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Mojas Reise

Stell dir vor, du müsstest eine weite, gefährliche Reise unternehmen. Nur mit ein wenig Gepäck und Leopardjunges Esa. Genau das ist Moja passiert....

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    Der Beginn

    „Hast du wirklich das Gefühl, ich überlebe das?“, fragte ich mit leiser, gebrochener Stimme und grub meine Fingernägel in die kühle Erde. Zu gross war die Gefahr, dass ich sonst vor Orion, dem tapferstem Jungen des Volks, losgeheult hätte. „Ich meine, dass ist was ganz Anderes als mit dir hier in der Natur“. Orion, ein grosser, braunhaariger Junge, der von der Ausstrahlung und dem Körperbau eher an einen 20- Jährigen Mann, als an einen Jugendlichen, von gerade mal 15 Jahren glich, nickte langsam und fuhr sich durch das pechschwarze Haar. „Klar schaffst du das! Du bist nicht die Einzige. Dein Ziel ist es, vor anderen Kindern in deinem Alter anzutreten. In Natur Disziplinen. Dass schaffst du doch locker“. Ich musste Lachen. Doch es war kein fröhliches Lachen, sondern eher ein trauriges. Gerne würde ich Orion glauben, aber es stand schlecht um mich und auch wenn Orion, der mit seinen grünlichen Augen, die mich immer an die Bäume im Frühling erinnern, und der ruhigen Art, wie ein erfahrener Abenteurer erinnert, wusste ich genau, dass auch er Zweifel hatte. Zweifel ob ein normales Mädchen wie ich, dass aus einem Dorf im Dschungel stammte, es schafft, gegen andere in meinem Alter anzutreten, um im Fall dass ich gewinne, zurück in meine Heimat zu kehren. Seufzend rappelte ich mich auf und pflückte die angetrocknete Erde von meinen Fingern, denn mittlerweile war es mir egal, ob ich weinte, denn es verhinderte nichts. Ich musste gehen, egal was ich machte, egal was ich sagte. Und da hörte ich es schon. Der Gong. Im Wald, wo wir uns aufhielten, hörte man ihn nur leise, doch trotzdem nahmen meine Ohren die Töne wie Schmerzen auf. Grausamen Schmerzen, die sich ausbreiteten und dann kam es wie es kommen musste. Tränen liefen mir die Wangen hinunter, tröpfeln auf den erdigen Boden, bis sie schliesslich in den Waldboden hineinfliessen. Schnell wischte ich sie mit dem dreckigen Ärmel meiner Jacke weg, doch meine dunklen Gedanken konnte ich nicht einfach so wegwischen: Was wird passieren, wenn ich es nicht schaffe, mich gegen andere 15- jährige in Sport „Spielen“ in der Natur durchzusetzen? Na ja, auf jeden Fall sind die Verlierer noch nie zu ihrem Heimatdorf zurückgekehrt....



    Danke fürs Lesen des 1. Kapitels!❤️ Lasst einen Kommi hier!

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    Der Anfang der Reise


    „Du wirst das schaffen! Ich glaube an dich“, flüsterte meine Schwester Kyla mir ins Ohr und drückte mich fest. In ihren Armen fühlte ich mich geborgener denn je. Es schien, als würden wir die gleiche Wärme und die gleichen dunklen Gedanken teilen, in diesem Moment. Ein Moment, der alles um mich herum vergessen liess. „Moya! Esa! Zum Bus!“. Ohne ein weiteres Wort, löste ich mich aus der Umarmung meiner Schwester und watete durch den Schlamm, der sich im Dorf gebildetet hatte Richtung Bus. Hinter mir hörte ich das verzweifelte Weinen meiner Schwester und das Flehen, das ich mich noch einmals umdrehen soll, doch ich tue es nicht. Ich kann es nicht. In die Augen meiner Freunde und Familie schauen, die von Trauer geprägt sind.
    Auf der ganzen Fahrt, sprach ich nicht ein Wort, sondern beobachtete einfach still, wie sich immer mehr Natur zwischen mich und meine Heimat schob. Eine Heimat, die ich nie wieder sehen würde. Nie mehr wieder..

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