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Du, ich, dein Tod, meine Trauer

Ich möchte ein Paar schöne Erinnerungen über meine gestern Nacht gestorbene Katze Dämmerfrost teilen, du kannst mir gerne in das Traumland der Erinnerungen folgen...
Blitzflug

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    An die beste Katze in diesem Universum Dämmerfrost.., Ich weiß noch, wie man mir den roten Karton mit der grellgelben Schleife in die Arme drückte.
    An die beste Katze in diesem Universum
    Dämmerfrost..,
    Ich weiß noch, wie man mir den roten Karton mit der grellgelben Schleife in die Arme drückte. Die Person rannte weg, bevor ich etwas fragen konnte. Du miautest im Karton und ich öffnete den Deckel. Während du mich mit deinen großen, gelben Augen anschautest, dankte ich im Stillen dieser Person. Es war vielleicht falsch von ihm, sofort wegzulaufen, aber ich vergaß es sofort, als das kleine Wesen in meinen Händen schnurrte und sich auf den Rücken drehte. Wir standen auf dem Bahnhof, ich kam gerade aus der Stadt. Du lecktest mich mit deiner kleinen Zunge am Daumen und ich beeilte mich nachhause. Deine kleinen Pfoten wärmten meine Handflächen, besser als jeder Taschenwärmer, besser als eine warme Heizung oder ein knisternder Kamin. Ich schloss die Tür mit meinem Schlüssel auf und du sahst zum ersten Mal meine Wohnung. Keiner war zuhause, ich stöberte die Küchenschränke nach irgendetwas durch, das ich dir geben konnte, während du auf meiner Schulter saßt uns mir ganz genau zusahst. Ich fand schließlich eine kleine Tüte Nassfutter für Junge, das meine Mutter letztens zur Probe an der Kasse bekommen hatte. Ich fand außerdem noch eine flaches Schüsselchen, wo ich das Nassfutter reinkippte. Ich wusste nicht, wie alt du warst, jedenfalls fraßt du fast das ganze Futter und lecktest dir das kleine Mäulchen. Ich massierte dein warmes Bäuchlein um die Verdauung anzuregen, wie es eine Katzenmutter mit ihrem kleinen tun würde. Gerade da fiel mir ein, dass du keinen Namen hattest. Ich betrachtete dich. Dein dunkelgraues Fell war schon recht lang, deine hellgraue Brust gefiel mir mindestens genauso wie deine hellgraue Schnwazspitze. Ich mochte alles an dir, du warst einfach perfekt. Und so beschloss ich, dich Dämmerjunges zu nennen. Ich schätzte dein Alter auf ungefähr drei Monde und zählte ab da weiter. Jetzt hattest du am 21. Januar Geburtstag.
    Die nächsten Nächte verbrachtest du schlummernd in meinem Bett, nach 1 Mond hast du begonnen, in deinem weichen Nest zu liegen und meinen Schlaf zu überwachen. Das erste, was ich morgens tat, war, dir deinen flauschigen Kopf zu kraulen und eine Runde zu kuscheln.
    Die Zeit verging schnell, bald warst du schon deutlich größer, und es wurde Zeit für dich, Schülerin zu werden. Es war so toll, zuzusehen, wie du Minutenlang in den Büschen hocktest, um mir dann mit hocherhobenem Schwanz eine Maus oder ein kleines Vögelchen vor die Füße legtest. Ich war so stolz aus dich, Du machtest große Fortschritte und ich beschloss, dich zur Kriegerin zu machen. Zwei Tage lang wog ich mögliche Namen ab und blieb schließlich bei Dämmerfrost. Du hattest zu dieser Zeit bereits deinen Charakter erworben. Du warst nur lieb und nett zu Menschen, die du gut kanntest und ungefähr berechnen konntest. Zu unbekannten hieltest du dich eher skeptisch.
    Die Jahre verflogen wie ein Augenblick. Du hattest deinen siebten Geburtstag hinter dir, als ich Gestern Abend auf den Balkon trat. Ich hatte eine blaugraue Jeans und eine Mintgrüne Jacke an und meine Füße steckten in gemütlichen Hausschuhen. Ich rief drei Mal nach dir, du kamst nicht wie üblich über durch die hohen Grashalme zu mir gelaufen. Ich vermutete, das du vielleicht etwas weiter auf Jagd warst. Ich kehrte zurück ins Wohnzimmer und ließ die Balkontür für dich offen. Es schlug neun Uhr, von dir war keine Spur zu sehen. Ich zog mir eine Mütze über, nahm eine Taschenlampe. Der Lichtkegel huschte über die Straße. Ich hatte keine Ahnung, wo ich meine Suche beginnen sollte, es war schon stockdunkel. Die Glocke schlug zehn Uhr, ich fröstelte bereits.,, Dämmerfrost!“, rief ich aus, zähneklappernd. Ich nahm etwas wahr. Es war nicht mehr als ein schwaches Ächzen, aber ich wusste sofort, von wem. Ich drehte mich hektisch um meine Achse, die Taschenlampe beleuchtete das Feld um mich herum. Und da lagst du, in deinem Maul war eine kleine Maus, du warst fast vollständig mit Blut verschmiert. Mein Herz blieb vor Schreck um dich für einen Augenblick stehen. Ich warf die Taschenlampe auf den Boden und kniete mich vor dir auf die kalte Erde. Dein gelber Blick wirkte benebelt und ich tastete nach der Taschenlampe. Meine andere Hand strich über deinen Kopf. Dein Ohr zuckte, es war ein kaum merkliches Zucken aber ein Zucken. Ich fand die Taschenlampe und beleuchtete deinen Körper. Ich erstarrte. Mein Blick fiel auf die Straße, neben der wir saßen.,, Dämmi…“, schluchzte ich und berührte ehrfürchtig ich und berührte ihre linke Hinterpfote. Die war völlig verdreht, ich hätte sie wahrscheinlich nicht als Katzenpfote identifizieren können. Ich hob dich behutsam hoch, als wärst du ein kleines zerbrechliches Kind. Du schnurrtest leise, ich konnte es kaum hören. Tränen rannen mir die Wangen herunter, während du langsam deine Augen schlosst. Dein Schnurren verklang in meinen Ohren. Ein dumpfer Schlag. Deine Kiefer waren geöffnet, die Maus war auf den Boden gefallen. Ich stand reglos da, während die Wärme schon aus deinem Körper wich. Ich trug sich nach Hause, mitten in der Nacht machte ich mich daran, ein Loch in meinem Garten zu graben. Du lagst neben mir, ich hatte dich in deine Lieblingsdecke gewickelt. Die Maus hatte ich in einen kleinen Stoffbeutel verstaut. Dann ging ich in den Keller. Nach langem Suchen fand ich schließlich die Box. Mir fiel erst jetzt auf, dass sie aus Metall war, von innen mit Samt ausgepolstert. Ich trug sie nach draußen, nahm dich hoch. Das letzte Mal hielt ich dich in meinen Armen. Ich legte dich in die Kiste, du passtest immer noch rein. Ich legte dir die Maus in die kleine Lücke zwischen dir und der Samt wand der Box. Einige Minutenschaute ich euch an, eure Stoffbedeckungen. Dann stellte ich dich und deinen Fang in die Aushöhlung in der Erde. Ich bedeckte die Box mit Erde. Im Wohnzimmer stand ein prächtiger Blumenstrauß, ich suchte die schönsten Blüten heraus und legte sie auf dein Grab. Ein Kreuz hatte ich nicht, also bastelte ich zwei Stöcke zu einem Kreuzähnlichen Gestell und machte es mit etwas Erde am Kopf des Grabes fest…

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