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Hinter der Grenze

Eine kleine Warrior Cats-Fanfiction mit eine Prise Pride und einem Löffel Liebe. Gut verrühren!

    1
    Ich kannte kaum etwas anderes, als diesen Wald.
    Nie hatten sie uns über die Grenzen schlüpfen lassen. Einmal, gab es hier wohl auch andere Katzen, allerdings waren diese heute verschwunden. Genau wie mein Clan, der BrombeerClan, zerbrökelten sie langsam. Nur eben schneller, als dieser. "Kringelglanz?"
    Meine ehemalige Mentorin, Gelbwind, betrachtete mich aus der Ferne. "Verfolgst du die Spur eines fliegenden Igels, oder was machst du da?", herrschte sie mich an. Quasi alles wie immer.
    "Nein, nein!", antwortete ich, während ich schon zurück zu ihr sprang und dabei kaum Notiz von dem kleinen Ast, den ich dabei unter meinen Pfoten zum Knacken brachte. Nicht weit von mir kreischte darauf eine weitere Katze auf und Moorbrise kam mit ausgefahrenen Krallen hinter einem Gebüsch hervorgekrochen. "Du kleines Biest! Jetzt hast du die Maus verscheucht!", schrie sie. Ich rollte mit den Augen. Ich verscheuche also Beute, mh? Aber das entspannte natürlich nicht die Lage und bevor sie dazwischen gehen musste, rief Gelbwind die junge Kriegerin zu sich und Mutter und Tochter entfernten sich. Rasch drehte ich mich wieder um. Diese Situation ermutigte mich nur noch mehr. Sie hassen mich... Ich überquerte die Grenze ohne anzuhalten und preschte so weit ich nur konnte durch das unbekannte Territorium, während meine Gedanken bei all diesen kleinen Situationen hingen, die diesen Übertritt verursacht hatten. Sticheleien und Beleidigungen, meine Mutter, die mich als einzig überlebendes Junges nach einer schweren Geburt am liebsten auch weggeworfen hätte wie Beutereste und mich dementsprechend behandelt hatte. Die Blicke der Katzen, bei all meinen Verfehlungen. Dass ich noch keinen Gefährten hatte, um dem Clan Junge zu schenken.
    Fuchslänge um Fuchslänge wuchs die Entfernung zwischen mir und meinem alten Leben und da stand sie plötzlich vor mir.
    "Hallo!"

    2
    "Hallo!", rief die blau-graue Katze freundlich. Sie roch nicht nach Zweibeinern, nicht nach Krähenfraß, nicht nach Clan. Sie lebte wohl allein.
    Ganz plötzlich fragte ich mich, ob sie auch einsam war. Der Wald war groß, aber leer, wenn katze einmal von unserem Territorium absah, das beinahe überbevölkert war.
    "Hallo.", flüsterte ich, im Stillen versank ich einfach in den tiefen ihrer Meer-blauen Augen. Ihr freundliches Schnurren machte das nicht gerade besser. Ihre langen, schlanken Beine und der muskulöse Körper... Sie schien gut genährt für eine Einzelläuferin, vielleicht lag das auch daran, dass gerade Blattgrüne war.
    Eine kurze, lange Zeit schwiegen wir uns an, beide vertieft in Tagträumereien, bis sie mich wortlos aufforderte, ihr zu folgen. Einen Moment lang stand ich nur da und verstand die Welt nicht mehr, doch dann eilte ich ihr hinterher. Ich wäre dich töricht gewesen, wäre ich einfach weggelaufen.
    Sie führte mich durch einen schmalen Dornentunnel auf eine winzige Lichtung, die Bäume hoch oben verschränkten die Äste und die Blätter warfen tanzende Schatten auf den weichen Boden.
    Am Rande dieses kleinen Lagers hatte sie ein einziges Nest gebaut. Ich warf nur einen kurzen Blick darauf, bevor mein Blick zuerst zurück zu den Ästen und der langsam untergehenden Sonne und dann zu dem Eichhörnchen zu ihren Pfoten huschte, das sie gerade hinter einem Büschel Farn hervorgeholt hatte. Sie winkte mich heran und immer noch schweigend aßen wir.

    Ihr Name war Krümmel und als sie mich nach meinem fragte, antwortete ich nur mit "Kringel".
    Sie stupste mich spielerisch in die Seite und ich rollte theatralisch weiter. Das Thema Herkunft war, genau wie die Beute, schnell gegessen.



    3
    Manchmal sind es die Momente, in denen wir unsere eigenen Grenzen, physisch und psychisch, überschreiten um unser Glück zu finden.
    Wir müssen nur anfangen.



    Ich wollte nie zurück. Gemeinsam mit Krümmel, der schönsten Kätzin im Wald, fühlte sich jede Blattlehrenacht nach Wärme und Geborgenheit an. Und die Katzen, die ich einmal Familie genannt hatte, verblassten zu Schatten in meinem Kopf. Hin und wieder mal da und dann verschwunden.
    Es war Krümmel, die immer an meiner Seite blieb. Beständig und sicher.






    ♡♡♡







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