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Thoughts

Diese Geschichte ist ein Stück weit für Mondschatten/Mia Mew, weil ich ihren Text gelesen habe und versucht habe, meine Gedanken und Gefühle danach in eine Geschichte zu fassen.

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    Ich habe Angst. Das, und mein Name, sind alles, was ich sicher über mich weiß. Es ist nicht so, dass ich es vergessen hätte, nein. Aber was soll man machen, wenn einem jede mögliche Option falsch vorkommt? Wenn das Schicksal eines ganzen Clans von deiner Entscheidung abhängt? Ich weiß es nicht. Gerade jetzt zweifle ich an meinem Clan, meiner Familie, an mir selbst. Ich bin nicht schwach, ich war zu lange stark. Ich dachte, ich könnte alles schaffen. Aber ich, Nachtsplitter, bin nur eine weitere Spielfigur im ewigen Spiel des SternenClans. Und ich weiß auch, dass in jeder Katze ein Geheimnis wohnt. In jeder. Ausnahmslos. Langsam stehe ich auf. Ich sollte wieder zurück ins Lager gehen. Aber ich will nicht. Ich möchte bei meinem Gefährten, Rauchjäger, bleiben. Doch ich darf nicht. Ist das überhaupt richtig so? Sollten wir vor solche Entscheidungen gestellt werden? Warum darf eine einfache Katze nicht ihrem Herzen folgen, selbst wenn sie Heilerin ist? Warum sollte ich überhaupt zurückkehren? Und doch gehe ich ins Lager. Zurück zu meiner Familie, zu meinen Freunden, zu meinem Clan, aber weg von meinem Gefährten. „Hallo Nachtsplitter!“ Meine Schwester Tropfenschimmer begrüßt mich. Sofort setze ich wieder meine Maske auf. Meine Maske mit dem Lächeln, die Maske ohne Zweifel. „Hallo“ Zu weiteren warmen Worten kann ich mich nicht durchringen, also gehe ich in den Heilerbau. Es ist zwar noch nicht besonders spät, trotzdem lege ich mich schon in mein Nest. Schließlich schlafe ich ein und träume von einem glücklichen Leben mit Rauchjäger. Von einem Leben ohne Regeln…

    2
    Mein Schrei schreckt einige Vögel auf. Ich kann vor Schmerz kaum noch atmen. Was ist, wenn ich einfach aufgebe? Mich einfach nicht mehr wehre? Ich versuche es, doch sofort schießt eine neue Welle des Schmerzes durch meinen Körper. Ich schreie abermals auf. Und dann ist es vorbei. Drei kleine, nasse Bündel liegen auf dem Boden. Unverwandt starre ich sie an. Langsam begreife ich, dass das meine Jungen sind. Zum ersten Mal seit Monden schleicht sich ein echtes lächeln auf mein Gesicht. Pures Glück durchströmt mich, doch ich weiß auch, dass ich die Jungen zum Clan bringen muss, damit sie überleben. Langsam rapple ich mich auf. Alles dreht sich, doch irgendwie schaffe ich es, die Jungen unversehrt zum Clan zu bringen…

    3
    „Tropfenschimmer. Brauchst du meine Hilfe?“ Ich sah meine Schwester an. „Ja.“ Lohnt es sich überhaupt, irgendetwas zu tun? Soll ich nicht vielleicht einfach den Clan in Ruhe lassen und gehen. Nein, entscheide ich. „Na, dann lass mal sehen!“ Ich untersuche meine Schwester. Als ich ihre Verletzung gefunden habe, drehe ich mich um und gebe ihr Kräuter. „Danke“ Plötzlich ertönt von draußen ein Schrei: „NadelClan-Angriff!“ Warte – NadelClan? Das ist doch Rauchjägers Clan. Bitte, lass ihn nicht dabei sein! Bitte… Ich renne aus dem Bau, der ganze Clan kämpft. Rauchjäger ist nicht dabei. Zum Glück. Was geschehen wäre, wenn er dabei wäre…? Ich atme auf, doch in diesem Moment sehe ich eine dunkelgraue Gestalt in die Kinderstube schlüpfen. Rauchjäger! Sofort stürze ich auf die Kinderstube zu. Meine Jungen! Ich falle fast in die Kinderstube. In Rauchjägers Augen sehe ich Überraschung – aber was ist darunter verborgen? Trauer? Warum sollte er traurig sein? Warum freut er sich nicht, mich wiederzusehen?

    4
    Rauchjägers Krallen ziehen sich über die Kehlen meiner Jungen. Es war also doch alles sinnlos! „Nein!“ Ein Schrei entwischt mir. Blut spritzte auf. Obwohl es nicht mein eigenes ist, breche ich zusammen. Wofür habe ich mir eigentlich dieses Leben aufgebaut? Warum habe ich noch nicht aufgegeben? Warum nicht? Es ist sowieso alles sinnlos. Ich renne aus dem Bau. Verzweiflung macht sich in mir breit. Warum? WARUM? Ich schreie diese Frage mit Körper und Geist hinaus. Meine Pfoten tragen mich einfach weiter. Wohin gehe ich eigentlich? Und dann bemerke ich es. Zur Klippe.

    5
    Einmal. Einmal will ich fliegen. Ich springe. Für einen winzigen Moment spüre ich Angst, dann nur noch Freiheit. Endlich kann ich fliegen, muss mir keine Sorgen mehr machen. Eine wilde Freude durchströmt mich. Doch ich habe immer noch Fragen. Warum spielt der SternenClan mit mir? Warum durfte ich nicht einfach meinem Herzen folgen? Warum haben sie meine Jungen geholt? Doch eine Frage kann ich jetzt beantworten: Wer ich bin. Ich bin eine Heilerkatze, die sich Fragen stellt, die liebt wie eine Königin, ich bin eine Spielfigur im Spiel des SternenClans. Ich bin eine Katze, die sich selbst aufgegeben hat, eine Katze voller Zweifel, eine Katze, die zu lange stark war, eine Katze, die mondelang eine Maske getragen hat. Und mit diesen Gedanken schließe ich meine Augen, und ich weiß, dass es dieses Mal das letzte Mal ist.

    6
    Ich möchte noch etwas sagen, und zwar an Mondschatten/Mia Mew: Dein Text hat mich sehr berührt, daher auch diese Geschichte. Ich hoffe, sie hat dir gefallen. Diese Geschichte sollte irgendwie Fragen und Angst darstellen. Fragen, Angst und Vertrauensbrüche.

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