x
Springe zu den Kommentaren

Der Avatar - die Clans der Elemente

Lilienpfotes Schwester ist als Junges spurlos verschwunden und dann wurde sie auch noch von einem Steinadler entführt und auf den Todesgipfel in den verbotenen Bergen gebracht. Doch dort traf sie auf ihre totgeglaubene Schwester wieder und erfährt von ihr ihre Geschichte, die einige Geheimnisse aufdeckt... ihr Abenteuer beginnt!

Ja guuut, ich muss das mal unbedingt ändern, die Geschichte hat fast gar nichts mehr mit der Einleitung zu tun xD

    1
    1. Das Abenteuer beginnt. Morgenlicht blendete meine Augen und müde tapste ich auf die Lichtung des Lagers. Es waren nun schon 2 Monde nach meiner Sc
    1. Das Abenteuer beginnt.

    Morgenlicht blendete meine Augen und müde tapste ich auf die Lichtung des Lagers. Es waren nun schon 2 Monde nach meiner Schülerzeremonie vergangen, aber dennoch ist es so, als ob ich gerade erst auf dem Himmelsfels von Nachtstern meinen Schülernamen erhalten habe.
    „Lilienpfote, komm, wir gehen auf Morgenpatrouille!“, rief Wolkenflug, mein Mentor und erfreut sauste ich zum Farntunnel, wo der graue Kater schon mit Ahornpfote und Nebelschweif wartete. „Hallo Ahornpfote!“, begrüßte ich meinen Bruder und leckte ihm zärtlich über den Kopf, „Weißt du schon wohin es heute geht?“ „Jup, wir gehe zu der alten Buche! Nebelschweif und Wolkenflug wollen uns heute endlich zeigen, wie man Vögel fängt!“, entgegnete der rote Schüler aufgeregt.
    Nach einer Weile spazieren durch den wunderschönen Frühlingswald waren wir dann auch schon da und auch wenn ich schon so oft unter dem riesigen Baum stand, erstaunt mich sein Anblick jedes Mal. „Komm schon, wer als erstes oben ist“, wurden meine Gedanken von Ahornpfote unterbrochen, der schon auf einem drittel des Baumes war. „Hey, warte!“ Lachend kletterte ich ihm hinterher, genießte die frische Morgenluft in meinem Pelz. Als ich nach unten schaute waren unsere Mentoren nur noch zwei kleine Punkte auf der sonnenbeschienenen Lichtung. Immer schneller und schneller sauste ich meinem Bruder hinterher, schon bald hatte ich ihn eingeholt. „Du kriegst mich nicht!“, rufte ich ihm noch zu und stürmte dann an ihm vorbei.
    Den Wind in meinen Haaren, das Zwitschern der Vogel, die warmen Sonnenstrahlen auf meinem Pelz, das spürte ich noch. Doch dann veränderte sich alles. Das einzige woran ich mich noch erinnern kann sind die panischen Rufe meines Bruders, einen heftigen Schmerz an meinem Bauch und ein Krächzen eines Adlers. Alles wurde schwarz, Nebel umhüllte meine Sinne… und dann wurde ich von meinem Bruder getrennt.
    Ich flog über Täler und Berge, eine Nacht nach dem anderen verging, doch mein Entführer hatte anscheinend nicht vor mich loszulassen. Drei Tage lang irrten wir umher, ziellos flogen wir durch die Gegend. Am vierten Tag landete der Adler endlich auf einem kleinen Felsvorsprung, hinter der eine Höhle war. Der Steinadler schleuderte mich in die Höhle, wo ich auf dem kalten Steinboden nun meine Wunden von den Klauen begutachtete, die ich davor wegen der Angst verdrängt hatte.
    „Lilienjunges?“, hörte ich eine Stimme sagen, an die ich mich verschwommen erinnerte. Warte… nein, das kann nicht sein. Meine Schwester ist vor Monden verschwunden, sie müsste schon längt tot sein. Dennoch drehte ich mich mich hoffnungsvoll um und fragte leise: „Nachtjunges? Bist du das?“ „Lilienjunges!“ Mit einen Sprung hatte sich meine Schwester auf mich gestürzt und begann mich freudig zu schmusen. Völlig verdattert bin ich wegen ihrer Wucht umgefallen, doch jetzt begann ich sie mit Fragen zu bombadieren: „Was ist passiert? Wie hast du überlebt? Warum bist du hier?“ „Ganz ruhig!“, lachte meine Schwester und lässt von mir ab. Dann holte sie tief Luft und begann ihre Geschichte zu erzählen.

    2
    2. Die Geschichte voller Wunder von Nachtjunges

    „Ich bin von zuhause ausgebrochen, da ich die Außenwelt erkunden wollte. Ich wollte wissen was hier draußen ist, außerhalb des Territoriums, hinter den verbotenen Bergen. Daher bin ich in einer Nacht weggelaufen.
    Es brach mir das Herz dich zu verlassen, aber ich war zu neugierig und ich hatte Angst vor deiner Reaktion, wenn du erfährst, dass ich dich freiwillig verlassen habe.
    Ich beschloss zu diesem Gipfel zu gehen, dem Todesgipfel, wo sich noch nie ein Krieger hingewagt hat. Ich dachte, wenn ich wieder zurück komme würde ich endlich akzeptiert werden, ich dachte unsere Mutter wäre endlich einmal stolz auf mich.
    Doch nach einer Nacht überkam mich schon die Angst. Ich bekam Angst in der Finsternis und wollte zurückkehren. Dabei habe ich mich aber im Territorium verlaufen bis ich zur alten Birke kam von der mir die Ältesten immer erzählt haben. Ich wollte hoch klettern um einen Überblick über das Territorium zu haben, aber dabei fiel ich vom Baum.
    Glücklicherweise hat mich aber der Adler da vorne aufgefangen und hier hergebracht. Ich verdanke ihm mein Leben. Er brachte mir bei wie sie hier oben überlebten und lehrte mir sogar ihre Sprache! In den Monden, in denen ich nun hier bin wurden wir gute Freunde und er behandelte mich wie seine eigene Tochter.
    Jedoch begann ich euch zu vermissen und fragte mich, wie es euch wohl geht. Da Sky, so heißt der Adler, Mitleid mit mir hatte versprach er mir dich zu suchen. Und jetzt bist du hier.“, schloss sie ihre Geschichte.
    Ungläubig habe ich ihr nur stumm zugehört, doch auch jetzt hatte ich noch tausend Fragen. „Aber wie…?“, brachte ich aber nur heraus und starrte Nachtjunges weiterhin an. War diese Katze wirklich meine Schwester? Die, mit der ich jeden Tag als Junges gespielt habe? Ich konnte es kaum glauben. Doch hier steht sie, vor mir, eine muskulöse Kätzin mit pechschwarzem Fell und glänzenden braunen Augen.
    „Ach, und eins habe ich noch vergessen. Sky hat mir von einem See hinter den verbotenen Bergen erzählt, einem See, an dem noch weitere Clans leben! In Frieden und Harmonie, ganz anders bei uns früher im Wald. Kannst du dir das vorstellen? Vielleicht sind die Geschichten der Ältesten also doch war!“
    „Warte… du meinst die Geschichte über Donner-, Wind-, Fluss-, Schatten- und WolkenClan, von denen Großherz uns immer erzählte? Die Geschichten über Helden wie Feuerstern und Bösewichte wie Tigerstern?“, frage ich sie erstaunt. Ich habe diese Geschichten geliebt und Großherz immer gebittet sie mir zu erzählen, doch ich dachte immer, dass die Geschichten nur Kinderstubenmärchen waren, Geschichten von den Clans, als es den Wald noch gab.
    Doch jetzt… es klang, als ob sie ein neues Zuhause gefunden hätten, ein Zuhause hinter den verbotenen Bergen, an einem See, wo sie sich niedergelassen haben. Natürlich kenne ich auch die Geschichte, die erzählt wie sie den Wald verlassen haben, doch dann endete Großherz immer das Erzählen und meinte, dass sie die Geschichte noch nie zu Ende erzählt bekommen hat.
    „Wäre das nicht toll? Vielleicht könnte der HimmelsClan auch zu ihnen ziehen!, unterbrach Nachtjunges wieder meine Gedanken. „Vielleicht… nehmen sie mich wieder auf, wenn ich sie in ein neues Zuhause führe und vergeben mir“, fügte sie leise mit gesenktem Kopf hinzu.
    Ich frage mich, was sie wohl denkt. Der ganze Clan war besorgt, 2 Krieger starben bei der Suche nach ihr, und mein Vater… er starb kurz nach ihrem Verschwinden vor Trauer. Feuersturm, ein großartiger Krieger, er liebte Nachtjunges und wollte sie immer beschützen, immer für sie da sein. Er gab sich die Schuld an ihrem Verschwinden und dachte er hätte als Vater versagt. Eine heiße Träne rollte mir die Wange hinunter und tropfte wie in Zeitlupe auf den kalten Steinboden der Höhle herab. Nachtjunges geflüstertes: „Es tut mir leid“, hörte ich nur noch weit entfernt.

    3
    3. Die letzte Schlacht von Schneeblüte

    Es war meine Schuld, ich habe nicht auf meine Schwester aufgepasst, als Dad in den Krieg gezogen ist. Er… er… Weitere Wassertropfen laufen meine Wange hinunter, zerplatzen auf dem grauen Gestein. Feuersturm musste es tun. Er musste unseren Clan verteidigen gegen den BlutClan, er konnte nichts dafür. Und dennoch… und dennoch… „Nein, es tut mir leid“, schluchzte ich leise. „Vater hat mir die Verantwortung für unsere Familie nach Schneeblütes Ermordung gegeben, es ist allein meine Schuld.“ „Aber… aber Lilienjunges…“, flüsterte Nachtjunges traurig und tapste langsam auf mich zu. „Es ist doch nicht deine Schuld, ich habe euch im Stich gelassen. Ich habe euch verlassen, bin ins Unbekannte gereist.“ Nein, ich erinnere mich noch genau an den Tag, den Tag in der Mutter starb. Den Tag, an dem ich meine Schwester verlor. Den Tag, an dem meine Familie zerbrach.
    Es war ein schöner Frühlingsmorgen und gähnend tapste ich aus der Kinderstube, schlich vorsichtig vorbei an meinen Geschwistern. Das nächste was ich hörte war nur noch ein: „Lilienjunges, pass auch dich und deine Geschwister auf. Ich muss euch verlassen. Aber ich werde wiederkommen.“, von meinem Vater. Danach drehte er sich schon um und lief den anderen Kriegern unseres Clans hinterher, hinein in die Schlacht, unwissend, dass er nie wieder seine Gefährtin sehen würde.
    Entsetzt und traurig zugleich sah ich noch wie er im Farntunnel verschwand, doch eine glitzernde Träne glaubte ich noch zu bemerken. Dann ging es auch schon los. Überall ertönte Schreie, ein Knurren nach dem anderen erfüllte den Wald. Ich hatte Angst, schreckliche Angst um meinen Vater, aber ich blieb im Lager, um meine Pflicht zu erfüllen. Ich war die älteste aus dem Wurf und musste auf meine Geschwister aufpassen. „Was ist los?“, hörte ich neben mir plötzlich die Stimme meiner Schwester, verängstigt und müde. „Es ist nichts, gehe wieder zu Ahornjunges. Vater muss nur…“, mehr brachte ich nicht mehr heraus. Es war, als ob ein Kloß voller Angst und Panik in meinem Hals meine Wörter verschlingt, sich gierig nach ihnen ausstreckt um sich weiter zu verbreiten. Schon bald zitterte mein ganzer Körper. „Alles gut?“, fragte Nachtjunges besorgt, doch ich nickte nur stumm und deutete auf die Kinderstube. „Gehe.. rein“, presse ich hervor, „und passe auf Ahornjunges auf.“ Dann lief ich los, meinem Vater hinterher, hinaus in das blutbedeckte Schlachtfeld. „Papa!“, rief ich so laut ich konnte und rannte los. Doch stattdessen kam meine Mutter auf mich zu gerannt. „Lilienjunges, gehe zurück ins Lager!“, schrie sie mir mit panischen Blicken zu und stolperte weiter zu mir. Doch dann… dann fiel sie im Zeitlupe um. Hinter ihr stand ein Kater, ein Halsband voller Hundezähne, die Krallen ins Fleisch meiner Mutter gebohrt. „Nein!“
    Das ist alles, woran ich mich noch erinnere. Es war der schlimmste Tag meines Lebens, ein Stück meiner Familie wurde mir genommen. Ich gab aber nicht auf und tat mein bestes, um für meine Geschwister wie eine Mutter da zu sein. Doch ich habe versagt. Ich verschwieg ihnen den Tod unserer Mutter.
    Als Nachtjunges und Ahornjunges dann fragten, was passiert sei, sagte ich nur: „Sie musste weg, sie muss…“ Traurig schaute ich Nachtjunges in die Augen, holte tief Luft und seufzte: „Schneeblüte, sie ist wegen dir gegangen. Sie war enttäuscht, dass du sie nicht…“ Mehr brachte ich nicht mehr heraus. Ich konnte nur noch beobachten wie Nachtjunges schluchzend in die Kinderstube rannte, wo sie sich hinlegte und stumm trauerte. Ich weiß bis heute nicht, was ich mir nur bei diesen Worten gedacht habe, doch sie stimmten. Schneeblüte war enttäuscht, dass Nachtjunges immer nur faul herumlag und sich Geschichten von den Ältesten erzählen ließ, sich nicht auf das Leben als Schülerin vorbereitete.

    4
    4. Eine schwere Entscheidung


    „Lilienpfote?“, hörte ich eine weit entfernte Stimme. Gähnend rappelte ich mich auf und schaute dann zu Nachtjunges, die gerade dabei war für uns eine Maus zu holen. Ich lebte hier nun schon seit einigen Sonnenaufgängen und habe Nachtjunges alles erzählt. Sie war ganz erstaunt darüber, dass ich schon Schülerin bin, hat schon vergessen, was das Gesetzt der Krieger ist und kann sich gar nicht mehr an Moosball erinnern.
    „Lilienpfote, lass uns diese Maus teilen!“, rief Nachtjunges, die es sich an einem sonnigen Plätzchen schon gemütlich mit der Maus gemacht hat, mir zu woraufhin ich auf zu ihr trottete. Plötzlich sitzen wir in einem riesigen Schatten, wo gerade noch die warme Sonne gestrahlt hatte und vor Schreck richten sich meine Nackenhaare auf. Nachtjunges bleib jedoch entspannt und lachte nur: „Das ist doch nur Sky!“ Daran habe ich mich noch immer nicht gewöhnt, seit der riesige Steinadler mich hierher gebracht hat habe ich mich so gut wie möglich von ihm ferngehalten, da ich einfach nicht weiß wie ich mich bei diesem Raubvogel verhalten soll, obwohl ich ihm eigentlich dankbar dafür sein sollte, dass er mich zu meiner Schwester gebracht hat.
    Nachdem wie die Maus gegessen haben stand Nachtjunges auf und fragte mich: „Willst du eigentlich für immer hier bleiben?“ Erschrocken schaue ich sie an. Ich nahm nämlich an, dass sie mit mir zurück zum HimmelsClan gehen würde, doch es klang so, als ob sie für immer hier bleiben wollte. Aber ich will meinen Clan nicht für immer verlassen, aber auch nicht Nachtjunges hier lassen! Daher antworte ich nur leise: „Mal schauen…“, und wende mich wieder der Maus zu.
    Nachdem wir unser Frühstück schweigend beendet hatten standen wir auf, da mir Nachtjunges einen ihrer Lieblingsplätze auf dem Todesgipfel zeigen wollte, den ich übrigens gar nicht mehr so unheimlich finde. Die Aussicht von oben hier ist fantastisch und auch gibt es hier fast keine Gefahren, Sky ist ja schließlich unser „Freund“. Es sei denn man fällt von hier runter, dann kann wahrscheinlich selbst Heidelbeere, unsere sehr begabte Heilerin nichts mehr ändern.
    In wenigen Minuten waren wir dann auch schon auf den Gipfel geklettert und ich hätte nie gedacht, dass ich hier stehen würde, geschweige denn es mögen würde. Die Aussicht ist einfach atemberaubend, ich konnte von hier unser gesamtes Territorium betrachten! Außerdem ist der Wind in meinem Pelz total angenehm und gar nicht so eisig wie ich es erwartet hatte. Aber das beste ist, dass ich nach all den Monden endlich wieder mit Nachtjunges zusammen bin und ich hoffe wirklich, dass sie zurück zum Clan will. Allerdings sah sie so glücklich aus, dass ich sie nicht stören wollte und so genossen wir einfach schweigend die Aussicht. „Wunderschön, nicht war?“, unterbrach Nachtjunges die Stille. „Ja, wunderschön“, antwortete ich.

    5
    5. Begegnung im Traum

    In dieser Nacht hatte ich einen total seltsamen Traum. Ich stand auf einer Klippe über einem tosenden Meer, dessen Wellen gegen die Felsen schlugen. Plötzlich zuckte ein Blitz durch die Nacht. „Hallo? Ist hier jemand?“, rief ich in den Sturm hinein, der jedoch all meine Worte verschluckte. Ängstlich schaue ich mich um, als ich plötzlich eine Stimme hinter mit höre. „Hallo Lilienpfote. Ich habe dich schon gesucht“, sagte diese ruhige und sanfte Stimme, die ich zwar noch nie gehört hatte, mir aber auch seltsam vertraut vorkam. Es war als würde ich mich selber hören, obwohl ich nur schweigend und mit vor Erstaunen aufgerissenen Augen den fremden Kater angucke. Er ist jedoch fast durchsichtig, seine Augen nicht mehr als ein weißes Licht in der dunklen Nacht. „Wer… wer bist du?“, fragte ich ihn nach einer Weile ängstlich. Ich war dem Kater noch nie begegnet, aber dennoch habe ich ihn schon mal gesehen.
    „Ich bin du.“
    „Du bist ich? Ich verstehe das nicht!“
    „Eines Tages wirst du es verstehen.“
    „Aber…?“
    Dann durchzuckte ein weiterer Blitz die Nacht und als ich die Augen wieder öffnete war der Kater verschwunden. Ich hatte doch noch so viele Fragen! Verwirrt drehte ich mich wieder dem Meer zu, auf dessen wilden Oberfläche plötzlich eine Katze zu sehen ist, nicht irgendeine Katze sondern ich! Erstaunt blicke ich mein ich aus Licht an.
    „Lilienpfote!“ Erschrocken werde ich aus meinem Traum gerissen. „Lilienpfote, alles ok?“, frage meine Schwester, die mich mit besorgtem Gesichtsausdruck beäugte. „Ja, ja, was ist denn?“, fragte ich sie und setzte mich auf. „Ich habe schon mehrmals versucht dich zu wecken, aber es hat einfach nicht geklappt. Bist du sicher, dass es dir gut geht?“, entgegnete Nachtpfote immer noch mit einem besorgten Ton. „Ja, ich habe einfach nur geträumt. Lass uns was essen.“
    Nachdem wir uns eine dicke Taube geteilt haben und einen Spaziergang durch die Wälder gemacht haben hatte ich den Traum schon beinahe wieder vergessen und genoss die gemeinsame Zeit mit meiner Schwester. Doch als wir uns gute Nacht wünschten und ich mich in mein Moosnest verkroch fiel sie mir wieder ein. Was hatte das zu bedeuten? Was meinte der Kater damit, dass er ich bin? Oder habe ich mir das nur irgendwie zusammen geträumt? Doch so etwas verrücktes würde mir nicht mal im Traum einfallen.
    In dieser Nacht stand ich wieder auf der Klippe über dem wilden Meer, einen tosenden Sturm über mich. Verzweifelt schaute ich mich nach dem Kater vom letzten Traum um, entdeckte ihn aber nicht. Gerade, als ich voller Angst in dem Wald hinter mir verschwinden wollte durchzuckte ein Blitz die Nacht und vor mir war wieder der fremde Kater, diesmal schwebte er jedoch vor der Klippe über dem Meer. „Wer bist du?“, fragte ich ihn noch einmal, diesmal mit einer kräftigeren Stimme und bekam endlich eine Antwort, mit der ich etwas anfangen konnte. „Mein Name lautet Feuerherz.“ Warte, Feuerherz? Der Kater aus den Geschichten, die die Ältesten immer erzählten, der Kater, der die Clans in ein neues Zuhause führte, der Kater, der die Clans rettete. Und genau dieser Held soll vor mir stehen? „Und du bist der Avatar.“

    (Wie gefällt euch die Geschichte bis jetzt? Würde mich echt über Rückmeldung freuen ^^ und jetzt geht das Abenteuer von Lilienpfote übrigens erst richtig los.)

    6
    6. Eine seltsame Vision

    Erschrocken wachte ich auf. Es war noch mitten in der Nacht und Nachtjunges schlief noch tief neben mir. Langsam, um sie nicht zu wecken, stehe ich auf und mache mich auf den Weg zum Gipfel des Berges. Ich brauchte einen ruhigen Ort um nachzudenken.
    Dieser Traum, vielleicht hatte er nichts zu bedeuten, trotzdem ging er mir nicht aus dem Kopf. Wieso sollte mich Feuerherz besuchen? Und wie hat er mich gefunden? Oder hat der SternenClan da seine Wege?
    Mit einem Kopf voller Fragen kam ich oben an und schaue auf das Territorium des HimmelsClan herab. Was meine Clangefährten jetzt wohl machen? Sorgen sie sich um mich? Mit einen Seufzen blicke ich hoch zu den Sternen. Manche sagen, dass dort oben der SternenClan ist, wo die verstorbenen Seelen unseres Clans, aber auch die der anderen Clans sind. Viele glauben nicht an den Clan im Himmel, aber ich glaube an ihn.
    Nach einer Weile, in der ich einfach schweigend auf dem Todesgipfel saß, ging langsam die Sonne auf. Als ich mich umdrehte, um wieder zu unserem Lager zu gehen hörte ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Erschrocken drehte ich mich wieder um und da…
    „Feuerherz!“, rief ich freudig und überrascht, als ich den Kater sah. „Hallo Lilienfeuer. Weißt du jetzt, was deine Bestimmung ist?“, entgegnet der Kater liebevoll und ruhig. „Das mit dem Avatar? Nein, ich habe keine Ahnung was das sein soll“, meine ich verzweifelt. Feuerherz sagt jedoch nichts, sondern geht nur auf mich zu und berührt meine Stirn mit seiner.
    Sofort befand ich mich auf einer wunderschönen Lichtung in einem sonnenbeschienenen Wald. „Feuerstern!“, rief eine mir unbekannte Stimme und ich drehe mich hastig zu der Stimme zu. Ein sturmgrauer Kater lief auf mich zu, jedoch blieb er nicht vor mir stehen sondern lief einfach durch mich hindurch, weiter auf einen feuerroten Kater zu. „Hallo Graustreif“, sagt dieser. „Das bin ich“, sagt plötzlich die gleiche Stimme neben mir. Neben mir stand Feuerherz, oder besser gesagt Feuerstern, nur ist dieser viel älter und halb durchsichtig, so, wie er als SternenClan Katze auch in meinen Träumen aussah. „Wie läuft das Training? Ich hoffe die Schüler verbrennen sich nicht zu oft.“, sagt jetzt wieder der farbige Feuerstern, woraufhin Graustreif antwortet: „Es läuft super. Die Schüler lernen sehr schnell mit dem Feuer umzugehen und auch Wasser-, Erd- und LuftClan kommen super mit ihren neuen Fähigkeiten zurecht. Nur der HimmelsClan macht mir Sorgen…“ Warte der HimmelsClan? Mein Clan? Also haben sie sich doch gekannt! Aber in den Geschichten hießen sie doch Donner-, Fluss-, Schatten- und WindClan…
    Langsam verschwimmt alles vor meinen Augen und ich stand wieder auf dem Todesgipfel, die kalte Morgenluft um mich herum und die strahlende Sonne vor mir. Feuerherz war verschwunden und allein gehe ich wieder zu der Höhle herab. Diese Vision… was hatte sie zu bedeuten? Was meinte Graustreif mit den Fähigkeiten? Und vor allem: Was hatte der HimmelsClan mit den anderen Clans zu tun?

    7
    7. Der Avatar

    „Ähm… Nachtjunges?“, begann ich zögerlich. Ich lebte nun schon seit einem Mond bei meiner Schwester und Sky und nach der seltsamen Vision auf den Todesgipfel habe ich nichts mehr von Feuerherz, beziehungsweise Feuerstern gehört. „Ja?“, erwiderte meine Schwester und schaue von ihrer Maus auf. „Ich... ich muss euch verlassen.“ Schon seit einer ganzen Weile wollte ich es, allerdings habe ich mich nie getraut. Jetzt ist der Moment aber gekommen meine Reise zu beginnen, mein Abenteuer, von dem ich noch nicht weiß, dass viele Monde nachher immer noch davon erzählt wird. Tief hole ich Luft und begründe meine Entscheidung: „Ich bekam einen Traum. In diesem Traum erschien mir Feuerherz. Er sagte, dass ich er bin, dass ich der Avatar bin und dass ich eine Bestimmung hätte. Dann, als ich einmal oben auf der Spitze des Gipfels war, hatte ich eine Vision. In der waren Feuerstern und sein Freund Graustreif, von denen wir auch die Ältesten erzählt haben. Allerdings hießen die Clans anders als in den Geschichten Wasser-, Erd- und LuftClan, den letzten Namen haben sie nicht genannt. Aber dann habe ich nichts mehr von Feuerstern gehört oder von ihm geträumt und deshalb habe ich beschlossen zu den Clans zu reisen um mehr zu erfahren. Sky hat doch selbst gesagt, dass es noch mehr als nur unseren Clan gibt und…“ Weiter kam ich nicht, denn in diesem Moment stürzte sich Nachtjunges auf mich und umarmte mich eng. „Pass auf dich auf Lilienpfote.“ Eine Träne von ihr fiel auf meine Pfote, dann eine zweite und eine dritte. „Das werde ich.“ Langsam löste ich mich aus ihrer Umarmung und schaute ihr traurig in die Augen. „Hast du den wirklich nicht vor zum HimmelsClan zurückzukehren?“, fragte ich sie nach einer Weile. „Nein“, entgegnete sie bestimmt, „Ich werde auf dich warten“ Mit Tränen in den Augen schaute ich noch einmal zu Sky. „Danke für alles, was du für uns getan hast.“ Dann drehte ich um und lief in den Wald.
    Nach einer Weile überkam mich der Hunger. Daher reckte ich meine Nase in die Luft und prüfte sie nach Beutegeruch, jedoch roch ich nichts. Mit knurrenden Magen ging ich also weiter, eine andere Wahl habe ich schließlich nicht. So ist also das Leben also ohne einen Clan, ohne eine Familie, ohne Freunde um sich herum. Doch dann erschien eine kleine Lichtkugel vor mir, die langsam immer größer wurde bis sie sie Gestalt einer ganz bestimmten Katze annahm. „Feuerstern!“, rief ich begeistert und lief zu ihm. „Lilienpfote. Hast du nun verstanden was deine Aufgabe ist?“, fragte er sanft. „Nein.“ Betrübt schüttelte ich den Kopf. „Ich weiß nicht mal was der Avatar ist“, flüsterte ich bitter. Doch Feuerstern berührte wie letztes Mal beim Gipfel wieder meine Stirn und helles Licht blendete meine Augen
    Als ich meine Augen wieder öffnete war ich auf einer riesigen Wiese, dessen Ende weit entfernt am Horizont war. Hinter mir und vor mir sah ich jedoch zwei kleine Felsen, die in der Mitte einen Krater haben, die tief in den Felsen gingen. Plötzlich schossen aus diesen zwei Kratern zwei Lichtsäulen in den Himmel empor und verbanden sich zusammen zu einem Bogen aus Licht. „Komm raus Finsterstern!“, rief plötzlich eine weibliche Stimme hinter mir und als ich mich umdrehte sah ich eine schneeweiße Katze, die so halb durchsichtig wie eine SternenClan Katze war und auf der anderen Seite bei dem anderen Felsen kam aus der Lichtsäule ein Kater heraus. Dieser war groß, stämmig und genauso halb durchsichtig wie die Kätzin hinter mir. Statt des weißen Funkels, die die SternenClan Katzen jedoch haben besaß er ein violettes, dunkles Licht, das nur so vor Böses überquoll. Dann hörte ich eine Stimme hinter mir, die zu der weißen Katze sagte: „Bitte Lichstern, nur zusammen können wir Finsterstern besiegen!“ Es war Feuerstern, der jedoch wie eine lebende Katze aussieht und nicht nur wie ein Geist, so wie Lichtstern und Finsterstern. „Nein Feuerherz, es kann sein, dass du dabei stirbst. Ich besitze zu viel Energie, die deine eigene Seele zerstören könnte“, entgegnete aber die Kätzin ruhig, aber auch etwas befehlerisch. „Bitte!“, flehte sie Feuerherz an, „Tu es für Feuer-, Wasser-, Erd- und LuftClan. Tu es für eine schöne Zukunft.“ Nach eine kurzen Zögern entschied sich die weiße Kätzin dann schließlich doch um und lief in Feuerherz hinein, der daraufhin anfing, Finsterstern mit Feuerstößen zu attackieren. Warte mal, Feuerstöße? Ja, Feuerherz schleuderte tatsächlich Feuerstöße auf Finsterstern, der durch die Angriffe zurückgeworfen wurde, sich jedoch schnell wieder aufrappelte und selbst zum Angriff überging. Mit einer gewaltigen Kraft schleuderte er sich gegen Feuerherz, der nun selbst gegen einen Felsen geschleudert wurde und nur mühsam wieder aufstehen konnte. Doch dann kam ihm anscheinend eine Idee. Mit einer Pfote berührte er das Licht, das aus dem Felsen kam und begann blau aufzuleuchten. Nach kurzer Zeit sah er wieder normal aus, jedoch leuchteten seine Augen weiterhin in einem bläulichen weiß. Mit einen gewaltigen Feuerstoß beförderte er Finsterstern einige Meter zurück, erzeugte einen gewaltigen Wirbelsturm in dem sein Feind nun gefangen war, schoss mehrere große Wasserwellen auf den Kater und erschuf einige hohe Felsen, aus denen Finsterstern nicht entkommen konnte. „Du wirst nun für immer dort gefangen sein und nie wieder für Finsternis sorgen.“, sage Feuerherz bestimmt und funkelte ihn an. „Ab jetzt wird immer wieder ein Avatar geboren werden, der dich aufhalten wird.“
    Dann wurde alles weiß und ich befand mich wieder mit Feuerstern im Wald. „Verstehst du es jetzt? Der Avatar ist eine Katze, die immer wiedergeboren wird und dessen Aufgabe es ist, alle vier Elemente zu meistern, für Frieden unter den Clans zu sorgen und Finsterstern zu besiegen. Früher lebten alle Clans zusammen, der Avatar sorgte für Frieden und alles war gut. Doch dann verlor der HimmelsClan den Glauben an den Avatar, nachdem dieser für tausend Monde nicht mehr auftauchte und trennte sich von den anderen Clans, bis diese nur noch in Vergessenheit gerieten. Die übrigen Clan jedoch, Feuer-, Wasser-, Erd- und LuftClan glaubten fest daran, dass der Avatar eines Tages wiederkehren wird und Finsterstern erneut besiegt, denn dieser taucht alle 1000 Monde auf. Als er das letzte Mal erschien und der Avatar nicht da war, konnte er die Clans in ein finsteres Zeitalter stürzen, in der nur noch Chaos und Krieg herrscht. Und deine Aufgabe ist es, in wenigen Monden wieder Licht zu den Clans zu bringen.“

    (Jetzt mal ein etwas längeres Kapitel ^^ schreibt mir doch bitte in die Kommentare, wie euch die Geschichte gefällt und ob ich weiterschreiben soll. Für alle die es übrigens noch nicht bemerkt haben: diese Geschichte soll eine Mischung aus WaCa und Avatar Herr der Elemente sein, wenn ihr es aber nicht kennt könnt ihr natürlich trotzdem weiterlesen, Lilienpfote muss ja auch erst mal alles kennenlernen ^^)

    8
    8. Der Meister des Feuers

    Was? Ich verstehe gerade gar nichts mehr? Hat er gerade wirklich in der Vision die vier Elemente kontrolliert? Aber das sind doch nur alte Kinderstuben-Märchen! Oder etwa doch nicht? Völlig verwirrt schaute ich Feuerstern an. „Aber wie soll ich das denn schaffen? Ich bin doch nur eine normale Katze und kann wohl kaum Zaubern!“, meinte ich ratlos, worauf Feuerstern lächelte, was mich noch mehr verwirrte. „Nein. Das ist keine Zauberei. Das ist Bändigen. Auch dein Clan bestand mal aus Bändigern, bis sie sich vom SternenClan abwandten und deshalb ihre Fähigkeiten verloren. Allerdings bestehen Feuer-, Wasser-, Erd- und LuftClan, oder auch die Clans der Elemente genannt, noch komplett aus Bändigern. Reise zum See, wo sich die Clans der Elemente niedergelassen haben. Dort bekommst du Antworten auf deine Fragen.“, sagte er noch liebevoll, dann verblasste er bis er komplett verschwand. Na toll. Und jetzt?
    Völlig ratlos stand ich mitten im Nirgendwo. Vielleicht wäre es klug gewesen Sky mal nach dem Weg zu fragen… Egal, irgendwie finde ich bestimmt zu den Clans. Ich setzte also meinen Weg fort, bis tief in die Nacht. Als ich schließlich langsam müde wurde suchte ich mir einen Unterschlupf, wofür sich eine kleine Höhle unter den Wurzeln eines riesigen Ahorns perfekt eignete. Nach einer traumlosen Nacht wachte ich, von der kalten Morgenluft geweckt, ziemlich früh auf und sah sogar noch einen Stern, der in der Richtung war, in die ich ging. Ich hoffte also einfach, dass das das Zeichen dafür ist, dass ich in die richtige Richtung reiste und lief weiter. So vergingen drei Tage ohne auch nur ein winziges Anzeichen, dass hier in der Nähe Katzen lebten und ohne, dass Feuerstern wieder erschien. Erschöpft und hungrig kam ich nur noch langsam voran und war sehr müde. Dennoch konnte ich jetzt nicht schlafen, denn ich wollte unbedingt heute die Clan der Elemente erreichen. Ich wusste auch nicht wieso, aber ich hatte einfach das Gefühl, dass ich sie heute erreichen würde. Allerdings habe ich mich anscheinend getäuscht und völlig erschöpft brach ich am Abend des vierten Tages im Wald zusammen.
    „Hallo?“, rief eine laute Stimme, die ich nur verschwommen hörte. „Hey, alles ok?“ Erschrocken stand ich auf, ich muss wohl eingeschlafen sein, und rief panisch dem weißgrauem Kater zu: „Wer bist du?“ „Schon gut, ich bin Wellenglut, der Meister des FeuerClans. Ein paar Krieger haben dich hier gefunden und mich her gerufen. Wie geht es dir?“, antwortete der fremde Kater freundlich und ruhig. Warte mal, der FeuerClan? Bin ich endlich angekommen? „Mir… mir geht es gut“, stotterte ich fassungslos. War ich endlich angekommen? „Du… weißt du, wer der Avatar ist?“, fragte ich Wellenglut, vielleicht kann ich so mehr erfahren, ohne dass gleich jeder weiß, dass ich es bin. „Der Avatar“, seufzte er nur, „muss eine Katze des HimmelsClan sein, wenn ich es richtig berechnet habe, allerdings haben wir schon lange keinen Kontakt mit dem verschollenen Clan mehr. Wer bist du den eigentlich?“ „Ich…“, sagte ich langsam. Mein Gefühl sagte mir, dass ich dem schon etwas älteren Kater vertrauen kann, allerdings wusste ich nicht, wie er reagieren würde, wenn ich ihm erzähle, dass ich der Avatar bin, daher antwortete ich nur: „Mein Name ist Lilienpfote und ich komme vom HimmelsClan. Ich bin losgezogen, um die Clans der Elemente zu finden, da ich schon viel gehört habe und letztens… letztens habe ich einen Traum gehabt. Einen Traum vom FeuerClan.“ „Vom FeuerClan?“, rief Wellenglut daraufhin überrascht, „Dann musst du der Avatar sein!“ Na toll. Wie konnte er das den so schnell herausfinden? „Ja schon, allerdings habe ich keine Ahnung, wie ich meine Aufgaben erfüllen soll. Kannst du mir vielleicht helfen?“, fragte ich ihn. „Na klar! Ich könnte dir versuchen das Feuerbändigen beizubringen, wenn du willst können wir gleich beginnen.“ Alle Zweifel, Sorgen und Ängste fielen mit einem Mal von mir herab. Ich würde jetzt Feuerbändigen wie in der Vision lernen, wie cool ist das denn! Freudig sprang ich auf und rief begeistert: „Das wäre super!“
    Mit einem warme Lächeln von Wellenglut, meinem neuen Mentor, ging es dann schon los, der begann alles zu erklären: „Das Feuerbändigen ist ein Element, das vor allem auf den Atem aufbaut, nicht auf Körperkraft und Wut, wie viele es leider falsch machen. Nur so kann man sich voll entfalten. Atme jetzt tief ein und wieder aus. Schließe die Augen und konzentriere dich auf die Luft, die durch deinen Körper strömt. Spürst du schon die Energie? Die ist für das Bändigen sehr wichtig, ohne sie würde Bändigen kein bisschen funktionieren, daher können andere Katzen außerhalb der Clans auch nicht bändigen, da die keinerlei der Energie besitzen. Feuerbändiger können aber noch zusätzlich Energie aus der Sonne schöpfen. Spüre die warmen Sonnenstrahlen auf deinem Fell und konzentriere dich jetzt auf deine Pfote. Versuche jetzt die Energie auf deine Pfoten zu lenken und stelle dir vor, wie du Feuer erzeugst. Stampfe jetzt auf den Boden auf und lasse eine kleine Flamme entstehen.“ Konzentriert saugte ich alle neuen Informationen gierig in mich auf und befolge ganz genau die Anweisungen, worauf ich schon eine kleine Flamme vor meine rechten Pfote erzeugen konnte, die halb in der Luft schwebt. „Nicht schlecht, nicht alle schaffen es beim ersten Versuch“, sagte mein Mentor, der ebenfalls eine kleine Flamme erzeugt hatte und jetzt das Feuer erlöschen lies. „Probieren wir es weiter.“

    9
    9. Der Clan des Feuers

    Nach einer Weile Training hatte ich schon die Grundlagen des Feuerbändigens, zu denen eine kleine Flamme, der Feuerstrahl und die Feuerbälle gehören, laut Wellenglut schon drauf. „Sehr gut, du lernst ziemlich schnell. Manche brauchen mehrere Tage dafür.“, lobte er mich mit einem warmen Blick. „Wellenglut!“, rief plötzlich eine unbekannter Katze hinter uns. Erschrocken wirbelte ich herum, mein Mentor hatte die fremde Katze allerdings anscheinend schon an der Stimme erkannt und blieb sitzen.
    „Traumblüte. Ist was?“, fragte er ruhig und flüsterte mir noch zu: „Traumblüte ist die Heilerin unseres Clans. Eine sehr nette Heilerin, wenn sie mich nicht mit irgendwelchen Kräutern nervt.“ „Wellenglut, du brauchst sie eben“, meinte die Katze daraufhin. „Und wer ist eigentlich diese Katze?“, fragte sie noch neugierig und deutete mit den Schweif auf mich. „Das ist Lilienpfote, eine Katze des HimmelsClan.“, antwortete Wellenglut ruhig. Puh, zum Glück hat er noch nicht verraten, dass ich der Avatar bin. Ich nickte also nur und wartete auf die Reaktion der Heilerin, die aufgeregt miaute: „Aus dem HimmelsClan? Kennst du dann zufällig den Avatar?“ Man, die brauchen den wohl echt dringend, aber da ich nicht wollte, dass gleich jeder weiß, dass ich es bin, sagte ich einfach leise: „Ja. Ich kenne ihn.“ Wellenglut verriet zum Glück nichts, schaute mich aber aufmunternd an, als wolle er, dass ich es offenbare. Na gut. „Ich bin der Avatar“, fügte ich also noch hinzu.
    Nachdem Wellenglut und Traumblüte sich entschieden haben mich zum Anführer ihres Clans zu bringen gingen wir durch den dichten Laubwald zum Lager des FeuerClans. Es war ein schöner Tag in der Blattfrische und die wenigen Sonnenstrahlen, die sich durch die breiten Kronen der Bäume gekämpft haben schienen angenehm auf meinen feuerroten Pelz.
    „Hier wären wir“, sagte Wellenglut, als wir nach Traumblüte eine riesige Schlucht betraten, in der überall Katzen waren die uns drei anschauten. Da kam eine kleine weiße Kätzin auf uns zu und miaute freundlich: „Hallo ihr zwei! Wen habt ihr da mitgebracht?“ „Den Avatar aus dem HimmelsClan!“, rief Traumblüte sofort aufgeregt. In diesem Moment kam ein braun getigerter Kater dazu und vergewissert sich noch einmal: „Den Avatar?“ Misstrauisch beäugte er mich und ergänzte noch kühl: „Du hast aber lange gebraucht dich uns zu zeigen.“ „Wildschatten, lass Lilienpfote doch erst mal in Ruhe. Für sie ist auch alles neu“, verteidigte mich daraufhin Wellenglut und erklärte mir dann: „Lilienpfote, das ist Wildschatten unser zweiter Anführer und das Sonnenstern, unsere Anführerin. Wir warten schon seit Ewigkeiten auf den Avatar, genauso wie die anderen Clans.“ „Sei gegrüßt Lilienpfote“, begrüßte mich Sonnenstern. „Wie Wellenstern schon gesagt hat erwarteten wir lange die Wiedergeburt des Avatars, der jedoch nie kam. Aber jetzt bist du hier und bereit die Elemente zu erlernen. Was ist den eigentlich dein Geburtselement?“ „Geburtselement?“, fragte ich verwirrt. „Na das Element mit dem du geboren wurdest!“, meinte Wildschatten barsch. „Ich… ich komme aus dem HimmelsClan… die haben dort kein Element“, stotterte ich schnell. „Kein Element?“, fragte Wildschatten wieder ungläubig. „Aber du musst doch Bändigen können!“ „Wildschatten!“, wies Wellenglut den Kater zurecht und erklärte dem Kater dann: „Sie kann Bändigen. Ich habe mit ihr gerade schon die Grundlagen des Feuerbändigens geübt und sie ist ein Naturtalent.“ Aufmunternd schaute er mich an. „Aha“, meinte Wildschatten aber nur kühl und verschwand dann in einem Bau unter einem Dornenbusch. „Entschuldige ihn, er kann manchmal sehr kalt sein, aber eigentlich ist er ein loyaler Kater“, klärte mich Sonnenstern auf und jaulte dann, „Alle Katzen, die alt genug sind um mit Feuer umzugehen mögen sich unter der Hochnase versammeln!“, und sprang selber auf einen kleinen Felsvorsprung. „Der Avatar ist zurück!“

    10
    10. Neue Geheimnisse

    „Ruhe!“, unterbrach Sonnenstern die Gespräche und schaute streng auf ein paar Schüler herab, die sich immer noch Wörter zuflüsterten. „Lilienpfote, komm hoch.“ Nervös machte ich einen Schritt nach dem anderen zu dem Felsvorsprung. Manche Katzen traten ängstlich zurück, andere beschnupperten mich neugierig und ein paar Älteste beäugten mich vom Rand des Lagers aus misstrauisch. So gut es ging versuchte ich mir nichts anmerken zu lassen, allerdings war mein Pelz bereits so heiß wie Glut. Als ich schließlich endlich unter der Hochnase ankam und die letzten Steinbrocken auf den einige Schwanzlängen hohe Felsvorsprung sah ich die warmen Blicke von Wellenglut, die mich wie Sonnenstrahlen beruhigten. Zumindest ist einer auf meiner Seite.
    „Lilienpfote ist der neue Avatar. Sie wird alle vier Elemente erlernen und dann das Licht in die Clans der Elemente zurückbringen, so wie es schon ihre Vorleben taten. Unsere Aufgabe ist es, den Avatar zu unterrichten, beschützen und ihn auf seine Aufgaben vorzubereiten. Das Zeitalter der Finsternis wird vorbei gehen, so wie jede Nacht vorbei geht. Vertraut ihr.“ Überall erhoben sich die Katzen und beginnen nun, meinen Namen in den Himmel zu jaulen. „Lilienpfote! Lilienpfote!“, hörte ich von überall, genau wie bei einer Zeremonie. Doch ich sah auch drei Katzen, die in der hintersten Ecke des Felsenkessels saßen und mir finstere Blicke zuwarfen.
    Erschrocken blinzelte ich kurz und schaute wieder weg, doch meine Neugier lenkten meine Augen wieder auf die finsteren Gestalten. Der eine hatte ein verschmutztes schwarzes Fell und sah noch ziemlich jung aus, etwa so alt wie ein Schüler, außerdem sah sein Blick doch nicht so finster aus wie ich auf den ersten Blick dachte, eher wirkte er betrübt und traurig. Die Katze neben ihm hatte ein schneeweißes Fell, allerdings mit roten Flecken beschmutzt, war das etwa Blut? Der ganz vorne schüchterte mich aber am meisten ein. Er hatte ein aschgraues Fell und stechende gelbe Augen, die nur Schlitze waren mit denen er mich anfunkelte. Wollten die mich nicht hier haben? Aber die ganzen Clans erwarten doch schon seit Ewigkeiten den Avatar…
    „Lilienpfote“, unterbrach Sonnenstern meine Gedanken und schaute mich freundlich, aber auch ernst an, „du musst nun deine Reise beginnen.“ „Meine Reise? Was meist du damit?“, fragte ich sie überrascht und erschrocken, die drei Katzen verbannte ich fürs erste aus meinen Gedanken. Ich dachte, ich könnte hier bleiben und einfach mit Wellenglut das Feuerbändigen üben…
    „Die Reise macht jeder Avatar. Wir wissen nur, dass du zu den verschiedenen Clans musst, um die verschiedenen Elemente zu erlernen. Mehr durften wir nie erfahren, aber ich bin mir sicher, dass Feuerstern dir den richtigen Weg weisen wird.“ Dann schaute sie wieder auf die versammelten Katzen und jaulte laut: „Die Versammlung ist beendet!“ Sofort zerstreuten sich alle und gingen wieder ihrer Beschäftigung vor dem Eintreffen von mir an, manche legten sich in den Schatten und gaben sich die Zungen, andere teilten sich zu Patrouillen ein und gingen jagen. Die meisten aber saßen sich in der Nähe von uns hin, fingen an zu tuscheln und warfen mir immer wieder heimliche Blicke zu. Bevor ich aber weiter darüber nachdenken konnte miaute mich Sonnenstern zu: „Komm Lilienpfote, gehen wir zu Wellenglut. Vielleicht weißt du schon, dass er der Meister unseres Clans ist, aber weißt du auch, was ein Meister ist?“ „Nein“, antwortete ich leise, „in meinem Clan gibt es diesen Rang nicht.“ „Kein Wunder, meinte die Anführerin aber nur sanft, „ihr könnt schließlich nicht bändigen. Der Meister ist der stärkste Bändiger eines Clans und oft der Mentor eines Avatars für das jeweilige Element. Außerdem ist er der einzige, der mehr über die Reise weiß und ich denke, dass er dir erst mal weiterhelfen kann.“

    11
    11. Die Reise beginnt

    Leise tapste die kleine Schülerin hinter der Anführerin des FeuerClans zu Wellenglut, der die beiden mit einem freudigen Blick, der jedoch einen kleinen Funken Besorgnis in sich trug. Da Lilienpfote aber schon so verwirrt genug war fragte sie nicht weiter, sondern schaute nur erwartungsvoll auf den weißgrauen Kater. „Wellenglut, erzählst du ihr alles?“, miauzte Sonnenstern sanft. „Natürlich. Lilienpfote, hör zu. Es gibt noch weitere Clans außer uns, die den Namen Wasser-, Erd- und LuftClan tragen. In diesen Clans lernt der Avatar die Elemente zu meistern. Jedoch kann man nicht alles erlernen. Von manches Sachen kann man nur Erfahrungen machen, und das ist das Ziel der Reise. Um das Licht zu bewahren muss der Avatar Liebe spüren, Vertrauen aufbauen, aber auch Schmerz empfinden und Hass verstehen. Er muss Gefühle verstehen können und Freude mit anderen teilen. Nur wenn er weiß, wie schön die Welt ist, ist er bereit dafür zu kämpfen.“ Liebe spüren, Vertrauen aufbauen…
    „Lilienpfote.“ Diese Stimme kannte sie doch… „Feuerstern!“ Schnell wirbelte sie herum und stand dem funkeldem Kater gegenüber. Elegant schritt er durch das hohe Gras, das silbern im Mondlicht schimmerte, auf die feuerfarbene Schülerin zu. „Du weißt nun deine Aufgabe oder?“, fragte er sie sanft. „Ja, aber bin ich auch bereit dazu?“, antwortete Lilienpfote verzweifelt. „Warum überhaupt ich? Warum kann ich nicht einfach jetzt mit Nachtjunges im HimmelsClan spielen, mit Ahornpfote bei der alten Buche trainieren?“ Auf diese Fragen seufzte Feuerstern jedoch nur tief und meinte leise: „Das Schicksal ist eine verzwickte Sache. Die einen haben es fest in der Pfote und wissen genau, was ihnen die Zukunft bringt, andere suchen verzweifelt nach ihrer Bestimmung, aber werden sie nie finden. Dennoch ist sie da und wird dir die Pfoten leiten. Selbst wenn du versuchst sie zu ändern, doch kannst du ihr nicht entkommen. Es gibt keine Wege, die davon abführen, jeder hat nur eine Zukunft. Doch was die ist, weißt nur der SternenClan.“ „Aber ich verstehe nicht…!“ „Irgendwann wirst du.“ Und mit diesen Worten verschwand Feuerstern, immer weiter verblasste er bis er schließlich nicht mehr zu sehen war.
    Lilienpfote hingegen fand sich wieder auf der Lichtung mitten im Blattgrünwald wieder, vor sich Sonnenstern und Wellenglut stehend, die die junge Kätzin besorgt anstarrten. Verwirrt schaute sie von einem zum anderen und fragte die älteren FeuerClan-Katzen: „Ist was?“ Sonnenstern, die erleichtert aufatmete, antwortete: „Nein, du sahst nur etwas.. na ja, du sahst aus als würdest du tagträumen.“ „Hast du Feuerstern gesehen?“, fragte Wellenglut hingegen sofort. „Ja, er hat mir irgendwas von Schicksal und so erzählt…“ Feuerstern Worte kamen ihr in den Sinn, was hatten sie zu bedeuten? Hilflos schaute sie zu Wellenglut, der sie zu ihrer Überraschung breit anlächelte. Auch Sonnenstern schien verwirrt und so fragte sie den Meister: „Wellenglut?“ „Diesen Traum hat jeder Avatar vor seiner Reise“, klärte er die beiden Kätzinnen immer noch lächelnd auf. „Das heißt, dass du bereit bist junge Lilienpfote. Gehe deinen Weg, folge deinem Herz.“

    (Übrigens nicht wundern, dass dieses Kapitel in der Er/Sie-Perspektive geschrieben wurde, wollte einfach etwas ausprobieren. Welche Perspektive gefällt euch besser?)

    12
    12. Ein heimlicher Verfolger

    Nachdenklich schaute Lilienpfote auf den Boden, im Kopf die Worte von Wellenglut. „Gehe deinen Weg, folge deinem Herz.“ Was hatte das nur zu bedeuten? Auch nach zwei Tagen, in denen Lilienpfote nun allein durch das riesige Territorium der Clans der Elemente streunert und die anderen Clans such (Wellenglut meinte, dass der Avatar seine Pflicht alleine machen muss und ein Spaziergang durch den Wald eine gute Gelegenheit sei um nachzudenken) ist ihr immer noch nicht der Sinn dieser Wörter eingefallen. „Immer diese Krieger, müssen sie sich so geheimnisvoll und unverständlich ausdrücken?“, rief sie etwas wütend zu den dunklen Wolken herauf. Laut hallten ihre Wörter durch die dicken Stämme der Bäume, jedoch bekam sie wie erwartet keine Antwort. „Lilienpfote!“, hörte sie hinter sich plötzlich die Stimme eines Schülers. Schnell wirbelte sie herum. Es war der Kater, der bei der Gruppe dieser finsteren Gestalten saß. „Was willst du?“, knurrt sie angriffslustig und fuhr ihre Krallen aus. Man kann diesem Typ nicht vertrauen, das wusste sie. Anderseits, er sah bei der Versammlung nicht sehr glücklich aus und von Nahem konnte mal zahlreiche Narben auf seinem Körper erkennen. „Ich…“, stammelte der pechschwarze Schüler erschrocken. „Gehe am besten zurück ins Lager.“, meinte Lilienpfote nun etwas freundlicher und fuhr ihre Krallen wieder ein. „Ich bin übrigens Dreckspfote.“, miaute der Kater noch, dann drehte er um und verschwand zwischen zwei Farnwedeln.
    Mit Abstand war das die seltsamste Begegnung, die Lilienpfote je hatte. Wie fand Dreckspfote sie nach zwei Tagen? Und warum suchte er sie? Verwirrt schaute sie den buschigen Schweif nach, der durch den starken Regen, der langsam begann, kaum noch zu erkennen war.
    Nach einer Weile wurde der Regen immer heftiger und es begann auch noch zu gewittern. Völlig durchnässt suche die feuerfarbene Kätzin, deren Fell nun verklebt vom Schlamm und ihre Pfoten wund vom gehen sind, unter der Krone einer großen Eiche Schutz. Traurig starrte sie den Himmel hinauf, der von Sternen übersät war. „Da oben sind jetzt Schneeblüte und Feuersturm“, dachte sie und schloss die Augen. Es war das erste Gewitter, das sie ohne ihre Familie hinter sich bringen musste und schon jetzt fror sie, als wäre sie von Eis umgeben. Da fiel ihr ein, dass sie doch erst vor kurzer Zeit von Wellenglut gelernt hatte, wie man eine kleine Flamme entzündet. Zwar kann Feuer Zerstörung und Tod bedeuten, aber auch Licht und Wärme. Also konzentrierte sie sich und ließ all ihre Energie auf ihre rechte Vorderpfote fließen. Dann wurde ihr immer wärmer. Sie hatte es geschafft! Auf ihrer kleinen Pfote brannte eine kleine Flamme, groß genug um sie zu wärmen, klein genug um keine Zerstörung zu verursachen. Erfreut schaute Lilienpfote in das Licht des Feuers. „Ich bin wirklich bereit.“, dachte sie sich.
    Nach einer Weile war das Gewitter vorbei und vorsichtig lugte Lilienpfote aus ihrem Unterschlupf. Alles war nass und feucht vom Regen und ein kleiner Vogel trocknete auf einem dünnen Ast ihr Gefieder. Dann tauchte die Sonne auf. Ein blendender Lichtstrahl strahlte auf Lilienpfotes Gesicht und ließ ihr Fell wie Feuer scheinen. Fröhlich schaute sie in den Himmel hinauf. Sie wusste, dass sich ihr Leben verändert hat, nichts wird mehr so sein wie früher. Doch Lilienpfote weiß auch, dass alles so ist wie es sein muss. Denn das Leben ist eine Geschichte, die man nicht hört, sondern selber lebt. Es gibt nur ein Ende, dass man sich nicht von nervigen Jungen spoilern lassen kann. Niemand weiß, was die Zukunft bringt, man kann es nur erahnen.

    (Übrigens kann es sein, dass ich einen Teil des Kapitels schon hochgeladen habe, ich aber später noch weiterschreibe. Passt also auf, dass ihr nichts verpasst ^^)

    13
    13. Ein überraschender Angriff

    Müde blinzelte Lilienpfote in die Sonne. Auch nach mehreren weiteren Sonnenaufgängen hatte sie immer noch nicht ihr Ziel erreicht. Anscheinend waren die Territorien riesig, viel größer als die kleine Schülerin gedacht hatte. Mühsam steht sie auf und trottet aus dem hohlen Baumstamm heraus, in der sie die sternenlose Nacht verbracht hatte. Langsam bekam sie einige Zweifel. Warum war sie immer noch nicht im WasserClan? Warum tauchte Feuerstern nicht mehr auf? Hatte sie etwas falsch gemacht? Mit diesen Fragen im Kopf beschloss sie sich erst mal was zu jagen. Leise lief sie durch den dichten Wald, nur wenige Sonnenstrahlen schafften es durch die dichten Laubkronen auf den moosbedeckten Boden.
    Auf einer kleinen Lichtung setzte sie sich nun hin und prüfte die Luft. Ein schwacher Mausgeruch drang ihr in die Nase. Mit knurrendem Magen folgte sie der Spur, vorsichtig, um keine Geräusche zu verursachen, schlich sie an das kleine Nagetier, dass an einer Nuss knabberte. Das Wasser lief ihr im Maul zusammen, sie konnte es sich schon ausmalen, wie saftig die Waldmaus sein muss. Erwartungsvoll spannte sie ihre Hinterbeine an, bereit zum Sprung, doch dann verjagte ein Knacken ihre Beute, die panisch hinter einigen Blättern verschwand.
    Regungslos blieb Lilienpfote stehen, die Ohren gespitzt um kein Laut zu verpassen. Dann sah sie zwei blutrote Augen aus einem Busch aufleuchten. „Wer ist da?“, rief die Schülerin ängstlich in den Schatten der Bäume. „Niemand“, krächzte eine Stimme die Antwort und bevor Lilienpfote wusste was sich dabei denken sollte drückte sie ein schweres Gewicht nach unten. „Hey!“, jaulte sie laut auf, bevor die Luft aus ihr gepresst wurde. „Glaubst du echt, dass du so einfach die Elemente meistern und Finsterstern besiegen kannst?“, zischte ihr eine höhnische Stimme ins Ohr. Unfähig, ihren Angreifer zu sehen blieb Lilienpfote einfach stumm und versuchte panisch mit zugekniffenen Augen einen Plan zu überlegen, wie sie die Katze besiegen könnte.
    Doch bevor sie etwas machen konnte hörte sie eine weitere Stimme, eine ihr vertraute, die hastig rief: „Warte Blutregen, wenn du sie tötest wird sie nur wiedergeboren. Wir müssen doch nur verhindern, dass sie die anderen Elemente nicht erlernt und Finsterstern nicht besiegen kann.“ Es war Dreckspfote.
    „Dreckspfote?“, presste Lilienpfote heraus. „Was machst du hier?“ Wütend und entsetzt starrte sie ihn ungläubig an. Hatte er sie also die ganze Zeit verfolgt? Doch zu ihrer Überraschung liegt keinerlei Kampflust in den leuchtend gelben Augen des Schülers. „Bitte Blutregen!, flüsterte er flehentlich. Lilienpfote spürte, wie das Gewicht auf ihr langsam von ihr herunter glitt. Mit einem verächtlichen Schnauben lief sie zu Dreckspfote zu und kratzte ihn ohne Rücksicht auf die Brust, wo von nun an eine große Narbe den Kater kennzeichnen würde. Erstaunt schaute Lilienpfote die beiden an. Warum schadete sie ihm, wenn sie doch auf der selben Seite sind? Doch bevor sie sich die Frage beantworten konnte drang ihr ein stinkender Geruch in die Nase, einer, der ihr seltsam vertraut vorkam. Es war Feuer. Ein großes Feuer.

    14
    14. Die Gefangennahme

    „Was macht ihr hier?“, hörte Lilienpfote eine düstere Stimme hören. Erschrocken wirbelte sie herum, gerade noch rechtzeitig um zu sehen, wie ein muskulöser braun gestreifter Kater aus dem brennenden Gebüsch trat, die dritte Katze, die den Avatar im Lager des FeuerClans finster angestarrt hatte. „Finsterwolke!“, rief die Angreiferin von Lilienpfote erstaunt. Was machst du den hier? Mit bedrohlichen Schritten kam der Kater jedoch auf die feuerrote Schülerin zu und ignorierte Blutregen. „So so, du bist also der Avatar. Etwas mickrig, wenn du mich fragts.“ Etwas mickrig? Brennender Zorn schmolz die Angst und am liebsten würde sie diesen Kater niederbrennen. Doch dann bemerkte sie, dass aus den Pfoten des Katers Feuer stieß. Hatte er die Bäume hier auf der Lichtung in Flammen gesetzt? Das würde Sinn ergeben, schließlich breitete sich das Feuer nicht aus, sondern bleib an Ort und Stelle. Nun packte sie doch wieder die Angst. Mit zwei vollausgebildeten Feuerbändigern und einem Schüler würde sie es nicht aufnehmen wollen. Warum wurde sie überhaupt angegriffen? „Bringen wir sie ins Lager.“
    Nachdem Blutregen und Finsterwolke das Feuer auf der Lichtung erlöschen ließen, gingen sie mit Lilienpfote in ihrer Mitte durch den dichten Wald. Es war mittlerweile Sonnenhoch, doch dennoch spürte sie die wärmenden Sonnenstrahlen nicht, sondern nur die eisige Kälte, die von den zwei Kriegern ausgingt. Dreckspfote hingegen ließ sich immer wieder zurückfallen und sobald sie versuchte Blickkontakt mit ihm aufzunehmen schaute er auf den Boden.
    Nach einer Weile waren sie wohl angekommen, denn Finsterwolke blieb stehen und prüfte die Luft. Dann schaute er nach hinten zu Blutregen und Dreckspfote und knurrte: „Geht rein.“ Jetzt wandte er sich Lilienpfote zu. „Glaub nicht, dass du entkommen kannst. Du wirst für den Rest deines Lebens wohl bei uns bleiben müssen.“ Mit einem höhnischen Lachen trat er zur Seite und zeigte auf ein kleines Loch in der Erde, in der gerade die beiden anderen verschwunden sind und stieß Lilienpfote an. „Nun geh schon rein.“
    Zögernd spähte die ängstliche Schülerin in die finstere Höhle, in der sie nichts außer schwarze Schatten sah. Einen Schritt nach dem anderen trat sie hinein in den modrig riechenden Ort. Sie spürte, wie Finsterwolke ihr folgte, traute sich aber nicht auch nur ein Wort zu sprechen, oder gar in die stechenden smaragdgrünen Augen des Katers zu blicken, der sie mit einer gewaltigen Kraft, sodass Lilienpfote fast umfiel, weiter nach vorne schubste als sie stehen blieb.
    Nach einer Weile, in der die beiden nur schweigend durch den dunklen Gang gingen sah Lilienpfote vorne ein rotes Flackern. In der Hoffnung, endlich am Ende dieses Tunnels zu sein, beschleunigte sie ihr Tempo etwas und lief erwartungsvoll auf das Licht zu. Doch das, was da rot flackerte war nur ein kleiner brennender Laubhaufen, der von Blutregen angezündet wurde. Ihr Tempo verlangsamte sich schnell wieder und Lilienpfote schaute in die kleine Höhle unter der Erde. Es gab hier unten kein Sonnenlicht und das Feuer lies die Wände, aus denen kleine Wurzeln heraus ragen rot flimmern. Panisch schaute sich die Schülerin in der Höhle nach einer Fluchtmöglichkeit um, Doch der einzige Ausgang wurde von Finsterwolke versperrt, der langsam auf sie zuschritt und sie stumm musterte. „Finsterwolke, warum haben wir sie in unser Lager gebracht?“, durchbrach Blutregen sie Stille. „Warum nicht? Du hast doch gehört was Dreckspfote gesagt hat. Es bringt nichts, wenn wir die umbringen, auch wenn ich dies zu gern getan hätte.“ Mit seinem finsteren Blick starrte er zu einer glatten Wand. Packen wir sie erst mal zu den anderen.“

    15
    15. Ein Kater namens Strudelpfote

    „Kieselsee, mach auf! Und keine Tricks!“, rief er zur der glatten Wand, was Lilienpfote sehr wundert. Heißt die Wand etwa Kieselsee? Und was soll sie auf machen? Da bekam sie schon die Antwort. Ein starkes Rütteln lies die Erde erbeben und langsam wurde aus der Erde ein Viereck heraus gedrückt. Dahinter konnte Lilienpfote eine kieselgraue Kätzin sehen, die sehr geschwächt und abgemagert aussah. Sie drückte mit großer Anstregung die Erdwand weg und schaute mit ihren himmelblauen Augen ängstlich zu Finsterwolke, der kurrte: „Los, geh rein!“ Mit einem einer kleinen Feuerpeitsche umschloss er Lilienpfotes Hinterbein und schleuderte sie gegen die kalte Steinwand der Höhle, die sich hinter der Haupthöhle befand. „Mach nun zu.“ Kieselsee, die nur stumm nickte, bohrte nun ihre Krallen in die Erde, die wieder erbebte und die Wand vervollständigte sich wieder.
    Lilienpfote öffnete langsam die Augen und spähte in die Dunkelheit hinein, konnte aber nichts außer die finstere Schwärze erkennen. Langsam tastete sie sich vorwärts, als sie plötzlich in eine Katze stolperte. „Hey, was soll das!“, rief dieser empört und an der Stimme erkannte sie, dass dies ein junger Schüler sein musste. „Oh, tschuldigung. Weiß du wo wir hier sind?“, erkundigte sie sich vorsichtig und schaffte eine kleine Flamme auf ihrer Pfote, um etwas sehen zu können. Vor ihr stand ein grauer Kater mit strahlendblauen Augen, die sie etwas sauer, aber auch interessiert musterten. „Wir sind hier im Lager von Blutregen, Finsterwolke und Dreckspfote. Die drei arbeiten für Finsterstern“, antwortete er nun nicht mehr so feindselig, sondern todesernst. „Sie fangen Katzen aus den Clans der Elemente, um sie ihm zu opfern. Der dunkle Geist, also Finsterstern, saugt quasi das Leben aus uns heraus, um damit noch stärker und mächtiger zu werden und wenn das so weitergeht sind wir alle nur noch seine Sklaven. Ich bin übrigens Strudelpfote aus dem WasserClan. Und du musst eine Katze aus dem FeuerClan sein, habe ich recht?“ Lilienpfote, vollkommen überwältigt von den ganzen grausamen Informationen, stammelte nur: „Äh… nein, ich komme aus dem HimmelsClan.“
    Ein überraschtes Mauzen durchhallte den Raum und erst jetzt realisierte Lilienpfote, dass hier noch viele weitere Katzen sind. Manche fragten sie, ob das ein Scherz sei, andere riefen, dass sie der Avatar wäre. Mittlerweile fühlte sie sich sehr von den Fragen bedrängt und es wurde ihr unangenehm heiß unter ihrem Pelz. „Hey, ruhe jetzt!“, drang die befehlende Stimme von Finsterwolke von draußen und wie von einem Windstoß weggeweht verstummten die aufgeregten Stimmen der Katzen. „Ähm…ja, ich bin der Avatar“, murmelte Lilienpfote schüchtern, damit die Katzen, ungefähr zehn weitere, still bleiben. „Das ist nicht wahr.“ Ein pechschwarzer Kater trag zwischen den anderen hervor, die ihm respektvoll Platz machten. Er wirkte schon ziemlich alt, doch seine saphirblauen Augen schimmerten immer noch wie die eines Jungen, das zum ersten Mal das Tageslicht erblickt. „Ich habe mein ganzes Leben lang auf dich gewartet“, erklärte er, „habe überall nach dir gesucht.“ Langsam strich er mit seinem Schweif über Lilienpfotes Stirn. „Wie heißt du?“ „Äh, mein Name lautet Lilienpfote“, antwortet sie verdutzt. Mit allem, aber nicht mit dem hier hat sie gerechnet. „Lilienpfote also. Ich heiße Gewitternacht und war mal ein starker Krieger des LuftClans. Doch dann…

    16
    16. Die Vergangenheit von Gewitternacht

    Ein Donnergrollen durchzuckte die Nacht und Blitze erhellten die Wolken. Katzen rannten über das weite Moor, wie Schatten in der Finsternis. Leise schlichen sie sich an das Lager des LuftClans an, in denen Katzen schliefen, die nicht wissen, das diese eine sternenlose Nacht ihr Leben komplett verändern wird. Ein paar Jungen schrien auf, als ein weiter Blitz den Himmel für einen Herzschlag weiß aufscheinen ließ, doch schnell wurden sie wieder von den Königinnen beruhigt. Dieses Gewitter war für sie bis jetzt wie jedes andere, sie hatten keine Ahnung von den Feinden, die sich im Gras immer näher anschlichen. Dann war es so weit.
    Ein Kriegsgeheul durchbrach die sanfte Stille der Nacht und unzählige Katzen rannten den Hügel hinauf, wo das ungeschützte Lager ihrer Opfer lag. Schattenhafte Gestalten, nicht im Besitzt von Fleisch und Blut, stürmten in die Kuhle, wo die LuftClan Katzen überrascht aufwachten, und gruben ihre dornenspitzen Krallen in alles, was sie töten könnten. In sekundenschnelle war das weiche Moos von dunkelrotem Blut durchtränkt und überall kämpften Katzen. Doch der Überraschungsangriff hatte gewirkt. Langsam aber sicher sanken die Katzen meines Clans zu Boden, die letzten überlebenden flehten um Gnade, wurden jedoch nur mit verächtlichen Schnauben zur Strecke gebracht.
    Ich war auf der Jagd, als all des passierte, und als ich den Schreien entgegen sprintete war es bereits zu spät. Auf dem Hügel vor den Mond konnte ich nur noch die Silhouetten der Geister erkennen, die meinen Clan ausgelöscht haben, meine Freunde, meine Familie. Verzweifelt wischte ich meine Tränen weg, doch auch ich wusste, dass es keine Hoffnung mehr für sie geben würde. Wie angewurzelt stand ich da, wollte fliehen, konnte aber auch nicht einfach so verschwinden. Es war der schlimmste Tag meines Lebens, alles habe ich verloren. Ab diesem Zeitpunkt war ich der letzte Luftbändiger.
    Genau in diesem Moment liefen die Geister den Hügel hinunter, die mussten mich entdeckt haben. Ich weiß, dass sie die Kräfte der Elemente nicht nutzen konnten, doch es waren einfach zu viele. Natürlich versuchte ich noch zu fliehen und da ich damals schon ein Luftbändiger auf dem Level unseres Meisters war, ich habe ihn aber nie herausgefordert, da ich einfach ein normaler Krieger sein wollte, erzeugte ich einfach eine Windhose unter mir und floh damit Richtung Wald. Ich war so zu schnell und zu hoch für die Geister, sodass sie mich nicht erreichen konnten.
    Allerdings habe ich nicht mit Finsterstern gerechnet. Er kam aus dem Geisterportal auf mich zu geschossen und stieß mich von meiner Windhose. Diese wenigen Augenblicke haben gereicht und schon war ich von den Geistern umzingelt. Ich hatte keine Chance, würde ich versuchen mich zu wehren würde ich umgebracht werden. Also gab ich auf, und wurde hierher gebracht.
    Nun lebe ich hier als Gefangener, und das seit 100 Monden. Aber ich gab die Hoffnung nicht auf. Ich wusste, dass der Avatar, dass du eines Tages zu uns finden und diese Welt erhellen wirst. Und ich hatte recht. Merke dir aber eins. Das Leben ist kein Weg, den man geht. Auf einem Pfad kannst du dich umdrehen und zurücklaufen, im Leben nicht. Eine einzige Entscheidung kann dein Leben komplett verändern, sei es zum gutem oder zum schlechten. Und es gibt keinen Weg zurück. Merke dir das Lilienpfote.

    17
    17. Die Flucht

    Völlig zerdrückt von der Geschichte, voller Mitleid mit Gewitternacht, voller Wut auf Finsterstern und die Geister, wer auch immer die sind, und voller Verwirrung, da sie nicht weiß was ein Geisterportal ist, schaute Lilienpfote erst mal ungläubig in die Augen des Katers, die allerdings mit Tränen gefüllt sind. Es muss schrecklich sein, sich an diese Geschichte zurückzuerinnern. „Das… tut mir leid…“, murmelte sie, als sie wieder ihre Stimme zurückbekam. Ich habe auch meine Eltern verloren, aber mein Clan, meine Freunde und meine Geschwister leben noch.“ „Schon gut“, meinte Gewitternacht jedoch nur. „Ich komm schon damit klar. Das größte Problem ist ein anderes: da es nur noch einen Luftbändiger gibt, und zwar ich, kann auch nur ich dich im Luftbändigen trainieren.“ „Aber zuerst müssen wir doch erst mal hier raus!“, rief plötzlich ein anderer dazwischen. Gewitternacht antwortete darauf aber nicht, sondern seufzte nur: „Ich habe es schon so oft versucht. Aber jetzt, wo der Avatar bei uns ist werden wir es schaffen. Das weiß ich.“
    Erschrocken blickt Lilienpfote in die erwartungsvollen Augen der vielen Katzen. Sie war erst sei einigen Tagen bei den Clans der Elemente und konnte bis jetzt nur Feuerbändigen, wie konnten sie so viel von ihr erwarten? Zögerlich trat sie einen Schritt zurück und murmelte: „Ich… ich weiß nicht ob ich das schaffe…“ „Weißt du, jeder Avatar hat mal so begonnen wie du. Jeder Avatar konnte am Anfang nichts, absolut nichts, und doch haben sie es am Ende so weit gebracht. Glaube an dich, und du wirst alles schaffen“, entgegnete Gewitternacht aufmunternd und die anderen Katzen stimmten ihm mit einem Mauzen zu. Etwas ermutigt schaut Lilienpfote sich wieder in der Höhle um. Alle Katzen hier waren eingesperrt wurden, alle mussten gedacht haben, dass sie ihre letzten Tage bald gelebt haben müssten. Doch seit sie hier ist, besitzen sie wieder Hoffnung. Und das obwohl Lilienpfote nichts getan hat. Aber wenn sie so viel Vertrauen in ihr setzten… „Ich versuche es“, verspricht sie und schaut fest in Gewitternachts Augen. „Ich werde versuchen uns hier raus zu holen.“
    „Kieselsee, du machst gleich die Wand auf. Die restlichen werden dann gegen Finsterwolke, Blutregen und Dreckspfote kämpfen. Wir sind in der Überzahl, wir werden sicher gewinnen!“ „Aber was ist wenn nicht? Wir haben bald weniger Fleisch als Knochen und auch trainiert haben wir seit Ewigkeiten nicht mehr. Und was ist wenn Finsterstern plötzlich auftaucht?“, piept eine verängstigte Stimme und ein kleines schneeweißes Junges drängt sich zwischen die Beine der anderen Katzen zu Lilienpfote und Gwitternacht. „Schon gut Lichtjunges. Sie ist der Avatar, und wir werden siegen. Das gelobe ich“, flüsterte Gewitternacht ihr aufmunternd zu und strich ihr zärtlich mit seinem Schweif über seinen Kopf. „Bleib einfach dich bei mir, ja?“, mischte sie Strudelpfote zu und leckte dem Jungen über die Stirn. Unsere Mutter hat gesagt, ich soll auf dich aufpassen und das werde ich auch tun.“
    „Los Lilienpfote“, miaut Gewitternacht zu der feuerroten Kätzin, die nickt. „Sind alle bereit? Kieselsee, mach auf!“, rief diese ernst und schaut zu der Wand, die mit einem gewaltigen Beben zur Seite schiebt und die überraschten Gesichter von Finsterwolke und Blutregen dahinter zeigt. „Angriff!"

    18
    18. Sieg und Freiheit

    Wie in einer Explosion treffen die gefangenen Katzen und die drei Bösewichte aufeinander. Mit Krallen und Zähnen warfen sich je drei auf Finsterwolke, Blutregen und Dreckspfote, Lilienpfote kämpfte mit Gewitternacht und Kieselsee gegen Finsterwolke und Lichtjunges versteckte sich in einer Ecke, mit weit aufgerissenen Augen. Lilienpfote versuchte alles zu kratzen, was sie von Finsterwolke nur zu fassen bekam, ihr Feuerbändigen verwendete sie nicht, da sie Angst hat ihre Verbündete in diesem Gerangel zu treffen. Jedoch war das gar nicht nötig, denn ihre Überzahl verhalf ihnen zweifellos zum Sieg.
    Finsterwolke jaulte laut auf, als Lilienpfote im kräftig in seinen Schweif biss und musste sich gleichzeitig gegen die dornenspitzen Krallen von Kieselsee und Gewitternacht verteidigen, die wütend auf ihn einschlugen. Verzweifelt kratzte er ziellos umher, versuchte jemanden zu treffen, doch Lilienpfote wich im geschickt aus, sprang auf ihn und grub ihre Krallen tief in das braun getigerte Fell ihres Gegners. Dieser schrie vor Schmerz laut auf und versuchte sich freizukämpfen, doch Lilienpfote war so wütend auf ihn, dass sie gar nicht daran dachte ihn fliehe zu lassen. Gewitternacht jedoch berührte ihre Schulter sanft mit seinem Schweif. „Lass ihn laufen. Ein ehrbarer Bändiger tötet keine Katzen, um eine Schlacht zu gewinnen. Auch wenn er es verdient hätte“, flüsterte er in ihr Ohr. Lilienpfote, immer noch voller Wut begriff jetzt erst, dass sie ihn fast umgebracht hätte. Zwar wütend, aber auch auf sich selbst, da sie fast das Gesetzt der Krieger gebrochen hätte, zog sie ihre Krallen aus dem Fleisch von Finsterwolke, der jaulend Blutregen und Dreckspfote hinterherjagte in den finsteren Tunnel floh. Sie schaute ihnen noch nach, bis sie um die Ecke bogen und im Schatten verschwanden.
    „Wir haben gesiegt!“, jaulte Strudelpfote triumphierend und die anderen Katzen stimmten in sein Jaulen ein. Voller Stolz und Glück blickte sich Lilienpfote um. Der Kampf war gewonnen, sie waren jetzt alle wieder frei. „Gut gemacht Avatar.“ Gewitternacht strich an ihrer Seite entlang. „Du hast ihnen Hoffnung gegeben und sie dazu gebracht sich zu wehren. Wir werden nun wieder in unsere Clans zurückkehren können.“
    „Aber was ist mit dir?“, fragte Lilienpfote, der wieder einfiel, dass Gewitternacht keinen Clan mehr haben würde. „Ich? Ich glaube ich gehe zum WasserClan. Weißt du, ich habe mich in der Zeit als gefangener gut mit Strudelpfote und Lichtjunges angefreundet und sie haben mir angeboten zu ihnen zu ziehen“, meinte dieser nur ruhig, doch auch eine Spur von Trauer konnte sie in seiner Stimme erkennen. „Dann müssen wir uns wohl verabschieden. Vielen Dank für alles, was ich bei dir lernen konnte“, sagte Lilienpfote leise und so tief seinen warmen und geborgenen Geruch ein, doch in diesem Moment kam Strudelpfote angerannt und fragte aufgeregt: „Warum reisen wir nicht alle gemeinsam zurück? Du musst dich eh noch alle Elemente erlernen Lilienpfote, oder?“ und Lichtjunges pflichtete ihm bei: „Oh ja! Zusammen ist das viel lustiger!“
    Glücklich lächelte Lilienpfote die kleine Kätzin und ihren großen Bruder an. „Wenn ihr meint…“ „Oh ja, das meinen wir.“ Und dann trat Strudelpfote an ihre Seite und strich ihr mit seinem Schweif über die Flanke. „Danke, für alles.“

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

Kommentare autorenew