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A Raven Fall

Eine Geschichte über ein normales Mädchen in einem normalen Internat. Aber eigentlich ist nichts normal. Gar nichts! Überhaupt nichts!

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    Der Anfang


    Ich beeilte mich zum Klassenzimmer zu kommen. Mist! Der erste Tag an der neuen Schule und schon kam ich zu spät. Schnell öffnete ich die Tür und kam gerade noch vor dem Gong rein. Die Lehrerin war eine drahtige Frau, mittleren Alters. Sie trug einen grauen Mantel der so aussah als wäre er aus mehreren Flicken zusammen genäht worden. Ihre Haare waren schwarz und sie trug sie lang und offen. Ein absolut verrücktes Internat! Normalerweise haben Lehrer in Internaten eine strenge Frisur, eine Bluse oder einen Anzug und auch sonst nichts freundliches. Doch diese Lehrerin lächelte mich freundlich an und sagte: "Herzlich Willkommen in der 10 c Lawinia. Ich bin deine Lehrerin Frau Korvo, aber du kannst auch Ludmilla zu mir sagen." Die Stunde zog sich ewig hin und als der Gong das Stundenende einläutete sprangen die Schüler förmlich von ihren Stühlen auf. Als wir als Gruppe zu unserem nächsten Klassenzimmer gingen fiel mir auf das sich die anderen auch kaum kannten. Bis auf fünf Mädchen und Jungs, einer davon war Shiva, sprach keiner ein Wort. Als die Schule endlich aus war trotteten alle in die Cafeteria um sich ihr Essen zu holen. Ein paar meiner Mitschüler hatten schon Freunde gefunden und diese saßen jetzt in Gruppen an Tischen die sie zusammen geschoben hatten. Ich wollte mich gerade an einen leeren Tisch sitzen als mir ein Mädchen auffiel das unschlüssig mit dem Tablet in der Hand dastand. Ich fasste mir ein Herz und ging auf sie zu. "Hey. Willst du dich zu mir setzen?", fragte ich unbeholfen. Das Mädchen lächelte sofort und antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Ja klar gerne! Danke!" Ich lächelte die freundlich an und wir aßen unser Mittagessen auf ohne ein Wort zu wechseln. Als wir beide satt dasaßen fragte sie unvermittelt: "Wie heißt du gleich noch einmal? Entschuldigung aber Namen kann ich mir absolut nicht merken. Es war doch irgendetwas mit Schnee oder?" Ich musste kurz lachen. Anscheinend war ich nicht dir einzige die meinen Namen sofort mit einer Schneelawine in Verbindung brachte. "Ich bin Lawinia, und du?", fragte ich. "Ich bin Tsunami.", sagte sie mit einem breiten Grinsen. Ich fiel fast vom Stuhl als ich einen Lachkrampf bekam. Als unser Lachen zu einem Kichern abgeschwollen war sagte sie: "Jetzt bin ich nicht mehr die einzige Naturkatastrophe hier." Wir mussten schon wieder lachen. Nach dem Essen durften wir ins Sekretariat gehen und nach unseren Zimmern fragen. Dann mussten wir unsere Zimmerkameraden suchen und mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach dem uns zugewiesenen Zimmer machen. Ich und Tsunami gingen gemeinsam hin, da ich noch nicht wusste wo das Sekretariat war. Auf dem Weg dorthin sagte sie mir ein paar Namen die sie sich merken hatte können. Als ich im Sekretariat war und den Brief mit den Namen meiner Zimmergenossen in der Hand hatte, wartete ich mit dem öffenen noch auf Tsunami. Als sie auch mit einem Brief raus kam, sagte sie düster: "Hoffen wir das Beste, letztes Jahr bin ich mit den Mädchen aus der Chilique zusammen in ein Zimmer gekommen. Du willst nicht wissen wie schlimm das war." Ich sah sie fragend an. "Ach so, du weißt ja noch nicht was die Chilique ist. Also das sind die fünf da. Sheila, Samanta, Sophia, Simon {eng. ausgesprochen} und natürlich Shiva.", antwortete sie mir und deutete dabei auf die fünf die sich schon am Anfang des Tages schon gekannt hatten. Ich nickte. Obwohl ich die Hälfte der Namen schon wieder vergessen hatte. "Gut dann machen wir ihn auf und hoffen das Beste.", sagte ich. Wir zählten beide leise von drei auf null runter und öffneten dann den Umschlag. Der erste Name auf dem Zettel war meiner danach stand Samanta und darunter... "Lawinia! Wir sind in einem Zimmer!", rief Tsunami. Ich strahlte genauso wie sie. Doch dann fiel mir der dritte Name auf der Liste wieder ein. "Und mit einer aus der Chilique.", antwortete ich. Auch ihre gute Laune war wie weggeblasen. "Und das ist nicht mal das schlimmste an ihr. Sie ist sozusagen die Anführerin, na ja die zweite Anführerin. Shiva ist der Alpha der Gruppe. Aber sie war ja mal mit ihm zusammen und seitdem ist sie die zweite.", seufzte sie. "Müssen wir sie jetzt ansprechen oder erledigt sie das?", stöhnte ich um meine Enttäuschung zu überspielen. Shiva war mal mit Samanta zusammen gewesen und hat dann mit ihr Schluss gemacht. Ich wusste echt nicht was ich dann tun sollte. Ich meine wenn er eine wie Samanta einfach so abservieren kann, warum sollte er sich dann für eine wie mich interessieren? Tsunami seuftzte: "Die Dame wird sich zu edel vorkommen um mit uns zu sprechen. Also müssen wir das wohl erledigen." Wir gingen ins Sekretariat in dem die Chilique verschwunden war und gingen auf Samanta zu. "Hi, wir sind in einem Zimmer.", sagte ich und versuchte dabei zu ignorieren wie nah ich bei Shiva stand. Samanta blickte uns argwöhnisch an und sagte dann hochnäsig: "Dann musst du Lawinia sein und du Tsunami. Ihr habt echt komische Namen. Erwartet nicht von mir das wir befreundet sind nur weil ich mit euch in einem Zimmer bin." Tsunami wollte schon nicken doch ich antwortete frech: "Wer will den mit dir befreundet sein? Wir ganz sicher nicht." Ihr klappte die Kinnlade runter, anscheinend traute sich sonst niemand sie einfach so blöd anzureden. Amstatt etwas zu erwiedern ging sie mit erhobener Nase wieder auf den Gang. Shiva grinste mich an und sagte: "Respekt. Du hast sie mit ihren eigenen Waffen geschlagen." Bevor ich rot anlaufen konnte zuckte ich mit den Schultern und ging hinter Tsunami aus dem Sekretariat. Samanta stolzierte voraus und schien von zu erwarten das wir ihr wie Dackel hinterher gingen. Ha, da hat sie nicht mit mir gerechnet! Schnell ging ich neben sie und fragte frech: "Na, wie ist Shiva so als Freund?" Sie blieb wie erwartet wie eine Salzsäule stehen und zischte: "Nur damit das klar ist: Er liebt mich immer noch, er hat nur eine Auszeit gebrauch!" Mutig erwiederte ich: "Also ich brauche jetzt schon eine Auszeit von dir." Sie blieb, wie erwartet, mit offenem Mund stehen. Tsunami holte auf und sagte mit einem breiten Grinsen: "Da hat ja jemand eine scharfe Zunge." Ich grinste zurück und antwortete: "Man tut was man kann." Grinsend gingen wir beide in unser Zimmer und packten mit einem Grinsen unser Zeug aus. An diesem Abend schlief ich schnell ein.

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    Ein Date, oder doch nicht?

    Am nächsten Morgen wurde ich vom nervtötenden Piepen des Weckers geweckt. Samanta war schon im Bad, deswegen suchte ich mir zuerst meine Kleidung raus. Ich suchte mir eine weiße Bluse raus und dazu einen roten Rock mit einem großem Karo Muster heraus. Da Herbst war legte ich noch eine hautfarbene Strumpfhose und ein paar schwarzer Kniestrümpfe dazu. Als Samanta endlich fertig war und aus dem Bad heraus kam, sie hatte maßlos übertrieben mit ihrem Make-up, ging ich mit meinem Kleiderstapel hinein. Nach dem Duschen zog ich mich an und trug Make-up auf. Ein bisschen Rusch, ein bisschen Wimperntusche und einen dunklen Lippenstift, den ich allerdings mit einem Taschentuch etwas abtupfte damit er nicht ganz so dunkel war und nicht abfärbte. Sobald ich das Badezimmer frei gemacht hatte, ging Tsunami rein. Da sie am Abend bereits geduscht hatte brauchte sie nur etwas mehr als fünf Minuten um sich zu schminken und sich anzuziehen. Im Gegensatz zu mir hatte sie mehr die Augen betont. Sie trug ebenso wie ich Rusch und Wimperntusche, statt einem Lippenstift hatte sie nur einen leicht glänzenden Lipgloss aufgetragen. Die Augen hatte sie mit einem hellgrauen Lidschatten betont. Sie trug wie ich, und so wie es auch durch den Dress Code vorgeschrieben war, eine Bluse und einen Rock. Ihre Bluse war beige und ihr Rock grau. Statt wie ich Kniestrümpfe und eine Strumpfhose zu tragen trug sie nur eine schwarze Strumpfhose. Samanta hatte sich im Gegensatz zu uns allerdings eher weniger an den Dress Code gehalten. Anstatt der vorgeschriebenen Bluse und dem Rock trug sie ein weißes T-Shirt und eine zerrissene Jeans. Ihr Make-up war dermaßen übertrieben, der rote Lippenstift war zu dick aufgetragen und den leicht roten Lidschatten und den Kajalstrich hätte es nicht gebraucht. Von den Kilos an Rusch und Highlighter will ich gar nicht sprechen. Schließlich gingen wir zu unserer ersten Stunde, wir hatten wieder Frau Korvus. Und ich saß wieder neben Shiva. Er war schon im Raum und quatschte mit dem anderen Jungen aus der Chilique. Als ich herein kam grinste er mich verschmitzt an, doch als Samanta hinter mir den Raum betrat schaute er schnell wieder in eine andere Richtung. Ich und Tsunami gingen auf unsere Plätze, während sie zuerst auf Shiva zuging und ihm den Rücken massieren wollte. Doch bevor sie ihm die Hände an den Nacken legen konnte drehte er sich um und begrüßte sie mit einer kumpelhaften Umarmung. Als sie auf dem Weg zu ihrem Platz an meinem Tisch vorbei kam flüsterte ich: "Da ist wohl jemand in der Friend Zone gelandet." Sie reckte ihr zu hundert Prozent gemachtes Näschen hoch und stolzierte auf ihren High Heels zu ihrem Platz. Am Ende der Stunde steckte mir der andere Junge, ich glaube er hieß Simon, einen Zettel zu. Ich hielt meine Neugier zurück und nahm mir vor ihn erst zu öffnen wenn ich auf unserem Zimmer war. Der Schultag zog sich ewig hin und als wir endlich aus hatten ging ich mit Tsunami in die Cafeteria und schlang mein Essen schnell runter. Tsunami die anscheinend bemerkt hatte wie dringend ich aufs Zimmer wollte hielt mich nicht mit langem Gerede auf sondern sagte nur: "Du erzählst mir nachher was so wichtig war!" Ich nickte und ging dann aufs Zimmer. Dort legte ich meinen Schulordner auf mein Bett und schloss mich im Bad ein um nicht gestört zu werden. Dann lehnte ich mich gegen die Tür und öffnete den sorgsam zusammengefalteten Zettel auf. Darauf stand in geschwungener Handschrift eine kurze Nachricht:

    Lawinia,
    wie wärs wenn wir uns heute um Mitternacht auf der Feuerleiter treffen?
    LG Shiva

    Was? Wie bitte? Ich sollte um Mitternacht auf dir Feuerleiter klettern? Einerseits klang das ziemlich lebensmüde aber andererseits war die Nachricht von Shiva und sie  war ganz offensichtlich eine Frage nach einem Date. Leider sprach letzteres dafür das ich um Mitternacht aufsteht würde und aus meinem Fenster auf die Feuerleiter klettern würde. Ich seufzte. Als ich Schritte auf dem Gang hörte sperrte ich schnell wieder das Bad auf und lies den Zettel in meine Tasche fallen. Es war Tsunami die herein kam. Sie sagte verschwörerisch: "Samanta ist noch in der Cafeteria. Du hast also ungefähr fünf Minuten um mir alles u erzählen!" Ich lachte und antwortete dann: "Kennst du Simon?" Sie lief leicht rot an: "Wenn du den süßen blonden aus der Chilique meinst..." Schnell unterbrach ich sie: "Jedenfalls hat er mir heute nach der Stunde einen Zettel zugesteckt." Sie riss die Augen auf und stotterte: "I... ich, aber, warum?" Ich musste grinsen: "Nein nein. Ich werde dir schon deinen Schwarm nicht ausspannen." Mit dem Kommentar erntete ich einen teilweise dankbaren und teilweise missbilligenden Blick. Schnell fuhr ich fort: "Jedenfalls war auf dem Zettel keine Nachricht von Simon sondern von Shiva. Er will sich mit mir heute um Mitternacht treffen!" Jetzt grinste sie mich an: "Na dann warst du erfolgreicher mit deinem Crush als ich mit meinem." Ich knuffte sie freundschaftlich in die Seite. Dann platzte Samanta ins Zimmer. Ich murmelte leise: "Wohl doch keine fünf Minuten..." Sie schaute mich triuphierend an und versuchte mich einzuschüchtern: "Na wer von uns hat heute schon engeren Körperkontakt mit Shiva gehabt? Du nicht!" Ehe Tsunami das mit meinem nächtlichen Date ausplaudern konnte antwortete ich: "Meinst du die Umarmung? Das hat für mich nicht so ausgesehen als würde er dich immer noch lieben. Für eure Beziehung gibt es nur einen Begriff: Friend Zone!" Sie schnaubte beleidigt: "Pah! Wenigstens habe ich überhaupt eine Beziehung zu ihm!" Ich verdrehte die Augen. Jetzt mit ihr darüber zu diskutieren würde zu nichts führen. Ich ging mit Tsunami in den Gemeindschaftsraum. "So wie stellen wir das mit dir und Simon an?", überlegte ich laut. Sie lief knallrot an und sagte leise: "Ich weiß überhaupt nicht was du meinst!" "Ach ja? Dann schaust du ihn also nicht die ganze Zeit verliebt an und wirst rot wenn er in deine Richting sieht.", erwiederte ich. Sie verdrehte die Augen: "Na gut. Er ist schon ziemlich süß." Wir lachten. "Was ziehst du eigentlich dann heute Nacht an?", fragte sie und sprach die Frage aus über die ich mir schon die ganze Zeit Gedanken machte. Ich seuftze: "Ich hab echt kp. Vielleicht meine schwarze Jeans aber ansonsten... Soll ich mich schminken oder nicht, soll ich mich sehr warm anziehen, ich hab keine Ahnung!" Tsunami wollte mir antworten doch da kamen Samanta und Sophia auf uns zu. "Hey Lawinia! Na wer von uns beiden geht denn heute auf ein Date mit Shiva? Du jedenfalls nicht.", sagte sie und wedelte mit einem Zettel vor meiner Nase rum. Ich schnappte ihn mir und las ihn durch. Auf dem Zettel stand:

    Samanta, willst du dich heute mit mir um Mitternacht auf der Feuerleiter treffen?
    LG Shiva

    Ich erschrak. So war das also. Und ich bin auch noch darauf reingefallen! Ich könnte mich echt Ohrfeigen! Zum Glück deutete Samanta mein erschrecktes Gesicht falsch: "Ohhhhhh, jetzt tust du mir aber leid." Am liebsten hätte ich erwiedert: Du tust Mir leid! Aber ich blieb still. Sollte sie doch ein paar Stunden auf der Feuerleiter sitzen und auf Shiva warten. Ich gab ihr den Zettel zurück und sagte: "Ich bekomme zehn Dollar von dir wenn er nicht kommt." Sie lachte schnippisch: "Von mir aus, ich hoffe für dich das du dann zehn Dollar für mich hast! Shiva kommt sicher." Damit drehte sie sich um und ging weg. Sophia folgte ihr auf dem Fuß. Tsunami sah mich fragend an. Ich formte mit den Lippen: Ich erklärs dir später. Wie nicht anders zu erwarten hatte sie es plötzlich sehr eilig wieder auf unser Zimmer zu gehen. Schließlich gab ich nach und schlenderte langsam zu unserem Raum, während sie aufgeregt neben mir her ging. Endlich im Zimmer sagte sie: "Was ist los ich will alles hören! Was ist auf dem Zettel gestanden? Du bist ziemlich weiß geworden!" Ich grinste und erwiederte: "Ganz einfach: Shiva mag es anscheinend andere in irgendeiner Weise zu demütigen. Auf dem Zettel ist dasselbe gestanden wie auf dem den mir Simon zugesteckt hat nur eben mit Samanta anstatt Lawinia. Er wollte anscheinend das wir beide aus dem Fenster klettern nur um dann beide auf der Feuerleiter festzusitzen." "Na, dann ist es ja gut das Samanta immer mit allem angeben muss! Und noch dazu bekommst du zehn Dollar von ihr!", sagte Tsunami daraufhin. "Und außerdem denkt er dann das du gedacht hast der er sich mit dir treffen wollte du aber trotzdem nicht gekommen wärst!", fügte sie noch hinzu. "Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht, Tsunami!", sagte ich. "Denken muss man halt können!", sagte sie lachend. "Oh, schon so spät! Ich muss zum Handball.", sagte sie nach einem Blick auf die Uhr. "Okay, bye!", sagt ich. Als sie weg war holte ich meine Gitarre raus und spielte zuerst dreimal hintereinander Wonderwall von Oasis. Danach holte ich meine Noten aus der Gitarrentasche und übte das Solo in Snow von Red Hot Chili Peppers. Zum ersten Mal hörte es sich einigermaßen akzeptabel an. Danach spielte ich noch die ersten Takte von Dear Mr. President von P! nk und weil mir gerade danach war auch noch What about us, ebenfalls von P! nk. Als Samanta gerade reinplatzte spielte ich gerade Say you won't let go von James Athur. Ein absolut schlechter Zeitpunkt den sie sofort ausnutzte. "Ohhhh, hat da jemand Liebeskummer? Jetzt tust du mir aber leid!", sagte sie sarkastisch. Ich verdrehte die Augen und wechselte sofort zu der Bassline von Otherside von, ähm von wem war das gleich? Auch von Red Hot Chili Peppers? Ja ich glaube schon, aber sicher war ich mir nicht. Jedenfalls durfte sie sich jetzt ungefähr eine halbe Stunde anhören wie ich zwischen Greenday Songs und Cranberrie Songs wechselte. Nachdem sie wieder aus dem Zimmer gegangen war wurde ich zufälligerweise fertig. Am Abend schlief ich mit einem Grinsen ein. Ich freute mich schon auf Samantas Gesicht. Um Mitternacht wurde ich davon geweckt das jemand das Fenster öffnete. Am Abend hatte ich noch gesehen wie sie im knappen Mini-Rock ins Bett gegangen war. Also kletterte sie wahrscheinlich gerade nach unten. Sobald ich sie nicht mehr fluchte schlich ich zum Fenster und machte es zu. Ich weiß das das fies war aber sie war ja auch kein Engel.

    3
    Bad News


    Am nächsten Morgen stand ich beim Klingeln des Weckers auf und ignorierte Samanta die auf dem kleinen Balkon vorm Fenster saß und mich mit einem Dackelblick anschaute. Ich ging ins Bad und zog mir eine Bluse an, einen grauen Highwaist Rock und wieder meine weißen Kniestrümpfe und eine Strumpfhose. Dazu schminkte ich mir die Augen wieder nur mit Wimperntusche und betonte wieder die Lippen, auch diesesmal wieder mit dunklem Lippenstift. Dazu trug ich noch einen leicht silbern glitzernden Highlighter auf um dann das Bad für Tsunami frei zu machen. Tsunami zog sich heute das gleiche an wie ich nur mit beiger Bluse und einem dunkelrosa Samt Rock. Dazu zog sie heute eine weiße Strumpfhose an. Dann erst ließ ich Samanta herein. "Sorry ich hab dich erst jetzt bemerkt. Oh, deine Schminke ist verwischt! Und so würde ich nicht in die Schule gehen. Ich glaube du musst mal ins Bad. Hups so spät schon! Das schaffst du nicht mehr. Ach ja da wäen dann noch meine zehn Dollar." Jetzt weinte sie. Zwischen zwei schluchzern sagte sie: "Ich lass mich krank schreiben!" Freundlich zog ich sie auf die Beine und schob sie heulend auf den Gang. Tsunami lachte: "Gut gemacht! Gehen wir." Ich hakte mich bei dem Arm unter den sie mir hin hielt und so schlenderten wir zu unserem Klassenzimmer. Als ich mich auf meinen Platz gesetzt hatte fragte Shiva mich: "Na wie wars gestern Mitternacht mit Samanta?" Ich zuckte mit den Schultern und erwiederte: "Weiß ich doch nicht ich bin ja nicht raus geklettert nur weil auf einem Zettel dein Name steht." Er starrte mich verständnislos an: "Du bist nicht hingegangen ohne mir abzusagen?" Erst jetzt drehte ich mich zu ihm und sagte schnippisch: "War ja auch gut so, nicht wahr? Such dir jemand anderen zum verarschen." In dem Moment kam Samanta ins Zimmer. In dem knappen Oberteil und mit dem Minirock der mindestens genauso wenig Stoff hatte wie das Oberteil. Die verschmierte Wimperntusche unterstrich ihr heutiges Motto: Ich wurde von meinem Date sitzen gelassen. Aber das ich sie ausgesperrt hatte erwähnte ich lieber nicht. Shiva fielen fast die Augen aus dem Kopf. Sofort stand er auf und ging mit einem Grinsen auf sie zu. Ihr liefen sofort wieder Tränen über die Wangen. Er sagte: "OMG Samanta du siehst aus als hättest du seit Ewigkeiten nicht mehr geschlafen!" Als er dabei auch noch lachte tat mir Samanta leid. "DU BIST SO EIN ARSCH WEIẞT DU DAS! LÄSST MICH EINFACH DIE GANZE NACHT DRAUẞEN SITZEN!", schrie sie ihn an. Ich stand auf und ging zu ihr hin als ich bemerkte das Sophia, das Mädchen das ich für Samantas BFF gehalten habe, auch zu kichern anfing. Ich tat so als würde ich einfach nur an Samanta vorbei gehen und sie dabei versehentlich anrempeln doch ich steckte ihr schnell einen Zettel zu aus dem stand:

    Hey Samanta, ich weiß das ich dich ausgesperrt habe war blöd von mir. Ich hab eine Schminktasche dabei, wenn du willst kann ich sie dir leihen damit wir das ähm mit deinem Make-up einigermaßen wieder hinkriegen. Es tut mir wirklich leid!
    LG Lawinia.

    Zuerst rieb sie sich den Arm doch dann schien sie den Zettel zu bemerken und ging an Shiva vorbei ohne ihn anzusehen. Als sie an ihrem Platz saß sah ich das sie den Zettel öffnete und ihn durchlas. Ich setzte mich wieder auf meinen Platz und schaute noch einmal zu Samanta. Die nickte mir dankbar zu und ich lächelte. Dann kam Frau Korvus herein. Sie wirkte etwas aufgelöst und sagte anstatt einer Begrüßung: "Tsunami melde dich bitte im Sekretariat." Sie blickte mich verwirrt an. "Es ist wegen deiner Familie. Dein Bruder, er...", fuhr sie fort. Tsunamis verwirrter Gesichtsausdruck verwandelte sich innerhalb von Sekunden in einen extrem verzweifelten Ausdruck. Sie war kurz vorm heulen. Mit erstickter Stimme fragte sie: "Kann Lawinia mitkommen? Bitte." Frau Korvo nickte: "Wenn das für dich in Ordnung ist Lawinia?" Ich stand auf und sagte: "Natürlich!" Dann ging ich zu Tsunami und ging mit ihr aus dem Klassenzimmer. Kaum wurde die Tür hinter uns geschlossen brach sie zusammen. Zum Glück war ich darauf gefasst und fing sie auf. "Hey, was ist den so schlimmes mit deinem Bruder?", fragte ich. Unter Schluchzern sagte sie mir: "Er, er ist schwer krank Lawinia. Wahrscheinlich ist er..." Schnell nahm ich sie in den Arm. Mir war egal das meine weiße Bluse wahrscheinlich schon ganz schwarz war von ihrer Wimperntusche. "Komm, vielleicht kannst du ihn noch einmal sehen. Vielleicht ist es noch nicht so schlimm.", versuchte ich sie zu beruhigen. Doch sie schüttelte nur den Kopf: "Nein, Lawinia. Ich hab es schon den ganzen Tag gemerkt. Mein Zwillingsbruder ist tot. Ich kann ihn nicht mehr sehen." Heilige Scheise! Ihr Zwillingsbruder! Jetzt liefen auch mir die Tränen runter. "Komm, deine Eltern warten sicher schon im Sekretariat.", sagte ich. Sie nickte und lies sich von mir aufhelfen. Dann führte ich sie zum Sekretariat vor dem zwei große Männer in Anzügen standen. Ich wollte schon an ihnen vorbei gehen doch der eine sagte: "Nur Tsunami." Doch Tsunami schüttelte den Kopf und wiedersprach: "Nein Lawinia kommt mit." Der Mann zuckte mit den Schultern und trat zur Seite sodass wir ins Sekretariat gehen konnten. Drinnen stand eine Frau und ein Mann die sich in den Armen lagen und weinten. Das waren also Tsunamis Eltern. Sie drehten sich zu uns um und ihre Mutter sagte: "Tsunami wer ist dieses Mädchen?" Tsunami schluckte: "Das ist meine Freundin Lawinia. Soll sie gehen Mutter?" Ihr Vater musterte mich kritisch und sagte dann: "Weiß sie es schon?" Tsunami schüttelte den Kopf. "Dann kann sie nicht bleiben. Schick sie wieder weg.", mit diesem Worten drehte sich ihre Mutter wieder weg, geanuso wie es ihr Vater getan hatte. Tsunami sagte kleinlaut: "Lawinia, du darfst leider nicht da bleiben, geh wieder." Leise fügte sie nicht hinzu: "Es tut mir leid." Ich drehte mich um und ging wieder raus. Gott! Was hatte sie bitte schön für Eltern! Ich ging schnell zum Klassenzimmer zurück und tupfte mir bevor ich reinging noch mit einem Taschentuch die verlaufene Wimperntusche behelfsmäsig weg. Dann klopfte ich an und als ich Frau Korvos Ja herein hörte ging ich rein. Sie blickt mich fragend an, doch als sie meine Bluse sah, die an der Schulter schwarz war, lief auch ihr eine einzelne Träne über die Wange. "Ihr habt heute alle frei.", sagte sie mit belegter Stimme. Und als wir uns nicht rührten fügte sie noch hinzu: "Das heißt das ihr heute keine Schule mehr habt! Geht auf euer Zimmer und macht was auch immer ihr möchtet!" Verwundert standen alle auf und gingen tuschelnd raus. Ich war die letzte die den Raum verlies und Frau Korvo sagte noch zu mir: "Falls du Fragen hast kannst du zu mir kommen." Ich verstand nichts, zuerst die Eltern von Tsunami mit dem: Weiß sie Bescheid? Und jetzt Frau Korvo! Was war an dieser Schule nur los?

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    Date Nummer zwei


    Ich ging heute zum ersten Mal gemeinsam mit Samanta aufs Zimmer. Im Zimmer angekommen sagte ich: "So einmal Make-up für die zehn Dollar die du mir noch schuldest." Sie lachte: "Aber wehe du versaust es! Das ist ziemlich teuer!" Ich grinste zurück: "Schlechter als es eh schon ist werde ich es nicht hinbekommen, da muss ich dich also schonmal enttäuschen." Ich holte meine Schminktasche aus der Tasche und sie fragte: "Woher wusstest du das eigentlich? Also das er nicht kommen würde." Ich lief eventuell etwas rot an als ich ihr meinen Zettel in die Hand gab. Ihr einziger Kommentar dazu war: "Dieser Arsch!" Grinsend fügte sie noch hinzu: "Wetten wenn ich dir meinen Zettel nicht gezeigt hatte wären wir beide da draußen gesessen." Jetzt war ich eindeutig rot. Sie zuckte mit den Schultern: "Weißt du was? Von mir aus kannst du ihn haben. Es gibt süßere Jungs und vielleicht machen die so was nicht." Falls man überhaupt noch röter werden konnte so wurde ich das. Um abzulenken sagte ich: "Soll ich dir auch eine Frisur machen?" Sie verzog den Mund zu einem bösartigem Lachen und sagte: "Einmal bitte den kompletten Style alá: So das er es bereut!" Ich lachte und nickte: "Kommt sofort!" Zuerst schminkte ich sie ab, dann machte ich neue Maskara darauf. Danach zog ich ihr roten Lippenstift auf die Lippen und gab ihr ein Taschentuch zum draufbeißen. Dann noch Wimperntusche und einen dezenten Lidstrich. Zum Schluss noch einen etwas dunkleren Rusch unter die Wangenknochen et Voila! Ihr schwarzer Mini Rock und das bauchfreie schwarze Oberteil passten perfekt dazu. Mit ein paar Handgriffen steckte ich ihr noch die dunklen Haare zu einem unordentlichen Dutt hoch. "Wow!", sagte Samanta als ich ihr den Spiegel hin hielt. "Schau mal in meiner Schminktasche in dem kleinen Nebenfach.", wies sie mich an. Ich zog ein paar silberner kleiner Sternchen Ohrringe raus. Kritisch betrachtete ich sie und sagte: "Ich würde eher sagen so große runde." Sie schüttelte den Kopf: "Die passen perfekt. Das war mal ein Geschenk von ihm." Ich schnalzte mit der Zunge: "Na dann sie die perfekt!" Schnell steckte ich sie ihr an. Ich schaute mich suchend im Zimmer im und murmelte: "Jetzt noch so schwarze High Heels..." Als ich keine fand drehte ich mich wieder zu Samanta um. Sie hielt eben solche in der Hand. Ich musste lachen: "Da hab ich dich glatt übersehen!" Samanta stand schwungvoll auf und zog die Schuhe an. Dann klatschte sie in die Hände: "So jetzt wirst du aufgebitcht!" Etwas verwirrt setzte ich mich auf den Stuhl. "Wieso? Habe ich heute ein Date von dem ich nichts weiß?" Sie lachte: "Ich will Shiva zeigen das es ein Fehler war mich ab zu servieren. Du zeigst ihm das du angeflirtet werden willst, kapiert?" Ich nickte. Sie schminkte mich ebenfalls erst ab und machte mir dann Maskara drauf. Dann fing sie richtig an. Sie hatte anscheinend vor meine Augen zu betonen. Zuerst mit Wimperntusche dann mit Kajal und zum Schluss noch einen blauen Farbverlauf mit Lidschatten. Innen hell und außen dunkel. "Hast du nicht so einen dunkelblauen stylischen Jumpsuit?", fragte sie. Ich nickte und holte ihn aus meinem Schrank. Auf ihre Anweisungen hin zog ich ihn an. Als ich aus dem Bad kam hielt sie mir dunkelblaue Clocks hin. Ziemlich hohe Clocks. Zögernd zog ich sie an. Dann musterte sie mich. "Jetzt noch etwas Lipgloss und dann am besten auch einen Dutt. Hast du goldene große Creolen? Und vielleicht eine goldene Kette?", fragte sie. Ich nickte nachdem sie den Lipgloss aufgetragen hatte. Dann stand ich auf und holte den Schmuck. Die Ohrringe machte ich mir selbst ran und die Kette machte sie zu. Dann grinsten wir uns an und gingen wieder raus aus unserem Zimmern. "Was war eigentlich mit Lawinia? Und warum lässt Frau Korvo deswegen den Unterricht ausfallen?", fragte Samanta nach ein paar Metern. Ich blieb stehen und musst die Tränen zurück halten als ich sagte: "Ihr Zwillingsbruder ist tot." Samanta murmelte daraufhin: "Das ist gar nicht gut. Überhaupt nicht gut." Verwirrt schaute ich sie an. Doch ich fragte nicht weiter nach. Als wir endlich im Gemeindschaftsraum ankamen hatte sich dort bereits unsere ganze Klasse eingefunden. Alle in Freizeitkleidung. Natürlich waren sie ebenso aufgebrezelt wie wir, besonders die Mädchen da so ziemlich jede in Shiva verknallt war und der nach Samantas Aktion heute morgen offiziell für single befunden wurde. Die anderen hatten die Stühle zu einem Kreis zusammen gestellt. Simon hatte einen für Samanta frei gehalten und Shiva einen für mich. Da fragt man sich doch: Geht's vielleicht noch offensichtlicher? Ich seuftze innerlich doch ich setzte mich. Einer unserer Mitschüler hatte eine Gitarre dabei. Und alle starrten mich erwartungsvoll an. "Was?", fragte ich. Sophia sagte: "Ja was wohl? Was war mit Tsunami los? Warum gibt uns Frau Korvo deswegen frei? Sag schon!" Ich antwortete knapp: "Tsunamis Zwillingsbruder ist gestorben." Die Hälfte der Klasse schien sich darüber zu freuen die andere Hälfte reagierte wie Samanta vorhin. Der Junge mit der Gitarre zupfte unbeholfen ein paar Noten eines Lieds und schien sich dann hinter seinem Instrument verstecken zu wollen. Ich räusperte mich und fragte in die Runde: "Konnte einer von euch mir das hier erklären!" Die Klasse starrte mich fragend an und ein paar fragten: "Was denn?" Ich verdrehte die Augen: "Egal." Nach ein paar Minuten Stille fragte Shila den Jungen mit der Gitarre: "Jonathan kann ich mal?" Er stöhnte: "Ja klar wenn du mich das nächste Mal Joni nennst." Er gab ihr die Gitarre und sie grinste ihn frech an: "Danke Jonathan." Als sie anfing Intro destroy all Monsters von Raven zu spielen fingen alle an zu lachen. Ich sah Samanta fragend an und sie erklärte: "Sie ist verwandt mit dem Sänger der Band." Ich grinste. Als sie auch noch dazu singen wollte fragte ein Mädchen namens Ginger ob sie die Gitarre haben konnte und die ganze Klasse stimmte ihr zu. Shila konnte zwar extrem gut Gitarre spielen aber singen konnte sie nicht. Schon als Ginger die ersten Töne spielte wusste ich das es die Bassline zu No Roughts von Alice Merton war. Alle sangen mit. Als nächstes bekam Shiva die Gitarre. Er drehte sich zu mir und fing an das Intro von Too dumb to die von Greenday zu spielen. Für die die es nicht kennen:
    Oh, oh i love you
    Oh, oh i do
    I got a sentimental illnes for you...
    Am liebsten hätte ich ihm eine runter gehauen. Doch ich war höflich und fragte zuerst Samanta: "Willst du oder soll ich?" Sie grinste: "Ich lass dir den Vortritt." Ich lächelte zurück und haute ihm eine runter. Dann stand ich auf und ging. Seine Reaktion bekam ich schon nicht mehr mit. Ich ging ins Zimmer. Natürlich war ich schon irgendwie froh das er mich in irgendeiner Art mochte aber dann sollte er es mir persönlich sagen und nicht vor der ganzen Klasse!
    Ich öffnete die Tür und stand vor Shiva. Sofort wurde ich mir der großzügig geschnittene Auschnitt und der freie Rücken meines Outfits bewusst. Sofort fiel mir der rote Abdruck meiner Hand auf der Wange auf, aber... "Wie zur Hölle bist du hier rauf gekommen? Was machst du überhaupt in unserem Zimmer?", fragte ich ihn. "Lass uns drinnen weiter reden.", antwortete er mir und wollte mich sanft ins Zimmer schieben doch ich schlug seine Hand weg und und ging an ihm vorbei ins Zimmer und verschränkte dann meine Arme und schaute ihn wütend an. Er schloss die Tür und drehte sich dann zu mir um, dann lächelte er mich an. "Was?", fragte ich. Er lachte: "Du siehst süß aus wenn du wütend bist." Ich schnaubte: "Also wie bist du hier so schnell rauf gekommen?" Ich bemerkte das offene Fenster und fügte noch hinzu: "Rauf geflogen bist du ja wohl kaum." Er lachte nervös: "Na ja. Eigentlich schon." "Und das soll ich dir glauben.", sagte ich. "So ist es aber. Alle an der Schule können das. Du auch.", verteidigte er sich. Ich schaute ihn immer noch skeptisch an: "Ich soll fliegen können." "Sag ich doch! Wir können uns alle in Raben verwandeln. Wenn du älter wirst siehst du auch immer mehr wie einer aus. Schau dir halt mal Frau Korvo an!", fuhr er fort. "Beweise es mir sonst glaube ich dir kein Wort." Er seuftze: "Aber du versprichst mir zu versuchen nicht ohnmächtig zu werden." "Seh ich so aus als würde ich umkippen wenn ich einen Raben sehen?", fragte ich ihn. Er grinste mich verschmitzt an: "Nein so siehst du definitiv nicht aus. Eher wie eine die den Raben schlägt." Ich verdrehte die Augen: "Mach doch einfach." Er erwiederte nichts mehr und Sekunden später saß ein Kohlrabe vor mir. Ich kommentierte seine Verwandlung nur mit: "Du solltest dein Gefieder mal wieder putzen." Kurz darauf stand er wieder als Mensch vor mir und lachte. Wetten du hast dir gedacht: Jetzt bloß nicht in Ohnmacht fallen?" Ich schaute ich spitz an: "Nein ich hab mir gedacht: Sehen alle Raben so hässlich aus oder gibt es auch welche die nicht aussehen als ob sie in der Mauser wären." Er tat kurz gekränkt aus doch dann lächelte er mich wieder an. "Was sollte das vorhin eigentlich?", fragte ich. Oha! Und ich dachte immer ein Typ wie er kann nicht rot werden. "Mhh, viellleicht wollte ich dir sagen das ich dich vielleicht, eventuell mag?", sagte er schüchtern. "Aber warum willst du das wissen? Deiner Ohrfeige nach zu urteilen magst du mich ja nicht.", fügte er noch schnell hinzu. Jetzt wurde ich rot. "Das mit der Ohrfeige tut mir echt leid. Ich, ich, na ja weißt du eigentlich wie peinlich so was ist?", sagte ich. Den Anfang noch leise und stotternd das Ende sagte ich dann schon wieder etwas selbstbewusster. Er sah mich fragend an: "Also magst du mich doch?" Ich zuckte mit den Schultern: "Finde es doch raus." Er grinste wieder selbstbewusst. Und sagte leise: "Wie wärs mit heute Mitternacht auf der Feuerleiter?" Genauso leise wie er, doch anstatt wie er mit einem leicht kokettem Unterton mehr mit einem wütendem Unterton, antwortete ich ihm: "Wenn du diesmal wirklich kommst." Er ging einen Schritt auf mich zu und mir wurde bewusst wie groß er eigentlich war. Er war immer noch etwas größer als ich und das trotz meiner hohen Absätze. Gut ich war auch ziemlich klein aber trotzdem. "Solange du mich nicht allzu lange auf dich warten lässt. Garantieren kann ich dir allerdings nichts.", sagte er. "Warum kanmst du nicht einfach sagen das du kommst? Und zwar so das ich weiß das du es ernst meinst.", fragte ich. Er grinste mich an. "Vielleicht kann ich das ja mal irgendwann ausprobieren.", mit diesem Worten verwandelte er sich wieder und flog aus dem Fenster. Schnell schloss ich es hinter ihm und zog vorsichts halber den Vorhang zu. Dann erst traute ich mich alle zurück gehaltenen Gefühle raus zulassen. Soll heißen ich freute mich einerseits und andererseits stand ich kurz vor der Ohnmacht. Ich meine: OMG! Ich hatte ein Date mit dem heißesten Jungen den ich kenne! Da klopfte es plötzlich. Nein nicht an der Tür sondern am Fenster. Schnell setzte ich eine ernste, nichts sagende Miene auf und zog den Vorhang auf. Wie erwartet saß ein Rabe auf dem Balkon und da er etwas kleiner war als Shiva machte ich das Fenster auf. "Samanta?", fragte ich etwas ungläubig. Der Rabe verwandelte sich und vor mir stand wie erwartet Samanta. "Also ich will ja nichts sagen aber ich hab heute noch ein Date und du?", sagte ich während ich das Fenster zu machte. Sie lachte: "Das dachte ich mir schon als Shiva los geflogen ist sobald du raus bist." Dann fügte sie noch etwas traurig hinzu: "Für mich hätte er so was nie gemacht." Ich nam sie in den Arm und sagte: "Keine Sorge ich werde ihn schon noch zusammenstauchen wegen dem gestern Nacht." Die drückte mich: "Danke, du bist echt die beste beste Freundin die ich jemals hatte." Wie vorhin fügte sich auch hier noch traurig hinzu: "Obwohl, eigentlich bist du auch die erste." Ich lachte: "Na dann muss ich mich aber anstrengen dich zu nerven, damit du nur noch bessere Erlebnisse hast!" Dann schoss mir plötzlich ein Gedanke durch den Kopf: "Omg, was soll ich nur anziehen!" Samanta grinste mich an und sagte: "Dr. Samanta zu Diensten!" Ich schaute sie gespielt skeptisch an: "Soll ich dem Titel vertrauen?" Missbilligend schaute sie mich an. Und öffnete dann meinen Kleiderschrank. Und überlegte laut: "Mh, etwas schwarzes auf jeden Fall. Wie wärs mit dem Rock. Nein! Die Jeans da." Sie drückte mir die Jeans in die Hand die ich schon zu dem ersten "Treffen" anziehen wollte. Danach folgten noch ein ebenfalls schwarzes T-Shirt und das rot karierte Hemd. Wir hatten anscheinend einen ähnlichen Geschmack. Ich ging mit dem Kleiderstapel ins Badezimmer und zog das T-Shirt und die Jeans an. Das rote Hemd band ich mir mit den Ärmeln um die Hüften. Dann ging ich raus zu Samanta die schon den Stuhl und ihre Schminktasche bereit hielt. "Ich würde sagen silberner glitzer Highlighter und roten Lippenstift. Was sagst du?", schlug sie vor. Ich setzte mich hin und zuckte mit den Schultern: "Du bist der Doktor." Sie grinste und schminkte mich ab und nahm etwas weniger Maskara als vorhin und auch weniger Wimperntusche. Dafür aber umso mehr Highlighter und Lippenstift. Als ich ihn mir mit einem Taschentuch etwas wegtupfen wollte um ihn kussfest zu machen. Schüttelte sie den Kopf: "Wenn ihr euch küsst sollte er wenigstens auch deinen Lippenstift dran haben. Ich wette nämlich das er keine Abschminkseife  hat. Dann sieht jeder das er mit jemandem geknutscht hat und du machst dir dann "zufällig" wieder den Lippenstift ran und jeder weiß das ihr euch getroffen habt." "Da hat jemand aber mitgedacht!", lachte ich. "Ich bin ja nicht umsonst Dr. Samanta!", sagte sie mit einem Schmunzeln. Wir vertrieben uns die Zeit bis Mitternacht indem mir Samanta Bilder unserer Mitschüler zeigte und ich versuchte mir die Namen und die Hintergrundinfos die Samanta beisteuerte zu merken. Gerade als wir mit dem letzten fertig wurden war es fünf vor zwölf. Als ich aus dem Fenster kletterte flüsterte ich Samanta noch zu: "Wünsch mir das ich nicht runter falle!" Sie antwortete: "Mach ich!" Dann machte ich mich an den Abstieg. Um zwei vor Zwölf war ich endlich unten. Kurz darauf hörte ich Flügel schlagen und ich hoffe das es wirklich Shiva war und kein anderer Rabe. Plötzlich spürte ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich zuckte zusammen. "Hey, du bist ja doch gekommen.", sagte Shiva. "Wieso sollte ich nicht kommen?", fragte ich ihn nachdem ich mich zu ihm Umgedreht hatte. Dadurch das ich nur Sneaker trug war er mindestens einen Kopf größer als ich und ich musste zu ihm auf schauen. "Ich weiß nicht sag du es mir.", antwortete er mit sanfter Stimme. "Mhhh, viellleicht weil ich lieber kein Risiko eingehen wollen würde von dir gedemütigt zu werden." Er blickte zu Boden: "Das mit Samanta und dir war blöd ich weiß. Aber das war eher Simons Idee. Ich wollte dich eigentlich nicht da mit rein ziehen." Ich tat wütend obwohl ich das eigentlich fast nicht konnte so traurig wie er gerade aussah. "Ach ja aber dafür das ihr Samanta mit reinzieht warst du.", erwiederte ich. Jetzt sah er wirklich traurig aus: "Du bist also nur hergekommen um mir das zu sagen. Wie sehr du mich hasst weil ich Samanta das angetan habe, oder?" Er wollte sich wegdrehen und war anscheinend kurz davor sich zu verwandeln. Doch ich hielt ihn am Arm fest: "Nein! So war das nicht gemeint. Bitte geh nicht!" Er drehte sich wieder zu mir und ich sah wie eine Träne über seine Wange lief. "Hey! Was ist?", fragte ich besorgt. Als ich die Träne wegstreichen wollte hielt er meine Hand fest und sagte: "Ich dachte das du mich hasst, das ist los Lawinia." Ich schaute ihn hilflos an. "Ich wollte nicht...", fing ich an doch er unterbrach mich: "Was wolltest du nicht? Mir eine runter hauen? Das hier?" Jetzt liefen mir die Tränen runter. Ich flüsterte: "Es tut mir leid! Es tut mir so leid. Ich wollte das nicht. Samanta verletzt das, es verletzt sie das ich mich hier mit dir treffe. Wahrscheinlich weint sie gerade wegen mir. Aber ich mache es trotzdem. Wegen dir. Weil du mir wichtig bist Shiva." Er lies meine Hand los und ging einen Schritt zurück. Ich sank in die Knie und weinte. Jetzt verstand ich auch warum Samanta meine Augen kaum betont hatte. Es war so als hätte sie gewusst das ich weinen müsste. Ich winkelte meine Knie an und stützte mein Gesicht in meine Hände und lies dann die Tränen laufen. Plötzlich spürte ich wie mich Shiva an der Schulter berührte und flüsterte leise: "Mir tut es leid. Hätte ich dir nicht den Zettel gegeben dann hätte ich wahrscheinlich nicht mit dir geredet, dann hätte ich mich nicht in dich verliebt und dann hättest du mich nicht geschlagen." Ich hob den Kopf, das hörte sich irgendwie an wie ein Abschied. Schnell stand ich auf und stellte mich vor ihn. Anscheinend wollte er sich gerade verwandeln denn er hatte die Augen geschlossen. Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Also tat ich das was mir als erstes in den Sinn kam. Ich küsste ihn. Zuerst zuckte er zurück, doch dann erwiederte er den Kuss. Als sich unsere Lippen voneinander lösten, öffnete ich die Augen und blickte in sein grinsendes Gesicht. Die Augen hatte er offen. Und ich sah ihm an das er sie auch während dem Kuss offen gehabt hatte. "Ich liebe dich Shiva, verstanden? Und beim Küssen macht man die Augen zu!", sagte ich. Er grinste mich immer noch an und sagte: "Küsst du mich noch mal? Vielleicht schaffe ich es ja diesmal." Ich verdrehte die Augen: "Hättest du wohl gerne." Er lächelte mich immer noch an. Oh Gott sein Lächeln brachte mich fast um den Verstand! "Kannst du mal aufhören?", fragte ich. Er grinste immer noch und sagte unschuldig: "Womit denn?" "Damit!", sagte ich. Er grinste noch breiter. "Ich weiß echt nicht was du meinst.", erwiederte er. Ich löste mich aus seiner Umarmung und schaute ihn mit verschränkten Armen ernst an. Sein Lächeln verschwand: "Was?" Ich lachte: "Geht doch!" Jetzt grinste er wieder und nahm mich in den Arm. Leise flüsterte er mir die ersten Liedzeilen von Too dumb to die ins Ohr. Als er fertig war küsste er mich. Dann flüsterte er: "Hey du hast mir ja gar keine runterhauen!" Leise hauchte ich: "Warum sollte ich?" Dann spürte ich schon seine Lippen auf meinen. Als wir uns wieder voneinander lösten sagte er: "Geht jetzt besser wieder hoch. Sonst kannst du morgen nicht mehr aufstehen." Ich nickte und kletterte wieder die Leiter hoch. Oben drehte ich mich noch einmal zu ihm um doch er war schon nicht mehr da. Im Zimmer wartete Samanta schon auf mich. Ich sah ihr an das sie geweint hatte. Fröhlich sagte sie: "Na wie wars?" Sie stand auf und ging auf mich zu. "Oha, dein ganzer Lippenstift ist weg! Dann muss es ja schön gewesen sein oder?", bemerkte sie. Ihre Augen wurde bereits glasig und ich nam sie schnell in den Arm und flüsterte beruhigend: "Hey, ich würde ihn sofort ignorieren wenn du willst, verstanden?" Ich hoffe das sie dankend ablehnen würde da ich irgendwie nicht dazu bereit war ihn für sie aufzugeben. Sie tat mir den Gefallen und sagte: "Schon in Ordnung das musst du nicht machen. Ich komm schon klar." Dann weinte sie. Ich strich ihr tröstend über den Rücken bis sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte dann schminkte ich mich ab und zog mir mein Nachthemd an und legte mich ins Bett. Samanta schlief bereits doch ich lag noch hellwach im Bett und konnte nur noch daran denken wie sich unsere Lippen berührt hatten. Schließlich schlief aber auch ich ein. Am nächsten Morgen stand ich schnell auf und zog eine schwarze Bluse mit Rüschen am Kragen an da meine weiße ja noch von Tsunamis Wimperntusche schwarz war an der Schulter. Dazu noch eine schwarze Hose und eine silberne Kette und ein passendes Armband zu dieser. Ich schminkte mich nur leicht doch betonte die Lippen mit demselben Lippenstift wie gestern. Sofort musste ich wieder an unsere Küsse denken. Doch als ich vor Samanta stand verging mir mein Glücksgefühl wieder. Sie hatte in der Nacht anscheinend noch einmal geweint denn ihre Augen waren gerötet und blutunterlaufen. Aber nachdem sie aus dem Bad kam hatte sie ihre Augen fast komplett kaschiert. Man sah nur noch leicht das sie geschwollen waren. Sie ging heute mit einer weißen Bluse und einem schwarzen Rock in die Schule. Schmuck trug sie keinen. Sobald wir das Klassenzimmer betraten kam Shiva auf mich zu doch ich verwickelte mich schnell in ein Gespräch mit Frau Korvo über Mathematik sodass er mir nur beiläufig einen Zettel zu stecken konnte. Auf dem Zettel stand:

    Wollen wir uns heute noch einmal treffen? Selber Ort, selbe Uhrzeit?

    Ich wollte ihm gerade zunicken als ich sah wie geknickt Samanta an ihrem Platz saß also schrieb ich auf die Rückseite:

    Ich kann leider nicht, Samanta braucht mich heute.

    Dann gab ich ihm den Zettel. Den restlichen Schultag sah er traurig aus als hätte ich ihn für immer abserviert. Nach der Schule ging ich noch zu Frau Korvo. "Sie haben gestern gesagt dass wenn ich fragen habe sollte ich zu ihnen kommen. Damit haben sie die Rabensache gemeint oder? Dazu hätte ich nämlich ein paar Fragen.", begann ich das Gespräch. Sie lächelte mich freundlich an und antwortete: "Ich sehe dir an das du etwas mehr Fragen hast als nur ein paar. Aber natürlich werde ich sie dir weitestgehend beantworten. Wie wärs wenn du nach dem Essen einfach in mein Büro kommst?" Ich nickte und verabschiedete mich. In der Cafeteria setzte ich mich an einen Tisch mit Samanta und hoffte irgendwie das mich Shiva nicht ansprechen würde wenn sie daneben saß. Doch genau das tat er. Er schlenderte auf unseren Tisch zu und setzte sich ohne zu fragen neben mich. "Du willst also doch nichts mehr mit mir zu tun haben?", fragte er. Ich drehte mich schnell zu ihm um: "Wer sagt das?" Er lachte: "Du!" Ich tat verwirrt als wüsste ich nicht was er meinte, obwohl ich genau wusste das er meine Absage zu dem Date meinte. Ich tat so als würde ich überlegen: "Meinst du weil ich mal keine Zeit hab, weil ich was mit meiner Freundin unternehmen will? Ernsthaft!" Er zuckte mit den Schultern und stand auf und sagte dann: "Lieber frage ich zehnmal nach bevor du gar nicht mehr mit mir redest ." Dann ging er. Nach dem Essen sagte ich zu Samanta: "Ich habe noch ein Gespräch mit Frau Korvo. Danach können wir gerne was miteinander machen." Sie seuftze: "Wenn du mit ihr über Raben sprichst hast du nachher wahrscheinlich keine Zeit mehr. Aber egal." Ich zuckte mit den Schultern und ging zum Büro von Frau Korvo. Dort klopfte ich an. Ich hörte wie sich jemand von Frau Korvo verabschiedete und dann ein Fenster geöffnet und wieder geschlossen wurde. Dann sagte sie: "Komm doch rein Lawinia." Ich öffnete die Tür und trat ein. "Setz dich doch.", forderte sie mich auf. Ich lächelte freundlich und lies mich in dem weichem Ledersessel nieder. "Also du hast Fragen. Welche denn?" Ich antwortete immer noch übertrieben freundlich lächelnd: "Zuerst einmal würde ich gerne wissen was genau mit dem Zwillingsbruder von Tsunami war." Sie seuftzte traurig aber antwortete mir einigermaßen gefasst: "Ich habe ihn privat unterrichtet. Er hatte eine Art Erbkrankheit. Jedes zweite männliche Mitglied von Tsunamis Familie hat die. Sie erleiden alle einen Herzstillstand bei ihrer ersten Verwandlung. Das heißt sie sterben." Ich fuhr mit belegter Stimme fort: "Und wann werde ich meine erste Verwandlung haben? Und seid ihr wirklich alle Raben oder gibt es auch andere Vögel?" Sie lachte kurz auf und sagte dann: "Ich wusste das du viele Fragen haben wirst! Jedenfalls ist es so: Deine erste Verwandlung setzt ein wenn du wegen irgendetwas in Erregung gerätst. Das kann ein glückliches Ereignis sein oder ein schlechtes. Es ist sozusagen unvorhersehbar." Also hatten die Küsse von Shiva nicht ausgreicht? Komisch. "Und ja es gibt auch noch andere Vögel. Hauptsächlich Singvögel und keine Raubvögel. Die meisten sind allerdings normale Raben oder Krähen. Familien die einen höheren Rang haben sind meistens Kohlraben oder andere rabenartige Vögel. Eigentlich kann man sagen das sich nur die höchsten in andere Vögel verwandeln können. Tsunamis Familie zum Beispiel. Sie bekleiden den höchsten Rang und sind eine besondere Art von Albino Krähen.", fuhr sie fort. Ab und zu nickte ich obwohl ich fast nichts verstand. Ich fragte: "Was sind das für Ränge?" "Es gibt verschiedene Ränge, der höchste Rang wird ja zurzeit von Tsunamis Familie gehalten. Der darunterliegende von deiner Familie und der darunter von Shivas Familie.", antwortete sie mir bis ich sie unterbrach: "Und wie steigt man im Rang auf oder ab?" Jetzt blickte sie mich ernst an und sagte: "Durch Beziehungen. Die Eltern schicken ihre Kinder hier her damit sie einen Freund oder eine Freundin finden der oder die dann beim Aufstieg der Familie hilft. Du könntest also nur aufsteigen wenn du und Tsunami, na ja wenn ihr ein Paar seid." Ich sah sie erschrocken an aber das bedeutete ja... "Also würde Shivas Familie aufsteigen wenn er mit mir zusammen wäre, oder?", fragte ich nach obwohl das schon auf dem Tisch lag. Sie nickte und wollte mit ihrer Erklärung fortfahren, doch ich stand auf und ging aus dem Zimmer. So schnell ich konnte rannte ich auf mein Zimmer und schmiss mich da auf mein Bett und weinte. Dass Samanta dastand und versuchte mich zu beruhigen merkte ich kaum. Ich weiß nicht wann ich aufgehört hatte zu weinen jedenfalls drehte ich mich zu Samanta um und sagte mit verheulter Stimme: "Er sagt also nur die ganze Zeit das er mich liebt damit seine Familie mehr Macht bekommt, richtig?" Sie sah mich traurig an: "Ja Lawinia. Aber so wird es immer sein." Anstatt wieder los zu heulen stand ich auf und sagte einigermaßen normal: "Dann sag ich es ihm besser was ich davon halte." Mit diesen Worten ging ich ins Bad und machte meine Schminke neu. Als ich aus dem Badezimmer kam stand Samanta mit einem Stift und einem Zettel da und sagte: "Ich bring ihm den Zettel. Er hat mich noch nie als Rabe gesehen also wird er nicht wissen das ich es bin, falls er mich sieht." Dankbar lächelte ich sie an und schrieb dann auf den Zettel:

    Ich hätte doch Zeit. Steht dein Angebot noch?
    LG Lawinia

    Dann faltete ich ihn und hielt ihn Samanta hin die sich bereits verwandelt hatte hin. Sie schnappte ihn mit ihrem Schnabel und flog los. Als sie zurück kam verwandelte sie sich und sagte: "Er hat sich den Brief durchgelesen und ist dann aus seinem Zimmer geflogen. Ich bin nur schnell hier um dir das zu sagen. Tu irgendwas ich renn schnell raus ich bin lieber  nicht da wenn er kommt." Schnell ging sie zur Tür und ging raus und schloss sie dann wieder. Ein paar Sekunden danach hörte ich Flügel schlagen und dann wie jemand durch das Fenster kletterte. Ich drehte mich um und stand vor Shiva. Okay, nichts sagen, nichts sagen und fröhlich wirken. Uff war das anstrengend. Ihm das freundliche Lächeln abzunehmen und zurück zu lächeln. Und zu wissen das nichts echt war. Nicht die Küsse nicht die Liebesschwüre, einfach nichts. "Ich freu mich schon Lawinia.", sagte er und ging einen weiteren Schritt auf mich zu. Fast berührten wir uns, fast wollte ich zurück weichen. Beides zum Glück nur fast. Um nicht doch noch reflexartig vor einem Kuss zurück zu weichen legte ich meine Hand auf seine Brust und drückte ihn leicht weg als er sich vorlehnte um mich zu küssen. Er blickte mich verwirrt an und fragte: "Habe ich etwas getan?" Ich lächelte ihn an und sagte: "Nein. Aber ich brauche etwas als Druckmittel damit du auch wirklich kommst." Zu gern hätte ich das sofort beendet aber dann hätte er sich eventuell schon wieder bis morgen erholt und das wollte ich auf keinen Fall. Er sagte grinsend: "Wie schade das du mir nicht vertraust.", sagte er traurig. Etwas kühl erwiederte ich: "Du hättest mich schon einmal sitzen gelassen. Nocheinmal lass ich mich nicht reinlegen von dir." Er blickte mich mit einem Dackelblick an und sagte: "Bitte einen Kuss?" Ich schubste ihn lachend weg und sagte: "Ich hab nein gesagt!" Er sah mich traurig an und sagte: "Dann bis Mitternacht, Babe." Er verwandelte sich wieder in einen Raben und flog aus dem Zimmer. Schnell schloss ich das Fenster und fing an zu weinen. Ich wusste das ich mich nicht mehr mit ihm treffen konnte, obwohl ich wusste das er es nur wegen seiner Familie machte aber andererseits... Ich meine er hat mich Babe genannt! Und ich liebte ihn wirklich! Und irgendwie hatte ich noch die Hoffnung das er es doch wegen mir machte und nicht wegen meines Standes. Aber das war unmöglich. Als ich hörte das jemand klopfte, tupfte ich mir die Tränen und die verlaufene Wimperntusche weg und sagte dann: "Herein." Es war Simon. Er sah mich komisch an und fragte: "Hast du geweint? Ich dachte Shiva meint das mit dir Ernst und will nicht gleich wieder Schluss machen." Ich antwortete schnell: "Nein hab ich nicht. Und Shiva könnte gar nicht Schluss machen wenn wir nicht mal zusammen sind. Was willst du überhaupt?" Wenn er das Shiva erzählt... Aber egal. "Ich wollte fragen wo Samanta ist ich würde gerne mit ihr reden.", fragte er. Was? Samanta? Warte, wenn Samanta jetzt höher gestellt wäre als er dann hieß das doch das er höchstwahrscheinlich nur mit ihr flirten wollte wegen der Familien Sache. "Ich weiß es nicht. Wieso denn?", sagte ich. Er zuckte mit den Schultern: "Ach nur so. Ich geh dann mal wieder." Aha er wollte also mit ihr flirten. Als er draußen war ging ich noch einmal zu Frau Korvus. Sie war in ihrem Büro und sagte: "Komm ruhig rein Lawinia. Hast du doch noch Fragen?" Ich ging rein und schloss die zuvor noch offene Tür hinter mir und sagte dann: "Äh ja eine zu den Rängen." Sie nickte und ich fuhr fort: "Wem würde es etwas nutzen mit Samanta etwas anzufangen?" Frau Korvus überlegte nicht lange und antwortete sofort: "Sie ist die letzte in der noch geregelten Rangordnung. Also alle die unter ihr stehen. Oder anders gesagt alle außer dir, Shiva, Tsunami, Sophia und Shila. In dem geregeltem Teil der Rangordnung hilft es einem nur wenn man mit dem nächst höheren zusammen ist. Also wenn Samanta etwas mit Shiva anfangen würde würde es keinem der beiden etwas bringen. Wenn Shila etwas mit Shiva hätte würde Shilas Familie auf seinen Rang aufrücken. Shiva kann nur durch dich aufrücken und du nur durch Tsunami. Sophia kann nur durch Shila aufrücken und Samanta nur durch Sophia. Hat das deine Frage beantwortet?" Ich nickte und fragte dennoch noch etwas: "Und was wäre wenn zum Beispiel Simon etwas mit Tsunami hätte?" Sie antwortete wieder sofort: "Dann würde nichts passieren. Die jeweiligen Personen vehalten ihren Rang und keiner steigt auf. Aber das wird von allen Familien tunlichst vermieden." Ich nickte und lächelte sie freundlich an: "Danke Frau Korvo. Einen schönen Tag noch." Dann ging ich raus und schnell in mein Zimmer. Es war schon spät und Samanta war immer noch nicht da, unter anderen Umständen hätte ich mir Sorgen um sie gemacht aber ich übersah ihr Fehlen komplett. Schnell schminkte ich mich mit rotem Lippenstift aber ohne Wimperntusche. Schnell noch etwas Puder und Rusch dann den Lippenstift nachziegen und fertig! Angezogen war ich schon also konnte ich um Punkt zwölf aus dem Fenster klettern. Ich trug wieder eine schwarze Jeans diesmal mit einem weißem T-Shirt und einer Lederjacke. Unten angekommen schaute ich mich um. Shiva war noch nicht da obwohl es schon fünf nach war. Mir wurde mulmig zu mute. Samanta war nicht aufgetaucht und Shiva auch nicht. Doch plötzlich hörte ich Schritte hinter mir. Schnell fuhr ich herum und erblickte eine große Gestalt. "Shiva?", fragte ich etwas ängstlich. Die Person breitete die Arme aus und umarmte mich. Es war Shiva. Doch plötzlich drückte er noch fester zu als es eigentlich nötig wäre. "Au! Was soll das Shiva!", presste ich hervor. "Wir sind also nicht zusammen, mh? Gut dann muss ich ja nicht mehr freundlich zu dir sein!", sagte er wütend, anscheinend erwartete er von mir das ich in Tränen ausbrach doch den Gefallen tat ich ihm nicht. Ich antwortete kühl: "Und rate mal wie lange ich schon weiß das du es eh nicht ernst meinst mit mir? Das du es nur auf den höheren Rang abgesehen hast, mh? Ich bin doch nicht dumm!" Anscheinend erstaunt lockerte sich sein Griff etwas. Schnell nutzte ich die Chance und trat ihm in den Schritt. Er lies mich los und krümmte sich zusammen. So schnell ich konnte kletterte ich die Leiter wieder hoch ohne mich umzusehen. Plötzlich spürte ich wie mich jemand am Fuß packte und mich nach unten zog. Reflexartig ließen meine Hände los als mir der stechende Schmerz eines gebrochenen Gelenks durch den Knöchel fuhr. Ich fiel rückwärts wieder nach unten und da Shiva mich wieder losgelassen hatte fiel ich nicht auf die Plattform sondern daran vorbei. Ich bereitete mich auf einen tödlichen Aufprall vor doch plötzlich spürte ich eine Veränderung. Ich war augenblicklich leichter und kam mir kleiner vor. Als ich die Augen öffnete erblickte ich schwarze Federn. Ich hatte mich verwandelt. Einfach so, und jetzt werde ich sterben. Doch plötzlich wurde mein Fall gestoppt. Ich verging mich in einem Netz, genauer gesagt in einem Kescher. Jemand hatte mich gefangen. Ich spürte nur noch wie mir jemand eine Spritze gab, dann wurde mir schwarz vor Augen.

    5
    Entführt

    Langsam wich die Betäubung aus meinen Knochen und ich konnte meine Augen wieder öffnen. Ich war in einem dunklen Raum und ich spürte das meine Arme mit Handschellen zusammen gehalten wurden. Warte Arme? Ich hatte mich also schon wieder zurück verwandelt. Ich konzentrierte mich wieder auf meine Verwandlung doch ich blieb Mensch, obwohl Frau Korvus gesagt hatte das es nach der ersten Verwandlung einfach wäre. Egal. Als immer mehr meiner Sinne zurück kamen gewöhnten sich meine Augen auch an die Dunkelheit und ich erkannte das ich nicht alleine im Raum war. Ich robbte näher zu der Person hin und versuchte zu erkennen wer es war. Ich schrak zurück als ich es tat. Es war ein gefesselter und geknebelter Shiva. Der Shiva der mich erst hier her gebracht hatte. Anscheinend war er durch mich aufgewacht den er bewegte sich und versuchte durch den Knebel etwas zu sagen heraus kam nur: "MHMHMHMH, MH MH MH MH. MHMHMHMHMHMMHMH!" Ich sah wie ihm eine glitzernde Träne runter lief und ich beschloss ihm wenigstens den Knebel raus zunehmen. Vorsichtig und ängstlich kroch ich auf ihn zu. Ich wollte mich hinstellen doch mein Knöchel tat schrecklich weh. Bei ihm angekommen drehte ich mich um. So konnte ich mühsamst den Knebel aus dem Mund ziehen. So schnell ich konnte bewegte ich mich weg von ihm auf die andere Seite des Raums. "Lawinia haben sie dir etwas getan? Ich wollte dich warnen aber...", fing er an doch ich unterbrach ihn: "So du wolltest mich warnen das du mich von der Feuerleiter schubsen würdest, das du mir den Knöchel brichst und das ich irgendwie betäubt werde? Und wann wolltest du mir das mit dem Rang sagen? Wahrscheinlich nie!" Er sah mich getroffen an und stotterte: "W... was? I... ich soll dich... Nein. Das war ich nicht Lawinia bitte glaub mir!" Jetzt rannten auch mir die Tränen über die Wangen. "Ach ja? Dann hast du also einen bösen Zwilling. Der dazu neigt dein Date zu entführen.", meinte ich sarkastisch. "Wahrscheinlich hast du damit gar nicht so unrecht.", ich starrte ihn fassungslos an doch er fuhr ungerührt fort: "Ich hab einen Zwillingsbruder, so wie jeder in der geregelten Rangfolge. Na ja außer deine Familie. Er ist immer dafür irgendwen zu entführen und statt seiner einen anderen auf die Schule zu schicken der dann die Beziehungen knüpft." Ich lachte gehässig: "Erstens: Ich glaub dir das erst wenn du es wirklich beweisen kannst und zweitens: Denkst du ernsthaft das ich noch was mit dir haben will obwohl du das nur machst um deiner Familie zu helfen einen Rang höher zu kommen?" Er schrak zurück als ich den zweiten Punkt nannte. "Am Anfang war es vielleicht noch so Lawinia. Bevor wir uns das erste Mal auf der Feuerleiter getroffen haben, da hab ich es nur getan weil mein Vater das von mir verlangte aber danach nicht mehr! Ich hab mich wirklich in dich verliebt Lawinia. Okay glaub mir das mit meinem Bruder nicht! Aber bitte glaub mir das! Ich kann nicht mehr ohne dich Lawinia, bitte verzeih mir!" Ich antwortete ihm nicht. Natürlich liebte ich ihn aber vertrauen konnte ich ihm deswegen auch nicht bedingungslos. Ich versuchte aufzustehen und den Raum nach einer Tür abzusuchen doch ich stieß mit meinem Fuß am Boden an und sofort fuhr ein stechender Schmerz durch mein ganzes Bein. Ich schrie auf und fluchte. Shiva machte Anstalten aufzustehen doch ich zischte: "Ich brauche keine Hilfe zum gehen das habe ich ja nicht verlernt." Verletzt sank er wieder in sich zusammen und blickte mich mit glänzenden Augen an: "Lawinia setz dich wieder hin. Ich sitze vor der einzigen Tür in dem ganzen Raum also wirst du ja kaum in die Nähe kommen." Ich war kurz davor zu ihm zu gehen und ihm zu verzeihen, aber da konnte ich doch nicht einfach so machen oder? Warum muss so etwas immer so kompliziert sein! Ich war kurz davor trotzig mit dem Fuß aufzustampfen doch ich hielt mich zurück. Wahrscheinlich wäre ich dann mindestens ohnmächtig geworden. Ich rang ein paar Sekunden mit mir doch dann befolgte ich den uralten Disneyrat: Folge deinem Herzen. Tja und so humpelte ich auf Shiva zu. Als ich schließlich neben ihm and er Wand angelangt war ließ ich mich am kalten Stahl der Tür nach unten gleiten. Shiva zuckte etwas zusammen als ich ihn aus Versehen berührte. Ich war kurz davor mich für diese Berührung zu entschuldigen aber dann ließ ich es bleiben und sagte stattdessen: "Gehen wir mal davon aus dass du wirklich einen bösen Zwillingsbruder hast. Wo könnten wir sein?" Leicht stotternd und anscheinend etwas nervös, wegen meiner Aktion mit dem neben ihn hinsetzen: "E... es könnte s... sein dass wir i... in unserem Familienanwesen sind. I... im Keller." Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten und strich ihm eine Träne von der Wange und flüsterte: "Ich bin es nicht wert das du wegen mir traurig bist Shiva." Er wandte den Kopf zu mir und blickte mir tief in die Augen: "Du mehr als alle anderen." Langsam näherten sich unsere Lippen, kurz vor unserem Kuss bekam ich nocheinmal Zweifel. Was wenn er das hier nur deswegen getan hat? Schnell verscheuchte ich den Gedanken wieder. Wer würde so viel Aufwand betreiben nur dafür das man sich eventuell wieder verträgt. Dann berührten sich unsere Lippen und alles war wie weggeblasen. Warum eigentlich nicht? Warum dachte ich das ich es niemals wert wäre mit jemandem wie ihm zusammen zu sein. Er liebte mich wirklich so viel stand fest. Als wie uns wieder voneinander trennten flüsterte ich leise: "Ich liebe dich Shiva." Etwas streng fügte ich noch hinzu: "Ich hoffe für dich dass du das nicht unnötig ausnutzt." Er lächelte mich, zwar immer noch mit Tränen in den Augen, an und sagte: "Niemals." Plötzlich hörte ich durch die Tür das sich Schritte näherten. Schnell versuchte ich aufzustehen doch mit meinem Fuß bekam ich das nicht hin. Shiva war schon aufgestanden und half mir auf. Gerade noch rechtzeitig denn jemand öffnete die Tür. Zum Glück brannte in dem Raum hinter der Tür kein Licht sodass ich gleich erkennen konnte wer da stand. Es war Tsunamis Vater. Er hatte eine Spritze mit einer fluoreszierenden grünen Flüssigkeit in der Hand. Ich lehnte mich gegen Shiva, da ich sonst das Gleichgewicht verloren hätte. "Was.?", wollte ich fragen doch der Mann hatte mir bereits die Nadel in die Haut gestochen und die Hälfte der Flüssigkeit in mein Blut gespritzt. Bei Shiva wiederholte er die Prozedur. Auf einmal verschwamm meine Sicht und ich kippte um. Ich registrierte noch wie Shiva mir helfen wollte und er sich zu mir hinkniete doch dann kippte auch er um, dann wurde mir schwarz vor Augen. So hatten sie mich also auch vorhin betäubt. Nach einiger Zeit wachte ich wieder auf. Mühsam richtete ich mich auf und blickte zu Shiva der neben mir noch am Boden lag. Dann bemerkte ich das meine Hände nichr mehr gefesselt waren. Ich legte mich wieder hin da das im Moment die gemütlichste Position war in der ich mich befinden konnte ohne das mein Knöchel weh tat. Schließlich wachte auch Shiva auf. Er setzte sich auf und rieb sich die Müdigkeit aus den Augen. "Was war das?", fragte ich ihn. "Ich weiß es nicht. Es betäubt und man kann sich vierundzwanzig Stunden nicht verwandeln.", antwortete er. Deshalb hatte ich mich also nicht verwandeln können! Ich setzte mich auch auf und rückte näher zu ihm. Er wandte seinen Kopf zu mir und wir küssten uns. Als der Kuss vorbei war und ich noch nah an seinem Gesicht war bemerkte ich etwas. Shiva hatte eine lange Narbe am Kinn. Aber die Narbe sah nicht so aus als wäre sie dort erst seit kurzer Zeit. Shiva hatte also Recht gehabt. Er hatte einen Zwillingsbruder! Jetzt lass dir bloß nichts anmerken! Ich rutschte wieder etwas von ihm weg und lehnte mich gegen die Wand. Es war ein Stück Wand direkt neben der Tür. Da ich ein Ohr an die Wand gelegt hatte und so tat als würde ich schlafen hörte ich vor dem Jungen das jemand kam. Als sich die Tür öffnete wurde jemand herein geschubst. Ich öffnete meine Augen und kroch zu ihr. Dann blickte ich den Mann in der Tür an. Es war wieder der Vater von Tsunami. Und das Mädchen am Boden war... Samanta. Tsunamis Vater sagte: "Hilf mir sie hier rauszubringen Jason." Der Zwillingsbruder von Shiva nickte und grinste mich hämisch an: "Da hat mich wohl jemand mit meinem lieben Bruder verwechselt." Ich schnaubte nur. Dann ging er auf mich zu und zog mich grob nach oben, dabei achtete er nicht auf meinen gebrochenen Fuß sodass ich leise aufschrie. "Was hast du? So geschockt das ich nicht dein liebster Shiva bin?", fragte er lachend. "Das hab ich schon längst bemerkt du Idiot. Mach dir das nächste Mal vorher die Narbe weg!", antwortete ich wütend. "Und deswegen jammerst du? Weil ich eine Narbe hab. Also wirklich ich hätte echt gedacht das Shiva wenn dann nicht mit so einer Heulsuse wie dir ankommt. Gut du bist schon ganz schön heiß aber...", sagte er bevor ich ihm den Ellbogen ind den Bauch rammte. "Ich verdammt noch einmal einen gebrochenen Fuß also pass gefälligst etwas besser auf!", zischte ich. Tsunamis Vater seuftze und wollte mich aus Jasons Griff nehmen doch der hielt mich stur fest. "Nein! Ich nehme sie. Schließlich wird sie auch mich heiraten und nicht dich!", schimpfte er. Ich zuckte zusammen. Nein alles nur das nicht. Er hob mich wieder ziemlich grob hoch und als er durch die Tür ging knallte ich mit dem Kopf und meinem gebrochenen Fuß gegen den Türrahmen. "Ahhh! Lass mich wieder runter! Da geh ich lieber selber!", schrie ich vor Schmerzen. Er zuckte zusammen und der Vater von Tsunami sagte: "Lass sie runter Jason. Du tust ihr doch nur weh." Jason tat es wiederwillig als er mir den Arm anbot zum festhalten ignorierte ich ihn und humpelte ohne seine Hilfe weiter.

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