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Eliza Malfoy - Eine Geschichte aus Hogwarts (6)

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    Unauffällige Gespräche

    Um kurz vor elf stiegen Astoria und ich die Treppen des Astronomieturms hinauf. Wir gehörten zu den Letzten. Ginny kam mir entgegen. Ich bedeutete Astoria zu warten und lief auf sie zu.
    "Hi Liza. Schade, dass wir nicht im gleichen Haus gelandet sind. Aber wenn du nicht nach Slytherin gekommen wärst, hättest du sicher Ärger mit deiner Familie bekommen."
    "Hallo Ginny. Ja, es hat mich einiges an Überredungskunst gekostet. Der Sprechende Hut wollte mich eigentlich zu einer Hufflepuff oder Gryffindor machen. Aber dann hätte ich wirklich Ärger Zuhause bekommen."
    Ginny verzog mitleidig das Gesicht. "Vielleicht wäre es besser, wenn wir vorerst nur heimlich befreundet sind."
    Ich seufzte. "Ja. Wahrscheinlich hast du Recht."
    Wir lächelten uns noch einmal an, dann lief ich zurück zu Astoria und den Slytherin-Jungs. Gegenüber, auf der anderen Seite des Turmes, standen die Gryffindors.
    "Warum hast du mit ihr gesprochen?", flüsterte Astoria.
    "Wir haben uns nur kurz darüber unterhalten, was damals bei Flourish&Blotts passiert ist.", wisperte ich zurück und hoffte, dass sie nicht merkte, dass ich log. "Ich sollte mich im Namen meines Vaters... entschuldigen. Ist nicht so wichtig." Astoria nickte. "Dann ist ja gut. Weißt du, mein Vater sagt, die Weasleys werden ihrem reinen Blut nicht gerecht."
    "Miss Greengrass? Sie können mir doch sicherlich sagen, welches Sternbild wir hier sehen?" Professor Sinistra hatte mit ihrem Zauberstab ein paar Sterne vor uns in die Luft gezeichnet. Zu meiner Überraschung zögerte die überrumpelte Astoria keine Sekunde. "Der Delfin. Eines der bekanntesten Sternbilder des Sommers."
    Professor Sinistra nickte anerkennend. "Sehr gut, Miss Greengrass. Dennoch bitte ich Sie und Miss Malfoy, dem Unterricht ab jetzt schweigend zu folgen." Wir nickten einhellig, von den Gryffindors ertönte leises Gelächter.
    Im Laufe der Doppelstunde warfen Ginny und ich uns noch einige unauffällige Blicke zu, die außer uns beiden niemand bemerkte.

    Am Ende der Woche waren Astoria und ich völlig erschöpft. Die vielen Hausaufgaben machten sich allmählich bemerkbar. Natürlich bemühte ich mich, dem Unterricht möglichst gut zu folgen. Ginny sah ich nicht nur in praktischer Astronomie, sondern auch in Verteidigung gegen die Dunklen Künste und Zaubertränke. Wir hofften, dass niemand unsere Freundschaft bemerkte. Als am Samstagmorgen die Posteulen eintrafen, steuerte eine ganze Gruppe von Vögeln auf mich zu. Gemeinsam schleppten sie ein riesiges Paket.
    "Was bei Merlins Bart ist das denn?", murmelte Astoria. Ich sah zu, wie die Eulen das Paket sanft neben mir auf dem Boden ablegten.
    "Mein Cello.", antwortete ich. Kurz darauf landete Morgenstern neben meinem Frühstück, in seinem Schnabel baumelten eine Ausgabe des Tagespropheten und ein Brief mit unserem Familienwappen. Ich griff in die Cornflakesschachtel, fischte ein paar Pixie Puffs heraus und fütterte die Schleiereule damit. Mit einem lauten Kracksen verschwanden sie in Morgensterns Schnabel. Ich zog meine Post zu mir und öffnete zuerst den Brief.

    Meine liebe Eliza,
    Glückwunsch für deine Zuteilung nach Slytherin. Dein Vater und ich sind so stolz auf dich! Viel Spaß im Schulorchester, aber denk daran: dein Dad will nicht, dass du zu viel Kontakt mit den verfeindeten Häusern hast. Aber das ist dir sicher schon klar. Was den Unterricht angeht: Am Anfang ist alles etwas viel, aber du wirst dich daran gewöhnen, Schatz.
    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg!
    In Liebe, Mum

    Ein Lächeln schlich sich auf mein Gesicht, bevor ich den Brief zur Seite legte und den Tagespropheten nahm. Zuallererst schlug ich die Seite mit den Quidditchergebnissen von gestern Abend auf.
    "Und?", erkundigte Astoria sich neugierig.
    "Die Wimbourne Wasps besiegen Puddlestone United mit 220:70.", knurrte ich. Sie verkniff sich einen Kommentar und grinste stattdessen - zu ihrem Glück.
    "Berühmter Zauberer des Monats?", fragte sie. Ich blätterte weiter. "Chauncey Oldridge, erstes bekanntes Opfer der Drachenpocken." Ich erschauderte. "Ein Titel, den ich ihm nicht neide." Astoria kicherte. "Ich auch nicht."
    In diesem Moment fiel etwas in meinen Schoß: Ein kleiner zusammengefalteter Zettel. Ich drehte den Kopf und sah nur noch Ginnys hellroten Haarschopf im Schülerstrom verschwinden. Rasch schloss ich meine Hand um den Zettel.
    "Du, Astoria? Ich bringe eben mein Cello in den Schlafsaal." "Oh, klar. Soll ich dir helfen?"
    Ich lächelte so freundlich wie möglich. "Nein danke, ich schaffe das schon." "Mhh, okay." Sie erwiderte mein Lächeln zaghaft. Ich hob das Paket auf und trug es in den Schlafsaal, wo ich es vorsichtig auf meinem Bett ablegte und auspackte. Ich strich liebevoll über das dunkle, blank polierte Holz, fuhr die f-Löcher nach und berührte den Resonanzkörper. Da fiel mir wieder Ginnys Zettel ein. Ich klappte den Instrumentenkoffer wieder zu und zog das Stück Papier aus meiner Tasche.

    Hey Liza,
    wenn du Zeit hast, komm heute nach dem Mittagessen zu Hagrids Hütte. Sie befindet sich den Hügel abwärts Richtung Verbotener Wald. Ich zähle auf dich!
    Ginny

    Ich lächelte in mich hinein. Natürlich würde ich kommen.

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