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Leben in Harry Potter 1. Kapitel

Das hier ist eine Fanfiktion in der Welt von Harry Potter. Ich habe mir wirklich sehr viel Mühe gegeben und mir sehr viel Zeit gelassen und hoffe, sie gefällt euch. Ich habe sie außerdem sehr ausführlich verfasst.
Nicht alle Details entsprechen unbedingt der Wahrheit. (Abstammung der Zauberer, genauer Ablauf der wahren Geschichte o.ä.)

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    Heute ist der elfte Geburtstag meines großen Bruders Oliver und es ist etwas besonders komisches passiert: Er hat einen Brief erhalten, in dem steht, dass er ein Zauberer ist. Meine ganze Familie hat es für einen Scherz gehalten, denn meine Eltern sind beide Anwälte und arbeiten in einer Kanzlei in Edinburgh, wo wir auch wohnen. Aber es scheint wahr zu sein, denn eine sehr streng aussehende Hexe stand ein paar Tage später vor unserer Haustür und erzählte uns alles:

    "Mr. Wood, sie werden ab dem nächsten Schuljahr nach Hogwarts, eine Schule für Hexerei und Zauberei, gehen. Die Schule selbst ist in vier sogenannte Häuser aufgeteilt: Gryffindor, Hufflepuff, Ravenclaw und Slytherin. Jedes Haus hat seine eigenen besonderen Merkmale, die die meisten Schüler besitzen, die in das jeweilige Haus gehen. Die Schulzeit streckt sich über sieben Jahre.
    Es gibt mehr oder weniger drei "Arten" von Zauberern: Reinblüter, deren Vorfahren waren oft Generationen lang Zauberer. Dann Halbblüter, deren eines Elternteil ein Zauberer und das andere keiner ist. Dann gibt es noch "Muggelstämmige", wie Sie. Muggel nennen wir Nichtmagische. Das sind dann diejenigen, die keine magischen Vorfahren haben.
    Am Ende der Sommerferien wird einer unserer ehemaligen Vertrauensschüler von Hogwarts Sie besuchen und mit Ihnen ihre Schulsachen besorgen gehen. Er wird mit Ihnen in die Winkelgasse gehen, das ist die Einkaufsstraße der Zauberergemeinschaft.
    Das Schuljahr beginnt am 1. September. Bei der Anreise dürften Sie keine Probleme haben, außer vielleicht eines: Sie müssen durch eine Barriere, um an das korrekte Gleis am Bahnhof Kings Cross zu kommen. Wie Sie vielleicht bereits auf Ihrer Fahrkarte gesehen haben, müssen Sie an das Gleis 9 3/4. Sie müssen dazu durch eine Mauer zwischen Gleis neun und zehn laufen. Diese Barriere ist für Muggel leider nicht zu durchlaufen, deshalb sollten Sie sich bereits in der Muggelwelt von Ihrer Familie verabschieden.
    Das ist erstmal das Wichtigste, den Rest werden Sie mit der Zeit von selbst erfahren", erzählt die Hexe namens Professor McGonagall unserer Familie. "Ach und beinahe hätte ich das allerwichtigste vergessen. Es darf auf keinen Fall über die magische Welt gesprochen werden. Alles über Zauberer und Hexen muss in diesem Haus bleiben."
    Sie unterhielt sich noch kurz mit unseren Eltern und verabschiedete sich dann von uns. Aus irgendeinem Grund schüttelt sie mir besonders lang die Hand und lächelt mich freundlich an.

    Vier Monate später steht also tatsächlich ein Schüler der Hogwartsschule bei uns vor der Tür. Er stellt sich als Bill Weasley vor. Er erzählt, dass er in diesem Jahr die Schule abgeschlossen hat und dass er sich dazu bereit erklärt hat, in dieser Angelegenheit als Freiwilliger mitzuhelfen, um Muggelgeborenen beim Zurechtfinden zu helfen.

    "Wenn es Ihnen Recht ist, würden wir Sie gerne zum Essen einladen, wenn Sie mit Oliver zurückkehren, als Dankeschön für Ihren Einsatz", sagt meine Mutter zu ihm, als Oliver und er gerade aufbrechen wollen.
    "Das würde mich sehr freuen, danke Mrs. Wood", sagt Bill.

    Meine Mutter hat mich gerade vom Fußballtraining abgeholt, als wir zeitgleich mit den beiden Zuhause ankommen.
    Oliver wirkt wie im siebten Himmel.

    "Was ist das, was du da trägst?", fragt Bill mich und zeigt auf mein Bein.
    "Das sind Schienbeinschoner, sie sorgen dafür, dass mich dort keiner verletzt", antworte ich lächelnd.
    "Wobei verletzt?", fragt er sehr interessiert.
    Ich muss grinsen.
    "Beim Fußball natürlich."
    "Was um alles in der Welt ist Fußball?", fragt er jetzt völlig verblüfft.
    So langsam geht mir ein Licht auf.
    "Eine Sportart. Gibt es das in eurer Welt etwa nicht?"
    "Nein, wir haben nur eine einzige Sportart. Sie heißt Quidditch."
    "Das ist aber ein verrückter Name, wie geht Quidditch denn?", fragt diesmal Oliver.
    "ESSEN IST FERTIG!", ruft meine Mutter aus der Küche.
    Während des Essens erklärt Bill mir die Regeln:
    "Also, das wichtigste ist: Das Spiel wird auf Besen gespielt."
    Oliver und mir klappt die Kinnlade runter und Bill muss grinsen.
    "Auf Besen?", frage ich völlig erstaunt.
    "Ja genau. Ein Team besteht aus sieben Spielern und es spielen immer zwei Teams gegeneinander. Es gibt drei verschiedene Ballarten: Den Quaffel, den Klatscher und den Schnatz und vier verschiedene Positionen: Der Hüter und der Sucher, dann zwei Treiber und drei Jäger pro Team. Die Aufgabe des Hüters ist es, die Tore zu verteidigen."
    "Warum DIE Tore?", unterbricht Oliver ihn. "Gibt es mehrere?"
    "Ja, drei pro Seite. Sie sind rund und auf einer Höhe von 50 Metern angebracht.
    Auf die Tore werfen die Jäger. Sie spielen sich den Quaffel zu und werfen ihn dann aufs Tor. Für jedes Tor erhält das Team 10 Punkte.
    Dann gibt es noch die Treiber. Sie sind zusätzlich mit jeweils einem Schlagstock ausgestattet. Sie schlagen mit dem Schläger die beiden Klatscher und versuchen, sie auf den Gegner zu hetzten und diesen gegebenenfalls auszuschalten. Und dann gibt es noch den Sucher, dieser kann das Spiel beenden, indem er den Schnatz fängt. Es ist sehr schwer, diesen zu fangen, da er extrem klein und extrem flink ist. Der Schnatz bringt dem Team, das ihn gefangen hat, zusätzlich 150 Punkte ein.
    Der Schnatz beendet zwar das Spiel, macht das Team, dessen Sucher ihn gefangen hat aber nicht automatisch zum Sieger. Letztendlich kommt es trotzdem auf die Punktzahl an."

    Oliver und ich sind begeistert. Ich liebe diesen Sport, ohne ihn jemals gesehen zu haben.

    "Hast du Geschwister?", frage ihn ihn irgendwann.
    "Ja, sechs Stück."
    "Wow, das sind wirklich viele. Und sind sie alle wie du?"
    "Du meinst Zauberer? Ja, höchstwahrscheinlich. Ich bin der älteste. Mein Bruder Charlie ist drei Jahre jünger als ich. Er ist Quidditch-Kapitän von Gryffindor.
    Dann kommt Percy, er kommt auch jetzt nach Hogwarts", er nickt Oliver zu, "Fred und George sind zwei Jahre jünger als Percy. Dann kommt noch Ron, er ist noch einmal zwei Jahre jünger als die Zwillinge. Dann ist da noch Ginny. Sie ist ein Jahr jünger als Ron. Meine Familienmitglieder sind seit Generationen Zauberer, aber wir machen uns nichts aus unserem "reinen" Blut. Es ist also zu erwarten, dass meine restlichen Geschwister auch Zauberer sind."

    Oliver und ich sind weiterhin völlig verwirrt und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

    Bill erzählt uns noch sehr viel über die Zaubererwelt, die Schulfächer, die Quidditchliga und was er nach der Schule machen wird, bis er nach Hause aufbricht.

    Je mehr ich von dieser Welt erfahre, desto unglücklicher bin ich und desto neidischer werde ich auch auf Oliver. Als wir ihn am 1. September nach Kings Cross bringen, umarmen wir uns sehr lange. Der Abschied fällt mir extrem schwer, da wir ein sehr gutes Verhältnis zueinander haben, obwohl ich vier Jahre jünger als er bin. Auch unser dreijähriger Bruder, wir sind alle vier Jahre auseinander, und unsere Eltern sind sehr traurig, aber ich freue mich sehr für Oliver, dass er so ein besonderes Leben führen darf.

    -Zeitsprung ca. vier Jahre später-

    Morgen ist der 2. Juli, mein 11. Geburtstag. Ich liebe Geburtstage und freue mich immer riesig auf meinen. Doch dieses Jahr sollte ich etwas ganz besonderes geschenkt bekommen. Am nächsten Morgen wache ich extrem früh auf. Es ist ein Sonntag, deswegen lasse ich meine Eltern und meinen Bruder noch schlafen. Ich sitze also in der Küche, da kommt plötzlich, als wäre es normal, eine dunkelgraue Eule in unser Wohnzimmer geflattert. Andere wären schockiert gewesen, aber ich habe so eine Vorahnung, was das zu bedeuten hat. Ich renne zu der Eule und nehme ihr den Brief aus dem Schnabel. Und tatsächlich: Er ist an mich adressiert.
    Ich reiße ihn sofort auf und fange an zu schreien. Keine Minute später stehen meine Eltern ganz aufgelöst im Türrahmen.
    "Mum, Dad, schaut euch das an. Ich habe auch einen bekommen. Wie Oliver. Einen Brief. Von Hogwarts", rufe ich atemlos.
    Meine Eltern sind begeistert. Sie freuen sich riesig für mich und da sie das Prozedere ja mittlerweile kennen, beschließen wir, gleich wenn Oliver von Hogwarts zurückkehrt mit ihm in die Winkelgasse zu gehen.

    Oliver geht mittlerweile in die dritte Klasse. Er hat es außerdem tatsächlich in das Quidditchteam seines Hauses geschafft. Er wurde vom sprechenden Hut nach Gryffindor geschickt. Der sprechende Hut ist ein alter, verzauberter Hut, den jeder Schüler am Tag seiner Einschulung aufsetzen muss. Der Hut erkennt die Merkmale und Charaktereigenschaften eines Schülers und teilt sie demnach in das passende Haus ein. Oliver hat mir das einmal erklärt:
    Hufflepuff zeichnet sich aus durch Treue, Hilfsbereitschaft und Gerechtigkeit.
    Ravenclaw steht für Intelligenz, Gelehrsamkeit und Weisheit.
    Gryffindor ist ausgezeichnet durch Mut, Tapferkeit und Entschlossenheit.
    Slytherin steht hingegen für Stolz, Ehrgeiz und Gerissenheit.
    Er meint, dass viele in Hufflepuff oft als Versager dargestellt werden, aber das glaube ich nicht, solange ich mir selbst kein Bild davon machen konnte, denn man kann keine Allgemeinheit zu Versagern machen. Und in Slytherin, hat er gesagt, sind viele, die später mal zur dunklen Seite übergehen.
    Ich persönlich hoffe insgeheim natürlich auf das gleiche Haus wie mein Bruder, aber ich wäre auch mit allen anderen zufrieden.

    Ich habe also beschlossen Oliver zu überraschen und zwar direkt am Gleis 9 3/4, da ich nun auch durch die Absperrung am Bahnhof komme. Meine Eltern und ich gehen an dem Tag, an dem er zurückkommt besonders früh an den Bahnhof, damit auch nichts schiefgeht. Eigentlich hätte ich heute noch selber Schule, da Olivers Schuljahr ein paar Tage später zu Ende ist, aber meine Eltern haben mich heute ausnahmsweise krankschreiben lassen, damit ich nach Kings Cross mitkonnte.
    Ich bin ziemlich aufgeregt, als ich vor der Absperrung stehe, aber ich habe Oliver ja jetzt schon dreimal dabei beobachtet, deswegen kann ich selbstsicher darauf zu laufen.

    Gerade als ich durch die Absperrung gehe, sehe ich in der Ferne schon den Zug. Er wird langsamer und ich sehe Oliver an einem der Fenster, als der Zug in den Bahnhof fährt. Ich glaube er hat mich nicht gesehen - zum Glück. Ich stelle mich also an die Tür, von der ich denke, dass er dort aussteigt und warte, bis er kommt. Tatsächlich kommt er einige Minuten später aus der Tür und will gerade an mir vorbeilaufen-.
    "Anna? Was machst du denn hier?", er lacht und nimmt mich in den Arm.
    "Vor vier Wochen habe ich meinen Brief erhalten", sage ich und drücke ihn wieder von mir weg.
    "Wow, das ist unglaublich. Ich meine, du auch, das ist so unwahrscheinlich. Ich bin so stolz."
    Er nimmt mich noch einmal in den Arm und verabschiedet sich von seinen Freunden, bevor wir gemeinsam durch das Portal zurück in die Muggelwelt gehen.

    Heute war endlich der letzte Schultag vor den Sommerferien. Ich habe also gerade die fünfte Klasse abgeschlossen. Meine Noten sind sehr zufriedenstellend, weshalb ich auch wirklich gerne zur Schule gehe.
    Das einzige, was mich nicht zufriedenstellt ist, dass ich nicht gut darin bin, Freunde zu finden. Deswegen freue ich mich auch sehr auf Hogwarts, denn die Leute sind dort anders, wie ich eben.

    Noch am selben Tag gehen wir alle zusammen in die Winkelgasse. Nur Ben, unser kleiner Bruder, verbringt den Tag bei einem Freund. Ben ist gerade neun Jahre alt geworden und kommt nach den Sommerferien in die vierte Klasse.

    Da Oliver mittlerweile die Art und Weise kennt, wie man in die Winkelgasse kommt, ist es auch kein Problem mehr für meine Eltern, mitzukommen.

    Ich kenne die Winkelgasse schon sehr gut, da ich jedes Jahr dabei gewesen bin, wenn wir Olivers Schulsachen kaufen waren.
    Unser erster Anlaufpunkt ist natürlich die Bank. Sie heißt Gringotts und das besondere ist: Hier arbeiten keine Menschen bzw. Zauberer, sondern Kobolde. Sie sehen nie besonders freundlich aus, aber es scheint mir als würden sie ihren Job gut machen. Wir müssen natürlich das Muggelgeld in Zauberergeld wechseln, da es in der Zaubererwelt eine andere Währung gibt.
    Bei den Zauberern gibt es zum Beispiel keine Scheine, sonder nur Münzen. Diese heißen Knuts, Sickel und Galleonen. 29 Knut sind 1 Sickel und 17 Sickel sind eine Galleone.

    Meine Eltern haben gesagt, ich darf aussuchen, wo wir als erstes hingehen und ich habe mich natürlich für Ollivander entschieden. Ich freue mich schon die ganze Zeit, endlich meinen eigenen Zauberstab zu bekommen.
    Wir gehen also zu Ollivander. Als er mich sieht, sagt er nichts, sondern verschwindet wieder hinten meterhohen Regalen, die randvoll mit Zauberstabschachteln gefüllt sind. Einige Minuten später kehrt er mit ein paar Schachteln auf den Armen zurück und begrüßt uns.
    "Hallo Miss Wood, es ist schön Sie zu sehen." Dann wendet er sich zu Oliver. "Es ist auch schon, Sie wiederzusehen, Mr. Wood."
    Einen Moment habe ich mich gefragt, woher er meinen Namen kennt, aber dann war ich verblüfft, dass er Olivers Namen noch kennt.
    "Ich bin mir sicher, dass einer von diesen hier für Sie bestimmt ist, Ms. Wood", sagt Ollivander und zeigt auf die Zauberstäbe, die er mitbegracht hat.
    "Was meinen Sie mit, für mich bestimmt?", Frage ich ihn, da ich nicht ganz folgen kann.
    "Der Zauberstab sucht sich den Zauberer, Ms. Wood. Wie, ist nicht immer klar", sagt er, was mich nicht wirklich weiterbringt.

    Es dauert schließlich eine Weile, bis mein Zauberstab mich findet. Ich habe mit dem Schwingen des Zauberstabs Schränke ausgeräumt, Vasen zerspringen lassen und zwei Tintenfässer umgeschüttet, bis der siebte Zauberstab schließlich für mich bestimmt sein sollte.
    "Akazienholz und Drachenherzfaser, 12 1/2 Zoll lang und biegsam", sagt er über diesen Zauberstab, bevor er ihn mir reicht. Als ich ihn in die Hände nehme, wird es ganz warm in mir und ein Gefühl der Geborgenheit umschließt mich.
    Ollivander lächelt mich an und meint, dass dieser für mich bestimmt sei.
    Ich bezahle sechs Galleonen und mache mich dann mit meiner Familie auf den Weg zu Madam Malkins, um mir meinen Umhang schneidern zu lassen. Meine Eltern und Oliver meinen, sie würden draußen warten und lassen Oliver und mich alleine in dem Laden zurück.
    "Oliver, was weißt du eigentlich über Harry Potter?", frage ich ihn nach einer Weile.
    "Wie kommst du denn jetzt darauf?", fragt Oliver.
    "Ich habe ihn in einem deiner Bücher entdeckt. Er müsste so alt sein wie ich."
    "Ja, das ist er. Anna du musst wissen, nicht alle Zauberer sind gut. Vor elf Jahren gab es einen sehr dunklen Zauberer. In unserer Welt trauen sich die meisten gar nicht mehr, seinen Namen auszusprechen. Er wird von jedem nur Du-weißt-schon-wer genannt. Auf jeden Fall war er damals auf der Suche nach Anhängern und alle, die sich ihm widersetzt haben, hat er umgebracht. Harrys Eltern waren unter jenen Menschen. Das schlimme war, dass er nicht nur Harrys Eltern töten wollte, sondern auch Harry selbst. Aber er konnte es nicht. Harry hat überlebt. Er ist der einzige Mensch, der jemals den Todesfluch überlebt hat", erklärt Oliver mir schließlich.
    "Und was ist das für ein Fluch?"
    "Das musst du in ein paar Jahren jemand anderen fragen, dafür bin ich definitiv nicht die richtige Person. Das ist Magie, die selbst noch weit über meinem Können liegt", sagt er, während wir auf Madam Malkins warten.
    "Und wie ist sein Name?", frage ich ihn gespannt.
    Oliver beugt sich näher zu mir und flüstert mir ins Ohr:
    "Er heißt Voldemort", er spricht wieder lauter, "aber versuche, diesen Namen in Hogwarts und der gesamten Zaubererwelt, zu vermeiden."
    In diesem Moment kehrt Madam Malkins vom Hinterraum zurück und überreicht mir meinen Umhang, meinen Alltagshut, meine Arbeitsroben und die Handschuhe. Allesamt sind geschmückt mit einem Namensschild und dem Wappen von Hogwarts. Das Wappen ist in vier Abteilungen geteilt, von welchen jede ein Haus zeigt. Ein Löwe auf rotem Grund für Gryffindor, eine Schlange auf grünem Grund für Slytherin, ein Dachs auf gelbem Grund für Hufflepuff und ein Adler auf blauem Grund für Ravenclaw. In der Mitte des Wappens ist ein goldenes H.
    "Einen guten Start in Hogwarts wünsche ich dir, mein Kind", sagt sie freundlich.
    "Vielen Dank", antworte ich lächelnd.

    Als ich bezahlt habe, machen Oliver und ich uns auf den nach draußen und halte. Ausschau nach Mum und Dad.

    Hinten in der Menge kommen sie uns entgegen, aber sie haben etwas bei sich.
    Dad trägt einen riesigen Käfig bei sich, in dem eine große, schwarze Langohreule gerade ein Nickerchen macht.
    Als sie uns erreichen, lächeln sie uns an.
    "Diese Eule ist für euch. Da Oliver damals kein Haustier bekommen hat, möchten wir sie euch zusammen schenken, dann müsst ihr nicht immer dir Schuleulen benutzen", sagt Mum und wir beide umarmen sie und danach Dad.

    Als nächstes gehen wir noch zu Flourish und Blotts wo sowohl Oliver, als auch ich unsere Bücher kaufen.
    Als letztes besorgen wir mir noch den Rest auf der Einkaufsliste:
    Einen Zinnkessel, eine Waage aus Messing, ein Teleskop und ein Sortiment mit Glasfläschchen.

    Nach einem anstrengenden Tag essen wir noch ein Eis bei Florean Fortescues Eiscafe, ehe wir uns auf den Weg in ein Hotel in der Londoner Innenstadt machen, wo wir übernachten, bevor wir morgen wieder nach Schottland fahren. All das stellt sich mit der Eule als äußert schwierig da, aber letztendlich kriegen wir das hin.

    Wieder zu Hause angekommen kann ich es gar nicht mehr erwarten, endlich nach Hogwarts zu fahren. Die vier Wochen ziehen sich natürlich extrem, aber der 1. September rückt langsam näher.
    Am 30. August machen Oliver und ich uns mit Ben und unseren Eltern noch einmal einen sehr schönen Tag und packen schließlich unsere Koffer. Am 31. machen wir uns alle wieder auf den Weg nach London, um dort im Hotel die Nacht zu verbringen. In der Nacht auf den 1. September kann ich so schlecht schlafen, wie schon lange nicht mehr, da ich sehr aufgeregt bin.

    Als es schon wieder hell zu werden scheint, schaffe ich es endlich, einzuschlafen. Doch wirklich lange Ruhe habe ich nicht, denn um 8 Uhr klingelt auch schon wieder der Wecker. Ich gehe duschen, packe in aller Ruhe meine Sachen zusammen und wecke schließlich den Rest meiner Familie. Gemeinsam gehen wir zum Frühstück und genießen die letzten Stunden für dieses Jahr zusammen.

    Um halb elf gehen wir los zum Bahnhof, der sich quasi auf der anderen Straßenseite befindet.
    Der Abschied von Mum, Dad und Ben fällt mir sehr schwer. Ich werde sie sehr vermissen, aber ich freue mich auch sehr auf meinen neuen Lebensabschnitt.

    Also gehen erst Oliver und dann ich durch die Absperrung. Bein zweiten Mal war es nun schon nicht mehr so schlimm, aber es ist trotzdem noch ein komisches Gefühl.

    Wir geben unser Gepäck ab und setzen uns gleich in den Zug. Da wir noch sehr früh dran sind, ist noch nicht viel los am Gleis und fast der ganze Zug ist noch leer.
    Wir setzen uns in ein leeres Abteil und schauen aus dem Fenster. Plötzlich laufen sechs Personen, allesamt mit roten Haaren, draußen vorbei.
    "Sind das–?", fange ich an.
    "–die Weasleys, richtig", beendet Oliver meinen Satz.
    Ich erinnere mich noch gut an Bill, auch wenn ich erst sieben Jahre alt gewesen bin.
    Er hatte auch rote Haare und sah ihnen allen sehr ähnlich.
    "Der mit den Locken ist Percy, er ist in meinem Jahrgang. Er ist scheinbar Vertrauensschüler, das siehst du an seinem Abzeichen. Die Zwillinge siehst du ja", er zeigt auf sie, "Fred und George...oder George und Fred, ach ich weiß es nicht. Jedenfalls, sie sind auch im Quidditchteam, Treiber. Außerdem sind sie in der ganzen Schule bekannt und zwar fürs Streiche spielen. Die anderen beiden kenne ich nicht, aber sieht so aus als würde der Junge jetzt auch nach Hogwarts kommen. Das Mädchen sieht noch zu jung aus."
    Die Weasleys verabschieden sich gerade von ihrer Mutter und ihrer Schwester, die gerade anfängt zu weinen, als Oliver fertig ist mit Reden. "Wir schicken dir eine Klobrille aus Hogwarts", höre ich den einen Zwilling zu seiner Schwester sagen. Er kassiert jedoch nur einen Anpfiff von seiner Mutter und noch lauteres Geheule von seiner Schwester.
    Ich denke gerade darüber mach, dass die Mutter der Weasleys wirklich sehr freundlich aussieht, als gerade die Abteiltür aufgeht und die Zwillinge und Percy kommen herein.

    "Hallo Oliver, dürfen wir uns setzen?", fragt einer der Zwillinge.
    "Klar, kommt rein", antwortet Oliver. Dann fährt er fort:
    "Das ist meine Schwester, Anna, sie kommt heute ins erste Jahr."
    "Hallo ich bin George", sagt einer der beiden gleich und streckt mir seine Hand hin, "und das ist mein Bruder Fred." Ich schüttle beiden voller Freude die Hand. Auch Percy stellt sich bei mir vor.
    "Warte...wie? Ist sie auch eine Hexe?", fragt Fred völlig verblüfft.
    "Ja, es scheint so", antwortet Oliver grinsend.
    "Bist du dir sicher, dass ihr von Muggeln abstammt?"
    "Ziemlich", antworten wir gleichzeitig.
    "Wood, wir haben gehört, dass du ab diesem Jahr unser Quidditchteam anführen wirst", wechselt George das Thema.
    "Ja, ich habe vor ein paar Wochen den Brief erhalten. Habe mich total gefreut, aber wir brauchen unbedingt einen neuen Sucher, sonst schaffen wir es dieses Jahr wieder nicht gegen Slytherin und Ravenclaw."
    "Das wird schon", sagt Fred.
    Witzigerweise habe ich von Anfang an überhaupt keine Probleme dabei, die Zwillinge auseinanderzuhalten, obwohl sie wirklich genau gleich aussehen.

    Kurze Zeit später sind Oliver und Percy in ein Gespräch über ihre Zimmergenossen vertieft und ich schaue verträumt aus dem Fenster.
    "Wie sieht es mit dir aus, hoffst du, dass du auch nach Gryffindor kommst?", bricht George unser Schweigen.
    "Naja...ich weiß nicht. Ich habe mir gar nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Es wäre natürlich toll, auch nach Gryffindor zu kommen, Oliver fühlt sich dort sehr wohl und er hat mir natürlich auch alles über die anderen Häuser erzählt, aber irgendwie erkenne ich mich überall wieder. Ich muss mich also überraschen lassen", sage ich und merke, dass die beiden gespannt zugehört haben. "Seid ihr alle in Gryffindor", frage ich dann. "Also alle eure Geschwister?"
    "Ja, die ganze Familie. Alle waren in Gryffindor. Ron wird heute eingeschult und Ginny erst nächstes Jahr. Mum und Dad hoffen natürlich sehr, dass die beiden auch nach Gryffindor kommen, aber ich zweifle nicht daran", antwortet nun Fred.

    Die Zeit vergeht wie im Flug und als es schon anfängt dunkel zu werden sagt Percy auf einmal: "Wir sollten so langsam unsere Umhänge anziehen, wir werden wohl bald ankommen."
    Wir tun also, wie er gesagt hat und tatsächlich kommen wir eine halbe Stunde später an einem Bahnhof am Waldrand an.
    "Die Sachen kannst du drin lassen, die werden zum Schloss gebracht", sagt Oliver und greift nach meiner Hand, da er mir ansieht, dass ich nun doch sehr aufgeregt bin.

    "ERSTKLÄSSLER HIER RÜBER! ERSTKLÄSSLER ZU MIR!", höre ich aus der Ferne rufen, aber es nicht nicht sehr schwer zu erkennen, woher die Schreie kommen. Einige Meter weiter steht ein sehr großer Mann, der die Schüler zu sich ruft. Ich schaue Oliver verängstigt an, aber er sagt:
    "Alles gut, das ist Hagrid, der Wildhüter von Hogwarts, er tut nichts. Ab hier müssen wir uns trennen, die höheren Klassen fahren mit Kutschen zum Schloss. Wir sehen und dort." Er drückt mir einen geschwisterlichen Kuss auf den Scheitel, was sehr einfach ist, da ich für mein Alter zwar nicht klein bin, er aber dafür für seines unglaublich groß ist. Die Zwillinge winken mir noch zu und dann gehe ich ängstlich in Hagrids Richtung. Ich bleibe neben einem rothaarigen Jugen stehen und erkenne ihn sofort wieder.
    "Hallo ich bin Anna, du bist Ron Weasley, oder?", frage ich ihn.
    "Hallo, ja der bin ich, kennen wir uns?", antwortet er verwirrt.
    "Oh entschuldige, deine Brüder saßen auf der Fahrt bei mir im Abteil und dein Bruder Bill war damals mit meinem Bruder in der Winkelgasse, als er von seinen magischen Fähigkeiten erfahren hat. Wir sind muggelstämmig."
    "Oh ja, ich glaube Bill hat tatsächlich mal etwas davon erzählt, also hi noch einmal, schön dich kennenzulernen."
    Ich lächle ihn an.
    "Wie geht es Bill?", frage ich Ron neugierig.
    "Gut denke ich. Er wohnt seit ein paar Jahren in Ägypten und arbeitet dort für Gringotts als Fluchbrecher. Leider sehen wir ihn nur selten."
    "Ja, das ist sehr schade, aber sein Beruf hört sich interessant an.:
    "IMMER VIER LEUTE IN EIN BOOT!", höre ich Hagrid rufen, was unser Gespräch vorerst beendet.
    Ich sitze also in einem Boot mit Zwillingen, Padma und Parvati Patil und einem Jungen namens Justin Finch-Fletchley. Ron sitzt im Boot hinter mir mit zwei Mädchen, Hermine Granger und Susan Bones und außerdem einem anderen Jungen. Ich traue meinen Augen kaum, als ich sehe, wer es ist: Harry Potter. Ich hätte ihn zu gerne angesprochen, aber ich habe für mich selbst beschlossen, dass das wohl sehr unhöflich wäre.

    Wir fahren also über den großen See, der schwarze See, wie Hagrid uns erklärt. In der Ferne sieht sehe ich schon das Schloss und ich komme aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Ich bin auch sehr aufgeregt auf die Auswahlzeremonie.
    Es dauert nicht lange bis wir am anderen Ende des Sees ankommen und eine sehr lange Treppe vom Bootshaus nach oben zum Schloss laufen. Als wir dann vor dem großen Eingangstor des Schlosses stehen, fällt mir erst auf, wie riesig das Schloss ist.

    Wir betreten das Schloss und dort empfängt uns Professor McGonagall. Ich erinnere mich gut daran, wie sie vor vier Jahren bei uns zu Hause war und uns über die Zaubererwelt aufgeklärt hat. Als sie mich sieht, lächelt sie mich mit dem selben Lächeln wie damals an, als sie mir zum Abschied die Hand geschüttelt hat. Ich habe so eine Vermutung, dass sie damals schon wusste, dass ich eine Hexe bin.
    Sie empfängt uns also und klärt uns über die Häuser auf. Oliver hat mir natürlich schon alles darüber erzählt, deswegen höre ich gar nicht so richtig hin, da ich immer noch mit Staunen beschäftigt bin. Das einzige was ich noch auffasse ist: "Wenn Sie die Halle betreten, werden sie nacheinander den sprechenden Hut aufsetzen, der Sie in Ihr Haus einteilt. Während Sie hier sind ist ihr Haus gleichsam ihre Familie. Sie können Punkte für ihr Haus gewinnen, wenn Sie etwas tolles leisten oder besonders fleißig sind. Wenn Sie aber gegen Regeln verstoßen oder ähnliches können Ihnen auch Punkte abgezogen werden. Das Haus, das am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt den Hauspokal."
    Ich bekomme nur so nebenbei mit, als sie mit Reden fertig ist und Sekunden später laufen wir schon in Zweierreihen in die Große Halle. Als die Tür aufgeht sehe ich vier sehr lange Tische, die parallel zueinander aufgestellt sind. Es scheint, als würde jeder Tisch einem Haus angehören. Vorne am Ende der Halle, steht ein fünfter Tisch, an dem die Lehrer sitzen. Von weitem sehe ich schon Oliver, der mir zuwinkt. Als ich an ihm vorbeikomme grinst er mich an und drückt mir die Daumen. Auch die Weasley-Zwillinge zwinkern mir zu, als ich an ihnen vorbeilaufe.
    Am meisten fasziniert mich die verzauberte Decke. Meine Vermutung ist, dass diese so wirken soll, wie der Himmel draußen. Ich schaue fast die ganze Zeit nach oben und laufe deshalb fast gegen Ron, als die Erstklässler stehen bleiben. Auf einer Anhöhe sehe ich einen kleinen Hocker stehen, auf dem der alte, zerrissene Hut liegt. Plötzlich fängt der Hut an zu singen:

    Ihr denkt, ich bin ein alter Hut,
    mein Aussehen ist auch gar nicht gut.
    Dafür bin ich der schlauste aller Hüte,
    und ist's nicht wahr, so fress ich mich, du meine Güte!
    Alle Zylinder und schicken Kappen
    sind gegen mich doch nur Jammerlappen!
    Ich weiß in Hogwarts am besten Bescheid
    und bin für jeden Schädel bereit.
    Setzt mich nur auf, ich sag euch genau,
    wohin ihr gehört - denn ich bin schlau.
    Vielleicht seid ihr Gryffindors, sagt euer alter Hut,
    denn dort regieren, wie man weiß, Tapferkeit und Mut.
    In Hufflepuff dagegen ist man gerecht und treu,
    man hilft dem andern, wo man kann, und hat vor Arbeit keine Scheu.
    Bist du geschwind im Denken, gelehrsam auch und weise,
    dann machst du dich nach Ravenclaw, so wett ich, auf die Reise.
    In Slytherin weiß man noch List und Tücke zu verbinden,
    doch dafür wirst du hier noch echte Freunde finden.
    Nun los, so setzt mich auf, nur Mut,
    habt nur Vertrauen zum Sprechenden Hut!

    Ich bin sehr erschrocken, als er angefangen hat mit seinem Lied, aber es hat mir ziemlich gut gefallen. Meine neuen Schulkameraden und ich stehen gespannt da und warten darauf, einsortiert zu werden. Endlich fängt Professor McGonagall an, die Schüler aufzurufen.
    "Abbott, Hannah", ruft sie als erstes. Schüchtern geht das Mädchen nach vorne. Nach einer Weile der Überlegung ruft der Hut laut: "HUFFLEPUFF!"
    Jetzt wo ich weiß, wie das ganze funktioniert bin ich schon ein bisschen weniger aufgeregt.
    Anschließend wird Susan Bones auch nach Hufflepuff geschickt. Ein Terry Boot kommt nach Ravenclaw und Mandy Brocklehurst ebenso. So teilt der Hut fleißig weiter die Schüler in die Häuser ein, während die ganze Schule gespannt zuschaut. Bei jedem Schüler klatscht die Schulgemeinschaft, aber während der Hut überlegt ist es immer still. Besonders leise wird es aber, als schließlich Harry Potter aufgerufen wird. Der Hut braucht bei ihm viel länger als bei allen anderen, bis er schließlich "GRYFFINDOR!" ruft. Harry bekommt soviel Applaus, wie noch kein anderer vorher und setzt sich zu den Gryffindors. Dann geht es weiter wie vorher. Als wir schließlich bei W angekommen sind, wird zuerst Ron aufgerufen, der sehr erleichtert ist, als er auch nach Gryffindor kommt. Ich freue mich sehr für ihn, dass er wie seine ganze Familie nach Gryffindor gekommen ist.
    Und dann, endlich, werde ich als letzte aufgerufen.
    "Wood, Anna", sagt Professor McGonagall.
    Ich gehe zu ihr und setze mich auf den Hocker. Als der Hut meinen Kopf berührt, fängt er an zu sprechen:
    "Oh, sehr schwer. Ich sehe Tapferkeit. Du verkraftest sehr viel, aber da ist auch Ehrgeiz. Du liebst deine Freunde und würdest alles für sie tun. Du hast ein sehr hilfsbereites, treues Herz und ich sehe sehr viel Intelligenz. Du bist fleißig und sehr weise. Ja, das passt am besten. Ich denke: RAVENCLAW!", das letzte Wort schreit der Hut laut heraus, was meine Frage, ob alle seine Gedanken hören können, beantwortet.

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