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Deutschland: ein (Erfahrungs)bericht

Meine Erfahrungen, Erlebnisse und Meinung von Deutschland in einem kurzen Bericht

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    Vorwort

    Dieser Bericht ist alleine aus meiner Sicht geschrieben, die durch meine Erfahrungen entstanden ist.
    Hierbei werde ich nicht auf allzu persönliche Erlebnisse eingehen, sondern eher über das, was ein Land ausmacht schreiben.
    Zu mir, um zu zeigen, woraus meine Sicht besteht; Ich bin in einer Großstadt in Griechenland geboren und aufgewachsen mit drei Schwestern und einer hier gewöhnlichen Großfamilie. Eine meiner Schwestern ist bei der Geburt gestorben. (Gut, ich habe versprochen, nicht zu familiär zu werden.) Als ich 10 Jahre alt war, mussten wir aus finanziellen Gründen nach Deutschland gehen. Dort blieben wir für 3 Jahre und kamen dann zurück in unsere Heimat. Bereuen tue ich die Jahre im Ausland nicht, auch wenn Vieles nicht einfach war.

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    Die Ankunft als Fremde

    Die Ankunft war nicht gerade sehr einladend. Ein trüber Nachmittag mit Regen. Einige Stunden zuvor, noch in Griechenland waren 42 Grad gewesen. Ich war etwas enttäuscht. Die Bilder, die ich von Deutschland gesehen hatte, waren von Grüne und Klarheit. Hier aber war nur stickiges Grau und ungewöhnliche Leere. In einer Kleinstadt.
    Vielleicht wäre ich weniger traurig gewesen, wenn der Kontakt zu meiner restlichen Familie und Freunden gut möglich gewesen wäre. Aber das war er leider nicht. Ich musste einen Neuanfang machen. Auch von dem Haus war ich sehr enttäuscht. (Siehe Kapitel 6)
    Die Nachbarn sahen uns nur schweigend an, bildeten ihre Urteile.
    Die Zimmer waren staubig und ebenfalls stickig. Als Erstes öffnete meine Mutter alle Fenster. Dann wollte sie etwas zu Essen kaufen, mein Vater kümmerte sich um die Verträge, Dokumente, Einreise und Sonstiges. Wir Kinder waren also alleine. Als meine Schwester in den Staub fasste und sich die Hände waschen wollte, lief braun/gelbes Wasser in das Waschbecken. Auch die Lichtschalter funktionierten nicht.
    Dann kam unsere Mutter wieder. Ich dachte eine Erlösung - Essen. Bevor sie losgegangen war, hatte sie in einem Wörterbuch die Worte "Essen" und "schnell" gesucht. Jedenfalls kam sie mit Fertigpizza wieder. Ein typisch deutsches Gericht, wie ich zuerst dachte.
    Nun, das Problem war; der Ofen blieb kalt. Auch er funktionierte nicht.

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    Ein anderes Leben

    Es gab viele Veränderungen. Angefangen hat es bei der Schule, vom Unterricht bis hin zu meinem Namen.
    Die Schule ist weniger streng, die Schüler dürfen oft tun, was sie wollen obwohl es viele Verbote gibt. An meinem ersten Schultag sprach ich noch fast gar kein Deutsch. Vielleicht habe ich deswegen keine Freunde gefunden und wurde benachteiligt.
    Zuerst musste ich mich vorstellen. Mein Vorname wurde nicht akzeptiert. "Wir reden unsere Schüler nicht mit Kurzformen oder Spitznamen an" sagten sie und ich wurde Helena. Diesen Namen habe ich dann in der Schule behalten.
    Auch die Stadt und der Alltag waren ganz anders, nicht nur, weil ich von einer Großstadt in eine kleinere Stadt gekommen war. Vieles war ruhiger, und man musste ruhiger sein. Manchmal war es auch sehr angenehm, zu wissen, dass ein Bus pünktlich kam oder dass Versprechen fest eingehalten wurden.
    Je besser ich Deutsch sprechen konnte, desto einfacher wurde es auch für mich.
    Wenn nicht das Heimweh gewesen wäre, wäre einiges sogar recht schön gewesen. An anderes musste man sich erst gewöhnen. Zum Beispiel, dass die Leute in der Stadt im Sommer Kleidung trugen, die ich nur vom Strand kannte. Kleider, die sehr freizügig waren. Zu freizügig für die Innenstadt wie ich es kannte. Oder auch, dass alles streng geregelt war, und trotzdem viel herabgekommen war, unachtsam zerstört. Häuser, an denen Zeichnungen waren, verschmutzte Verkehrsschilder,
    Parks mit Wiesen, die man - wollte man nicht in Berührung mit Ausscheidungen undefinierbar ob von Hunden oder Menschen kommen - besser nicht betrat.
    Im Allgemeinen lebten wir mehr für uns alleine in Deutschland, geschäftiger, weniger Belustigung.

    4
    Die Leute und Landschaft

    Ich finde, man kann die Deutschen und die Landschaft ihres Landes gut miteinander vergleichen. Sie sind anders, als man von ihnen hört. Und sie sind gänzlich verschieden.
    Im Gesamten sind sie gut, aber dann gibt es einige, die den guten Eindruck zerstören.
    Manche sind abweisend, trocken oder grau. Aber manche sind einladend, herzlich und freundlich. Oft etwas schlicht und sparsam, aber auf ihre Art gut. All das kann man auch über die deutsche Landschaft sagen. Sie ist im Gesamten einfach gehalten und nicht verschwenderisch. Viele Orte sind schön, aber manche passen nicht ganz in das schöne Bild, sie ziehen den Eindruck hinunter. Ich möchte hier nicht irgendwelche Vorurteile veröffentlichen, ich rede nur von den Deutschen, die ich kenne. Die meisten der Klischees treffen nämlich gar nicht zu. Sie können Spaß verstehen, sie sind nicht unbedingt spießig. Dafür sind Deutsche aber auch nicht immer übertrieben genau und diszipliniert wie man so oft hört.

    5
    Kultur

    Wirklich viel sagen kann ich nicht von der deutschen Kultur. Sie ist etwas verblasst, verwischt und sehr amerikanisch. Einiges Klassische gefällt mir, aber es wurde - wie gesagt - viel verdrängt.
    Das Essen in Deutschland ist Geschmackssache. Mir selbst schmeckt nicht alles. Kohl zum Beispiel nicht. Oder auch wird mit Bier etwas übertrieben.
    Deutsche Feiertage gefallen mir, so wie sie dort gefeiert wurden, wo wir lebten. (Vielleicht feiert man in verschiedenen Regionen unterschiedlich?)
    Besonders die Osterfeuer in der Osternacht, Fronleichnam oder das Feuerwerk zu Silvester.

    6
    Politik und Wirtschaft

    Die deutsche Politik ist stark vom zweiten Weltkrieg geprägt. Damit meine ich allerdings nicht, dass sie rechts und nationalsozialistisch ist, sondern im Gegenteil - Deutschland hat Angst, schämt sich und versucht, das Gegenteil zu beweisen. Heute ist Deutschland ein hilfsbereites Land. Was zu rechts ist, wird versucht vernichtet zu werden. Dadurch ist leider auch Nationalstolz ein Fremdwort. Auch wenn sich das Land ihn verdient hätte, besonders durch die Wirtschaft. Produkte, die in Deutschland hergestellt wurden (gibt es aber leider immer weniger) haben meistens gute Qualität. Auch viele deutsche Erfindungen sind brauchbar.
    Allerdings ist sie oft unlogisch. Wie kann es sein, dass ein herabgekommenes Haus billiger ist, als eine gute Wohnung?

    7
    Die deutsche Sprache

    Deutsch ist eine schöne Sprache. Für Nichtmuttersprachler aber eine Katastrophe! Unendlich viele Ausnahmen, Konjunktionen, ...
    Öfter bin ich daran verzweifelt.
    Sie stellt klar, wieso manche Deutsche sich unhöflich ausdrücken; es gibt oft keine richtigen Ausdrücke, die höflich klingen.
    Vom Klang her an sich ist sie hart und etwas geleiert. Trotzdem hat sie etwas an sich, das mir gefällt. Auch wenn sie paradoxe und sehr lange Wörter hat; man hat wenigstens etwas zu lachen. Zum Beispiel wenn man sich das Wort "Selbsthilfegruppe" näher ansieht; hilft man sich selbst, oder hilft diese Gruppe?
    Lustig ist auch, wenn man sich zum Beispiel "Nacktschnecke" wörtlich übersetzt. In Englisch wäre das "naked snail". Was dachten sich die Leute? Eine Schnecke aber ohne Haus. Also nackt. Eine nackte Schnecke. Wieso also nicht Nacktschnecke? Verwirrend sind auch Sätze mit 3 mal "das" hintereinander.
    Diese Sprache hat Humor, und ich finde, es hat sich gelohnt, sie zu lernen.

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    Eine Reise durch Deutschland - Abreise

    Der Schluss ist immer das Schönste, so war es mit meinen Jahren in Deutschland, und so will ich es auch hier erzählen.
    Es lag an zwei Dingen; endlich wieder die Heimat, die Familie und Freunde zu sehen und eine Reise durch Deutschland zu machen. Ja, das meiste von Deutschland habe ich auf dem Rückweg gesehen. Auf dem Hinweg waren wir geflogen, während dem Aufenthalt waren wir gar nicht gereist und auf dem Rückweg hatten wir kein Geld für den Flug, sodass wir ein Auto mieteten. 21 Stunden Fahrt also. Meine Familie machte immer aus jeder Sache das Beste. Also entschlossen wir uns, auf Umwegen zu fahren um noch möglichst viel von dem Land, in dem wir gelebt hatten zu sehen. So sah ich die meisten Städte und Regionen von Deutschland. Ich möchte, dass unser Wohnort unbekannt bleibt, und fange daher in Köln an. Als wir nach Köln kamen, waren wir schon ungefähr 100 bis 200 Kilometer gefahren.
    Es regnete wieder einmal. Das erste, was wir von Köln sahen, war der Dom. Obwohl wir noch auf der Autobahn waren; es muss eine wirklich große Kirche sein! Sie gefiel mir, auch wenn alles trüb war vom Regen. Später, als wir von der Autobahn abfuhren, hörte es auf - man sah die Sonne ein wenig. Man glaubte, in einer anderen Stadt zu sein. Alles wirkte anders, fröhlicher und das Grau war völlig verschwunden. Köln gefiel mir sofort besser.
    Leider hatten wir nicht sehr viel Zeit um sie genauer zu sehen.
    Später kamen wir nach Bonn, Frankfurt und Würzburg. Von den Städten haben wir nicht besonders viel gesehen. Im Allgemeinen hat mir Bayern am Besten gefallen. Dort war es ganz anders, als ich unseren Wohnort beschrieben habe und die Leute an den Tankstellen waren die Freundlichsten, die ich in Deutschland erlebt habe. Danach fuhren wir über die Tschechische Grenze, Richtung unserer Heimat.

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