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Helly Heaven

Henry ist im Himmel und seine neue Freundin hat ein Problem.
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aka mein Beitrag zu dem Wettbewerb von VikTak mit dem Thema "Neuanfang"

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    „Du bist gestorben, Henry.“ Eigentlich sollte ihn das nicht überraschen. Henry stand vor einem goldenen Tor hinter und vor dem nur Nebel und Licht war. Es klang so, als würde die Stimme aus allen Richtungen kommen. Sie klang melodisch, aber etwas zu hoch. „Hallo? Eine Reaktion bitte oder soll ich dich gleich als verloren erklären?“ Ein Mädchen in einem weißen Anzug und einem Klemmbrett kam aus dem Nebel. Henry fing an zu zittern. Er sagte nichts und sagte wie zu erwarten nichts. „Na gut. Du bist Henry Klings, nicht?“ Das Mädchen blickte kurz auf ihr Klemmbrett.
    Henry nickte. Mehr hatte sie auch nicht erwartet. „Folg mir. Ich zeige dir dein Zimmer.“ Sie stapfte voraus durch das goldene Tor. Henry folgte ihr, er schien langsam zu begreifen, das er tot war. Zu fragen, wer das Mädchen war wäre ihm nicht mal im Traum eingefallen.
    „Das hier ist dein Zimmer. Du wohnst im Trakt 7 merk dir das, sonst verirrst du dich.“ Das Mädchen schloss das Zimmer, in dem er scheinbar ab jetzt wohnte, auf. „Du wirst die meiste Zeit in einem der Aufenthaltsräume verbringen. Das hoffe ich zumindest für dich, andernfalls kann ich für nichts garantieren. Henry wurde nervös. „Wie meinst du das?“ „Schöne erste Frage an mich. Ich hätte eigentlich auf meinen Namen gehofft, aber gut. Ich will dir deinen Frage beantworten. Das System funktioniert so: Entweder du gliederst dich ein, oder du löst dich auf.“ Henry wollte nicht weiter nerven, wie er sich sagte, er wollte nicht noch mal nachfragen, was ‚auflösen’ bedeutete.
    Sie waren bereits im Zimmer angekommen und Henry schaute sich um. Es war leer. Sehr leer. Ein Bett, ein Tisch, eine Lampe und eine weitere Tür. Vermutlich das Bad. Harry spürte einen Stich in seinem Kopf. „Nach und nach kannst du dein Zimmer dekorieren, es muss nicht so belieben.“ Großartig. Wer auch immer das Mädchen war, sie konnte Gedanken lesen. „Ja das kann ich in der Tat. Nur leider habe ich kein gutes Gedächtnis.“ Henry schaute das Mädchen an. Sie schien etwas müde, nein, nicht müde, erschöpft.Henry überwand sich und fragte endlich, „Wie heißt du?“ Das Mädchen lächelte. „Alice.“

    Nachdem Alice Henry den gesamten siebten Trakt gezeigt hatte, saßen sie zusammen im Aufenthaltsraum und tranken Tee. Im Hintergrund lief etwas Musik. Alice erzählte gerade von ihrer Lieblingsband. Erstaunlicherweise war es kein Monolog Eine stämmige Person kam durch den Eingang. „Wo ist AliceVI?“, rief sie durch den Raum. „Hier!“ Alice sprang auf, „Was gibt es denn? Ich befinde mich momentan in einer Einbürgerung.“ Die Person kam auf Henry und Alice zu. „Das ist mir durchaus bewusst. Nur eine kleine Frage: Was ist das?“ Die Person hielt eine Foto von Alice und jemandem neben ihr hoch. Henry bemerkte, wie Alice nervös wurde. Reibt sich die Hände, wippt auf die Fußspitzen. „Das ist meine Freundin, ich hab dir schien von ihr erzählt Jay, das ist Julie.“ Jay verengte die Augen. „Das ist sie in der Tat. Sie ist eine der bekanntesten Dämonen. Und komm mir nicht mit ‚Das war noch zu den Menschenzeiten.‘ War es nicht. Ich sehe eure Markierungen. Erklär mir das lieber, sonst muss ich das melden, das weißt du Alice.“
    Alice schaute zu Henry. „Schade, dass ich dieses angenehme Beisammensein auflösen muss, aber das hier ist leider sehr ernst. Jay, können wir das in meinem Zimmer machen?“ Jay nickte. „Henry, es war eine Freude, dich kennen zu lernen. Bis bald“ Jay winkte ihm zu. „Darf ich mitkommen?“ Henry wusste nicht, woher er die Motivation hatte, aber er wollte Alice helfen. Sie war ihm in drei Stunden mehr eine Freundin geworden, als alle seine ehemaligen Klassenkameraden in 13 Jahren.
    Jay drehte sich wieder um. „Klar, wenn Alice nichts dagegen hat.“ Diese schüttelte den Kopf. „Gut dann komm.“

    Sie waren schon einmal an Alices Zimmer vorbei gekommen. Alice hatte sich kurz ein Haargummy geholt. Henry hatte draußen gewartet, dieses mal ging er hinter Jay in den Raum. Klein, gemütlich eingerichtet, gespiegelt zu seinem. Es hingen Tücher an der Wand und Teppiche lagen auf dem Boden. Ein Sofa und ein Sessel standen hinter einem Kaffeetisch. „Setzt euch.“ Alice zog ein Buch aus dem Regal. „Das hier ist mein Erinnerungsbuch. Ich heben alle meine Erinnerungen hier drin auf, damit ich sie nicht vergesse.“ Alice legte das Buch vorsichtig auf den Kaffetisch und schlug es auf. „Julie ist nicht nur meine beste Freundin gewesen, sondern auch meine Zwillingsschwester.“ Alice zeigte auf ein Familienfoto. Sie sackte immer weiter in sich zusammen. „Wir sind durch einen Waldbrand gestorben. Wir haben mit unserem Vater gezeltet.“ Henry und Jay waren geschockt. Jay lehnte sich zu Alice vor und strich ihr über den Rücken. „Das tut mir leid. Ich war Einzelkind. Ich kann mir nur vorstellen, wie es ist Geschwister zu haben.“ Jay machte ein Pause. „Oder zu verlieren.“ Alice schluchzte leise. „Passt schon. Das ist ja nur die halbe Geschichte. Sie ist in die Hölle gekommen, weil sie Drogenabhängig war. Es war nicht einmal ihre Schuld, ich hätte ihr ja helfen können, ich wusste Bescheid. Aber ich hab rein gar nichts gemacht. Es fühlt sich so schlimm an.“ Henry überlegt, wie er Alice aufmuntern konnte. Jay streichelte Alice langsam über den Rücken. „Es ist doch nicht deine Schuld, dass sie in der Hölle ist. Was hättest du den tun sollen? Das Gericht hat entschieden.“ Alice lachte kläglich. „Deshalb bin ich ein Engel geworden. Ich will sie in den Himmel holen.“ Sie machte eine kurze Pause und flüsterte, „Jeder darf doch im Himmel ein neues Leben beginnen. Neu anfangen. Es ist doch unfair, dass „die Bösen“ diese Möglichkeit nicht bekommen!“ Jay nickte und strich weiter Alice über den Rücken. Henry merkte, wie Recht Alice hatte. Er selbst war der fast lebende Beweis dafür. Er hatte eine Bekannte, wenn nicht sogar Freundin gemacht.
    „Wir holen Julie in den Himmel!“ Henry war entschlossen. Seine erste Freundin nicht zu enttäuschen. „Kleines Problem. Wie machen wir das?“ „Michael.“ Alice richtete sich auf. „Wer?“ Jay stand auch auf. „Erzengel Michael. Hochnäsig und der, der darüber bestimmt, wer vor das Gericht kommen darf, und wer direkt in die Hölle kommt. Zumindest hat er nur drei mal bisher jemanden direkt in die Hölle geschickt.“ Alice ging auf die Tür zu. „Er genehmigt die Anträge von Dämonen, in den Himmel zu kommen.“
    Henry sprang auf und ging zu Alice. Jay folgte ihm. „Dann los.“

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