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Just a little girl

Ein 14 jähriges Mädchen als Bodyguard? Das glaubt doch kein Mensch! Eben deshalb ist unsere liebe Taiger Phantomhive in ihren Inkognito-Einsätzen so erfolgreich. Von außen ist sie für alle nur ein klein geratenes, süßes, hübschen Mädchen, doch man soll ja nicht immer nur vom Äußeren ausgehen stimmt's? In ihrem ersten Auftrag wird sie auch gleich ins Zentrum der Macht geführt: Sie soll den Sohn des amerikanischen Presidenten beschützten...
Doch ihr lieber Klient macht es ihr nicht gerade sehr leicht...

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    Der Fahrer trat das Gaspedal hart durch. Er packte das Lenkrad mit solcher Kraft, dass seine Handgelenke weiß hervortraten. Der gewaltige Motor des H





    Der Fahrer trat das Gaspedal hart durch. Er packte das Lenkrad mit solcher Kraft, dass seine Handgelenke weiß hervortraten. Der gewaltige Motor des Humvee brüllte auf. Das gepanzerte Fahrzeug beschleunigt und schoss über den zerbombten Asphalt. Die beiden Insassen im Fond starrten schweigend auf die von Einschlagkrater übersetze Autobahn hinaus, die sich wie die zerfetzte Haut eine toten Schlange bis zum Horizont erstreckte. An den Seitenfenstern flog die karge irakische Landschaft vorbei - höllische Bilder eines vom Krieg zerrissenen Landes. Ausgetrocknete Felder, übersetzt mit Müll, verkohlte Skelette ausgebrannter Fahrzeuge, Häuser halb in Ruinen, die Mauern von unzähligen Einschusslöchern durchsiebt ... und der zwischen immer wieder die gehetzten, gequälten Gesichter irakische Kinder, die die Abfall- und Trümmerhaufen durchstöberten. 
    Der weibliche Passagier, eine junge Botschaftsassistentin mit gepflegten blonden Haaren, blickte mit weit aufgerissenen Augen auf die trostlose Landschaft. Ihr sonst so frisches, unbekümmertes Gesicht war starr vor Entsetzen. Mit zitternder Hand wischte sie eine Träne von der Wange. Der Mann neben ihr, ein groß gewachsener Hispanoamerikaner mit ausgeprägten Wangenknochen und dunkelbraunen, scharf blickenden Augen, hatte sich besser im Griff. Doch auch seine Hände hatten sich in die Armstützen verkrampft und verrieten seine innere Anspannung. 
    Nur der Bodyguard saß äußerlich unbewegt auf dem Vordersitz angeschnallt, das MP5-Maschinengewehr quer über den Schoß. Es war bei weitem nicht seine erste Fahrt auf dieser Straße, und bisher hatte er alle heil überstanden. Aber das machte ihm diese Fahrt nicht leichter. Die Strecke war nicht einmal 12 km lang, verlief aber in einem weit geschwungenen Bogen und war die einzige große Verkehrsadern, die den internationalen Flughafen von Bagdad mit der grünen Zone verbrannt - dem rund 10 Quadratkilometer großen, festungsähnlich gesicherten Speer Bezirk mitten im Herzen von Bagdad, in dem sich die wichtigsten Militär- und Regierungseinrichtungen befanden. Das machte die sogenannte Route Irish zum gefährlichsten Autobahnabschnitt der
    Welt - monumentaler Schießstand für Terroristen und Aufständische. Sich auf die Straße zu wagen, war fast selbstmörderisch. Und heute ist der Einsatz noch höher, dachte der Bodyguard und warf einen kurzen Blick über die Schulter auf den neu erkannten amerikanischen Botschafter im Irak. Gewöhnlich setzten die Amerikaner für den Transport hochrangige Amtsträger Hubschrauber ein, aber heute herrschte heftige, böiger Wind, und ein Sandsturm war angekündigt worden, sodass alle Fluggeräten auf dem Boden Garten bleiben müssen. Unablässig liest der Leibwächter den Blick durch die kugelsicheren Scheiben über das Terrain streicheln, dass sich ringsrum erstreckte. Vor und hinter dem Fahrzeug donnerten noch drei weitere Humvees über den Asphalt; zusammen bildeten sie eindrucksvolle Militärskorte. Sämtliche Fahrzeuge strotzen vor Waffen: festmontierte schwere M2-Maschinengewehren und MK19-Maschinengranatwerfer. Einhorn Humvees raste vor dem Konvoi und trieben sämtlichen zivilen Fahrzeugen zur Seite, wenn sie nicht schnell genug freiwillig Platz machten. Eine Unterführung kam in Sicht . Der Bodyguard spannte sich an. Das war die ideale Stelle für einen Überfall. Am Abend zuvor hatte natürlich ein Spezialtrupp die Brücke genauestens auf IEDs untersucht, wie die >Impossible Explosive Devices< oder >unkonventionellen Sprengfallen< im Militärjargon kurz genannt wurden. Aber da schieß noch lange nicht, dass SÄMTLICHE Sprengfallen entdeckt worden waren. Instinktiv tastete er nachdem Schlüsselanhänger in seiner Tasche . Er trug ihn immer und überall bei sich. Der Anhänger zeigte das Foto eines achtjährigen Mädchens, die fröhlich in die Kamera
    grinste - seine Tochter. Der Bodyguard strich mit dem Finger über den Anhänger und schwor sich - wie immer in gefährlichen Situationen -, dass er diese Fahrt überleben würde, und sei es nur für seine Tochter.

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    Die Brückenpfeiler waren bedeckt mit Graffiti, aber der Bodyguard bemerkte sie kaum. Er konzentrierte sich voll und ganz darauf, nach >Spähern< Ausschau zu halten, wärend die Kolonne unter der Brücke hindurchraste - vorgeschobenen Beobachtern, die sofort zum Handy griffen sodass der Konvoi an ihnen vorbei brauchst, um ihn den irgendwo weiter vorne an der Straße auf der Lauer liegenden Rebellin zu melden. Überhaupt könnte man mit einem Anruf vom Mobiltelefon eines möglichen bewirken: ein mit Sprengstoff vollgestopft geparktes Auto in die Luft jagen, eine Sprengfalle am Stadtrand auslösen, ein Drive-By-Shooting aus einem vorbeifahrenden Fahrzeug oder sogar einem Beschuss mit Mörsern oder Panzer Forsten veranlassen. Das alles und noch mehr hatte der Bodyguard schon selbst erlebt, und die meisten Angriffe hatten tragisch geendet. Heißt sie auf der anderen Seite der Unterführung heraus kamen hörte er den Fahrer erleichtert aufseufzte. Der Humvee beschleunigte erneut und raste weiter auf die grüne Zone zu. Der Bodyguard konzentrierten sich wieder auf die Beobachtung der Umgebung - er suchte nach allen Anzeichen von Gefahr im Verkehr, an den Baumstümpfen auf dem Mittelstreifen, in den Gebäuden an der Südseite der Straße. Und auf der Überführung und den Auffahrrampen des Autobahnknotens, dem sie sich nun häherten.
    >Sieht nicht gut aus<, knurrte der Fahrer, als der Konvoi nur noch im Schneckentempo vorankam. Weiter vorne hatte sich ein Stau gebildet; der Verkehr kam zum Stillstand.

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    Bald geht's weiter...

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