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Zimtstern und Minzbach - Geschwister mit großem Schicksal Teil1: Freche Jungen

Minzjunges und Zimtjunges wachsen im HimmelsClan auf. Was sie nicht wissen: Ihr Vater war ein Streuner und sie sind Teil einer Prophezeiung, die nicht nur ihren Clan retten wird...

PS.: Vielen Dank an Tigerin für das wunderschöne Cover!

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    Die Hierarchie des HimmelsClans: Anführerin Spechtstern – sehr dunkelbraune Kätzin mit rotbraun-weiß gesprenkelter Brust und gelben Augen, Mentor
    Die Hierarchie des HimmelsClans:
    Anführerin Spechtstern – sehr dunkelbraune Kätzin mit rotbraun-weiß gesprenkelter Brust und gelben Augen, Mentorin von Musterpfote
    2.Anführerin Blumenwind – schildpattfarbene Kätzin mit dunkelblauen Augen, Mentorin von Nesselpfote
    Heilerin Smaragdauge – hellgraue Kätzin mit smaragdgrünen Augen, Mentorin von Diamantpfote – schwarzer Kater mit eisblauen Augen
    Krieger Flockenstaub – blassgraue Kätzin mit kleinen weißen Flecken, Mentorin von Samtpfote
    Waschbärklaue – grau, schwarz und weiß getigerter Kater, Mentor von Feuerpfote
    Laubherz – schildpattfarbene Kätzin mit braunen Flecken, Mentorin von Rieselpfote
    Schatten der Nacht (Schatten) – schwarzer Kater, ehemals aus dem Stamm des großen Wassers
    Wüstenschweif – sandfarbene Kätzin mit rötlichen Flecken
    Schwanensee – weiße Kätzin mit dunkelblauen Augen
    Lavafluss – feuerroter Kater, Mentor von Glutpfote
    Fischschuppe – silbriger Kater
    Schüler Musterpfote – schildpattfarbener Kater
    Nesselpfote – schwarze Kätzin
    Samtpfote – schwarze Kätzin mit smaragdgrünen Augen
    Feuerpfote – rot und schwarz gefleckte Kätzin
    Rieselpfote – sandfarbener Kater
    Glutpfote – Albino-Kätzin
    Königin Traumflug – silbergrau getigerte Kätzin, Mutter von Zimtjunges, Minzjunges
    Älteste Schlammspritzer – brauner Kater
    Schnabelpelz – gelbbraun getigerter Kater

    Katzen außerhalb der Clans:
    Zimt – brauner Kater mit einem minzfarbenen und einem bernsteinfarbenen Auge
    Nebel - grauer Kater (tot)

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    Prolog
    Eine dunkelbraune Kätzin mit einer gesprenkelten Brust saß auf einem Steinhaufen und beobachtete den HimmelsClan. Ihren Clan. Unter ihr teilte eine schildpattfarbene Kätzin die Patrouillen ein. „Blumenwind! Ich schließe mich deiner Jagdpatrouille an, ja? Lass dich nicht stören!“ Die schildpattfarbene nickte, als die braune zu ihr und drei weiteren Katzen auf den Boden sprang. „Mach ich, Spechtstern.“ Doch bevor Spechtstern sich den anderen Katzen anschließen konnte, sprang plötzlich eine höchst aufgeregte, graue Kätzin mit grünen Augen einen Steinpfad vor ihrem Bau herab. „Spechtstern, Spechtstern! Komm mal bitte! Ich muss dir was Wichtiges erzählen!“ Spechtstern nickte missmutig. Sie hatte sich so auf das Jagen mit ihrer Freundin Blumenwind gefreut. Außerdem war ihre heimliche große Liebe, Waschbärklaue, dabei. Aber angesichts Smaragdauges dringlicher Miene folgte Spechtstern ihrer Heilerin in ihren Bau.
    „Also, was ist los, Smaragdauge?“, fragte die Anführerin, kaum dass die beiden im Heilerbau angekommen waren. „Eine Prophezeiung! ‚Wenn alles gut erscheint, kommen die Retter im Kraut aus dem Bach und im braunen Fell. Wenn das Unheil kommt, werden diese Katzen nicht nur den HimmelsClan retten. Sie sind Geschwister, auf immer vereint und ihre Herkunft wird ein Geheimnis bleiben. ‘
    Was meinst du, was das bedeutet?“ Spechtstern dachte kurz nach, bevor sie antwortete: „Ich weiß es nicht. Aber eins ist sicher: Wir werden es bald herausfinden…“

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    2.Prolog
    Traumflug sah sich um. Schwanensee hielt oben auf dem Felsgrat Ausschau nach möglichen Feinden: Sie war zur Wache eingeteilt. Wieder einmal war Traumflug froh, das Wüstenschweif vor zwei Monden die Kinderstube verlassen hatte, als ihre Jungen Samtpfote, Rieselpfote und Feuerpfote Schüler geworden waren. So bestand eine geringere Gefahr, bei ihren nächtlichen Ausflügen entdeckt zu werden. Traumflug sprang beinahe lautlos den Hang hinauf, zwängte sich durch die Büsche, die sie oben erwarteten, und lief auf die Grenze zu.
    Kurz hinter der Grenze traf Traumflug endlich auf ihn. Hinter einem großen Felsen wartete ein brauner Kater auf sie: Zimt. Er war ein ehemaliges Hauskätzchen, das nun ein Einzelläufer war, und, nicht zu vergessen, ihre zweite große Liebe. Die erste war ein grauer Kater namens Nebel gewesen. Nebel war der Vater von Traumflugs erstem Wurf, Flockenstaub, Fischschuppe und Smaragdauge, gewesen, doch sie hatte es nicht über sich gebracht, den dreien davon zu erzählen. Sie wären am Boden zerstört. Besonders Flockenstaub. Denn abgesehen von ihrer Familie war ihr ABSOLUT NICHTS wichtiger als das Gesetz der Krieger und das Wohle ihres Clans. Wenn sie erfahren würde, das sie halb Einzelläuferin war…nein, nach dem Verlust ihres besten Freundes Schwalbenflamme konnte Traumflug ihrer Tochter das nicht auch noch antun. „Hallo. Schön, dass du es doch geschafft hast.“ Heiliger SternenClan, war seine Stimme schön! So wunderschön… Traumflug schmolz förmlich dahin. Zimt war ein wunderschöner, kräftiger Kater mit klaren, hellen Augen. Seine Augen…sie waren sehr schön, das eine minzgrün, das andere warm und bernsteinfarben. So Augen kamen nicht mal in den alten Legenden, die Himmelsstern von den anderen Clans mitgebracht hatte, vor. Traumflug musste tief Luft holen, bevor sie sich mit aller Kraft von seinem wunderschönen Äußeren losreißen konnte. „Hallo. Zimt, ich muss dir etwas sagen.“ Er legte fragend den Kopf schief. „Ich… ich erwarte Junge. Von dir.“ Er starrte sie an. Dann schloss er kurz die Augen. Als Zimt sie wieder öffnete, wirkte er besorgt. „Werden sie es jetzt herausfinden? Dass wir uns treffen, meine ich. Wirst du es ihnen sagen müssen?“ Kluger Kater. Er wusste wohl, dass sie mit ihren Treffen gegen Traumflugs Gesetze verstoßen. Traumflug warf einen Blick auf den Mond. Er stand schon tief, sie war viel zu spät losgekommen. „Ich muss los.“ Sie schmiegte sich noch ein letztes Mal an ihn, an seinen warmen Körper. „Wieso?“ Sein Blick fiel auf den Mond. „Oh. Schade. Sehen wir uns morgen?“ „Naja, ich spüre die Jungen mehr und mehr. Bald schadet es ihnen, wenn ich mich mehr als nötig bewege. Wenn ich zu müde wirke, wird Smaragdauge mir Mohnsamen geben, damit ich durchschlafe.“ Traumflug seufzte. Zimt nickte nur, ehe er in der Dunkelheit verschwand. Traurig sah sie ihm hinterher.

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    1. Kapitel
    „Minzjunges?“ Minzjunges hörte, wie ihr Bruder nach ihr rief. Sie schlug die Augen auf. Er schaute sie erwartungsvoll an. Es dauerte kurz, bis sie es merkte: „Ich habe die Augen geöffnet!“ „Das hast du aber schnell gemerkt, Schwesterherz. Ich auch, übrigens. Sollen wir das Lager erkunden?“ „Oh ja, gern, ich komme gleich.“ Minzjunges hob den Kopf und sah sich um. Da lag Traumflug! Sie war schöner, als sie sie sich vorgestellt hatte. Ihr silbergrau getigertes Fell unterschied sich kaum von Minzjunges langem Pelz. Ihre Mutter schlief noch. Sie waren allein in der Kinderstube. Minzjunges blickte Traumflug unsicher an. Sie würde es ganz sicher nicht gutheißen, wenn Minzjunges mit ihrem Bruder allein das Lager erkundete. Ein weiterer Grund, jetzt loszugehen! Das schien noch jemand anders so zu sehen. „Kommst du, Minzjunges? Sonst gehe ich alleine los!“, ertönte Zimtjunges Stimme von draußen. „Ich komme!“ Minzjunges warf einen letzten Blick auf Traumflug, dann zwängte sie sich durch einen Spalt im Dornenbusch, der die Kinderstube umgab. Draußen musste sie die Augen schließen, so geblendet war sie vom hellen Sonnenlicht. „Na endlich! Schau mal, ich glaube, das ist der Anführerbau!“ Neugierig steckte Zimtjunges seinen Kopf in die Höhle oberhalb des großen Steinhaufens. Minzjunges sah ihn erschrocken an. „Zimtjunges, komm da wieder-“ Sie kam nicht weiter, denn im selben Moment sprang ihr Bruder verschreckt zurück. Stattdessen schob sich nun eine braune Kätzin mit einer gesprenkelten Brust aus dem Bau. Sie sah Zimtjunges erstaunt an. Spechtstern!, schoss es ihr durch den Kopf. Es war die Anführerin des HimmelsClans. „Was hast du denn hier zu suchen, Zimtjunges?“ Spechtsterns Blick schweifte über das Lager, bevor er an Minzjunges hängen blieb, nur um anschließend wieder Zimtjunges zu fixieren. Überrascht riss die Anführerin die Augen auf. „He, ihr habt die ja die Augen geöffnet! Das ist ja toll! Weiß Traumflug es schon?“ Minzjunges warf Zimtjunges einen alarmierten Blick zu. Das bemerkte Spechtstern natürlich. „Aha. Dann geht mal ganz schnell zu ihr. Ich denke mal, sie weiß auch nicht, das ihr hier draußen seid?“ Die beiden nickten und machten kehrt. Traumflug erwartete die Geschwister schon. „Was fällt euch eigentlich ein? Ihr spinnt wohl? Ich wollte gerade zu Spechtstern gehen! Oder eure große Schwester fragen, ob sie euch beim SternenClan gesehen hat! Oder-“ Sie unterbrach sich und starrte ihre Jungen perplex an. „Ihr habt die Augen geöffnet!“, juchzte sie, „Das muss sofort der ganze Clan wissen!“ „Äh, es könnte sein, das Spechtstern schon davon weiß…“, murmelte Minzjunges leise, doch Traumflug konnte oder wollte sie nicht hören. Sie war bereits aus der Kinderstube gestürmt. „Das war knapp! Hätte ich bloß nicht auf dich gehört!“ Böse blickte Minzjunges ihren Bruder an. Der verteidigte sich prompt: „Aber es ist doch gut gegangen, oder?“ Sie schnaubte nur. Heiliger SternenClan! Was für ein Mäusehirn! Minzjunges murmelte etwas von einem Besuch im Heilerbau, dann trat sie aus der Kinderstube.
    Im Heilerbau angekommen (was zugegebenermaßen etwas gedauert hatte) traf Minzjunges nur auf Diamantpfote, Smaragdauges Schüler. Na toll! Ausgerechnet dieser blöde Fellball! So wie er sie anschaute, schien er das gleiche zu denken. „Auch schon wach, Minzjunges?“, brummte er. „Ja“, antwortete sie, „ich habe nämlich meine Augen geöffnet.“ „SternenClan hilf.“ „Hey! Sag mir einfach, wo Smaragdauge ist!“ Er seufzte. „Aber nur wenn du mich dann in Ruhe lässt.“ „Versprochen!“ Aufgeregt hüpfte Minzjunges auf und ab. „Na gut. Sie will Katzenminze sammeln gehen. Und jetzt verzieh dich!“ Er wandte sich ab. Minzjunges‘ Nackenfell sträubte sich, doch sie riss sich zusammen und stapfte zurück zur Kinderstube. Auf dem Weg dahin stieß sie fast mit Zimtjunges zusammen. Im selben Moment kam Minzjunges eine grandiose Idee: „Zimtjunges, ich habe eine tolle Idee! Wir schleichen uns aus dem Lager und sammeln Katzenminze!“ „Das gleiche wollte ich dich gerade fragen. Ich habe gesehen, wie Musterpfote, Nesselpfote und Glutpfote jagen gegangen sind. Ich habe von Lavafluss erfahren, dass sie heute ihre Kriegerprüfung haben! Wetten, ich kann eine Maus für Traumflug fangen?“ Er hielt inne und senkte dann die Stimme: „Dann können wir uns zusammen rausschleichen. Aber weißt du denn überhaupt, was Katzenminze ist?“ „Ich glaube, es riecht total gut. Ich werde es schon erkennen.“ „Na gut. Dann los!“
    Es dauerte bis Sonnenhoch, einen Ausgang zu finden, doch schließlich hatten sie es geschafft. Zimtjunges hielt die ganze Zeit wichtigtuerisch seine Nase in die Luft, obwohl er wahrscheinlich überhaupt nichts roch. Soll er doch. Ich muss die Katzenminze einfach finden! Plötzlich zuckte Zimtjunges zusammen und schnupperte aufgeregt. „Ich rieche etwas! Aber…bäh…das riecht aber nicht gut. Direkt…eklig!“ Minzjunges fing nun einen Geruch auf, der erschreckend genau auf Zimtjunges‘ Beschreibung passte. „Was ist das?“ Im gleichen Moment ertönte von irgendwo vor ihnen ein Schrei. „Hilfe!“ Die Geschwister sahen sich an. „Das war doch Smaragdauges Stimme!“, stellte Minzjunges fest, im gleichen Moment rief Zimtjunges: „Das war doch Glutpfote!“ Sie sahen sich an. Beide wussten, das, was auch immer es war, Smaragdauge und Glutpfote bedrohte. Zimtjunges wusste, was zu tun war – oder tat zumindest so: „Du rennst ins Lager und schlägst Alarm während ich nachschaue, was da los ist.“ Bevor Minzjunges zustimmen oder protestieren konnte, sprang er davon. Verzweifelt drehte sie sich im Kreis. In welcher Richtung lag das Lager denn? Die Angst ließ Minzjunges‘ Sicht verschwimmen und ihre Gedanken wirbelten herum wie das Wasser im Bach, der durch die Schlucht floss. Nach kurzem Überlegen rannte Minzjunges einfach in die entgegengesetzte Richtung wie ihr Bruder zuvor. Irgendwann musste sie schließlich entweder auf das Lager oder (was leider wahrscheinlicher war) die geruchsmarkierte Grenze stoßen.
    Tatsächlich hatte Minzjunges Glück: bald fing sie den Geruch von vielen Katzen auf. Sie lief darauf zu und entdeckte die Schlucht – und das vertraute Gesicht ihrer Mutter, die verzweifelt rufend durch das Lager lief. Aus irgendeinem Grund konnte Minzjunges sich schon denken, nach was oder besser nach wem sie rief. Minzjunges stürzte auf Traumflug zu und jaulte laut: „Hilfe! Smaragdauge und Glutpfote brauchen Hilfe!“ „Was?“ Spechtstern tauchte im Eingang ihres Baues auf. Im selben Moment wirbelte Traumflug herum und ließ eine Schimpftirade los: „Wisst ihr eigentlich, was für Sorgen ich mir gemacht habe? Ich…Moment! Wo ist Zimtjunges? Ist ihm etwas passiert?“ „Er wollte Smaragdauge und Glutpfote helfen.“, murmelte Minzjunges kleinlaut und erzählte die ganze Geschichte. Nun waren auch Spechtstern und Blumenwind, die zweite Anführerin, dazugekommen. Kaum das Minzjunges geendet hatte, sprang Spechtstern auf den Steinhaufen. „Alle Katzen die alt genug sind, um auf einen Baum zu klettern, mögen sich hier am großen Steinhaufen zu einer Clanversammlung einfinden!“ Die Katzen strömten aus ihren Bauen. Laubherz kam mit ihrem Schüler, Flockenstaub und Waschbärklaue sowie deren Schülern zurück vom Sandfleck. Die schildpattfarbene Kätzin sprang zu ihrem Gefährten Schatten der Nacht herüber, der einst im Stamm des großen Wassers gelebt hatte. Sie glaubte offensichtlich zu wissen, warum Spechtstern die Versammlung einberufen hatte, schließlich sollten heute ihre Jungen zu Kriegern ernannt werden, sofern sie die Prüfung bestanden. Doch während die Anführerin in knappen Worten die Situation erklärte, wurden Laubherz‘ Augen immer größer und angstvoller. Die Arme! Spechtstern stellte eine Patrouille zusammen und ließ sich von Minzjunges den Weg beschreiben. Dann preschten die Katzen aus dem Lager, während Traumflug Minzjunges energisch zum Heilerbau schob. Diamantpfote gab ihr einige Kräuter, dann musste er auch schon los, falls es Verletzte geben sollte. Ihre Mutter geleitete Minzjunges zur Kinderstube. Dabei murmelte sie: „Wenn deinem Bruder etwas passiert ist, werde ich mir das nie verzeihen.“

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    Ich hoffe es hat euch bis jetzt gefallen! Schreibt es gerne in die Kommis. Achso: ich werde die Kapitel nicht regelmäßig rausbringen, aber darauf achten, dass es keine der tausend Geschichten auf TD wird, die nie zu ende geführt wurden.

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    2.Kapitel
    Zimtjunges rannte. Er bezweifelte, dass jemals ein Junges so schnell gerannt war wie er jetzt. Die Schreie wurden lauter, doch sie waren weiter weg, als Zimtjunges zunächst angenommen hatte. "Hilfe!" Das war eindeutig Smaragdauge, doch plötzlich wurde der Schrei jäh erstickt. Ein Schauder lief über seinen Rücken und er lief noch schneller. Endlich brach Zimtjunges durch die Büsche und stand plötzlich auf einer Lichtung. Als erstes sah er den Fuchs. Dann sah er Glutpfote, die sich verzweifelt auf dem Rücken des Fuchses festklammerte. Ihr Körper war mit Wunden übersäht und sie wirkte geschwächt. Dann erst entdeckte Zimtjunges Smaragdauge. Sie lag blutüberströmt am Boden. Ein Fauchen ertönte und er wirbelte herum. Spechtstern, Musterpfote, Blumenwind, Nesselpfote, Lavafluss, Laubherz und Rieselpfote stürmten aus den Büschen und stürzten sich auf den Fuchs. Laubherz kämpfte, wie nur wütende Mütter das können. Nesselpfote und Musterpfote verteidigten ihre Schwester wütend. Mit vereinten Kräften schafften es die Katzen, den Fuchs zu vertreiben. Jaulend verschwand er im Wald, den Pelz voller Schrammen. Blumenwind schickte Lavafluss, Laubherz und Rieselpfote, um den Fuchs aus ihrem Territorium zu vertreiben. Musterpfote stürzte mit Nesselpfote zu Glutpfote. Ihr weißer Pelz war blutüberströmt und hatte so fast die gleiche Farbe wie ihre roten Augen. "Helft Smaragdauge! Sie...lebensgefährlich...verletzt...glaube ich.", brachte die Schülerin mühsam hervor. Diamantpfote stürmte auf die Lichtung und bestätigte mit einem Blick und einigen Worten ("Sie will Kriegerin werden, das ist hart, und außerdem ist Smaragdauge schlimmer verletzt! Die Heilerin ist wichtiger als irgendeine Schülerin!") Glutpfotes Worte. Allmählich meinte Zimtjunges zu verstehen, warum Blumenwind Laubherz weggeschickt hatte. Blumenwind! Er blickte zu ihr rüber und erstarrte. Die zweite Anführerin hatte sich über Spechtstern gebeugt. Die große, dunkelbraune Kätzin lag schlaff am Boden. Die weißen Sprenkel auf ihrer rotbraunen Brust funkelten im Sonnenlicht, das durch die Blätter schien, als würde die Anführerin bereits mit den Sternen jagen. Doch das war Quatsch. Spechtstern war eine junge Anführerin, dies konnte unmöglich ihr letztes Leben gewesen sein! Endlich regte Spechtstern sich wieder. Sie wollte sich aufrichten, aber Blumenwind drückte sie sanft auf den Boden. "Ruh dich aus, Spechtstern." Die braune gehorchte, wenn auch widerwillig. Dann fiel ihr Blick auf Zimtjunges. "Geht es dir gut? Traumflug wäre fast gestorben vor Angst! Aber du wolltest wahrscheinlich nur deine Clangefährten beschützen, oder? Solche Eigenschaften machen einen wahren Krieger aus." Ein Schauder überlief Zimtjunges, aber es war kein Angst-, sondern ein Freudenschauer. "Ich möchte mal Anführer werden.", gab er zu. "Es ist eine große Verantwortung!", warnte Spechtstern. In diesem Moment kamen Lavafluss, Laubherz und Rieselpfote zurück und meldeten, dass der Fuchs verjagt worden war. Plötzlich wurde Zimtjunges energisch am Nackenfell gepackt. Er wollte protestieren, aber der Griff ließ nichts dergleichen zu. "Du kommst mit!", zischte eine Stimme, die so wütend klang, dass Zimtjunges sie erst später einordnen konnte, als er das Brustfell seiner Mutter erkannte. Das wird nicht lustig.

    Zimtjunges hatte recht behalten. Traumflug hatte ihm eine gehörige Standpauke gehalten, von wegen erster Tag an dem sie ihre Augen öffnen und schon bauen sie Mist, aber zum Glück schrie sie nicht, sondern schimpfte eher im Flüsterton, damit Minzjunges nicht aufwachte, die nach einigen Mohnsamen eingeschlafen war. Na toll. Ich werde hier ausgeschimpft und mein Schwesterherz verschläft alles. Richtig böse konnte Zimtjunges ihr allerdings sein, da sie ziemlich schnell gerannt sein musste, um das Lager so schnell zu erreichen.
    Traumflug verstummte überraschend bald. Wahrscheinlich, weil Smaragdauge aus ihrem vorherigen Wurf stammte, genau wie Flockenstaub und Fischschuppe. Kaum war Traumflug fertig, ließ sie ihn noch ein bisschen trinken, bevor er einschlief.

    Zimtjunges wurde von einem Ruf wach. "Alle Katzen die schon auf Bäume klettern können, mögen sich hier unter dem Steinhaufen zu einem Clantreffen versammeln!" Die Stimme gehörte Spechtstern und Zimtjunges war erleichtert, dass die Anführerin sich wieder davon erholt hatte, ein Leben verloren zu haben. Minzjunges war schon wach und spielte gedankenverloren mit einem Moosball, während sie ins Leere starrte. Als Spechtsterns Ruf ertönte, schreckte sie auf. Dabei fiel der Blick der weißen Kätzin auf Zimtjunges. "Du bist wach!" "Sollen wir auf die Versammlung gehen?" Minzjunges sah ihn abwehrend an. "Als ich das Letzte mal auf deine Ideen gehört habe, bin ich mit Schock ins Lager gerannt und musste allen berichten, wie du dich einem Fuchs stellen wirst! Nein, nein, nein! Sonst kriegen wir noch Kinderstubenarrest!" "Aber...willst du nicht auch wissen, was da los ist?" Damit hatte er sie. Die Neugier siegte über die Angst und so schlichen sich die Wurfgefährten aus der Kinderstube. Sie fanden weiter unten am Felspfad einen guten Platz, um sich zu verstecken, alles zu sehen und zu hören und weder gesehen noch gehört zu werden. Einen geeigneten Platz zu finden, hatte viel Zeit in Anspruch genommen. Die versammelten Katzen riefen gerade laut: "Glutauge! Musterpelz! Nesselblatt! Glutauge! Musterpelz! Nesselblatt!" Zimtjunges wusste, was Sache war: Für ihren tapferen Einsatz waren sie Geschwister zu Kriegern ernannt worden! In diesem Moment beneidete Zimtjunges die drei, schließlich war er noch nicht einmal Schüler. Wie unfair! Zimtjunges konnte es gar nicht erwarten, bis auch er Schüler werden würde. Aber das würde noch fast sechs Monde dauern.

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    3.Kapitel
    "Minzpfote! Zimtpfote! Minzpfote! Zimtpfote!" Stolz reckte Mintpfote die Brust raus. Neben ihr spürte sie das weiche, braune Fell ihres Bruders. Sie spürte seine Euphorie, sein Glück darüber, dass sie endlich Schüler waren. "Glückwunsch!" Minzpfote drehte den Kopf. Samtpfote kam auf sie zu. Minzpfote freute sich schon darauf, mit ihrer Freundin einen Bau zu teilen...Oh. Sie zuckte zusammen, als ihr einfiel, dass sie ja Heilerschülerin war und im Heilerbau schlafen würde. Diamantsturm wartete schon mit mürrischer Miene am Rand der Lichtung. Außerdem würden Samtpfote und ihre Wurfgefährten in wenigen Sonnenaufgängen sowieso ihre Kriegerprüfung ablegen.

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