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.~*Pfoten im Feuer*~.

Blaupfote, Feuersterns Tochter, bekommt durch ihre Abstammung eine große Verantwortung in ihre kleinen Pfoten gelegt, der sie nicht gerecht wird.
Getrieben vom alltäglichen Clanwahnsinn verstrickt sie sich immer tiefer in ein Gewirr von Geheimnissen, welche teilweise länger existieren als sie selbst.
Und dann sind da auch noch ihre nächtlichen Ausflüge, die sie in ein neues Abenteuer jagen.

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    Zuallererst: Heyho. ^^ Manche von euch kennen mich eventuell aus Roleplays oder aus meinem Gedichtband. Da ich allerdings nicht nur RPe und Gedichte v


    Zuallererst: Heyho. ^^
    Manche von euch kennen mich eventuell aus Roleplays oder aus meinem Gedichtband. Da ich allerdings nicht nur RPe und Gedichte verfasse, sondern mich auch als Autorin versuche, veröffentliche ich hier meinen ersten WaCa-Schreibversuch, den ich als lesenswert erachte.

    Die neuen Kapitel werden, wenn ich Zeit und Motivation habe, vermutlich zwei mal wöchentlich erscheinen, jeweils Dienstags und Samstags.

    Das Buch spielt anfangs circa in der Zeit um den WaCa Band "Mitternacht" (Staffel II, Band 1), dem entsprechen also auch die Charaktere, die hier auftauchen, mit Ausnahme von Eichhornpfote und Blattpfote (Ja, ja, tut mir leid, tut mir leid.)
    Ich werde mich nicht exakt an die Bücher halten und Charaktere wenn es sein muss auch nicht zu ihrer vorgegebenen Zeit sterben lassen.

    Wenn ihr euch die Geschichte durchlest, so hinterlasst mir doch bitte einen Kommentar, eine Kritik, eine wasauchimmer, ich benötige Feedback, um mich zu verbessern oder Fehler zu ändern, also seid ruhig kritisch!

    Aber jetzt: Lest euch die Hierarchie durch und dann auf geht's. ^^


    Donnerclan

    Anführer: Feuerstern - hübscher Kater mit rotem Fell

    2. Anführer: Graustreif - langhaariger, grauer Kater; Mentor von Blaupfote

    Heilerin: Rußpelz - dunkelgraue Kätzin

    Krieger:
    Mausefell - kleine, schwarzbraune Kätzin; Mentorin von Spinnenpfote
    Borkenpelz - dunkelbraun getigerter Kater
    Sandsturm - kleine, gelbbraune Kätzin
    Wolkenschweif - langhaariger, weißer Kater; Mentor von Eispfote
    Farnpelz - goldbraun getigerter Kater; Mentor von Weißpfote
    Lichtherz - weiße Kätzin mit goldbraunen Flecken und vernarbtem Gesicht
    Dornenkralle - goldbraun getigerter Kater; Mentor von Weidenpfote
    Brombeerkralle - dunkelbraun getigerter Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    Aschenpelz - hellgrauer Kater mit dunkleren Flecken und dunkelblauen Augen
    Regenpelz - dunkelgrauer Kater mit blauen Augen
    Schlammfell - hellgrauer Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    Ampferschweif - schildpattfarbene Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    Schüler
    Blaupfote - sehr kleine, langhaarige, blaugraue Kätzin mit türkisen Augen
    Eispfote - sehr großer, kurzhaariger, braun-weißer Kater mit grünen Augen
    Spinnenpfote - langgliedriger, schwarzer Kater mit braunem Bauch und bernsteinfarbenen Augen
    Weidenpfote - kleiner, dunkelbrauner Kater mit bernsteinfarbenen Augen
    Weißpfote - weiße Kätzin mit grünen Augen

    Königinnen
    Goldblüte - Kätzin mit hellem, goldbraunem Fell; älteste Königin in der Kinderstube
    Rauchfell - hellgraue Kätzin mit dunkleren Flecken und grünen Augen

    Älteste
    Frostfell - Kätzin mit schönem, weißem Fell und blauen Augen
    Tupfenschweif - einst hübsche, schildpattfarbene Kätzin; älteste Katze im DonnerClan
    Fleckenschweif - hell gescheckte Kätzin
    Langschweif - Kater mit hellem Fell und schwarzen Streifen; früh im Ruhestand, weil fast blind


    Katzen außerhalb der Clans
    Ruby - graue Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen; zieht durch die Territorien
    Mikusch - schwarz-weißer Kater; lebt auf einem Bauernhof nahe am Wald
    Rabenpfote - schlanker, schwarzer Kater; lebt auf dem Hof mit Mikusch
    Charly - älterer, gestreifter Kater; lebt in den Wäldern nahe des Meeres

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    Langsam blinzelte das kleine Junge dort, beinahe verloren wirkend in seinem warmen Nest zum ersten Mal und öffnete die Augen. Weit riss sie ihr Mäulchen zu einem Gähnen auf und zeigte ihre kleinen, spitzen Zähne. Dann schmatzte sie zweimal und schloss ihre Augen direkt wieder- Sehr zum Unwohlsein ihrer Eltern, die sie erwartungsvoll anstarrten und gebannt diese Momente in ihrem Leben miterleben wollten. Doch das Junge schlief, dicht an den Bauch seiner Mutter gedrängt wieder ein, neben ihr saß ihr Bruder mit bereits weit offenen Augen und legte den Kopf in einer fragenden Geste schief. „Warum macht sie die Augen nicht auf?“, fragte dieser und der Vater der beiden Geschöpfe antwortete, noch bevor es ihre Mutter tun konnte: „Jeder öffnet seine Augen zu seiner Zeit…“ Er klang hörbar enttäuscht, auch, wenn er versuchte, es zu überspielen. Die Mutter zog schnurrend das kleine Bündel Fell näher an ihren Bauch und sah ihren Sohn aus liebevollen Augen an. „Und deine Zeit war vor ihr, doch muss das nichts bedeuten. Bedenke, du hast deine erst gestern geöffnet, es wird nicht mehr lange brauchen.“
    Doch es brauchte noch länger. Länger, als ihre Eltern und ihr Bruder eigentlich dachten, erst knapp drei Sonnen nach diesem ersten prägenden Moment öffnete die Kätzin ihre Augen richtig und sah sich auch direkt neugierig um. Ihr Bruder war der erste, der es bemerkte und sofort aufkreischte: „Mama! Blaujunges hat die Augen geöffnet!“ Die Kätzin hob verschlafen den Kopf, es war kurz nach Mondhoch und so brauchte sie ihre Zeit, bis sie realisierte, was ihr Sohn meinte. „Blaujunges!“ maunzte sie erfreut „Das ist ja wunderbar! Endlich hast du deine Augen geöffnet!“ Sie schnurrte freudig und war dann diejenige, die die Augen sofort wieder schloss und einschlief. „Aber Mama!“ miaute Blaujunges etwas traurig, sie war verletzt, dass ihre Mutter sich nicht so um sie kümmerte wie um ihren Bruder, als er seine Augen öffnete. Doch die Trauer war wieder so schnell verflogen, wie sie kam. „Eisjunges?“ fragte die gerade mal 14 Sonnen alte Kätzin ihren Bruder und starrte ihn aus ihren noch jungenhaft-blauen Augen an. „Ja?“ antwortete der Angesprochene und erwiderte ihren Blick intensiv. „Nix!“ sagte dann die Kleine grinsend und brach in Lachen aus. „Wirklich!“ auch ihr Bruder kicherte, versuchte aber, einen strengen Blick aufzusetzen. „Blaupfote, sowas tut man nicht, ich, Eiskralle, dein starker und toller Mentor, zeigt dir jetzt mal, wie man sich an eine Maus anschleicht!“ begann der Kater das Jungenspiel und die beiden tollten, mitten in der Nacht, freudig durchs Lager.
    Durch den Trubel und die Unruhe der vor Freude quietschenden Junge geweckt, steckte ein langhaariger, weißer Kater den Kopf aus dem Kriegerbau und betrachtete die Jungen mit einem amüsierten Grinsen. „Graaah! Ein feindlicher Schattenclankrieger! Auf ihn, Blaupfote!“ Eisjunges stürmte krähend auf Wolkenschweif zu, der mit einem besorgten Blick in den Kriegerbau heraustrat und seine müden Glieder streckte. In diesem Moment wurde er jedoch von dem Jungen, dicht gefolgt von seiner Schwester, attackiert. Wolkenschweif blieb einfach stehen, als die beiden Jungen sein Fell hochkletterten und es sich auf seinem Rücken gemütlich machten. „Ihr beiden solltet schlafen!“ meinte er ruhig, dennoch grinste er. „Blaujunges hat gerade ihre Augen geöffnet! Dann soll sie das Lager sehen!“ protestierte Eisjunges standhaft „und außerdem… ist es langweilig in der Kinderstube! Los! Dachsritt!“ forderte jetzt Blaujunges mit freudig blitzenden Augen. „Na gut…“ grummelte der weiße Kater noch immer müde und setzte große, schwere Schritte, quer durch das ganze Lager. Die beiden Jungen kreischten freudig und wackelten auf Wolkenschweifs Rücken herum, bis es selbst ihnen langweilig wurde und sie beide mit einem aufjaulen von ihm herabsprangen. Eisjunges landete weniger elegant als seine Schwester auf dem sandigen Boden des Felsenkessels und rollte ungeschickt vor die Pfoten des feuerroten Katers, welcher schon seit einiger Zeit die drei beim Spielen beobachtet hatte. „Oh! Vater!“ rief Blaujunges erfreut, als sie ihren Vater erblickte und rannte auf ihn zu, während Eisjunges sich aufrappelte und sich auf dessen Schweif stürzte. Wolkenschweif beobachtete die Drei nur leicht grinsend. „Ihr solltet zurück zu eurer Mutter in die Kinderstube!“ sagte dieser und sah seine Jungen auffordernd an. „Ihr weckt sonst noch das Lager auf! Und… morgen seid ihr nicht ausgeschlafen genug.“ Redete er in einem Ton weiter, der keine Widerrede zuließ. Blaujunges verdrängte niedergeschlagen die Tatsache, dass es ihren Vater nicht einmal kümmerte, dass sie ihre Augen geöffnet hatte. „Und du, Wolkenschweif… Solltest auch schlafen gehen. Vergiss nicht, Graustreif hat dich für die Morgenpatroullie eingeteilt.“ Sagte der Kater etwas ruhiger, dann schnipste er mit dem Schweif und die beiden Jungen tappten missmutig in die Kinderstube zu ihrer schlafenden Mutter zurück. Auch Wolkenschweif drehte sich um und ging wieder in den Kriegerbau zurück. Und so bemerkte keiner, wie Feuerstern, kurz vor Sonnenaufgang schnell das Lager verließ.

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    „Ich fordere alle Katzen, die alt genug sind, um selbst Beute zu machen, dazu auf, sich hier zu einem Clan-Treffen zu versammeln" früh am Morgen berief Feuerstern eine Clanversammlung ein, langsam sammelte sich der Clan und zwei Junge Katzen standen aufgeregt beieinander. Sandsturm hatte alle Pfoten damit zu tun, das wilde, blaugraue Fell ihrer Tochter zu bändigen, während Eisjunges sich selbst putzte. Mit einem leichten Schubs beförderte Sandsturm daraufhin ihre beiden Junge vor den Hochstein beförderte. Blaujunges sah Eisjunges aus blitzenden Augen an. „Endlich werden wir Schüler!“ flüsterte sie ihm zu, dann setzte sie sich kerzengerade hin und beobachtete angespannt ihren Vater auf dem Hochstein. //Wer wohl mein Mentor wird…// dachte sie sich unruhig und konzentrierte sich gar nicht auf die Worte, die ihr Vater sprach. //Graustreif oder Wolkenschweif wären toll. Sie sind immer so lustig… Oder Lichtherz! Sie ist so nett. Brombeerkralle macht mir etwas Angst. Aber Regenpelz, Schlammfell, Ampferschweif oder Aschenpelz wären auch ganz okay… Wobei- sie sind so jung!// „Blaupfote! Los jetzt!“ ihr Bruder stupste sie unterschwellig mit dem Schweif an und sie zuckte kurz, als sie aus ihren Gedanken gerissen wurde. Vor ihr stand Graustreif und sah sie erwartungsvoll an. //Äh… Sternenclan! Ich habe doch nicht… meine Zeremonie verpasst!// Schnell berührte sie Graustreifs Nase mit der ihren und zog sich dann mit vor Scham zuckenden Ohren zurück, während der Clan ihren Namen rief, wurde jedoch von Eisjunges zurückgehalten. „Du musst noch abwarten!“ zischte dieser ihr leise zu und Feuerstern setzte erneut zum Sprechen an, als der Clan langsam verstummte. „Eisjunges, du bist nun ebenfalls sechs Monde alt und es ist an der Zeit, um mit deiner Ausbildung zu beginnen. Von diesem Tag an, bis dieser Schüler sich seinen Kriegernamen verdient hat, wird er Eispfote heißen. Ich bitte den SternenClan, über diesen Schüler zu wachen, bis er in seinen Pfoten die Kraft und den Mut eines Kriegers findet.“ Feuerstern machte eine kurze Pause und sah stolz auf sein Junges herab. „Wolkenschweif. Ich habe dich gut ausgebildet und nun bist du selbst bereit, einen Schüler auszubilden. Du wirst der Mentor von Eispfote sein und ich bin überzeugt davon, dass du deinen Mut an ihn weitergeben wirst.“ Leise hängte er noch ein „Und benimm dich, mein Guter…“ an seinen Satz an, was jedoch im Jaulen der Menge unterging, die nun Blaupfotes sowie Eispfotes Namen in den Himmel riefen. Eispfote und Wolkenschweif tauschten noch schnell den Nasengruß aus und dann traten die beiden Schüler beiseite, um die ganzen Glückwünsche entgegen zu nehmen. Stolz schwellte Eispfote die Brust und sah grinsend zu seiner Schwester. „Ich werde besser sein als du!“ sagte er neckisch in einer freien Sekunde und schnippte ihr mit der Schweifspitze gegen das Ohr. „Oh, das glaubst aber auch bloß du!“ erwiderte sie grinsend und grinste frech. Die beiden hatten keine Zeit mehr, sich eine weitere Debatte zu liefern, denn ihre Eltern kamen laut schnurrend auf die beiden zu. Blaupfote setzte sich elegant und aufrecht hin und erwartete die beiden mit einem erwartungsvollen Blick, doch wendeten sie sich erst ihrem Bruder zu. Erneut schob sich ein trauriger Gedanke in ihren Kopf, doch verdrängte sie diesen schnell und beobachtete ihre Eltern dabei, wie sie Eispfote stolz über das braun-weiß getigerte, kurze Fell leckten. //Wieso sehen wir nicht aus wie unsere Eltern…? Eispfote hat eindeutig den Körperbau von Feuerstern, doch seine Fellfarbe passt nicht… Und ich sehe etwas so aus wie Sandsturm, aber weder meine Fellfarbe, noch meine Felllänge passen zu der meiner Eltern…// Zum zweiten Mal an diesem Tag wurde Blaupfote aus ihren Gedanken gerissen, als ihre Eltern nun schnurrend zu ihr kamen. „Blaupfote, du wirst die beste Kriegerin dieses Clans. Das wissen wir.“ Sagte ihre Mutter und leckte ihr über den Kopf. Sie musste sich tief hinunterbücken, um überhaupt ihre Tochter zu erreichen und ein besorgter Blick schlich sich in ihre Augen, den sie aber durch das Schließen dieser verschwinden ließ. Blaupfote lächelte. „Ich verspreche es euch! Eispfote und ich werden die besten Krieger, die der Clan je gesehen hat!“ „Du bist benannt nach der größten Anführerin, die dieser Clan je hatte, Blaupfote. Und ich bin mir sicher, dass du deinem Namen alle Ehre machen wirst.“ Sagte Feuerstern und sah seine Tochter sanft an. //Ich soll werden wie jemand, der besser war als ich je war, wie soll das gehen…// Blaupfote nickte lediglich und verbarg ihre traurige Stimmung hinter einem breiten Lächeln. Dann verschwanden ihre Eltern auch schon wieder zusammen in Feuersterns Bau. Eispfote warf Blaupfote einen besorgten Blick zu, doch diese schnipste nur kurz gespielt freudig mit den Ohren. Die beiden jungen Katzen sollten an diesem Tag nicht mehr ihre Ruhe bekommen, ihre Mentoren gaben ihnen noch einen Tag bevor das Training beginnen sollte und so verbrachten sie die freie Zeit damit, „Kampftricks“ mit Spinnenpfote, Weidenpfote und Weißpfote zu üben. Doch keiner wusste, dass Blaupfote erst vier Monde alt war...

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    „Oh, komm schon, Graustreif!“ quengelte die kleine Kätzin bereits seit Sonnenhoch „ich will noch einmal Jagen gehen! Ich habe heute noch nichts gefangen!“ hängte sie schnell an, bevor ihr Mentor ihr erneut widersprechen konnte. „Du kannst auch morgen noch etwas fangen!“ protestierte der Angesprochene müde. Ob vom ganzen Diskutieren oder daher, dass er den gesamten Vormittag mit seiner Schülerin durch das Territorium lief, sei dahingestellt. „Aber… Ich muss doch heute auch noch etwas fangen!“ redete die Schülerin weiter und fuhr kurz wütend die Krallen ein und aus. „Wenn ich heute nichts fange, werde ich heute nichts essen!“ setzte sie noch einmal nach. „Du wirst essen, sonst fängst du morgen nichts.“ Redete Graustreif der Schülerin ins Gewissen- jedenfalls hoffte er, er täte dies, doch fasste die Kleine in diesem Moment einen Beschluss. „Von mir aus. Aber versprich mir, wir gehen morgen jagen! Und machen Kampftraining!“ Sie kniff die Augen zusammen, als duldete sie keine Widerrede und verschwand, noch bevor der kopfschüttelnde, graue Kater ihr noch einmal widersprechen konnte. Mit gesetzten Schritten verschwand die kleine Kätzin im Schülerbau, wo sie sich in ihr Nest legte und abwartete.
    Kurz vor Mondhoch konnte man es im Schülerbau rascheln hören, dann trat Blaupfote auch schon in den Felsenkessel hinaus. //Ich werde ihnen zeigen, dass ich genauso gut sein kann wie Blaustern!// damit krabbelte sie durch den Dornentunnel und verfing sich beinahe in den Dornen. Im Wald angekommen vernahm sie die vertrauten, beruhigenden Gerüche der Nacht und ein weiteres Mal wurde ihr bewusst, wie sehr sie ihr Zuhause liebte. Die Ohren gespitzt und die Augen weit geöffnet lauschte die Kätzin in die Stille, lediglich das Rauschen der Blätter im Wind erreichte sie jedoch und so schlich sie sich etwas vom Lager weg und roch tatsächlich etwas- der Duft einer Maus stieg ihr in die empfindliche Nase und brachte ihre Schnurrhaare zum Zucken, doch herrschte sie sich an, ruhig zu bleiben und fiel in ein etwas wackeliges Jagdkauern, in dem sie sich leise an das Beutetier anschlich. Zwar achtete sie darauf, auf keine Äste oder Blätter zu treten, doch stellte der Wind ihr eine Falle, die Maus hob den Kopf, zuckte zweimal mit der Nase und rannte dann davon. Blaupfote stürzte hinterher, fest entschlossen, den Nager zu erwischen. Doch fing sie die Maus nicht, egal, wie sehr sie sich anstrengte. Das kleine Tier war längst in seinem Bau verschwunden, als die junge Schülerin an diesem ankam. Entmutigt ließ sich die Kätzin auf die Hinterpfoten fallen und versuchte erneut, eine Beutespur aufzunehmen, doch fand sie keine und sah traurig in die Sterne über ihr. //Wieso kann ich denn nichts… Eispfote hat an seinem zweiten Tag als Schüler bereits ein Eichhörnchen gefangen. Und ich habe beinahe einen halben Mond gebraucht, bis ich endlich diese nach Fuchsdung stinkende, dürre Spitzmaus gefangen hatte… Außerdem schaut mich Feuerstern immer so komisch an. Ob er enttäuscht ist? Ich habe ihm noch nicht viel Grund zur Freude gegeben.// In Selbstzweifel versunken saß sie dort, verlassen und klein auf der kleinen Lichtung im Mondschein, welcher sanft von ihrem Pelz reflektiert wurde und ihn sanft zum Schimmern brachte.
    Wie lange sie dort unter dem Himmel saß, wusste sie selbst nicht, doch als sie aufstand, fasste sie neue Hoffnung und prüfte ein weiteres Mal die Luft. Der Geruch einer Taube ließ ihr bereits das Wasser im Mund zusammenlaufen. Ein weiteres Mal zwang sie ihren zuckenden Schweif zur Ruhe und fiel ein weiteres Mal in ihr ein weiteres Mal in ihr wackeliges Jagdkauern. Bedacht setzte sie eine Pfote vor die andere und fixierte aus angespannten Augen die, für den Blattfall noch erstaunlich fette Taube. //Von diesem Fang werden Frostfell und Tüpfelschweif beide satt!// dachte sie und versteifte sich bei dem Gedanken daran, was passieren könnte, sollte sie das Tier nicht fangen. Doch nötigte sie sich dazu, sich weiterhin an den Vogel anzuschleichen. Ein weiterer Schritt und sie sprang. Mit einem langen Satz landete sie auf der, gerade noch friedlich an einem Korn pickenden, Taube. Diese flatterte in Panik mit den Flügeln und befreite sich beinahe aus dem Biss der Kätzin, doch schoss diese vor und schloss ihre Zähne um die Kehle des Tieres, das sich kurz danach nicht mehr bewegte. //Eine Taube! Danke, Sternenclan! Oh, danke!// mit wiedererwachtem Enthusiasmus vergrub sie stolz ihren Fang und prüfte erneut die Luft. Der süßliche Geruch eines Eichhörnchens umwaberte die kleine Kätzin regelrecht und mit weit geöffneten Augen versuchte sie, dessen genauen Ursprung auszumachen. Sie erroch das Tier zwar nicht, doch sah sie seinen buschigen Schweif hinter einem Baumstumpf wackeln und Blaupfote ließ sich wieder in ihr Jagdkauern fallen, was, vielleicht auch nur durch Zufall, etwas sicherer aussah als zuvor. Den Blick starr auf ihr Ziel gerichtet setzte sie behutsam Pfote vor Pfote, doch schreckte das Eichhörnchen scheinbar grundlos auf und verschwand binnen Sekunden einen Baum hinauf und in seinen Kobel. „Fuchsdreck!“ fluchte sie leise und suchte nach demjenigen, der Schuld daran war, dass sie ihren Fang verlor. Doch fand sie keinen und demotiviert grub sie ihre Taube wieder aus und trabte ins Lager zurück, im Lagereingang bemerkte sie durch den köstlichen Geruch der Taube beinahe den frischen Geruch nicht, der ihr so bekannt vorkam und den sie dennoch niemandem zuordnen konnte. Sie wusste nicht, dass es Brombeerkralle war.

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