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Black shadow, yellow eyes ~ Creepypasta

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Es ist Abend, fast neun, und mein Vater und ich haben nichts besseres zu tun als RTL zu gucken, und das auch noch mit einem so unfassbar schlechtem Empfang, dass ich den Fernseher am liebsten sofort aus dem Fenster werfen würde. Doch wenn ich das machen würde, hätten wir ja wirklich gar nichts mehr mit dem wir uns auch nur ansatzweise beschäftigen könnten. Natürlich, wir hatten auch ein paar Bücher, doch die waren alle schon so alt, dass sie bereits auseinander fielen, von unserem SchrottPC ganz zu schweigen. Gesellschaftsspiele spielen war mit meinem Vater auch unmöglich, schliesslich war er Alkoholiker und hasste das Gefühl, wenn er verliert. Schon viel zu oft hatte er mich dabei verprügelt, und viele hatten mich schon gefragt, warum ich denn nicht bei ihm auszog, schliesslich war ich alt genug und könnte bestimmt bei Freunden unterkommen. Doch es ging nicht. Es ging nicht, und ich wollte nicht. Denn obwohl mein Vater so ein riesiges Arschloch war, er ist das einzige Familienmitglied dass mir bleibt, meine Mutter hatte sich bereits vor zwei Jahren aus dem Staub gemacht, bis man sie erhängt im Wald hinter unserem Haus gefunden hat, und meine Großeltern und entferntere Verwandte wollten gar nicht erst mit uns reden. Ich glaube sie haben Angst vor meinem Vater, wegen seinen Aggressionen, doch ich liebte ihn, er war immer für mich da, wenn ich ihn brauchte. Dank ihm musste ich nicht zur Schule. Zwar hatte ich nur wenig Freunde, welche auch nur aus meiner winzigen Nachbarschaft bestanden, aber diese reichten mir um glücklich zu sein, warum wollten die Menschen immer mehr? Ausserdem wollte ich hier nicht weg, weil dieses Haus auf mich etwas wie eine magische Anziehungskraft ausübt, jeden Tag konnte man hier etwas Neues finden, und der Wald liegt direkt nebenan.
Ich liebe den Wald. Er ist so geheimnisvoll, so dunkel und mysteriös. Während ich hier neben Vater sitze schaue ich oft durch die großen, staubigen Scheiben hinaus und sehe immer wieder etwas Neues. Hin und wieder hört man einige Tiere kreischen. Als ein kleiner Fuchs über unsere Terrasse huscht wende ich meinen Blick wieder auf den Fernseher. >Du, Papa, wenn man so überlegt, ist unser Haus ja echt total Klischeehaft, wie in einem Horrorfilm, oder nicht? ich meine, alles ist staubig und alt. Wir wohnen direkt neben dem Wald. Lustig, dass uns noch niemand ermordet hat.< Mein Vater antwortet in Form eines lauten Grunzens und schenkt mir keine weitere Beachtung. Ich seufze und erhebe mich aus dem Sofa, um nach oben in mein Zimmer zu gehen.
Sogar die verdammte Treppe knirschte bei jedem Auftritt, und die Lampe in meinem Zimmer gab nur die nötigste Menge an Licht ab. So konnte ich grade mal die Umrisse meines Bettes erkennen. Ich warf mich darauf, doch bereute es sofort, da es sich anfühlte, als würde es direkt durchbrechen. Komm schon, warum können wir nicht mal renovieren? ich hab zwar sonst kein Problem mit dem Haus, doch manchmal nervt es schon, wenn alles fast zusammenfällt. Ich lehne mich an die Wand und lege meinen Kopf in den Nacken. Das ist meine normale Position, um nachzudenken, aber meistens dachte ich nicht wirklich nach. Ich überlegte viel mehr, wie mein Leben aussehen würde, wenn ich nie hier gewohnt hätte. Würde meine Mutter noch Leben? Wäre mein Vater ganz normal? Hätte ich viele Freunde, vielleicht sogar eine richtige Beziehung? Doch wer brauchte schon so etwas, wenn man den Wald hatte?

Der Wald war mein Leben, mein einziger wahrer Freund, so mysteriös und dunkel...

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