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When I'm Gone, don't you miss me

Das Leben kann so ungerecht sein. Das hätte jeder zu Finn gesagt, doch das war ihm egal. Er hatte jemanden sein gesamtes Leben gegeben und somit hatte derjenige auch einen Plan für ihn auf den er vertraute.

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    Leise trommelte der Regen auf das Dach des Baumhauses. Mein Blick ging nach draußen in den Regen. Ich saß mindestens schon seit mehreren Stunden hier am Fenster und blickte hinaus. In meiner Hand ein Notizbuch. Ein einfaches Notizbuch wie ihr denken würdet, doch es ist eher ein Erinnerungsbuch, für die, die noch länger Leben werden, als ich. Für meine Freunde und meine Familie. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen als mein Zwillingsbruder herein kam.,, Hey Finn. Wir sind fertig geworden. Komm mit raus...'', meinte er dann und wartete auf mich. Dadurch das die Schmerzen wieder zurück gekommen sind, konnte ich nicht viel bei den gemeinsamen Projekten mitmachen. Deshalb saß ich immer öfters in dem kleinen Zimmer des Baumhaus, das ich mal eine Zeitlang genutz habe. Ich erhob mich langsam und klemmte mir das Block unter den Arm, ehe ich meinen Bruder nach draußen folgte und die Wendeltreppe mit ihm hinunterstieg. Dann gingen wir hinüber in unsere Werkstatt. Ich staunte nicht schlecht als ich das U-Boot sah, was mein Bruder Lukas und unsere ganzen Freunde zusammengebaut haben.,, Habt ihr das Teil schon ausprobiert?'', fragte ich dann.,, Nein, aber das machen wir jetzt.'', meinte mein Bruder und nahm mich dann mit. Trotz meiner Schmerzen folgte ich den anderen hinterher zu dem kleinen Baggersee, an dem wir damals mit unserer Schwester noch, eine Seilbahn angebracht hatten. Noch heute würde sie oft genutzt um sich in das Wasser stürzen zu lassen. Ich lächelte als ich die Erinnerung wieder in meinen inneren Auge sah. Ich lächelte ehe mein Blick zu dem allerersten Versuch des neuen U-Boots nun anfing. Zu mir kamen nun noch Julius, Christoph und Lisa. Wir standen begeistert am Rand und warteten ob das Teil wieder hochkommen würde. Und das tat es auch. Mein Bruder blickte mit unseren Allerbesten Freund Linus aus dem offenen U-Boot. Nach dieser geglückten Auktion entschieden wir vor unserem Baumhaus noch ein Lagerfeuer zu machen. So saßen wir dort am Feuer und Genossen die Zeit. Dabei sangen wir ein paar Worshipsongs und lasen etwas in der Bibel. Das war unser Real Life.

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    Hätte man mir mal gesagt, ich würde in diesen Jungen Jahren noch so viel erleben, nachdem ich dir Diagnose Krebs bekommen habe, hätte ich denjenigen einen Vogel gezeigt. Ich lächelte und blickte in das Notizbuch. Es wurde bis zur letzten Seite voll. Zuletzt unsere Reise in die Dominikanische Republik. Ich hörte das die Tür sich öffnete und Lisa mit ihren Handy in der Hand herein kam. Sie lächelte mir zu, ehe sie schnell zum Fenster ging und es öffnete. Dann setzte sie sich an mein Krankenbett und hielt die Kamera zu uns beiden. Durch das kleine Fenster im Handy, erkannte ich meine ganzen Freunde. Und plötzlich, fangen sie an zu singen. Ich selber lächelte und wippte leicht so gut es geht mit den Füßen mit. Dennoch gelang es mir nicht zu singen. So oft wie ich es versuchte. Meine Stärke hatte abgenommen. Später als ich etwas müder wurde, verabschiedete sich meine Freundin von mir. Ich bräuchte gerade meine Ruhe. Und so dachte ich leicht nach. Wann würde der Tag kommen, wenn ich zu ihm komme? Zu dem, der den Plan für mich hatte. Ich erinnerte mich an den Spruch den ich an meine Zimmerwand gepinselt hatte. Das war ein sehr besonderer Text. Ich öffnete leicht wieder meine Augen und merkte wieder einen leichten Schmerz. Doch ich reagierte einfach nicht darauf. Ich war gerade einfach nur zu glücklich irgendwas anderes zu tun. Ich schlief für diesen Tag dann ein. Ich merkte erst am nächsten Tag wieder, wie es Blutete. Jetzt wusste ich inzwischen auch schon, was das für ein Tag sein würde. Ich bekam den Gesamten Tag nun Besuch. Ehe alle an meinen Bett standen. Ich hielt die Hand meines Zwillingsbruders und merkte nun, wie stark unser Band war. Ich lächelte ihn sanft an. Ich wusste, das es schwer für ihn war und das es auch noch eine Weile brauchen wird bis er hinrüber weg ist. Dennoch weiß ich, das er weitermachen wird. Und langsam merke auch ich, das meine Zeit nun woanderst war. Ich schloss langsam meine Augen und verabschiedete mich von dieser noch so schönen Welt. Ein Lächeln blieb auf meinen Mund zurück und ich spürte nur noch kurz die warme Nähe meines Bruders.

    Das war das Real Life. Ein Leben, das vieles uns beschert. Wunderbare Freunde, Erinnerungen, Familie, das ist dass, wofür wir da sind. Ein schönes und erfülltes Leben zu haben. Es zu genießen, bis zum letzten Augenblick unseres Lebens.

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