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Samtfell's Geschichte

Hier seht ihr Samtfell's Geschichte.

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    ((bold))1. Kapitel:((ebold)) Samtjunges schlug die Augen auf. Grelles Sonnenlicht stach sie hinein und sie blinzelte. Da stupste eine kräftige Pfote
    1. Kapitel:
    Samtjunges schlug die Augen auf. Grelles Sonnenlicht stach sie hinein und sie blinzelte. Da stupste eine kräftige Pfote sie in die Seite. >>Wollen wir nach draußen?<<, fragte ihre Schwester Schattenjunges und sah sie aufgeregt an. >>Nach draußen? Na klar!<< Samtjunges sauste hinter Schattenjunges her, die plötzlich vor der Kinderstube stehen blieb. Sie konnte nicht halten und purzelte über ihre völlig überraschte Schwester. >>Musste das sein?<<, fragte die verärgert, nachdem sie sich wieder aufgesetzt hatte. >>Was kann ich denn dafür, wenn du plötzlich vor der Kinderstube stehen bleibst?<<, gab Samtjunges zurück. Plötzlich rief Schattenjunges: >>Schau mal, Samtjunges! Eine Sandkuhle!<< Mit der Pfote deutete sie auf eine große Sandkuhle. Gleich daneben war ein Loch in die Erde gegraben. >>Da kann man reinrutschen! Das wird bestimmt toll!<<, quiekte Schattenjunges und rannte auf die Sandkuhle zu. >>Warte auf mich!<<, rief Samtjunges und hüpfte ihrer Schwester hinterher. Die war schon bei der Kuhle angekommen, legte sich auf den Bauch und schlitterte in die Höhle. Nun war auch Samtjunges angekommen. Sie wollte ebenfalls gerade runterrutschen, als sie von dem Loch Stimmen hörte. Neugierig hörte Samtjunges zu. >>Was machst du hier?<<, fragte eine tiefe Stimme. Die Antwort von Schattenjunges hörte sie nicht, deshalb kroch sie etwas näher an das Loch. >>Das ist mein Bau, hier schlafe ich<<, sagte gerade wieder die tiefe Stimme. Schattenjunges antwortete gerade, als Samtjunges auf dem Sand ausrutschte. Erschrocken jaulte sie auf und krallte sich in den Sand, doch er war zu weich und sie schlitterte in das Loch, neben Schattenjunges. Nachdem sie sich aufgerappelt hatte, sah sie auch, wem die tiefe Stimme gehörte: Froststern, dem Anführer des Flussclans! Er musterte sie beide mit einem belustigten Blick. Samtjunges senkte beschämt den Kopf auf die Pfoten. Wie peinlich! >>Tut mir leid, kommt nicht wieder vor<<, murmelte sie also und kletterte eilig aus dem Bau. Hinter ihr hörte sie, wie sich Schattenjungs ebenfalls entschuldigte und sich dann aus dem Staub machte. Die beiden liefen auf die Kinderstube zu, wo ihre Mutter Rauchschweif stand. >>Wo wart ihr?<<, schimpfte sie verärgert. >>Das Lager erkunden!<<, rief Schattenjunges. Samtjunges nickte wild. >>Ja! Dabei sind wir in Froststern's Bau gerutscht.<< >>Habt ihr euch entschuldigt?<<, fragte Rauchschweif. Die beiden nickten. >>Gut. Dann erkundigt jetzt weiter und sorgt dafür, dass es nicht wieder vorkommt!<< Gehorsam nickten Samtjunges und Schattenjunges und gingen wieder nach draußen. Dieses Mal machten sie einen großen Bogen um den Anführerbau und steuerten stattdessen auf einen kleinen Haselbusch zu. Bevor Samtjunges auch nur an einem Blatt schnuppern konnte, streckte eine goldgelb getigerte Kätzin ihren Kopf aus dem Busch. >>Seid ihr die Jungen von Rauchschweif?<<, fragte sie. >>Samtjunges und Schattenjunges?<< Die beiden nickten. Die Kätzin schnurrte. >>Und jetzt erkundigt ihr das Lager, oder?<< >>Ja!<<, rief Schattenjunges. >>Und vorher sind wir in Froststern's Bau gerutscht! Aber nur aus Versehen natürlich.<< Samtjunges schaute Schattenjunges böse an. Musste sie gleich alle Peinlichkeiten verplappern! Doch Schattenjunges beachtete sie nicht. Die Kätzin schnurrte wieder. >>Ich bin übrigens Honigpfote<<, stellte sie sich vor. >>Soll ich euch im Lager herumführen?<< >>Ja, gerne!<<, riefen die beiden Jungen wie aus einem Mund. Honigpfote nickte und drehte sich um. >>Das ist der Schülerbau<<, sagte sie, >>hier schlafen ich und die anderen Schüler.<< >>Wenn wir Schüler sind, werden wir auch hier schlafen!<<, maunzte Samtjunges und betrachtete den Schülerbau nun auch von innen. Die Nester lagen auf dem Boden und waren mit Moos und Farn ausgepolstert. Es sah so richtig gemütlich aus. Schattenjunges' Schnurrhaare strichen über das Moos. >>Wow<<, hauchte sie. >>Wie gemütlich das alles ist! Und schön!<< Honigpfote wirkte stolz. >>Ja<<, sagte sie und führte die beiden aus dem Schülerbau. Mit dem Schwanz zeigte sie auf einen Brombeerbusch. >>Hier ist der Kriegerbau, hier schlafen die Krieger<<, erklärte sie. >>Ich würde ihn euch gerne auch von innen zeigen, aber da drin schläft meine Mentorin Glutherz und wir sollten sie lieber nicht wecken.<< Honigpfote schnurrte. >>Aber bei Gelegenheit schleichen wir uns mal rein!<< >>Au ja!<<, rief Samtjunges aufgeregt. Nach und nach zeigte Honigpfote ihnen alle Baue. Sie besuchten den mürrischen alten Heiler Nachtnebel im Heilerbau, wo er Kräuter sortierte, und hörten sich bei Fleckenblume in Ältestenbau eine Geschichte an. Sie waren den ganzen Tag auf den Pfoten. Am Abend ließen sie sich erschöpft in die Nester fallen. >>War dieser Tag anstrengend!<<, keuchte Samtjunges und kuschelte sich an Rauchschweif's Bauch. >>Wir haben das ganze Lager erkundet<<, fügte Schattenjunges hinzu. Sie war eher aufgedreht als müde. >>Ja. Aber jetzt schlafen wir erst einmal, meine Kleinen<<, sagte Rauchschweif zu ihren Jungen. >>Gute Nacht.<< Samtjunges gähnte und schloss die Augen, dann schlief sie ein.

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    ((bold))2. Kapitel: ((ebold)) Ein paar Sonnenaufgänge spätere wachte Samtjunges ohne Schattenjunges im Nest auf. Wahrscheinlich war sie wieder bei H
    2. Kapitel:
    Ein paar Sonnenaufgänge spätere wachte Samtjunges ohne Schattenjunges im Nest auf. Wahrscheinlich war sie wieder bei Honigpfote. Die beiden hatten sich in letzter Zeit angefreundet. Samtjunges stand vorsichtig auf, um Rauchschweif nicht zu wecken, und schlich aus der Kinderstube. Tatsächlich saßen Honigpfote und Schattenjunges nebeneinander beim Schülerbau. Samtjunges überlegte, ob sie zu ihnen gehen sollte, aber die beiden wollten bestimmt keine dritte dabeihaben. Also spazierte Samtjunges ein bisschen durch's Lager. Was sollte sie tun? Gerade, als sie überlegte, ob sie sich bei Fleckenblume eine Geschichte anhören sollte, zeriss ein Schrei die Luft. >>Was ist passiert?<< Erschrocken hechtete Samtjunges zur Kinderstube, aus der der Schrei kam. Hoffentlich war es nicht Rauchschweif! Doch dann sah sie, dass es Taublüte war. Ihre Jungen kamen! Rauchschweif war schon bei der grauen Kätzin. >>Hol Nachtnebel<<, wies sie Samtjunges an. Die nickte, wirbelte herum und raste zum Heilerbau. Nachtnebel schlief noch. Sie stieß ihn mit der Pfote an und keuchte: >>Nachtnebel! Du musst kommen! Taublüte's Junge kommen!<< Sofort schlug der alte Heiler die Augen auf. Er brummelte etwas unverständliches, suchte seine Kräuter zusammen und rannte zur Kinderstube. Samtjunges folgte ihm. Hoffentlich ging die Geburt gut! Sie drückte sich in die Kinderstube und schaute Nachtnebel zu, wie er Taublüte ein paar Kräuter hinschob. >>Die musst du fressen<<, sagte er kurz. Taublüte nahm die Kräuter in den Mund und schluckte sie hinunter. Nun wandte sich Nachtnebel an Samtjunges: >>Hol draußen einen harten Stock, damit sie draufbeißen kann.<< Samtjunges nickte und sauste hinaus. Dort sah sie sich um. Vorher hatte sie doch irgendwo einen gesehen... sie erblickte einen Stock in der Nähe des Ältestenbaus. Den konnte sie nehmen! Samtjunges sauste hin, schnappte den Stock mit den Zähnen und trug ihn zur Kinderstube. >>Hier<<, meinte sie und schob Taublüte den Stock hin. Die nahm in zwischen die Zähne. Nachtnebel brummte etwas, als das erste Junge kam. >>Hilf mir Ziehen<<, wies er ihr an. Samtjunges zog, bis endlich das erste Junge draußen war. >>Leck es<<, befahl Nachtnebel ihr. Samtjunges leckte das kleine Fellbündel zwischen den Ohren. Es wimmerte leise. Samtjunges betrachtete es. Es war hellgrau mit dunkelgrauen Flecken. Seine Augen waren noch geschlossen. Als das zweite Junge kam, biss Taublüte fest auf den Stock und er zersplitterte. Schon lag das zweite Junge im Nest. Wieder schob Nachtnebel es ihr zu, damit sie es leckte. >>Eins sollte noch kommen<<, meinte er und befühlte ihren Bauch. Tatsächlich, das letzte Junge sank langsam ins Moos. >>Du kannst Taublüte die Jungen wieder geben, nun kann sie selber für sie sorgen<<, erklärte Nachtnebel ihr. Er packte ein Junges sanft am Nackenfell und trug es zu Taublüte. Samtjunges tat das gleiche. In dem Moment raschelte es am Eingang der Kinderstube und Ampferglut, Taublüte's Gefährte, streckte den Kopf hinein. >>Hat sie die Geburt überstanden?<<, fragte er atemlos. >>Alles ist gut, Ampferglut<<, beruhigte Nachtnebel ihn. >>Die Jungen sind jetzt auf der Welt, du kannst sie besuchen.<< Ampferglut's Augen leuchteten, als er sich in die Kinderstube schob und Taublüte und ihre Jungen betrachtete. >>Sie sind wunderschön<<, flüsterte er. >>Ja<<, stimmte Taublüte zu. >>Wir sollten ihnen Namen geben.<< Sie sah Samtjunges an. >>Willst du auch einen Namen auswählen? Schließlich hast du geholfen.<< >>Ja, gerne!<<, maunzte Samtjunges. Sie betrachtete die Jungen. Taublüte nickte. >>Wie wollen wir das erste Junge nennen?<<, fragte sie Ampferglut. >>Wie wär's mit Aschenjunges?<<, fragte ihr Gefährte. Taublüte nickte. >>Den Namen des zweiten Junges kannst du bestimmen<<, sagte sie zu Samtjunges. >>Danke, es ist mir eine Ehre.<< Samtjunges schaute sich die Jungen an. Das zweite, das sie benennen durfte, war hellgrau, mit einigen weißen Flecken. Es war zierlich und schlank. >>Minzjunges<<, sagte sie dann. >>Es wird Minzjunges heißen.<< >>Das ist ebenfalls ein schöner Name<<, meinte Taublüte. >>Und dann wird das letzte Wasserjunges heißen. Aschenjunges, Minzjunges, Wasserjunges.<< Sie sah zufrieden aus, sowie Ampferglut. Samtjunges wollte gerade gehen, als Taublüte sie zurückhielt. >>Noch einmal Danke, dass du bei der Geburt geholfen hast<<, sagte sie. >>Du solltest vielleicht Heilerschülerin werden.<< >>V-vielleicht...<<, murmelte Samtjunges. Dann neigte sie den Kopf vor Taublüte, Ampferglut, Aschenjunges, Minzjunges und Wasserjunges. >>Ich lass euch mal in Ruhe<<, miaute sie und tappte zu Rauchschweif's Nest. Dort rollte sie sich zusammen und schloss die Augen. Nach der ganzen Aufregung brauchte sie erstmal ein bisschen Ruhe und Schlaf.

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    ((bold))3. Kapitel:((ebold)) Samtjunges spielte mit Minzjunges Moosball. Die kleine, hellgraue Kätzin mit den weißen Flecken und dem flaumigem Fell
    3. Kapitel:
    Samtjunges spielte mit Minzjunges Moosball. Die kleine, hellgraue Kätzin mit den weißen Flecken und dem flaumigem Fell war in den letzten Monden zu ihrer besten Freundin geworden. Außerden wurde Honigpfote zu Honigblick. Gerade packte Minzjunges das Bündel, schüttelte es heftig und schleuderte es zu Samtjunges, als Froststern den Clan zusammenrief: >>Alle Katzen des Flussclans, die alt genug sind, zu schwimmen, fordere ich auf, sich unter dem Tropfenfels zu versammeln!<< Der Tropfenfels war ein großer Stein, auf dem Froststern Zeremonien und Versammlungen abhielt. Samtjunges ließ vom Moosball ab, den sie gefangen hatte, und tappte mit Minzjunges zu den anderen Katzen, die schon anfingen, sich zu versammeln. Nachdem auch Humpelfuß, ein Ältester mit gebrochenem Bein, hergehumpelt kam, begann Froststern endlich mit der Versammlung: >>Wir sind hier, um Samtjunges und Schattenjunges zu Schülern zu machen! Schattenjunges, trete bitte vor!<< Samtjunges erschrak. Rauchschweif hatte gar nichts davon gesagt! Schnell leckte sie sich das zerzauste und mit Moosfetzen bestückte Fell. So wollte sie auf keinen Fall vor dem Clan stehen. >>Schattenjunges, bis du dir deinen Kriegernamen verdient hast, wird man dich Schattenpfote nennen. Honigblick, du bist nun seit vier Monden Kriegerin. Nun bist du bereit für deinen ersten Schüler. Schattenpfote wird deine Schülerin sein.<< Mit leuchtenden Augen trat Honigblick zu Schattenpfote und berührte sie an der Nase. Es musste bestimmt toll sein, die beste Freundin als Mentorin zu sein! Samtjunges sah sich im Clan um. Wer wohl ihr Mentor werden würde? Da rief Froststern auch nun sie auf: >>Samtjunges, trete bitte vor!<< Mit wackeligen Pfoten trat Samtjunges vor den Tropfenfels. Froststern sah auf sie hinab. >>Samtjunges, Rauchschweif hat mir gesagt, dass du gerne Heilerschülerin werden willst<<, hob er an. >>Deshalb habe ich beschlossen, dass du ab heute Nachtnebel's Schülerin sein wirst. Samtjunges, bis du deinen Heilernamen erhalten ist, wird man dich Samtpfote nennen. Nachtnebel, du bist ein erfahrener Heiler. Gibt dein ganzes Wissen an Samtpfote weiter.<< Samtpfote erschrak. Sie wollte doch gar nicht Heilerin werden! Doch nun war es zu spät. Sie stolperte auf Nachtnebel zu und tauschte den Nasengruß. Nun rief der ganze Clan: >>Schattenpfote! Samtpfote! Schattenpfote! Samtpfote!<< Alle Blicke waren auf sie und Schattenpfote gerichtet. Samtpfote war etwas unwohl. Da lief auch schon Rauchschweif auf sie zu und schnurrte: >>Schattenpfote, Samtpfote! Endlich seid ihr Schülerinnen!<< Schattenpfote hüpfte bereits weg, als Rauchschweif ihr den Kopf lecken wollte. >>Honigblick zeigt mir das Territorium!<<, erklärte sie schnell, dann war sie weg. Rauchschweif wandte sich Samtpfote zu und wollte gerade etwas sagen, als Samtpfote miaute: >>Mama? Wieso hast du Froststern gesagt, dass ich Heilerschülerin werden will? Das will ich gar nicht! Wieso hast du das ihm gesagt?<< >>Wirklich, mein Schatz? Heilerschülerin zu sein ist doch ganz toll. Du kannst anderen helfen und musst nicht kämpfen. Außerdem hat Taublüte das mir gesagt, wie gut du Nachtnebel bei der Geburt ihrer Jungen geholfen hast! Ich war sehr stolz auf dich-<< Anscheinend wollte Rauchschweif noch weiterreden, aber da rief Nachtnebel: >>Jetzt komm, Samtpfote! Heute lernen wir die wichtigsten Kräuter kennen!<< >>Viel Spaß!<<, schnurrte Rauchschweif ihr zu, dann verschwand sie im Kriegerbau. Samtpfote tappte zum Heilerbau. Nachtnebel schob ihr ein Kraut zu. >>Was denkst du, was das ist?<<, fragte er. Samtpfote schnupperte. Von irgendwo kannte sie den Geruch, aber von wo? >>Ich weiß es nicht<<, gab sie niedergeschlagen zu. >>Das ist Ringelblume<<, erklärte Nachtnebel ihr. >>Es hilft gegen Rattenbisse, Wunden und Entzündungen.<< >>Ach so.<< Samtpfote sah sich im Heilerbau um und entdeckte zu ihrer Verwunderung Heidekraut. >>Wofür braucht ihr Heidekraut?<<, wollte sie wissen. Nachtnebel schnurrte belustigt: >>Das wollen viele wissen. Heidekraut ist dazu da, bittere Kräuter zu versüßen, wenn Junge sie nicht fressen wollen.<< >>Gute Idee!<<, rief Samtpfote aus. Nachtnebel nickte. >>Ja. Und das...<<, er schob ihr ein weiteres Kraut zu, >>...ist Goldrute. Hilft ebenfalls bei Entzündungen und Wunden.<< Samtpfote nickte. Da sah sie ein paar kleine Beeren. >>Das sind Wacholderbeeren, richtig?<< Sie deutete auf die Beeren. >>Ganz genau. Du lernst schnell, Samtpfote. Weißt du auch, wofür man sie verwendet?<< >>Leider nein.<< Samtpfote schüttelte den Kopf. >>Man benutzt sie, um Katzen zum einschlafen zu bringen. Mohnsamen helfen auch.<< Samtpfote nickte. >>Und noch ein letztes Kraut...<< Nachtnebel fischte eines aus einem Felsspalt. >>...das hier ist Beinwell. Bei gebrochenen Beinen macht man einen Umschlag damit und wickelt ihn um das Bein. Man muss ihn aber ständig erneuern.<< >>Das wendest du bei Humpelfuß auch an, oder?<<, erinnerte sich Samtpfote. Sie hatte einmal zugeschaut, wie der Heiler Humpelfuß behandelt hatte. >>Genau.<< Nachtnebel nickte. >>Du hast jetzt bestimmt Hunger. Hol dir etwas von Frischbeutehaufen und mir am besten auch was. Dann kannst du dein Nest einrichten.<< Samtpfote nickte und lief schnell nach draußen. Dort sah sie schon Schattenpfote am Eingang. Sie sah müde aus. Vielleicht war Heilerschülerin sein doch nicht so blöd, überlegte sie. Jedenfalls musste sie dann nicht so weit laufen...

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    ((bold))Kapitel 4:((ebold)) Zwei Monde war vergangen, seit Schattenjunges zur Schülerin und Samtjunges zur Heilerschülerin geworden war. Minzjunges,
    Kapitel 4:
    Zwei Monde war vergangen, seit Schattenjunges zur Schülerin und Samtjunges zur Heilerschülerin geworden war. Minzjunges, Wasserjunges und Aschenjunges waren nun ebenfalls Schüler, und Samtpfote gefiel die Heilerarbeit eigentlich noch ganz gut. Doch immer wieder hatte sie das Gefühl, nicht gut genug zu sein. Die Sonne schien in den Heilerbau, während Samtpfote die Kräuter zum Trocknen auslegte. Währenddessen sortierte Nachtnebel die neuen und alten Kräuter aus, wobei er sie abfragte. >>Was ist...<<, er hielt eine längliche Pflanze hoch, die oben gelbe Blüten hatte. >>...das?<<, beendete er dann den Satz. >>Das ist... äh... äh...<< Samtpfote wusste nicht weiter. >>Ähm... das ist... ich weiß es leider nicht.<< Sie ließ den Kopf hängen. >>Wirklich? Ich kenne keine Pflanze, die >Ich weiß es nicht< heißt<<, bemerkte er spöttisch und zuckte mit den Schnurrhaaren. >>Das ist Goldrute<<, klärte er ihr dann auf. >>Stimmt!<<, rief Samtpfote aus. >>Wie konnte ich das nur vergessen?<< Sie nahm ein Bündel Ringelblumen und legte sie an die Sonne. >>Mal schauen, ob du dieses Kraut kennst.<< Er angelte ein Kraut mit violetten hervor. Sie verbreitete einen süßen, angenehmen Duft. >>Nein<<, antwortete sie. Sie kannte diese Pflanze nicht. >>Das ist Katzenminze<<, erklärte Nachtnebel. >>Ist das beste Gegenmittel gegen Grünen Husten.<< Samtpfote spitzte die Ohren. >>Wirklich?<< >>Ja. Manchmal kriegen wir vom Donnerclan welche. Die haben ja genug.<< Ihr Mentor schnaubte verärgert. Samtpfote nickte. >>Was sind Symptome beim Grünen Husten?<<, wollte sie wissen. Nachtnebel überlegte kurz, dann zählte er auf: >>Fieber, Müdigkeit, und Hustenanfälle, sein Vorbote ist der Weiße Husten.<< Samtpfote überlegte. >>Fleckenblume war heute so... so müde. Sie hat auch gehustet.<< Nachtnebel erstarrte. >>Wieso hast du mir das nicht gesagt?<<, fauchte er. Dabei klang er jedoch eher besorgt anstatt wütend. Kein Wunder, Fleckenblume war seine Schwester. Erschrocken wich Samtpfote zurück. >>I-ich dachte, es sei eine normale Erkältung...<<, meinte sie. Nachtnebel eilte aus dem Bau und rannte zum Ältestenbau. Samtpfote wartete, ihr war unwohl. Mit einem mulmigem Gefühl im Bauch trat sie von einer Pfote zur anderen, und war unendlich erleichtert, als Nachtnebel wieder zurückkam. >>Fleckenblume hat Weißen Husten<<, verkündete er ernst. Die Erleichterung verschwand. Samtpfote starrte ihn entsetzt an. >>Was?<<, rief sie aus. >>Ja<<, antwortete Nachtnebel grimmig, >>das nächste Mal, wenn irgendeine Katze Symptome hat, wenn auch nur leichte, sagst du es, und zwar sofort! Verstanden?<< Samtpfote konnte nur nicken. Da ertönte ein angstvoller Schrei am Lagereingang. Nachtnebel hastete aus dem Bau, gefolgt von Samtpfote. >>Was ist jetzt wieder passiert<<, grummelte ihr Mentor dabei schlecht gelaunt. Am Lagereingang stand Honigblick, die gelben Augen weit aufgerissen. >>D-der... der Donnerclan...! Er... er greift uns an! Wir brauchen Verstärkung und unbedingt einen Heiler!<< Nachtnebel wirbelte herum und rannte zum Heilerbau. Schnell holte er sich ein paar Kräuter und fauchte Honigblick an: >>Zeig mir den Weg!<< >>U-und die Verstärkung?<< >>Die organisiert Samtpfote!<<, befahl Nachtnebel. Honigblick sah sie kurz zweifelnd an, dann rannte sie los. Samtpfote eilte in den Kriegerbau und stieß Rauchschweif, Sandfell, Ahornlicht, Goldsprenkel und Riesenklaue an. >>Folgt Honigblick's und Nachtnebel's Geruchspur!<<, flehte sie. >>Sie werden vom Donnerclan angegriffen!<< In Windeseile waren alle Krieger wach und rannten los. Kurz darauf stand das Lager völlig verlassen da. Samtpfote wusste nicht, was sie tun sollte. Da fiel ihr etwas ein: Fleckenblume! Sie sollte nachschauen, wie es ihr ging. Als Samtpfote beim Ältestenbau ankam, lag die gefleckte Kätzin in ihrem Moosnest. Ihre Flanken hoben sich schnell beim Atmen, neben ihr lag eine kaum angegessene Maus. >>Wie geht es dir, Fleckenblume?<<, fragte Samtpfote vorsichtig. >>Du siehst doch, dass es ihr schlecht geht!<<, keifte Sandbart und blickte sie aus schmalen Augen an. >>Warum tust du nichts? Du solltest etwas machen. Schließlich bist du Heilerschülerin.<< >>Ist gut, ist gut, ich hole gleich ein paar Kräuter!<<, beruhigte Samtpfote den aufgebrachten, sandfarbenen Kater. Schnell schlüpfte sie aus dem Ältestenbau und dachte nach. Was hatte Nachtnebel gesagt? Der Vorbote des Grünen Hustens war der Weiße Husten? Fleckenblume hatte doch Weißen Husten! Sie musste etwas dagegen unternehmen. Samtpfote lief panisch zum Heilerbau und durchsuchte die Kräuter. Doch sie fand keine, die gegen Husten halfen. Was hatte Nachtnebel schon wieder gesagt? Was half gegen Grünen Husten? Katzenminze! Und die... die gab es nur beim Donnerclan. Samtpfote's Herz wurde schwer, als sie daran dachte, dass sie nun alles bis zur Donnerclan-Grenze laufen musste, um dort nach Katzenminze zu fragen. Außerdem kämpften sie gerade. Dies war gerade ein schlechter Zeitpunkt, ein sehr schlechter sogar. Aber sie hatte keine andere Wahl. Samtpfote lief los, so schnell wie noch nie in ihrem Leben. An der Grenze war der Kampf bereits vorüber, nur noch Blutspuren befleckten den Boden. Und wen sollte sie jetzt nach Katzenminze fragen? Das Territorium des Donnerclans durfte sie ja nicht betreten... doch dann dachte sie an Fleckenblume, die vielleicht ihre letzten Atemzüge ihres Lebens aushauchte, daneben Sandbart, Hoffnungsblüte und Glanzblatt mit kummervollen Gesichtern. Sie musste sich beeilen! Doch woher sollte sie die Katzenminze holen? Es gab nur eine Lösung: Sie musste das Territorium des Donnerclans betreten.

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