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Sick of myself - Geschichte zum Wettbewerb von Hermine Granger

⚠️⚠️⚠️ Triggerwarnung ⚠️⚠️⚠️

Diese Story enthält Suizidgedanken, Depressionen und für manche Nutzer vielleicht teils verstörende Inhalte. Beachtet, das alles nur frei erfunden worden ist.

Über die Hauptperson habe ich bewusst keine Grundinformationen wie z.B. Geschlecht, Alter,... verraten, da ich es mag, wenn man sich selbst einen Stück einer Geschichte bilden kann. Jetzt aber viel Spaß beim Lesen!

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    Langsam, zitternd und unter Tränen öffnete ich die Schublade. Meine Hand griff nach dem kühlen, harten, alten Küchenmesser. Ich setzte das Messer an meinen Hals an. Mit einer schnellen, gezielten Bewegung wäre alles vorbei. Wirklich alles. Aber was hielt mich überhaupt noch hier? Warum war ich überhaupt noch am Leben, und nicht schon lang oben, bei meiner kleinen Schwester? Jenny war vor wenigen Wochen bei einem Fahrradunfall tödlich verunglückt. Ich hatte sie geliebt, mehr als alles andere auf der Welt. Sie war ein toller Mensch gewesen, Jenny hatte ein Herz aus Gold gehabt. Ohne sie fehlte ein Stück von mir. Aber warum sie? Warum meine kleine Schwester, warum Jenny? Warum nicht ich? Mich hätte sowieso niemand hier vermisst. Nicht mal meine eigenen Eltern. Denen war ich egal. Seit Jennys Tod waren sie am Boden zerstört. Oft hörte ich meine Mutter die ganze Nacht durch weinen. Das quälte mich sehr. Freunde hatte ich auch nicht. Nicht mehr. Mein ehemaliger Bester Freund war mittlerweile einer meiner größten Mobber. Ständig zog er mir mein Geld ab oder beleidigte mich. Aber das schlimmste war, das er recht hatte. Wenn ich in den Spiegel schaute, sah ich nur zu viel Speck, zu viele Pickel, zu hässlich, zu dick. Ich selbst war mein größter Feind. Ich hasste mich so sehr, das ich mich quälte, mich runtermachte, mich sogar ritzte. So sehr, das ich mir manchmal wünschte, einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen. Trotzdem lebte ich noch. Aber in diesem Moment wurde mir einiges klar: Ich hatte Angst vor dem weiterem Leben, aber noch mehr Angst vor dem Tod. Ich musste mich selbst lieben, mich akzeptieren, so wie ich war, aus mir, meinem größtem Feind, meinen allerbesten Freund machen. Ich war krank, nur wegen mir, und das musste sich grundlegend ändern. Sonst wäre mein Leben verschwenderisch. Meine Schwester würde noch ein wenig warten müssen, sie würde das verstehen. Mit diesem Gedanken wischte ich meine Tränen ab und legte ich das Messer zurück.



    Und nun, 20 Jahre später, blicke ich stolz auf diesen Moment zurück. Mittlerweile habe ich meine eigene, tolle Familie mit zwei wundervollen Kindern, und leite eine Klinik für traumatisierte, suizidgefährdete Kinder.

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