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Achtung! Dies ist nur ein Teil einer Fortsetzungsgeschichte. Andere Teile dieser Geschichte

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Warrior Cats - Sturm der Finsternis

In scheinbar friedlichen Zeiten werden vier Junge geboren. Auf ihren Schultern ruht die Prophezeiung, die einst den Wald retten soll...

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    Kurze Info vorab: Es gibt vier Clans, die ihr gleich kennenlernen werdet. Ich werde jeweils aus den Sichten der vier Jungen in den verschiedenen Clans schreiben, also kommt nicht durcheinander. Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.

    Der WiesenClan lebt in einer weiten Wiesen- und Moorlandschaft. Schutz vor dem Wind bieten einige Ginsterbüsche, es gibt viel Heidekraut. Das Lager ist in einer Senke zwischen sanft geschwungenen Hügeln untergebracht. Die Baue sind entweder in Ginsterbüschen oder kleinen Erdhöhlen, der Clan versammelt sich am Himmelfels. Die Beute ist hauptsächlich Kaninchen und kleinere Habichte, ab und zu auch Moorhühner. Die Katzen sind sehr loyal und hilfsbereit und können besonders gut Rennen und graben.

    Der WasserClan lebt in einer Insellandschaft inmitten eines sehr breiten Flusses. Die Inseln sind unterschiedlich groß und bestehen aus Stein und Sand, nur wenige sind grasbewachsen. Das Lager ist auf der größten Insel, wo auch einige Trauerweiden stehen. Die Katzen treffen sich an der Tropfenwurzel. Die Beute besteht aus Fisch und ab und zu Vögeln. Die Katzen sind äußerst stark und lebhaft, können besonders gut schwimmen und tauchen.

    Der NachtClan bewohnt einen dichten Nadelwald. Es gibt dort auch einige Bäche. Das Lager ist auf einer schattigen Lichtung untergebracht. Die Katzen treffen sich An der Sturmtanne, einer riesigen Tanne. Der Anführer sitzt dann auf dem niedrigsten Ast. Die Beute besteht hauptsächlich aus Mäusen, manchmal auch Vögeln. Die Katzen sind sehr listig, aber auch offen. Sie können gut springen.

    Der BlattClan lebt in einem Mischwald. Die Bäume dort sind sehr unterschiedlich. Es gibt viele kleine Bäche und Lichtungen. Das Lager ist auf einer hellen Lichtung umgeben von Ahorn und Kastanien. Der Anführer schläft im Dämmerstein, wo auch Clanversammlungen abgehalten werden. Die Beute besteht größtenteils aus Eichhörnchen und Vögeln. Die Katzen sind sehr klug und geschickt und sind Meister im Klettern.

    Jeden Vollmond treffen sich die vier Clans auf der Sternenlichtung. Dann herrscht Waffenruhe.
    Die Heiler gehen jeden Halbmond zum Mondfall, einem kleinen Wasserfall am Rand des BlattClan - Territoriums. Dahinter ist eine Höhle, in der sich der Sternenfels befindet. Dort geben sich Heiler und Anführer mit dem SternenClan die Zungen.

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    Die Hierarchie des WiesenClans

    Anführer: Rabenstern - Rabenschwarzer Kater mit grauen Augen und langen, tiefschwarzen Krallen

    Zweite Anführerin: Flammenherz - Rotbraune Kätzin mit leuchtend grünen Augen, Mentorin von Blütenpfote

    Heiler: Hellsonne - Hellgrauer Kater mit weißen Tupfen und hellblauen Augen

    Krieger:
    Graspelz - Dunkel getigerter Kater mit dunkelblauen Augen
    Mohnherz - Schildpattfarbene Kätzin mit violetten Augen
    Sumpfnase - Graubrauner Kater mit hellen Flecken und graublauen Augen
    Glutherz - Dunkelgoldbrauner Kater mit hellgrünen Augen, Mentor von Lichtpfote

    Königin:
    Nachtfell - Schwarze Kätzin, Mutter von Salbeijunges(hellgrau, grüne Augen) und Farnjunges(schwarz mit goldener Tigerung, dunkelblaue Augen)

    Schüler:
    Blütenpfote - Hellgraue Kätzin mit rosa Schimmer und hellblauen Augen
    Lichtpfote - Weiße Kätzin mit goldener Schwanzspitze und grünen Augen

    Älteste:
    Wiesenschweif - Braun getigerte Kätzin


    Die Hierarchie des WasserClans

    Anführerin:
    Honigstern - Honigfarbene Kätzin mit gelben Augen

    Zweiter Anführer:
    Braunkralle - Dunkelbraun getigerter Kater mit graublauen Augen, Mentor von Otterpfote

    Heilerin:
    Federfarn - Silberne Kätzin mit dunkelblauen Augen

    Krieger:
    Hagelsturm - Dunkelgrauer Kater mit schwarzen Streifen
    Abendherz - Hellrotgoldener Kater mit braunen Augen, Mentor von Einpfote
    Eisfall - Weiße Kätzin mit blauen Augen, Mentorin von Gelbpfote

    Königinnen:
    Nebelherz - Graue Kätzin, erwartet Junge von Hagelsturm
    Blattfell - Goldene Kätzin mit hellbraunen Sprenkeln, Mutter von Buntjunges (Weiß mit schwarzen und braunen Tupfen) und Schilfjunges ( Schildpattfarben mit goldenen Flecken und braunen Augen)

    Schüler:
    Einpfote - Schwarzer Kater mit grünen Augen
    Gelbpfote - Sandfarbene Kätzin mit dunkelblauen Augen
    Otterpfote - Dunkelgrauer Kater mit dunkelbraunen Schattierungen

    Ältester:
    Wolkenpelz - Blinder, weißer Kater


    Die Hierarchie des NachtClans

    Anführerin:
    Nachtstern - Schwarze Kätzin mit weißem Brustfleck und dunkelgrünen Augen

    Zweiter Anführer:
    Fuchsschweif - Tiefroter Kater mit eisblauen Augen

    Heilerin:
    Schwanensee - weiße Kätzin, Mentorin von Magnolienpfote

    Krieger:
    Weidenherz - Grauer Kater mit dunkler Zeichnung
    Schwarzpelz - Schwarzer Kater mit grauen Augen
    Sprenkelfeder - Braun und cremefarben gesprenkelte Kätzin mit grünen Augen
    Graublatt - Hellgraue Kätzin mit einem weißen Ohr und gelben Augen, Mentorin von Tannenpfote

    Königinnen:
    Rauchschatten - Dunkelgraue Kätzin mit violetten Augen, Mutter von Zedernjunges (dunkelbrauner Kater mit graublauen Augen) und Silberjunges (Silbern und schwarz gestreifte Kätzin mit grünen Augen)
    Morgenfrost - Silbern gestreifte Kätzin mit blauen Augen, erwartet Junge von Weidenherz

    Schüler:
    Magnolienpfote - Golden-weiße Kätzin mit einer rötlichen Pfote und gelben Augen
    Tannenpfote - Braune Kätzin mit braunen Augen

    Älteste:
    Raupelz - Schwarzer Kater
    Honigfell - Sandfarbene Kätzin


    Die Hierarchie des BlattClans

    Anführerin:
    Taubenstern - Blaugraue Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen

    Zweite Anführerin:
    Tauglanz - Silberweiße Kätzin mit braun und gelb gesprenkelten Augen

    Heilerin:
    Rauchblüte - Dunkelgrau getigerte Kätzin mit grünen Augen, Mentorin von Mondpfote

    Krieger:
    Erlenpelz - Dunkelbrauner Kater mit blauen Augen
    Brombeerherz - Dunkelgoldbrauner Kater mit orangefarbenen Augen
    Sturmschweif - Grauer Kater mit blauen Augen
    Uhupelz - Dunkelbraun getigerter Kater, Mentor von Steinpfote
    Honigflug - Rodtbraune Kätzin mit gelben Augen
    Feuervogel - Dunkelrote Kätzin mit türkisfarbenen Augen, Mentorin von Amselpfote

    Königinnen:
    Fliederschweif - Weiße Kätzin, Mutter von Blitzjunges (dunkelgrauer Kater mit blauen Augen) und Falkenjunges (dunkelbrauner Kater mit schwarzen Tigerungen und grünen Augen)
    Dämmereis - Graublaue Kätzin mit braunen Augen, Mutter von Ahornjunges (Hellbraun getigerte Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen)

    Schüler:
    Steinpfote - Grauer Kater mit braunen Augen
    Amselpfote - Schwarze Kätzin mit grünen Augen
    Mondpfote - Silberne Kätzin mit dunkelblauen Augen

    Älteste:
    Vogelflug - Braune Kätzin

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    Prolog

    Der volle Mond schwebte am Himmel über dem Teich und tauchte ihn in geheimnisvolles silbernes Licht. Aus dem angrenzenden Wald trat eine große schwarze Kätzin mit dunkelblauen Augen. Am Rand des Teiches blieb sie stehen und spitzte aufmerksam die Ohren. Schon bald trat eine zweite Kätzin auf die Lichtung, ihr Fell war so hellbraun wie ihre leuchtenden Augen.
    "Sei gegrüßt, Rehblatt. ", miaute die Schwarze. Rehblatt neigte den Kopf. "Sei du ebenfalls gegrüßt, Schattenfeder. "
    Schattenfeder blinzelte. "Wo bleiben die anderen? Wir haben keine Zeit zu verlieren. "
    Rehblatt sah sich wachsam um, als ob sie etwas gehört hätte. Sogleich erschienen zwei weitere Katzen, eine schildpattfarben, die andere silbern getigert.
    "Echohauch, Wolfblüte. ", miaute Schattenfeder. Die beiden Kätzinnen kamen näher zum Rand des Teiches. Die Katzen blickten ins Wasser, bis Wolfblüte schließlich das Wort ergriff.
    "Es ist Zeit, den Clans zu helfen. Sie ahnen nichts von der Bedrohung. Wir müssen den auserwählten Katzen nun ihre Gaben verleihen, bevor sie geboren werden."
    Echohauch sprach nun.
    "Wir werden nun jeder dieser Katzen eine besondere Eigenschaft und eine Gabe erwählen. Wer will beginnen? "
    Schattenfeder trat vor.
    "Ich verleihe der Katze, die ich auserwählt habe, unglaubliche Voraussicht und gebe ihr eine außergewöhnliche Verbindung zum SternenClan. Seid ihr einverstanden? " Die anderen Katzen stimmten zu. "So soll es sein.", miaute Schattenfeder schließlich und senkte ihr Haupt. Ein winziges rotes Licht tanzte auf der Wasseroberfläche, bis es schließlich in den Tiefen des Teiches verschwand. Schattenfeder entfernte sich vom Teich. An ihre Stelle trat nun Echohauch, die schildpattfarbene Kätzin.
    "Wenn ihr einverstanden seid, verleihe ich der Katze meiner Wahl unglaubliches Gespür für Gerechtigkeit und die Gabe, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu sehen." Die anderen Katzen stimmen zu und Echohauch entfachte einen blauen Funken auf dem Wasser, der schnell verschwand. Als nächstes war Wolfblüte an der Reihe.
    "Hiermit verleihe ich meiner auserwählten Katze unglaubliches Verständnis und die Gabe, Gedanken anderer Lebewesen zu lesen."
    Nachdem die anderen Katzen zustimmend den Kopf geneigt hatten, ließ sie ein grünes Licht erscheinen, das schließlich im Teich versank. Als letztes trat Rehblatt vor. Sie blickte zum Mond auf und sprach. "Ich verleihe der auserwählten Katze meines Clans unglaubliche Intelligenz und die Gabe, in die Körper anderer Katzen zu schlüpfen und ihre Gedanken und Taten zu lenken. Seid ihr einverstanden? "
    Die anderen Katzen murmelten leise und Schattenfeder hob die Stimme. "Diese Gabe könnte gefährlich werden." Echohauch und Wolfblüte nickten langsam. Rehblatt blinzelte. "Alle Gaben sind gefährlich. Es kommt darauf an, wie sie genutzt werden."
    Echohauch stimmte ihr zu. "Du hast recht, Rehblatt. Ich bin einverstanden. "
    Auch Wolfblüte neigte zustimmend den Kopf, schließlich auch Schattenfeder. "So sei es.", murmelte sie.
    Rehblatt blinzelte dankbar und entfachte ein helles, gelbes Licht, dessen Schein noch lange zu sehen war.
    Schließlich verabschiedeten sich die vier Kätzinnen und gingen getrennte Wege.

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    1. Kapitel
    WiesenClan
    Farnjunges öffnete die Augen. Neben ihr schlief ihr Bruder Salbeijunges noch tief und fest. Sein hellgraues Fell hob und senkte sich, während er leise schnarchte. Im Dämmerlicht erkannte Farnjunges ihre Mutter Nachtfell, ein paar Schwanzlängen entfernt lagen Mohnherz und ihre Jungen Blütenjunges und Lichtjunges. Lichtjunges war bereits wach, ihre gelbbraune Schwanzspitze zuckte aufgeregt. Sie und ihre Schwester waren bereits sechs Monde alt und Rabenstern würde sie heute zu Schülern ernennen. Farnjunges verspürte einen eifersüchtigen Stich in der Brust. Wie gerne würde sie auch Schüler sein! Das erste Licht der Morgensonne drang durch die dicht verwebten Zweige des Ginsterstrauchs, in dem die Kinderstube untergebracht war. Draußen erwachte das Lager langsam zum Leben. Die Morgenpatrouille machte sich auf den Weg zur WasserClan - Grenze. Am Geruch konnte Farnjunges erkennen, dass es sich bei den Katzen um die Krieger Graspelz, Glutherz und die Zweite Anführerin Flammenherz handelte. Nun erwachten auch Blütenjunges, Salbeijunges und Mohnherz. Blütenjunges und Lichtjunges tollten aufgeregt in der Kinderstube umher, während Nachtfell begann, ihre Jungen sorgfältig zu waschen. "Hunger.", maunzte Salbeijunges. "Rabenstern wird gleich kommen und uns Frischbeute bringen, jetzt halt still, damit ich deine Ohren putzen kann.", gab Nachtfell in sanftem Tonfall zurück. "Können wir nicht selbst jagen gehen?", fragte Farnjunges eifrig. "Erst wenn ihr Schüler seid.", antwortete Nachtfell. "Wir werden für euch jagen, wenn ihr Schüler seid.", versprach Lichtjunges. "Ich werde die beste Jägerin im Clan sein!" "Und ich die beste Kämpferin! ", rief Blütenjunges. Da traten zwei Kater ein. Es waren Rabenstern und Sumpfnase. Beide trugen Frischbeute im Maul und gesellten sich zu ihren Gefährtinnen und Jungen. Salbeijunges stürzte sich sofort auf das Kaninchen, das Rabenstern vor ihnen ablegte, auch Farnjunges begann zu essen, während sich Nachtfell und Rabenstern die Zungen gaben. "Wann werden wir Schüler? ", wollte Salbeijunges wissen. "Wenn ihr sechs Monde alt seid.", gab Rabenstern ruhig zurück. "Aber das dauert noch einen ganzen Mond!", protestierte Farnjunges.
    "Wir werden zuerst Schüler. ", sagte Blütenjunges. "Das ist wahr.", warf Sumpfnase ein. "Rabenstern, wann findet ihre Zeremonie statt?" "Heute Abend vor der Zeit des Zungengebens.", entschied Rabenstern. Dann wandte er sich an seine Jungen. "Wenn ihr wollt, könnt ihr heute mal raus." "Ja!", jubelte Salbeijunges, "wir werden diesen elenden Strauch endlich verlassen!" Auch Farnjunges peitschte aufgeregt mit dem Schwanz. "Wir erkunden das Lager! " "Seid vorsichtig", ermahnte sie Nachtfell, doch ihre Jungen waren bereits aus der Kinderstube geprescht. Als Farnjunges den Busch verließ, musste sie die Augen vor der gleißenden Helligkeit verschließen. Erst nach einigen Herzschlägen hatten sich ihre Augen an das Sonnenlicht gewöhnt. Sie sah sich im Lager um. Es befand sich inmitten einer Senke, um die sich heidebewachsene, sanfte Hügel erhoben. Der Kriegerbau befand sich gegenüber, daneben Rabensterns Bau, auf der anderen Seite der Frischbeuzehaufen. In einem abgelegenen Winkel des Lagers befand sich der Heilerbau in Einer Höhle im Hügel. Heraus drangen die scharfen Gerüche von Kräutern. Farnjunges und Salbeijunges steuerten zuerst auf den Ältestenbau neben der Kinderstube zu, denn sie wollten unbedingt Wiesenschweif besuchen. Die braun getigerte Kätzin war Rabensterns Mutter und hatte ihren Enkeln bereits den Anfang einer spannenden Geschichte erzählt, nun brannten die Jungen darauf, zu erfahren, wie es weitergehen mochte. Wiesenschweif empfing sie mit einem Nicken. "Kannst du uns die Geschichte von Himbeerfell und Wespenstreif erzählen? ", fragte Salbeijunges. "Natürlich, aber könntet ihr vorher etwas gegen Bauchschmerzen holen? Ich bin Sicher, Hellsonne wird es euch gerne geben." Farnjunges lief rasch hinüber zu Hellsonnes Bau. Der Heiler war damit beschäftigt, sorgfältig Kräuter und Beeren zu sortieren. Als Farnjunges sich näherte, drehte er sich um. "Wiesenschweif hat Bauchschmerzen.", trug sie ihr Anliegen vor. Der Heiler schob einige Blätter zu ihr herüber. "Bachminze", miaute er freundlich. Farnjunges brachte das Kraut zu Wiesenschweif, welche es langsam kaute und dann schluckte. "Die Geschichte...wo war ich stehen geblieben?" "Beim NachtClan - Angriff", miaute Farnjunges. "Ach ja.", erinnerte sich die Älteste. "Also, als Himbeerfell den ersten Angreifer erblickte, rief sie sofort ihre Patrouille zu sich..."

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    2. Kapitel

    WasserClan

    "Wach endlich auf!", drang eine schrille Stimme an Schilfjunges' Ohr. Langsam blinzelte sie. Helles Morgenlicht flutete in die Kinderstube, die zischen den schützenden Wurzeln einer großen Weide gelegen war und tauchte sie in hellrosafarbenes Licht. Schilfhalme aus ihrem Nest kitzelten sie in der Nase und sie musste niesen. Staub wirbelte auf und tanzte im warmen Sonnenlicht umher. "Guten Morgen, meine Kleine.", miaute Blattfell, die gerade damit beschäftigt war, ihr golden und hellbraun gesprenkeltes Fell zu putzen. "Endlich bist du wach!", rief Buntjunges. Ihr bunter Pelz war zerzaust und stand wild in alle Richtungen ab. "Du hast mich geweckt!", beschwerte sich Schilfjunges. "Ich habe im Traum gerade einen Fisch gefangen!" Sie bewarf Buntjunges mit etwas Moos, woraufhin diese sich auf sie stürzte. Eine Weile lang balgten die Jungen sich spielerisch. Nebelherz,, eine graue Kätzin, die vor kurzem in die Kinderstube gezogen war, schlug, von dem Lärm der beiden Jungen geweckt, die Augen auf. Blattfell wies ihre Jungen zurecht. "Seid etwas leiser und habt Rücksicht. Nebelherz braucht Ruhe, ihre Jungen werden bald kommen."
    Sie verpasste Schilfjunges und Buntjunges einen sanften Schlag mit der Schwanzspitze. "Aber heute bekommen wir unsere erste Frischbeute!", miaute Buntjunges. Schilfjunges' Herz machte einen Sprung. Ihr Vater Braunkralle, der Zweite Anführer des WasserClans, hatte versprochen, dass sie heute ihre erste richtige Frischbeute bekommen würden. Sie stieß ein lautes Schnurren aus und warf sich auf ein herumliegendes Knäuel aus Schilfhalmen, Federn und Moos. "Ich werde eine Kriegerin, wie sie der SternenClan noch nie gesehen hat!" "Und ich werde eine noch bessere Kriegerin!", maunzte Buntjunges und machte sich bereit, Schilfjunges erneut anzuspringen, als ein kräftiger, dunkelbraun getigerter Kater eintrat. Im Maul trug er eine Forelle und eine Elritze. Beide Fische ließ er vor Blattfell fallen. "Frischbeute!", quietschte Buntjunges und wollte sich auf die Forelle stürzen, doch der Kater hielt sie zurück. "Nichts da.", schnurrte Braunkralle. "Die ist für Blattfell. Ihr zwei könnt euch die Elritze teilen." Enttäuscht ließ Buntjunges die Schultern sinken, doch dann biss sie herzhaft in den kleinen Fisch. Schilfjunges schob sich an ihrer Schwester vorbei und grub ihre Zähne tief in das weiche Fleisch. Es schmeckte kühl und erfrischend und Schilfjunges nahm auf der Stelle einen zweiten Bissen. Gemeinsam verspeisen die Schwestern den Fisch, während Blattfell und Braunkralle sich die Forelle teilten. "Zeigst du uns ein paar Kampftricks?", fragte Schilfjunges. Braunkralle schüttelte den Kopf. "Nein, tut mir leid, ich muss Abendherz und Eisfall dabei helfen, ihre Schüler zu prüfen. Honigstern will Einpfote und Gelbpfote zu Kriegern ernennen. Sie sind soweit." Buntjunges' grüne Augen weiteten sich. "Ich will auch Krieger sein!" "Erstmal werden wir Schüler. ", berichtigte Schilfjunges sie. "In zwei Monden ist es schon so weit!"
    Buntjunges machte einen kleinen Freudenhüpfer. Braunkralle leckte Blattfell kurz zwischen den Ohren und verließ dann die Kinderstube. Auf einmal schrie Nebelherz laut auf und krümmte sich zusammen. "Großer SternenClan!", entfuhr es Blattfell. "Nebelherz bekommt ihre Jungen! Buntjunges, lauf und hol Federfarn! Und du, Schilfjunges, sag Hagelsturm Bescheid. Er will bestimmt bei der Geburt seiner Jungen dabei sein."
    Schilfjunges hastete aus der Kinderstube und suchte das Lager mit den Augen nach Hagelsturm ab. Sie entdeckte den dunkelgrauen Kater am Schilftunnel, aus seinem Maul baumelten zwei fette Karpfen. "Hagelsturm! Nebelherz' Jungen kommen!" Rasch ließ der Krieger seine Beute auf den Frischbeutehaufen fallen und folgte Schilfjunges in die Kinderstube. Federfarn war bereits da. Die Heilerin hatte ihre Pfoten auf Nebelherz' angeschwollenen Bauch gelegt und gab der jungen Königin Anweisungen. Schilfjunges gesellte sich zu Buntjunges, die sich hinter Blattfell zusammengekauert hatte. Gebannt schaute sie zu, wie Nebelherz erst einen weißen Kater mit schwarzem Schwanz und kurz darauf einen dunkelgrauen Kater zur Welt brachte. "Nebelherz sieht erschöpft aus.", stellte Buntjunges fest, während Schilfjunges zusah, wie Hagelsturm und seine Gefährtin liebevoll auf die kleinen Fellbündel blickten, die sich an den Bauch ihrer Mutter drückten und ihre kleinen Mäuler im stummen Schrei aufrissen. "Wisst ihr schon, wie sie heißen sollen?", fragte Federfarn. "Das hier ist Froschjunges." Hagelsturm deutete mit dem Schwanz auf das graue Junge. Mit einem Wink auf den weißen Kater ergänzte Nebelherz: "Und das ist Himmeljunges." "Es sind wunderschöne Namen-und wunderschöne Jungen.", sagte Blattfell. Schilfjunges kroch hinter ihrer Mutter hervor und begutachtete die Jungen. Obwohl sie in diesem Moment verletzlich und schwach wirkten, wusste Schilfjunges, dass sie eines Tages großartige Krieger sein würden, genau wie sie selbst und ihre Schwester.

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    3. Kapitel

    NachtClan

    "Schwanensee! Schwanensee!"
    Rauchschattens helle Stimme drang in Silberjunges' Ohr. Aufmerksam sah sie von dem Moosball auf, den sie gerade hin und her geschoben hatte. In diesem Moment betrat die Heilerin die Kinderstube, dicht gefolgt von ihrer Schülerin Magnolienpfote.
    "Was gibt es, Rauchschatten?", fragte Schwanensee ruhig. "Es geht um Zedernjunges. Ich glaube, er hat Fieber.", erklärte die Königin mit besorgter Stimme. Schwanensee berührte Rauchschattens Schulter mit der Schwanzspitze. "Jedes Junge hat einmal Fieber.", besänftigte sie die Kätzin. Silberjunges legte den Kopf schief. Sie versuchte sich an die Zeit vor einem Mond zu erinnern, als sie selbst krank gewesen war. Dank Schwanensees und Magnolienpfotes Hilfe hatte das Fieber nur einige Tage angedauert. Nun schien Zedernjunges dasselbe zu durchlaufen.
    "Magnolienpfote, geh zu meinem Bau und hole die nötigen Kräuter.", befahl die Heilerin. Sofort verließ die golden-weiße Kätzin die Kinderstube. Silberjunges reckte den Kopf und musterte ihren Bruder. Er kuschelte sich eng an ihre Mutter, alle paar Herzschläge entfuhr ihm ein klägliches Maunzen. Da kehrte Magnolienpfote zurück, in ihrem Maul trug sie einige dunkelgrüne Blätter. Sie ließ sie fallen und Schwanensee steckte eines von ihnen vorsichtig zwischen Zedernjunges' Zähne. Er kaute langsam, schluckte es hinunter und schloss dann die Augen. "Er sollte jetzt schlafen.", riet Schwanensee. Rauchschatten nickte und Silberjunges widmete sich wieder ihrem Moosball, wobei sie immer wieder zu Zedernjunges hinüber sah. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Nach einer Weile schob sich eine silberne Kätzin mit blauen Augen durch die Zweige. Rauchschatten sah von Zedernjunges auf.
    "Morgenfrost! Ziehst du endlich in die Kinderstube?" Die Kätzin nickte. "Schwanensee hat gesagt, sie werden jetzt bald zur Welt kommen. Es ist höchste Zeit, euch Gesellschaft zu leisten." "Das ist wunderbar.", schnurrte Rauchschatten. "Weidenherz und ich sind so aufgeregt. Es ist unser erster Wurf.", erklärte Morgenfrost.
    "Ich weiß. Zedernjunges und Silberjunges sind auch die ersten Jungen von Fuchsschweif und mir.", antwortete Rauchschatten. Dann wandte sie sich an Silberjunges. "Silberjunges, würdest du bitte etwas Moos für Morgenfrost holen? Sie braucht dringend ein Nest."
    Silberjunges nickte und lief hinaus auf die schattige Lichtung. Vereinzelte Sonnenstrahlen fielen durch das dichte Blätterdach und malten ein goldenes Muster auf den Boden. "Aber geh nicht zu weit vom Lager weg!", rief Rauchschatten noch. Silberjunges lief in Richtung Lagerausgang. Eine kleine, braune Kätzin mit braunen Augen kam gerade vom Frischbeutehaufen herüber. "Hallo Silberjunges!", rief sie.
    "Hallo Tannenpfote.", miaute Silberjunges.
    "Machst du einen kleinen Ausflug?", fragte die Schülerin. "Ja", antwortete Silberjunges. "Ich soll Nestmaterial für Morgenfrost holen. Sie ist gerade in die Kinderstube gezogen und braucht ein Nest. Kennst du vielleicht eine gute Stelle zum Moossammeln?"
    Tannenpfotes Augen leuchteten, als sie nickte. "Komm mit!", miaute sie fröhlich. Gemeinsam liefen die Kätzinnen aus dem Lager zu einer riesigen Kiefer. Auf den gewaltigen Wurzeln wuchsen große, dicke Büschel weichen, grünen Mooses. Silberjunges kratzte vorsichtig etwas davon ab und Tannenpfote half ihr, es zum Lager zurück zu tragen. Silberjunges genoss den Gang durch den Wald. Die Blattfrische hielt Einzug und der Duft von Beute lag in der Luft. Sie hörte das Rascheln ihrer Pfoten auf den Nadeln, die den Boden bedeckten und das Zwitschern der Vögel, die eifrig ihre Nester in den hohen Tannen errichteten, roch Düfte, die sie noch nie zuvor gerochen hatte. Bald erreichten sie das Lager. Silberjunges dankte Tannenpfote für ihre Hilfe und brachte das Moos in die Kinderstube. "Vielen Dank, Silberjunges.", schnurrte Morgenfrost. "Gut gemacht", ergänzte Rauchschatten. "Darf ich zu den Ältesten gehen?", fragte Silberjunges. Ihre Mutter nickte. Sie machte sich auf den Weg zum Bau der Ältesten, doch auf halbem Weg warf sie einen Blick zum Heilerbau und beschloss, einmal dort vorbeizuschauen. Sie lief zum Frischbeutehaufen, wo Weidenherz und Sprenkelfeder gerade ihre Beute abgelegt hatten. Silberjunges wählte eine große Wühlmaus aus und schleppte sie in Richtung Heilerbau, der in einer umgestürzten Tanne untergebracht war. Die süßlich-herben Gerüche von verschiedenen Kräutern drangen heraus. Als Silberjunges in den hohlen Baumstamm trat, entdeckte sie die Schlafnester von Schwanensee und Magnolienpfote. Weiter hinten schimmerte das Fell der Heilerschülerin, die gerade dabei war, verschiedene Blätter zu sortieren. Als sie Silberjunges bemerkte, blickte sie auf. "Hallo Silberjunges. Wie geht es Zedernjunges? Ist etwas mit ihm?" "Nein, ihm geht es gut, er schläft noch. Ich wollte dir nur Frischbeute vorbeibringen."
    Sie stupste die Wühlmaus mit der Nase an und schob sie in Magnolienpfotes Richtung. "Danke.", miaute diese und nahm einen Bissen. "Willst du mir vielleicht helfen? Du könntest Wacholderbeeren sortieren.", schlug sie vor, als sie aufgegessen hatte. Silberjunges nickte heftig. Eine neue Form von Aufregung durchströmte sie. "Du musst sie in zwei Haufen aufteilen. Die Frischen legst du hierhin und die alten, trockenen Beeren tust du dorthin."
    Wieder nickte Silberjunges und griff nach der ersten Beere.

    7
    4. Kapitel

    BlattClan

    "He, pass doch auf!", wetterte Felsenjunges. "Du bist auf meinen Moosball getreten!"
    "Entschuldigung", murmelte Ahornjunges und hob ihre Pfote. An ihrem Ballen klebte etwas feuchtes Moos. Rasch schüttelte sie es ab und lief in Richtung des Kinderstubenausganges, wobei sie einen übertrieben großen Bogen um Felsenjunges' Moosball machte.
    "Schon gut.", meinte dieser.
    "Oh, wie gnädig du heute bist, großer Krieger.", miaute Falkenjunges, sein Bruder, und machte dabei eine Art Verbeugung. Sein dunkelbraunes Fell mit den schwarzen Streifen berührte den Waldboden. Sofort stürzte sich Felsenjunges auf seinen Bruder und die beiden Kater begannen, spielerisch zu kämpfen. Ahornjunges machte einen Satz und landete genau in dem Gewühl aus Fell. Quietschend rollten sie über den Boden, bis sie gegen Fliederschweif prallten, die gerade ein Nickerchen gemacht hatte. Sie stieß einen überraschten Schrei aus und die Jungen zuckten zurück. Auch Ahornjunges' Mutter Dämmereis schlug nun die Augen auf.
    "Ahornjunges! Wie oft habe ich dir gesagt, du sollst keine Raufereien anfangen?"
    "Das war sie nicht! Ich war es!", brüstete sich Falkenjunges. Sein Fell war zerzaust und eines seiner Ohren umgeknickt. Fliederschweif begann, sein Fell zu glätten.
    "Darf ich etwas Frischbeute holen?", fragte Ahornjunges.
    "Erst wenn du sauber bist.", erwiderte Dämmereis und begann, ihr das hellbraun getigerte Fell mit rauen Zungenstrichen zu putzen.
    "Fuchsdung!", tönte es da aus der anderen Ecke der Kinderstube. "Mein Moosball!"
    Felsenjunges war direkt in seinem Spielzeug gelandet. Der Moosball war platt gedrückt und einige dunkelgrüne Fetzen hingen in seinem Pelz. Doch seine Laune besserte sich, als Fliederschweif und Dämmereis den Jungen erlaubten, sich und den Königinnen etwas vom Frischbeutehaufen zu holen. Felsenjunges wählte eine fette Amsel für Fliederschweif aus, während Falkenjunges eine große Mais zur Kinderstube trug, die sich die Jungen teilen würden. Ahornjunges zog ein Eichhörnchen vom Haufen herunter und schleppte es zu Dämmereis. Der rotbraune, buschige Schwanz des Tieres schleifte dabei über den Boden.
    Gemeinsam verspeisten die Jungen ihre Maus, während die Königinnen sich über ihrer Beute unterhielten.
    Da traten zwei Kater ein. Es waren Erlenpelz und Brombeerherz, die ihre Gefährtinnen und Jungen besuchten. Ahornjunges berührte kurz die Nase ihres Vaters. Felsenjunges und Falkenjunges begrüßten Erlenpelz stürmischer, sie sprangen auf seinen Rücken und zogen an seinem Schwanz. Erlenpelz ließ sich zu Boden ringen.
    "Ha!", rief Falkenjunges. "Wir werden die besten Kämpfer sein!"
    "Und ich die beste Jägerin.", miaute Ahornjunges. Sie ließ sich auf die Pfoten sinken und kauerte sich nieder. Dann kroch sie von hinten auf Felsenjunges zu, der gerade mit den Augen eine Motte verfolgte, die sich in die Kinderstube verirrt hatten. Er machte sich zum Sprung bereit, doch Ahornjunges stürzte sich auf ihn, bevor er die Gelegenheit hatte, ihren Pfoten zu entkommen. Fauchend schlug der Kater mit eingezogenen Krallen auf sie ein, bis sie ihn schließlich losließ.
    "Das war ein hervorragendes Jagdkauern.", lobte Brombeerherz sie. Ahornjunges schaute verlegen zu Boden. "Danke", maunzte sie.
    Auch Dämmereis begann zu schnurren. "Du wirst eine großartige Kriegerin werden, meine Kleine."
    Plötzlich trat eine blaugraue Kätzin mit braunen Augen ein. Es war Taubenstern, die junge Anführerin des BlattClans. Hinter ihr betrat eine zweite Katze die Kinderstube, eine silberne Kätzin mit bernsteinfarbenen Augen. Tauglanz, ihre Stellvertreterin.
    "Sei gegrüßt, Taubenstern.", miaute Erlenpelz. "Was können wir für dich tun?"
    Es war Tauglanz, die antwortete. "Geht mit Honigflug jagen. Der Frischbeutehaufen muss aufgefüllt werden."
    Die beiden Kater nickten und verabschiedeten sich von ihren Gefährtinnen und Jungen. Als sie die Kinderstube verlassen hatten, begann Taubenstern zu sprechen.
    "Ich erwarte Junge."
    Dämmereis und Fliederschweif tauschten einen überraschten Blick.
    "Ich werde sie zur Welt bringen und möchte ihnen eine gute Mutter sein.", fuhr Taubenstern fort. "Doch der Clan steht an erster Stelle. Daher sollst du, Dämmereis, dich um sie kümmern, wenn meine Pflicht erfüllt werden muss."
    Die Königin nickte verständnisvoll.
    "Wann ist es so weit?"
    "Rauchblüte sagt, sie werden innerhalb des nächsten Mondes zur Welt kommen.", miaute Taubenstern und eine Spur Unsicherheit schwang in der Stimme der jungen Kätzin mit. "Sturmschweif weiß es bereits, und er ist derselben Meinung wie ich."
    Die Anführerin wandte sich an die drei Jungen. "Ihr werdet ihnen auch helfen.", miaute sie.
    Ahornjunges nickte ernst. Sie würde alles tun, damit es den Jungen der Anführerin im BlattClan gut ging.
    'Noch drei Monde', dachte sie. 'Noch drei Monde, bis ich Schülerin werde. Und bis dahin werde ich meinen Clan schon gut gedient haben.'

    8
    5. Kapitel
    WiesenClan

    „Alle Katzen, die alt genug sind, ihre Beute selbst zu fangen, mögen sich hier unter dem Himmelfels versammeln!“
    Rabensterns Ruf hallte durch das Lager. Farnjunges schluckte den letzten Bissen des Kaninchens hinunter, das sie sich mit Nachtfell und Salbeijunges geteilt hatte.
    „Komm mit!“, rief sie ihrem Bruder zu. „Blütenjunges und Lichtjunges werden zu Schülern ernannt!“
    Gefolgt von ihrer Mutter verließen die beiden Jungen den Ginsterstrauch. Die Katzen hatten sich bereits unter dem Felsen versammelt, von dem Rabenstern auf seinen Clan sah. Farnjunges blickte sich um. Blütenjunges und Lichtjunges saßen aufrecht und mit gepflegtem Fell bei Mohnherz. Die Kätzin blickte stolz auf ihre Jungen hinunter.
    In einem Mond werde ich auch Schülerin, dachte Farnjunges mit voll Vorfreude gesträubtem Nackenfell. Sie sah wieder zu ihrem Vater. Rabenstern ließ seinen Blick über die Katzen schweifen und rief: „Wir kommen heute zusammen, um zwei neuen Schülern ihre Namen zu geben. Tretet vor, ihr beiden.“
    Seite an Seite gingen die zwei zur Mitte der Senke. Farnjunges fragte sich, wer wohl ihre Mentoren werden würden.
    „Von heute an“, sagte Rabenstern und blickte dabei Blütenjunges an, deren hellgraues Fell im Licht der untergehenden Sonne rosa glänzte, „wird diese Schülerin Blütenpfote heißen, bis sie sich ihren Kriegernamen verdient hat.“
    Rabenstern ließ seinen Blick über die Katzen schweifen.
    „Flammenherz, du bist eine hervorragende zweite Anführerin. Du wirst Blütenpfote ausbilden. Gib deine Loyalität und deinen Scharfsinn an sie weiter.“
    Blütenpfotes Augen leuchteten, als sie Flammenherz´ Nase berührte. Ein kleiner Stich bohrte sich in Farnjunges´ Brust. Insgeheim hatte sie gehofft, selbst die Schülerin von Flammenherz zu werden.
    „Und diese Schülerin“, Rabenstern wandte sich an Lichtjunges, „wird Lichtpfote heißen, bis sie sich ihren Kriegernamen verdient hat.“
    Lichtpfotes Augen leuchteten vor Aufregung.
    „Glutherz, du bist bereit für deinen ersten Schüler. Du wirst Lichtpfotes Mentor sein. Gib deinen Mut und deine Hilfsbereitschaft an diese Schülerin weiter.“
    Der dunkelgoldbraune Kater trat zu seiner Schülerin, woraufhin sie ihre Nasen aneinander rieben.
    Langsam löste sich die Versammlung auf, Blütenpfote und Lichtpfote verschwanden im Bau der Schüler.
    „Kommt jetzt“, miaute Nachtfell. „Es ist spät und eure Schlafnester vermissen euch schon.“

    „Mama, hat Papa wirklich neun Leben?“, fragte Salbeijunges und Blickte mit großen Augen zu seiner Mutter empor.
    „Ja“, antwortete Nachtfell. „Alle Anführer haben neun Leben.“
    „Ich will auch neun Leben haben!“, quiekte Farnjunges aufgeregt. „Ich will auch ein Anführer sein!“
    „Dann musst du eine wirklich gute Kriegerin sein. Nur wirklich gute Krieger werden mal Anführer.“
    „Ich werde eine wirklich gute Kriegerin“, versprach Farnjunges und plusterte ihr Fell auf. „Die beste, die es jemals im WiesenClan gab!“
    „Ich werde der beste Krieger!“, rief Salbeijunges.
    „Sicher werdet ihr das“, miaute Nachtfell und leckte Farnjunges zwischen den Ohren. Diese duckte sich, um ihrer Mutter zu entkommen und schlug spielerisch nach Salbeijunges´ Schwanz.
    „Die Allerbeste, ihr werdet schon sehen.“

    Farnjunges packte den Moosball mit den Krallen und warf ihn hoch in die Luft, sodass Salbeijunges ihn fangen konnte.
    „Guter Wurf“, lobte Flammenherz, die Zweite Anführerin des WiesenClans, die ein paar Schritte entfernt in einem Fleck Sonnenlicht saß und das Spiel der Jungen beobachtete. Stolz reckte Farnjunges die Brust. Ein Lob von Flammenherz!
    „Das kann ich auch!“, meinte Salbeijunges, packte den Moosball, schleuderte ihn in die Luft und vollführte dabei noch eine zusätzliche Drehung. Flammenherz schnurrte. „Sehr gut.“
    Sehr gut? Farnjunges verengte die Augen. Warum war ihr Wurf nur gut gewesen und der von Salbeijunges sehr gut? Sie wollte einmal die beste Kriegerin des Clans werden. Sie musste besser sein als Salbeijunges!
    „Ich kann es noch besser“, verkündete sie laut, schnappte die Mooskugel mit den Zähnen und stellte sich auf die Hinterpfoten. Dann schwang sie die Kugel hin und her, vollführte eine Drehung und ließ los. Der Moosball landete direkt zwischen Salbeijunges´ ausgestreckten Pfoten. Erwartungsvoll drehte sie sich zu Flammenherz um, aber die rotbraune Kätzin hatte den Blick abgewandt und schaute stattdessen zu Blütenpfote und Lichtpfote herüber, die ihre gefangene Beute auf dem Frischbeutehaufen ablegten. Enttäuscht und verärgert zugleich zuckte Farnjunges mit den Ohren.
    Ich werde mehr fangen und besser kämpfen als Blütenpfote und Lichtpfote zusammen, wenn ich erst Schülerin bin, schwor sie sich stumm. Dann wird mich niemand mehr ignorieren!

    9
    Kapitel 6
    WasserClan

    „Komm Schilfjunges! Honigstern hat eine Versammlung einberufen!“, rief Buntjunges.
    „Ich komme ja schon“, antwortete Schilfjunges.
    „Beeil dich! Die Zeremonie fängt gleich an! Zwei neue Krieger werden ernannt!“
    Schilfjunges folgte ihrer Schwester aus der Kinderstube. Hinter ihr trat Blattfell hinaus. Schilfjunges entdeckte Honigstern, die bereits auf der Tropfenwurzel saß. Davor warteten Einpfote und Gelbpfote, mit ihren Mentoren ganz in der Nähe. Alle vier Katzen hatten sich für die Zeremonie sorgfältig geputzt, ihre Pelze leuchteten im Licht der untergehenden Sonne der frühen Blattfrische. Federfarn und Braunkralle unterhielten sich leise und Otterpfote ließ sich in der Nähe seiner bisherigen Baugefährten nieder.
    Schilfjunges ließ ihren Blick über die Katzen schweifen, als Honigstern die Zeremonie mit klaren Worten einzuleiten begann: „Ich, Honigstern, Anführerin des WasserClans, rufe meine Kriegerahnen an, auf diese beiden Schüler zu sehen. Sie haben hart gearbeitet, um euer edles Gesetz zu erlernen. Der SternenClan möge sie nun als Krieger willkommen heißen.“
    Honigstern wandte sich an Abendherz: „Abendherz, ist dein Schüler bereit, ein Krieger zu werden?“
    „Er ist bereit“, antwortete der hellrotgoldene Krieger. Honigstern sah den Schüler an und fuhr fort: „Einpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger zu achten, selbst wenn es dein Leben kostet?“
    „Ich verspreche es“, antwortete der schwarze Kater.
    „Mit der Kraft des SternenClans gebe ich dir deinen Kriegernamen. Einpfote, von nun an wird man dich Einfell nennen. Der SternenClan lobt deinen Mut und deine Stärke und wir heißen dich als Krieger im WasserClan willkommen.“
    Die Anführerin trat vor und legte ihre Schnauze auf Einfells Kopf, der ihr ehrerbietig die Schulter leckte. Nun wandte sich Honigstern an Eisfall: „Eisfall, ist deine Schülerin bereit, Kriegerin zu werden?“
    „Ja, das ist sie“, schnurrte die weiße Kätzin. Ihre blauen Augen funkelten.
    „Gelbpfote, versprichst du, das Gesetz der Krieger zu achten und deinen Clan zu verteidigen, selbst wenn es dein Leben kostet?“
    Gelbpfote antwortete mit fester Stimme. „Ich verspreche es.“
    „Dann gebe ich dir mit der Kraft des SternenClans deinen Kriegernamen. Von diesem Tage an wirst du Gelbnase heißen. Der SternenClan ehrt deine Treue und deine Ehrlichkeit und wir heißen dich als vollwertige Kriegerin im WasserClan willkommen.“
    Als Honigstern vortrat und Sonnenschweif ihre Schnauze auf den Kopf legte, sah Schilfjunges, wie die sandfarbene Kätzin vor Aufregung zitterte.
    Als sich Gelbnase und Einfell zu den anderen Kriegern gesellten, erhoben sich laute Rufe.
    „Einfell! Gelbnase! Einfell! Gelbnase!“
    Auch Schilfjunges stimmte mit ein. Honigstern erhob wieder die Stimme.
    „Einfell und Gelbnase werden in dieser Nacht schweigend Wache halten, so wie es das Gesetz der Krieger verlangt.“
    Die Katzenversammlung löste sich langsam auf. Schilfjunges lief zu den frisch ernannten Kriegern und gratulierte ihnen. Einfell und Gelbnase durften zwar nicht antworten, doch ihre Augen funkelten glücklich.
    „Komm, Schilfjunges!“, schrie Buntjunges über die Insel. „Braunkralle hat uns eine Elritze gebracht!“
    „Ich komme ja schon“, miaute Schilfjunges leise. „Hab Geduld, Schwester.“
    Als sie die Kinderstube betrat, hatte Buntjunges die Frischbeute schon zur Hälfte aufgefressen und schob ihr den Rest hin. Während Schilfjunges den restlichen Fisch verzehrte, seufzte Buntjunges tief auf.
    „Was ist, meine Kleine?“, wollte Blattfell wissen.
    „Einfell und Gelbnase haben es so gut! Sie dürfen schon Krieger sein!“
    „Warte nur ab“, sagte Schilfjunges. „In zwei Monden werden wir schon zu Schülern ernannt.“
    Sie warf einen Blick zu Himmeljunges und Froschjunges hinüber, die sich gerade an Nebelherz kuschelten.
    „Aber das dauert noch so-“
    Plötzlich brach Buntjunges´ Stimme ab und in Schilfjunges´Ohren begann es zu rauschen. Alles wurde strahlend weiß, die Pupillen in ihren weit geöffneten, braunen Augen weiteten sich, ohne dass sie es merkte. Inmitten des Rahmens aus gleißendem Licht erschien ein Bild. Schilfjunges sah eine kleine, schwarze Kätzin mit goldenen Streifen und blauen Augen, die nicht älter als fünf oder sechs Monde sein konnte. Dann wechselte das Bild und sie blickte in die grünen Augen eines etwa gleichaltrigen Jungen mit silbern gestreiftem Fell. Zuletzt erschien eine kleine, hellbraun getigerte Katze mit großen, bernsteinfarbenen Augen, die etwas jünger als Schilfjunges aussah.
    Auf einmal brach das Rauschen ab und Schilfjunges sah ihre Schwester. Buntjunges starrte sie gereizt an.
    „Schilfjunges, was ist los mit dir? Warum hörst du mir nicht zu? Und warum sind deine Augen auf einmal ganz schwarz geworden?“
    „Was?“ Schilfjunges riss die Augen auf.
    „Ach was“, miaute Blattfell. „Buntjunges, rede nicht so einen Unsinn. Ihr zwei solltet schon längst schlafen.“
    Sie wandte sich an Schilfjunges.
    „Du bist ganz normal“, versicherte sie ihr.
    Schilfjunges seufzte erleichtert, doch trotzdem war sie beunruhigt. Wer waren diese drei Katzen gewesen und warum hatte sie sie gesehen?

    10
    Kapitel 7

    NachtClan

    Silberjunges wartete geduldig auf ihren Bruder. Gefolgt von Rauchschatten trat er aus der Kinderstube und lief auf wackeligen Pfoten einige Schritte in das Lager hinein. Silberjunges konnte sich noch gut daran erinnern, wie sie selbst unbeholfen über die Lichtung getaumelt war, nachdem sie das erste Mal nach dem Fieber die Kinderstube verlassen durfte. Dank Schwanensees und Magnolienpfotes Heilkünsten war Zedernjunges´ Fieber schnell vergangen, doch die besorgte Rauchschatten hatte ihn beinahe einen halben Mond in der Kinderstube behalten. Nun war es endlich so weit, dass Silberjunges´Bruder seinen ersten Ausflug machen durfte. Die beiden Jungen waren jetzt fünf Monde alt, und ihre Schülerzeremonie rückte immer näher. Zedernjunges brannte darauf, endlich die Kriegerausbildung zu beginnen, doch Silberjunges war sich nicht mehr so sicher wie früher, ob sie ebenfalls den Weg einer Kriegerin einschlagen wollte. Während Zedernjunges bei Rauchschatten in der Kinderstube gelegen hatte, war Silberjunges immer öfter zum Heilerbau gegangen und hatte Magnolienpfote dabei geholfen, Kräuter zu sortieren. Die Heilerschülerin hatte ihr gezeigt, wie sie Kräuter und Beeren in Ahornblätter einwickeln konnte, damit diese frisch blieben. Vor ein paar Tagen hatte Magnolienpfote sie sogar mit in den Wald genommen, um ihr die besten Stellen für Borretsch und Wacholderbeeren zu zeigen. Allmählich war es Silberjunges klar geworden: Sie wollte Heilerschülerin werden. Doch das war nicht möglich, denn Schwanensee hatte bereits eine Schülerin und Heiler konnten nicht zwei Schüler gleichzeitig ausbilden. Also war Silberjunges gezwungen, Kriegerin zu werden. Das machte sie sehr traurig.
    „Ach, SternenClan“, seufzte sie leise. „Warum bleibt mir keine Wahl?“
    „Welche Wahl?“, fragte Zedernjunges. Er stand wieder sicherer auf dem Boden und hatte seine Schwester eingeholt.
    „Nichts“, antwortete sie. Zedernjunges zuckte mit den Schultern und fuhr unbekümmert fort: „In einem Mond werden wir Schüler! Freust du dich auch schon so sehr?“
    Silberjunges nickte halbherzig. „Ja.“
    Wenn sie doch Heilerschülerin werden könnte…
    „Zedernjunges, hast du jemals darüber nachgedacht, Heiler zu werden?“
    Ihr Bruder riss die Augen auf.
    „Heiler? Niemals! Da sortiert man nur den ganzen Tag Kräuter und versorgt kranke Katzen. Ich will Krieger werden und für meinen Clan jagen und kämpfen!“
    Er schwieg kurz. „Willst du Heilerin werden?“
    „Ich habe daran gedacht“, wich Silberjunges aus.
    „Werde lieber Krieger. Außerdem hat Schwanensee schon einen Schüler“, erklärte Zedernjunges. „Dann können wir zusammen trainieren. Wir werden die besten Krieger, du wirst schon sehen.“

    Erschöpft und niedergeschlagen trottete Silberjunges am Abend in die Kinderstube, rollte sich in ihrem Moosnest zusammen und schlief ein. Als sie aufwachte, fand sie sich auf einer Lichtung wieder, die sie noch nie gesehen hatte. Am Himmel funkelte das Sternenvlies. Plötzlich erschien eine silbergraue Kätzin. In ihrem Fell glitzerte Sternenschimmer.
    „Wer bist du?“, fragte Silberjunges und trat ein paar Schritte zurück.
    „Sei gegrüßt, Silberjunges. Mein Name ist Wolfblüte. Ich war vor vielen Blattwechseln die Heilerin des NachtClans.“
    „Warum bin ich hier? Bin ich etwa tot?“
    „Nein, meine Liebe. Ich bin hier, um dir zu sagen, dass du die Hoffnung nicht aufgeben sollst.“
    „Ich will unbedingt Heilerin werden!“, platzte Silberjunges heraus.
    „Das ist deine Bestimmung“, bekräftigte die SternenClan-Heilerin.
    „Aber wie?“, jammerte sie.
    „Indem du Nachtstern darum bittest.“
    „Aber sie wird es nicht erlauben. Schwanensee hat doch schon eine Schülerin.“
    Wolfblüte sah sie mitfühlend und verständnisvoll an. „Der SternenClan hat ein anderes Schicksal für Magnolienpfote vorgesehen.“
    In Silberjunges keimte ein winziger Funke Hoffnung auf.
    „Werdet ihr sie zu einer Kriegerin machen?“
    Wolfblüte sah sie mit einem merkwürdigen Ausdruck an. „Wenn der Zeitpunkt kommt, wirst du es erfahren.“
    Silberjunges schnurrte. „Danke, Wolfblüte.“
    Die SternenClan-Kätzin blickte zu Boden. „Ich weiß nicht, ob du mir später noch dankbar sein wirst.“
    „Wie meinst du das?“
    „Nichts. Geh jetzt, meine Kleine.“
    Wolfblüte legte ihr die Schwanzspitze auf den Kopf. Die Lichtung verschwamm vor ihren Augen und es wurde dunkel. Als Silberjunges die Augen öffnete, blinzelte sie in das Sonnenlicht, das durch die dichten Tannenzweige in die Kinderstube fiel.

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