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Angel of Honor - A Final Fantasy Story

Avalanche. Ein Begriff der in aller Munde ist. Wer hat auch nicht von der Terroristengruppe gehört, die sich mit geballter Gewalt gegen den gierigen Konzern Shinra und die Zerstörung des Planeten stellt? Daneben scheint eine einzelne Person fast schon machtlos. Nicht wahr? Doch was wenn ein noch so unscheinbarer Mann, ein Bewohner der so verpönten Slums im Stillen eine eigene kleine Revolution anführt? Tja diesen Mann nennt man wohl den Racheengel der Slums.

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    Finsternis. Tiefe, schwarze Finsternis. Wie definiert man sie? Als die Dunkelheit der Nacht? Oder doch die tiefsten Abgründe, der eigenen zerschmette







    Finsternis. Tiefe, schwarze Finsternis. Wie definiert man sie? Als die Dunkelheit der Nacht? Oder doch die tiefsten Abgründe, der eigenen zerschmetterten Seele? Wedernoch. Die Antwort liegt im Planeten. Etwas woran wohl die Wenigsten auch nur einen Gedanken verschwenden. Wieso sollten sie? Der Planet existiert schon immer und wird es auch weiterhin.

    Falsch.

    Er stirbt.
    Langsam,
    Qualvoll,
    Lautlos.

    Unbemerkt von dem geistlosen Individuum, welches auf die Propaganda eines gierigen Konzerns vertraut. Dem Planeten wird das Licht ausgeknippst und niemand scheint es zu bemerken oder will es bemerken. Nur weiß wohl keiner, was der Makoraub auslöst. Mako, die grüne Energie, die durch das Innerste unserer Heimat fließt.
    Ihr Blut.
    Ihr Lebenssaft und der Ursprung unserer Existenz und dennoch wird der Lebenstrom beraubt. Sekunde für Sekunde. Tag und Nacht, nur um ein leichteres Leben zu ermöglichen. Dies ist eine unumstrittene Tatsache. Es funktioniert, aber um welchen Preis?

    Die Natur um und in Midgar stirbt. Flora und Fauna mussten einem trockenen, kargen Ödland weichen. Blumen und Tiere verschwanden und die verbliebenen verkümmerten zu grausamen Bestien.

    Shinra ist ein gieriger Bastard. Macht und Geld ist alles was ihn interessiert. Seuchen, die in den Slums ausbrechen. Menschen, die in Armut leben und auf den Straßen verhungern, bekümmern ihn nicht im Geringsten. Sind sie doch nur lästige Ameisen die brav ihre Arbeit verrichten.

    Es reicht.
    Diese Ungerechtigkeit muss ein Ende finden, egal auf welche Art auch immer.


    Düstere Wolken verhängen, wie in jeder Nacht, den sternenlosen Himmel über Midgar. Immerzu steigen giftige, schwefel-lastige Gase in die unendlichen Weiten auf, gefördert durch die großen Reaktoren.
    Die Stadt darunter liegt im stillen. Spärlich beleuchtete Gebäude ragen in die Höhe. Kein Laut ist zu vernehmen. Keine Gespräche, keine Schritte oder eine unzähligen Maschinen, die die Stadt in Bewegung halten. Mit der Nacht ist Ruhe über Midgar herein gebrochen. Lediglich die schweren Güterzüge fahren ihre geplanten Wegstrecken.

    Eine dieser Maschinen ist auf den Weg nach Sektor 6, jedoch ist sie nicht allein. Entfernt heult der Motor eines Motorrades auf, dessen schwarze Lackierung unheilvoll, im dämmrigen Licht der Straßenbeleuchtung, schimmert. Mit hoher Geschwindigkeit jagt das Zweirad über die Schienen und dem Zug hinterher, den dabei aufwirbelnden Fahrtwind ignorierend und ein dumpfes Geräusch erzeugend, wenn die Reifen auf das kalte Metall treffen.
    So verfolgt es den Warentransporter. Kurven fahrend, Brücken überquerend und Tunnel passierend.
    Langsam verringert sich der Abstand zwischen den verschiedenen Maschinen. Helle Scheinwerfer fallen schließlich auf die Rückwand des Zuges. Die Reflektion des Lichtes offenbart schließlich den Besitzer des Motorrads. Eine schlanke, gar etwas zierliche, aber eindeutig männliche, vollkommen in schwarz gekleidete, Person. Die Kapuze des dunklen, sich an seinen Körper schmiegenden, Mantels, tief ins Gesicht gezogen, ist er für andere nicht erkennbar.

    Mit scheinbar spielender Leichtigkeit, richtet sich der Fahrer auf den schwarzen Gefährt auf, nur um, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, die Geschwindigkeit zu drosseln, auf den Zug überzuspringen. Das kurze Heben des Mantels nicht weiter beachtend, landet er sicher auf der kleinen Plattform. Kurz wirft er einen Blick auf das, nun führerlose, Motorrad, welches sogleich zur Seite schwenkt und in die Leitplanke kracht. Der stille Dieb wird wohl auf anderem Weg Heim kommen müssen.

    Stumm wendet er sich ab und betritt mit ruhigen Schritten den ersten Wagon. Abgedeckte Kisten, stehen in jeder Ecke des Transporters, säuberlich aufgereiht. Das Shinralogo prägt die hölzernen Planken. Jedoch interessiert er sich nicht im geringsten für deren Inneres. Sein Ziel ist ein anderes. Schnell durchquert er also jenes Abteil, um ihn ein anderes über zu wechseln. Jedoch wird auch dies nicht interessanter. Sein Blick huscht über die einzelnen Behältnisse. Nein, das ist nicht was er sucht.
    Somit geht er seines Weges, bis er schließlich das Objekt seiner Begierde findet. Den Geldtransporter. Mit geübten Handgriffen knackt er das metallene Schloss, welches mit einem Klirren zu Boden fällt. Nun gilt es sich zu beeilen, denn gar nicht allzuweit entfernt, wird ein Alarm aktiviert. Die Sicherung des baldigen Diebesgut. Es wird also nur noch wenige Minuten dauern, bis die lästigen Gardisten hier eintreffen und ihn am liebsten in den Lebensstrom selbst befördern würden. Aber das ist eben auch nur ein unerfüllbarer Wunsch. Immerhin konnte er es ihnen kaum leichter machen, kündigt er seine Raubzüge immerhin noch an.
    Schnell füllt er die vielen Scheine in eine mitgebrachte Tasche um, als auch schon Motorengeräusch seine Ohren erreicht. Säuberlich verschließt er die Kiste wieder und begibt sich zurück in den hinteren Teil des Zuges, ein riskantes Unterfangen, aber die sich nähernden Knechte Shinras, die ihm seinen Fluchtweg servieren, sind das Risiko wert. Die schnellen Schritte hallen dumpf in den Kontainern wieder. Sobald der Dieb nach draußen tritt, schlägt ihm die kühle Luft entgegen und droht seine Kapuze hinfort zu wehen. Reflexartig erfasst seine Hand den dunklen Saum um ihn an Ort und Stelle zu halten. Scheinwerfer strahlen ihn an. Stimmen ertönen: "gib auf!". Oh er würde nicht aufgeben.

    Kraftvoll stößt er sich ab und landet auf einem der feindlichen Motorrädern, was mit einem entsetzen Blick quittiert wird. Jedoch wird er auch dieses lästige Anhängsel schnell los. Ein etwas heftiger Stoß und die unglückliche Seele, fällt zu Boden. Er würde wohl Schrammen und Prellungen davon tragen. Schnell übernimmt nun der Mantelträger das Gefährt und reißt es herum. Mit einer gekonnten Umdrehung rast er somit in die andere Richtung davon. Nun werden auch die anderen Gardisten aktiv. Auch sie treten aufs Gas um dem Flüchtigen zu folgen.

    Eine Verfolgungsjagd entbrennt.

    Heulende Motoren zerschneiden die Stille der Nacht. Dunkle Lackierungen leuchten in der Dunkelheit. Reifen rasen quietschen über den schwarzen Asphalt und helle Lichter erhellen die Finsternis. Eine Person hetzt sein Motorrad durch die Stadt, verfolgt von drei anderen. Mit scharfen Kurven und gewagten Manövern versucht er seine Verfolger abzuhängen. Bislang erfolglos.
    Erneut legt er sich in eine Rechtskurve. Sein Knie schleift dabei leicht über den Boden, aber um dies zu beachten fehlt ihm die Zeit. Dies scheint auszurechnen um einen der Verfolger abzuhängen. Bleiben nur noch zwei und auch diese wird er früher oder später los werden.
    Wiedermal beschleunigt er, was das Gefährt dazu veranlasst, kurzzeitig, auf dessen Hinterrad zu steigen. Mit einem dumpfen Ton prallt das Vorderrad wieder auf der Straße ab. Sein Blick fällt auf die Mauer, die Sektor 5 von 6 trennt. Das Tor schließt sich bereit um das Durchkommen des Diebes zu verhindern. Jedoch denkt er nicht daran umzudrehen. Ohne zu zögern steuert er das Motorrad weiter nach vorn. Schließlich, Millimeter vor dem beinahe geschlossenen Tor, reißt er das Gerät herum und schlittert nur auf der Kante des Reifens darunter hindurch. Scharfes Metall streift den weichen Stoff der Kapuze. Während er sich aufrichtet, sind quietschende Bremsen zu vernehmen. Ein zufriedener Ausdruck erscheint in seinem Blick, würden sie ihm immerhin nicht weiter folgen können. Nun kann er entspannt den Heimweg antreten. Zurück in die Slums von Sektor 5, während im Hintergrund die Sonne langsam über den Horizont klettert und die Stadt in dämmriges Rot taucht.

    Wenig später herrscht bereits reges Treiben im grünen Sektor. Kinder spielen auf den Straßen mit ihren selbstgefertigten Holzschwertern oder lernen in der Schule. Männer und Frauen wandern durch die Straßen, unterhalten sich oder verrichten ihre Arbeit. Das Gesprächsthema Nummer 1? Das Geld, welches heute wieder in Ihr Zuhause floß, gibt es doch Hoffnung und eine Chance auf ein besseres Leben. Unter den gut gelaunten Menschen hält sich auch ein junger Mann auf. Entspannt döst er auf einem der blechernen Dächern und sieht zum metallhimmel hinauf. Sanft wippt das goldblonde Haar in der sanften Briese des Tages. Schließlich gewinnt ein Geräusch seine Aufmerksamkeit. Interessiert öffnet er seine, zuvor geschlossenen, goldenen Iriden und richtet seinen Blick auf die junge Frau, die die neusten Nachrichten verkündet.

    "Erneut hat der Racheengel der Slums zugeschlagen!"

    Ein leichtes Lächeln erscheint auf dem Lippen des jungen Mannes, bis eine andere Person seine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Eine junge Frau, knapp ein Jahr jünger als er, mit langen, geflochtenen Haar und wunderschönen grünen Augen. Ein munterer Unterton liegt in Aeriths Stimme, als sie nach ihm ruft: "Komm schon Kaya!"

    "Komme"

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