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Gnomus -eine Kurzgeschichte

Gefangen, mit Kreaturen, die eigentlich lächerlich erscheinen sollten. Doch, wie in jeder Horror-Geschichte, werden die friedlichen zum Feind. Nicht sicher ist, ob diese Geschichte ihr Happy-Ending findet.

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    GNOMUS

    Ich presste mich an die innere Wand meines Kleiderschrankes, bedacht darauf so leise zu atmen, wie nur irgendwie möglich war. Mein Herzschlag dröhnte mir in den Ohren und die sonstige Stille krallte sich an mir fest. Ich konnte ein leises Kratzen an der Kleiderschranktür wahrnehmen und mein Puls beschleunigte sich. Das Blut pochte mir in den Schläfen. Der Gnom kratzte mit seinen Nägeln an der Tür und ich versuchte mich zu konzentrieren, und meine Gedanken zu sortieren, um so schnell wie möglich aus meinem dunklen Gefängnis zu flüchten. Jedoch scheiterte ich kläglich. Ohne zu überlegen was ich tat, stieß ich die Tür auf und stolperte ins Freie. Es stieß den Gnom zwar um, jedoch würde er sich bald wieder aufrappeln und mich schnappen, wenn ich nicht auf der Stelle die Flucht ergriff. Ich stand jedoch, nicht mehr Meister meiner Sinne, wie festgeankert einen Meter vom Gnom entfernt in meinem Zimmer, meinen Blick auf den Gnom gerichtet, der mich mit roten funkelnden Augen ansah. Seine Augen waren so blutrot und angsteinflößend, dass es mir die Luft aus den Lungen presste. Ich erwachte aus meiner Starre und ergriff die Flucht. Ich hastete hektisch aus meinem Zimmer und das Adrenalin in mir begann mich zu kontrollieren. Ich stieß mir im Flur hart den Kopf an einem Balken und mein Kopf schien vor Schmerz zu explodieren. Ich warf, während ich den endlos langen Flur entlangran, einen Blick über meine Schulter und erblickte den Gnom, der mit viel zu schnellem Schritt näher kam. Ich richtete meinen Blick wieder auf den Flur vor mir. Endlich eine Tür in Sicht. Ich stieß sie hektisch auf und verließ mit unregelmäßigem Atem und schmerzenden Lungen mein Haus, und ließ mich zu Boden sinken. Erleichtert begann ich nach Luft zu ringen und blickte in Richtung Vollmond, der am Himmelszelt thronte. Ich beobachtete den Nachtschattentanz einer Motte, die ihre Runden flog. Ein Moment des Friedens. Die kühle Nachtluft umspielte mich. Ich atmete tief ein und schloss meine Augen, bedacht darauf, mich auf die Stille zu konzentrieren. Nur um daraufhin leise Fußschritte wahrzunehmen. Sie schienen näher zu kommen. Ich riss meinen Kopf in Richtung des Geräusches. Ein weiterer Gnom und dann hörte ich es wieder. Das Kratzen an der Haustür. Ich rannte wieder los. Diesmal in Richtung Wald. Mein Herzschlag überschlug sich wieder und ich rannte durch Gestrüpp, sprang über emporragende Wurzeln und versuchte die Schmerzen wieder auszublenden. Die Zeit schien sich in die Länge zu ziehen. Aus Sekunden wurden Minuten, aus Minuten Stunden und aus Stunden eine Ewigkeit. Irgendwann wurde mein Sichtfeld schwarz. Ich spürte nichts, sah nichts und fühlte nichts. Frieden. Doch als ich meine Augen wieder öffnete, war ich immer noch am rennen. Doch diesmal in die falsche Richtung. Ich fiel den Abhang hinunter. Meine Knochen brachen, mein Blut strömte und wurde gierig von der Erde aufgesogen. Wie ich Zeitlupe. Mein Kopf schlug auf dem kalten Erdboden auf und mein Halswirbel brach. Erschrocken öffnete ich die Augen. Ich lag auf dem Boden neben meinem Bett in meinem Zimmer. Ich war vom Bett gefallen. Und dann realisierte ich es. Es war ein Traum gewesen. Nur ein böser Traum. Ich war in Sicherheit. Ich rappelte mich auf und tappste in Richtung Bad. Ich stellte mich vor meinen Spiegel und suchte nach dem Lichtschalter. Während ich mich im Mantel der Nacht im Spiegel betrachtete. Ich betätigte den Lichtschalter und lies kaltes Wasser vom Wasserhahn über meine Handgelenke fließen. Ich sah auf. Als ich ihn erblickte. Der Gnom stand auf dem Fenstersims hinter der Glasscheibe hinter mir und lachte auf mich herab.

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