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Gold's Warrior Stories: Staffel 1; Band 3 Rache

Wolfsherz hatte gehofft, Echo in der Schlacht auf der großen Versammlung für immer besiegt zu haben, aber erst jetzt merkt sie, wie gefährlich ihre Schwester wirklich ist. Doch das ist erst der Anfang einer alles entscheidenden Tat, die noch Generationen beeinflussen wird.

Band 3 der 1. Staffel der Gold Warrior Stories. Viel Spaß!

    1
    Donnerclan:
    Anführer: Blattstern
    Braun – getigerte Kätzin mit gelben Augen

    2. Anführer: Wolfsherz
    Grau – getigerte Kätzin mit grünen Augen; Mentorin von Hellpfote

    Heiler: Löwenzahn
    Sandfarbener Kater mit gelben Augen

    Krieger: Adlerfeder
    grauer Kater mit gelb– grünen Augen

    Mohnblüte
    Dunkelgrau – getigerte Kätzin mit blauen Augen; Mentorin von
    Schwarzpfote

    Ahornschweif
    Roter Kater mit gelben Augen

    Mausezahn
    Schwarz – weißer Kater mit grünen Augen

    Weißtatze
    Weißer Kater mit etwas längerem Fell und grün – blauen Augen

    Minzblatt
    Graue Kätzin mit blauen Augen; Mentorin von Veilchenpfote

    Braunnase
    Braun – getigerter Kater mit gelben Augen; Mentor von Igelpfote

    Rehbein
    Kleine, braune Kätzin mit weißen Tupfen und grünen Augen

    Federfrost
    Weiße Kätzin mit grünen Augen; Mentorin von Schneepfote


    Schüler: Schwarzpfote
    Schwarzer Kater mit dunkelgrünen Augen

    Igelpfote
    Braun- getigerte Kätzin mit hellgrün- gelben Augen

    Hellpfote
    Heller, fast weißer Kater mit blauen Augen

    Schneepfote
    Weiße Kätzin mit gelben Augen

    Veilchenpfote
    Hellbraun – getigerte Kätzin mit gelben Augen

    Königinnen: -

    Älteste: Streifenpelz
    grau – getigerter Kater mit blauen Augen

    Wespenstachel
    Sandfarbene Kätzin mit braunen Augen

    Schattenclan:
    Anführer: Kieselstern
    Großer, schwarzer Kater mit grünen Augen

    2. Anführer: Mohnglanz
    Schwarze Kätzin mit blau– grauen Augen

    Heiler: Fuchsblut; Mentor von Glutherz;
    Roter Kater mit blauen Augen; schwarze Kätzin mit orangen
    Augen

    Krieger: Bienenstachel
    Sandfarbener Kater mit bernsteinfarbenen Augen

    Rosenkralle
    Dreifärbige Kätzin mit blauen Augen

    Nebelnacht
    Dunkelgraue Kätzin mit braunen Augen

    Ahornblatt
    Roter Tigerkater mit grün– blauen Augen

    Wurzelbein
    Schwarz – weißer Kater mit blauen Augen

    Haselblüte
    Sandfarbene Kätzin mit gelben Augen

    Weißohr
    Weißer Kater mit gelben Augen

    Blumenfleck
    Dreifärbige Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    Flockenhagel
    Weiße Kätzin mit blauen Augen; hört schlecht


    Schüler: -

    Königinnen: -
    Älteste: Baumfall
    Weißer Kater mit bernsteinfarbenen Augen

    Graspelz
    Dreifärbige Kätzin mit gelben Augen
    Windclan:
    Anführer: Sonnenstern
    Cremefarbene Kätzin mit blauen Augen

    2. Anführer: Gansfeder (zurzeit in Kinderstube)
    Kleine, weiße Kätzin mit braunen Augen

    Heiler: Graublüte
    Hellgrau – getigerte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    Krieger: Vogelschnabel
    Schwarzer Kater mit gelben Augen

    Eisnase
    Ganz hellgrauer Kater mit sehr hellblauen Augen

    Tigerschweif
    Braun – getigerte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen


    Kaninchenohr
    Sandfarbene Kätzin mit weißen Tupfen und grünen Augen

    Sandwirbel
    Sandfarbene Kätzin mit hellgelben Augen

    Tauherz
    Weißer Kater mit hellgrauen Flecken und grünen Augen


    Schüler: -

    Königinnen: Gansfeder
    Mutter von Schwarzvogeljunges, Fleckenjunges und Glanzjunges

    Älteste: Kirschblatt
    Weiße Kätzin mit blauen Augen, fast taub und blind

    Sonnenblume
    Braun – getigerte Kätzin mit gelben Augen

    Flussclan:
    Anführer: Abendstern
    Alter, dunkelgrauer Tigerkater mit grau– blauen Augen

    2. Anführer: Froschteich
    Junger, roter Kater mit bernsteinfarbenen Augen

    Heiler: Moospelz
    Schwarz – weißer Kater mit braunen Augen

    Krieger: Krähenhauch
    Dunkelgrauer Kater mit gelben Augen

    Kirschblüte
    Sandfarbene Kätzin mit weißen Stellen auf der Brust, dem
    Bauch und den Pfoten

    Rabenfeder
    Schwarzer Kater mit weißer Schwanzspitze und grau – blauen
    Augen; ehemaliger Streuner

    Fischauge
    Schwarz -Weißer Kater mit grauer, rechter Vorderpfote
    Und blauen Augen

    Eulenflügel
    Weiße Kätzin mit grauen Sprenkeln und grünen Augen


    Farnkralle
    Grau – schwarzer Kater mit gelben Augen


    Traumsee
    Dreifärbige Kätzin mit einem gelben und einem blauen Auge

    Buntfell
    Dreifärbige Kätzin mit blauen Augen

    Nachtbriese
    Schwarze Kätzin mit blauen Augen

    Schüler: -

    Königinnen: Kirschblüte
    Sandfarbene Kätzin mit weißen Stellen auf der Brust, dem
    Bauch und den Pfoten

    Älteste: -


    Andere: Wald
    Schwarzer Kater mit grünen Augen; ehemaliger Flussclankrieger
    (Waldpelz) und Gefährte von Echo (Echoflügel); lebt bei der
    Streunergruppe

    Pepper
    Alter grauer Kater mit gelben Augen und einem schiefen Maul,
    Streuner, lebt im Zweibeiner Ort

    Chili
    Rote Kätzin mit blauen Augen, lebt im Zweibeiner Ort, Hauskatze

    Floh
    Hellbrauner Kater mit hellgrünen Augen, Hauskatze, Bruder von
    Chili, lebt im Zweibeiner Ort





    Prolog

    Die Kätzin wachte auf. Ihre Glieder schmerzten noch immer von dem Kampf. Ihr lief ein Schauer über den Rücken, als sie die Kälte wahrnahm. Dieser Ort war feindlich, wenn nicht sogar bedrohlich. Ihr blieb jedoch keine Gelegenheit, sich weiterhin Gedanken darüber zu machen, da eine plötzlich aufkommende Wut sie erfasste. Aber da war mehr: Traurigkeit, das Gefühl, betrogen worden zu sein und Zweifel. Ihr wurde klar, dass sie all das spürte, was sie andere Katzen je böses fühlen hat lassen. So war das also im Wald der Finsternis. Es dauerte eine Weile, bis sie den ganzen Schmerz und Gefühle durchhatte, doch sie bereute keine Sekunde lang. Es war nicht ihre Schuld, wie die Dinge gekommen waren!
    „Hallo“, unterbrach plötzlich eine Stimme ihre Gedanken. Die Kätzin wirbelte herum und erkannte einen schwarz – weißen Kater, den sie in der ersten Sekunde für Baumharz gehalten hatte. „Wer bist du?“, fauchte sie und stellte ihren Pelz bedrohlich auf. „Kein Grund zur Sorge. Mein Name ist Raupenfuß“, antwortete der Kater. „Und was willst du?“, fragte sie noch immer angespannt. „Rache“, antwortete der Kater, „Rache am Donnerclan“ Der Kätzin huschte ein Lächeln über das Gesicht und sie glättete ihren Pelz. „Dann sind wir wohl schon zwei“, miaute sie. „Drei“, verbesserte sie ein silberner Kater. „Das ist Silver. Er hat dieselben Gründe wie ich, den Donnerclan zu hassen, obwohl er froh sein kann, dass ich noch mit ihm zusammenarbeite“, erklärte Raupenfuß. „Eure Vergangenheit interessiert mich nicht. Ich will euren Plan wissen. Und egal, was ich tun soll – wenn es den Untergang des Donnerclans hervorruft, bin ich dabei!“, schnurrte die Kätzin und sah in die triumphierenden Gesichter der beiden Kater.

    Kapitel 1

    Wolfsherz verließ ihren Bau. Sie würde nun die Patrouillen einteilen. Zum allerersten Mal in ihrem Leben! „Die erste Jagdpatrouille besteht aus Minzblatt und Federfrost, sowie ihren Schülern Schneepfote und Veilchenpfote. Adlerfeder führt sie an. Die Grenzpatrouille führe ich selber an, Hellpfote, Mohnblüte und Schwarzpfote kommen mit! Die Jagdpatrouille zu Sonnenhoch führt Mausezahn an, es kommen Braunnase, Igelpfote und Ahornschweif mit!“, erklärte sie. Äußerlich blieb sie völlig ruhig, doch ihre Ohren waren heiß vor Nervosität. Hatte sie jemanden doppelt genannt? Wie war es für die älteren Krieger, Befehle von einer jungen Kriegerin entgegenzunehmen? Sollte sie jetzt schon sagen, wer Nachtwache halten sollte?
    Die Krieger taten, wie ihnen geheißen. Mohnblüte wartete am Ausgang mit Hellpfote und Schwarzpfote auf sie, doch Blattstern miaute noch schnell: „Wolfsherz, gut gemacht! Du musst nicht denken, du könntest nicht sagen, ob ich eine Patrouille begleite oder nicht, wenn du die Patrouillen einteilst, kannst du jede Katze nehmen, die zur Verfügung steht“ „Danke!“, antwortete Wolfsherz etwas überrumpelt. Blattstern hatte Recht. Sie hatte sich tatsächlich nicht getraut, ihre Anführerin in irgendeine Patrouille zu schicken. Blattstern lächelte sanft. „Ich bin auch nur eine Kriegerin“, miaute die Anführerin. Wolfsherz verabschiedete sich mit einem Lächeln und einem Zucken ihres Schweifes und sprang zu Mohnblüte und den Schülern.

    „Wolfsherz, ist dieser Schattenclangeruch nicht zu nah an unserer Seite der Grenze?“, fragte Hellpfote und sprach somit ihre Gedanken aus. „Ob der Schattenclan etwas plant?“, fragte Schwarzpfote. „Seltsam ist es schon. Der Geruch ist kaum in unserem Territorium, aber doch ein wenig“, murmelte Wolfsherz und ging vorsichtig die Grenze entlang, wobei sie bemerkte, dass der Schattenclan überall auf diese Art markiert hatte. Mohnblüte miaute: „Aber das ergibt keinen Sinn – sie sind kaum zwei Krallenlängen in unserem Territorium!“ „Es sieht nicht so aus, als hätten sie hier gejagt. Wie auch, auf einer so kleinen Linie?“, fragte Wolfsherz sich. „Was sollen wir jetzt tun?“, fragte Hellpfote. „Gehen wir zu Blattstern?“, wollte Schwarzpfote wissen. „Noch nicht. Wir warten lieber auf eine Patrouille und fragen sie, was das soll“, erklärte Wolfsherz, „Das kann eine Zeit lang dauern“ Mohnblüte nickte. „Noch wissen wir zu wenig, um einen ordentlichen Bericht abliefern zu können“, miaute sie und setzte sich hin.
    Es schienen circa vierzig Minuten vergangen zu sein, als die Donnerclankatzen endlich eine Schattenclanpatrouille entdeckten. Sie bestand aus Mohnglanz, der zweiten Anführerin, sowie einem weißen und einem sandfarbenen Kater und einer dreifärbigen Kätzin. „Seid gegrüßt, Donnerclan!“, begrüßte Mohnglanz die Patrouille. „Seid gegrüßt!“, antwortete Wolfsherz, „Mohnglanz, euer Geruch ist ein wenig in unserem Territorium…“ Wolfsherz wollte weitersprechen, doch Mohnglanz taumelte ein paar Schritte zurück, fing sich aber wieder, ihre Augen wurden zu schmalen Schlitzen und sie fauchte: „Dann ist er da halt! Der Schattenclan hat nichts falsch gemacht! Das war vielleicht der Wind! Immer vermutet ihr Donnerclankatzen einen Verrat! Steckt eure Nasen nicht immer in die Angelegenheiten anderer Clans!“ Wolfsherz legte erschrocken die Ohren zurück. „Mohnglanz, wir sagen doch nicht, dass das Absicht war!“, beruhigte sie die zweite Anführerin des Schattenclans. „Ach, nein?“, fragte Mohnglanz und sah sie aus den wütenden Schlitzaugen an. „Ich…!“, fauchte die zweite Anführerin des Schattenclans, spannte ihre Muskeln an, um springen zu können, unterbrach sich dann aber selbst. Ihre Augen wurden in Sekundenschnelle wieder rund und ihr Fell legte sich, sie taumelte ein paar Schritte nach hinten, dann blickte sie auf. „Oh, hallo Donnerclan! Seid gegrüßt!“, miaute sie. „Was?“, fragte Wolfsherz und sah genauso verwundert wie die anderen Donner und Schattenclankatzen aus. „Was ist denn?“, fragte Mohnglanz und sah nun selbst verwirrt aus. „So schlimm ist der Donnerclan nun auch nicht…“, miaute der weiße Kater. „Was meinst du, Weißohr?“, fragte Mohnglanz verwirrt. „Na, weil der Donnerclan gesagt hat, dass unser Geruch zu nah bei ihnen ist und du begonnen hast, sie zu beschimpfen“, mischte sich nun die dreifärbige Kätzin ein. „Ich habe was?“, fragte Mohnglanz. „Na, gerade eben. Als du gesagt hast, der Donnerclan würde immer Verrat wittern und so“, antwortete Weißohr. Mohnglanz schien noch immer nicht zu wissen, was die beiden meinten. „Alles in Ordnung?“, erkundigte sich Mohnblüte. „Ja, klar, wieso?“, fragte Mohnglanz. „Fuchsblut sollte dich sehen“, miaute der sandfarbene Kater, „Der Sternenclan sei mit euch, Donnerclan!“ „Mit euch auch!“, verabschiedeten sich die Donnerclankatzen.
    „Was war mit ihr?“, fragte Schwarzpfote, sobald die Schattenclankatzen verschwunden waren. „Ich weiß es nicht“, gab Mohnblüte zu und Wolfsherz war genauso ratlos. Die Katzen beendeten die Patrouillen ohne Wolfsherz, welche ins Lager gegangen war, um Blattstern zu erzählen, was vorgefallen war.

    Blattstern schüttelte nachdenklich den Kopf. Sie schien sich eher Gedanken darüber zu machen, was mit Mohnglanz gewesen war, als darüber, dass Schattenclangeruch auf der Donnerclanseite gefunden worden war. „Und wenn sie das alles gespielt hat?“, fragte sie, mehr zu sich selbst als zu Wolfsherz. „Das glaube ich nicht. Sie war plötzlich ganz anders“, sagte Wolfsherz. „Wir werden wohl keine Erklärung dafür finden. Aber ab jetzt sollten die Jagdpatrouillen sich besser öfter bei der Grenze aufhalten“, miaute Blattstern, womit sie wohl recht hatte. „Werden wir dem Clan sagen, was vorgefallen ist?“, fragte Wolfsherz. „Wenn wir es nicht tun, werden die Patrouillen keinen Grund haben, öfter bei der Grenze zu jagen. Tun wir es, könnte das für womöglich unbegründete Panik sorgen“, sagte Blattstern und sah sie an. Wolfsherz wurde bewusst, dass ihre Anführerin wollte, dass sie den richtigen Schluss zog. „Wir wissen nicht, ob das auch in unserem Clan passieren kann. Wenn die anderen nicht gewarnt sind, könnte noch etwas passieren. Mohnglanz hätte uns fast angegriffen. Ich denke, sie sollten wissen, wie es um sie steht“, antwortete Wolfsherz nach kurzem Zögern. „Ich denke, du hast richtig entschieden“, schnurrte Blattstern und sprang auf den Hochfelsen. Ihr gewohnter Ruf erklang von dort oben und die Katzen versammelten sich in Sekundenschnelle. Mit einigen schnellen Sätzen erklärte Blattstern, was an der Grenze vorgefallen war und dass alle Patrouillen aufmerksam sein sollten. Die meisten schienen nicht zu wissen, was sie sagen sollten, doch Streifenpelz meinte: „Der Schattenclan spinnt. Und Blattstern ist darauf
    hereingefallen! Pah! Die planen erst dann nichts Krummes, wenn Igel fliegen lernen!“ Wespenstachel schüttelte den Kopf. „Schattenclan ist auch nicht anders, als die übrigen Clans. Aber vielleicht ist Mohnglanz auch einfach nur seltsam“, miaute sie. „Ganz sicher!“, miaute Streifenpelz ironisch und verzog sich in den Ältestenbau. Wolfsherz seufzte. Mohnglanz war vielleicht wirklich nur seltsam. Vielleicht hatte Wespenstachel Recht. Oder aber, irgendetwas Höheres als die irdischen Katzen kontrollierte sie. Wolfsherz schüttelte den Kopf. Das machte keinen Sinn.
    Sie hatte Braunnase gar nicht kommen gehört, welcher aber plötzlich neben ihr stand. „Möchtest du noch raus? Wir könnten mit den Schülern noch trainieren und später jagen gehen – Nur wir zwei“, fragte er. Wolfsherz schnurrte: „Gerne!“ Sie holte Hellpfote und Igelpfote und zu viert verließen sie das Lager.
    „Können wir noch Mal einen Dachsangriff üben?“, bat Igelpfote. „Das wäre super!“, stimmte Hellpfote ihr zu. „Natürlich. Wir können es gerne noch mal vorzeigen. Wer mag dann zuerst der Dachs sein?“, fragte Braunnase. „Egal“, miaute Hellpfote. „Dann beginne ich“, miaute Igelpfote und wollte schon starten, doch Braunnase hielt sie zurück. „Ruhig, Igelpfote. Wolfsherz und ich zeigen es euch zur Sicherheit noch mal“, stoppte Braunnase seine Schülerin. „Okay“, antwortete sie und sah zu, wie Wolfsherz Braunnase, welcher den Dachs mimte, angriff.
    Wolfsherz und Braunnase sahen ihren beiden Schülern zu, wie sie schon wirklich gut dem „Dachs“ auswichen. „Zu langsam, Hellpfote“, miaute Igelpfote triumphierend, als sie ihn umgeworfen hatte, als er der Dachs war. „So freundlich wie ich sind echte Dachse aber nicht!“, antwortete er und schubste sie um.
    Die Schüler trainierten noch eine ganze Weile. Kaum waren die vier Donnerclankatzen wieder im Lager, verließen Wolfsherz und Braunnase es wieder, um durch den Wald zu spazieren. Braunnase hatte noch etwas Zeit bis zu seiner Mittagspatrouille.
    Plötzlich stolperte Wolfsherz über einen Ast und riss nicht nur sich selbst, sondern auch Braunnase zu Boden. „Alles in Ordnung?“, fragte sie und sah peinlich berührt zur Seite. „Mit mir schon“, antwortete Braunnase. „Tut mir leid“, murmelte Wolfsherz. „Alles in Ordnung“, miaute Braunnase und leckte ihr liebevoll über die Wange, woraufhin Wolfsherz leise schnurrte.
    „Weißt du was?“, fragte Braunnase, während er neben ihr im kühlen Gras lag, „Ich liebe, … Weiter kam er nicht mehr. Als hätte er sich erschrocken, sprang er auf und taumelte auf dieselbe Weise, auf die Mohnglanz heute schon getaumelt war. „Braunnase?“, fragte Wolfsherz alarmiert. Seine Augen wurden zu Schlitzen, sein Pelz stellte sich auf. „Hallo, Wolfsherz!“, miaute er, doch seine Stimme klang, als würde nicht er sprechen. Sie war irgendwie mechanisch. „Ich bin es, Echo! Dachtest du wirklich, es sei vorbei, nachdem du mich getötet hast? Nun, ich habe einen Weg gefunden, die irdischen Katzen zu kontrollieren! Ich kann ihm Befehlen, was ich will – Er wird es tun! Und das kann ich mit dir natürlich auch machen! Du wirst dich nicht wehren können, mein Wille wird stärker sein! Also könnte ich dich ganz leicht vor ein Monster springen lassen. Oder Ähnliches. Aber das ist mir zu langweilig. Ich werde dafür sorgen, dass dir die wichtigsten Personen in deinem Leben das Leben schwer machen. Wie wäre es mit einem Kampf gegen Braunnase?“, sprach die Kätzin, die Wolfsherz für unendlich fern gehalten hatte. „Das wirst du nicht tun!“, fauchte Wolfsherz. „Oh doch! Dein Fehler, mich zu töten!“, grinste die Kätzin in der Gestalt von Braunnase und sprang auf Wolfsherz zu. Oder ließ vielmehr Braunnase auf Wolfsherz zuspringen. Wolfsherz duckte sich so schnell sie konnte unter ihm weg. „Braunnase, tu das nicht!“, schrie sie ihrem Gefährten entgegen, welcher plötzlich stehen blieb. Seine Augen wurden wieder normal, sein Pelz glättete sich und er taumelte, wie es schon bei Mohnglanz so gewesen war. „Weißt du was?“, wiederholte er. „Braunnase!“, rief Wolfsherz und wusste nicht, ob sie erleichtert oder entsetzt sein sollte. „Was ist?“, fragte er. „Hast du irgendetwas gesehen? Echo? Den Wald der Finsternis?“, fragte sie hoffnungsvoll. „Wie kommst du darauf?“, fragte er und schien nicht mehr mitzukommen, „Ich war doch die ganze Zeit hier?“ „Wir müssen zu Löwenzahn!“, beschloss Wolfsherz. „Aber was ist?“, fragte Braunnase. „Du erinnerst dich wirklich an nichts?“, fragte Wolfsherz. „Doch. Ich wollte dir gerade sagen, wie sehr ich es liebe, nur mit dir im Wald zu sein“, antwortete Braunnase. „Und dann?“, fragte Wolfsherz. „Und dann hast du meinen Namen gerufen und gefragt, ob ich den Wald der Finsternis gesehen habe. Alles in Ordnung mit dir?“, fragte er. „Mit mir schon – Aber du hast alles vollkommen vergessen! Ich muss Echo unbedingt in den Griff kriegen, bevor sie etwas Schlimmeres anstellt!“, erklärte Wolfsherz. „Ähm, was meinst du…?“, wollte Braunnase wissen, doch Wolfsherz eilte schon in Richtung Lager, Braunnase folgte ihr.
    „Löwenzahn?“, fragte sie und Braunnase und sie betraten den Heilerbau. Löwenzahn, welcher wohl gerade Kräuter sortiert hatte, drehte sich zu den beiden Kriegern um. „Wolfsherz? Und Braunnase? Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes passiert?“, miaute er. „Also, mir geht es gut“, begannen Braunnase und Wolfsherz gleichzeitig zu erzählen. „Braunnase, dir geht es nicht gut! Du ... Du wurdest von Echo gesteuert! Sie hat uns gegeneinander kämpfen lassen! Sie wird dafür sorgen, dass wir keine ruhige Minute mehr haben! Und nicht nur wir – Jede Katze im Wald!“, miaute Wolfsherz und sprach so schnell, dass ihre Stimme immer höher wurde. „In Kurzform heißt das also, dass Braunnase dasselbe passiert ist wie Mohnglanz bei der Grenze? Und dass Echo daran Schuld ist?“, fragte Löwenzahn. „Ja“, antwortete Wolfsherz. „Sie … Sie hat uns gegeneinander kämpfen lassen?“, wiederholte Braunnase. „Ja“, antwortete Wolfsherz. „Das heißt, dass ich dich angegriffen habe!“, stotterte Braunnase. „Nein, nicht du – Echo!“, widersprach Wolfsherz ihm, doch er hörte gar nicht mehr richtig zu. „Ich hätte dich verletzen können! Was, wenn sie dafür gesorgt hätte, dass ich dich töten sollte?“, fragte er, obwohl nicht ganz klar war, wem er die Frage gestellt hatte. Löwenzahn seufzte kaum merklich. „Braunnase, es ist doch offensichtlich, dass die Katzen aus dem Wald der Finsternis etwas planen. Hör auf, dich schuldig zu fühlen!“, miaute der Heiler streng, aber doch freundlich. „Darum geht es doch gar nicht. Wir sind gefährlich. Nicht nur für andere, auch für uns. Ich kann mich an nichts erinnern!“, rief er. Das ganze schien in ziemlich aus der Bahn zu werfen. „Ich denke, Blattstern sollte davon wissen“, meinte Löwenzahn und verließ den Heilerbau. „Oh, Sternenclan, nein“, murmelte Braunnase und ließ den Kopf auf seine Pfoten sinken, „Was jetzt? Ich habe ein Clanmitglied angegriffen!“ Wolfsherz legte sich neben ihn. „Braunnase“, miaute sie leise. „Nicht irgendeines. Ich habe dich angegriffen!“, stammelte er. „Braunnase! Du wurdest von Echo kontrolliert. Du kannst nichts dafür“, beruhigte sie ihn. Braunnase lies ein Schnauben hören: „Das heißt, ich habe es nicht geschafft, sie abzuwehren!“ Wolfsherz hatte ihn noch nie so gesehen. „Braunnase! Ich würde dir mein Leben anvertrauen. Daran hat sich nichts geändert und daran wird sich auch nichts ändern! Wir werden Echo besiegen. Bestimmt!“, miaute sie. Tatsächlich sah er jetzt etwas zuversichtlicher aus. „Wie dem auch sei, ich sollte jetzt auf Patrouille gehen, es wird langsam Zeit“, miaute er und stand auf. „Nein, wirst du nicht“, widersprach Löwenzahn, der gerade mit Blattstern den Heilerbau betreten hatte, „Wir wissen nicht, ob das irgendwelche Nachwirkungen hat. Du bleibst also hier.“ „Rehbein und Weißtatze werden statt Igelpfote und dir gehen“, ergänzte Blattstern. „Mir geht es gut. Wirklich!“, widersprach Braunnase. „Immer diese Krieger. Wollen helfen, obwohl sie nicht in der Verfassung dafür sind…“, murmelte Löwenzahn. „Ich bin sehr wohl…“, sagte Braunnase, ließ es dann aber, weil er wusste, dass es keinen Sinn hatte, mit einem Heiler zu diskutieren. Vor allem nicht mit diesem Heiler. „Na bitte, geht doch. Wolfsherz, holst du Igelpfote? Ich brauchte jemanden, der die Nestpolster der Ältesten erneuert“, miaute der Heiler. Wolfsherz nickte und schlüpfte aus dem Heilerbau. „Arme Igelpfote. Anstatt auf Patrouille zu gehen, muss sie jetzt die Nestpolster erneuern“, dachte Wolfsherz und entdeckte die Schülerin, welche sich gerade mit Veilchenpfote unterhielt. „Hallo, Igelpfote! Löwenzahn braucht dich“, miaute sie. „Wozu?“, fragte Igelpfote, ging aber in Richtung Heilerbau. „Vermutlich musst du dich um die Ältesten kümmern“, überlegte Veilchenpfote. „Aber ich gehe doch gleich auf Patrouille!“, erinnerte Igelpfote ihre Baugefährtin. Veilchenpfote konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Veilchenpfote, vielleicht möchtest du Igelpfote begleiten?“, fragte Wolfsherz. „In Ordnung“, murmelte Veilchenpfote und diesmal war es Igelpfote, die grinste.

    Wolfsherz wartete nervös auf die Patrouille. Igelpfote war enttäuscht gewesen, dass sie nicht mitdurfte, doch sie ließ sich nichts anmerken und kümmerte sich mit Veilchenpfotes Hilfe brav um die Ältesten. Braunnase ging es gut, auch wenn er sich noch immer an nichts erinnerte.
    „Streifenpelz, kannst du uns irgendeine Geschichte aus den alten Zeiten erzählen?“, bat Veilchenpfote. Wolfsherz lächelte. Als Schülerin hatte sie es auch geliebt, den Ältesten zuzuhören. „Was meint ihr mit „alt“?“, fragte Streifenpelz. „Na, damals, in der Zeit, in der du noch Krieger warst“, antwortete Veilchenpfote. Als sie merkte, dass sie Streifenpelz indirekt als „alt“ bezeichnet hatte, ließ sie beschämt den Kopf sinken. „Entschuldigung“, miaute sie leise. „Schon in Ordnung. Aber Wespenstachel erzählt bessere Geschichten“, verabschiedete er sich und verschwand in den Ältestenbau. Veilchenpfote und Igelpfote sahen die Älteste mit kugelrunden Augen an. „Bitte“, miauten die beiden gleichzeitig. „Ich habe euch doch schon alles Mögliche erzählt“, wehrte Wespenstachel ab, „Aber gut. Was wollt ihr hören?“ „Raupenfuß Geschichte!“, grinsten die beiden Kätzinnen gleichzeitig. „Dass ihr das so spannend findet… Also gut: Damals war Blattstern noch eine ganz normale Kriegerin…“, erzählte Wespenstachel. Wolfsherz merkte erst jetzt, dass auch sie der Ältesten zuhörte. Außerdem hatten sich die übrigen Schüler nun auch dazugesetzt. Die alten Geschichten wirkten manchmal so unwirklich. Aber jetzt steckte sie in einer Geschichte, die die Ältesten den Schülern wohl irgendwann erzählen würden. Und eine dieser Ältesten war wohl sie. Und Federfrost. Braunnase, Minzblatt, die Schüler. Ihre Gedanken wurden von Wespenstachel unterbrochen, welche sagte: „Und daraufhin hat Blattstern, damals natürlich noch Blattfall, Silver getötet. Die Streuner flohen – Und ich bin mir sicher, dass manche davon dieselben waren wie die, die Echo angeführt hat.“ Wolfsherz bekam ein ungutes Gefühl, wenn sie an Echo dachte. Diese Kätzin war der Grund für Baumharz Tod! Sie hatte dieser Kätzin vertraut! Wie konnte Echo es nur wagen, den Clan so zu hintergehen! Wütend grub sie die Vorderkrallen in das Gras und riss einige Halme aus. Sie hatte Federfrost nicht bemerkt, welche sich still neben sie gelegt hatte. „Du denkst wieder an sie“, miaute Federfrost und sah in die Ferne. „Ich weiß“, antwortete Wolfsherz. Federfrost kannte sie zu gut. Wolfsherz musterte ihre Wurfgefährtin. Eine lange Narbe vom Bauch bis zur Hüfte zierte Federfrost vom Kampf. Eines ihrer Ohren hatte keine Spitze mehr. Aber am schlimmsten sah die Narbe bei der Nase aus. Da sie so tief war, sah es aus, als würde ihr ein Stück der Nase fehlen. „Wolfsherz. Lass das. Ich weiß selber, wie ich aussehe“, miaute sie. „Tut mir leid. Weißt du, ich dachte, Echo hätte dafür bezahlt, als sie in den Wald der Finsternis kam. Dass es ihr leidtun würde, denn ganzen Schmerz zu spüren, den sie Katzen je angetan hat. Aber stattdessen hetzt sie Katzen gegeneinander auf!“, fauchte Wolfsherz. „Nicht so laut! Aber ja, sie wird etwas tun, ganz bestimmt“, flüsterte Federfrost.
    Die beiden bemerkten den Blick des Schülers nicht, der sie mit großen Augen angesehen hatte. Der, der nicht der Geschichte wegen dageblieben war, sondern weil er dem Gespräch der beiden Wurfgefährtinnen gelauscht hatte. Der, der noch relevant sein wird und wohl den ganzen Clan retten wird, egal, was es ihm kostet.

    Kapitel 2

    Wolfsherz stellte eine Jagdpatrouille zusammen, welche aus Blattstern, ihr selbst, Hellpfote und Weißtatze bestand. Die Grenzpatrouille bestand aus Mohnblüte, Schwarzpfote, Federfrost, Schneepfote und Adlerfeder. Es war schon einige Sonnenaufgänge her, dass Echo in Braunnases Körper geschlüpft war. Die Patrouille jagte gerade in der Nähe vom Donnerweg, als Blattstern plötzlich begann, zu taumeln. Wolfsherz, welche dieses Taumeln schon bei Mohnglanz und Braunnase gesehen hatte, miaute alarmiert: „Echo, lass deine Anführerin!“ „Wieso?“, fragte Blattstern, also viel mehr Echo, „Wir sind doch gerade in der Nähe des Donnerwegs!“ „Was willst du damit sagen?“, fauchte Wolfsherz. „Blattstern war nicht da, als ich sie gebraucht habe und Baumharz hatte Zeit, uns einfach aus dem Clan zu schmeißen! Es ist nur gerecht, wenn ihr jetzt auch etwas passiert!“, antwortete Echo durch Blattstern und preschte davon, dicht gefolgt von Wolfsherz, Hellpfote und Weißtatze. „Blattstern!“, schrie Weißtatze, „Blattstern, lass dich nicht von ihr kontrollieren!“, doch sie schien ihn gar nicht wahrzunehmen. Ehe Wolfsherz es sich versah, war die Patrouille beim Donnerweg angekommen. „Sie ist Mitschuld, dass ich und Wald jetzt nicht zusammen sein können!“, fauchte Echo und setzte sich, also Blattstern, mitten auf den Donnerweg. „Bleibt!“, mahnte Weißtatze Wolfsherz und Hellpfote und betrat den Donnerweg, um seine Anführerin dort herunterzuholen, Wolfsherz ging aber mit. „Weißtatze, ich bin hier die zweite Anführerin! Zurück auf unser Territorium!“, mahnte nun auch Wolfsherz. Sie wusste, wie seltsam das klingen musste, wenn eine so junge Kriegerin einem so erfahrenen Krieger wie Weißtatze etwas befahl, doch das war im Moment nicht wichtig. „Kommt doch!“, fauchte Echo, noch immer in Blattsterns Gestalt. „Achtung!“, rief Weißtatze plötzlich. Ein schwarzes Monster näherte sich den Katzen. „Lass Blattstern, Echo!“, fauchte Wolfsherz und schubste ihre Anführerin zum Rand der Straße, diese sprang aber wieder zurück in die Mitte und riss Wolfsherz mit. Auch Weißtatze versuchte, die Anführerin zu retten, doch Echo ließ sie nur näher zum Monster laufen. Hellpfote machte einen Satz nach vorne und riss sie zur Seite, doch Blattstern war um einiges größer als er und schleuderte ihn zur Seite. Der Schüler fiepte erschrocken und landete zwei Fuchslängen vor dem Monster. Die nächsten drei Herzschläge wirkten wie Zeitlupe, doch in Wirklichkeit reichten sie aus, um die Zukunft des ganzen Clans auf den Kopf zu stellen. Weißtatze machte einen blitzschnellen Satz nach vorne und zog Hellpfote aus dem Gefahrenbereich, welcher beinahe überrollt geworden wäre. Wolfsherz zog Blattstern so schnell sie konnte weg, doch Echo arbeitete gegen sie und Blattsterns Hinterbeine wurden von dem Monster getroffen. Die Anführerin flog einige Schwanzlängen nach vorne, Wolfsherz wurde in den Straßengraben geschleudert. Zu ihrem Entsetzen sah Wolfsherz, wie das Monster anhielt und ein Zweibeiner zum Vorschein kam. Zwei Zweibeiner- Junge sprangen nach ihm auch aus dem Monster. Der Zweibeiner ging auf Blattstern zu und hob sie vorsichtig auf. Sie blutete stark und schien gar nicht mitzubekommen, was los war, Echo hatte sie wohl verlassen. Wolfsherz sprang auf den Rücken des Zweibeiners, dicht gefolgt von Weißtatze und Hellpfote, doch der Zweibeiner versuchte, die Katzen zu erwischen, die auf seinem Rücken standen und ihre Krallen hineinbohrten. „Hellpfote, such die Jagdpatrouille, alleine schaffen wir das nicht!“, wies Weißtatze den Schüler an, welcher sofort lospreschte, bewusst, wie ernst die Lage war.
    Fauchend biss Wolfsherz dem Zweibeiner in die Schulter, Weißtatze hing sich mit seinen Krallen in seinen Beinen fest. Der Zweibeiner ließ seltsame Laute ertönen und schubste Wolfsherz von seiner Schulter, welche direkt auf Weißtatze landete und der Zweibeiner lief zurück in Richtung Monster. Seine beiden Jungen waren schon wieder eingestiegen, Blattstern lag noch immer in seinen Händen. „Lange stehen wir das nicht mehr durch!“, dachte Wolfsherz panisch und krallte sich in seinen Beinen fest. Plötzlich hörte sie einen Schrei: „Schaut, da sind sie!“ Er stammte von Hellpfote, welcher mit Adlerfeder, Mohnblüte, Federfrost, Schneepfote und Schwarzpfote auf den Zweibeiner zu geprescht kam. Dieser ließ einen erschrockenen Schrei hören, trat nach Weißtatze und Wolfsherz, wenn auch nicht fest und sprang in das Monster. „Nein!“, fauchte Adlerfeder, sprang auf die Schnauze des Monsters und stemmte seine Vorderpfoten gegen die Scheibe des Monsters, „Du entführst Blattstern nicht!“ Das Monster fuhr plötzlich Stöcke aus, welche an der Scheibe entlangfuhren und wischte Adlerfeder damit herunter, als wäre er ein lästiges Insekt. Dieser fauchte noch während dem Fallen. Diese ganze Aktion von Adlerfeder hatte vielleicht zwei Herzschläge lang gedauert, doch sie würde nicht länger andauern. Die anderen Katzen hatten versucht, von den Seitenscheiben irgendwie einzudringen, doch unmöglich. Das Monster ließ ein tiefes Brummen ertönen und fuhr mit einem großen Bogen um die Katzen davon. Für eine Sekunde herrschte Stille, doch Adlerfeder, Schneepfote und Hellpfote liefen dem Monster sofort hinterher, Wolfsherz schloss sich ihnen an, doch sie merkte, dass sie keine Chance gegen das Monster hatten. Es war viel zu schnell und Wolfsherz blieb entsetzt stehen, doch Adlerfeder fauchte: „Ich gebe nicht auf!“ Er preschte so schnell er konnte über die Straße, doch wenige Augenblicke später war das Monster aus dem Blickfeld der Katzen verschwunden. „Nein!“, schrie Schneepfote, welche nun auch eingesehen hatte, dass Blattstern weg war. „Wir finden sie!“, fauchte Hellpfote, doch Schneepfote sprang ihrem Bruder vor die Füße, welcher dann über sie stolperte. „Was soll das?“, knurrte er und rappelte sich so schnell er konnte wieder hoch. „Sie ist weg“, fiepte Schneepfote tonlos und Tränen liefen aus ihren gelben Augen. Adlerfeder schien das auch eingesehen zu haben und blieb stehen. „Warum habt ihr hier gejagt?“, fauchte er. „Echo hat sie hier her kontrolliert“, erklärte Weißtatze mit hängenden Ohren. Adlerfeder sagte nichts, doch die Wut in seinen Augen, die wohl auf Echo gerichtet war, sagte mehr als tausende Worte.
    Schweigend kehrte die Patrouille zurück. Echo war mächtiger als je zuvor. Etwas musste passieren, wenn sie nicht den gesamten Clan auslöschen sollte. „Adlerfeder, kann ich mit dir sprechen?“, bat Wolfsherz Adlerfeder, als sie im Lager angekommen waren. Dieser nickte als Antwort, doch Löwenzahn lief zwischen die Patrouille. „Was ist passiert?“, fragte er, während er sich die Abschürfungen der Katzen ansah. „Das erklären wir später dem ganzen Clan. Und wenn du schon da bist, ich würde gerne mit dir und Adlerfeder etwas besprechen. Es ist wirklich wichtig!“, antwortete Wolfsherz. „Gut. Ich gebe jedem noch ein paar Kräuter, damit sich nichts entzündet und … Wo ist Blattstern?“, unterbrach er sich selbst. Adlerfeder öffnete das Maul, um zu antworten, schloss es dann aber wieder. Löwenzahn antwortete nicht und ging mit den Katzen der beiden Patrouillen in den Heilerbau. Die Zeit schien in Zeitlupe dahin zu kriechen, bis Löwenzahn endlich jeden auf Wunden kontrolliert hatte. „Also, wo ist Blattstern?“, fragte der Heiler. Wolfsherz atmete tief ein und aus und erzählte Löwenzahn dann die ganze Geschichte. Dieser schüttelte den Kopf. „Das darf nicht sein!“, murmelte er. Dann fügte er hinzu: „Wie lange muss ein Anführer weg sein, so dass der zweite Anführer zum Anführer wird. Ich frage, weil Wolfsherz nicht für immer warten kann. Die anderen Anführer würden den Donnerclan für schwach halten“ „Das wird sie nicht müssen! Wenn Blattstern es innerhalb von zwei Blattwechseln zurück schafft, dann nicht! Und sie wird es zurück schaffen“, fauchte Adlerfeder. „Nur zwei Blattwechsel? Sollten wir ihr nicht mehr Zeit geben?“, fragte Wolfsherz. Löwenzahn schüttelte kaum merklich den Kopf. „Sie wird es zurück schaffen!“, fauchte Adlerfeder. Dass Blattstern weg war, machte ihn verrückt. Wolfsherz verstand ihn. „Ich werde es dem Clan jetzt sagen“, beschloss Wolfsherz. Adlerfeder seufzte und verließ den Heilerbau. „Wolfsherz, weißt du, warum du nicht länger als zwei Monde warten sollst?“, fragte Löwenzahn. „Nein“, gestand Wolfsherz. Ihr Magen drehte sich um. Sie würde es ohne Blattstern nicht schaffen, einen Clan zu führen. „Weil du falsche Hoffnungen dann länger aufrechterhalten würdest“, erklärte Löwenzahn. „Sie sind nicht falsch! Sie kommt bestimmt zurück!“, widersprach Wolfsherz. „Willst du mich überzeugen, oder dich?“, fragte Löwenzahn, worauf Wolfsherz keine Antwort wusste.
    Mit zwei schnellen Sprüngen stand sie auf dem Hochfelsen und hörte, wie ihre Stimme durch das Lager scholl: „Ich rufe jede Katze, die alt genug ist, ihre eigene Frischbeute zu fangen, zu einem Clantreffen zusammen!“ Die Geschichte gleich ein zweites Mal erzählen zu müssen, war furchtbar. Die Katzen tuschelten wild durcheinander, doch Wolfsherz achtete nicht darauf. Es gab so viele hier, die diese Nachricht schwer traf. „Es tut mir so leid“, seufzte Wolfsherz, als sie bei Braunnase angekommen war. Er antwortete zuerst nicht, doch dann flüsterte er: „Echo wird büßen! Sie hat es geschafft, dass der ganze Clan sie hasst! Sie hat niemanden mehr. Und wofür? Für einen Flussclankrieger!“ Wolfsherz seufzte. Er hatte Recht. „Sie wird zurückkommen“, antwortete sie. „Versprich nichts, was du nicht halten kannst. Was auch immer dieser Zweibeiner mit ihr tun wird, wie soll sie je wieder zu uns kommen?“, fragte er. Wolfsherz sah ein, dass er wohl wieder Recht hatte. Sie hatte Hellpfote nicht bemerkt, welcher plötzlich neben ihr stand. „Wolfsherz?“, fragte er, „Wird sie wieder kommen?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete sie.
    Die Schüler sahen alle so traurig aus. Die Krieger genauso. Blattstern war die Mutter von Minzblatt und Braunnase. Veilchenpfote, Schneepfote und Hellpfote waren ihre Jungen aus dem zweiten Wurf gewesen, außerdem hatte sie Igelpfote und Schwarzpfote aufgezogen. Adlerfeder war ihr Partner, Rehbein ihre ehemalige Schülerin. Außerdem war sie Wolfsherz‘ Vorbild gewesen. Immer schon. Wie sollte sie jetzt ohne sie auskommen?
    Zwölf Sonnenaufgänge vergingen, ohne das geringste Lebenszeichen von Blattstern. Die Katzen der anderen Clans auf den großen Versammlungen sahen Blattstern Verschwinden vorerst nicht als Zeichen der Schwäche und griffen nicht an. Doch Echos Plan hatte gerade erst begonnen.

    Kapitel 3

    Der Schüler wälzte sich unruhig von der einen Seite auf die andere. Zwölf Sonnenaufgänge war es jetzt schon her, dass Blattstern verschwunden war. Die Krieger suchten sie nicht, was wohl vernünftig war. Er hatte selber gesehen, wie das Monster sie entführt hatte. Wie schnell es gewesen war. Unruhig zupfte er an seinem Nest. Durch einen Riss in der Wand sah er das Licht des Mondes. Es schien direkt auf Schneepfote, welche die letzte Zeit wohl am schlimmsten von ihnen allen gefunden hatte. „Jetzt oder nie“, dachte er, obwohl er wusste, dass er auch nächste Nacht noch fragen konnte. Nein! Er musste es jetzt tun! Sonst würde er das nächste Mal wieder nächstes Mal sagen… Außerdem hatte er darauf gewartet, dass der Mond so schmal sein würde. Und wenn alle seine Idee für Unsinn halten würden, würde er alleine gehen. Schnell stupste er die anderen Schüler wach. „Was soll das, Schwarzpfote?“, fragte Veilchenpfote und gähnte. „Ich habe eine Idee“, begann der Schüler, doch er unterbrach sich selbst. War das klug? Oder führte er die anderen ins Verderben? Würden sie ihn vielleicht verpetzen? Obwohl, nein, das würde keiner von ihnen tun. „Ähm, Schwarzpfote?“, fragte Igelpfote, „Wolltest du uns nicht gerade etwas sagen?“ Schwarzpfote atmete tief aus. „Wir sollten Blattstern suchen“, sagte er, „Also, ich weiß, wie seltsam das jetzt klingen muss, aber es ist einen Versuch wert!“ „Blattstern suchen?“, widerholte Schneepfote ohne eine Emotion zu zeigen. „Vielleicht finden wir sie ja. Nur wir Schüler. Die Krieger würden es uns vermutlich ausreden“, sagte Schwarzpfote. Er wusste, dass das irgendwie nach hinten losgegangen war, doch Hellpfote sagte: „Ich bin dabei!“ „Wirklich?“, fragte Schwarzpfote und stellte erfreut die Ohren auf. „Klar“, antwortete Hellpfote. „Ich auch!“, miaute Veilchenpfote. „Igelpfote? Schneepfote?“, fragte Schwarzpfote hoffnungsvoll. „Auf keinen Fall“, antwortete Igelpfote, „lasse ich meinen Bruder alleine irgendwo hingehen. Ich muss dann wohl auch mit.“ „ Und Schneepfote?“, frage Veilchenpfote. „Ich…also, ich…“, stotterte Schneepfote. Sie wollte ihre Mutter finden, doch sie hatte Angst, was sie da draußen erwartete. Aber sie konnte ihre Bau –und Wurfgefährten nicht im Stich lassen. „Ich komme mit“, miaute sie deshalb. „Wann geht es los?“, fragte Veilchenpfote. „Jetzt“, flüsterte Schwarzpfote, woraufhin Hellpfote zufrieden nickte. „Und wie?“, fragte Igelpfote mit einem Blick nach draußen, „Ahornschweif hält Nachtwache.“ Schwarzpfote grinste. „Ich weiß“, miaute er. Hielten die anderen diese Idee für spontan? Das plante er schon seit sechs Nächten! „Also“, erklärte er, „Schneepfote geht durch den Schmutzplatztunnel, am besten so, dass man sie nicht bemerkt, die anderen verstecken sich hinter dem Brombeerbusch.“ „Wieso soll ich durch den Schmutzplatztunnel?“, fragte Schneepfote. „Weil dein Fell zu gut sichtbar ist. Außerdem haben höchstens drei von uns hinter dem Busch Platz“, erklärte Schwarzpfote, „Ich gehe zum anderen Ende des Lagers und mach etwas Lärm, um Ahornschweif wegzulocken. In dieser Zeit flieht ihr durch den ganz normalen Ausgang.“ „Und wie kommst du raus?“, fragte Igelpfote. „Ich bin einfach vorsichtig. Mein Fell ist so nachtschwarz, dass er mich nicht sehen wird“, antwortete Schwarzpfote. „Man wird uns aber riechen“, erinnerte Hellpfote Schwarzpfote. „Wird man nicht“, sagte Schwarzpfote und holte etwas aus der Ecke des Schülerbaus. „Mäuse- Kot?“, fragte Schneepfote und verzog das Gesicht. Auch Veilchenpfote schien das nicht zu gefallen, doch sie sagte nichts. Schwarzpfote rollte sich als erster darin. „Jetzt kann ich“, murmelte Igelpfote und tat es ihrem Bruder gleich. „Das ist wirklich eklig“, miaute Hellpfote leise, doch ihm war anzusehen, wie beeindruckt er von dem Plan war, dann rollte er sich darin, nach ihm Veilchenpfote und schlussendlich Schneepfote, welche etwas würgte, als sie es tat. „Dann geht es jetzt wohl los“, dachte Schwarzpfote und schlüpfte aus dem Schülerbau. Alles lief wie besprochen, bis Ahornschweif in Richtung Schwarzpfote lief. „Was stinkt hier nur so?“, murmelte der rote Kater. Schwarzpfote schaffte es tatsächlich, nicht gesehen zu werden, indem er sich zum Schmutzplatz rettete. Da er sowieso schon darin war, nutzte er den Schmutzplatztunnel nun ebenfalls, um das Lager zu verlassen. So hatten es die Schüler also alle geschafft, nicht gesehen zu werden. „Wohin jetzt?“, fragte Veilchenpfote. „Zum Donnerweg. Unsere Reist beginnt dort“, antwortete Schwarzpfote. In Gedanken fügte er hinzu: „Wo Blattsterns Reise möglicherweise ein Ende genommen hat.“ Schwarzpfote seufzte so leise, dass es niemand hören konnte. Er sah die anderen Schüler an. Für ihn war nicht nur Igelpfote eine Schwester. Veilchenpfote, Schneepfote und Hellpfote waren für ihn eher Geschwister, als Echo eine Mutter war. Außerdem waren Blattstern und Adlerfeder für ihn Eltern gewesen. Echo und Wald waren vielmehr Gegner. Gegner, über die er eines Tages triumphieren würde und wenn es sein Leben kostet.

    „Sie sind weg!“, hörte Wolfsherz eine Stimme. „Wie, weg?“, fragte eine andere. „Weg eben! Nicht mehr da, fort, abwesend, Braunnase, halt weg!“, antwortete die erste Stimme, die Minzblatt gehörte. „Beruhige dich, Minzblatt! Die Schüler werden wir schon finden!“, antwortete Braunnase. „Zuerst unsere Mutter, jetzt unsere jüngeren Geschwister! Was, wenn das auch Echo war?“, fragte Minzblatt, auch wenn es mehr nach einem Fauchen klang. „Die Schüler sind weg?“, frage Ahornschweif, welcher auch gerade dazu gestoßen war. „Was jetzt?“, fragte Federfrost und obwohl sie diese Frage eher sich selbst gestellt hatte, antwortete Wolfsherz: „Ich gehe zum Mondstein. Ich möchte Antworten! Die Patrouillen sollen Ausschau nach ihnen halten. Am besten, wir teilen eine eigene Patrouille dafür ein. Mohnfrost, Minzblatt, Braunnase und Mausezahn, könntet ihr das machen?“ „Sollte nicht eher ich gehen? Also, nicht, dass ich hier irgendetwas sagen will, aber der Windclan lässt eher einen Heiler durch sein Territorium“, mischte sich Löwenzahn ein. „Nein. Ich brauch dich hier. Beim Clan“, antwortete Wolfsherz. „Dann nimm wenigstens jemanden mit“, sagte Löwenzahn. „Sieht das nicht seltsam aus für den Windclan, wenn zwei Krieger zum Mondstein wollen?“, fragte Wolfsherz. Löwenzahn zögerte kurz mit einer Antwort „Ich will nicht, dass dir etwas passiert. Du … Gut. Du hast wohl Recht. Außerdem vertraue ich darauf, dass du das Richtige tun wirst“, sagte er. Wolfsherz war sich nicht sicher, was sie antworten sollte, nickte dann aber. Löwenzahn holte ihr die Reisekräuter. Hatte er ihr etwas sagen wollen? Sie sah kurz zu ihm, doch er hatte wieder seine gewöhnliche, unlesbare Haltung eingenommen. Sie schluckte die Kräuter, ohne sie richtig zu kauen, ging ein paar Schritte weg, um den aufgewühlten Clan mustern zu können, drehte sich dann um, weil sie die Angst der anderen förmlich in ihren Pelzen knistern sehen konnte und rannte in Richtung Mondstein. Sie rannte ungewöhnlich schnell. Sie hielt nicht an, als sie bei der Windclangrenze angekommen war, sondern hetzte direkt darüber. Sie hatte das Gefühl, immer schneller zu werden und hatte nicht das Bedürfnis, anzuhalten. Irgendetwas sagte ihr, sie musste unbedingt mit dem Sternenclan sprechen. Sie wurde müde, doch sie hielt nicht an, sondern befahl ihren Pfoten, schneller zu laufen. Ihre Ohren hörten den Wind, wie er pfeifend an ihr vorbeistrich und ihr silbernes Fell dicht an ihre Haut drückte. Sie spürte kaum den leichten Regen, der ihr Fell glitzern ließ. Ihre Augen tränten vom Wind und nahmen die Umgebung nur leicht verschwommen war, ihre Nase achtete auf noch so kleine Gerüche und sie passte auf, dass keine Windclankatze da war, doch sie schaffte es ohne Zwischenfälle zum Mondstein.
    Obwohl sie so schnell gewesen war, stand die Sonne bereits tief. Ihr fiel ein, dass sie die Patrouillen nicht mehr eingeteilt hatte, doch das war im Moment nicht allzu schlimm. Sie betrat den dunklen Tunnel zum Mondstein und bald schon war sie bei ihm. Sie verschwendete keine Zeit, ihn zu betrachten, doch für einen Herzschlag war sie doch beeindruckt von diesem so wichtigen Stein, dann drückte sie ihre Nase gegen den kalten Stein. Sie merkte, wie Kälte ihren Körper erfasste, wie sie einschlief und im Sternenclan aufwachte.
    „Hallo, Wolfsherz! Was machst du hier?“, fragte eine Stimme überrascht. Wolfsherz sah auf und entdeckte Hellstern. Neben ihm saß Baumharz! „Nun, ich kann mir vorstellen, was sie hier macht! Sie hat jedes Recht dazu, hier zu sein“, sagte Baumharz mit einem fauchenden Unterton an Hellstern gewandt. „Baumharz, das hatten wir bereits durch!“, seufzte Hellstern. „Ach so, das ist für dich vorbei?“, fragte Baumharz und er nahm eine so ruhige Haltung ein, dass sie schon wieder beunruhigenden wirkte, „Wirklich, Hellstern? Ich denke, du vergisst, dass das Leben weitergeht, auch wenn man selbst tot ist. Ist dir bewusst, dass hier Katzen vom Wald der Finsternis kontrolliert werden? Weißt du, wie Blattstern von ihrem Clan getrennt worden ist? Dass die Schüler weg sind?“ Seine Stimme wurde immer lauter, er blieb aber ruhig. „Ihr Sternenclankatzen seit alle so gleich! Immer heißt es, wir dürften das Leben der Lebenden nicht zu sehr beeinflussen, nebenbei wissen wir Dinge, die sie retten könnten! Das heißt also, ich sag ihr, wie es um den Clan steht und keine einzige Sternenclankatze wird mich abhalten!“, sagte Baumharz, nun doch leicht fauchend. „Baumharz! Das ist ihr Schicksal!“, fauchte Hellstern. „Stopp! Beide!“, unterbrach Wolfsherz die beiden, „Ich denke, ich weiß genug! Unser Leben ist für euch im Sternenclan ein Strategiespiel! Habt ihr alle vergessen, dass ihr selbst mal gelebt habt? Also, ist es so schwer, mal in normalen Sätzen zu antworten? Wo sind die Schüler? Wo ist Blattstern? Wie halten wir den Wald der Finsternis auf? Und was plant Echo eigentlich? Ach ja: Was meinte Baumharz, was ich hier mache?“ „Ich…“, begann Baumharz, wurde aber von Hellstern unterbrochen: „Baumharz! Nimm Vernunft an! Und Wolfsherz – Wir können auch nicht alles wissen! Natürlich ist es schlimm, wie Blattstern von den Zweibeinern entführt worden ist! Wo die Schüler sind, kann ich nicht sagen! Und das mit dem Wald der Finsternis ist so: Echo schlüpft in die Körper anderer Katzen und kontrolliert sie.“ „Sag mir etwas, was ich nicht weiß! Und wieso kannst du nicht sagen, was mit den Schülern ist?“, unterbrach Wolfsherz ihn. Baumharz sah sie kurz an. Seine grünen Augen blieben auf ihr haften, doch er sprach mit Hellstern: „Ich bin in der Hierarchie unter dir.“ Hellstern nickte. „Ich weiß“, antwortete der ehemalige Donnerclananführer. „Mein Leben war kürzer als deine“, sagte Baumharz. „Ja?“, antwortete Hellstern. „Ich habe den Clan nie angeführt, während du neun Leben lang an der Spitze des Clans gestanden hast “, sprach Baumharz weiter. Hellstern erwiderte nichts, sondern sah nur fragend zu Baumharz. „Und trotzdem besitze ich mehr Vernunft, als Du jemals gebraucht hast“, stellte Baumharz fest. „Nur blöd, dass ich Wolfsherz nicht sagen darf, was ich ihr sagen will“, miaute er. „Baumharz! Gut, mach was du glaubst! Aber ich werde nicht daran schuld sein, wie du den Donnerclan womöglich in einen Kampf stürzt!“, fauchte Hellstern. „Keine Sorge, dir gebührt weder Schuld, noch Dank daran, dass ich dafür Sorge, dass die irdischen Katzen ihr Schicksal mit der neuen Information selbst bestimmen werden!“, fauchte Baumharz und wandte sich dann an Wolfsherz: „Du hast Recht. Vollkommen! Das Leben ist ein nie enden wollendes Strategiespiel. Aber ihr sollt es selbst entscheiden können. Und wir beeinflussen euch nicht, indem wir euch sagen, was wir wissen. Wir beeinflussen euch, indem wir euch schwer zu deutende Prophezeiungen gebe, die ihr falsch deutet und Dinge tut, die ihr sonst nicht tun würdet. Also. Echo wird nicht aufhören. Niemals. Und es gibt tatsächlich eine Möglichkeit, sie aufzuhalten. So sagte es Hellstern, doch er sagte nicht, wie das geht. Er sagte nur, dass er es von den Sternenclankatzen weiß, die sich mit den Grenzen von Sternenclan und Wald der Finsternis auskennen. Aber ich kann dir hier nicht helfen, wenn Hellstern nichts dazu sagt.“ Hellstern seufzte. „Ich halte nichts von Baumharz‘ Offenheit. Aber ich formuliere es in einer Prophezeiung, wie es schon immer so war und bleiben wird: Wenn der Schüler das Ziel seiner Reise gefunden hat, muss er wissen, ob er leben oder lieben will“, sagte er, dann löste er sich auf. Auch Baumharz wurde blasser. „Wartet! Wo sind die Schüler?“, fragte Wolfsherz. „Sie suchen ihre Zukunft. Ich kann es nicht sagen, weil du sie suchen würdest!“, antwortete Baumharz. „Aber du sagtest, du findest es nicht gut, wenn man über die irdischen Katzen bestimmt!“, widersprach Wolfsherz. „Darum sage ich es dir ja nicht. Die Schüler sind freiwillig weg, das heißt, der Sternenclan entscheidet nicht, dass ihr sie findet, will heißen, ihr Schicksal. Du musst nicht verstehen, was ich meine und ich weiß weniger als Hellstern“, sagte Baumharz, knickte seinen Schweif als Abschied und begann mehr zu verblassen. „Baumharz! Warte! Wo ist Blattstern?“, fragte Wolfsherz, doch sie erhielt nur noch ein Kopfschütteln und ein: „Ich weiß es nicht. Sie ist zu weit weg, um das noch sagen zu können.“ „Baumharz! Wartet! Was soll ich denn jetzt machen?“, fragte Wolfsherz, Baumharz öffnete das Maul, um zu antworten, verblasste dann jedoch endgültig.

    Wolfsherz fuhr erschrocken hoch. Was hatte Hellstern mit „Der Schüler muss leben oder lieben“ gemeint? Sie schüttelte den Kopf. Wer von den Schülern überhaupt? Nein. Sie musste jetzt an den Clan denken. Was sollte sie wegen Blattsterns Verschwinden auf Großen Versammlungen sagen? Beim ersten Mal hatte sie eine genaue Erklärung ja noch umgehen können, aber wie oft würde ihr das gelingen?
    Der Regen war inzwischen so stark, dass er ihren Geruch überdeckte und weggeschwemmt hatte und sie entschied sich, in zu nützen und noch heute zurück ins Lager zu laufen. Sie war unglaublich müde, doch es war wohl vernünftiger, da sie dem Windclan sonst möglicherweise erklären müsste, wieso sie überhaupt beim Mondstein gewesen war. Als sie wieder im Lager war, wich sie Fragen aus, erkundigte sich kurz nach den Schülern, besprach das Gehörte noch kurz mit Löwenzahn und ging in den Kriegerbau, um etwas zu schlafen. Sie dachte, sie würde wach bleiben und über alles nachdenken können, doch es dauerte nicht lange und sie war eingeschlafen.

    Kapitel 4

    Schwarzpfote seufzte. Veilchenpfote, Schneepfote, Hellpfote, Igelpfote und er liefen schon seit gestern Nacht den Donnerweg entlang. Der Geruch des Monsters war schal, den Zweibeiner Ort hatten sie schon längst betreten. Schneepfote hatte ihr Fell nervös aufgestellt. Beute hatte sich keine blicken lassen, seit sie den Wald verlassen hatten, obwohl doch Blattfrische war. „Woher wissen wir, dass wir der richtigen Spur folgen? Ich meine, hier gibt es so viele Monster!“, miaute Veilchenpfote, doch keiner der Schüler wusste eine Antwort. „Glaubt ihr, die Krieger suchen uns schon?“, fragte Schneepfote. „Bestimmt. Wir haben hoffentlich nicht für allzu viel Panik gesorgt“, antwortete Veilchenpfote. Igelpfote gähnte. „Wie wäre es mit einer kurzen Jagdpause?“, fragte sie. „Vielleicht finden wir später auch noch Lagerplätze für die Nacht“, ergänzte Schneepfote. „Gute Idee! Lasst uns nach einem geeigneten Rastplatz Ausschau halten“, miaute Schwarzpfote und bog um eine Ecke. Er sah ein silbernes Monster, in welches er fast gelaufen wäre, stellte erschrocken sein Fell auf und riss Veilchenpfote, welche neben ihm war, zur Seite, weil er fürchtete, es könnte sie erfassen. Veilchenpfote machte einen erschrockenen Laut, doch Igelpfote miaute: „Keine Angst, ich glaube, es schläft. Zumindest bewegt es sich nicht!“ „Oder es ist tot. Atmung höre ich nämlich keine“, vermutete Hellpfote und ging dichter an das Monster heran. „Bleib da weg, Mäusehirn!“, quiekte Schneepfote erschrocken, als Hellpfote es vorsichtig an stupste. „Sieht sich das einer an!“, hörten die Schüler plötzlich eine Stimme. Sie wirbelten herum und entdeckten einen grauen Kater, welcher es sich auf dem Monster gemütlich gemacht hatte. „Ein Haufen Jungkatzen fürchten sich vor einer Lärmmaschine der Federlosen Vögel!“, fügte er hinzu und grinste, was sein ohnehin schon schiefes Maul geradezu senkrecht werden ließ. „Komm da runter, das ist gefährlich!“, miaute Schneepfote und ging vorsichtig einige Schritte nach hinten. Der Graue grinste nur und fragte: „Und ich nehme an, die Jungkatzen haben auch Namen? Ich bin Pepper, falls ihr das wissen wollt!“ Hellpfote schien seinen Schrecken darüber, dass eine Katze auf so einem Monster liegen konnte, als erster überwunden zu haben und erklärte: „Ich bin Hellpfote. Und das sind meine Baugefährten Schneepfote, Veilchenpfote, Igelpfote und Schwarzpfote. Wir gehören alle dem Donnerclan an und es dauert bestimmt nicht mehr lange bis zur unserer Kriegerzeremonie. Falls wir es überhaupt jemals zurück zum Clan schaffen…“ „Hellpfote!“, fauchte Veilchenpfote und boxte ihren Bruder leicht in die Seite, „Natürlich schaffen wir es alle zurück! Und wir finden Blattstern!“ „Hm?“, machte Pepper verwirrt, „Was wollt ihr finden? Und wem gehört ihr an?“ „Also,…“, begann Igelpfote, wurde aber von Schwarzpfote unterbrochen: „Wir suchen Blattstern, unsere Anführerin. Sie ist braungetigert, hat gelbe Augen und… Ach, egal. Sie sieht aus wie Veilchenpfote, nur etwas älter. Hast du sie zufällig gesehen?“ „Nö“, antwortete Pepper und musterte die Schüler. „Oh, Schade. Trotzdem danke. Dann noch einen schönen Tag!“, antwortete Schwarzpfote und drehte sich um, um zu gehen, doch Pepper rief: „Hey, wartet doch! Wenn jemand weiß, wo sie ist, dann ist das Chili! Ihr entgeht nichts! Wie ein Eichhörnchen durchstreift sie den Ort, immer auf der Suche nach Abenteuern, dabei ist sie Hauskatze. Unvernünftiges Kleines! Aber was soll man erwarten, sie ist gerade mal elf Monde alt. Nun gut, wenn ihr mögt, bring ich euch zu ihr.“ „Das würdest du tun?“, fragte Igelpfote. „Ja, klar! Scheint euch ja am Herzen zu liegen! Dann würde ich sagen, es geht Sonnenaufgang los“, antwortete Pepper. „Könnten wir nicht schon jetzt…“, begann Schwarzpfote, sah aber ein, dass die anderen und auch er eine Pause brauchten. „Sonnenaufgang also?“, fragte er. Die Schüler legten sich unter einen Busch im Garten eines Zweibeiners, Pepper verbrachte die Nacht jedoch lieber am Dach des Monsters. „Ich kann jagen gehen“, bot Hellpfote an. „Ich komme mit!“, sagte Schwarzpfote und Igelpfote meinte: „Ich auch!“ „Dann halte ich die erste Nachtwache“, gähnte Schneepfote. „Ich lös dich dann ab“, versprach Veilchenpfote.

    „Hallo, Wolfsherz!“, flüsterte eine Stimme. „Was?“, murmelte die zweite Anführerin des Donnerclans schlaftrunken und öffnete ihre Augen. Vor ihr stand Federfrost mit einer Maus im Maul. „Ich dachte, wir könnten und die Zunge geben“, miaute ihre Schwester und sah so dringend nach draußen, dass sie sicher nicht nur einfach mit ihr plaudern wollte. „Klar“, antwortete Wolfsherz und verließ ihr Nest. „Also, was ist?“, fragte Wolfsherz freundlich. „Nimm erst mal!“, sagte Federfrost und schob ihr die Maus hin, woraufhin Wolfsherz dankbar einen Bissen nahm und die Maus wieder zu Federfrost schob. „Was ist beim Mondstein passiert?“, fragte Federfrost, nachdem auch sie einen Bissen genommen hatte und die Maus wieder zurückgeschoben hatte. Wolfsherz schluckte einen Bissen Maus und überlegte, wie viel sie ihrer Schwester erzählen sollte. „Der Sternenclan konnte mir nichts über Blattstern sagen“, begann sie.“ Und über die Schüler? Oder Echo?“, fragte Federfrost. „Sie wissen ungefähr, wo die Schüler sind, aber,…“, erzählte Wolfsherz und brach ab. Wie würde es für Federfrost aussehen, wenn sie wieder aussprach, dass der Sternenclan keine genauen Angaben gegeben hatte? „Aber sie erzählen es dir nicht?“, fragte Federfrost. „Ja“, gab Wolfsherz zu. Federfrost sah Wolfsherz eindringlich an. „Aber über Echo weißt du jetzt wenigsten etwas?“, hoffte sie. „Ja und Nein. Hellstern hat gesagt, es hätte etwas mit den Schüler zu tun und hat prophezeit: Wenn der Schüler das Ziel seiner Reise gefunden hat, muss er wissen, ob er leben oder lieben will“, antwortete Wolfsherz. „Gerade viel Information ist das wirklich nicht. Aber wenigstens wissen wir, dass die Schüler noch leben“, meinte Federfrost. „Wie dem auch sei. Was tust du jetzt?“, fragte die schneeweiße Kätzin. „Was meinst du?“, fragte Wolfsherz. „Na, was du tun wirst. Wie willst du weitermachen?“, miaute Federfrost. Wolfsherz zögerte. Sie war noch nie in so einer Situation gewesen. Blattstern war von einem Zweibeiner entführt worden, die Schüler waren spurlos verschwunden, Echo war gefährlicher, als sie es jemals vorher gewesen war, der Sternenclan drückte sich weiterhin in Rätseln aus. „Ich weiß es nicht genau“, gab Wolfsherz zu, „Aber ich kann jederzeit zu Baumharz. Er wird mir helfen können, Entscheidungen zu treffen und Feinde und Freunde zu unterscheiden. Er unterscheidet sich irgendwie vom Rest des Sternenclans. Ich glaube, ihn ihm ist einfach mehr Leben, als in all den anderen zusammen.“

    Schwarzpfote spürte, wie ihn jemand mit einer Pfote an stupste. „Guten Morgen! Ich denke, wir sollten noch mal jagen gehen“, miaute dieser jemand freundlich und er erkannte, dass es Hellpfote war. Schwarzpfote erinnerte sich, wie er gestern auf der Suche nach Beute nur einen Vogel gefangen hatte, Igelpfote und Hellpfote hatten beide je eine Maus erwischt, Beute schien hier also knapp zu sein. „Jagen? Wieso jagen?“, fragte Pepper dazwischen. „Um etwas Essbares zu haben, natürlich!“, antwortete Igelpfote verwirrt. „Diese Jungkatzen…“, murmelte Pepper, „Ich zeig euch, wie man sich was zu essen besorgt, folgt mir“ Mit diesen Worten sprang er vom Dach des Monsters und lief in Richtung eines Nests eines Zweibeiners. „Und jetzt?“, fragte Veilchenpfote, als Pepper auf das Fenstersims sprang und sein Gesicht gegen die Scheibe drückte. Bevor jemand antworten konnte, ging die Tür des Nests auf und ein Zweibeiner packte Pepper. „Wir müssen ihm helfen!“, fauchte Hellpfote erschrocken und näherte sich zusammen mit Veilchenpfote, Igelpfote und Schwarzpfote vorsichtig dem Zweibeiner. „Aber ganz vorsichtig sein!“, quiekte Schneepfote und folgte den anderen langsam, indem sie ihre Pfoten nur leicht auf dem Boden absetzte, um möglichst keine Geräusche zu machen. Als der Zweibeiner die Schüler entdeckte, zeigte er mit einer seiner Pfoten auf sie und machte ein überraschtes Geräusch, dann wendete er sich wieder zu Pepper und streichelte ihm sanft über den Kopf, woraufhin der alte Kater begann, zu schnurren. „Was tut er denn da?“, fragte Igelpfote verwirrt, doch Pepper rief: „Was treibt ihr denn da, Jungkatzen? Habt keine Angst von den Federlosen Vögeln, die fressen Katzen nicht, also kommt her!“ Währenddessen setzte der Zweibeiner Pepper auf den Boden, tippte mit einem Finger auf seine Nase und verschwand kurz in seinem Bau. „Pepper! Komm, bevor er dich wieder packt!“, zischte Schneepfote. „Das darf er doch“, antwortete Pepper grinsend, „Immerhin bekommt man Futter, wenn man lieb ist.“ Als die Schüler sich noch immer nicht rührten, miaute Pepper: „Der Federlose Vogel kommt gleich, ich würde mich an eurer Stelle langsam zu seinem Nest bewegen.“ „Also gut“, seufzte Schwarzpfote und ging einige Schritte in Richtung Pepper. „Warte! Wir sind Clankatzen! Es gehört sich nicht, zu Zweibeinerzeug zu gehen!“, miaute Hellpfote und sprang Schwarzpfote vor die Füße. „Aber das ist vielleicht unsere einzige Möglichkeit, an Beute zu kommen. Und wir kennen uns hier doch überhaupt nicht aus! Pepper ist unsere einzige Möglichkeit, zu Chili zu kommen und sie ist unsere einzige Möglichkeit, Blattstern zu finden! Wir sollten also besser tun, was er von uns will“, widersprach Schwarzpfote. „Damit hat er wohl recht“, miaute Veilchenpfote und näherte sich dem Nest des Zweibeiners. Plötzlich ging die Tür auf und der Zweibeiner kam mit einigen Schüsseln heraus, machte einen seltsamen Laut und ging wieder in sein Nest. Schneepfote stellte ihr Fell panisch auf und wollte flüchten, knallte aber gegen Igelpfote, welche neben ihr stand. „Tut mir Leid!“, sagte sie und glättete ihr Fell, „Ich hatte nur Panik.“ „Schon in Ordnung“, miaute Igelpfote und ging zu Pepper, wie es auch Schwarzpfote, Hellpfote und Veilchenpfote taten, woraufhin Schneepfote ihren Baugefährten auch folgte.
    „Schmeckt gar nicht so schlecht, dieses Brockenzeug“, murmelte Igelpfote mit vollem Mund, als sie das fraß, was der Zweibeiner ihnen gegeben hatte. „Siehst du?“, meinte Pepper, der sich auch ordentlich bediente. „Also, ich weiß nicht, wie ihr das fressen könnt“, sagte Hellpfote und schluckte mit verzogenem Gesicht, was er genommen hatte, trank dann einen Schluck des Wassers und murmelte: „Also, mir tun diese Hauskätzchen leid. Staubiges etwas als Nahrung und bitteres, eher warmes Wasser…“ Danach trank er aus einer Pfütze, woraufhin Pepper das Gesicht verzog. „Ach komm, so schlimm ist es nicht“, miaute Schwarzpfote. „Sagst du das dir oder mir?“, fragte Hellpfote. „Uns beiden?“, schlug Schwarzpfote vor, weshalb nun beide Kater grinsten. „Können wir jetzt weiter?“, fragte Igelpfote. Pepper erhob sich. „Wenn ihr wollt. Auf ins Ungewisse, verehrte Jungkatzen –und Kater!“, miaute er mit seinem schiefen Lächeln und sprang auf eines der Dächer. „Wir sollen über die Zweibeiner Nester laufen?“, fragte Schneepfote und wirkte dabei nicht als einzige unglücklich. „Geht am schnellsten, Jungkatzen! Auf geht’s!“, antwortete Pepper und die Schüler folgten ihm widerwillig.




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