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Lovestory Gryffindor

Deine Lovestory in Gryfindor

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    Dein Name: Juliane "Jane" Joule. Dein Alter: 15 Jahre. Dein Haus: Gryffindore.Dein Jahrgang: Das von Fred und George. Deine Stärken: Quidditch, Zaubertränke. Deine Schwächen: Wahrsagen. Dein Aussehen: sehr lange, hellbraune Harre, meistens zu einem Zopf oder Dutt gebunden; katzengrüne Augen; volle Lippen; sportliche Figur; ca. 1,68m groß; Sommersprossen auf der Nase. Dein Charakter: sehr ehrgeizig, sportlich, naturliebend, fröhlich, launisch, eifersüchtig. Deine beste Freundin: Cho, Hermine (zum Lernen). Dein allerbester Freund: Cedric Diggory

    Deine Geschichte:

    "Halt! Wartet auf mich!" schrie ich panisch als ich meiner Mutter noch schnell einen Abschiedkuss auf die Wange gedrückt hatte. Wie jedes Jahr herrschte auf dem Bahngleis 9 3/4 buntes Treiben und ein wüstes Durcheinander. Meine gesamte Familie war mal wieder mitgekommen und bei diesem ganzen sehnsüchtigen Abschieden meiner Eltern hatte ich gar nicht mitbekommen dass der Hogwarts-Express sich schon in Gang gesetzt hatte. Hektisch rannte ich über den Bahnsteig auf eine der Abteiltüren zu. Ich achtete darauf dass ich keinen Passanten dabei anstieß was das Ganze leider nicht gerade schneller machte. Der Express erhöhte langsam sein Tempo und ich tat dies ebenfalls und erhascht doch noch die eine Leitplanke der Türen und sprang förmlich in den Zug hinein. Ich nahm so viel Schwung mit mir, dass ich indrinnen gegen eine Person knallte und wir beide unsanft auf den Boden landeten. Ich schlug mit meinem Kopf gegen die Wand und verzerrte schmerzvoll mein Gesicht. "Verdammt" fluchte ich und strich über die Beule. Entschuldigend blickte ich zu dem Jungen neben mir und erwartete gleich eine Anpöbelei, doch die kam Gott sei Dank nicht. "Was zum... Ach Jane, mensch, das hätte ich mir ja denken können." lachte er mich an und stand lässig auf. "Tut mir total leid, Oliver. Ich hatte die Entfernung des Zuges total unterschätzt." lachte ich peinlich berührt und nahm seine nach mir ausgestreckten Hand dankbar an. Oliver zog mich schwungvoll hoch und stellte mich mit ihm zusammen an die Seite damit wir die anderen Schüler vorbeilassen konnten. "Troztdem klasse Sprung. Scheint du hast dein Training in den Ferien nicht vernachlässigt." schmunzelte er und lächelte einigen zur Begrüßung freundlich zu. Ich verdrehte gespielt die Augen und murmelte "Das konnte ich ja gar nicht, so oft wie du mich daran erinnert hattest." "Hey hey, ich wollte nur meine beste Treiberin in Form halten" grinste er und zwinkerte mir zu. Mein Wangen färbten sich leicht rot und ich machte mich langsam auf ein Abteil für die Fahrt zu suchen. Nachdem ich den Ravenclaw Teil durchstreift hatte kam ich zum Gryffindore Teil und öffnete gleich die erste Tür, die rechts von mir erschien. Ich lächelte und öffnete sie. "Hallo Leute. Darf ich mich zu euch setzen?" fragte ich höflich und winkte Hermine zu. "Ja klar Jane. Komm" begrüßte sie mich und klopfte auf den freien Platz neben sich. Ich ließ mich mit einem Seufzer nieder und überschlug meine Beine. "Und, was steht so an?" fragte ich beiläufig und sah hinüber zu Harry und Ron, die meinen Blicken auszuweichen schienen. Als ich von ihnen irgendwie keine Antwort erhielt, sah ich etwas verwundert zu Hermine, die mich wissend anschmunzelte. "Ist was? Habe ich irgendetwas im Gesicht" fragte ich etwas misstrauisch und bekam aber nur ein kicherndes Kopfschütteln von ihr als Antwort. "Ach wisst ihr schon das Neueste? Dieses Jahr findet mal wieder das Trimagische Turnier statt ..." plapperte Hermine drauf los und wechselte somit sehr schnell das Thema, bis wir schließlich nach drei Stunden anstrengender Zugfahrt am Hogwarts Bahnsteig ankamen.



    "Der ist doch nicht einmal siebzehn!" hörte ich empörende Stimmen hinter mir nach vorne rufen. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Das konnte doch nur ein Scherz sein, ein sehr schlechter noch dazu! Harry sollte ein trimagischer Champ sein! Ich fragte mich ernsthaft wie er es tatsächlich geschafft hatte - wie er seinen Namen trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Dumbledores und aller Drohungen und Schauermärchen über dieses gottverdammte Turnier in diesen noch einmal gottverdammten Kelch geworfen hat. Aber würde er so etwas wirklich tun? Eigentlich konnte ich es mir schwer vorstellen, aber der Zettel war doch Beweis genug, oder? Harry verschwand mit Dumbledore aus der Tür hinter den Lehrerpulten und ließ uns somit allein. Das blaue Licht der Halle verfärbte sich wieder in ein normales Orange und ein Gemurmel schlich durch die Tischreihen an denen wir saßen. Ich drehte mich zur Seite und erblickte gut vier Plätze weiter einen grimmig darsitzenden Ron Weasley. Rasch stand ich auf und kniete mich neben ihn auf die Treppen. "Sag mir bitte nicht dass Harry wirklich so dumm war und sich da angemeldet hat!" flüsterte ich besorgt und sah ihn an. Er blickte finster auf den Boden und nuschelte ziemlich, sodass ich ihn kaum verstehen konnte. "Dieser verdammte Mistkerl..." hörte ich nur immer zu von ihm sagen. Anscheinend schien er gar nicht auf mich zu reagieren und ich probierte es noch einmal. "Er wird dir doch als seinen besten Freund sicher etwas davon gesagt haben oder täusche ich mich da?" Wieder keine Ahnung. Er stand ruppig auf und ging einfach mit geballten Fäusten weg, ohne mich noch einmal anzusehen oder wenigstens etwas zu sagen. Verblüfft blieb ich sitzen und sah ihm hinterher. Ich konnte seine Gefühle nicht ganz so richtig einordnen. War er jetzt etwa sauer? Wieso das denn? Wäre ich sein bester Freund wäre ich doch eher besorgt und total panisch. Tja, vielleicht kam der Junge ja endlich mal langsam in die Pubertät..., da spielen ja wie üblich die ganzen Hormone etwas verrückt..

    "WAAAH!" quiekte ich auf als mich Hände an den Schultern packten, kurz darauf hörte ich nur schallendes Gelächter. "Du bist ja immer noch so schreckhaft!" lachte der Rotschopf links von mir. "Ist immer wieder urkomisch dir dabei zuzusehen" sagte der andere und beide setzten sich neben mich. Ich seufzte erst aus Erleichterung auf und dann verpasste ich beiden einen däftigen Schlag auf den Hinterkopf. "Fred, George! Ihr wisst ganz genau wie sehr ich das hasse!" fuhr ich die beiden an und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ja ich weiß" tröstete George mich gespielt einfühlsam. "Aber du bist immer so niedlich wenn du aus der Haut fährst" setzte er fort und ich verpasste ihm gleich noch einmal mit meinem Ellenbogen eine Magenkuhle. So gemein und schadenfroh sie doch manchmal waren, man konnte diesen Scherzbolden einfach nie richtig sauer sein, dazu waren sie einfach zu witzig und zu süß. Jetzt konnte ich mir auch kein Kichern mehr verkneifen und grinste die beiden an. "Dann sollte ich wohl öfter mal angepisst sein, oder etwa nicht?" lachte ich, legte meine Arme um ihre Hälse, denn weiter kam ich mit meinen kurzen Ärmchen nicht, und zog sie näher zu mir heran. "Sagt mal Jungs," flüsterte ich jetzt wieder etwas besorgt. "Wisst ihr warum Ron so sauer auf Harry ist?" Fred grinste breit und legte seinen Mund an mein Ohr. "Er ist bestimmt eifersüchtig auf Harry" wisperte er mir geheimnisvoll zu und befreite sich lachend aus meinem Griff. Verdutzt sah ich abwechselnd von ihm zu George. "Was? Wieso das denn?" fragte ich unverständlich und blickte seltsam drein. "Naja" begann George. "Wenn du dir um Harry Sorgen machst wünscht er sich natürlich er wäre der Trimagische Champ, um deine Aufmerksamkeit halt zu bekommen." Seine Lippen verzogen sich zu einem Lächeln und er schaute wohlwissend zu Fred hinüber. Jetzt vertand ich gar nichts mehr. "Bitte was? Aber er sah schon so depressiv aus als verkündet worden war, dass Harry auserwählt ist!" "Was, achso,.. ähm,.. tja dann. Vergiss am besten ganz schnell was George gesagt hat. Ach da fällt mir ein wir müssen noch ... ganz dringend was erledigen..." "...ja, lernen und so" beendete George Freds Satz und die beiden sprangen sofort auf und liefen davon. Ich öffnete meinen Mund um die beiden zurückzupfeifen, doch ich gab das Vorhaben schnell mit einem Seufzer auf und stand ebenfalls auf. "Von wegen lernen" nuschelte ich. Die lernten doch nie. Irgendwie ist das alles komisch.Warum um alles in der Welt war Ron denn nun sauer auf Harry? Und warum sollte er meine Aufmerksamkeit haben wollen? Ich dachte immer er schwärme für Hermine. Tja, wahrscheinlich tat er das auch und die Zwillinge wollten mich einfach nur verarschen. Ich schritt in Richtung des Haupttors, ab und zu unterbrach ich meinen Weg und unterhielt mich noch mit ein paar Freundinnen aus den anderen Häusern über das eben stattgefundene Ereignis und diskutierten heftig darüber. Ich hatte ziemlich viele Freunde in Hogwarts, was ab und an ehrlich gesagt auch etwas anstrengend sein konnte, da man versuchen musste, zu jedem regelmäßig Kontakt zu halten und bloß kein schlechtes Wort über den anderen zu verlieren. Irgendwie bekam ich langsam ziemliche Kopfschmerzen, war ja auch kein Wunder bei dieser ganzen Menschenmasse um mich herum und ich beschloss kurzerhand noch eine Runde auf dem Quidditchfeld meine Bahnen zu fliegen, immerhin musste ich ja im Training bleiben. Ich war das jüngste Mädchen in der Mannschaft und nach Harry und einem Drittklässler, dessen Namen ich ständig vergaß weil er kein Wort mit jemandem sprach, die jüngste aus dem gesamten Team. Bereits in der ersten Klasse auf Hogwarts wollte ich in die Gryffindore-Mannschaft aufgenommen werden, da ich mir sicher war, als Treiberin gut zu funktionieren, weil ich schon als Kind merkte, dass ich ein großes Talent im Sport Baseball besaß. Oliver meinte aber damals dass ich noch zu jung dafür war und er einfach sonst im Match total besorgt um mich wäre, da man mit den Klatschern nicht spaßen sollte. Das verstand ich auch total, war dann aber verdammt sauer auf ihn, als Harry ein Jahr später als Erstklässler als Sucher genommen wurden war. Als ich mich bei Oliver daraufhin beschwerte, nahm er mich einmal schließlich zum Training mit und war letztendlich von mir wohl so begeistert, dass er mich als Stammspielerin ins Team einschloss und, wie er immer so schön sagt, bisher noch nicht im geringsten bereut hat.

    Ich joggte also schon in meinen Quidditch-Sportsachen über den Schlosshof und sah schon von weiter Ferne das riesige Spielfeld. Ich achtete genau darauf, dass mich keiner entdeckte, denn es war schon nach acht Uhr abends und eigentlich verboten sich noch so weit vom Schloss entfernt aufzuhalten. Eigentlich befolgte ich stets die Regeln der Schulleitung, doch wenn es um das Thema Sport und vor allen Dingen Quidditch ging, war ich nicht mehr aufzuhalten.

    Ich schlich mich in das Gryffindore-Zelt und packte mir den nächst besten Besen der in der Ecke stand. War ja eigentlich egal welchen ich nahm, die waren alle nicht besonders schnell...

    Zügig eilte ich nach draußen und sog die frische Luft ein. Aaah, perfekt für ein bisschen Training. Nicht zu windig, angenehm kühl, was will man mehr? Ich lief noch einmal in das Zelt zurück um mir die Kiste mit den Quidditch-Bällen zu schnappen und öffnete sie schwungvoll. Da waren sie, meine kleinen Freunde. Lästige kleine Biester, wie Oliver sie damals genannt hatte. Grinsend und selbstbewusst öffnete ich die eine Schnalle des Klatschers und ließ ihm freie Bahn. Sofort zischte er mit einem überaus hässlichem aber für mich nun schon zur Gewohnheit gewordenen Geräusch hoch in den Himmel hinauf und schien dort zu verschwinden. Doch ich kannte mich aus und wusste was der Kleine Schlingel im Schilde führte, griff nach meinem Schläger und dem Besen und flog schnurstracks in die Luft empor. Ich hielt den Metallschläger fest in der Hand und schloss die Augen.

    Die Spieler der anderen Häuser hielten mich immer für total verrückt und größenwahnsinnig, wenn ich das tat, weil ja sonste was passieren könnte, meinten sie. Aber ich hörte nicht darauf. So konnte ich mich besser konzentrieren und die Geräusche des Klatschers besser wahrnehmen. Es dauerte keine drei Sekunden da vernahm ich auch schon seine Schreie und riss rasch die Augen auf um eine Millisekunde später ihn mit einem kräftigen Schlag in das mittlere der drei Tore auf der anderen Seite des Feldes zu schmettern. Dies tat ich gut zehn bis fünfzehn Mal, bis mir dann schließlich doch der Arm Schmerzen bereitete und ich leider einsehen musste, dass ich genug Training für heute hatte. Mit ein paar Schlägen brachte ich den Klatscher soweit, dass ich ihn nehmen und zurück in den Koffer hiefen musste. Das sah machmal etwas komisch aus, weil es wirklich große Mühe und Anstrengung brauchte, um ihn wieder an seinen gerechtmäßigen Platz zu packen. Als ich es letztendlich geschafft hatte waren meine Haare von dem Kampf mit diesem verrückten Ding total zerzaust und ich musst plötzlich lachen, lag wahrscheinlich auch zum Teil an dem Adrenalin. Ich löste das Zopfgummi aus meinem Haar und und ließ sie locker nach hinten fallen. Jetzt reichten sie mir fast bis zum Hintern, das sah man meistens aber nicht weil ich ja fast die gesamte Schulzeit über meine Haare hochsteckte. "Wow" hörte ich eine schöne Stimme aus dem Eingang des Zeltes flüstern und erschrak fast zu Tode. "Was für Haare" flüsterte die Person und ich drehte mich überrumpelt um. "Oliver" rief ich überrascht aus und sah ihn verblüfft an. "Was machst du denn noch hier?" Er lächelte und trat herein. Wow, in dem dämmerndem Kerzenlicht funkelten seine braunen Augen wirklich schön, das ist mir noch nie aufgefallen. "Das Gleiche könnte ich dich auch fragen, meinst du nicht? Denn ich darf im Gegensatz zu dir hier draußen sein, immerhin bin ich Siebtklässler und zudem noch Mannschaftskapitän." er lächelte mich weiter an und ich wurde etwas rosig um die Wangen. Musste wohl an der Wärme hier liegen. "Ich wollte noch etwas trainieren" sagte ich schließlich als ich mich wieder etwas gefangen hatte. "Das habe ich gesehen" antwortete er und zwinkerte mir zu. "Ach, du hast mich beobachtet?" "Naja, so in der Art. Ich wollte ebenfalls etwas trainieren kommen und da habe ich von unten gesehen wie du deine Schläge trainiert hast. Sehr beeindruckend." lobte er mich und stellte seinen Besen zurück an die Wand. Dann kam er auf mich zu, bis er nur einen Meter von mir entfernt stand und griff nach meinem. "Darf ich ihn für dich zur Seite packen? Du wolltest doch gerade aufhören, oder?" flüsterte er und sah mir in die Augen. So wunderschöne Augen... Ich nickte nur stumm und kurz, meine Kehle war wie zugeschnürt, war komplett unfähig zu reden. Er war mir so nah, dass ich seinen Duft wahrnehmen konnte. Er roch... irgendwie anders, ich weiß nicht. Für mich rochen Jungs eigentlich alle gleich, doch er, ... er roch so.. so elegant, so gemütlich – das war schwer zu beschreiben, zumindest warf mich dieser Geruch für einen kurzen Moment aus der Bahn und ich schien plötzlich wie hypnotisiert. Er drehte sich von mir weg um meinen Besen nun neben seinen zu stellen. Ich blieb wie angewurzelt an meiner Stelle stehen und versuchte angestrengt meine Gedanken wieder zu kontrollieren. "Danke" flüsterte ich etwas heiser, meine Stimme schien plötzlich wie weg zu sein. Besorgt sah Oliver mich an. "Ohje, bist du etwa erkältet?" fragte er und hielt seine Hand gegen meine Stirn. Seine Berührung verpasste mir einen heftigen Knoten oder so etwas ähnliches im Bauch und ich sah ihn immer noch an. "Also Fieber hast du zumindest nicht.." sagte er nachdenklich. Innerlich verdrehte ich die Augen., Ich bin doch nicht erkältet, dachte ich bei mir., du bist irgendwie der Grund warum ich unfähig bin zu sprechen'. Er nahm seufzend seine Hand zurück und legte einen Arm um meine Schulter. "Vielleicht wäre es besser wenn wir jetzt zurück gehen sollten. Es ist schon spät und du willst ja morgen bestimmt ausgeschlafen sein." Ich stöhnte genervt auf. "Ich bin doch kein kleines Baby mehr, das pünktlich ins Bett muss" giftete ich ihn an. Erschrocken hielt ich mir die Hand vor den Mund und Oliver fing an zu lachen. Upps, das sollte eigentlich nicht so in einem scharfen Ton rüberkommen... Schon wieder wurde ich rot und wich seinem belustigtem Blick schnell aus. "e-entschuldige bitte.. ich meinte eigentlich ich.." "Ach komm, dafür brauchst du dich doch nicht zu entschuldigen, Süße. Du hast ja recht, ich bin vielleicht manchmal noch etwas besorgt um dich. Ich sehe halt des öfteren immer noch die kleine quängelnde Erstklässlerin vor mir, weißt du?" Die Röte wich komplett aus meinem Gesicht und meine Laune senkte sich auf den totalen Nullpunkt. Aha, so sah er mich also, doch noch wie so ein kleines Baby. "Naja gut" sagte ich jetzt etwas genervt. "Werde dann mal wieder abhauen." Überrascht von meinem harten Ton sah er mich prüfend an. "Warte, ich bring dich noch zum Gemeinschaftsraum." Als ob seine Bemerkung von eben nicht schon schlimm genug gewesen wäre – nein - setzt er glatt noch einen drauf. Wütend und total angepisst riss ich mir meine Lederhandschuhe von den Händen und warf sie in die nächste Ecke. "Nein danke" antwortete ich einem stark sarkastischem Ton. "Ich schaff das schon alleine. Bin immerhin nicht mehr deine kleine Erst- sondern, eine vielleicht nicht ganz so reife wie der werte Herr hier, Fünftklässlerin, die sich schon wehren kann wenn jemand ihr auf die Nerven geht." Ich war total genervt. Warum konnte er mich denn nicht auch mal als reife junge Frau ansehen? Aber was ging mich das eigentlich an. War doch eigentlich egal was er von mir dachte. "Mensch, Jane, das war doch nicht so gemeint.." versuchte er sich zu entschuldigen und kam etwas auf mich zu. Ich wich ihm aus und band mir wieder schnell einen Zopf. "Ist ja auch eigentlich egal. Bleib du ruhig hier und trainier noch etwas. Deswegen bist du ja hier" erwiderte ich immer noch etwas patzig und verließ eilig das Zelt. Ich wollte keine Zeit noch mit einem Typen verbringen, der mich noch für ein kleines Mädchen hielt.

    Och man ich ärgerte mich so! Ich geb es ja zu ich hatte mich ein klein wenig in Oliver verknallt gehabt, das war kurz nach Schulbeginn. Ich zeigte halt generell mehr interesse für ältere Jungs und er war halt genau mein Typ. Und genau dieser Typ hielt mir für noch für eine "kleine Erstklässlerin", dabei gab ich ihm doch überhaupt keinen Grund so über mich zu denken! Ich redete reifer als es meinem Alter entsprechen würde und handeln sowieso. Aber klar, er hatte viele Verehrerinnen, warum sollte er dann sich auch mit einer abgeben, die ganze drei Jahrgänge unter ihm war. Ich lief ins Schloss und huschte durch die ganzen Gänge hoch zu meinem Gemeinschaftsraum. Er war komplett leer, es schienen schon alle zu schlafen. Gerade als ich die Treppe zu den Mädchenschlafsäälen hinaufgehen wollte, fühlte ich eine warme Hand meine linke umschließen. Erschrocken drehte ich mich um und sah in das besorgte Gesicht von Oliver. Der war ganz schön schnell, ich hatte gar nicht bemerkt dass er mir nachgelaufen war. "Bitte bleib doch jetzt endlich mal stehen." flüsterte er und zog mich von der ersten Treppenstufe wieder zu sich runter. "Warum denn? Ich will schlafen gehen" antwortete ich und entzog ihm meine Hand, die wegen seiner Berührung nur so kribbelte. "Weil du mir erklären sollst weswegen du so wütend bist" Ich seufzte und lehnte mich gegen die Mauer. Ich bekam so ein bisschen Schuldgefühle. Vielleicht hatte ich echt zu überempfindlich gehandelt als ich da so sauer abgedampft bin.. Jetzt musste er bestimmt noch mehr denken dass ich noch halb ein Kind war. "tut mir leid" sagte ich jetzt entschuldigend. "Mich stört es nur dass du von mir denkst dass ich noch so zerbrechlich und jung wäre.. Denn das bin ich nicht mehr. Ich bin vermutlich reifer und erfahrener als du denkst" Seine Gesichtszüge entspannten sich wieder etwas und er lächelte mich. "Ja, ich entschuldige mich auch. Wahrscheinlich hast du recht. Und ich kann dich auch ziemlich gut verstehen. Ich konnte das früher auch nicht ab wenn jemand mich so behandelt hat. Sorry also noch einmal." Ich strahlte ihn an und umarmte ihn, beließ es aber bei einer kurzen, flüchtigen Umarmung, damit das Kribbeln in meinem Bauch schnell wieder aufhörte. Oliver lachte plötzlich und zeigte seine weißen Zähne. Prüfend und verständnislos sah ich ihn an. "Aber du musst zugeben, das mit dem "erfahren" stimmt bei dir nicht ganz, oder?" Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und fragte ungläubig wie er das meinte. "Naja du meintest doch bestimmt Jungs damit, oder?" " .... Ja, wieso?" fagte ich jetzt etwas schnippisch. "Na weil du noch nicht mal deinen ersten Kuss hattest, da nenn ich so etwas nicht gerade erfahren." er lachte weiter und sah mich etwas herausfordernd an, was ich jetzt darauf antworten würde. Ich entschied mich gar nicht zu antworten, sondern ihn einfach am Kragen zu packen, ihn zu mir hinunter zu ziehen und ihn direkt auf die Lippen zu küssen. Sie waren unglaublich warm und weich und fühlten sich einfach herrlich an. Doch ich war innerlich noch bei vollem Verstand und ließ den Kuss nur ca. Zwei Sekunden dauern, dann beendete ich ihn und fllüsterte nur "jetzt schon" in sein verdutztes und verwirrtes Gesicht, ehe ich mich wieder umdrehte und die Treppe hinauf ging, ohne mich noch einmal zu ihm hin zu wenden.



    Müde stützte ich meinen Kopf mit meiner rechten Hand ab und stocherte lustlos in meinem Salat herum. Ich hatte überhaupt keinen Appetit, mein Magen fühlte sich so an als ob mir letzte Nach jemand Steine reingeschüttet hätte. Ich konnte letzte Nacht überhaupt nicht schlafen, musste immer wieder an den Kuss zurück denken. Verflucht noch einmal was hatte ich mir denn dabei gedacht? Das war ja mal voll die blöde Aktion gewesen... Angestrengt versuchte ich schon den ganzen Morgen Oliver aus dem Weg zu gehen. War vielleicht etwas schwer, da wir ja in einem Haus waren und er deshalb nur ca. 15 Plätze weiter von mir entfernt saß. Während die anderen um mich herum nun schon ihre dritte Portion Essen zu sich nahmen, hatte ich noch nicht mal mit der ersten angefangen.

    Plötzlich spürte ich eine warme, weiche Hand meine Hüfte umschlingen und ich hatte schon Angst es wäre Oliver und schreckte panisch zusammen. "Hey, hey, ich bin es doch nur." beruhigte mich sie schöne Stimme und ich entspannte mich mit einem erleichterten Seufzer augenblicklich. "Hast du mich erschreckt, Cedric" Ich fing wieder an meine Tomaten mit der Gabel von links nach rechts zu schieben. "Was ist denn los, Süße." fragte er mich besorgte und stellte meinen Teller weg damit ich Zeit hatte mit ihm zu reden. "Nichts. Müde und aufgeregt." nuschelte ich nur und trank einen Schluck Wasser. Cedric lächelte mich schief an. "Ist das dein ernst? Jane ich kenne dich jetzt schon gut genug und weiß dass du NIE vor Quidditchspielen müde oder aufgeregt bist. Also, was ist los." "Nichts Cedric. Und jetzt lass mich bitte in Ruhe. Ich bin echt nicht gut drauf." "Liebeskummer?" flüsterte er und ich verschluckte mich an meinem Getränk. Ich stellte den Becher sofort ab und fing an wie verrückt zu husten. "Erwischt" grinste er breit und zog mich näher an sich heran. "Und? Wer ist es?" flüsterte er ganz nah an meinem Ohr. Ich blickte unauffällig zu Oliver hinüber, der mich nur etwas grimmig beobachtete. Ohje, anscheinend war er wirklich sauer wegen gestern. "Möchte ich jetzt hier nicht sagen" seufzte ich schließlich leise. Ihm konnte man echt nichts vormachen. "Dann lass uns woanders hingehen. Das Spiel fängt erst in drei Stunden an und so wie es aussieht wirst du eh nichts mehr essen." Ich nickte dankbar und wir standen auf. Er nahm mich bei der Hand und zog mich hinter sich aus der Halle. Ich achtete darauf dabei nicht in Olivers Richtung zu blicken.



    "Das ist ja krass. Du hast ihn echt geküsst?" fagte mich Cedric lachend und ich schlug ihn gegen den Arm. "Ja verdammt und jetzt quatsch nicht sondern hilf mir mit meinem Rücken" meckerte ich ihn an und drehte mich von ihm weg. "Jaja warte" nörgelte er und zog mir die Bänder hinten einzeln zu. "War aber ziemlich mutig von dir, finde ich zumindest." "Im nachhinein find ich das eher dämlich. Das war doch total unnötig von mir..." "Nein gar nicht .. - jetzt halt doch mal still! – Er soll ruhig merken dass du schlagfertig bist und dass mit dir nicht zu spaßen ist. Und ganz ehrlich: das war doch nur ein Kuss, das ist doch nichts weltbewegenes." Ich seufzte. Wahrscheinlich hatte er recht. Er hat irgendwie immer recht. "Jetzt beeil dich mal etwas! Ich bin schon wieder die letzte!" jammerte ich und zappelte ungeduldig herum. Langsam machte sich das Adrenalin wieder in meinem Körper breit und ich bekam schreckliche Bauchschmerzen vor Aufregung. Cedric lachte nur und zog mit Absicht zu fest zu dass ich anfing die Luft einzuziehen und loszuhusten. Ich drehte mich gereizt um und schlug ihm gegen den Oberarm. "Lass den Quatsch! Willst du dass ich ersticke und mitten im Spiel vom Besen falle!" rief ich gespielt entsetzt aus und er grinste. "Nein, natürlich nicht. Ein Leben ohne meine beste Freundin könnte ich mir gar nicht vorstellen" sagte er ruhig und mein Gesicht und mein Herz wurden ganz weich. Wie süß war das denn.... "Oh danke, ich ohne dich auch nicht" quietschte ich etwas und ging auf ihn zu um ihn zu umarmen. Ich vergrub mein Gesicht an seiner Brust und schloss die Augen. Cedric war einfach immer für mich da und mit ihm ging es mir immer sofort besser. Ein wahrer Freund den ich hoffte nie verlieren zu werden. Er erwiderte meine Umarmung gerne und strich mir mit seiner kräftigen Hand über meinen Rücken. "Das ist süß von dir." flüsterte er. "Du kannst immer zu mir kommen, wenn es dir schlecht geht, das weißt du. Ich liebe dich." Ich schmunzelte. So welche Sachen sagten wir uns öfter, weil es einfach stimmte. Wir liebten uns wirklich unwahrscheinlich, wie Geschwister eben. Plötzlich ertönte hinter uns ein dumpfes Räuspern und ich schreckte zusammen. Cedric blieb ganz ruhig und wir entfernten uns ein bisschen voneinander uns sahen hinüber zum Zelteingang. Mein Herz blieb stehen und ich klammerte mich etwas stärker an Cedrics Arm. "Hier steckst du. Du solltest seit fünf Minuten im Nachbarzelt sein und dort mit an der Teambesprechung teilnehmen." sagte Oliver mürrisch und blickte abwechselnd von mir zu Cedric wütend drein. "D-d-das tut mir leid" stotterte ich. "I-ich wollte nur... also eigentlich.." "Es war meine Schuld, Oliver" warf mein bester Feund ein und legte den Arm, den ich bis eben fest in meinem Griff hatte, um meine Hüfte. "Ich wollte sie unbedingt noch einmal sehen vor dem Spiel und ihr viel Glück wünschen. Du solltest also eher auf mich sauer sein. Aber keine Sorge, ich werde jetzt eh gleich auf die Tribüne gehen." antwortete er gelassen und gab mir noch schnell einen Kuss auf die Stirn. "Pass auf dich auf, ja?" waren seine letzten Worte, als er das Zelt verließ. Immer noch verlegen stand ich da und erwartete eine weitere Standpauke, die dann auch kam. Als ich meinen Besen nahm und mich wieder zu Oliver umdrehte, sah er mich immer noch mit diesem grimmigen Blick an. "Was ist bloß mit dir los?" wütete er auch schon gleich drauf los und ich sah ihn nur unmissverständlich an. "Es tut mir leid dass ich zur Besprechung zu spät komme..." "Das sollte es auch! Das ist ja nicht das erste Mal!" giftete er mich weiter an und kam mir einen Schritt näher. Ich sah nur schuldbewusst zu Boden und wolte etwas erwidern, doch sein Mundwerk war schneller als meines. "Ich hab mich schon immer gefragt warum du zu spät kommst und jetzt weiß ich es. Ist dir dein Freund etwa wichtiger als die Mannschaft!" Mein Herz wurde ein kleiner Stich versetzt und Zorn auf Oliver breitete sich in mir aus. "Wenn du es schon so wissen willst: Ja, ist er!" rief ich bestimmt aus und das schien ihn noch wütender zu machen. "Er ist für mich das Wichtigste auf der ganzen Welt und wird für mich immer vor ein Spiel gehen!" "Quidditch sollte aber für dich an erster Stelle stehen!" diskutierte er mit mir aber ich schüttelte wie wild den Kopf. "Das tut es aber nicht! Sport ist sehr wichtig für mich, aber Cedric ist mir tausendmal wichtiger als jede Sportart auf der Welt – auch Quidditch!" giftete ich zurück und er versteifte sich. "Wenn das so aussieht – dann wars das für dich!" zischte er bedrohlich und mir rutschte das Herz in die Hose. ... "Was?" flüsterte ich leise und sah ihn wie hypnotisiert an. Er meinte doch nicht etwa damit ... nein ... "Du hast schon richtig verstanden, das wars für dich. Ich schmeiße dich hiermit offiziell aus der Mannschaft." flüsterte er zurück, jetzt ruhiger und nicht mehr ganz so sicher, aber dennoch immer noch überzeugend. "Und warum bitteschön?" fragte ich mit zittriger Stimme. "Wir können keinen gebrauchen der sich so leicht ablenken lässt oder auf den wir uns nicht hundertprozentig verlassen können, es gibt noch viele andere gute Treiber musst du wissen." er sah mich fest an und ich musste angstrengt aufpassen, dass ich nicht anfing zu heulen. Nein, nicht vor ihm. Diesen Sieg gönnte ich ihm nicht. Wie konnte er das nur machen? Ich wartete darauf, dass er einsah dass er einen Fehler machte, sah ihn beinah flehend an, doch er veränderte seinen Gesichtsausdruck nicht, sondern blieb bei seiner Meinung. Er öffnete seinen Mund und Hoffnung machte sich in mir breit..., "Ich muss dich jetzt bitten das Zelt zu verlassen, das ist nämlich nur für Teammitglieder." ... und sie zerbrach in tausend Scherben. Jetzt konnte ich mir doch nicht eine Träne unterdrücken und sie nässte meine Wange. Wütend schmiss ich den Besen den ich dir ganze Zeit über fest umklammerte in die nächste Ecke und machte Anstalten hinaus zu laufen. Kurz vor ihm blieb ich stehen und sah in die braunen Augen, die mich den Abend so verzaubert hatten und dazu gebracht hatten ihn zu küssen. Doch in dem Moment lösten sie in mir nur ein einziges Gefühl aus, und das war Zorn. Sein Blick hingegen schien wieder etwas weicher zu werden, doch das kam mir sicher nur so vor. Mir liefen noch einige Tränen die Wangen hinunter und ich zischte ein enttäuschtes, wütendes und bedrohliches "Ich hasse dich" ihm ins Gesicht, ehe ich davon rannte und die ganze Nacht in meinem Bett mir die Augen ausheulte.



    Nächster Tag nächstes Glück, wie es immer so schön hieß. Für mich war der aber definitiv kein Glückstag. Fred und George erzählten mir, dass sie das Spiel gestern verloren hätten. Harry wurde wohl ständig von einem Klatscher belästigt, und George sei nicht immer hinterher gekommen. Zuerst haben sie mich ziemlich fertig gemacht, warum ich denn nicht gekommen sei und sie hätten mich doch so dringend gebraucht, doch als sie hörten, was gestern Abend vorgefallen war, verzeihten sie mir sofort und versuchten mich den ganzen Tag schon vergeblich irgendwie aufzumuntern. Ich ließ mich einfach nicht aufmuntern. Sonst war ich immer darauf bedacht sicherzugehen, dass die anderen nicht merkten wie schlecht es mir ergang, doch das war in diesem Fall unmöglich. Quidditch bedeutete mir einfach so viel! Ich wollte später sogar mal in der höchsten Liga spielen, doch das konnte ich ja wohl jetzt vergessen. Warum tat Oiver mir nur so etwas an? Warum nur? Er wusste doch wie sehr ich an Quidditch hängte. Nur weil ich zu spät gekommen war? Aber das tat ich doch ständig... Warum um Himmels Willen war er also dieses Mal so sauer auf mich? "Hey, Juliane, kommst du mit zum Essen?" fragte mich Hermine, als wir zusammen in der Bibliothek saßen und für die nächsten Prüfungen lernten. Ich sah nicht hoch von meinem Buch sondern leiß meinen Blick auf ihm ruhen. "Nein, danke. Ich verzichte, habe keinen Hunger." murmelte ich. Eigentlich stimmte das nicht ganz. Ich hatte furchtbaren Hunger, aber die Vorstellung dabei Oliver begegnen zu müssen ließ meinen Appetit schon wieder dahin schwinden. Auch Hermine wusste von meinem Rauswurf, sie war aber die einzige, die es dabei beließ, wenn ich meinte ich wolle nicht essen oder nicht nach draußen, wofür ich ihr sehr dankbar war. "Ist gut" seufzte sie und stand auf. "Ich nehme dir etwas mit wenn du möchtest." schlug sie freundlich vor und ich nickte dankbar. Als sie ging seufzte ich etwas leise und stützte meinen Kopf mit meinem Arm an der Sofalehne auf. Hier krampfhaft lernen zu wollen bringt doch nichts, ich kann mich eh nicht konzentrieren. Aber wenn ich es nicht täte, würde ich wahrscheinlich demnächst gar nicht mehr mitkommen. Prof. Snape gestaltete seinen Unterricht einfach mal so schnell und mit ein dutzend Informationen, dass ich in jeder Stunde dachte mein Kopf würde explodieren.. Dennoch stand ich also auf und ging zu dem Regal zurück, an dem ich das Buch genommen hatte und ließ es nach oben schweben. Aus dem Augenwinkel konnte ich ein paar der Schüler wahrnehmen, wie sie mich besorgt ansahen und am liebsten auf mich zukommen würden, um mich zu trösten oder aufzumuntern. Ich war ihnen sehr dankbar, dass sie es nicht taten.

    Ich drehte mich um und wollte den Raum verlassen, als ich beinah gegen eine Person lief. Erschrocken wich ich zurück und wollte mich schon erst entschuldigen, als ich erkannte, dass es Oliver der mir den Weg versperrte und mich besorgt ansah. Sofort verschärfte sich mein Blick und ich wollte ihn zur Seite drücken, damit ich schnell von hier wegkonnte, doch keine Chance. "Jane... bitte lass uns mal kurz reden." sagte er leise und umfasste meinen Arm. Angewidert entzog ich ihm den sofort wieder und wich gleich zwei Schritte zurück. "Ich wüsste nicht worüber. Lässt du mich jetzt mal bitte durch" antwortete ich kalt und wartete darauf dass er Platz machte. "Bitte hör mir doch zu. Ich habe gestern etwas überreagiert. Es tut mir leid. Aber ich war auf 180 und habe nicht nachgedacht was ich sage. Ich war einfach wütend, verstehst du?" fragte er mich unsicher und sah mir ruhig in die Augen. "Nein, ich versteh dich überhaupt nicht" zischte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. "Ich verstehe nicht was dich so wütend gemacht haben soll dass du mich gleich aus der Mannschaft wirfst! Klar bin ich zu spät gekommen, aber das war nicht das erste Mal und NIE hast du etwas gesagt. Warum also jetzt Gott verdammt noch einmal!" Er wollte etwas sagen, brach dann jedoch ab und sah auf den Boden. Ich wartete auf eine Antwort, doch er schwieg und sah mich nicht an. "Ach weißt du was, du kannst mich mal!" zickte ich gereizt und schubste ihn unsanft zur Seite. Blödmann, nicht einmal das konnte er mir sagen. So ein Idiot. Mir kamen fast schon wieder die Tränen doch dieses Mal schaffte ich sie zurückzuhalten. Ich ging eilig durch den leeren Flur, ich wusste nicht genau, wohin ich ging, ich wollte infach nru weg von ihm, weg von diesem Vollidioten in den ich mal verknallt gewesen war. Warum musste mir immer so etwas passieren... Ich weiß, ich gehe einfach zu Cedric. Danach würde es mir sicher besser gehen. Mein Plan wurde urplötzlich unterbrochen, als ich einen festen Griff um meinem Arm spürte und nach hinten gezogen wurde. Ich erschrak fürchterlich als ich etwas unsanft gegen die Wand gedrückte wurde. Ein Geruch trat in meine Nase, den ich unter tausenden wiedererkennen würde. "Oliver!" rief ich und stemmte meine Hände gegen seine harte Brust. "Ich will nicht reden lass mich los!" Doch anstatt Worte fielen stattdessen seine Lippen fordernd direkt auf meine. Zuerst versuchte ich ihn von mir wegzudrücken, doch er war zu stark und ließ mich kraftlos nachgeben. Ich wusste nicht genau, was mich in diesem Moment dazu verleitete, doch irgendwie schaffte es mein Bauch sich über meinen Kopf zu stülpen und ich erwiderte den Kuss genauso leidenschaftlich wie er ihn begonnen hatte. Tausende kleine Schmetterlinge machten sich in meinem Bauch breit und verursachten mir wunderschöne Bauchschmerzen. In diesem Moment wusste ich, dass ich in ihn immer noch verknallt war, mehr sogar, ich hatte mich in ihn verliebt, selbst als er mich aus der Mannschaft warf und so gemein zu mir war. Als er merkte, dass ich seine Küsse erwiderte, wurde er selbstsicherer, drückte seinen kräftigen Körper stärker an meinen heran und küsste mich noch wilder. Zitternd griff ich mit meiner linken Hand in seine Haare und drückte sein Gesicht noch näher an meines heran. Nach einer gewissen Zeit ließen wir jedoch dann atemlos voneinander ab und sahen uns an. Er lächelte mich sanft an und gab mir noch einen flüchtigen Kuss auf den Mund. Jetzt verstand ich auch warum er damals im Zelt so wütend wurde und ich musste grinsen. Ihn schien das zu verwirren, doch fragte nicht weiter nach. Von weiter weg vernahm ich Schritte und ich wendete meinen Kopf ruckartig in dessen Richtung. Ich sah einen Schatten, der sich immer mehr uns näherte. Noch immer etwas durch den Wind drehte ich mich zu Oliver um und wollte ihm vorschlagen schnell zu verschwinden, da wir um diese Uhrzeit eigentlich schon längst nicht mehr hier sein dürften. Doch ich kam gar nicht zum Reden. Noch ehe ich meinen Mund öffnen konnte nahm er mein Gesicht in seine warmen Hände und gab mir noch einen sanften, ruhigen Kuss ehe er von mir ließ und eilig um die nächste Ecke bog. Total perplex stand ich noch an der Wand gelehnt und strahlte wahrscheinlich wie so ein Honigkuchenpferd vor mich hin. So fühlten sich also seine Lippen, seine Küsse an. Einfach wunderschön. Endlich wusste ich wie er zu mir stand, was er für mich empfand. Ich war wohl in diesem Moment der glücklichste Mensch auf der Welt. Weshalb er aber so schnell sich davon machte blieb mir jedoch ein kleines Rätsel. Er wird schon seine Gründe gehabt haben. "Ms Joule" hörte ich eine kalte Stimme neben mir sagen und ich schreckte aus meinen Gedanken. "Äh, Prof. Snape. Einen wunderschönen guten Abend" stammelte ich noch immer wie hypnotisiert. Mein Grinsen schien ihn auch zu verwirren, denn sein Gesichtsaudruck verwandelte sich zu einem prüfenden und er verschränkte die Arme vor der Brust- "Sie scheinen heute einen guten Tag zu haben..." "..Ohja, Prof, den habe ich" schmunzelte ich und verfiel wieder aus Versehen in Tagträumereien. "Dennoch sollte Ihnen schon bewusst sein, dass Sie um diese Uhrzeit nichts mehr auf den Gängen zu suchen haben." "Selbstverständlich, Professor. Ich werde mich unverzüglich auf den Weg machen. Dann wünsche ich Ihnen noch einen wunderschönen Abend und eine besinnliche Nacht!" flötete ich und ließ den irritierten Snape in einem hopsenden Gang im Hauptflur stehen.



    "Oh mein Gott ihr habt was? Das ist ja soooo süß! Herzlichen Glückwunsch Süße!" quiekte Cho aufgeregt und umarmte mich. "Pssst! Doch nicht so laut!" zischte ich verlegen, konnte mir aber ein schüchternes Grinsen nicht verkneifen. Cho duckte sich ein wenig und sah sich bei den restlichen Tischen um. Doch Gott sei Dank schienen nur einzelne Schüler ihren kleinen Ausraster bemerkt zu haben, die sich dann aber gleich wieder ihrem Frühstück zuwandten. "Entschuldige bitte. Aber du musst mir alles erzählen! Wann ist es passiert? Und wie war er?" Ich schmunzelte und erinnerte mich mit etwas geröteten Wangen an gestern Abend zurück. "Als ich aus der Bibliothek gekommen bin hatte er mich überascht. Ich war anfangs total baff, weil wir uns kurz vorher etwas gestritten hatten. Und es war toll" schwärmte ich und Cho quiekte noch einmal auf. "Das klingt alles wie in so einem kitschigen Liebesfilm. O Jane, ich freue mich ja so für dich! Und seid ihr jetzt zusammen?" ... Mein Grinsen verschwand und ich sah etwas betrübt drein, Cho verstand sofort. "O..." sagte sie nur. "Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht..." musste ich traurig zugeben und meine gute Stimmung verschlechterte sich augenblicklich. "Er ist gestern einfach so abgehauen. Ohne noch irgendetwas zu sagen. Was ist wenn ich einfach nur so eine von vielen war und er gar nichts ernstes will?" murmelte ich traurig und sah Cho an. "Ach was" versuchte sie mich zu trösten und legte eine Hand auf meine. "Das kann ich mir ehrlich gesagt bei Oliver nicht vorstellen. Der ist doch normalerweise nicht so ein Typ. Und wenn der Kuss wirklich so schön war, wie du beschrieben hast, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass da keine Gefühle von ihm ausgingen." Sie lächelte mich aufmunternd an und sah sich dann wieder um. "...Sag mal, apropop, hast du ihn heute schon gesehen?" Ich schüttelte den Kopf. "Beim Frühstück war er auch nicht. Oh siehst du? Er geht mir bestimmt aus dem Weg weil er denkt dass das gestern ein Fehler war" jammerte ich wieder und legte mein Gesicht in die Hände. Cho schnippste mir mit ihren Fingern an den Hinterkopf. "Aua! Was soll das?" "Juliane Joule. Jetzt hör doch verdammt noch mal auf in Selbstmitleid zu verfallen und tu endlich was für dein Glück!" Überrascht von der plötzlichen Hartnäckigkeit sah ich die erstaunt an. "Du gehst jetzt aus der großen Halle raus, machst dich SOFORT auf die Suche nach deinem Liebling und klärst das, hast du mich verstanden!" Ja... aber Cho..." "Nicht aber! Jetzt beeil dich, wenn nicht jetzt wann dann?" "Morgen ist auch noch ein Tag..." murmelte ich und erhielt wieder einen Schlag von Cho. Kichernd stand ich auf und eilte schnell aus der großen Halle. Cho hatte Recht. Wenn er nicht in der Lage ist, mit mir über uns zu reden, dann musste ich wahrscheinlich das Ganze selbst in die Hand nehmen.

    Während ich so durch die Gänge lief, hatte ich zwischendurch immer wieder Panik, dass mein Brustkorb vor lauter Herzpochen zerspringen würde. Immer wieder huschten die Erinnerungen an das Gefühl seiner wichen Lippen durch meine Gedanken und ließen mich nur noch mehr schmunzeln als ich es sowieso schon tat.

    Nach gut fünfzehn Minuten Suche verließ mich jedoch der Mut. Mittlerweile hatte ich wirklich überall gesucht, doch Oliver war nirgends im Schloss zu finden... Aber Augenblick mal, ... Natürlich! Wieso hatte ich nicht schon von Anfang an daran gedacht! Peinlich berührt über meine eigene Dummheit musste ich lächeln und lief augenblicklich aus dem Schloss Richtung Quidditchfeld. Das war der einzige Ort wo er hätte sein können wenn nicht im Schloss. Ich ließ also aus dem großen Tor, über die grüne Wiese und konnte schon von weitem das Feld entdecken. Also ich der Luft war er zumindest nicht.. Vielleicht zog er sich ja gerade um oder ähnliches. Nach ein paar hundert Metern erreichte ich etwas schnaufend das Zelt, atmete noch einmal tief durch und öffnete mit einem Strahlen im Gesicht die Zeltöffnung und trat ein. Erschrocken versteifte ich mich und mein Herz schien sich zu lösen, auf den Boden zu fallen und in lauter Einzelteile zu zerspringen. Ich hatte Recht, Oliver war hier im Zelt – doch er war nicht allein. Mit einem dicken Kloß im Hals musste ich mit ansehen, wie Oliver auf einem Stuhl sitzend mit Angelina Johnson rumknutschte, die es sich auf seinem Schoß gemütlich gemacht hatte. Olivers Augen konnte ich nicht richtig sehen, da Angelina sie mit ihren Haaren verdeckte. Seine Hände waren in ihrem Rücken gekrallt und sie drückte sich immer enger und näher an ihn heran. Ich wollte nicht mehr hier sein, ich musste schnell weg von hier, ehe ich mich noch vergaß und vermutlich in dicken Tränen ausbrechen würde. Ich stolperte etwas ungeschickt nach hinten, wobei ich einen Besen umstieß und er mit einem sehr lauten Knall mit anderen Besen auf den Boden fiel. Die beiden schreckten hoch und als Oliver mich entdeckte, weitete er seine Augen und versuchte Angelina von sich zu schieben. "Jane!" rief er entsetzt aus. Der Kloß in meinem Hals wurde immer fester und ich murmelte mit erstickter Stimme nur ein "tut mir leid, ich wollte nicht stören", ehe ich mich schnell umdrehte und davon lief. Kaum war ich draußen angekommen, ließ ich den angestauten Tränen freien Lauf und kullerten nur so meine Wangen hinunter. So ein verdammtes Arschloch! Ich hatte von Anfang an Recht gehabt, er hat keine Gefühle für mich! Das hatte er nie und wird er auch nie haben – das kann einfach nicht sein. Wie konnte ich mich nur so beeinflussen lassen... Ich hatte doch sonst immer so einen klaren Verstand, wieso hatte er mir dieses Mal nicht geholfen? Gefühle waren einfach zum kotzen!

    Ich lief einfach weiter, wusste nicht wohin ich lief, wollte einfach nur weg von hier. Irgendwann erreichte ich den See und krachte heulend zusammen. Ich ließ mich in den Kies fallen uns vergrub meine Gesicht in meine Händen. Und so blieb ich sitzen, ohne einen Mucks von mir zu geben. Saß da einfach und hörte nur ein paar Fische im Wasser hüpfen, während meine Tränen weiterhin meine finger nass werden ließen. Nach einer Zeit richtete ich meinen Oberkörper auf und streifte mir mit meinem Ärmel meine Tränen weg, die drohten das Gesicht hinunterzulaufen. Gerade als ich beschlossen hatte, wieder zurück ins Schloss zu kehren und mich auf eine weitere Heulkrampf-Nacht vorbereitete, hörte ich hinter mir sanfte Schritte auf dem Kies und ich schreckte zusammen. Ruckartig dreht ich mich um und eine weitere Träne kullerte meine Wange hinunter. "Jane..." sagte oliver total außer Atem und ging einen Schritt auf mich zu. Reflexartig wandte ich mich mit dem Rücken zu ihm. Er sollte mich nicht weinen sehen, sollte nicht diesen Schmerz sehen den er mir verabreicht hat. "Jane.. bitte..." wiederholte er schnaufend, doch ich drehte mich nicht um. "Es war nicht so, wie es vielleicht aussah.." "Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen" sagte ich und ich konnte hören, wie er vor Überraschung den Atem anhielt. "Ist schon ok" setzte ich hinzu und stand dann auf, immer noch zum See gewandt. Mittlerweile war es beinahe dunkel geworden und ich hoffte, dass wenn ich jetzt gehen würde, er mein verheulte Gesicht nicht sehen könnte. "Nein ist es nicht" antworte Oliver jetzt sanfter. "Doch, ist es." "Und warum weinst du dann?" Automatisch wischte ich mir mein Gesicht trocken und drehte mich dann schließlich zu ihm hin. Er sah mir mit seinen braunen Augen direkt in meine und sah mich traurig an, als er mein verweintes Gesicht sah. "Weil ich dein kleines naives Mädchen bin" murmelte ich und wollte an ihm vorbeigehen, doch er versperrte mir den Weg. "Würdest du mich bitte durchlassen?" "Nein, Jane" sagte er bstimmt und trat noch einen Meter auf mich zu, sodass ich die Wärme, die sein Körper ausstrahlte, spüren konnte. "Angelina hat mich geküsst, okay? Ich wollte das nicht und habe sie versucht von mir wegzuschieben. Bitte, du musst mir glauben." Das letzte flüsterte er nur und versuchte meine Hand zu nehmen, die ich aber sofort wieder losriss. "Warum bist du gestern einfach weggelaufen?" flüsterte ich genauso leise zurück und wieder bildeteten sich kleine Tränen in meinen Augen. "Es tut mir so leid. Ich war selbst total verwirrt und hatte Angst, dass du mich zurückweisen würdest. Ich hatte ja keine Ahnung wie sehr dich das verletzt hat. Es tut mir leid..." flüsterte er jetzt wieder mit erstickter Stimme, als ob er selbst gleich anfangen müsste zu weinen, und nahm wieder meine Hand, dieses Mal ließ ich ihn. Die Wärme seiner Berührung verursachte ein wunderschönes Kribbeln und ich sah zu ihm herauf. Seine dunklen Augen glitzerten im Mondlicht und musste etwas lächeln, was ihn zu verwirren schien. "Also hälst du mich nicht mehr für ein kleines Mädchen, das du beschützen musst?" fragte ich und er lächelte mich schief an. "Ich werde dich immer beschützen, Kleines. Aber ich möchte dich nicht so beschützen, wie ich es bisher getan habe." "Achja? Und wie dann?" Er lächelte und legte seine Hände auf meine Wangen, ehe er sich zu mir runterbeugte und mir einen sanften Kuss gab. "So" flüsterte er wenige Millimeter vor meinen Lippen. "Wärst du damit einverstanden?" Als Antwort legte ich meine Hände auf seine Schulter und zog mich an ihn zu einem leidenschaftlichen Kuss heran.

    ***Zukunft*** Ab sofort seid ihr also ein Paar, was auch bis zu Olivers Schulabschluss hält. Als er die Schule verlassen musste, warst du natürlich sehr traurig, doch dir ging es besser, als er Quidditch als Beruf machen konnte und du wusstest, dass es ihm gut geht. Ihr seht euch so oft wie es geht, meistens in den Ferien und als du deinen Abschluss gemacht hast, seid ihr sofort zusammen gezogen und hast einen Platz in dem gleichen Verein wie Oliver bekommen.


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