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Die Erwählte - Weltenwanderer

Danielle ist nicht die Art von Mädchen die sich in Abenteuer verstrickt. Wenn sie in die Welt von Mittelerde gelangt ändert sich der Lauf ihres Schicksals. Sie wird sich zwischen den Welten entscheiden müssen. Wählt sie die Pflicht ihres alten Lebens, oder akzeptiert sie ihre Rolle im Kampf um Mittelerde und findet ihre große Liebe? Danielle (19 Jahre) als zehnter Gefährte. Weitere Hauptcharaktere sind die Gefährten, Eomer, Eowyn, Faramir, Haldir, Galadriel,...

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"Eure Essays erwarte ich bis Dienstag auf meinem Schreibtisch", rief Professor Griffin und zog den Zipper seiner Umhängetasche zu. Das war
"Eure Essays erwarte ich bis Dienstag auf meinem Schreibtisch", rief Professor Griffin und zog den Zipper seiner Umhängetasche zu.

Das war das Signal auf, dass alle Studenten, eingeschlossen mir, gewartet hatten. Der Saal füllte sich mit Gelächter als ich und meine beste Freundin Katie uns durch die Sitzreihen zum Ausgang schlängelten. Draußen im Gang trafen wir auf den Rest unserer Freundesgruppe.

"Kommst du noch mit zu Eggy's, Danielle?", fragte mich Mike mit einem schiefen Grinsen.

Meine Antwort war ein lautes, semi-attraktives Gähnen. "Nope, ich glaub ich gehe gleich Nachause", sagte ich. "Jemand muss noch Meredith füttern, und ich hab nachher noch ein Date mit Han Solo. Aber geht ihr ruhig."

"Bist du dir sicher?", fragte mich Katie und stemmte ihre Hände in die Hüften."Du hast Star Wars doch schon tausendmal gesehen. Kannst du den alten Schinken nicht bald mal auswendig?"

Ich zuckte nur mit den Schultern und machte mich an meinem Spind zu schaffen. "Trink was für mich mit. Ich halte dir dann nachher die Haare aus dem Gesicht wenn du unser Badezimmer vollkotzt, okay?" Ich zwinkerte ihr zu und schulterte meinen Rucksack. Dann verabschiedete ich mich noch von Mike und den anderen und eilte davon, in Gedanken schon auf meiner Couch mit einem riesen Kübel Eis und Star Wars Episode 4 im Laufwerk meines CD Players.

Draußen regnete es in Strömen. Bis ich mein zerbeultes Auto erreicht hatte klebte mein Sweater an mir wie eine zweite Haut und der Regen tropfte mir von den Spitzen meines fransigen Ponys in die Augen.

Der Motor sprang mal wieder nur mit viel Zureden und Daumendrücken an, und als er dann lief hörte er sich weniger an wie eine schnurrende Katze, sondern viel mehr wie ein alter Mann mit Keuchhusten. Die Heizung funktionierte auch nicht mehr. Schrottteil.

Ich legte den Rückwärtsgang ein und fuhr aus der Parklücke, als ich im Rückspiegel eine gebückte Gestalt in einem langen Gewand und einem spitzen Hut erspähte. Die Gestalt stand unter einer defekten Straßenlaterne und das flackernde Licht machte es schwer das Gesicht unter der breiten Krempe des Hutes zu erahnen. Ich runzelte die Stirn und versuchte die Gestalt besser durch den starken Regen und die dichten Nebelschwaden auszumachen. Lautes Gehupe riss mich aus meinen Grübeleien und ich fuhr erschrocken zusammen. Ups, ich hatte den ganzen Parkplatz blockiert. Mein Herz klopfte immer noch als Ich den Motor kommen ließ und davon brauste. Und als ich erneut in den Rückspiegel sah um noch einen Blick auf die sonderbare Gestalt zu erhaschen war sie bereits verschwunden.

Seltsam.

Musste an der Übermüdung liegen. Ich hatte seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen.

Ich drehte an der Lautstärkeregelung meiner Stereo herum und grölte lautstark mit bis mir ein Autofahrer and der nächsten roten Ampel den Vogel zeigte.

Ich und Katie wohnten in einem etwas heruntergekommenden Apartment in Chelsea. Ein mit Graffiti besprühtes Backsteingebäude dass bebte wenn die Metro alle fünf Minuten vorbei ratterte. Wir beide arbeiteten mehrere Jobs neben dem Studium und doch konnten wir uns die Miete immer nur mit Ach und Krach leisten.

Im Treppenhaus stank es immer nach abgestandenem Rauch und altem Schweiß. Ich vergrub meine Nase im Kragen meines Sweaters als ich die Treppen hinaufeilte. Ich wollte auf keinen Fall meiner Nachbarin, Mrs. Phillips, in die Fänge geraten. Die war zwar überaus freundlich aber ich hatte wirklich andere Pläne für den Abend als mich in klatschnassen Sachen von einer gelangweilten Hausfrau zuschwatzen zu lassen.

Meredith, meine übellaunige Perserkatze, sprang mir schon an der Tür entgegen. Sie miaute anklagend und als ich mich bückte um sie aufzuheben vibrierte ihr kleiner Körper mit verstimmten Grummelgeräuschen.

"Ja, ja, du kriegst ja gleich was zu futtern. Nur die Ruhe", versuchte ich sie zu beschwichtigen, aber ihre Majestät schien nicht gerade beeindruckt mit mir zu sein. Mit erhobenen Schwanz tänzelte sie in die Küche, während ich mich aus meiner nassen Kleidung schälte und diese für eine Jogginghose, ein altes, ausgeleiertes Top und dicke Fleecesocken austauschte. Mein Bh segelte durch die Luft auf den immer wachsenden Haufen getragener Wäsche und mein feuchtes, kastanienbraunes Haar drehte ich in einen unordentlichen Dutt. Fertig war mein Outfit für mein Date mit Han Solo.

Auf meinen rutschigen Socken schlitterte ich in die Küche und Meredith starrte mich über ihr leeres Schälchen hinweg übelgelaunt an.

Ich fütterte sie und wärmte mir die Reste von Gestern auf. Walpilzsuppe aus dem Päckchen. Lauwarm da unsere Mikrowelle mindestens so alt war wie ich.

Sobald ich mich auf meiner Couch niederließ wurden meine Augenlider schwer und ich blinzelte gegen das blendende Licht des Fernsehers. Obi-Wan war noch nicht einmal aufgetreten, da war ich schon ins Land der Träume versunken.

Ein lautes Geräusch wie das Kläppern von Geschirr riss mich aus meinem Schlaf. Ich konnte nicht genau sagen wie viel Zeit verstrichen war. Ich lauschte über das Rauschen des Fernsehers hinweg. Da war es wieder! Mein Herz machte eine Salto in meiner Brust. War das ein Einbrecher? Ein Axtmörder?

Einatmen, ausatmen, Danielle. Nicht immer das Schlimmste denken, ermahnte ich mich. Es war bestimmt nur Katie die sich nach dem feiern noch einen Mitternachtssnack zubereitete. Ja, so musste es sein.

Ich raffte mich auf und schlich durch den dunklen Flur in die Küche.

Ein Schrei blieb mir in der Kehle stecken und das Geräusch, das ich stattdessen ausstieß hörte sich eher an wie ein kreischiges "Graaah!". Die Person die gerade am Kühlschrank stand und dessen Inhalte inspizierte war definitiv nicht Katie. Außer sie hatte sich in den Letzen Stunden einen grauen, zauseligen Bart wachsen lassen.

Der Fremde drehte sich zu mir um, eine Milchpackung in seiner schrumpeligen, mit Altersflecken übersäten Hand.

"Nur selten habe ich so eine gefüllte Speisekammer gesehen. Man könnte meinen ihr gehört zum Volk der Halblinge.", sagte der Tattergreis milde. Er setzte sich an den Küchentisch und legte seinen grauen Filzhut ab und lehnte den langen knorrigen Stab gegen das Tischbein.

Ich konnte ihn nur entgeistert anstarren. Was machte man den in so einer Situation bitte? War der Opi aus einem Altenheim ausgebüxt oder wie?

"Wer seid ihr?", verlangte ich mit schriller Stimme zu wissen.

"Mein Name ist Gandalf. Gandalf der Graue. Und ihr seid Danielle, nehme ich an."

Gandalf? Was ist das denn für ein Name? Und warum redet der so geschwollen und mittelalterlich? So alt ist er doch nun dann wieder nicht.

"Wie sind sie in meine Wohnung gekommen?", fragte ich mit weit aufgerissenen Augen. Meredith tapste an mir vorbei und ließ sich auf dem Schoss des Fremden nieder. Verräter!

"Durch die Tür natürlich."

Ich verschränkte meine Arme. "Hallo, schon mal von Klingeln gehört? Sie können hier nicht einfach so hereinspazieren. Warte mal! Ich habe sie doch schon mal gesehen. Auf dem Parkplatz. Und jetzt sind sie mir Nachhause gefolgt? Sag mal geht es noch? Ich ruf die Polizei!"

Der Tattergreis zog seine buschigen, grauen Augenbrauen hoch. Mein aufbrausendes Temperament schien ihn zu belustigen. "Ich weiß nicht wen ihr zu rufen gedenkt aber ich kann euch versichern dass ich keine Gefahr für euch darstelle. Ich wurde von Mächten geschickt die viel größer sind als ihr und ich. Ihr wurdet auserwählt von den Valar und müsst euch nun eurem Schicksal stellen."

"Hä, was für'n Wal? Wie kann mich ein Wal bitte auserwählen?"

"Ihr missversteht mich", teilte mir Gandalf mit. "Die Valar sind Fürsten und Fürstinnen ihres Geschlechts. Die vierzehn Größten der Ainur. Mittelerde steht vor dem Untergang. Es liegt an euch den Lauf des Krieges zu wenden."

Irre...definitiv komplett übergenschnappt. "Eh, haben sie mich mal angeguckt." Ich zeigte auf meine plüschigen Herzchensocken und die Sailor Moon Schlafanzughose. "Seh ich aus als könnte ich einen Krieg gewinnen? Ich kann nicht mal eine Liegestütze."

"Die Valar haben euch gesegnet, Kind. Wenn die Zeit kommt werdet ihr bereit sein."

Alles klar. Ja dann. Ich plusterte meine Backen auf. Mit Bekloppten zu reden war wirklich frustrierend. "Ich sag dass jetzt nur einmal im Guten, Opi. Ich bin ganz sicher keine Auserwählte und sie brauchen eindeutig Hilfe."

Gandalf seufzte reumütig. "Dann bleibt mir nur noch eines übrig um euch von meiner Aufrichtigkeit zu überzeugen."

Er begann etwas in einer seltsamen Sprache zu faseln und der Boden unter meinen Füßen verschwand. Meine Wohnung verschwand. Mein letzter Gedanke war das mir die Pilzsuppe wieder hochkam.

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