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Achtung! Dies ist nur ein Teil einer Fortsetzungsgeschichte. Andere Teile dieser Geschichte

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Forgotten stories Teil 3 - Ein Warrior Cats Schreibwettbewerb

Da die ersten beiden Teile der "Reihe" forgotten stories ausgestorben sind oder die 100-Kapitel-Grenze überschritten haben, habe ich mich entschlossen, einen dritten Teil zu erstellen. Natürlich mit der Erlaubnis der Erstellerin. Hierbei handelt es sich um einen Warrior Cats Schreibwettbewerb, schaut gerne mal vorbei!

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    Wie ich es bereits in der Einleitung erwähnte, ist dies hier ein Schreibwettbewerb, in dem sich alles um Warrior Cats dreht. Falls ihr Fans der Buchr
    Wie ich es bereits in der Einleitung erwähnte, ist dies hier ein Schreibwettbewerb, in dem sich alles um Warrior Cats dreht. Falls ihr Fans der Buchreihe seid und/oder gerne Fanfiktions schreibt, dann seid ihr hier genau richtig.
    Es gibt für jeden Monat ein anderes Thema, welches ich mir aussuche bzw. anhand der Vorschläge der Mitglieder ermittle. Dazu schreibt ihr dann eine Kurzgeschichte mit 5-8 Kapiteln. Diese Grenze ist nicht Grundlegend, ihr könnt auch mehr oder weniger Kapitel schreiben, es sollte insgesamt jedoch nicht zu kurz bzw. lang sein.

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    Die Regeln
    1. Ich glaube, ich muss nicht erwähnen, dass ihr nicht für euch selbst stimmen dürft.
    2. Jeder hat eine Erst- und eine Zweitstimme. Dementsprechend zählt eure erste Stimme doppelt so viel wie die zweite.
    3. Natürlich sollte eure Story zum vorgegebenen Thema passen.
    4. Beleidigt keine anderen Mitglieder und helft Neulingen, sich einzufinden.
    5. Seid bitte nicht ungeduldig, wenn ich es nicht immer am richtigen Datum schaffe, die Gewinner und das neue Thema bekannt zu geben.
    6. Selbstverständlich gehören Rechtschreibung, Grammatik und Absatzsetzung (was für ein Wort xD) auch zu einer guten Geschichte.
    7. Nach am Vorletzten Tag des Monats sollte eure Story spätestens fertig sein, die Gewinner werden am letzten Tag bekannt gegeben.
    8. Ab dem 20. Tag eines Monats darf man abstimmen.

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    Das Thema für den Monat Mai:

    Magie

    Da es sich von der Mehrheit der Mitglieder(aus Teil 2) gewünscht wurde, schreiben wir diesen Monat zu dem Thema. Es sollte um einen Clan oder eine einzelne Katze gehen, die über magische Kräfte verfügt. Welche, das ist euch freigestellt, nur bitte, bitte seid kreativ! Es zeugt nicht von Fähigkeit, wenn wir am Ende des Monats zehn Geschichten mit einer geflügelten Katze als Hauptperson haben. Natürlich ist das auch eine Variante von Magie und ich werde eure Stories auch aufnehmen, wenn ihr so eine Fanfiction schreibt, doch glaube ich nicht, das euch allgemein die klischeehaftesten aller klischeehaften Magischen Kräfte in der Story viele Stimmen einbringen werden.
    Ob euer Hauptcharakter der einzige mit einer besonderen Fähigkeit ist, ob alle diese besitzen oder ob der Protagonist vielleicht der einzige ist, der magisch unfähig ist, das bleibt euch überlassen.

    Also, viel Spaß beim schreiben und lesen der Stories!

    Übersicht der Teilnehmer und ihrer Stimmen:
    Luffy124:
    Aeris:

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    (Noch kein Titel) - von Luffy124

    "Ach ja, ist das so?", miaute sie, mit gehässigen Gesichtsausdruck über ihm stehend. Sein Blut tropfte von ihrem Maul. Sie hatte ihn bereits mehr als einmal gebissen. "Fr... Frost...", krächzte er. "Frost, Frost", ahmte sie ihn gelangweilt nach. "Es reicht! Ihr habt mich gehasst und verachtet! Und nun werde ich es euch heimzahlen!" Und dann gab sie ihm den tödlichen Biss.

    (Auszug aus der Geschichte)

    PROLOG

    "Alle Schüler herkommen! Es geht los!" Dunkelsterns Stimme schien durchs ganze Lager zu hallen, und noch nie hatte sich Frostpfote so sehr gefreut, sie zu hören. Heute würden alle Schüler im Alter von neun Monden mit ihren Mentoren und der Anführerin zum Mondstein reisen, um dort ihren Kriegernamen und eine magische Kraft zu empfangen. Frostpfote war so aufgeregt! Was für eine Kraft würde sie wohl bekommen? Und wie würde sie heißen? Schnell gesellte sie sich zu ihren beiden Schwestern Blütenpfote und Regenpfote. Auch Rußpfote und seine Schwester Blattpfote waren schon da. Dunkelstern vergewisserte sich, dass alle da waren, und lief dann los, gefolgt von den Mentoren an den Seiten ihrer Schüler. Der Mondstein war nicht mehr so weit entfernt, seit der magische Clan von den anderen Clans weggezogen war, da diese irgendwann aus Neid auf die Kräfte dieses Clan einen Krieg angefangen hätten. Und so hatten sie den Mondstein auch bald erreicht. Einer nach dem anderen schlüpfte in die Höhle. Nachdem sie eine Weile einem engen, dunklen Gang gefolgt waren, standen sie vor dem Mondstein. Regenpfote war die Erste. Nicht ohne einen gewissen Respekt legte sie sich mit der Nase am Mondstein hin und schloss die Augen. Zuerst geschah nichts, doch dann traf ein Mondstrahl durch das Loch in der Decke ihr Fell und es leuchtete mit einem fast übersinnlichen Glanz auf. Im nächsten Moment riss Regenpfote die Augen auf. Dann leuchteten ihre Schultern auf und zum Staunen aller brachen Flügel daraus hervor. Regenpfote schaute über die Schulter und bestaunte ihre neuen Flügel, die die gleiche dunkelbraun getigerte Farbe wie ihr Fell hatten. Sie ging zu Dunkelstern, welche ihr die Schnauze auf den Kopf legte und ein paar Worte in einer fremden Sprache murmelte. Das war eine Art Zauberspruch, den alle Anführer aufsagten, wenn jemand Krieger wurde und seine magische Kraft bekam. "Vom heutigen Tage an wirst du Regenschatten heißen!", rief Dunkelstern dann aus und die neue Kriegerin gesellte sich zurück zu ihren Freunden und Geschwistern. Blütenpfote war die Nächste. Bei ihr lief alles genauso ab, sie wurde eine Wasserbändigerin und erhielt den Namen Blütenschweif. Rußpfote trat vor. Kurz darauf hieß er Rußkralle und konnte Gedanken lesen. Und Blattpfote wurde zu Blattherz und konnte Eis kontrollieren und erzeugen. Nun war nur noch Frostpfote übrig. Mit etwas zitternden Beinen trat sie zum Mondstein, legte sich mit der Nase daran hin und machte die Augen zu. Sie wartete ab. Nichts. Noch ein bisschen länger warten, dachte sie sich, es wird schon etwas passieren. Doch es kam immer noch nichts. Kein SternenClan erschien, keine Magie flutete durch ihren Körper, kein Mondstrahl traf ihr Fell. Frostpfote öffnete die Augen. Sie fühlte in sich hinein, aber es hatte sich nichts verändert. "Was...", setzte sie an, aber als sie die erschrockene Miene von Dunkelstern sah, schwieg sie lieber. Stille. Eine Stille von der Sorte, bei der man fühlte, dass sie Unglück brachte. Man hätte jedes Steinchen fallen gehört, so ruhig war es in der Mondsteinhöhle. Und dann drehte sich Dunkelstern einfach um und verließ die Höhle, gefolgt von den Mentoren und den vier frisch ernannten Kriegern. Frostpfote lief hinterher, und als sie draußen waren, rannte sie los, bis sie Dunkelstern eingeholt hatte. "Dunkelstern! Was ist los? Warum habe ich keine Kraft bekommen?" Doch Dunkelstern tat, als wäre Frostpfote gar nicht da. Die weiße Schülerin ließ sich zurückfallen und lief neben ihrem Mentor her. "Steinwolke! Weißt du, warum ausgerechnet ich keine Kraft bekommen habe?" Aber auch Steinwolke schwieg. "Weiß es denn überhaupt jemand? ... Irgendjemand?", das letzte Wort murmelte sie nur noch leise vor sich hin.
    Im Lager sprang Dunkelstern auf den Hochstein und gab die neuen Namen von Blattherz, Rußkralle, Regenschatten und Blütenschweif bekannt und wer welche Kraft erhalten hatte. Frostpfote ließ sie einfach aus. Die Weiße spürte die Blicke der anderen auf ihrem Fell. Sie begannen zu tuscheln. Wahrscheinlich darüber, warum sie nicht genannt wurden war. "Leider gibt es unter uns eine nichtmagische Katze, die dem SternenClan und seiner Magie nicht würdig zu sein scheint!", rief Dunkelstern und Frostpfote hob den Kopf. "Frostpfote! Hiermit verbanne ich dich aus unseren Reihen! Sollte dich morgen nach Sonnenhoch noch jemand in unserem Territorium antreffen, erteile ich ihm hier und jetzt die Erlaubnis, dich umzubringen! Und nun geh!" Frostpfote starrte ihre Anführerin an. Das konnte sie doch nicht ernst meinen! Bestimmt war das hier alles nur ein Alptraum, den Frostpfote wegen ihrer Aufregung in der Nacht, bevor sie zum Mondstein reiste, hatte! Ja ja, ganz sicher. Das hier konnte doch niemals real sein... "Ich sagte GEH!", fauchte Dunkelstern und endlich realisierte Frostpfote, dass das hier tatsächlich wirklich zu sein schien. Wie im Trance drehte sie sich um und trottete aus dem Lager. Mit gesenktem Kopf lief sie immer weiter, einfach geradeaus. Aber das hier konnte einfach nicht real sein! Warum hatte ausgerechnet sie keine Kraft bekommen? Und nun verachtete ihr Clan sie. Es war alles so schnell gegangen. Frostpfote hatte gar keine Zeit gehabt, sich wütend, traurig oder sonst irgendwie zu fühlen. Doch nun kochte die Wut in ihr hoch und sie begann zu rennen. Mit ihren neun Monden würde sie ja wohl alleine zurecht kommen! Ihre Sprünge wurden immer größer, sie rannte immer schneller und so hatte sie bald den Waldrand erreicht. Einen Moment lang blieb Frostpfote stehen. Doch dann setzte sie eine Pfote über die Grenze. Ihr Clan wollte sie nicht mehr haben, sie war frei! Sie brach keine Regel damit, über die Grenze zu gehen. Ein Grinsen schlich sich auf Frostpfotes Gesicht. Es gab nun überhaupt keine Regeln mehr, die sie brechen könnte.


    KAPITEL 1

    Seit ein paar Tagen streunte Frostpfote nun durch die Gegend. Sie hatte beschlossen, ihren alten Namen, den sie mit ihrer Clanvergangenheit verband, zu vergessen, und sich nur noch Frost zu nennen. Frost war mal hierhin, mal dorthin gelaufen und hatte doch immer noch das Gefühl, dass sie sich im Kreis drehte. Eines Tages, als sie gerade jagen gewesen war und eine leckere, frische Maus verputzt hatte, hörte sie eine Stimme hinter sich. "Hey! Du da! Was machst du auf unserem Gebiet?" Frost drehte sich um und sah einen kleinen, schwarzen Kater hinter sich stehen. "EUER Gebiet?", miaute sie abwertend. "Jetzt hör mir mal gut zu, das hier ist die Wildnis, und die ist für alle da!" Der Kater legte den Kopf schief. "Schlagfertig also. Das gefällt mir." "Was meinst du denn damit?", fragte Frost. Der Kleinere bedeutete ihr, sich zu setzen. "Wir sind eine Gruppe von nichtmagischen Katzen, die aus dem magischen Clan verbannt wurden sind", erklärte er. "Ich auch", rief Frost aus. "Ich weiß", er lächelte. "Und noch nicht so lange allein unterwegs, nicht wahr? Der Clangeruch an dir ist noch ziemlich deutlich." Frost zuckte zusammen. Sie hatte vollkommen vergessen, sich in irgendeinem stark riechenden Kraut zu wälzen, damit sie nicht mehr nach Clan roch! Sein Lächeln wurde zu einem Grinsen. "Man nennt mich Blacky, ehemals Schwarzpfote. Und du bist?" "Frost. Früher Frostpfote", stellte sich Frost vor. "Willst du zu uns gehören?", fragte Blacky nach einer kurzen Pause. "Wir planen schon länger, den Clan anzugreifen, aber es fehlt...", er dachte kurz nach, "sowas wie das entscheidende Etwas. Und ich denke, dass du das mitbringst. Also?" Frost nickte. "Ich werde mit euch kämpfen", sagte sie. "Sehr gut!", miaute Blacky und stand auf.
    Er führte sie eine Weile über eine Wiese, dann durch Schlamm, der Frosts weißes Fell dunkelbraun färbte - eine Art Tarnung, wie Blacky erklärte, die alle helleren Katzen in der Gruppe trugen, damit sie im Unterholz nicht zu sehen waren. Sie liefen auf einem schmalen Pfad zwischen Dornenbüschen hindurch. Die Dornen stachen Frost, und als Blacky sah, wie sie ihr Gesicht verzog, lachte er bloß. "Das ist nur ein kleines bisschen von dem, was du im Kampf erleiden wirst. Glaubst du etwa, der Clan wird seine Kräfte nicht einsetzen?" Seufzend folgte Frost ihm weiter. Schließlich erreichten sie eine alte Eiche. Blacky legte seine Stirn an den Stamm. "Passwort?", fragte eine Stimme und der Schwarze zog seine Stirn zurück. "Peto intromitti", sagte Blacky und es knarzte, als der Stamm ein Loch freigab, das gerade einmal groß genug für eine Katze war. Blacky drehte sich zu Frost. "Wir ändern das Passwort einmal pro Woche... zur Sicherheit, weißt du. Falls Clankatzen vorbeikommen und wissen, dass hier ein Eingang ist." Frost nickte. Blacky quetschte sich in den Gang und sie folgte ihm. Nachdem sie eine Weile gelaufen waren, rief Blacky plötzlich "Achtung, Stufe!" Dann sprang er irgendwo hinunter. Frost blieb am Ende des Ganges erst einmal stehen und schaute staunend auf eine Höhle, von der noch andere Eingänge abgingen. "Wer ist das, Blacky?", fragte eine schwarzweiß gescheckte Kätzin. "Das ist eine weitere gabenlose Katze, die der Clan verbannt hat! Ihr Name ist Frost", erklärte Blacky. Frost nickte freundlich in die Runde. "Na, wenn das so ist!", miaute die Gescheckte. "Ich bin Sally! Früher nannte man mich Fleckenpfote, aber diese Zeiten sind vorbei!" "Nacht", stellte sich ein Kater vor, der Blacky sehr ähnelte. "Mein Bruder", erklärte Blacky Frost. "Er redet nicht viel. Früher hieß er Nachtpfote." Die anderen Katzen stellten sich Frost auch vor. Sie hießen Flocke, ehemals Schneepfote, Rain, ehemals Tropfenpfote, Lora, früher Traumpfote und Lea, Sallys Schwester, die früher Fischpfote hieß. Des weiteren gab es noch ältere Katzen, die schon länger in der Gruppe waren; Blüte, Flockes Mutter (die Gabenlosigkeit schien in der Familie zu liegen), Rauch, früher Schmutzpfote, Yin und Yang, sie waren schildpattfarbene Zwillinge, die früher Sonnenpfote und Nesselpfote genannt wurden. Dann führte Blacky Frost herum. Hinter dem ersten Höhleneingang lagen ein paar Schlafnester, ebenso hinter dem zweiten. "Such dir eins aus, das keinen Geruch an sich hat", sagte Blacky lächelnd. Hinter dem Höhleneingang in der Mitte lag ein klarer Teich zum Trinken und der Frischbeutehaufen. Der vierte führte in eine Höhle, bei der man richtig sah, dass sie unter der Erde lag. Wurzeln, wahrscheinlich jene, die zu dem Baum über ihnen gehörten, schlängelten an den Wänden aus Erde entlang und irgendwie sah es schön aus. "Was ist das für ein Ort?", miaute Frost. "Pssst!", machte Blacky. "Leise. Hier lebt unsere älteste Katze. Sie ist sehr weise und ersetzt quasi den SternenClan für uns... ihr Name ist Miracle, damals hieß sie Wunderherz. Sie ist die einzige Katze mit einer Gabe in unserer Gruppe, aber der Clan hat sie trotzdem verbannt, weil sie glaubten, dass sie den Zweiten Anführer umgebracht hat. Was natürlich nicht stimmt. Jedenfalls ist sie dann hergekommen, hat den Baum mit ihrer Magie verzaubert, dass er einen nach dem Passwort fragt, und dann hat sie diese Höhlen hier mit ihren eigenen Pfoten erschaffen. Sie begann, Katzen ohne magische Kräfte zu sich zu holen und sie zu pflegen, denn damals wurden diese noch schlimm verletzt und dann vor den Lagerausgang gelegt, in der Hoffnung, irgendein wildes Tier möge sie holen und fressen." "Wie schrecklich", flüsterte Frost betroffen. "Jedenfalls", fuhr Blacky leise fort, "wurden die Katzen immer mehr, und irgendwann entstand diese Gruppe hier." "Blacky, mein Junge. Du bist es. Ich sehe dich. Und wer ist die hübsche, weiße Fremde?" "Woher...", murmelte Frost. "Das ist ihre Gabe", sagte Blacky lächelnd. "Sie sieht und erkennt Katzen auf eine weitere Entfernung als normal. Und sie kann in die Zukunft sehen." Der schwarze Kater führte Frost in eine Ecke der Höhle, die von dicken Ranken geschützt war. Dahinter saß eine blaugraue Kätzin mit einem leichten silbernen Schimmer um die Schnauze, das wohl einzige Anzeichen auf ihr Alter. Sie stand auf. "Hallo Miracle", grüßte Blacky und rieb seinen Kopf an ihrem. "Das ist Frost. Auch sie wurde aus dem magischen Clan verbannt, weil sie keine Gabe besitzt." Frost nickte der alten Kätzin zu und diese lächelte. "Ich sehe eine glorreiche Zukunft bei dir, Frost... doch durch einen winzigen Fehltritt könnte es sein, dass deine Zukunft das Gegenteil von glorreich wird..." "Erzähl doch mit immer sowas, Miracle!", sagte Blacky, "wir werden den Clan angreifen! Und wir werden erfolgreich sein und endlich unsere Kräfte bekommen!" Er sagte das betont fröhlich, doch an seinem Gesicht konnte Frost erkennen, dass auch er Bedenken bezüglich des Angriffs hatte. Es war eben nicht sehr einfach, mit einer kleinen Katzengruppe einen viel größeren und noch dazu magisch begabten Clan anzugreifen. Blacky stupste sie an und die beiden verließen die Höhle wieder. In der fünften der insgesamt sechs Höhlen war eine Art Versammlungsraum und in der sechsten war Wasser. Blacky erklärte, dass sie diese Höhle nicht nutzen konnten, weil sie auch nicht wussten, was sich hinter dem Wasser befand. Dann führte er Frost in eine der Schlafhöhlen und bot ihr das Nest neben ihm an. Nach und nach kamen auch ein paar der anderen Katzen, und schließlich waren alle Nester besetzt. In der Höhle neben ihnen war es ruhig. Die Katzen dort schliefen wohl schon, es dauerte nicht lange, bis die Katzen in Frosts Höhle und sie selbst es auch taten.

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    Dorn der Dunkelheit - von Aeris

    Prolog:

    Sie raste durch den Wald, so schnell ihre Pfoten sie trugen. Das wütende Jaulen des Monsters war zu hören, nur wenige Schwanzlängen hinter ihr. Wehmütig dachte sie an ihre kleine Schwester Sprenkelpfote und bereute alles, was sie ihr je angetan hatte. Sie war wütend auf sich selbst, auf ihre Leichtgläubigkeit und ihre Naivität, aber sie wusste, es war aus. Sie konnte dem Monster in sich selbst nicht entrinnen, dass sollte die Strafe des Sternenclans sein. Die Strafe für alles, was sie je getan hatte. Sie blickte nach oben in den dunklen, bewölkten Nachthimmel, an dem ein großer Blutmond hing. Wie passend dachte sie knurrend. Schuldgefühle machten sich in ihr breit. Hatte ihr Clan ohne Krieger eine Chance? Würden sie überleben, wenn der Sternenclan über sie wachte? „Ach Sternenclan! Ich bereue meine Taten, ich bereue alles, was ich je getan habe!“, schrie sie. Doch der Sternenclan erhörte sie nicht. Zu viel Leid hatte sie über den Feuerclan gebracht. Zu viele Katzen hatte die junge Kriegerin auf dem Gewissen. Schon setzte das Monster zum Sprung an. Das sollte ihre Strafe sein, und sie hatte sie mehr als verdient...

    Kapitel 1:

    Dornenpfote lag im Schülerbau. Bald ist es vorbei! Dachte sie grimmig. Es dauerte nur noch wenige Tage, dann fand ihre Kriegerzeremonie statt. Gelangweilt stand sie auf und trat ins Freie. Schon auf den ersten Blick erkannte sie Wolkenfall, den wunderhübschen, jungen Krieger, mit dem sie sich bald einen Bau teilen würde. Sie freute sich schon sehr auf die Zeremonie, sie konnte es kaum noch erwarten. Sie hatte es satt, immer nur als Schülerin herumkommandiert zu werden. „Dornenpfote, bring das hier zum Ältestenbau!“ „Dornenpfote, Bachfrost braucht dringend neue Scharfgabe für Seelendunst, sei so gut und hol ihr etwas, ja?“ Pah! Nach der Zeremonie konnte sie tun und lassen, was sie wollte, und das hatte sie auch vor. Niemand aus dem Clan kannte ihre wahre Identität, ihr wahres Ich. Niemand, bis auf Sprenkelpfote. Wann immer es möglich war, versuchte sie ihrer kleinen Schwester das Leben zur Hölle zumachen. Und das gelang ihr auch ziemlich gut. Dornenpfote war eine gute Kämpferin, dass war überall bekannt. Kein Schüler wagte es, sich gegen sie zu stellen. Sprenkelpfote war die unbeliebteste Katze des Clans. Trost fand sie nur bei ihrer Mentorin Bachfrost, und diese war Dornenpfotes erstes Ziel. Dornenpfote wusste nicht einmal, warum sie sich gerade ihre einzige Schwester ausgesucht hatte. Vielleicht, weil sie so schwach und klein war, und sich nicht wehren konnte. Vielleicht bot sie auch einfach ein so leichtes Ziel. Jede noch so kleine Bemerkung fühlte sich für diese wirklich winzige Katze an, wie ein Stich ins Herz. Vielleicht bekam sie von ihrer Mutter Wüstenblume für Dornenpfotes Geschmack einfach zu viel Aufmerksamkeit, bevor sie „an grünem Husten“ starb. Niemand wusste die Wahrheit. Dornenpfote, damals noch Dornenjunges, hatte sie vergiftet. Es gab viele Gründe dafür und da Dornenpfote keine Gelegenheit ausließ, um Sprenkelpfote vor dem ganzen Clan bloß zu stellen, tuschelten alle heimlich über sie, machten Scherze und lachten leise, wenn sie vorbeilief. Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte sie bei Bachfrost. Sie redeten nicht über das Thema, nie. Sprenkelpfote gab sich Mühe beim Lernen und versuchte alles andere zu vergessen. Bachfrost bekam natürlich auch mit, wie unbeliebt ihre Schülerin war und wie sehr jeder Satz von ihrer Schwester Dornenpfote und ihrem Bruder Seelenpfote, der Dornenpfote treu ergeben war, schmerzte.

    Kapitel 2:

    Sprenkelpfote war gerade im Heilerbau, wo sie ihrer Mentorin half, die Kräuter zu sortieren. Sie war eine ziemlich begabte Heilerin und lernte sehr fleißig. Doch ihr Herz war bitter. Sie sehnte sich nicht nach Rache, sie wollte ja nicht, dass Dornenpfote bestraft wurde, aber etwas mehr Zuneigung hätte zur Abwechslung auch nicht geschadet. Die Nacht war fast vorbei, sie hatten sehr lange gearbeitet und waren komplett erschöpft. Plötzlich stürmten Dornenpfote und ihr Mentor Minzschweif herein. Sie trugen Seelenpfote, der einige Kratzer auf dem Rücken trug und scheinbar nicht bei Bewusstsein war. Sprenkelpfote warf einen kurzen Blick auf die tiefen Kratzer und schon suchte sie einige Kräuter heraus. „Sehr gut!“, schnurrte Bachfrost müde und stupste sie an. Dann ging sie zurück zu Seelenpfote. Sprenkelpfote folgte ihr mit den Kräutern. „Na, darf das kleine Hauskätzchen seine erste Beute nach Hause tragen? Oh... Sie hat Kräuter gefangen, wie süß!“, jauchzte Dornenpfote ihr leise ins Ohr, auch wenn ihre Stimme etwas seltsam klang, und Sprenkelpfote drehte sich weg, damit sie ihre Tränen nicht sah. Wehmütig dachte sie an die Zukunft als Heilerin. Sicher würde es dann nicht besser werden. In Gedanken versunkten strich sie den zubereiteten Kräuterbrei auf die Wunde. „Was ist überhaupt passiert?“, fragte Bachfrost dann. „Ich dachte erst an Dachs oder Fuchs, aber die Spuren sind zu tief“, überlegte sie. Dornenpfote zuckte zusammen, während ihr Mentor erklärte, dass sie nicht wussten, was es für ein Tier war. Ziemlich groß, lange und scharfe Krallen und spitze Zähne. Sein glänzendes, nachtschwarzes Fell hatte ihn mit den Schatten verschmelzen lassen, sodass er, wenn man nicht genau hinsah, komplett unsichtbar war. Seine Augen waren rot. Nicht rot wie ein Fuchs, was bei manchen Tieren ja tatsächlich vorkam, nein. Rot... wie Blut!

    Kapitel 3:

    „Alle Katzen die alt genug sind, um ihre eigene Frischbeute zu erlegen, mögen sich hier Versammeln!“, rief Zimtstern, der Anführer. Dann wartete er einen Moment, bis sich alle versammelt hatten und fuhr fort: „Eine unserer Schülerinnen ist bereit, eine Kriegerin zu werden. Dornenpfote, tritt vor. Minzschweif, hat deine Schülerin genug gelernt, um eine Kriegerin zu werden?“ Minzschweif nickte und schnurrte wohlwollend. „Sehr gut“, fuhr Zimtstern fort. „Dann bitte ich nun meine Ahnen, auf diese Schülerin herabzusehen. Dornenpfote, versprichst du, dich an das Gesetz der Krieger zu halten und deinem Clan auf ewig treu zu bleiben?“ Mit Mühe konnte Dornenpfote sich ein dämonisches Grinsen verkneifen und antwortete mit einem „Ja, natürlich. Ich verspreche es“. „Hervorragend. Dornenpfote, von nun an wirst du Dornenrose heißen. Der Sternenclan ehrt deine Kraft und deine Geschicklichkeit. Und nun Seelenpfote. Trete vor.“ Zimtstern wiederholte die Zeremonie und schließlich bekam Seelenpfote den Namen Seelenschatten. Alle fuhren zusammen, als es in diesem Moment blitzte. Auf einmal stand eine Katze vor Zimtstern. Ihr Fell war schwarz, aber dennoch fast durchsichtig. Ihre Augen leuchteten gefährlich. "Feuerclan, hört mir zu", sprach sie mit lauter Stimme. "Ich habe eine Prophezeiung für euch:

    Ein Monster der dunkelsten, finstersten Nacht,
    in mutigsten Herzen die Angst entfacht,
    Aus dem Schatten der Dunkelheit es stammt,
    Zum ewigen Leben und Töten verbannt,
    lebt es jeden Abend, bis zum ersten Licht,
    In jeder Nacht eine Seele erlischt.
    Die Hoffnung verloren, so scheint es nun,
    ihr könnt nichts dagegen tun.
    Der Clan wird zerstört, das Feuer verglüht
    Der Dorn ist das Dunkel, keine Blume mehr blüht."


    Dann zischte erneut ein Blitz durch die Luft, die Sternenkatze war fort und alle waren wie erstarrt. Einige blickten hinauf zum Himmel, es begann zu regnen. Der Rest blickte ängstlich zu Zimtstern, der seinen Clan besorgt musterte. Der Clan wird zerstört, das Feuer verglüht ging ihm durch den Kopf. Ihr könnt nichts dagegen tun. War das das Ende des Feuerclans? Sprenkelpfote, die ziemlich weit Abseits stand, war die einzige, die starr zu Dornenrose blickte. Sie ahnte, was die Prophezeiung bedeutete, doch es fiel ihr schwer, daran zu glauben. Sie verschwand wieder im Heilerbau, um nachzudenken. Sie verbrachte den Rest des Tages dort und auch als es Abend wurde, ging sie nicht. Bachfrost legte sich schlafen und riet ihrer Schülerin, auch bald zu gehen. Es wurde später, aber Sprenkelpfote konnte nicht schlafen.
    Dornenrose und Seelenschatten lagen glücklich und mit einem selbstsicheren Grinsen im Kriegerbau und Dornenrose wartete darauf, dass alle Krieger schliefen. Es dauerte eine Weile, doch als es schließlich so weit war, stand sie auf und ging hinaus. Als sie mit Minzschweif und Seelenpfote jagen war und sie sich aufteilten, waren ihr drei Katzen erschienen. Wutstern, Trauerstern und Angststern. Sie stellten sich als Anführer des Waldes der Finsternis vor. Das kam Dornenrose gerade recht, denn sie plante ihren ersten richtigen... Rachefeldzug? Konnte man es so ausdrücken? Sie wusste es nicht. Wutstern, ein großer, muskulöser Kater mit schwarzem Fell, gab ihr Tipps. Er hatte viel Temperament und wurde, passend zu seinem Namen, sehr schnell wütend. Trauerstern war eher klein und schwach, ihr Fell war grau getigert und ihre Krallen waren die längsten, die Dornenrose je gesehen hatte, aber ihr Name passte nicht zu ihr. Sie war aufgeweckt und fröhlich, dafür aber in keinem Maße freundlich. Vor Angststern fürchtete sie sich ein wenig. Er war ein großer Kater, nahezu gewaltig! Sein Fell war schwarz und vollkommen vernarbt und seine Augen leuchteten blutrot. Doch sie hatten ihr nur helfen wollen. Sie wollten dem Sternenclan eins auswischen. Das hatten sie Dornenrose erzählt und ihr dann eine Gabe verliehen. Sie hatte nun die Kraft, sich im Dunkeln zu verdoppeln, doch ihr zweites ich war anders. Es war eine Art Mischung aus den drei Anführern, denen sie begegnet war. Es glich eher einer Art Berglöwe mit langen, scharfen Krallen. Seine Augen glichen denen von Angststern. Sein Fell war schwarz wie die Nacht und die langen Krallen hatte er wohl von Trauerstern. Da es zu diesem Zeitpunkt kurz vor dem Sonnenaufgang war, hatte sie es gleich ausprobiert, doch das Wesen hatte seinen eigenen Willen und es war blutrünstig, wie sie noch nichts zuvor gesehen hatte. Sie war ihm gefolgt und hatte gesehen, wie es Seelenschatten angriffen hatte. In dem Moment war die Sonne aufgegangen und das Monster verschwunden. Seelenschatten hatte von dem Angriff drei riesige Narben mitgenommen und er humpelte. Heute Nacht schlich sie sich in den Wald. Sie merkte nicht, dass Seelenschatten sie verfolgte und beschwor ihr zweites ich hervor. Sie gab sich Mühe, ihn zu kontrollieren und bisher sah es auch nicht schlecht aus. Seelenschatten war sowohl überrascht, als auch entsetzt, als er das Monster sah, welches ihn angegriffen hatte. Und dann auch noch gemeinsam mit Dornenrose, seiner dämonischen Schwester! Er hatte es schon immer gewusst und, wenn er ehrlich sein sollte, hatte er Sprenkelpfote immer lieber gehabt als sie. Er wollte sich nur nicht zum unbeliebtesten Kater des ganzen Clans machen. Dornenrose schlich sich mit dem Monster ins Lager zurück und betrachtete den Heilerbau, in dem Bachfrost schlief. Sie wusste es nicht, aber ihre Schwester war ebenfalls noch dort und dachte nach. Unwissend ließ Rose, wie sie sich selbst seit der Zeremonie nannte, Dorn zum Heilerbau gehen. Die Prophezeiung hatte sie dazu inspiriert. Sie wollte Bachfrost verletzen, warum wusste sie selbst nicht wirklich. Aus Rache für nichts? Aus... Spaß?

    Kapitel 4:

    Sprenkelpfote saß im Heilerbau auf ihrer Moosmatte, die hier immer für sie bereitlag und lauschte durch die Nacht. Hatte sie sich das nur eingebildet? Da, schon wieder! Ein leises Fauchen, dann wieder Stille. Ihre Nackenhaare stellten sich auf. Irgendetwas huschte dort draußen durch das Lager. Sie hatte nicht den Mut nachzusehen, wahrscheinlich waren es nur zwei Katzen, die im Lager patrouillierten, oder? Sie wollte gerade Bachfrost wecken, als ein großer Schatten in die Höhle fiel. Sie stieß ein leises Wimmern aus. Augen tauchten in der Dunkelheit auf. Sie versuchte, einen Schrei zu unterdrücken und kauerte sich flach auf das Moosbett, damit das Monster sie nicht entdeckte. Dann war nichts mehr zu sehen. Man hörte leise Pfotentritte und scharfe Krallen, die über den Steinboden schrammten. Und da war noch so ein Geruch. Ein Geruch, der ihr nur zu bekannt vorkam. „Dornenrose?“, fragte sie leise, musste an die Prophezeiung denken und wusste gleichzeitig, dass sie einen Fehler gemacht hat, als blutrote Augen eine Schwanzlänge vor ihr wie aus dem Nichts erschienen. Sie schrie erschrocken auf. Rose hörte den Schrei und erschrak. Was machte ihre Schwester mitten in der Nacht noch im Heilerbau? Sie verband sich mit Dorn und sah aus seinen Augen Sprenkelpfote, die dicht in die Ecke gekauert wimmerte. Noch war sie unverletzt, aber wahrscheinlich nicht mehr lange. Auch Seelenschatten stürzte, so schnell er mit seiner Verletzung konnte, zum Bau. Rose versuchte, Dorn zu Bachfrost zu lenken, doch er hörte nicht auf sie. Sie hörte Bachfrosts Wutschrei, als sie sich auf den Eindringling stürzte. In diesem Moment riss die Verbindung und Rose bekam nicht mehr mit, was geschah. „Dornenrose!“, knurrte Seelenschatten und warf ängstlich einen Blick in den Bau, bevor er kehrtmachte und zu Zimtsterns Bau zu laufen.
    Er musste den Clan warnen! Sprenkelpfote wusste, im Gegensatz zu Rose, was im Bau geschah. Mit ihrem Schrei hatte sie Bachfrost geweckt, die den Eindringling angriff, obwohl er mehr als doppelt so groß war, wie sie selbst. Sprenkelpfote wollte ihr helfen. Als sie genug Mut beisammenhatte, sprang sie ebenfalls auf ihren Angreifer los und bis ihm ins Bein. Der Eindringling stolperte durch die Höhle, starrte mit seinen blutroten Augen auf Bachfrost und schüttelte sich. Nach einiger Zeit verlor sie den Halt und flog gegen die Wand. Kräuter rutschten von ihren Plätzen, aber darauf achtete sie nicht mehr. Bachfrost wollte sich aufsetzen, doch schon sprang Dorn auf sie und zerfetzte ihr Fell. Blut spritzte und Bachfrost schrie gequält auf. „Nein!“, rief Sprenkelpfote nur. Sie konnte es nicht mit ansehen und doch musste sie es. Tränen liefen durch ihr Fell und sie wusste, sie hatte keine Chance gegen ihn. Da kamen die Krieger in den engen Bau gestürzt, aber mehr als drei auf einmal passten nicht hinein. Sie sahen den Eindringling an und entdeckten Bachfrost, oder was noch von ihr übrig war. Auch Dornenrose drängelte sich durch die Krieger und ihr Blick fiel auf Sprenkelpfote, die sich an Dorns Vorderbein geklammert hatte und entsetzt auf ihre Mentorin blickte. Die Krieger stießen Schreie aus, einige ergriffen die Flucht. Auch Rose wollte fortlaufen, aber sie wurde von Minzschweif festgehalten. „Du gehst nirgendwohin!“, knurrte er und sie wusste, dass sie keine Chance gegen ihren Mentor hatte. Nach und nach griffen die Krieger an. Da immer nur drei oder vier Kämpfer hineinkonnten, konnten sie nicht gemeinsam angreifen. Einen nach dem anderen tötete Dorn und Rose fing an zu weinen. Sprenkelpfote, die sich immer noch an sein Vorderbein klammerte, sah aus nächster Nähe, wie ihre Clankameraden getötet wurden und auch sie selbst war ganz und gar von Blut bedeckt. Irgendwann lies sie los. Sie wollte weg von hier, doch die Krieger, die im Höhleneingang standen, blockierten ihr den Weg. Als Dorn sie bemerkte, sah er sie verwundert an. Vielleicht, weil sie komplett von Blut bedeckt war, oder weil er sich fragte, was eine Schülerin hier zu suchen hatte. Dann, nachdem er noch zwei ihrer besten Krieger getötet hatte, griff er sie an. Sie konnte nur knapp ausweichen und schlüpfte unter seinen Bauch, wo sie ihn überall biss und kratzte, wo sie rankam. Der Boden war bereits von Leichen und abgetrennten Körperteilen bedeckt, Was die ganze Sache erschwerte. Sie sah aus den Augenwinkeln, dass ihrem älteren Bruder gerade ein Bein abgerissen wurde und ihr wurde übel. Sie wusste, dass die Ältesten, Jungen, Königinnen und Schüler gerade von Zimtstern in Deckung gebracht wurden. Sie hoffte es jedenfalls. Nur noch wenige Krieger waren am Leben. Dornenrose stand mit starrem Blick am Höhleneingang und die Prophezeiung war nun klar. Wie konnte sie nur? Fragte Sprenkelpfote sich. Dann waren die restlichen Krieger verschwunden. Sprenkelpfote lag erschöpft zwischen den Leichen der Krieger. Sollte sie sich totstellen? Sie entschied sich dagegen, als ihr Blick auf die fast zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leiche ihres Bruders fiel. Eine Wut ergriff sie, die sie noch nie erlebt hatte. Es war das erste Mal in ihrem Leben, dass sie Rache verlangte. Sie sprang auf, sah den schockierten Blick in dem Gesicht ihrer Schwester und sprang mit einem großen Satz auf den Rücken des Monsters. Sie hielt sich mit den Krallen fest und spürte, wie sie sich in Dorns Leib bohrten. Sie biss in sein Genick, aber sie hatte keine Ahnung vom Kämpfen. So drehte sich Dorn im Kreis, um sie mit den scharfen, blutüberströmten Zähnen von seinem Rücken zu reißen. Sie rutsche langsam herunter und dabei zogen sich tiefe Ritzen in Dorns Haut. Dann fiel Sprenkelpfote herab, der Blick des Monsters richtete sich auf sie und sie stieß ein Wimmern aus. Rose sah sie nur an. Gerne hätte sie Dorn umgebracht, oder irgendetwas anderes gemacht um ihrer kleinen Schwester zu helfen, doch vor Schock konnte sie sich nicht bewegen. Dann hörte sie Sprenkelpfotes qualvollen Aufschrei und dann Stille. Sie sah, wie Dorn die Leiche ihrer Schwester in winzige Stücke fetzte und eine eisige Furcht ergriff ihr Herz. Da konnte sie ihre Beine wieder bewegen. Sie drehte sich um und lief in den Wald so schnell sie konnte. Das hatte sie nicht gewollt. Wutstern hatte sie angelogen. Sie hörte den rasselnden Atem von Dorn. Sie rannte um ihr Leben, doch sie hatte keine Chance...

    6
    Da im Mai zu wenige Stories eingesendet wurden, können wir für diesen Monat leider keinen Gewinner festlegen. Trotzdem danke an alle Teilnehmer, die sich die Mühe gemacht haben, eine Geschichte zu schreiben.

    7
    Das Thema für den Monat Juni:

    Behinderte oder fehlgebildete Katzen

    Es wurde sich gewünscht, daher lautet das Thema des Monats Juni so.. Es sollte eine behinderte Katze in euer Story vorkommen, egal ob blind, taub, oder einfach nur an einigen Stellen fehlgebildet, das ist euch freigestellt. Es kann auch eine andere Behinderung sein. Eure Geschichte sollte sich darum handeln, wie die Katze mit ihrer Behinderung klarkommt und evtl. auch, wie der Clan damit umgeht. Es muss allerdings auch nicht der Protagonist sein, der eine Behinderung hat. Ihr könnt auch darüber berichten, was unterschiedliche Katzen über Behinderungen/Fehlbildungen denken. Ich denke mal, ihr kommt ganz gut klar. Ich will euch jetzt auch nicht konkret vorschreiben, was ihr tun sollt.

    Ich wünsche euch einen guten Monat und viele Ideen!

    Übersicht der Teilnehmer und ihrer Stimmen:
    Luffy124: ||||
    Silberschwinge/Tauschatten:
    Klettkralle =^.^=:
    *Sonnenflug17*: ||||
    Blattwind: ||||| ||
    Nordwind^^:
    Snow:
    Nebelgeist: ||

    8
    (Noch kein Titel) - von Luffy 124

    PROLOG

    "Nochmal", sagte der Heiler ruhig, aber innerlich fürchtete er um das Leben der Königin. Sie hatte schon viel Blut verloren. Schließlich legte er sich neben sie. "Ich helfe dir", erklärte er nur und sie nickte unter Schmerzen. Bei der nächsten Wehe drückte er sich gegen die Wölbung an ihrem Bauch und schob sie in Richtung Ausgang. Und tatsächlich: kurze Zeit später kam ein kleines Junges auf die Welt. "Ein Wunder", flüsterte der Heiler leise, als er bemerkte, dass die Königin trotz des hohen Blutverlustes noch lebte. Er wandte sich seinem Schüler zu, der die ganzen Zeit mit großen Augen am Eingang gesessen und zugesehen hatte. "Kurzpfote", sagte er halblaut und der kurze Schweif des Schülers zuckte. "Holst du bitte Spinnweben und Blätter?" "Natürlich", flüsterte Kurzpfote und verschwand. Kurz darauf kam er wieder, mit Kräutern bepackt und mit dem Vater des Jungen, Eisstern, im Schlepptau. Federteich, die Mutter, wurde von dem Heiler versorgt und schloss erschöpft die Augen. "Äh... Blaubeerpelz? Könntest du mal schnell herkommen?", vernahm der Heiler plötzlich die Stimme seines Schülers. Er warf einen Blick auf Federteich, um sich zu vergewissern, dass es ihr gut ging, dann drehte er sich um. "Ja? Was ist denn, Kurzpfote?" Der Schüler starrte das Junge unentwegt an. "Es... ist vielleicht doch nicht alles gut gelaufen", erklärte er langsam. Und da sah Blaubeerpelz es selbst. Es war nicht nur ein Junges. Es waren zwei. Aber zwei in einem. Sie waren verbunden. Eisstern war neben Kurzpfote getreten und sah auf seine Töchter, wie Blaubeerpelz kurz danach feststellte, herunter. "Nein", murmelte er. "Was habe ich getan, dass der SternenClan mich so bestrafen muss?" Während Kurzpfote Eisstern zu beruhigen versuchte, erinnerte Blaubeerpelz sich auf einmal an einen seltsamen Traum von vor ein paar Nächten. Katzen hatten im Kreis gesessen und immer wieder geschrien - sie hatten das Wort "Janus" geschrien. Wenige Nächte später träumte Blaubeerpelz von seiner verstorbenen Mentorin Weißwolke, die ihm etwas von einer "Januskatze" erzählte und dass diese kommen würde. Was eine Januskatze überhaupt war, hatte sie jedoch nicht gesagt. Blaubeerpelz wurde klar, dass diese beiden Jungen eine Januskatze sein mussten. Es waren zwei Katzen im Körper von einer. Blaubeerpelz erwachte aus seinem Nachdenken. Eisstern war weg. "Tut mir leid", keuchte Kurzpfote, "er ist einfach gegangen!" Federteich öffnete die Augen halb und lächelte. "Du hättest Kurzpfote sehen müssen, Blaubeerpelz. Er wollte Eisstern unbedingt aufhalten, damit wir auf dein Urteil warten könnten..." Kurzpfote senkte verlegen den Blick. Mittlerweile hatten die beiden Jungen angefangen, nach der Muttermilch zu suchen. Federteich zog sie zu sich. "Ich werde sie nicht verstoßen", erklärte sie und sah liebevoll zu ihnen. "Eisstern kann tun und lassen was er will. Ich werde mich um unsere Jungen kümmern." Sie verzog das Gesicht, als sie das Wort unsere aussprach. Eisstern war bestimmt nicht der beste Vater. Er wollte gesunde, starke Jungen. Blaubeerpelz war sich sicher, dass diese beiden stark waren - Eisstern war nur zu blind, um ihr Potenzial zu erkennen. "Wie sollen sie heißen?", erkundigte er sich. "Blütenjunges - nach meiner Schwester." Federteichs Schwester Blütennase war von einem Monster überfahren wurden. "Und Glanzjunges. Ihr Fell glänzt so hübsch." Blaubeerpelz nickte. "Schöne Namen. Ich und Kurzpfote gehen wieder zum Heilerbau, wenn es dich nicht stört..." Federteich nickte. "Die armen Jungen", sagte Kurzpfote auf dem Weg zu dem Bau, den die beiden teilten. Blaubeerpelz nickte. "Sie werden es nicht leicht haben."

    KAPITEL 1

    "Ganz ruhig!", versuchte Federteich die beiden zu trösten. "Versucht es einfach noch einmal. Ich bin mir sicher, ihr werdet in nullkommanichts schnell wie der Wind rennen können!" Blaubeerpelz, der zur Sicherheit, falls etwas geschah, am Rand der Trainingskuhle saß, seufzte leise. Niemand hatte Blütenpfote und Glanzpfote unterrichten wollen, deshalb hatte ihre Mutter es einfach selbst übernommen. Gerade übten sie das Rennen. Das war ziemlich schwierig, denn schon als die Schwestern das Laufen gelernt hatten, welches sie immer noch nur recht ungeschickt beherrschten, hatte sich herausgestellt, dass Glanzpfote die rechte Vorder- und Hinterpfote kontrollieren konnte und Blütenpfote das andere Paar Pfoten. Irgendwann hatten sie es geschafft, ein paar Schritte zu machen, stolperten aber immer noch ziemlich häufig. "Sehr gut!", rief Federteich und riss Blaubeerpelz damit aus seinen Gedanken. Und tatsächlich, die beiden schafften es, beide Vorderbeine vorzusetzen und dann die Hinterbeine nachzuziehen, sodass sie sich in Sprüngen fortbewegten. Doch kurz darauf fielen sie auch schon wieder auf die Nase. Doch Glanzpfote und Blütenpfote standen wieder auf. Das konnten sie schon ziemlich gut. Sie ließen sich so gut wie nie unterkriegen. Zum Glück.
    Später döste Blaubeerpelz vor seinem Bau. Es war nichts los und er hatte sich und Kurzpfote eine Pause gegönnt. Der Schüler lag neben ihm in der Sonne und schnurrend befürchtete Blaubeerpelz, dass er vielleicht einen Sonnenbrand bekommen würde. Da hob der Schüler langsam den Kopf und riss gähnend das Maul auf. "Blaubeerpelz?", murmelte er. "Habe ich etwas verpasst?" Der Heiler schüttelte den Kopf. "Nein, keine Sorge. Niemand ist hergekommen, um Hilfe zu erbitten." Kurzpfote nickte zufrieden und die beiden sahen zu, wie Bienenjunges lachend einem Schmetterling hinterhersprang und Riesenpelz sich beschwerte, als das Junge ihr auf den Schweif trat. Aber Blaubeerpelz sah, dass die Älteste trotzdem lächelte. Jede Katze im Clan war einst ein verspieltes, übermütiges Junges gewesen, und beinahe jeder war schon einmal aus Versehen jemandem auf den Schweif oder auf die Pfote getreten. Auch Riesenpelz, und deswegen war die große Kätzin nicht wütend. Blütenpfote und Glanzpfote hatten sich im Schülerbau hingelegt, und Blaubeerpelz hatte sie daher schon länger nicht mehr gesehen. Er dachte sich auch nichts dabei.

    KAPITEL 2 - Kurzpfotes Sicht

    Die Sonne war warm an diesem Tag. Sie machte Kurzpfote schläfrig. Er war gerade dabei, wegzudämmern, als ihn ein bestimmter Geruch jäh wieder aus dem Halbschlaf riss. Kurzpfote hob aprubt den Kopf, seine Ohren schnellten in die Luft. "Blaubeerpelz -", aber der Heiler hatte es längst bemerkt, und er sprach das aus, was Kurzpfote dachte: "Feuer!" Sämtliche Katzen im Lager sprangen verschreckt auf. Eisstern streckte den Kopf aus seinem Bau. "Feuer? Wo?" Blaubeerpelz sah es als Erster. Im Wald hinter dem Lager loderten bereits helle Flammen empor. "DonnerClan, versammelt euch!", rief Eisstern und innerhalb eines Schwanzschnippens hatte sich der ganze Clan um ihn herum verteilt. "Los!", schrie der Anführer und alle rannten los, ihm hinterher. Kurzpfote wollte schon lossprinten, da hielt Blaubeerpelz ihn zurück. Pure Furcht stand im Gesicht des Älteren. "Blütenpfote und Glanzpfote", sagte er nur. Kurzpfotes Blick richtete sich auf den Schülerbau. Er lag so, dass die Flammen ihn als erstes erreichen würden. Federteich stand mit angsterfülltem Blick davor. Dann rannte sie hinein. "Federteich!", schrie Blaubeerpelz. Die Flammen erreichten den Bau. "Federteich", krächzte Blaubeerpelz erneut. Da kam die Kätzin aus dem Bau gerannt, das weiße Fell rußverklebt. Kurzpfote fielen tausend Steine vom Herzen, als er die Zwillinge hinter ihr erkannte. Diese starrten mit panisch aufgerissenen Augen um sich. "Wir können doch nicht rennen", flüsterten sie. Blaubeerpelz diskutierte nicht lange. Er legte sich hin und nickte in Richtung seines Rückens. "Aufsteigen", kommandierte er. Die Schwestern sahen Federteich an, welche schnell nickte. Also kletterten die beiden etwas unbeholfen auf den Rücken des Heilers und dann rannte dieser auch schon los, gefolgt von seinem Schüler und der Mutter der Schwestern. Sie mussten sich sehr beeilen, aber letztendlich holten sie den Clan doch noch ein, der schon ein ganzes Stück Vorsprung hatte. "Da seid ihr ja endlich", knurrte Eisstern, als sie eintrafen. Ohne auf eine Antwort oder sonst eine Reaktion zu warten, lief er wieder an die Spitze der Gruppe und es ging weiter. Kurzpfote, Federteich und Blaubeerpelz tauschten einen Blick, dann sprinteten sie ihren Clan hinterher.
    Sie waren den ganzen restlichen Tag unterwegs, doch plötzlich gab es einen Ruck und alle blieben stehen. Kurzpfote wäre fast an die Katze vor ihm gestoßen. "Was ist denn los?", miaute der Schüler überrascht. "Warum geht es nicht weiter?" Er blickte hinter sich. Sie hatten das Feuer weitestgehend abgehängt, aber es war nur eine Frage der Zeit, bis es sie wieder einholte. Bäume leiteten Feuer wie sonst nichts. Federteich, die an der Spitze des Clans mitgelaufen war, kam mit großen Augen zu ihnen nach hinten gelaufen. "Der Wald ist zu Ende!", sagte sie. "Wie, zu Ende? Ich dachte immer, es gäbe nur Wald auf der Welt", Kurzpfote klang überrascht. Blaubeerpelz schnurrte belustigt, aber eigentlich war Kurzpfotes Aussage verständlich. Er war im Wald aufgewachsen und hatte nie etwas anderes gekannt. Da lief Eisstern aber schon weiter und Kurzpfotes Pfoten berührten zum ersten Mal kein Unterholz, sondern eine taunasse Wiese. Natürlich kannte er Gras. Aber so viel Gras auf einer Stelle war etwas anderes. Schließlich hatten sie die Wiese passiert. Dann kam ein rauschender Fluss und dahinter war noch eine Wiese. Weiter hinten konnte man etwas verschwommen Berge erkennen. Eine Weile lief der Clan am Fluss entlang, um einen Weg zu finden, ihn zu überqueren. Irgendwann begann die Sonne unterzugehen, und da stoppte Eisstern.

    KAPITEL 3

    "Dann müssen wir eben schwimmen", knurrte der Anführer. "Aber die Strömung ist viel zu stark", sagte die Zweite Anführerin Blitzrose erschrocken. Er drehte sich um und musterte sie drohend. "Für dich vielleicht." Dann war er auch schon in den Fluss gesprungen und paddelte, so gut es ging. "Eisstern!", rief Blitzrose. "Komm raus! Du wirst abgetrieben werden!" Er hörte nicht; doch wie durch ein Wunder schaffte er es, sich an einer Wurzel am anderen Ufer festzukrallen. Und dann geschah es. Ein kleiner Moment zum Verschnaufen, ein Moment der Unachtsamkeit, und es riss Eisstern fort. "Eisstern!", schrien einige Katzen auf. Viele sprinteten los, ihm am Ufer so gut es ging hinterher. Sie konnten ihm bis zu einem Wasserfall folgen. Dort stürzte er hinunter. "Eisstern?", miaute Blitzrose fast tonlos. Alle starrten mit angehaltenem Atem in den kleinen See, in den der Wasserfall mündete. Da tauchte Eisstern wieder auf! Blitzrose kletterte mit ein paar Sprüngen zu dem See hinunter und zog ihn am Genickfell aus dem Wasser. Regungslos lag er auf der Seite. "Blaubeerpelz!", rief die Zweite Anführerin den Heiler. Dieser setzte die Schwestern oben ab und kletterte vorsichtig zu ihr. "Bitte... lebt er noch?", murmelte Blitzrose und in ihren grünen Augen sammelten sich die ersten Tränen. Blaubeerpelz horchte an der Brust des Anführers. Dann dreht er sich zu Blitzrose und schüttelte bedauernd den Kopf. Eisstern hatte sein letztes Leben verloren. Die Schwarze senkte den Blick. Blaubeerpelz blickte hoch. Eine weitere Katze, eine Schildpattfarbene, hatte sich aus der Gruppe gelöst und trat an Blitzroses Seite, um sie zu trösten. Es war Nesselfluss, ihre beste Freundin. Blaubeerpelz zog Eisstern ein wenig zur Seite und begann, eine Kuhle auszuheben, um ihn zu begraben. Bald war Kurzpfote neben ihm, um zu helfen. Als die beiden Medizinkatzen fertig waren, trat eine Katze nach der anderen heran und erwies dem großen weißen Kater die letzte Ehre.
    Sie hatten Eisstern begraben und waren wieder unterwegs. Eine Stille hing über dem Clan, wie es noch nie eine gegeben hatte. Die Schüler schwatzten nicht mehr, die Krieger plauderten und berieten sich nicht mehr, die Jungen tanzten nicht mehr hüpfend aus der Reihe. Niemand sagte etwas, und wann immer jemand es tat, kam es den anderen und vor allem ihm selbst wie ein Bruch eines nicht existierenden Gesetzes vor. Über Blitzrose war man gespaltener Meinung. Die einen, besonders jüngere Katzen, sahen sie bereits als Blitzstern, also als Anführerin, an, andere sagten, sie müsse erst vom SternenClan neun Leben verliehen bekommen, und einigen war alles egal. Sie liefen lange, und irgendwann taten Kurzpfote die Pfoten weh. Er ging zu Blitzrose und miaute etwas kraftlos: "Wo gehen wir hin? Wann sind wir da?" Sie strich ihm seufzend mit ihrem Schweif über den Kopf. "Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich ziehen wir ins Gebirge. Dort sind wir sicher vor jeglichem Feuer - es gibt kaum Bäume." Dann lief sie weiter und Kurzpfote fiel wieder zurück. Rasch war er wieder an Blaubeerpelz' Seite - schlauer war er nicht geworden, was ihm nicht gefiel. Der dunkelgraue Heiler trug gerade die Schwestern. Er wechselte sich mit Federteich ab, sie zu tragen. "Was hast du erfahren?", Glanzpfote sah ihn neugierig an. Ihre Schwester war eingeschlafen. "Nicht viel", seufzte Kurzpfote. "Nur dass wir ins Gebirge gehen. Vermutlich." Die Kätzin sah ihn erschrocken an. "Und wie sollen Blütenpfote und ich da zurechtkommen?" Der Heilerschüler richtete den Blick gen Himmel. "Weiß es der SternenClan", murmelte er. Dann sah er sie wieder an. "Wir müssen euch eben klettern beibringen." Er überlegte. "Hast du von unseren Vorfahren gehört? Unter ihnen war einst eine Katze namens Lichtherz. Sie hat bei einem Kampf gegen Hunde eine Hälfte ihres Gesichts verloren." Glanzpfote riss die Augen auf. "Wirklich?" "Ja", nickte Kurzpfote, "aber sie hat nicht aufgegeben! Zusammen mit ihrem Gefährten hat sie eine eigene Jagd - und Kampftechnik entwickelt. Das heißt, ihr beide könnt das auch schaffen, ihr könnt alles schaffen, wenn ihr nur die richtige Taktik anwendet."

    9
    Von einer verdrehten Pfote, Liebe und Eifersucht - von Silberschwinge/Tauschatten

    PROLOG:
    Erleichtert atmete der schwarz-weiße Kater auf.”Du hast es geschafft, Teichwolke”, sagte er zu der Kätzin neben ihm.An ihrem Bauch wand sich ein kleines Junges.”Danke Wieselbart!”, miaute sie dankbar.Doch der Kater hörte nicht zu.Er starrte auf das Junges, besser gesagt auf die winzigen Pfoten.”Seine Hinterpfote...sie ist verdreht...”
    Teichwolke starrte ebenfalls schockiert auf ihren Sohn.In dem Moment kam ein kleiner Schüler mit einem braun-schwarzen Kater herein.”Dornenstern, das ist dein Sohn”, meinte Wieselbart zu dem größerem.”Wir könnten ihn Funkenjunges nennen”,überlegte Teichwolke.Ihr Gefährte nickte glücklich und öffnete schon das Maul, dann fiel sein Blick auf die verdrehte Pfote.Er drehte sich abrupt um und verließ den Bau.Der Schüler wollte in schon zurückholen, aber sein Mentor hielt ihn zurück:“Lass gut sein, Hasenpfote“
    Teichwolke blickte ihm düster nach, wante sich dann ihrem Sohn zu, schob ihn an ihren Bauch, wo er sein plattes Gesicht in ihr Fell drückte.“Wenn Dornenstern ihn nicht will, ist es so.Ich werde mich um ihn kümmern”, verkündete sie ihnen.Wieselbart nickte:”Das ist die richtige Einstellung “

    1. KAPITEL:
    Windpfote blickte über die Lichtung und sah Nebelpfote und Humpelpfote beim Frischbeutehaufen.Bei Funkenjunges Ernennung hatte sein eigener Vater ihm den Namen Humpelpfote gegeben.Der Anführer wollte nichts mit seinem Sohn zutun haben.Das ging sogar so weit, dass er behauptete, er hätte keine Junge und auch keine Gefährtin. Teichwolke hatte er ebenfalls ignoriert. Windpfote seufzte auf und blickte noch einmal verliebt zu Humpelpfote, dann drehte sie sich um und suchte ihren Mentor Mondlicht.Plötzlich trat Humpelpfote hinter sie.”Hallo Windpfote.Wir haben lange nicht mehr geredet.”, sagte er.”D-Das s-stimmt“, stammelte die Kätzin.“Verdammt, warum immer wenn er hier ist?“, dachte sie verärgert.“Wir könnten heute Nacht zusammen auf die große Versammlung gehen.“, schlug er vor.“Mit Nebelpfote war ich schon die letzten zwei Male“Er zuckte mit einem Ohr.Windpfotes Herz machte einen kleinen Hüpfer, als sie schnurrte:“Sehr gerne, Humpelpfote“Der Kater berührte Windpfotes Ohr kurz mit dem Schwanz, als Nebelpfote rief:“Kommst du, Humpelpfote?“
    „Ich komme, Nebelpfote!“, bekam sie als Antwort und der braune Kater humpelte eilends zu ihr.Bevor Nebelpfote Humpelpfote in den Wald folgte, warf sie Windpfote einen giftigen Blick zu

    10
    Noch kein Titel - von Klettkralle =^.^=

    Prolog:

    Sie wusste nicht, wie. Wie nur? Wie sollte sie es schaffen, sich alleine um ein Junges zu kümmern, was derart krank ist? Sie konnte nicht mehr. Gab auf. Was sollte sie sonst auch tun? Sie war schon so lange eine Introvertierte Kätzin, seit der Clan... Nun ja, zurück zu kehren war auf jeden Fall keine Option... Für SIE auf jeden Fall nicht... Sie blickte auf ihr kleines Junge, ein Fellknäuel, unter dem Man gerade noch so die Augen erkannte. Kleine, Schwache, Augen. Ein Junges mit geborgter Zeit, außer man kümmerte sich nicht um es. Dann, wäre es tot. Und sie selbst? Auch nicht besser. Besser es endete mit einem Happy End, als mit zwei bettelnden Schwächlingen... Also, los geht's. Und so machte sie sich auf zum Lager.

    Sonnenhoch kam, und die Krieger fanden eine Tote Kätzin und ein Kleines, schwaches, mach Milch bettelnden Junges.

    11
    Noch kein Titel - von *Sonnenflug17*

    Prolog
    Eine leise Stimme drang in meine Gedanke, noch unverständlich, doch sie kam näher und mit jedem Wort wurde sie deutlicher. Ein wispern, zunächst schein es keine Bedeutung zu haben, doch je öfter mich das Wispern mich heimsuchte, desto vertrauter kam es mir vor. Es war beruhigend. Angenehm. Als hätte ich Gesellschaft. Oder vielmehr Besuch, ja Besuch. Freudige Erregung drang bei diesen Gedanken durch meinen Körper, wie lang würde es dauern bis dieser,, Besuch,, wieder kam? Meistens kam sie Nachts, wenn ich mich in mein Nest gelegt hatte und draußen alles in tiefe Dunkelheit verschlungen stand, dann wenn nur der Mond noch auf war, kam die Stimme und besuchte mich.

    1.Kapitel
    Kastanienwolke trabte über die Lichtung, ihre Pfoten wirbelten den trockenen Sand der Lichtung auf. Ihr Blick richtete sich auf den Anführerbau. Mit hoch erhobenem Kopf lief sie zielstrebig auf den Eingang zu.,, Abendstern? Kann ich rein?" ihre Stimme hallte durch den Bau, er schien leer zu sein, doch gerade als sie sich umdrehen wollte blitzte ein paar neugierig funkelnder Augen auf.,, Herein" erklang die Stimme ihres Anführers. Kastanienwolke tappt langsam in den Bau, sie blinzelte ein paar mal, wegen der ungewohnten Umgebung. Vor ihr zeichnete sich Abendstern braun geschecktes Fell in seinem Nest ab. Mit ruhigen Zungenstrichen fuhr seine Zunge über die Pfote.,, Was gibt's?" fragte er seine Tochter. Kastanienwolkes` Antwort ließ ihn verblüfft gucken:,, Ich hab Durst Papi." Wie ein kleines Junges krabbelte sie unbeholfen über den Nestrand ihres Vaters.,,Ähm Kastanienwolke?" fragte er seine Tochter,, Geht's dir gut?",, Papi wann darf ich meine Erste Frischbeute essen?" fragte Kastanienwolke ihren Vater mit großen, runden Augen.,, Kastanienwolke erinnerst du dich nicht? Du hast sogar schon Elster und Habicht gegessen..." erstaunt schaute Abendstern seine sonst so erwachsene Tochter an, plötzlich schaute ihn Kastanienwolke an:,, Natürlich weiß ich das!" blaffte sie ihn an und tappte aus dem Nest.,, Nun, wes wegen bist du gekommen?" leicht stammelnd fragte Abenstern dies seine Tochter.

    2. Kapitel
    ,, Was hat sie denn?" fragte Abenstern eindringlich, dennoch leise Kräuternase.,, Ich hätte eine Idee, muss mich aber vorher vergewissern das ich richtig liege, wie lang ist der Tod von Sprenkeljunges und Himmelslicht jetzt her?" fragte der Heiler. Abendstern antwortete zögernd:,, Hmm… ich schätze so zwei Monde.",, Und wann ist das passiert wo sie sich benommen hat wie ein Junges?",,Äh ich glaube einen halben Mond später..." antwortete Abendstern schockiert.,, Ich glaube mein Verdacht hat sich gerade ein Stück mehr bestätigt. Wir müssen ein paar Tests außerhalb des Lagers machen..." raunte Kräuternase Abendstern zu.,, Na gut, wenn du meinst." willigte Abendstern ein.

    3. Kapitel

    Nach einiger Zeit verließen Kräuternase an der Spitze, dann Kastanienwolke und dahinter Abendstern das Lager. Schließlich hielt Kräuternase auf einer Lichtung.,, Gut, Kastanienwolke, bitte setz dich." sagte der weise Heiler. Kastanienwolke ließ sich entspannt nieder. Die Sonne funkelte durch die Blätter des Waldes und die Lichtstrahlen sorgten für eine angenehme Wärme.,, Also gut" Kräuternase warf Abendstern einen letzten Blick zu, ehe er sich voll und ganz auf Kastanienwolke konzentrierte.,, Wie viele Mahlzeiten braucht ein gesundes Junges?" fragte er. Blitzschnell schoss die richtige Antwort aus Kastanienwolke heraus. Kräuternase warf Abendstern einen vielsagenden Blick zu, nach ein paar weiteren Fragen entließ Kräuternase Kastanienwolke.,, Standen sich ihre Mutter Himmelslicht und sie sehr nahe." fragte Kräuternase Abendstern schnell.,, Ja... sie haben nie gestritten." antwortete Abendstern, mit Sehnsucht ihn der Stimme.,, Und sie und Sprenkeljunges?" fragte der Heiler weiter.,, Auch, sie hatten immer viel Spaß zusammen.",, Ich fürchte das Kastanienwolke eine gespaltene Persönlichkeit besitzt... sie hat drei Persönlichkeiten, sie vermisst Sprenkeljunges und Himmelslicht sehr, seit dem Unfall hatte sie eine Art Trauma, weshalb sie die Persönlichkeiten der beiden angenommen hat, ich fürchte ein Heilung würde ewig dauern und es gibt keine Garantie das es wirkt. Sie könnte dabei ein zweites Trauma erleiden."

    4. Kapitel
    Kastanienwolke trabte munter durch den Wald, sie verfolgte einen bunten Schmetterling. Hinter Büschen und Bäumen schlängelte sich Abendstern entlang. Unbemerkt folgte er seiner Tochter durch das Dickicht. Schließlich hielt Kastanienwolke an einem Bach um zu trinken. Abendstern sprang blitzschnell hinter dem Baum hervor und rannte mich ausgefahrenen Krallen auf se zu. Kastanienwolke hörte schnelle, sich nähernde Schritte, sie drehte sich um und erblickte Abendstern vor sich, der auf sie zu sprang.,, Hallo Papi!" begrüßte sie ihn freudig.,, Weißt du wo Mama ist?" Abendstern achtete nicht auf diese Worte und packte sie hart am Nacken:,, Aua! Das tut weh!" maunzte sie.,, Egal, ich kann keine Tochter gebrauchen, die nicht stark genug für diese Welt ist.",, Aua! Papi bitte lass mich los!" schrie Kastanienwolke.


    12
    Noch kein Titel- von Nordwind^^

    Prolog:
    Es herrschte Stille. Unangenehme Stille. Peinliche Stille. Alle Augen wandten sich zu dem jungen Schüler und ein ungläubiges Murmeln ging durch die Menge. Er hörte sie alle. Jeden einzelnen. Und er hasste es, angestarrt zu werden - auch wenn er deren Blicke nur spüren konnte. Langsam senkte der Kater seinen Kopf und seine ausdruckslosen Augen ruhten auf dem Boden. Das Murmeln wurde lauter. Einige Katzen des Flammenclans blickten beschämt zur Seite, während manche Katzen des Tigerclans anfingen zu spotten. Doch der Flammenclan-Anführer räusperte sich daraufhin nur und warf dem Tigerclan einen eisigen Blick zu. Doch dieser verfiel nur in ein lautes Gelächter. Der junge Schüler spürte, wie sein Pelz anfing zu brennen, als sein Name erneut gefallen war. Er saß abseits von seinen Baugefährten, da diese wussten, dass so etwas passieren würde, weshalb sie sich bei der großen Versammlung lieber von ihm fernhielten. Nur zwei Katzen saßen bei ihm. Sein Mentor und eine hübsche, kleine Kätzin mit mittellangem, hellbraun gestreiftem Fell und weißen Flecken. Das Gelächter erstarb augenblicklich, als die Anführerin des Tigerclans verärgert mit dem Schweif schnippte. Ihre Umrisse waren in der Dunkelheit deutlich zu erkennen. Sie sah anmutig und autoritär zugleich aus. Der Schüler fühlte sich gleich besser, als keiner mehr über ihn redete. Nachdem sich alle beruhigt hatten, räusperte sich Phönixstern wieder. Mit fester und entschlossener Stimme sagte er, bevor Silberstern das Reden übernahm: „Ich bereue meine Entscheidung nicht, ihn zum Schüler gemacht zu haben. Es wird sich von alleine zeigen, ob er dazu fähig ist oder nicht. Auch wenn es bisher keine andere Katze geschafft hat.“ Die Ohren des betroffenen Schülers zuckten leicht und die Kätzin neben ihm quietschte erfreut auf. Aufmunternd stupste sie den Kater an und sah wieder zu ihrem Anführer hinauf. Ihre Pfoten kribbelten vor Aufregung.
    „Ich bitte nun noch einmal um den Applaus, den er nicht - im Gegensatz zu den anderen neuen Schülern - bekommen hat. Seelenpfote soll wie jeder andere auch die Chance bekommen, sich zu beweisen. Sollte es nicht funktionieren, wird er natürlich einen anderen Posten bekommen“, fuhr er fort und nickte, um sein Worte zu bestätigen. Niemand öffnete den Mund. Niemand wollte anfangen. Der Mentor des Schülers seufzte leise und zusammen mit der energischen Kätzin reckten beide die Köpfe und gaben dem Kater zwischen ihnen seinen verdienten Applaus. Die Anführer und zweiten Anführer stimmten ein. Die Heiler und der Rest schwiegen alle. Obwohl es nur wenige Rufe waren, durchschnitten sie die Luft wie scharfe Krallen. Seelenpfote schluckte schwer. Er hatte gehofft, dass ihm mehr Katzen beistehen würden. Dennoch hob er langsam wieder den Kopf und versuchte ein schwaches Lächeln. Seine blinden Augen stachen in der Nacht besonders heraus.

    13
    Ein ganz besonderes Junges - von Blattwind

    Prolog
    Es war tiefste Nacht, so tief, dass man glauben könnte, die Sterne hätten den Himmel verlassen, als Falkenruf aus dem Schlaf gerissen wurde.
    "Schnell Falkenruf, Eschenrose bekommt ihre Jungen!", Rotschweif, der Vater der Jungen, hatte schon seit etwas längerer Zeit in der Kinderstube geschlafen, da er nicht wollte, dass Eschenrose ohne einen Heiler gebärt. Es war ein Wunder des Sternenclans, dass sie überhaupt noch Junge empfangen konnte, da sie schon einmal ihre Jungen verloren hatte.
    "Ganz ruhig, Rotschweif, es sind erst die Wehen…"
    "Nein, es sind ihre Jungen und sie kommen JETZT!", so schnell er konnte war er schon aus dem Heilerbau gerannt. Falkenruf seufzte nur und weckte seine Schülerin Lilienpfote. Als sie aufwachte, erzählte er kurz, was passiert war und lief dann los, um der gebärenden Königin beizustehen. Lilienpfote suchte unterdessen schnell die Himbeerblätter und Borretsch, falls etwas schief gehen sollte, und eilte ihm nach.

    In der Kinderstube war es so warm wie immer, doch in der Stille hörte man immer wieder die Schmerzensschreie einer Königin, die gerade ihre Jungen bekam. Schnell lief Lilienpfote zu ihrem Mentor, doch dieser runzelte nur verwirrt die Stirn.
    "Bis jetzt kam noch keines heraus, obwohl ich sicher bin, dass da eins ist…", er konnte nicht ausreden, denn genau in diesem Herzschlag fing die Geburt an. Falkenruf ermutigte die erschöpfte Königin, denn da das Junge zu spät kam, war es auch schon entsprechend groß. Nach viel Mühe und Schmerz fiel schließlich ein kleines, weißes Fellbündel in das Nest. Lilienpfote zerbiss die Fruchtblase und achtete darauf, dass es auch anfing zu atmen.
    "Ein gesunder, kräftiger Kater.", miaute Lilienpfote glücklich. Sie war jedes Mal so voller Enthusiasmus, wenn ein gesundes Junges geboren wurde. Eschenrose lächelte glücklich, aber auch erschöpft. Lilienpfote setzte es an ihren Bauch, damit es an die Milch kam.
    "Das wars", miaute Falkenruf. "Gut gemacht, Lilienpfote. Wir sollten die zwei jetzt erstmal allein lassen."
    Lilienpfote nickte und gemeinsam gingen sie aus dem Bau. Sie hörte gerade noch Eschenroses Stimme, die flüsterte: "Ich werde dich Traumjunges nennen, da du alles bist, was ich mir je erträumt habe…"

    Draußen tigerte ein nervöser Rotschweif herum, der im Begriff war, Furchen in den Stein zu laufen. Als er die beiden sah, lief er sofort zu ihnen.
    "Wie geht es ihr? Wie geht es dem Jungen? Kann ich zu ihr? Ist es gesund?" Falkenruf beantwortete dem frischen Vater jede einzelne Frage mit viel Geduld, während Lilienpfote zurück in den Heilerbau lief. Sie war so unglaublich glücklich, dass die Welt zu strahlen schien. Sie erinnerte sich gern an die strahlenden Augen der Mütter und Väter, wenn sie zum ersten Mal ihre Jungen sahen. Sie freute sich ehrlich für jeden einzelnen von ihnen, da sie selbst wohl niemals Junge haben würde. Junge waren ein Geschenk des Sternenclans und Traumjunges war das besonderste von ihnen.

    Kapitel 1:
    "Sehr gut, Lilienpfote, die Schiene sieht nahezu perfekt aus.", verlegen leckte sich die Heilerschülerin Lilienpfote über das hellbraune Brustfell. Ein Kompliment von Falkenruf war selten, darum machte es sie umso stolzer, wenn sie eines bekam. Tümpelpfote war beim Training von einem Baum gefallen und hatte sich das Hinterbein gebrochen. Die hübsche Schildpattkätzin würde erstmal im Heilerbau verweilen, bis der Bruch verheilt war. Doch diese dachte nicht einmal daran, die ganze Zeit hier zu verbringen. Ihre Augen leuchteten begeistert auf, als sie die Schiene erblickte.
    "Super, jetzt kann ich bestimmt wieder trainieren gehen…"
    "Ganz sicher nicht." korrigierte Lilienpfote sie sofort. "Die Schiene sorgt nur dafür, dass deine Knochen wieder gerade zusammenwachsen, nichts weiter. Zumal es äußerst schmerzhaft wird, wenn du versuchst… Was, beim Sternenclan, tust du da?"
    Tümpelpfote hatte sich erhoben und lief wackelig, auf drei Beinen, zum Ausgang. "Wonach sieht es denn aus? Ich gehe in den Schülerbau, da ich nicht vor habe, die ganzen Monde hier drin zu hocken, bei den Gerüchen wird man ja wahnsinnig."
    Lilienpfote zuckte bei der Bemerkung zusammen. Sie hatte gehofft, dass Tümpelpfote und sie sich vielleicht anfreunden würden, da sie selbst keine Freunde oder Geschwister hatte, aber tief in ihrem Innersten wusste sie auch, dass sie eigentlich keine Chance bei der sturen Kätzin hatte. Traurig beobachtete sie, wie die Schülerin aus dem Bau humpelte.

    Es war schon relativ spät, als Lilienpfote aus dem Bau schlüpfte. Sie hatte die alten Kräuter aussortiert, die sie dann morgen ersetzen würde müssen. Müde stampfte sie zum Frischbeutehaufen, um sich etwas zu nehmen, als sie über ein kleines, weißes Fellbündel stolperte. Sie hatte gar nicht bemerkt, dass er dort saß. Tat er das schon lange?
    "Tut mir leid, Traumjunges, ich habe dich nicht gesehen.", Lilienpfote erwartete ein 'Ist schon okay' oder so von dem jungen Kater, doch der reagierte einfach nicht. Lilienpfote wiederholte ihren Satz etwas lauter, doch noch immer keine Reaktion von dem weißen Kater, dessen blaue Augen sich in ihre grünen bohrten. Verdutzt sah sie ihn an. Was war los mit ihm? Bevor sie nachfragen konnte, schob sich Eschenrose dazwischen. Sanft hob sie den kleinen Kater hoch und sah noch einmal entschuldigend zu Lilienpfote.
    "Tut mir leid, er redet nicht viel…", damit verschwand sie in der Kinderstube. Lilienpfote sah ihr verwirrt nach, beschloss dann aber, sich nicht weiter darüber den Kopf zu zerbrechen. Es gab viele stille Jungen, die nicht gern redeten. Vielleicht wollte er auch nicht mit ihr reden, da er sie nicht leiden konnte oder so. Kopfschüttelnd nahm sie sich eine Maus vom Frischbeutehaufen. Er kannte sie doch gar nicht, wieso sollte er sie also nicht leiden können? Das ergab keinen Sinn, überlegte sie, während sie die Maus verschlang. Sie würde Eschenrose morgen noch einmal darauf ansprechen.

    Nachdem sie aufgegessen hatte, beschloss sie, noch einmal nach Tümpelpfote zu sehen. Mit leisen Schritten lief sie zum Schülerbau und streckte den Kopf hinein. Im sanften Dämmerlicht erkannte sie Tümpelpfote, die friedlich schlief und ihren Bruder Buchenpfote, der aufmerksam auf sie aufpasste.

    Kapitel 2:
    "Wie geht es ihr?", miaute sie leise, um die Schülerin nicht zu wecken.
    "Gut", antwortete er ihr genauso leise. "Sie schläft schon, seit sie heute nach Sonnenhoch hier angekommen ist."
    "Hast du seit dem auf sie aufgepasst?", er nickte auf Lilienpfotes Frage hin. "Hast du was gegessen?"
    „Nein, ich musste doch auf sie achten. Ich konnte beim Training nicht auf sie aufpassen, also tue ich es jetzt…“
    „Buchenpfote, wenn du das auch noch in Zukunft tun willst, dann hol dir was zu Essen und lege dich schlafen.“, Buchenpfote wollte zu einer Erwiderung ansetzen, doch Lilienpfote unterbrach ihn sofort. „Keine Widerrede! Ich bin Heilerschülerin und kann nicht zulassen, dass eine Katze krank wird, wenn ich es verhindern kann.“
    Murrend verließ der braune Schüler den Bau und kehrte kurz darauf mit einem Eichhörnchen zurück. Er bedeutete ihr, nach draußen zu kommen und sie folgte ihm hinaus, wo sie sich neben ihn setzte.
    „Was ist los?“
    „Es geht um Traumjunges…“
    „Traumjunges?“, sofort sprang Lilienpfote wieder die Konversation in den Sinn, die sie heute hatten. „Was ist mit ihm?“
    „Findest du nicht auch, dass er sich seltsam verhält?“
    „Seltsam?“, die Heilerschülerin verstand nur Fuchsisch. Das ergab keinen Sinn. „Er redet halt nicht viel, vielleicht ist er sehr schüchtern…“
    „Das ist nicht, was ich meine…“ der Schüler schüttelte heftig mit dem Kopf. „Er redet mit niemandem, nicht einmal seiner Mutter oder seinem Vater. Er reagiert einfach nicht…“
    Lilienpfote sah ihn misstrauisch an. „Hast du Angst, er wird ein besserer Krieger als du? Oder worauf willst du hinaus?“
    "Er ist taub, Lilienpfote und daran wird sich auch nie etwas ändern. Es kann kein Krieger werden!"
    "Das werden wir noch sehen, Buchenpfote. Ich werde ihn nicht einfach aufgeben und wenn ich ihn selbst unterrichten muss!“, Lilienpfote sprang wütend auf, auch wenn sie sich selbst nicht erklären konnte, woher diese Reaktion kam. Buchenpfote musterte sie zweifelnd.
    „Ich glaube nicht, dass er überhaupt so alt wird…“
    „Nein? Der Sternenclan wachte schon seit seiner Geburt über ihn, er ist das Junge, was sich Eschenrose und Rotschweif so lange gewünscht haben…“, Lilienpfote konnte es einfach nicht glauben. Eschenrose würde es doch dem Clan oder zumindest Falkenruf gesagt haben. Aber jetzt, wo sie so darüber nachdachte…
    „Ich gehe wieder rein, Lilienpfote. Sollte irgendwas mit Tümpelpfote sein, komme ich sofort in den Heilerbau…“, mit diesen Worten verschwand der Schüler im Bau. Es war tatsächlich schon ziemlich spät geworden, darum trabte Lilienpfote jetzt auch zurück. Leise ließ sie sich in ihr Nest sinken und lauschte mit geschlossenen Augen dem Atem ihres Mentors.
    ‚Ich werde Eschenrose morgen darauf ansprechen‘, nahm sie sich vor, ‚aber sie wird mich vermutlich für verrückt erklären…‘
    Mit diesen Gedanken schlief sie ein.

    Kapitel 3:
    „Guten Morgen, Eschenrose. Wie geht es euch?“, die Königin sah erschöpft aus, als Lilienpfote die Kinderstube betrat.
    „Gut“, antwortete sie und zog Traumjunges noch näher an sich heran. Der Kleine war für seine drei Monde wirklich schon groß. Er riss sein Mäulchen auf und schien etwas sagen zu wollen, doch aus seinem Mund kam nur ein Mitleid erregendes Fiepen. Eschenrose seufzte gequält.
    „Darf ich dich etwas fragen, Eschenrose?“, die Königin blickte auf und nickte leicht. „Kann Traumjunges uns hören?“
    „N-natürlich, wieso sollte er nicht?“
    „Ich bin nicht die einzige, die sich das fragt.“, erwiderte die Heilerschülerin ruhig. „Er reagiert nicht auf andere Katzen und redet nie, was nur bedeuten kann, er ist entweder stumm oder er hat es nie beigebracht bekommen, doch dieses Fiepen gerade hat mir gezeigt, dass es wohl eher das Zweite ist.“
    Eschenrose schluchzte leise auf und grub ihre Nase in Traumjunges weißes Fell. 
    „Du hast recht, Lilienpfote… aber bitte, bitte, erzähle es keinem!“, sie sah flehend zu Lilienpfote, die nur langsam den Kopf schüttelte.
    „Wovor hast du Angst? Wenn es der Clan wüsste, würden sie mehr auf ihn Rücksicht nehmen…“, ihre Stimme versagte. „Hast du Angst, sie würden ihn verstoßen?“
    Eschenrose nickte erneut und schloss die Augen. Traumjunges sah nun zu Lilienpfote und fiepte erneut. Die Schülerin legte den Kopf schief und betrachtete das Junge. Dann trabte sie hinaus, um eine Maus zu holen. Traumjunges folgte ihr schnell.

    „Traumjunges, was…“, weiter kam Finkenblick nicht, denn der Kleine ignorierte den Ältesten einfach. Verdutzt sah er ihm nach. Er folgte Lilienpfote, die zum Frischbeutehaufen lief und sich eine Maus nahm. Die legte sie vor Traumjunges Pfoten. Das Junge wollte sich schon freudig darauf stürzten, doch Lilienpfote hielt ihn auf und schüttelte mit dem Kopf. Der Älteste verdrehte die Augen. Dieses ungezogene Junge verdiente es eigentlich, dass die Eule es holte. Es grüßte nie und hatte auch sonst keine Manieren. Knurrend verschwand Finkenblick wieder im Ältestenbau.

    „Nein, Traumjunges!“, Lilienpfote sah dem kleinen Kater tief in die Augen, um ihm begreiflich zu machen, dass er die Maus noch nicht haben durfte. Zuerst wirkte er verwirrt, dann trat er einen Schritt davon zurück. Glücklich sah die Heilerschülerin ihn an, nahm die Maus und bedeutete Traumjunges, ihr zu folgen. Sie lief zurück in die Kinderstube, wo Eschenrose sie schon besorgt erwartete.
    „Er hat Hunger.“, erklärt sie ihr ruhig und legte die Maus ab. Traumjunges legte den Kopf schief, als wolle er sagen: ‚Darf ich jetzt?‘ Lilienpfote schob ihm die Maus zu, deutete auf ihren Mund und nickte dann. Zuerst sah Traumjunges sie verwirrt an. Lilienpfote deutete erneut auf ihren Mund und biss dann ein Stück der Beute ab. Traumjunges wiederholte die Geste zögerlich und beugte sich herunter, um auch etwas zu nehmen. Bevor er abbiss, sah er noch einmal verwirrt zu Lilienpfote, die ihm aufmunternd zunickte. Dann biss er endlich zu. Lilienpfote lächelte glücklich. Zwar würde es schwer werden, sich mit ihm zu unterhalten, aber es war nicht unmöglich. 

    Kapitel 4:
    Lilienpfote seufzte glücklich. Seit zwei Monden hatte sie Traumjunges nun unterrichtet und inzwischen konnte er ohne Probleme zeigen, wenn er Hunger hatte oder Schmerzen hatte. Sie hatte ihm auch beigebracht, sich zu entschuldigen, und auch wenn er das oft tat, verstand niemand die Geste. Doch ehe Eschenrose nicht die Erlaubnis gab, es dem Clan zu sagen, würde sie Stillschweigen bewahren. Sie hatte nur Falkenruf davon erzählt, damit zumindest der Heiler wusste, was der kleine Kater meinte. Gerade versuchte sie Traumjunges zu zeigen, wie er Johannisbeeren von Todesbeeren unterschied. Er besaß eine sehr feine Nase und auch scharfe Augen, sodass sie sich wünschte, ihn als Schüler haben zu können, doch bis sie Heilerin wurde, dauerte es noch etwas. Falkenruf war auch noch jung. Siegessicher deutete er auf die Johannisbeeren und zeigte dann auf seinen Mund. Lilienpfote nickte und schob sie ihm zu. Mit Freude in den blauen Augen fraß er sie auf und leckte sich über die Lippen als Zeichen, dass sie ihm geschmeckt haben.
    „Lilienpfote, kann ich dich mal kurz sprechen?“, im Eingang des Baus stand Felsenstern, der Anführer des Wolkenclans. Lilienpfote nickte ihm zu und bedeutete Traumjunges, dass er für heute entlassen war. Er lernte sehr gern und sehr schnell.
    „Worum geht es?“, Felsenstern wartete, bis der junge Kater verschwunden war und fing dann an zu reden.
    „Du weißt, dass Traumjunges nun 5 Monde alt ist, bald ist er alt genug, um zum Schüler zu werden…“
    „Und?“, die Heilerschülerin verstand nicht, worauf ihr Anführer hinaus wollte.
    „So ziemlich der ganze Clan weiß, dass etwas mit Traumjunges nicht stimmt, doch bis jetzt haben sie noch nichts konkretes. Du bist so ziemlich die einzige, die ihn versteht und ja, ich weiß, du bist noch jung, aber…“ Felsenstern sah ihr tief in die Augen. Diese Frage schien ihm nicht leicht zu fallen. „Würdest du ihn zum Heilerassistenten ausbilden?“
    Lilienpfote sah ihn verdutzt an. SIE sollte ihn ausbilden? Das kam ihr gerade zu plötzlich.
    „Du weißt, dass Traumjunges mit dieser… Behinderung niemals Krieger werden kann. Außerdem ist er anscheinend sehr begeistert von den Kräutern. So kann er dem Clan auf eine ganz besondere Weise dienen.“
    „Ich… ich weiß nicht, was ich sagen soll…“, Lilienpfote war sprachlos. Ihr Anführer übertrug ihr, einer Schülerin, die Ausbildung eines Jungen, welches auch noch taub war?
    „Du kannst darüber nachdenken.“, erwiderte der dunkelgraue Kater ruhig, „aber du solltest mir mindestens zwei Sonnenaufgänge vor der Zeremonie Bescheid sagen, sonst werde ich ihn verstoßen!“
    „V-verstoßen?“
    „In einem Clan muss jeder geben, bevor er nehmen kann, Lilienpfote. Wir können es uns nicht leisten, eine nutzlose Katze mehr durchzufüttern.“

    Kapitel 5:
    In dieser Nacht konnte Lilienpfote nicht schlafen. Unruhig wälzte sie sich hin und her und ging das Gespräch mit ihrem Anführer durch. Er will ihn verstoßen, weil er nutzlos ist. Es tat ihr weh, das zu hören, doch im Grunde hatte er Recht. Lilienpfote schloss die Augen. Sie würde sich morgen noch genug damit befassen können.

    Ein Schrei riss die Heilerschülerin aus ihrem Schlaf. Entsetzt sprang sie aus ihrem Nest, denn sie kannte diesen Schrei nur zu gut.
    „Fuchs!“, wie der Wind war Falkenruf an ihr vorbeigeprescht, nur um dann zurückzurennen.
    „Lilienpfote, schnell, wir brauchen Spinnweben…“
    „…und Ringelblume. Bin schon auf dem Weg.“, aus dem Augenwinkel entdeckte Lilienpfote Grasbart und Fichtenpelz, zwei Krieger, die direkt zur Kinderstube liefen. Lilienpfote gefror das Blut in den Adern, doch sie zwang ihre Beine, weiterzulaufen. Sie würde dort sowieso nichts tun können. Schnell holte sie die benötigten Kräuter und sprintete zurück. Schon von weitem hörte sie den Lärm des Kampfes und roch den Geruch des Fuchses, der sich mit dem Gestank von Blut vermischte. Lilienpfote musste würgen und ihr wurde schlecht, als sie daran dachte, wie Traumjunges… nein, er lebte sicher noch. Er war schlau, er würde sich zurechtfinden. Hoffentlich.

    Überall war Blut und ausgerissenes Fell. Die meisten Krieger hatten zum Glück nur einige Kratzer davongetragen, doch Himmelstanz hatte eine schwere Bauchwunde und viel Blut verloren. Sie blieb erst einmal im Heilerbau. Doch die Anspannung fiel erst von Lilienpfote ab, als sie erfuhr, dass keine Katze tot war. Das hieß, Traumjunges war am Leben. Sie hatte zwar schon Ausschau nach dem Jungen gehalten, doch es nicht entdeckt. Nachdem schließlich jeder versorgt war und die meisten Katzen schon wieder schliefen, kam Buchenpfote noch einmal zu Lilienpfote.
    „Glaubst du mir jetzt?“
    „Nein! Das war nur ein Fuchs, die gibt es zu dieser Zeit öfters.“, Lilienpfote sah Buchenpfote wütend an. Der Kater war doch verrückt!
    „Heute habe ich das Nestmaterial in der Kinderstube ausgewechselt und dabei ist mir ein Loch aufgefallen. Ich habe mir nichts dabei gedacht, aber es vorsichtshalber Himmelstanz erzählt. Und genau in dieser Nacht kommt ein Fuchs. Du kannst mir nicht erzählen, dass das Zufall war!“, nun sprang auch Buchenpfote wütend auf. Himmelstanz war seine Mentorin, es war klar, dass er jetzt einen Schuldigen suchte. „Stell dir vor, was passiert wäre, wenn ich das Loch nicht entdeckt hätte! Dann würde es ihr vielleicht noch gut gehen…“
    Mit diesen Worten stürmte er aus dem Bau. Lilienpfote blickte ihm verwirrt nach. Gab er jetzt etwa Traumjunges die Schuld? So etwas gehörte nun einmal zum Kriegerdasein dazu. Ihre Mutter war bei dem Versuch, eine Streunerbande abzuwehren, gestorben. Da fasste sie für sich einen Entschluss. Sie würde Traumjunges zum Heilerassistenten ausbilden, wenn er schon eine zweite Chance bekam, sollte er sie nicht vergeuden.

    Kapitel 6:
    Traumjunges war nervös, dass sah sie ihm an. Er tigerte hin und her, leckte sich ab und zu über sein geschmeidiges Brustfell und sah dann unsicher zu Lilienpfote. Auch die Schülerin war nervös. Felsenstern hatte ihr erklärt, dass die Zeremonie wohl etwas anders ablaufen würde als normal und Lilienpfote hatte ihm erklärt, dass der Clan seinen Namen nicht zu rufen bräuchte, da er es sowieso nicht versteht. Stattdessen hatte sie gesagt, die Katzen sollten mit ihren Vorderpfoten auf den Stein klopfen, da er die Vibration spürte. Das hatte sie kürzlich herausgefunden. Nun warteten die drei nur noch auf Felsenstern, der die Zeremonie zu Sonnenhoch angekündigt hatte.
    „Ich bin sehr stolz auf dich, Traumjunges.“, Eschenrose drückte ihre Nase in das weiße Fell ihres Sohnes und seufzte leise. Dann war es endlich soweit.
    „Alle Katzen, die alt genug sind, der Versammlung zu folgen, sollen sich unter dem Sternenfelsen zu einem Clantreffen versammeln!“, Felsensterns Stimme hallte durch das Lager. Lilienpfote stupste Traumjunges an, als Zeichen dafür, dass er gehen sollte. Sie folgte ihm.

    Der ganze Clan war zusammengekommen und jeder begutachtete das große, kräftige, wenn auch etwas seltsame Junge. Hinter ihm lief Lilienpfote zu ihrem Platz neben Falkenruf. Traumjunges blieb, wie geplant, direkt unter dem Felsen stehen.
    „Traumjunges ist nun sechs Monde alt und bereit, ein Schüler zu werden. Doch wie ihr sicher schon bemerkt habt, ist Traumjunges anders als die anderen Jungen, die ihr kennt. Das hat einen einfachen Grund: er ist taub.“, ein erschrockenes Gemurmel erhob sich in der Katzenmenge, doch Felsenstern brachte sie mit einem Schwanzschnippen zur Ruhe. „Es ist möglich, mit ihm zu kommunizieren, wie unsere Heilerschülerin Lilienpfote herausgefunden hat. Da er durch sein fehlendes Gehör niemals Krieger werden würde, wird er von ihr und von Falkenruf zum Heilerassistenten ausgebildet. Von diesem Tag an, bis zu deiner Ernennung, wirst du…“
    „Eule!“, es dauerte etwas, bis die Katzen realisierten, was Buchenpfote da gerufen hatte. Am Himmel kreiste ein dunkler, großer Schatten, der immer näher zu kommen schien.
    ‚Traumjunges!‘, schoss es Lilienpfote sofort in den Sinn, doch bevor sie auch nur eine Bewegung machen konnte, hatte Falkenruf sie schon weggezerrt. Keiner machte Anstalten, das taube Junge zu retten, was dort allein und etwas verwirrt saß. Lilienpfote versuchte sich nach allen Regeln der Kunst zu befreien, doch Falkenruf war erstaunlich stark und hielt sie gnadenlos fest. Wie ein Schatten senkte sich das riesige Tier über das Junge, dass überrascht aufquiekte, als der Vogel es packte und in die Lüfte hob. Dann, endlich, ließ Falkenruf seine Schülerin los, die sofort zu der Stelle stürzte, wo vor Sekundenbruchteilen noch Traumjunges gesessen hatte. Traumjunges, der jetzt eigentlich Traumpfote heißen sollte.
    „Wieso?“, schrie sie wütend gen Himmel, „Wieso musstest du ihn nehmen, Sternenclan?“

    Epilog:
    Lilienpfote seufzte. Heute war es endlich soweit. Vor ein paar Sonnenaufgängen war Falkenruf an grünem Husten gestorben, doch zum Glück hatte sich niemand bei ihm angesteckt. Doch nun, wo er tot war, bedeutete das, dass sie die neue Heilerin des Wolkenclans war.
    „Und denk dran, Lilienpfote, du darfst mit niemandem darüber reden, was der Sternenclan mit dir teilt.“, Borkengesicht, der Heiler des Blitzclans und sein Schüler Farnpfote begleiteten sie zum Sternenbaum, einem uralten Baum, der schon längst keine Blätter mehr trug. An seinen Wurzeln lag ein weißer Felsen, der angeblich früher einmal ein Stern gewesen sein soll. Der Sternenbaum wacht über ihn und sollte der Stein irgendwann mal verschwunden sein, steigen die Sternenclankatzen vom Baum und retten die Clans. So zumindest die Legende.
    „Bist du bereit, Lilienpfote?“, die Schülerin nickte. Sie war schon mehr als bereit, endlich ihren Namen zu erhalten. Mit Zuversicht drückte sie ihre Nase an den Felsen, schloss die Augen und wartete darauf, dass die Dunkelheit sie willkommen hieß.

    Als sie die Augen wieder öffnete, erblickte sie die ihr vertraute Moorlandschaft, doch sie war allein. Verwirrt sah sie sich um. Wo waren denn alle?
    „Willkommen, Lilienpfote.“, erschrocken drehte sich die Heilerschülerin um. Vor ihr stand eine hellgraue Kätzin mit sanften, hellblauen Augen.
    „Mein Name ist Wellenklang und auch ich war einmal an deiner Stelle.“, Lilienpfote starrte sie an, doch plötzlich lichtete sich der Nebel hinter ihr und weitere Katzen traten aus dem Nebel. Sie entdeckte ihre Mutter Dornenkrone und ihren Vater Dunstschweif sowie Falkenblick, der sie stolz anblickte und Felsenstern, der vor zwei Monden sein letztes Leben verloren hatte. Doch dann trat noch eine weitere Katze aus dem Dunst, die sie nicht kannte. Es war ein großer, breitschultriger Kater mit weißem Fell, unter dem sich deutlich seine Muskeln abzeichnen und blauen Augen, die sie so liebevoll und freundlich ansahen…
    „T-traumjunges?“, flüsterte Lilienpfote heißer. Der Kater sah sie lange an und nickte dann.
    „Zwar versteht er nicht, was du sagst, doch er weiß, was du fühlst.“, miaute Wellenklang leise. Lilienpfote nickte benommen. Nachdem Traumjunges gestorben war, hatte sie sich selbst geschworen, nie mehr zu den Sternen zu sehen, doch dieses Vorhaben hatte sich schnell in Luft aufgelöst. Traumjunges war ihr in der Nacht erschienen und er schien ihr sagen zu wollen: ‚Gib nicht auf!‘
    Also hatte sie weitergemacht und es hatte sich gelohnt. Sie konnte noch viele Leben retten.
    „Wie möchtest du heißen, Lilienpfote?“, die Schülerin sah Wellenklang verwirrt an, überlegte dann jedoch. Wie wollte sie heißen?
    „Ich möchte Lilientraum heißen.“
    „Eine gute Wahl. Nun, wo du eine vollständige Heilerin bist, wirst du Lilientraum heißen, mögen die Sterne deinen Weg erleuchten.“, dann verblassten die Katzen langsam und Lilientraum spürte, wie sie langsam aufwachte. Sie hätte gern noch etwas Zeit mit Traumjunges verbracht, doch in den blauen Augen des Katers konnte sie die Antwort schon lesen.
    ‚Bald‘

    Ende

    14
    Wie man mit einem mäusehirnigen Kater fertig wird - von Snow

    Prolog
    Dunkelstern sah die Heilerin an. „Wie meinst du das, er hat keine Ohren?“ Holunderfell schnippte mit dem Schweif. „Naja. Wiesenjunges hat zwar durchaus ein Gehör, aber er wurde ohne Ohren geboren.“ „Eine ohrlose Katze, das hat uns gerade noch gefehlt“, schnaubte Dunkelstern. „Es ist nicht unbedingt sehr tragisch, er ist gesund und kann ein guter Krieger werden“, entgegnete die Heilerin des BlütenClans. Die Ablehnung in Dunkelsterns Stimme verärgerte sie. Das eben geborene Junge war kerngesund, für einen jungen Kater schon ziemlich groß und kräftig. Der Kleine war kein bisschen schwächlich, eher im Gegenteil. Vielleicht war sein Gehör aufgrund der fehlenden Ohren nicht das Beste, aber ansonsten war er wohlauf. 

    Kapitel 1 - Wiesenpfotes Sicht
    Wiesenpfote setzte zum Sprung an, gerade, als Marderpfote hinter ihm auf einen Ast trat. Das Kaninchen, das er im Visier gehabt hatte, schrak auf und sprang blitzschnell davon. Er drehte sich zu dem anderen Schüler um. „Du bist wohl einfach nicht gut genug, um auf Jagd zu gehen“, sagte er, wobei Spott und Genugtuung in seiner Stimme mitschwangen. „Das war nicht fair!“, beschwerte sich Wiesenpfote. Marderpfote war es doch immerhin gewesen, der seine Beute verscheucht hatte! Er hätte das Kaninchen gefangen. Er hatte schon viele Kaninchen gefangen. Marderpfote tat einfach alles, um ihm das Leben im Clan zu erschweren. Als würden ihn die anderen Katzen wegen seinen fehlenden Ohren nicht sowieso schon seltsam ansehen. Marderpfotes ständige schiefe Blicke, die er ihm von der Seite zuwarf, erinnerten ihn jedes Mal daran: Er war anders als die anderen. Er war eine ohrlose Katze. Holunderfell, die Heilerin, war eine der wenigen, die ihn einfach akzeptierte - auch ohne Ohren. „Ich muss wohl Dunkelstern sagen, dass du für den Clan einfach nur eine Last bist. Ich würde ihn ja gerne eines Besseren belehren, aber das geht ja leider nicht“, meinte Marderpfote hochnäsig. „Mach doch einfach was du willst!“, fauchte Wiesenpfote, und damit stapfte er ins hohe Gras davon. Er war nicht auf diese Katzen angewiesen, die nichts Besseres zu tun hatten, als ihn rund um die Uhr zu schikanieren. Genauso gut konnte er sich allein durchschlagen. Doch dann fielen ihm seine Eltern ein, die ihn trotzdem liebten. Und Blumenpfote. Blumepfote war hübsch, mit ihrem rosagrauen Fell und den dunkelgrünen, leuchtenden Augen. Er mochte sie gerne, sie war immer freundlich zu ihm und machte nie mit, wenn Marderpfote ihn wieder auslachte. Vielleicht sollte er einfach wieder umkehren. Mit Marderpfote würde er schon fertig. 

    Kapitel 2 - Blumenpfotes Sicht
    Wo war Wiesenpfote? Der grau gescheckte Kater mit den silbergrauen wachen Augen, die sie so sehr liebte, hatte das Lager bereits vor geraumer Zeit verlassen. Marderpfote war ihm nach einer Weile gefolgt. Dieser betrat in diesem Augenblick das Lager, das umsäumt von Blumen und hohen Gräsern in einer flachen Kuhle lag. Sie lief zu ihm, so schnell ihre Beine sie trugen. Wiesenpfote war noch nie so lange abwesend geblieben, weswegen sie langsam begann, sich Sorgen zu machen. „Marderpfote“, rief sie, „ hast du Wiesenpfote gesehen?“ Der Kater nickte. „Er ist auf der Jagd, stellt sich allerdings ziemlich bescheuert an. Für den Clan ist er nutzlos, das weiß auch Dunkelstern“, meinte er schadenfroh. „Das ist er nicht!“, protestierte Blumenpfote. „Und wenn Dunkelstern das sagt, dann hat er eben unrecht.“ Damit machte sie kehrt und stolzierte mit hoch erhobenem Haupt zurück zum Schülerbau, wo sie sich in ihr Nest verzog. Die Sonne brannte auf ihre Köpfe nieder, und es herrschte in letzter Zeit eine Hitze, bei der sie sich wünschte, aus ihrem Pelz zu schlüpfen. Marderpfote hatte recht. Dunkelstern mochte Wiesenpfote nicht. Er akzeptierte ihn nicht. Der Anführer würde ihn nie akzeptierten. Seit dem Augenblick seiner Geburt war Wiesenpfote ihm ganz offensichtlich schon ein Dorn im Auge gewesen. Anders verhielt es sich bei ihr. Für Blumenpfote war er der netteste und wunderbarste Kater auf der Welt. Marderpfote konnte über ihn sagen, was er wollte, sie würde ihre Meinung ganz bestimmt beibehalten.

    Kapitel 3 - Holunderfells Sicht
    Holunderfell gähnte müde und streckte gerade den Kopf aus dem Bau, als Wiesenpfote ins Lager sprang. Sie blinzelte zweimal. War der Schüler die ganze Nacht über weg gewesen? Sie schüttelte den Kopf und wandte sich wieder ihren Kräutern zu. Dann fiel ihr Blick auf den verletzten Flohpelz. Er hatte sich gestern Abend die Vorderpfote verstaucht, als er versucht hatte, eine Amsel im Sprung zu erwischen. Das Ergebnis waren ein quicklebendiger Vogel und eine verletzte Pfote. Wiesenpfote betrat den Heilerbau. „Guten Morgen Holunderfell!“, miaute er laut. „Psst“, machte Holunderfell. „Flohpelz schläft noch.“ „Was ist denn mit ihm?“ Die Neugierde in der Stimme des Schülers war nicht zu überhören. „Seine Pfote ist verstaucht. Aber... wo warst du eigentlich gestern Abend? Du warst nicht hier.“ Wiesenpfotes Züge verhärteten sich. „Ich brauchte einfach nur meine Ruhe“, erklärte er dann, drehte sich um und ging Richtung Schülerbau. Marderpfote. Holunderfell wusste es einfach. Bestimmt hatte er weglaufen wollen, nachdem der einen Mond ältere, schwarzbraune Kater ihn geärgert hatte. Doch er war zurückgekehrt, das war jetzt alles, was zählte.
    Gegen Abend hörte sie Dunkelsterns Ruf:„Alle Katzen, die alt genug sind, um das Grasdickicht zu durchdringen, sollen sich in der Mitte unseres Lagers versammeln!“ Die Kriegerzeremonie, natürlich! Es war so weit. Wiesenpfote, Blumenpfote und Marderpfote sollten heute noch zu Kriegern ernannt werden. Sie alle hatten ihre Stärke bewiesen, indem sie Halmjunges vor einem Fuchs gerettet und diesen vertrieben hatten. Anerkennung schwang in der Stimme des Anführers mit, als er die neuen Namen der Schüler bekanntgab. Aber Holunderfell entging der missbilligende Blick nicht, den er Wiesenpfote dabei zuwarf. 

    Kapitel 4 - Blumengesangs Sicht
    Die Nacht der Wache würde lang werden. Sehr lang. Marderfuß und Wiesennacht warfen sich gegenseitig giftige Blicke zu, während sie den Weg der untergehenden Sonne am Himmel verfolgte. Blumengesang wollte gern etwas sagen, doch sie tat es nicht. Die Nachtwache musste schweigend abgehalten werden. Marderfuß ärgerte sich wahrscheinlich noch immer darüber, dass Wiesennacht mit 14 und er selbst mit 15 Monden zum Krieger ernannt worden war. Blumengesang war mit 13 Monden die jüngste der drei. Als der Mond aufging und es etwas kühler wurde, kuschelte sie sich an Wiesennacht. Er sagte natürlich kein Wort, drückte sich aber enger gegen ihre Seite. Blumengesangs Herz vollführte in ihrer Brust einen kleinen Freudentanz. Sie sah Wiesennacht an, und dann berührten sich ihre Schnauzen. Marderfuß stand vor Überraschung das Maul weit offen. Blumengesang beachtete ihn jedoch nicht. Keiner von ihnen sprach ein Wort, und doch war in diesem Augenblick das Glück für sie vollkommener als jemals zuvor.

    Kapitel 5 - Marderfuß‘ Sicht
    Wiesennacht und Blumengesang. Gefährten. Ihm ging die gestrige Nacht nicht mehr aus dem Kopf. Das Bild von Blumengesang und Wiesennacht, wie sie aneinandergekuschelt den sichelförmigen Mond betrachteten, der Moment, als ihre Schnauzen aneinanderstießen, hatte sich unauslöschlich für alle Zeit in seine Gedanken gebrannt. Blumengesang war wunderschön. Er hatte sie immer so sehr geliebt. Und sie hatte nie etwas für ihn übrig gehabt. All die Blicke, die sie Wiesennacht stets zugeworfen hatte, hatten nur dafür gesorgt, dass er den ohrlosen Kater noch mehr verabscheute. Nun hatten sie sich gegenseitig ihre Liebe gestanden. Marderfuß blickte zum Himmel empor. Die Sterne blitzten und strahlten so fröhlich wie immer, so, als wäre nichts gewesen. Doch für ihn hatte sich alles verändert. Wenn die beiden irgendwann Junge bekommen sollten, dachte er, dann sollen sie ebenso ohrlos sein wie ihr Vater. Blumengesang hätte etwas besseres verdient als diesen Abschaum von Clankatze.

    Kapitel 6 - Wiesennachts Sicht
    Wiesennacht streckte den Kopf zur Kinderstube herein. Seit der Kriegerzeremonie war beinahe ein ganzer Blattwechsel vergangen. Blumengesang lächelte ihn an. Um sie krabbelten zwei gesunde, muntere Junge. Sie waren gestern zur Welt gekommen. Mohnjunges und Moosjunges, eine Kätzin und ein Kater. „Noch sind ihre Augen geschlossen und sie können nichts sehen, aber bald werden sie zum ersten Mal das Licht der Sonne erblicken“, miaute die Königin sanft. Liebe und Zuneigung lagen in ihren dunkelgrünen Augen. Wiesennacht schnurrte und streifte mit dem buschigen Schweif den Rücken seiner Gefährtin. Er war glücklich. Nie hätte er gedacht, jemals solche Freude erfahren zu dürfen. Zu gut erinnerte er sich noch an die Zeit, in der Marderfuß ihn aufgezogen hatte. Nun tat er es nicht mehr, denn Marderfuß war kein Junges mehr und kein Schüler. Er war nun ein ehrenhafter Krieger, der einen fehlgebildeten Kater nicht mehr ärgerte, denn das war mäusehirnig. Wiesennacht war nun Zweiter Anführer des BlütenClans. Niemand würde ihn je wieder verspotten, nachdem er sich den Respekt der Katzen erkämpft hatte. 
    Am nächsten Morgen stand der Krieger auf einem Stein, der aus dem Gras emporragte und ließ den Wind durch seinen Pelz fahren. Es war ein schönes Gefühl, das Gefühl, dass nun alles gut war. Jemand trat an ihn heran. „Wiesennacht. Ich habe es immer gewusst.“ Holunderfells Stimme drang an sein Bewusstsein. „Ich wusste immer, dass du einmal ein großartiger Krieger werden würdest. Und nun sie selbst, was aus dir geworden ist.“ Die Kätzin verstummte und er hörte, wie sie wieder davonging. Ein großartiger Krieger. War er das denn tatsächlich? 

    Epilog
    „Fang mich doch, Moospfote!“, rief Mohnpfote ihrem Bruder zu. „Ha! Dich krieg ich, du Mäusehirn!“, entgegnete der und hechtete ihr hinterher. „Glaub ich kaum, ich bin zehnmal so schnell wie ein Kaninchen!“ „Das glaubst du selbst nicht.“ Moospfote blieb kurz stehen, bevor er mit einem Sprung seine Schwester in die staubige Erde drückte. „Das ist unfair!“, zeterte diese, bevor sie sich befreite und weitersprang. Moospfote seufzte. Dann raffte er sich auf und jagte ihr, so schnell er konnte, hinterher.

    15
    Ich werde fliegen - von Nebelgeist

    PROLOG
    "Feuer!", der Ruf hallte über die Lichtung und von einer Sekunde auf die andere herrschte Chaos... Breitstern der Anführer des LaubClans versuchte seine Clanmitglieder zu sammeln und rief Anweisungen. Dunststern tat es ihm nach, doch Mottenpfote hörte nicht hin. Gespannt lauschte sie den Abweisungen des Anführers vom anderen Clan, denn Breitstern teilte ein wer mit ihm fliehen und wer noch einmal ins LaubClan Lager zurück musste um die anderen Mitglieder des Clans zu warnen und bei Bedarf zu retten... Jetzt waren nur noch ein paar Katzen übrig und Mottenpfotes Beine gaben fast vor Entsetzten nach. Breitstern hatte Braunpfote zu den Rettern eingeteilt...! Nein, alle nur nicht Braunpfote, sie könnte dabei sterben! Doch Mottenpfote wusste, dass es nichts nützen würde wenn sie Breitstern dies sagte... "NebelClan und LaubClan folgt mir!", Dunststerns Stimme übertönte die aufgeregte Katzenschar. Mottenpfote bewunderte ihren Anführer für seine Loyalität den LaubClan in ihrem Lager in Sicherheit zu bringen und sie wusste es wäre auch für sie sicherer jetzt ihrem Clan zu folgen, doch sie musste Braunpfote beschützen! Denn Braunpfote war nicht nur eine nette Katze in einem anderen Clan, sondern ihre Schwester, die sich mit 7 Monde dazu entschieden hatte in den LaubClan zu wechseln und Mottenpfote würde sie nicht im Stich lassen! Also jagte sie ihr nach und kam kurz nach ihr im Lager an. Braunpfote zog gerade eine kranke Katze aus dem Heilerbau, doch unter ihrem Gewicht kam sie nur sehr langsam voran, hinter ihr lief Morgenblatt der Heiler des LaubClans ebenfalls mit einer kranken Katze bei sich. Mottenpfote eielte an Braunpfotes Seite um ihr zu helfen. "Was machst du denn hier!", fragte Braunpfote überrascht. "Na ich helfe dir!", miaute Mottenpfote. "Mäusehirn! Du solltest überhaupt nicht hier sein!", entgegnete Braunpfote. "Tja jetzt bin ich nunmal hier!", und als sei damit alles gesagt stämmte Mottenpfote die kranke Katze auf ihren Rücken und Braunpfote stütze von der anderen Seite. Dicht beieinander und unter dem Gewicht der kranken Katze etwas wankend liefen die Beiden zum Flussufer, doch sie konnten nur vorsichtige Schritte wagen, denn das Feuer hatte sich schon fast bis zu ihnen durchgekämpft und brannte den Laubwald dem LaubClan seinen Namen verdankte nieder... "Wen tragen wir da eigentlich?", fragte Mottenpfote um sich und Braunpfote etwas von ihrer Angst abzulenken. "Gilpfelzahn, einen Ältesten. Er hatt gerade erst knapp den grünen Husten überlebt, aber seine Lunge ist noch sehr geschwächt, laut Morgenblatt hat er darum gleich bei den ersten Rauchschwaden kaum noch Luft bekommen und ist ohnmächtig geworden...", berichtete Braunpfote. Mottenpfote wollte gerade fragen ob er es überleben würde, als ein großer brennender Ast auf sie zu fiel. Mottenpfote wollte noch wegrennen, doch sie wurde vom Aufprall durch die Gegend geschleudert. Ihre Augen brannten wie das Feuer selbst und sie konnte sich vor schmerzen kaum bewegen als sie auf dem Boden aufschlug. "Braunpfote!", rief sie verzweifelt, doch ihre Stimme brach und alles um sie herum wurde dunkel...

    1. KAPITEL 
    Als Mottenpfote erwachte, war sie noch immer in Dunkelheit gehüllt... Panisch drehte sie ihren Kopf hin und her, doch sie konnte nichts erkennen? Wo bin ich nur! Verzweifelt suchte sie nach Licht, doch nirgends war auch nur ein Sonnenstrahl zu sehen... Plötzlich hörte sie eine wohl bekannte Stimme hinter sich: "Ah, du bist wach Mottentanz!", erfreut erkannte Mottenpfote die Stimme der NebelClan Heilerin, "Wellenklang! Wo sind wir! Und warum nennst du mich jetzt Mottentanz?", verwirrt versuchte sie Wellenklangs Umriss in der Dunkelheit auszumachen, aber ohne Erfolg... Sanft antwortete diese: "Nachdem Nachtbrise dich aus dem Feuer gerettet hat, sah es schlecht um dich aus und für den Fall, dass du stirbst, hat Dunstern dich zur Kriegerin ernannt, damit du als vollwertige Kriegerin zum SternenClan kannst... Aber zum Glück konnte ich dich wieder eingermaßen zusammenflicken!". Mottentanz versuchte die Gedanken in ihrem Kopf zu sotieren... Doch ein ganz besonders unangenehmer drängte sich nach Vorne und kurzerhand sprach sie ihn aus: "Aber wir sind doch im Heilerbau, oder?", ein zustimmender Laut kam von dort wo Mottentanz Wellenklang erahnte, "Naja, seid wann äh, ist es denn hier so dunkel?", unbeholfen versuchte sie aufzustehen und kam sich schon alleine wegen ihrer Frage ziemlich Mäusehirnig vor... Noch sanfter als zu vor antwortete die junge Heilerin: "Naja, ich konnte dich ganz gut heilen... Aber es gab etwas was zu heilen nicht in meiner Macht stand...", sie atmete tief durch, "Es tut mir leid, es dir mitteilen zu müssen, aber du wirst nie mehr sehen können...". Darauf folgte eine unangenehme Stille... "Nie mehr...", diese Worte hallten in Mottentanz Kopf wieder, prallten an den Wänden der Dunkelheit die sie umgab ab und wirbelten umher wie Blätter im Wind, doch wer genau hinsah erkannte den Sturm, der die Blätter mit sich riss und gleichzeitig alles andere auch, bis Mottentanz wieder alleine in der endlosen Dunkelheit stand. Sie erinnerte sich an ihre erste Zeit nach ihrer Geburt, in der sie noch nicht sehen konnte und blind mit ihren Geschwistern durch die Kinderstube gewuselt war. Am Anfang hatte sie sich nur auf ihr Gehör und ihre Nase verlassen, doch mit der Zeit kannte sie jede Unebenheit im Boden und jeden Winkel auswendig und so wusste sie irgentwann genau wo sie hinging. Doch ihr Herz wurde schwer als sie sich an den Moment zurückerinnerte als sie die Augen zum ersten Mal aufschlug... Damals war sie so glücklich und frei gewesen und sie wollte sofort alles entdecken. Sie hatte damals auch vieles in der Kinderstube von ihren blinden Erkundungen wiedererkannt, doch etwas hatte sie niemals einschätzen können und das war die Größe, egal ob von der Kinderstube, oder ihrer Mutter... Sie versuchte sich an das Feuer zu erinnern und ihr viel das Brennen in ihren Augen wieder ein, war sie deshalb blind? Doch plötzlich viel ihr etwas viel schlimmeres als ihre Blindheit ein... "Wellenklang, was ist eigentlich mit Braunpfote und Gipfelzahn?", am Ende war Mottentanzs Stimme kaum mehr als ein Flüstern... Wellenklngs Miauen klang nun so wie als wäre Mottentanz ein Blatt was jederzeit vom Wind weggerissen werden könnte: "Für sie gab es keine Chance, der Ast ist direkt auf sie gefallen... Das Feuer ist aber mittlerweile vorbei und der LaubClan begräbt die beiden gerade...". Nein! Nein! Das kann nicht sein! Mottentanzs Beine gaben unter ihr nach als ihr schwindlig wurde und wie ein Strudel zog sie die Dunkelheit um sie herum nach unten, immer weiter, bis sie nichts mehr mitbekam und in ihr versank...

    16
    Die Gewinner der Monate Juni und Juli:

    • 1. Platz:
    Blattwind - ein ganz besonderes Junges
    mit sieben Stimmen

    • 2. Platz:
    Luffy 124

    und

    *Sonnenflug17*
    mit vier Stimmen

    • 3. Platz:
    Nebelgeist - Ich werde fliegen
    mit zwei Stimmen

    Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner!

    17
    Das Thema für die Monate August und September:

    Naturkatastrophen

    Ein heftiger Sturm, ein tödlicher Blitzschlag, Überflutungen, Hitzewellen oder was auch immer - um diese Dinge sollte es in eurer Story gehen. Natürlich, please, seid kreativ. Dennoch, wir sind in keinem Science-Fiction Film, also bitte nichts zu übertriebenes oder unrealistisches. Und es gibt andere Katastrophen als nur Gewitter oder Stürme, also wenn euch nichts einfällt, dann informiert euch per Internet. Schließlich ist eine gute Recherche für jeden Autor wichtig. In eurer Geschichte sollte es darum gehen, wie die Katzengruppen, Clans oder was auch immer mit der Naturkatastrophe klarkommen, ob sie sich evtl. ein neues Territorium suchen, ob Katzen dadurch sterben oder verletzt werden, oder vielleicht, ob die Katastrophe eine tiefere Botschaft beinhaltet(evtl. eine Strafe des Sternen Clans?). Das, was ich hier aufgezählt habe, sollte aber allein zu Ideenfindung und Orientierung benutzt werden, ich möchte euch hier keine genauen Richtlinien setzen, es sind immerhin eure Stories.

    Ich wünsche euch einen gute Monate und viele Ideen.

    Übersicht der Teilnehmer und ihrer Stimmen:
    Silberschwinge/Tauschatten:
    Fuchsi*kiefi:
    Flora:

    18
    Katastrophenzustand - von Silberschwinge/Tauschatten

    PROLOG:
    Auf einer sternenbeschienenen, einsamen Lichtung glitzerte der Nebel und wie aus dem nichts entschien ein pechschwarzer Sternenclan-Kater.Er blickte sich um und seine gelben Augen leuchteten in der Dunkelheit.Plötzlich wurde der Nebel schwarz und Donner grollte.Der Kater rollte aber nur mit den Augen.”Das du auch immer so ein Theater machen musst, Funkenpelz”, grollte er.
    Kurz darauf erschien neben ihm ein weiterer Kater.”Hallo Nachtfang.Gute Jagd?”, fragte er.
    “Wir sind hier, um über Habichtstern zu reden, nicht um zu schwatzen!”, knurrte sein Gesprächspartner.”Wo ist eigentlich Sternenglanz?”, miaute Funkenpelz.”Ohne sie können wir nicht anfangen”
    “Die Jugend von Heute...nie pünktlich”murmelte Nachtfang halblaut.
    In diesem Moment färbte der Nebel sich in ein bescheidenes Grau und eine kleine, schütern wirkende Kätzin erschien.
    “‘tschuldigung”, murmelte sie.
    Nachtfang schüttelte missblilligend den Kopf, doch Funkenpelz ergriff das Wort.”Habichtstern hat einen großen Fehler gemacht.”
    “Kurz nachdem wir ihm seine 9 Leben verliehen hatten, hatte er bei einem Clantreffen uns verraten”, Nachtfang fauchte laut und nahm eine tiefe, knurrige Stimme an, die wie Habichtsterns klang: Ich zitiere: Der Sternenclan ist ein Kinderstubenmärchen.”
    Funkenpelz wirbelte mit den Pfoten durch die Luft.”Wir müssen ihn bestrafen.Aber wie?”
    Er tiegerte umher, während Nachtfang ihn mit den Augen verfolgte.”Sein Clan ist ihm viel mehr wert als sein eigenes Leben.”,überlegte Sternenglanz, die sich bis jetzt herausgehalten hatte.”Du musst es wissen.Du bist seine Mutter.”, Funkenpelz neigte den Kopf.
    “Aber wir können wir ihn wirklich hart bestrafen?”, grübelte Nachtfang.
    Sternenglanzs blaue Augen zwinkerten geheimnisvoll.”Ich wüsste da was...”

    1.Kapitel
    Löwenfunke streifte durch das Sandclan-Territorium.Der goldene 2.Anführer war auf der Suche nach Beute, denn es war Blattfall und der Clan brauchte Beute, solange er sie sie noch bekommen konnte.Seit Tagen regnete es fast pausenlos und die meisten Beutetiere hatten sich in ihre Baue zurückgezogen.Löwenfunke war schon den halben Tag unterwegs gewesen, doch hatte nur 2 Mäuse und einen Sperling erbeuten können, so rar war die Beute.
    Die Regentropfen fielen auf seinen dichten Pelz und durchnässten ihn bis auf die Haut.
    Der Kater zitterte und trat ins Lager.Er sah sich um und erblickte seine ehemalige Mentorin Wolkenteich.Sie sah schon von dem anderen Ende des Lagers fiebrig und erschöpft aus, so als ob ihre Beine sie nicht mehr tragen wollten.Sie war eindeutig krank, doch Habichtstern hatte sie weiter jagen geschickt, weil sie, wie er sagte“es sich nicht leisten können, kranke Krieger zu haben“.
    Löwenfunke legte seine Mäuse beiseite und ging mit dem Sperling in die Kinderstube.Dort saugte sein kleiner Bruder Sturmjunges am Bauch der trächtigen Blütenregen. Löwenfunkes Mutter war bei Sturmjunges Geburt verblutet.Er legte ihr zitternd den Sperling vor die Pfoten.“Danke Löwenfunke“, sagte die Königin dankbar und fing an zu fressen.Selbst bei ihr konnte Löwenfunke sehen, wie mager sie war.Habichtstern hatte viel Beute für die jungen Krieger beansprucht.Löwenfunke spürte Wut aufkommen.Kranke Krieger mussten im sprömenden Regen jagen und die jungen Krieger und der Anführer bekamen alles? So war das also ab jetzt?“Gern geschehen“, sagte er betont ruhig zu Blütenregen und sie berührte mit dem Schwanz zum Dank seine Wange.
    Löwenfunke verließ die warme Kinderstube und fing draußen augenblicklich an zu zittern.Er eilte zu seiner ehemaligen Mentorin.
    Von Nahem sah sie noch schlimmer aus.Sie fror so arg, dass sie bebte.Ihr Fell war stumpf und ihre einst so schönen, blauen Augen waren trüb und tränten.Der 2.Anführer konnte ihr Fieber förmlich schmecken.Ihre Nase lief und sie sah schwach und zerbrechlich aus.Der goldene Kater drückte sich an sie, um sie zu wärmen.“Du siehst echt furchtbar aus“, miaute er besorgt.“So fühl ich mich auch.Ich bin alt und nur noch ein Wrack von Katze“, krächzte sie heiser.“Das stimmt nicht.Du bist nicht alt, du hast mich doch erst einen Viertelmond nach deiner eigenenen Kriegerzeremonie ausgebildet!”, antwortete er energisch.Löwenfunke versuchte angestrengt sie zu wärmen.Wolkenteich hustete mit bebenden Flanken, bevor sie sagte:“Der Clan braucht dich.Pass auf, dass du dich nicht bei mir ansteckst, du zitterst schon heftig“
    „Dann tue mir einen Gefallen und iss diese Mäuse“, er holte seine 2 Mäuse hervor.“Sie werden dir helfen, bei Kräften zu bleiben“
    Wolkenteich sah ihn dankbar an und berührte sein Ohr mit der Schwanzspitze.
    „Löwenfunke! Hast du nichts zu tun?“, grollte Habichtstern vom Spitzstein herab.Der 2.Anführer vergewisserte sich noch, dass Wolkenteich auch wirklich fraß, bevor er zurück in den Wald trabte.
    Kurze Zeit später hatte er eine Maus aufgespürt und schlich sich an.Plötzlich spürte er, dass er niesen musste.Er konnte es gerade noch unterdrücken.Er stürzte sich auf die Maus und tötete sie mit einem schnellen Biss.Sein Beutestück war erbärmlich mager, und er kehrte nur mit dieser einen Maus ins Lager zurück.

    2.Kapitel:
    Löwenfunke wachte auf und fühlte sich erschöpft und hungrig.Gestern hatte er nur seine magere Maus essen können, denn Habichtstern hatte eine neue Regel eingeführt:
    „Wer die magerste Beute fängt, darf nur diese fressen“, pflegte er immer zu sagen, wenn jemand mit wenig Beute ins Lager kam.
    Löwenfunke stand auf und dachte sofort an die arme Wolkenteich.Es stimmte, sie war keine junge Kriegerin mehr, doch es würde noch viele Monde dauern, bis sie in den Ältestenbau ziehen würde.Löwenfunke trat aus dem Bau und trabte in den Wald.Es war sehr früh, selbst Habichtstern schlief noch.
    Wie immer regnete es in Strömen.Er war nur eine Fuchslänge vom Lager entfernt, da spürte er, wie Wasser an seinen Pfoten leckte.Das Wasser stieg stetig, und bald stand er bis zu den Schultern im Wasser.”Ich muss den Clan alamieren”, schoss es ihm durch den Kopf und er rannte so schnell wie ihn seine müden Beine trugen zurück ins Lager.”Das Wasser steht fast bis zum Lagereingang! Der Fluss ist über das Ufer getreten”, rief er und ein Kopf nach dem anderen erhob sich.Habichtstern stand augentblicklich auf dem Spitzstein.”Sandclan, folgt mir”, grollte er und viele Katzen folgten ihm.Der 2.Anführer sah seinen kleinen Bruder aus Blütenregens Maul baumeln, die Schüler verängstigt rennen und die Ältesten, die so schnell rannten, wie sie konnten.Er bildete mit Wolkenteich das Schlusslicht.Durch die Aufregung schien es ihr noch schlechter zu gehen.Sie keuchte und hustete, ihre Flanken bebten vor Anstrengung, trotz dass Löwenfunke sie stützte.”Mich..”, sie hustete”könnt ihr vergessen.Ich bin schon so gut wie tot”Ihr goldener Begleiter drehte sich um und sah, dass das Lager schon halb unter Wasser stand.”So kommen wir nicht weiter”,überlegte er und sagte knapp:”Aufsteigen”Er bückte sich und seine ehemalige Mentorin stieg auf seinen Rücken.Löwenfunke stolperte mit seiner wertvollen Last hinter Habichtstern her.Er kam mit den anderen Katzen an der Felsenwand, wie sie es nannten, zum Halt.”Wie klettern die Felsenwand hoch.Dort oben sind wir sicher und suchen einen Unterschlupf.”, verkündete er”Die Schüler und Königinnen zuerst.”, er nickte seinem Stellvertreter zu.”Du gehst nach oben und nimmst sie in Empfang.”
    Löwenfunke schnippte zustimmend mit dem Schwanz, ließ Wolkenteich herunter und kletterte die Felsenwand hinauf.Es war nicht leicht, doch er schaffte es und erblickte oben einen dichten Buchenwald, wo sie Unterschlupf finden konnten.Er beugte sich herunter und sah Blütenregen die Wand hinaufkraxeln.Als sie nah gebug war, packte Löwenfunke sie am Nackenfell und zog sie mit Müh und Not hoch.”Danke”, keuchte sie.
    Und so ging es weiter.Nach kurzer Zeit waren nur noch Wolkenteich, Sturmjunges und Habichtstern übrig.Der 2.Anführer sah die Wassermassen immer näher kommen und beeilte sich, die Felsenwand hinunter zu kommen und seine ehemalige Mentorin aufsteigen zu lassen.Es dauerte lange, mit ihr hinaufzukommen.Sie mühte sich, ihm zu helfen, doch die Krankheit hatte sie zu lange geschwächt.Dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, waren sie oben.Löwenfunke legte die Kätzin auf den trockenen Boden unter einer mächtigen Eiche nieder.Ihre Flanke bewegte sich noch auf und ab, doch unregelmäßig.Mal war ihr Atem kräftiger und schnell, dann wieder flach.Löwenfunke rutschte die Felsenwand eher hinunter, als das er kletterte und nahm seinen kleinen Bruder in Empfang, der aus Habichtsterns Maul hing, und packte ihm am Nackenfell.Oben setzte er ihn an Blütenregens Bauch ab, eilte zum Abhang und blickte hinunter.Habichtstern war erst ein wenig über dem Boden, doch er machte keine Anstalten, sich nach oben zu bewegen.“Komm hoch! Alle sind in Sicherheit!“, miaute er hinunter.Doch dann tat Habichtstern etwas, was Löwenfunke ihn nie hatte tun sehen.Er lächelte ihn an und sagte laut:“Du wirst dem Clan ein würdiger Anführer sein“
    Nach diesem Satz riss er seine Krallen von dem Stein und sein Körper stürzte in die Fluten und wurde vom Wasser verschluckt.



    19
    Tote Katzen reden nicht - von Fuchsi*kiefi

    Prolog

    Die Nacht war kalt. Stumm und leblos, wie der gigantische Kadaver einer vergangenen Welt. Die Grillen mit ihren schwarzen Augen waren die Maden, im Körper. Und die Katzen die Mörder, der armen, einst lichtbeschienen Erde. So jedenfalls kam es der Gestalt vor, die durch die Farne und Büsche streifte. Die gequälte Seele, der Nacht. Mit aufgerissenen Augen und spielenden Schnurrhaaren blickte sie in die schweigende Schwärze, ohne zu blinzeln oder zu zwinkern. Niemand hätte sagen können, ob es nun eine Kätzin oder ein Kater war. Dieses merkwürdige Es. Das Raubtier, das dort umgeben von Büschen und Farnen in der mondlosen Nacht stand und die Welt anstarrte als würde sie ihm gerade seinen Tod prophezeit haben, war eine Katze. Daran gab es nichts zu zweifeln. Eine aufgewühlte Katze. Bei dem kleinsten Knistern eines Blattes unter ihren Pfoten, erschauerte sie bis in die Knochen und bei jedem Zweigein das ihren Pelz berührte, stellten sich ihre Nackenhaare auf. Sie drückte sich auf ihrem eigenen Territorium herum, wie ein Eindringling. In ihrem Herzen trug sie eines bitteres, schweres Geheimnis. Sicher, sie hätte mit ihm leben können. Doch das Geheimnis war kein Geheimnis mehr, das man allein trug. Zwei Katzen teilten sich dieses Geheimnis. Und das versetzte die Katze in Panik. Zwei war einer zu viel, stellte sie fest. Sie hatte die Nacht noch nie gemocht. Doch in diesem Moment kam sie ihr noch tödlicher vor, als sonst. Sie war wie eine Leiche. Diese grausige, hässliche Seite des Tages. Die Gedanken der Nachtgestalt verwirrten sich. Die Clankameraden schlummerten tief und unwissend in ihren Nestern, fiel ihr ein. Sie hatte das ganzen Terrain für sich. Ob die Beute wohl auch schlief? Ob Mäuse wohl Schlaf brauchten? Irgendwo rief eine Eule ihren Bass. Es war ein tiefer, dunkler Ton, der in den Ohren der Katze ein Echo war, eine Wiederholung. Eine andere tiefe Stimme hatte ihr ebenfalls eine Drohung zugeflüstert. Eine bittere, grausame Drohung. Ich bin vom Jäger zum Gejagten gemacht worden, kam es der Katze in den Sinn. In diesem Moment faste das Es einen Entschluss: Das hatte eine Ende.

    KAPITEL- 1 

    „Waldstern, Waldstern“, maunzte ein ziemlich kleiner, rundlicher Kater, während er aufgeregt mit seinen kurzen Beinen auf einen Anderen zu lief. Seine Stimme klang so hoch und anhänglich, als wäre er eine Kätzin. Er stolperte hin und wieder über seine großen Tatzen, während seine kurze Schnauze dicht am Boden blieb und seine riesigen Augen glücklich blinkten, als wäre er zum Anführer ernannt worden. Der Kater, den er ansteuerte, war das komplette Gegenteil, majestätisch, hübsch und riesenhaft. Anmutig wie ein Löwe, thronte er auf einem Fels und sah dem deformierten, kleinen Kater mit tiefer Gelassenheit entgegen. In seiner Kehle rumpelte ein mächtiges Schnurren, als er den Schweif hob, um dem Ankömmling zu signalisieren, still zu sein. Der Kater quickte und warf sich vor ihm auf den Boden, während er mit der Treue einer Gefährtin zu ihm aufschaute. „Na mein Sohn… du bist, aber wirklich gewachsen. Und du machst dich beim Heilertraining auch gut, habe ich gehört?“, miaute Waldstern gutmütig. Er wusste genau, dass dies alles eine einzige Lüge war. Doch der Kater japste vor Freude nach Luft und wedelte mit dem Schweif wie ein gestreichelter Hund. Stolperpfote war immer noch klein, kurzbeinig, mit rundem Kopf, kleinen Ohren und einer für eine Wildkatze ziemlicher Fülle. Das einzige was an ihm wuchs waren seine Pfoten, ansonsten hatte er die Statur eines nicht entwöhnten Schülers, trotz seiner 11 Monde. Kriegertraining kam für ihn nicht in Frage. Doch er war ein miserabler Heilerschüler und der Clan verachtete ihn spürbar. Trotzdem war es Waldstern lieber, seinen verkümmerten Sohn als Heiler einzusetzen. Aus dem einzigen Grund: Heiler durften den Kätzinnen nicht nachschauen. Waldstern musste sich eingestehen, tief in seinem Herzen nahm er dieses Geschöpf, dass mehr Kätzinn als Kater zu ihm aufschaute und aussah wie ein Hauskätzchen verpaart mit einem hässlichen, stachellosen Igel, nicht als seinen Sohn an. Seine dunkle Häfte grollte ihm dafür, dieses Junge in die Welt gesetzt zu haben. Er wollte nicht das irgendeine Kätzin die Schande ertragen musste, das Lustbild dieses von Hässlichkeit gezeichneten Katers zu werden. „Jaja, Jaja“, quietschte Stolperpfote und kniff die Augen zusammen wie ein vor Glück nur so überströmendes Junges. Waldstern knuffte seinen Sohn vorsichtig. Stolperpfote versenkte seine Schnauze im Fell seines Vaters. „…und Paps…“, nuschelte er, „… ich werde jetzt Bruder…“ Waldstern Schoss in die Höhe. „Was!“, maunzte er schockiert. Stolperpfote sah mit kugelrunden Augen zu ihm auf und schien ein wenig verärgert, dass sein Vater sich mehr für etwas anderes als für ihn interessierte. „Mutters Junge wollen auf die Welt!“, erklärte er gleichgültig, als wäre es etwas völlig Formales. „Stolperpfote… bleib wo du bist. Ich muss zu deiner Mutter“, erklärte Waldstern atemlos und rannte in weiten Sprüngen durchs Lager. Stolperpfote blieb gekränkt zurück.

    20
    Noch kein Titel- von Flora

    Prolog:

    Der Wind zieht durch die Teretorien der 2 Clans ein weißer Kater tauchte mit einem Wimperschlag auf. Ihm umgab schwarzer Rauch und seine Augen machten dem Winter Konkurrenz. Eine zweite Katze erschin und stellte sich neben ihn.

Kommentarfunktion ohne das RPG / FF / Quiz

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