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Liebe kann... Bis(s) Ff

Dies ist eine Liebesgeschichte über Jared Cameron und Kim Connweller aus Twilight.

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    Einleitung/Vorstellung

    Hallo erst mal, und ein riesen großes Danke an alle die es bis hier her geschafft haben.
    Ich bin neu auf dieser Seite, und schreibe als Lunalav. Das ist meine erste Geschichte die ich veröffentliche, und ich bin wahnsinnig aufgeregt. Ich bin offen für Kritik, und hoffe das euch die Geschichte gefällt. Ich versuche mit meinen Geschichten Dinge zu verarbeiten, die ich erlebt, gesehen oder gehört habe. Ich schreibe aber auch über Sachen die mich tief bewegt haben. Sonst wünsche ich euch erst mal viel Spaß beim lesen, und bedanke mich schon mal im voraus für jedes Review.

    2
    Michael, William und Josh

    Sei mutig. Immer einen Fuß vor den anderen setzen, Kim. Gleich bist du im Bus. Gleich hast du es geschafft und bist raus aus der Schule. Ich redete mit gut zu, war aber selber nicht richtig überzeugt. Im Bus würde es weiter gehen. Und zu Hause auch. Vielleicht nicht auf die selbe Art und Weise, aber ich würde trotzdem behandelt werden wie das Mädchen vom Mars. Entweder mit Missachtung oder mit Hänseleien.

    Endlich! Der Ausgang aus der Hölle! Ich konnte ihn sehen und ging mit schnellen Schritten drauf zu. Es regnete nicht wie sonst. Wenigstens etwas. Als ich ohne beachtet zu werden fast die Bushaltestelle erreicht hatte, stellte sich mir jemand in den Weg.

    Ich hatte mich so erschreckt, dass ich erst einmal zwei Schritte nach hinten stolperte, und mir ein kleiner Schrei entfuhr. Mein Gegenüber sah mich mit einem Lächeln an. Wahrscheinlich amüsiert über meine Reaktion. Ich war einfach zu Schreckhaft!
    Sofort lies ich meine dichten, schwarzen Haare vor mein Gesicht fallen, wie ein Vorhang, der mich von den Blicken meines Gegenüber abschirmte. Erst jetzt sah ich ihn genauer an. Er trug zerschlissene Jeans, und eine schwarze Lederjacke. Beides war über und über mit Patches benäht. Unter der Jacke trug er ein T-Shirt der Band „Jimmy eat world“. Ich mochte diese Band und war überrascht das er sie augenscheinlich kannte. An den Füßen trug er schwarze, schwere Stiefel. Auf seinem Gesicht lag immer noch ein Lächeln. Seine Haare waren Giftgrün. Ich hasst diese Farbe, aber ihm stand es… Irgendwie.

    „Tut...t...tut mir leid, ich ha..habe dich nicht gesehen.“Stammelte ich.
    "Alles gut, brauchst dich nicht zu entschuldigen, ich hab dich ja auch nicht gesehen."Entgegnete der Junge der mir gegenüber stand.
    "Ich"begann er"bin übrigens Michael. Wer bist du?"
    Warum interessierte ihn wer ich war? Das machte keinen Sinn!
    "Ich hei..heiße Kim." gestand ich kleinlaut. Michael sah mich mit einem Blick an den ich nicht mochte. Er legte wieder den Kopf schief und fragte"Hast du Angst vor mir?"
    Ja, nein, ich mein jein! Keine Ahnung. Ich hatte vor jedem Fremden Angst. Das hatte noch nicht mal immer etwas mit der Person zu tun die mir gegenüber stand, es war einfach so, dass ich Fremde grundsätzlich ablehnte. Aber Michael schien nett zu sein. Machte das eine Unterschied? Eigentlich nicht. Aber trotzdem sagte etwas in mir das er mir keine Angst machte.

    Ich hatte wohl etwas zu lange überlegt, und währenddessen war er nervös geworden und fing an seine Finger zu kneten. Wie konnte ich vor so jemanden Angst haben! "Nein." antwortete ich Warheits gemäß. Michael wirkte eigenartig erleichtert und hörte auf seine Finger zu kneten.
    "Machst du mit deinem Outfit wieder allen Angst, Michael?" fragte eine andere Jungenstimme hinter ihm.

    Der Junge der gerufen hatte, hatte dunkle Haut. Er trug Baggy-Pants, was mich zum schmunzeln brachte. Um seinen großen Oberkörper hatte er eine ihm viel zu große Sweatshirtjacke gewickelt. Er besaß etwas merkwürdig vertrauenswürdiges im Gesicht. Auch vor ihm hatte ich keine Angst wie sonst.
    Jetzt stand er neben Michael, der wie ich annahm sein Freund war. Auch er lächelte mich an. Doch war sein Lächeln offener.
    "Halt die Klappe du Idiot!"sagte Michael. "Ich! Ich soll die Klappe halten? Wer hat denn das arme Mädchen so eingeschüchtert? Der liebe William ganz bestimmt nicht!"
    Er grinst während Michael resignierend den Kopf schüttelte.
    Das schien William zu ermutigen weiter zu machen. Er wand sich an mich und fragte "Würdest du mir so etwas zutrauen?"
    Und ich musste ehrlich sagen "Nein."
    "Ha!"machte Will zu Michael. Während des Gesprächs hatte sich ein dritter Junge den ich erst jetzt bemerkte auf die andere Seite von Michael gestellt.
    Seine Klamotten waren komplett in schwarz, sowie seine Haare. Nur seine Augen waren von einem hellen Grünton. Sein Lächeln war sehr schüchtern, das signalisierte sein ganzer Körper. Er war etwas schlacksig.

    Als Michael sich umdrehte, erschreckte er sich weil sein Freund auf einmal neben ihm stand. "Man Alter, gib doch einen Ton von dir Josh!" Dieser schüttelte nur leicht den Kopf, sah mich dann an und fragte "Wohnst du in La Push?" Ich nickte. "Dann verpasst du gerade deinen Bus." bemerkte Josh achselzuckend.

    Ich wirbelte herum und tatsächlich...Mein Bus nach Hause fuhr davon, und so blieb ich allein mit den drei Jungs Michael, William und Josh zurück.

    So Das war das erst richtige Kapitel!
    Ich hoffe es hat euch gefallen. Bitte schreibt gerne ein Review wenn dem nicht so ist.
    Ich wünsche euch noch viel Spaß, und hoffentlich bis bald.

    3
    Regenschauer

    Hallo, und schön das ihr wieder hier her gefunden habt.
    Als nächstes wollte ich noch anmerken, das es sinnvoll wäre zu erwähnen das die Geschichte im Twilight Universum spielt. Aber auch irgendwie nicht ganz. Ich leihe mir die Namen einiger Charaktere nur aus, sowie die Orte. Die Sachen gehören aber trotzdem noch Stephanie Meyer. Ich verdiene kein Geld damit. Ich kann auch nicht sagen wann in der Einordnung der Teile meine Geschichte spielt, weil ich die Story er frei erfinde, und mich weniger an den Büchern orientiere.
    Last gerne Reviews da und sagt wie euch die Geschichte gefällt, oder was ich verbessern könnte, weil ich immer noch ziemlich unsicher bin.
    Viel Spaß beim lesen.

    Regenschauer


    Ich verfluchte mich selbst dafür, dass ich tatsächlich meinen Bus verpasst hatte. Was sollten die denn jetzt von mir denken? Das ich dumm bin? Oder verpeilt? Oder Lebensunfähig?
    Aber nichts der gleichen war in ihren Gesichtern zu sehen. Sie guckten mich einfach an.

    Dann trat Will vor, was mich automatisch eine Schritt zurück weichen lies. Er blieb abrupt stehen und fragte mich "Sollen wir dich mitnehmen? Wir sind eh mit dem Auto hier."
    Er klang unsicher als er das sagte, und sah mich mit einem scheuen lächeln an.
    Eigentlich wollte ich nicht bei ihnen mitfahren. Es war mir unangenehm, was Josh zu bemerken schien, weil er mich mit seinem Blick fast zu durchbohren drohte. Und seit Jared nicht mehr zur Schule ging, war ich noch mehr lieber für mich allein als sonst. Der Gedanke an Jared Cameron schmerzte zusehr, so das ich mich lieber den Jungen widmete.

    "Ne...n..nein D...Danke." erwiderte ich nur und. "Na gut." sagte Will. Josh sah mich ungläubig an. "Bis La Push sind es 10 km. Willst du etwa laufen?"
    "Mhm" war das einzige was ich dazu sagte, und ging an den drei verdatterten Jungs vorbei.
    Ich spürte ihre Blicke auf mir, bis ich um die nächste Ecke bog.
    Nett waren sie ja, aber ich hielt lieber Abstand. Schließlich kannte ich sie kaum. Und ich wollte weder sie noch mich verletzen, nur weil sie sich mit mir abgaben.

    Jetzt fing es natürlich an zu regnen. Aber so war das Wetter in Forks nun mal. Und ich Idiot hatte keinen Regenschirm dabei. Ich ging am Rand der Straße, welche vom Wald an beiden Seiten gesäumt wurde. Der Regen bildete einen dichten Schleier, weswegen ich kaum nach vorne gucken konnte. Neben mir im Wald vernahm ich ein knacken und kurz darauf ein knurren. Ruckartig drehte ich den Kopf, sah aber nichts. Ich hatte es mir eingebildet. Das musste bei dem Regen passieren. Er war schließlich sehr laut.

    Nach zwei Stunden stand ich vor meiner Haustür und war vollkommen durchnässt. Als ich durch die Tür trat, sah meine Mutter mich an und fragte"Was ist denn mit dir passiert?" Ich drehte mit den Augen. Na was wohl. "Ich habe den Bus verpasst und musste laufen." Jetzt drehte sie mit den Augen.
    Ich sah mich kurz im Haus um, entdeckte aber niemand anderen im Wohnzimmer, was nur zur Folge haben konnte das mein Vater mal wieder trinken war.

    Frustriert und traurig ging ich in mein Zimmer. Es war relativ klein. In der einen Ecke des Zimmers war mein einfaches, weißes Bett. Auf der anderen Seite war mein Schreibtisch, und auf ihm ein paar Fotos. Ich fotografierte für mein Leben gern. Das war eines der einzig positiven Dinge in La Push. Die Natur war schön. Ich hatte noch einen Kleiderschrank direkt neben der Tür, in dem sich aber nicht übermäßig viel befand. Das übliche wie Jeans, T-Shirts, Hoodies usw. Ich mochte es schlicht.
    Nein nicht ganz. Ich wollte nicht auffallen. Aus dem Schrank nahm ich mir eine Jogginghose und ein schwarzes T-Shirt und ging duschen.

    Das heiße Wasser tat gut, und bewahrte mich hoffentlich vor einer Erkältung. Ich musste wieder an Jared denken, und plötzlich war das Wasser unerträglich heiß. Er war der Grund warum ich die Schule einfach still ertrug, jeden Morgen aufstand. Und jetzt kam er schon seit drei Wochen ohne Erklärung nicht zur Schule. Außerhalb sah ich ihn auch nie, obwohl ich gar nicht so weit weg von ihm wohne. Sein Freund Paul Lahote fehlte auch schon Ewig.
    Hoffentlich kam Jared bald wieder zur Schule! Ich vermisste ihn so sehr, obwohl ich noch nie ein Wort mit ihm gesprochen hatte.
    "Kim was machst du solang da drin?" erklang die Stimme meiner großen Schwester Vanessa. Schnell schlüpfte ich aus der Dusche in meine Klamotten und lief in mein Zimmer um der Prinzessin ihren Platz zu lassen.
    Meine große Schwester war sehr beliebt in der Schule, und jeder Junge stand auf sie, was ich gar nicht nachvollziehen konnte. Naja fast alle. Jared Cameron zum Glück nicht. Darüber war ich sehr dankbar, auch wenn ich wusste das wir nie zusammen sein würden, weil ich unbedeutend und unbeliebt und hässlich war, und er war einfach perfekt.

    Obwohl diese Erkenntnis nicht neu war, versetzte sie mir ein Stich in mein Herz.
    Denn ich wusste, dass ich nie gut genug für ihn sein würde.

    4

    Aufprall

    Ich fiel zitternd auf den Boden. Mir war unfassbar kalt! In letzter Zeit- eigentlich seit Jared nicht mehr zur Schule ging- war mir immer kalt. Aber jetzt war mir besonders kalt. Ich musste wohl als ich aus der Dusche gekommen bin, am Fenster eingeschlafen sein, und dann auf den Boden gefallen sein. Das Fenster stand offen. Und meine Haare waren noch feucht. Jetzt bekam ich bestimmt eine Erkältung. Das hatte mir noch gefehlt! Ich wusste nicht wie lange ich geschlafen hatte. Draußen war es schon dunkel, aber im Herbst wurde es in La Push immer sehr früh dunkel.
    Ein Blick aus dem Fenster verriet mir, dass mein Vater wieder zu Hause war und sich mit meiner Mutter über seinen übermäßigen Alkoholkonsum stritt. Wir wohnten zwar so, dass unser kleines, altes Haus nicht direkt an der Straße stand, sondern man erst einen kleinen Weg folgen musste, bis man unsere Häuserreihe sah, aber die Häuser standen doch sehr nah beieinander. Bei dem Gedanken daran wer das grad alles mitbekam wurde mir schlecht. Wenn mich jemand von den Lehrern in der Schule drauf ansprach, wie es bei mir zu Hause so läuft, sagte ich immer, das alles in Ordnung sei.

    Aber in echt war rein gar nichts in Ordnung! Meine Gedanken wurden von der lauten Stimme meines Vaters unterbrochen, der grad meine Mutter anschrie, sie solle die Klappe halten. Kurz darauf erklang durch mein offenes Fenster die hysterische Stimme meiner Mutter "Nein, bitte tu das nicht!" Ich ging zum Fenster. Die Stimme meines Vaters, und das verzweifelte betteln meiner Mutter jagte mir einen Schauer über den Rücken. Als ich dann den dumpfen Aufprall hörte, und sah das meine Mutter auf dem Rücken im Gras lag, zerbrach etwas in mir. Mein Vater in seinem Rausch wusste nichts besseres zu tun, als verzweifelt und verwirrt darüber, das seine Gesprächspartnerin jetzt auf dem Boden lag, mit den Händen rum zu fuchteln. Danach hörte ich wie zwei Türen zu fielen, und wusste das mein Vater sich verkroch.

    Mit zitternden Knien ging ich die Treppen nach unten herunter, vorbei am Wohnzimmer, und hörte wie mein Herz schneller und stärker schlug.
    Sie war nicht tot, so etwas konnte mein Vater nicht tun. Doch vielleicht hatte sie eine Gehirnerschütterung? Mein Brustkorb tat weh, von den harten Schlägen meines Herzens, und mein ganzer Körper zitterte. Ich war zu erschrocken, zu entsetzt, um zu weinen.
    Die Tür schwang auf, und meine Mutter war gerade dabei, sich wieder aufzurappeln. Schnell ging ich vor die Tür und griff ihr unter die Arme. Langsam gingen wir zurück ins Haus. Ein letzter schneller Blick rundherum verriet mir, das uns keiner gesehen haben konnte. Theoretisch.

    Nachdem ich meine Mutter auf der Couch im Wohnzimmer zugedeckt hatte, habe ich mich noch schnell davon überzeugt, das alles gut mit ihr ist. Rein äußerlich zumindest. Danach bin ich hoch gegangen und habe mich für den rest des Tages in meinem Zimmer verkrochen.
    Irgendwann später, hörte ich noch wie mein kleiner Bruder nach Hause kam, mein Vater halb nüchtern aus seinem Zimmer kroch, und mich meine Mutter zum Essen rief.

    Ich ging nicht runter. Auch wenn es einer der Abende war, an denen meine Schwester nicht mit uns aß, konnte ich gerade keinen von ihnen in die Augen sehen.

    Morgen war ein neuer Tag. Es würde bestimmt be... Nein! Es würde nicht besser werden. Wie konnte mein Leben denn besser werden? Jared ging nicht mehr zur Schule, meine Mutter wird von meinem Vater geschlagen, der wiederum ist Alkoholiker, und ich? Ich war Kim. Das war gleichzustellen mit Ich bin ein unbedeutendes Ding.

    Obwohl ich noch nie mit Jared gesprochen hatte, hegte ich schon seit der dritten Klasse so starke Gefühle für ihn. Er war witzig, selbstbewusst, beliebt, wunderschö... Warte mal! Ist das Paul Lahote! Der da grad lang lief? Der beste Freund von Jared! Wenn er wieder da war, konnte das auch zur Folge haben das Jared wieder da war? Durfte ich mir erlauben, zu hoffen das er wieder da war?
    Er musste mich noch nicht einmal beachten, seine bloße Anwesenheit, ließ mein Herz immer schon höher schlagen.

    Und auch nur der kleine Gedanke daran, das ich Jared Cameron Morgen vielleicht wieder in der Schule sehen würde, ließ mich doch auf einen besseren Tag hoffen.

    5
    Viel Spaß mit der Geschichte.

    Wieder da!

    Ich erwachte am frühen Morgen. Sogar bevor der Wecker klingelte, weil mich kein klingeln aus dem Schlaf riss. Ich musste wohl so aufgewacht sein.
    Ein Blick auf den Wecker verriet mir, dass es gerade mal 5:08 Uhr war. Erst! Ich hätte noch gut zwei Stunden schlafen können. Aber ich war nicht mehr müde.
    Die Sache mit meiner Mutter Gestern, belastete mich immer noch sehr. Wir hatten seitdem kein Wort miteinander mehr gesprochen. Ich war zu geschockt und aufgewühlt. Würde ich jetzt mit ihr reden, würde das bloß auf sie abfärben. Ich wollte nicht dass sie sich aufregte. Sie sollte sich ausruhen.

    Was sollte ich jetzt tun?
    Ich könnte in den Wald gehen, aber in letzter Zeitwurden immer wieder große Bären gesehen, und Wanderer verschwanden.
    Eigentlich könnte ich nicht viel anderes tun. Ich könnte früher zur Schule gehen. Der Gedanke kam mir merkwürdig vor. Warum wollte ich Freiwillig früher in meine persönliche Hölle?
    Es fiel mir wieder ein. Gestern hatte ich Paul gesehen, und hoffte, dass Jared heute wieder vielleicht zur Schule kam. Aber nur vielleicht. Doch dieses vielleicht reichte aus, und ich machte mich fertig für die Schule.

    Ich versuchte sehr leise zu sein, weil ich niemanden wecken wollte. Ich ging an Joshs Zimmer vorbei. Erst jetzt viel mir auf, dass der schüchterne Junge von der Bushaltestelle auch Josh hieß. Die anderen beiden hießen, glaub ich, Michael und William. Letztendlich war es ja auch egal. Sie gingen mit Sicherheit auf die Forks Highschool, und lebten vermutlich auch dort. Ich würde wahrscheinlich nie wieder mit Ihnen reden. Aber es war irgendwie schade, weil sie sehr nett zu mir waren. Die meisten Leute beachteten mich nicht. Besonders nicht an der Highschool in Forks. Ich ging immer montags dort hin, weil ich dort so einen Kurs belegt hatte. Besser gesagt meine Mutter hatte den Kurs für mich belegt. Selbstverteidigung. Wegen der Wanderer sagte sie.

    Das war gestern das dritte Mal, dass ich dort war. Seit Jared zusammen mit Paul verschwunden war, ging ich dort hin. Anfangs hatte es mich etwas von meiner Trauer abgelenkt. Nun hasste ich den Kurs. Ich versuchte so viel wie möglich zuzugucken, weil wir uns dort berühren mussten. Ich möchte nicht, dass mich jemand anfasste. Ich erschreckte mich dann auch immer so schnell. Bei meiner Familie war es noch okay. Bei anderen nicht. Außer Jared. Wenn er mich berühren würde, würde es ein Feuerwerk in mir auslösen. Aber das war noch nie passiert, und das würde es auch weiterhin nicht. Nie.

    Der Gedanke erinnerte mich daran, das ich noch unter der Dusche stand. Ich stieg schnell aus, trocknete mich ab, und versuchte mir schnell die Haare zu föhnen, damit die Lautstärke nicht so lange anhielt.
    Meine sonst rostbraune Haut, war viel zu blass geworden in der letzten Zeit. Und weil ich so wenig schlief, hatte ich tiefe, dunkele Augenringe. Dies versuchte ich mit Schminke zu kaschieren. Sonst schminkte ich mich nie, aber ich wollte auf keinen Fall, das mich jemand drauf ansprach, oder die Leute irgendwelche Vermutungen anstellten.
    Sonst benutzte ich keine Schminke, weil ich mir dann verkleidet vorkam. Natürlich würde ich mit Schminke schöner aussehen, aber ich hatte Angst das die Leute mich dann nicht mehr die Kim unter der Schminke beachteten. Das taten sie jetzt zwar auch nicht, aber ich wollte es nun mal nicht.

    Meine Haare waren trocken. Nun fielen mir meine dunkelbraunen Haare wie immer langweilig glatt über die Schultern, und umrahmten mein, wie ich fand, nicht schönes Gesicht. Meine großen dunkelblauen Augen fand ich zu auffällig, für meine unscheinbare Erscheinung. Sie stachen gerade zu heraus. Manche Leute in Forks guckten mich natürlich komisch an, wenn ich mal dort war, weil auch meine hohen Wangenknochen verrieten, das ich indianischer Abstammung war.
    Die meisten ignorierten mich trotzdem. Deshalb war ich auch so verwundert, dass die Jungs so nicht zu mir waren.

    Mittlerweile war ich angezogen. Ich trug eine schwarze Jeans, ein bordeauxrotes T-Shirt, eine dicke beige Strickjacke, und schwarze Chucks. Ich nahm mir nichts zu essen mit, weil ich in letzter Zeit nicht viel aß.
    An der Tür begrüßte mich die frische Herbstluft. Ich liebte es, wenn die Luft meine Wangen kitzelte. Ein weiterer Grund warum es mir nicht gut ging, war, dass ich Panikatacken hatte. Das sagte mein Arzt, zu dem mich meine Mutter geschliffen hatte. Dabei hatte ich in dem Moment als ich dort war nur Angst vor ihm. Ich hasste Ärtzte, denn sie machte mir Angst. Ich wusste nicht was es war, ich wusste nur das es keine Panikatacken waren. Mein Herz begann dann immer zu rasen, und ich konnte nur schwer atmen. Meine Gedanken wurden immer unklarer, bis es abrupt aufhörte. Zum Glück war das bisher immer nur zu Hause passiert, und ich wollte, das das so blieb.

    Ich war an der Schule angekommen und betrat das große, angsteinflösende Gebäude. Ich lief den langen Flur entlang, direkt zu den Spinden, und drehte das Zahlenschloß, und mein Spind ging auf. Ich wollte mir schon mal die Sachenfür Englisch nehmen, und mich in den Raum setzen. Ich schloss gerade meinen Spind, als ich seine Stimmme hörte...

    6

    Schwindelerregend

    Als ich seine Stimme hörte, begann mein Herz zu rasen. Ich schnappte panisch nach Luft, und meine Knie wurden weich. Ich musste mich an meiner Spindtür abstützen, um nicht auf den Boden zu sacken. Der Flur drehte sich, und jemand schien mich zu schubsen.
    Jared sollte mich auf keinen Fall so sehen! Bitte lass ihn in die andere Richtung gegangen sein. Als ich mich kaum noch auf den Beinen halten konnte, und ich drohte hinzufallen, schlang sich ein Arm um meinen Bauch, und lies mich behutsam auf den Boden hinunter gleiten. Meine Beine winkelten sich automatisch an, sodass ich meine Arme drauf stützen konnte, und ich meinen Kopf in meine Hände legte.
    Langsam schien die Welt zum Stillstand zu kommen, meine Lungen sich wieder mit Luft zu füllen, das schubsen beendet worden zu sein, mein Herz im normalen Takt zu schlagen, und mein Kopf wieder klar zu sein. Ganz vorsichtig hob ich den Kopf an, um zu sehen wer vor mir stand. Vor mir stand niemand sondern kniete. Es war ein großer, schlaksiger Junge, mit schwarzen Haaren, dunklen Augen und ebenfalls schwarzen Augenbrauen. Er trug eine dunkelblaue Sweatshirtjacke und dunkle Jeans. Die schwarzen Augenbrauen zogen sich besorgt zusammen, und die dunklen Augen fixierten mich. Ich senkte wieder den Blick. Ich kannte den Jungen vor mir. Er hieß Embry Call, und ging eine Klassenstufe unter mir in die 11. Viele Mädchen fanden ihn sehr hübsch, aber soweit ich wusste, machte er sich nicht das geringste draus. Er war eher der Stille Typ. Durch seine Nähe, würde mir etwas unbehaglich zumute. Als ich nach hinten rutschen wollte, bemerkte ich die Wand hinter mir, und rutschte etwas zur Seite.
    „ Ist alles in Ordnung mit dir? Du sahst gar nicht gut aus.“ fragte Embry mich besorgt. Ich nickte nur. Wann sah ich den bitte schon in Ordnung aus?
    „ Soll ich dich nicht lieber ins Krankenhaus fahren?“ fragte er weiter. Ich schüttelte den Kopf. Ich wollte auf keinen Fall ins Krankenhaus! Ich hasste diesen Ort. Aus einem ganz bestimmten Grund. Eigentlich mehreren. Einmal, weil mein Vater dort arbeitete, und er sich dort nicht ganz beispielhaft verhielt, und einmal weil... Ich konnte nicht daran denken, und würde auch schon von Embrys Stimme wieder zurückgeholt, die mich fragte
    „ Willst du nicht wenigstens zum Hausartzt? Du sahst wirklich nicht gut aus. du hast am ganzen Körper gezittert, und hast nach Luft geschnappt. Dein Blick ist permanent herum gewandert, als würdest du jemanden suchen.“ beendete er seine Schilderung des Horroszenarios. War das wirklich so schlimm gewesen? Ich schüttelte wieder leicht den Kopf. Ärtzte waren mir generell zu wieder. Das was sie taten fand ich wirklich bewundernswert, aber ich persönlich hatte ein Problem, das sich auf jeden Arzt in meinem näheren Umkreis bezog.
    „ Darf ich dich wenigstens zur Krankenschwester bringen?“ Die Krankenschwester war wirklich liebenswert. Sie war Mitte vierzig, hatte ein rundes, freundliches Gesicht, das meisten von vielen Lachfältchen begleitet wurde. Sie strahlte etwas sehr mütterliches aus.
    „ Bitte.“ fügte Embry nach meinem schweigen hinzu. Wiederwillig nickte ich, und hörte wieder er erleichtert aufatmete.
    Ich versuchte mich aufzurappeln, doch da mir immer noch etwas schwindlig war, und meine Knochen vom sitzen weh taten, erwies sich das als kniffliger als erwartet. Embry reicht mir seine Hand, und zog mich behutsam auf die Beine. Erst jetzt bemerkte ich das er mich schon um einen Kopf überragte, obwohl ich doch eigentlich ein Jahr älter sein müsste als er. Schließlich war ich 17 und ging in die 12. Er lies mich wieder sofort los, was ich begrüßte. Mit etwas Absstand, aber seine Blick auf mich gerichtet gingen wie schweigend zum Krankenzimmer.

    „ Na nu! Wen haben wir denn da? Kim und Embry. Was kann ich für eich zwei süßen tun?“ fragte sie direkt als wir den betraten. Embry schilderte ihr, was passiert war. Daraufhin ließ ich mir den Puls messen, um festzustellen, das er leicht erhöht war. Embry stand die ganze Zeit über still im Türrahmen und musterte mich aus dem Augenwinkel. Als ich dann plötzlich meinen Kopf in seine Richtung drehte, wand er ertappt den Kopf ab. Ich merkte wie ich rot wurde. Oh man Kim! Eigentlich war er ziemlich hübsch.
    „ So Kim. Du wirst den Rest des Tages lieber zu Hause verbringen.“ verkündete sie ihr Urteil und wand sich an Embry.
    „ Du kannst sie bestimmt nach Hause fahren, oder? Schließlich bist du nicht besonders erpicht darauf in Chemie etwas in die Luft zu jagen oder hat sich daran etwas geändert?“ Deswegen kümmerte er sich also um mich. Er hasste Chemie. Kim wach auf!
    „ Natürlich fahre ich Kim gerne nach Hause.“ antwortete Embry schnell. Ich wollte das eigentlich wirklich nicht.
    „ Ich k.. k.kann auch la...laufen?“ bemerkte ich leise. Die Schwester sah mich sofort mit einem tadelnden Blick an.
    „ Nein, nein. Das macht mir wirklich nichts aus. Ich will nicht das dir noch irgendwas passiert.“ wand er schnell ein. Er bedeutete mir mich zum gehen zu bewegen. Zögerlich stand ich auf. Als wir schon fast aus der Tür getreten waren, sagte die Krankenschwester noch schnell zu Embry
    „ Aber nach dem du sie abgesetzt hast, kommst du brav zur Schule zurück, hab ich Recht?“
    „ Natürlich.“ sagte Ermbry schnell wie selbstverständlich.

    Schweigend bewegten wir uns dem Ausgang entgegen, Richtung Parkplatz. Er lief hinter mir. Und ich spürte immer noch seine besorgten Blick auf mir. Wir traten aus dem Schulgebäude aus. Dann überholte er mich kurz, und blieb an einem alten, blauen Opel Corsa stehen. Er kramte kurz in seiner Schultasche, und fischte dann einen Schlüsselbund mit vielen Anhängern aus der Tasche. Einer der Anhänger stach besonders herraus. Es war eine kleine Plüschkatze. Wie niedlich. Er schloss auf, und hielt mir die Tür zur Beifahrerseite aus. Ich setze mich herein. Das Auto war zwar alt, und überall waren abgenutzte Stellen und Benutzungsschäden zu sehen. Auch mein Gemusterter Sitz war schon durchgesessen, doch alles in einem war es sehr ordentlich. Embry ging schnell vorne um das Auto herum und setze sich auf den Fahrersitz. Ich lehnte meinen Kopf gegen das kühle Fensterglas. Das half gegen den Schwindel.
    „ Wie langsam muss ich fahren, damit ich die Chemiestunde verpasse?“ fragte er mich. Ich überlegte.
    „ Wie wärs mit so 20 km/h oder so?“ schlug er mir vor. Ich musste den Kopf schütteln. So würde er in 7 Minuten bei mir vor der Haustür stehen.
    „ Schade. Dann fahr ich halt 3km/h.“ erwiderte er darauf. Meine Augen weiteten sich erschrocken. Wollte er das ernsthaft tun!
    „ Keine Sorge. Ich bringe dich schon schnell nach Hause, damit du dich hinlegen kannst.“
    sagte er schnell, und gluckste leise vor sich hin. Dann setzte der Wagen aus der Parklücke. Mit 3 km/h.

    Nachdem Embry mich schweigend in normaler Geschwindigkeit nach Hause gefahren hatte, sah ich noch wie er möglichst langsam die Straße hinab fuhr. Wir hatten uns auch nicht verabschiedet. Aber das schweigen wirkte nicht peinlich, wie mit so vielen anderen Leuten. Ganz im Gegenteil. Er war einer der Menschen, mit denen man auch mal schweigen konnte.
    Ich ging zur Tür, kramte in der Tasche nach meinem Schlüssel, als mir auffiel, das das Auto meiner Mutter in der Einfahrt stand. Ich wunderte mich darüber. Sonst kam sie eigentlich nie vor 17:00 Uhr nach Hause, und jetzt war es erst 9:00 Uhr. Ich öffnete die Tür, ging den gefliesten Flur entlang, am Wohnzimmer vorbei direkt in mein Zimmer. Und ich sah niemanden. Vielleicht war sie ja krank und lag in ihrem Bett. Ich legte mich erst kurz auf mein Bett, welches aus einem dunklem Holzrahmen, einer harten Matratze denn ich liebte harte Matratzen, und lilaner Bettwäsche bestand. Kurz die Gedanken ordnen. Den Kopf frei machen. Ich hatte die Angewohnheit, alles zu durchdenken, und mich zu verkopfen. Das bescherte mir viele Stunden Kopfschmerzen.
    Ich beschloss nach meiner Mutter zu sehen. Um mich konnte ich mich immer noch später kümmern. Ganz am Ende. Wenn es allen anderen die mir etwas bedeuten gut ging. Ich lief wieder die Treppe hinunter, und bog direkt rechts ab. Dort war nur eine Tür. Sie war bunt bemalt, mit etwas was ich und mein kleiner Bruder früher mal ran gemalt hatten. Doch die Farbe war schon verblasst, wie so viele meiner Errinerungen. Ich drehte den Türknauf um und die Tür schwang auf. Was sich mir dann bot, lies einen weiteren Teil in meinem Innern zersplittern.
    Meine Mutter lag auf dem Bett. Über sie gebeugt war ein Mann, der nicht mein Vater war. Er war jemand den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Beide waren nackt, nur bedeckt durch die Decke. Und beide wanden ihre Köpfe erschrocken in meine Richtung, als die Tür gegen die Wand stoß. Beide rappelten sich sofort auf dem Bett auf, und zogen sich die Bettdecke bis zum Kinn. Und beide sagten kein Wort. Diese Szene dauerte gerade mal so lange, das ich noch nicht einmal richtig das Gesicht des Mannes sah, und das schweigen durch meine Flucht unterbrochen wurde.
    "Kim! Bleib hier. Ich kann es dir erklären!" rief die panische Stimme meiner Mutter mir hinterher, als ich auf den Weg zur Haustür war. Ich hörte wie die Bettdecke raschelte, und der Mann daraufhin zu meiner Mutter sagte:
    "Lass sie doch."

    Ich hatte mir die Jacke über gestriffen, und rannte aus dem Haus. Tränen stiegen mir in die Augen, meine Lippen waren eng aufeinander gepresst, um nicht los zu weinen, wo es hätte jemand sehen können, während ich panisch überlegte, wo ich jetzt hin sollte. Ich entschied mich für den Weg durch den Wald, um am Strand rauszukommen. Als ich ein paar mal stolperte, weil meine Beine mich so schnell wie möglich von diesem Ort weg bringen wollten, stahlen sich Tränen aus meinen Augenwinkeln. Diese wuchsen zu einem Wasserfall an so schien es mir. Meine Knie waren blutig. Doch ich konnte jetzt nicht anhalten. Wenn ich im Wald war. Mein Gehirn hatte noch nicht ganz verarbeitet, was gerade passiert war. Und mein Herz würde das wahrscheinlich nie tun können.
    Ich war im Wald angekommen, und lehnte meine Rücken an einen Baumstamm. Die Rinde war feucht, so wie alles hier. Aber das war mir egal. Viel wichtiger war: Was sollte ich jetzt tun? Wie sollte ich damit umgehen? Konnte ich damit umgehen? Desto mehr ich auch nur über die Möglichkeiten der Fragen nachdachte, umso weniger konnte ich über diese Sache nachdenken, und umso stärker zog sich jedes Organ in meinem Inneren zusammen. Mein Herz wurde immer enger, und dadurch wurde es immer kleiner. Wie konnte das nur passieren?
    Hör auf darüber nachzudenken Kim!
    Du musst aber darüber nachdenken!
    Nein muss ich nicht.
    Willst du es etwa einfach ignorieren?
    Ich führte einen inneren Monolog. Der brachte nichts. Ich war überfordert. Meine Lunge, mein Herz, mein Verstand, das alles lies meine Knie wieder weich werden. Bitte nicht. Bitte nicht schon wieder. Aber ich konnte nicht länger stehen.
    Und als ein riesiges Tier an mir vorbei sprintete, war ich mir sicher:
    Ich war verrückt geworden.

    Und so sank ich auf den nassen, modrigen Waldboden. Mein Kopf auf die Wipfel der Laubbäume gerichtet, ein herabfallendes Blatt meine Wange streichend.

    7

    Windböen

    Nachdem ich lang genug in die Baumwipfel geschaut hatte, und sie dabei beobachtete wie sie mit dem Wind hin und her schwangen, und dabei die Blätter abfielen, beschloss ich mir zu sagen das ich nicht verrückt war. Dann kam ich aber zu dem Schluss das ich mir ja sagen könnte ich wäre nicht verrückt, ich es aber trotzdem war. Denn verrückte wissen nicht das sie verrückt sind, deswegen sind sie es ja. Aber tief in mir drinn wusste ich das ich verrückt war. Das musste also heißen das wenn ich wusste das ich verrückt war, konnte ich gar nicht verrückt sein. Ich beschloss nicht verrückt zu sein, sondern einfach verwirrt. Das war immer noch scheiße, aber nicht so schlimm wie verrückt zu sein.
    Ich rappelte mich vom Waldboden auf. Meine Klamotten waren nass und schmutzig. Wie viel Zeit war vergangen, seit ich aus dem Haus gestürmt bin? Stunden? Oder Minuten? Am Licht der Sonne konnte ich es nicht festmachen, da der Wald kaum Sonnenlicht durch lies.
    Wellenbrechen an Klippen. Das vernahm ich an meinem Ohr, und erinnerte mich daran, das ich eigentlich zum Strand wollte. Im Herbst war nie jemand dort, außer mir und manchmal ein paar anderen Jugendlichen, die sich dort unbeobachtet voll laufen lassen konnten. Dafür musste ich aber weiter durch den Wald laufen, und nachdem was ich vorhin gesehen hatte, musste ich sagen das ich nicht mehr besonders viel Lust auf den Wald hatte. Es war so groß wie ein Pferd, aber so kräftig wie ein Bär. Aber hatten Bären silber-graues Fell? Ach so! Ich hatte ja beschlossen nicht verrückt zu sein, und deswegen musste ich aufhören daran zu denken. An so etwas dachten und sahen nur verrückte. Verwirrte Leute würden so etwas sehen, sich dann aber eingestehen, das es etwas anderes, harmloseres war. Und das tat ich. Es war einfach nur irgendein Tier. Deswegen werde ich jetzt auch durch den Wald laufen.

    So lange es nicht dunkel wurde, würde ich draußen bleiben. Und dann... Ich wusste es noch nicht. Das werde ich dann entscheiden. Ich war nicht besonders entscheidungsfreudig. Für die einfachsten Dinge brauchte ich Ewigkeiten! Die Möglichkeiten verbanden sich von 10 zu 100 von ihnen. Dadurch hatte ich immer Angst, das falsche zu wählen. Das Leben war zu kurz, um die falschen Entscheidungen zu treffen. Selbst wenn es um Eis ging. Das war nicht gerade ein einschneidendes Erlebnis im meinem Leben, und trotzdem viel mir die Wahl schwer.

    Meine Beine machten sich auf den Weg zum Strand. Langsam veränderte sich der Geruch. Ich konnte das Meer riechen, und das Meeres rauschen hören. Meine Füße betraten den weichen Sandboden. Die Klippen umrundeten die eine Seite des Strandes, während die andere Seite weitläufig frei war. Man konnte weit auf das Meer hinausschauen. Der ganze Strand war übersät mit großen Felsen und Baumstämmen, die von den Wellen angespült wurden. Ich ging Barfuß am Strand entlang, während die Wellen zart an meinen Füßen kitzelten. Es war mir egal, das es kalt war. Ich würde eh bald eine Erkältung bekommen. Bei den Klippen angekommen, setzte ich mich auf einen Baumstamm. Er hatte die Form einer Heizung, oder sowas. Aber es war ein Baumstamm. Ein weiterer Beweis dafür, das ich nur verwirrt und nicht verrückt war, da ich etwas im Baumstamm sah, mir aber trotzdem im klaren darüber war, das es nur ein Baumstamm war.

    Mein Blick war auf die Wellen geheftet, die hypnotisierend auf und ab schwappten. Meine Gedanken hefteten sich immer wieder an die Situation von vorhin. Ich versuchte jedes mal vergeblich an etwas anderes zu denken. Tränen stahlen sich tausendfach aus meinen Augen. Ich musste noch schlimmer aussehen als sonst. Der Wind zerzauste mir die Haare. Aber das störte mich nicht. Es war niemand hier außer mir.
    Denk nicht dran Kim!
    Doch ich muss!
    Muss ich nicht! Es ist nicht mein Leben.
    Aber das Leben meiner Mutter, und somit tangiert es auch mein Leben.
    Ist doch egal. Ich verdränge es einfach.
    So etwas kann ich nicht verdrängen!
    Doch. Ich bin sehr gut im verdrängen.
    Aber irgendwann kommt es wieder.
    Irgendwann ist nicht jetzt.
    Und was ist wenn meine Mutter mich drauf anspricht?
    Ignorieren!
    Der Entschlusss stand fest.
    "Paul alter! Hör auf mich zu schubsen!" Jareds Stimme wurde vom Wind zu mir getragen. Ich versteifte mich augenblicklich.
    "Seit wann so berührungsempfindlich Cameron?" neckte Paul ihn. Warte! Paul und Jared hier am Strand! Und ich sitze hier, verheuelt mit zerzausten Haaren! Das war mein Tot! Sie würden mich finden, und auslachen. Ich musste ganz still sitzen, dann würden sie mich vielleicht nicht bemerken. Sonst taten sie es ja auch nicht.
    "Bei dir schon immer." entgegnete Jared entnervt. Die Stimmen wurden nur schwach zu mir getragen, da der Wind heulte, und die Wellen an den Klippen brachen. Dann sah ich die beiden. Sie kamen grad um die Ecke der Klippe, hinter der ich mich niedergelassen hatte. Nun standen sie mit dem Rücken zu mir, und trugen lediglich Eine Jeans! Spinnen die?
    Ich meine es sieht alles andere als schlecht aus, aber ist vielleicht ein bisschen kalt.
    Kim! Jetzt denkst du dran! Ernsthaft?
    Ich muss aufhören. Aber er sah schon verdammt gut aus!
    Während er weg war, war er ganz schön gewachsen! Und er war viel moskulöser. Das traf auch auf Paul zu. Beide hatten schwarze Haare, die vom Wind zerzaust waren. Paul hatte etwas bedrohliches, sein Blick. Vielleicht lag es an seine schwarzen Augen.
    Sie setzten sich in Bewegung, und ich schnappte panisch nach Luft.
    "Hast du das gehört?" fragte Jared Paul.
    "Nö. Was denn?" Die beiden konnten das doch unmöglich gehört haben!
    "Da hat jemand nach Luft geschnappt." erklärte Jared es Paul. Das war doch unmöglich!
    "Fängst du jetzt schon an Stimmen zu hören? Also wenn du nicht gerade ein W.."
    "Sei still!" befahl Jared ihm. Sie kamen näher und näher.
    "Mann alter lass gut sein. Da ist niemand!" sagte Paul entnervt.
    "Dann bleib hier Heulsuse" entgegnete Jared. Er drehte seine Rücken zu Paul und sah mich an.
    Sein Mund klappte auf und seine Augen weiteten sich. Sah ich so schlimm aus! Er guckte mich immer noch an! Guck weg! Mach schon!
    "Heulsuse! Das hättest du wohl gern!" schrie Paul und erblickte mich ebenfalls. Mein Blick senkte sich und ich bildete den Haarvorhang. Paul sah zuerst mich an. Dann Jared. Und dann lächelte er. Er gab Jared einen Stoß mit dem Ellbogen.
    Daraufhin schloss Jared seine Mund und wand sich mit kurzem Blick an Paul. Dieser wackelte mit den Augenbrauen. Oh nein! Jetzt bin ich dran! Jared verdrehte genervt die Augen. Paul schubste ihn etwas nach vorne. Was wird das denn jetzt!

    2 Meter vor mir blieb er vorsichtig stehen, und hob seine Blick. Paul blieb etwas weiter hinter ihm stehen.
    "H..Hey!" klang Jareds Stimme an mein Ohr. Er stotterte! Warum? Er war Jared. Er stotterte nie. Paul hinter ihm kicherte. Daraufhin sah Jared ihn böse an, und er verstummte.
    Er holte tief Luft und fragte dann:
    "W...Wie heißt du?" Das lies mir augenblicklich Tränen in die Augen steigen. Ich wusste ja das er mich nicht beachtete, aber wir gingen Ewigkeiten zusammen zur Schule und er kannte meinen Namen nicht!
    "Ich bin Jared" sagte er. Als ob ich das nicht wüsste. Mein Herz tat merkwürdig weh.
    "G..Geht es dir gut?" fragte er ernsthaft besorgt klingend. Nur Show redete ich mir ein. Ich nickte leicht mit dem Kopf.
    "Okay. Du siehst aber nicht ganz gesund aus. Ist dir nicht kalt?" fragte er noch mal nach. Ich konnte mich nicht bewegen. Konnte er nicht einfach weg gehen?
    Das ist doch bescheuert Kim! Zuerst willst du von ihm beachtet werden, und wenn er dich beachtet, willst du das er geht!
    Nun schaltete sich Paul ein:
    "Können wir was für dich tun?" Sein ernst? Fragte er das wirklich? Ich schüttelte den Kopf.
    "Na gut dann nicht." sagte Paul. Jared sah ihn wieder an.
    "Ist ja gut Jared. Bist du dir sicher?" fragte er mich wieder. Ich nickte. Jareds Blick traf in meine Augen. Er weitete seine Augen kurz und lächelte dann ganz leicht.
    Halt!
    Das reicht.
    Ich habe das nicht verdient.
    Ich habe ihn nicht verdient.
    Ohne ein Wort zu sagen stand ich auf und ging an ihnen vorbei. Jared folgte mir mit seinem Blick und Paul guckte leicht irritiert. Jared wollte mir hinter her gehen doch Paul hielt ihn auf.
    "Lass sie. Sie braucht Zeit." Die brauchte ich auf alle Fälle. Ich stürmte Richtung Wald und hörte Jared nur noch rufen:
    "Turm!" Was wollte er jetzt mit Turm?

    Ich rannte und rannte bis ich nicht mehr konnte, weil ich gegen einen Baum lief und nach hinten auf den Waldboden fiel.

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