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Lovestory Blaise Zabini

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    Haus: Slytherin
    Blutstatus: Reinblut
    Jahrgang: Blaises Jahrgang

    Deine Geschichte beginnt im 4. Jahr

    „Mit wem gehst du nun zum Weihnachtsball?“, fragt Pansy dich schon zum hundertsten Mal. „Mit keinem der Schwachmaten, die mich gefragt haben“, antwortest du standardmäßig und verdrehst die Augen. Pansy Parkinson, Millicent Bulstrode und du stapft durch den tiefen Schnee, auf dem Weg nach Hogsmeade. „Aber dich haben so viele gefragt“, wirft Millicent ein. „Ja, aber eben nur Idioten“, murrst du. Die beiden Slytherinmädchen sind in deinem Jahr und deine besten Freundinnen. So richtig weißt du nicht wie es dazu gekommen ist. Pansy ist eigentlich unter deinem Niveau. Etwas mopsig, schrill und zu laut. Ihr fescher Bobschnitt, mit dem geraden Pony, hätte bei einem dünnen Mädchen fabelhaft und modisch ausgesehen, bei ihr hebt es das runde Gesicht allerdings unvorteilhaft hervor und unterstreicht, dass sie ein paar Pfunde zu viel hat. Trotz allem ist sie nicht hässlich, sogar ganz süß, vielleicht sogar eine Schönheit, wenn sie endlich mal abspecken würde. Leider wäre da aber immer noch dieser nervtötende Ich-Liebe-Draco-Malfoy-Über-Alles-In-Der-Welt-Und- Würde-Alles-Tun-Um-Die-Nächste-Mrs. Malfoy-Zu-Werden-Wahn, der dich regelmäßig an den Rand der Verzweiflung treibt. Dagegen steht Millicent, die erst recht nicht in deiner Liga spielt. Sie ist ein Halbblut. Außerdem ist sie keine Schönheit, dass sie sich nicht mal bemüht, deine Augen weniger zu beleidigen, macht es nicht gerade besser. Ihr schwarzes Haar hängt ihr buschig und stumpf auf die Schultern und hat augenscheinlich noch nie die Bekanntschaft mit einer Bürste gemacht. Wenigstens ist sie klug und ernst und unterstützt dich darin Pansy, mit ihrer Malfoy-Manie, zurück auf den Boden der Tatsachen zu holen. Lange Rede, kurzer Sinn, du kannst es nicht mehr ändern und liebst deine unwürdigen Freundinnen mittlerweile bald zu Tode. „Montague ist doch ganz süß“, meint Pansy. „Du spinnst“, zickst du rum. „Und Flint?“, fragt sie weiter. „Der ist ein Idiot! Der ist durch die Prüfungen gerasselt und muss wiederholen. Mit so einem gehe ich doch nicht zum Ball“, empörst du dich. „Dann ist Warrington wohl auch nicht gut genug gewesen“, spottet die Brünette. „Sonst hätte ich ihm zugesagt“, grinst du. „Was hast du denn an dem auszusetzten?“, will Millicent wissen. „Er ist ein Niemand“, du machst eine wegwerfende Handbewegung. „Was ist mit dem aus Durmstrang oder dem Franzosen von Beauxbatons“, drängt Millicent. „Ich gehe mit keinem Franzosen aus, der Akzent ist nervig und der Typ aus Durmstrang hatte ursprünglich die Chang-Zicke gefragt. Ich bin doch nicht die zweite Wahl“, motzt du. „Aber mal was anderes. Mit wem wollt ihr denn zum Ball gehen?“, fragst du interessiert. Pansy seufzt und sieht verträumt zum wolkenverhangenen Himmel. „Malfoy“, sagen du und Millicent im Chor und kichert. Pansy schlägt dir freundschaftlich auf den Oberarm. „Wieso fragst du, wenn du es doch weißt“. „Hätte ja sein können, dass du deine Meinung seit heute Morgen geändert hast“, schmunzelst du und reibst deinen Oberarm. Eher gefriert die Hölle, als dass Draco Malfoy deine Freundin einlädt. Millicent trabt ernst neben euch her, ein Hauch rot auf ihren blassen Wangen. „Millicent?“, feixt Pansy. „Ach, er fragt mich ja doch nie“, meint sie trübsinnig und lässt den Kopf hängen. „Das kannst du nicht wissen. Wen hättest du denn gerne, dass er dich fragt?“, ermunterst du sie. Eher gefriert die Hölle, taut wieder auf und verwandelt sich in das Land wo rosa-blau gestreifte Milch und Honig fließen, egal wen sie meint, aber das wirst du ihr nicht sagen. „Miles Bletchley“, haucht sie schüchtern. Pansy und du tauscht einen Blick. Der ist heiß. Mit dem wärst du vielleicht gegangen, würde er dich fragen. Da Millicent auf ihn steht, kannst du jetzt ohnehin einen Haken dran machen. „Ähm, man weiß ja nie“, überbrückt Pansy das peinliche Schweigen. Millicent starrt finster geradeaus. „Mädels, jetzt mal Klartext, wie bekomme ich Draco dazu, dass er mich fragt?“, erkundigt Pansy sich. Folter, Geiselnahme seiner Eltern, du nimmst zehn Pfund ab, Erpressung mit Fotos wie er Sex mit Granger hat, Amortentia oder der Imperius. „Frag du ihn doch“, sagst du stattdessen. „Ich?“, kreischt Pansy, „Ist das nicht etwas unkonventionell?“, meint sie zögerlich. „Hey, wir sind moderne, junge Hexen“, zwinkerst du ihr zu. „Eben, außerdem ist Draco doch genau der Typ dafür“, stimmt Millicent zu. „Soll heißen?“, Pansy zieht eine Augenbraue hoch. „Naja, er lässt sich doch gerne umschmeicheln“, stellt sie nüchtern fest. Genau, Pansys Schmeicheleien waren die letzten drei Jahre auch von Erfolg gekrönt – nicht. „O…ok. Ich frage ihn heute Abend“, stimmt sie zögerlich zu. „Und du fragst Miles“, bestimmst du an Millicent gewandt. Die wird rot wie eine Tomate. „Dafür sagst du dem Nächsten, der dich fragt, zu“, meint Pansy. Ganz klasse. Missgelaunt nickst du. Hoffentlich fragt dich niemand mehr, aber die Chancen dafür stehen nicht gut.

    Am Abend sitzt ihr in der Großen Halle und Pansy schaufelt Unmengen Rinderbraten in sich rein. Du kannst darüber nur den Kopf schütteln. Millicent dagegen stochert lustlos in ihrem Spinatauflauf und sieht aus, als würde sie sich gleich erbrechen oder weinen oder beides. Du streichelst ihr mitfühlend über den Rücken. Im Gegensatz zu Pansy, weiß sie, wie aussichtlos ihr Vorhaben ist. Ihr geht zusammen in den Gemeinschaftsraum der Slytherins und du möchtest dich eigentlich sofort in den Schlafsaal verziehen, damit dich bloß keine von diesen Nullnummern fragen kann, aber willst deine Freundinnen auch moralisch unterstützen. Also setzt du dich vor den Kamin und betest, dass du mürrisch genug guckst, um alle zu vergraulen. Pansy kaut auf ihrer Unterlippe und starrt zum Eingang, bereit sofort aufzuspringen, sobald Draco den Raum betritt. „Hey Süße“. Scheiße! Du schnellst herum. Bitte, bitte, bitte. Adrian Pucey steht neben dem Sessel und lächelt dich charmant an. Ok, er ist ein miserabler Quidditchspieler, aber nicht dumm und sieht gut aus. Du entspannst dich etwas. „Gehst du mit mir zum Ball?“, fragt er. Da du sowieso keine andere Wahl hast, sagst du, nach gespielter Überlegung: „Ja, gerne“. „Ausgezeichnet“, lächelt er und gibt dir einen Kuss auf die Wange. Marcus Flint sieht dich an, als würde er dich verprügeln wollen. Tja, das Leben ist nicht fair. Deine Freundinnen grinsen bis zu den Ohren. „Guck nicht so, es hätte dich schlimmer treffen können“, flüstert Pansy. Du nickst zustimmend. Da hat sie Recht. Adrian hättest du vermutlich auch ohne eurer Abmachung zugesagt. Es sei denn… Du schüttelst den Gedanken ab. Draco betritt den Gemeinschaftraum mit Crabbe, Goyle und Zabini im Schlepptau. Pansy ist schon halb aufgesprungen, als Millicent sie am Arm zurück zieht und den Kopf schüttelt. Der Blonde sieht in eure Richtung und kommt auf euch zu. Pansy quietscht leise auf. „Hey Mädels“, sagt er und deine Freundin ist sofort wieder im siebten Himmel. „Willst du dich setzen, Draco?“, fragt sie unterwürfig. Er schüttelt genervt den Kopf und sieht dich an. „Ich wollte fragen ob du…“, beginnt er. „Gehst du mit mir zum Ball?“, kreischt Pansy in einer Oktave die nur Fledermaus-Snape verstehen dürfte. „WAS!“, Draco sieht sie entsetzt an und lässt seine Augen zu dir wandern. Du reißt deine Augen auf und nickst und hoffst, dass er es richtig deutet. „Von mir aus“, stimmt er mürrisch zu und Pansy will ihm freudig um den Hals fallen, doch Millicent hält sie abermals ab. Das lief wohl nicht so, wie er sich das gedacht hatte. Du bist eigentlich ganz froh, dass es so gekommen ist. Es hatte den Anschein, dass er dich fragen wollte, aber du bist ja bereits mit Adrian verabredet und Pansy wäre untröstlich gewesen, wenn er dich zuerst eingeladen hätte. Nicht, dass du Draco gegenüber abgeneigt wärst. Ihr hattet letztes Jahr einen One-Night-Stand (du frühreifes Früchtchen) und hätte er nicht eine Abneigung dagegen sich zu wiederholen, wäre es wohl nicht bei dem einen Mal geblieben. Pansy weiß davon natürlich nichts, sie würde dir die Augen auskratzen, wäre es anders. Du schämst dich sogar ein bisschen, eigentlich sind die Angebeteten von Freundinnen tabu, aber ein paar Butterbier zu viel und du hattest dich unter ihm wiedergefunden. Jetzt versucht sie ihre Atmung zu beruhigen und nicht vor Freude zu heulen. „Dann bin ich wohl dran“, seufzt Millicent, „Treffen wir uns in zehn Minuten im Schlafsaal?“ „Wieso im Schlafsaal“, willst du wissen. „Ich will mich nicht länger der Demütigung aussetzen, wenn er mich ausgelacht hat“, prophezeit sie finster. Du schnappst dir Pansy und ziehst sie hinter dir her. Millicent wirfst du noch einen Blick zu, der ihr viel Glück wünschen soll.

    „Bletchley sagt doch niemals ja“, lästert Pansy, kaum dass ihr im Schlafsaal seid. „Glaub ich auch nicht“, du schnalzt mit der Zunge. Du hättest allerdings auch nicht geglaubt, dass Draco ja sagt. „Arme Milli, ich würde es ihr ja wünschen…“, fügt Pansy hinzu und streicht ihr Haar hinters Ohr. Ihr setzt euch auf dein Bett und behaltet die Tür im Blickfeld. Kurze Zeit später betritt eine völlig paralysierte Millicent den Saal. Ihr springt beide auf und seht sie erwartungsvoll an. Millicent öffnet den Mund, schließt ihn wieder und schluckt. Du legst den Kopf schief. „Er hat… er hat…“, stottert sie. Nein gesagt. „…ja gesagt“, sagt sie völlig ungläubig. Wie bitte? Das kann nur ein Scherz sein. „Ernsthaft?“, fragt Pansy nach. Ihr Gesicht ist genauso verblüfft wie deines. Dann hüpft sie auf und ab und kreischt: „Milli-Maus, das ist großartig“, und zieht die Schwarzhaarige in eine Umarmung, der du dich anschließt. Nun breitet sich auch ein Lächeln auf Millicents Gesicht aus. „Ich kann es gar nicht glauben“, stammelt sie. Du auch nicht. „Ladies, ich gehe jetzt schlafen“, verkündest du. „Jetzt schon? Wir müssen doch feiern, dass wir jetzt alle Ballpartner haben“, wundert sich Pansy. „Heute nicht mehr. Dazu haben wir noch genügend Zeit. Außerdem bin ich total fertig“, lehnst du ab. Total fertig trifft es gut, immerhin wurde heute dein komplettes Weltbild zerstört.

    Am nächsten Morgen wirst du unsanft geweckt. Du siehst verschlafen auf deinen Wecker. Halb neun. Dabei ist Sonntag. Spinnt jetzt die ganze Welt. „Was ziehe ich denn an?“, hörst du die nervöse Stimme von Daphne Greengrass. War ja klar, dass es nur die alte Ätzkuh sein kann. Du kannst Daphne einfach nicht ausstehen, um es nett zu formulieren. Sie ist reinblütig, sie ist hübsch und du hasst sie aus tiefstem Herzen, denn dummerweise steht sie auf den gleichen Jungen wie du. Du ziehst deinen Vorhang zu Seite und musterst sie. Sie trägt nur schwarze Spitzenunterwäsche und verteilt ihren halben Koffer im Schlafsaal. „Das hier?“, sie hält ein graues Kleid mit silbernen Verzierungen hoch und zeigt es ihrer Freundin, Tracey Davis. „Daphne, wir haben Winter!“, schimpft Tracey. Diese stöhnt und wirft es achtlos hinter sich. „Geh doch so, dann weiß jeder gleich was er von dir zu halten hat“, zickst du sie an. „Halt dein Maul, du blöde Sch*****“, fährt sie dich an und du grinst fies. Eure Gespräche verlaufen immer ähnlich nett. Tracey sieht unbeteiligt auf den Boden und wühlt in Daphnes Koffer. Eigentlich ist die Davis ganz nett. Ziemlich schüchtern, aber immer fröhlich und ganz hübsch ist sie auch, mit ihren langen, dicken, karamellbraunen Haaren, die ihr bis zur Hüfte fallen und ihren dunkelblauen Augen. Du hast aber schon ein Halbblut in deinem Leben und die ist wenigstens nicht mit der Greengrass befreundet. „Wie wäre es damit? Dazu der Pullover und die Weste“, schlägt Tracey ihrer Freundin vor. „Viel zu zugeknöpft“, wendet sich Daphne ihr wieder zu. „Er wird dich auch fragen, wenn du nicht das Risiko eingehst dir eine Lungenentzündung einzufangen“, flötet Tracey. Du verschwindest wieder hinter dem Vorhang und ziehst dein Kissen über den Kopf. Wen auch immer sie sich jetzt krallen will, es soll dir Recht sein, dein Herzblatt steht nämlich nicht auf Flittchen. „Ja, aber Theodore sieht so gut aus, ich will, dass ihm klar wird, dass wir zusammen passen. Auch optisch“, nervt Daphne weiter. Du fährst in deinem Bett hoch. „Theodore Nott?“, du reißt den Vorgang ruppig auf und in deiner Stimme schwingt das blanke Entsetzen mit. Daphne sieht dich spöttisch an. „Kennst du noch einen?“, zieht sie dich auf. Theoretisch weiß niemand, dass du auf ihn stehst. Nicht mal Millicent und Pansy. Er ist sehr ruhig und in sich gekehrt, spricht nicht mit vielen Leuten und dadurch absolut erhaben. Außerdem ist er unglaublich klug. Und wie Daphne bereits festgestellt hat: er sieht gut aus, nein, umwerfend gut. Er ist ein griechischer Gott, ein wahrer Adonis und trotzdem überhaupt nicht arrogant oder eingebildet. Vor deinem geistigen Auge erscheint Theodore Nott. Schwarze Locken, die ihm sanft auf die Schultern fallen, azurblaue Augen, gebräunte Haut und hattest du schon erwähnt, dass er den Körper eines Adonis hat, wie du dank der offenen Tür zum Jungenschlafsaal feststellen durftest. Was zum Henker will er von Daphne! Du bist dir ziemlich sicher, dass der Schock dir ins Gesicht geschrieben steht und auch Daphnes Grinsen lässt darauf schließen, dass sie sich ihren Teil denkt. „Nein, eigentlich nicht. Es ist nur so… ich dachte Nott ist schwul“, lügst du. Eher beißt du dir die Zunge ab, als Daphne diesen Triumph zu gönnen. Der rotblonden Daphne klappt der Mund auf. „Hast du einen Vogel“, faucht sie. Mittlerweile haben auch Pansy und Millicent, zusammen mit ihrer Katze, die Köpfe aus den Vorhängen gestreckt und lauschen dem Szenario. Du zuckst die Schultern und stehst auf. Was du jetzt brauchst ist eine eiskalte Dusche.

    Beim Frühstück sitzt du wie immer neben deinen besten Freundinnen. Daphne scheint immer noch mit ihrer Kleiderwahl beschäftigt zu sein, denn Theodore sitzt gemütlich neben Draco und Blaise und beteiligt sich missmutig an deren Gesprächen. Du kannst nicht anders als ihn wütend anzustarren und umklammerst deine Gabel, als würdest du ihn damit erstechen wollen. Irgendwann wird er auf dein Gestarre aufmerksam und sieht dich unverwandt an. Das wäre der richtige Moment um wegzusehen, aber du versinkst in seinen wunderschönen Augen und fragst dich erneut, was Daphne hat und du scheinbar nicht. Blaise stupst ihn an und er unterbricht den Blickkontakt. Wie du die Welt um dich herum hasst. Als Daphne, mit schwingende Hüften, auf ihn zuläuft, knallst du deine Gabel auf den Tisch und verabschiedest dich von deinen Mädchen. Sie hat sich doch für das winteruntaugliche Kleid entschieden und leider sieht sie echt gut darin aus.

    Du marschierst direkt in die Bibliothek. Hier wirst du deine Ruhe haben, das ist der letzte Ort, an dem dich jemand suchen wird. Nicht etwa weil du dumm ist, sondern weil das genaue Gegenteil der Fall ist. Du schnappst dir ein beliebiges Buch und setzt dich an eines der Erkerfenster. Wütend schlägst du es auf. Es ist eine Gedichtsammlung, mit mittelalterlicher Lyrik. Auch das noch, bekloppte Zauberer, die irgendwelche adligen Muggelweiber anbeten oder Schlammblüterinnen. Man möchte brechen. Du beginnst zu lesen und stellst dir bei jedem Gedicht vor, wie Theodore es für dich rezitiert, um dir seine Zuneigung zu offenbaren. „Magische Minnen, die jeden verzaubern“, hörst du eine spöttische Stimme und siehst auf, „Ich hätte dich für weniger sentimental gehalten“. „Was willst du, Zabini?“, fauchst du. „Stimmt es, dass du mit Pucey zum Ball gehst?“, fragt er. „Was geht es dich an“, murrst du. „Ich dachte du hättest mehr Stil. Scheinbar habe ich mich getäuscht“, er zuckt mit den Schultern und macht deutlich, dass er sich sowohl auf das Buch, als auch auf deine Begleitung bezieht. „Falls es dich beruhigt. Ich habe sozusagen eine Wette verloren und musste demjenigen zusagen, der mich als nächstes fragt und das hier (du hältst das Buch hoch) war das erste das ich gegriffen habe. Ich wollte mich etwas… ich brauchte etwas Zerstreuung“, rechtfertigst du dich und wendest dich wieder dem Buch zu. „Das Frühstück ist dir wohl nicht bekommen“, höhnt Blaise. Du siehst aufgrund dieser eindeutig zweideutigen Bemerkung erneut auf. „Heißt?“, fragst du misstrauisch. „Sag du es mir“, lächelt er kalt. Du hast keine Ahnung inwiefern Blaise blufft und du hast nicht vor ihn in die richtige Richtung zu stupsen. „Greengrass hat mich geweckt. Ich kann es nicht ausstehen, an einem Sonntag, vor elf aufzuwachen“, seufzt du falsch. Blaise zieht eine Augenbraue hoch, sagt aber nichts weiter dazu. „Du hast mir immer noch nicht verraten was du von mir willst“, wendest du dich nun wesentlich freundlicher an ihn. „Ich dachte du hättest vielleicht Lust auf ein Butterbier mit mir“, erwidert er gelangweilt. Du siehst ihn erstaunt an. Wieso eigentlich nicht.

    Blaise ist eine viel bessere Ablenkung als dieses unsägliche Buch. Normalerweise gräbt er jede hübsche Frau an, bis er hat was er will. In deinem Fall ist er einfach nur nett und charmant. Was entweder daran liegt, dass er sich ziemlich sicher ist, dass du ihm sowieso geben wirst was er will, oder er nicht dieses Interesse an dir hat. Blaise Zabini ist schwer zu durchschauen, weswegen du den Dingen ihren Lauf lässt. Ihr seid in den Drei Besen, Theodore und Daphne sind nicht anwesend, aber du bist dir ziemlich sicher, dass sie nach Hogsmeade gegangen sind. „Und Draco geht jetzt echt mit Parkinson“, lästert Blaise. „Pansy ist ein tolles Mädchen“, verteidigst du sie. Er lächelt dich anzüglich an, „Er war ganz schön überfahren. Eigentlich wollte er eine Andere fragen“. „Wen?“, fragst du, obwohl du die Antwort kennst. „Dich“. „Aha“. „Aber du gehst ja mit Adrian Pucey“. „Das hatten wir schon, Darling. Mit wem gehst du?“, stichelst du. „Julie Lacombe, Reinblüterin, Französin“, er sagt das letzte Wort, als würde es unvorstellbare Wonnen bedeuten. Du lachst. „Mich hat auch ein Beauxbatons gefragt“, gibst du zu. „Und da gehst du lieber mit Pucey?“, er klingt ehrlich erstaunt. „Ich gehe doch nicht mit einem Franzosen“, und du sagst das letzte Wort, wie du Schlammblut sagen würdest. Nun lacht er. „Pucey ist nächstes Jahr noch da. Der Franzose nicht mehr“, zwinkert er dir zu. „Wie gestört bist du eigentlich“, grinst du belustigt. „Ich war letzte Woche mit einer Gryffindor aus“. „Das erklärt einiges“. Ihr seht euch ernst an, dann müsst ihr beide lachen. „Wärst du mit mir zum Ball gegangen?“, fragt er unerwartet und nippt an seinem Butterbier. „Wieso fragst du, ich bin doch nächstes Jahr auch noch da, die Französin nicht mehr“, spottest du. Er lächelt schief und mustert dich interessiert. „Ich stehe auf Mädchen, die nicht so leicht zu haben sind“, erklärt er. „Und du glaubst ich bin so eines?“, fragst du und wirst langsam nervös. „Abgesehen davon, dass du was mit Draco hattest…“. Du verschluckst dich. „Du weißt davon?“, hustest du und bist sichtlich schockiert. „Nott hat euch damals gesehen. Er war ganz schön sauer… hey…“, Blaise springt auf, weil du dein Glas aus Versehen umgestoßen hast und der Inhalt quer über den Tisch läuft. „Tschuldige“, krächzt du und ziehst deinen Zauberstab mit zittrigen Fingern. Das ist doch alles nicht wahr. Theodore hat dich zusammen mit Draco gesehen! Madam Rosmerta kommt mit wogende Hüften auf euch zu, beseitigt die Sauerei und bringt dir ein neues Getränk. „Erzähl!“, forderst du, nachdem du einen großen Schluck von deinem neuen Butterbier genommen hast. „Wie bitte?“, Blaise sieht dich verwirrt an. „Theodore hat Draco und mich damals gesehen und war ganz schön sauer“, erinnerst du ihn genervt. „Achso, naja, du kennst Nott doch. Unsere kleine Party konnte ihn damals nicht lange begeistern und er wollte in unseren Schlaf-saal flüchten, zumal Daphne und ein paar andere Mädchen sich ihm ziemlich aufdringlich angebiedert haben. Das war ihm wohl zu viel des Guten. So wie er im Schlafsaal war, ist er dann aber auch wieder runter gestürmt und hat irgendwas von wegen >alles Schlampen< geflucht. Ich bin ihm hinterher und er meinte, du würdest es dir gerade von Malfoy machen lassen und noch einiges anderes Zeugs“, erklärt er. „Anderes Zeugs?“, hakst du nach. „Ich kann mich nicht mehr erinnern. Ich war ziemlich betrunken“, meint er gelangweilt. Du räusperst dich und deine Gedanken verursachen ein Schleudertrauma. „Ich auch, deswegen kam die Situation mit Draco überhaupt erst zustande“, meinst du kleinlaut. „Kommt vor“, Blaise macht eine wegwerfende Handbewegung. „Schon, aber es war mein erstes Mal“, erwiderst du. „Echt? Dann wundert es mich, dass Draco es nicht rumgetratscht hat“, grinst der dunkelhäutige Slytherin. „Ja, ich glaube er war ziemlich geschockt. Außerdem verstehen wir uns ganz gut und dann ist Draco gar nicht so ein Arsch“. „Dann war Malfoy wohl die klügste Wahl. Jeder andere hätte sich damit profiliert. Trotzdem, soviel Anstand hätte ich ihm gar nicht zugetraut. Obwohl es eigentlich egal ist. Jeder muss da irgendwann durch und wer hat heutzutage schon das erste Mal Sex mit jemandem, mit dem er anschließend auch ewig zusammen bleib“. „Es war auch ganz gut“. „Ganz gut? Ganz gut ist nicht besser als nett oder okay“. „Es war gut. Besser?“, grinst du. „Eigentlich ist mir egal wie Malfoy im Bett ist, aber ich habe schon von diversen Damen gehört, dass es sich lohnen soll“, Blaise runzelt die Stirn. „Das sagt man über dich auch“, scherzt du. „Ich weiß“, er grinst süffisant. „Und Theodore?“, fragst du vorsichtig, „Was sagt man über ihn? Ich meine, hat er auch… Viele?“ Blaise lacht auf, „Genau das ist die Ironie an der Sache. Theodore kann leichte Mädchen nicht ausstehen, ist aber ganz groß dabei, wenn es darum geht ihren Ruf zu erschaffen“. Du lächelst schwach, obwohl du eigentlich weinen willst. „Männer“, piepst du und hoffst, dass Blaise deinen unsicheren Ton überhört.

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    Ihr schlendert zurück zum Schloss. Du hattest einen tollen Tag mit Blaise, auch wenn er dir eine neue, bisher unbekannte Seite von Theodore offenbart hat. Das ist aber nicht Blaises Schuld. Blöder Theodore! Ihr setzt euch zusammen in den Gemeinschaftsraum, aber du bist völlig in Gedanken. Theodore mag tugendhafte Mädchen. Aber wie lange könnte er mit einem tugendhaften Mädchen schon zusammen sein, wenn er selbst überhaupt nicht tugendhaft ist. Es ist zum Verzweifeln. Wie du es auch drehst und wendest, du kannst kein glückliches Szenario für dich und ihn zusammen spinnen. Und er hat dich Schlampe genannt, obwohl du das eigentlich gar nicht bist. Du bist hübsch, aber das macht dich noch längst zu Keiner. Du hattest bisher Sex mit einem Jungen, für den es dummerweise einen Augenzeugen gibt und das hat ihn veranlasst dich abzustempeln. Na gut, er denkt du bist so eine, das kann er haben. Es ist ja nicht so, dass es nicht genügend Kerle gibt, die auf dich stehen. Spielchen spielen ist dein Metier, du wirst dich rächen, egal wie und egal, ob du dich selbst zerstören musst. Die Rache ist dein. „Hörst du mir zu, Süße“, reißt Blaise dich aus deinen Gedanken. „Nein, verzeih“, du lächelst ihn süßlich an. Er schmunzelt, „Wenigstens bist du ehrlich“. „Blaise, mir ist langweilig“, platzt du heraus. Ein Plan hat sich in deinem Kopf zusammen gesponnen, der nicht richtig durchdacht ist und deine Zunge hat schneller reagiert, als dir lieb ist. „So?“, er hebt die Augenbrauen. „Ja, ich dachte wir können etwas Anderes machen“, grinst du doppeldeutig. „Und Pucey?“, Blaise richtet dich in seinem Sessel auf und du bemerkst, dass ihm dein Vorschlag zu gefallen scheint. „Es war eine Wette, er interessiert mich nicht wirklich“, und du kaust lasziv auf deiner Unterlippe. Blaise steht auf und reicht dir seine Hand. Zum Glück ist der Gemeinschaftsraum wie leer gefegt. Ihr geht in den Jungenschlafsaal und Blaise küsst dich stürmisch. Er küsst sogar viel besser, als du gehört hast. Er drückt dich auf sein Bett und entledigt dich deiner Kleidung. Himmel, der weiß was er will und wie er es bekommt. Hoffentlich stimmen die restlichen Gerüchte… gütiger Merlin!

    Danach bist du schnell in deinen Schlafsaal verschwunden. Nicht, dass Theodore dich wieder in einer ähnlich prekären Situation überrascht. Dein Körper prickelt noch von Blaises Küssen und Berührungen. Er war nicht gerade zimperlich, aber so wie du dich an ihn rangeschmissen hast, hast du ihm auch keinen Grund gegeben, es langsam angehen zu lassen. Schlechter war es dadurch auf keinen Fall. Er weiß was er tut, jede Bewegung genau auf den Punkt. Am Ende warst du wie in einem Rausch, bist es sogar jetzt noch etwas. Zufrieden rollst du dich ein. Das Abendessen schenkst du dir heute. In deinem Kopf rattern die verschiedenen Möglichkeiten durch. Entweder du führst eine monogame Beziehung mit Blaise, um die Schlampen-Theorie zu wiederlegen. Alle werden zwar denken du wärst ein kleines, naives Ding, aber sind tugendhafte Mädchen nicht auch immer etwas dämlich. Oder aber, du wartest bis Blaise dich über haben wird und dich betrügt, dann kannst du einen Heulkrampf im Gemeinschaftsraum vortäuschen und jammern, dass er genauso ein Schwein wie Draco ist. Das würde Draco zwar auch blöd dastehen lassen, aber im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt. Die Sache hat nur einen Haken und du setzt dich kreidebleich auf. Blaise brüstet sich mit seinen Eroberungen! Und wie genau sollst du Blaise, den Blaise Zabini, von einer Beziehung überzeugen. Nüchtern betrachtet ist dein Plan weitaus weniger listig, sondern nur noch hohl. Jetzt gilt es Schadensbegrenzung zu betreiben. Du musst alles auf eine Karte setzen. Und was machst du mit Pucey? Du hast das Gefühl echt Mist gebaut zu haben.

    In Windeseile hüpfst du aus dem Bett, machst dich frisch, ziehst dich hübsch an und stolzierst zum Abendessen. Dein Herz schlägt doppelt so schnell wie gewöhnlich. Blaise sitzt – wie sollte es auch anders sein – neben Theodore Nott, an den sich Daphne geschmiegt hat und Draco Malfoy, an den Pansy geklammert ist. Beide sehen nicht glücklich aus. Du holst tief Luft und drängelst dich zwischen Blaise und Draco. „Hallo Darling“, hauchst du und küsst ihn auf die Wange. Ein Herzschlag, zwei Herzschläge… Herzstillstand. Theodore, Daphne, Draco und Pansy starren Blaise und dich von belustigt, über ungläubig, bis total entsetzt an. Blaise selbst sieht aus als wäre er im falschen Film. Dann entspannt er sich jäh, legt den Arm um dich und küsst dich auf den Mund. „Hey Süße“, grüßt er zurück. Normalisierung des Herzschlages. „Ich dachte du bist mit Adrian Pucey zusammen?“, zickt Daphne rum und Theodore runzelt die Stirn und sieht dich merkwürdig an. „Nein, Daphne, ich bin nicht mit Adrian zusammen. Wie könnte ich auch“, sagt du zuckersüß und gibst Blaise demonstrativ einen Kuss auf die Wange. „Aber du gehst doch mit ihm zum Ball?“, drängt sie weiter. „Das ist richtig (dramatisches Seufzen), eine dumme Wette, aber er wird es verkraften, wir wissen doch alle, dass er dich eigentlich nur für Flint interessiert“, äußerst du und hoffst, dass das, in Theodores Augen, nicht >schlampig< ist. Draco, Pansy und Blaise lachen und sogar Theodore muss grinsen, was Daphne zu missfallen scheint. „Also seid ihr zwei jetzt zusammen?“, fragt Pansy verwirrt und deutet auf dich und Blaise. In Gedanke hast du einen monumentalen Schweißausbruch, in Wirklichkeit bist du weiterhin total lässig. „Wonach sieht es denn aus?“, beantwortet Blaise die Frage und zieht dich etwas enger an sich. Braver Junge. Entweder spielt er gut mit und wird dir später seinen Preis nennen, oder er hat sich von dir um den Finger wickeln lassen. „Als würdet ihr f*****“, trällert Daphne. „Tatsächlich? Da hast du ja wohl mehr Erfahrung“, sagst du unschuldig und siehst sie so freundlich wie möglich an. Bingo! Theodore hebt seine Augenbrauen kurz an und entwindet sich sanft Daphnes Versuch Nähe herzustellen. Du siehst ihr an, dass sie Gift und Galle spucken möchte.

    Zurück im Schlafsaal siehst du dich der Parkinson’schen Inquisition ausgesetzt. Sie hat sich beim Abendessen vorbildlich zurück gehalten, dafür bombardiert sie dich jetzt mit Frage. „Was ziehst du hier für eine Nummer ab. Bist du echt mit Blaise zusammen? Seit wann? Wieso hast du uns nichts davon erzählt?“, bestürmt sie dich. Du lässt dich seufzend auf dein Bett fallen. „Pansy, bleib mal ganz locker“, redest du auf sie ein. „Nein, ich will wissen wie es dazu gekommen ist und vor allem, wieso du nichts gesagt hast“, schmollt die Brünette. „Ja, ich bin mit Blaise zusammen. Ich habe nichts gesagt, weil es sich erst heute so ergeben hat. Er hat mich nach Hogsmeade eingeladen und dann hat eins zum anderen geführt“, erklärst du ruhig und hoffst, dass sie dir das abkauft, obwohl es ja nicht wirklich gelogen ist. „Du hattest Sex mit Blaise?“, kreischt sie fassungslos. Du zuckst zum Zeichen der Bejahung mit dem Kopf. „Keine Frau die Sex mit Blaise hat, kommt nachher auch mit ihm zusammen“. „Ich schon“, murmelst du. Pansy lässt sich geschockt auf ihr Bett plumpsen. „Du hast nie erzählt, dass du Gefühle für ihn hast“, argwöhnt sie. „Ich hätte auch nicht gedacht, dass er sie erwidern würde. Deswegen hielt ich es für besser, nichts zu sagen“, weichst du aus. „Ok, na wenn du meinst“, Pansy scheint sich langsam zu beruhigen. „Und was machst du jetzt mit Adrian? Gehst du trotzdem mit ihm zu Ball?“, fragt sie weiter. „Ich schätze nicht. Ich spreche das mit Blaise ab, er hat ja auch eine andere Begleitung. Aber so wie die Dinge jetzt stehen, werden wir wohl zusammen gehen“, grinst du deine Freundin an. Pansy macht ein finsteres Gesicht. „Ich glaube nicht, dass Adrian das gefallen wird“. „Ich gehe nicht mit Adrian zum Ball, nur um sein Ego zu schonen“, sagst du beleidigt und ziehst deine Beine an dich ran. In diesem Moment stürmt Daphne in den Schlafsaal, gefolgt von Tracey. „Du hinterlistige, kleine Schlange“, keift sie dich an. Wow, was für eine Beleidigung für eine Slytherin. „Was meinst du“, lächelst du sie an. „Du wolltest mich vor Theo schlecht machen“, schnauzt sie weiter. „Meine Liebe, ich kann dir versichern, dass ich keinerlei Intention habe, dich vor Theodore schlecht zu machen. Ich bin in Blaise verliebt und was du mit wem treibst ist mir herzlich egal“, säuselst du. Wenn du Daphne richtig einschätzt und du bist dir sicher, dass du das tust, wird sie jedes Wort eures Gesprächs an Theodore tragen. Er wird schon noch merken, wer die Bessere von euch beiden ist. Die Rotblonde schnaubt verächtlich. „Komm Süße, lass uns in den Gemeinschaftraum gehen. Wir müssen sowieso noch nach Milli suchen“, wirft Pansy, mit einem angewiderten Blick auf Daphne ein. Ihr verlasst den Gemeinschaftraum und setzt euch in die Sessel vorm Kamin. Blaise und Theodore sitzen zusammen auf einem der opulenten, schwarzen Ledersofas und spielen Zauberschach. Als Blaise dich bemerkt, hebst du kurz deine Hand und er zwinkert dir zu. Pansy folgt deinem Blick und schüttelt belustigt den Kopf. „Entschuldigst du mich kurz?“, fragst du der Höflichkeit halber, bist aber schon aufgestanden. Pansy belächelt dich und schlägt den Abendpropheten auf. Du gehst zu den beiden Jungs und setzt dich neben Blaise, der sofort einen Arm um dich legt. Ein paar Minuten siehst du ihnen schweigend zu. „Wenn du deine Springer nach E4 schickst, kannst du Blaise Schach Matt setzen“, sagst du schließlich mit Blick auf das Schachbrett. „Danke, aber ich denke, das hätte ich auch so hinbekommen“, meint Theodore und lächelt dich an. Du schenkst ihm einen mädchenhaften Augenaufschlag. „Solltest du nicht eigentlich mir helfen, Babe?“, fragt dein Freund dich gespielt beleidigt. Du schlingst deine Arme um seine Brust und küsst seinen Hals. „Du bist doch sowieso der Gewinner“, flüsterst du laut genug, dass auch Theodore es hören kann. Blaise nimmt dein Kinn zwischen seine Finger und zieht dich zu einem zärtlichen Kuss an sich heran. Bei Salazar, der steht tatsächlich auf dich. „Darling, ich wollte noch kurz mit dir reden. Meinst du ihr könnt kurz Pause machen?“, fragst du lächelnd. Blaise sieht Theodore fragend an und der nickt schmunzeln. Ein zufriedenes Strahlen breitet sich auf deinem Gesicht aus, „Danke Theodore, es wird auch nicht lange dauern“. Du rückst dich so auf dem Sofa zurecht, dass du Blaise quasi gegenübersitzt. „Ich weiß, dass du eigentlich mit einer Anderen zum Ball gehst. Ich habe ja selbst Adrian Pucey zugesagt. Aber in Anbetracht der Umstände… willst du mit mir hingehen? Ich könnte auch verstehen, wenn du ihr nicht mehr absagen möchtest. Was hältst du davon?“, fragst du zerknirscht. Theodore schaut abwechseln von dir zu Blaise. Blaise grinst dich breit an. „Süße, wenn ich schon dieses ganze Beziehungsding mache, dann richtig. Natürlich sage ich Lacombe ab. Außerdem kann nicht jeder von sich behaupten, dass ihn das schönste Mädchen der Schule gefragt hat, ob man mit ihr zum Ball gehen will“, er streicht dir eine Haarsträhne aus dem Gesicht und du errötest tatsächlich leicht. „Fantastisch, dann spreche ich später noch mit Adrian“, versprichst du. „Pass lieber auf. Pucey und Flint hatten gewaltig Krach wegen dieser Ballsache. Er konnte es sich nicht verkneifen, Flint unter die Nase zu reiben, dass du ihm zugesagt hast und Marcus einen Korb kassiert hat. Wenn du ihm jetzt absagst, verbrüdern sie sich bestimmt gegen dich“, warnt Theodore dich. „Meinst du?“, fragst du erstaunt und ein leichter Schauder überkommt dich. Flint ist ein gewaltiges Arschloch und Pucey, sein bester Freund, leckt ihm die Sohlen. Wenn die Beiden sich wirklich gegen dich richten, dann wird das unangenehm. „Das sollen die erstmal versuchen. Niemand legt Hand an meine Freundin. Außer mir, versteht sich“, schwört Blaise und zieht dich in seine Arme. Du spürst seinen muskulösen Oberkörper durch sein Hemd hindurch und ein Kribbeln breitet sich in deinem Unterleib aus. Ein angenehmer Duft nach Moschus und Orangen steigt dir in die Nase und du schmiegst deinen Kopf an seine breite Brust. Blaise Zabini ist eine verlockende Versuchung und es wundert dich nicht, dass die Mädchen ihm Reihenweise verfallen. Adrian Pucey kommt in den Gemeinschaftraum, gefolgt von seinem Kumpel Miles Bletchley, der Millicent an der Hand hält. Du gönnst deiner schwarzhaarigen Freundin aus tiefstem Herzen einen Freund, aber die Beiden geben ein seltsames Paar ab. „Auf in dem Kampf“, flüsterst du Blaise zu, der dich nur wiederwillig gehen lässt und erhebst dich. „Adrian, auf ein Wort“, rufst du ihm zu und er lässt seinen Blick zwischen dir und Zabini hin und her schweifen. „Ja?“, er klingt misstrauisch. Millicent, die dich in Blaises Armen gesehen hat, flüstert Miles etwas zu und sie bleiben in nicht allzu großer Entfernung stehen. Auch Pansy hat sich euch zugewandt, bereit aufzuspringen, falls Adrian sauer wird. „Adrian, ich bin jetzt mit Blaise zusammen. Du verstehst sicher, dass es überaus unpassend wäre, wenn wir zusammen auf den Ball gehen“, erklärst du mondän. „Und das fällt dir jetzt ein?“, fragt er trocken. „Nein, es hat sich heute erst so ergeben“, du hältst seinem Blick stand. Blaise erhebt sich und schlendert auf euch zu. Adrian verzieht das Gesicht und fixiert Blaise. „Flint wird sich halb schlapp lachen“, murrt Pucey. „Ach was, eine gute Partie wie du, findet schnell ein anderes Mädchen“, übertreibst du und kuschelst dich an Blaise, der den Arm wieder um dich gelegt hat. Adrian grinst, sieht aber unverhohlen neidisch auf Blaise, wie er dich als seins markiert. „Kumpel, wieso fragst du nicht mein Ex-Date? Julie Lacombe. Schnucklige, kleine Französin. Blond und zwei schlagkräftige Argumente“, er zwinkert ihm zu und du rollst die Augen. Männer. „Das lief doch gut“, haucht Blaise dir zu, als Adrian sich von euch entfernt hat. „Ja, ich denke es kommt immer gut, wenn man einem Ex-Date ein anderes aufdrücken kann“, spottest du. „Da fällt mir ein, dass ich das noch klären sollte“, überlegt Blaise. „Du hast es ihr noch nicht gesagt?“, du reibst grinsend deine Schläfe. „Sie wird es merken“. „Blaise Zabini, du böser Junge“. „Das ist meine Spezialität“, flüstert er dir süffisant ins Ohr. Du drehst deinen Kopf und beißt ihn leicht in den Hals. „Lass Theodore nicht warten“, scherzt du und gehst zurück zu Pansy. Pansy Parkinson versucht betont ernst auszusehen, steht aber kurz vor einem Lachkrampf. „Du bist ‘ne Bombe“, feixt sie und wischt sich eine Träne aus dem Augenwinkel. „Milli aber auch. Hast du gesehen, dass sie Händchen mit Miles gehalten hat“, tratschst du. „Ja!“, Pansy sieht verblüfft aus, „Ab jetzt sollten wir uns nur noch Tipps von ihr holen“. Ihr seht zu Millicent und Miles. Er streicht ihr gerade eine Haarsträhne hinters Ohr und lässt keinen Zweifel daran, dass er sie gerne küssen würde. Eure Freundin sieht mehr als beklommen aus und sieht euch hilfesuchend an. Pansy seufzt, „Oder auch nicht. Komm, retten wir sie mal“. Du bewegst dich auf das Paar zu und störst die Zweisamkeit, Pansy hängt an deinen Fersen. „Milli, wo warst du nur den ganzen Tag, wir haben dich gesucht. Hey, Miles! Wir müssen unbedingt mit dir sprechen“, du packst Millicents Hand und ziehst sie weg. „Du entschuldigst, Miles“, kichert Pansy. Der sieht euch ungläubig nach und verschränkt die Arme vor der Brust.

    „Ich bin wohl vom Rand der Erde gefallen? Du gehst jetzt mit Blaise zum Ball?“, fragt Millicent verwirrt. „Das ist nur die halbe Wahrheit“, grinst Pansy und stößt dir in die Rippen. „Wir sind zusammen“, erklärst du Pansys blöde Anspielung. Millicent macht große Augen und du erzählst ihr die ganze Geschichte, in jugendfreier Form, weil Daphne große Ohren bekommen hat.

    Der Abend des Weihnachtsballes steht plötzlicher vor der Tür als du erwartet hast. Das Trimagische Turnier, bei dem ihr natürlich für Viktor Krum seid, der Unterricht und deine Beziehung zu Blaise, haben die Zeit nur so dahinfliegen lassen. Du überprüfst schon seit zehn Minuten dein Spiegelbild und betrachtest dich von allen Seiten. Du trägst ein schulterfreies, bodenlanges Seidenkleid in Minze, mit einer kleinen Schleppe, die beim Tanzen schön Schwingen wird. Schwarze Louboutin-Heels (du hasst Muggel, aber Designer gehören für dich nicht zur Kategorie Muggel, sondern werden extra gelistet) und Schmuck in Weißgold. Nicht ganz Slytherin, aber fast. Deine Haare hast du zu einem Seitenzopf geflochten und so eingedreht, dass es aussieht als wäre dein Haar eine Blume. Kleine Diamanten glitzern darin. Pansy verlässt gerade euer Gemeinschaftsbad und sieht dich staunend an. „Du siehst umwerfend aus. Draco wird mich gar nicht beachten“. „Danke, du aber auch und genau deswegen wird er die Augen nicht von dir lassen können“, lügst du faustdick. Pansy trägt einen rosa Albtraum aus Rüschen und Tüll. Das Kleid kaschiert zwar ihre Problemzonen, aber du bezweifelst, dass Draco auf rosa steht, oder Rüschen, oder Tüll und ihr Haar sieht auch aus wie immer. Aber was soll sie denn mit ihrem Bobschnitt auch anderes anstellen. Der rosa-goldene Schmuck macht das Gesamtbild nicht schlimmer. Du hältst ihr aber zugute, dass sie sich wirklich Mühe gegeben hat und hoffst, dass Draco das auch wird. Millicent dagegen verschlägt dir wirklich die Sprache. Sie hat ihren Busch, den sie Haar schimpft, geglättet und es fällt ihr weich und glänzend bis zur Brust. Sie trägt ein schwarzes Cocktailkleid, das oberhalb ihrer Knie endet, einen dezenten, runden Ausschnitt hat und Ärmel bis zu den Ellbogen. Dazu ebenfalls schwarze Heels und Silberschmuck mit blauen Diamanten. Sie zupft beschämt an ihrem Kleid herum und sieht allgemein unglücklich aus. „Wie sehe ich aus?“, fragt sie schüchtern. Pansy und du müsst erstmal wieder den Mund schließen. „Absolut fantastisch“. „Unglaublich“. „Mindestens! Miles wird durchdrehen“, bestätigt ihr ihr. Sie lächelt dankbar. Du wusstest gar nicht, dass Millicent so eine gute Figur bekommen hat. Daphne stolziert an Millicent vorbei und betrachtet euch kritisch. Pansys Anblick bringt sie zum Schmunzeln, Millicent erhält eine anerkennend, gehobene Augenbraue und du kassierst einen Tötungsblick, was dir verspricht, dass du echt gut aussiehst. Sie leider auch. Passend zu ihren blassblauen Augen, hat sie ein blassblaues Kleid gewählt, das ihre Brüste doppelt so groß und perfekt gerundet aussehen lässt. Ihre rotblonden Locken fallen zu einer perfekt frisierten Mähne über ihre Schultern und geben ihr ein verruchtes Aussehen. Tracey rennt von hinten gegen Daphne, weil die plötzlich stehen geblieben ist und muss einen patzigen Spruch wegstecken. Davis belächelt ihre Freundin mild, sie ist Daphnes Launen schon gewöhnt und nichts vermiest ihr so schnell die gute Laune. Das Mädchen, mit dem karamellbraunen Haar, trägt ein goldenes Kleid und keinen Schmuck. Wäre bei der Farbwahl des Kleides auch wirklich nicht passend. Sie streicht sich noch mal über ihr Haar, um zu gewährleisten, dass wirklich alles schön glatt nach hinten, zu einem kolossalen Dutt, verläuft. „Komm Daphne, es wird Zeit“, flötet sie und ergreift die Hand der Rotblonden. „Davis sieht gut aus“, staunst du. „Daphne auch“, murrt Pansy. Danke – blöde Kuh! „Wollen wir dann auch?“, fragt Millicent unsicher und kaut an ihrem Nagel. „Milli, hör auf, an deinen Nägeln zu kauen. Du siehst fabelhaft aus“, schimpfst du und schiebst deine Freundinnen aus dem Schlafsaal. Dann atmest du noch mal tief durch und folgst ihnen. Im Gemeinschaftraum haben sich bereits einige Pärchen zusammen gefunden. Die Meisten aus dem Hause Slytherin, gehen auch mit jemandem aus dem Hause Slytherin zum Ball. Du lässt deinen Blick durch den überfüllten Raum schweifen. Pansy hat sich bereits anhänglich an Draco geschmiegt, der mit sturer Ignoranz in die andere Richtung blickt. Crabbe und Goyle stehen bei ihm. Beide scheinen kein Date für den Ball zu haben, oder sie gehen zusammen, so unzertrennlich wie die immer sind. Bei dem Gedanken musst du schmunzeln. Tracey steht bei Graham Montague und lacht herzlich über etwas das er gerade gesagt zu haben scheint. Millicent wird von Miles abgeknutscht, der sich gar nicht an ihr satt sehen kann. Deine besondere Freundin Daphne schmachtet Theodore an und dir wird flau. Er belächelt sie nachsichtig und du kannst seinen Blick nicht deuten, amüsiert er sich über sie oder ist es das dümmliche Grinsen, das Verliebte zur Schau tragen. Dann ruht dein Blick auf Blaise, deinem Date, er sieht sichtlich zufrieden aus, als sich eure Augen treffen. Du reichst ihm deine Hand und er drückt einen sanften Kuss auf deine Fingerknöchel. „Mylady“, grüßt er dich formvollendet und deutet eine leichte Verbeugung an. Du knickst ebenso leicht und nimmst seinen Arm um zu den Anderen zu gehen. Leider führt er dich nicht zu Pansy, sondern zu Theodore, dessen Begleitung die unausstehliche Daphne ist. Du setzt dein strahlendstes Lächeln auf und nimmst dir vor, dich nicht von der rotblonden Zicke provozieren zu lassen. Daphne kann ihre Abneigung nicht verbergen und zieht einen Schmollmund, als ihr zu den beiden tretet. Aber auch sie möchte sich den Abend nicht verderben lassen, deswegen funkelt sie dich nur böse an, du lächelst stoisch und eure Begleiter tun so, als würden sie nichts merken. „Leute, es geht los“, ruft Draco euch plötzlich allen zu und nimmt dich zum ersten Mal an diesem Abend wahr. Seine Augen ruhen einen Moment zu lange auf dir und du wendest dich schnell wieder Blaise zu, bevor ihr euch alle hinter Draco und Pansy einreiht und den Gemeinschaftraum verlasst. Auf dem Weg zur Großen Halle siehst du Harry Potter, der Cho Chang mit unverhohlenem Verlangen angafft und seine Begleitung, eine der Patil-Schwestern, völlig ignoriert. In der Großen Halle stellt ihr euch alle im Spalier für die Champions auf, die kurz nach euch den Saal betreten. Die Große Halle ist wunderschön geschmückt. Echte Feen, gesperrt in Glaskugeln, sorgen für ein warmes, funkelndes Licht. Schnee rieselt von der Decke, obwohl in der Halle angenehme Temperaturen herrschen und löst sich gut zwei Meter über dem Boden auf. Vier riesige Tannenbäume säumen den Eingang zur Großen Halle, jeder ist in den Farben eines Hauses geschmückt. An den Wänden hängen Eiskristalle und weiß-blaue Girlanden, das Buffet scheint ganz aus Eis zu sein und die Skulptur eines geflügelten Ebers thront in der Mitte. Der grau-braune Steinboden wurde so verzaubert, dass es aussieht, als würde man auf einer Eisfläche gehen. Die Lehrer wollen definitiv Eindruck bei den anderen Schulen schinden. Fleur Delacour und Roger Davis führen die Champions an, gefolgt von Cedric Diggory und Cho Chang, Viktor Krum mit Hermine Granger und Harry Potter mit einer der Patil-Zwillinge. Belustigt stellst du fest, dass sein bester Freund Ronald Weasley, der sowas wie einen Staubwedel trägt, die andere Patil-Schwester ausführt. Wederwillig musst du zugeben, dass das Schlammblut Granger hübsch aussieht. Sogar Draco starrt sie kurz mit offenem Mund an, obwohl fast jede Dame eine bessere Begleitung abgeben würde als Pansy, optisch, nicht standesgemäß versteht sich. Der Eröffnungstanz beginnt und Harry Potter verpasst prompt den Einsatz. Wäre es nicht so komisch, würdest du sowas wie Mitleid mit der Patil haben. Potter ist ein miserabler Tänzer. Er tritt seiner Ballbegleitung mindestens fünf Mal auf die Füße und jedes Mal muss Blaise ein Lachen unterdrücken. „Sieh dir mal Granger an“, flüsterst du ihm zu. „Was ist mit der?“, fragt er desinteressiert. „Sie sieht gut aus“, ist deine Antwort. „Du bist hübscher“, meint er knapp und erntet ein ironisches >Ohhhhh< von dir. Er sieht dich grinsend an. „Ich sage nur die Wahrheit, außerdem ist sie immer noch ein Schlammblut“, sagt er und küsst dich auf die Wange. „Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Jungs aus Durmstrang auf solche stehen“, spottet Draco, der eure Unterhaltung mitbekommen hat. Blaise zuckt nur die Schultern und du rollst zustimmend mit den Augen. Dumbledore fordert McGonagall zum Tanz auf, das Zeichen für die restlichen Schüler, dass sie Tanzfläche freigegeben ist. „Darf ich?“, fragt Blaise und dreht dich elegant im Kreis. „Ich bitte darum“. Der perfekte Walzer. Alle Paare aus deinem Haus tanzen sehr elegant, bei den anderen sieht das etwas anders aus. Die Weasley-Zwillinge tanzen eine absurde Parodie eines Walzers und diese Verhöhnung der Etikette ärgert dich. Blaise wirbelt dich graziös an Fred, nein George, oder doch Fred… dem Zwilling der mit Johnson tanzt, vorbei und zischt ihm zu, „So geht das“, wobei er dich an der Hüfte packt, hochhebt, dich dreht und du mit einer perfekten Pirouette landest. Der Zwilling sieht euch voller Hohn an, aber Angelina Johnson betrachtet euch neidisch und du lachst hart auf. Der Abend wird legendär. Höfisches Benehmen wurde dir seit deiner Kindheit eingetrichtert und Blaise ist der ideale Partner um damit zu glänzen. Nach einigen Tänzen stimmen die Schicksalsschwestern eine poppigere Melodie an und die Party beginnt richtig. Du amüsierst dich hervorragend, aber irgendwann geht auch dem besten Tanzpaar die Puste aus und ihr stellt euch zu euren Mitschülern an einen der Tische. „Willst du was trinken, Babe?“, fragt Blaise dich und du nickst zustimmend. „Ihr seid so ein süßes Paar“, schwärmt Millicent. „Du und Miles aber auch“, grinst du breit. Millicent wird rot und zwirbelt eine ihrer schwarzen Strähnen um den Finger. „Ich weiß gar nicht was er an mir findet“, nuschelt sie verlegen. „Milli, du bist klug, kultiviert und hübsch. Sieh dich nur an, Süße. Mir sind ja schon fast die Augen aus dem Kopf gefallen“, heiterst du sie auf und sie lächelt dich strahlend an. Du hoffst, dass sie den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden hat und sich jetzt immer um ein ästhetisches Äußeres bemüht. „Wo ist Miles überhaupt?“, willst du wissen. „Getränke holen“, sie deutet zum Buffet. Pansy stapft auf euch zu und zieht ein grimmiges Gesicht. „Draco flirtet mit Greengrass“, faucht sie und schiebt ihre Unterlippe vor. Sie hat Schweißflecken unter den Achseln und kleine Tropfen auf der Stirn. Parkinson, ist das dein Ernst! Wie kann sie einfach schwitzen. Du zückst deinen Zauberstab, den du in dein Strumpfband geschoben hast. Eigentlich sind Zauberstäbe bei der Veranstaltung verboten, aber Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Du tippst kurz auf ihre Achseln und ihre Stirn und der Schweiß, inklusive verräterischer Flecken, verschwindet sofort. Pansy wird rot und bedankt sich. Du ziehst dein Kleid wieder hoch, sodass dein Strumpfband kurz aufblitzt und versteckst deinen Zauberstab wieder darin. Als du aufblickst, wendet Theodore schnell den Blick von deinem Bein in dein Gesicht und du zwinkerst ihm verschwörerisch zu. Er zieht eine Augenbraue hoch und schüttelt belustigt den Kopf. Daphne hat deine Aktion mitbekommen und richtet ihre Aufmerksamkeit umgehend wieder auf Theodore. Pansy lächelt dich glücklich an. „Du bist die Beste“, schwärmt sie und drückt dir einen Schmatzer auf die Wange. Das nennst du zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Sie wuselt zurück zu Draco, der nicht halb so glücklich wie Pansy darüber ist. Blaise und Miles kommen mit den Getränken zurück und du nimmst es dankbar entgegen. „Das ist ja alkoholfrei“, empörst du dich und stellst die Bowle auf den Tisch. „Nicht mehr lange“, grinst Bletchley und zieht einen Flachmann aus seiner Innentasche. Er gibt etwas von dem Inhalt in jedes Bowleglas, die sofort anfangen leicht zu dampfen. „Echter Odgens Old Feuerwhisky, sechzig Jahre im Fass einer Deutschen Eiche gereift“, erklärt er und du nippst an deinem Glas. Sofort breitet sich Hitze in deinem Bauch aus und zieht in deine Gliedmaßen. Millicent betrachtet ihr Glas skeptisch, schließt sich aber dem allgemeinen Gruppenzwang an und trinkt. Als du dein Bowle-Feuerwhisky-Gemisch zur Hälfe geleert hast, sind deine Gedanken schon leicht benebelt. Das Zeug hat es in sich. Deine Freundin hat rote Flecken auf den Wangen und kichert albern vor sich hin. Blaise und Miles tauschen einen zufriedenen Blick. Ein paar Schlückchen weiter und du knutscht wild mit Blaise rum, der dich fest an sich presst. Merlin, der kann einfach zu gut küssen. Ihr vernehmt ein strenges Räuspern und lasst voneinander ab. McGonagall steht mit ernster Miene hinter euch und schimpft, „Wenn ich bitten dürfte. Was sollen unsere Gäste denn für einen Eindruck von Ihnen gewinnen“. Ihr lächelt sie entschuldigend an und sie entfernt sich mit wehendem Umhang. „Alte Spaßbremse“, kicherst du verlegen. Der Sänger der Schicksalsschwestern stimmt eine kleide Rede an, du hörst aber nur >Damenwahl<. Theodore kommt auf euch zu, Daphne hinter sich herziehend und dein Herz macht einen Hüpfer. „Damenwahl“, zwinkert er Blaise zu, drückt ihm Daphnes Hand in die seine und nimmt deine. Er führt dich auf die Tanzfläche und du drehst dich noch mal schmunzelnd zu Blaise um, der nun Daphne zum Tanzen auffordert. Es wird ein langsames Lied angestimmt und Theodore zieht dich eng an sich, die Hände an deiner Taille. Du selbst schlingst die Arme um seinen Hals und ihr wiegt euch im Takt der Melodie. Beflügelt durch den Alkohol, lässt du deine Hand durch sein schwarzes Haar gleiten und spielst mit einer Locke. „Tolles Haar“, flüsterst du und verpasst dir einen imaginären Fausthieb. Tolles Haar? Geht es noch Schlechter. Er streicht nun selbst eine deiner Zierlocken zurück und sieht edel über deine Plattheit hinweg. „Da wir nun zur Abwechslung mal ungestört sprechen können; ich wollte schon die ganze Zeit wissen, wie du Blaise von einer monogamen Bindung überzeugen konntest“, sagt er leise und sieht dir vergnügt in die Augen. Dieses Azurblau benebelt deine Sinne mehr als der Alkohol und du kannst den Blick nicht abwenden. „Nun, ich denke, durch das richtige Mädchen wird auch ein Casanova gezähmt“. „Und du denkst du bist das richtige Mädchen für ihn?“, fragt er. „Sag du es mir“, erwiderst du frech und er funkelt dich erheitert an. „Ich kann dir sagen, dass er keine anderen Mädchen anmacht und er spricht von dir… viel“. „Aber wir sind doch fast immer zusammen“, sagst du erstaunt. „Ja, genau das macht es etwas peinlich“, lächelt er. Du seufzt und legst deinen Kopf auf seine Schulter. „Denkst du auch, dass ein Mädchen sich für den richtigen Jungen zähmen lässt, um es mit deinen Worten zu sagen“. Du runzelst die Stirn, was er glücklicherweise nicht sehen kann. Spielt er etwa auf Daphne, dieses ausgekochte Miststück an. „Vermutlich“, antwortest du nur und atmest seinen Duft ein. Amortentia könnte nicht angenehmer riechen. Viel zu schnell ist das Lied beendet und du löst dich von Theodore. „Vielen Dank, Mr. Nott, für alles. Ich hoffe wir können das bald wiederholen“, du machst einen kleinen Knicks. Er neigt den Kopf, „Es wäre mir ein Vergnügen“. Gemeinsam geht ihr wieder zu eurem Tisch, wo Blaise und Daphne euch bereits erwarten. Daphne fällt Theodore sofort in die Arme. „Du hast mir gefehlt“, gurrt sie und wirft dir einen vernichtenden Blick zu. Du lässt dir von Blaise den Arm um die Schulter legen und nimmst ihm sein Getränk aus der Hand. Feuerwhisky mit einem Spritzer Bowle. „Wollen wir gehen?“, raunt er dir zu. Du leerst das Glas und siehst doppelt so viele Feen und Daphnes. Das Signal zum Aufbruch. „Sehr gerne“, hauchst du und lässt dich von ihm aus der Großen Halle geleiten. Der unbestrittene Vorteil an einem Partner aus dem gleichen Haus ist das gemeinsame Ziel. Sobald ihr den ersten leeren Gang erreicht, fang ihr an euch zügellos zu küssen und als ihr im Gemeinschaftsraum eintrefft, ist von deiner kunstvollen Frisur nicht mehr viel übrig. Deine Haare wallen dir lockig ums Gesicht und er vergräbt sein Gesicht darin. „Du riechst wundervoll“, brummt er und küsst deinen Hals. „Aber ich wette du schmeckst noch viel besser“, flüstert er gegen deinen Hals und zieht dich in seinen Schlafsaal. Ihr fallt auf sein Bett und küsst euch immer leidenschaftlicher. In deinem Bauch flattern tausend Schmetterlinge, vielleicht auch Feen. Schon die letzten Male ist dir aufgefallen, dass das so ist. Nicht nur wenn ihr Sex habt, sondern auch wenn er dich küsst, oder auf seine typische Art ansieht. Du willst sein Hemd öffnen, doch er drückt deine Hände neben deinen Kopf. „Diesmal können wir uns Zeit nehmen. So schnell wird heute niemand schlafen wollen“, grinst er und schickt dich auf eine Achterbahn der Emotionen.

    3
    U liegst in deinem Bett und bist noch ganz benommen von dem, was gerade geschehen ist. Es ist immer gut mit Blaise, aber diesmal war es besonders. Normalerweise beeilt ihr euch, wenn ihr es im Schlafsaal tut, da jederzeit jemand hereinplatzen kann, oder ihr sucht euch ein leeres Klassenzimmer, was nicht sehr romantisch ist. Du starrst an die Decke deines Himmelbettes, eingehüllt in deinen eigenen Jasmingeruch und einen Hauch Blaise, der selbst nach dem Duschen in deiner Nase bleibt und dir kommt eine Erkenntnis. Ok, du bist verliebt in Blaise Zabini, aber du liebst Theodore Nott. Oder nicht? Doch! Ganz sicher. Der Tanz heute war wieder Beweis genug. Du hattest dich so sehr danach gesehnt, dass er dich küsst. Kann man auf zwei Menschen gleichzeitig stehen? Du stöhnst genervt auf und rollst dich auf die Seite. Wie sagt man so schön: wenn man zwei Menschen gleichzeitig liebt, nimm den zweiten, denn würdest du den ersten lieben, gäbe es den zweiten gar nicht. Aber ist es wirklich so einfach. Theodore hast du immer nur von weitem angehimmelt, während Blaise als realer Freund perfekter ist, als du es dir erträumt hättest. Er scheint dich wirklich gerne zu haben. Keine anderen Frauen, keine Flirts, nicht mal Bemerkungen über eine wohlgeformten Hintern oder straffe Brüste. Du drehst dich wieder auf den Rücken. Es sieht nicht danach aus, dass Blaise dich in nächster Zeit betrügen wird und irgendwie beruhigt dich der Gedanke zu sehr, als dass du dir einreden könntest, Blaise wäre dir egal. Du rollst dich auf den Bauch und vergräbst deinen Kopf im Kissen. In was für eine Scheiße bist du hier nur reingerutscht. Du schlägst deinen Kopf gegen dein Kissen. Du hast die Kontrolle verloren. Das hätte nicht passieren dürfen. Woher solltest du denn wissen, dass Blaise eine Frau aufrichtig mögen kann. Und noch viel Schlimmer: wie hättest du erahnen sollen, dass du Blaise mehr als freundschaftlich mögen würdest. Sex mit ihm ist die eine Sache, aber was du vorhin gefühlt hast… war real.

    Am nächsten Morgen gehst du zum Frühstück, du bist reichlich verkatert und hoffst, dass es keinem auffällt. Die schlaflose Nacht hat ihr übriges zu deiner Stimmung beigetragen. Du lässt dich neben Blaise fallen und musst leicht würgen, als du das Essensangebot siehst. Nein, kein Frühstück für dich. Nur etwas kühlen, wunderbar flüssigen Kürbissaft und Kaffee, schwarz und koffeinhaltig. Miles grinst dich wissend an. Millicent sieht auch etwas grün im Gesicht aus. Die Heimfahrt wird spektakulär, wenn du dein Essen von gestern Abend bei dir behalten kannst, grenzt das an ein Wunder.

    Du verschläfst fast die ganze Zugfahrt, was bewirkt, dass du dein Essen nicht ausspucken musst und dich besser fühlst, als ihr am Bahnhof King‘s Cross eintrefft. Blaise rüttelt dich sanft wach, du hast die ganze Zeit in seinen Armen gelegen. „Besser, du kleine Partymaus“, fragt er schelmisch und du streckst dich zufrieden.

    Deine Weihnachtsferien sind wunderbar wie immer. Deine Eltern sind das typisch reinblütige Ehepaar: unverschämt reich, unverschämt mächtig und unverschämt gegenüber allen, die nicht reich, reinblütig und mächtig sind. Sie überhäufen dich mit Geschenken und Liebe. Zumindest dein Vater, deine Mutter übernimmt eher die Rolle einer überstrengen Gouvernante, die dich beim kleinsten Etikettenverstoß rügt: sitz gerade, iss nicht so viel, lach nicht so laut, zieh dich ordentlich an, frisier dein Haar anständig, schmink dich nicht wie ein Bordsteinschwalbe, nimmst die richtige Salatgabel etc. Dein Vater ist weniger streng, aber deine liebe Frau Mama, will aus dir die perfekte Vorzeigeehefrau machen. Du weißt, dass sie Recht hat. Siebzehn Jahre lang wirst du die Puppe deiner Eltern sein, danach die deines zukünftigen Mannes. Das Schicksal aller Reinblüterinnen aus gutem Hause. Die Wahl deines Freundes habe beide wohlwollend zur Kenntnis genommen. „Zabini ist ein guter Name. Gutes Haus. Tragisch, dass Zabini Senior so zeitig von uns gegangen ist“, waren die Worte deines Vaters. Die Sorgen deiner Mutter waren andere. Kurz nach deinem Eintreffen bei euch Zuhause, ist sie mit dir in den Salon flaniert, um eine Tasse Tee zu trinken und hat dich ermahnt, deine Jungfräulichkeit nicht überstürzt zu verschwenden. „Niemand soll denken meine Tochter hätte keinen Anstand. Überstürze nichts! Gib dich ihm erst hin, wenn du einen Ring an deinem hübschen Finger hast“, warnte sie dich. Wenn die wüsste. Nach den Weihnachtsfeiertagen verreist du nach Parkinson-Manor, um dort die restlichen Ferien zu verbringen. Millicent ist ebenfalls dort und ihr wollt die Zeit so richtig genießen.

    Ihr schlendert durch die Brompton Road in London. Ihr habt einen ausgiebigen Einkauf bei >Harrods< getätigt und kehrt nun, voll bepackt mit exklusiven Waren und einiges an umgetauschtem Muggelgeld leichter, ins >Caffe Concerto< ein. Da alles an eurem Erscheinungsbild Daddys kleine Lieblinge schreit, seid ihr schnell der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und müsst nicht lange auf eure Bestellungen warten. Zufrieden über die Anerkennung eurer Autorität und magischen Überlegenheit, was die Muggel natürlich nicht wissen, aber es strömt euch aus jeder Pore, nippt ihr an euren lächerlich teuren Cappuccinos. „Was habt ihr von euren Freunden zu Weihnachten bekommen?“, fragt Pansy Millicent und dich neugierig. Millicent verschluckt sich sofort an ihrem Getränk und erntet einige missbilligende Blicke der Bedienungen. „Machen Sie gefälligst Ihre Arbeit“, fauchst du empört und die Angestellten huschen davon. Verwöhnte Gören sollte man nie reizen, das kann einen schneller den Arbeitsplatz kosten, als man denkt. „Miles hat mir einen Besen geschenkt“, nuschelt sie. „Oho, welches Model?“, will Pansy wissen. „Einen Feuerblitz“, sagt sie kleinlaut. „Wow, Miles hat sich nicht lumpen lassen“, kicherst du in dem Wissen, dass Millicent panische Höhenangst hat. Typisch Quidditchspieler. „Ich finde es etwas… zu übertrieben“, flüstert die Schwarzhaarige und zieht ihren Pferdeschwanz fester. Seit dem Weihnachtball achtet sie tatsächlich mehr auf ihr Äußeres, sehr zu deiner Freude. „Finde ich nicht“, wirft Pansy ein und fragt, „Was hast du ihm geschenkt?“ Millicent senkt den Blick und errötet, „Genau das ist es ja, ich habe ihm ein Buch über Quidditch geschenkt. Spielzüge, Taktiken und so“. Pansy und du starrt sie bestürzt an, bevor ihr beide in schallendes Gelächter ausbrecht. Die Bedienungen zucken zwar mit den Mundwinkeln, trauen sich aber nicht eine weitere Reaktion zu zeigen. „Oh Milli, das ist schwach“, kicherst du. „Was hast du von Blaise bekommen?“, quetscht Pansy nun dich aus. Du lächelst nebulös und spielst an deiner Kette. Langsam ziehst du sie aus deinem Ausschnitt heraus und präsentierst deinen Freundinnen eine elegante Königskette mit einem herzförmigen, roten Diamanten, in der Größe eines Knuts. Beide machen große Augen. „Die ist wunderschön“, staunt Millicent und Pansy hat es komplett die Sprache verschlagen. „Das kannst du unmöglich getoppt haben“, kommt es von deiner brünetten Freundin. „Ich habe ihm Unterwäsche geschenkt“, konterst du. Die Beiden sehen sich an und wenden sich dir wieder in Zeitlupe zu. Du kannst ein Feixen nicht länger unterdrücken. „Mit dem Versprechen, dass ich sie tragen werde“, zwinkerst du ihnen zu. Pansys Gesicht nimmt sofort einen verschlagenen Ausdruck an und bei Millicent rattert es etwas länger. „Das muss ja tolle Unterwäsche sein“, meint sie glatt. „Sie ist speziell“, erklärst du mysteriös und lässt keinen Zweifel daran, dass du nicht weiter darauf eingehen wirst. „Aber du hast doch schon mit ihm geschlafen. Ich könnte es verstehen, wenn es euer erstes Mal wäre, aber so ist es ja nicht“, hakt Pansy weiter nach. „Oh!“, kommt es nun von Millicent. Sie hat verstanden. „Hast du Draco ein Weihnachtsgeschenk gemacht?“, wendest du dich an Pansy und sie steigt darauf ein. „Ja, ein Buch über Zaubertränke“. „… Ich wette er war aus dem Häuschen“, spottest du. „Garantiert, es ist verboten und voll schwarzmagischer Tränke“, begründet sie verschwörerisch und grinst aalglatt. „Na das ändert alles“, stimmst du zu, „Gutes Geschenk, Pansy“, lobst du. „Wo hast du das her?“, murmelt Milli. Pansy beugt sich zu euch und ihr steckt die Köpfe zusammen. Man weiß ja nie wer mithört. „Borgin, er veräußert so einiges unter der Ladentheke“, flüstert sie so leise, dass ihr es kaum hören könnt. Du schüttelst amüsiert den Kopf. „Dafür hast du einen Heiratsantrag verdient. Mindestens“, meinst du. Pansys Gesicht leuchtet. „Er hat mir eine Karte geschrieben“, freut sie sich. „Eine was? Eine Karte?“, sagst du völlig entgeistert. „Ja, er hat sich für das Geschenk bedankt und mir frohe Weihnachten gewünscht“, sagt sie in einem Ton, der keinen Zweifel daran lässt, dass sie felsenfest überzeugt ist, das beste Geschenk von euch dreien erhalten zu haben. „Naja, wenn du dich freust“, lächelt Millicent und wirft dir einen entrüsteten Blick zu, während du versuchst deinen Gesichtsausdruck wieder völlig normal aussehen zu lassen. „Jetzt erzähl mal mehr über die Unterwäsche“, nörgelt Pansy und gönnt sich einen Schluck ihres Heißgetränks. „Nö!“, lehnst du lässig ab und schiebst dir dein Biskuit in den Mund. Pansy stöhnt genervt auf. „Ich dachte wir erzählen uns alles“, schmollt sie. „Was soll ich dazu sagen“, seufzt du genervt, „Sie ist heiß, sie hat nicht viel Stoff an den richtigen Stellen, sie war verdammt kostspielig und sie ist ein Versprechen“. „Was schenkt man auch einem Jungen, der sowieso schon alles hat“, überlegt Millicent und rührt abwesend in ihrem Cappuccino. „Ein Buch über Quidditch“, antworten Pansy und du im Chor und fangt wieder an zu lachen. „Hast du Miles eigentlich schon rangelassen?“, will das Pansy’sche Inquisitionskommando wissen. Millicent wird puterrot und schüttelt energisch den Kopf. „Hat sich nicht ergeben. Ich habe auch echt Angst davor. Er hatte schon mehrere Freundinnen und ich bin total unerfahren“, gibt sie zu. Du legst deine Hand liebevoll auf ihre. „Mach dir keine Sorgen. Ihr mögt euch total gerne. Es wird bestimmt ganz toll“, beruhigt du sie. „Wie war es bei dir und Blaise?“, fragt sie zögerlich. „Stürmisch“, ist deine knappe Antwort, du hast es ihnen ja bereits erzählt. „Es ging ja ganz schön schnell bei euch. Du warst doch vorher auch noch Jungfrau“, gibt Millicent zu bedenken. „Stimmt“, lügst du eiskalt, „Aber ihr wisst doch wie Blaise ist und es ist einfach über mich gekommen“. „Ja, wenn es der Richtige ist, wird es völlig zu Nebensache, wie lange man wartet oder eben nicht wartet“, stimmt Pansy weise zu und wackelt mit dem Zeigefinger. Sie lehnt sich entspannt auf ihrem gepolsterten Stuhl zurück. „Ich für meinen Teil hebe mich für Draco auf“, kündigt sie verträumt an. Wenn sie das wirklich durchziehen will, erlebst du gerade die Geburtsstunde einer alten Jungfer. Du kaust auf deiner Unterlippe. „Meint ihr Daphne und Theodore haben schon… ihr wisst was ich meine“, fragst du verhalten. Pansy zieht eine Augenbraue hoch. „Klar, Theodore lässt doch nichts anbrennen und über Daphne müssen wir wohl nicht reden“, sagt sie so taktvoll, dass du sie am liebsten umgehend mit Ronald Weasley verkuppeln würdest. Du atmest tief durch, das hat gesessen. „Mädels, ich muss euch was gestehen. Aber ihr müsst bei Salazar schwören es niemals weiter zu sagen“, deine Stimme zittert und du knetest nervös deine Hände. Beide Mädchen stützen die Arme auf den Tisch und sehen dich interessiert an. „Ich bin total verliebt in Theodore Nott. Schon seit einer Ewigkeit. Blaise war eigentlich nur ein ‚Alibi‘, aber irgendwie mag ich ihn mittlerweile wirklich und jetzt weiß ich nicht was ich tun soll“, lässt du die Bombe platzen. Deinen Freundinnen knallt der Kiefer auf den Tisch und du erzählst ihnen alles. Was dich dazu veranlasst hat, deine Gedankengänge, alles, nur die Draco-Malfoy-One-Night-Stand-Nummer umschiffst du geschickt, im Namen der Freundschaft. Du hast keine Angst dich ihnen anzuvertrauen. In Slytherin ist Freundschaft etwas wert und somit Geheimnisse jeder Art sicher, zumindest solange die Freundschaft währt. Als du geendet hast, starrt Pansy dich einfach nur mit offenem Mund an. „Küss sie beide“, schlägt Millicent vor. Du siehst sie mit großen Augen an. Dieser Vorschlag ausgerechnet von deiner prüden Freundin. Miles hat sie verdorben! „Dann weist du für wenn du mehr empfindest“, erklärt sie, als wär es die logischste Sache der Welt. „Und wie soll ich das anstellen? Theodore ist zufällig Blaises bester Freund“, fauchst du. Pansy hat es geschafft ihren Mund zu schließen und fixiert nachdenklich einen Punkt an der gegenüberliegenden Wand. „Ganz einfach“, platzt sie heraus und ist wieder ganz die Alte, „Ich veranstalte eine Silvesterparty und lade ein paar Leute dazu ein. Natürlich auch Theodore, aber Daphne und Blaise schicke ich keine Eule“, schlägt sie vor und beweist, dass sie nicht nur wegen ihres Status und diverser Gemeinheiten in Slytherin ist. „Das fällt auch gar nicht auf“, bespöttelst du sie schlecht gelaunt. Pansy legt einen Finger an Kinn, hat aber auch dafür schnell eine Lösung parat. „Miles bekommt auch keine Einladung. Milli bringt ihn als ihre Begleitung mit und wenn Theodore fragen sollte wo Daphne bzw. Blaise sind, dann sage ich ihm, dass ich dachte, ihr ladet sie automatisch ein. Miles könnte es sogar bestätigen, wenn die Beiden auf das Thema kommen“. „Und wenn er Daphne tatsächlich anschleppt“, maulst du. „Wird er sicher nicht. Ich glaube sie nervt ihn“, äußert Millicent. „Ja, deswegen wollte er beim Ball auch unbedingt mit dir tanzen“, versucht Pansy dich zu überzeugen. „Ich weiß nicht. Ich weiß die Idee echt zu schätzen, aber die verbringen Silvester doch sicher mit ihren Eltern“. „Natürlich, wir verbringen Silvester schließlich auch mit unseren Eltern“, Pansy verleiert die Augen. „Aber Theodore hat nur seinen Vater, ich glaube nicht, dass er kommen würde“, sagst du hoffnungslos. „Wir könnten es aber zumindest versuchen. Wenn er tatsächlich nicht auftaucht, hätten wir immerhin einen netten Abend und überlegen uns später etwas Anderes“, stimmt Millicent zu. „Meinetwegen“, kapitulierst du. „Sagt mir nur eins. Wie soll ich es anstellen, dass Theodore mich küsst. Er hat eine Freundin!“, Pansy schnaubt verächtlich. „Süße, das ist dann deine Sache. Ich glaube der Frau, die gut genug ist Blaise Zabini von einer festen Beziehung zu überzeugen und spezielle Unterwäsche verschenkt, wird wohl was einfallen, um geküsst zu werden. Ansonsten beziehe ich mich darauf, dass Nott nichts anbrennen lässt und Daphne eine Nervkuh ist“. „Das könnte klappen“, meinst du zögernd. „Dann los, es gibt einiges zu planen“, bestimmt Pansy. „Zahlen“, plärrt sie und sofort kommt eine Kellnerin unterwürfig angesprungen.

    Pansys Eltern sind beide im Wellnessurlaub, sodass ihr das Familienanwesen, in einem Nobelvorort Londons, ganz für euch allein habt. Ideale Voraussetzungen für eine ausschweifende Party. Noch am gleichen Tag hatte Pansy unzählige Einladungen per Eule an das halbe Haus Slytherin verschickt und postwendend Zusagen erhalten. Auch von Theodore. Wie abgesprochen haben Miles, Daphne und Blaise Keine bekommen. Millicent hat es übernommen ihren Freund als Begleitung einzuladen. Nervös läufst du Löcher in den teuren Teppich im Gästezimmer und siehst ständig auf die Uhr. Nur noch zwei Stunden und du hast absolut nichts zum Anziehen. Natürlich nicht, du warst ja auch erst ein paar Tage zuvor bei Harrods und hast das halbe Kaufhaus leer gekauft. Pansy stürmt in dein Zimmer und treibt dich zur Eile an. „Ich habe nichts zum Anziehen“, sagst du verzweifelt und deutest auf die Berge von Kleidung, die sich auf dem Bett und Fußboden stapelt. „Etwas Heißes“, sagt sie sofort. Du verdrehst die Augen. Toller Tipp. Sie selbst trägt ihr neues, knielanges, schwarzes Kleid, mit silber-glitzernden Trägern, die ihr Dekolleté umrahmen und silber-glitzernde Schuhe, die genauso teuer aussehen, wie sie waren. Wesentlich besser als beim Ball, sogar richtig scharf, wenn man von dieser silber-glitzernden Schleife in ihrem Haar absieht. Das ist dann doch too much. „Du kannst auch nackt gehen, dann weiß Theodore gleich was er an dir hat“, grinst sie fies. Du steckst ihr kindisch die Zunge raus und ihr giggelt Beide. „Ich glaube ich weiß es“, du schnippst mit den Fingern. „Perfekt!“, ruft sie aus und verlässt dein Zimmer. „Ach und Süße, mach die Schleife raus“, rufst du ihr noch hinterher.

    Kurz vor neun, die ersten Gäste sollten bald eintreffen, trefft ihr euch im Salon. Pansy, nun ohne Schleife, weist ihren Hauselfen an die letzten Vorbereitungen zu treffen. Millicent trägt ein flaschengrünes Wickelkleid, in dem ihre schöne Figur betont wird. Eine silberne Brosche hält ihren Ausschnitt zusammen und ihr Haar ist ganz lockig. Ja, Milli kann auch sexy. Du hast dich für einen eher unüblichen Look entschieden. Normalerweise trägst du am liebsten Elegant und Schwarz, genau wie Pansy. Heute hast du eine kurzärmlige, weiße Bluse gewählt, die genug von deinen Brüsten enthüllt, um Lust auf mehr zu machen. Dazu eine schwarze Hotpants, mit roten Hosenträgern aus weichem Leder und rote Heels. Deine Strumpfhose, für Strümpfe ist die Hose viel zu knapp, ist durchsichtig, hat hinten aber einen schwarzen Streifen. Ganz im Rockabilly-Stil sind deine Lippen knallrot und deine Augen katzenhaft geschminkt. Dein vorderes Haar hast du zu einer Tolle gedreht, während der Rest glatt und glänzend über deine Schultern auf den Rücken fällt. „Du hast es wieder mal gerissen. Theodore wird keine Sekunde an Daphne denken“, lobt Pansy anerkennend. Die Türklingel läutet und du stellst dich lasziv in Position. Immer eine schöne S-Kurve mit dem Körper bilden, die Hand frech auf die Hüfte gelegt. Du hast freiwillig den Türdienst übernommen. Natürlich nur, um den armen Elf zu schonen. Es sind leider nur Pucey, Flint und Montague, ohne Tracey, die hat nämlich auch keine Einladung erhalten. „Hey Jungs“, begrüßt du sie, während die dich hohl angaffen. Du hoffst, dass sie nicht gleich zu sabbern anfangen. „Bar in der Küche, Tanzen im Salon“, instruierst du sie und bedeutest ihnen mit einer Handbewegung durchzutreten. Das gleiche Spiel wiederholt sich noch um die zwanzig Mal, bis endlich, kurz nach halb zehn, Theodore vor der Tür steht. „Hey Kleine“, grüßt er dich und gibt dir einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Hallo, schöner Mann“, lächelst du und begleitest ihn in die Küche, um ihm die Bar zu zeigen. Soll der faule Elf jetzt endlich mal seine Arbeit erledigen.

    Du trinkst deinen Nesselwein in kleinen Schlückchen, von Feuerwhisky willst du definitiv die Finger lassen und unterhältst dich angeregt mit Theodore. Seit er aufgetaucht ist hast du nicht einmal an Blaise gedacht und es erfreut dich sehr, dass er sich nicht nach Daphnes Verbleib erkundigt hat. „Ok, Lupin oder Lockhart?“, fragst du ihn kichernd. „Das ist als müsste ich zwischen Drachenpocken und Griselkrätze wählen“, seufzt er und nimmt einen Schluck Honigmet. „Entscheide dich“, sagst du gespielt ernst und nippst an deinem Wein. „Lockhart ist ein Vollidiot, aber Lupin ein Werwolf, also würde ich wohl Lockhart nehmen“. Du lachst amüsiert auf. „Potter oder das Wiesel?“, revanchiert er sich mit einem gemeinen Grienen. „Eher sterbe ich“, rufst du empört aus und schüttelst angewidert den Kopf. Du willst noch einen Schluck von deinem Wein nehmen, stellst aber fest, dass das Glas leer ist. „Noch Einen?“, fragt Theodore dich höflich. „Ja, bitte“. Er nimmt dir dein Glas aus der Hand und holt dir ein neues Getränk. Sofort springt Pansy zu dir und sieht dich erwartungsvoll an. „Wie läuft es“, zischt sie dir zu. „Gut. Er scheint Daphne nicht zu vermissen“, strahlst du sie an. Sie zwinkert dir zu, „Hab ich dir doch gesagt“. „Ok, weg jetzt, er kommt zurück“, scheuchst du sie davon, als du Theodore den Salon betreten siehst. Er reicht dir ein volles Glas und setzt sich wieder neben dich. „Wo ist Blaise eigentlich?“, fragt er nun doch. Zum Glück hast du die Antwort einstudiert, „Er weiß nichts von der Party. Pansy hat ihn nicht eingeladen, weil sie dachte, ich lade ihn ein und ich habe ihn nicht eingeladen, weil ich dachte Pansy hätte ihm eine Eule geschickt“, rasselst du souverän runter. „Dann wird Daphne wohl auch nicht mehr auftauchen“, zwinkert er und du beißt verlegen auf deine Unterlippe. „Tut mir leid dir das sagen zu müssen, aber ich vermisse sie nicht sonderlich“, erwiderst du frech und nimmst einen großen Schluck Wein. „Ich auch nicht“, gibt Theodore zu und streicht sich durch sein Haar. Dein Herz macht einen kleinen Hüpfer. „Das ist aber nicht nett“, stichelst du trotzdem. Er grinst dich machohaft an. „Ich fürchte Greengrass bildet sich zu viel darauf ein, dass ich sie zum Ball eingeladen habe“, er zuckt gelangweilt die Schultern. „Also seid ihr nicht zusammen?“, und deine Hände zittern vor Anspannung leicht. „Behauptet sie das?“, stellt Theodore die Gegenfrage. „Nicht direkt, aber viele Paare sind nach dem Weihnachtball zusammen gekommen“, stellst du nüchtern fest, bei dir und Blaise war es schließlich nicht anders. „Sie ist nicht mein Typ“, erklärt er knapp. „Wieso warst du dann mit ihr auf dem Weihnachtsball?“, hakst du nach. Toll, da sitzt du hier mit dem Mann deiner Träume und quatschst mit ihm über Daphne und du bist auch noch diejenige, die es angezettelt hat. „Sie ist ganz hübsch und sie hat mich quasi gebettelt mit ihr zu gehen“. „Ich dachte sie ist nicht dein Typ“. „Ob jemand mein Typ ist oder nicht, hängt nicht nur von der Optik ab“. „Verstehe“. „Willst du tanzen?“, lenkt er vom Thema ab und du ergreifst freudig seine ausgestreckte Hand. Ihr tanzt einige Lieder durch und du schwelgst in seinem herrlichen Duft. Kurz vor Mitternacht bittet Pansy um eure Aufmerksamkeit und schwenkt ihren Zauberstab, sodass vor euch allen ein Glas mit Goldlackwasser erscheint. Gemäß der Tradition, denn das ist nicht nur in der Muggelwelt so, zählt ihr den Countdown von zehn rückwärts runter. „Happy New Year“, ruft ihr alle und kippt den Schnaps hinter. Goldlackwasser hat eine ähnlich verheerende Wirkung wie Feuerwhisky und bei dir beginnt sich alles zu drehen, auf eine angenehme Weise. Du wirst von hinten gepackt und unsanft herum gewirbelt. „Wie wäre es mit einem Neujahrskuss“, macht Marcus Flint dich an. „Verzieh dich, Flint“, schnauzt du ihn unfreundlich an und willst dich wieder abwenden. Flint lässt sich nicht beirren und zieht dich an der Taille zu sich. „Komm schon, ein Kuss“, grinst er ekelhaft und beugt sich zu dir runter. Du versuchst ihn wegzudrücke, aber dieser grobschlächtige, massive Mensch ist einfach nicht abzuwehren. „Flint!“, hörst du Theodore zornig rufen, „Die Dame hat nein gesagt“. Sein Gesicht ist entspannt, aber er hat seinen Zauberstab auf Marcus‘ Gesicht gerichtet. Marcus Flint ist zwar vier Jahre älter als ihr, aber nicht der beste Zauberer und Theodore Nott dürfte ihm allemal gewachsen sein. Marcus zieht ein missmutiges Gesicht, lässt dich aber sofort los. „Und was mischst du dich überhaupt ein, Nott?“, mault er rum. „Zufällig ist sie die Freundin meines besten Freundes“, erwidert Theodore kalt und hält seinen Zauberstab weiterhin auf Flint gerichtet. Argwöhnisch beäugt er ihn und hebt schließlich die Hände. „Ich habe es ja verstanden“, kapituliert er und trottet davon. „Danke“, sagst du erleichtert. Du hättest nicht mal deinen eigenen Zauberstab zur Hand gehabt. Theodore steckt Seinen weg. „Nicht der Rede wert. Blaise hätte gewollt, dass ich ein Auge auf dich habe“, tut er ab. Der restliche Abend verläuft ohne weitere Zwischenfälle und viel zu schnell verabschiedet ihr euch von den Gästen. Theodore ist der Letzte. Pansy und Millicent verabschieden sich schnell und ziehen sich diskret zurück. Es wäre der perfekte Moment. Schnee rieselt sanft auf euch nieder und reflektiert das helle Mondlicht. Einige Augenblicke steht ihr euch Schweigend gegenüber und dein Mund wird trocken. „Es war ein schöner Abend“, sagt er leise und beugt sich zu dir vor, um dich auf die Wange zu küssen. „Bis bald“, verabschiedest du dich enttäuscht. Auf halbem Weg zu seinem Hauselfen, der bereits auf ihn wartet um ihn nach Hause zu bringen, dreht er sich noch mal um und sieht dir fest in die Augen. „Blaise oder Draco?“, fragt er, bevor er mit dem Elfen disappariert und dir rutscht das Herz in die Hose.

    Du rutschst unruhig auf deinem Sitz hin und her. Pansy, Millicent und du seid viel zu früh am Gleis gewesen und nun wartet ihr darauf, dass der Zug pünktlich um elf Uhr abfährt. Heute wirst du Theodore wiedersehen und Blaise und du musst unbedingt eine Möglichkeit finden mit Theodore zu sprechen, ohne, dass deine Freundinnen etwas mitbekommen. Pansy blättert abwesend in einer Ausgabe der Hexenwoche und Millicent bürstet ihrer schwarzen Katze das Fell glänzend. Du behältst den Bahnsteig konzentriert im Auge, wodurch dir die gelegentlichen Blicke der Mädchen entgehen. „Ob Theodore sich wohl zu uns setzt“, spekuliert Pansy beiläufig und du wirst aus deinen Gedanken gerissen. „Kommt bestimmt darauf an wer eher hier ist. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, beantwortet sie ihre Frage selbst. Ihr sitzt in einem Abteil, das Platz für sechs Leute bietet, ist Draco vor Theodore oder Blaise da, dann seid ihr voll, denn Draco wird die Plätze für Crabbe und Goyle freihalten wollen und Theodore wird sich zu Daphne setzen, auf deren Gesellschaft du keinen Wert legst. Zehn vor elf wird eure Abteiltür aufgeschoben und Blaise tritt ein. „Morgen Ladies. Schöne Ferien gehabt?“, grüßt er euch und setzt sich neben dich. „Du hast mir gefehlt, Babe“, spricht er dich an und küsst dich auf den Mund. „Du mir auch“. Du lügst nicht mal, er hat dir tatsächlich gefehlt, zumindest ein bisschen. Ihr verschränkt eure Finger ineinander und du lehnst deinen Kopf gegen seine Schulter. Kurze Zeit später gesellen sich Theodore und Miles zu euch und der Zug fährt ab. Dir fällt auf, dass Pansy die Seiten ihrer Zeitschrift grob umblättert und immer wieder auf den Gang sieht. Eine halbe Stunde nach der Abfuhrt entschuldigt sie sich, um nach Draco zu sehen. „Der wird sich freuen. Er ist in das erstbeste, leere Abteil geflüchtet um ihr aus dem Weg zu gehen“, lacht Miles die Brünette aus. Pansys Zuneigung für Draco ist ein offenes Geheimnis, genauso wie Dracos Ablehnung gegen diese.

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    Beim Abendessen ist die Stimmung am Tiefpunkt angelangt. Pansy schmollt, weil Draco sie die ganze Zugfahrt ignoriert hat und sich fast ausschließlich mit Daphne unterhalten hat, Draco ist übellaunig, weil er Pansy ertragen musste, Daphne zickt rum, weil Theodore bei dir gesessen hat und du hast schlechte Laune, weil du keine Gelegenheit hast mit Theodore zu sprechen, der wiederrum ebenfalls ein finsteres Gesicht zieht. Und da ihr sowieso alle mies gelaunt seid, machen die Anderen gleich mit. So kommt es, dass eure Ecke am Slytherintisch ungewöhnlich ruhig ist und ihr eure ganze Aufmerksamkeit dem Essen widmet. Mürrisch hackst du auf deinen Braten ein und stellst dir vor es wäre Daphnes Gesicht. Nachdem dein Braten nicht mehr als solcher zu erkennen ist, sondern eher dem breiigen Inhalt einer Pastete ähnelt, beschließt du aufzustehen. Ein wenig frische Luft wird dir gut tun. Dein Weggehen wird mit kompletter Ignoranz quittiert und es ist dir nur recht. Die kalte Winterluft verfängt sich in deinem Haar und deiner Kleidung. Eine Jacke hast du nicht dabei und du fröstelst leicht. Miesepetrig stapfst du zum See herunter und kämpfst dich durch meterdicken Schnee. Deine Hosenbeine sind klitschnass und beginnen zu gefrieren, als du dich einfach in den Schnee unter eine Weide fallen lässt. Du musst einen ziemlich erbärmlichen Anblick bieten, weswegen du froh bist, dass sich kein anderer Schüler hinaus verirrt hat. Völlig in Gedanken versunken beobachtest du das Schneetreiben über dir. Der Mond steht schon hoch am Himmel, als du deine Kleidung endlich trocknest und mit einem Wärmezauber belegst. Die Kälte ist dir aber schon in die Knochen gezogen und du klapperst leicht mit den Zähnen. Du ignorierst es, denn du hast keine Lust jetzt schon in den Gemeinschaftraum zu gehen. Hinter dir bringen Füße den Schnee zum Knirschen und du drehst dich zu dem Störenfried um. Es ist Theodore. „Hier bist du“, stellt er fest und setzt sich zu dir in den Schnee. „Scheint so“, murrst du. Es ist die Gelegenheit, auf die du gehofft hattest, aber dir ist so gar nicht nach Reden zumute. „Gibt es einen speziellen Grund, dass du hier draußen sitzt oder dachtest du zu Erfrieren ist eine gute Idee?“, fragt er völlig neutral. Du betrachtest eine Schneeflocke, die auf deine Hand gefallen ist und nicht schmelzen will. „Wieso bist du hier?“, fragst du bissig und siehst ihn an. „Ich habe dich gesucht“. „Das ist mir klar. Was mir nicht klar ist, ist wieso du mich gesucht hast“. „Ich musste in letzter Zeit über dich nachdenken“, sagt er nebulös. Du beobachtest ihn erstaunt, wie er völlig entspannt gegen den Baum gelehnt dasitzt und sich Schneeflocken ins Gesicht und Haar treiben lässt. „Und was denkst du so?“, du versuchst deine Stimme normal klingen zu lassen. „Du bist anders als ich dachte“, er schlägt die Augen auf und das leuchtende Azur beleidigt den grauen Himmel. „Deswegen deine Frage?“, willst du unsicher wissen. „Draco oder Blaise“, stimmt er tonlos zu. „Theo, was du damals gesehen hast, die Sache mit Draco und mir, das war nicht so wie du denkst“, erklärst du dich. „Ihr hattet also keinen Sex“, leichter Spott schwingt in seiner Stimme mit. „Ok, es ist wie du denkst, aber ich dachte Draco meint es ernst mit mir. Ich war naiv und dumm und dachte es würde etwas bedeuten. Als ich gemerkt habe, dass es das nicht tut, war es zu spät“, lügst du wie gedruckt. Dir war von vornherein ziemlich klar, dass es bedeutungslos sein würde, genau genommen hast du überhaupt nicht groß darüber nachgedacht, weil du so betrunken warst. Du erfüllst eine echte Vorbildfunktion. Theodore schweigt beharrlich. „Bitte sag es nicht Pansy oder Millicent. Sag es am besten gar keinem. Es wissen ohnehin schon vier Leute und das sind zwei zu viel, drei sogar, denn ich will es auch nicht mehr wissen. Wenn Pansy davon erfährt, wird sie mir die Freundschaft kündigen und sie wäre damit sogar im Recht, aber ich würde es gerne vermeiden“, bittest du flehend. Dir liegt viel an deiner Freundschaft zu der Brünetten. „Du weißt, dass Blaise es weiß“, es ist keine Frage. „Er war es, der mir gesagt hat, dass du uns gesehen hast“. „Keine Sorge, Kleines, ich sage es schon keinem. Es geht auch niemanden etwas an“, verspricht er, steht auf und klopft den Schnee von seiner Jeans. Dann reicht er dir seine Hand, „Komm, du hast schon ganz blaue Lippen“. Du nimmst sie dankbar uns lässt dich hochziehen. Den ganzen Weg zurück berühren sich eure Finger leicht, es ist kein richtiges Händchen halten, aber es ist Körperkontakt. Genau wie sein Geruch, sein Aussehen und seine Stimme, lässt die zarte Berührung deine Emotionen Achterbahn fahren. Dein Verstand ist wie benebelt und als ihr durch den schummrigen Kerker zu eurem Gemeinschaftsraum lauft, setzen deine Gehirnfunktionen völlig aus. Du bleibst schlagartig stehen und durch eure sich leicht festhaltenden Finger, registriert er es sofort. In deinem Kopf surrt eine Alarmsirene, aber du missachtest sie. Du musst es wissen. Jetzt oder nie. „Ich möchte etwas versuchen“, flüsterst du und deine Wangen brennen. Theodore sieht dich fragend an und du stellst dich auf die Zehenspitzen und hauchst ihm einen federleichten Kuss auf die Lippen. Er zuckt zurück und deine Lippen prickeln von der zarten Berührung. „Entschuldige, ich…“, du kannst den Satz nicht beenden, du weißt gar nicht was du sagen sollst. Theodore schließt die Augen und schüttelt den Kopf mit gerunzelter Stirn. „Ist ja nichts weiter passiert“, blockt er ab. „So bin ich eigentlich gar nicht! Ich weiß, dass einige Mädchen sich damit brüsten, dass sie jeden rumbekommen können, aber so bin ich nicht“, du bist verzweifelt. Theodore sieht dich zweifeln an. Klar, immerhin hast du versucht ihn zu küssen. Du hast versucht ihn zu küssen, nachdem du ihm aufgetischt hast, dass du dachtest, die Nummer mit Draco wäre etwas Besonderes bla bla. „Es ist nur so… ich… ich bin so… so verwirrt“, stammelst du und Tränen sammeln sich in deinen Augen. „Blaise ist mein bester Freund. Der einzige, der kein Vollidiot ist“, sagt Theodore mit glänzenden Augen. „Ich bin wahrscheinlich doch ein schlechter Mensch“, lächelst du schwach. „Slytherinvorurteil“, lächelt Theodore, aber seine Augen mustern dich immer noch intensiv und ernst. Deine Atmung ist fast schon ein Keuchen. Was tust du hier. Du magst Blaise doch. Wieso ist der Drang Theodore zu küssen dann so unbeschreiblich stark. Du stützt dich auf deinen Knien ab. Theodore geht einen Schritt auf dich zu und sofort wieder zwei zurück. Als würde ein größerer räumlicher Abstand ihm Klarheit verschaffen. Du richtest dich auf und fährst dir durch die Haare. Theodore betrachtet dich, als wärst du ein exotisches Insekt. „Hör auf mich so anzusehen“, fauchst du. Du musstest ja nach Slytherin kommen, wo die Männer alle Penner sind, charakterlich natürlich nur, ansonsten sind die alle reich und haben zumindest nach außen hin gute Manieren. Deine Mutter hatte dich gewarnt, es schallt in deinen Ohren: Verliebe dich niemals in einen Slytherin, sorge dafür, dass sie dich lieben, kontrolliere sie, sei eine Puppenspielerin, aber verliebe dich niemals in einen mächtigen Mann, sonst bist du verloren, denn wir Frauen sind für sie immer noch nur Spielzeug. Wie Recht sie hat. „Weil sonst was passiert?“, fragt er ernst. „Ich weiß es nicht. Ich kann nicht klar denken“, du schüttelst den Kopf. Regel Nr. 2: solltest du doch so dumm sein dich zu verlieben, dann lass es den Mann niemals wissen, es wird dir nicht helfen und ihm alle Macht über dich geben. „Wieso wolltest du mich küssen?“, fragt er unerbittlich. „Ich weiß es nicht! Kannst du bitte einfach gehen?“, schreist du. „Was glaubst du wird passieren, wenn ich nicht gehe?“, er geht langsam auf dich zu, als wüsste er selbst nicht, ob er die Idee gut findet. „Ich glaube, ich habe mehr Angst vor dem was nicht passieren würde“, sagst du leise und gehst zurück, bis du die Steinmauer an deinem Rücken fühlen kannst. Merlin, wie sexy diese Situation wäre, wenn du nicht kurz vor einem Nervenzusammenbrauch stehen würdest. Theodore steht so dich vor dir, dass du seinen Atem auf deinem Gesicht spüren kannst und stütz die Hände, links und rechts von deinem Kopf, gegen die Mauer. Dein Herz rast. Er kann dich unmöglich küssen wollen. Du kannst den Gedanken nicht richtig in deinem Kopf zu Ende denken, als er seine Lippen sanft auf deine legt. Dein Herz schwillt über vor Verlangen. Du legst deine Hände auf seine Oberarme und erwiderst den Kuss sehnsüchtig. Deine Bereitschaft ihn zu küssen, lässt den Kuss leidenschaftlicher werden und deine Hände wandern von seinen Armen hoch in seinen Nacken, wo du schließlich die Arme um ihn schlingst. Er umfasst deine Taille und legt die andere Hand zwischen deine Schulterblätter. Du bist so fest an ihn gepresst, dass du seinen beschleunigten Herzschlag spüren kannst und er mit Sicherheit auch deinen. Abrupt lässt er von dir ab, hält dich aber immer noch umschlungen. „Ich kann nicht“, flüstert er. „Ich weiß, es ist falsch“, stimmst du zu. „Äußerst falsch“. Er küsst dich wieder und drückt dich gegen die Wand. „Und abartig“, seine Zunge erkundet deinen Mund. „Er ist mein bester Freund“, er hebt dich hoch und du umschlingst ihn mit deinen Beinen. Seine Küsse verbrennen dein Herz. „Theodore“, keuchst du zwischen zwei Küssen. Ohne eure Leidenschaft zu unterbrechen, schiebt Theodore dich in das leere Zaubertrankklassenzimmer. Nachdem die Tür ins Schloss fällt, bleibt der Rest im Verborgenen.

    Du kannst nicht schlafen und begibst dich in den leeren Gemeinschaftraum. Es ist vier Uhr morgens und du hast keine Ahnung wie du den Tag überstehen sollst, aber heute Nacht findest du keine Ruhe. Du hast mit Theodore geschlafen, obwohl du einen Freund hast. Das macht dich definitiv zu einer schlechten Freundin. Aber macht es dich auch zu einem Flittchen. Du bist schließlich mit Blaise Zabini zusammen, von dem Manche behaupte, dass man automatisch zum leichten Mädchen wird, wenn man nur in seiner Nähe ist. Natürlich könntest du die Sache einfach vergessen und so tun als wäre nie etwas vorgefallen, aber die Endorphine schießen noch immer durch deinen Körper, wenn du daran denkst. Theodore hat dir jedoch unmissverständlich klar gemacht, dass es ein einmaliger Ausrutscher war, der sich niemals wiederholen wird und über den ihr nie wieder sprechen werdet. Du rollst dich in dem Sessel vorm Kamin zusammen. Dein Leben ist scheiße.

    Und so vergehen die Jahre. Theodore und du habt den Vorfall nie wieder erwähnt und du bist weiterhin die feste Freundin von Blaise Zabini. Ihr seid peinlich genau darauf bedacht niemals allein im gleichen Raum zu sein oder euch zu berühren. Manchmal glaubst du, du könntest alles vergessen, ihn vergessen und nur noch Blaise lieben, was du mittlerweile aufrichtig tust, aber dann gibt es wieder diesen Moment, ein kurzer Blick oder ein Lächeln und die längst vergangene Nacht ist wieder Wirklichkeit.

    An deinem siebzehnten Geburtstag macht Blaise dir einen Heiratsantrag, den du glücklich annimmst. Dumbledore ist längst tot und Snape ist jetzt Schulleiter. Überhaupt hat sich viel in Hogwarts verändert. Veränderungen, die dich kaum tangieren, da du reinblütig bist und genau so erzogen wurdest. Ab und an fragst du dich ob das alles Sinn ergibt: die Auslöschung und Versklavung von Muggeln und der Ausschluss von Muggelgeborenen an der Schule. Gedanken, die du niemals laut äußern würdest, aus Furcht vor dem Dunklen Lord. Grundsätzlich interessiert dich ihr Schicksal nicht, das Voldemort’sche Terrorregime findest du hingegen auch übertrieben. So machst du das Gleiche wie die Meisten deiner Mitschüler, du fügst dich den Umständen. Im Sommer, kurz vor deinem Abschluss, stürmt Slughorn, euer neuer Hauslehrer, den Gemeinschaftraum und faselt irgendwas von wegen Snape wäre geflohen, Harry Potter sei in Hogwarts, der Wiederstand beginne und das Haus Slytherin müsse entscheiden, wem seine Treue gilt. Anfangs hältst du das für einen miserablen Scherz, aber als er euch zwanzig Minuten später in die Große Halle begleitet, siehst du, dass ganz Hogwarts hier versammelt ist und noch einige Leute mehr, die du nicht kennst bzw. bei denen du nicht die leiseste Ahnung hast was sie hier wollen, wie z. B. Lupin, euer ehemaliger VgddK-Lehrer oder dieser magere Weasleyspross mit der Hornbrille, der Crouchs Speichellecker war. McGonagall erklärt euch, dass das Schloss evakuiert werden soll und du greifst nach Blaises Hand, der neben dir sitzt. Pansy, zu deiner anderen Seite, sieht dich mit großen Augen an, die Furcht steht ihr ins Gesicht geschrieben. Ernie Macmillan, ein Hufflepuff, schreit: „Und was, wenn wir hierbleiben und kämpfen wollen?“ Wofür er vereinzelten Beifall erhielt. „Wer volljährig ist, kann bleiben“, lenkt die neue Schulleiterin ein und wird sofort mit neuen Fragen bombardiert. „Wo ist Professor Snape?“, ruft Daphne aus euren Reihen. “Er hat, wie man so schön sagt, die Fliege gemacht”, antwortet die Lehrerin kalt und Jubel bricht bei den restlichen drei Haustischen aus. Du wechselst einen entsetzen Blick mit Pansy, die noch blasser als gewöhnlich geworden ist. „Also hat Slughorn nicht gelogen. ER greift die Schule an“, flüsterst du ihr zu und sie schluckt trocken. Blaise drückt deine Hand fester und streicht mit seinem Damen beruhigend über deinen Handrücken. „Keine Sorge Liebling, alles wird gut“, beruhigt er dich, aber du zweifelst an seinen Worten. „Was ist mit unseren Eltern? Sind sie…dabei?“, quickt Pansy ängstlich und nun musst du schlucken. Ihr seht zu Draco, aber er scheint genauso ahnungslos wie ihr zu sein, wenn ihr sein blasses, besorgtes Gesicht richtig deutet. Du tauschst einen schnellen Blick mit Theodore, aber auch er zuckt unwissend die Schultern. Pansy raunt dir etwas zu, aber du kannst es nicht verstehen, weil eine hohe, kalte, aber völlig klare Stimme, die Anspannung der Halle zerreißt, „Ich weiß, dass ihr euch bereitmacht zum Kampf. Eure Bemühungen sind zwecklos. Ihr könnt mich nicht besiegen. Ich will euch nicht töten. Ich habe Hochachtung vor den Lehrern von Hogwarts. Ich will kein magisches Blut vergießen“. Die folgende Stille drückt auf eure Gemüter. Du erahnst wem die Stimme gehört, ein Blick zu Draco, der leicht nickt, bestätigt deine Vermutung. „Bei Salazar, das ist doch nicht wahr“, hörst du Pansy fluchen. Die Stimme erhebt sich erneut, „Gebt mit Harry Potter und keinem soll ein Leid geschehen. Gebt mir Harry Potter und ich werde die Schule unversehrt lassen. Gebt mir Harry Potter und ihr sollt belohnt werden. Ihr habt Zeit bis Mitternacht“. Sämtliche Augenpaare blicken zu Harry Potter. Pansy zittert am ganzen Leib und noch ehe du es verhindern kannst, ist sie aufgestanden und deutet schlotternd auf Potter, „Aber da ist er doch. Potter ist hier. Jemand soll ihn festhalten“. Augenblicklich ist die ganze Halle in Bewegung, nicht um Potter zu ergreifen, sondern um sich schützend vor ihn und gegen euch zu stellen. Dutzende von Zauberstäben sind gegen euch gerichtet und Blaise zieht dich an sich ran um dich wenigstens ein bisschen schützen zu können. „Danke, Miss Parkinson. Sie werden die Halle mit Mr. Filch zusammen als Erste verlassen. Der Rest Ihres Hauses möge folgen“, sagt McGonagall schneidend und ihr erhebt euch um Filch zu folgen. „Oh Pansy“, seufzt du und ergreifst ihre Hand, sie ist kalt und leicht schwitzig. „Tut mir leid, das war dumm“, nuschelt sie. Du lächelst sie schwach an, es war wirklich dumm, aber das ist nicht der richtige Moment um rechthaberisch zu sein. Filch führt euch in den achten Stock, zu einem dir unbekannten Raum und schickt euch durch einen Geheimgang hinter einem Portrait. Du drehst dich um und lässt deinen Blick über deine Mitschüler schweifen. Jemand fehlt. Tatsächlich fehlen mehr als nur Einer, aber du interessierst dich nur für diese spezielle Person. Du entwendest deine Hände denen von Pansy und Blaise. „Geht schon mal vor. Ich komme gleich nach“, rufst du über die Schulter und stürmst aus dem Raum. „Hey, komm zurück!“, hörst du Blaise noch rufen. Du rennst durch die Gänge, den Zauberstab in deiner Hand, bereit, jeden der sich dir in den Weg stellt zu erledigen, egal ob Freund oder Feind. Wobei du dir nicht mal sicher bist wer Freund und wer Feind ist. Die Schlacht hat bereits begonnen und irgendwie gelingt es dir dich allen Kämpfenden zu entziehen, was dir ermöglicht, dich nicht für eine Seite entscheiden zu müssen. Du biegst um eine Ecke und prallst hart mit jemanden zusammen. Der Rückstoß schleudert dich nach hinten und du kannst dich nicht auf den Füßen halten. „Draco! Crabbe! Goyle!“, rufst du erstaunt vom Boden aus. “Was machst’n du hier?“, will Crabbe wissen und reicht dir seine Pranke um dir aufzuhelfen. „Ich suche Theodore Nott“, erklärst du. „Was macht ihr denn hier?“, fragst du plötzlich misstrauisch. „Wir suchen Potter! Der Dunkle Lord hat uns eine Belohnung versprochen, wenn wir ihm das Narbengesicht bringen“, grinst Goyle. Du siehst sie der Reihe nach an. „Na wenn ihr meint“, sagst du knapp. „Du solltest verschwinden“, rät Draco dir leise und du siehst ihm an, dass er genau das am liebsten tun würde. Draco hat es zwar nie zugegeben, aber nach seinem mehr oder weniger missglückten Versuch Dumbledore zu töten und der folgenden Demütigung seiner Familie und seiner Person, ist er kein besonders großer Anhänger Voldemorts mehr. „Das habe ich vor, sobald ich Nott gefunden habe. Das solltet ihr auch machen, wenn ihr klug seid“, warnst du die Drei und lässt sie stehen. Du irrst weiterhin durch das Schloss. Dein Zeitgefühl ist gänzlich verloren gegangen. Auf einmal siehst du Theodore vor dir stehen, er hat eine Schnittwunde auf der Wange. „Theodore!“, schreist du durch den Kampflärm. Er dreht den Kopf in deine Richtung und sieht dich entsetz an. „Pass auf! Weg da!“, brüllt er. Doch es ist zu spät. Eine gigantische Acromantula ist nur Zentimeter von dir entfernt. Es gelingt dir einen Schockzauber auf sie abzufeuern, doch dieser bewirkt rein gar nichts. Das Spinnentier versenkt seine messerscharfen Greifer seitlich in deinem Bauch und deine Welt explodiert in Schmerz. Das Letzte was du wahrnimmst ist ein grüner Lichtblitz, bevor um dich herum alles dunkel wird.

    Immer wieder wabert die Realität zu dir durch. Du hasst es, weil du dann den Schmerz fühlst, also gibst du dich der Finsternis hin. Diese ist friedlich, sanft und schmerzfrei. Irgendwann quälen dich jedoch Träume in deiner geliebten Dunkelheit und machen sie genauso unerträglich wie die Realität. Du schlägst die Augen auf. Du liegst definitiv in einem Bett, das Zimmer ist ganz in Weiß gehalten und dein Körper brennt von innen heraus. „Willkommen zurück“, hörst du eine müde Stimme, die dir vage bekannt vorkommt. Du willst den Kopf drehen, aber diese kleine Bewegung verursacht dir Übelkeit und Schmerzen, also lässt du es. Das Gesicht zur Stimme rückt in dein Blickfeld. „Blaise“, lächelst du, doch er erwidert es nicht. „Was ist passiert?“, fragst du benommen. „Jetzt nicht. Ich hole einen Heiler“, sagt er ernst und ein Stuhl schrammt über den Boden. Du kannst dich kaum erinnern. Du weißt, dass es irgendwas mit Theodore Nott zu tun hatte, bist dir aber nicht mal in dieser Hinsicht hundertprozentig sicher. Ein alter, weißhaariger Zauberer beugt sich über dich und du erschrickst. „Miss, Sie waren schon wieder weggetreten. Wie geht es Ihnen?“, fragt er besorgt. „Es ging mir schon besser“, sagst du schwach, doch der Schmerz hat endlich etwas nachgelassen und du kannst dich wieder bewegen. Blaise sitzt wieder auf dem Stuhl und mustert dich. „Blaise, wieso hast du den Heiler geholt? Was ist passiert? Bin ich im St.-Mungo?“, willst du wissen und dein Kopf schwirrt. „Liebling, ich habe den Heiler nicht geholt“, sagt er verwirrt. „Doch, du hast gesagt, du holst den Heiler und dann sagst du mir was passiert ist“, quengelst du. Sein Ausdruck ist völlig perplex und wandelt sich schlagartig zu entsetzt, „Das ist zwei Wochen her, Liebes“. „Was? Nein!”, du bist verwirrt. „Das letzte Mal haben wir verwirrt. „Das letzte Mal haben wir vor zwei Wochen gesprochen. Du bist wach geworden und ich habe das Zimmer verlassen um einen Heiler zu holen, aber als ich zurückgekommen bin warst du wieder ohne Bewusstsein… bis jetzt“, erklärt er ruhig, aber seine Augen zeigen wie aufgewühlt er ist. „Miss, Sie wurden von einer Acromantula angegriffen. Die Schlacht von Hogwarts? Erinnern Sie sich an irgendwas?“, fragt der Alte. Du schüttelst leicht den Kopf. „Wir waren zu dieser Zeit in Hogwarts und sollten evakuiert werden, aber sie ist noch mal zurück. Ich weiß nicht wieso und das nächste Lebenszeichen war ein Brief ihrer Eltern, dass sie im St.-Mungo liegt und die Chancen nicht gut stehen, dass sie überhaupt überlebt“, leiert Blaise runter. Er scheint das oft erzählt zu haben. „Wieso bist du zurück?“, fragt er nun dich. Theodores Bild flammt vor deinem geistigen Auge auf. „Ich weiß nicht mehr“, antwortest du. „Die Erinnerung kommt bestimmt zurück“, der Heiler tätschelt sanft deine Hand. „Was ist denn nun passiert?“, fragst du fordernder. Blaise umgreift seinen Nacken mit seinen Händen und seufzt erschöpft. „Miss, Sie sollten sich wirklich ausruhen“, rät der alte Mann. „Nein, ich will es wissen. Jetzt!“, motzt du und fühlst wie die schlechte Laune deine Lebensgeister weckt. Der Heiler setzt sich auf die Ecke des Bettes und wechselt Blicke mit Blaise, der nickt. „Ist es richtig, dass Mr. Zabini Ihr Verlobter ist?“, fragt er vorsichtig. „Ja“, bestätigst du. „Gut, sowohl Mr. Zabini, als auch ihre Freunde und ihre Eltern konnten das bezeugen. Trotzdem entspricht es unserer Routine, dass beide Partner eine Verlobung bestätigen müssen. Da Sie bewusstlos waren, war es schwierig Diese von Ihnen zu erhalten, wodurch Mr. Zabini und Ihre Eltern gemeinsam über Ihre Behandlung bestimmt haben. Sie wissen, dass sie bei der Schlacht von Hogwarts anwesend waren?“, er stoppt und wartet auf deine Reaktion. „Ja“, sagst du genervt. „Wissen Sie auch deren Ausgang?“ Du schüttelst den Kopf. „Nun, die gute Nachricht ist diese: er, dessen Name nicht genannt werden darf, ist endgültig besiegt“, er macht wieder eine Pause um dir Zeit zum Jubeln zu lassen, was du selbstverständlich nicht tust. „Die schlechte Nachricht…“, er zögert. „Die Schlacht ist neun Wochen her“, springt Blaise ein. „Neun Wochen?“, fragst du entsetzt nach, „Ich war neun Wochen bewusstlos?“ Der Heiler knetet seine Hände. „Ja Miss, Ihre Reaktion auf das Acromantulagift war außerordentlich stark. Erfreulicherweise wurden Sie direkt nach dem Angriff eingeliefert. Durch einen gewissen Mr. Nott. Ein Freund von Ihnen?“ „Ja“, du lächelst schwach. „Wir konnten sofort mit der Behandlung beginnen, aber keines der Medikamente hat richtig angeschlagen. Das ist der Hauptgrund weshalb sie so lange bewusstlos waren. Es gibt einen Trank, der das Gift neutralisiert, aber die Nebenwirkungen sind enorm und Ihr Körper war so geschwächt, dass das Gegengift Sie getötet hätte. Als Sie vor zwei Wochen kurz bei Bewusstsein waren, haben sich Ihr Verlobter und Ihre Eltern schließlich zu dieser Behandlung entschlossen. Zuerst wurde Ihr Zustand wieder kritischer, bis endlich die gewünschte Wirkung eingesetzt hat. Und hier sind Sie wieder“, endet er. „Neun Wochen später“, sagst du trocken. „Aber am Leben“, tadelt der Heiler liebevoll. „Das ist nicht alles“, wirft Blaise mit rauer Stimme ein. „DAS sollten wir vertagen. Die Patientin darf sich unter gar keinen Umständen zu sehr aufregen“, mahnt der Alte mit einem strengen Blick auf Blaise. Du schnaubst. „Ich rege mich natürlich überhaupt nicht auf, wenn so ominöse Andeutungen gemacht werden und mir dann Keiner was erzählt“, regst du dich auf und wirst prompt mit Übelkeit bestraft. „Na schön, na schön“, kapituliert der Heiler und wirft deinem Verlobten noch einen bitterbösen Blick zu, „Sie sollten sich aber wirklich, wirklich nicht aufregen. Das Gift ist zwar nicht mehr in Ihrem Körper, aber der Heiltrank hat sie sehr geschwächt und die Umstände sind nicht die besten“. „Rücken Sie es schon raus“, verlangst du. Der Heiler knetet weiterhin nervös seine Finger und sucht nach den passenden Worten, „Bei dem Angriff hat die Acromantula Sie mit ihren Greifern erfasst. Natürlich, ansonsten wäre das Gift nicht in Ihren Blutkreislauf gelangt“. „Ja, ich erinnere mich, sie hat mich am Bauch gebissen“. „Das ist richtig. Sie hat Sie allerdings nicht gebissen, sondern ein Stück abgebissen“. „Abgebissen. Ab, wie weg?“, fiepst du erschüttert. „Genau und der Schaden ist irreparabel“, macht er dein Unglück perfekt.

    Die nächsten zwei Wochen versuchen Pansy, Millicent, Draco, Theodore, Miles und deine Eltern alles um dich aufzuheitern. Blaise dagegen ist seltsam reserviert. Er ist zwar den ganzen Tag im Krankenhaus, aber sein Blick ruht stets nachdenklich auf dir. Jeden Tag wirst du kräftiger und läufst bald schon wieder zur alten Hochform auf, aber der Gedanke, dass ein Stück deines Körpers fehlt, treibt dich in den Wahnsinn. „Süße, ehrlich, sooo schlimm ist das nicht“, ermuntert dich Pansy, „Das fällt doch Keinem auf“. „Dir wurde auch nicht ein Stück Bauch rausgebissen, da lässt es sich leicht sagen, dass es ja gar nicht sooooooooo schlimm ist“, fauchst du wütend. „Ich geh mal frische Luft schnappen. Ihr kommt ohne mich klar?“, fragt Blaise und verlässt das Zimmer fluchtartig. Ihr seht ihm nach. „Er ist ganz komisch“, vertraust du dich Pansy an. „Sei nachsichtig. Er hatte es auch nicht leicht. Neun Wochen hat er um dein Leben gebangt. Neun Wochen war er jeden Tag hier. Immer wenn ich dich besucht habe, hat er an deinem Bett gesessen. Das zehrt an der Kraft und den Nerven“. „Kann sein“. „Theodore macht sich schreckliche Vorwürfe“. „Wieso? Er hat mich gerettet“. „Ja, aber er sagt, wenn er schneller gehandelt hätte, dann wäre es unter Umständen nicht so weit gekommen“. „Er soll damit aufhören. Ohne ihn wäre ich gar nicht mehr am Leben und basta“, verteidigst du ihn. Eine kleine Stimme in deinem Kopf raunt dir zu, dass du zwar nur verwundet worden bist, weil du ihn gesucht hast, aber ihn zu suchen war deine eigene Entscheidung.

    Heute ist ein großer Tag, der Tag an dem du das Krankenhaus verlassen darfst und deine Verletzung zum ersten Mal sehen wirst. Als der Heiler die dicken Verbände entfernt und du dich im Spiegel betrachtest, kommen dir die Tränen. Deine einst makellose Taille ist nun von zwei purpurroten Löchern verschandelt um die sich dickes Narbengewebe gebildet hat. Deine Mutter, die dich nach Hause begleiten wird, zieht scharf die Luft ein. Sie sagt zwar nichts, aber du weißt was sie denkt.

    Du sitzt in deinem großen Zimmer in eurem Familienanwesen und studierst Zaubertränke für Fortgeschrittene Band II. Da du deinen Abschluss nicht machen konntest, hat Professor McGonagall dir vorgeschlagen, dass du den Stoff über die Sommerferien nachholst und in der letzten Woche vor Schulbeginn deine Prüfungen ablegst. Natürlich hast du angenommen. Du bist nicht die Einzige die diese Option gewählt hat, da viele Siebtklässler nicht in der Lage waren einen Abschluss zu machen. Dazu zählen vor allem die Slytherinschüler, die nach dem Fall des Dunklen Lords auf Mittäterschaft überprüft wurden und dadurch nicht am Unterricht teilnehmen konnten. Von Pansy weißt du, dass Einige sogar das komplette Jahr wiederholen. Nervös blickst du auf die Uhr. Blaise müsste jeden Moment kommen. Es ist das erste Mal, seit du entlassen wurdest, dass ihr alleine seid. In diesem Moment knallt es und deine Hauselfe Trixi steht neben dir. Aus großen, wässrigen Augen sieht sie dich an und sagt mit hoher, dünner Stimme, „Herrin, Master Zabini erbittet Einlass“. „Gut, ich gehe selbst“, antwortest du ohne ein Wort des Dankes, obwohl du die kleine Elfe eigentlich gerne hast und sie durch dich nicht viel auszustehen hat. Eine Dienerin ist und bleibt sie trotzdem. Du begibst dich in die Vorhalle, wo Blaise bereits auf dich wartet. „Hallo Liebes“, lächelt er dich an und du bist froh, dass er nicht mehr so nachdenklich wirkt. Du siehst hübsch aus in deinem pfirsichfarbenem Sommerkleid, aber er kennt die Unansehnlichkeit darunter, gut verborgen durch den leichten Stoff, noch nicht. Er zieht dich in eine Umarmung uns küsst dich leidenschaftlich. „Lass uns hoch gehen“, sagt er mit dunkler Stimme und ebenso dunklen Augen. Dir wird mulmig. Du hast Angst vor seiner Reaktion. In deinem Zimmer drückt er dich sofort aufs Bett und schiebt dein Kleid bis zur Taille. Du krallst deine Finger in den Stoff um ihn daran zu hindern es weiter hoch zu schieben. „Nicht“, blockst du ängstlich ab. „Hast du Schmerzen?“, fragt er besorgt. „Nein, das ist es nicht“, sagst du leise. „Was ist es dann?“, fragend bohren sich seine Augen in deine. „Du weißt, dass ich… anders aussehe“, gibst du zögerlich zu bedenken. Er beäugt dich schweigend weiter. Ihr seid seit dreieinhalb Jahren ein Paar und er hat dich nie betrogen. Du liebst ihn und bist dir sicher, dass er dich auch liebt, immerhin möchte er, dass du Mrs. Zabini wirst. Er hat dir immer beigestanden, in guten und in schlechten Zeiten. Du kannst es nicht ewig verstecken, also wieso nicht jetzt gleich hinter dich bringen. Ganz abgesehen davon, dass du dich nach ihm sehnst. In seinen Augen steht unleugbares Verlangen. Eure letzten Intimitäten liegen über drei Monate zurück und du rechnest ihm hoch an, dass er so geduldig war. Also streckst du die Arme nach oben, damit er das Kleid über deinen Kopf ziehen kann. Warme Sommerluft streichelt deine nackte Haut, der Luftzug ist doppelt so intensiv an deiner Vernarbung. Einen kurzen Augenblick glaubst du Ekel in Blaises feinen Gesichtszügen ablesen zu können, aber bevor du dir sicher sein kannst, ist der Ausdruck gewichen und du glaubst, dass dir deine Augen einen Streichgespielt haben und du deine Ängste auf ihn projiziert hast. Ihr küsst euch und seine Hände erkunden deinen Körper. Seine Hände legen sich auf deinen Po, umschließen dann deine Brüste. Er verteilt zarte Küsse auf deinem Hals, deinem Schlüsselbein, hinunter zu deinem Bauch. Seine Finger gleiten von deinen Brüsten, über deine Rippen, an deine Taille und er zieht sie weg als hätte er sich verbrannt. Dein Freund rückt ein Stück von dir ab und du verschränkst die Hände vor deinen nackten Brüsten. Er starrt auf deine Verletzung und diesmal bist du dir sicher, dass Ekel in seinem Gesicht steht. Es springt dir förmlich entgegen. „Ich kann das nicht, Liebes. Tut mir leid“, sagt er ernst und steht auf. „Blaise?“, er dreht den Kopf leicht, sieht dich aber nicht an. „Ich wusste, dass du entstellst bist, aber das… du warst so schön“, flüstert er enttäuscht. „Was soll das heißen?“, deine Stimme zittert vor Entsetzen und Zorn. „Es soll heißen, dass ich nicht glaube weiterhin mit dir zusammen sein zu können. Versteh mich nicht falsch, ich liebe dich und ich hätte nichts lieber getan, als dich zur Frau zu nehmen, aber die Umstände sprechen dagegen“. „Die Umstände? Du liebst mich also nicht mehr, weil ich nicht mehr schön genug bin“, schreist du hasserfüllt. „Ich liebe dich noch, aber wie lange kann dieser Zustand schon noch andauern, wenn ich dich nicht mal mehr ansehen kann. Irgendwann würde ich dich betrügen, wir würden uns streiten, du verzeihst mit letztendlich. Ich schlafe mit dir, weil ich es muss, nicht mehr weil ich es gerne tue. Du wirst schwanger und danach fasse ich dich vermutlich gar nicht mehr an. Ich habe weitere Affären und du wirst vorgeben es nicht zu bemerken, weil du es leid bist und ich auch. Wir werden beide unglücklich sein und irgendwann haben wir vergessen, dass wir uns mal geliebt haben“, sagt er kühl. Du siehst ihn abschätzig an. Du bist nicht mal mehr wirklich sauer, nur enttäuscht und verletzt. Langsam ziehst du einen Ring vom Finger. Es ist der Diamantring, den er dir zur Verlobung geschenkt hat und hältst ihm ihn entgegen. „Nimm ihn“, sagst du leise und deine Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern. „Er war ein Geschenk. Ich will, dass du ihn behältst. Sieh ihn als Symbol“. „Für was? Für meine Dummheit“, höhnst du bösartig und lässt den Ring aus deinen tauben Fingern auf den Fußboden fallen. Blaise folgt ihm mit den Augen. „Mach es nicht Schlimmer als es ist“, bittet Blaise und ein verletzter Ausdruck ist in seinem Gesicht. „Du gehst jetzt besser“, verlangst du. Es gibt nichts mehr zu sagen. Als er dein Zimmer verlassen hat, laufen dir Tränen über die Wangen. Du schämst dich und dein Herz macht sich schmerzvoll bemerkbar. Du greifst dir Pergament und Feder und schreibst eine Nachricht an Pansy. Die Tinte vermischt sich mit deinen Tränen.

    Pansy poltert in dein Zimmer, gefolgt von Trixi, die auf sie einplappert, dass sie nicht einfach so ins Haus stürmen dürfte. Pansy verpasst ihr einen unsanften Tritt, knallt die Tür zu und umarmt das Häufchen Elend, das weinend auf dem Bett sitzt, so fest sie kann. „Was ist los, Süße?“, fragt sie vorsichtig, das Pergament lugt zerknüllt aus ihrer Faust hervor. Du erzählst ihr alles. Pansys Teint wechselt von blass zu blasser und schließlich zu puterrot. „Diese miese, kleine Mistmade“, faucht sie wütend. Sie rennt in deinem Zimmer auf und ab und stößt einen unflätigen Fluch nach dem anderes aus. Dann läuft sie zielgerichtet zu deinem Schreibtisch und kritzelt ein paar Zettel voll, die sie deiner völlig überforderten Eule aufdrückt. Nach und nach platzen Millicent mit Miles, Draco und Theodore in dein Zimmer. Trixi sieht aus als würde sie jede Sekunde einen Herzinfarkt erleiden. Die Brünette schwingt ihren Zauberstab und Stühle erscheinen, die deine Freunde in Beschlag nehmen. Millicent hat sich zu Pansy und dir auf dein Bett gesetzt und den Arm um dich gelegt. Pansy ergreift das Wort und erzählt, unterbrochen von Verwünschungen und empörten Ausrufen, was vorgefallen ist. „Der Cruciatus wäre angebracht“, keift Miles. „Viel zu nett“, motzt Pansy. „Wir wussten ja, dass Blaise ein eingebildeter Affe ist, aber das ist wirklich unglaublich“, sagt ausgerechnet Draco. „Ich stimme dem Cruciatus-Vorschlag zu“, wirft Millicent ein und Miles lächelt sie gewinnend an. „Leute!“, hörst du Theodores leise Stimme, „Wir sollten uns erst mal anhören was unser Mädchen will“. Er sieht dich seltsam an. „Du hast noch gar nichts dazu gesagt. Was soll jetzt aus Blaise und dir werden? Willst du ihn… zurück?“, fragt er mit belegter Stimme. Alle Augen richten sich auf dich. „Du fragst mich ernsthaft ob ich den Mann, mit dem ich über drei Jahre meines Lebens verbracht habe und der mich trotzdem gerade so skrupellos abserviert hat, zurück will“, sagst du ungläubig. „Das heißt nein“, spottet Pansy an Theodore gewandt, der die Information langsamer als der Rest zu verarbeiten scheint. Sofort diskutieren deine Freunde wieder darüber wie man es ihm am besten heimzahlen kann. „Ich will mich nicht rächen“, sagst du bestimmt. „Kleine, er hat dich wegen so eine Lächerlichkeit sitzen lassen, da hat er doch ein wenig Rache verdient“, ruft Miles aus. „Wegen so einer Lächerlichkeit!“, schreist du so spitz, dass jede Veela es mit der Angst zu tun bekommen hätte. Du befreist dich unwirsch aus Millicents Umarmung und springst vom Bett auf. „Sieh dir das an. SIEH DIR DAS AN!“, brüllst du wahnsinnig und ziehst dein Kleid hoch. Die Jungs starren dich entgeistert an, denn abgesehen von deinem Slip, haben sie auch eine perfekte Aussicht auf die zwei tiefen Löcher an deiner Taille. Draco, der dir am nächsten sitzt, zieht dein Kleid wieder runter, um deine Blöße zu bedecken. Es ist ein wahren Zeichen der Freundschaft, dass dich keiner angeekelt ansieht, lacht oder sonst was. Deine Arme hängen schlaff an dir runter und du lässt den Kopf hängen. „Wie soll ich jemals wieder jemanden kennenlernen? Ich war so lange mit Blaise zusammen und jetzt ist er weg… deswegen. Er hat sogar gesagt, dass er mich noch liebt, aber trotzdem nicht mehr mit mir zusammen sein will. Wie soll ich jetzt jemanden davon überzeugen mich zu lieben, wenn jemand der mich bereits geliebt hat, damit nicht klar kommt“, und dir laufen wieder Tränen über die Wangen. „Jetzt hör auf zu flennen“, schnauzt Draco, „Du bist klug, du bist hübsch, du hast Charme und du bist reinblütig. Dann hast du eben einen kleinen Makel. Wer ist schon perfekt. Ich bin auch für immer gekennzeichnet“, und er entblößt seinen linken Unterarm, auf dem das verblasse Dunkle Mal immer noch gut zu erkennen ist. Es ist das erste Mal, dass er es zeigt, obwohl ihr natürlich alle wusstet, dass er es hat. Ihr sitzt noch lange zusammen und redet. Deine wunderbaren Freunde schaffen es dir Mut zuzusprechen und am Ende könnt ihr sogar Witze über eure Unperfektion machen. Als es dämmert verabschieden sich Miles und Millicent, die mittlerweile auch verlobt sind, was dich zu gleichen Teilen erstaunt und erfreut hat, da sie ja nur halbblütig ist. Draco küsst dich zum Abschied auf die Stirn, versichert dir, dass du immer noch tausend Mal schöner als die meisten Frauen bist und erklärt, dass er noch etwas furchtbar Wichtiges zu erledigen hätte. Pansy, die sich in deinem Haus ebenso heimisch wie bei sich fühlt, beauftragt Trixi euch etwas Wein zu besorgen. Die Elfe kredenzt euch Holunderblütenwein und nach der dritten Flasche hat die Brünette rote Flecken auf den Wangen, grinst dümmlich vor sich hin und lässt verlauten, dass ihr ganz plötzlich eingefallen ist, dass sie noch eine wichtige Verabredung hat. Du bemerkst, dass sie lügt, du weißt nur nicht wieso. Nun bist du mit Theodore allein. Das erste Mal seit eurem Ausrutscher, wenn man von den drei Sekunden auf dem Hogwartsgang absieht, wo eure Zweisamkeit durch eine beißwütige Riesenspinne unterbrochen wurde. Er gesellt sich zu dir aufs Bett und zieht dich in die Arme. Sein Geruch und seine Nähe haben die gleiche elektrisierende Wirkung auf dich wie damals und zum ersten Mal seit Jahren erlaubst du dir wieder an eure Begegnung in Snapes altem Klassenraum zu denken.

    Ein Klappern reißt dich aus dem Schlaf. Dein Nacken schmerzt und du bist kurz orientierungslos. Definitiv dein Zimmer, aber wieso bist du vollständig bekleidet in deinem Bett und wieso sitzt du an Theodore angelehnt hier rum. Dann dämmert es dir. Du musst in seinen Armen eingeschlafen sein. Kein Wunder, dass dein Nacken weh tut, aber wie muss es erst Theo gehen. Du liegst halb auf ihm drauf, während er an die Wand gelehnt dasitzt und schläft. „Verzeiht Herrin, Trixi wollte Euch nicht wecken. Trixi wollte nur Frühstück für Sie und den jungen Master Nott servieren“, entschuldigt die Elfe sich kriecherisch und fällt vor dir auf die Knie. „Schon gut. Du darfst jetzt gehen“, sagst du unwirsch und rappelst dich auf. Die Bewegung weckt Theodore und er streckt sich. In seinem Rücken hörst du ein verdächtiges Knacken. „Entschuldige. Jetzt habe ich dich die ganze Nacht in Beschlag genommen und du konntest dich gar nicht richtig ausruhen“, grinst du. Er erwidert es breit und funkelt dich amüsiert an. Wie zweideutig deine Wortwahl war, kannst du an seinem Blick ablesen und du wirst rot. „Frühstück?“, fragst du schnell und springst nervös aus dem Bett um das Tablett zu holen, welches Trixi auf deinem Schreibtisch abgestellt hat. „Gerne“, stimmt er zu. Du stellst das Tablett auf dein Bett und schenkst ihm Kaffee und Kürbissaft ein. „Noch ein Bonuspunkt für dich. Du hast echte Ehefrauqualitäten“, witzelt er und trinkt einen Schluck Kaffee. „Wenn man davon absieht, dass mein zukünftiger Mann mich besser nicht auszieht, wenn er mit mir schlafen will“, neckst du und beißt von deinem Croissant ab. Theodores Duft zieht dir in die Nase und du findest, dass er ungeduscht sogar noch besser riecht. Viel mehr nach sich selbst. Man sollte seinen Geruch als Duschgel herstellen. „Das würde vielmehr daran liegen, dass er sich nicht so lange gedulden kann“, schmunzelt er. „Ach, Theo“, seufzt du gespielt genervt. Ihr seht euch amüsiert an, die Luft beginnt zu knistern und der Ausdruck auf seinem Gesicht ändert sich. Das Tablett fällt klirrend und klappern zu Boden. Kaffee und Saft verteilen sich auf dem Holzfußboden, der Saftkrug zerspringt in tausend Scherben und sein Inhalt weicht die Croissants auf. Theodore liegt auf dir und ihr küsst euch leidenschaftlich. Er befreit dich von deinem Kleid und haucht einen Kuss auf deine Narben. Wie schon bei dem Luftzug am Vortag, ist die Berührung an dieser Stelle viel intensiver. Einen schrecklichen Moment hast du Angst vor einem Déjà-Vu-Erlebnis, aber als er dich wieder auf den Mund küsst, ist sein Blick unverändert hungrig. Du zerrst an seinem Hemd und lässt deine Finger über seinen muskulösen Oberkörper gleiten, der noch viel definierter als bei eurem letzten Mal ist. Er streift sich Jeans und Unterhose ab, um dich gleich wieder zu küssen. Seine Finger verhaken sich in deinem Slip und reißen ihn einfach runter. Du umschlingst ihn mit deinen Beinen und als ihr zusammen kommt, hast du das Gefühl endlich dort zu sein wo du hingehörst.

    Von diesem Tag an seid ihr ein Paar. Pansy wusste es bevor du es ihr gesagt hast. „War doch klar, dass es so kommt. Wie er dich die ganze Zeit angesehen hat. Richtig erleichtert war er, dass du nicht mehr mit ihm (keiner von euch nimmt Blaises Namen überhaupt noch in den Mund) zusammen bist. Ich dachte ich beschleunige die Sache etwas und lasse euch allein. Dieses Schmachten war ja nicht zum Aushalten. Obwohl ich nicht gedacht hätte, dass ihr euch gleich bespringt“, meinte sie triumphierend. Auch deine anderen Freunde sind nicht sonderlich überrascht. Deine Eltern sind mit Theodore genauso einverstanden, wie sie es mit Blaise waren, hinterfragen jedoch nicht, wieso du deinen Freund so plötzlich gewechselt hast. Du glaubst, sie wissen es, denn Unmut war Beiden anzusehen, als du ihnen gebeichtet hast, dass zwischen Blaise und dir Schluss ist.

    Drei Monate später schlenderst du, Arm in Arm mit Theodore, durch die Winkelgasse. Draco hatte euch am Morgen um ein Treffen gebeten und euch alle zu Fortescues Eissalon zitiert, der mittlerweile von einer mütterlichen Hexe betrieben wird und ein gemütliches Café ist. In Andenken an den vermissten Florean Fortescue hat sie den Namen nicht geändert. Deinen Abschlussprüfungen hast du erfolgreich bestanden und arbeitest nun im Zaubergamot-Verwaltungsdienst in der Abteilung für magische Strafverfolgung. Dort begegnest du regelmäßig Harry Potter und Ron Weasley, die beide als Auroren arbeiten und ihr empfindet sogar, nach all den Jahren, nun doch gegenseitige Sympathie füreinander. Die Dinge ändern sich wenn man erwachsen wird. Du hörst wie dein Name gerufen wird und drehst dich in die Richtung aus der sie Stimme kam. Blaise Zabini hat gerade Flourish und Blotts verlassen, eine dunkelhäutige Schönheit am Arm und sieht dich entgeistert an. Er geht mit großen Schritten auf dich zu und zerrt seine Begleitung gezwungenermaßen mit, da sie bei ihm eingehakt ist. „Was macht ihr hier?“, fragt er angriffslustig und starrt euch böse an. „Oh, wir treffen uns mit Draco und den Anderen“, flötest du süßlich. „Das meinte ich nicht“, erwidert er patzig. Selbstverständlich weißt du was er meint, aber du bist ihm nichts schuldig. „Seid ihr jetzt zusammen?“, vergewissert er sich als ihr Beide nichts sagt. „Hat es den Eindruck auf dich?“, sagt Theodore mit drohendem Unterton. „Allerdings“, knurrt Blaise unvermindert aggressiv. „Dann wird es wohl so sein“, Theodores Augen sind zu Schlitzen verengt. „Du hast dich ja schnell von unserer Trennung erholt“, wütet er. Die Dunkelhäutige räuspert sich verlegen. Du hattest sie ganz vergessen. Belustigt betrachtest du sie und richtest deinen Blick wieder auf Blaise. „Du hattest Recht. Irgendwann vergisst man tatsächlich, dass man sich mal geliebt hat. Ging schneller als ich dachte. Theodore konnte ich über all die Jahre nicht vergessen“, sagst du vor Ironie triefend. Blaise ist wie vor den Kopf gestoßen und stößt seine Begleitung grob von sich, die angefangen hat an seinem Hemdärmel zu zupfen um seine Aufmerksamkeit zu erregen. „Was soll das heißen?“, knurrt dein Ex. „Dass ich dir letztendlich dankbar bin, Babe. Hättest du dich nicht von mir getrennt und dich wie ein Arsch benommen, wäre ich heute nicht mit Theo zusammen, weil er das, aus Freundschaft zu dir, niemals zugelassen hätte“, klärst du ihn auf. „Du standst die ganze Zeit auf meine Freundin?“, schreit er empört. „Blaise, mach es nicht Schlimmer als es ist“, sagst du frostig und lässt ihn mit diesen Worten stehen. Am Ende hast du doch deine Rache bekommen.

    Bei Fortescue angekommen, erwartet Draco euch bereits ungeduldig. Ihr bestellt euch etwas und schwatzt, während ihr auf Pansy, Milli und Miles wartet, aber Draco trommelt ungehalten mit seinen Fingern auf den Tisch. „Draco, ganz ruhig“, sagst du und legst deine Hand auf seine. Er ist zu knuffig. Als die Drei endlich kommen, blafft er sie aufgrund der Verspätung an. Pansy, von der du weißt, dass sie immer noch auf ihn steht, aber sich mittlerweile damit abgefunden hat, dass er es niemals erwidern wird, sieht ihn mit großen Augen an. Auf sein Gesicht schleicht sich ein verschlagener Ausdruck und er zieht eine kleine Ampulle mit einer blutroten Flüssigkeit aus seiner Hosentasche. „Wisst ihr was das ist?“, fragt er wichtigtuerisch. „Du wirst es uns sicher gleich sagen“, äußert Theodore schnippisch. „Exsecratus Laesio Sanatio“, grinst er. Ihr seht ihn unbeeindruckt an. Du warst immer gut in Zaubertränke und begeisterst dich auch jetzt noch dafür, aber davon hast du noch nie gehört. „Was bewirkt er?“, interessierst du dich. Er legt das Zaubertrankgefäß auf den Tisch und zieht seinen Mantel aus. Darunter trägt er ein enges, kurzärmliges Shirt. Du findest es recht gewagt, nicht, dass er es nicht tragen könnte, aber so ist sein Mal für jeden sichtbar. Er wurde zwar von allen Anklagepunkten freigesprochen, aber ein freigelegtes Todesser-Zeichen dürfte trotzdem Aufsehen erregen. Deine Augen huschen zu seinem Mal… das nicht mehr da ist. Theodore hat es ebenfalls bemerkt und greift nach Dracos linkem Arm. Dieser hat immer noch ein breites Grinsen im Gesicht. „Wie hast du…“, keucht Pansy, der es nun auch auffällt. Du beäugst seinen Unterarm. Da ist es. Nur zu erkennen, wenn man weiß, dass es da sein muss. Es hebt sich, unmerklich heller als seine Haut, von seinem Arm ab. „Darf ich meinen Arm zurück haben. Ich hänge nämlich noch dran“, witzelt er lässig, als ihr ihn der Reihe nach anglotzt. Millicent, die ihre Nase fast auf seinen Arm presst und ihn konzentriert betrachtet, lässt ihn sofort los. „Tschuldige“, nuschelt sie verlegen, doch Draco lacht nur. „Dieses kleine Wunder verdanke ich deinem Buch, Pansy“, er nickt ihr zu, „Dem, das du mir vor einer halben Ewigkeit mal geschenkt hast“. Oh ja, er hat ihr daraufhin eine Karte geschrieben. Wie könnte sie das jemals vergessen. „Es ist eine Art Heiltrank für verfluchte Verletzungen. Und ein Fluch war das hier wirklich“, er hebt kurz seinen Arm, „Verdammt schwer herzustellen, zwei Monate hat es gedauert und die Zutaten zu beschaffen war eine Kunst für sich. Ich hätte nicht gedacht, dass es mir beim ersten Mal gelingt und der Heilungsprozess war alles andere als angenehm, aber das Resultat ist es allemal wert“, sagt er stolz. „Das freut mich für dich“, meinst du glücklich. „Es wird dich gleich noch mehr freuen. Der Zaubertrank heilt auch andere Verletzungen. Verbrennungen durch Drachenfeuer… oder Acromantulabisse“, sagt er bedeutungsschwer. Du siehst ihn begriffsstutzig an, bevor dir die Bedeutung seiner Worte klar wird und du ihm quer über den Tisch um den Hals fällst.

    Pansy Parkinson: Bei Salazar, hat das gedauert… naja, Ende gut, alles gut *seufz*
    Millicent Bulstrode: Ich freu mich so! Eine Doppelhochzeit wäre doch toll *Theodore angrins*
    Draco Malfoy: Ich freue mich für dich Beiden. Nein, wirklich.
    Theodore Nott: Hätte ich gewusst, dass Zabini so ein Trottel ist, dann hätte ich mich nicht so lange zurückgehalten.
    Blaise Zabini: Von wegen >in Slytherin wird man noch echte Freunde finden<. Spannt mein ehemaliger, bester Freund mir einfach die Verlobte aus. (Ähm, nein, das war irgendwie anders…)
    Daphne Greengrass: *Gift und Galle spuck*
    Tracey Davis: Daphne wird wieder unausstehlich sein.
    Mrs. Zabini: Schade, ich mochte sie, aber ich verstehe meinen Sohn, wer will schon eine entstellte Frau. Wie, die ist nicht mehr entstellt! Blaise, bring das sofort wieder in Ordnung und heirate sie.
    Professor Snape: Eine sehr gute Leistung von Mr. Malfoy. 50 Punkte für Slytherin. (Jaja, eine Kleinigkeit wie der Tod oder die Tatsache, dass er kein Schüler mehr ist, hält Severus nicht davon ab, die Leistungen des Hauses Slytherin angemessen zu belohnen)

    5
    ,, Reicht das Mittel noch für zwei Stellen?" fragte ich leise, nachdem ich mich von der Umarmung gelöst hatte.
    ,, Ja, könnte hinkommen, wieso?" fragte mich mein bester Freund und sah mich dabei verwundert an.
    Unauffällig krämpelte ich meinen linke Ärmel meines Pullovers hoch. Zu erkennen war das etwas blasse dunkle mal. Alle sahen mich an, als hätte ich ein Verbrechen begangen. Eigentlich hatte ich das auch. Ich war eine Todesserin. Theodore krämpelte meinen Ärmel sofort wieder herunter.,, Ich habe das nicht so gewollt" warf ich ein, denn ich sah den Zorn in den Gesichtern meiner Freunde.,, Na dann erkläre es uns doch mal." sagte Pansy und sah dabei zwischen Draco und mir her.
    ,, Ich wurde schon vor dir, Drace eine Todesserin. Im fünften Jahr, als wir den Sommer zusammen verbrachten. Weisst du noch?
    Deine Eltern wollten mit mir wohin, Eine Woche nach deinem Geburtstag. Ich wurde gezwungen Todesserin zu werdn, weil deine Eltern beauftragt wurden jemanden zu finden, der es würdig ist."
    ich hielt kurz inne.,, Aber das haben MEINE Eltern nicht zu entscheiden" stammelte Draco.,, Unsicher knetete ich meine Hände.,, Doch, weil sie auch meine Eltern sind"
    Fassungslos sahen mich die 3 an.,, Und daher bin ich daran Schuld, dass du auch einer wurdest. Weil du mein Bruder bist. Est tut mir so Leid, Draco. Ich hätte es dir früher erzählen müssen, doch Voldemord hat einen Fluch auf mich gesetzt. Sodass ich es nicht konnte."
    Draco nahm mich fassungslos in den Arm. Ich hab dich Lieb, kleine Schwester." sagte er während er mich wieder los ließ.
    Wie kommst du darauf, dass ich deine kleine Schwester bin?
    noch fassungsloser sah er mich jetzt an
    ,, Doch, ich bin deine kleine Schwester, aber auch nur um 2.40 Minuten."
    Draco musste lachen. Das hättest du wohl gern. Kleine Schwester.

    Pansy nah meinen Arm und krämpelte den Ärmel erneut hoch und sah mit offenem Mund auf was sich darunter verbarg. Doch im selben Moment kam Blaise, den wir nicht bemerkten. Wen haben wir denn da?
    Eine Todesserin. Wo du wohl hinkommst, wenn das jemand erfährt." Ich wusste ganz genau dass er Askaban meinte. Nut zog mein Ex ein böses Grinsen auf. Ich kräpelte meinen Arm wieder runter, als Theodore aufstand. Halt dich ja fern von ihr. Und solltest du es nicht schaffen dein verdammtes Maul zu halten, werde ich dir so sehr wehtun, dass du dir wünschst, du wärst tot.
    Mit einem leichten Grinsen ging Blaise mit den Worten:,, Ich sag ja nur." und verschwand.
    Ich vergrub mein Gesicht in meinen ziternden Händen.
    Meine Freunde trösteten mich und sagten, dass es nicht meine Schuld war und dass er es nicht rumerzählen würde und ich nicht nach Askaban kommen würde.
    Doch ich war fest davon überzeugt:,, Er hat Recht. Ich werde überall gesucht. Sie werden mich irgendwann finden, selbst nachdem ich das Mittel aufgetragen habe. Das Mal ist doch nur ein Beweis." Langsam fing ich lautlos an zu weinen.
    Doch mein Freund nahm mich behutsam in den Arm, sodass ich es nicht schaffte weiter zu weinen. Nun ließ er mich los und meine Freunde trösteten mich wieder.,, Wenn du nach Askaban kommst, werde ich warscheinlich mitkommen, denn wenn sie dich gefunden haben, werde ich auch gefunden"
    Ich weiß nicht wieso. Aber wenn mein Bruder das so sagte, hörte es sich so witzig an. So dass wir lachen mussten.
    kleiner Zeitsprung: 2 Tage später:
    Ich nahm das Mittel. Meine Narbe am Bauch war nicht mehr zu sehen und auch das dunkle Mal war verschwunden.,, Ihr wisst nicht, wie wunderbar es sich anfühlt, endlich wieder einT- shirt oder ein Kleid ohne Ärmel tragen zu können. " sagte ich, als ich 2 Tage später wieder mit meinen Freunden in einem Café sitzte. Mein Freund nahm mich in den Arm.

    ,, Na wen haben wir den da?" hörte ich eine Stimme hinter mir, die ich nur zu gut kannte. Die Person legte seine Hand auf meine Schulter und setzte sich mir dann gegenüber neben Draco. Was willst du Blaise?" fragte ich ihn.
    ,, Nur ein bisschen mit meinen Freunden tratschen "lachte er amüsiert.
    ,, Wir sind keine Freunde" zischte ich.
    ,, Autsch" grinste er .
    ,, Deine Narbe ist weg" sagte er verblüfft. Denn ich trug ein kurzes Top.,, Ja, sag mir nicht dass du mich jetzt wieder zurückwillst. " er sah mich fragend an.,, Schließlich hast du deshalb mit mir schluss gemacht, weisst du noch?" jetzt wurde Blaise rot. Ich wusste genau, dass er mich noch liebte, mich aber nur nicht mehr wegen der Narbe wollte. Ich wusste immer noch nicht, wie er mir das Herz wegen einer Narbe brechen konnte.

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