als er mich suchen wollte und er hatte sowohl von Bellatrix Lestrange als auch von Snape den Auftrag, Sirius zu melden und zu töten, falls er ihn sieht. Außerdem ist er mit mir befreundet, alleine das lässt die ganze Familie scheiße aussehen. Das noch uneheliche Kind von Bellatrix und Rudolphus, mit dem weder Bellatrix noch Rudolphus etwas zu tun haben wollen. Draco wird sich gedacht haben: Ach wie schön, ich Freunde mich am besten einfach so mit der Person an, die seine ganze Familie noch schlimmer als jeden Muggelgeborenen und Blutsverräter zusammen findet.“ „Also bist du wirklich die Tochter von Bellatrix?“ fragte Ron mit einem misstrauischem Unterton. Am liebsten hätte ich ihm jetzt eine reingehauen. Man sah ihr förmlich an, dass sie dieses Thema mehr als alles andere hasste. Da mischte sich meine kleine Schwester ein: „Ron, du hältst jetzt einfach mal deine Klappe, okay. Ari, es tut mir leid. Du weißt, dass wir zusammenhalten, oder?“ Ariana nickte und Ginny stand auf um sie zu umarmen. Woher kannten die beiden sich? Das fragte sich anscheinend auch unsere Mutter, die bis jetzt erstaunlich still gewesen war. „Also erstmal, ich habe kein Problem mit deinen Eltern, Schätzchen. Zweitens, dein Kuchen ist phänomenal. Drittens, woher kennst du Ariana, Ginny? Nichts gegen dich, Ariana, aber wieso kennst du eine Slytherin, die 3 Jahre über dir ist?“ Giftie nickte: „Nenn mich bitte Ari, Mrs. Weasley, nur meine Lehrer sagen Ari zu mir.“ Ich schmunzelte. „Ginny wandte sich in der zeit zu mir. „Weißt du noch der Tag am Feuer? Mit dem Mädchen? Das war Ari.“ Ich nickte. Es passte zu ihr. Ginny wandte sich zu den anderen. „Es war basically in meinem zweiten Jahr, als ich mal wieder wegen der Kammer zusammengebrochen bin. Auf jeden Fall ist Ari vorbeigekommen, hat mich getröstet und ihre Hilfe angeboten. Und seitdem stehen wir durch die Hauselfen in Kontakt und treffen uns auch ab und zu.“ Meine Mutter nickte dankend zu Ari. „Danke, dass du unserer Tochter geholfen hast.“ Ari lächelte unbeschwert zurück. „Kein Problem, sie haben eine tolle Tochter. Aber ihre Söhne sind Arschlöcher.“ Sowohl ich als auch George bekamen einen Lachflash und Ron versschluckte sich an dem wirklich gutem Kuchen. Molly nickte seufzend, aber grinsend: „Ich weiß.“
    Eine halbe Stunde später saßen George und ich in unserem notdürftig eingerichteten Raum. „Ich glaube so langsam kann ich verstehen, wieso du für Ari fühlst, was du fühlst.“ Meinte George plötzlich. Ich lächelte wehmütig. „Ja, aber sie wird mich nie wollen. Außerdem hat sie selbst gesagt, dass wir Arschlöcher sind.“ „Hey, vergesse den Bullshit, den ich das letzte Mal wegen ihr gesagt hab, von wegen sie vergessen und sich ablenken, das hat ja definitiv nicht geklappt. Ab jetzt fahren wir eine andere Masche aus. Wie wäre es, wenn du ihr einfach sagst, was du fühlst.“ Ich schüttelte energisch den Kopf. Als ob, sie würde mich abservieren wie so viele andere. Dann konnte ich glücklich sein, wenn mir nicht wirklich ein Bart wuchs. Obwohl, der Bart würde dann gar nicht mehr das Problem sein, ich würde nämlich schon bevor sie überhaupt die Chance bekam mich zu vergiften an gebrochenem Herzen sterben. Hier konnte ich mich ja noch nicht einmal mit anderen Mädchen ablenken, ich konnte ja schlecht Hermine… Ron würde mich umbringen. Und meine Mutter. Und mein Vater. Und George würde sich totlachen. Und ich will nicht schuld an Georges Tod sein. Also eher nicht. „Es ist nicht so einfach, okay? Wir sind die nächsten 4 Wochen hier, also hältst du am besten die Klappe.“ George grinste. „Das wird gar nicht nötig sein.“ Ich drehte mich sofort um und sah gerade noch den Pferdeschwanz von Ginny Weasley. Oh shit.
    *Meine Sicht*
    Ich dekorierte summend mein Zimmer, als plötzlich Ginny atemlos in der Tür stand. „Alles gut?“ erkundigte ich mich, doch gerade als sie anfangen wollte zu reden tauchte Fred hinter ihr auf und hielt ihr den Mund zu. „Fred, lass Ginny los, sie hat dir nichts getan.“ Sagte ich streng, aber zugleich fand ich es süß, wie vertraut die beiden miteinander umgingen. Ich hatte mich immer nach Geschwistern gesehnt. „Noch nicht.“ Knurrte der Rotschopf: „Aber wenn ich sie nicht davon abgehalten hätte, hätte sie in wenigen Sekunden mein komplettes Leben ruiniert.“ Jetzt kam auch George die Treppe zu dem Dachzimmer hoch und als er die Situation die sich bot sah, musste er Lachen. „Fred, lass Ginny los, sie wusste es auch vorher schon und hat dichtgehalten.“ Ich runzelte die Stirn. „Worum geht es überhaupt?“ Ginny befreite sich endlich. Ich wollte die beiden in ihrem Zimmer besuchen und dann habe ich das gefunden.“ Sie hielt stolz ein längliches glibberiges Ding in die Luft. Auf meinen verwunderten Blick hin erklärte George. „Das ist ein Langziehohren, ein ja, sagen wir mal Produkt von Fred und mir. Man kann damit über längere Distanz hören, was in einem anderen Raum geschieht.“ „Blöderweise hat unsere Mum die meisten Konfisziert und weggeworfen.“ Ergänzte Ginny und legte mir dann das Langziehohr in die Hand. „Hier, das ist für dich.“ Ich lächelte sie an. „Danke, Ginny.“ Ich umarmte sie und ging dann auch auf die Zwillinge zu, aber im letzten Moment blieb ich vor ihnen stehen. Ich durfte nicht vergessen, dass ich eine Slytherin und damit deren Feind war. Also blieb ich kurz vor ihnen stehen und sagte dann: „Und auch bei euch bedanke ich mich.“ Dann drehte ich mich wieder um und ging in mein schwarz rot dekoriertes Zimmer und setzte mich an meinen Schreibstisch. „Also, wollt ihr noch etwas von mir oder war das alles?“ fragte ich an die Zwillinge gewandt, welche dann nur den Kopf schüttelten, darauf gingen und auch Ginny mitnahmen um mit ihr irgendetwas zu besprechen. Ich sperrte meine Tür ab und im nächsten Moment als Phoenix durch das Fenster.
    Die nächsten Tage verbrachte ich die meiste Zeit mit Ginny und Molly in der Küche, unterhielt mich mit Sirius und Dumbledore über meine besonderen Kräfte oder mit Arthur über Muggel und lernte für die Schule. Und auch mit Hermine, die ein paar Tage nach den Weasleys angekommen war, verstand ich mich erstaunlich gut. Die restlichen Weasleys vermied ich so gut wie es irgendwie ging.

    *Zeitsprung*
    „Den Zauberstab runter, Junge, bevor du jemandem das Auge ausstichst.“ Knurrte Professor Moody vor mir in Richtung Harry. Nach langen Diskussionen mit Dumbledore durfte ich als Notfallperson mitkommen um Harry abzuholen. Und natürlich war Harry noch immer misstrauisch. Verständlich. Erst als Remus, mit dem ich mich inzwischen fast so gut wie mit Sirius verstand, aus dem Schatten trat senkte er den Zauberstab und wir konnten alle in die Küche gehen. Tonks und ich folgten immer noch unsichtbar, um Harry nicht zu erschrecken. Erst als in der Küche das Licht angemacht wurde meinte Tonks begeistert zu mir. „Er sieht wirklich genauso aus, wie ich ihn mir vorgestellt habe.“ Ich nickte, während Harry sich umdrehte und mir geschockt ins Gesicht sah. „Darf ich vorstellen, Ariana Lestrange, im Auftrag von Dumbledore hier.“ Sagte Moody. „Ich kenne sie.“ Erwiderte Harry misstrauisch. „Wieso schickt Dumbledore genau sie?“ Moody nickte. „Das frage ich mich genauso wie du, Bursche. Meiner Meinung nach gehört sie nach Askaban, aber Dumbledore vertraut ihr und meinte irgendetwas von Notfallplan. Sie ist auf jeden Fall die erste, die dran ist, wenn heute Nacht etwas passiert.“ Harry, Kingsley und die anderen Auroren nickten, während sich sowohl Tonks, als auch Remus vor mich stellten und mich verteidigten. „Jetzt reicht es aber. Sirius ist auch 11 Jahre in Askaban gewesen und ist unschuldig.“ Begehrte Tonks auf. Ich trat hervor. „Tonks, Remus, danke. Moody, auch vielen Dank für dein Vertrauen in mich, ich weiß das sehr zu schätzen. Harry, an deiner Stelle würde ich auch jeden Zauberer mit dem Name Lestrange in der Luft zerfetzten. Aber Dumbledore wird mehr als einen Grund haben, um mir zu vertrauen. Außerdem: Sollten wir nicht langsam nach draußen? Der Start kommt in fünf Minuten.“ Moody nickte missbilligend und während er mit Harry den Plan durchging, lehnte ich mich zurück an die Einbauküche, die mich sehr an das Kinderheim erinnerte und beobachtete das Geschehen. Mir war von Anfang an klar gewesen, dass ich, wenn ich auf Dumbledores Bitten einging von allen Seiten angefeindet werden würde. Und normalerweise machte es mir ja auch nichts aus, aber heute? Ich schüttelte meinen Kopf. Fokus, Ari, fokus. Schnell lief ich den anderen hinterher und schnappte mir den Nimbus 2001, den mir Draco zum Geburtstag geschenkt hatte. „Also, noch ein letztes Mal, Kingsley bleibt bei Lestrange, sonst umkreisen alle Harry. Das wichtigste ist es, ihn zurückzubringen.“ Ich nickte mit zusammengepressten Lippen. Ob sie anders zu mir wären, wenn sie wüssten, dass ich diese Kräfte hatte und sie im Notfall direkt zum Grimmaudplatz teleportieren würde? Ich glaube nicht. Also schwang ich mich auf meinen Besen und schon flogen wir los.
    Plötzlich tauchen Todesser auf und kurz darauf wir waren vollkommen umzingelt. Ich ließ meinen Blick durch die Menge schweifen und tatsächlich erkannte ich ein paar von ihnen. Lucius Malfoy, Crabbe und Goyle… Gerade als ich mich wieder umdrehen wollte, hörte ich eine Stimme, die ich gerne für immer vergessen hätte. „Sehen wir mal, wen wir hier haben.“ Gurrte Bellatrix Lestrange und flog einmal um uns herum. Inzwischen spürte ich auch einen Zauberstab in meinem Rücken, der wahrscheinlich von Kingsley stammte. „Bellatrix, aus dem Gefängnis entflohen.“ Stellte Moody fest und ich konnte sein Glasauge förmlich auf mir spüren. Ich beschloss, erstmal nichts zu sagen. Jetzt flog Lucius neben mich und Kingsley. „Wenn das nicht Kingsley Shacklebolt persönlich ist. Wen bewacht der Auror denn da? Ich sah ihn direkt an, darauf hoffend, dass er mich nicht erkennen würde, was glücklicherweise auch so war. „Das Mäuschen muss ja ziemlich wichtig sein, wenn sie von so einem Pulk bewacht wird, mhm.“ Ich atmete erleichtert aus. Sie dachten tatsächlich, dass die Auroren mich bewachten und nicht Harry. „Lassen Sie uns in Ruhe, Mr Malfoy, ich glaube das wäre das beste für sie.“ Sprach ich kalt und sah ihm direkt in die Augen um ihn einzuschüchtern. Tatsächlich wich er zurück, doch zu meinem Unglück kam jetzt Bellatrix hinzu. „Sieh an, sieh an, eine ganz wichtige Person also. Und so selbstbewusst. Der Dunkle Lord wird gefallen an dir finden, Schätzchen. Also, sag uns wer du bist und wir werden vielleicht ein paar von deinen Freunden hier nicht töten.“ Sie lachte verrückt. Selbst aus Askaban draußen hatte sie immer noch diesen wahnsinnigen Blick. Und doch hatte ich keine Angst hier. Mir war fast klar gewesen, dass so etwas passieren würde. „Bellatrix Lestrange, schade dass du mich nicht mehr erkennst. Ich kenne dich und deine Tricks. Schade dass du nicht mehr weißt, wer ich bin, denn sonst wüsstest du, dass ich mich niemals bedrohen oder kränken lasse.“ Mit diesen Worten verwandelte ich mich in einen Phoenix und mit einem Lauten Schrei schaffte ich es, Harry, Moody und die anderen direkt vor den Grimmaudplatz 12 zu transportieren. Nur ich blieb alleine zurück und verwandelte mich mit schlagendem Herzen zurück. „Was hast du getan?“ schrie Bellatrix und im nächsten Moment traf mich ein Fluch direkt an der Schläfe.

    2
    *Seine Sicht*
    Seit Stunden ging Sirius von Raum zu Raum und machte damit alle wahnsinnig, als plötzlich ein Klopfen und dann das Auftreten von Stiefeln auf dem alten Boden ertönte. Sofort rannte meine Geschwister und ich in die Küche um Harry zu begrüßen. Außerdem wollte ich auch schauen, ob bei Ari, die auf der Mission dabei sein durfte, alles gut war. Das war doch unfair. Wieso durfte Ari bei so einer wichtigen Mission teilnehmen und wir nicht. Und dann auch noch im Auftrag von Dumbledore. Und wieso hatte Sirius so geheimnisvoll gelächelt und gesagt, dass Ari etwas besonderes sei, als ich ihn danach gefragt hatte? „Harry!“ hörte ich Ron schon rufen und ich betrat die Küche. Schon als ich in die Gesichter der Mitglieder des Ordens des Phoenix sah, wusste ich, dass etwas nicht stimmte und auch Sirius, der sich gerade hinter mich durchdrängte fragte verängstigt: „Wer?“ Moody knurrte, während er sich auf einen der Stühle setzte: „Nicht wer, was. Was ist Ariana Lestrange?“ Sirius zuckte zurück und wäre fast zusammengeklappt, hätte ich ihn nicht gehalten. „Nein, nicht Ari.“ Murmelte Sirius. Auch die anderen wurden langsam leiser und selbst mein dummer kleiner Bruder sah verwundert zwischen Sirius und Professor Moody hin und her. Ich leitete Sirius in der Zeit auf einen Stuhl, auf den er sich schwach fallen lies. Remus trat neben ihn und erzählte: „Wir waren schon circa eine halbe Stunde geflogen, als die Todesser aufgetaucht sind und uns umkreist hatten. Zuerst dachten wir, sie wussten, dass Harry da ist, aber dann wurden sie auf Ari aufmerksam, die von Kingsley hier bedroht wurde.“ Er zeigte auf Kingsley, der kraftlos in einem der Sofas saß. „Dann sagte Bellatrix so etwas wie: Kenne ich dich? Und Ari meinte, dass sie sie kennen sollte und ist irgendwie in Flammen aufgegangen und hat uns durch irgendeinen Zauber hierhergebracht. Aber als wir dann vor der Haustür standen, konnten wir sie nicht finden. Sie muss zurückgeblieben sein.“ Ich setzte mich neben Sirius. Ari. Zurückgeblieben. Todesser. „Sie hat nicht verdient, wie wir sie behandelt haben. Bellatrix wusste nicht einmal, wer sie war.“ Hörte ich Kingsley flüstern. Ginny kam weinend auf mich zu und ich umarmte sie. Mein Herz war so betäubt, ich konnte nicht einmal weinen. Auch meine Mutter hielt sich bei meinem Vater ein. „Sie war so nett.“ Ich setzte mich auf. „Aber, wir wissen doch noch gar nicht, was dann passiert ist. Was ist, wenn sie entkommen ist? Wir müssen sie retten.“ Sagte ich. Bitte, sie durfte nicht tot sein. Hermine schüttelte den Kopf. „Fred, zwischen so vielen Todessern entkommt man nicht. Und sie hat wahrscheinlich alle ihre Kräfte dafür verwendet, die anderen hierherzubekommen, wie auch immer sie das angestellt hat. Vielleicht hat sie Glück und die Todesser haben sie sofort getötet, ohne noch an ihr Geheimnis mit dem Teleportieren zu kommen.“ Ich wusste, dass Hermine recht hatte, und doch konnte ich es nicht glauben. Schnell vergrub ich meinen Kopf in Ginnys Haaren. Gerade als Sirius anfangen wollte etwas zu sagen, betrat Dumbledore unsere Küche. „Sirius, wissen sie es schon?“ Wir alle sahen fragend zwischen Sirius und dem Schulleiter hin und her. Sirius schüttelte den Kopf. „Jetzt, da Ariana sich für uns geopfert hat, können wir es erzählen, richtig?“ fragte Dumbledore. Geopfert. Ari hatte sich für Harry, Moody und die anderen geopfert. Dabei hatte jeder außer Tonks und Remus sie verdächtigt und sie wie einen Feind behandelt. Die meisten wollten nicht einmal am selben Tisch mit ihr essen. Das hatte sie nicht verdient. Sirius nickte. „Wie ihr alle wisst, bin ich ein Animagus. Und wie ihr alle wisst, hatte ich Hilfe bei dem Ausbruch aus Askaban. Jeder von euch hat mindestens einmal gefragt, und ich hab immer gesagt, es war eine ganz besondere Person. War sie auch. Es war Ari.“ Dumbledore nickte, doch die meisten anderen schauten genauso fragend herein wie ich gerade. „Aber wieso war sie in Askaban?“ fragte Kingsley, der seinen Kopf immer noch nicht erhoben hatte. Wahrscheinlich schämte er sich. Zu recht. „Sie hatte sich nach Jahren endlich einen Besuchertermin bei ihrer Mutter bekommen. Ich saß nur 4 Zellen weiter und hab gehört, wie meine Cousine sie komplett von sich gewiesen hat, sie beschimpft hat, bis Ari weinend weggerannt ist. Sie hat sich gegenüber von meiner Zelle gesetzt und ich hab sie getröstet. Das schlaue Kind hat dann natürlich erstmal geprüft, ob ich ein Todesser bin und beim nächsten Besuchstermin ihrer „Mutter““ er betonte Mutter extra sarkastisch: „ist sie zu mir gekommen und hat mich Veritaserum trinken lassen, das sie bei Schniefelus geklaut hat. Ich glaube, deswegen konnte Snape sie nie leiden.“ Sirius lächelte traurig, während wir alle gebannt zuhörten. „Auf jeden Fall hab ich ihr irgendwann beigebracht, ein Animagus zu werden und zu unserem Glück wurde sie ein Phoenix.“ Ich staunte. Aria war ein Animagus? Und noch dazu ein Phoenix? Das erklärte die Flammentapete in ihrem Zimmer und den Spitzname, den ihr Sirius gegeben hatte. „Nach kurzer Zeit haben wir festgestellt, dass sie magische Kräfte hat. Sie ist komplett Feuersicher, war superstark und konnte überall hin apparieren. Nachdem Harry mich dann am Ende des Jahres gerettet hat, wobei ihr in übrigen auf Hilfe von ihr bekommen habt, haben wir es dann endlich Dumbledore erzählt. Deshalb vertraut er ihr. Und ihr habt sie behandelt wie ein Stück Dreck. Und sie hat alles mitgehört, jedes einzelne Wort, weil ihre Sinne gespitzt sind. Sie hat euch nie etwas getan, sie hat nie auch nur einmal etwas schlechtes über euch gesagt oder euch auch nur gedroht. Wäre ich an ihrer Stelle, wärt ihr alle schon längst tot, okay? Und wer ist jetzt tot? Ariana! Sie hat sich geopfert, für jeden einzelnen von euch nichtsnutzigen Arschlöchern!“ Sirius war inzwischen aufgestanden und schrie allen seinen Schmerz heraus. Und niemand stoppte ihn, weil alle wussten, dass er recht hatte. Selbst ich, der in sie verliebt gewesen war, hatte über sie gelästert, wenn sie plötzlich wieder still wurde und ihre Stimmung sprunghaft von fröhlich zu traurig wechselte. Sirius rannte aus dem Raum und es wurde still. Dann hörte man eine Tür schlagen. „Er hat Recht.“ Stellte ich leise fest. Ich stand auf und ging in mein Zimmer.

    *Meine Sicht*
    *Zeitsprung*
    Seufzend ritzte ich einen weiteren Strich in die Wand des nassen Kerkers. Heute war der genau der 298 Tag seit ich aus meinem hier aufgewacht war. Auf einmal hörte ich Schritte. Leichte Schritte. Wurmschwanz hatte keine leichten Schritte. Das hieß Bellatrix würde kommen und mich zu foltern. Noch immer hatte ich mein Geheimnis nicht preisgegeben, aber es würde nicht mehr lange dauern, bis ich zusammenbrach. Mit aller Kraft setzte ich mich auf und wartete auf die Folter. „Weg von der Tür“ hörte ich dann eine männliche, aber junge Stimme sagen. Das war nicht Bellatrix! Ich seufzte erleichtert aus. Aber wer könnte es sonst sein? Bildete Bellatrix jemand aus, der mich foltern sollte? Ich drückte mich an die Wand, als die Tür sich öffnete und ein junger ausgemergelter Mann mit strubbeligen Haaren eintrat und mir eine Schale Wasser und eine Brotkannte auf den Boden legte. Dann musterte er mich. „Wie heißt du?“ fragte er mich streng. „Ariana.“ Flüsterte ich. Meine Stimmbänder waren durch das Schreien bei der Folter und von der nassen Luft dauerhaft geschädigt. Der Mann stockte und ging auf mich zu. Ich wich noch weiter zurück. Er würde mich foltern. „Ari?“ flüsterte er. Jetzt erst erkannte ich das Gesicht des Mannes. Es war Draco. Ich stieß einen überraschten Laut aus. Er ging immer noch vorsichtig auf mich zu und wollte mich gerade umarmen, als ich zurückzuckte. Die Umarmung würde nur langsam verheilte Knochen wieder brechen und mich noch mehr schwächen. Er zog sofort seine Arme zurück und flüsterte: „Was haben sie mit dir gemacht?“ Ich schüttelte langsam den Kopf und biss auf meine Lippe, um nicht zu weinen. Er setzte sich vorsichtig neben mich. „Hey, gibt es irgendetwas, was ich erstmal für dich tun kann? Ich werde dir helfen.“ Wieder schüttelte ich den Kopf, doch dann brach ich in Tränen aus. Mein überforderter bester Freund zog ein Taschentuch aus seiner Hosentasche. „Wie lange bist du schon hier?“ Ich deutete auf die Wand hinter mir. „298 Tage“ las er ab. Ich nickte. Er kniete sich wieder neben mich. „Hör zu Ari, es sind gerade Sommerferien und ich kann nicht allzu lange hierbleiben, ok? Aber ich werde dir helfen. Halte durch.“ Damit stand er auf und verließ meine persönliche Hölle.
    *Seine Sicht*
    Ich lag in meinem Zimmer im Fuchsbau und baute an einem meine neuesten Kreationen. Ein entflammbarer Schokophoenix, der nach Kirsche und dunkler Schokolade schmecken sollte. Es war inzwischen fast ein Jahr her seit sie gestorben war und mein Herz war immer noch so taub wie am ersten Tag. Da stürmte mein Bruder ins Zimmer. „Fred, das kann so nicht weitergehen, wir müssen etwas dagegen tun. Hermine hat von einem Muggel gesprochen, der dir vielleicht helfen kann. Er heißt Psycholg oder so.“ Hinter ihm trat jetzt auch Hermine ins Licht. „Es heißt Psychologe. Fred, ich weiß, dass du sie vermisst, aber so kann dein Leben nicht weitergehen. Du lachst kaum noch. Bitte, versuch es wenigstens.“ Ich seufzte. Wenn dieser Psychog nicht einen Vergessenszauber ausführen konnte, dann wusste ich nicht, wie er mir helfen konnte. Schon mehrfach hatte ich über das letzte Jahr hinweg überdosierten Liebestrank getrunken und war so sowohl mehreren Ravenclaws als auch Hufflepuffs verfallen, aber sobald der Liebestrank nach mehreren Wochen aufgehört hatte zu wirken, bekam ich sie wieder in den Kopf und trennte mich von den Mädchen. Aber die beiden würden mich ja sowieso nicht in Ruhe lassen.
    „Also, warum sind Sie hier?“ Ich überlegte. „Ich habe mich in ein Mädchen verliebt, sie ist vor einem Jahr gestorben und seitdem fühl ich mich scheiße.“ Der Pychoge nickte. „Und deshalb sind sie jetzt hier. Verstehe. Waren sie vorher zusammen?“ „Nein“ Was ging ihn das an? „Also war das nur eine Schwärmerei für das Mädchen?“ „Ich war in das Mädchen verliebt seit ich das erste Mal mit ihr gesprochen habe es war keine einfache Schwärmerei.“ Der Typ ging mir jetzt schon auf die Nerven. Nur eine Schwärmerei, sie war die Liebe meines Lebens und jetzt war sie tot. Und ein Teil von mir ist mit ihr gestorben. „Ok. Warum wie war sie?“ „Das schönste Mädchen, das ich kannte. Sie und ich waren verfeindet und ihre Freunde haben immer meine Freunde fertig gemacht, und wir haben uns immer gerächt.“ „Wie ist sie gestorben?“ Jetzt reichte es mir. Wieso wollte der Muggel das alles wissen? Und wieso sah er mich nicht einmal an, während ich sprach, sondern in diese komische Maschine, auf die er die ganze Zeit mit seinen Händen drauftippte. Ich wurde sauer und stand auf. „Wissen sie, mir wurde gesagt mir wird hier geholfen. Stattdessen werde ich hier mit Fragen gelöchert, die nur Salz in die Wunde streuen. Sie sind echt so hilfreich wie ein Toastbrot wenn man von einem Klatscher angegriffen wird!“ Ja, das traf es ziemlich genau. Ich stürmte aus dem Raum heraus zu meinem Besen, den ich auf einem der Felder versteckt hatte und flog nach Hause. Dort war gerade Harry angekommen. „Hey, Harry. Wie geht’s dir?“ komplett abwesend begrüßte ich den besten Freund von Ron, der mich ziemlich komisch ansah. „Hermine, Ron, Ginny, Fred und George, wir müssen reden.“ Verkündete er dann und mit einem Schulterzucken folgte ich ihm in Rons Zimmer. „Ich habe vor genau einer Woche diesen Brief bekommen, ich habe keine Ahnung, von wem er ist.“ Harry holte einen Brief aus seiner Hosentasche und gab Hermine den Brief, die vorlaß:
    „Potter,
    ich weiß etwas über Ari.
    Komm am 17. 8. Um 15 Uhr in den Eberkopf.
    Bring deine Freunde mit.“
    Ich fragte: „Steht da ein Absender drauf?“ Hermine schüttelte den Kopf. „Aber wir müssen dahin. Wenn es auch nur irgendeine Chance gibt, dass Ari noch lebt, sind wir ihr das schuldig.“ Ginny nahm die Karte in die Hand. „Sie ist von Draco.“ Sagte sie plötzlich. Hermine nickte nachdenklich. „Stimmt, das könnte passen, die Frage ist bloß, ob wir dann wirklich noch dorthin sollten.“ Harry, Ron, George und ich sahen uns ratlos an. „Woher wisst ihr das?“ fragte Ron schließlich. „Naja, Malfoy nennt Draco immer Potter, außerdem ist das kein Papier, sondern Pergament und mit grüner Tinte geschrieben. Und nur Draco und Blaise nannten sie noch Ari, aber Blaise fällt weg, weil er nicht so schreibt. Außerdem will er sich nicht im Drei Besen, sondern im Eberkopf treffen, wo uns nicht jeder sehen kann.“ Ich nickte beeindruckt. „Ich gehe dahin.“ Sagte ich und kurz darauf stimmten mir alle zu.
    Schon seit 15 Minuten warteten wir auf Malfoy und dieser … ist immer noch nicht gekommen. Gerade als Ginny enttäuscht aufstehen wollte, um zu gehen, kam der verhasste Blondschopf durch die Tür. Er sah so ausgemergelt aus, dass ich, obwohl ich ihm alles mögliche an den Hals gewünscht hatte Mitleid mit ihm hatte. Er sah sich dreimal um bevor er an unseren Tisch ging und leise sagte: „Kommt mit.“ Wir schlichen uns durch kleine Seitenstraßen, von denen nicht einmal ich wusste, dass sie existierten, bis wir uns plötzlich mitten im Wald wiederfanden. „Was hast du mit Ari gemacht, Malfoy?“ fragte mein Bruder. „Ari liegt bei uns im Keller. Geschwächt. Sie hat mich kaum erkannt. Sie isst kaum noch etwas und sie foltert sie trotzdem. Sie wissen immer noch nicht, wie Ari das mit dem Teleportieren gemacht hat.“ Ginny sagte misstrauisch: „Und du willst es jetzt von uns wissen.“ Draco schüttelte den Kopf. „Nein, ich will einfach nur Ari befreien, sie wird es nicht mehr lange durchhalten. Ich weiß es auch erst seit dem Tag, an dem ich dir die Eule geschickt habe. Sie muss da raus. Meine Tante weiß immer noch nicht, dass sie die Tochter von ihr ist.“ Hermine schüttelte den Kopf. „Warum sollten wir dir glauben. Wir haben vor wenigen Wochen deinen Vater nach Askaban bringen lassen.“ Draco schüttelte verzweifelt den Kopf. „Ich werde mich irgendwann rächen, aber hier geht es nicht um mich, sondern um Ari. Sie ist mir wichtiger als mein eigenes Leben. Wenn ich es euch irgendwie beweisen kann, dann werde ich es tun.“ Harry runzelte die Stirn. „Ich habe eine Idee, aber wir müssen zu Dumbledore.“ Draco stimmte zu, auch wenn er das Gesicht verzog. Kurze Zeit später standen wir in Dumbledores Büro und nachdem Harry diesem erklärt hatte, dass er ein gewisses Denkarium brauchte, lies er uns in dem Raum alleine. Harry ging auf Draco zu. „Hör zu, wir werden mit diesem Teil in deine Vergangenheit springen. Falls du nicht die Wahrheit gesagt hast, wirst du ein großes Problem haben.“ Draco nickte nur und in diesem Moment wusste ich, dass er die Wahrheit sagte. Nacheinander legten wir nach dem Beispiel von Harry den Kopf in das Wasser, das Dracos Erinnerungen enthalten sollte und fanden uns in einem langem düsterem Gang wieder. Langsam ging Draco mit einer Schale Wasser und einer Brotkante voraus, als er plötzlich hinter mir noch einmal auftauchte. Sofort richtete ich meinen Zauberstab auf ihn, aber Harry konnte mich stoppen. „Erinnerung, Fred.“ Ich warf ihm noch einen warnenden Blick zu und ging dann dem anderen Draco nach, der sich inzwischen an einer Tür zu schaffen machte. „Weg von der Tür.“ Kurz später öffnete Draco die Tür und in der hintersten Ecke kauerte ein Wesen. War das Ari? Schnell ging ich auf das abgemagerte und komplett dreckige Mädchen zu und wollte sie umarmen. Erst als ich durch sie hindurchlangte, realisierte ich, dass auch sie nur eine Erinnerung von Malfoy war, der gerade näher auf Ari zuging. Man konnte die Angst in Aris Augen sehen, als er nach ihrem Namen fragte. Ihre heisere Stimme zu hören und die vielen Narben zu sehen zerschnitt mir das Herz. Jemand umarmte mich von der Seite. Erst als ich seine Stimme hörte wusste ich, dass es mein Bruder war: „Fred, sie lebt, das ist etwas Gutes.“ Ich schüttelte den Kopf und schloss vor Schmerzen die Augen, als ich sah, dass sie sich nicht einmal berühren lassen wollte. „Nein, Hermine hatte recht, sie hätte sterben sollen.“

    *Meine Sicht*
    Mein ganzer Körper brannte und ich schrie mir wie jedes Mal die Seele aus dem Leib. Meine Mutter gackerte über mir vor Schadenfreude und auch die Todesser hinter mir schienen meine Schreie zu erfreuen. „Bellatrix, man spielt doch nicht mit Essen.“ Hörte ich eine rauchige Stimme hinter mir und ich wusste wem sie gehörte. „Mein Lord.“ Bellatrix hörte auf mich zu Foltern. Anscheinend wollten sie mich heute endlich töten. Hätte ich die Kraft dazu gehabt, hätte ich jetzt gelächelt. „Nagini, was meinst du, ein würdiges Mahl? Ich weiß, sie ist etwas knochig, aber vielleicht können wir sie noch würzen.“ Wieso sprach er mit seiner Schlange nicht in Parsel? „Nein, Tom, ich habe kein Problem mit diesem Mahl. Danke schön. Tötest du sie vorher bitte noch?“ Wer hatte da gesprochen? Welcher Mensch würde mich essen wollen? Plötzlich realisierte ich einiges. Ich konnte Parsel. Parsel konnten nur die Nachkommen Slytherins, wie Voldemort einer war. Ich war in Slytherin. Meine Mutter verehrte Voldemort. Ich war Voldemorts Tochter. Eine Gänsehaut überfuhr mich. „Schon Angst vor dem Tod?“ flüsterte mir Bellatrix in mein Ohr. Nein, dachte ich. Ich bin Voldemorts und deine Tochter und wurde das letzte Jahr von meiner eigenen Mutter gefoltert. Ich war froh, wenn es jetzt endlich zu Ende war. Ich würde dieses Geheimnis mit in mein Grab tragen. Obwohl es wohl eher kein Grab werden würde, sondern ein Erdhügel. Aber trotzdem war es das Beste, was mir passieren konnte. „Antworte mir!“ schrie Bellatrix, doch Voldemort stoppte sie: „Bella, vielleicht will sie eher mir noch etwas sagen, schließlich hat sie ja die Ehre, von mir getrötet zu werden.“ Plötzlich bekam ich das Bedürfnis, mich doch noch ein letztes Mal zu wehren. Im Endeffekt würde ich heute so oder so sterben. „Nein, Tom. Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich freue mich darauf, im Gegensatz zu dir.“ „Du wagst es, so mit mir zu sprechen?“ Ich lächelte, während Voldemort und die anderen Todesser sichtlich erzürnt über mein Auftreten sein. „Weißt du was, nein, du wirst nicht einfach getötet. Wie wäre es, wenn wir dich Greyback hier“ er winkte einen Todesser herbei: „schenken. Du wirst innerhalb der nächsten 24 Stunden sterben, das verspreche ich dir, Ariana.“ Als ich Greybacks Blick sah, wusste, wie ich sterben sollte. Und es war mir egal. Letztendlich war jeder Tod besser als das, was mir mit Bellatrix widerfahren war. Und in dem Moment, in dem mich Grayback ekelhaft lachend nach draußen schleppte, verließen meine Gedanken meinen Körper und ich wartete nur noch darauf, dass meine Seele mir folgte.

    *Seine Sicht*
    Vier Tage waren vergangen seit wir uns mit Draco getroffen hatten. In diesen hatten wir uns für unseren Angriff auf die Malfoy Manor vorbereitet. Morgen wollten wir unseren Plan durchziehen. Gerade trafen wir uns noch zur Generalbesprechung in dem Zimmer von Ron, als die Eule von Draco eintraf. Schnell nahm ich den Brief. „Kommt sofort zum Eberkopf.“ Las ich den anderen vor. Wir standen auf und machten uns mit der Ausrede, noch einmal in die Stadt zu wollen auf den Weg. Was auch immer Malfoy hatte, es musste dringend sein. Als mir den Eberkopf betraten sahen wir Malfoy zusammengekrümmt am Ecktisch sitzen. „Was ist passiert?“ fragte Ginny. Malfoy sah auf und wir alle schreckten zurück. Sein komplettes Gesicht war tränenüberströmt und seine Augen strahlten pure Verzweiflung aus. Ich konnte schon ahnen, was passiert sein musste. „Nein“ flüsterte ich und ließ mich neben Malfoy fallen. Noch einmal wurde meine Hoffnung, Ari erneut zu sehen, zerstört. „Ari… sie ist… tot.“ Brachte Malfoy zwischen seinen Schluchzen hervor. Alle sahen ihn geschockt an. Einen Tag länger und sie wäre frei gewesen. Wären wir nur einen Tag schneller gewesen. Ich schaute mich um. Für 5 Tage hatte ich Hoffnung gehabt, wieder etwas gefühlt. Jetzt war mein Herz wieder taub. Ich konnte nicht einmal weinen! So saß ich unbeteiligt daneben, während Ginny auf Harrys und Hermine auf Rons Brust weinte. „Danke für die Info, ich denke das mit der Rettungsaktion wird wohl nichts.“ Sagte ich stumpf, stand auf und ging aus dem Laden. Ich konnte nicht sehen, wie Ron mit Hermine und Harry mit Ginny glücklich war. Ich konnte Draco nicht sehen, weil er Ari küssen durfte und ich nicht. Nach ca. einem Kilometer stoppte ich und drehte mich zu George um, der mir gefolgt war. Stumm umarmte ich meinen Bruder, der immer für mich dagewesen war. „Hey, wir müssen zu den anderen zurückgehen.“ Sagte er nach einer Weile. Ich nickte willenlos und folgte ihm.

    *Meine Sicht*
    Ich wachte nackt in einem Wald wieder auf. Was war passiert? Sollte ich nicht eigentlich tot sein? Oder wenigstens bluten? Ich begutachtete meinen Körper. Kein einziger der Kratzer, die mir der Werwolf gestern zugefügt hatte, waren noch sichtbar. Ich fasste an meinen Kopf. Ich war mir ganz sicher, dass Greyback gestern mit einem Stein auf meine Schläfe geschlagen hatte, um mich zu betäuben. Auch hier waren keine Spuren. Langsam richtete ich mich auf und sah um mich. Ich erschrak. Überall war getrocknetes Blut und an den Bäumen waren sogar noch Kratzspuren des Werwolfes zu sehen. War das mein Blut? Es musste meines sein. Aber wieso lebte ich dann noch? Vorsichtig stellte ich mich hin. Das ging ohne Probleme. Als nächstes war sprechen an der Reihe. Auch das ging wieder ohne Schmerzen. Ich lächelte. Wie konnte es sein? War das vielleicht doch eher der Himmel? Ich kniff mich. Autsch. Das hieß, ich lebte noch. Plötzlich hörte ich das Bellen eines Hundes und kurz darauf saß ich als Phoenix auf einem Baum. Ich wollte nicht riskieren, so gesehen zu werden, jetzt da ich wieder lebte.

    *Seine Sicht*
    Draco, Blaise, das Goldene Trio, Ginny und mein Bruder und ich standen auf dem Astronomieturm. Unser gemeinsamer Verlust begrub zumindest an diesem Ort, den wir Ari geweiht hatten, unsere Streitigkeiten und selbst Harry ging Malfoy nicht wegen dem Verdacht, dass er ein Todesser war, an. Wir hatten beschlossen, uns einmal im Monat hier zu treffen und über Ari zu sprechen. „Wie ist sie eigentlich gestorben?“ fragte Ginny leise. Draco biss sich auf die Lippen. „Meine Mutter hat mir nur erzählt, dass sie tot ist, den Rest habe ich von meinem Vater erfahren. Wollt ihr es wirklich hören?“ Ich nickte. Auch wenn es noch so grausam war, alles was ich über Ari erfahren konnte wollte ich wissen. „Sie sollte eigentlich Nagini gefüttert werden, aber irgendwie hat sie etwas gesagt, was den Dunklen Lord verärgert hat und dann hat er sie an Greyback verschenkt und ihr gesagt, dass sie ganz sicher die nächsten 24 Stunden sterben würde. “ Mich erschauderte es. Das hatte sie noch viel weniger als alles andere verdient. Greyback. „Ich war die folgenden Tage mal im Wald und hab an einer Stelle Blut und Kratzspuren gefunden, sowie ein paar von Aris Haaren.“ Draco schüttelte betrübt den Kopf. „Von ihr war nicht mal eine Spur.“ „Aber heißt das nicht, dass sie noch leben könnte?“ fragte Ron und Hermine antwortete bissig: „Ron, der Tag war ein Vollmond und Greyback ist für seine Grausamkeit berüchtigt. Außerdem hat Voldemort gesagt, dass sie sterben wird und Greyback ist nicht so dumm und hält sich nicht daran.“ Anscheinend stritten sie sich wieder. Ich würde alles dafür geben, auch mit Ari so streiten zu können.

    *Zeitsprung*
    *Meine Sicht*
    Mit einem Seufzen trank ich den Vielsafttrank und verwandelte mich so in eine hübsche Französin, die mir für ein paar Stunden ihre Identität leihen würde. Dann machte ich mich auf den Weg zu dem Festzelt, in dem Bill Weasley und Fleur heiraten würden. Ich lebte jetzt schon seit einem Jahr vollkommen undercover in meinem Zelt und hatte niemanden, den ich kannte, gesehen. Doch heute wollte ich das ändern. Ich wollte wissen, ob deren Leben meinen Tod wert gewesen war. „Hallo, ich bin George Weasley, ein Bruder des Bräutigams. Ich nehme an, du bist eine von Fleurs Verwandten?“ begrüßte mich George und führte mich dann in das Zelt. Drinnen unterhielt ich mich dann erst einmal mit Harry, den ich natürlich gleich identifiziert hatte. Ich freute mich so für ihn, als er mir eröffnete, dass seine Freundin Ginny war und konnte mir gerade noch so verkneifen, das süße Paar direkt zu umarmen. Dann war die Zeremonie und George setzte sich direkt neben mich, gefolgt von Fred, der abwesend den Platz neben George einnahm. Als sich alle hingesetzt hatten, sah ich mich um und wunderte mich. Wo waren Sirius, Mad-Eye Moody und Dumbledore? Und wieso sahen alle so gestresst aus? Also flüsterte ich leise zu George: „Sorry das ich frage, aber wo sind Dumbledore und Mad-Eye Moody? Normalerweise müssten sie hier doch erscheinen? Und wieso schauen alle so gestresst?“ Er sah sich um. „Mad-Eye Moody ist vor ungefähr 10 Tagen gestorben und Dumbledore ist von Snape umgebracht worden. Alle sind gestresst, weil jeden Moment das Ministerium fallen kann, aber warum weißt du das nicht.“ Er lächelte mich verwirrt an. Was? Wie konnte ich das in dem Jahr auf der Flucht nicht mitkriegen? Wie konnte das passieren? Haltung bewahren, Ari, du bist eine Französin. „Oh. Ich, ähm, ich, ähm. Meine Mutter ist sehr speziell und schirmt mich ziemlich von der Außenwelt ab.“ Er nickte. Gerade noch gut gegangen. Dann war die Zeremonie und ich war begeistert. Nach der Zeremonie lud George mich zum Tanzen ein, als mir plötzlich ein riesiger Kuchen auffiel, der schwarz und rot verziert war. „Warum ist der Kuchen nicht weiß?“ fragte ich deshalb George, der den Tanz stoppte und mich zu dem Kuchen führte. „Siehst du den Phoenix obendrauf? Ein ganz besonderer Mensch hat sich vor genau 2 Jahren für uns alle geopfert, um uns zu retten. Sie war ein Animagus in Gestalt eines Phoenix und jedes Jahr wollen wir uns so bei ihr bedanken. Alle, die sie kannten kommen zusammen und backen diesen Kuchen.“ Mir fuhr eine Gänsehaut über den Rücken. Als ich hier herkam hatte ich mit allem bloß nicht diesem gerechnet. „Das ist wunderschön.“ Er nickte traurig. „Du hättest sie erleben sollen. Wir haben uns nie verstanden, eigentlich hat sich niemand außer meine kleine Schwester, Sirius Black und Draco Malfoy mit ihr verstanden, aber sie war toll. Mit ihrem Tod ist ein Teil meines Bruders gegangen.“ Ich sah zu Fred und realisierte erst jetzt, in welch schlechtem Zustand er sich befand: Sein Gesicht war eingefallen, seine Haare standen wirr ab und noch nicht ein einziges Mal hatte er gelacht. Er tat mir unglaublich leid. War er wirklich wegen meinem Tod so? „Wir alle vermissen sie so sehr, selbst Kingsley Shackelbolt und Moody waren auf ihrer Beerdigung. Wir haben neben dem Grab von Harrys Eltern ein Grab für sie angelegt, wir wollten eigentlich morgen dort hinapparieren, vielleicht willst du mitkommen? Oder musst du dann schon wieder nach Frankreich?“ Wieso sollte ich nach Frankreich müssen? Ach so, Frankreich, na klar. „Eigentlich schon, aber vielleicht kann ich meine Mutter überreden, aber die will heute schon zurück. Vielleicht kann ich dann hier bei euch bleiben? Also nur, falls das irgendwie möglich ist, ich meine ihr habt bestimmt viel zu tun.“ George willigte sofort ein.

    Die Menge schrie panisch auf und ich lief so schnell ich konnte nach draußen. Tatsächlich waren schon die ersten Todesser in der Ferne zu entdecken. Schnell holte ich den Zauberstab, den ich mir von einem Greifer erobert hatte heraus und fing an die Feinde abzuschießen. Während die meisten Leute disapparierten fing ich an die Todesser abzuschießen. Kurz darauf waren George, Fred und ich von den Angreifern umzingelt. „Hey, du!“ rief Fred zu mir: „Kannst du apparieren? Flieh solange du noch kannst!“ Ich schüttelte den Kopf. Ich würde die beiden nicht hier alleine lassen. Schon begann das Gefecht und wir schalteten zusammen viele Todesser aus. Gerade kämpfte ich mit Macnair, als plötzlich George schrie: „Pass auf!“ Im nächsten Moment wurde alles schwarz.

    Langsam öffnete ich meine Augen. Und sah in die grimmigen Gesichter von Charlie und Bill Weasley, die beide ihre Zauberstäbe auf mich richteten. Schnell richtete ich mich auf. Warum schauten sie mich so böse an und wo war ich überhaupt? Was war passiert? „Wer bist du?“ fragte Bill mit zusammengebissenen Zähnen. Was? „Louise.“ Antwortete ich. Charlie grinste. „Wärst du Louise hättest du wohl kaum Vielsafttrank genommen.“ Erschrocken sah ich an mir herunter und tatsächlich - ich sah wieder aus wie ich selbst. „Also noch einmal, wer bist du?“ Ich bekam Panik. Was sollte ich ihnen sagen? „Antworte gefälligst.“ Ich blieb stumm. „Charlie, vielleicht sollten wir mal Fleur, Ginny oder George fragen, ob sie sie kennen. Falls sie auf Hogwarts oder Beauxbaton kommt, müssten sie es wissen.“ Charlie nickte und Bill ging durch die Tür, während Charlie mich weiter bewachte.
    Ich sah mich um. Wir waren nicht mehr im Fuchsbau und durch das Fenster konnte man ein großes Kornfeld sehen. „Ist jemand verletzt?“ „Nicht, dass es dich als Spion interessiert, aber nein, euer Plan ist fehlgeschlagen.“ Ich nickte ehrleichtert. Wenigstens war niemandem etwas passiert. „Eine Frage: Wieso hast du dich so für den Kuchen interessiert? Ich meine, ihr habt sie getötet, also…“ Er sah mich neugierig an. In meinem Kopf ratterte es. „Ich hab noch nie auf einer Hochzeit einen schwarzen Kuchen gesehen und habe früher selbst gebacken.“ Antwortete ich ehrlich. Er nickte. „Warum bist du nicht abgehauen?“ „Ich wollte den anderen genug Zeit verschaffen.“ „Aber du bist doch auf deren Seite.“ Ich antwortete nicht, sondern sah mich weiterhin nach einem Fluchtweg um. Vielleicht durch das Fenster? „Auf welcher Schule warst du? Du kannst akzentfrei Englisch.“ „Ist meine Muttersprache.“ „Also Hogwarts. Wieso bist du mir nie aufgefallen? Du müsstest doch nur ein paar Jahre unter mir gewesen sein.“ Ich grinste schief. Wie sollte ich ihm auch aufgefallen sein? Ich war in Slytherin und außerdem war ich nicht unbedingt in magische Tierwesen interessiert gewesen. Außerdem war ich viel jünger. „Ich war ein paar Jahre unter dir und außerdem nicht in magische Tierwesen interessiert.“ Er grinste. „Das erklärt es. Magische Tierwesen sind mein Leben.“ „Hat man gemerkt. Wer ist eigentlich Schulleiter, jetzt, da Dumbledore tot ist?“ „Snape.“ Ich lachte laut los. War ja klar, dass ich nicht mehr an der Schule sein durfte, wenn Snape Schulleiter war. „Wieso lachst du?“ Er sah mich misstrauisch an. „Snape hat mir mal gesagt, dass ich nicht mehr an der Schule sein würde, wenn er Schulleiter wäre, anscheinend hatte Schniefelus recht.“ Ich biss mir erschrocken auf die Zunge. Nur ganz wenige Menschen nannten Snape Schniefelus, wahrscheinlich hatte ich gerade meine Identität preisgegeben. Doch Charlie grinste nur: „Für ein Spion bist du verdammt symphatisch.“ Ich nickte. Er war auch netter als mir von den Slytherins erzählt wurde. Aber egal Ari, du musst hier raus bevor dich irgendjemand identifiziert! Auf einmal hörte ich Schritte. Shit, wenn ich nicht gleich handelte war es zu spät!
    Ich sah Charlie traurig an und sagte dann schnell, während ich in der anderen Hand einen Feuerballen formte. „Charlie, duck dich!“ Bevor er überhaupt antworten konnte, schleuderte ich den Feuerball gegen das Fenster. Charlie wurde von der Druckwelle von den Beinen gerissen und ich hechtete zum Fenster. Gleich hatte ich es geschafft! Doch plötzlich stolperte ich über etwas und fiel mit dem Kopf voran gegen die Fensterkannte und darauf direkt in die Scherben.
    Mein Kopf brummte und mein kompletter Körper schrie danach, sich hinzulegen, doch ich stand langsam wieder auf. Blut floss über mein rechtes Auge, während ich zum Fenster hinkte und begann, auf den Rahmen zu steigen. Gerade, als ich es endlich geschafft hatte, beide Beine aus dem Fenster gehoben hatte, hörte ich ein erschrockenes Aufatmen. Ich drehte mich um und tatsächlich- in der Tür standen Bill, Ginny, George und Fred. Ich bemerkte, wie Ginnys Kinnlade herunterklappte, als sie mich erkannte, wie George sich versteifte und nach Freds Arm griff und wie Freds Finger sich in seine Handflächen bohrten. Nur Bill zog seinen Zauberstab und schoss irgendeinen Zauber auf mich, doch bevor dieser mich erreichen konnte, fiel ich in Ohnmacht. Anscheinend war mein Aufschlag am Fensterbrett doch ein bisschen stärker gewesen.

    *Seine Sicht*
    Ich stand da und war unfähig, irgendetwas zu tun. Diese entschlossenen Augen hätte ich überall erkannt. Aber, das konnte nicht sein. Sie war tot. Tot, tot, tot! Seit über einem Jahr schon! Sie konnte nicht plötzlich wie ein Phönix wieder auferstehen! Bill ging zu Charlie, während Ginny zum Fenster rannte, aus dem die Person gerade gestützt war. George murmelte neben mir: „Das ist doch nicht möglich!“ Ich schüttelte den Kopf. Er sah mich besorgt an. „Bist du okay, Fred?“ Ich nickte, obwohl mein Kopf gerade zu zerbrechen drohte. Nein, ich war nicht okay. Meine Gefühle, die ich seit einem Jahr ignoriert hatte, waren nicht okay. Mein Herz, dass seit einem Jahr vor Schmerzen taub war, war nicht okay.
    Langsam ging ich aus dem Raum heraus und eilte stumm die Treppe herunter. Meine Mutter, die in der Küche mit Tante Muriel stritt, ignorierte ich, ebenso wie meinen Zwilling, der mir leise folgte. Er wusste, dass ich nicht reden wollte, aber seine Gesellschaft brauchte. Wir gingen durch die Hintertür in den Garten, in dem die blutbefleckte Frau lag. Oben am Fenster stand Ginny, die genauso geschockt war wie wir und beobachtete uns. Ich kniete mich neben die Person und strich ihr vorsichtig die Haare aus dem Gesicht. Ihr Gesicht glich dem Gesicht von Ari haargenau. Vorsichtig begutachtete ich die Wunde an ihrer Stirn, bevor ich anfing, sie zu heilen. Durch die vielen Streiche waren George und ich ziemlich gut darin geworden. George hatte währenddessen ihre Hände und Füße gefesselt. Wenn sie wirklich Ari war, würde dies sie nicht aufhalten, aber wenigstens uns würde es ein bisschen Sicherheit geben. Ich drehte mich zu Ginny und meinen Eltern und Muriel um, die inzwischen auch verstanden hatten, was gerade passiert war. „Ist sie es?“ fragte meine Mutter tonlos. Ginny nickte und antwortete leise. „Wer könnte sonst ohne Zauberstab ein magisches Fenster zerstören?“ Ich stand auf und sagte emotionslos: „Sie hat viel Blut verloren und müsste eine Gehirnerschütterung haben. An den Armen und Beinen sind noch ein paar Glassplitter. Aber das ist ja nichts, wenn man sogar von den Toten zurückkehrt.“ Bei dem letzten Satz grinste ich verzweifelt. Darauf drehte ich mich um und wanderte in eines der Kornfelder. Ich konnte dieses Haus gerade nicht ertragen.
    Nach fünf Minuten fand mich George und nahm mich wie damals in den Arm. Ich ließ es zu. „Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll, George.“ Sagte ich ehrlich zu ihm und setzte mich an den Feldrand. „Ich auch nicht. Das war ein ziemlicher Schock gerade.“ Ich nickte. Mir wurde schon erzählt, dass dieses Mädchen, mit dem wir gekämpft hatten, sich plötzlich in eine andere Person verwandelt hatte, aber ich hatte mit einem Todesser gerechnet. „Glaubst du, dass sie es ist?“ Wieder nickte ich. „Sie muss es sein. Ihre Augen, ihr leichtes Grinsen, als sie Ginny erkannt hat. Und Ginny hat recht – sie hatte keinen Zauberstab und das Zimmer hat wie sie gerochen.“ George nickte. „Was wirst du jetzt tun?“ Ich sah ihn an. In seinen Augen spiegelte sich, was ich gerade fühlte: Verzweiflung, Ungläubigkeit und ein kleiner Funke Hoffnung. „Ich weiß es nicht, George“ Er nickte und umarmte mich.

    Als wir eine halbe Stunde später zurückkehrten lag die Frau – ich wollte sie immer noch nicht bei ihrem Namen nennen – gefesselt auf der Couch, am Küchentisch unterhielten sich Bill und Fleur. „Da seit ihr ja wieder, isch habe mir schon Sorgen gemacht.“ Fleur umarmte mich und George vorsichtig. Seit der Hochzeit war sie erstaunlich netter geworden. „Ja, wir mussten mal ein bisschen weg von hier.“ Sagte George mit einem Seitenblick auf die Couch. Fleur nickte. „Sie ist seitdem nicht mehr aufgewacht, aber Charlie geht es wieder besser. Er ist in seinem Zimmer.“ Ich nickte und warf ihr einen dankbaren Blick zu. Charlie war wach und begrüßte uns mit einem Lächeln. „Wie geht es dir?“ fragte George. „Mir geht’s soweit ganz gut, ein paar Splitter im Arm, aber nichts schlimmeres.“ „Glaubst du, sie ist es?“ kam es aus meinem Mund, bevor ich mich stoppen konnte. Er sah mich ernst an: „Ich habe sie damals nie persönlich getroffen, Fred. Aber von dem, was ihr mir erzählt habt, ist sie es.“ George nickte. „Hat sie dir irgendetwas gesagt, als du alleine bei ihr warst?“ Er nickte. „Ja, sie hat gefragt, ob jemand verletzt ist und ich habe ihr gesagt, dass-“ „So, das reicht jetzt mit der Ausfragerei, Charlie, du musst dich ausruhen!“ Wir schraken alle zusammen, als unsere Mutter das Zimmer betrat und die Vorhänge zuzog. Charlie beschwerte sich nicht, sondern formte mit seinem Mund die Worte „20 Minuten“. George grinste und ich nickte. Also gingen wir in der Zeit zu Ginny und schlugen mit ihr die Zeit tot, bis wir leise wieder in Charlies Zimmer apparierten. „Also, was wolltest du vorhin sagen?“ fragte Ginny, die wir inzwischen vollkommen in unser Wissen eingeweiht hatten. „Genau, ich hab ihr gesagt, dass alle in Ordnung sind, aber warum sie als Spionin das wissen will.“ Ginny biss sich auf die Lippen, während sich in mir ein weiterer Sturm erhob. „Und sonst?“ „Und sonst, was hat sie noch so bestätigt. Ach genau, sie kommt aus Hogwarts und meinte, dass sie ein paar Jahre unter mir war. Und außerdem, musste sie lachen, als ich erwähnt habe, dass Snape jetzt Schulleiter ist.“ George spannte sich an. „Was ist los?“ fragte Ginny, spitzfindig wie immer. „Weißt du noch, als ich für dich in die Strafarbeit mit ihr gegangen bin?“ Ich nickte verwirrt. „Als ich angekommen bin, meinte Snape gerade, dass er sie von der Schule schmeißen würde, wenn er Schulleiter wäre. Sie meine dann, dass sie dann eher im Exil leben würde als in Hogwarts.“ Ginny lächelte leicht. „Dass hört sich nach Ari an.“ Charlie runzelte seine Stirn. „Und da war noch was, sie meinte ein Schniefelus hatte recht. Wer ist das?“ Ginny, George und ich tauschten einen Blick. Jetzt war es sicher: Die Person war Ari.

    Stumm saß ich am Küchentisch und tüftelte an einer meiner neuesten Kreationen für den Laden. Immer mal wieder sah ich zu der Uhr um zu sehen wie es Ron ging und warf einen Blick auf das Sofa, auf dem Ari lag. Wie konnte sie das überlebt haben? Plötzlich blendete mich ein helles Licht. Was hatte ich denn jetzt schon wieder Falsches in den Trank gekippt? Schnell lies ich den Kesselinhalt verschwinden. Aber das Licht kam nicht von dem Kessel, sondern von Ari. Ich ergriff meinen Zauberstab und näherte mich langsam dem altmodischen Sofa. Ari, oder das, was Ari war, war inzwischen so hell, dass ich nicht mehr mit bloßem Auge hinschauen konnte. Schnell zauberte ich mir eine dieser Muggelbrillen herbei. Doch gerade in dem Moment, als ich die Brille aufgesetzt hatte, waren das Licht und Ari verschwunden. Schnell rannte ich zu der Couch. Das einzige, was noch da war, war Staub. Oder nein, es war Asche! Da ich mich nicht traute, diese Asche zu berühren, legte ich einen Schutzzauber über sie und weckte meine Geschwister auf. Doch bevor wir überhaupt angefangen hatten zu diskutieren kam Molly herunter. „Was fällt euch ein, so einen Lärm zu machen! Und was macht ihr überhaupt hier?“ zischte sie wütend. Im schnelldurchlauf erzählte ich ihnen alles was passiert war. Wir alle betrachteten ratlos die Asche und rätselten. „Wenn doch Hermine hier wäre.“ Stöhnte George nach einer Weile. „Ja, das wäre so cool, wenn wir sie jetzt einfach hier her apperieren könnten.“ Erwiderte Molly mit einem Schmunzeln. Ginnys Gesicht hellte sich auf. „Apparieren ist die Lösung. Ari hat damals doch alle in den Grimmaudplatz apparieren können, richtig? Und das war, weil sie ein Animagus war. Aber nicht irgendeiner, sondern ein Phönix.“ Charlie ergänzte: „Und zwar Apparieren, unheimliche Kraft und der Gesang.“ Ich sah meine Geschwister fassungslos an. „Das heißt, sie wird gleich daraus“ ich zeigte auf die Asche „wieder auferstehen?“ Charlie nickte. „Wahrscheinlich.“ Ich grinste. Mum wirkte immer noch skeptisch: „Seid ihr sicher, dass sie nicht irgendein Spion ist?“ Wir schüttelten den Kopf. „Und was machen wir jetzt?“ fragte ich unsicher. Charlie antwortete mit einem Seitenblick auf die Asche: „Warten und Muriel von hier weghalten.“ Wir mussten alle grinsen.

    *Sichtwechsel*
    Langsam öffnete ich meine Augen und richtete mich auf. Ich versuchte mich in dieser ungewohnten Umgebung zu orientieren, als ich plötzlich ein Räuspern hinter mir hörte. Sofort drehte ich mich um und sah in die grünen Augen Fred Weasleys. Direkt neben ihm saß die komplette Familie -außer Molly und Arthur-, die mich genauso komisch, fast schon ehrfürchtig ansahen. „Ari?“ fragte Ginny. Ich sah mich nach einer Fluchtmöglichkeit um, obwohl ich wusste, dass ich meine Chance zur Flucht in dem Moment aufgegeben hatte, in dem ich beschlossen hatte, Charlie so wenig wie möglich zu verletzten. Dieser sah mich gerade sehr skeptisch, aber fasziniert an. Ich runzelte die Stirn. „Du bist wirklich Ariana Lestrange.“ Stellte Bill fest. „Black“ sagten Ginny, Fred und ich im gleichen Augenblick. Ein minimales Grinsen huschte über meine Mundwinkel, während Ginny und Fred sich zunickten. „Wenn wir dich aus deinem Schutzzauber herauslassen, versprichst du dann, nicht wegzurennen?“ Ich nickte und Fred löste den Zauber, während Ari vorsichtig auf mich zuging. „Darf ich dich berühren?“ fragte sie. Wieder nickte ich, diesmal verwirrt. Ganz langsam und vorsichtig strich sie über meinen Arm. Dann trat sie zurück. Plötzlich brachen alle Dämme bei mir. Erst jetzt schien ich mir der schrecklichen letzten Jahre erst bewusst zu werden. Ich fing an zu zittern und nach Luft zu schnappen. Ginny verstand sofort und fing an mich vorsichtig zu umarmen, bis sie schließlich von jemand anderem abgelöst wurde. Ich schmiegte mich an die warme muskulöse Brust, während er mich festhielt. So verbrachte ich eine halbe Ewigkeit. Nachdem ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte blickte ich in Freds Gesicht. Dieses war genauso tränenüberströmt wie meines. „Ich habe dich vermisst.“ Flüsterte er. Ich nickte und schmiegte mich an ihn. Wäre in diesem Moment der Kloß in meinem Hals nicht so groß gewesen, hätte ich „Ich auch“ geantwortet.
    *Zeitsprung*
    *Seine Sicht*
    Ich ging nervös in meinem Raum auf und ab. Heute -nach 2 Wochen- würde ich ihr endlich sagen, was ich für sie fühlte. George saß neben mir auf seinem Bett und sah mich belustigt an. „Du benimmst dich, als wäre sie dein erstes Mädchen“ meinte er. „Weil sie mein einziges ist.“ Antwortete ich nur und malte mir weiter alle möglichen Horrorszenarien aus. Mein Zwilling stand auf. „Ich hole sie jetzt einfach, ich meine, ich bin der mit dem kaputten Kopf.“ Ich grinste, aber im nächsten Moment bekam ich wieder Bauchschmerzen vor Aufregung. Was machte diese Frau nur mit mir? Zwei Jahre für tot gehalten und jetzt immer noch alleine in ihrer Nähe schlecht Luft bekommen! Ich setzte mich auf mein Bett und bastelte an einem der Feuerwerkskörper herum.
    „Und hier ist er“ George grinste mich an und hielt Ari die Tür auf. Diese nahm wie selbstverständlich den Platz neben mir auf dem Bett ein, während George mit den Augenbrauen wackelte und die Tür schloss. Sofort legte ich den Feuerwerkskörper auf den Nachttisch. „Ähm, ich muss dir was erzähl-“ Ein Knall ertönte und etwas Blitzte auf. Bevor ich überhaut reagieren konnte hatte sich Ari wie ein Schild über mich geworfen und schirmte mich von den Funken des Feuerwerks ab. Ich hielt meinen Atem an. Sie war direkt über mir, stütze sich nur rechts und links neben meinem Kopf ab. Ihre Hüfte lag auf meiner, ihre Brüste streiften meine. Ich biss mir auf die Lippen, bei meinem Versuch, meine Erregung nicht zu zeigen. Endlich hörte das Feuerwerk auf, doch gerade als sie wieder von mir heruntersteigen wollte, hielt ich sie fest. „Ich liebe dich.“ Sagte ich. Sie sah mich überrascht an und selbst ich war über meine sonst doch immer vorhandene Kühnheit überrascht. „Ich meine, wir, nein, du. Wenn du nicht dasselbe empf-“ Sie unterbrach mich mit einem Kuss. Sofort ging ich auf den Kuss ein. Ari hatte sich inzwischen auf mich gesetzt und küsste von oben herab, während ich mit meinen Händen sachte über ihren Körper streichelte. Während wir zum Atmen ansetzten drehte ich uns um. Jetzt klammerte sie unter mir, während ich von oben langsam ihren Hals hinabküsste. Durch sie durchlief ein leichter Schauer und ich musste grinsen, als sie stöhnte. Darauf drehte sie uns wieder, zog über mir ihr T-Shirt aus und ließ dieses neben mich aufs Bett fallen. Auf meine Fassungslosigkeit grinste sie. Sie lehnte sich herunter und küsste mich wieder. Jetzt hielt ich es auch nicht mehr aus. Ich sprang auf, doch gerade als ich mir auch noch mein Shirt abstreifen wollte, wurde mir klar, dass wir immer noch in Muriels Haus waren, das Zimmer von Ginny auf der einen, von Mum und Dad auf der anderen Seite. Ich schluckte. Doch sie schien zu verstehen. Auch sie stand auf. „Gib mir deine Hand.“ Sagte sie und streckte mir ihre Hand entgegen.

    *Meine Sicht*
    Er gab mir ohne zu zögern seine Hand, was ich mit einem Lächeln quittierte. Im nächsten Moment waren wir in seiner Wohnung über dem Laden. Er sah mich erstaunt an. „Woher weißt du wo…“ „Deine Eltern haben es gestern erwähnt“ antwortete ich nur und im nächsten Moment küsste ich ihn wieder. Er hob mich hoch und trug mich ohne den Kuss zu unterbrechen ins Schlafzimmer. Jetzt zog auch er sein Shirt aus und ich bestaunte ohne Scham seine Muskeln. Er grinste leicht, während ich mich auf dem Bett so drapierte, dass es ihm wieder den Atem nahm. Er kam über mich und küsste langsam wieder meinen Hals. Mich durchfuhren leichte Schauer. Seine Hand fuhr in meine Hose. Ich reckte mich ihm förmlich entgegen, bis ich plötzlich wieder die Macht haben wollte. Also drehte ich uns beide wieder um. Er lachte rau, doch im nächsten Moment nahm ich ihm den Atem.

    *Zeitsprung*
    Ich flog durch die zerstörten Gänge von Hogwarts, auf der Suche nach meinem Verlobten. Immer wieder griff ich einzelne Todesser an, versuchte so vielen wie möglich zu helfen, doch immer mehr Tote sammelten sich. Plötzlich gab es einen lauten Knall, und einem anderen Teil des Korridors hörte ich Schreie. Sofort flog ich in diese Richtung. Als ich um die Ecke kam, sah ich die Unglücksstelle: Anscheinend hatte ein Todesser den kompletten Flur gesprengt. Doch warum schrie dort jemand? Ich verwandelte mich in einen Menschen und rannte auf den Haufen zu. War dort jemand vergraben worden? Als ich näher kam, erkannte ich, dass dort Menschen standen, die mir allzu bekannt waren. George, Harry, Hermine und Percy schrien und schienen einem Todesser nachlaufen zu wollen. Doch im letzten Moment hielten Percy und Hermine Harry und George auf. Endlich kam ich bei ihnen an. „Was ist geschehen?“ fragte ich sie: „Und wo ist Fred?“ Erst jetzt bemerkte ich, dass jeder in Tränen ausgebrochen war. Ich begann zu verstehen, wer unter den Steinen begraben worden war. „Nein.“ Murmelte ich entsetzt, doch Harry nickte. „NEIN“ schrie ich und rannte zu dem Steinhaufen. Ich grub mit aller Kraft nach meinem Fred, bis ich schließlich seinen roten Kopf zwischen den Ziegelsteinen entdeckte. Ich nahm ihn in meinen Schoß und rollte mich vor Schmerzen zusammen. Tränen flossen über mein Gesicht, während ich ihn langsam hin und her wiegte. Ich schloss meine Augen und fühlte seine kalte Haut. Er war weg. Das konnte nicht sein. Tränenverschleiert sah ich sein Gesicht an. Ich murmelte vollkommen verzweifelt: „Verlass mich nicht, Fred. Bitte, verlass mich nicht. Wir wollten doch so viel tun! Ich will, dass wir endlich einmal Charlie bei den Drachen besuchen, ich will zusammen einen Niffler in Muriels Haus schicken, ich will, dass wir die coole Tante und Onkel für unsere Neffen sind! Bitte, verlass mich nicht.“ „Werde ich nicht.“ Sagte plötzlich jemand unter mir. Ich strich mir die Tränen aus den Augen: „Fred!“ schrie ich fast und erdrückte ihn in meiner Umarmung. „Wie, du warst gerade noch tot?“ Er nickte nachdenklich, grinste aber dann: „Ich habe es mir eben anders überlegt.“ Ich lächelte schwach. „Fred!“ schrie auch jetzt George hinter uns. Ich drehte mich um. Percy und George rannten gerade zu uns und Hermine sah uns nachdenklich an. „Ich weiß, wie.“ Meinte sie dann plötzlich: „Phönixe haben auch diese Kraft. Das haben wir ja schonmal erlebt.“ Sie zeigte auf Harry. Ich nickte, doch es war mir in diesem Augenblick komplett egal, wie er es überlebt hatte. Vorsichtig richtete ich ihn wieder auf und tatsächlich konnte er einigermaßen wieder stehen.
    Zusammen mit Percy und George brachten wir ihn noch einmal in die große Halle, in welcher ich auch blieb, bis die Pause angekündigt war, um so viele Tränen wie möglich zu sammeln. Gerade als ich aufstand, sah ich, wie Harry zum Ausgang lief. Schnell rannte ich ihm hinterher. Mir war genauso klar wie ihm, was er tun würde. „Ari, du weißt ich muss das tun.“ Ich nickte. „Und ich bin nicht gekommen um dich aufzuhalten. Ich wollte dir bloß sagen, dass ich nie bereut habe, an dem Tag mich für euch gefangen nehmen zu lassen. Ich werde deine Familie beschützten.“ Er nickte dankend, dann drehte er sich um und verschwand in dem Wald. Ich kehrte zum Schloss zurück und barg weiter Tote und Verletzte, bis Voldemort seine Triumpfdurchsage machte. Alle versammelten sich vor der großen Halle. Voldemort hielt seine Siegesrede und plötzlich sprach er Draco an. Meinen besten Freund, der unbemerkt links von mir gestanden hatte, ging langsam zu den Todessern. Doch dann trat ich hervor und schrie seinen Namen. Er drehte sich erstaunt um und als er mich sah, wurde er ganz blass. „Ari?“ fragte er tonlos. Ich nickte. „Harry Potter mag tot sein, aber wir sind es nicht. Wir werden und dir nicht unterwerfen, Tom Riddle.“ Sagte ich ruhig, direkt an Voldemort gewandt. Er lachte. „Und wer bist du?“ Ich straffte meine Schultern und ging einen weiteren Schritt in seine Richtung. „Ich bin Ariana Black, Tochter von Bellatrix Lestrange.“ Ich sah Voldemort in die Augen und sprach dann in Parsel weiter. „Und dir.“ Voldemort wich einen Schritt zurück. „Wie?“ flüsterte er und warf darauf Bellatrix einen Seitenblick zu. Auch diese sah mich mit schreckensgeweiteten Augen an. „Meister, ich wusste nicht.“ Ich schnaubte. „Wie? Die größere Frage ist doch eher, warum ihr jetzt nicht schon die Seite gewechselt habt?“ ich richtete meine Stimme an die Todesser: „Euer Meister“ ich grinste verächtlich: „Ist schwach. Er lässt sich von seinem Hass gegen jeden leiden. Wenn ihr ihm nicht mehr nützlich seid, werdet ihr ihm selbst zum Opfer fallen. Seht euch Professor Snape an. Wir können euch schützten. Wir können eure Kinder schützten.“ Tatsächlich setzten sich viele Todesser in Bewegung, doch bevor sie überhaupt bei uns ankamen, entbrannte der Kampf erneut.
    Wieder schaltete ich viele Todesser aus, bis ich schließlich zu Bellatrix kam. Wir starrten uns an, bis sie schließlich laut auflachte. „Du wirst niemals meine Tochter sein, egal wie mächtig du bist!“ Dann ging sie auf mich los, doch bevor sie überhaupt reagieren konnte, waren Draco und Fred neben mir und zu dritt besiegten wir meine Mutter. Als sie sich in Staub auflöste, sah ich ihr genau in die Augen. Sie war diejenige, die Sirius, meinen wirklichen Vater, getötet hatte, sie war diejenige, die mich und so viele andere jahrelang gefoltert hatte. Sie war diejenige, die mir damals allen Lebenswillen genommen hatte.. Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter. „Bist du okay?“ fragte Fred mich und sah mich mit seinen treuen brauen und wieder lebendigen Augen an. Ich lächelte leicht. „Ja.“

    Ich stand Seite an Seite mit Harry und taktierte Tom Riddle. Dies war das große Finale. Und wir würden es gewinnen. Ich lächelte Harry zu. Dann griff Voldemort Harry an, doch Harry konnte sich selbst verteidigen. Wieder gingen wir im Kreis umeinander herum. „Es ist noch nicht zu spät.“ Sagte Harry. „Du kannst noch bereuen.“ Ich sah wie Voldemort seine Fassung verlor und ein letztes Mal angriff. Doch ich warf den stärksten Protego-Fluch auf Harry, den ich je produziert hatte. Und der grüne Lichtblitz wurde von ihm gespiegelt und landete direkt in dem Herz meines Vaters. Dieser sah mich mit schreckgeweiteten Augen an. „Bereue, Tom Riddle.“ War das letzte, was er je hören würde.
    Um mich herum brach ein Jubel aus. Ich setzte mich im Schneidersitz auf den Boden und starrte an die Stelle, wo Voldemort gerade verschwunden war. Im Augenwinkel bemerkte ich, wie sich Fred neben mich setzte. Ich lächelte leicht und legte meinen Kopf an seine Schulter. „Wir haben es geschafft.“ Murmelte ich. „Und wir werden es immer schaffen.“

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