x
Springe zu den Kommentaren

Harry Potter

Ein Oneshot über Harry Potter.

    1

    Habt ihr euch schonmal gefragt, was Lucius Malfoy gefühlt hat, als Voldemort ihm seinen Zauberstab entwendete?

    Malfoy Manor

    Ein langer, rechteckiger Tisch befand sich in der Mitte eines Hauses, welches von außen durchaus beneidenswert aussah. Da die Räume ziemlich groß waren und es viele von solchen gab, lässt sich daraus erschließen, dass es sich um ein altes Gebäude handeln muss, in dem sich der Tisch jetzt befand. Lustigerweise war er das einzige Möbelstück in diesem Raum, abgesehen von den unzähligen alten Stühlen, auf denen kuriose Gestalten saßen.
    Zwei Stühle, einer zu der rechten eines glatzköpfigen…Menschen und einer, dessen Platz so unbedeutend war, dass er nicht erwähnt werden muss, waren frei. Oben an der Decke hing eine Frau, die aussah, als hätte sie schon lange kein Sonnenlicht mehr gesehen und auch keine Hoffnung hatte. Sie alle befanden sich im Malfoy Manor.
    Da tauchten zwei Gestalten an einer Tür auf, zu der Lord Voldemort gute Sicht hatte. Der eine war stramm und hatte eher breite Schultern, der andere war groß gewachsen, hatte schwarzes, fettiges Haar und hieß Severus Snape.
    Lucius unterdrückte ein Seufzen, gab seine angespannte Haltung jedoch nicht auf. Dem kurzen Wortwechsel zwischen Voldemort und Snape wohnte er nicht bei, zumindest nicht mental. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass irgendwas schlimmes passieren könnte. Wobei…das hatte er eigentlich immer, seitdem er sich dem dunklen Lord angeschlossen hatte, nach dessen Rückkehr vor zwei Jahren. Oder waren es drei?
    Er ertappte sich bei dem sehnsüchtigen Gedanken an seine Zelle in Askaban. Seine Zeit dort war zwar unerträglich gewesen, die Dementoren (Lucius erschauderte leicht) hatten ihn geschwächt, physisch und psychisch. War er im ersten Moment unendlich dankbar gewesen, dass er daraus war, so wünschte er sich nun sehnlichst dahin zurück. Nach einiger Zeit wurde man verrückt und gab nicht mehr viel auf die Sehnsucht nach seiner Familie, hier hingegen war er sich der ständigen Gefahr, der dunkle Lord konnte Narzissa und Draco ermorden, nur allzu bewusst.
    Eine leichte und unauffällige Berührung am Arm holte ihn aus seinem Gedankenstrudel. Narzissa sah ihn unauffällig von der Seite an, zumindest ihre Augen, die soviel Sorge und Liebe ausdrückten. Er würde immer versuchen, sie und Draco zu schützen. Dass sie immer noch zu ihm hielt, obwohl er viele Fehler gemacht hatte, und Schuld daran war, dass Draco beinahe einen Mord (auch wenn es Dumbledore war) begangen hätte, wegen ihm!
    Er wusste, früher hätte er anders gedacht, doch die Zeit in Askaban hatte ihn verändert. Ob zum guten oder zum schlechten, dass musste er erst noch raus finden.
    Er zwang sich, mit seinen Gedanken in die Gegenwart zurück zu kommen. Erschrocken musste er feststellen, dass der dunkle Lord sich rechts hinter seiner Stuhllehne befand. Was wollte er von ihm? „My…my Lord?“, fragte er heiser. „My Lord!“, äffte dieser ihn nach und die Todesser, ausgenommen Narzissa und Draco, lachten hämisch. Lucius biss die Zähne zusammen, ob dieser Demütigung. „Deinen Zauberstab, Lucius, ich verlange deinen Zauberstab.“ Sein Herz setzte für ein paar Schläge aus. Seinen Zauberstab! Ihm wurde siedend heiß, Narzissa neben ihm atmete unruhig ein und aus. Wenn er seinen Zauberstab abgeben musste, war er wertlos, weil er weder Aufträge aufführen, noch sich verteidigen konnte. Das bedeute, er hätte keinen Nutzen für den dunklen Lord und seine Frau wusste das. Eine schreckliche Vorstellung, die nun wahr werden würde!
    Er zog mit zitternden Fingern seinen Stab hervor und reichte ihn seinem Lord. Er machte eine jähe Handbewegung, aus der man entnehmen konnte, dass er erwartete, für seinen Zauberstab den des dunklen Lords zu bekommen. Lucius verwünschte sich innerlich, nun würde er bestimmt noch schlimmer gedemütigt. Oder erklärte ihn der dunkle Lord, dass er ihn umbringen würde, ob dieser unausgesprochenen Forderung?
    „Meinen Zauberstab, Lucius? Ich habe dein Leben verschont, ist das nicht genug?“ Er nickte leicht und erwartete das Schlimmste.
    „Holz?“, fragte sein Lord. Ein wenig erleichtert stammelte Lucius: „Ulme,…H…Herr.“
    „Und der Kern?“
    „Dra…Drachenherzfaser.“
    „Gut.“
    Nun hatte er ihn. Seinen Zauberstab! Er war nicht in der Lage, sich zu verteidigen, er war wertlos und nutzlos. Er fühlte sich furchtbar schutzlos und es war klar, warum er ausgewählt worden war. Um ihn zu bestrafen! Weil er wegen der Prophezeiung versagt hatte. Lucius ärgerte sich über diese Niederlage bis heute.

    Die Rede seines Herrn ging in Lucius Gedankenstrudel unter und er sah erst wieder auf, als eine fette Schlange über den Tisch kroch

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare autorenew