x
Springe zu den Kommentaren

𝔼𝕚𝕟𝕖 𝕟𝕖𝕦𝕖- 𝕦𝕟𝕕 𝕧𝕠𝕟 𝕚𝕟𝕟𝕖𝕟 𝕕𝕠𝕔𝕙 𝕘𝕒𝕟𝕫 𝕒𝕝𝕥𝕖- ℙ𝕖𝕣𝕤𝕠𝕟

Für einen Wettbewerb)

    1
    Regen klatschte an das Fenster, die Scheibenwischer kamen mit ihrer Aufgabe nicht mehr hinterher. Ich kniff die Augen zusammen. Verflixt, da war doch etwas auf der Straße! Und da... der laute Schrei drang durch das Geheul des Windes zu mir durch. Ein Kind! Im strömenden Regen machte ich einen hellgrünen Fleck aus. Die Jacke des Kindes leuchtete im Licht meiner Scheinwerfer. Verbissen krallte ich mich ins Lenkrad. Immer lauter schrie die Person auf der Straße, immer lauter kreischten meine Bremsen. Das Auto geriet auf der nassen Straße ins Schlittern, das Pedometer sprang auf 180. Meine Reifen quietschten entsetzlich, als ich das Lenkrad mit aller Kraft nach links riss. Der Wagen kam vom betonierten Weg ab und rutschte mit Halsbrechender Geschwindigkeit auf die steinerne Tunnelwand zu. Panisch drückte ich mich in den Fahrersitz. Das Auto war außer Kontrolle geraten, das Lenkrad drehte sich von allein. Mit einem lauten Klirren zersplitterte mein Seitenfenster und Glasscherben flogen mir ins Gesicht. Ich spürte, wie mein rechtes Auge von einem der Splitter durchdrungen wurde. Regen prasselte durch das zerbrochene Fenster und verwischte so das Blut, welches aus meinen Schnittwunden trat. Plötzlich donnerte es ohrenbetäubend über mir und mein Herzschlag setzte kurz aus. Und dann, ganz unerwartet, krachte das Auto in die Steinwand. Ich schrie. Blut strömte aus meiner Nase und floss in meinen Mund. Metallisch schmeckte es, warm. Meine Hand steckte im Lenkrad, um von der Straße zu kommen hatte ich sie unterbewusst hineinklemmt. Meine Beine waren schmerzlich unter dem Gewicht der gesamten Apparatur eingequetscht, die Pulsuhr an meinem Handgelenk zeigte 124. Dichter Rauch strömte aus der Motorhaube. Schmerz trübte meine Sicht, während ich aus dem Fenster nach draußen blickte. Mein Gesicht fühlte sich an, als hätte ich es nicht mehr, fast so, als wäre es von jemandem ersatzlos abgerissen worden. Würden die Menschen, die morgen panisch bei der Unfallstelle wuseln würden, mich überhaupt als Mensch anerkennen? Klar, sie würden es erkennen, aber wäre ich dann noch dieselbe Person, die ich mal war?

    2
    𝟏𝟑. 𝟎𝟗. 𝟏𝟒
    𝓢𝓬𝓱𝓶𝓮𝓻𝔃. 𝓦𝓪𝓼 𝓯ü𝓻 𝓮𝓲𝓷 𝓿𝓲𝓮𝓵𝓼𝓮𝓲𝓽𝓲𝓰𝓮𝓼 𝓦𝓸𝓻𝓽, 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽? 𝓦𝓲𝓻 𝓫𝓮𝓼𝓬𝓱𝓻𝓮𝓲𝓫𝓮𝓷 𝓭𝓪𝓶𝓲𝓽 𝓰𝓵𝓮𝓲𝓬𝓱 𝓭𝓪𝓼 𝓔𝓶𝓹𝓯𝓲𝓷𝓭𝓮𝓷 𝓿𝓸𝓷 𝔃𝔀𝓮𝓲 𝓿ö𝓵𝓵𝓲𝓰 𝓿𝓮𝓻𝓼𝓬𝓱𝓲𝓮𝓭𝓮𝓷𝓮𝓷 𝓢𝓲𝓽𝓾𝓪𝓽𝓲𝓸𝓷𝓮𝓷. 𝓓𝓪𝓼 𝓪𝓾𝓼𝓿𝓮𝓻𝓼𝓮𝓱𝓮𝓷𝓮 𝓿𝓮𝓻𝓵𝓮𝓽𝔃𝓮𝓷 𝓶𝓲𝓽 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓶 𝓚ü𝓬𝓱𝓮𝓷𝓶𝓮𝓼𝓼𝓮𝓻 𝓾𝓷𝓭 𝓭𝓮𝓷 𝓥𝓮𝓻𝓵𝓾𝓼𝓽 𝓮𝓲𝓷𝓮𝓻 𝓷𝓪𝓱𝓮𝓷 𝓟𝓮𝓻𝓼𝓸𝓷.. 𝓐𝓫𝓮𝓻 𝓮𝓼 𝓰𝓲𝓫𝓽 𝓷𝓸𝓬𝓱 𝓪𝓷𝓭𝓮𝓻𝓮𝓷 𝓢𝓬𝓱𝓶𝓮𝓻𝔃. 𝓓𝓮𝓷 𝓢𝓬𝓱𝓶𝓮𝓻𝔃, 𝓪𝓫𝓰𝓮𝔀𝓲𝓮𝓼𝓮𝓷 𝔃𝓾 𝔀𝓮𝓻𝓭𝓮𝓷. 𝓙𝓪𝓲


    Das gleichmäßige Piepen der Mikrowelle erfüllte die halb dunkle Küche. Die sparsame Möblierung wies auf den recht niedrigen Gehalt der Bewohner hin, was allerdings ein Irrtum war, da der Erziehungsberechtigte eine gut bezahlte Arbeit hatte. Gerade befand sich aber nur einer in der Wohnung. Jai Neverland saß in seiner alltäglichen Kleidung am Küchentisch und kritzelte etwas in das vor ihm liegende Notizbüchlein. Er schien noch keine 30 zu sein, blonde, leicht gelockte Haare fielen wie ein kurzer Vorhang über sein Gesicht und warfen einen dunklen Schatten darauf. Die Mikrowelle beendete ihre Arbeit und gab einen langen, durchdringenden Ton von sich. Jai legte Bleistift und Notizbuch beiseite und stand auf. Das spärliche Licht der Mikrowelle beleuchtete für wenige Augenblicke das Gesicht des Mannes, während er das Gerät öffnete und den Inhalt auf einen Teller lud. Mit einer raschen Bewegung betätigte er den Lichtschalter und grelles Licht erleuchtete die aus Holz getäfelte Küche. Irgendwo in der Ferne schlug die Kirchturmuhr zehn Mal. Mit Gabel und Teller in der Hand kehrte der Mann zum Tisch zurück und ließ sich auf einem Stuhl nahe des Fensters nieder. Schweigend aß er das immer noch leicht kalte Essen und beförderte das Geschirr schon kurz darauf in die Spüle. Die Sonne war schon längst untergegangen und Jai begab sich abwesend zum Badezimmer. Vor dem Waschbecken blieb er stehen und hob den Blick zum darüber hängenden Spiegel. Ihm blickte ein fast vollständig mit Verbänden abgedecktes Gesicht entgegen und er begann vorsichtig, sie abzulösen. Schrammen und tiefe Wunden kamen zum Vorschein. Jai hob die Hand und seine Finger glitten über die Stelle, wo früher sein rechtes Auge gewesen war. Ohne noch einmals aufzusehen, reinigte er die Wunden und legte frische Verbände an. Rasch putzte er sich die Zähne und kehrte in die Küche zurück. Seine Aufmerksamkeit wanderte zu dem kompaktem Radio, das auf dem Kühlschrank stand. Nachdenklich schaltete er es ein und fuhr mit seinem Eintrag ins Notizbuch fort. Gerade lief die Wiederholung eines Interviews mit Gwendolin Trescap.,, Miss Trescap, was sagen sie zu der Aussage, dass Zeit den Schmerz eines Verlustes heilen kann?“. Eine kurze Pause folgte, in der jemand einen Papierbogen umblätterte, dann antwortete Gwendolin ruhig:,, Ansichtssache. Verluste empfindet jeder anders. Für den einen ist das ein Weltuntergang, dem anderen ist es völlig egal. Aber was ich sagen will, ist folgendes: Zeit heilt inneren Schmerz nicht, man gewöhnt sich nur daran.“.,, Danke Miss. Wir verabschieden uns für heute, einen schönen Abend noch!“. Einige Augenblickte herrschte Stille, dann ertönte leise Gitarrenmusik und die Stimme des Sängers setzte ein. Im selben Moment klackerte ein Schlüsselbund an der Wohnungstür und sie wurde geöffnet. Jai erhob sich von seinem Stuhl und trat der hereinkommenden Person entgegen. Virginia Lenter streifte sich ihren Mantel herunter und hing ihn in den Wandschrank. Sie trug ein rotes Festtagskleid, ihr Haar war zerzaust.,, Hey Jai! Wie war die Arbeit?“, begrüßte sie ihn mit einem raschen Kopfnicken, ehe sie sich daran machen, ihre schwarzen Winterstiefel auszuziehen.,, In Ordnung“, seufzte Jai und betrachtete stumm das Kleid seiner Schwester. Sie bemerkte seinen Blick und neigte den Kopf.,, Schau nicht so, Jai. Du weißt ganz genau, dass ich nicht vorhabe, wegen deines deformierten Gesichts mein gesamtes Leben in einer Wohnung mit zugezogenen Fensterläden zu verbringen. Ich bin jung, ich will frei sein und zu Partys gehen!“. Das Wort, deformiert‘ traf Jai wie ein Schuss ins Herz.,, Das ist ein scheußliches Wort“, antwortete er kühn und wandte sich ab, als sie seinen Namen rief.,, Du weißt doch, wovon ich spreche! Und übrigens, ich habe in der Disco einen tollen Mann kennengelernt! Freust du dich für mich?“. Jai blieb stehen.,, Und du weißt genau, dass unsere Eltern mir das Versprechen abgenommen haben, dass ich dich vor deiner Leichtsinnigkeit bewahre.“. Von hinten war ein verächtliches Schnauben zu vernehmen und Virginia brummte schlecht gelaunt:,, Du kannst ihn ja wenigstens mal kennenlernen. Und ich verspreche dir, dass ich nicht bei ihm einziehen werde, wenn du mit ihm unzufrieden bist.“. Jai glaubte sich verhört zu haben.,, Du willst bei ihm einziehen? Virginia Kathrin Neverland, du bist erst 17!“.,, Na und?“, schleuderte seine Schwester aufbrausend zurück.,, Mein Alter wird mich nicht daran hindern, mit meinem Crush zusammen zu sein!“. Ihr Bruder verdrehte die Augen und setzte seinen Weg zum Schlafzimmer fort, aber Virginia holte ihn kurz vor der Tür ein und streckte ihm einen Zettel entgegen.,, Hier, seine Adresse“, zischte sie grimmig.,, Morgen um sieben Uhr wirst du dort herzlich zum Kennenlernen erwartet!". Bevor Jai etwas erwidern konnte, verschwand sie in ihrem Zimmer und knallte die Tür zu. Er legte den Zettel auf seinen Nachttisch und ließ sich langsam ins Bett sinken. Sollte er Virginias Liebe vielleicht doch eine Chance geben? Schließlich war dies das erste Mal, dass ihr jemand so gefiel und so musste es nicht unbedingt sein, dass dieser Jemand ihr das Herz brechen wollte. Er reckte sich leicht und nahm den Zettel zur Hand. Mit akkurater, zackiger Schrift standen dort eine Adresse, die Uhrzeit des Treffens und ein Name.,, Konrad Herold“, las er leise und fragte sich, ob er diesen Namen schon mal gehört hatte, allerdings kam ihm nichts in den Sinn. Also legte er das Blatt bei Seite und beschloss, Morgen weiter zu überlegen.

    3
    𝟏𝟒. 𝟎𝟗. 𝟏𝟒
    𝓦𝓲𝓻 𝓼𝓸𝓻𝓰𝓮𝓷 𝓾𝓷𝓼 𝓾𝓶 𝓾𝓷𝓼𝓮𝓻𝓮 𝓝ä𝓬𝓱𝓼𝓽𝓮𝓷 𝓶𝓪𝓷𝓬𝓱𝓶𝓪𝓵 𝓶𝓮𝓱𝓻, 𝓪𝓵𝓼 𝓼𝓲𝓮 𝓮𝓼 𝓼𝓮𝓵𝓫𝓼𝓽 𝓽𝓾𝓷. 𝓝𝓾𝓷, 𝓜𝓮𝓷𝓼𝓬𝓱𝓮𝓷 𝓵𝓲𝓮𝓰𝓽 𝓭𝓪𝓼 𝓲𝓶 𝓑𝓵𝓾𝓽. 𝓖𝔀𝓮𝓷𝓭𝓸𝓵𝓲𝓷 𝓱𝓪𝓽 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓰𝓪𝓷𝔃 𝓡𝓮𝓬𝓱𝓽 𝔀𝓮𝓷𝓷 𝓼𝓲𝓮 𝓼𝓪𝓰𝓽, 𝓭𝓪𝓼 𝓼𝓮𝓲 𝓐𝓷𝓼𝓲𝓬𝓱𝓽𝓼𝓼𝓪𝓬𝓱𝓮. 𝓙𝓮𝓭𝓮𝓻 𝓿𝓸𝓷 𝓾𝓷𝓼 𝓱𝓪𝓽 𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓟𝓮𝓻𝓼𝓸𝓷, 𝓾𝓶 𝓭𝓲𝓮 𝓶𝓪𝓷 𝓼𝓲𝓬𝓱 𝓼𝓸𝓻𝓰𝓽, 𝔀𝓮𝓷𝓷 𝓪𝓾𝓬𝓱 𝓭𝓲𝓮𝓼𝓮 𝓟𝓮𝓻𝓼𝓸𝓷 𝓶𝓪𝓷𝓬𝓱𝓶𝓪𝓵 𝓷𝓲𝓬𝓱𝓽 𝓿𝓮𝓻𝓼𝓽𝓮𝓱𝓮𝓷 𝔀𝓲𝓵𝓵, 𝓭𝓪𝓼𝓼 𝓶𝓪𝓷 𝓼𝓲𝓬𝓱 𝔃𝓾 𝓲𝓱𝓻𝓮𝓶 𝓫𝓮𝓼𝓽𝓮𝓷 𝓼𝓸 𝓰𝓲𝓫𝓽 𝔀𝓲𝓮 𝓶𝓪𝓷 𝓼𝓲𝓬𝓱 𝓰𝓲𝓫𝓽. 𝓙𝓪𝓲

    ,, Was ist bloß in dich gefahren, Neverland“, seufzte der Manager und schüttelte den Kopf.,, Sir ich...“, begann Jai verlegen, aber der Manager winkte ab.,, Die Kunden meiden unseren Laden, seit du gegen zehn hier angekommen bist. Irgendwelche Ideen, warum?“.,, Nein...“.,, Ich habe eine. Sie haben Angst vor dir, genauer gesagt vor deinem Aussehen. Ich kann es ihnen zwar nicht verübeln, aber vielleicht solltest du dich nach einer Arbeit umsehen, in der du nicht so sehr der Öffentlichkeit ausgesetzt wärst.“. Jai schwieg eine Weile und nickte dann.,, Danke, dass ich es bei ihnen versuchen durfte“, erklärte er und verließ das Gebäude. Ein Blick auf seine Armbanduhr verriet ihm, dass es fast sieben war. Zu der genannten Adresse gehend bemerkte er eine Gruppe von Jugendlichen, die mit Flaschen in den Händen johlend und lachend durch die Straßen zog. Ob Virginia gerade auch dabei war? Sie hatte ihm nicht gesagt, ob sie bei dem Treffen dabei sein würde.,, Entschuldigung, wo geht hier zur Bankirlodge?“, fragte ihn ein magerer Junge. Er stand hinter Jai. Als dieser sich umwandte um zu antworten, wich der Junge erschrocken ein paar Schritte zurück.,, Ach, ich glaube es ist mir wieder eingefallen! Schönen Abend noch, Sir!“, flötete er und verschwand in einer Gasse. Jai sah ihm mit stummer Niedergeschlagenheit hinterher. Der Arzt hatte ihm am Morgen erlaubt, die Verbände abzunehmen. Jetzt bereute er, diesem Rat gefolgt zu sein. Die Verbände hatten großzügig die Verunstaltungen seines Gesichtes verdeckt, jetzt waren sie für jeden sichtbar. Beschämt zog Jai seinen Hut etwas tiefer ins Gesicht und eilte weiter. Fünf Minuten vor sieben erreichte er die Jamesfort Avenue und blieb stehen. Vor ihm ragte ein prachtvolles Haus in die Höhe, aus Rotholz gebaut. Ein Marmorweg führte zu der ebenfalls aus Marmor gemeißelten Treppe, die zu der massiven Eichenholz Tür führte. Die verschiedensten Blumenarten zierten den Garten und die Ränder der Treppe. Noch während er das eindrucksvolle Gebäude betrachtete, öffnete sich die Tür und ein Diener eilte heraus. Er öffnete das Tor und geleitete Jai mit einer tiefen Verbeugung hinein. Aus der Tür traten zwei weitere Männer in schwarzen Anzügen und weißen Handschuhen. Sie nahmen der Mantel des Besuchers und führten ihn in einen großen Raum, der mit unzähligen Bücherregalen, einem großen Sofa, einem Spiegelglatten Tisch und einigen Sesseln ausgestattet war.,, Monsieur Herold wird in Kürze hier eintreffen, er hat eine kurze Angelegenheit zu erledigen.“, informierte ihn einer der Diener und überreichte ihm eine Tasse mit dampfendem Kaffee.,, Danke“, nickte Jai und setzte sich auf den Rand einer der Sessel, während sein Blick die Namen einiger Bücher überflog. Berühmte Werke wie, Hamlet‘ oder ein dem Maß des Einbands nach zu schließen ausführliches Wörterbuch für Latein nahmen stolz das größte Regal im Raum ein. Kurz darauf öffnete sich die Tür und ein Mann trat ein. Wie auch Jai wirkte er jünger als dreißig, aber definitiv älter als zwanzig.,, Sir Neverland, nehme ich an“, neigte er leicht den Kopf und als Jai nickte, ließ er sich in dem gegenüber stehenden Sessel gleiten.,, Ihre Schwester hat mir Gestern viel von ihnen erzählt“, fuhrt er fort und nahm einen Schluck Kaffee aus der ihm überreichten Tasse Kaffee. Jai nickte abermals und musterte sein Gegenüber mit delikatem Interesse. Der kräftige Körperbau und die entschlossenen aber auch gleichzeitig graziösen Züge deuteten auf eine vernünftige, moralisch ausgeglichene Persönlichkeit hin. Der strenge Anzug schien extra für ihn angefertigt worden zu sein.,, Ich vermute auch, dass sie ihnen gegenüber bereits den Wunsch geäußert hat, bei mir einzuziehen, richtig?“.,, Ja“, antwortete Jai kühn.,, Sind sie damit einverstanden? Sie kann sofort hier einziehen, keinerlei Kosten werden auf sie fallen. Ich habe bereits ein Zimmer für Miss Neverland eingerichtet.“. Jai war bereits dazu geeinigt, Ja zu sagen, als ihm etwas einfiel.,, Warum sind sie und ihre Diener mit Messern und Pistolen bewaffnet? Sie haben ein Messer in ihrem Ärmel versteckt, das sieht man, wenn sie die Tasse hochheben. Sie tragen ihr Jackett absichtlich offen, um jederzeit zum Revolver in ihrer Innentasche greifen zu können. Und ich glaube nicht, dass man sich in diesem Haus so bedroht fühlen muss, um zwei lebensgefährliche Waffen mit sich herum zu tragen!“. Einige Augenblicke lang schwieg Herold, dann zückte er tatschlich einen Revolver und richtet ihn auf Jai.,, Gut beobachtet, Neverland. Aber deine Schwester ist bis über beide Ohren in mich verliebt. Selbst wenn du ihr davon erzählst, wird sie dir nicht glauben. Sie ist genauso herrlich naiv wie die 16 anderen vor ihr! Sie wird erst zu spät realisieren, welches Spiel hier gespielt wird.“. Ein Blick nach hinten verriet Jai, das einige Diener die Tür flankierten und wie ihr Chef bereits Revolver zückten. Er sah sich hektisch um.,, Na los, versuch zu fliehen“, lachte Herold und wurde im nächsten Moment vom Sofa auf den Boden geschmissen. Jai zog dem sich währenden Mann das Messer aus dem Ärmel und legte es ihm an die Kehle, als die Dieneri die beiden umkreisten.,, Zurücktreten!“, rief Jai und presste das Messer noch etwas fester an Herolds Hals. Die Männer traten zurück und ließen die Waffen sinken.,, Erschießen! Erschießen!“, kreischte plötzlich jemand hinter ihnen und er drehte sich ruckartig um. Ein weiterer Mann erschien im Flur.,, Erschießt ihn, und dieses lästige Individuum gleich dazu!“, schrie er und augenblicklich wurden die Waffen wieder auf Jai gerichtet. Er machte ein paar Schritte zurück, sein Opfer immer noch mit dem Messer in Schach haltend.




    -wird vermutlich noch fortgeführt-

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare autorenew