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Harry Potter FF: Liebe vergeht nicht...

-Ein bisschen komisch sein, kann niemanden schaden-
In dieser FanFiction geht es um Joyce Goldstein und ihrem Leben, ihren Freunden und ihrer Liebe.

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    Joyce Goldstein Meine Urgroßmutter ist Queenie Goldstein (aus „Phantastische Tierwesen“) und von ihr habe ich die Gabe der Legilimentik (die Gabe
    Joyce Goldstein
    Meine Urgroßmutter ist Queenie Goldstein (aus „Phantastische Tierwesen“) und von ihr habe ich die Gabe der Legilimentik (die Gabe des Gedankenlesens und Beeinflussens ;) geerbt. Ich bin mit diesem Talent geboren worden und brauche meinen Zauberstab nicht dafür. Ich habe normale Familienverhältnisse: Vater, Mutter, großer Bruder. Mein Bruder Lucas ist mein großes Vorbild und wir verstehen uns auch prima. Viele sagen ich bin etwas verrückt und eine Pessimistin, was mich aber weniger stört. Eigentlich finde ich, dass ich eher Realistin bin, aber naja. Mein Name bedeutet „die Kriegerin“ und kommt aus dem Keltischen. Vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass Verteidigung gegen die dunklen Künste mein bestes Fach ist? Später, mit 16, ist mein Patronus eine Wildkatze. Ich habe schulterlange, wellige, goldblonde Haare, die ich fast immer in einem Dutt hochgesteckt habe. In diesem bewahre ich, wenn ich älter bin, meinen Zauberstab auf. Meine Augen sind dunkelgrün. Ich bin so alt wie Harry Potter und Co. Meine besten Freunde sind zurzeit Fred und George Weasley, aber auch mit Luna Lovegood verstehe ich mich bestens. Wir beide verstehen etwas von sicherer Aufbewahrung des Zauberstabes. Ich wohne in dem kleinen Örtchen Ottery St.Catchpole und daher nicht weit von den Lovegoods und Weasleys entfernt. Meine Eltern verstehen sich auch ausgezeichnet mit Molly und Arthur Weasley. Ach ja, ich bin auch noch Reinblut, was mich aber weniger interessiert. Wenn ihr mich mal besuchen kommt, geht in das Zimmer, wo laute Musik herausdringt, sehr laute Musik. Meine Geschichte beginnt 1988, zurzeit bin ich acht Jahre alt.

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    Lachend hüpfe ich neben Fred über die blühende Frühlingswiese. Bienen und Schmetterlinge summen herum und Fred dreht mich zum Spaß im Kreis. Er ist jetzt schon 10 und nächstes Jahr darf er schon nach Hogwarts. Schon jetzt, weiß ich, dass ich ihn und George schrecklich vermissen werde, aber ich habe ja dann noch Luna. Ich finde Luna ist überhaupt nicht verrückt, auch wenn ich irgendwie doch nicht so an Schrumpfhörnige Schnarchkackler glaube. Dafür glaube ich aber sehr stark an Schicksal und ähnliches. Als wir endlich an unserer Weide ankommen, lassen wir uns lachend in die Wiese fallen. Dann reden wir noch eine ganze Weile und die Sonne geht langsam hinter dem Hügel unter. Fasziniert setze ich mich auf und betrachte das Spektakel, während Fred mit meinen Händen spielt. Entzückt quietsche ich auf, als ein Schmetterling auf meinen Haaren landet, Fred hingegen verschränkt meine Hände mit seinen. Plötzlich beugt Fred sich etwas vor und küsst mich direkt auf den Mund, das hat er noch nie gemacht. Etwas unbeholfen küsse ich ihn zurück und ein Grinsen stielt sich auf Freds Gesicht. Es fühlt sich gut an und ich versuche es so wie in diesen Muggelfilmen zu machen. So sitzen wir knutschend unter unserem Lieblingsbaum und halten Händchen. Nach ein paar Minuten stehen wir auf und laufen Hand in Hand zurück zum Fuchsbau. Wir haben beschlossen, dass nur George in unser kleines Geheimnis eingeweiht wird, und so erzählen wir es ihm sofort als wir ankommen. George jedoch findet das etwas ekelhaft, verspricht aber, niemanden etwas zu sagen. Irgendwie habe ich herausgefunden, dass George Fred die ganze Woche über damit aufgezogen hat. Schon öfter ist mir passiert, dass ich einfach weiß, was andere Leute denken. Nur Mum und Luna habe ich bisher davon erzählt.

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    „Ich WILL aber nicht weg. Ich will hierbleiben“, heule ich vor mich hin. Mum hat mir gerade erzählt, dass wir nach Amerika ziehen werden und das will ich partout nicht. Ich habe hier ja alle meine Freunde! Dad nimmt mich in den Arm und verspricht mir, dass ich auch in Amerika Freunde finden werde, aber das kann ich einfach nicht glauben. Weinend schlafe ich im Bett ein und träume von bunten Wasserblasen und Feen.

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    Zwei Tage später besuche ich wie so oft den Fuchsbau, aber diesmal mit Mum, Dad und Lucas. Sie haben den Weasleys bereits erklärt, dass wir nach Amerika auswandern werden. Als wir eintreten, werden wir wie immer, herzlich von Mrs. Weasley empfangen. Heute ist der letzte Tag, dann werden wir nach Amerika reisen. Sofort laufe ich die Treppe zu Fred und Georges Zimmer hoch und umarme den ersten Rotschopf der mir in den Weg kommt, ich weiß, dass es George ist, denn er hat eine etwas andere Aura. Außerdem habe ich das wieder so komisch mit seinen Gedanken herausgefunden. Danach will ich auch Fred umarmen, aber der blickt mich nur sauer und mit verschränkten Armen an. Etwas perplex starre ich ihn an und umarme ihn ganz vorsichtig. „Du darfst nicht nach Amerika gehen“, sagt Fred plötzlich wütend und schubst mich weg. Wie so oft in diesen zwei Tagen kommen mir Tränen und ich schluchze los: „Ich will ja auch nicht nach Amerika, aber ich will aber… bei Lucas, Mum und Dad bleiben… Du bist doch mein aller-aller-bester Freund, ich habe dich doch so doll lieb“. Natürlich falle ich ihn wieder um den Hals und etwas unbeholfen tätschelt George meinen Rücken. „Ich kann doch nichts dafür“, schluchze ich weiter und weine Freds schönen, grünen Weasleypullover voll. Nachdem ich mich etwas beruhigt habe, versuchen wir ein normales Gespräch zu führen, aber es klappt nicht so wirklich. Als Molly uns zum Abendessen ruft, gehen wir hinunter und setzen uns auch an den Tisch. Fred und George schweigen mich an und so rede ich ein bisschen mit Ginny über das neueste Prinzessinnenbuch, das ich gelesen habe. Von Luna habe ich mich schon gestern verabschiedet und da ist es nur halb so tragisch gewesen, sie hat nur gesagt, ich solle mich dort von Mistelzweigen fernhalten, weil die Nargel in Amerika anscheinend besonders gemein sind. Nach dem Abendessen ist nun der endgültige Abschied gekommen. Wir umarmen uns alle, aber Fred spielt noch immer beleidigte Nuss und George jetzt anscheinend auch. Ich fange wieder zu weinen an und Mum drückt mich tröstend an sich. Dann zieht mich Mum an der Hand zum Kamin und kurz bevor uns die Flammen verschlucken, drehe ich mich noch mit tränenverschmierten Gesicht um. Fred starrt mich wütend und enttäuscht an, aber dann stehen wir schon in unserer Wohnung und reisen mit Flohpulver, und diesmal mit Gepäck, nach Amerika.

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    Wir haben die Weasleys noch ein paarmal besucht, aber als mich die Zwillinge beim zweiten Treffen noch immer eiskalt ignoriert haben, blieb ich bei den nächsten zuhause. Lucas ist auch zu Hause geblieben, um mich ein bisschen zu trösten. Den Briefkontakt zu den beiden habe ich auch abgebrochen, denn sie schreiben mir einfach nicht zurück. Mit Luna halte ich aber nach wie vor Kontakt und langsam kann ich auch ohne Fred und George Spaß haben. Wir wohnen in einem kleinen Haus an der Küste und dort in der Nähe steht ein alter Leuchtturm, das ist jetzt mein neuer Lieblingsplatz. Außerdem sind alle Kinder in unserer Umgebung total freundlich und es gibt sogar eine Zaubererfamilie mit einem Mädchen in meinem Alter. Sie heißt Zoey Graves (wer hat phantastische Tierwesen geschaut?) und ist ziemlich abenteuerlustig. Das Jahr vergeht und ich vermisse England, Fred und George immer weniger. Ich besuche zurzeit eine Muggelschule mit Zoey und alles macht tierischen Spaß.

    Dann werde ich elf Jahre und in einem Jahr komme ich nach Ilvermorny, der Schule für Hexerei und Zauberei in Amerika. Lucas ist schon dort, er ist drei Jahre älter als ich und im Haus Pukwudgie, das Haus der Heiler.

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    Gestresst laufe ich durch das ganze Haus und suche meinen magischen Radio. Ohne ihn geht gar nichts. Schon lange haben meine Eltern aufgegeben, mich zu überreden die Musik leiser zu drehen, wenn ich wieder mal auf 100% Lautstärke schalte. Ich bekomme auch seit etwa einem Jahr Klavierunterricht und ich singe immer lautstark in der Dusche. Lucas nervt das am meisten, sagt aber auch nichts mehr dazu. Nun habe ich auch herausgefunden, dass ich ein „natürlicher“ Legilimentiker bin. Als ich alles gefunden habe, machen wir uns auf den Weg zu unserer Einstiegstelle, die Schüler von Ilvermorny werden mit einem Schiff zur Schule gebracht. Aufgeregt, quietschend reden Zoey und ich völlig unsinniges Zeug und unsere Eltern schmunzeln über uns. Zoey ist fast genauso Musikverrückt wie ich und so singen wir gerade volle Kanne „My heart will go on“, als wir endlich zum Schiff kommen. Uns ist fast nichts peinlich und die anderen Leute schauen uns schon etwas komisch an. Dann kommt der tränenreiche Abschied und wir steigen in das Schiff ein.

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    Nach einer langen Fahrt kommen wir in Ilvermorny an und staunen nur so, alles ist so groß! Ich bin überhaupt nicht mehr traurig, dass ich nicht nach Hogwarts gehen kann. Ich komme in das Haus Wampus, das Haus der Krieger und Zoey ins Haus Donnervogel, das Haus der Abenteurer. Ich bin nur ganz kurz traurig, dass ich nicht mit Zoey oder Lucas in einem Haus bin, denn schon lerne ich freundliche, neue Leute kennen. Ich entwickle mich schnell zur Jahrgangsbesten, auch wenn ich manchmal etwas schummle, weil ich ja Legilimentik beherrsche und in den Köpfen der anderen schauen kann. Die Bibliothek habe ich fast ausgelesen und mit Zoey lebe ich meine Musik weiter aus. Lesen und Musik, das bin ich. Ich finde auch noch zwei Jungs aus meinem Haus, Marcus Picquery und Tom Barebone, als beste Freunde und so bilden wir mit Zoey eine Clique. Meinen Zauberstab habe ich immer griffbereit in meinem Dutt verstaut und alle meine Freunde wissen von meiner Legilimentik Bescheid und so antworte ich manchmal auf ihre Gedanken. So vergehen die Jahre und durch die Weasleys erfahren meine Eltern, dass Lord Voldemort wiedererstanden ist. Dad ist sofort Feuer und Flamme, dass wir wieder nach England ziehen und den Orden des Phönix unterstützen. War ja klar! Dad ist schon im ersten Orden des Phönix gewesen und noch dazu ein Auror. Mum überlegt etwas länger, aber dann kommt es zum Entschluss, dass wir nach Großbritannien gehen, so viel ich mich auch gewehrt habe. Meine Freunde verstehen mich und versprechen mir, mich jeden Sommer zu besuchen und mit Zoey habe ich sowieso schon lange ausgemacht, dass wir nach der Schule eine Weltreise machen und das hat sie mir nachdem wir uns verabschiedet haben nocheinmals versichert. Mit meinem festen Freund habe ich Schluss gemacht, Fernbeziehungen funktionieren nie.

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    Ein letztes Mal wandere ich noch zu meinem geliebten Leuchtturm. Ich setze mich auf einen Stein und betrachte, wie die Wellen an die Klippen schlagen. Leichte Wassertropfen spritzen mir ins Gesicht und ich genieße die letzten Strahlen des Tages. Dann zerstört Mum diesen wunderbaren Augenblick und ruft: „Joyce, wir müssen los!“ Missmutig gehe ich wieder zurück und wir reisen per Flohpulver in unser neues Haus in der Nähe von London. Mum hat mir versprechen müssen, dass ich NICHT zu den Weasleys müsse, denn ich habe in den letzten Jahren einen ziemlichen Groll gegen Fred und George gehegt.

    „Luna!“, quietsche ich eine Woche später, als unsere ganze Familie die Lovegoods besuchen, und schon liege ich in ihren Armen. Die arme Luna hat mir per Briefe geschrieben, dass sie in Hogwarts keine Freunde hätte, aber das würde sich jetzt ändern! Dieses Jahr ist mein fünftes und Lunas viertes und ein bisschen freue ich mich schon darauf. Wir reden und reden und hören nicht mehr auf, jetzt wird mir erst klar, wie ich sie vermisst habe. „Also heute habe ich einen sehr realistischen Traum gehabt. Die Nargel sind aus den Mistelzweigen geflohen und haben eine Armee aufgestellt, damit sie die Weltherrschaft an sich reißen können. Sie haben sich auch noch mit den Schrumpfhörnigen Schnarchkacklern verbündet und überall sind blaue Seifenblasen herumgeschwebt“, erzählt mir Luna gerade, wie immer verträumt in die Luft starrend. „Ich habe auch einen tollen Traum gehabt…“, meine ich und erzähle, ebenso wie Luna verträumt, von Ohnegleichen in meinen ZAGs. Auch in Ilvermorny macht man die ZAG-Prüfungen in seinem fünften Jahr und wir quatschen noch tief in die Nacht hinein, bis wir wieder nachhause reisen. Mit Flohpulver, versteht sich. Am Abend schreibe ich Zoey, Marcus und Tom einen sicherlich zehnmeterlangen Brief. Ich vermisse sie jetzt schon!

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    Meine Eltern engagieren sich im Orden des Phönix und Lucas macht die Ausbildung zum Heiler im St. Mungo. Bei einem privaten Treffen mit Dumbledore wird mir der sprechende Hut aufgesetzt und der schickt mich nach Ravenclaw. Dann ist es soweit, der erste September. Ich habe schon Schiss, dass ich den Zwillingen über den Weg laufe. Nur Molly, Arthur, Bill und Charlie wissen, dass wir wieder in England sind, da ja alle auch im Orden tätig sind. Ich habe beschlossen mich von den Zwillingen fernzuhalten und nichts mit ihnen rede, mache, etc. Die sollen mich einfach in Ruhe lassen, die haben mich schon genug enttäuscht. Erkennen werden sie mich wahrscheinlich sowieso nicht mehr, ich habe mich verändert. Wenn ich nicht so abgedreht wäre, würden mir die Jungs wahrscheinlich nachlaufen, aber ich bin sogar froh, dass es nicht so ist. Summend hacke ich mich bei Luna unter und spaziere mit ihr durch die Mauer des Zehnergleises, um im nächsten Moment auf Gleis 9 ¾ zu stehen. Mir bleibt kurz der Mund offen, es ist wunderschön! Die rote Dampflock steht friedlich auf den Gleisen und pufft im Minutentackt Rauchwölkchen in die Luft, überall verabschieden sich Eltern von ihren Kindern. Mum und Dad haben sich heute in der Früh von mir verabschiedet, weil sie noch etwas im Orden zu tun haben, demnach bin ich mit Xenophilius, Lunas Vater, und logischerweise dann auch Luna nach Kings Cross. Wir setzen uns gleich in ein leeres Abteil und verstauen unsere Koffer in den Gepäckablagen. Luna habe ich auch meine Situation mit den Zwillingen erklärt und als wir einen Haufen Rotschöpfe, inklusive Hund und ein paar anderen Leuten gesehen haben, sind wir sofort in den Zug verschwunden. Als der Zug losfährt bekommen wir Gesellschaft von Harry Potter und Ginny Weasley. Ginny kann sich glücklicherweise nicht mehr an mich erinnern. Früher sind meine Haare etwas dunkler, fast schon braun gewesen, und ich habe noch nicht so viele Sommersprossen gehabt. Mir ist sofort klar, dass sie Luna etwas merkwürdig finden, genauso wie mich, aber dennoch verstehe ich mich mit Ginny ganz gut. Nach geraumer Zeit kommen eine gewisse Hermine Granger und ein Ron Weasley in unser Abteil. Müssen alle Weasleys in unser Abteil kommen? Doch auch Ron kann sich nicht wirklich an mich erinnern, was wohl daran liegt, dass ich mit Ron nie wirklich geredet habe, sondern nur mit Ginny und den Zwillingen. Mit Hermine fange ich sofort ein Gespräch über die neuesten Bücher an, sie scheint mir schon jetzt sympathisch. Ich erfahre, dass sie die Jahrgangsbeste ist, und dass sie auch ein Bücherwurm ist. Dann müssen Ron und Hermine aber wieder weg um ihren Vertrauensschülerdienst zu erledigen. Als der Zug anhält, hilft Luna Harry mit der Eule von Ron, die einfach nur knuffig ist. Dann setzen wir uns in eine Kutsche und Luna meint, sie könne auch die Wesen, die die Kutsche ziehen, sehen. Harry scheint ziemlich beunruhigt zu sein und weiß nicht ob er Luna glauben soll. Das habe ich durch Legilimentik erfahren und auch die anderen haben ganz interessante Gedanken. Ron und Hermine scheinen beide ineinander verliebt zu sein, aber keiner traut sich etwas zu sagen und Ginny hat ein Auge auf Harry geworfen. Nach einer, eher schweigsamen Kutschenfahrt, gehe ich mit Luna in die große Halle und kann einfach nicht mehr aufhören zu staunen. Wir setzen uns auf den Ravenclawhaustisch und einige sehen mich komisch an und fragen, wer ich bin. Ich erkläre, dass ich Joyce Goldstein wäre und ich jetzt nach Hogwarts in die fünfte Schulstufe gehe. Der Abend vergeht dann doch recht ereignislos, obwohl Hogwarts anscheinend wieder eine neue Lehrerin für Verteidigung gegen die dunklen Künste hat, die keinem so richtig sympathisch scheint. Sie stellt sich als Umbridge vor und hat nur pinke Kleidung an. Ich kann mir Null vorstellen, wie sie vorne am Pult über dunkle Sprüche und ihre Verteidigung spricht. Als ich das Luna erzähle, bekommen wir einen dezenten Kicheranfall (es haut uns fast vom Stuhl), schon diese Vorstellung ist so komisch!

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    -9. September-
    Blitzschnell renne ich in die große Halle und setze mich auf den Ravenclawtisch. Meine Bücher lade ich neben mir auf der Bank ab und ich schaufele etwas Essen auf meinen Teller. In Rekordzeit schlinge ich alles hinunter und stapele meine Bücher wieder auf meine Arme und es geht wieder retour aus der Halle. Kurz nachdem ich einen 40 Metersprint hingelegt habe, knalle ich direkt in jemanden hinein. „Oh verflucht, verdammte Sch*****“, fluche ich als mir alle Bücher aus dem Arm fallen und ich gleich hinterher. Normalerweise fluche ich nicht, aber es ist doch immer befriedigend, wenn man es dann doch macht. „Accio Bücher“, flink habe ich meinen Zauberstab aus meinem Dutt herausgezogen und zaubere mir die Bücher wieder her. Erschrocken bemerke ich, dass ich gerade Fred Weasley umgerannt habe. Fast fallen mir die Bücher noch einmal hinunter und ich starre ich schockiert an. Da hat mir das Schicksal aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung gemacht. Neben ihm lacht sich George einen ab und ich bemerke deprimiert, dass ich sie noch immer auseinanderhalten kann. Nach so vielen Jahren! Fred rappelt sich auch wieder auf und setzt an, etwas zu sagen, aber ich laufe auch schon wieder los und rufe dem Rothaarigen noch ein „Tut mir leid“ zu und schon bin ich um die Ecke verschwunden. Am neunten Schultag zu verschlafen ist ja wirklich wieder mal genial von mir. Luna hat mich auch nicht aufgeweckt! Und ausgerechnet Zaubertränke, ich meine ZAUBERTÄNKE. Bei Snape. In letzter Sekunde schlittere ich in den Klassenraum und bugsiere mich neben Terry Boot. Schon im nächsten Moment kommt Professor Snape herein und ich versuche leise zu schnaufen. Das ist viel zu anstrengend für die zweite Schulwoche gewesen. Nach diesem vielversprechenden Morgen verläuft der Schultag normal.

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    Am nächsten Morgen stehe ich zwanzig Minuten vor acht auf und bin sichtlich zufrieden damit. Ich bürste meine Haare durch, binde sie zum Dutt, ziehe meine Schulrobe an, putze meine Zähne und schon kann es zum Frühstück gehen. Schon als kleines Kind hat mein großer Bruder länger im Bad gebraucht als ich und weil mir Schlaf nun mal sehr viel bedeutet, schlafe ich lieber länger und verbrauche nicht so viel Zeit im Bad. Am Ravenclawtisch angekommen setze ich mich neben Luna und kann in Ruhe frühstücken. Nebenbei tratsche ich mit Luna über ein ziemlich cooles Lied und ich höre ihr gespannt zu, als sie mir etwas von Schlickschlupfe erzählt.

    Noch immer quatschend gehe ich mit Luna in Richtung Verwandlungsräume, doch wie am Vortag begegnen wir den Weasleyzwillingen in Begleitung Lee Jordans. „Ah, Georgie, wen haben wir denn da?“ fragt Fred. „Die kleine stürmische Ravenclaw“, setzt George hinzu. Kurz erlaube ich mir in ihre Gedanken einzutauchen. >Hübsch ist sie ja… Irgendwie kommt sie mir bekannt vor, aber naja... Kann es sein? Nein, niemals, sie sieht ja ganz anders aus< Verdammt, wenn Fred es erfährt! George schöpft anscheinend null Verdacht, danke! Luna rettet mich und sagt: „Ihr solltet lieber aufpassen, in euren Köpfen sind ziemlich viele Schlickschlupfe“. Freundlich lächelnd ziehe ich Luna weiter, weil ich wirklich keine Lust auf ein Gespräch mit meinen ehemaligen besten Freunden habe. „Danke Luna“, sage ich und schon trennen uns unsere Wege und ich stapfe ins Verwandlungszimmer. Diesmal setze ich mich neben Anthony Goldstein, er ist mein Cousin. Wir begrüßen uns kurz und schon beginnt der Unterricht. Verwandlung haben wir immer mit den Gryffindors und heute hält Professor McGonagall einen Vortrag über die anstehenden ZAGs am Jahresende. Ich schweife, wie so oft, mit meinen Gedanken ab und überlege über dies und das. >In Verwandlung bekomme ich, glaube ich ein Ohnegleichen… Oder nein vielleicht ein Erwartungen übertroffen. Klopf auf Holz, ich muss dreimal auf Holz klopfen, sonst bekomme ich wahrscheinlich ein Mies. Wie soll ich unbemerkt auf den Tisch klopfen?< Ganz leise klopfe ich dreimal auf den Sessel und wie erhofft, hat es die McGonagall nicht weiter mitbekommen. Unruhig rutsche ich auf dem Sessel hin und her, warum müssen alle Lehrer einen langweiligen Vortrag über die Prüfungen halten? Ich halte mir die Hand vor den Mund und versuche ein Gähnen als Husten zu kaschieren, denn McGonagall würde das sicher nicht gut finden, wenn ich im Unterricht gähne. Halbwegs klappt es dann, aber die Professorin wirft mir noch einen strengen Blick zu, als wisse sie ganz genau, dass ich gähnen wollte. Weil ich nichts Besseres zu tun habe lese ich ein bisschen die Gedanken meiner Mitschüler. Ich lese ein bisschen hier und dort und ENDLICH beginnt der Unterricht wirklich. Wir wiederholen allerlei Zauber die ich letztes Jahr schon in Ilvermorny gelernt habe

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    Die nächsten Wochen vergehen soweit normal und ich unternehme viel mit Luna. Wir werden auch in den Eberkopf eingeladen und am ersten Hogsmeade-Wochenende machen wir uns auf den Weg dorthin. Es ist ein regnerischer Tag und die Ländereien sind nur so von Schlamm bedeckt. Ich habe einen schwarzen Rock, eine schwarze Strumpfhose, rote Gummistiefel mit weißen Punkten, ein rotes T-Shirt, eine weiße Haube und eine graue Jacke an. Sehr modisch, meiner Meinung nach. In letzter Sekunde entscheide ich mich aber um, und gehe nicht zu dem Treffen. Ich will so wenig wie möglich mit den Zwillingen zu tun haben, und so gebe ich ihnen nur eine Chance mich zu erkennen. Mir ist sichtlich unwohl, als Luna in den Eberkopf geht und ich in den Honigtopf, um Süßigkeiten zu kaufen. Luna erzählt mir nachher alles was ich wissen will und meint auch, sie habe eine gute Ausrede für mich gefunden, weil ich nicht aufgetaucht bin. Ich bin mir fast sicher, dass die Gruppe bald von Umbridge aufgedeckt wird, aber ich sage nichts darüber, denn ich will Luna nicht den Mut nehmen. Bereuen tue ich es fast nicht, denn ich bin auch ohne zusätzliche Übung schon richtig gut in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Natürlich halte ich Umbridge für eine unfähige Lehrerin, aber manchmal trainiere ich heimlich ein paar Zauber in einer leeren Nische. Luna erzählt mir auch vom Raum der Wünsche und seitdem bin ich mal öfter dort und höre ein bisschen Musik oder spiele Klavier. Mit meinen Freunden aus Ilvermorny halte ich noch immer Kontakt, was mich ziemlich freut.

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    Die Weihnachtsferien kommen und gehen und schon steht das nächste Treffen der sogenannten DA an. Leider erwischt Umbridge die Schüler und Dumbledore muss von der Schule flüchten. Das Inquisitionskommando beherrscht mit Umbridge die Schule und alle verlieren schon langsam die Nerven.
    An einem schönen Märztag sitze ich wie so oft am Astronomieturm mit einem Muggelroman. Ich liebe diese Geschichten schon seit ich klein bin, mein großer Bruder hat sie mir damals immer vorgelesen. Natürlich bleibe ich nicht alleine und Gelächter dringt von der Stiege zu mir hinauf und schon erscheinen die Weasleyzwillinge. War ja logisch. „Nanana, ist das Betreten des Astronomieturms nicht nur in Astronomie erlaubt? Oder habe ich die Schulregeln nicht gründlich genug gelesen?“, fragt Fred. Augenverdrehend dränge ich mich die Treppe hinunter in den Ravenclaw-Gemeinschaftsraum.

    Ich spaziere gerade mit Luna durch die Gänge, als sich uns eine Gruppe Slytherins in den Weg stellt. „Na Loony, hast du endlich eine Freundin gefunden, die genauso verrückt ist wie du?“, fängt Malfoy an. Schon ein paarmal musste ich solchen „Attacken“ standhalten. „Klappe Malfoy, oder sonst erfährt die ganze Schule, dass du auf Granger stehst“, zische ich ihm zu. Legilimentik ist manchmal wirklich ein Geschenk. Etwas perplex lässt uns Draco von dannen ziehen und ich kläre Luna auf, was ich noch alles über Malfoy weiß. Eigentlich bin ich keine Erpresserin, aber bei solchen Typen muss man zu härteren Methoden greifen. In den Sommerferien hat der Hur erwähnt, dass ich Tendenzen zu einer guten Slytherin habe, hat sich dann aber doch für Ravenclaw entschieden.

    So geht das Jahr dahin und ich verstehe mich immer besser mit Neville und Ginny, die ich durch Luna kennenlerne. Die Zwillinge legen einen atemberaubenden Auftritt ab und der Sumpf und das Feuerwerk sind doch toll gewesen. Vielleicht habe ich mir das nur eingebildet, aber Freds Blick bleibt kurz bei mir hängen, als sie in die Runde schauen und danach mit ihren Besen in den Sonnenuntergang fliegen.

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    Die ZAGs vergehen mit viel lernen und am Jahresende hat Harry eine Vision von Voldemort, wie er seinen Paten foltert. Hermine, Harry, Ron, Neville, Ginny und Luna machen sich mit Thestralen auf den Weg ins Zaubereiministerium. Ich bekomme vom Ganzen reichlich wenig mit, weil ich gerade im Raum der Wünsche sitze und Musik auf 100% höre. Das ganze Abenteuer hat eine weniger erfreuliche Wendung und Sirius stirbt leider im Ministerium. Nun sieht auch der Zaubereiminister ein, dass er, dessen-Namen-nicht-genannt-werden-darf, zurückgekehrt ist. Luna kann Harry etwas aufheitern und dann beginnen die Ferien.

    In den Ferien besuche ich Zoey, Tom und Marcus für drei Wochen, sie mich für eine Woche. Mit meiner Familie mache ich eine Woche Urlaub in Irland. Dort ist es wunderschön und ich habe viel Neues gelernt. Meine ZAGs habe ich erfolgreich mit folgenden Noten bestanden.

    Zaubertränke: Erwartungen übertroffen
    Verwandlung: Ohnegleichen
    Geschichte der Zauberei: Ohnegleichen
    Zauberkunst: Ohnegleichen
    Verteidigung gegen die dunklen Künste: Ohnegleichen
    Astronomie: Ohnegleichen
    Kräuterkunde: Erwartungen übertroffen
    Pflege magischer Geschöpfe: Ohnegleichen
    Arithmantik: Ohnegleichen

    Nach Hermine, die nur ein Erwartungen übertroffen hat und sonst nur Ohnegleichen, habe ich die besten Ergebnisse. Zwei Wochen vor Schulbeginn mache ich einen Ausflug mit Lucas nach Ottery St. Catchpole. Nach einer langen Diskussion habe ich doch nachgegeben und so spazieren wir gerade über einen Hügel und ich kann den Fuchsbau von weitem sehen. Seufzend drehe ich mich um und schaue auf die andere Seite, es ist wie ich es in Erinnerung habe. Alles grün, bunt und voller Insekten. Ich stelle mich auf einen Stein und schmettere „On the top of the world“ und nach ein paar Minuten stimmt Lucas lachend mit ein.

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    Seine Sicht:
    George, Ginny, Ron, Harry, Hermine und ich gehen gerade über einen Hügel und lachen, wie lange nicht mehr. Die Lage hat sich zugespitzt, aber dennoch läuft Georges und mein Laden perfekt. Plötzlich hören wir laute Stimmen singen und sehen das Ravenclawmädchen aus Hogwarts und einen Jungen. Ginnys Grinsen wird immer breiter und auch wir anderen können uns bei diesem Anblick nicht mehr zusammenreißen. Ginny hat uns in den Ferien von ihr erzählt, Jojo heißt sie, glaube ich. Einfallsreicher Spitzname. Dort oben steht sie auf einen Stein und schmettert gerade eine Muggelnummer mit dem Jungen. Wir sind fast bei ihnen angekommen, als sie uns endlich bemerken. Das Mädchen fällt vom Stein und der Junge muss sie auffangen. So wie die aussehen, sind sie Geschwister, beide haben blonde Haare. Das Mädchen sieht mich geschockt an, wieso auch immer. In Hogwarts habe ich schon gemerkt, dass sie mich und George irgendwie nicht leiden kann. Warum auch immer.

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    Deine Sicht:

    Nach einer Weile habe ich mich wieder gefangen und meine Wangen werden leicht rot. Peinlich grinsend begrüße ich Ginny und fange mit ihr ein Gespräch an, Lucas meint, er gehe noch zu den Lovegoods und schon ist er weg. Na toll! Also rede ich noch mit Ginny und versuche betont nicht in die Richtung der Zwillinge zu schauen. Mit Hermine tausche ich noch meine ZAG-Ergebnisse aus und dann meine ich, ich müsse noch etwas in Ottery St. Catchpole besorgen. Mit einer letzten Umarmung wandere ich den Hügel in die kleine Stadt hinunter und treffe mich mit Lucas, der dreißig Minuten später gekommen ist. Als ich Lucas gefunden habe, reisen wir mit Flohpulver dann nach Hause.

    Am 25. August reise ich mit meiner Mum mit Flohpulver in die Winkelgasse. Alles ist ausgestorben und total trostlos. So schnell wie möglich versuchen wir alles einzukaufen, was ich für das nächste Schuljahr brauche. Plötzlich sticht mir ein vollkommen bunter Laden ins Auge, der Laden der Zwillinge. Skeptisch zerre ich Mum hinter mir her in den steckvollen Laden hinein. Interessiert sehe ich mich um und betrachte jeden Artikel haargenau, die Zwillinge haben echt etwas geleistet. „Wenn das nicht unsere singende Ravenclaw ist“, meint eine Stimme hinter mir. Gequält lächelnd drehe ich mich um und blicke in das Gesicht eines Zwillings. Das ist wirklich eine tolle Idee gewesen! Von wegen, so wenig Kontakt wie möglich mit den Zwillingen. Mit Legilimentik kann ich herausfinden, dass es natürlich Fred ist, aber bevor ich noch Sachen erfahre, die ich wirklich nicht erfahren will, höre ich sofort auf. Ich will lieber nicht wissen, was es mit diesem Blick auf sich hat. „Hi Fred, wie ich sehe, läuft der Laden hervorragend“, gebe ich freundlich zurück. „Woher willst du wissen, dass ich nicht George bin?“, fragt er grinsend. „Deine Aura hat dich verraten“, meine ich, danach schaut er etwas bedröppelt drein und nachdem wir uns noch kurz unterhalten haben suche ich Mum im Laden. Danach reisen wir wieder mit Flohpulver nach Hause und verstauen unseren Einkauf.

    17
    Seine Sicht:

    Woher wusste sie, dass ich nicht George bin? Ich kann ein leises Lachen nicht unterdrücken, die Aura, ganz bestimmt. Sie ist fast genauso abgedreht wie Luna Lovegood, auf eine gute Art und Weise. Dass sie uns manchmal gar nicht beachtet hat, war schon etwas gemein von ihr, aber mit Schulabbrechern will sie sicher nichts zu tun haben. Nach Ladenschluss erzähle ich Fred noch von meinem interessanten Gespräch mit Jo. „Sie hat echt gewusst, dass du George bist? Durch deine Aura? Sie könnte Trelawney Konkurrenz machen“, lacht George und ich stimme mit ein. „Sie sollte einen Orden bekommen. Der erste Mensch, der uns auseinanderhalten kann“, meine ich grinsend. Wir lachen noch viel und dann gehen wir schlafen. Auch wenn ich es mir nicht eingestehen will, ist dieses Mysteriöse schon anziehend.

    In den Ferien besuchen uns Mum, Hagrid, Harry, Hermine, Ron und Ginny im Laden und George und ich führen sie herum. Ginny erzähle ich auch von meinem Treffen mit Jojo, weil ich weiß, dass sie befreundet sind. Zuerst muss sie natürlich laut lachen, weil „die Aura“ so eine typische Luna Aussage wäre. „Ja, sie hat, glaube ich, ein ziemlich gutes Gefühl für Menschen. Manchmal glaube ich, dass sie Gedankenlesen kann“, meint Ginny als sie sich wieder beruhigt hat. Hermine gibt zu bedenken, ob sie vielleicht Legilimentik beherrscht, aber nach einer kurzen Diskussion verwirft sie die Überlegung wieder.

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    Deine Sicht

    Die Ferien gehen ihrem Ende zu und das neue Schuljahr beginnt. Ich habe ein paar Auseinandersetzungen mit meinen Eltern was die Lautstärke der Musik angeht, aber sonst ist nichts Erwähnenswertes passiert. In Hogwarts gelten strengste Sicherheitsmaßnahmen und Dumbledore warnt alle Schüler. Ich versuche weniger Legilimentik einzusetzen als die letzten Jahre, denn ich will nicht an Informationen gelangen, die ich nicht wissen will. Stattdessen verwende ich Okklumentik um die Geheimnisse, die ich schon weiß, niemanden wissen zu lassen. Dennoch kann ich nicht verhindern, dass ich über die Aufgabe von Draco Malfoy, Dumbledore zu töten, erfahre. Lange überlege ich hin und her ob ich zu Dumbledore gehen soll, aber meinen Freunden erzähle ich nichts, nicht einmal Luna. Letztendlich gehe ich zu ihm und erzähle ihn von meiner Gabe, aber weil Dumbledore so ähnlich wie allwissend ist, weiß er natürlich von ihr. Er verbietet mir die Aufgabe von Malfoy irgendjemanden zu erzählen und meint, er habe es schon von jemanden erfahren. Von der Legilimentik soll ich wiederum keinen erzählen, den ich nicht vollends vertrauen kann, denn die Information kann an falsche Leute gelangen.

    In diesem Jahr gibt es fast noch mehr Probleme als letztes Jahr. Ginny sitzt in der Klemme, weil Harry endlich Interesse an ihr zeigt, sie aber mit Dean zusammen ist. Als sie sich endlich von Dean trennt, braucht Harry auch noch eine Ewigkeit, bis er mit ihr zusammenkommt. Eigentlich will ich mir es nicht eingestehen, aber ich vermisse ein bisschen die Scherze der Zwillinge.

    Zum Schulende brechen Todesser ins Schloss ein und nur Luna, Neville und ich kämpfen an der Seite von Hermine, Ron und Ginny. Harry ist derweilen mit Dumbledore weg, um Horkruxe zu jagen. Ich wollte es wirklich nicht erfahren, aber Harry ist einfach erbärmlich schlecht in Okklumentik ;). Dumbledores Tod trifft uns alle, am schlimmsten jedoch Harry.

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    Dann beginnen die Ferien und die Lage spitzt sich immer mehr zu. Du-weißt-schon-wer hat das Ministerium unter Kontrolle und Harry ist die unerwünschte Nr. 1. Meiner Meinung nach hat du-weißt-schon-wer längst gewonnen. Vielleicht ist es auch Schicksal, dass Voldemort siegen muss. Ich halte nur noch durch Briefe Kontakt mit Ginny und Luna. Zoey, Tom und Marcus geht es in Amerika Dank Merlin gut, aber sie machen sich richtig Sorgen um mich. Meine ganze Familie ist reinblütig, aber im Orden des Phönix, also droht uns Gefahr. Harry wird mit Hilfe meiner Eltern und den restlichen Orden sicher in den Fuchsbau gebracht, leider stirbt Alastor Moody dabei. Dad erzählt, dass Fred und George jetzt auch im Orden seien, genauso wie Lucas. George habe anscheinend ein Ohr verloren und ich mache mir doch Sorgen um die beiden.

    Dann beginnt das siebte Schuljahr, mit Snape als Schulleiter und den Carrows als Lehrern. Die Carrows sind auch für die Bestrafungen zuständig und in Hogwarts geht es einfach nur grausam zu. Fred, George und Lee Jordan betreiben einen Untergrundsender namens PotterWatch, den wir im Raum der Wünsche heimlich hören. Neville, Ginny, Luna und ich stellen gemeinsam die DA wieder auf die Beine. Dieses Mal lasse ich mir es nicht nehmen, sich der Rebellion anzuschließen und ich gebe den anderen ein bisschen Unterricht in Verteidigung.

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    Seine Sicht:

    „Die Goldsteins verstecken sich jetzt auch durch den Fideliuszauber in ihrem Haus“, sagt Dad gerade. Die Gabel fällt mir augenblicklich aus der Hand und ich starre Dad geschockt an. Die Goldsteins? So wie Joyce Goldstein? Sie sind in Großbritannien? George ergeht es nicht anders und starrt Dad fast genauso geschockt wie ich an. Etwas schuldbewusst erklärt er uns dann, dass die Goldsteins schon seit zwei Jahren wieder in England seien. Völlig verblüfft gehe ich mit George in mein Zimmer und muss die Nachricht erst mal verdauen. Ich bin so dumm! Jojo, wie Joyce. Sie kam mir doch eh so bekannt vor! Kurz schiebt sich der Gedanke nach vorne, dass sie viel hübscher geworden ist, aber ich verdränge ihn schnell wieder. Meine ehemalige beste Freundin ist schon das dritte Jahr in Hogwarts und ich bemerke nichts! Als ich zehn gewesen bin, bin ich auch in sie verliebt gewesen und bis ich in die erste Klasse gekommen bin, ist sie mir nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Jetzt weiß ich auch, warum die angebliche Jo uns nicht mag. Wir haben sie unheimlich verletzt, als wir den Kontakt abgebrochen haben. Sie hat mich aber, glaube ich, viel schlimmer verletzt, als sie nach Amerika ausgewandert ist. Alles ergibt Sinn! George fängt sich langsam wieder und wir beginnen ein Gespräch, wie Joyce denn jetzt nach all den Jahren ist, ob sie sich viel verändert hat oder nicht. Ginny hat zwar von ihr erzählt, aber an viel kann ich mich nicht mehr erinnern.

    21
    Deine Sicht:

    Ganz aufgeregt schlage ich Ginny, Neville und Luna von meiner Idee Muggel-Graffiti zu versprühen vor. Alle sind begeistert und so machen wir Pläne mit den anderen DA-Mitgliedern wie wir es am besten anstellen sollen. Neville ist schon einmal von den Carrows gefoltert worden und ist jetzt sozusagen überwacht. Er ist total schwach gewesen und ist herumgehumpelt, dennoch hat er den Kopf immer stolz nach oben gereckt gehabt, worüber ich ihn bewundere. Ich habe ein paar Stärkungs- und Heilungstränke für Neville und andere, die gefoltert worden waren, gebraut. Meistens hilft mir Luna dabei und das Band zwischen der DA wird immer stärker.
    Dann kommt Weihnachten und ich fahre, froh darüber, nach Hause. Nach Weihnachten kommt Luna jedoch nicht mehr in die Schule zurück. Sie ist von Todessern verschleppt worden, weil ihr Vater im Klitterer etwas zu viel preisgegeben hat. Ich bin am Boden zerstört und werde immer wagemutiger und leichtsinniger. Wenn Luna in Askaban ist! Ich will nicht daran denken, denn in Askaban liegt die Überlebenschance bei 30%. Sie DARF nicht in Askaban sein, aber es ist einfach viel zu wahrscheinlich. Die sollen noch erfahren, was ihnen das bringt! Ich muss eigentlich bald einen Hörschaden bekommen, denn ich höre extrem laute Musik um mich abzureagieren, noch lauter als sonst. Legilimentik setze ich bei den Carrows gar nicht mehr ein, die denken nur krankes Zeug. Bis jetzt habe ich noch nie nachsitzen gehabt, aber das würde sich bald ändern.

    Am sechsten März stehe ich wie immer auf und gehe in die große Halle. Ich werde schon langsam depressiv und breche immer wieder in Tränen aus, weil ich mir unsägliche Sorgen um Luna und meine Familie mache. Am Nachmittag gehe ich alleine in den Kerkern umher und sehe eine Zweitklässlerin die mit Ketten an die Wand gehängt ist. Rauchend vor Wut stapfe ich direkt auf sie zu und will die Ketten von ihr lösen, ohne Plan ohne nichts, aber ein Slytherin bekommt von meiner Rettungsaktion mit. Ich soll das Nachsitzen am Abend besuchen. Dieses Jahr sitze ich ziemlich oft im Gryffindor-Gemeinschaftsraum, wie auch jetzt. Neville und Ginny reden mir gut zu, aber ich bin am Ende meiner Nerven. Als es kurz vor meinem Nachsitzen ist, schleppe ich mich zum Büro der Carrows. Sie empfangen mich schon sichtlich erfreut, ich kann ihnen aber nicht mal einen tödlichen Blick zuwerfen, so fertig bin ich. Amycus Carrow verlässt den Raum und seine Schwester bugsiert mich mitten in den Raum. Ich kneife die Augen und Zähne zusammen und hoffe sie würde sofort anfangen mich zu foltern. „Crucio“, höre ich die hämische Stimme von Alecto. Ich schreie und schreie, ich kann einfach nicht mehr aufhören. Es spürt sich an, als würde ein heißes Messer nach dem anderen in meinem Körper eindringen, als stünde mein Körper unter Flammen. Der Schmerz kommt in bestimmten Wellen und endlich erlöst mich die Todesserin und ich kann hinausgehen. Draußen erwartet mich Ginny und sie hilft mir in meinen Gemeinschaftsraum. Ginny flößt mir allerlei Tränke ein, aber die Schmerzen bleiben. Mit Tränen in den Augen verabschiede ich mich von Ginny und lege mich sofort ins Bett. Ich höre Ginny noch aus dem Gemeinschaftsraum gehen und dann vernebelt mir der Schmerz die Sicht. Schlafen kann ich nicht, wie auch?

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    So vergehen die Monate und Neville flüchtet in den Raum der Wünsche. Nach und nach schließen sich Neville immer mehr an, aber ich will nicht in den Raum. Wenn ich will, kann ich stur sein, und ich will den Carrows nicht nachgeben und so besuche ich den Unterricht trotzdem. In letzter Zeit denke ich immer mehr an Fred und ob ich mich nicht mit ihm versöhnen hätte sollen. Jeder von uns ist in Gefahr und es kann jeden Moment zu Ende sein. Mit Ginny besuche ich also weiter den schrecklichen Unterricht und langsam glaube ich, Dementoren würden in der Schule umherschwirren. Nach Ostern kommt Ginny nicht zurück und Harry, Ron und Hermine haben in Gringotts eingebrochen.

    Dann kommt der Tag, der Tag der Schlacht. Plötzlich höre ich einen lauten Knall und ich schrecke aus meinem Himmelbett hoch. „Was ist hier los?“ „Was ist passiert?“ Mit meinen Zimmerkolleginnen stolpere ich die Treppe in den Gemeinschafsraum hinunter. Anscheinend haben nicht nur wir diese Idee gehabt und ziemlich ganz Ravenclaw versammelt sich dort. Unten im Gemeinschaftsraum liegt Amycus Carrow, wahrscheinlich geschockt. „Ist er tot?“, fragt ein Erstklässler aufgeregt. In den Reihen der Erst- und Zweitklässler ist so etwas wie Jubel zu hören, ich runzele nur meine Stirn und betrachte den Lehrer nachdenklich. Ein wagemutiger Erstklässler stupst mit seinem Zeh Amycus in den Hintern und dann schrecken wir etwas zurück, als wir lautes Poltern an der Gemeinschaftsraumtür vernehmen. Die Stimme des Adlers erklingt und stellt die Frage: „Wo gehen verschwundene Dinge hin?“ „Was weiß ich“, brüllt Alecto Carrow. Dann kommt Professor McGonagall hinzu und es gibt eine kurze Diskussion mit Alecto, wobei Professor McGonagall die Frage des Türklopfers beantwort und sie einlässt. Alecto hat behauptet, dass Harry Potter im Ravenclaw-Gemeinschaftsraum sei und Amycus den dunklen Lord gerufen habe. Tatsächlich ist Harry wirklich mit LUNA im Gemeinschaftsraum und die Carrows werden gefesselt. Kreischend falle ich Luna in die Arme und heule auf Knopfdruck los. Luna schafft es irgendwie mich in den Raum der Wünsche zu bringen, wo schon der ganze Orden, die DA und Widerstandskämpfer warten. Nun falle ich auch noch Ginny, Mum, Dad und Lucas um den Hals, die auch gekommen sind. Luna klopft mir halbherzig auf den Rücken und murmelt mir verträumt beruhigende Worte zu. Hermine und Ron seien in ein Bad gegangen, meint Ginny. Diese Aussage verwirrt mich doch etwas, aber ich denke nicht lange darüber nach. Ich spüre die Blicke von Fred und George in meinem Rücken wie ein Muggelbügeleisen, ignoriere sie aber. Dann beginnt die Schlacht. Überall sind Todesser, Schreie, Schmerz. Mir kommt es so vor als ginge es nur um das blanke Überleben. Die Überlebenschancen sind niedrig, sehr niedrig. Dennoch kämpfen alle tapfer weiter. Meine Familie und alle, die ich liebe, habe ich schon längst aus den Augen verloren und ich duelliere mich gerade mit Rookwood. Etwas panisch weiche ich zur Wand zurück und dann scheint Rookwood die Kontrolle eines Zaubers zu verlieren und ich versuche ihn irgendwie zu stoppen. „Finite incantatem, expelliarmus…“ zaubere ich und dann gelingt es mir sogar ihn zu schocken und den Zauber, der den Gang umstürzen lassen soll, zu stoppen. Stolz erledige ich, so gut es geht, einen Todesser nach dem anderen. Die Legilimentik hilft mir dabei sehr, denn ich kann die nächsten Schritte meiner Gegner voraussehen.

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    Du-weißt-schon-wer gönnt uns, gnädig wie er ist, eine Pause und fordert Harry auf, sich auszuliefern. Erschöpft schleppe ich mich in die große Halle, aber vor der Tür halte ich an. Ich will nicht hinein, ich habe Angst was mich erwartet. Eine halbe Ewigkeit stehe ich da und dann schaffe ich es doch in die Halle zu gehen. Überall liegen Tote und Verletzte. Ich erblicke meinen Bruder und meine Eltern, Tränen laufen mir schon lange wie ein Wasserfall über die Wangen. Erleichtert schmeiße ich mich in die Arme von jedem, auch sie weinen. Wie in Trance gehe ich zu Luna und nehme sie erschöpft in den Arm, genauso wie Ginny. Dann stelle ich fest, dass alle Weasleys es bis jetzt geschafft haben. „Ich muss jetzt stark bleiben“, rufe ich mir immer wieder ins Gedächtnis. Alles vergeht wie in Zeitlupe und dann verkündet du-weißt-schon-wer den Tod von Harry, unserer einzigen Hoffnung, den Auserwählten. Doch Harry ist nicht tot und der Kampf beginnt von Neuem, aber diesmal haben wir Hilfe von den Zentauren, den Thestralen und den Hauselfen.

    Du-weißt-schon-wer ist tot. Wir haben gewonnen, aber zu welchem Preis.

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    Mit meiner Familie reise ich nach Hause und falle erstmal völlig fertig und traurig ins Bett. Es ist doch gut ausgegangen. Weinend schlafe ich schließlich ein und habe eine unruhige Nacht, alle paar Stunden wache ich wieder auf. Am nächsten Morgen sehen alle zwar nicht mehr ganz so gerädert wie gestern aus, aber die Trauer liegt tief in der Luft, als wolle sie uns erdrücken. Nach dem Frühstück ist das zweite was ich mache, dass ich einen Brief an meine Ilvermorny-Freunde schreibe. Jeder der Briefe ist ziemlich ähnlich, dennoch anders.

    Liebe Zoey!
    Wahrscheinlich hast du es schon gehört, aber wir haben gewonnen. Voldemort ist tot. Du weißt nicht wie erleichtert ich bin, aber dennoch macht mir alles schwer zu schaffen. Es sind so viele gestorben. Meiner Familie geht es den Umständen gut, das Schicksal hat es gut mit uns gemeint. Es war so schrecklich. Überall waren Schreie und Tote. Es war so viel schlimmer als der Crucziatosfluch…

    Und so schildere ich Zoey und den anderen die Einzelheiten der Schlacht und dass die Zwillinge wissen, wer ich bin. Mum hat es mir erzählt, als wir versucht haben, ein normales Gespräch zu führen, was nicht geklappt hat.

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    -eine Woche später-
    Eine Eule pickt an mein Fenster und stöhnend richte ich mich auf. Es ist viel zu früh! Ich nehme ein Kissen und schleudere es auf das Fenster, unbeeindruckt pickt die Eule weiter. Na toll! Seufzend schleppe ich mich zum Fenster, mache es auf und nehme der Schleiereule den Brief ab. Zoey, Tom und Marcus habe ich diese Woche schon besucht, aber mit den Weasleys habe ich nach wie vor keinen Kontakt. Alle müssen das Erlebte verkraften und in Ruhe trauern. Etwas verdutzt stelle ich fest, dass der Brief vom Zaubereiministerium kommt. Die magische Welt wird neu aufgebaut und geflohene Todesser werden gejagt. Langsam kratze ich das Wachssiegel herunter und mache den Brief auf. Darin steht, dass alle Widerstandskämpfer im Ministerium anfangen können. Schon länger habe ich überlegt, ob ich nicht Aurorin werden soll. Ein ehrliches Lächeln erscheint auf meinem Gesicht und meine Muskeln spüren sich komisch verspannt an. Wie lange ich wohl nicht mehr gelacht habe? Schnell schreibe ich eine Antwort, in der ich schreibe, ich würde sehr gerne im Ministerium anfangen, aber zuerst wolle ich meine UTZ-Prüfungen ablegen und ein Jahr um die Welt reisen um Erfahrungen zu sammeln. Das Ministerium versteht das natürlich, verspricht mir aber danach eine Stelle als Aurorin! Natürlich muss ich zuerst zu einer ausgebildet werden, bevor ich richtig arbeiten kann. Nach weiteren zwei Wochen, sind alle Kämpfenden zu einer Feier in Hogwarts eingeladen. Luna besucht mich und gemeinsam richten wir uns für die Feier her. Mein Kleid ist in einem hellen grün, das gut zu meinen dunkelgrünen Augen passt. Es geht bis zu den Knien und schwingt wirklich schön, wenn ich mich drehe. An der Taille hat es eine schwarze Schleife und dazu trage ich passende schwarze High Heels, die nicht zu hoch sind. Ich gehe nach dem Prinzip „Je höher die Absätze, desto kürzer die Hauptsätze“, ein tolles deutsches Lied, das ich übersetzt habe. (Ich weiß, dass es diese Lieder um diese Zeit noch nicht gegeben hat, aber naja…:) Luna sieht auch total hübsch aus und gemeinsam mit meinen Eltern und meinen Bruder apparieren wir nach Hogsmeade. Dann gehen wir zum Schloss hinauf und ich stelle überrascht fest, dass es schon zehnmal besser als nach der Schlacht aussieht. In dieser kurzen Zeit haben sie schon wirklich viel geschafft. Aus der großen Halle höre ich schon Musik und ein Grinsen huscht über mein Gesicht. Lucas verdreht die Augen in meine Richtung, sagt aber nichts weiter. Sofort gesellen sich meine Eltern zu den Weasleys und Lucas beginnt ein Gespräch mit Charlie. Mit Luna im Schlepptau gehe ich zu Ginny, die bei Harry untergehackt ist, und Ron und Hermine, die sich verliebt anschauen. „Habt ihr es endlich geschafft, was?“, frage ich grinsend. „Woher weißt du das, du kennst uns gar nicht so gut?“, fragt Ron geschockt. „Im Gegensatz zu dir, sehen manche Leute schon, wenn jemand auf jemanden anderen steht, Ron“, antwortet Ginny. „Du beherrscht Legilimentik, oder nicht?“, fragt Hermine dann. Woher weiß sie das denn schon wieder? Kurz kommt mir der Gedanke, ob sie nicht auch Gedankenlesen kann, aber naja, sie ist halt Hermine. Ich gebe zum Erstaunen der anderen zu, dass ich das schon immer konnte und erkläre ihnen dann auch noch andere Dinge. Währenddessen starrt mich Fred ununterbrochen an, was doch etwas störend ist. „Fred kannst du bitte jemand anderen anstarren?“, frage ich genervt. Er übergeht das und fragt grinsend und übertrieben: „Schenkst du mir diesen Tanz?“ Kurz kneife ich die Augen zusammen und schaue zu Ginny, die mir aufmunternd zunickt. Ich seufze kurz, stimme dann aber zu. Hermine und Ron sind schon auf die Tanzfläche verschwunden und nun folgen Fred und ich. Nervös lege ich meine Hand in seine und wir fangen an zu tanzen. Ich muss zugeben, er kann echt gut tanzen, außerdem sieht er schon richtig gut in diesem Anzug aus. Denke an etwas anderes! Ich will nach dem Lied wieder zu den anderen gehen, aber Fred zieht mich zurück und wirbelt mich im Kreis. Es fühlt sich schon gut an. Ich gebe nach und wir tanzen noch ziemlich lange miteinander, wobei wir aber nichts reden. Als es dann spät wird gehen wir hinaus in die frische Luft und unterhalten uns. Plötzlich stolpere ich über einen Stein und Fred fängt mich auf, kurz versinke ich in seinen braunen, sanften Augen, reiße mich dann aber zusammen und stehe wieder auf. Nach diesem Moment scheint die erdrückende Atmosphäre zwischen uns gebrochen zu sein und wir albern noch lange herum. Es tut gut, ganz normal mit ihm zu reden. Der Abend vergeht schnell und dann reisen wir alle wieder nach Hause.

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    -fünf Wochen später-
    „Mum, wo ist mein Mantel?“ rufe ich durch das ganze Haus. „In der Waschmaschine, aber bitte vergiss deine ganzen Schals nicht!“ ruft Mum zurück. Heute Nachmittag beginnt meine Weltreise mit Zoey und meine Nerven sind schon leicht strapaziert. Von Fred habe ich nichts mehr gehört, aber darüber bin ich halbwegs froh, er verwirrt mich. Trotzdem vermisse ich seine Berührungen, wie beim Tanzen. Was ist nur los mit mir? Als ich es Zoey erzählt habe, hat sie mich nur angegrinst und gemeint, sie könne sich nicht vorstellen, dass ich wirklich eine Ravenclaw sei. Das sagt sie so einfach, ich habe fast nur Ohnegleichen in meinen UTZs, die ich schon nachgeholt habe. Endlich habe ich alles zusammen und gebe alle Koffer in meine kleine, magisch vergrößerte Tasche. Zoey grinst mich mit Kopfhörer auf den Kopf an und wir apparieren nach Island.

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    -9 Monate später-
    Kreischend falle ich Lucas in die Arme, danach Mum und Dad. Unsere Weltreise war einfach nur unglaublich! Wir haben so viel erlebt und gelernt. Marcus, Tom, Ginny, Neville, Luna und meiner Familie habe ich regelmäßig Updates in Form von Briefen geschickt. Morgen fängt meine Ausbildung zur Aurorin an und ich bin jetzt schon nervös.

    Am nächsten Tag stehe ich eine Stunde vor Arbeitsbeginn auf, was ein halbes Wunder ist. Als ich dann ins Ministerium appariere, sind meine Zweifel verschwunden. Ich kann das, ich bin gut. Der erste Tag ist super gelaufen, alle meine Arbeitskollegen sind nett und die Arbeit ist toll. Die Aufnahmeprüfung ist sehr schwer gewesen, habe sie aber geschafft. Ich werde von Dawlish zum Auror ausgebildet, der zwar ein bisschen konfus ist, aber ein genialer Auror. Am Abend treffe ich mich dann noch mit Hermine, Luna und Ginny in einem Cafe. Dort tauschen wir die Neuigkeiten aus und Ginny quetscht mich wegen Fred aus. Manchmal kann sie echt nervig werden. Hermine sieht mich nur mit einem wissenden Blick an, sogar Luna lächelt mich verschmitzt an. Was die alle nur haben! Der Abend verläuft sonst recht gut und glücklich falle ich zu Hause in mein Bett.

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    Am Wochenende steht plötzlich Fred vor der Tür und fragt mich nach einem Treffen. Zögerlich lächelnd stimme ich zu und er nimmt meine Hand und appariert. Was? Jetzt? Ich dachte irgendwann mal… „Ähh… Ich dachte eigentlich irgendwann mal“, meine ich perplex. „Sonst läufst du mir wieder davon“, meint Fred grinsend. Der Tag wird einer der schönsten und am Ende bringt mich Fred noch nach Hause, weil er darauf bestanden hat. „War echt schön heute“, sage ich. Fred grinst mich unverschämt an und kommt immer näher. „Weil du ja Legilimentik beherrschst solltest du ja wissen was jetzt kommt“, sagt Fred, immer noch mit einem fetten Grinsen im Gesicht. „Also durchgehend les-…“, abrupt werde ich abgebrochen indem Fred seine Lippen auf meine legt. Ein Blitz durchzuckt mich und in meinem Magen macht sich ein elektrisches Gefühl breit. Ich lächele in den Kuss hinein und vergrabe meine Hand in seinen Haaren. Sie sind so weich. Fred zieht mich noch näher und die Raupen tanzen in meinem Bauch Walzer. Knutschend stehen wir noch eine Weile herum und dann löst sich Fred wiederwillig von mir. Kurz gibt er mir noch einen Kuss auf die Wange und appariert. Gedankenverloren greife ich auf meine Lippen, und ich grinse ununterbrochen. Verträumt lächelnd starre ich noch eine Weile auf die Stelle, wo er verschwunden ist und hüpfe dann förmlich in die Wohnung. Im nächsten Moment fange ich an: „I will always love you“ von Whitney Houston zu singen. Seitdem sind wir ein Paar.

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    -drei Jahre später-
    Nachdem sich alle meine Freunde auf die Stirn geschlagen haben und „Endlich!“ gerufen haben, als ich es ihnen erzählt habe, konnte nichts mehr unser Glück stören. Heute ist unser dreijähriges und ich bin mit Fred verabredet. Nach fünf Monaten bin ich dann auch endlich zu Fred in die Wohnung über den Laden gezogen. Strahlend hacke ich mich bei Fred unter und wir spazieren in Richtung Weide, unserer Weide. Wir gehen die Wiese entlang und die Grillen zirpen, es ist eine wunderschöne Sommernacht. Als wir bei unserem Lieblingsbaum ankommen, wartet eine Picknickdecke, ein Korb und ein Radio auf uns. Aus dem Radio erklingt leise „You belong with me“ und wir setzen uns auf die Decke. Nach dem Picknick steht Fred auf und dreht umständlich am Radio herum. Fragend sehe ich ihn an, aber dann schießt mir ein Gedanke durch den Kopf. Was wenn-? Bevor ich zu Ende denken kann ertönt die Anfangsmusik von einem Lied und Fred singt, grinsend wie immer, das Lied „Marry you“. Er sieht mich ununterbrochen an und die Tränen kann ich einfach nicht zurückhalten und sie laufen mir über die Wange. Gerührt sehe ich zu wie er langsam auf die Knie geht als er zum Refrain kommt. „I think I wanna marry you. Willst du mich heiraten Joyce Goldstein?“, fragt er. Ich versuche mich zusammenzureißen und singe leise: „Yeah, yeah, yeah“, auch ein Auszug des Liedes. Nachdem er mir den Ring angsteckt hat, der wirklich perfekt ist, fallen wir uns in die Arme und versinken in einem langen, innigen Kuss.
    Alles war gut.

    -Ein bisschen komisch sein, kann niemanden schaden- Joyce Goldstein

    30
    Verbesserungsvorschläge sind erwünscht, aber bitte bleibt sachlich ;)

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    Eigentlich sollte diese Geschichte eine Quizauswertung werden, aber ich habe zu wenig Motivation gehabt, die anderen fertig zuschreiben. Kennt das jemand? Man hat Ideen, die Charaktere, die Handlung, fängt an zu schreiben und bricht dann mitten in der Geschichte aber ab?

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    Tja... Wenn man sich auf Testedich nicht auskennt und nicht weiß, wie man Kapitel löscht...

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