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Die Werwölfe vom Düsterwald- eine interaktive Fanfiction

Am Rand des finsteren Düsterwaldes liegt ein kleines Dorf, geschützt von hohen Mauern, denn im Wald leben Werwölfe, die nach dem Leben der Dorfbewohner trachten.
Alles scheint in Ordnung zu sein, bis einer von ihnen morgens tot aufgefunden wird. Kannst du helfen und das Dorf vor seinem Untergang retten?

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    ((bold))Prolog((ebold)) Es war einmal vor langer, langer Zeit, da gab es ein kleines Dorf am Rande eines dichten, dunklen Waldes. Die Menschen im Dorf
    Prolog

    Es war einmal vor langer, langer Zeit, da gab es ein kleines Dorf am Rande eines dichten, dunklen Waldes. Die Menschen im Dorf wussten, dass es gefährlich war in den Wals zu gehen, also bauten sie eine Mauer um ihr kleines Dorf, damit die gefährlichen Kreaturen, die dort lebten, sie nicht heimsuchen konnten. Was sie jedoch nicht wussten war, dass diese gefährlichen Kreaturen bereits unter ihnen lebten. Werwölfe, die wie ganz normale Menschen aussahen, sich zu jedem Vollmond jedoch in gefährliche Monster verwandelten.
    In einer dieser hellen Vollmondnächte, hörten sie die Wölfe heulen, so laut, als säßen sie direkt hinter der Mauer und lauerten auf einen törichten Abenteurer, der es wagte, nachts einen Fuß in den Wald zu setzen. Doch natürlich war keiner der Dorfbewohner dumm genug, dies zu tun. So schlichen die Monster im Mondschein um die Häuser des Dorfes, denn die Mauern hatten sie ja längst überwunden. Schon lange lebten sie still und heimlich unter den Dorfbewohnern, waren Teil der Gemeinschaft und hüteten ihr Geheimnis wie einen finsteren Schatz. In jener Nacht allerdings war endlich die Zeit gekommen, dass sie sich erheben würden. Sie würden das Dorf vernichten. Einer der Dorfbewohner hatte seine Tür heute Nacht nicht richtig verschlossen. Ja, die Zeit war reif…..

    Als die ersten Sonnenstrahlen die Dächer der kleinen Häuser berührten, erwachte das Dorf langsam wieder zum Leben. Die Monster waren verstummt und gemeinsam mit der Dunkelheit verschwunden. Zunächst begann ein ganz gewöhnlicher Morgen im kleinen Dorf am Rand des Düsterwaldes, ohne dass jemand etwas von dem schrecklichen Ereignis ahnte, das sich in der Nacht zugetragen hatte. Die Dorfbewohner öffneten ihre Fenster um das Licht hereinzulassen und einer nach dem anderen trat aus seinem Haus. Alles war wie immer. Zumindest solange, bis ein spitzer Schrei durch das Dorf hallte. Die Menschen eilten erschrocken hin zu dem Geräusch und fanden Frau Sonntag an der Tür zu Frau Hirschs Haus. Die Tür war offen und ein seltsam saurer Geruch hing in der Luft. Was nicht stimmte, wollten die anderen wissen, doch Frau Sonntag zeigte nur mit zitternder Hand ins Innere des Hauses. Als sie es sahen, zogen die anderen Dorfbewohner bestürzt und geschockt die Luft in, manche stießen ebenfalls einen Schrei aus.
    Der ganze Raum war verwüstet. Umgeworfene und zerbrochene Möbel lagen herum. Gesplittertes Holz und angetrocknete Blutspritzer überall. Und in mitten des Chaos, in einer riesigen Blutlache, die entstellten Reste eines Körpers. Ohne Zweifel war es Frau Hirschs Leiche oder zumindest das was davon übrig war. Auch das milde, zartrosa Licht der aufgehenden Sonne konnte das Grauen nicht verschleiern. Die Dorfbewohner blickten sich ungläubig an. Etwas Derartiges hatte es in ihrem Dorf noch nie gegeben. Es war schonmal jemand im Düsterwald verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Aber innerhalb der schützenden Mauern ihres Dorfes…?

    ‚Sie wurde ermordet… Einer von uns ist ein Mörder!‘, rief einer aus.

    Doch da schüttelte Herr Kasper entschieden den Kopf. Während alle anderen wie erstarrt waren, hatte er einen genaueren Blick ins Hausinnere geworfen. Er bemerkte, dass hier und da graue Fellbüschel zwischen den zerstörten Möbeln hängen geblieben waren. Er sah die Wunden an der Leiche, die definitiv nicht von einem Messer oder einer sonstigen Waffe stammen konnte. Es waren die Spuren von Zähnen, die nur zu einem Raubtier des Düsterwaldes gehören konnten. Und dort, direkt auf der Türschwelle, war ein blutroter Pfotenabdruck.

    ‚Nein, wir haben keinen Mörder unter uns.‘, antwortete Herr Kasper.
    ‚Die Werwölfe sind in unser Dorf eingedrungen…‘

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    Vorwort

    Hallo und herzlich Willkommen zu dieser kleinen Geschichte.
    Falls jemandem von euch der Titel bekannt vorkommt- nun das liegt daran, dass ‚Die Werwölfe vom Düsterwald‘ ein relativ bekanntes Kartenspiel ist, welches ich extrem gerne mag und auf dem die Idee für diese Fanfiction basiert.

    Ich will es euch erklären. Es gibt unser Dorf, welches jetzt noch 13 Bewohner hat. 10 davon sind unschuldige Dorfbewohner; 3 davon sind Werwölfe. Das Ziel der Werwölfe ist es, jeden Dorfbewohner umzubringen, während die Dorfbewohner natürlich die Werwölfe loswerden wollen um wieder in Frieden zu leben.
    Nach jedem Vollmond wird sich das Dorf ab jetzt treffen. Sie werden diskutieren, ob sie verdächtige Geräusche gehört haben oder sich jemand merkwürdig verhalten hat. Und am Ende wird abgestimmt, wen die Mehrheit verdächtigt, ein Werwolf zu sein. Falls genug Dorfbewohner für diese Person stimmen, wird sie mit dem Tod durch Hängen am Galgen bestraft.

    Genau hier kommst du, lieber Leser, ins Spiel. Da das hier eine interaktive Fanfiction ist, hast du die Möglichkeit die Geschichte zu beeinflussen. Du gehörst zum Team Dorf und versuchst mit den Dorfbewohnern gemeinsam, die Werwölfe loszuwerden.

    Das Dorf gewinnt, wenn alle Werwölfe tot sind.
    Die Werwölfe gewinnen, wenn Gleichstand zwischen Dorfbewohnern und Werwölfen herrscht (da sie bei den Abstimmungen dann ein Unentschieden erzwingen können)

    Ich werde dazu nach jedem Kapitel einen Link einstellen, unter welchem du eine Abstimmung findest. Dort kannst du dann deine Stimme abgeben, wer deiner Meinung nach ein Werwolf ist. Gerne kannst du auch einen Kommentaren schreiben, warum du für eine bestimmte Person gestimmt hast, um andere Leser zu überzeugen. Je nachdem wie ihr abstimmt, geht die Geschichte dann weiter. Übrigens: Ihr könnte gerne auch Ideen schreiben, wie das Dorf die Werwölfe besser erwischen könnte, ich versuche diese dann ebenfalls zu verarbeiten.

    Voraussichtlich jeden Sonntag wird ein neues Kapitel hochgeladen und ihr habt dann bis Montag Abend Zeit zum Abstimmen.
    Im folgenden Kapitel stelle ich euch noch die Dorfbewohner vor und ihr bekommt eine kleine Skizze des Dorfes, wo ich immer die aktuellen Hinweise einzeichnen werde:)



    Ich bin wirklich gespannt, ob ihr Leser gemeinsam das Dorf retten könnt, oder ob die Werwölfe und ich euch hinters Licht führen können! Viel Spaß!

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    ((bold))Die Dorfbewohner: ((ebold)) ((bold))Haus 1: Herr Klubert ((ebold)) ((bold))Haus 2: Herr Schmidt ((ebold)) -bereits etwas kahl -im Zwist mit He
    Die Dorfbewohner:

    Haus 1: Herr Klubert

    Haus 2: Herr Schmidt
    -bereits etwas kahl
    -im Zwist mit Herr Kasper
    -trinkt manchmal zu viel Alkohol

    Haus 3: Frau Kaiser

    Haus 4: Großmutter
    -kaum jemand weiß noch ihren richtigen Namen
    -alte Frau mit grauen, krausen Haaren

    Haus 5: Herr Kasper
    -2.Opfer der Werwölfe
    -im Zwist mit Herr Schmidt
    -bleibt oft am längsten wach


    Haus 6: Frau Maier
    -Metzgerin von Beruf
    -kleine, rundliche Frau mit schwarzen Haaren
    -bekannt als resolute Frau, die durchgreift

    Haus 7: Frau Sonntag
    -blonde Haare
    -mit Frau Hirt befreundet

    Haus 8: Frau Hirsch
    -1. Opfer der Werwölfe


    Haus 9: Herr Palaver
    -Schreiner von Beruf

    Haus 10: Herr Müller
    -blonde Haare
    -normalerweise sehr schweigsam

    Haus 11: Frau Weihmann

    Haus 12: Herr Wicht

    Haus 13: Frau Hirt
    -rötliche Haare
    -mit Frau Sonntag befreundet

    Haus 14: Herr König

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    Kapitel 1

    Das Dorf sammelte sich auf dem Platz rund um den Brunnen. Allen Bewohnern stand der Schrecken noch immer ins Gesicht geschrieben. Wie hatte das nur passieren können? Sie hatten am großen Stadttor nachgesehen, ob es nicht vielleicht doch einen Spalt weit offen gewesen war und die Kreaturen sich dadurch hereingeschlichen hatten. Doch es stand unüberwindbar, schwer und massiv da. Kein Eindringen durch diese Tore. Also war es tatsächlich einer von ihnen. Mindestens einer von ihnen war ein Werwolf.

    ‚Wir müssen herausfinden, wer das war… Wenn wirklich einer von uns ein Werwolf ist… Ich kann das gar nicht glauben!‘, sagte Frau Weihmann zögerlich.

    ‚Es muss einer von uns gewesen sein.‘, antwortete Herr Kasper, ‚Hat jemand heute Nacht etwas Verdächtiges gesehen? Oder gehört?‘

    Herr Kaspers Blick hing an Frau Sonntag und Herr Palaver, den Nachbarn des Opfers. Doch die blonde Frau schüttelte nur den Kopf, noch immer leise vor sich hin schniefend. Sie schien sich gar nicht mehr beruhigen zu können, nachdem sie am Morgen als Erste die Mordszene entdeckt hatte. Frau Hirt hatte sanft einen Arm um sie gelegt und sprach ihr gut zu. Herr Palaver zuckt ebenfalls ratlos mit den Schultern,

    ‚Ich denke wir haben am Abend wohl alle das Geheul der Wölfe gehört. Aber das ist in den Vollmondnächten ja nichts Ungewöhnliches…‘

    Die Dorfbewohner murmelten zustimmend, manche nickten. Ja, das Wolfsgeheul kannten sie bereits. Da erhob Herr König die Stimme:

    ‚Und was ist mit ihnen, Herr Kasper? Sie wohnen doch gegenüber von Frau Hirsch; haben sie etwas gesehen? Es ist doch bekannt, dass sie immer am spätesten von uns allen ins Bett gehen… Wenn einer etwas mitbekommen haben sollte, dann jawohl sie!‘

    Wieder zustimmendes Gemurmel der Dorfbewohner. Das war ein gutes Argument.

    ‚Ich habe wie alle anderen nur mitbekommen, dass das die Wölfe heulten. Wenn ich noch etwas wüsste, würde ich es euch sagen.‘, beteuerte Herr Kasper und fügte hinzu: ‚Ich bin doch derjenige, der erst bemerkt hat, dass das mit Frau Hirsch kein gewöhnlicher Mord war. Warum sollte ich das feststellen und das Dorf warnen, wenn ich…?‘

    ‚Naja um genau das als ‚Beweis‘ zu benutzen, dass sie nicht der Werwolf sind!‘, zischte Herr Schmidt.

    Das Dorf war still. Es war so weit, die ersten direkten Anschuldigungen. Dabei war es kein Geheimnis, dass Herr Schmidt und Herr Kasper sich nicht besonders gut leiden konnten. Die beiden stritten oft über alles Mögliche. Besondern gern aber über Herr Schmidts Hang dazu, gerne mal ein Bierchen mehr zu trinken, als er vielleicht sollte. Herr Kasper kommentierte oft, wie unangebracht dieses Verhalten war, während Herr Schmidt sich entrüstete, dass Herr Kasper seine Nase nicht in die Angelegenheiten anderer zu stecken hatte. Auch jetzt funkelten die Zwei sich finster an. Gerade als Herr Kasper etwas entgegnen wollte, kam ihm jedoch jemand zuvor.

    ‚Kinderchen, Kinderchen, jetzt ist nicht die Zeit zu streiten‘, sagte Großmutter. Die Dorfälteste wurde schon solange von jedem einfach Großmutter genannt, dass kaum jemand sich an ihren richtigen Namen erinnerte.
    ‚Wenn wir jetzt anfangen jedem zu misstrauen, dann werden wir wohl kaum den nächsten Vollmond überleben. Viel eher sollten wir uns einen Plan überlegen, was wir jetzt tun…‘

    Die alte Frau mit den krausen, grauen Haaren war, wie immer, vernünftig und die Dorfbewohner nickten bekräftigend. Herr Kasper ergriff wieder das Wort:

    ‚Ja… Wenn wirklich niemand etwas gesehen hat, dann können wir vorerst wohl wirklich nichts tun. Wir sollten aber unbedingt beim nächsten Vollmond auf der Hut sein. Die Werwölfe werden sich kaum mit einem Tod begnügen…‘

    An dieser Stelle hörte man das erschrockene Einatmen der Dorfbewohner, denn dass beim nächsten Vollmond noch ein Mord passieren könnte, wollte sich niemand vorstellen. Schließlich könnte es jeden Treffen. Frau Sonntag stieß ein verzweifeltes Wimmern aus, sagte aber nichts.

    ‚Wir sollten alle gut aufpassen, ob wir etwas hören oder sehen. Und… Ich denke, es ist das Vernünftigste, wenn wir uns wieder Treffen, falls… etwas passiert. Dann diskutieren wir, ob wir einen Verdacht haben… Und wir können abstimmen, ob wir jemand Bestimmten für einen Werwolf halten…‘.

    Herr Kasper machte immer wieder zögerliche Pausen. Auch wenn er grad wie ein Anführer Vorschläge machte, so wollte auch er die grausame Wahrheit nicht aussprechen, dass vermutlich noch jemand sterben würde.

    ‚Und was machen wir, wenn wir uns sicher sind, dass jemand ein Werwolf ist?‘, fragte Frau Hirt, noch immer den Arm um die weinende Frau Sonntag gelegt.

    ‚Ist doch ganz klar.‘, antwortete Herr Schmidt mit einem funkelnden Seitenblick zu Herr Kasper, als wäre er bereits sicher, einen Werwolf gefunden zu haben,, Wir richten denjenigen hin. Einen Galgen zu bauen ist kein Hexenwerk.
    Also… Wollen wir gleich heute abstimmen?‘


    Ergebnis der Abstimmung:

    Frau Weihmann- 1 Stimme
    Herr Kasper- 1 Stimme
    Herr König- 1 Stimme
    Großmutter- 1 Stimme

    ->Dorf ist sich uneinig, niemand wird gehängt

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    Kapitel 2

    Die meisten Dorfbewohner sahen sich unentschlossen an. Alle waren geschockt über die grausigen Ereignisse, die niemand hatte kommen sehen. Zu behaupten, einer von ihnen sei besonders verdächtig, war schlicht und ergreifend eine Lüge- sie wussten nichts. Es gab keine eindeutigen Hinweise. Und jetzt Abzustimmen, wenn die Wahrscheinlichkeit am größten war, dass einfach nur eine weitere unschuldige Person starb und sie zweifelsfrei diesen Tod auf dem Gewissen haben würden? Es war alles so unwirklich, als sei dies nur ein schlimmer Albtraum, aus dem sie morgen früh erwachen würden in ihrem Bett. In einem Dorf, das langweilig und friedlich war wie immer- und nicht in diesem, das plötzlich so voller Angst und Misstrauen war.

    „Ich stimme für Herr Kasper“, knurrte da plötzlich Herr Schmidt. Sonst nichts, nur ein finsterer Blick in die Richtung des Beschuldigten.

    Herr Kasper wurde blass, wirkte geschockt, dass sein alter Feind Herr Schmidt ihn tatsächlich verdächtigte, jemanden ermorden zu können. Der dunkelhaarige Mann schüttelte nur den Kopf, blieb allerdings still. Nicht mal die Anschuldigung zurückgeben und für Herr Schmidt abstimmen, brachte er zustande. Die anderen Dorfbewohner schwiegen ebenso, keiner kommentierte diese Wahl.

    „Ich…. Ich stimme ab für Herr König“, piepste da Frau Hirt. Die Frau mit den rötlichen Haaren hatte nach wie vor einen Arm um die vor sich hin schluchzende Frau Sonntag gelegt und ein Ausdruck von tiefer Schuld war ihr ins Gesicht geschrieben.
    „Ich… Ich habe keine Beweise, nur mein Bauchgefühl… Und ich halte es für das Beste direkt jetzt jemanden…. Für das Verbrechen zu bestrafen.“, sprach sie weiter, fast schon auch in Tränen ausbrechend.
    Der so plötzlich beschuldigte Herr König war genauso still wie Herr Kasper. Er schüttelte langsam den Kopf. Er hatte doch am allerwenigsten verbrochen, kaum gesprochen bei der Diskussion. Es stimmte auch niemand Frau Hirt zu, keiner schien da ein ähnliches Bauchgefühl zu haben.
    Schlussendlich wollten also nur die Wenigsten abstimmen und somit endete die erste Abstimmung des Dorfes ohne dass jemand für den Mord an Frau Hirsch bestraft wurde. Das Dorf beschloss lediglich, dass Herr Palaver, ihr Schreiner, sich darum kümmern sollte, dass der Galgen errichtet wurde. Den Rest dieses schrecklichen Tags verbrachten sie mit dem Versuch, sich gegenseitig Trost zu spenden.

    Über die nächsten Wochen hinweg begrub das Dorf seine Verstorbene so ehrenvoll wie nur möglich. Alle beteiligten sich an der Zeremonie, wirkten verstört und bedrückt; doch insgeheim dachte jeder nur darüber nach, ob er vielleicht nach dem nächsten Mondzyklus in einem hölzernen Sarg liegen und in ein Grab hinabgelassen werden würde.
    Herr Palaver errichtete den Galgen, wie es ihm ausgetragen worden war und der Balken stand wie ein böses Mahnmal am Rand des Dorfes und erinnerte sie alle daran, was geschehen war. Die Dorfbewohner versuchten, ihre Leben weiterzuleben, als wäre alles ganz normal.

    Doch trotz allem rückte der nächste Vollmond bereits unaufhaltsam näher und kam schließlich; schneller als die Dorfbewohner sich weiter darauf vorbereiten konnten. Keiner von ihnen glaubte wirklich, dass er in dieser hellen Nacht Schlaf finden würde, doch wie eine schwere Decke, legte sich die Müdigkeit auf das Dorf und ließ einen nach dem anderen doch in den Schlaf sinken. Und kaum war das geschehen, schüttelten die Werwölfe ihre menschliche Haut ab, zeigten ihre wahren Gesichter voll scharfer Fangzähne und Hunger nach dem Blut eines neuen Opfers. Auf leisen Pfoten schlichen die Bestien aus ihren Häusern, zuckende Nasen, sabbernde Mäuler und glühende Augen. Ihre Felle schimmerten silbern im Licht des Vollmonds, das ihres Anführers war so hell, dass es geisterhaft weiß wie von selbst zu leuchten schien.
    Sie wussten bereits, welcher der Dorfbewohner das nächste Opfer werden sollte. Sie hatten sich die ganzen Tage bis zur heutigen Nacht bedeutungsvolle Blicke zugeworfen und einer von ihnen hatte gesagt,, Ich konnte diesen Wichtigtuer noch nie leiden". Außerdem waren schlaue Dorfbewohner, die das Wort ergriffen, definitiv die gefährlichsten.
    Jetzt schlichen sie zum Haus des verdammten Dorfbewohners und kümmerten sich darum, ihn von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Als schnelle, geübte Mörder verrichteten sie die Aufgabe, sorgfältig darauf achtend, nicht erneut einen verdächtigen Hinweis wie den blutigen Pfotenabdruck im Haus ihres ersten Opfers zu hinterlassen. Niemals würden sie zulassen, dass die gewöhnlichen, naiven Dorfbewohner ihre menschlichen Identitäten enträtseln würden. Zumindest nicht, bevor sie chancenlos waren und alle sterben würden.

    Als der Morgen kam erwachte das Dorf langsam wieder. Die Dorfbewohner verstanden nicht, wie sie geschlafen haben konnten, stürmten in Panik nach draußen ins das fahle Morgenlicht und liefen wie verschreckte Hühner durch das Dorf. Voller Angst noch eine Leiche zu finden. Und tatsächlich waren die Werwölfe in der Nacht nicht untätig gewesen.
    Die Tür von Haus Nummer 5 war aus den Angeln gerissen worden. Und im Inneren fanden die Dorfbewohner zu ihrem Horror die Leiche von Herr Kasper, ähnlich furchtbar zugerichtet wie die von Frau Hirsch… Das Blut war überall…
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    „Bin ich die Einzige, die es merkwürdig findet, dass Herr Schmidt Herr Kasper verdächtigt, versucht beim ersten Mord direkt zu hängen und jetzt ist genau der zufällig das nächste Opfer?“, sagte Frau Maier, die Bewohnerin von Haus 6. Sie musterte Herr Schmidt und seinen bereits halbkahlen Schädel mit einem Gesicht, in dem das Misstrauen geschrieben stand. Die Dorfbewohner, die sich wie abgesprochen am Brunnen versammelt hatten, stimmten ihr murmelnd zu, viele nickten und betrachteten den Mann verunsichert. Frau Maier hatte recht, das war in der Tat ziemlich verdächtig.

    „Oh bitte, das ist doch lächerlich. Jedes Kind ist schlau genug um zu verstehen, dass das genau der Grund ist, warum die Werwölfe Herr Kasper geholt haben. Damit sie es direkt auf mich schieben können. Damit noch ein Unschuldiger stirbt!“, antwortete Herr Schmidt. Er sprach laut, doch seine Stimme zitterte leicht. Er musste es unbedingt verhindern, schuldig zu wirken, aber die Gefahr, dass das Dorf vielleicht für ihn abstimmen würde, war real.
    Bevor das Dorf sich weiter in die Anschuldigung hineinsteigern konnte, erhob er erneut die Stimme: „Lasst uns zuerst einmal schauen, ob nicht jemand etwas gesehen hat… Großmutter, du wohnst im Haus 4, direkt neben Herr Kasper. Hast du nicht etwas gehört oder gesehen?“

    Doch die alte Frau mit dem runzeligen Gesicht schüttelte nur den Kopf mit einer bekümmerten Mine, „ Es tut mir leid, ihr Lieben. Ihr wisst, ich bin nicht mehr die Jüngste und meine Ohren und Augen sind nicht mehr so gut, wie sie einmal waren… Leider kann ich euch nichts berichten.“.

    „Ich habe Geräusche gehört“, sagte da Frau Maier, „Ich wohne ja über Eck neben Herr Kasper und… Irgendwann in der Nacht habe ich es rumpeln und krachen gehört. Aber… Ich habe mich nicht getraut durchs Fenster zu sehen. Es war auf jeden Fall mehr als ein Werwolf.“.

    „Haha, ja natürlich!“, rief da Herr Müller, der Bewohner von Haus 10. Der ansonsten so schweigsame Herr mit den blonden Haaren sah Frau Kaiser mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Wer soll ihnen das denn glauben? Sie und Angst? Sie sind doch die, die jedem von uns auf die Finger haut, der nicht brav guten Morgen sagt und der nicht seine Blumen jeden Morgen gießt. Dass ich nicht lache! Sie tun doch nur so, weil sie eigentlich selbst im Haus von Herr Kasper waren!“
    „Das ist nicht wahr!“, schrie Frau Maier, „Als ob von euch niemand Angst hatte! Wenn mich die Bestien gesehen hätten, hätten sie mich garantiert auch noch umgebracht! Ich bin doch nicht auf den Kopf gefallen! Außerdem bin ich doch kein Monster, ich könnte sowas niemals tun!“
    „Sie sind Metzgerin von Beruf, liebe Frau Maier. Wenn sie den Tieren die Kehle durchschneiden können, warum nicht auch bei einem Menschen?“, erwiderte Herr Müller mit zusammengekniffenen Augen. Er schien sich seines Verdachtes ziemlich sicher.
    „Nein!“. Mehr brachte Frau Maier schon nicht mehr zustande. Die kleine, rundliche Frau mit den schwarzen Haaren zitterte und bebte.
    Wie bei einem Tischtennisturnier wanderten die Köpfe der anderen Dorfbewohner zwischen Herr Müller und Frau Maier hin und her. Zumindest solange bis Frau Hirt, die Frau aus Haus 13 wieder leise hineinpiepste: „Nunja… Wenn ich so darüber nachdenke, würde es Sinn machen… Als Metzgerin könnte Frau Maier sich und die Werwölfe problemlos mit Fleisch versorgen und deshalb leben sie vielleicht schon lange unbemerkt unter uns…“
    Jetzt hörte man das scharfe Luft einsaugen von mehreren Dorfbewohnern. Ja, das machte in der Tat Sinn.
    „Nein, nein, ich…“, versuchte Frau Maier zu entgegnen, doch ihre Stimme erstarb und blass wie ein Bettlaken begann sie auf den Boden vor sich zu starren, unfähig auch nur ein weiteres Wort hervorzubringen.

    „Ich… Ich habe etwas gesehen.“, sagte da noch eine andere Stimme. Es war Frau Sonntag, die Bewohnerin von Haus 7, die beim letzten Vollmond die Leiche von Frau Hirsch gefunden und daraufhin einen Nervenzusammenbruch erlitten hatte. Sie stand direkt neben der rothaarigen Frau Hirt und zog eingeschüchtert den Kopf ein, als alle sich ihr erwartungsvoll zuwendeten.
    „Also… Ich konnte einfach nicht einschlafen und habe noch lange am Fenster gesessen. Da habe ich gesehen, wie die Wölfe in Herr Kaspers Haus geschlichen sind. Es waren zwei oder drei, glaube ich, es war so schwer zu sehen in der Dunkelheit. Und sie kamen nicht vom Dorfplatz her, wo der Brunnen ist, sondern sie sind in den Schatten um Herr Kaspers Haus herumgeschlichen…“.
    „Das kann sein!“, sagte da Herr König, der Bewohner des Hauses 14, „Ich bin ebenfalls lange wach gewesen und links von meinem Haus hat sich nichts geregt. Also Haus 10,11,12 und wahrscheinlich auch Haus 3 und 13… Da war nichts.“.
    „Aber über Haus 1 und 2 kann aber keiner sagen, dass dort nichts gewesen ist, richtig?“

    „Hat sonst noch jemand etwas zu sagen? Ich denke, ansonsten ist es nämlich Zeit abzustimmen“, schloss dann Herr Müller. Sein fester Verdacht ließ ihn pötzlich sehr gesprächig werden.


    Link zur Abstimmung:


    https://strawpoll.de/c6bb7af

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