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The other Story - Wenn es zwei Auserwählte gegeben hätte

Was wäre, wenn es zwei Auserwählte gegeben hätte? Nur dass von der zweiten niemand wusste? Wird die Wahrheit durch Lüge verdeckt und die dunkle Seite aufsteigen? Finde es heraus - in dieser Fanfiktion.

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    Sie rannte. Schnell einen Zauber nach hinten abfeuern und weiter. Sie wusste nicht, wohin sie rannte und vor wem sie wegrannte. Genauer gesagt wusste
    Sie rannte. Schnell einen Zauber nach hinten abfeuern und weiter. Sie wusste nicht, wohin sie rannte und vor wem sie wegrannte. Genauer gesagt wusste Carina Ravenclaw im Moment fast gar nichts, nur eines: Sie hatte fürchterliche Angst. Doch wovor? Da, plötzlich stand sie an einem Abgrund, stürzte, da war nichts, um sich festzuhalten, sie fiel, konzentrierte sich heftig, doch sie fiel weiter… Warum funktionierte es nicht?
    Genau in diesem Moment wachte sie auf und setzte sich kerzengerade in ihrem Bett auf. Die Sechstklässlerin vergrub das Gesicht in den schweißnassen Händen. Immer der gleiche Traum, jede Nacht. Seit Wochen schlief sie nicht mehr gut, doch dieser Traum fühlte sich so real an! Mit einem Seufzen ließ sie sich wieder rücklings in ihr Bett fallen und zog sich die hellblaue Decke bis ans Kinn. Weiterschlafen, weiterschlafen… morgen hatte sie Zaubertränke bei Professor Snape, und wenn sie da nicht ausgeschlafen war, ach, das wollte sie sich gar nicht erst vorstellen… Aber auf Kommando geht sowas halt einfach nicht, weshalb sie sicher noch eine halbe Stunde wach lag. Wirre Gedanken schossen ihr durch den Kopf, bis der unruhige Schlaf die Ravenclaw endlich einholte.
    Am nächsten Morgen wurden die Vorhänge an ihrem Bett ruckartig aufgerissen und Carina kniff die Augen zu, um das plötzlich erschienene Sonnenlicht nicht hineinzulassen. „Mensch Vroni, es ist doch erst-“, fing sie an, doch ihre rothaarige Freundin schnitt ihr das Wort ab: „Zeit fürs Frühstück! Was ist nur los mit dir, Carina, diese Woche musste ich dich schon dreimal wecken!“. Mit einem genervten Seufzer schwang die 16-jährige sich aus ihrem Bett, griff nach ihrem Zauberstab auf dem Nachttisch und brachte mit einem einfachen Schippen ihre Haare in Ordnung. Diese Ordnung würde sicher nicht lange halten, denn wie Vroni behauptete, waren ihre Haare so buschig und mähnenartig, dass man sie glatt für einen Löwen halten könnte. Nachdem sie sich angezogen hatte, machte sie sich mit ihrer ein Jahr jüngeren Freundin auf den Weg in die große Halle, um zu frühstücken.
    Ein dichter Nebel lag über Hogwarts, durch die großen Fenster der großen sah man die kühlen Schwaden langsam vorbeiziehen, die Decke zeigte auch nichts weiter als ein müdes Grau. Schlaftrunken ließ die junge Ravenclaw sich auf die knarzende Bank am Tisch der Ravenclaws fallen, direkt neben Luna Lovegood. Mehr als ein schwaches „Guten Morgen“ brachte sie ihr gegenüber gerade nicht heraus, weshalb Carina sich einfach irgendwas auf ihren Teller schaufelte und zu essen began, in den verschleierten Gedanken immer noch bei ihrem Traum. Vroni musterte sie kurz besorgt von der Seite, tat sich dann allerdings Bratkartoffeln auf und begann munter mit Luna Lovegood zu quatschen. Dieser Traum… er holte die Teenagerin immer wieder ein, fühlte sich mörderisch real und versetzte sie in solche Angst, dass Carina in den nebligen Novembertagen oft daran dachte. Jetzt war sie gerade fertig mit dem Frühstück, strich sich bedächtig eine lange, dunkelblonde Strähne aus dem Gesicht, nickte ihren beiden Mitschülerinnen knapp zu und machte sich auf, ihre Schulsachen holen.
    Dieser Schultag war anstrengend, denn in einer furchtbar langweiligen Geschichtsdoppelstunde faselte der Geist von Professor Binns über die Koboldaufstände, in Zaubertränke forderte Snape einen langen Aufsatz über die Zutaten des Vielsafttranks und Verwandlung, in dieser Stunde übten sie die schwere menschliche Verwandlung, war schlicht zum explodieren. Von dem Berg Hausaufgaben mal ganz abgesehen. Um ca. 3 Uhr nachmittags legte sie den Aufsatz über den Vielsafttrank beiseite und streckte sich ausgiebig, als die Kapitänin in der Ravenclawquiddichtmannschaft zu ihr herüberkam und sich ihr gegenüber setzte. „Hast du Interesse ins Team zu kommen?“, fragte sie geradeheraus und fuhr fort, als Carina ihr einen ungläubigen Blick zuwarf, „Cho Chang fliegt in letzter Zeit sehr schlecht, das können wir uns nicht erlauben. Du warst früher schon als Ersatz zu haben und ich habe gesehen dass du gut fliegst, vor allem mit deinem Besen.“. „Wir reden nicht über meinen Besen, sondern über mich, nicht?“, gab Carina knapp zurück und musterte die Sechstklässlerin ihr gegenüber kritisch, „Ein Feuerblitz heißt nicht, dass ich wirklich gut fliege.“ „Training ist morgen um drei“, bekam sie als Antwort, „und Cho fliegt wirklich so schlecht seit der Sache, nun ja… mit Diggory.“. Die Ravenclaw musterte ihre Mitschülerin kurz, beugte sich über ihr Pergament, um mit dem Verwandlungsaufsatz anzufangen. „Ich überleg’s mir, und jetzt wär’s ganz nett, wenn du mich nicht weiter störst, musst du nicht auch Hausaufgaben machen?“. Die Käpitänin wollte zu einer schnippischen Antwort ansetzen, öffnete den Mund und schloss ihn wieder, beleidigt ging sie ab. Erst gegen fünf war Carina fertig mit ihren Hausaufgaben, zog das Pergament an sich heran, und las sich konzentriert noch einmal alles durch, bis sie es in ihrer Tasche verstaute und sich, müde und froh zugleich nach oben aufmachte. Draußen regnete es und weiter waberte der Nebel hartnäckig um Hogwarts herum. Das Mädchen schnappte sich oben ein Buch und trabte wieder hinab, zu ihrer Freundin, und ließ sich neben sie auf das Sofa fallen. So ging der Tag wieder zuende… mit einer guten Lektüre, furchtbar viel Nebel und der ebenso furchtbaren Vorahnung, in dieser Nacht wieder zu träumen…

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