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Really over?

Kalter Regen läuft langsam über meine Schultern, dein Gesicht nur noch ein Abbild von Dunst und Rauch, wie kam es?

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    Stehe da,
    Stehe ganz stumm,
    wie das kleine böse Männlein,
    nur ohne die Axt,
    stehe stumm im düsterem Walde,
    stehe still und warte auf dich,
    du, wer bist du?
    Derjenige, die dafür sorgt, dass ich mich hinaus in die Kälte quäl'?
    Wer bist du, dessen blasses Gesicht mir Angst und Schrecken ist?
    Dessen süße Lippen ich nicht wagen kann, zu vergessen.
    Wer bist du, dass ich mich vergesse, wenn ich dich vergesse?
    Der Wald, in dem ich stehe, wächst dicht, ich kenne ihn, jeden Winkel, jeden Baum, jeden Vogel, der hier ein Lied abstimmt, trägt einen Namen, einen Namen, ausgedacht mit viel Liebe und Sorgfalt von mir.
    Wundervolle Namen,
    wundervolle Namen, wie du sie mir, dem namenlosen Gespenst, gibst.

    Ich werde unruhig, die Nervosität hinter meiner Stirn scheint sich auf meinen Körper zu übertragen. Ich stehe nicht mehr still, falte immer wieder meine Finger zu seltsamen knochigen Gebilden,
    stehe, leise vor mich hinsummend, auf deine Ankunft,
    auf den vollen Klang deiner sanften Stimme,
    auf dieses Lächeln,
    auf diesen Menschen,
    auf die Person, die der Meinung ist, mich besser zu kennen als ich es selbst tue.

    Auf die Person, die ich besser kenne, als sie sich selbst.

    Wo bist du? Wo ist das Abbild, welches ich so krankhaft vergöttere, diese Augen, die mich vergessen lassen, was du tust, diese wundervollen anmutigen Bewegungen.

    Du enttäuschst mich natürlich nicht, du wirst ganz bestimmt auch kommen.

    Es ist nicht nicht so, dass du dich heute morgen nicht gemeldet hast, sicherlich bist du jetzt schwer beschäftigt.
    Hast keine Zeit für deine kleinen Zeitvertreib.

    Bitte kläre mich nicht darüber auf, ich vertraue dir blind und ich hinterfrage nicht. Ich bin blind und dadurch blöd.

    Auf einmal höre ich Donner, höre, wie der Himmel anfängt, sich mit vollster Gewalt über mir zu entladen.

    Ich habe keine Angst, auch nicht, als die Gewitterschwaden immer näher kommen, denn ich weiß,
    du wirst kommen.


    Ich höre Schritte, endlich kommst du, endlich.

    Hast mich jetzt lange genug warten lassen. Ich höre sie immer näher, es sind schwere Schritte, wie Blei scheinen sie sich über den nassen, vom Regen glitschig gewordenen Waldboden zu bewegen. Du kommst mir immer näher, schon spüre ich deinen warmen Atem in meinem Nacken.

    Es ist inzwischen dunkel, aber ich vertraue dir blind.
    Drehe mich vorsichtig und langsam zu dir um, meine Liebe, freue mich, dich endlich in die Arme schließen zu können,
    doch anstatt einer Erwiderung meines krankhaften Lächelns,
    erhalte ich einen harten Schlag in mein Gesicht,
    mein Blick streift zu dir, oder zu der Person, die ich zu dir machen wollte,

    Stumm steht er da,
    Kalt.
    Ähnlich schwer wie seine Schritte.
    Eine verblasste Erinnerung ganz nah.
    Er nimmt meine Hand, schüttelt meine vom Regen feuchte Hand, reißt mich am Arm zu sich,
    widerliche Nähe. Unerträgliche.

    Er schreit. Ich schweige.
    Schweige und versuche, das nicht vorhandene Schulgefühl für meinen Betrug langsam in mir aufzubauen, doch da ist nur gähnende Leere, die sich mit meinem Hass und meiner Wut verbindet.

    Ich gucke ihn nicht an.
    Er hat mich verletzt.
    Ist keines Blickes wert.

    Wo ist Sie? Eine Frage, zwei zerrissene Seelen, eine hat Gewissheit, doch die Andere irrt umher.

    Sie ist Zuhause, da wo sie seien sollte.

    Mein Gesicht färbt sich rot, endlich kann ich vorspielen, Scham zu empfinden.

    Was weißt du?

    Er steht da, ruhig, wie ich es vorhin tat. Wie kann er eigentlich so ruhig sein, sein Gesicht regungslos, seine Hände zusammengefaltet, zu einem Gerüst aus dicken Fingern, an beiden Ringfingern einen Ring, die Gleichen, die ich immer zu meinen Treffen mit ihr abnehme.

    Du solltest nicht fragen, was ich weiß, Du solltest lieber fragen, was sie weiß.

    Ich zucke zusammen. Tränen schießen mir in die Augen, das tat mehr weh, als alles, was er tun konnte. Das war mehr Schmerz.

    Wie aus der Ferne höre ich schwebende Schritte, sich uns langsam nähernd.
    Ich kenne sie, kenne sie zu gut.
    Ich fühle sie, fühle sie zu gut.
    Ich verliere nicht ihn, er ist schon lange weg, nein. Es ist Sie, deren Verlust schmerzt, denn ich weiß, was sie von mir denken wird.

    Die Person, die ich am Allermeisten liebe, betrüge ich am Meisten.

    Ich rieche ihr wundervolles Parfüm, verschwommen kann ich sie noch betrachten.

    Schmerz. Schrecklicher. Hinter meiner Stirn, ein Blitz in meinem Kopf, eine Gewissheit, die mich zum Rennen veranlasst.

    Eine Hoffnung, die zerschlägt.

    Wenn er es nicht gewusst hätte...

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