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Rubinrot; Teil 4

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    Wir hatten die Gemälde mit den Tudord darauf gründlich studieren müssen und tatsächlich hatte die Elisabeth l. auf den Bildern wenig Ähnlichkeit mit Cate Blanchett. Aber erstens fand man damals vielleicht schmale Lippen und große Nasen total schick und zweitens waren die Klamotten wirklich super. Und drittens hatte Elisabeth l. zwar keinen Ehemann, aber jede Menge Affären – unter anderem eine mit Sir … Wie hieß er noch gleich? Im Film wurde er von Clive Owen gespielt. „Sie nannte sich selbst die jungfräuliche Königin“, sagte Mr Whitman zu Gordon. „Weil...“ Er unterbrach sich. „Ist dir nicht gut, Charlotte? Hast du Kopfschmerzen?“.Alle sahen zu Charlotte hinüber. Charlotte hielt sich den Kopf. „Mir ist nur....schwindelig“, sagte sie und sah mich an. „ Alles dreht sich.“
    Ich holte tief Luft. Es war also soweit. Unsere Großmutter würde entzückt sein. Und Tante Glenda erst. „Oh cool“, flüsterte Leslie neben mir.“ wird sie jetzt durchsichtig?“ obwohl Lady Arista uns von klein an eingetrichtert hatte, dass wir unter gar keinen Umständen mit irgend jemanden über die Vorkommnisse in unsere Familie reden durften, hatte ich für mich selbst beschlossen, dieses Verbot bei Leslie zu ignorieren. Schließlich war sie meine aller beste Freundin und allerbeste Freundinnen haben keine Geheimnisse vor einander. Charlotte machte zum ersten Mal, seit ich sie kannte ( was genau genommen mein ganzes Leben war), einen beinahe hilflosen Eindruck. Aber dafür wusste ich, was zu tun war. Tante Glenda hatte es mir oft genug ein Eingeschärft. „Ich bringe Charlotte nach Hause“, sagte ich zu Mr Whitman und stand auf. „Wenn das okay ist.“Mr Whitmans Blick ruhte immer noch auf Charlotte. „Das halte ich für eine gute Idee, Gwendolyn“, sagte er. „Gute Besserung, Charlotte.“
    „Danke“ sagte Charlotte. Auf dem Weg zur Tür taumelte sie leicht. „Kommst du, Gwenny?“ Ich beeilte mich, ihren Arm zu nehmen. Zum ersten Mal kam ich mir in Charlottes Gegenwart ein bisschen wichtig vor. Es war ein gutes Gefühl, zur Abwechslung mal gebraucht zu werden. „Ruf mich unbedingt an und erzähl mir alles“, flüsterte Leslie mir noch zu. Vor der Tür war Charlottes Hilflosigkeit schon wieder verflogen. Sie wollte tatsächlich noch ihre Sachen aus dem Spind holen. Ich hielt sie am Ärmel fest. „Lass das doch, Charlotte! Wir müssen so schnell wie möglich nach Hause. Lady Arista hat gesagt…“
    „Es ist schon wieder vorbei“ sagte Charlotte.
    „Na und? Es kann trotzdem jeden Augenblick passieren.“ Charlotte liess sich von mir in die Andere Richtung ziehen. „Wo habe ich nur die Kreide?“ ich kramte im gehen in der Jackentasche. Ach, hier ist sie ja. Und das Handy soll ich schon mal zu Hause anrufen? Hast du Angst? Oh, dumme Frage, tut mir ja so leid. Ich bin aufgeregt.“
    „Schon okay. Ich habe keine Angst.“ ich sah sie von der Seite an, um zu überprüfen, ob sie die Wahrheit sagt. Sie hat ihr kleines, überlegtes Mona – Lisa – Lächeln aufgesetzt, unmöglich zu erkennen, welche Gefühle sie dahinter verbarg.
    „Seit ich zu Hause anrufen?“
    „Was soll denn das bringen?“ fragte Charlotte zurück. „Ich dachte nur...“ „Du kannst das Denken getrost mir überlassen“, sagte Charlotte. Wir liefen nebeneinander die Steintreppen hinunter, auf die Nische zu, in der James immer saß. Er erhob sich sofort, als er uns sah, aber ich lächelte ihm nur zu. Das Problem mit James war, dass niemand außer mir ihn sehen oder hören konnte. James war ein Geist. Deshalb vermied ich es, mit ihm zu sprechen, wenn andere dabei wahren. Nur bei Leslie machte ich eine Ausnahme. Sie hatte nie auch nur 1 Sekunde an James Existenz gezweifelt.

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