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You only life once

In Geschichten fragen sich jetzt alle immer, ob sie geträumt haben. Dann verschwinden sie in mystischen Löchern, landen in fernen Ländern - die am besten auch noch fiktiv sind - erleben ein Abenteuer, heiraten mit 16-18 irgendeinen Prinzen oder König und bekommen viele Kinder. Ich weiß allerdings, dass ich es wirklich gesehen habe.

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    Hallo, Ich will eigentlich nicht zu viel sagen, da mich die Texte vor den Kapiteln irgendwie immer genervt haben wenn sie zu lang sind. Die Caraktere
    Hallo,
    Ich will eigentlich nicht zu viel sagen, da mich die Texte vor den Kapiteln irgendwie immer genervt haben wenn sie zu lang sind. Die Caraktere gehören Tolkien (und Peter Jackson) mit Ausnahme meiner OCs. Die Idee für den Charakter von Celomnial habe ich ein bisschen von meinem Charakter, weil ich auch so mega hibbelig bin( wenn auch nicht so ausgeprägt), Tavaril kommt noch aus einer Motivation einen Test zu schreiben und ich habe sie einfach wieder aufgenommen. Tingilya hat einfa irgendwie dazu gepasst (und ich probiere sie nach jemanden zu schreiben aber das wird eher weniger funktionieren)jeder der OCs hat eine. Spruch also Celomial hat diesen: Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann.
    Tavaril den: Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen
    Und Tingilya den: Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen
    Also viel Spaß und ich würde mich über Reviews freuen!


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    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann.

    Prolog:
    Habt ihr euch mal das Meer angesehen? Es ist immer in Bewegung. Genau wie ich.
    Darf ich mich vorstellen? Celomnial, Tochter von Osse und Uinen, den Maia Ulmos. Allerdings sehe ich von meinen Eltern nie sonderlich viel, außer den Haaren meiner Mutter, da die ja alle Gewässer der Welt bedecken. Ich habe zwar nichts gegen die Meerestiere - besonders mit Delphinen verstehe ich mich gut - aber ich habe eindeutig mehr von meinem Vater, dem Herrn der Stürme und Wellen.
    Auf jeden Fall tauchte an irgendeinem Tag, es war als ich gerade meine 5 Minuten hatte, weswegen wahrscheinlich ein Tsunami die Runde machte, Olorin auf. Die meisten nennen ihn glaube ich Gandalf. Er war gut mit meinen Eltern befreundet und wollte, dass ich mit nach Mittelerde komme. Die Neugierde, die mit dieser Nachricht kam, war überwältigend. Ich meine: Ich war noch nie dort sondern hatte die ersten Jahrtausende meines Lebens im Meer verbracht. Und jetzt durfte ich endlich hin! Wenn auch nur unter Gandalfs Aufsicht für ein Abenteuer mit Zwergen ins Auenland, aber immerhin! Genauer hatte ich nicht hingehört, sondern war gleich losgestürmt, um meine Sachen zu packen. Meine lange Meerjungfrauenflosse wirbelte Sand auf während ich hin und her schwamm. „Bereit? Aber wir müssen davor noch Tavaril Feara abholen“, fragte Gandalf mit einem Lächeln. „Was ist so witzig? Ich finde das immer komisch, wenn Leute ohne einen Grund lachen... Das grenzt einen immer so ein bisschen aus, meinst du nicht? Aber natürlich bereit wie nie zuvor!“ „Dann kann es ja losgehen.“



    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen

    Prolog:
    Mit einem Grinsen auf dem Gesicht zog ich meinen Geist in meinen Körper zurück. Das war so typisch für Cel. Immer aufgedreht und hyperaktiv und zwar wirklich immer: Tag und Nacht. „Und du bist dir sicher, dass du gehen willst, Tingilya? Ich meine, das ist bestimmt gefährlich!“ Da hatte man es mal wieder. Die Valar taten immer erhaben, so als wären sie besser, aber sobald es um ihren Nachwuchs ging, wurden sie anstrengender als Hühner. „Ja, ich bin mir sehr sicher, dass ich was besseres zu tun habe als mein ganzes Leben in Valinor zu verbringen! Wann seht ihr das endlich ein?“, meinte ich dezent genervt während ich mir meine Waffen schnappte und auf mein Pferd stieg. Mein Palominohengst Anemos teilte meine Vorfreude offensichtlich, denn er tänzelte auf dem herum. Ich konzentrierte mich kurz auf seine Bewegungen, um meine Genervtheit loszuwerden. „Nana, wir hatten dieses Gespräch ungefähr 500 Mal, wann siehst du es endlich ein?“ „Na schön. Aber pass auf dich auf, yen (Tochter). Namarie!“ Und so brach ich auf.


    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen

    Prolog:
    Stöhnend schlug ich die Augen auf. Ganz ehrlich welcher Mensch war auf die Idee gekommen, Schule zu erfinden? Und dann auch noch vor dem Computer? Es war einfach nur ätzend. Stöhnend quälte ich mich aus dem Bett und ging zum Frühstück, während ich vor mich hin gähnte. Anschließend setzte ich mich vor den Computer, um den Homeschoolingtag zu beginnen. Erster Tag nach den Ferien und dann noch in der ersten Stunde Mathe. Toll. Mein Mathelehrer fing Frontalunterricht an, indem er mit Wiederholungsstoff um sich warf. Meine Konzentration war schon nach fünf Minuten weg und ich versank gerade in Tagträume, als etwas interessantes auf meinem Bildschirm erschien. Es war ein Gesicht, das einem Baum ähnelte. „Halte dich bereit”, sagte es und verschwand. Ich blinzelte und sah wieder meinen Lehrer, der versuchte, meine Klasse zum Mitarbeiten zu bewegen. In Geschichten fragen sich jetzt alle immer, ob sie geträumt haben. Dann verschwinden sie in mystischen Löchern, landen in fernen Ländern - die am besten auch noch fiktiv sind - erleben ein Abenteuer, heiraten mit 16-18 irgendeinen Prinzen oder König und bekommen viele Kinder. Ich weiß allerdings, dass ich es wirklich gesehen habe. Schließlich kannte ich das Baumgesicht, das Baumbart hieß, sehr gut. Ich hatte nämlich sehr viel Zeit in Mittelerde verbracht, bevor einer dieser dämlichen Schatten Saurons mich, also eher meinen Körper, umgebracht hatte, und dann die ach so intelligenten Elben und Zauberer mich hierher, in einen neuen Körper, geschickt hatten. Um auf diese Welt aufzupassen, sagten sie. Als ob. Ich wusste, dass ich älter war, fühlte mich aber trotzdem wie 18, was das Alter meines aktuellen Körpers war. Das war ein bisschen komisch, aber immerhin hatten sie mir erlaubt, mein Gedächtnis zu behalten. Auf jeden Fall hatte ich endlich das Zeichen bekommen, nach Mittelerde zurückkehren zu dürfen. Wahrscheinlich würde Gandalf mich abholen. Ich ließ meinen Mathelehrer links liegen und ging mich umziehen. Keine fünf Minuten später stand ich vor dem Spiegel und betrachtete mich. Meine Haare, die mehrere Rottöne haben, hatte ich zurückgebunden. Die grünen Augen musterten mich neugierig und sahen aus, als wären sie ständig auf der Suche nach Abenteuern. In diesem Moment klingelte es, und ich rannte nach unten. Die Tür war längst offen und ich sah Gandalf und daneben... „Celomnial!“ Auch ohne ihren Meerjungfrauenschwanz war sie unverkennbar. Die ewig langen Haare, die sie von ihrer Mutter hatte und die irgendwas zwischen dunkelblau und schwarz waren und die Tatsache, dass sie rumzappelte wie verrückt, zeichneten sie aus, sodass man sie auch unter vielen Leuten erkannte. „Fea!” Ich hatte gerade noch die Möglichkeit mich gegen den Aufprall zu wappnen als Cel auch schon gegen mich gesprungen war, um mich zu umarmen. Ich musste lachen und drückte sie ebenfalls fest. Ein paar Sekunden später hatte sie sich schon von mir gelöste und hoppelte wieder herum, während ich mich an Gandalf wandte: „Was ist mit Ilya? Kommt sie auch?” „Sie kommt”, meinte er, dann nahm er Cel und mich an den Armen, wobei es ein Wunder war, dass er sie trotz der Hibbelei erwischt hatte, und alles verschwand in einem Strudel aus Farben. Auf in ein Abenteuer.


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    Also das war der Prolog u d ich hoffe er hat euch gefallen! Es ist relativ kurz und ich probiere es länger zu machen aber versprechen kann ich nichts...
    LG Elanor Cuivienen

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    Hallo,
    Heute geht es weiter und ich hoffe das Kapitel gefällt euch. Reviews und konstruktive Verbesserungsvorschläge sind gerne gesehen!

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    Never give up it’s such a wonderful life. (Tingilya)
    Kapitel 1:

    Ich spürte wie Anemos sich unter mir streckte und nur so über die Steppen und Wiesen Richtung Meer preschte. Er wurde immer schneller und schneller, bis wir das Gefühl hatten zu fliegen. Ich konnte gerade noch den Strand unter mir ausmachen, als wir auch schon das Höchsttempo erreichten und über das Wasser schossen. Es war ein Gefühl purer Freiheit, welches mich durchströmte, und ich streckte die Arme gegen den Wind. „Schneller! Schneller Anemos! Mache deinem Namen alle Ehre und laufe schneller als der Wind! Noro lim, Anemos!”, rief ich, doch die Worte wurden vom Wind davongetragen. Viel zu schnell waren wir über das Meer hinweg und zogen wieder über Wiesen. Der Sliding Stop brachte mich allerdings vollkommen aus dem Konzept. „Was zum Teufel soll das? Wie wärs mi”, ich stockte als ich es hörte. Kampfgeräusche. Ich sprang ab und rannte so schnell ich konnte auf die Quelle des Lärmes zu. Es war eine ganze Truppe Orks, wie man sie in diesen Tagen selten sieht, und diese griff gerade einen Waldläufer an. Ohne weiter nachzudenken, griff ich nach meinen Waffen und warf mich in den Kampf. In diesem Moment war es mir vollkommen egal, dass ich noch nie in einer Schlacht gekämpft, geschweige denn jemanden umgebracht hatte. Vollständig auf meine Instinkte angewiesen, wirbelte ich herum, stach und schlug. Das Keuchen hinter mir ließ mich aus meiner Trance hochfahren. Einer der Orks hatte sich unbemerkt an mich heran geschlichen und wollte mich erstechen. Im gleichen Moment hatte ich mich weiterbewegt und er nur eine Haarsträhne abgeschnitten. „Okay, jetzt reicht‘s“, knurrte ich. Ich ließ mich auf den Boden sinken und schloss die Augen. Keine Sekunde später umschloss mich ein Wirbel aus heißer Luft.

    Sicht eines Orks:
    Ich sah zu wie die Strähne zu Boden segelte und mir wurde bewusst, dass ich gerade einen Fehler gemacht hatte. Dabei war der Befehl doch so leicht gewesen. Die Waldläufer zu fangen und zum Herren zu bringen. Noch während ich nachdachte, erfasste mich etwas. Wie ein Durchgang aus Licht, und dann war ich in einem unserer Stützpunkte. Tausende Mücken um mich herum, die Stiche brannten, und unter Höllenqualen rief ich nach dem Einen. „Warum sollte ich dir helfen? Du hast versagt und verdienst keine Gnade“, sagte das Auge. Ich fiel und schrie, und die Schmerzen steigerten sich ins Unerträgliche und dann war es vorbei.

    Tingilyas Sicht:
    Ich löste die Illusion, nachdem auch der letzte Ork tot war. „Was seid ihr?“, knurrte der Waldläufer, während er weiter mit dem Schwert auf mich zielte. Männer.... Da rettet man ihnen ihr Leben und sie sind immer noch misstrauisch. „Ich bin eine Freundin von Mithrandir und die eigentliche Frage ist doch, wer ihr seid, warum man gerade euch angegriffen hat und was für Orks das waren?“. Er steckte sein Schwert weg, bevor er antwortete: „Das war Such- und Spähtrupp in einem. So gesehen Spione Saurons, durch die Sauron immer gesehen hat was in der Welt passiert, aber jetzt gehorchen sie meistens einem der großen Orks. Sie haben Jagd auf meine Sippe gemacht.“ „Super. Wer auch immer sie geschickt hat, wird keine Jagd mehr auch Euch machen. Derjenige weiß jetzt, dass wir Mittelerde betreten haben.“ Auch ich steckte meine Tonfas wieder weg und pfiff nach Anemos. Der war auch gleich da, und ich zog mich auf seinen Rücken. Im Wegreiten winkte ich noch dem Waldläufer, der verwirrt da stand aber zurück winkte.

    Sicht Sauron:
    Ich hatte meinen Orks den Befehl gegeben, die Waldläufer herzubringen, aber ihr Versagen spielte keine Rolle mehr. „Sagt dem Schänder, er kann Eichenschild haben, wenn er mir die Weiber bringt.“ Die Rache war mein.

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    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen. (Tavaril Feara)
    Kapitel 1:

    Ich hatte wie immer bei solchen Reisen meine Augen geschlossen und atmete ein und aus. Es roch nach Wiesen und Bäumen und als hätte es gerade geregnet. Ich öffnete die Augen und bekam einen mentalen Schlag ins Gesicht. „Ernsthaft Gandalf? Hier? Ausgerechnet hier?“, fauchte ich und lief weg. Auf den Gipfel der Wetterspitze zu. Oben angekommen stellte ich mich hin und sah nach Westen, in Richtung Gondor. Hier hatte Gil Galad gestanden und auf Elendil gewartet. Dieser Idiot.

    „O Gil-Galad i Edhelchîr
    dimm linnar i thelegain:
    Im Belegaer a Hithaeglir
    Aran ardh vethed vain a lain.

    Gariel maegech Gil-Galad,
    Thôl palan-gennen, ann-vegil;
    A giliath arnoediad
    Tann thann dîn be genedril.

    Dan io-anann os si gwannant
    A mas, ú-bedir ithronath;
    An gîl dîn na-dúath di-dhant,
    vi Mordor, ennas caeda gwath.“

    (Gil-Galad hieß er, der die Kron
    Der Elben trug, vor Zeiten schon
    Als letzter Herr auf freiem Land
    Zwischen Gebirg und Meeresstrand.
    Sein Schwert war scharf und spitz sein Speer,
    sein Helm erglänzte von weither;
    Des Himmels Sterne, Bild an Bild,
    strahlten von seinem Silberschild.
    Seit langen klagt um ihn das Lied,
    Doch niemand weiß, wohin er schied.
    Sein Glanz erlosch, sein Stern ward blind,
    In Mordor, wo die Schatten sind)



    Ich wirbelte herum. Die Einzige die so singen konnte war... „Cel!“ „Du bist mit deiner Trauer nicht allein, Fea. Wo er dein Freund war, war er mir ein Bruder, auch wenn ich das Wasser nie verlassen habe. Denk an Ilyas Motto: Never give up it’s such a wonderful life!“ „Aber das ist ja ihr Motto! Mein Motto erlaubt mir Depriphasen!“ „Wie willst du das Universum in Depriphasen entdecken? Und was für einen Kuchen isst du denn? Kuchen macht glücklich! So, und jetzt ab ins Auenland!“ Ich verdrehte grinsend die Augen, stand aber auf und konzentrierte mich. Neben uns wuchs ein Baum aus der Erde, packte uns und warf. Ich konnte die Welt unter mir vorbeirauschen sehen. Zwischen durch fingen und warfen uns andere Bäume, bis wir sicher im Auenland landeten. Celomnial neben mir hatte einen Lachanfall. Mal wieder. Vielleicht lag es an den Hobbits - die wirklich lustig aussahen (wie sie uns anguckten)-, vielleicht an der Reise, aber egal warum, es war irgendwie witzig. Es war immer witzig, wenn sie einen Lachanfall hatte, aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht einfach weiter gehen würde. „Du. Schaffst. Es. Keine. Fünf. Meter. Weit“, presste sie unter Lachwellen hervor. Ich biss die Zähne zusammen und ging sechs Meter, dann drehte ich mich um und wartete. Nach etwa fünf Minuten hatte sie sich gefangen und lief neben mir her den Weg entlang. „Wie die uns angeguckt haben! Als wären wir aus dem Himmel gefallen!“ „Das sind Hobbits. Die leben hier und haben nichts mit der Welt zu tun. Ich weiß echt nicht wie Gandalf hier einen Meisterdieb aufgetrieben hat.“ „Keine Abenteuer? Ist das nicht langweilig?“ „Wenn man die kleinen Dinge genießen kann, ist das durchaus sinnvoll“, meinte ich, während ich an die grüne Haustür klopfte. Ein Hobbit öffnete und fluchte noch bevor er uns sah: „Nein, hier gibt es keine Veranstaltung, und ich habe keine Lust auf noch mehr Zwerge!“ „Sehen wir aus wie Zwerge?“ „Nein natürlich nicht, Verzeihung, wie... ähm.... wollt Ihr raus... ich meine reinkommen?“ „Das wäre sehr freundlich, aber natürlich nur, wenn es keine Umstände macht“, meinte ich höflich und mit einem netten Lächeln. Der Hobbit trat weiter ins Haus und ließ uns durch. Es war ihm deutlich anzusehen, dass es ihm peinlich war, uns Zwerge genannt zu haben. „Verzeiht noch einmal die Betitelung“, entschuldigte er sich. „Das ist wirklich kein Problem, Herr? Ihr habt ein wunderschönes Haus, aber meint Ihr nicht es ist ein bisschen klein? Für Euch wahrscheinlich nicht, aber ich finde schon. Naja egal habt Ihr einen Garten? Gärten sind echt hübsch, aber noch viel hübscher, wenn ein Springbrunnen drinnen ist.“ Der Hobbit sah kurz verunsichert aus, antwortete dann aber: „Bilbo Beutlin, zu Ihren Diensten. Ja ich habe einen Garten und es ist ist ein Sprinbrunnen darin, Lady?“ Celomnial schielte zu mir herüber und ich ergriff das Wort: „Mein Name ist Feara und das ist meine Freundin.... Kaylee.“ Ich war hier in Mittelerde mit dem Namen Tavaril bekannt; Feara hatte ich mich erst später genannt. Celomnial hingegen hatte nur diesen Namen und wir sollten nicht unsere Geschichte preisgeben, bevor wir die Personen nicht kannten. Bilbo hatte offensichtlich gemerkt, dass das nicht unsere Namen waren, sagte aber nur wir sollten ihm ins Wohnzimmer folgen. Als wir angekommen waren, musste er aber auch gleich wieder los, da es an der Tür klingelte. Vier paar Augen starrten uns an. „Seid Ihr Spitzohren?“, knurrte einer der Zwerge. Ich setzte gerade zu einer Antwort an, als Celomnial sprach: „Und wenn es so wäre? Was würdet Ihr dann tun? An euren Vorbehalten gegenüber Elben festhalten und uns nicht mal eine Chance geben? Das würdet Ihr tun, nicht wahr? An Vorurteilen festhalten!“ Ich hatte vergessen, dass sie Elben toll fand und die Zwerge nicht mochte, weil diese immer grundlos die Elben nicht mochten. In Erwartung eines Wutanfalls des Zwerges holte ich Luft, doch die Zwerge lachten. „Ja, das würden wir wohl, aber Ihr seid keine. Könnt Ihr uns dabei helfen, das Essen vorzubereiten?“ Ich packte mit an, doch beim Essen zog ich mich in den Garten zurück. Celomnial lief mir hinterher. „Hoffentlich ist Thorin nicht so ein Arsch wie in den Filmen“, murmelte ich. „Wird schon schiefgehen“, kicherte Celomnial neben mir. Ich war ja ewig in dieser anderen Welt gewesen und hatte alle Filme angeguckt, die mit Mittelerde zu tun haben. Cel und Ilya waren öfter mal vorbeigekommen und hatten mitgeschaut.
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    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann. (Celomnial)
    Kapitel 1:

    Ich zog Tavaril wieder mit rein, schließlich konnte ich sie nicht alleine lassen, denn wer würde dann auf sie aufpassen. Drinnen angekommen ließ ich sie jedoch sofort los und umarmte Tingilya. „Wie habt ihr euch genannt? Bitte nicht mit euren Namen!“, flüsterte sie in mein Ohr. Die Panik in ihrer Stimme sagte mir, dass etwas passiert war. „Natürlich nicht. Tavaril heißt Feara und ich Kaylee. Aber was ist passiert? Du bist nervös.“, flüsterte ich zurück. „Alles in Ordnung, Cel. Ich wollte nur wissen, wie ich euch nennen soll.“ Sie log mir direkt ins Gesicht. Doch dann sah sie zu den Zwergen und formte lautlos ein „Nachher“. Ich nickte und sprach mit ihr über etwas vollkommen Unspektakuläres. Ein paar Minuten später flogen Teller durch die Luft, und die Zwerge begannen zu singen:

    „Schlitzt das Tischtuch von Damast!
    Steckt in Brand nun den alten Kork
    Werft die Gläser fest an die Wand!
    Tut, was Bilbo Beutlin hasst!
    Spritzt den Wein an jede Tür
    in den Boden stampft das Fett
    Tränkt die Teppiche gut mit Bier!
    Schmeißt die Knochen unters Bett.
    Wir zerkleinern mit dem Beil…
    Töpfe, Schüsseln, Porzellan…
    …und ist dann noch etwas heil…
    fangen wir von vorne an!
    TUT WAS BILBO BEUTLIN HASST!“

    „ZUGABE ZUGABE!“ „Wooh!“ „Kommt das nächste Mal bei mir vorbei!“ Alle mussten lachen, und dann... klopfte es. „Na wenn das nicht König Melodramatik ist, dann weiß ich auch nicht“, meinte ich. Bilbo öffnete die Tür, Thorin Eichenschild trat ein und verbreitete gleich richtig gute Laune: „Sagtest du nicht, es wäre leicht zu finden? Ich habe mich dreimal verlaufen und ohne das Zeichen hätte ich es nie gefunden.“ „Zeichen? Welches Zeichen? Da ist kein Zeichen.“ „Doch ist es. Ich habe es eigenhändig angebracht“, erklärte Gandalf. „Du bist also Bilbo Beutlin. Was ist deine Waffe, Axt oder Schwert?“ „Ich werfe eine ganz elegante Rosskastanie, wenn Ihr es genau wissen wollt. Aber ich wüsste nicht, was Euch das angeht.“ „Wusste ich es doch. Eher ein Krämer denn ein Meisterdieb. Und wer seid Ihr?“, fragte er mit einer angedeuteten Verbeugung. „Dies sind die "Kriegerinnen" von denen ich erzählt habe“, antwortete Gandalf mit einem warnenden Blick in Richtung beider Parteien. „Und was sind Eure Waffen? Axt oder Schwert?“ „Weder noch, denn es gibt auch andere Waffen. Ich kämpfe mit Tonfas“, antwortete Tingilya ruhig. Tavaril war etwas bissiger, als sie antwortete, dass sie mit Bogen und einem Anderthalbhänder kämpfe. Ich biss mir auf die Lippen und antwortete dann möglichst unbefangen: „Ich kämpfe mit zwei Einhändern“, doch Majestät reagierte nicht mal mehr, sondern wandte sich an Gandalf. „Weißt du, ich ging von Kriegerinnen aus und nicht von irgendwelchem Jungspund, der gerade erwachsen geworden ist.“ Damit wandte er sich um und ging ins Wohnzimmer. „Jungspund?“, echote Tavaril, während wir aufs Wohnzimmer zuliefen. „Hat er gerade Jungspund gesagt?“, meinte sie mit zuckenden Mundwinkeln. „Meint ihr wir sollten es erzählen?“ „Jabsolut!“ Wir wechselten einen Blick und brachen komplett zeitgleich in einen Lachanfall aus. „Thorin? Sagen dir die Namen Tavaril, Celomnial und Tingilya was?“ „Natürlich. Tavaril war die Verlobte von Gil Galad und Schülerin von Yavanna und Aulë. Sie wurde von einem Ent aufgezogen und in der Schlacht des letzten Bündnisses umgebracht. Celomnial ist die, die für die Tsunamis und so verantwortlich ist. Das Mündel Ulmos. Und Tingilya ist die Tochter Vardas und Manwës.“ „Ja“, kicherte ich. „Sind sie Jungspund, gerade erst erwachsen geworden und keine richtigen Kriegerinnen?“ Eigentlich hatten wir unsere Identität ja geheim halten wollen, aber so war es viel witziger. „Nein, würde ich nicht sagen, aber warum?“ „Hat’s Klick gemacht, na, Jüngling?“, meinte Tavaril mit einem süßlichen Grinsen. „Ihr seid das?“ „So wahr wir hier stehen. Mit Leib und Seele und allem Drum und Dran“, lamentierte ich. Gandalf und Thorin wechselten einen besorgten Blick. „Entschuldigt bitte, es war nicht meine Absicht, unhöflich zu wirken....“ „Es sei Ihnen verziehen.“ „... aber ich muss Euch warnen. Ihr seid in Gefahr. Es wurde eine Belohnung festgesetzt. Auf Euren und auf meinen Kopf.“

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    Das war’s schon wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen!
    LG Elanor Cuivienen

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    Hallo,
    Danke an Yolo fürs Review, dass ich deinen Namen erwischt habe ist witzig...
    Viel Spaß beim Lesen!



    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann. (Celomnial):

    Wusste ich doch, dass Tingilya uns was verschweigt. Aber wer zum Teufel würde uns umbringen wollen? Ich biss mir leicht auf die Unterlippe und überlegte, wie ich die Stimmung wieder lockern könnte. Ich machte mir nämlich die ganze Zeit Sorgen um Tavaril; sie war seit Gil Galads Tod verletzlicher als früher. Aber ganz ehrlich, wer würde uns schon was anhaben können? Wir waren eine Eis-/ Wassermagierin mit ADHS; eine, die mit Tieren sprechen und Pflanzen wachsen lassen konnte; die Dritte konnte die Psyche eines Menschen beeinflussen - und bei uns waren ein grauer Zauberer, ein Hobbit und nicht zu vergessen ein Haufen Zwerge. Ich musste unweigerlich lachen, als ich sah wie Thorin vor Tingilyas Augen zurück schreckte. Kein Wunder schließlich röntge sie einen gerne mit ihnen und bemerkte sofort, wie alle mich ansahen, als wäre ich komplett gestört. Nur weil ich lachte, also wirklich.

    Sicht Thorin:
    Ich beobachtete die Frauen vor mir genau. Die Rothaarige - Tavaril, glaube ich (in den Geschichten waren sie nicht beschrieben gewesen)- sah nachdenklich, aber nicht ängstlich aus. Die Schwarzhaarige, die Haare waren wirklich wirklich schwarz, wirkte nicht mal überrascht sondern eher entschlossen. Sie sah auf sobald ich sie ansah. Ich guckte automatisch zurück, als ich ihre Augen sah. An der Pupille waren sie hellgrün, aber am äußersten Rand dunkelblau. Ein Kichern lenkte mich ab. Die Dritte im Bunde, Celomnial, sah zu uns herüber und kicherte nach wie vor ungeniert. Ihre Augen waren ein einheitliches Türkis und ihre Haare mochten ja oben schwarz sein, doch die Spitzen waren nach einem krassen Farbverlauf hellblau. Sie kicherte immer noch, was mich leicht irritierte, aber dazu veranlasste ins Wohnzimmer zu gehen, wohin mir die anderen auch folgten. „Was gibt es neues vom Treffen in den Ered Luin? Sind alle gekommen?“, fragte Dwalin schließlich. „Ja! Abgesandte aller sieben Königreiche“, antwortete ich. „Was ist mit den Zwergen aus den Eisenbergen? Schließt Dain sich uns an?“ „Sie werden nicht kommen. Sie sagen, diese Reise wäre unsere Sache. Unsere allein.“, meinte ich und versuchte mir die Enttäuschung nicht anmerken zu lassen. Es hatte mich wirklich hart getroffen, dass mein eigener Vetter mir nicht half. Ich bekam nur am Rand mit, dass der Hobbit (der, der nicht kämpfen konnte und wahrscheinlich bei erster Gelegenheit umkippte, von dem aber die Reise abhing) fragte, ob wir auf eine Reise gehen würden. Eine Lampe erhellte den dunklen Raum und Gandalf zog etwas aus seinem Umhang. Die Zwerge, die treuesten des Hause Durins, begannen über die Zeichen zu reden. „Die Raben fliegen zum Berg zurück. Das heißt die Herrschaft der Bestie neigt sich dem Ende zu.“ „Bestie? W-Was für eine Bestie?“, fragte der Hobbit. „Oh…damit ist wohl Smaug genannt. Das größte Verhängnis unseres Zeitalters. Fliegender Feuerspucker… Zähne wie Rasiermesser und Klauen wie Fleischerhaken. Mit einer Vorliebe für Edelmetall“, erklärte Bofur fröhlich. Manchmal fragte ich mich, ob er überhaupt was ernst nahm. „Ich weiß, was ein Drache ist!“ Sie redeten weiter, prahlten, sie würden den Drachen mit links umlegen. „Glaubt ihr ernsthaft, dass Smaug sich einfach umbringen lässt? Er stammt von den großen Feuerschlangen des Nordens ab! Nur ein schwarzer Pfeil kann ihn umbringen! Habt ihr einen? Nein? Dann habt ihr keine Chance.”, Tingilya war aufgestanden und sagte das, was auch mir im Kopf herumspukte. Doch wer wären wir, wenn wir aufgeben würden? Feiglinge. „Tingilya, Deinen Pessimismus in allen Ehren, aber musst du ihn gerade jetzt rauslassen?” „Kein Pessimismus, Kleine, das ist Realismus” „Selber Kleine!” Ich setzte diesem Gespräch ein Ende, indem ich aufstand. „Sollen wir zusehen, wie andere sich holen, was rechtmäßig uns gehört oder ergreifen wir diese Chance und holen uns den Erebor zurück?”, ich bekam Jubelrufe und ungläubiges Kopfschütteln beziehungsweise ein ungläubiges Kichern von den Frauen. „Gebt unserem Meisterdieb den Vertrag!” „Bei allen Valar! Das ist irrsinnig! Keiner hier, mit einer Ausnahme hat schon gegen Drachen gekämpft geschweige denn einen umgebracht!” „Ihr habt gegen keine Drachen gekämpft?”, fragte ich ungläubig. „Wann hatten wir den Gelegenheit? Ich war mein Leben lang unter Wasser, wenn ich nicht gerade irgendwelche Leute in Valinor oder einer Parallelwelt besucht habe, und Tingilya war ihr Leben lang in Valinor und hat mit den Valar kämpfen geübt. Die Einzige, die schon viel Erfahrung gesammelt hat ist Fea! Die ist übrigens auch die Ausnahme“, echauffierte sich Celomnial. Ich überlegte, was ich erwidern sollte, als wir von dem Hobbit abgelenkt wurden. „Einschließlich aber nicht ausschließlich Ausweidung? Verstümmelungen? Ver-Verbrennungen?“, fragte er entsetzt. Ich hatte es gewusst.


    Never give up it’s such a wonderful life (Tingilya):

    „Naja, er schmelzt einem im Handumdrehen das Fleisch von den Knochen. Stell dir einen geflügelten Schmelzofen vor…ein grelles Licht, ein glühender Schmerz und dann Puff!“, meinte Bofur. „Ne“, keuchte Bilbo bevor er umkippte. „Empathievermögen wie ein Butterbrot!“, fauchte ich ihn an und versetzte ihn in eine Illusion. Er würde wahrscheinlich Ausweidung, Verstümmelung und Verbrennung erleben. Karma! „Aber warum musste Bilbo auch den Vertrag lesen?“, fragte Tavaril. „Das ist so als würde man die Packungsbeilage von Ibuprofen oder so lesen“, fügte Celomnial hinzu während sie neben Bilbo auf dem Boden hockte und ihn besorgt musterte. Ich sah auf, als Thorin uns musterte und dann abfällig meinte: „Ihr kommt nicht mit. Wenn 2/3 von euch keine Kampferfahrung haben, lohnt es sich nicht euch mitzunehmen.“ „Nur weil wir besseres zu tun hatten, als anderen die Schädel einzuschlagen, können wir nichts? Du narzisstischer, antifeministischer Idiot!“, knurrte Celomnial und ich konnte sehen wie ihm immer kälter wurde, da das Wasser in seinem Körper anfing zu gefrieren. „Lass ihn doch! Er wird schon noch sehen, wie lange er ohne uns überlebt.“, meinte ich leise und kalt, während ich Tavaril zunickte. „Wir gehen, außer natürlich ihr erlaubt es nicht, your Majesty....“ Ohne auf eine Antwort zu warten, gingen wir auf die Tür zu und ich konnte hören, wie die Zwerge uns folgten. Es lohnte sich nicht! So ein Arsch. Ich trat zur Tür hinaus und pfiff, bis ein Steinkauz auf meiner Schulter landete und mir leicht ins Ohr kniff. „Mephisto lass das!“, flüsterte ich, „das kitzelt!“ Ein Wiehern ertönte, als Anemos und an seiner Seite ein Schimmel und ein Fuchs auftauchten. Der Schimmel war Celomnials Pony und irgendwie so flauschig wie ein Teddybär. Er lief sofort auf sie zu, wobei das rote Eichhörnchen, namens Tuile von seinem Rücken auf Cels Schulter sprang. „Fluffy! Tuile!“, rief sie und fiel mit dem Eichhörnchen auf der Schulter dem Pony um den Hals, das die Schnauze in ihrer Umhangtasche vergrub und die Karotten raus aß. Der Goldfuchs, oder eher die Goldfuchsstute, tänzelte währenddessen an Tavaril heran und achtete dabei genau darauf, nicht auf die silbergraue Häsin Gildin zu treten, die um ihre Beine sprang. „Gildiel!“, sie hatte die zwei ewig nicht mehr gesehen und es tat gut die Mischung der zwei Namen zu hören, die entstanden war, damit man die Namen nicht einzeln rufen musste. Ich zog mich auf Anemos und wandte mich an Thorin: „Wenn ihr Hilfe braucht und es auch zugebt, hebt die Hand und spreizt den Ring- und kleinen Finger von den anderen ab. Namarië!“, ich wandte Anemos an und gab ihm die Sporen. Wenn wir schon einen dramatisch Abgang machten, dann wirklich. Ich täuschte allen Geistern epische Musik und Feuerwerk vor. Aber das coolste waren die Eiskristalle, die in der Luft explodierten und im Licht des Vollmondes schimmerten.

    Sicht Bilbo:
    Langsam schlug ich die Augen auf, blinzelte noch einmal ausgiebig und riss dann schlagartig die Augen auf, als die Erinnerung an den letzten Abend zurückkehrte. Sofort schlich ich mich durch ganz Beutelsend und als ich feststellte, dass alle wegwaren versuchte ich mich zu freuen. Wirklich! Aber der Pfeifenrauch, der bunt schien, das Lied, das Knistern des Feuers und die magische Ausstrahlung waren in mein Gedächtnis eingebrannt. Die Stille in diesem Haus drückte auf mein Trommelfell, und ich fasste einen Entschluss. Das einzige, was ich griff war der Vertrag auf den ich kurz meine Unterschrift kritzelte und dann rannte ich los ins Abenteuer.


    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril Feara):

    „Also hast du gespürt, wie jemand unsere Anwesenheit bemerkte?“, hakte ich noch einmal nach. „Das hab ich jetzt fünfmal erklärt! Ich habe diesem Waldläufer geholfen und als er erzählte, dass es ein Suchtrupp sei, habe ich gemerkt wie jemand anfing sich für uns zu interessieren. Er macht Jagd auf uns!“ „Und wenn? Soll er doch! Wenn er mir zu nahe kommt, trete ich ihm in den Hintern, dass er über den Rand der Welt hinaus fliegt! Îsh kakhfê ai-’d -dûr-rugnul, Gorthaur!“, ich war sauer. Richtig wütend, und wenn er irgendwem in meiner Umgebung was antun würde, würde ich, würde ich... ich atmete tief ein und aus. Ein Wutanfall würde uns nicht weiterhelfen. Ich vergrub meine Finger in Amdoniels Mähne. Seit meiner Ankunft hier waren alte Emotionen aufgewühlt worden. Ich hatte ansehen müssen, wie mein Verlobter, Gil Galad, umgebracht wurde, und als ich ihn rächen wollte wurde ich hinterrücks erstochen und von einem Haufen Elben und seniler Greise, die sich Zauberer schimpften auf die Erde verbannt. Fast 3500 Jahre war ich dort gewesen, war gestorben und geboren worden und konnte meine Trauer nicht verarbeiten, weil diese Welt nie mein Zuhause war. Dann wurde ich endlich geholt, musste eh schon mit alten Gefühlen kämpfen und landete an der Stelle, von wo aus Gil Galad in sein Verderben ritt. Mein Leben war echt ein einziger Scheiterhaufen. „Mittelerde an Tavaril? Jemand zuhause?“ „Ja, ja natürlich. Ähm worum gehts?“ Celomnial sah mich besorgt an. Sie hatte Gil Galad als Bruder gesehen und machte seit seinem Tod einen auf große Schwester, was manchmal echt toll, manchmal aber auch nur nervig war. „Kannst du uns führen? Weder Celomnial noch ich waren je in Mittelerde.“, fragte Tingilya. „Natürlich.“ Ich ritt ein bisschen schneller, lenkte Amdoniel auf einen Vorsprung und deutete auf eine Gruppe von Zwergen. Sie hielten gerade an, um auf Bilbo zu warten, der von hinten angerannt kam. Sie setzten ihn auf ein Pony und ritten weiter. „Kommt“, flüsterte ich, während ich schon den nächsten Vorsprung anpeilte. Die nächsten Tage verfolgten wir sie, was nicht wirklich schwierig war, da sie so viel Lärm wie eine Olifantenherde machten. Wir schlichen mal wieder um ihr Lager herum, als Gandalf und Thorin anfingen zu streiten. Eigentlich waren wir nicht mal sauer auf Thorin, weil es logisch war, dass er nicht noch mehr kampfunfähige in seiner Truppe dabei haben wollte, aber so war es viel witziger. Ich beobachtete, wie Gandalf abzischte, wie Bilbo geschickt wurde um Kili und Fili das Essen zu bringen. Jetzt würde es gleich interessant werden.

    Sicht Thorin:
    Nachdem Gandalf abgehauen war, zog ich mich an den Rand des Lagers zurück um nachzudenken. Seit wir aus dem Auenland aufgebrochen waren, fühlte ich mich beobachtet und jetzt wo Gandalf weg war, waren wir magischen Kräften ausgeliefert. „Onkel!“, keuchte Fili auf einmal neben mir. „Was?“ „Trolle!“ Ich sprang sofort auf und rannte los, und während die Zwerge mir folgten, erklärte mir Fili, dass er Bilbo und Kili bei den Trollen gelassen hatte. Als wir ankamen lag Kili gerade mit Bilbo in den Armen auf dem Boden. Ohne zu zögern stürzten sich alle in den Kampf und ich beobachtete sie mit Stolz. Ein eingespieltes Team, in dem jeder jedem half. Es lief ziemlich gut bis: „Waffen runter oder wir reißen ihn in Stücke!“ Kili wollte vorstürzen, doch ich hielt ihm zurück und warf meine Waffe auf den Boden. Keine 5 Minuten später lagen wir entweder in Säcken auf dem Boden oder hingen über dem Lagerfeuer, während die Trolle ein Menü planten. „Wir sollten uns einfach auf sie setzen und zu Sülze verarbeiten!“, meinte einer der Drei. Ein Kichern ertönte im Baum über mir. „Sülze? Zwergensülze? Igitt!“ Und mit diesem Kommentar sprang Celomnial aus dem Baum über mir und hielt mir eine Schale mit Essen hin. „Hunger? Ich bin mir sicher Trolle essen Zwerge auch mit Popcorn gefüllt...“ Ich starrte sie fassungslos an. Ein Kichern und sie war weg. „Wir haben keine Zeit dafür. Die Sonne geht bald auf und ich habe keine Lust zu Stein zu erstarren!“, brummte einer der Trolle gerade. In dem Moment sprang Bilbo vor und rief: „Ihr… macht einen gewaltigen Fehler! Mit den Gewürzen!“ Den Gewürzen? Ich ahnte schon was als Nächstes kommen würde. „Habt ihr mal an denen gerochen? Da braucht ihr starke Gewürze!“ „Rede weiter Meister.. dings!“ „Das Geheimnis beim Zwergenkochen ist... ist sie ähm....“ „Erstmal zu Häuten“ ertönte eine Stimme aus dem Baum. „Sie erstmal zu Häuten“, wiederholte Bilbo. „Häuten?“ „Verräter“ „Das verzeih ich dir nie!“ Auch einer der Trolle wiedersprach, „Häuten? Ach was es spricht nichts gegen einen Happen roher Zwerg!“, nahm sich Bombur und... „Nein! Er ist..verseucht.... er hat Würmer in seinen Gedärmen! Sie alle sind verseucht bis oben hin!“ „Würmer! wir haben keine Würmer!“ „Wie kommst du auf die Idee!“ „Du hast selber Würmer, du… du…“ ich rollte mit den Augen und trat Kili in den Rücken. Er verstand und rief: „Ich habe die größten Würmer, die es gibt, sie sind riesig!“ „Ich habe Würmer so lang wie mein Darm!“ Bilbo nickte zufrieden. Das Kichern im Baum wurde lauter. „Und jetzt sollen wir sie gehen lassen oder was?“ „Naja ähm..“, fing Bilbo an dich die Trolle hatten sich schon abgewandt. Bis Sonnenaufgang würde es noch ewig dauern und ich hatte eine Idee: „Bilbo! Du kannst eine Hand aus dem Sack holen oder? Dann heb sie hoch und spreize Ring- und kleinen Finger von den anderen ab!“ Bilbo hob die Hand und spreizte die Finger.


    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Wir waren hinter den Zwergen her durch die Äste gesprungen und hatte das Gespräch verfolgt. Ich war währenddessen so am Hibbeln gewesen, dass mir ein Rätsel war, wie sie uns noch nicht entdeckt hatten. Ich musste immer wieder wie verrückt kichern. Thorin fand es nicht so witzig und sah so unetspannt aus, dass Essen sicher geholfen hätte, aber gut. Endlich hatte Bilbo das Zeichen gegeben, und wir waren am Start. Tingilya brachte die Trolle dazu, sich gegenseitig zu beleidigen, Tavaril legte den Kopf in den Nacken und heulte nach ihrem Rudel Eruwölfe (also große Wölfe, sowie Olifanten Eruelefanten sind) und ich ließ einen heftigen Regen das Feuer löschen, dann zog ich einen Dolch und kletterte elegant vom Baum. Naja mehr oder minder elegant, da auf halber Höhe ein Ast brach und ich sehr unelegant landete. „Da ist noch eine“, brüllte einer der Trolle und rannte auf mich los, kam jedoch nicht weit, da sich im Radius von 5 Metern um ihn ein so heftiger Regen bildete, dass er nichts mehr sehen konnte und zurück taumelte. In dem Moment tauchte Gandalf auf mit einem „Der Tag soll euch treffen!“ Die Trolle wandten sich um und jeder von ihnen äußerte einen letzten Satz, der sicher in die Geschichte eingehen würde. „Wer ist das?“ „Keine Ahnung.“ „Können wir den auch essen?“ „Ich würde es nicht wagen! Der ist doch schon zäh un das schmeckt dann doch nie“, meinte Tingilya neben mir. „Aber das ist eure Entscheidung! Ich würde sagen, er schmeckt besser als die Suppe da...“ Gandalf sah sie böse an, weil sie seinen dramatischen Moment zunichte gemacht hatte, und als sie übertrieben entschuldigend die Hände hob, trat er auf die Seite des Steines und spaltete ihn mit seinem Stab. Die Trolle erstarrten in der Sonne zu Stein und während die Zwerge sich Waffen und Gold suchten, versuchte ich meinen Lachanfall im Zaum zu halten, was nur bedingt funktionierte, weil mir immer wieder die Gesichtsausdrücke der Zwerge, der Satz „meine Würmer sind die größten“ und die letzten drei Sätze der Trolle durch den Kopf spukten. Jedesmal, wenn ich mich fast gefangen hatte, sahen mich Tingilya und Tavaril an als wäre ich verrückt, und dann kippte ich wieder um vor Lachen. Es wurde aber auch nicht besser, als ein mir unbekannter Istari mit Vogelscheiße in den Haaren aus den Büschen sprang und schrie: „Diebe! Feuer! Mordio!“ Mit halben Ohr hörte ich zu, wie Gandalf den Istari mit Vogelscheiße im Haar namens Radagast begrüßte, der von den Zwergen und Bilbo exzessiv angestarrt wurde. Immerhin steckten alle ihre Schwerter weg (warum hatten sie sie überhaupt gezogen?) und schienen zu begreifen, dass dieser Kerl keineswegs gefährlich war. Nur etwas… komisch. Er redete auf Gandalf ein, der ebenfalls nicht so recht zu wissen schien, was sein Zauberer-Freund von ihm wollte. Mit einem Blick auf die Zwerge konnte ich überall die gleichen, etwas skeptischen Blicke erkennen und verkniff mir einen erneuten Lachanfall. Wie konnte ein Volk nur so… misstrauisch gegenüber jedem sein? Verkorkste Geschichte hin oder her, aber das war beinahe schon lächerlich. Okay, das beinahe konnte ich streichen. Ich wechselte einen Blick mit Tingilya, die sich anscheinend in ihre Katzenform verwandelt hatte und nun Gandalf’s Hut als Mitfahrgelegenheit nutzte. Tavaril saß neben den Hasen, die vor einen Schlitten gespannt worden waren, und unterhielt sich mit ihnen. Ich hörte dem Gespräch nur halb zu. Radagast war wirklich ein bisschen durchgeknallt, erzählte von Spinnen und Morgulklingen und dem Düsterwald, bis ein Wargspäher kam und er die Hasen zusammentrommelte, um Warge und Orks abzulenken. „Ach ja, Radagast! Du hast Vogelscheiße im Haar!”, rief ich ihm zu.

    Danke fürs Lesen! Ich würde mich sehr über Reviews freuen!
    LG Elanor Cuivienen

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    Never give up it’s such a wonderful life (Tingilya):

    Ich beobachtete die Szene von Gandalfs Hut aus. „Ach ja, Radagast! Du hast Vogelscheiße im Haar!“ Das hatte sie gerade nicht wirklich gesagt oder? Für ein bisschen erwachsener hatte ich sie doch gehalten... Ich rollte mich akkurat von Gandalfs Hut und landete anschließend wieder in Menschengestalt auf dem Boden. „Vogelscheiße? Warum sagt mir das denn niemand?“, fragte er, während er seine Taschen durchwühlte, um ein Taschentusch zu finden. Wortlos hielt ich ihm meines hin, welches er dankend annahm. „Das sind Gundabad-Warge! Sie werden dich einholen!“, führte Gandalf das Gespräch von gerade eben fort, mich, die ich wieder als Katze auf seinen Hut kletterte nicht beachtend. „Und das sind Rhosgobel-Kaninchen! Sie sollen es ruhig mal versuchen!“, antwortete Radagast grimmig, als er auf seinen Schlitten zuging und abdampfte (oder abschlittete?). „Gehen wir!“, rief Gandalf schließlich und rannte los. Ich krallte mich in seinem Hut fest, der ziemlich wackelte. Ich fauchte empört, sprang vom Hut herunter und lief zu Fuß neben her. Die Zwerge hatten sich weit verteilt, während Celomnial und Tavaril sich an mich hielten. Wir wechselten ein Blick, und während ich weiter im Mittelfeld blieb, lief Celomnial nach vorne, um die Motivation zu erhöhen (da ja keiner der Zwerge von einer Frau überholt werden wollte, liefen sie dann hoffentlich schneller) und Fea, also Tavaril, lief nach hinten, um die Nachzügler einzusammeln. „Los, los! Kommt schon! Wir sind fast da!“, hörte ich Tavaril von hinten, und von vorne kam: „Den Letzten beißen die Wölfe!“ Ich rollte mit den Augen, soweit das als Katze möglich war. Fea hatte hinten alle Zwerge eingesammelt und Cel hielt die Vorderen zusammen und wartete mit ihnen in der Deckung eines Felsens. Die Anderen holten von hinten auf und wir wollten gerade die Deckung verlassen, als man von oben einen Warg hörte. Bevor ich was tun konnte, schoss Kili auf Thorins Zeichen den Warg ab. Er traf eigentlich perfekt, doch der Bogen hatte zu wenig Durchschlagskraft und der Warg jaulte nur auf und fiel vom Felsen. Ich stand in Schockstarre und überlegte wie wir aus diesem Schlamassel wieder herauskommen konnten, während die Zwerge eeeewig brauchten, um den Warg und den Ork umzubringen. „Dort drüben“, schrie einer der Orks, und die Meute schwenkte zu uns herum. „Lauft!“, brüllte Thorin, packte die zwei ihm am nächsten stehenden Personen - Celomnial und Fili - und rannte los. Sowohl Fili als auch Celomnial rannten sofort mit, der Rest hinter her. „Celomnial! Tulyalte ana Imladris. (Führe sie nach Bruchtal)“, rief ich ihr gedanklich zu, „Fea! Tolgo! (komm mit)“ Ich wandte mich um, ließ meine Katzengestalt wachsen und warf mich den Orks entgegen. Tavaril war direkt an meiner Seite. Nach kurzer Zeit verwandelte ich mich schon in meine Menschengestalt zurück und zog meine Tonfas. „Tingilya, pass auf! Hinter dir!“ Ich wirbelte herum, doch der Ork kippte schon tot zur Seite. „Elrond!“, rief Tavaril Feara mir zu, und ich konzentrierte mich wieder auf den Kampf. „Nimm das, du Drecksvieh!“, kunrrte ich einen Ork an. „Komm her, du Miststück!“, hörte ich Tavaril hinter mir und musste lachen. Der Hauptteil der Orks war tot und der Rest floh. „Hiril, Tavaril! Wir wussten nicht, dass ihr zurückgekehrt seid.“ „Wusstet ihr nicht, hochverehrter Herr Elrond? Das tut mir jetzt aber leid“, sagte sie übertrieben süßlich und wandte sich zum Gehen. „Mylady, würdet Ihr vielleicht mit uns nach Imladris kommen?“, fragte Elrond an mich gewandt. „Oh, wir werden nach Bruchtal gehen, aber nicht mit euch“, stellte ich klar und zog mich auf Anemos, der auf einmal aufgetaucht war. Amdoniel war auch da, und die zwei preschten nebeneinander über die Wiese, Richtung Bruchtal. Wir kamen im gleichen Moment an wie Thorin, Celonial & Co. Thorin hatte einen ungefähr genauso heiteren Gesichtsausdruck wie Tavaril, weshalb sie sich gleich neben ihn stellte, um nicht die Einzige zu sein. „Lindir!“, rief Gandalf erfreut. „Lastannem i athrannedh i Vruinen.(Wir hörten, dass Ihr ins Tal gekommen seid)“, antwortete Lindir höflich. „Ich muss mit eurem Herrn Elrond sprechen“, bat Gandalf, doch Lindir musste ihn enttäuschen. „Mein Herr Elrond ist nicht da, Mithrandir“, meinte Lindir entschuldigend. „Wo ist er denn?“, wollte Gandalf wissen, doch ein Horn gab ihm die Antwort. Knapp 20 Pferde kamen in den Hof getrabt und umkreisten uns. „Ifridî bekâr! (Zieht eure Waffen!) Schließt die Reihen!“, schrie Thorin, und die Zwerge packten Bilbo und uns drei und zogen uns in ihre Mitte. Elrond sprang ganz elbenmäßig von seinem Rappen und umarmte Gandalf. „Herr Elrond! Mein Freund! Wo seid ihr gewesen?“ „Farannem ‘lamhoth i udul o charad. Dagannem rim na Iant Vedui.(Wir haben eine Horde Orks gejagt, die aus dem Süden gekommen sind. Wir erschlugen ein paar von ihnen nahe der Grenze.)“, sagte Elrond, „ungewöhnlich für Orks, unserer Grenze so nahe zu kommen. Irgendetwas oder…irgendjemand…hat sie wohl angelockt.“ „Das werden wohl wir gewesen sein“, antworte Gandalf auf die indirekte Frage, während Elrond dem angewiderten Lindir ein Orkschwert reichte. Thorin hatte sich inzwischen aus dem Kreis befreit und trat nach vorne. Elrond musterte ihn entspannt und ich fragte mich, wie unhöflich Thorin werden würde. „Willkommen, Thorin...Sohn des Thrain.“
    „Ich glaube nicht, dass wir uns kennen“, antwortete Thorin kühl. „Du hast deines Großvaters Erscheinung. Ich kannte Thror, als er König unter dem Berge war.“, entgegnete Elrond. „Ach ja? Von euch hat er nie gesprochen.“ Der Elb überging die unhöfliche Antwort und sah Celomnial und mich an. „Ich möchte nicht unhöflich erscheinen, aber ich habe mich gefragt, wer Ihr seid? Ihr habt die unverkennbare Aura der Valar.“, fragte Elrond höflich. „Mein Name ist Tingilya, Tochter von Varda und Manwë“, meinte ich in diplomatischer Freundlichkeit und hielt ihm meine Hand hin, die er ergriff, um den Handrücken zu küssen. „Celomnial, Tochter von Osse und Uinen“, meinte Celomnial. „Nartho i noer, toltho i viruvor. Boe i annam vann a nethail vin“, verkündete Elrond. „War das eine Beleidigung?“, schrie Gloin angriffslustig. „Nein. Wörtlich übersetzt heißt es so viel, wie: Entzündet die Feuer und bringt Wein. Wir müssen unsere Gäste versorgen“, antwortete Tavaril bemüht ruhig. „Nun gut, wenn das so ist, geht voran!“ Elrond führte uns in einen Raum mit reichgedeckten Tischen, und während Elrond, Gandalf, Thorin und ich an einen Einzeltisch gingen, ging der Rest zu den langen Tischen und setzte sich.


    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril Feara):

    Ich ließ mich neben den Zwergen an den Tisch sinken, innerlich immer noch brodelnd vor Zorn. Die Zwerge warfen mir fragende Blicke zu, doch das Einzige, was sie bekamen war ein „später“, woraufhin sich die Zwerge dem Essen zuwandten, sprich: Salat, Gemüse und Obst. „Versuch es. Nur ein winziges Häppchen, nur zu“, ermutigte Oin Ori, der missbilligend ein Salatblatt in den Händen hielt.
    „Nein! Grünes Essen mag ich nicht.“
    „Wo ist das Fleisch?“, fragte Dwalin irritiert und wühlte in einer Salatschale herum. Ich musste ein Grinsen unterdrücken. Wer hier Steaks und Würstchen wollte, brauchte einen gewissen Rang. „Allerdings - die da ist recht hübsch“, fing ich einen Gesprächsfetzen auf, wandte den Kopf und bekam einen Lachanfall. Genauso erging es Celomnial und den Zwergen. „Das ist keine Elbenfrau“, brüllte Dwalin lachend und Kili lief rot an. Das nächste Gespräch: „Soll das heißen mein Schwert hat noch keine Schlacht gesehen?“, fragte Bilbo und ich schloss, dass es um Schwertnamen ging. „Ich weiß nicht einmal, ob es ein Schwert ist. Sieht eher aus wie ein Brieföffner“, antworte Balin ungerührt und widmete sich dem Essen. Jetzt lauschte ich Gandalf und Elrond: „13 Zwerge und ein Halbling. Seltsame Reisegefährten.“, meinte Elrond. „Noch dazu die drei Valie...“ „Das sind die Nachkommen des Hauses Durins. Sehr anständige Leute“, meinte Gandalf. Ich sah mich um und beobachtete, wie die Zwerge mit Essen warfen, sich über die Musik beschwerten und Sachen klauten. Sehr anständig, wirklich. Ich verweilte noch ein bisschen in Gedanken, während die Zwerge auf den Tischen tanzten und sangen. Die Personen am anderen Tisch standen auf und bewegten sich weg. „Könnt Ihr singen?“, fragte mich auf einmal Bofur und ich winkte ab. „Ja schon, aber nicht so gut wie Celomnial.“ „Hey!“, sie echauffierte sich empört und gab schließlich doch nach. „Aber ich weiß nicht, was ich singen soll...“, startete sie einen letzten Versuch und sah mich flehend an. Ich rollte mit den Augen und gab auch nach. „Dann aber ein englisches Lied!“, stellte ich noch klar. „Welches denn?“ „Something just like this? Oder Be prepared?“ „Something just like this. Du fängst an!“ Ich rollte mit den Augen und stimmte den ersten Ton an:

    „I've been reading books of old
    The legends and the myths
    Achilles and his gold
    Hercules and his gifts
    Spider-Man's control
    And Batman with his fists
    And clearly I don't see myself upon that list“

    Celomnial kam hinzu:

    „But she said, where'd you wanna go?
    How much you wanna risk?
    I'm not lookin' for somebody
    With some superhuman gifts
    Some superhero
    Some fairy-tale bliss
    Just something I can turn to
    Somebody I can kiss
    I want something just like this
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Oh, I want something just like this
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Oh, I want something just like this
    I want something just like this“

    Ich ließ die zweite Strophe ihr alleine.

    „I've been reading books of old
    The legends and the myths
    The testaments they told
    The moon and it’s eclipse
    And Superman unrolls
    A suit before he lifts
    But I'm not the kind of person that it fits“

    Und kam wieder hinzu:

    „She said, where'd you wanna go?
    How much you wanna risk?
    I'm not lookin' for somebody
    With some superhuman gifts
    Some superhero
    Some fairy-tale bliss
    Just something I can turn to
    Somebody I can miss
    I want something just like this
    I want something just like this
    Oh, I want something just like this
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Oh, I want something just like this
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo
    Doo-doo-doo, doo-doo-doo
    Where'd you wanna go?
    How much you wanna risk?
    I'm not lookin' for somebody
    With some superhuman gifts
    Some superhero
    Some fairy-tale bliss
    Just something I can turn to
    Somebody I can kiss
    I want something just like this
    Oh, I want something just like this
    Oh, I want something just like this
    Oh, I want something just like this“

    Wie endeten und bekamen begeisterten Applaus von den Zwergen und auch Thorin, Tingilya und Balin waren wieder da. Ich hüpfte leichtfüßig vom Tisch, nur um mich gleich wieder der nächsten Frage zu stellen: „Was habt ihr eigentlich gegen die Elben?“


    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Ich war direkt nach ihr vom Podest gestiegen und holte bei der Frage zischend Luft. Fea seufzte und begann: „Ich will keine Unterbrechungen! Wie Thorin in Beutelsend ja schon erwähnt hat, war ich die Verlobte von Gil Galad. Ich habe ihn damals zur Schlacht des letzten Bündnisses begleitet. Elrond versprach mir, falls wir getrennt werden würden auf ihn aufzupassen. Und es kam so. Während der Schlacht wurde ich von ihnen getrennt und kam nicht mehr zu ihnen zurück. Gil Galad und Elendil stellten sich Sauron, mit Elrond und Isildur im Rücken. Ich musste mit ansehen, wie sie starben und Sauron zwar verletzten aber nicht töteten. Ich habe damals... die Kontrolle verloren und fast keine Erinnerung mehr, aber ich weiß noch wie ich ihm mein Schwert in die Lunge rammte. Aber im gleichen Moment erstach mich einer der Schatten Saurons von hinten. Mein Körper wurde vernichtet“, während ich sprach zitterte der Boden unter uns und mehrere Dornenbüsche wuchsen um uns herum. „Doch statt mir hier wieder einen Körper zu geben, was einfach funktioniert hätte, besprachen sich Elrond, Galadriel und die Istari und schickten mich in eine andere Welt. Für 3500 Jahre wurde ich geboren und starb anschließend am Alter und ich... ich habe nie vergeben und nie vergessen. Aber als ich dann endlich wieder in Mittelerde landete, landete ich ausgerechnet auf der Wetterspitze. Der Ort von dem Gil Galad in sein Verderben aufgebrochen ist. Ihr fragt, warum ich die Elben hasse? Ich hasse sie nicht. Ich habe nur allen Grund, ihnen abweisend gegenüber zu treten. Witzigerweise sind die Elben, die ihr am meisten hasst, meine Familie. Ja, Thranduil hat sich um mich gekümmert, wenn ich nicht gerade im Fangornwald war. Ja, Thranduil ist wie ein Bruder für mich.“

    5
    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril Feara):

    „Thranduil?“, fragten alle Zwerge überrascht. „Ja, Thranduil.“ Ich sah zu wie Thorin sich abwandte und einen Schritt weg von uns weg machte. Celomnial saß auf einem Tisch, den Kopf leicht schief gelegt, um die Zwerge zu beobachten, während Tingilya wie eine Säule da stand und ihre Haare das einzige waren, was sich bewegte, doch sie lächelten mir beide aufmunternd zu. Thorin hatte inzwischen begonnen auf und ab zu gehen. Er dachte offensichtlich darüber nach, ob ich weiter in der Gemeinschaft bleiben sollte. Zum ersten Mal seit Beginn meiner Geschichte musterte ich den Rest der Zwerge. Sie wirkten alle nachdenklich, was ich auch verstehen konnte, schließlich hatte Thranduil sich einfach von ihnen abgewandt. „Feara?“, fragte Thorin schließlich nach mehreren Minuten des Schweigens. „Ja?“ „Wir werden den Düsterwald passieren müssen. Ich muss wissen, ob, wenn Thranduil uns einsperrt oder so, du zu deiner Familie oder deiner Gemeinschaft hältst.“ Ich überlegte kurz. „Wenn Thranduil mich über diese Unternehmung ausfragt, werde ich nichts sagen. Wenn Thranduil euch einsperrt, werde ich versuchen euch zu befreien. Aber schaden werde ich ihm nicht“, schloss sich. Er nickte mir zu und wandte sich dann zum Gehen.


    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Ich hörte Feas Geschichte in dem Wissen zu, dass es ihr nicht leichtgefallen war, das zu erzählen. Thorins Frage fand ich unter aller Kanone, aber eigentlich war er auch ansonsten nicht wirklich... freundlich. In Gedanken versunken stand ich auf. Meine Füße trugen mich wie in einer Trance irgendwohin, bis ich ein Gespräch hörte. „Du bist nicht bei deinen Gefährten.“ Es war eher eine Feststellung als eine Frage von Elrond gewesen, durch die Bilbo erschrocken zusammenzuckte, hatte er doch damit gerechnet hier alleine zu sein. Wieder etwas gefasster sprach er: „Ich werde sicherlich nicht vermisst. In Wahrheit finden die meisten ich sollte auf dieser Reise nicht dabei sein.“ Der Hobbit klang eindeutig enttäuscht und in Elronds Gesicht war Einiges an Mitgefühl zu erkennen. „Tatsächlich?“, fragte er ihn, „Ich habe gehört, Hobbits seien sehr widerstandsfähig.“ „Wirklich?“
    Elrond nickte, ehe er mit dem Ansatz eines Lächelns weitersprach: „Und ich hörte, sie schätzen die Bequemlichkeit ihres Heims.“
    „Ich habe gehört, es sei unklug, den Rat der Elben zu suchen, denn sie antworten immer mit 'Ja' und 'Nein'.“ Das Lächeln Bilbos verschwand, als er in das ernste Gesicht des Elben blickte, doch nur einen kurzen Moment später lächelte jener.
    „Du bist herzlich willkommen, wenn du wünscht hier zu bleiben.“ Mit diesen Worten wandte Elrond sich von Bilbo ab und ging. Ich wartete, bis er außer Hörweite war, dann trat ich neben Bilbo, der mich geschockt anguckte. Ich lächelte ihm zu und sprach dann: „Bilbo, ich halte dich für sehr klug. Aber wenn du dich von Thorin verunsichern lässt, dann muss ich meine Meinung noch einmal überdenken. Und jetzt bei Fuß.“ Ich drehte mich um und hörte, wie der Hobbit mir folgte. „Wohin gehen wir? Cel?“ Ich ignorierte ihn geflissentlich und rannte weiter bis zu dem schönsten See von Bruchtal, da er der Einzige mit Glühwürmchen war. Ich sprang mit Anlauf hinein und tauchte in der Mitte wieder auf. Die Zwerge, die uns verfolgt hatten, da wir durch den Speisesaal rannten und Bilbo rissen die Augen auf, als sie meine Meerjungfrauen Flosse sahen. Ich ließ meine Magie durch nicht hindurchströmen und lächelte, als Tropfen sich in funkelnde Eiskristalle verwandelten und als Schnee zurück in der Fluss fielen. Ein jetzt komplett ausgewachsens Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus. Ich wiederholte den Vorgang, bis meine Haare voller schmelzender Schneeflocken waren und meine Zuschauer staunten. Ich begann zu singen.

    „There were nights when the wind was so cold.
    That my body froze in bed
    If I just listened to it right outside the window.
    There were days when the sun was so cruel.
    That all the tears turned to dust.
    And I just knew my eyes were drying up forever.
    I finished crying in the instant that you left.
    And I can't remember where or when or how.
    And I banished every memory you and I had ever made.“

    Ein Wirbel aus Schneeflocken kreiste um mich herum und stieg immer höher in den Himmel. Das Wasser um mich herum schillerte Grün und blau, und ich ließ die Tropfen im Sternenlicht funkeln und glitzern. Ich hatte die Augen geschlossen und doch wusste ich genau was um mich herum geschah. Ich sah durch das Wasser, denn ich war das Wasser und das Wasser war ich. Und während ich sang dachte ich an Tavaril.

    „But when you touch me like this
    And you hold me like that
    I just have to admit
    That it's all coming back to me
    When I touch you like this
    And I hold you like that
    It's so hard to believe but
    It's all coming back to me
    It's all coming back
    It's all coming back to me now
    There were moments of gold
    And there were flashes of light
    There were things I'd never do again
    But then they'd always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than any laws allow
    Baby, baby
    If I kiss you like this
    And if you whisper like that
    It was lost long ago
    But it's all coming back to me
    If you want me like this
    And if you need me like that
    It was dead long ago
    But it's all coming back to me
    It's so hard to resist
    And it's all coming back to me
    I can barely recall
    But it's all coming back to me now
    But it's all coming back“

    Und ich dachte daran, dass ich das hier machte um Bilbo aufzuheitern und konzentrierte mich auf ihn. Er lächelte.

    „There were those empty threats and hollow lies
    And whenever you tried to hurt me
    I just hurt you even worse and so much deeper
    There were hours that just went on for days
    When alone at last we'd count up all the chances
    That were lost to us forever (Forever)
    But you were history with the slamming of the door
    And I made myself so strong again somehow
    And I never wasted any of my time on you since then
    But if I touch you like this
    And if you kiss me like that
    It was so long ago
    But it's all coming back to me
    If you touch me like this
    And if I kiss you like that
    It was gone with the wind
    But it's all coming back to me“

    Ich drehte mich und ließ durch das Wasser im Licht tausende von Regenbögen entstehen, die über die Lichtung tanzten und sich mit den Glühwürmchen vermischten.

    „It's all coming back, it's all coming back to me now
    There were moments of gold
    And there were flashes of light
    There were things we'd never do again
    But then they'd always seemed right
    There were nights of endless pleasure
    It was more than all your laws allow
    Baby, baby, baby
    When you touch me like this
    And when you hold me like that
    It was gone with the wind
    But it's all coming back to me
    When you see me like this
    And when I see you like that
    Then we see what we want to see
    All coming back to me
    The flesh and the fantasies
    All coming back to me
    I can barely recall
    But it's all coming back to me now
    If you forgive me all this
    If I forgive you all that
    We forgive and forget
    And it's all coming back to me now
    When you see me like this
    And when I see you like that
    Then we see what we want to see
    All coming back to me
    The flesh and the fantasies
    All coming back to me
    I can barely recall
    But it's all coming back to me now“

    Ich lächelte immer noch und sah mich zum Ufer um. Die gesamte Kompanie war da und starrte mich an. Ich schwamm zurück zum Ufer und kletterte hinaus. Bilbo kam auf mich zu, immer noch mit einem Grinsen auf dem Gesicht, und umarmte mich. Ich erwiderte die Umarmung, sah über seine Schulter Tavaril an, die mit Tränen in den Augen lächelte.

    Knapp eine Stunde später, Bilbo war nach meinen Auftritt im See auch noch ein bisschen spazieren gegangen und ich hatte noch mit ein paar Elbe geredet und den Zwergen erklärt, warum ich so gut singen konnte. Ich belauschte jetzt schon das zweite Gespräch innerhalb von drei Stunden. „Natürlich wollte ich es euch sagen, genau bei dieser Gelegenheit. Ihr könnt durchaus darauf vertrauen, dass ich weiß, was ich tue“, hörte ich Gandalf sagen, und trat zusammen mit Bilbo ans Geländer. Wir standen im Schutz der Dunkelheit, um nicht vom Mondlicht verraten zu werden. Elrond ergriff das Wort: „Wirklich?... Dieser Drache hat 60 Jahre lang geschlafen! Was, wenn euer Plan misslingt? Wenn ihr die Bestie weckt?“
    „Und was wenn nicht, was wenn es gelingt, wenn die Zwerge den Berg zurückerobern? Dann ist unsere Verteidigung im Osten gestärkt.“
    „Es ist ein gefährlicher Schritt, Gandalf!“, mahnte der Elbenfürst.
    „Es ist auch gefährlich, nichts zu tun! Der Thron vom Erebor ist Thorins Erbe. Wovor fürchtet Ihr Euch?“ Aus den Augenwinkeln, sah ich eine Bewegung und drehte den Kopf. Thorin stand da, die Arme verschränkt, und hörte dem Gespräch zu. Er hob den Kopf, als er meinen Blick bemerkte, und funkelte mich böse an. Was hatte ich ihm jetzt schon wieder getan? Ich rollte mit den Augen und fokussierte mich wieder auf das Gespräch zwischen Elrond und Gandalf. „Habt Ihr es vergessen? Ein Hang zum Wahnsinn liegt in dieser Familie! Sein Großvater hat den Verstand verloren. Sein Vater ist der gleichen Krankheit erlegen. Könnt Ihr schwören, dass Thorin Eichenschild ihr nicht ebenfalls anheim fällt?“

    Thorin trat einen Schritt aus dem Schatten heraus um näher zu kommen. Er hatte einen nachdenklichen Gesichtsausdruck aufgesetzt, doch hörte er immer noch gespannt zu. Ich musterte ihn und hätte ich nicht so gut aus Gesichtsausdrücken lesen können, hätte ich nicht bemerkt, dass ein verletzter Ausdruck über sein Gesicht huschte.
    „Gandalf! Diese Entscheidungen liegen nicht allein bei uns! Es steht weder Euch noch mir zu, die Karte von Mittelerde neu zu zeichnen!“
    „Mit oder ohne unsere Hilfe, diese Zwerge werden zum Berg marschieren. Sie sind entschlossen, ihre Heimat zurückzufordern. Ich glaube nicht, dass Thorin Eichenschild der Meinung ist, jemandem Rechenschaft schuldig zu sein. Das bin ich übrigens auch nicht.“ Ich schloss die Augen, als die Zwei außer Hörweite verschwanden. Schritte entfernten sich und ich lief Thorin schnell hinterher ohne wirklich zu wissen, was ich sagen wollte. „Thorin! Warte!“ Er wandte sich um und musterte mich verschlossen. „Thorin, Elrond hätte das nicht sagen dürfen! Er kennt Euch nicht und kann nicht urteilen. Ich glaube nicht, dass ihr wahnsinnig werdet.“ „Wen interessiert Eure Meinung? Als ob es mich interessieren würde, was ein Elb und ein Weib von mir denken!“ Okay, das reichte. Ich konnte verstehen, dass er angepisst war, aber ich ließ mich nicht von ihm anmotzen, nur weil Elrond unüberlegt gesprochen hatte. „Okay, du Zwerg! Ich sehe nicht ein, dass ich mich von dir anmotzen und Weib nennen lassen muss, nur weil irgendsoein Idiot dich und deine Familie beleidigt hat! Ich habe dir einmal, aber nur einmal, durchgehen lassen, dass du mich als unfähig bezeichnet hast, aber das geht zu weit!“, fauchte ich und lief währenddessen auf ihn zu, sodass er zurückweichen musste. „Ich sehe nicht ein, dass ich für das Aussprechen der Wahrheit angeschrien werde, du... du Lügnerin!“, brüllte er zurück. Ich zückte meine Haarnadel und tackerte ihn damit an die Wand. „Lügnerin? Unfähig? Ich kann dich ohne Magie, mit auf dem Rücken verbundenen Händen innerhalb einer Sekunde vernichten, du Knallcharge!“ „Hexe!“ „Dummerjan“ „Hurensohn!“ „Halbgescheiter, ich bin ne Frau!“ „Furie!“ „Gonzo!“ „Megäre!“ „Armer im Geiste!“ „Xanthippe!“ „Tölpel!“ „Giftnudel!“ „Du wirst unkreativ!“ „Ork!“ „Lieber Ork als Zwerg, du Zwerg!“ Die letze Minute hatten wir damit verbracht, uns gegenseitig anzuschreien. Nun starrten wir uns fassungslos an, genauso wie die Elben und Zwerge und so weiter und so fort, die alle zu dem Kindergartenstreit gelaufen waren. „Schreien ist in diesen Hallen verboten!“, meinte Elrond nachdrücklich. Das gab mir den Rest und ich bekam einen Lachanfall. Während ich mich auf dem Boden kringelte vor Lachen, versuchte Thorin bei seinem Lachanfall stehen zu bleiben, indem er sich an Dwalin festhielt. „Hab... ich..“, ich fing an, kam aber nicht weit, vor der nächsten Lachsalve, „dich gerade mit Zwerg beleidigt?“, presste ich schließlich so schnell ich konnte hervor und Thorin musste noch lauter lachen, während er nickte. „Thorin Eichenschild, da sie den Streit anfingen und Lady Celomnial Valië ist, werdet Ihr bestraft.“ „Ja, Thorin“, meinte ich schadenfroh, nachdem ich mich wieder annähernd gefangen hatte. Er warf mir einen Das-ist-nicht-dein-Ernst-Blick zu und ich rappelte mich auf. „Passt schon Elrond, ich habe es ihm erlaubt“, grinste ich und wandte mich zum Gehen.

    Was meint ihr zu meinen OCs? Würde Celomnial eher zu Thorin oder zu Aragorn passen?
    LG Elanor Cuivienen

    6
    Sicht Thorin:

    Ich starrte ihr fassungslos hinterher. Ihre blau-schwarzen Locken tanzten über ihren Rücken und ihr Schritt war genauso leichtfüßig wie der Gang der Elben. Er hatte sie eigentlich nicht anschreien wollen, doch genauso wenig wollte er sich für ihre Worte bedanken, obwohl das angebracht gewesen wäre. Sein Blick fiel wieder auf den Elben vor ihm, welcher ihn neugierig musterte. „Nicht jeder Zwerg steht unter dem direkten Schutz einer Valië. Ich hoffe Ihr wisst das zu würdigen“, mit diesen Worten wandte er sich um und ging. Ich funkelte ihm wütend hinterher, er selbst hatte nicht einmal den Anstand, sich für seine Beleidigungen zu entschuldigen.


    Never give up it’s such a wonderful life (Tingilya):

    Ich bemerkte den Blick, den Thorin, Celomnial zu warf. Elronds Worte nahm ich ebenfalls wahr und auch Thorins wutentbrannten Blick. „Ich hätte euch in Beutelsend nicht beleidigen dürfen. Es tut mir leid“, wandte der Zwergenprinz sich an Tavaril und mich. Ich hob synchron mit Fea die Hand zum Herz und führte sie dann in Thorins Richtung. „Es gibt nichts zu verzeihen“, antwortete Tavaril für mich. Er nickte und sprach erneut: „Morgen früh brechen wir auf.“ Ich nickte und wandte mich zum Gehen. „Wartet!“, hörte ich ein paar Schritte weiter zwei Stimmen hinter mir. „Was ist, Kili? Fili?“, meinte ich neugierig. „Wir... ähm... nun, wir wollten fragen,... nun ja“, fing Kili an und Fili übernahm: „Nachdem ihr von den Valar im Kampf unterrichtet worden seid, wollten wir fragen, ob ihr mit einem Elben ein Duell machen könntet. Natürlich nur, wenn es keine Umstände macht!“ Es war mir ziemlich unangenehm. Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht, aber die bittenden Blicke von Kili und Fili... „Na schön“, gab ich mich geschlagen und überlegte, mit wem ich mich duellieren könne. Mein Blick fiel auf Tavaril, die sofort versuchte, unauffällig zu verschwinden. Ich durchbohrte sie mit meinem Killerblick und sie gab augenrollend nach. Wir zogen uns auf den Übungsplatz zurück, wo die Elben uns beobachteten, während sie den Platz freimachten. Ich zog meine zwei Klingen, die ich zusätzlich zu den Tonfas hatte, und wartete bis Fea ihren Anderthalbhänder gezogen hatte. Dann fingen wir an, uns wie Katzen zu umkreisen und jede Bewegung der Anderen zu mustern. Ich fühlte mich unwohl, als ich merkte, dass halb Bruchtal und die Zwerge uns beobachteten. In dem kurzen Moment der Ablenkung sprang Tavaril nach vorne und ich schaffte es nur knapp, ihrem Schlag mit einer Drehung auszuweichen. Sie gab mir kaum Zeit zum Sammeln und holte wieder aus, diesmal hatte ich jedoch damit gerechnet, blockte ab und stach gleichzeitig mit der anderen Klinge zu. Sie wich aus und wir wiederholten das Manöver etwas schneller. Inzwischen kämpfte auch ich offensiv, wodurch wir immer schneller wurden. Ich merkte wie die Welt um mich herum verschwamm und wie die Zwerge und Elben aufatmeten, als die uns nur noch als Schemen sahen. Die Welt bestand nur noch aus Wirbeln und Blocken und Stechen und Schlagen und selbst diese Bewegungen verschmolzen zu einer. Ich hatte keine Ahnung wie lange wir kämpften, aber irgendwann wich ich einem Schlag, den ich davor immer abgeblockt hatte, aus und brachte Tavaril dadurch zum Stolpern. Im gleichen Moment trat ich hinter sie und hielt ihr mein Schwert an den Hals. Die Zwerge und Elben begannen zu applaudieren und Kili und Fili kamen aufs Feld. „Das war toll! Wo habt ihr so kämpfen gelernt?“, fragten sie uns. Tavaril, die mein Schwert abgeschüttelt hatte, lächelte ihnen zu und antwortete: „Also ich kann nur für mich sprechen aber ich hatte viele Maiar (die Diener der Valar) und Elbenfürsten als Lehrer und Schlachten als Übung.“ Ich dachte kurz nach und meinte dann: „Ich wurde von den Valar unterwiesen. Allerdings habe ich an Kämpfen mit mehr als einer gegnerischen Person keine Erfahrung.“ Kili und Fili starrten uns staunend an und ich wand mich unangenehm berührt. Unsere Antworten hatten so angeberisch geklungen. Die Rettung kam in Form von Celomnial. „Thorin sagt wir sollen unsere Sachen packen. Wir brechen auf.“
    Knapp eine halbe Stunde später hatten wir uns im Vorhof von Bruchtal versammelt. Mephisto saß wieder auf meiner Schulter und musterte das Vorgehen neugierig. Anemos war beleidigt angezogen, weil da bleiben musste. Celomnial führte eine hitzige Diskussion mit Thorin, ob sie ihr Eichhörnchen Tuile mitnehmen dürfe oder nicht, ihr Pony Fluffy fraß währenddessen Bomburs Vorrat. Tavaril sah sich gedankenverloren um, während sie Gildin fest umarmte. „Wir brechen jetzt auf.“, erklärte Thorin den streitenden Zwergen und co. Er hatte die Debatte mit Cel offensichtlich verloren, denn auf ihren Schultern tobte Tuile. Tavaril setzte ihre Häsin auf den Boden und sich in Bewegung. Ich folgte nur widerstrebend, da der Weg uns nun über das Gebirge führte. Meine Höhenangst war dafür, dass ich eigentlich fliegen konnte, ziemlich arg. Während wir uns über den schmalen Gebirgspfad schlängelten, war ich also darauf bedacht, nicht nach unten zu sehen. Dass es anfing zu regnen, bekam ich nur am Rande mit. Ich setzte stetig einen Fuß vor den anderen, aber jeder einzelne Schritt fühlte sich unendlich schwer an. Mein Puls wurde stetig schneller und meine Handflächen nass. Als Bilbo vor mir stolperte und ich ihn fing, sah ich aus Versehen nach unten. Sofort begann die ganze Welt, sich zu drehen und ich konnte schon die ganze Kompanie auf den Felsen zermatscht sehen. Mit Blut überall und seltsam verdrehten Gliedmaßen. Ich konnte mich selber keuchen hören, als wäre es eine andere Person. Panik vernebelte meine Sinne und ich konnte mich nicht mehr bewegen. Zwei Paar Hände nahmen mich vorne und hinten an Hemd und Umhang und zogen mich weiter. Meine Füße bewegten sich als wären sie nicht meine, denn meine waren so schwer. „Alles in Ordnung?“, drang ein Bariton in meinen Kopf und eine Stimme, die ich irgendwoher kannte antwortete: „Sie hat panische Höhenangst.“ In dem Moment hörte ich Schreie. Ich konnte mich nicht bewegen, um zu gucken, warum sie schrieen. Noch mehr Panik wallte in mir auf. Was wenn wir angegriffen wurden? Was wenn ich helfen müsste aber nicht konnte? Was wenn ihnen was passiert? Was wenn? „Alles gut, Tingilya!“, flüsterte mir jemand ins Ohr, während ich näher an die Wand gezogen wurde. „Es sind nur Steinriesen.“ Celomnial straften ihre Worte lügen, da im nächsten Momente der Boden sich teilte und ein weiterer Riese sich offenbarte, auf dessen Knie wir standen. Der Boden unter mir bewegte sich, was mir den Rest gab.


    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Ich sah verzweifelt aufs andere Knie des Riesen. Tavaril hielt Tingilya fest, die aussah als würde sie jeden Moment ohnmächtig werden. Der Riese auf dem wir standen verlor durch einen Steinwurf seinen Kopf und begann zu straucheln. Das Bein auf dem die andere Hälfte der Kompanie stand knallte seitlich gegen einen Felsen und sie rannten auf den Berg. Wir hingegen wurden in einer plötzlichen Bewegung weiter gerissen und ich war in dem Moment echt froh, dass ich anders als Tingilya keine Höhenangst habe. Wir rasten auf einen Felsvorsprung zu und die Zwerge schrieen, dass wir springen sollten. Krachend schlugen wir gegen die Wand und ich schlug mir meinen Knöchel so an, dass er umschnackelte. Das Knacksen eines brechenden Knochen ertönte, trotzdem rappelte ich mich sofort auf. Um eine Felsecke konnte ich die ängstlich-besorgten Rufe der Kompanie hören. Mein Blick wanderte über die liegenden Zwerge. Warte mal? Zwerge? Wo war... „Wo ist Bilbo?“, fragte Bofur. Ich sah Hände am Felsrand und warf mich ohne zu zögern nach vorne. In dem Moment rutschte Bilbo ab und ich konnte ihn mit einer Hand erwischen und hielt mich mit der anderen fest. Meine Arme beschwerten sich über die plötzliche Belastung. Toll, da war man schon unsterblich, aber wehtun tat trotzdem alles weh. Ich schaffte es irgendwie Bilbo über die Kante zu schieben, doch ich rutschte ab. Ich stellte mir schon das Gefühl vor unten auf den Felsen zermatscht zu werden. Da könnten mich dann Orks, Elben, Waldläufer oder irgendwelche anderen Wanderer auflesen. Doch keine zwanzig Zentimeter später wurde ich aufgefangen. Das Wasser, das überall in der Luft verteilt ist hatte mich abgefangen und hielt mich oben. Thorin sprang auf einen Felsvorsprung neben mir und zog mich zu sich. Ich wollte ihn eigentlich schon anpöbeln, dass er gefälligst den Arm von meiner Taille nehmen sollte, aber seine Hand war so warm. Warte Stopp! Das habe ich nicht wirklich gedacht, oder? Okay, lösch die letzten Sätze wieder, in Ordnung? Dwalin zog uns nach oben und stellte uns ab. Tavaril umarmte mich sofort erleichtert und auch Tingilya wirkte erleichtert, obwohl sie immer mich so aussah, als würde sie gleich umkippen. „Fast hätten wir unseren Meisterdieb verloren“, sprach Bofur aus, was alle dachten. Ich sah währenddessen Thorin dankbar an und öffnete gerade den Mund um mich zu bedanken. „Er ist verloren, seit wir aufgebrochen sind. Er hätte nie mitkommen sollen. Er gehört nicht zu uns“, meinte Thorin in dem Moment. Ich macht automatisch einen demonstrativen Schritt von ihm weg, den stechenden Schmerz in meinem Bein ignorierend. Die Dankbarkeit war nie da gewesen. Arschloch. Bilbo blieb geknickt stehen, während die Zwerge Thorin folgten. Vorsichtig trat ich neben Bilbo. „Er hat Unrecht Bilbo! Seit wir aufgebrochen sind, wären wir ohne dich hunderte Male gestorben“, erklärte ich ihm. „Wir sollten weitergehen“ war die einzige Antwort, die ich bekam. Also dackelten wir alle Thorin hinterher in eine Höhle, wo dieser sofort Dwalin losschickte um nach anderen Bewohnern zu suchen. Ich ließ mich auf einen Felsen sinken und musterte mein Bein. Der Fuß war in einem unnatürlichen Winkel abgespreizt. Ich goß Wasser auf den Knöchel und mit einem ekligen Knirschen schob sich der Knochen zurück an seinen Platz. Ich keuchte und mir wurde kurz schwarz vor Augen. Als ich mich wieder gefangen hatte, legte ich mich hin. Schlafen konnte ich zwar sicher nicht, aber nachdenken schon. Gerade als mich kein Stein piekte, bekam ich einen „Anruf“ von Tingilya. Augenrollen gab ich ihr Zutritt zu meinen Gedanken und spürte, wie auch Tavaril mitkam. „Was meinst ihr, wird Bilbo bleiben?“, fragte Ilya. „Er wird heute Nacht probieren zu gehen“, erklärte Tavaril, die die Geschichten am besten kannte. „Wenn er geht, gehe ich mit“, stellte ich klar. „Wirklich? Auch wenn ich dir sagen würde, dass Thorin beinahe stirbt?“, meinte Tavaril und ich konnte ihr Grinsen hören. „Er stirbt ja nur beinahe. Außerdem ist er eh nur ein Arschloch“, fauchte ich sie an. „Erinnerst du dich noch an, Der Sternwanderer?‘ Diese Rede von Yvaine? Wo sie sagt, dass Liebe sehr leicht mit Hass zu verwechseln ist?“, fragte mich Tingilya. „Du willst doch nicht etwa? Lächerlich.“ Als ob Thorin Eichenschild sich in mich verlieben würde. Die hatten doch nicht alle Tassen im Schrank. „Sie hat nur Zweifel, dass er sich in sie verliebt!“, kicherte Fea in meinen Kopf. „Wie wäre es mir Privatsphäre?“ „Nö, du bist meine kleine Schwester, du hast keine Privatsphäre“, meinte Ilya. „Da hab ich mir aber was eingebrockt“, stöhnte ich, aber ihre Worte gingen nicht aus meinem Kopf. Zwei Geister verließen meinen Kopf und ließen mich alleine in einem Ozean aus Gedanken und Gefühlen. Ich mochte Thorin eigentlich, aber ich kam mit seiner Art einfach nicht zurecht. Okay, ja doch, eigentlich schon, aber er war so.... Tavaril hatte mir mal ein Konzept von der Erde beigebracht und ich fing an darüber nachzudenken. Was mochte ich an Thorin? Er war relativ attraktiv, das war aber Geschmacksache, obwohl seine Haare sicher voll flauschig sind. Er war manchmal nett und hatte Humor. Aber ansonsten war er arrogant und gemein und hatte einen Stock im Arsch. In den Filmen hatte ich ihn nie leiden können. Und dabei blieb es. Aber eigentlich....argh. Über diese Gedanken fiel ich dann doch in einen unruhigen Schlaf.

    Ich lief durch einen Wald. Der Wald war mir unbekannt und die Klamotten, die ich trug, waren echt nicht mein Stil. Es war ein weißes Kleid, dass über den Boden streifte und trotzdem sauber blieb. Die Bäume und Büsche schienen sich zusammenzudrängen, um mir den Weg zu versperren, trotzdem kämpfte ich mich Schritt für Schritt voran. Vor mir tauchten zwei Gestalten auf, die sich duellierten. Ich erkannte Thorin und einen bleichen Ork, den ich als Azog in Erinnerung hatte. Die Bäume um mich herum verwandelten sich auf einmal in ein Meer aus Orks, die mich am Weiterkommen hinderten. Ich versuchte verzweifelt, mich zu Thorin durchzukämpfen, aber ich kam nicht voran. Panik erfüllte mich, doch je mehr ich kämpfte, desto langsamer wurde ich. Hilflos und mittellos musste ich dem Duell zusehen. In dem Moment schaffte es Azog, Thorins Verteidigung zu durchbrechen und mit einem schmatzenden Geräusch fuhr die Klinge in Thorins Körper. Als hätten die Orks nur darauf gewartet, verschwanden sie. Ich rannte auf Azog zu und zog mein Schwert. Meine Wut und Verzweiflung übernahmen die Kontrolle. Ich konnte fühlen, wie mein Blut spritzte und rammte Azog mein Schwert in die Lunge und nagelte ihn anschließend auf der Eisfläche fest. Taumelnd lief ich auf Thorin zu.

    Schreiend fuhr ich aus dem Traum hoch. „Alles in Ordnung?”, fragte mich eine Stimme flüsternd, und als ich nach oben sah, blickte ich in Bilbos Gesicht. „Ich habe nur schlecht geträumt”, murmelte ich leise und setzte mich auf. „Was machst du?“, fragte ich ihn, als ich das Schwert an seinem Gürtel, seinen Beutel auf seinem Rücken und den Wanderstock in seiner Hand sah. „Ich gehe nach Bruchtal“, verkündete er und reckte das Kinn, als würde er in die Schlacht ziehen. Ich stand auf und hatte mit einem Griff alle meine Sachen zusammengesammelt. „Wenn Thorin dich aus der Gemeinschaft ekelt, kann er es sich auch leisten, mich zu verlieren“, erklärte ich. Er musterte mich zweifelnd, nickte aber schließlich. Wir bewegten uns in Richtung Ausgang, wurden aber von Bofur abgefangen. „Wohin wollt ihr?“ „Nach Bruchtal. Ich gehe nur, weil er geht!“, antwortete ich und stellte mich an den Rand der Diskussion. „Was, warum? Du bist ein Teil der Gemeinschaft Bilbo!“ „Das ist doch gar nicht wahr! Thorin sagt, ich hätte nie mitkommen sollen und er hat Recht! Ich bin kein Tuk, ich bin ein Beutlin! Was habe ich mir nur dabei gedacht? Ich hätte nie von Zuhause weggehen sollen.“ Jetzt musste ich doch eingreifen. „Bilbo Beutlin! Hör nicht auf das was Thorin sagt! Er ist nicht unfehlbar! Und wärst du ein Beutlin, wärst du bei der ersten Gefahr gestorben.“ „Ich muss gehen!“, widersprach Bilbo vehement. Bewahre mich einer vor der Sturheit der Hobbits! „Du hast Heimweh! Das verstehe ich“, fing Bofur noch mal an, doch Bilbo unterbrach ihn. „Nein! Das verstehst du eben gerade nicht! Das versteht keiner von euch Zwergen, eben weil ihr Zwerge seid! Ihr seid sowas wie das hier gewohnt! Ein Leben auf der Straße, nirgendwo sesshaft zu sein, nirgendwo hinzugehören!“ Ich keuchte auf. „Bilbo das war deutlich unter der Gürtellinie“, ertönte Feas Stimme und sie trat ins Licht. Bilbo schien bewusst zu werden, was er gesagt hatte. „Verzeih, ich wollte nicht…“ „Du hast ja Recht! Wir gehören nirgendwo hin.“, meinte Bofur niedergeschlagen. „Ich wünsche dir alles Glück auf der Welt.“ „Wir dir auch!“, sagte Tingilya, die jetzt auch auftauchte. Er wandte sich zum Gehen und auch ich tat schon meinen ersten Schritt, als Bofur fragte, was das sei. Was zum... Ich drehte mich um und sah Bilbos Schwert blau leuchten, und im gleichen Moment rief Thorin: „Wacht auf!“ Der Boden unter unseren Füßen brach auf und verschluckte uns. Es war ein rasanter Fall und ich holte mir bei den Schlägen gegen die Steinwand des senkrecht hinabführenden Tunnels sicher etliche blaue Flecken, bevor wie in einen hölzernen Käfig krachten. Ich hatte mich gerade vom Aufprall erholt, als die Orks kamen.

    7
    Allwissender Erzähler:

    Die Kompanie saß benommen in dem Holzkäfig, als die Horde Bilwisse anhestürmt kam und sie mitzog. Vereinzelter Widerspruch ertönte, vor allem von Dwalin. Wie auf einen stummen Befehl hin begannen alle Zwerge die Orks zu beschimpfen, sie zu beleidigen und um sich zu schlagen. Der Hobbit machte sich so klein es ging, damit ihn möglichst wenige der Orks berührten und schaffte es durch mangelnde Gegenwehr sogar so unauffällig zu werden, dass er den Klauen der Bilwisse entwischen konnte. Tingilya, die sich weder besonders klein noch besonders groß gemacht hatte, gesellte sich zu Bilbo und dir zwei warteten hinter einem Fass versteckt. Tavaril Feara hielt sich in der Mitte der Zwerge und dicht an Celomnial, die selbstbewusst ausschritt. Tavaril war im allgemeinen nicht ängstlich, doch hatte sie eine Art der Kriegsneurose, was in ihrem Fall bedeutete, dass sie große Angst vor Menschenmassen hatte. Die Orks zerrten die Kompanie hinter sich her, doch Bilbo und Tingilya blieben zurück. Einen Moment warteten sie doch dann nickten sie sich zu und folgten den Anderen. Während Tingilya schnell und lautlos um die Ecke huschte, stetig drauf bedacht, nicht nach unten zu sehen, war Bilbo langsamer und wurde von einem Ork überrascht. Er schlug sich eigentlich ganz gut und schaffte es sogar den Ork zu entwaffnen, aber dieser sprang dem Halbling auf den Rücken zerrte ihn mit in den Abgrund. Tingilya hatte den Waffenlärm gehört und war umgekehrt doch Bilbo fiel schon die Schlucht hinab. Die Frage ob sie ihm folgen sollte, konnte sie sich nicht mal mehr stellen, da die Brücke, auf der die Schwarhaarige stand, brach, und sie stürzte dem Hobbit hinterher in die Tiefe. Die Augen fest verschlossen stürzte die Valië, bis sie etwas abgebremst durch ihre Magie auf dem Boden landete, wo sie sofort in Deckung ging. So tief unten hausten ihrer Erfahrung nach meist Kreaturen, die bösartiger oder zumindest verschlagener waren als Orks. Bilbo schien nur ohnmächtig, was sie beruhigte, da man bei so einem Sturz normalerweise starb. „Gib ihn uns frisch, gib ihn uns zappelnd“, zischte eine Stimme aus dem Off. Als ihr Echo verklungen war, folgte eine Gestalt. Die Gestalt sah ein bisschen aus wie ein Tier und war doch kein Tier. Die Arme waren knapp über dem Boden und die Bewegungen wirkten ein wenig, wie die einer Katze. Es hatte kaum Haare und sprach mit sich und vor allem über sich selbst im Plural. „Besser als alte Knochen mein Schatz, besser als nichts.“, meinte es leise vor sich hin murmelnd. Ein „Gollum, Gollum“ kam noch hinzu, während es den Ork an den Füßen packte und mit sich ziehen wollte. Tingilya verfluchte sich für ihre Unachtsamkeit, denn den Ork hatte sie gar nicht bemerkt. Dieser war auch noch am Leben und begann sich gegen die Gollumkreatur zu wehren, Gollum nahm jedoch nur einen Stein und schlug ihn wieder bewusstlos, bevor er ihn mitzog. Doch während er ihn mit dem Stein Ko schlug, flog etwas aus seiner Tasche. Plötzlich hatte die Schwarzhaarige das Gefühl die Luft würde gefrieren und ein Schatten legte sich über ihr Gemüt. Bilbo, der unbemerkt erwacht und die Situation beobachtet hatte, musterte besorgt seine Freundin, die mit einem Mal blass wurde. Er selber spürte nichts der seltsamen Kälte. Als Tingilya sich wieder rührte war Gollum schon um die Ecke, den bewusstlosen Ork hinter sich herschleifend. Bilbo hatte sich schon aufgerichtet, den Ring gefunden und eingesteckt, was die Valië mit einer hochgezogenen Augenbraue quittierte. Ihr war aufgefallen, was das Schmuckstück wirklich war doch wusste sie auch, dass sie noch nicht eingreifen sollte. „Tolgo!“, flüsterte sie dem Hobbit zu und huschte hinter Gollum her. Als sie um die letzte Ecke des Ganges huschten, breitete sich in der Höhle ein See aus, dessen Ende von ihrem Standpunkt aus nicht zu sehen war. „Auf den Tisch kommt heut ein Fisch so saftig süß!“, sang eine Stimme auf der Steininsel in der Mitte des Sees. Bilbos blau leuchtendes Schwert fing an zu flackern und ging aus. Der Ork war tot. „Spritz und Spucke mein Schatz. Das ist vielleicht ein saftiger Bissen.“, knurrte Gollum, der sich unbemerkt an den Hobbit angeschlichen hatte. Tingilya verzog sich an den Rand des Gespräches, bereit einzuschreiten. Der Hobbit und Bilbo einigten sich schließlich darauf, dass wir nicht gleich gegessen werden würden, sondern davor noch Rätselraten. Gollum nötigte Bilbo, dass einer der beiden anfangen müsse. „Zweiunddreißig Schimmel in einem roten Schloss -
    erst mampfen sie,
    dann stampfen sie, dann stehen sie regungslos“, begann der Hobbit. Gollum dachte scharf nach und schnitt dabei witzige Grimassen. „Zähne!“, antwortete er schließlich, wobei Bilbo ziemlich enttäuscht war.
    „Schreit ohne Stimme,
    fliegt ohne Schwinge,
    beißt ohne Zahn,
    murmelt und pfeift -
    kein Mund hats getan“, dies war Gollum’s Rätsel. Mir fiel die Antwort sofort ein. „Wind“, beide sahen zu mir und ich schloss den Mund wieder. „Tschuldigung, ihr habt mich gar nicht gesehen.“, dafür bekam ich einen Wer’s-glaubt-wird-selig-Blich von Tingilya zugeworfen bekam. Ich funkelte sie böse an, immerhin war das meine Geschichte und ich würde mich von meinen Charakteren sicher nicht so behandeln lassen. „Richtig“, meinte Gollum auf meine Antwort und beschwerte sich nicht mal über die Schummelei.
    „Das Auge im blauen Gesicht
    sah ein Auge im grünen Gesicht.
    >Sieht genau aus wie mein Auge<,
    sagte das erste Auge.
    >Doch so tief unten blinzel ich nicht.
    Ich stehe droben im blauen Gesicht.<“, stellte wieder Bilbo ein Rätsel und wieder gab Gollum die richtige Antwort: „Sonne auf Gänseblümchen“
    „Man kann es nicht sehen, kann's auch nicht aufstören,
    kann es nicht fressen und kann's auch nicht höhren,
    liegt hinter den Sternen und unterm Gestein,
    rieselt in alle Höhlen hinein,
    kommt zuerst und folgt zulezt,
    löscht alles Leben, bis keiner mehr schwäzt“, und Bilbo antwortete, „Dunkelheit“. Wieder richtig. Gollum war inzwischen leicht genervt und rückte Bilbo auf die Pelle, woraufhin Tingilya mit einem Rätsel einschritt, und Gollum somit ablenkte.
    „Der Schrein ohne Deckel, Schlüssel, Schanier
    birgt einen goldenen Schatz, glaub es mir!“, lamentierte sie. Gollum dachte seeeehr lange darüber nach und gerade als Bilbo sich zu Wort meldete um ihn darauf hinzuweisen, dass er verloren hatte, antwortete Gollum: „Eier!“ und erklärte noch irgendetwas mit seiner Großmutter. Dann stellte er mit einem heimtückischen Funkeln in den Augen das nächste Rätsel:
    „Atemlos lebt es,
    kalt wie der Tod schwebt es,
    fühlt keinen Durst und doch trinkt es,
    trägt ein Kettenhemd und nie klingt es.“——-> „Fisch”
    Und dann ging es weiter hin und her. Tingilya sah demonstrativ auf ihre nicht vorhandene Uhr, als „Was habe ich in meiner Tasche?“, sie holte zischend Luft und wollte schon eingreifen, doch es war zu spät.

    ***

    Während Tingilya und Bilbo mit Gollum Rätseln spielten und davor in einen Schacht fielen, wurde die Kompanie durch die Orkstadt geschleift.Inzwischen hatte auch Celomnial ihre Selbstbeherrschung verloren. „Lasst mich los!“, schrie sie die Orks an.
    „Dreckiges Orkpack!“
    „Zurück, ihr Mistviecher!“, knurrte Dwalin aggressiv und als einer der Orks nach Thorin griff, schlug Dwalin ihm frontal in die Fresse. „Lass ihn los!“
    „Drecksviechzeug!“ brüllte Kili.
    Die Orks zogen die Zwerge und Frauen mit, egal wie sehr sich diese wehrten. Dwalin und die anderen schlugen um sich und versuchten sich zu wehren, doch erfolglos.
    Unzählige Orks waren zu sehen und einige sorgten mit Trommeln aus verschiedenen, oder eher wahllos zusammengesammelten Gegenständen für „Musik“.
    „Fasst mich nicht an!“, knurrte Dwalin die Orks an, doch die ließen sich davon nicht beeindrucken. „Sie haben dich vor zwei Sekunden nicht losgelassen, sie werden es auch jetzt nicht tun!“, fauchte Tavaril, die ziemlich genervt war, den Zwerg an.
    „Nimm deine dreckigen Hände von mir!“, fauchte Celomnial, denn der Ork hatte seine Hände eindeutig dort, wo sie nicht hingehörten, wofür er von Thorin von der Balustrade geschmissen wurde. Der Anführer der Zwerge ließ sich widerwillig mitziehen und so taten es die Zwerge ihm schließlich gleich.
    Ein Thron, auf dem ein gigantischer fetter und überaus hässlicher Ork saß, rückte näher. Er trug nichts weiter als eine Art Lendenschurz und eine komische Art Krone zierte seinen hässlichen Kopf. Und als wäre das noch nicht schlimm genug, begann er auch noch grauenvoll zu singen. „Wobei“, dachte Celomnial bei sich, „wer HardRock hört mag das sicher.“

    „Eh man sich versieht, sing ich ein Lied!
    Pack, Hack, Zwick und Zwack, Gripp, Grapp, Ohren ab!
    Prügel und schlag, bis ihr jammert und klagt! Ab, ab ins dunkle Loooooch. UNTEN IN DER STADT DER ORKS!“ Tanzend (?) bewegte sich der Orkkönig über die kleine Plattform und schwang sein Zepter.
    „Mit der Peitsche ein Hieb
    bis ihr schreit, bis ihr fiept!
    Wenn ihr festgeschnallt
    auf der Streckbank liegt!
    Ab…ab…ins…dunkle Loch!
    Unten in der Stadt der Orks!“
    „Unten in der Stadt der Orks!“, fielen die Orks mit ein. Während ihr König einen seiner Untertanen mit dem Zepter aufspießte und in den Abgrund pfefferte.
    „Hammer und Axt, die Knochen zerknackst mit einem ZACK hab ich euch gleich gepackt! Klatsch, Ratsch und Zermatsch. Peng, Beul, Zitter und Heul, ihr könnt betteln und flehen, niemand lässt euch gehen. Ab ins dunkle Loch! UNTEN IN DER STADT DER ORKS!“, und damit drehte sich die Großorkprimaballerina im Kreis, sodass sich alle ein paar mal ducken mussten. „Eine meiner eigenen Kompositionen“, erklärte Orki stolzerfüllt. „Tut mir leid, wenn ich dein Selbstbewusstsein zerstöre Euer Ehren...“, begann Tavaril sarkastisch, bevor Celomnial ihren Satz beendete: „... aber ihr habt vielleicht den einen oder anderen Ton gesungen, den es überhaupt nicht gibt... vielleicht betraf das 100% des Liedes? Oder doch eher 200%?“ „Das ist eine Abscheulichkeit!“, rief Balin und die Zwerge stimmten alle zu. „Ihr werdet hier unten nichts anderes finden als das“, freute sich der Ork und wirkte ein bisschen, wie ein Kind, dem man das langersehnte Spielzeug schenkt. „Abscheulichkeit, Grausamkeit, Gnadenlosigkeit", beendete er. „Also wer wagt es in mein Reich einzudringen? Spione? Diebe? Mordgesindel?“ „Zerge, Euer Boshaftigkeit.“, antwortete ein Ork. „Zwerge?“ „Wir fanden sie in der vorderen Eingangshalle.“, erklärte der Ork weiter. „Worauf wartet ihr noch? Durchsucht sie! Von oben nach unten von allen Seiten!“, brüllte Orki. „Icv bin überzeugt, dass sie mit den Elben gemeinsame Sach machen“, meinte ein Ork und hielt einen Kerzenständer aus Bruchtal hoch. „Gefertigt…in Bruchtal! Zweites Zeitalter! Völlig wertlos“, erklärte Großork und warf den Kerzenständer weg. „Ist nur ein Andenken“, rechtfertigte sich Nori unter Tavarils vorwurfsvollen Blick. Als die Orks fertig waren, ging das Verhör los. „Also was tut ihr hier, bewaffnet?“, begann der Großork. „Lasst mich mal machen!“, hielt Oin Thorin zurück, weil der vortreten wollte. „Also ich will alles wissen!“, stellte der Ork hochmütig klar und lehnte sich in seinem Thron zurück. „Ihr müsst schon noch ein bisschen lauter sprechen! Eure Brut hat meinen Trichter zertrampelt.“, sagte Oin. „Ich zertrampel gleich noch mehr als deinen Trichter!“, brüllte der Großork. „Halt! Wenn ihr noch mehr wissen wollte müsst ihr mich fragen!“, rief Bofur und drängte sich dazwischen. Der Ork zog eine Art Augenbraue hoch und wartete. Bofur überlegte, während Celomnial, Tavaril und Thorin probierten ihn aufzuhalten und erzählte dann: „Wir waren auf einer Straße. Es war eigentlich mehr Weg, als Straße…oder ein Pfad? Naja, jedenfalls waren wir auf dieser Straße, also dem Weg oder Pfad, und jetzt nicht mehr. Und das ist das Problem! Ähm, weil wir schon letzten Dienstag im Dunland sein sollten.“ Thorin schüttelte in der letzten Reihe verzweifelt den Kopf, Celomnial probierte, mit wenig Erfolg ihren Lachanfall an seiner Schulter zu unterdrücken, und Feara schüttelte heftig den Kopf. „Um entfernte Verwandte zu besuchen!“, rief einer der Zwerge zur Unterstützung Bofurs! „Ein paar Inzestgeschwister meiner Mutter.“, holte Bofur noch weiter aus und nun bekam auch Tavaril einen Lachanfall, während Celomnial sich festhalten musste um nicht umzukippen. „Das witzigste dran ist einfach Thorins Gesichtsausdruck!“, flüsterte sie ihrer Freundin zu. „SEID RUHIG!“, brüllte der Großork und dann, „für das Schweigen werdet ihr zahlen, mit unendlichen Qualen! Bringt den Zerfleischer! Bringt den Knochenbrecher! Beginnt mit dem Jüngsten!“, er deutete auf Ori. „Halt!“, schrie Thorin und trat vor. „Na, wen haben wir denn da? Seht euch das an! Thorin, Sohn des Thrain, Sohn des Thror, König unter dem Berge!“, meinte Orki spöttisch und richtete sich nach einer Verbeugung wieder auf. „Oh! Aber ich vergaß, ihr habt ja gar keinen Berg mehr und du bist auch kein König! Was dich im Grunde...zu einem Niemand macht.“ „Whoa! Das war jetzt ein absolut ungerechtfertigter Schlag unter die Gürtellinie! Man ist nur ein Niemand, wenn
    1. Keiner je von einem gehört hat, wobei das auch nicht ganz richtig ist und
    2. wenn man die Hoffnung aufgibt/ aufhört zu Kämpfen oder grundsätzlich nichts kann.
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    Auf Thorin hier passt keiner der Punkte. Auf dich da aber schon“, erklärte Celomnial möglichst gefasst, obwohl ihre Augen pure Wut ausdrückten. Beide sahen sie einmal an. Thorin dankbar, doch der Orkkönig schlug einmal zu, dätschte sie gegen einen Pfosten und wandte sich unberührt Thorin zu, der jetzt die Faust geballt hatte und kurz davor war etwas Unkluges zu tun. Tavaril kniete neben ihrer Freundin und sah Thorin und Co. beruhigend und die Orks hasserfüllt an. „Ich kenne jemanden, der einen hübschen Preis für deinen Kopf zahlen würde... Und nur für den! Ohne noch etwas dran.“ Thorin sah verwundert auf. Feara schloss resignierend die Augen und dachte an Azog. „Vielleicht weißt du ja, von wem ich spreche. Es ist ein guter alter Feind von dir. Ein bleicher Ork auf einem weißen Warg“, fuhr der Ork fort, mit einem bösen Grinsen im Gesicht. „Azog der Schänder wurde vernichtet. Er wurde im Kampf getötet vor langer Zeit!“, widersprach Thorin überzeugt, während Tavaril den Kopf senkte und Celomnial ein paar Ohrfeigen gab, woraufhin diese leise stöhnte. „Du glaubst also, seine Zeit als Schänder ist zu Ende, ist das so?“, fragte der Großork Thorin und wandte sich an einen andern Miniork auf einer Seilbahn. „Benachrichtige den bleichen Ork. Sag ihm, ich habe gefunden, wonach er sucht.“

    **
    Während die Kompanie bei einer Audienz mit dem Großork war, rannten Bilbo und Tingilya inzwischen vor Gollum weg. Dieser hatte nämlich herausgefunden, dass Bilbo den einen Ring, alias Geburtstagsgeschenk, alias „mein Schatzzzzzzzz” gestohlen hatte. Tingilya lief hinter Bilbo und immer, wenn dieser stolperte, packte sie ihn am Hemdskragen und zog ihn wieder hoch. Als Bilbo stecken blieb, kletterte die über ihm drüber auf die andere Seite der Felsspalte und zog. Sie bekamen Bilbo auch wieder heraus, doch leider ohne seine Knöpfe und während Bilbo durch den Ring unsichtbar wurde, pflanzte Tingilya dem nachfolgenden Gollum ins Hirn, dass sie nicht da wäre. Er lief weiter in Richtung Ausgang, leise vor sich hin murmelnd. Als sie den Gang erreichten lief gerade Gandalgf mit der Kompanie im Schlepptau vorbei. Timgilya blickte in die Richtung aus der sie Bilbo atmen hörte und nickte ihm zu. Er sah das Zeichen falsch und hob sein Schwert um Gollum zu Köpfen. Doch er konnte nicht. Mitleid wallte in ihm auf. Es wäre nicht fair, jemanden unsichtbar von hinten zu köpfen, der einem noch nicht mal ein Haar gekrümmt hatte. Er nahm Anlauf und sprang, Tingilya direkt hinter ihm rannte er anschließend aus dem Tunnel ins Freie, Gollum’s hasserfüllte Schreie im Rücken. „BEUTLIN! DIEB! WIR HASSEN ES AUF IMMERDAR!“

    **

    Knochen werden brechen!
    Hälse umgedreht!
    Es wird alles zertrümmert,
    erschlagen und gepfählt.“
    „Halt die KLAPPE! IDRIBTU!“, fauchte Tavaril ihn an. „Ich habe besseres zu tun, als mir Kopfschmerzen zu holen, weil ich dir zuhören muss du... du... Wechselbalg eines Walrosses! Wobei das eine Beleidigung für alle Walrosse ist!“ Zentnerschwere Stille folgte. Keiner wagte es zu atmen. Unsichere Blicke wurden gewechselt. Einige fragten sich, ob sie taubstumm seien. Das Schaben einer Klinge, die aus ihrer Schwertscheide gezogen wird ertönte. Dann begann der Großork zu Kreischen wie ein echtes Mädchen und verkrümelte sich auf seinen Thron. Anklagend deutete er auf Thorin und brüllte: „Ich kenne dieses Schwert! Das ist der furchtbare Orkspalter! Der Beißer! Die Klinge, die tausend Hälse durchschnitten hat! Zerfetzt sie!“, daraufhin griffen die Orks an. Mit Peitschen hielten sie die Kompanie in Schach, während fünf sich auf Thorin stürzten und ihn zu Boden drängten. Kurz bevor sie ihn erstechen konnten, regnete es Köpfe auf ihn herab, und Celomnials grinsendes Gesicht erschien. In diesem Moment entstand eine Druckwelle aus weißem Licht und alle flogen zu Boden. Eine Gestalt in einem dramatisch wehenden Umhang erschien im Staub. Schwert in der einen Stab in der anderen Hand befahl er: „Nehmt eure Waffen! Kämpft! KÄMPFT!“ Das ließ sich niemand zweimal sagen. Während sie die Plattform säuberten, musterte Thorin seine Gefährten. Alle schienen wohlauf, auch wenn einige leicht geschockt wirkten und Celomnial ein Bein hinterherzog. Er wirbelte herum und parierte den Schlag des großen Orks, der daraufhin von der Plattform fiel. Ein Ork, der sich unbemerkt angeschlichen hatte fiel tot um. Thorin entdeckte eine Mischung aus Haarnadel und Dolch in dessen Stirn und zog die Waffe heraus um sie einzustecken. Er könnte ja später noch rumfragen, wem sie gehörte. „Folgt mir! Rasch!“, rief Gandalf und stürmte los. Auch die anderen der Gemeinschaft folgten dem Istari und sie rannten über zahlreiche Holzbrücken und wehrten immer wieder Orks und Goblins ab, die von allen Seiten angriffen, um sie aufzuhalten. Einige wurden auch zu Eisstatuen und andere wurden von Ranken gepackt und davon geschleudert.
    „Für eure mangelnde Gastfreundschaft gibt’s Punktabzug, minus tausend Coolnesspunkte!“, rief Celomnial und trat einen Ork von sich, der probiert hatte sie umzubringen. Die Zwerge warfen ihr halb amüsierte, halb verwunderte Blicke zu, die sie mit einem Schulterzucken quittierte.
    „Leute…das ist ganz schön hoch“, bemerkte Tavaril mit einem kritischen Blick nach unten, wofür sie von Celomnial nur ein „Das ist nicht dein Text!“ zugeworfen bekam. Sie rannten weiter, bis sie zu einem großen weiten Abgrund kamen und davor zum Stehen kamen. Er war viel zu weit, um springen zu können und die Orks kamen wieder angestürmt, was in einer Orkstadt auch kein großes Wunder war. „Vorsicht!“, rief Thorin, und er und Gandalf durchtrennten die haltenden Seile des Brückenteils. Das Brückenteil schaukelte auf die andere Seite und Ranken hielten es drüben fest. Die Kompanie verließ das Teil und rannte weiter. Der Boden des Ganges über den sie rannten zerbrach, als der Orkkönig auftauchte. „Habt ihr geglaubt, ihr könntet mir entkommen!“, fragte er und schlug nach Gandalf, der zurücktaumelte. „Und was machst du jetzt Zaub....“, nie würde jemand erfahren, was der Orkkönig sagen wollte. In diesem Moment hatte sich nämlich ein Pfeil im seinen Kopf gebohrt. Alle sahen zu Tavaril, welche nur mit den Schultern zuckend den Bogen wieder anlegte. Das Brückenteil brach unter ihnen weg und eine rasante Rutschpartie folgte. „Schlimmer könnte es nicht kommen!“, keuchte Kili, der ganz unten lag als sie aufkamen. Die Leiche des Orkkönigs landete auf ihnen und Dwalin stöhnte auf. „Nur eins kann uns noch retten: Tageslicht!“, rief Gandalf, nachdem Kili ihn auf die Massen an Bilwissen aufmerksam gemacht hatte, die wie eine Plage die Wnd hinunterkletterte. Alle folgten dem Zauberer, der draußen anfing durchzuzählen. „Wo sind Bilbo und Tingilya? Wo sind sie?“, fragte er panisch. Celomnial, deren gebrochener Fuß seit ihrem Zusammenstoß mit dem Pfahl wieder wehtat, sah sich um. „Ich glaube sie sind den Orks entkommen. Um Tingilya müssen wir uns sicher nicht sorgen und sie wird auch auf Bilbo aufpassen“, sagte Tavaril mit leicht beunruhigten Gesichtsausdruck. Wenn Bilbo etwas passierte, würde es sich niemand verzeihen können, und wenn Tingilya etwas passierte, würden die Valar Gandalf lynchen. „Ich sag dir, was passiert ist. Meister Beutlin hat die Gelegenheit erkannt und sie ergriffen. Seit er aus seiner Tür getreten ist, hat er nur an sein weiches Bett und seinen warmen Ofen gedacht. Wir werden unseren Hobbit nicht wiedersehen. Er ist fort….schon längst!“ Thorin sah arrogant in die Runde. Zwerge guckten betreten zu Boden, Tavaril suchte, die Präsenz der Zwei spürend, die Umgebung ab, und Celomnial funkelte Thorin fassungslos an. „Ich mag ihn doch nicht“, flüsterte sie Tavaril zu, die nur grinste. „Nein…ist er nicht!“, ertönte da Bilbos Stimme. Tingilya hatte sich zu Tavaril und Celomnial gestellt. „Bilbo Beutlin! Noch nie in meinem ganzen Leben war ich so froh, jemanden zu sehen“, rief Gandalf. „Wollen wir wetten, dass er sich schonmal so gefreut hat?“, flüsterte Tavaril grinsend ihren Freundinnen zu. Der missbilligende Blick aus Tingilyas Richtung ließ sie verstummen. „Es spielt eine Rolle. Wieso bist du zurückgekehrt?“, fragte Thorin. „Ich weiß, dass du an mir zweifelst und das schon von Anfang an. Und du hast Recht, ich denke oft an Beutelsend. Ich vermisse meine Bücher… und meinen Sessel… und meinen Garten. Da gehöre ich nämlich hin. Das ist Heimat. Da gehöre ich hin. Und deshalb bin ich zurückgekehrt, weil ihr keine habt, eine Heimat. Und ich will euch helfen sie zurückzuholen“, nach dieser Rede senkte Thorin sein Haupt. Dankbar und ergriffen. Ein Heulen durchbrach die Stille. Warge. „Aus der Pfanne...“, begann Gandalf. „...ins Feuer!“, beendete Thorin.


    Und das war’s schon wieder. Ich hoffe es hat euch gefallen! Ich würde mich über Reviews und so sehr freuen!
    LG Elanor Cuivienen

    8
    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril):
    Aus der Pfanne ins Feuer. Diese Beschreibung passte perfekt. Ich sammelte die Erinnerungen an den Film zusammen, was gar nicht so leicht war. Wenn man von Mittelerde in eine andere Welt geschickt wird, kann sich der, der einen schickt, aussuchen, ob man sich erinnern kann. Bei der Rückkehr ist das anders, da hast du die Erinnerung an - und bei der Regel geht es jetzt nur um diese - die Mittelerdegeschichten noch, aber aus deinem Gedächtnis werden sie langsam gelöscht. Ich nahm mir vor sie aufzuschreiben. Also Thorin würde sich als Kaugummi verwenden lassen, nachdem wir auf ein paar Bäume klettern, die von den Wargen als Kegel verwendet werden. Klingt nach Spaß. Ich wirbelte herum und rannte der Kompanie hinterher. Mein Schwert in der Hand und einen Dolch über die Schulter werfend, zählte ich die Mitglieder noch einmal durch, was aber nicht funktionierte, da sie die ganze Zeit Position wechselten. Der Hang den wir hinab rannten würde als Sackgasse enden. „Ilya, nimm den Baum ganz am Abhang!“, rief ich ihr zu, weil ich nicht glaubte, dass sie mit ihrer Höhenangst die Sprünge zwischendrin Bäumen schaffen würde. Vor mir tauchte ein Warg auf, doch bevor ich mich deiner annehmen konnte, hatte ein Baum sich entwurzelt und ihn begraben. Eine Dornenhecke bildete sich um fünf weitere. „Los! Auf die Bäume! Alle! Sofort! Los, klettert! Schnell!“, dieser Ruf veranlasste alle Mitglieder der Kompanie auf die Bäume zu klettern. Tingilya wurde einfach von einem Ast gepackt und nach oben gehoben, während Celomnial mit einem Sprung auf einem Baum sprang. Ein Ast packte mich um die Hüfte und hob mich hoch. Wir saßen da und warteten und warteten, die Warge teilten sich über den ganzen Hang auf. Als ob wir abhauen könnten. Gandalf unterhielt sich mit einem Schmetterling und wurde von Celomnial angestarrt, als wäre er verrückt. Dann fing sie meinen Blick auf und ich formte ein „Adler“. Mein Hilferuf an die Natur, reichte mehrere tausend Meilen weit. Manchmal hatte es Vorteile die Tochter der „Naturvalar“ zu sein. Ich folgte Celomnials fassungslosen Blick, sobald ich ihn bemerkte. Ihr Blut gefror Celomnial förmlich in den Adern und für einen Moment dachte sie, ihre Herzen würde aufhören zu schlagen. Denn auf dem Felsen stand ein riesiger weißer Warg, mit einem bleichen Ork auf dem Rücken. Sie erinnerte sich offensichtlich an die Filmszene. Neugierig sah ich zu Thorin, sein Gesichtsausdruck war wohl der interessanteste. „Azog“, war das einzige, was ihm über die Lippen kam. Besagter Ork lächelte mephistophelisch. „Nuzdigid? Nuzdi gast? (Riecht ihr ihn? Den Geruch von Angst?)“ Das höhnische Lächeln machte mich aggressiv. Furchtbar! „Ganzilig-i unarug obod nauzdanish, Torin undag Train (Ich erinnert mich wie dein Vater danach stank, Thorin, Sohn des Thrain).“ Thorins Blick wurde hasserfüllt, was Azog nur noch mehr zu amüsieren schien. „Das kann nicht sein!“, flüsterte Thorin und sah sich hilfesuchend um, schüttelte dann den Kopf. Celomnial musterte ihn. Da hatte sich wohl jemand in Bruchtal wirklich noch einmal unterhalten. „Kod toragid biriz! (Der dort gehört mir!) Woguri-da! (Tötet die anderen!)“, rief Azog jetzt und deutete auf Thorin. Die Warge sprangen auf und rannten auf die Bäume zu. „Fuck!“, rief ich und kletterte in weiser Voraussicht höher hinauf. „Haut ab! Aus! Pfui!“, fauchte Celomnial die Wölfe an, die an den Bäumen hochsprangen und die unteren Äste abrissen. „Ich glaube nicht, dass man ihnen Manieren beibringen kann, Cel!“ „Man kann’s probieren“, schrie sie zurück. „Shog agradol! (Trinkt ihr Blut)“, stachelte Azog die Warge an, und könnten Blicke töten, wäre er ziemlich tot. Doch dann gab plötzlich der Baum vor meinem nach und kippte in Richtung Klippe. Alle begannen von Baum zu Baum zu springen, bis nur noch einer übrig war, über den sich die ganze Kompanie verteilte. Azog beobachtete dies amüsiert und fing schallend an zu lachen. „Boah, fick dich!“, schrie ihn an. „Wenn ich dich in die Finger kriege du...“, mir fielen nicht mal mehr Worte als Beschreibung an. Wenn wir Azog jetzt ausschalten würden, dann könnte sich das Schicksal ändern und die gesamte Blutlinie von Durin würde gerettet sein. Doch wie sollten sie zu Azog gelangen, wenn die Warge ihnen den Weg versperrten. Außerdem erinnerte sich wahrscheinlich ansonsten keiner an das Ende der Schlacht der fünf Heere, was hieß, dass ich es ihnen erstmal erklären müsste. Dazu kam, dass Tingilya, die sonst nie die Nerven verlor, sich panisch an den Baum klammerte. Ein brennender Tannenzapfen flog an mir vorbei. Dann noch einer und noch einer. Kurz darauf brannten alle Sträucher vor dem letzten Baum. Die Zwerge begannen zu jubeln, da die Warge abdrehten. Doch das Lachen blieb ihnen im Halse stecken, als der Baum in die Schlucht stürzte.
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    Panisch verstärkte ich ein paar Wurzel, sodass er wie eine Verlängerung über die Klippe hing. Ori rutschte plötzlich von seinem Ast und fiel, bekam aber im letzten Augenblick noch das Bein von Dori zu fassen und klammerte sich daran fest. Doch dadurch verlor Dori das Gleichgewicht und glitt ebenfalls vom Ast. Gerade noch rechtzeitig streckte Gandalf ihnen seinen Stab entgegen, woran sich der Zwerg festhielt. „Halt dich fest, Ori!“, schrie Dori nach unten. „Thorin, du verdammter Idiot! Wenn du das machst und überlebst rede ich nie wieder ein Wort mit dir! Und wenn du stirbst, belebe ich dich nicht wieder!“, hörte ich Celomnial hysterisch kreischen. Thorin rannte über den Stamm auf Azog zu. Meine Augen weiteten sich, und ich probierte auf den Stamm zu klettern, scheiterte jedoch, da der Ast brach. Tingilya, machte eine schwache Bewegung, wurde allerdings so blass, dass sie sich wieder festhielt. Celomnial stand auf dem Baum und stürmte davon, strauchelte jedoch und kippte noch einmal auf die Seite. Ich sah zu Azog, der die Arme ausbreitete, als würde er Thorin mit einer Umarmung in Empfang nehmen wollen. Doch das war natürlich nicht der Fall und endlich war Celomnial auf dem Boden, während sie und ich immer noch entsetzt auf Thorin starrten. Der rannte nun auf Azog zu, mit erhobenem Schwert und seinem Eichenschild. In dem Moment trieb Azog seinen Warg an, der zum Sprung ansetzte und Thorin damit zu Fall brachte. Zwar kämpfte sich der Zwerg schnell wieder auf die Beine, doch da kam Azog mit seinem Warg auf ihn zugerannt und schlug ihn mit dem Streitkolben nieder. Celomnial rannte los, und ich probierte immer noch hoch zu kommen. Und da biss der Warg zu, während der Eichenschild ihn daran hinderte, dass seine Zähne den Körper von Thorin komplett durchbohrten. Der Zwergenprinz schrie vor unbändigen Schmerzen. Ich konnte Celomnials Panik durch meine Venen pochen spüren und wusste, dass es Tingilya genauso ging. Thorin schlug dem Warg mit letzter Kraft aufs Maul und wurde dafür auf einen Felsen geschleudert. Einer der Orks wollte Thorin gerade köpfen, als Cel ihn erschlug. „Wenn ihr ihn wollt, müsst ihr erst an mir vorbei!“, fauchte sie die Orks böse an. „Also, wenn du uns umbringen willst, solltest du schon mehr tun, als nur doof auf deinem Vieh zu sitzen und zu glotzen!“, zischte Celomnial Azog an. „V az Indef Pron-ûk! (Töte sie alle)“, erwiderte er herablassend. Doch noch ehe er die Klinge gegen Celomnial oder Thorin erheben konnte, wurde er plötzlich im hohen Bogen von etwas umgeworfen und ich starrte fassungslos auf denjenigen, der sich auf den Ork gestürzt hatte: Bilbo! Todesmutig hatte der kleine Hobbit sein Schwert gezogen und brachte den Ork schließlich mit mehreren Stichen in die Brust zum ewigen Schweigen. Bewunderung wallte in mir auf. Dieser Zwerg hatte ihn nur fertiggemacht und er riskierte sein Leben für ihn. Ich wurde von Dwalin auf den Stamm gezogen, und mit dem Großteil der anderen Zwerge rannten wir los. „Nimm das!“, knurrte ich eines der Viecher an, das mich angriff. Meine Klinge sang durch das viele schlagen, stechen und abblocken. Meine Wut verhalf mir zu Stärke und ich löste einen Teil der Magie, die in mir schlief. Bäume (oder besser gesagt Huorns) wuchsen aus dem Boden und griffen die Warge und Orks an. Aus den Augenwinkel bemerkte ich, wie mein Rudel Eruwölfe aus dem Wald stürmte und mit angriff. Celomnial kniete neben Thorin und funkelte ihn halb böse, halb angsterfüllt an. Und endlich kamen die Adler. Riesige Adler tauchten auf und griffen die Orks an. Sie packten sie mit ihren gigantomanischen Klauen und warfen sie die Schlucht hinunter. Dann begannen die Adler, einen Gefährten nach dem anderen einzusammeln, und ein Adler kam direkt auf Thorin und Celomnial zu. Sie wich aus und Thorin wurde davon getragen. Auch die Zwerge vom Baum waren gerettet worden und im letzten Moment ließ sich Gandalf auf den Rücken eines Adlers fallen, als auch schon der Baum endgültig nachgab und in die Tiefe stürzte. Azog brüllte vor Zorn und seine Schreie wurden immer leiser, je weiter sie sich entfernten. Ich rannte auf Cel zu, packte sie am Arm und sprang. Grelles, weißes Sternenlicht erfüllte den Hang hinter uns, sodass Warge und Orks nicht sahen, wohin genau wir flogen. „Alles in Ordnung?“, ertönte Tingilyas Stimme hinter uns, wenn sie auf den Adlern ritt war ihre Höhenangst eigentlich nicht da. „Jip!“, antwortete ich. „Wir haben angefangen Azog zu zeigen, dass diese Expedition unter dem Schutz der Valar steht. Hoffen wir er hat dazu gelernt.“ Celomnial nickte nur und starrte weiter in die Ferne. „Er stirbt nicht.“, klärte ich sie auf, „zumindest noch nicht, bei der Schlacht der fünf Heere sterben laut Originalgeschichte Kili, Fili und Thorin.“ Sie sah mich an und lächelte schwach. „Ihr habt in Bruchtal noch einmal gesprochen. Worum ging es?” „Um dies und das. Aber es war nett“, antwortete sie ausweichend und blickte mir nicht mehr in die Augen, sondern nach vorne. „Wir werden am Verlauf der Geschichte doch eh nichts ändern
    können.“

    9
    Never give up it’s such a wonderful life (Tingilya):

    Mir entging Celomnials unsicherer Blick ebenfalls nicht. Ich verstand nicht, warum Tavaril ausgerechnet jetzt mit dem Tod der Zwerge kommen musste. Irgendwann mussten wir darüber sprechen, aber jetzt war noch nicht der richtige Augenblick. Besorgt musterte ich Celomnial. Sie hatte jahrelang wohlbehütet unter Wasser gelebt, ohne eine Verbindung zur echten Welt. Jetzt musste sie ins kalte Wasser springen, das war nicht fair. Sie war meine kleine Schwester und ich müsste sie schützen. Wir alle drei waren gezeichnet von unserer Vergangenheit, wir alle hatten unsere Fehler und Ängste, doch Celomnial hatte ihren Optimismus stets bewahrt. Seit Anfang der Reise war sie viel erwachsener geworden. Meine Gedanken schweiften zu dem Berg, den wir gerade verlassen hatten. Ohne diese Adler wären die Zwerge gestorben, denn jede Macht hat ihre Grenzen und jede braucht eine Quelle. Gandalf bezog sie aus seinen Vorräten, die sich immer wieder auffüllten allerdings nicht wirklich viel aushielten. Celomnial war vom Wasser abhängig, je mehr Wasser in der Nähe desto mächtiger wurde sie. Tavaril hatte ihre Höhen und Tiefen zeitgleich mit der Natur um sie herum. Die Bäume, Sträucher und Pflanzen und Steine waren ihre Quelle. Sie war Arda. Zwar nur auf eine abstrakte und wage Art, aber ihre Eltern hatten Arda und ihre Bewohner gestaltet. Zumindest die Elemente, aus denen die Welt gemacht war. Außer Wasser und Luft. Meine Machtquelle waren die Sterne. Sie waren immer da und wachten über mich und meinen Weg. Woher ich die Fähigkeit hatte, mich in eine Katze zu verwandeln, wusste ich nicht. Doch diese Katze war nur ein anderer Teil meiner Persönlichkeit. Okay, das klang jetzt echt schräg. Die Katze war schon ich, aber mehr oder weniger verkörperte sie mich. Ach keine Ahnung.

    Ich lag gerade als Katze auf dem Tresen, und wartete auf Gandalf. Er hatte mich für ein Treffen hierher bestellt, weil er mich mit auf ein Abenteuer mitnehmen wollte. Warum auch immer ich dafür nach Bree musste. Aus grünen Augen musterte ich die Szene um mich herum. Gandalf konnte ich an der Bar erspähen, aber wenn er nicht kam, dann hatte er seinen Grund. Mein Blick folgte einem Zwerg durch den Schankraum bis zu einem Tisch. Er bestellte sich etwas Essen und begann das Mahl. Mahal, diese Tischmanieren, als würde das Essen wegrennen wenn er es nicht schnell genug aß. Zwei Gestalten musterten den Zwerg, der das bemerkte und gleich das Essen weglegte, um langsam zur Waffe zu greifen. Kurz bevor er sie erreichte, setzte sich Gandalf auf den Stuhl gegenüber von ihm. Dieses Gespräch würde sicher interessant werden, und so rollte ich mich vom Tresen und lief zu dem Tisch. „Darf ich mich zu Ihnen gesellen?“, fragte Gandalf den schwarzhaarigen Zwerg, der nickte. Mit etwas Anlauf sprang ich auf den Tisch und setzte mich an die Kante neben den Beiden. Der Zauberer musterte mich belustigt, der Zwerg prüfend, und dann neigte er das Haupt. Kurz dachte ich nach, dann deutete ich eine Kopfsenkung an. „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Gandalf“, fing Gandalf das Gespräch an. „Gandalf der Graue“, fügte er noch hinzu. Der Zwerg sah immer noch zu den Gestalten, die ihn ungehemmt anstarrten. „Ich weiß wer du bist.“, wandte er sich an Gandalf. „Das ist ein angenehmer Zufall.“, sagte Gandalf mit einem Lachen. Zufall. Ich schüttelte den Kopf. Wer war überhaupt dieser Zwerg? „Was bringt Thorin Eichenschild nach Bree?“, braver Gandalf, ich sollte ihm bei Gelegenheit ein Leckerli geben. Thorin sah verzweifelt(?) auf den Tisch und wieder hoch. „Ich hörte Gerüchte, dass mein Vater in der Wildnis bei Dunland gesehen wurde. Ich habe gesucht. Aber ich habe kein Zeichen von ihm gefunden“, antwortete er schließlich. Endlich machte es Klick. Der Thorin Eichenschild, Sohn von Thrain, Sohn von Thror. König der Durins. „Thrain“, seufzte Gandalf. Thorin, der sich wieder paranoid zu den Gestalten umgedreht hatte, wandte sich wieder Gandalf zu: „Du bist wie die Anderen. Du denkst er sei tot.“ „Ich war nicht bei der Schlacht um Moria.“ Eine sehr diplomatische Antwort. „Nein, aber ich war dort.“ Im Film gab das jetzt eine dramatische Rückblende. „Mein Großvater, Thror, wurde getötet.“ In meinem Gedächtnis hörte ich Thorin ein „Nein!“ schreien, sah seinen kurzen Dialog mit seinem Vater und wie er zurückblieb. „Mein Vater führte einen Angriff auf die Pforte. Er ist nie zurückgekehrt. Thrain ist tot, haben sie mir gesagt. Er ist einer der Gefallenen. Aber nach der Schlacht suchte ich unter den Gefallenen, mein Vater war nicht dabei.“ „Thorin, man hat seit langer Zeit nicht mehr als Gerüchte von Thrain gehört.“ „Er ist noch am Leben! Ich bin mir sicher!“ Gandalf sah ihn mitleidig an, es war nicht fair, dass solche Dinge geschahen. Keiner hatte sowas verdient. Absolut niemand. „Der Ring, den dein Großvater getragen hat, einer der sieben, die den Zwergen einst gegeben wurden, was geschah mit ihm?“ „Er hat ihn meinem Vater gegeben, kurz bevor sie in die Schlacht zogen.“ „Also hat Thrain ihn getragen als er... verschwand?“ Thorin nickte zur Antwort. „Ihr habt meinen Vater besucht, kurz bevor er verschwand. Was habt ihr ihm gesagt?“, fragte der Zwerg. Ich hatte da ja so eine Vermutung.... „Ich drängte ihn, zum Erebor zu gehen, die sieben Heere der Zwerge zu vereinen, den Drachen zu töten und den einsamen Berg zurückzuholen. Und ich würde dir dasselbe sagen..“, hier legte Gandalf eine dramatische Pause ein. Jap, Er war eindeutig zu oft mit Elben und Ainur unterwegs gewesen. Okay, alles war besser als Saruman. „Holt Euch eure Heimat zurück!“ Thorin hatte sich während Mithrandirs Rede nach vorne gelehnt, ließ sich jetzt wieder gegen seine Lehne sinken und nahm einen Schluck Bier. Männer. „Das ist kein zufälliges Treffen, oder Gandalf?“, kluger Zwerg. „Nein, ist es nicht“, gab Gandalf zu und holte etwas aus seiner Tasche. „Der einsame Berg bereitet mir Sorgen, Thorin. Der Drache war lange genug dort. Früher oder später werden sich dunklere Mächte dem Erebor zuwenden. Ich traf ein paar... ungehobelte Gestalten auf meinem Weg nach Bree. Sie hielten mich für einen Vagabunden.“ Gandalf sah aus, als würde er nicht begreifen können, wie jemand auf so eine Idee kommen könnte. „Ich bin mir sicher, sie haben es bereut“, kommentierte Thorin bei einem weiteren Schluck Bier. Bei den Valar, ich kann es immer noch nicht fassen, sogar sein Mundwinkel zuckte bei diesem Kommentar! Er hatte ein Lächeln auf dem Gesicht, das so groß war, dass man es schon unter einem mittelmäßigen Mikroskop hätte sehen können! „Einer von ihnen hatte das hier dabei“, fuhr Gandalf unbeirrt fort und schob den Fetzen Pergament, den er aus seiner Tasche geholt hatte über den Tisch. Ich bewegte mich neugierig darauf zu und erkannte die schwarze Sprache. „Ich kann es nicht lesen.“ „Schwarze Sprache. Es ist eine Belohnung ausgesetzt.“ „Auf was?“, fragte der Schwarzhaarige interessiert. Das mikroskopische Lächeln war längst Geschichte. „Auf deinen Kopf.“ Der Zwerg sah alarmiert auf. Ist ihm das echt noch nie passiert? „Jemand will deinen Tod.“ Ne darauf wäre er bestimmt nicht selber gekommen. „Thorin, du darfst nicht länger warten! Du bist der Erbe des Thrones der Durins. Versammle die Heere der Zwerge, zusammen habt ihr die Macht und Kraft den Berg zurückzugewinnen. Veranstalte ein Treffen der sieben Zwergestämme, verlange, dass sie zu ihrem Eid stehen.“ „Die sieben Armeen haben demjenigen die Treue geschworen, der das Königsjuwel trägt. Den Arkenstein.“ Die Zwerge folgen ihrem König nur, wenn er ein dämliches Juwel trägt? Das ist.... schräg.... „Es ist das Einzige, was sie vereinen kann und falls du es vergessen hast, dieses Juwel wurde gestohlen von Smaug!“ Die komischen Typen hauten ab. Draußen würden sie wohl unerklärlicherweise anfangen sich zu prügeln und dann nie mehr dazukommen irgendjemanden von Thorin Eichenschild zu erzählen, der im tänzelnden Pony saß. „Was, wenn ich dir helfe ihn zurückzuholen?“ „Wie? Der Arkenstein liegt meilenweit weg von hier, begraben unter einem feuerspeienden Drachen.“ „Ja, deswegen brauchen wir auch einen Meisterdieb.“ „Und wenn dem Meisterdieb etwas passiert? Wenn etwas schief geht? Wenn wir gegen einen Drachen kämpfen müssen? Was dann?“, fragte Thorin. „Dafür, nehmen wir Kriegerinnen mit.“ Das war mein Zeichen. Ich sprang von Tisch und verschmolz mit den Schatten.

    Ein erneuter Schrei nach Thorin ließ mich aus meinen Gedanken hochfahren. Die Klauen des Adlers waren nass vom Blut. Wieder blickte ich zu Celomnial. Sie trug einen kunstvoll geflochtenen Zopf, schon seit Bruchtal und mich wunderte, warum es noch keinem aufgefallen war, dass der Zopf von Thorins Schmuckschließe gehalten wurde.




    Sie trug den Zopf noch nicht direkt nach Bruchtal. Es war kurz vor diesem Pass gewesen, an dem meine Höhenangst eingesetzt hatte. Tavaril hatte sich an den Rand zurückgezogen und ich verwandelte mich in meine Katzengestalt, um auf einen Baum zu klettern. Als ich schon zur Hälfte oben war, als Katze hatte ich bei relativ geringen Höhen keine Angst, sah ich dass Celomnial schon oben saß. In diesem Moment schob sich Thorin auf einen Ast in ihrer Nähe und durch das Geräusch zuckte sie zusammen. „Hätte ich gewusst, dass du so schreckhaft bist, hätte ich mich bemerkbar gemacht“, stellte Thorin amüsiert klar. „Ich konnte ja nicht wissen, dass Zwerge doch klettern können“, konterte sie. „Willst du mir damit sagen ich sei fett?“, fragte der Zwerg gespielt bedrohlich. „Ganz so drastisch hätte ich es nicht formuliert, ich hätte gesagt................. korpulent?“, schlug sie schließlich vor und probierte kichernd, Thorins Schlag auszuweichen. „Uh, hat da jemand Selbstzweifel? Sonst hätte Majestät es doch als unwürdig empfunden überhaupt zu reagieren“, stichelte sie nun. Für einen Moment war es totenstill, dann begann Thorin zu lachen. Und zwar wirklich zu lachen. Das mikroskopische Lächeln aus Bree war nichts gegen das fette Lachen. Celomnial lief rot an, und probierte ihre Haare zu flechten, während sie auf ihrer Unterlippe rumkaute. „Darf ich dir helfen?“, fast schon schüchtern sprach Thorin aus, worauf ich gewartet hatte. Ich zog mich zurück um ihnen Privatsphäre zu gönnen.

    Sicht Thorin:
    „Darf ich dir helfen?“, fragte ich vorsichtig. Sie sah mich überrascht von der Seite an und nickte schließlich. In ihrem Blick konnte ich sehen, dass sie genau wusste, welche Bedeutung sowas bei Zwerge hatte. Und ich war noch nie jemanden so dankbar, dass derjenige die Klappe hielt. Zwerge flochten nur ihren Kindern die Haare. Oder aber auch dem eigenen Partner, denn es ist der größte Vertrauensbeweis, wenn ein Zwerg jemanden an seine Haare lässt. Ich flocht einen kleinen aufwändigen Zopf in ihre Haare und dann flocht ich alle Haare zu einem großen Zopf. Ihre Haare waren weich, seidig und rochen nach Meer und Schokolade. Ich verkniff mir den Kommentar, dass ihr Haar toll roch, das wäre noch peinlicher als mein Herzrasen, das sie sicher hörte, und zog eine meiner Schmuckschließen aus dem Haar um sie in ihres zu stecken. „Fertig“, meine Stimme war belegt. Sie lief rot an und griff nach ihrem neuen Zopf, während sie ihn vorsichtig untersuchte wartete ich nervös. Ob sie ihn mögen würde? „Thorin, dieser Zopf ist absolute klasse! Danke, danke, danke!“, und dann umarmte sie mich. Es war wahrscheinlich nur aus Affekt heraus aber ich saß kurz stocksteif da, ehe ich ihr unbeholfen die Hände auf den Rücken legte. Alles an ihr roch nach Meer und Schokolade. Sie löste sich auf einmal wieder und war puterrot. „Ich... ähm, ja... äh gut ich... Entschuldigung?..“, stotterte sie und irgendwie war das süß. Celomnial knabberte auf ihrer Unterlippe und sah überall hin nur nicht mir in die Augen. Ich lächelte ihr zu, was sie trotz allem sah, und wollte etwas sagen, ich wusste nicht einmal was, aber in dem Moment riefen Dwalin und Tavaril nach uns.

    Sicht Tingilya:
    Die Adler setzten zum Landen an und Celomnial war schneller unten, als ich gucken konnte. Hoffentlich konnten wir doch was an der Geschichte ändern. Es würde sie zerbrechen. Aber ich hatte auch nicht aufgegeben. Don’t let go. Never give up it’s such a wonderful life.

    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Mein Blick ging ins Leere. Ich hatte meine beste Freundin wegen eines Zwerges angelogen. Von wegen ich hatte in Bruchtal mit ihm gesprochen, es war ja erst später gewesen. Wie automatisch glitt meine Hand zu dem Zopf, den Thorin mir geflochten hatte und umschloss ihn. Dieses arrogante, widerliche, egoistische, masochistische, selbstmordgefährdete Arschloch. Boah, wie ich ihn hasste. Ja, renn einfach mal zwanzig Wargen und Orks in die Arme, sie werden ihn ja sicher mit Plätzchen und Tee zum Kaffeekränzchen empfangen, es ist ja nicht so, als ob sie schon Jahre lang BFFs waren. Wie dämlich musste man für so eine Aktion sein? Und überhaupt, was fiel ihm ein, Bilbo die ganze Zeit fertig zu machen? Der hatte wenigstens Charakter! Nein, ich konnte Thorin nicht leiden. Toll, jetzt fing mein Zwiespalt wieder an, weil ich ihn ja irgendwie doch mochte. Wenn ich an seine Augen dachte, die so stechend blau waren, dass sie darin die See ausstachen. Oder an den Geruch, der an ihm haftete, eine Mischung aus Wald, leichter Tabakrauch und auch ansonsten roch er einfach nach...... Freiheit. Und diese Haare erst! Die waren bestimmt voll flauschig und weich! Oh man, ich benehme mich, als wäre ich ein pubertierendes Gör. Nein, ich war die Tochter des Meeres und würde mich bestimmt nicht in den erstbesten Zwerg verlieben. Und doch, wenn ich dann den Anblick von diesem, diesem miesen Idioten im Maul des Warges dachte, oder an das Geräusch, als er auf den Stein geschleudert wurde, überkam mich eine Welle der Panik. Die Adler setzten zur Landung an und ich sprang von ihrem Rücken. Gandalf kniete bereits neben diesem, diesem Zwerg und musterte ihn beunruhigt. Die Worte, die Gandalf sprach, hörte ich nicht, doch Thorin regte sich daraufhin wieder. „Die Frauen?“, fragte er, während er sich aufrichtete. „Sie sind wohlauf.“ „Der Halbling?“ „Ebenfalls.“ Der Zwerg stand inzwischen wieder auf seinen Füßen. „Du!“, fauchte er Bilbo an, der erschrocken zurückwich. Ich wechselte einen Blick mit Tingilya und Tavaril. Wir waren immer der Meinung gewesen, dass es unter aller Kanone war, was Thorin da als Entschuldigung verkaufte. „Was hast du getan? Das hätte dich das Leben kosten können!“, der Hobbit, der nicht wusste wie ihm geschah, sah ziemlich verletzt aus. Der Zwerg lief unbeirrt weiter auf ihn zu. „Habe ich nicht gesagt, du wärst eine Last? Dass du in der Wildnis nicht überlebst? Dass du niemals zu uns gehören wirst?“ Bilbo schluckte. „Ich habe mich noch nie so getäuscht! In meinem ganzen Leben! Bitte verzeih meine Zweifel an dir!“, entschuldigte sich Thorin, während er den Hobbit in eine Umarmung zog. Der immer noch leicht entsetzte, jetzt aber vor allem glückliche Bilbo widersprach: „Nein! Ich hätte genauso an mir gezweifelt.“ Der Hobbit wandte sich an die ganze Gemeinschaft. „Ich bin kein Held und auch kein Krieger. Nicht mal ein Meisterdieb.“, sagte er mit einem vielsagenden Blick auf Gandalf. „Nein, aber du bist der mutigste Hobbit den wir kennen!“, erklärte ihm Fea, während jetzt sie ihn in eine Umarmung zog. Mit einem fiesen Grinsen - meine gute Laune war endlich zurück - zog ich Tingilya mit nach unten, um den Hobbit zu umarmen. Als wir uns wieder von ihm lösten, war Bilbo rot angelaufen, lächelte uns aber breit an. Ich blieb noch kurz länger unten und flüsterte ihm ins Ohr: „Danke, du hast mir das Leben gerettet, als du diesen Ork umgebracht hast! Glaube einfach an dich!“ Er grinste nur frech, „Und ich würde es wieder tun… jederzeit!“ Ich richtete mich wieder auf und lauschte Tingilya, die das Wort ergriff: „Azog wird Rache wollen! Wir waren an seiner Niederlage Schuld, er wird sich Unterstützung suchen! Das wird nicht witzig.“ Ich verdrehte die Augen. Konnte sein, dass ich pessimistische Phasen hatte, aber der stetig andauernde Realismus von Ilya war echt anstrengend, vor allem, weil sie sich auf die unschönen Wahrheiten konzentrierte. Die Zwerge jedoch warfen sich schockierte Blicke zu und murmelten, als Thorin vortrat und uns ansah. „Er wird euch nicht kriegen. Niemals!“, stellte er klar. Ja, natürlich, his majesty wollte noch länger Schutz für seine Truppe. Als ob er es mit Azog aufnehmen würde, aus einem anderen Grund als seiner Rache. „Eigentlich findest du es nett, dass er sich um euch sorgt!“, flüsterte eine Stimme in mir, und: „Nein, ich hasse Männer mit übertriebenen Beschützerinstinkt.” „Genau! Da muss er erst an uns vorbei!“, riefen alle Zwerge. Das kam jetzt wirklich unerwartet. Ich hätte nicht gedacht, dass wir ihnen so ans Herz gewachsen sind. Ich warf einen Blick nach links, wo Tingilya und Tavaril standen. Ilya wand sich unter der Aufmerksamkeit und Fea schien nicht wirklich zu wissen, was sie tun sollte.Diese Kerlchen waren uns wirklich ans Herz gewachsen und sie waren wie eine Familie, die einen mit unglaublicher Loyalität behandelte. Eine Drossel flog an uns vorbei und in Richtung eines Berges, der in der Ferne emporragte. Thorin bemerkte meinen starren Blick und folgte diesem, bis er den Berg erblickte. „Ist das…. das, was ich denke, dass es ist?“, fragte Bilbo neugierig. „Erebor! Der einsame Berg. Das letzte große Zwergenreich in Mittelerde.“, bestätigte Gandalf und Thorin fügte hinzu, „unsere Heimat!“ Die Drossel flog immer noch in Richtung Erebor. „Ein Rabe! Die Vögel kehren zum Berg zurück“, erklärte Oin stolz. Ich lächelte und hörte Feas automatische Verbesserung, dass das eine Drossel sei. „Aber wir sehen es als ein Zeichen an. Als gutes Omen“, kam es von Thorin und Bilbo nickte zustimmend. „Zu Recht! Das Schlimmste liegt hinter uns, würde ich sagen.“ Traurig blickte ich in Richtung Berg. Hätte er doch nur Recht. „Wir rasten hier“, sagte Thorin schließlich und alle Zwerge begannen sofort mit den Vorbereitungen, wohingegen ich mich an die Klippe zurückzog und die Füße über den Rand baumeln ließ, während ich in die Ferne starrte. Tingilya lehnte sich von hinten an mich, um nicht in Richtung Abgrund sehen zu müssen und Tavaril setzte sich so hin wie ich. „Wisst ihr, ich weiß nicht mehr, ob es wirklich eine gute Idee war, bei dieser Reise mitzumachen. Da draußen lauern hunderte von Gefahren und wir sind ihnen womöglich nicht gewachsen, ich meine wer von uns hat schon Kampferfahrung? Na klar, Tavaril hat schon in hunderten Schlachten mitgekämpft, aber ich war die ganze Zeit im Meer und weiß nicht, ob ich gegen jemanden kämpfen kann, der mich unter allen Umständen umbringen will. Und Tingilya hat auch noch nicht irgendwo mitgekämpft, obwohl sie eindeutig schon Erfahrungen gemacht hat, die sie immerzu verfolgen werden“, beendete ich schließlich meinen Monolog. „Es geht nicht um die Schlachten in denen man gekämpft hat, sondern um das, wofür man kämpft. Wenn du den richtigen Antrieb hast, geht alles“, meldete sich Fea zu Wort. „Wofür hast du gekämpft?“, fragte Tingilya leise. „Für Freiheit und Liebe. Gegen die Ungerechtigkeit, die so Viele verbreiten wollen. Und für jene, die erst eine Chance auf Fairness haben, wenn sie ihr Leben dafür in Gefahr bringen. Sucht etwas, für das es sich lohnt weiterzumachen.“ Nach diesen Worten hingen wir alle unseren Gedanken hinterher. Wofür lohnte es sich zu kämpfen? Die Punkte, die sich Tavaril gesucht hatte, waren gut. Aus der nachdenklichen Stille holten uns die Zwerge, als sie riefen, dass das Essen fertig sei.


    Später am Abend saß ich wieder an der Klippe. Schritte näherten sich, doch sie wurden ignoriert. Auch den unverkennbaren Geruch der mir entgegen schlug, als Thorin sich neben mich setzte ignorierte ich. „Ich hätte Azog nicht einfach angreifen sollen. Es tut mir leid“, murmelte er. „Ihr solltet Euch nicht bei mir entschuldigen. Was interessiert es mich, ob Ihr lebt oder tot seid? Das interessiert doch eh niemanden. Wer kümmert sich schon um Euer Schicksal? Wer seid Ihr schließlich schon? Ein Zwerg ohne Heimat und Familie?“, meine Stimme war schneidend kalt und über sein Gesicht huschte ein verletzter Ausdruck. Oh shit, das hatte ich gerade nicht wirklich gesagt! Thorin Miene erstarrte. Ich überlegte panisch, was ich tun könnte. Sein ganzer Körper war angespannt. Ohne weiter zu überlegen rutschte ich ein bisschen näher an ihn heran und lehnte meinen Kopf an seine Schulter. Er musterte mich erstaunt, als ich anfing mich zu entschuldigen. „Ich meinte es nicht so. Ich war verletzt und sauer und hatte mir Sorgen gemacht. Tut mir leid.“ „Du musst dich nicht entschuldigen!“, widersprach er mir, „Niemand sollte sich für die Wahrheit entschuldigen müssen.“ „Nein, ich hatte Unrecht! Du hast eine Familie! Du hast die Kompanie, Kili und Fili und auch Dīs! Und auch eine Heimat! Und ich hatte nicht mal Recht, als ich gesagt habe, es wäre mir egal ob ihr lebt oder sterbt. Es ist mir nicht egal!“ Er musterte mich noch einmal, seufzte und schlang seinen Arm um meine Hüfte. „Menu gamut khed!“, murmelte Thorin leise. Ich boxte ihm leicht in die Seite: „Das ist nicht fair! Ich kann kein Khuzdul!“ Doch dieser miese Zwerg lachte nur. Halb versuchte ich mich aufzurappeln, ließ es dann allerdings bleiben und missbrauchte seine Schulter wieder als Kopfkissen. Und während ich seinem regelmäßigen Atem lauschte, das Kribbeln und die Wärmewellen spürte, die sich von seinem Arm um meine Taille aus ausbreiteten, während ich tief in mich hineinhorchte, wurde mir eines klar. Ich liebte Thorin. Unabänderlich. Ich liebte ihn mit all seinen Fehlern und Macken. Seiner Sturheit, seinem Stolz und übersteigertem Pflichtbewusstsein. Dieser Zwerg hatte es in ungefähr drei Wochen geschafft mir komplett den Kopf zu verdrehen. „Le melin, Thorin.“ Er lachte erneut. „Das ist unfair, ich kann kein Elbisch!“ Ich zuckte im Halbschlaf mit den Schultern. Himmel, war das bequem und warm. „Du erfährst die Bedeutung, wenn du mir erzählst, was, Menu gamut ket‘ heißt.“ Das letzte, was ich hörte bevor ich einschlief, war ein: „ Du meinst, Menu gamut khed‘, Amralime. Und irgendwann wirst du es verstehen.“

    Als ich am nächsten Morgen die Augen aufschlug, ging die Sonne gerade erst auf, weshalb ich mich noch einmal an mein flauschiges Kopfkissen schmuste. Ach du Scheiße! Warte mal, wenn mein Gedächtnis mir keinen Streich spielte, hatte ich am letzten Abend mit THORIN gekuschelt! Ich sprang panisch fluchend auf und wäre fast vom Carrock gekippt. Das vermeintliche, hinterhältige Kopfkissen war keines, sondern Thorins Mantel! Oh, bei allen Valar, hoffentlich hatte das keiner... War ja klar.
    Bilbo grinste bereit, ebenso wie Gandalf und Tingilya. Meinem Killerblick begegneten sie so unbeeindruckt, dass er noch böser wurde, während ich mich umwandte. Majestät hatte sich gedreht und schlief friedlich weiter. Seufzend bückte ich mich und stupste gegen seine Schulter. Keine Reaktion. Die Drei grinsten mich immer noch breit an. Ich stupste nachdrücklicher, es folgte immer noch keine Reaktion. „Kannst ja probieren ihn wach zu küssen.“ Die Zähne zusammenbeißend überging ich den Kommentar. „Thorin Eichenschild!“, fluchte ich leise, „Die ganze Reise über wachst beim kleinsten Geräusche auf! Und jetzt wo es wichtig ist, kriegst deinen königlichen Hintern nicht in die Senkrechte! WACH AUF!“ Ähm, ich glaube ich war ein bisschen zu laut.... Sämtliche Zwerge wachten auf und sahen sich nach dem vermeintlichen Angreifer um. Als sie bemerkten, dass keiner da war, sahen sie mich böse an. „Was soll das, Mädchen?“, knurrte Dwalin erbost. Wie zum Teufel sollte ich mich hier herausreden? Hilfesuchend blickte ich zu Tingilya, die nur sadistisch grinste. „Ich hatte sie gestern Abend noch gebeten, uns bei Sonnenaufgang zu wecken“, erklärte eine Stimme von seitlich hinter mir. „Wir werden von einem Haufen Orks verfolgt, die allesamt schlechte Laune haben und uns alle tot sehen wollen. Je früher wir aufbrechen, desto besser.“ Thorin Eichenschild hatte gesprochen und sämtliches Murren wurde eingestellt. Die Zwerge packten sofort ihre Sachen, und Thorin lächelte mir zu ehe er auch ging. Tingilyas kam immer noch breit grinsend auf mich zu. „Ein Kommentar und du wirst es bis an dein Lebensende bereuen!“ „Kein Kommentar!“ „Kein Kommentar wozu?“, mischten sich jetzt Kili und Fili ein. Irgendwer hatte was gegen mich. Theatralisch ließ ich mich nach hinten fallen, während er Tingilyas Grinsen noch breiter wurde. Es war Tavaril die mich rettete. „Wo sind eigentlich Gildin, Tuile und Mephisto hin?“ „Also Gildin hast du ja in Bruchtal gelassen, das heißt sie könnte überall sein. Von den anderen Beiden weiß ich nichts. Hoffentlich geht es ihnen gut“, überlegte ich laut. „War Tuile nicht das Eichhörnchen und Mephisto nicht der Vogel?“, fragte Fili laut. „Wenn ja, dann ist der Vogel die ganze Zeit in der Nähe gewesen und das Eichhörnchen habe ich.“ Und tatsächlich holte er Tuile aus seiner Tasche, die das Ganze als unwürdig abtat und wieder auf meine Schulter hüpfte, um mit mir zu schmusen. Doch als ich die Treppe hinuntersah, musste ich schlucken. Vielleicht hatte ich es noch nicht erwähnt, aber Eines sollte man über mich wissen. Meine Koordination und mein Gleichgewichtsgefühl sind absolut nicht existent. Als ich vorher zu Thorin und dem Warg Rennen wollte, bin ich an der breitesten Stelle des Baumes abgerutscht. Zusätzlich renne ich regelmäßig gegen Bäume, Türen und Türrahmen und stolpere über Wurzeln, Sachen, die gefühlt eine Meile entfernt lagen, und natürlich meine eigenen Füße.


    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril Feara):

    Der folgende Abstieg vom Carrock dauerte zwei Tage. Die Zwerge schnauften und fluchten so laut, dass es mich immer wieder wunderte, wie Azog uns noch nicht gefunden haben konnte. Wobei, wenn man es sich recht überlegte, schnaufte nur Bombur so schlimm. Die Zeit des Anstieges unterhielt ich mich vor allem mit Kili, Fili, Tingilya und Celomnial, obwohl Letztere in Gedanken wohl bei ihrem Traumprinzen war. „Und in der Welt in der ihr wart gibt es Elekr... Ekeltr... Ekeltrizität?“, fragte Kili noch einmal. „Elektrizität.“ „Aber was genau ist das?“ „Elektrizität (von griechisch ἤλεκτρον - ēlektron „Bernstein“) ist der physikalische Oberbegriff für alle Phänomene, die ihre Ursache in ruhender oder bewegter elektrischer Ladung haben. Dies umfasst viele aus dem Alltag bekannte Phänomene wie Blitze oder die Kraftwirkung des Magnetismus“, ratterte ich den Wikipedia Eintrag runter. Tingilya drehte sich fassungslos zu mir um. „Du kannst die Wikipediadefinition auswendig?“ „Was ist Wikipedia? Und Magnetismus?“, fragte nun Fili.
    „Substantiv, feminin [die]
    Internetportal mit Informationen zu allen Wissensgebieten, die allgemein zugänglich sind und von den Nutzern selbst erweitert und verändert werden können.“ Tingilyas Blick wurde noch fassungsloser. „Der Magnetismus ist eine physikalische Erscheinung, die sich unter anderem als Kraftwirkung zwischen Magneten, magnetisierten bzw. magnetisierbaren Gegenständen und bewegten elektrischen Ladungen äußert“, beantwortete ich auch noch die zweite Frage. Celomnial grinste über Tingilyas Gesichtsausdruck. Kili guckte immer noch fragend. Ilya, der Cels Grinsen nicht entgangen war grinste böse. „Sprich: Magnetismus ist die Anziehungskraft zwischen zwei Körpern.“ „So wie Liebe?“ Celomnials Grinsen war verschwunden und sie funkelte Tingilya böse an, bevor sie sich umwandte und mit Tuile auf den Schultern verschwand. Ich fing Ilyas Blick auf und zog die Augenbraue hoch. „Später“ symbolisierte sie mir. Celomnial stolperte volle Kanne über ihre Füße und kippte von hinten gegen Thorin. „Ist dieses Wikipedia ein Buch oder so?“, lenkte Fili meine Aufmerksamkeit wieder auf die Zwei. „Es befindet sich im Internet. Internet: Substantiv, Neutrum [das]
    Der Allgemeinheit offenstehendes, auf vielfältige Weise nutzbares weltweites Netz von miteinander verbundenen Computern.“ Ich hatte 3500 Jahre auf der Erde verbracht, da lernte man nun mal viel auswendig. Das schien Tingilya auch bewusst zu werden, denn sie musste auf einmal Grinsen. Kili und Fili hatten Augen wie diese Mausmaki Affen. „Warum haben wir solche Dinge nicht? Könnte man sie hier auch erfinden?“ „Wenn man die richtigen Bestandteile hat, kann man das wahrscheinlich...“, antwortete ich, als ich den letzten Schritt auf das zweitoberste Plateau machte. Rauf würde ich den Berg nie gehen. Thorin überlegte offensichtlich, ob man eine Pause einlegen könne, doch die Überlegung war hinfällig, da die Zwerge sich einfach hinsetzten. Mephisto flog in die Luft, um sich umzusehen, während alle anderen eine Pause machten. Ich bewegte mich auf Tingilya zu und bombardierte sie mit Fragen, die ich voraussehend auf Sindarin stellte: „Warum läuft Cel die ganze Zeit rot an, wenn sie Thorin, Bilbo, Gandalf oder dich anguckt? Warum hat sie bei deiner Beschreibung von Magnetismus so böse geguckt? Warum...“ „Also, als ich heute Morgen aufgewacht bin, hab ich was Interessantes gesehen...“, fing sie an und ich lauschte fassungslos der Geschichte. Am Ende blinzelte ich einmal und gab mich dem Lachflash meines Lebens hin, der noch schlimmer wurde, als Cel, die wohl alles gehört hatte, mich böse anfunkelte. Die Zwerge musterten uns mit hochgezogenen Augenbrauen, alle außer Thorin, der wohl aus Ilyas Geschichte seinen Namen herausgehört hatte und versuchte, möglichst unauffällig von uns weg zu gucken. Als ich mich annähernd beruhigt hatte, setzte ich mich wieder auf und meine Freundinnen schienen an meiner Miene zu sehen, dass das ein ernstes Gespräch werden würde. „Wie sollen wir Thorin, Kili und Fili vor Azog retten? Oder besser gesagt können wir das, oder hätte das zu verheerende Folgen für Mittelerdes Schicksal?“ Celomnial fiel der böse Blick aus dem Gesicht, doch als sie reagieren wollte, wurden wir von einem mürrischen Thorin zum Aufbruch gerufen. Kili und Fili kamen wieder auf mich zu, aber diesmal wollten sie etwas ganz anderes. „Könnt ihr nicht ein Lied singen? Ein witziges?“ „Ähm....“, gab ich eine richtig geistreiche Antwort von mir und suchte Celomnials Blick, die schaute allerdings trüb in die Gegend. Thorin, der auch zu ihr hinübergesehen hatte, fing meinen Blick auf und seiner war ein stummer Vorwurf. Als ich dem Hundeblick der jungen Zwerge begegnete gab ich schließlich nach und stimmte den ersten Ton, von einem der Lieder an, die Gil Galad sicher auch gefallen hätten:


    „Blumen im Garten, so zwanzig Arten
    Von Rosen, Tulpen und Narzissen
    Leisten sich heute die kleinsten Leute
    Das will ich alles gar nicht wissen
    Mein kleiner grüner Kaktus
    Steht draußen am Balkon
    Hollari, hollari, hollaro
    Was brauch' ich rote Rosen?
    Was brauch' ich roten Mohn?
    Hollari, hollari, hollaro
    Und wenn ein Bösewicht
    Was Ungezogenes spricht
    Dann hol' ich meinen Kaktus
    Und der sticht, sticht, sticht
    Mein kleiner grüner Kaktus
    Steht draußen am Balkon
    Hollari, hollari, hollaro“
    , sang ich und hüpfte dazu auch ein bisschen auf und ab. Zu meiner Überraschung übernahm Tingilya den nächsten Teil.

    Man find't gewöhnlich
    Die Frauen ähnlich
    Den Blumen, die sie gerne haben
    Doch ich sag' täglich
    Das ist nicht möglich
    Was sollen die Leut'
    Sonst von mir sagen?
    Mein kleiner grüner Kaktus
    Steht draußen am Balkon
    Holla-hollari, holla-hollari, holla-hollaro
    Was brauch' ich rote Rosen?
    Was brauch' ich roten Mohn?
    Holla-hollari, holla-hollaro, holla-hollaro
    Und wenn ein Bösewicht
    Was Ungezogenes spricht
    Dann hol' ich meinen Kaktus
    Und der sticht, sticht, sticht
    Mein kleiner grüner Kaktus
    Steht draußen am Balkon
    Hollari, hollari, hollaro“
    Den Refrain grölten die Zwerge begeistert mit. Und jetzt stimmte auch Celomnial mit ein. Die letzte Strophe sangen wir zu dritt.

    „Piek, piek, piek, piek
    Piek, piek, piek, piek
    Heute um viere
    Klopft's an die Türe
    Nanu, Besuch so früh am Tage?
    Es war Herr Krause
    Vom Nachbarhause
    Er sagt: „Verzeihen Sie, wenn ich frage
    Sie haben doch einen Kaktus
    Auf ihrem kleinen Balkon?
    Hollari, hollari, hollaro
    Der fiel soeben runter
    Was halten Sie davon?
    Hollari, hollari, hollaro
    Er fiel mir aufs Gesicht
    Ob S's glauben oder nicht
    Dann weiß ich, dass ihr kleiner grüner Kaktus sticht
    Bewahren Sie Ihren Kaktus
    Gefälligst anderswo
    Hollari, hollari, hollaro“ Außer Atem vor Singen und Lachen beendeten wir die Singstunde. „Was war das denn für ein Lied?“, keuchte Fili. „Kleiner grüner Kaltus von den Comedian Harmonists.“ „Das muss ich unbedingt Floi erzählen, wenn ich sie wiedersehe!“ „Floi?“, fragte ich neugierig. „Seine Freundin“, lautete Kilis Erklärung. Ich spürte, wie mir sämtliche Farbe aus dem Gesicht wich und taumelte. Aber, aber Fili würde sterben! Warum war er dann verlobt! Das wäre......! „Alles in Ordnung?“, hörte ich ein besorgte Stimme neben meinem Ohr. Anscheinend war ich im Laufen gegen Kili getaumelt, der mich davor bewahrt hatte, den Berg hinunterzusegeln. „Ja, alles bestens. Herzlichen Glückwunsch, Fili“, meinte ich, und um die Peinlichkeit der Situation zu überspielen, rempelte ich Kili freundschaftlich an. Fili war in Gedanken bei seiner Verlobten. „Und der Rest? Sind die auch verlobt?“ „Nö, Gloin ist verheiratet aber der Rest ist alleinstehend. Bei einem stellt sich nur die Frage wie lange noch“, murmelte Kili verschwörerisch und nickte Richtung Celomnial und Thorin. Die beiden diskutierten hitzig über etwas und gestikulierten dabei wild. Ich zwinkerte Kili zu und zog ihn mit weiter nach vorne. „Ich werde dir garantiert nicht sagen, was das bedeutet, Eichenschild! Du weigerst dich schließlich auch standhaft mir zu sagen, was du gesagt hast!“, fauchte Celomnial. „Ich habe schon gesagt, dass ich dir sage, was
    , Menu gamut khed‘ und, Amralime‘ heißen, wenn du mir sagst, was, Melin le‘ heißt!“, knurrte Thorin zurück. Ich hatte genug gehört. Während Kili Thorin und Celomnial weiter belauschte, lief ich ein Stück voraus, natürlich nicht, ohne vorher noch Gandalf Bescheid zu sagen. Das kleine Stück wurde schließlich ein ziemlich großes. Als ich hier landete, hatte ich gedacht, dass ich damit leben könnte mit Todgeweihten zu reisen. Aber die drei waren mir ans Herz gewachsen. Fili, der in der Mitte zwischen Kili und Thorin lag. Mal muffelig und bodenständig, im nächsten Moment komplett unbeschwert, mit unveränderlich guter Laune und der wahrscheinlich mit der coolsten Zwergin die man finden konnte verlobt war. Thorin, der eindeutig auf Celomnial stand, fast nie der sentimentale Typ war und eigentlich die ganze Zeit muffelte, aber dennoch nicht unsympathisch wirkte. Bei ihrer ersten Liebe hatte Cel eindeutig Geschmack gezeigt. Und Kili, der einen an einen Welpen erinnerte mit seiner unbeschwerten Art und Lebensfreude, der sich in Tauriel verlieben würde, wie sie sich in ihn. Sie alle drei würden sterben. Sie alle drei würden gebrochene Herzen zurücklassen. Elben und Zwerge können sich nur einmal verlieben, Kili und Fili würden zwei auf ewig gebrochene Seelen zurücklassen und Thorin würde meiner besten Freundin das Herz brechen. Sie würde ihre unbeschwerte Art nie wieder erlangen. Ich schlug mit aller Kraft gegen einen Felsen. Es war so ungerecht! Sie waren so nett und hatten ein Leben und Zukunftspläne und Hoffnungen, aber über ihnen allen schwebte das Zeichen des Todes! Wir durften sie nicht sterben lassen! Ich, wir, könnten uns nie verzeihen, wenn einer unserer Freunde starb! Kraftlos sackte ich gegen einen Felsen und Tränen flossen über meine Wangen. So unfair! Und langsam glitt ich in einen Traum, auf den ich gut hätte verzichten können.

    Ich befand mich in einer Burg. Einer Burg, die ich überall wiedererkannt hätte. Die Ruine auf dem Rabanberg. Ich bewegte mich auf die Burg zu, wissend, dass ich diesen Traum zu Ende träumen musste, um ihm zu entkommen. Mein Blick fiel auf einen hohen Turm, wie in Trance lief ich auf ihn zu, sie alle würden hier sterben. Meine Schritte beschleunigten sich und kurz darauf rannte ich immer und immer schneller, bis ich in dem Turm stand. Filis Leiche lag dort und sah mich aus leeren Augen unverwandt an. Um einen Schrei zu unterdrücken, biss ich mir auf die Fingerknöchel, lief aber weiter. Gerade rechtzeitig, um Kilis Tod zu erleben, kam ich oben an, dabei hatte ich sogar mit meinem Messer auf Bolg eingestochen. In diesem Traum konnte ich nichts bewirken. Verzweiflung überkam mich. Es war hoffnungslos! Wie sollten wir an der Geschichte etwas verändern können? Nur in der Ferne erblickte ich Thorins Duell mit Azog und Bolgs Duell mit Legolas. Ich sah, wie Bilbo neben Thorin zusammensackte und weinend neben der Leiche sitzen blieb. Es verlief wie im Film! Wir kamen nicht vor, das heißt wir mussten etwas verändern können! Wir mussten! Mein immer noch vor Entsetzen gelähmter Körper wurde in die Höhe gehoben und ich sah das Schlachtfeld in vollem Ausmaß. Der Schnee war rot und schwarz vor Blut, überall lagen geschändete Leichen und die Schreie der Verletzten hallten bis hier herauf. Die Luft roch metallisch nach Blut. Ich hatte schon viele Schlachtfelder gesehen, aber an den Anblick würde ich mich nie gewöhnen können. Ich schrie, schrie mir die Seele aus dem Hals und Saurons Gestalt tauchte vor mir, er lachte, lachte mich aus, und dahinter stand höhnisch grinsend Azog, der sich an meinem Leid ergötzte. Als er fertig war, rief er mir drei Wörter zu: „Und jetzt erwache!“
    Schreiend öffnete ich die Augen. Im Grauen dieser, wie mir jetzt bewusst wurde, Illusion, die mir von Azog und Sauron geschickt wurde, hatte ich mich hin und her gewälzt. Über die Kante. Als ich nach oben sah, erblickte ich die entsetzten Gesichter meiner Gefährten, dann schlug mein Kopf gegen einen Felsen.



    Never give up it’s such a wonderful life (Tingilya):
    Verwirrt schaute ich Tavaril nach, die beinahe panisch davon rannte. Das war jetzt schräg. Celomnial erwiderte meinen verwirrten Blick genauso ratlos, wandte sich dann aber ihrer Kabbelei mit Thorin zu. Kili und Fili traten neben mich. „Sie war schon so geschockt, als ich Filis Verlobte erwähnte, aber dann hat sie so getan als wäre nichts und hat nach den anderen Zwergen gefragt, als ich dann auf Thorin und Celomnial anspielte, starrte sie sie an, als wären sie Orks, hat mich mit dort hingezogen, auf jeden Fall, hat Thorin gesagt, dass er Cel sagt, was, Menu gamut khed‘ und, Amralime‘ heißen, wenn sie ihm sagt, was, Melin le‘ heißt! Da ist sie noch bleicher geworden, hat Gandalf Bescheid gesagt und ist nach vorne gerannt und, und, und, und....“ Kili hatte sich in Rage geredet, doch ich hörte ihm nicht mehr zu, da Celomnial vor mir auf einmal umkippte. Im gleichen Moment wurde mir kalt und ich kippte um.
    Dunkelheit umfing mich. Echt auf so eine dämliche Vision hatte ich echt keinen Bock. Mystische Andeutungen, unnötige Drohungen und noch mehr esoterischer Quatsch. Celomnial tauchte neben mir aus der Dunkelheit auf. „Ne Ahnung, was wir hier machen?“, fragte sie schlecht gelaunt. „Wieso denn? Sauer, weil du nicht länger mit Thorilein flirten durftest?“, stichelte ich. Cel lief tomatenrot an und biss sich auf ihre Unterlippe. „Ich habe nicht geflirtet und außerdem nenn ihn nicht so!“ „Wie denn? Thorilein? Außerdem ist das eindeutig flirten! Du hast mädchenhaft gekichert! Und ihm gesagt, dass du ihn liebst!“ Sie funkelte mich erbost an und wandte sich ab. Eine weitere Gestalt löste sich aus dem Nebel. Azog griente und höhnisch. „Wisch dir den Lächeln, aus deiner dämlichen Visage!“ „Sie werden sterben! Und ihr werdet sterben!“, erklärte Azog mystisch. Ich rollte mit den Augen. „Okay, hör mal zu, du Skinbleacher, ich habe keine Lust mir deine dämlichen Rätsel und Andeutungen anzuhören, ich habe diese Nacht kaum geschlafen und will nur von diesen fucking Berg runter, also lass uns aus dieser dämlichen Illusion!“, fauchte ich. „Ich an eurer Stelle, würde mich beeilen, sonst hat eure Gemeinschaft ein Mitglied weniger.“ Mit diesen Worten wurde die Illusion aufgelöst.
    Ich sprang auf, kaum, dass ich meinen Körper spüren konnte. Normalerweise hatten Illusionen Nachwirkungen aber nachdem ich die Meisterin der Illusionen war, machte mir sowas nichts aus. Das verwirrte Stimmengewirr der Zwerge drang wie Rauschen an meine Ohren, doch ich rannte gleich los. Kurz darauf, ich war so schnell gerannt, wie ich konnte, bog ich um eine Ecke. Fassungslos sah ich gerade noch Tavaril, die sich über eine Kante wälzte. Der Rest der Kompanie war auch gleich zur Stelle und gemeinsam lurrten wir über den Rand. Im nächsten Moment schlug Tavaril schmerzhaft mit dem Kopf auf einen Stein.

    Keine fünf Minuten später waren alle den Abhang hinunter geklettert, wobei Bombur mehr rollte und Celomnial wie immer über ihre eigenen Füße stolperte und - wie sollte es anders sein - von Thorin gerettet worden war. Sie löste sich aber sofort aus seinen Armen und kniete sich zusammen mit mir neben Tavaril hin. „Ist sie?“, fragte Kili entsetzt. „Wir sind unsterblich, Herr Zwerg.“, antwortete ich abwesend, während ich Wasser auf die Wunde tropfte, damit Cel sie heilen konnte. „Ein Glück!“ „Glück? Glück? Unsterblichkeit ist nicht wirklich positiv. Du kannst auch einfach bis in alle Ewigkeit einen auf Dornröschen machen. Und es gibt Wunden, die willst du nicht überleben”, antwortete Celomnial mit einem Seitenblick auf mich schnippisch. „Mehr kann ich nicht tun, aber sie muss so schnell wie möglich zu Beorn. Sonst wird das nichts mehr mit keinem Dornröschenschlaf....“ Ich biss mir auf die Lippe und dachte nach. Dass wir so nah am Rand des Berges waren, half mir nicht. Dass die Zwerge herum hibbelten, half mir nicht. Dass Celomnial auf und ab ging, half mir nicht. Dass ich gerade nervös war, half mir auch nicht. „Warum eigentlich Beorn?“ „Weil er gut heilen kann und in der Nähe ist.“ Ein Stöhnen neben mir ließ mich aufhorchen. Feara drehte Kopf hin und her, anscheinend war sie wieder in einer Illusion gefangen. Was sollten wir nur tun? Gandalf, der sich bis jetzt zurückgehalten hatte, drängelte sich nach vorne und hob seinen Zauberstab. Ich warf den Kopf zurück, warum zum Teufel waren wir da nicht früher drauf gekommen. „Was glaubt ihr, warum Zauberer so schnell Ort wechseln können? Alle machtvollen Orte Mittelerdes sind durch magische Bande verknüpft, über die magische Wesen reisen können. Ich weiß nicht, wie sie funktionieren aber theoretisch müssten wir sie auch bereisen können...“, erklärte ich den verwirrt blickenden Zwergen. Gandalf’s Zauberstab begann zu leuchten und dieses Leuchten schloss Tavarils Körper ein. Dann war sie weg. Alle starrten noch kurz auf die Stelle, wo sie gelegen hatte, dann rappelte Celomnial sich auf. „Wir sollten weiter. Aber ich werde keinen Schritt mehr diesen Berg herunter tun.“ Mit diesen Worten ging sie auf den Klippenrand zu und sah hinunter. Aus Gewohnheit lief ich mit, bereute es jedoch sofort, als ich hinunter sah. Die Welt begann sich zu drehen und zu verschwimmen, doch ich konnte unten noch knapp einen kleinen Tümpel erkennen, ehe ich von der Kante weggezogen wurde und durchatmete. Cel hatte das Tümpelchen auch gesehen und lächelte siegessicher, dann sprang sie. Meine Güte, sie hätte die Zwerge wenigstens vorwarnen können. So stürzten alle zum Rand um über ihn hinweg zu spähen, während Celomnial vor Vergnügen kicherte. „Ich fliege!“, schrie sie und „I believe I can fly!“ Celomnial hatte eindeutig einen an der Klatsche. In der Mitte der Strecke zerfloss sie in Wasser und landete wie Regen in dem Tümpel. Dieser begann sich zu regen, als Cel wieder aus dem Wasser kletterte und unten herumhüpfte und zu winken. „Der Nächste bitte!“, hallte zu uns nach oben. Wahrscheinlich würde sie nachher leise sein. Bei ihrem Wasserfallgeplapper wäre das sicher eine Erleichterung. Die Kompanie sah sich unsicher um und dann trat Bilbo nach vorne. „Ha, dieser Hobbit hat mehr Eier in der Hose als ihr!“, rief sie zu den Zwergen hoch. Der Hobbit schluckte und sprang. Als man ihm ansah, wie beschissen er das fand und er beinahe panisch wurde, bildete sich eine Wasserrutsche unter ihm. Es war mehr unten gefrorenes Wasser über das Bilbo rutschte, doch sie wurde immer flacher, bis sie in den Tümpel mündete, in den der Hobbit glatt rein rauschte. Celomnial fischte den kleinen Hobbit heraus und winkte den Nächsten hinunter.
    Knapp zehn Minuten später waren alle unten und beschwerten sich über diese Schnapsidee, da jetzt alle außer Celomnial und mir nass waren. Der kleine Wald in der Nähe des Carrock bot genug Schutz um dort zu rasten, bis, naja, bis wir wieder aufbrachen. Der Fußmarsch war ziemlich langweilig, die Zwerge unterhielten sich, Thorin machte einen auf Brummbär, Celomnial hüpfte aufgeregt umher und summte, was mich an die Szene aus Trolls denken ließ, wo Poppy hinter Branch her hüpft, Bilbo tapste gelangweilt und tropfnass den Zwergen hinterher und ich hing meinen Gedanken nach. Bei dem Wäldchen angekommen wurde ich von Thorin gebeten, Feuerholz zu sammeln. Ich drehte mich um, steckte zwei Finger in den Mund und pfiff laut. „Hey, mein Lieblings-Hobbit! Komm, wir gehen Feuerholz sammeln!“ Erfreut, dass er nicht mehr nur hinter den Zwergen hertapsen musste, kam Bilbo zu mir und lächelte mich lieb an. Candyhobbit!
    Abends am Lagerfeuer sangen die Zwerge auf mein und Celomnials Bitten hin noch einmal Misty Mountains. Der Zauber war bis zum Schlafengehen nicht verflogen und mit einem Lächeln gingen alle schlafen.

    **

    „Es war eine absolut schreckliche Idee, Bilbo da hinaus zu schicken“, sagte ich nervös. Nachdem wir aufgebrochen waren, war nur wenig später das Geheul von Wargen ertönt. Thorins 1a-Lösung: Bilbo zum Spionieren schicken. Der Kleine war bestimmt seit einer Stunde weg und ich wurde immer nervöser, genauso wie Celomnial. Okay, ich saß still da und versuchte mich zu beruhigen, während die wie eine aufgeschreckte Henne herumlief. Was war, wenn Azog ihn geschnappt hatte? Nein, das konnte nicht sein, er war ja noch zu weit weg. Oder doch nicht? Aber vielleicht irgendjemand anders? Wenn Bilbo einfach gekidnappt wurde? Oder wenn er gestürzt war und nun irgendwo verletzt lag? Wenn er nach Hilfe schrie, wir aber sein Schreien wegen der Lautstärke dieser dämlichen Zwerge nicht hörten? Wir waren aus dem Wald hinaus in eine eher felsige Gegend gekommen, laut Gandalf die letzten Ausläufer des Nebelgebirges. Hier konnte sich überall der Feind verstecken und Klein-Candy-Bilbo auflauern. „Beruhige dich, Celomnial!“, sagte Bofur und klopfte ihr die Schulter. „Nicht, bis Bilbo wieder hier ist! Nur weil ihr Zwerge euch nie Sorgen macht, heißt das nicht, dass Andere das auch nicht dürfen!“, widersprach sie. „Wir sind in einem Niemandsland, hier kann ihm sonst was zustoßen“ „La akraditu“, antwortete Bofur. „Das glaube ich nicht. Bilbo ist pfiffig und leise. Er ist doch auch ungesehen an den Orks vorbeigekommen, richtig?“ Ich schnaufte und fuhr mir über das Gesicht. Bis aufs Äußerste gespannt saß ich regungslos auf einem Stein und hatte den Kopf auf meinen gefalteten Händen abgelegt. Mein Blick richtete sich auf die Stelle, wo Bilbo im Gestein verschwunden war.
    Ich versuchte, mich auf andere Leute in meinem Umfeld zu konzentrieren, um mich abzulenken. Thorin war an Celomnial herangetreten und sprach leise auf die ein. Das würde sowas von schiefgehen, denn da wo ich nachdachte, sprach Celomnial aus, was sie dachte. „Du hättest Bilbo nicht allein dort hinschicken dürfen“, hielt sie Thorin so laut vor, dass ich es jetzt wieder verstand. Es klang vorwurfsvoller als wahrscheinlich von ihr geplant. „Was ist, wenn Azog ihn sieht? Oder irgendwer anders?“ „Du hast Gandalf doch gehört…“ „Das ist mir doch egal!“, fauchte sie wütend. „Das Einzige, was mich interessiert, ist, dass Bilbo seit einer halben Stunde weg ist und ihr alle fröhlich miteinander quatscht, raucht und singt, statt euch Gedanken um euren Meisterdieb und Freund zu machen.“ Ein Schatten überzog Thorins Gesicht und die Worte taten Cel augenscheinlich augenblicklich Leid. „Tut… Tut mir Leid, das war nicht fair“, murmelte sie und vergrub das Gesicht in den Händen. Sie hatte doch Recht! Wie ich es hasste, zum Warten verdonnert zu sein! Wie ich das alles hasste! „Du solltest deinem Halbling mehr vertrauen“, sagte Thorin und legte ihr eine Hand auf den Rücken. „Er hatte mir bereits früher angeboten ab und an mal Ausschau zu halten. Heute habe ich dieses Angebot eben angenommen. Stell dir vor, ein Zwerg samt Rüstung wäre durch die Felsen hier geklettert. Er wäre zu hören gewesen, bevor er sich dessen bewusst geworden wäre. Bilbo mag kein Krieger sein, aber er hat Köpfchen und ist geschickt, weshalb ich mir ziemlich sicher bin, dass er bald wieder da ist. Vertrau mir, Amrâlimê.“ Sie lächelte schwach zu ihm hoch. Himmel, das war mir dann doch zu kitschig.
    In dem Moment kam Bilbo um die Ecke geschlittert und meine Aufmerksamkeit wandte sich abrupt ihm zu. „Alles in Ordnung?“, fragte ich besorgt. Er lächelte mir und Celomnial beruhigend zu, antwortete dann Thorin, der ihn scharf gefragt hatte, ob er was gesehen habe. „Azog und sein Pack sind nur noch ein paar Tage von uns entfernt. Viel zu nahe. Aber das ist nicht das Schlimmste.“ „Haben die Warge uns gewittert?“ „Nein, noch nicht, das werden sie aber bald. Dort ist allerdings noch ein klitzekleines Problem…“ „Haben sie dich gesehen!“, unterbrach Gandalf ihn. „Nein! Sie haben mich nicht gesehen-“ „Seht ihr!“, sagte Gandalf stolz und blickte in die Runde. „Leise wie eine Maus. Perfekte Voraussetzung für einen Meisterdieb.“ „Könntet ihr ihm ENDLICH zuhören!“, rief ich wütend und fing einige erstaunte Blicke ein. „Ich will euch gerade sagen, dass dort draußen noch etwas anderes ist, das uns gefährlich werden könnte.“, erzählte der Meisterhobbit nach einem Danke an mich fort. Thorin seufzte auf und Bofur verdrehte die Augen. „Ich ziehe alles Gefährliche Azog vor“, deklamierte ich meinen Standpunkt, ganz ehrlich, alles war besser als Azog. Außer diesen blöden Gebirgspässen, wo man die ganze Zeit fast runterfällt. „Einen Bören?“, fragte Gandalf skeptisch. „Aber viel größer“, fuhr Bilbo fort. Bevor ich meinen Standpunkt klarstellen konnte, hüpfte Cel begeistert auf und ab. „Der ist bestimmt voll KNUFFIG UND FLAUSCHIG!“ Quietschend drehte sie sich im Kreis. Die Zwerge sahen sie alle nur entgeistert an und folgten dann wieder dem Gespräch. „Es gibt ein Haus in der Nähe.“
    „Wessen Haus? Freund oder Feind?“
    „Weder noch. Er wird uns helfen oder uns umbringen.“ Ermutigende Aussicht, Gandalf sollte Motivator werden....
    „Haben wir eine Wahl?“
    „Nein.“
    Dann rannten wir los. Schneller als all die Tage zuvor Richtung Nord-Osten. So schnell, wie die Gebirgsausläufer gekommen waren, verschwanden sie auch wieder und wichen weiten Feldern, wo Lavendel und Mohn blühten. Die Luft war süß von den vielen Blumen und der Geruch ging schwer über allem, wodurch das Atmen bald nicht mehr witzig war, also eher so, als würde man Sirup oder Honig einatmen, der einem die Luftröhre verklebte. Ich lief neben Celomnial, besser gesagt zog ich sie alle 10 Schritte wieder auf die Füße, nachdem sie gestolpert war. Als wir einen Hügel überquert hatten, holte der Bär uns ein. Die Zwerge probierten sofort, Cel mich und Bilbo in die Mitte ihres Kreises zu ziehen, was bei Bilbo funktionierte, bei uns anderen Beiden aber nicht, da ich keine Lust hatte, mich hinter ihnen zu verstecken, und Celomnial so aufgekratzt herumhüpfte, dass die ins Leere griffen. Der Bär rannte geradewegs auf sie zu, doch sie winkte ihm nur und als er ankam, fiel sie ihm begeistert um den Bärenhals. Cel seufzte glücklich und man konnte ein gemurmeltes „so flauschig“ hören. Beorn stand da, völlig perplex, anscheinend fiel ihm seine Beute nicht wirklich oft um den Hals, wenn er sie gerade fressen wollte. Von hinter uns kam kein Mucks, als der Bär sich aufsetzte und so drehte, dass die komplett gestörte Frau vor seinem Bauch auf seinen Rücken rutschte. Dann wandte er sich an mich. „Töchter der Valar. Auch wenn ich eure Gefährten nicht leiden kann,“, an dieser Stelle warf er einen Blick auf die Zwerg, „so werde ich euch doch mit Freuden Unterschlupf gewähren, wenn ihr das wünscht.“ „Es wäre uns eine Ehre“, stellte ich klar. Beorn drehte sich, legte sich auf den Boden und musterte mich fragend. Cel schmuste immer noch mit dem Fell des Bären. Ohne länger drüber nachzudenken, kletterte ich hinter sie auf den Bären. OMG! Der war echt total flauschig! Die Zwerge sahen uns misstrauisch nach, als Beorn sich in Bewegung setzte, liefen jedoch dann Thorin hinterher, der Celomnial hinterher lief, die wiederum davon gar nichts mitbekam, da sie immer noch mit Beorn schmuste. Popcorn wäre meiner Meinung nach angebracht. Nach fünf Minuten kamen wir bei Beorns Haus an, wo ein Großteil der Zwerge sofort hineinstürmte, die Linie Durins, sprich Kili, Fili, Thorin, zusätzlich die Söhne Fundins, Bilbo und Gandalf blieben noch draußen. Ich hüpfte von Beorns Rücken und wartete auf Celomnial, die aber an Beorn hing. Kili und Fili grinsten breit, Balin und Dwalin probierten es zu verstecken, Gandalf und Bilbo musterten die Szene, als hätten sie gerne Popcorn, ich grinste und Thorin hatte einen Gewitterwolken-Blick der Superlative. Beorn musterte das Schauspiel mit der unlesbaren Miene eines Bären. „Celomnial, Thorin wird eifersüchtig!“, meinte ich leise. Ihr war das vollkommen egal, sie löste sich dann aber doch von Beorns Fell, bedankte sich artig und hüpfte gut gelaunt ins Haus, nicht ohne Thorin auf die Schulter zu klopfen und ihm zuzuzwinkern. Beorn wandte sich um und lief wieder Richtung Wald, nachdem er mir erklärt hatte, dass er Orks jagen werde. Drinnen begrüßte uns eine breit grinsende und quietschfidele Tavaril, die sich auch schon mit Beorn angefreundet hatte.



    **

    „Ich sage, wir machen uns einfach aus dem Staub“, knurrte Dwalin am nächsten Morgen. „Das wäre unhöflich! Er hat uns vor den Orks gerettet und uns Nahrung und Unterschlupf gewährt! Und ihr wollt abhauen, Zwerge immer!“, den letzten Teil des Satzes nuschelte Celomnial in ihren nicht vorhandenen Bart. „Du kannst ja hier bleiben, ihn bekochen, den ach so flauschigen Rücken massieren und ansonsten auch Hausfrau spielen. Vielleicht bekommst du auch eine Puppe, die würde zu deinem Alter passen“, knurrte Dwalin sie an. Cel hüpfte entgeistert weg, sah anklagend zu Thorin, Tavaril und mir und deutete auf Dwalin. „Verleumdung! Er leugnet die Kraft der Flauschigkeit! Hiermit soll er auf immer verflucht sein und unter dem Fluch der, ähm, wartet kurz ich hab’s gleich, der Bartlosigkeit leben!“, beendete sie triumphierend. „Warum nehmen wir sie noch einmal mit?“, fragte Dwalin entsetzt den Anführer des Himmelfahrtskommandos. „Damit ich durch euer Leben hüpfe und dabei Glitzer pupse, Regenbögen kotze und Sonnenschein verteile.“ „Da hast du es gehört, genau deswegen nehmen wir sie mit“, meinte Thorin grinsend. Hinter seinem Rücken heraus streckte sie Dwalin die Zunge raus. „Ihr zwei geht vor! Tavaril Feara als letztes!“, befahl Gandalf. „Wuff!“, kam es prompt von Cel, die den Zauberer böse anguckte, dann aber artig rausging. Ich blieb stehen, schließlich hatte ich keine Lust ebenfalls Hund zu spielen und Beorn würde ihr eh nichts tun.


    Sicht Celomnial:

    Beorn war riesig, wirklich riesig! Er trug bloß eine abgewetzte Lederhose, aber bei der Statur fand sich wahrscheinlich kein passendes Oberteil. Seine Haare glänzten in gesunden Brauntönen und überzogen seinen Rücken, seinen Kopf und Teile seines Gesichts. Dieser Typ hat die krassesten Augenbrauen ever! Er wirkte immer noch keineswegs gefährlich oder gar hasserfüllt. „Magst du nicht Näherkommen, kleine Hiril?“, fragte er leise und obwohl er geflüstert hatte, war seine Stimme so laut, dass ich erwartete, comicmäßig von den Füßen gehoben zu werden. Ich trat an ihm heran und legte den Kopf schief. Stumm musterten wir einander, als Bär war er eindeutig knuffiger aber so hatte er Augenbrauen die wirklich cool waren. Und hatte ich schon seine Augenbrauen erwähnt? „Hast du gut geschlafen?“, fragte er mich höflich. „Ja, auch wenn die eine Ziege meine Haare angefressen hat“, beschwerte ich mich, und Beorn musste lachen. „Dürfte ich dir meine Gefährten vorstellen?“, fragte ich ihn mich auf meine Aufgabe besinnend. Er nickte huldvoll, ich drehte mich unmajestätisch um, stolperte über meine Füße und winkte Richtung Haus. Dwalin und Balin traten als Erste heraus, verbeugten sich und Zu-Ihren-Diensteten. „Balin und Dwalin. Balin ist wirklich nett, bei dem würde ich es dir übel nehmen, wenn du ihn killst. Dwalin ist ein gemeiner Sexist, aber ansonsten auch ganz nett. Also töten verboten“, plapperte ich fröhlich drauflos. Die nächsten Zwei kamen heraus. „Oin und Gloin. Oin ist taub und versteht die ganze Zeit was anderes als man sagt. Gloin hat einen Sohn Gimli, der laut Legolas aussieht wie ein Orkwechselbalg. Aber von mir hast du das nie gehört.“ Als nächstes kam Tingilya. „Tingilya kennst du ja schon. Sie behandelt mich die ganze Zeit so, als wäre ich 3 und/oder so ein kleines aufgekratztes Terrierhündchen, was gar nicht stimmt.“ Tingilya trat neben mich und tätschelte mir den Kopf. Beorn sah uns belustigt und die Zwerge misstrauisch an. „Kili und Fili.“, mischte sich Ilya jetzt ein. „Die sind voll flauschig irgendwie.“ Mir wurde es jetzt zu langweilig, weshalb ich einfach Beorn beobachtete. Er sah die Zwerge missbilligend an, hielt sich aber zurück und irgendwie hatte ich das Gefühl, der Tag der Zwerge wäre nicht mehr so hübsch, wenn wir nicht dabei wären. Tavaril kam vor Thorin und zerstörte somit seinen dramatisch-epischen Moment nicht, der trotzdem zerstört wurde, nämlich von einem durchgeknallten Eichhörnchen, einem komischen Kauz und einer silbergrauen Häsin.

    Ich will das Universum entdecken und Kuchen essen (Tavaril Feara):

    In Einklang mit meinem Herzschlag pulsierte Schmerz durch meinen Kopf. Dunkelheit umfing mich und füllte alles um mich herum aus. Stimmen näherten sich mir und im gleichen Moment fühlte ich wie ich, als hätte ich einen Angelhaken im Bauchnabel, irgendwohin gezogen wurde. Schemen wischten an mir vorbei, unfassbar, wie das Licht der untergehenden Sonne. Immer schneller und schneller wurde die Reise, bis das Bild stehen blieb. Ein junger Elb gallopierte auf einem Goldfuchs durch einen weiten Wald, eine Gruppe von knapp zwanzig Reitern hinter ihm her. Die Hufschläge, vom Waldboden gedämpft machten kaum ein Geräusch, dies war auch der Grund, warum man diese Art Pferde für die Jagd benutzte. Das Rudel Wölfe, das für diesen Ritt verantwortlich war, befand sich ganz in der Nähe. Auf ein leises Zeichen des Anführers teilten sich die Reiter auf und schlossen einen Kreis um die tiefer gelegene Lichtung. Ich folgte dem Chef, den ich unter allen Elben der Welt versammelt erkannt hätte und der an einen steilen Abhang ritt, um auf die Lichtung hinunterzublicken. Ich sah zu, wie mein jüngeres Ich die Lichtung betrat und sofort von einigen Wölfen umgesprungen und abgeschleckt wurde, der Elb sah entsetzt drein und hob die Hand zum Angriff, als mein Lachen nach oben hallte. „Wie oft noch? Das ist eklig, wenn du mir quer durchs Gesicht leckst Lykos! Wo sind deine Manieren!“ Immernoch lachend rappelte mein Ich sich auf, ihre Augen schweiften über den Hang der Klippe, bis hin zu der Stelle, wo der Elb sich zwischen den Büschen versteckte. „Lord Ereinion? Sollen wir angreifen?“, flüsterte ein Elb etwas links von uns. „Ich weiß nicht, Eleos! Die Wölfe scheinen nicht so, als würden sie uns etwas tun.“ „Sie haben eines unserer Pferde zer....“ „Eleos!“ Der Elb wurde von hinten von einem schwarzen Pfeil durchbohrt, versuchte an ihn heranzukommen, kippte nach vorne vom Pferd und kugelte den Abhang hinunter zu den Wölfen, die sich auf den dunklen Steinen zu einem Schläfchen niedergelassen hatten, jetzt aber aufsprangen und zu meinem jüngeren Ich guckten, welches schon seinen Bogen gezogen hatte und loslief, um die Angreifer umzubringen. Der Elb wirbelte jetzt auch herum und verteidigte sich problemlos gegen die Orks, die in Massen aus dem Wald stürmten. Die Elben versammelten sich wieder um ihren Fürsten, um ihn zu beschützen. Die Wölfe verschwanden zwischen den Bäumen, den Großteil der Orks mitziehend, der Rest waren von den Elben und mir umgebracht worden. Als die letzten Feinde gerade fielen wechselte das Bild. Es war viel später gewesen als die letzte Erinnerung. Ereinion, oder besser gesagt König Gil Galad, betrat die Lichtung und rammte frustriert immer wieder sein Schwert in einen Baum, dann fing er an, die Luft zu zerschneiden. Ich hatte mich von hinten an ihn heran geschlichen und blockte seinen Schlag mit meinem Messer. „Die Luft ist kein würdiger Gegner“, spöttelte ich.

    Gil Galad:
    Sie wusste genau, dass er jetzt nicht darüber reden wollte, sondern überschüssige Energie und Frust loswerden musste. Der Kampf begann. Es war nicht ohne Grund töricht, sie zu reizen. Ihre Bewegungen waren fließend, präzise und im Ernstfall tödlich. Noch nie war der Elb so froh gewesen, von ihr nicht als Feind angesehen zu werden. Deutlich konnte er das Feuer in dem Smaragdgrün sehen, das nun in seiner tödlichen Schönheit entfacht worden war. Valië oder Frauen im allgemeinen waren gnadenlose Gegnerinnen, die sich im Kampf kaum an Regeln hielten. Ihre Klinge wirbelte zischend herum und hätte ihm zweifellos das Bein aufgeschlitzt, wenn er sie nicht im letzten Moment pariert hätte. Während er innerhalb kürzester Zeit schwitzte und ziemlich viel Mühe hatte, ihr standzuhalten, zeigte seine Frau nicht einmal ansatzweise Zeichen der Schwäche und Ermüdung. Nein, eigentlich war es so, je schwächer seine Ausfälle und Attacken wurden, desto stärker schienen die ihren zu werden. Als ob sie seine Stärke absorbieren würde. Aber das war doch eigentlich unmöglich, wobei er es ihr durchaus zutrauen würde. Tavaril grinste zufrieden, denn sie hätte den Kampf schon längst beenden können, aber sie kämpfte ja nicht, um ihn zu besiegen, sondern um ihm die Möglichkeit zu geben, sich abzureagieren. Wahrscheinlich ärgerte sie sich aber auch über etwas, so wie sie aussah. Eigentlich war er Kamikaze gefährdet, wenn er mit ihr kämpfte. In der Regel wurde sie aufgrund ihrer zierlichen Gestalt und ihres Geschlechts maßlos unterschätzt, dass sie aber ihr wahres Können verbarg, ahnten die Wenigsten. Sie hätte das Spiel jederzeit beenden können, nur machte es ihr viel zu viel Spaß. Und wenn er ehrlich war, dann machte es ihm auch Spaß, denn würdige Gegner, die sich dann nicht zurückhielten, um ihren König nicht bloßzustellen, fand man selten. Es war offensichtlich, dass er als Verlierer aus dem Kampf hervorgehen würde. Schließlich brachte ihn seine Unachtsam zu Fall. Er war so konzentriert auf ihre Klingen, dass er nicht mehr auf seine eigene Balance achtete und über seine eigenen Beine stolperte. Mit einem erschrockenen Kreischen flog er mit rudernden Armen durch die Luft und landete auf seinem Hintern, dann, Sekunden später, war er endgültig seines Schwertes beraubt. Feara lächelte und ließ sich dann neben ihm auf den Boden fallen und streckte sich schließlich auf dem Boden der Lichtung aus. Gil Galad legte sich ebenfalls hin, schob den Arm unter ihrer Hüfte durch und zog sie zu sich. „Was ist los, Ereinion?“ „Ich will einfach nicht mehr! Jeder kommt mit den dämlichsten Anliegen zu dir, sagt, es wär das Wichtigste überhaupt, und du musst nicken und lächeln und so tun, als würde es dich interessieren!“ „Ich glaube es ist ganz normal, dass einen das nervt, aber.... ich weiß nicht, wie sich das anfühlt, zehntausende Schicksale auf den Schultern zu tragen und auf keinen Fall versagen zu dürfen, weil so viel auf dem Spiel steht. Aber ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man jede einzelne Sekunde des eigenen Lebens für andere opfert, indem man ihre Kämpfe ausficht, obwohl man gar nichts damit zu tun hat, wieder und wieder und wieder, und es einem irgendwann vollkommen egal ist. Aber es lohnt sich. Jedes einzelne Leuchten in den Augen der Kinder, wenn ihre Eltern wohlbehalten zurückkehren. Die Freude, wenn jemand Anteilnahme an ihren Leiden zeigt. Die Dankbarkeit, wenn man ihnen geholfen hat. Und wenn sie mit ihren persönlichen Problemen und Wünschen zu dir gehen, heißt das, dass sie dir vertrauen.“ Er sah sie an, denn so lange Monologe hielt sie sonst nie. Und er war Tavaril so dankbar, dass sie ihre Weisheit mit ihm teilte. Sie lächelte, als sie die unendlich Dankbarkeit wahrnahm, die er verspürte. „Ich vermisse meine Familie.“ Er wusste nicht mal, warum er das gesagt hatte, aber es entsprach der Wahrheit. Sie seufzte und strich sich eine Strähne ihrer roten Haare aus dem Gesicht. „Sie sind jetzt in Valinor.“ Das wusste er ja, aber er hätte sie gerne hier. Sie hätten hier sein müssen, um ihm zu sagen, dass König sein sich lohnte. Und er fühlte sich schlecht, weil Fea Politik schnurzpiepegal war und er sie trotzdem mit hineinzog. „Wenn ich Politik wirklich so sehr hassen würde, oder besser gesagt mehr hassen würde, als ich dich liebe, wäre ich schon längst weg.“, schmunzelte sie. „Und was ärgert dich so?“, fragte er schließlich. „Ich durfte mir mal wieder anhören, dass Frauen nicht kämpfen können und ich dich mit Zaubern geblendet habe, um Königin zu werden...“ „Ist das Wichtigste nicht, dass die Leute, die du magst, wissen, dass das nicht stimmt?“ „Schon. Aber manchmal nervt es doch.“ „Wenn ich störe kann ich später wiederkommen...“, kicherte eine Stimme. „Celomnial! Seit wann lauschst du?“ „Ich bin gerade erst angekommen.“ Maßlos verwirrt sah der Elbling zwischen den zwei Frauen hin und her. „Ereinion, darf ich dir meine beste Freundin Celomnial vorstellen?“ Typisch elbischer Adel stand er auf und verbeugte sich vor der Fremden.



    Tavaril Feara:
    Das Bild wechselte erneut. Ich konnte mich selber durch ein Zimmer wüten sehen. „Du weißt, dass du so gut wie keine Überlebenschancen hast und trotzdem willst du in diese Schlacht ziehen? Wo hast du dein verdammtes Hirn gelassen?“ „Als König ist es meine Pflicht-...“ „Deine verfluchte Pflicht? Dein Ernst? Seit wann gehen königliche Pflichten über gesunden Menschenverstand? Das ist so absolut hirnrissig! Gut, hau ab, schlag irgendwelche Bündnisse vor, aber erwarte nicht, dass ich wenn du wiederkommen solltest noch hier bin.“ Mit diesen Worten verließ mein Ich das Zimmer. Gil Galad starrte hinter mir her, ließ sich auf einen Stuhl sinken und vergrub den Kopf in den Händen. Mir hatten diese Worte damals sofort leid getan, aber ich stand zu meiner Meinung. Die Szene wechselte erneut. Amdoniel preschte über die Wiesen unter ihr, ich hielt mich an ihrer Mähne fest und schmiegte mich eng an ihren Hals, um möglichst wenig Luftwiderstand darzustellen. Weit vor mir tauchten weiße Zelte auf, noch weiter vor mir ein unfruchtbares Land. Mordor. Die Elben, die vor dem Kriegslager Wache standen erkannten mich und ließen mich durch. „König Gil Galad! Wir müssen aufbrechen!“, ertönte eine Stimme aus dem größten Zelt. Ich wollte gerade die Zeltplane wegschlagen, als ich zögerte. Was, wenn er mir meine Worte nicht verziehen hat? Nein, ich musste ihn beschützen. Und das ging nur, indem ich in seiner Nähe blieb. Dann würde jetzt der Kampf kommen, Gil Galad wird vernichtet werden, ich werde von einem dieser dämlichen Schatten hinterrücks erstochen und von den Istari und noch so ein paar Idioten auf die Erde verbannt. Ich wollte das nicht sehen! Einmal war schlimm genug! Nein, nein, nein! Mein Puls raste in die Höhe, ich konnte mein Blut rauschen hören. Panik überrollte mich, schnürte mir die Luft ab und....
    Ich fuhr hoch, sprang einem Fluchtinstinkt folgend auf die Beine und wollte loslaufen, doch die Welt fing an, sich schwindelerregend schnell zu drehen, und der Boden ohrfeigte mich. Das Einzige, woran ich mich folgend noch erinnern kann, war, dass ich irgendwann mit einer Tasse Tee am Tisch saß und mich einigermaßen beruhigt hatte. Beorn, bei dem ich aufgewacht war, hatte die ganze Zeit aufgepasst, dass ich in meiner Panik nichts anstellte, war jetzt allerdings aufgebrochen, um die Orks zu jagen, die seinem Haus zu nahe gekommen waren. Den Rest haben euch ja Tingilya und Celomnial schon erzählt, bis zu der Stelle an der Tuile, Mephisto und Gildin Thorins dramatischen Moment zunichte gemacht haben, indem sie ihn (aus Versehen) zum Stolpern brachten und er die Treppe hinunterflog. Beorn war - abgesehen davon, dass er die Zwerge nicht leiden konnte - echt nett, und Celomnial hatte es sogar geschafft, Thorin zu einer dreitägigen Pause zu überreden.
    Der Punkt, wo wir wieder einsetzen, ist der Abend unseres ersten ganzen Tages bei Beorn.
    „Also, ich habe einen Plan, wie wir die ganze hirnrissige Rabenberg Aktion verhindern können“, verkündete Celomnial gut gelaunt, während sie mit Tuile schmuste. „Wir reden einfach mit ihnen.“ Perplex starrte ich sie an. „Du meinst in dem Stil: Hey Leute, tut uns leid, dass wir euch bei eurem gemütlichen Abend stören, aber naja, wir wollten euch eigentlich nur sagen, dass ihr euch vom Rabenberg fern halten solltet, weil ihr dort oben mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% gekillt werdet?“, fragte ich sarkastisch. „Fast, man könnte ein bisschen freundlicher reden, vielleicht nicht alles erzählen, aber man kann ihnen sagen, was sie auf jeden Fall unterlassen sollten.“ „Die Idee ist gar nicht schlecht“, mischte sich Tingilya jetzt ein. „Echt jetzt? Was glaubt ihr, wie ihr reagieren würdet, wenn irgendjemand mystische Andeutungen macht? Bestimmt würdet ihr vor Dankbarkeit auf den Knien herumrutschen.“ „Was ist passiert Fea?“, fragten mich beide gleichzeitig. Als ich fertig berichtet hatte, war bestimmt eine Stunde vergangen, auch wenn ich probiert hatte, mich kurz zu fassen. Cel stand auf und umarmte mich so fest, dass ich kaum Luft bekam. Tingilya starrte nachdenklich in die Gegend. „Er will uns schwächen. Sauron oder Azog, eigentlich beide, spielen unsere Ängste gegen uns aus.“ „Sollen sie ruhig versuchen.“ „Das sagst du, bis wir Spinnen treffen, Celomnial.“ Cel wurde bleich und sah aus, als würde sie jeden Moment umkippen. „Was ist hier los?“ Thorin mit seinem Beschützerinstinkt legte Cel eine Hand um die Hüfte, um zu verhindern, dass sie einfach umkippte, was sie wahrscheinlich getan hätte. Jeder der hier Anwesenden hatte seine Achillesfersen und Sauron, dieser *****, fing an, diese gezielt anzugreifen. „Es ging um Spinnen.“ Celomnial schauderte noch einmal ausgiebig und versuchte dann wieder, einigermaßen würdevoll dazustehen. Sie löste sich von Thorin und stolperte direkt über einen Schuh, sodass der König sie gleich wieder auffangen durfte und anschließend auf den Sessel setzte, damit sie nicht erneut umfiel. „Warum habe ich das Gefühl, dass ihr uns etwas verschweigt?“ Ähm, tja wir waren ziemlich aufgeflogen. Celomnial richtete sich auf. „Wir müssen mit Dwalin, Kili, Fili und dir sprechen.“ Er musterte sie prüfend, nickte dann und sprach ein paar Worte auf Khuzdul. Der Hauptteil der Zwerge zog sich zurück, es blieben wir drei, die Durins und Dwalin. „Also?“ Ja gut, wo fängt man da an? „Gut, also, ähm.... es gibt einen winzigen, klitzekleinen Haken bei dieser Reise.... es ist so, nun ja, ähm,...“
    Celomnials Gestotter half kein Stück weiter, aber sie bekam immerhin den Mund auf. Die Bilder der Leichen von Kili, Fili und Thorin blitzten durch meinen Kopf, das Bild von dem See aus Blut, das Bild vom Schlachtfeld. Aber dieses Ende stand nicht fest. Wir konnten es verändern, wir werden es schaffen, wir müssen es schaffen können!


    „Ihr dürft euch nie und unter keinen Umständen trennen! Nie! Ihr dürft nicht einmal daran denken! Gnaden euch die Valar, wenn ich herausfinde, dass ihr euch trennt oder planlos irgendwohin rennt!“, fauchte Celomnial, sprang auf und verließ fluchtartig das Zimmer. Thorin rannte ihr hinterher. „Versprecht es! Kili! Fili! Versprecht, dass ihr euch nie trennt!“, beschwor ich sie. „Und Dwalin, lass sie nicht alleine.“, fügte Tingilya hinzu. „Wir versprechen es!“ Perfekt. Solange sie sich dann auch daran halten würden. Kili und Fili hatten sich etwas ins Abseits verzogen und stritten. Bilbo würden wir wohl irgendwann auch noch einweihen müssen, aber bei dem ging das wahrscheinlich auch genauer als bei den Zwergen, weil er nicht so misstrauisch ist.


    Als die Geduld verteilt wurde, war ich draußen unterwegs, um jemanden zu suchen, den ich nerven kann (Celomnial):

    Tief atmete ich die frische Luft ein und lief los. Der Wind pfiff mir um die Ohren, während ich probierte, noch schneller zu werden, und ich flog - nach knapp 10 Schritten - über eine Wurzel.
    Echt jetzt? Die Welt hatte was gegen mich! Erst laufe ich mit irgendwelchen Zwergen mit, verknalle mich in Jemanden, über dem der Sensenmann schwebt und der sich eigentlich die ganze Zeit so benimmt, als hätte er einen Stock im Arsch, dann werde ich endlich los, was ich die ganze Zeit sagen wollte, allerdings so, dass die Zwerge mich wahrscheinlich für verrückt halten, und dann das! Fluchend rappelte ich mich auf und versucht den Schmutz und die Blätter loszuwerden und kippte gleich noch einmal um. Fehlt nur noch, dass irgendjemand mir gefol....
    „Celomnial!“ War ja klar.....
    Thorin tauchte neben mir auf und sah mich leicht amüsiert an. „Du musst mir eigentlich nicht die Füße küssen...“ „Schön, dass wenigstens du dich amüsierst“, fauchte ich und ignorierte die Hand, die er mir hinhielt. „Wenn ich jetzt gehen dürfte, Euer Majestät, wäre ich Euch sehr verbunden.“
    „Wir werden sterben, nicht?“
    Diese Frage ließ mich erstarren. „Wie kommst du denn auf diese Idee?“, fragte ich schroff, während ich in Richtung der Ponys lief, die wiederum am See standen. Er folgte mir, obwohl er offensichtlich vor den Kopf gestoßen war. „Vielleicht dadurch, dass keiner von euch auch nur einen Moment in unsere Richtung geguckt hat? Oder dadurch, dass du uns nicht so anfauchen würdest, wenn es nicht wichtig wäre?“
    Fuck. Was sollte ich jetzt machen? „Ich, fauche‘ wenn ich Lust habe! Das hat nichts mit dem Ernst der Lage zu tun“, erklärte ich und setzte mich ans Seeufer, er sich daneben. Ich bildete kleine Wasserfiguren, um sie anschließend in der Luft zerplatzen zu lassen. Thorin starrte in die Ferne und seufzte. Und seufzte wieder. Ich wusste nicht wirklich, ob ich ihn darauf ansprechen sollte, da es mich eigentlich nichts anging, aber daneben zu sitzen wäre auch unhöflich. „Okay, was ist los?“ „Ich will gar nicht König werden. Als König muss man immer auf alle aufpassen und ist für alle verantwortlich, wobei man nicht mal ein Mindestmaß an Privatsphäre besitzt. Und alle haben Erwartungen an einen und wollen einem zusätzlich auch noch sagen, wie man zu regieren hat, dabei haben sie keine Ahnung von diesem Gewerbe. Außerdem kommt jeder mit den dämlichsten Anliegen zu dir, sagt, es wäre das Wichtigste überhaupt und du musst nicken und lächeln und so tun, als würde es dich interessieren! Das war zumindest bei meinem Großvater so. Und was mache ich, wenn ich auch von der Drachenkrankheit besiegt werde? Ich habe keine Ahnung, was man dagegen tun kann und...“
    An dieser Stelle unterbrach ich ihn. Er schleppte all diese Sorgen mit sich herum und ich hatte keine Ahnung, wie sie sich anfühlten und warum er nicht mit irgendeinem Zwerg darüber sprach, aber dieses Gespräch erinnerte mich an eines, das ich vor langer Zeit mit angehört hatte.
    „Ich glaube, es ist ganz normal, dass du kein König werden willst, aber woher willst du wissen, dass deine Regentschaft genauso aussieht, wie die deines Großvaters? Ich weiß weder, wie es sich anfühlt, zehntausende Schicksale auf den Schultern zu tragen und auf keinen Fall versagen zu dürfen, weil so viel auf dem Spiel steht. Noch weiß ich, wie es sich anfühlt, wenn man jede einzelne Sekunde des eigenen Lebens für andere opfert, indem man ihre Kämpfe ausficht, obwohl man gar nichts damit zu tun hat, wieder und wieder und wieder und es einem irgendwann vollkommen egal ist. Ich kenne nur Personen, die es taten. Aber ich weiß, dass es sich lohnt. Jedes einzelne Leuchten in den Augen der Kinder, wenn ihre Eltern wohlbehalten von Missionen zurückkehren. Die Freude, wenn jemand Anteilnahme an ihren Leiden zeigt. Die Dankbarkeit, wenn man ihnen geholfen hat. Und wenn sie mit ihren persönlichen Problemen und Wünschen zu dir gehen, heißt das, dass sie dir vertrauen. Und will man das nicht?“ Ich glaube, ich hatte davor noch nie solange still gehalten oder so viel sinnvolles am Stück geredet. Ich hoffte zumindest, dass es sinnvoll war. Eine Weile saßen wir stumm da. Thorin dachte offensichtlich nach und ich fing mein Wasserfigurenspiel wieder an, wobei ich diesmal ein ausgewachsenes Pony bildete. Wie viel Zeit genau verging, wusste ich nicht, aber es war bestimmt eine Ewigkeit und acht Stunden. Ich hatte sehr schnell angefangen, mich zu langweilen, aber einfach aufzustehen wäre sehr unhöflich. „Danke“, murmelte der Zwergenprinz schließlich. Ich lächelte ihm zu und dann schwiegen wir wieder. Inzwischen war es stockdunkel, abgesehen von den Glühwürmchen, die überall herumflogen. Er war der erste, den ich kannte, der mehrere Stunden brauchte, um sich zu bedanken. „Kannst du noch einmal singen?“
    Okay, diese Frage hätte ich jetzt echt nicht erwartet. Misstrauisch linste ich zu ihm hinüber, doch er schien die Bitte durchaus ernst zu meinen. „Ein Lied!“ Jetzt benötigte ich nur noch eine Idee...



    „You fight like hell but you're barely alive
    Work so hard just trying to survive
    Head's under water and your hands are tied, I know
    Dream so big, eyes are wide
    That's the kinda life that I can't provide
    It breaks my heart how you feel tonight, I know
    Lean into me with your back and your mind
    Lean into me when you're broken inside
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    On the run but we're never there
    Take no time coming up for air
    There's a deeper feeling that this life's not fair, I know
    Dream so big and feel so small
    Fight while you're sinking like a cannonball
    Wonder if it makes any difference at all, I know
    Lean into me with your back and your mind
    Lean into me no reason to hide
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    And lean into me
    When the light can't be found
    When everything's lost
    And your heart's on the ground
    Lean into me
    Lay it all down
    Lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me
    Ooh lay your worry down
    Lay your worry down
    Lay your worry down on me“

    Die letzten Refrains hatte Thorin übernommen, sein Bariton kitzelte in meinem Magen. „Was bedeutet es?“ „Es geht darum, dass irgendwer wem anderes von seinen Problemen erzählen soll...“
    Erst jetzt viel mir auf, dass die Thematik gerade auf die vorige Unterhaltung passte, wie die Faust aufs Auge. „Ich möchte mehr über dich wissen“, sagte Thorin plötzlich und sah mich erwartungsvoll an. „Geben und Nehmen. Für jede Information über mich bekomme ich eine Information über dich“, wenn ich mich schon lächerlich machte, dann zog ich ihn wenigstens auch ins lächerliche. Andere Frage, warum tat ich das überhaupt?
    Er nickte. „Okay. Also, ich hasse Sexis- und Rassismus”, fing ich an. Thorin sah mich an und lächelte leicht. Eine Sekunde lang war es still. „Das hatte ich erwartet“, oh wow, wenn er eh schon alles ahnte, dann könnten wir dieses Gespräch lassen. „Also, ich hasse Elben.“ Auf diese Idee wäre ich nie gekommen schließlich war er ja in Bruchtal soooooooooooooooo aufgeschlossen. Ich rollte mit den Augen. Thorin tat es mir gleich. „Ich liebe Erdbeeren abgöttisch!“ Er musste grinsen. „Ich lese gerne und zeichne ab und an, auch wenn es so aussieht, als würde ein Dreijähriger zeichnen“, erwiderte er schließlich. „Ich lese auch gerne, aber noch lieber erkunde ich Orte“, meinte ich. Der Zwergenprinz runzelte leicht die Stirn und musterte seine Schuhe. Thorin Eichenschild war schüchterner als ich bis jetzt mitbekommen hatte. Er wirkte gar nicht mehr bedrohlich oder autoritär. Also autoritär schon, aber ja, halt nicht einschüchternd. Stille folgte. „Äh… ich hasse Tee.“ Da musste ich lachen. „Echt jetzt?“, sagte ich, „du hasst Tee?“ Er nickte und lachte auch. „Ich bin nun mal kein Fan von Wasser, das mit irgendwelchen suspekten Blättern aufgekocht wurde“, meinte er schlicht und zuckte mit den Schultern. „Verständlich, ich darf aber keine Vorurteile haben, denn ich habe noch nie Tee getrunken“, sagte ich mit einem dicken fetten Grinsen auf dem Gesicht. „Du hast noch nie Tee getrunken?“ Ich nickte, lächelte und atmete durch und überlegte mir einen neuen Fakt über mich. Ich musste nicht lange denken. „Ich habe eine supercoole beste Freundin und eine obermegacoole Schwester und ich bin jeden Tag verdammt dankbar dafür“, führte ich die Unterhaltung fort. Thorin hob eine Augenbraue und räusperte sich. „Meine kleine Schwester Dís ist die einzige, die mir - zumindest vor dieser Reise - Widerworte gegeben hat, und auch die Einzige, mit der ich bis jetzt in allen Lebenslagen über meine Gedanken gesprochen habe“, ich lächelte wieder, denn irgendwie war es süß, dass er sich von seiner kleinen Schwester erziehen lässt. Ich glaube, ich will sie mal treffen.
    „Ich kann nicht er still sitzen und hüpfe immer aufgekratzt überall herum. Tingilya vergleicht mich sogar mit einem Terrier.“ Empörung schwang in meiner Stimme mit, doch Thorin lachte nur leicht. „Krasser Zufall. Dass sie dich mit einem Hündchen vergleicht, liegt bestimmt nicht daran, dass du dich wie eines benimmst.“ Frechheit. „Kili und Fili sind wie Söhne für mich und ich hoffe, dass ich ihren Vater gut ersetzen kann.“ „Nach allem, was ich von ihnen gehört habe halten sie dich für einen guten Vater, Thorin.“ Er lächelte mich ehrlich an und Dankbarkeit flammte in seinem Blick auf. Vom Haus her riefen laute Stimmen nach Thorin. „Danke. Für das Gespräch“, er wollte aufstehen und gehen, doch ich hielt ihn zurück. „Thorin, das ist jetzt vielleicht nicht der richtige Augenblick, aber ich wollte fragen, ob du ihn mir neu flechten kannst“, sagte ich, während ich den Zopf, den er geflochten hatte zwischen meinen restlichen Haaren herausholte. Mehrere Strähnen hatten sich aus ihm gelöst und er sah auch ansonsten ziemlich zerzaust aus. Thorin blickte mich an. Erst überrascht, dann erfreut, worauf er sich anschließend noch einmal hinsetzte, den Zopf nahm und geschickt auflöste. Ich versuchte die ganze Zeit zu gucken, wie er den Zopf flocht, doch er tat es so, dass ich es nicht sehen konnte. Als er fertig war stand er auf, um zu den Stimmen zu gehen, die inzwischen eindringlicher riefen, doch er flüsterte mir noch ins Ohr: „Und ich muss deiner Schwester bei den Kommentar mit dem Terrier Recht geben.” Damit verschwand er. Okay, das war ober mega frech und ich durfte das nicht durchgehen lassen. Egal, wie nett er davor war. Das verlangte nach einem Streich der Oberklasse.

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