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Just a second and I can breathe again

Ich dachte immer das Zeit unendlich und unaufhaltsam ist, aber sie steht. Sie steht schon zu lange. Ich brauche Luft. Ich will wieder atmen können.
Ich will leben.
Jetzt kann ich es sehen. Ich will leben. Leben.

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    Just a second and I can breathe again

    Ich ertrinke während ich brenne. So fühlt es sich an. Ich habe Angst. Ich wusste bis jetzt nicht das es Angst machen kann. Das Leben. Oder viel mehr das Ende eines Lebens. Mein Blick wandert zu meinen Füßen. Ich stehe auf dem Wasser. Oder ist es bloß ein Spiegel. Ein Spiegel in dem ich mich spiegele. Vorsichtig knie ich mich hin und betrachte mein Spiegelbild. Ein blasses Gesicht mit grauen Augen sieht mich eindringlich an. Ich blicke zurück.
    "Komm. Hab keine Angst. Angst ist nur ein Gedanke."
    Adina streckt mir ihre Hand entgegen. Nein, ich war Adina, ich strecke mir meine Hand entgegen. Und ich ergreife meine Hand. Sie zieht mich in ihren Blick. Ich versinke in ihren Augen wie in einem endlosen Meer und auf einmal, bin ich unter Wasser. Die leitende Hand ist weg. Ich bin alleine.
    Alles ist leer und weit. Ich verspüre nichts bis auf meinen eigenen Herzschlag. Er wird schneller, aufgeregter. Ich habe vergessen zu atmen, aber ich kann auch nicht. Panik schießt in mir hoch. Adrenalin das meine Adern durchfeuert. Mein Blut in Brand setzt. Dann spüre ich es brennen. Mein Herz. Mein Herz brennt. Es flammt auf und schreit. Es schreit nach Luft, nach Freiheit. Es will schlagen. Leben. Das wollte ich vor einiger Zeit nicht. Aber was ist Zeit schon. Was bedeutet Zeit. Oder, was bedeuten wir der Zeit. Spielt sie überhaupt eine Rolle. Sie verläuft und fließt und endet nie, hat keinen Anfang weil ihr Anfang das Ende ist.
    Aber ich brauche Zeit. Sie muss weiter gehen. Ich kann nicht hier Unten bleiben. Hier gibt es keine Zeit. Ich muss nach Oben. Der Druck des Wassers schmerzt am ganzen Körper, aber ich muss dagegen ankämpfen. Mein brennendes Herz flüstert.
    -Tauch´ auf. Verliere mich nicht. Ich hab dich noch nicht aufgegeben, also lass mich nicht im Stich. Das haben schon andere getan. Du musst weiter leben. Für alle die es nicht geschafft haben. Für alle deren Herz verbrannte. Für alle die das Feuer nie löschen konnten. Für alle die nie brannten. Die nie ein brennendes Herz erlebt haben. Für alle die das Eis nicht schmelzen können-
    Das ist der Moment in dem sich die Welt spiegelt. Sie spiegelt und dreht sich und ich stehe auf dem Wasser. Oder ist es ein Spiegel?. Vielleicht ist Wasser ein Spiegel. Ich blicke nach oben. So viele Zahlen, so viele Momente. Ich brauche nur einen. Meine Lungen holen schmerzhaft Luft. Sie rasselt in mich hinein und weitet meinen Brustkorb, erfüllt mich mit Leben. Und in dem Moment bewegt sich der Zeiger über mir weiter. Nur ein kleines Stück. Aber dies tat er immer wieder, und auch schon die ganze Zeit. Denn die Zeit Endet nie. Ich drehe mich um mich selbst. Ich drehe mich im Uhrzeigersinn mit der Zeit.
    Dann schlage ich endlich meine Augen auf.

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