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Allein bis an mein Lebensende

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    Manchmal frage ich mich wieso. Wieso muss es ausgerechnet meinen Körper als Wohnsitz ausgesucht haben? Egal, wie lang ich darüber nachdenke, mir fä
    Manchmal frage ich mich wieso. Wieso muss es ausgerechnet meinen Körper als Wohnsitz ausgesucht haben?
    Egal, wie lang ich darüber nachdenke, mir fällt einfach kein Grund ein. Es hat mir schon so viel Leid zugefügt, obwohl es doch auch gleichzeitig mein „Freund" ist. Doch das, was es getan hat, kann ich einfach nicht verzeihen. Es hat so viele Menschen umgebracht.
    Meinen Bruder, meine Mutter, meinen Großvater und viele andere, unschuldige Menschen. Jeder, der versucht, mir wehzutun, stirbt. Und deshalb haben sie auch alle Angst vor mir.
    Niemand will sich mit mir im selben Raum aufhalten.
    Niemand geht auf der selben Straßenseite wie ich.
    Niemand mag mich.
    Ein furchtbares Leben. Mein Herz musste schon so viele Schmerzen erfahren. Meiner Seele wurde schon so viel Leid hinzugefügt. Irgendwann begann ich, mein Herz einzuketten und meine Seele in einen Käfig zu sperren. Manchmal tut es weh, doch es ist der einzige Weg, mich vor diesen verdammten Emotionen zu schützen. Und es hilft. Zumindest meistens. Einmal, als ich die anderen Kinder fragte, ob sie mit mir spielen wollten, half es. Sie haben mich mit Steinen beworfen und immer wieder „Monster! Hau bloß ab! Lass uns allein! Verschwinde!" gerufen. Doch ich habe versucht, die Ketten um mein Herz zu straffen und habe den Schlüssel zum Käfig meiner Seele weggeworfen. Anschließend hat es sie alle umgebracht.
    Als ich glaubte, endlich ohne jegliche Gefühle zu leben, kam mein Vater.
    Und zerstörte alles wieder.
    Er meinte, er könnte mir nie verzeihen, was ich mit Mutter gemacht habe.
    Ich... Ja, ich war es. All die Jahre habe ich mir eingeredet, dass es für alles verantwortlich war.
    Ich habe mich getäuscht.
    Papa wollte mich töten... Doch dann tötete das Monster ihn. Oder besser gesagt, ich... Er hat mich nie geliebt. Das sagte er selbst, als er im Sterben lag.
    Und nun stehe ich hier.
    Eisblaue, hasserfüllte Augen.
    Schwarze, ledrige Haut.
    Rotes, zerzaustes Haar.
    Es ist wieder erwacht und wartet nur noch auf sein nächstes Opfer.

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