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Das Internat der Gruselgestalten 3

Auf Flora und Co wartet ein großes Abenteuer: Die großen Spiele, ein Wettkampf zwischen zwei Schulen. Aber seltsame Dinge gehen vor sich. Ist es wirklich Graf Dracula, der sein Unwesen treibt, oder will jemand die Spiele sabotieren? Wir werden es sehen...

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    Mein Geburtstag

    Heute Morgen wachte ich mit einem guten Gefühl auf: Ich war dreizehn! Fröhlich schwang ich mich auf die Beine und weckte Larissa, die bekanntlich immer etwas später aufwachte als ich. Ich flüsterte ihr "aufstehen!" ins Ohr und sie murmelte etwas wie: "N´Morgen. Alles gute zum Gebu... Ahhh, Hilfe!" Mit einem Mal war Larissa hellwach und sprang in Panik aus ihrem Bett. Sie hatte sich vor ihrer eigenen Papphexe erschrocken, die überall dabei sein musste (warum auch immer?). Normalerweise bekam ICH Albträume von ihrem ganzen komischen Hexenkram. Die sahen zum Beispiel so aus: Ich war gefangen. Niemand konnte mir hier heraushelfen. Bald waren meine Knochen alles, was noch von mir übrig war. Ich schwamm an den Rand des riesigen Suppenkessels, in dem einiges ekliges blubberte. Es sah aus wie Menscheninnereien. Ich sah auf zu den Hexen, die auf mich herabblickten, zahlreiche Unwesen mit knallgrünen Köpfen. Darunter waren einige von dem Poster, die Papphexe, und unter anderem auch Larissa. Eine besonders große Hexe mit messerscharfen Zähnen fuhr ihre Klauen aus und streckte sie mir entgegen. Bald würde mein Herz versagen... "Hey, endlich sind wir gleichalt." Larissa weckte mich auf aus meinem Tagtraum. "Stimmt! Warte kurz, ich ziehe mich um und dann gehen wir zu Elisa, okay?" Ich streifte mir irgendwas über und wir gingen zusammen Richtung Zimmer 7. Nach dem Frühstück trafen wir uns alle im Klassenraum. Die Tür ging auf und eine große, schlanke Frau mit einem markanten, knöchrigen Gesicht (Ja, sie ist ein Skelett XD) kam herein. Die grau-weißen Haare trug sie zu einem strengen Dutt und sie wippte leicht im Gang. Es war Frau Holzwald, die Direktorin, die gleichzeitig meine Tante war. "Guten Morgen, liebe Schüler. Ich muss euch etwas ankündigen: In den nächsten Tagen wird ein aufregendes Ereignis stattfinden, die großen Spiele. Das ist ein 4 Tage langer Wettkampf zwischen zwei Schulen. Wir werden gegen unsere Partnerschule antreten, die Tomorum-Aurelia-Schule aus Transsilvanien. Für alle Schüler des zweiten Jahrgangs ist es Pflicht, daran teilzunehmen. Der Wettbewerb besteht aus verschiedenen Aufgaben. Sie sind so aufgeteilt, dass sie für die Gruselgestalt gut geeignet sind, für die sie bestimmt sind. Alle mit der selben Gruselgestalt arbeiten zusammen. Wer niemanden als Partner hat, tritt eben alleine an. Noch Fragen?" Monikan meldete sich: "Gibt es auch etwas zu gewinnen?", fragte er. "Es wird einen Preis von 1500 Euro zu gewinnen geben", antwortete Elfrieda Holzwald. Kim hatte noch eine Frage: "Welche Aufgaben bekommen die Teufel?", wollte sie wissen. "Das werdet ihr morgen schon sehen." Frau Holzwald lächelte verschmitzt. Nach einigen weiteren Fragen beendete sie die Schulstunde. Nach dem Unterricht traf ich mich mit Larissa, Elisa, Kira, Min-Thai und Hildegard in meinem Zimmer, um die Party zu planen. "Wir könnten im Schulkeller feiern", schlug Kira vor. Ich war einverstanden, aber ganz geheuer war mir die Sache nicht. Schließlich wurde Kira dort einmal gefangen gehalten. Aber den Nachtmar hatten wir vor ungefähr einem Jahr auf Klassenfahrt besiegt. "Noch mal danke dass du extra hier hergekommen bist. Eigentlich müssten wir ja für dich `ne Art Babys sein, wo du doch in 3 Wochen 18 wirst." ich lächelte Kira an. "Ach Quatsch, ihr seid doch keine Babys! Wir haben doch schon so viel zusammen gemacht! Und wenn ich höre das Wort "Geburtstag" höre, bin ich überall dabei." Kira musste grinsen. Zusammen gingen wir zu Frau Holzwald, um uns eine Party-Genehmigung zu holen. Das war ein Formular, das man immer vor einer Feier ausfüllen musste. Frau Holzwald gab uns das Formular und ich füllte es schnell aus:

    Party-Genehmigung

    Warum wird gefeiert: Mein Geburtstag
    Wann findet die Feier statt: Heute von 18:00-21:00 Uhr
    Wo findet die Feier statt: Im Schulkeller
    Wie lange dauert die Feier: Ungefähr 3 Stunden
    Mit wie viel Personen wird gefeiert: 6
    Sind die Wände gepolstert (Wegen lauter Musik): Ja


    Frau Holzwald warf einen prüfenden Blick auf das Formular, dann nickte sie und meinte: "Ja, ihr könnt feiern. Dir alles Gute zum Geburtstag, Flora." "Dürfen wir in die Stadt und etwas für die Party besorgen?", fragte Min-Thai. "Das könnt ihr natürlich gerne machen." Meine Tante lächelte. Ich aber war ziemlich überrascht. Wie lange war ich nicht mehr bei den Menschen gewesen? Bestimmt mindestens ein Jahr lang. Meine Freundinnen und ich gingen zum Schuppen der Schule und liehen uns ein paar Fahrräder. In der Stadt kauften wir das Nötigste ein und begannen, den Keller fertig zu machen. Natürlich mussten wir ein bisschen improvisieren, denn er war eigentlich nicht für Partys gedacht. Aber wir bekamen das ganz gut hin: Unsere Nachttische stellten wir in einer Reihe auf und spannten ein Bettlaken als Tischdecke darüber. Darauf stellten wir unsere gekauften Sachen: Chips, Popcorn, Cola, Nachos, Marshmallows und Schweinshaxe (darauf hatte Larissa bestanden, da sie die Haxe an einen Finger erinnert hatte, ihr Lieblingsessen). Tadaa, unser Buffet. Als wir ein wenig im Keller umher gingen, entdeckte Elisa eine alte Abstellkammer. Dort war einiges Nützliches zu finden: Ein eingestaubtes Kofferradio, ein Fernseher samt Fernbedienung, eine älterliche Diskokugel, Kissen und eine große Decke und sogar eine DVD namens: "Die Nacht der Gruselgestalten". Wir stellten alles auf und waren ziemlich zufrieden mit dem Ganzen. Nun mussten wir nur noch bis 18:00 Uhr warten. In der Zeit buken Elisa, Kira, Larissa, Min-Thai und Hildegard mit der Erlaubnis von Frau Holzwald etwas in der Küche. Da es ja für meinen Geburtstag war, durfte ich nichts mitkommen. Ich setzte mich an meinen Schreibtisch und malte etwas. Die Zeit verging wie im Flug und als es so weit war, klopfte Hildegard an meiner Zimmertür und führte mich hinunter in den Keller. Ich traute meinen Augen kaum, als ich den Keller sah: Auf dem Buffettisch thronten zusätzlich zu dem Knabberzeug auch noch zahlreiche Kuchen und Muffins mit der Aufschrift Happy Birthday Flora. Mini-Vampire waren darauf abgebildet. An der Decke hingen Bluttropfen-ähnliche Girlanden und kunstvoll gebastelte Vampire, die Menschen jagten. Der Fernseher war nun sauber und wartete nur so darauf, dass er angeschaltet wurde. Die kuschelige Decke und die Kissen waren bereit. Meine Geschenke waren in einem großen Kreis ausgelegt. Aber das lustigste war... meine Freundinnen! Min-Thai, Larissa und Elisa hatten sich verwandelt und Hildegard, die in ihrer blauer-Teufel-Gestalt natürlich viel zu groß für den Keller wäre, hatte sich zerfetzte Klamotten angezogen und künstliches Blut ins Gesicht geschmiert. Doch wo war denn Kira? Auch auf diese Frage bekam ich schnell eine Antwort, als ein helvetisches Taschenmonster herbeistolzierte. Es hatte braunes Fell, große Zähne und Augen und sah eigentlich ziemlich niedlich aus. Endlich wusste ich, welche Gruselgestalt Kira hatte! Ich umarmte meine Freundinnen kräftig. Nun konnte die Party beginnen! Als erstes überreichte mir Min-Thai ihr Geschenk: Ein künstlicher Herausvorderer, den man auf verschiedene Schwierigkeitsgrade stellen konnte und mit dem man seine Kräfte trainieren konnte. "Cooles Geschenk, auf sowas wäre ich nie gekommen!", meinte ich. Von Elisa bekam ich eine Brille, mit der Vampire ihre Augen verbessern konnten, um besser im Dunkeln sehen zu können. Kira schenkte mir einen Hindernis-Parcours mit einer Stoppuhr. Damit konnte man immer wieder aufs neue versuchen, seine Zeit zu toppen. Hildegards Geschenk war ein Gestaltentauscher, mit dem man für eine Stunde mit jemandem den Körper tauschen konnte, wenn beide es wollten. Und was schenkte mir Larissa? Von ihr bekam ich einen Anzug, mit dem man mit 30 km/h auf Feinde zurennen und sie dann mit Schneckenschleim der afrikanischen Pupsglibberschnecke bespritzen konnte. Alles waren sehr lustige Geschenke, mit denen ich viel machen konnte. Nun hatten wir vor, den Film anzuschauen. Ich machte den Fernseher an und wir machten es uns gemütlich. Der Film war richtig gut, es hatte sich gelohnt ihn anzusehen. Als nächstes wollten wir eine Disko machen. Min-Thai suchte gerade im Radio nach dem passenden Song, als wir auf der Treppe Schritte hörten. "Was ist das denn?", flüsterte Elisa ängstlich. Da erschienen zwei Gestalten und lehnten sich an den Türrahmen. Es waren-Ben und Florian. "Was is`n das für `ne Scheißparty! Glaubt ihr irgendwie, ihr seid cool oder so was? Fehlanzeige!" Ben ließ ein verächtliches Lachen hören. "Komm Florian, lasst uns diesen demicoolen Typen mal zeigen, was Sache ist!" Er winkte Florian zu sich heran und die beiden schlenderten auf uns zu. Ben verpasste Hildegard eine Fake-Ohrfeige und sie sprang erschrocken zur Seite. Die beiden Jungs konnten sich vor Lachen kaum noch halten. Als nächstes versucht Florian, das Radio einzutreten. Nun reichte es mir aber. So schnell wie ich konnte, zog ich mur Larissas Speedanzug über. Ich gab Vollgas und raste auf Ben und Florian zu, die kreischend davonrannten. Im Anschluss spritzte ich ihnen eine Ladung Schneckenschleim hinterher. Kichernd klatschte ich mich mit allen ab. Meinen 13. Geburtstag würde ich wohl nie vergessen.

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    Die großen Spiele

    Am nächsten Morgen kam es diesmal so, dass Larissa mich weckte. Leise schlich sie sich zu meinem Bett und schrie mir dann: "Aufwaaaaacheen! Es breeeennt!" ins Ohr. Ohne zu zögern schreckte ich hoch und sah mich alarmiert nach allen Seiten um. "Aufwachstrategie Nummer 27" Larissa grinste frech. Heute hatte sie mich geschlagen, das musste ich neidlos zugeben. "Weißt du, wo wir uns heute treffen müssen; jetzt wo doch dieser Wettkampf stattfindet?", fragte ich Elisa beim Frühstück. "Ich denke im Klassenraum, oder?", antwortete sie leicht verunsichert. Aber da hatten wir uns geirrt. Als wir gerade an der Eingangshalle vorbeikamen, sahen wir dort unsere Klasse warten. Allerdings waren Frau Holzwald und Herr Biss nirgendwo zu sehen. An ihrer Stelle stand Frau Pferdefuß. "Wo sind denn Herr Biss und Frau Holzwald?", wollte ich wissen. "Elfrieda hat plötzlich schlimme Bauchschmerzen bekommen und ihr ist sehr übel, sie musste schon erbrechen. Heinz ist bei ihr geblieben, falls es noch schlimmer wird. Wir glauben, sie hat eine Lebensmittelvergiftung erlitten, denn kurz davor hat sie ein Getränk getrunken, das schon ziemlich vergoren ausgesehen hat." Oh nein, die Arme! Hoffentlich ging es ihr bald wieder besser! "Dann wünsche ich ihr mal gute Besserung. Und ich hätte noch eine Frage: Wie kommen wir zu diesen großen Spielen? Haben sie privat etwas gemietet und wir fahren mit dem Bus dort hin?" "Aber nein! Für die großen Spiele benutzen wir nie Menschenmethoden. Wir werden uns einfach dort hin teleportieren." Das letzte Wort sprach sie so aus, als wäre es das Einfachste auf der Welt. "Wie...wie meinen sie das? Es haben doch nur Einige von uns die Fähigkeit, sich zu teleportieren." Frau Pferdefuß lächelte. "Das wirst du schon selber sehen." Sie drehte sich zur Klasse um und sagte: "Stellt euch alle in einem Kreis auf und legt die Hände aufeinander." Sie tat es den anderen gleich. "Und jetzt konzentriert euch so gut ihr nur könnt. Keiner sagt mehr ein Wort!" Sie wartete einen Moment, dann fing sie an, in einem merkwürdigen Singsang eine Art Zauberformel aufzusagen. Ihre kinnlangen, knallig roten Haare wehten ihr übers Gesicht. Die stechend grünen Augen bekamen einen seltsamen Glanz. Ihre Stimme war so weich und so bezaubernd, keiner wagte es, etwas zu sagen. Die Welt um uns herum begann sich zu drehen, alles verschwamm, doch Frau Pferdefuß hörte nicht auf zu singen. Ich merkte, wie ich langsam schläfrig wurde, diese Melodie machte mich träge. Langsam, aber sicher wurde ich bewusstlos. Als ich wieder erwachte, lag ich auf einem Stadionplatz. Ich blickte mich um und sah, dass meine Klassenkameraden auch gerade wieder zu sich kamen. "Seht ihr, so geht das." Frau Pferdefuß grinste. "Als nächstes werdet ihr in Gruppen eingeteilt. Seht euch um: Die Gruppenleiter halten alle Schilder hoch. Geht zu der Gruppe, auf dessen Schild eure Gruselgestalt steht." Ich sah mich um und entdeckte das Schild "Vampire" das ein Mann hochhielt. Er stand dort mit zwei Jungs und einem Mädchen mit blasser Haut, dunklen Haaren und Augenringen, warscheinlich Schüler der Tomorum-Aurelia-Schule. Zusammen mit Rasmus schlurfte ich auf ihn zu. Ich wollte mich gerade vorstellen, da fiel mir ein, dass die Tomorum-Aurelia-Schule aus Transsilvanien kam. Ob sie auch Deutsch konnten? "Hello, I`m Flora and I`m a vampire. Can you speak german?", versuchte ich es auf Englisch. Der Gruppenleiter lächelte. "Öhm... ich komme selber aus Deutschland", antwortete er. "Oh...sorry." Ich errötete. Jetzt wandten sich uns die transsilvanischen Schüler zu. "Ja, ein bisschen, wir lernen in der Schule", sagte der etwas größere der beiden Jungs. "Ich habe an meiner alten Schule auch ein bisschen transsilvanisch gelernt", antwortete ich. "Stellt euch alle mal gegenseitig vor.", schlug der Gruppenleiter vor. "Ich bin Herr Zahnfleisch." Rasmus, der bis jetzt noch nichts gesagt hatte, stöhnte jetzt: "Muss das sein, Papa?" Aha, dieser Typ war also Rasmus` Vater! Ob der auch so komisch drauf war wie sin Sohn, würde sich bei nächster Gelegenheit herausstellen. Auf einmal sah ich, wie die transsilvanische Schülerin, ein kleines, zierliches Mädchen, den Kopf verunsichert in alle Richtungen reckte und tief Luft holte. Warscheinlich wollte sie sich vorstellen. "Mein... Nam sind Lou", würgte sie hervor. Die Ärmste. So schüchtern war ich auch mal gewesen, als ich mich im Kindergarten vorstellen musste. "Ich bin Max und das ist mein Bruder Finn." Der größere Junge grinste und man konnte seine spitzen Zähne sehen. "Gut, gut." Der Gruppenleiter klatschte in die Hände. "Nun werde ich euch eure Aufgabe vorstellen: Ihr müsst ein Labyrinth um die Wette durchqueren. Es besteht aus verschiedenen Teile, so dass ihr pro Tag einen Teil in ungefähr 2 Stunden durchqueren könnt. Wenn ihr es geschafft habt, findet ihr euch im Stadion wieder. Ich werde euch gleich dorthin führen, aber ersteinmal werden wir der Eröffnung de großen Spiele zuhören." Ein Mikrofon knackste und eine Stimme fing an, etwas zu erzählen: "Vor 3000 Jahren wurden die großen Spiele eingeführt. Die Schüler hatten alle Spaß daran, aber dann passierte es: Eine unheimliche Kreatur, genannt Graf Dracula, tauchte auf und versetzte alle in Angst und Schrecken. 100 Jahre lang wurden die Spiele unterbrochen. Erst dann traute man sich wieder, weiterzumachen. Seitdem kam Graf Dracula nie wieder. Aber man munkelt, dass er sich immer noch irgendwo aufhält und nur darauf wartet, sich sein nächstes Opfer zu holen. Muhahahahaha!" Das Mikrofon knackste wieder und die Stimme verhallte.

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