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Silbersterns Verrat

>...Wütend starrte Silberstern in die kaltenen Augen Efeuglanzes'. Eufeuglanz' grüner, siegessicherer Blick war fest auf die erfahrene Anführerin gerichtet. Diese war fest entschlossen für den Wald zu kämpfen, trotz dessen das die Clans sie noch vor ein paar Mondaufgegängen mit misstrauischen Blickten begutachteten. Aber sie würde sich in den Endkampf stürtzen, auch wenn das ihren Tod bedeutete...<

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    ((bold)) ((unli))((big))DIE HIERACHIE DER KATZEN((ebig)) ((eunli)) ((ebold)) ((bold)) FEUERCLAN ((ebold)) Anführer FLAMMENSTERN – orangefarbener Ka


    DIE HIERACHIE DER KATZEN


    FEUERCLAN

    Anführer FLAMMENSTERN – orangefarbener Kater

    Zweite SCHWANENFLUG –
    Anführerin schwarze Kätzin mit
    grauen
    Flecken;
    Mentorin von DUNKELPFOTE

    Heilerin BLATTWOLKE – schlidpattfarbene Kätzin

    Krieger (Kater und Kätzinnen ohne Jungen)
    PFIRSICHKRALLE – kleiner, braungetigerter Kater;
    Mentor von BLAUPFOTE
    LOTUSBLATT – sandfarbene Kätzin mit grünen
    Augen
    HIMMELFEDER – große, weiße Kätzin;
    Mentorin von BIENENPFOTE APFELDUFT – beiger Kater mit goldenen Augen
    FINKENGOLD – braungetigerter Kater mit
    weißen Flecken auf der Brust
    LICHTFEDER – graue Katze mit weißen Pfoten
    NACHTWIND – drahtiger, schwarzer Kater
    HAGELFALL – grau marmorierter Kater mit
    schwarzer Schweifspitze
    FLIMMERNASE – rote Kätzin mit weißer Brust
    STAUBPELZ - hellgrauer Kater
    MINZBLATT – honigfarbene Kätzin mit blauen Augen; Mentorin von LAVENDELPFOTE


    Königinnen (Kätzinnen die Jungen erwarten oder
    aufziehen)
    FLUSSSPRUDEL – weiße Kätzin mit braunen Streifen; Mutter von GOLDJUNGES und DORNENJUNGES
    HASELPELZ – haselnussbraune Kätzin; Mutter von TRÄNENJUNGES und TULPENJUNGES


    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im Ruhestand)
    WALDFROST – schwarz-getigerter Kater mit
    PAPPELWOLKE – kleine, braune Kätzin mit weißen Flecken
    REIHERFEDER – schwarze Kätzin mit grauer Schnauze wegen Alter; älteste Katze im FeuerClan

    ERDCLAN

    Anführer SEELENSTERN – weiße Kätzin mit geheimnisvollen,
    blauen Augen

    Zweiter
    Anführer REHSCHWEIF – hellbraune
    Kätzin mit weißen
    Flecken an der Flanke

    Heiler STURMFEDER – weiße Kätzin mit silberner Pfote

    Krieger (Kater und Kätzinnin ohne Jungen)
    MONDLICHT – blaugrauer Kater
    DACHSFANG – schwarz-weiß gestreifter Kater;
    Mentor von ADLERPFOTE
    LEUCHTSCHWEIF – haselbraune Kätzin; Mentorin
    von AHORNPFOTE
    NACHTSTREIF – dunkelgrauer Kater

    MORGENLICHT – beige Kätzin mit dunklen Pfote
    ZAPFENFLAMME – grauer Kater mit roten Streifen

    Königinnen (Kätzinnen die Jungen erwarten oder
    aufziehen)
    MARDERKLAUE – braune Kätzin mit dunklen Streifen; Mutter von MOOSJUNGES
    FICHTTENNASE – schwarze Kätzin; Mutter von
    STREIFENJUNGES und WINTERJUNGES

    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im
    Ruhestand)
    GRASSCHWEIF – graue Kätzin


    WASSERCLAN

    Anführer SCHNEESTERN – weiße Kätzin mit
    bernsteinfarbenen Augen

    Zweiter ECHOHALL – graue Kätzin; Mentorin von
    Anführer NEBELPFOTE

    Heiler FUCHSGEIST – roter Kater; Mentor von
    LORBEERPFOTE

    Krieger (Kater und Kätzinnin ohne Jungen)
    SEEGLITZER – graue Kätzin mit weißen Sprenkeln
    HAFERNACHT – gelber Kater mit feinen Narben
    TIGERAUGE – dunkelbrauner Kater
    AMSELFLUG – braune Katze mit schwarzen
    Flecken
    FARNWIND – Kater in vielen Brauntönen
    GOLDFLAMME – goldene Kätzin mit bernstein Augen
    RABENSTURZ - kleiner schwarzer Kater
    SILBERBLITZ - blaugrauer Kater
    Königinnen (Kätzinnen die Jungen erwarten oder
    aufziehen)
    DONNERBLUME – cremefarbene Kätzin

    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im
    Ruhestand)
    POLLENBLICK – hellorangefarbener Kater


    LUFTCLAN

    Anführer ROSENSTERN – weißer Kater mit roten Streifen
    am Schweif

    Zweiter FALTERSCHLAG – sandfarbene Kätzin mit braunen
    Anführer Augen


    Heiler WINDBLÜTE – silbergetigerte Kätzin; Mentorin
    von WALDPFOTE

    Krieger (Kater und Kätzinnin ohne Jungen)
    FALKENAUGE – cremefarbener Kater mit braunen
    Punkten und Streifen
    WOLKENBLICK – weiße Kätzin mit dichtem Fell
    VOGELSANG – helle Kätzin mit grünen Augen
    SPINNENFARN – schwarzweißer Kater
    ROTPELZ – rostroter Kater; Mentor von
    BINSENPFOTE
    MANDELKORN – graue Kätzin mit gelben Augen

    Älteste (ehemalige Krieger und Königinnen, jetzt im
    Ruhestand)
    BACHNESSEL – alte, blaugraue Kätzin



    EISCLAN

    Anführerin WIESELSTERN – schwarze Kätzin mit weißen
    Streifen
    Zweite NATTERNBISS – hellgelbe Kätzin; Mentorin
    Anführer von FINSTERPFOTE

    Heiler KNOCHENBLÜTE – hellgraue Kätzin mit groben Pfoten

    Krieger (Kater und Kätzinnin ohne Jungen)
    GEWITTERSTREIF – hellbrauner Kater mit
    braunem Streifen über dem Rücken
    AKAZIENBLUT – dunkelbrauner Kater
    MALVENZWEIG – kleine schwarze Kätzin
    WESPENFLUCH – cremefarbener Kater mit
    schwarzen Streifen


    KATZEN AUSSERHALB DER CLANS


    BLITZ – breitschultriger, schwarzer Kater mit hellen Pfote;
    ehemaliger WasserClan Kater

    SPLITTER – kleine, braungetigerte Kätzin; ehemalige FeuerClan Katze

    SILBER – silberschwarz getigerte Kätzin mit schwarzen Ohrenspitzen

    WEISS - schneeweiße Kätzin mit schwarzen Ohrenspitzen

    SCHATTEN – kleiner schwarzer Kater

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    Prolog

    Dunkelheit ergriff die Blätter der Bäume und ein Sturm wütete wie eine wild gewordene Bache. Eine kleine schwarze Katze zitterte und rollte sich schützend um drei nasse Fellbälle. Ein breitschultriger, schwarzer Kater mit hellen Pfoten trat aus dem Dickicht und schaute sich um. „Geht es dir gut Splitter?“, fragte der Kater besorgt. Ein Lichtstrahl erleuchtete den Himmel, gefolgt von einem magerschütternden Donnerschlag. Die Kätzin nickte nur und hob den Kopf.
    Das Fell ihres Gefährten war dunkler denn je und seine sonst so weißen Pfoten waren mit einer Schlammkruste verdreckt. Er war sichtlich erschöpft, würde es aber nie zugeben. Erneut donnerte es. Ein starker Regen setzte ein und zerzauste ihnen die Pelze. „Komm wir suchen einen Unterschlupf“, meinte Splitter und erhob sich. Der dunkle Kater nickte bloß und schnappte sich zwei der wimmernden Bündel. Splitter selbst nahm das letzte und raste los. Der Regen peitschte ihr gegen das Gesicht und versperrte ihr jegliche Sicht. Verzweiflung packte sie. Es hatte noch nie so sehr gestürmt wie in dieser Nacht. Blindlinks lief sie weiter, immer gegen den Regen, gegen Schlamm in dem sie versank, gegen Böen gegen die sie eigentlich unmöglich ankämpfen kann.
    Aber sie wurde immer schneller und ihr Beine rannten so unbeschwert über das Heideland wie in Tagen an die sie mit dem Herzen zurückdachte. Es war der größte Fehler den man begehen konnte…, dachte sie traurig. Sie merkte wie sie aufgeholt hatte und blickte in das vom Wetter durchnässte Fell ihres Gefährten. Sein liebevoller Blick schaute ihr entgegen. Na gut, so schlimm dann doch nicht…, überlegte sie grinsend. Für sie selbst lohnte es sich nicht mehr, und sie hasste ihre ehemaligen Clangefährten dafür, dass sie solche Vorurteile gegenüber ihren Jungen geäußert haben. Sie haben mich und meine Jungen verstoßen. Sie verdienen sie nicht. Hätten sie nur erbarmen gehabt, hätten sie gesehen welche großartigen Krieger aus ihnen geworden wären. Und auch Blitz hätte eine Chance verdient. Aber nein, wir sind ja zu gefährlich! Alles was die Mäusehirne noch im Kopf haben ist ihre blöde Prophezeiung! meinte sie in Gedanken. Diese eine Prophezeiung erzählte von einer Katze die irgendwo dort draußen ist und dafür sorgen wird das Frieden einkehrt. Und bis dahin wollen sie die besten Voraussetzungen für diese Katze herstellen. Sie meinten HalbClan Katzen bringen nur Unglück sagten sie. Das ist doch irrsinnig! Aber eines stand fest. Sobald ihre Jungen alt genug waren, würde sie sie den Clans zeigen. Es musste einfach falsch sein. Wir wurden verbannt, weil wir uns lieben, und das ist kein Verbrechen. Blitz wäre in den FeuerClan gekommen! Traurig dachte sie an die unendlichen Blattgrünen in denen sie noch durch das Clanterritorium streifte, den Geruch von einem kleinen Wühler in der Nase der durch das Laub raschelt, das Raschen des Windes das ihn ihren Ohren braust und ihr Fell zerzaust. Ihr Gesicht wurde von der Sonne geblendet weshalb sie die Augen schließen musste. Doch ihr Traum an die alten Zeiten war verschwunden und sie spürte wieder den kalten Regen gegen ihr Gesicht peitschen. Sie atmete tief ein und lief weiter. Dornen rieben ihre Ballen blutig. Schweigend folgte sie Blitz welcher mit angelegten Ohren gegen den Wind lief. Das kleine silberne Junges zwischen ihren Zähnen quiekte empört als es beim Springen über den Fluss nass wurde. „Ruhig, alles gut“, wisperte Splitter dem Jungen so gut es geht ins Ohr. Kalte Wassertropfen liefen von dem kleinen Fellbündel herunter und das wütende quieken war nun auch von vorne zu hören. Beim näheren Betrachten der Umgebung kamen ihr der Kätzin die Hügelungen der Landschaft bekannt vor. An diesem Ort hatte sie mit ihrem Mentor ihr Kriegerprüfung abgelegt. Sie erinnerte sich an eine kleine Höhle, nicht großer als eine etwas größere Einbuchtung in einer Felswand, aber es sollte genügen. Mühselig trieb sie ihre vom Laufen müden Beine voran und ächzte. Trotzdem dauerte es nicht lange bis sie aufgeholt hatte und wisperte: „Hier in der Nähe befindet sich eine Höhle, etwas klein aber es sollte reichen. Sie nahm Blitz den kleinen schwarzen Kater ab und maschierte voraus. Je weiter sie gingen desto vertrauter wurden die Gerüche die ihr entgegenflogen, während ihr Gefährte nur die Nase rümpfte. Am liebsten hätte sie ihm jetzt einen spielerischen Klapps hinter die Ohren gegeben, aber sie hatte keine Kraft mehr und war kurz davor zusammenzubrechen. „Ich kann nicht weiter“, schluchze sie. Die Geburt war noch frisch, erst Sonnenhoch konnte sie die Kleinen betrachten. Sie litt nun unter starken Hüftschmerzen und urplötzlich gaben ihre Beine nach und sie landete unsanft auf dem moorastischen Untergrund. die beiden Jungen taumelten zu ihr und kuschelten sich an ihr weiches Bauchfell. Bitte SternenClan, lass mich noch für sie sorgen! dachte sie untröstlich. „Ich pass auf dich auf, versprochen“, murmelte eine vertraute Stimme ihr ins Ohr. Ihr Fell prickelte aufgeregt und sie spürte ein Glücksgefühl in sich aufsteigen. Ich werde meine letzten Momente mit meinen Liebsten verbringen. Sie spürte seine raue Zunge auf ihrer Stirn und sein Körper strahlte Wärme aus. Doch ein Luftzug kam und sie spürte enttäusch, dass er sich wieder von ihr entfernte. Dann kam er wieder mit einem Berg von Moos im Maul. „Steh auf, wir sind gleich da!“, rief er. Erst verstand sie nicht was er meinte, doch dann kam ihr der Unterschlupf wieder in den Sinn.
    Vielleicht schaffe ich es doch? Sie besaß das Herz einer Kriegerin, die Hilfsbereitschaft eines Heilers, die Führsorge einer Königin, die Koordination eines Zweiten Anführers, die Freude eines Jungen, die Lernfähigkeit eines Schülers und die Führungsqualitäten eines Anführers. Warum sollte ausgerechnet sie es nicht schaffen? Meine Zweifel sind so sinnlos wie der Hass der Clans uns gegenüber. Warum habe ich dann trotzdem Angst? Derartige Fragen an sich selbst waren nicht neu für die kleine Kätzin. Trotz ihrer schmerzenden Seiten erhob sie sich. Wieder wurde der Himmel erleuchtet und der magerschütternde Schrei eines Donners zerschnitt das stetige Geräusch der Böen des Windes und das Prasseln des Regens. Ihr Blick erhob sich gen Himmel. Im Normalfall würde heute eine Große Versammlung stattfinden, aber der SternenClan war anscheinend entzürnt. Das wunderte Splitter nicht. Die letzten Versammlungen hatten immer in einem wütenden Kampf der anwesenden Krieger und einem Fauch- sowie Knurrkonzert der Anführer geendet. Wir haben das Gesetz oft gebrochen. Zu oft. Der SternenClan wird wüten bis die letzte Katze für ihr Tuen hatte büßen müssen. Ist es wegen uns? Sie fand die Taten des SternenClans im Moment genauso fair wie das Denken und Handeln der Clans. Das ungeduldige maunzen ihrer Jungen holten sie wieder zurück in die Realität. Wie in Trance nahm sie die Jungen und folgte Blitz durch das immer dichter werdende Brombeergestrüpp. Die Dornen rissen schmerzhaft ihre Ballen auf und die wässrige, rote Spur ihres Blutes verfolgte jeden ihrer trägen und dennoch entschlossenen Schritte. Ihr Schweif hing wegen dem Gewicht der Nässe zu Boden und auch ihre Ohren waren angelegt. Die Kälte nagte immer mehr an ihr. Ihr Anführer Flammenstern sagte mal das es trotz aller Trostlosigkeit, trotz des ganzen Hasses der dir gegenüber gebracht wird noch Hoffnung gibt. Aber wie soll man in meiner Situation noch Hoffnung finden? Hoffnung ist wertvoll. Und ich habe sie verschwendet… Immer wieder fühlte sie sich mit Schuldgefühlen konfrontiert. Schau nach vorne. Das was zählt ist das Hier und Jetzt. Nicht das Gestern oder das Damals. Wir müssen mit unseren Fehlern leben. Und manche werden so tiefliegen, dass sie für immer nachhallen. Sie war so in ihren Überlegungen versunken das sie verwirrt an einer Felswand entlangschliff. „Wo willst du hin? Wir sind da!“ Erleichterung gab ihr einen letzten Energieschub und sie duckte sich als sie vorsichtig ihre Jungen absetzte. Das Gestein war glatt aber immerhin trocken. Ihr Körper fühlte sich, jetzt wo sie sich hinlegte, alt und gebrechlich an. Doch nun konnte sie sich endlich ausruhen. Sie ringelte sich um die Jungen und gähnte müde. Ein eigenartiger Geruch berührte ihren Gaumen. Was soll bitteschön hier, so nah am FeuerClan Territorium ungewöhnlich sein? Oder bessergesagt, warum kenne ich es nicht? In Alarmbereitschaft stellte sich ihr Fell auf. Eines wusste sie. Sie würde diese Jungen mit ihrem Leben beschützen. Und das für immer. Das Gebüsch aus dem sie gekommen sind raschelte und eine durchsichtig wirkende Gestalt trat heraus. Beim näheren betrachten erkannte Splitter eine blaugraue Kätzin, von der Statur her schlank. Aber ihr Pelz schimmerte ungewöhnlich und es wirkte so, als wäre er mit Sternen besetzt. Der Atem der Königin wurde schneller und auch die Jungen wurden von Sekunde zu Sekunde aufgeregter. Nur eines wirkte eher neugierig. Es war das silberschwarze Fellknäul mit dem langen, buschigen Schweif. Die blaugraue Kätzin trat der kleinen Gruppe näher und erhob die Stimme. „Mein Name ist Mondträne. Ich komme aus dem WasserClan. Ich war dort Zweite Anführerin, wandle aber schon lange unter den Reihen unserer Vorfahren.“ Ihre weise, hallende Stimme sorgte für Stille und auch die Jungen blickten ehrfürchtig zu der Katze. Mondtränes stahlblauer Blick wanderte über die fünf und Splitter wollte wissen was wohl als nächstes passieren würde. „Es ist eigentlich nicht üblich Kriegern und Jungen etwas zu überbringen, aber das ist etwas anders.“ Sie schwieg kurz und eine bedeutsame Stille legte sich über die angespannten Zuhörer. „Worte Leben kosten, alte Freundlichkeiten rosten und Hilfe wird nur im Verborgenen kommen, dort wo niemand mehr hinschaut. Sie wird kommen und in einem blutigen Kampf ihr letztes Leben geben.“ Ihre Augen schlossen sich. Der Regen hatte aufgehört und mit einem hellen Lichtblitz und einem ohrenbetäubenden Schall verschwand die Katze und die Wolken zogen sich wieder zurück sodass der Vollmond auf die Erde schien.


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    1. Kapitel

    Die Sonne ging unter und tauchte den Laubwald in ein goldgelbes Licht. Eine Kätzin hatte sich um drei kleine Jungen geringelt. Eines streckte seine kleine rosa Nase raus. Ein zufriedenes Schnurren war aus einer Ecke zu hören, gestört von einem leisen Schnarchen. Es war außergewöhnlich warm, jedenfalls für die Blattfrische. Der Boden war noch feucht von der Nacht. Der Mond schien nur in einem, von den Wolken gedämpften Licht. Die gelbe Scheibe war schon lange nicht mehr zu sehen gewesen. Allein der laute Schrei einer Eule hatte die Luft erfüllt. Wie immer konnte Silber nicht schlafen. Das Einzigste was sie träumte handelte von kämpfenden Katzen die einfach nicht aufhören wollten. Sie sah immer noch das dunkle Blut das über die Lichtung floss und vom Mond erleuchtet glänzte. Am Ende war der Mond immer von Wolken verdeckt und die Katzen sammelten sich in vier Gruppen um zu gehen. Noch hatte sie niemanden etwas von den seltsamen Träumen erzählt. Zudem war sie sich ziemlich sicher das weder ihre Eltern, noch ihre Geschwister derartige Träume hatten. Mit der Zeit wurde ihr langweilig und sie hatte vor ihre Geschwister zu wecken. Mit einem leichten Stupser und einem stillen maunzen direkt in das Ohr ihrer Schwester Weiß. „Hey Weiß, hast du die Augen geöffnet?“, piepste Silber. „Was?“, fragte die müde und verwirrte Weiß. „Siehst du mich?“, hakte das silberne Junge nach. Weiß murrte kurz bevor sie mit ihrem schneeweißen Kopf unter dem braunen Schweif der Mutter herausschaute. Ihre großen Augen blitzten unternehmungslustig. Vor Staunen vergaß sie erst zu antworten.
    „Ja“, kam es verdutzt von dem verwuschelten, schneeweißen Fellknäul. „Du hast so schönes Fell“, staunte Weiß. „Deine Augen haben ein so intensives grün“, widersprach Silber. Sie freute sich das ihre Schwester heute so fröhlich war. „Echt?“, kam es von ihrer gespannten Blutsverwandten zurück. „Ja, welche Augenfarbe habe ich?“, bat Silber um Auskunft. „Ein strahlendes Blau“, antwortete sie lächelnd. „Komm, wir wecken Schatten!“, schlug Silber verschmitzt vor. Weiß grinste und gab Schatten einen leichten Klapps mit der Vorderpfote. Schatten reagierte erst nicht und blieb nur zusammengerollt neben Splitter liegen. „Hallo, Schatten, lebst du noch?“, kam es postwendend von den Schwestern. Sie kicherten und Silber biss ihm übermütig ins Ohr. Schatten fuhr erschrocken hoch. „Aua!“, quiekte das schwarze Junge auf und sträubte das flauschige Nackenfell. „Endlich bist du wach Schlafmütze!“, meinte Weiß gespielt beleidigt. „Was ist denn los?“, fragte der Kleine verschlafen, aber seine gelbgoldenen Augen glänzten vor Neugier wie riesige Monde. Silber schaute nachdenklich zu ihren Geschwistern. „Ich habe eine Idee, folgt mir“, erklärte sie und sprang auf. Ihr buschiger Schweif zuckte aufgeregt bevor sie durch dichtes Gestrüpp schlich. Sie blinzelte sich immer noch die Müdigkeit aus den Augen. Ihre Pfoten glitten ungeschickt über den Fels. Ein mulmiges Gefühl begann sich in ihrem kleinen Magen auszubreiten. Sie war noch nie so weit von der steinigen Höhle entfernt gewesen und jetzt war noch nicht mal ihre Mutter dabei. Na perfekt. Splitter wird mich rausschmeißen! Aber jetzt gibt es kein Zurück mehr. Die beiden werden mich doch für feige halten… Während sie in Gedanken weiter abwog was sie wohl tuen sollte hörte sie das immer lauter werdende plätschern eines Gewässers. Ein Fluss! Silber preschte voran und blieb dann erpruppt stehen. Verwundert drehte sie sich zu ihren Geschwistern um. Da stießen ihre Geschwister in sie hinein. Silber stürzte den für sie großen Abhang hinab. Sie spürte wie der Boden unter ihr herabrutschte. Die junge Kätzin strampelte verzweifelt in der kalten, feuchten Luft und konnte erst einen Augenblick, bevor sie auf das Wasser aufschlug ihre Krallen ausfahren aber es war zu spät. Die Worte ihrer Mutter blitzen auf in ihrem Kopf: Entfernt euch nie mehr als fünf Fuchslängen von dieser Höhle.
    Ihr dichtes Fell war schwer vom Wasser und zog sie hinab. Überall war sie von stürzendem Flusswasser umgeben, und sie wusste nicht mehr wo oben war. Ihre Lungen kreischten nach Luft, Entsetzten packte sie. Sie würde ertrinken, hier in den schäumenden Wassern der Schlucht. Sei stark! Klar drang ein miauen an ihre Ohren, durch das tosende Gewässer. Ihr kam die Stimme bekannt vor, konnte sie aber nicht zuordnen. Stell dir vor du läufst wie vorhin durch den Wald. Lass deine Pfoten die Arbeit machen, und recke dein Kinn hoch! Das Wasser wird dich tragen. Die Stimme schien sie emporzubringen und dämpfte ihre Panik. Ihre Pfoten wühlten stetig durch das Wasser, ihre vor Schmerz verkrampften Muskeln beruhigten sich, sie hob das Kinn, bis schließlich der Wind ihr ins Gesicht peitschte. Hustend und würgend schnappte sie nach Luft. Gut so! Hörte sie das gleiche flüstern. Sie versuchte sich zu ihren Geschwistern umzudrehen aber zu sehen war nichts. Wie ein Blitzschlag traf sie der Gedanke an die beiden. Komm, weiter! Erinnerte sie die Stimme scharf. Frische Energie durchströmte sie und sie begann wieder zu kämpfen. Etwas dunkles prallte gegen sie, stieß sie wieder unter Wasser, aber sie arbeitete sich erneut an die Oberfläche, spuckte als Wasser ihr Maul füllte und in ihre Kehle rann. Ein entwurzelter Baum trieb an ihr vorbei und wurde flussabwärts getrieben. Wenn nicht mal ein Baum dieser Strömung standhalten kann, wie soll ich es dann schaffen? überlegte sie von der Verzweiflung gepackt. Die Wipfel der Bäume trieben schemenhaft über ihr hinweg als der Fluss sie weiterriss. Du schaffst das! drängte diese sanfte Stimme in ihr Gehör. Silber strampelte, stieß gegen das Wasser, aber ihre erschöpften Beine fühlten sich an wie aufgeweichte Blätter, nutzlos und schwach. Plötzlich packten Zähne ihr Nackenfell. Würde diese Stimme sie in Sicherheit ziehen? Silber blinzelte sich das Wasser aus den Augen. Sie konnte einen kurzen Blick auf goldenes Fell werfen. Wer soll das denn sein? Eine große, im schwimmen geübte Katze hatte sie gepackt. „Ich habe eines“, rief die Kätzin an die, am Ufer stehenden, vermeintlichen Katzen. Silber versuchte nicht so schwerfällig zu sein, aber ihr Fell war schwer und ihre Pfoten zu müde, um gegen das Gewicht des Wassers ankämpfen zu können. Die Zähne der Katze zerrten an ihrem Nackenfell, während das Wasser sie nach unten zog. Dann strich ein weiterer Körper an ihrem vorbei. Ist es der Körper zu der Stimme die ich hörte? Plötzlich waren die Bewegungen der Katze die Silber trug nicht mehr so schwerfällig. Anscheinend half ihr eine andere. Sie fühlte die kräftigen, sanften Bewegungen von Katzen um sich herum. Trug sie dieser Toten-Clan von dem Splitter immer redete zu sich? Würde sie sterben? Kaum mehr bei Bewusstsein, ließ sie sich durchs Wasser ziehen, bis Kiesel gegen ihre Flanken scheuerten und sie festen Untergrund unter sich spürte. Pfoten und Zähne trugen sie an das sandige Ufer und legten sie auf weiches Gras. Ihre Brust fühlte sich an als wäre sie voller Steine, jeder Atemzug war ein Kampf. Ihre Augen brannten, sie konnte nichts sehen. Sie erkannt auf einmal das miauen von Weiß. Was ist mit Schatten? Ist er auch hier? Die Stimme hatte recht gehabt. Sie hatte es geschafft. Silber öffnete die Augen. Sie konnte nur vage die Gestalten ihrer Retter erkennen. Neben ihr lag das wässrige Bündel ihrer Schwester, wessen Flanken sich langsam hoben und senkten. Doch wo ist ihr Bruder? Er wurde doch sicher auch gerettet. Hinter den erbärmlichen Umrissen ihrer Schwester erkannte sie zwei, nein drei vor Wasser triefende Gestalten. Die eine war ihre eigene Retterin, die goldene. In ihrer Nähe entdeckte sie eine dunkelgraue Katze. Ihr Fell war normalerweise vermutlich heller und nicht so enganliegend. Ihnen gegenüber saß ein pechschwarzer Kater. Unerwartet trat eine riesige, schneeweiße Kätzin mit himmelblauen Augen zu den Anderen. Sie konnte nicht viel hören, also robbte sie kraftlos an ihrer Schwester vorbei um besser die Worte die sie sprachen verstehen zu können. „Ich habe zwar schon viel gesehen aber was machen bitteschön zwei ungefähr 4 Monde alte Jungen im Fluss?“, sprach die graue Katze, ihre Worte streng und mit Bedacht gewählt. Ihr Gesichtsausdruck stach aus den anderen heraus. Ihre Züge zeigten kein Mitleid, und wenn doch verbarg sie es sorgfältig. Ihre Stimme war ernst und vorwurfsvoll. Wieder erhob sie die Stimme. „Schneestern, manchmal kann ich dein Bedürfnis zu helfen echt nicht verstehen.“ Die große Kätzin wechselte ihre Gesichtszüge von traurig zu leicht gereizt. „Willst du mir damit etwa sagen das du diese Jungen hättest ertrinken lassen? Kennst du nicht das Gesetzt, welches vorschreibt das man einem Jungen in Not immer helfen muss, egal welcher Abstammungen es hat“, erklärte sie und ihr Kopf drehte sich kurz zu Silber und ihrer Schwester. Dann wendete sie sich wieder ihren Begleitern zu. „Du bist doch nur wütend, weil Schneestern dich nach ihrer gestrigen Ernennung nicht als Zweite Anführerin gewählt hat“, spuckte die goldene Katze ihr entgegen. Anscheinend hatte sie einen wunden Punkt getroffen denn die Graue fauchte. „Das musst du gerade sagen Goldflamme. Dir musste doch geholfen werden wegen dieser Rettungsaktion!“ Goldflamme hieß die Katze also. „Allerdings hat Schneestern Goldflamme geholfen.“, warf der schwarze Kater ein der nun zum ersten mal etwas sagte. Wohl eher der stille Typ… „Misch dich nicht ein Rabensturz, bitte. Und Silberblitz“, Schneestern schaute in ihre Augen, der Blick genervt und verletzt zu gleich, „könntest du bitte helfen die Jungen zu Fuchsgeißt zu bringen?“ Die Kätzin namens Schneestern war anscheinend nicht sehr nachtragend. Die anfängliche Zuversicht verschwand und ihr Selbstbewusstsein schrumpfte auf die Größe eines Mauseköttels, als die graue Kätzin, finster dreinblickend auf sie zukam und sich zu ihr runterbeugte. Ihr eigener Angstgeruch erfüllte die Luft. Doch dann hörte sie ihre Stimme welche einen weichen und freundlichen Unterton hatte. „Keine Angst, dir wird es bald bessergehen.“ Verwirrt blickte Silber unter Silberblitz hindurch und entdeckte die anderen welche zufrieden aussahen, den Blick auf ihnen ruhend. Schneestern begann sich ihnen zu nähern und Rabensturz sowie Goldflamme trabten Seite an Seite zu Weiß. „Wo ist Schatten?“, platzte es aus Silber heraus. „Wo ist wer?“, fragten ihre Beobachter wie aus einem Munde. Erst jetzt viel der Kätzin ein das die beiden ihre Namen unmöglich kennen können, geschweige denn ihren Aufenthaltsort. Unruhig scharrte sie mit den Pfoten in der Erde herum. Alle Augen ruhten auf der kleinen Kätzin und man konnte die Ungeduld schon fast anfassen. Die werden mich doch für verrückt halten! Sie hatte unendlich viele Fragen an diese Katzen. Wer waren sie? Wovon haben sie vorhin gesprochen? Wo lebten sie? Woher wussten sie das sie hier sind? Und wie haben sie es geschafft, gegen die starke, zerstörerische Strömung anzukämpfen? Schneesterns Augen ruhten auf ihr, doch konnte man ihr trauen? Silberblitz‘ Ausdruck hingegen wechselte von Neugier zu leicht Gereizt. Die weiße Kätzin legte ihm beruhigend den Schweif auf die Schultern, was Silber etwas verwundert daliegen ließ. Sie konnte mit der Situation gerade nicht viel anfangen. Ihre Antwort fiel dem entsprechend trocken und ratlos aus. „Ähm, habt ihr keine schwarze Katze gefunden?“, murmelte das Junge leise. Die gefährlich wirkende Stille gab der sowieso schon erhitzten Stimmung einen ängstlichen Touch. Das Schweigen Silbers Gegenüber zog sich in die Länge. Nichts. Das Einzigste was geschah war der verwirrte Austausch der Blicke den Schneestern und Silberblitz sich zuwarfen. Die große Anführerin warf einen panischen Gesichtsausdruck Richtung Fluss. Von der Furcht um ihren Bruder gepackt spannte sie ihre Glieder an und sprang so gut es ging auf. Ihre Beine waren schwach und zum laufen nicht geeignet. Immer wieder knickte sie um. Schneestern hob sie etwas grob auf und trug sie zum Flussufer. Ihre Krallen kratzten über einen Stein und das hohe Binnengras kratzte unangenehm an Silbers Körper. Immer wieder versanken sie im Uferschlamm.
    Panisch wand sich die Kätzin in dem festen griff der Anführerin aber nichts geschah. Stumpf lief die große Katze weiter, ihr Ziel fest in ihrem blauen Blick. Silber wollte der Kätzin vertrauen aber sie konnte es nicht. Generell schien dass alles etwas zu viel für jemanden der eigentlich immer in einer kleinen Gemeinschaft von fünf Katzen gelebt hat. Ihr blauer Blick glitt über das Wasser und ihre Gedanken schweiften um ihren Bruder. Sie konnte nur hoffen das jemand ihn gefunden hat und er überlebte.

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